St. 2.— 1916. Unterhaltungsblatt des VorWärts Die Hochzeit bei den /Ubanesen. Die Sitle des Brauikaufes war auch bei den alten Germanen Lblicki, wir finden heute noch Reste davon bei den Pfingstspielen der Dorfjugend in der Rbeingegend. Aus dem Balkan, vor allem bei den Albaneien, die sich bisher allen geschriebenen Gesetzen zu ent- ziebe-n gewuht haben, ist der Brautkaus heule noch eine Rechts- Handlung. Das Mädchen erhält dort keinerlei Mitgift: aber der liebende Jüngling mutz den Angehörigen seiner Auscrwählten je nach den Verhältnissen eine Summe zahlen, die 200 bis 700 Frank aus- macht. Der Glaube der Albanesen, datz den Verlobten der Himmel ge- Witz ist, bringt es mit sich, datz schon die Kinder im frühesten Aller verlobt werden. Der Antrag auf Verlobung wird immer von den Eltern des männlichen Bewerbers gestellt, und die Verbandlungen werden nur zwischen den Eltern gepflogen, meist ohne Wissen der Kinder. Daher in den albanesiichen Volksliedern die häufige Klage des Mädchens, datz es einem Ungeliebten zum Weibe gegeben sei. Als Zeichen der Verlobung tauschen die Eltern eine alte Münze aus, womit der Verspruch unlöslich wird. Ist die Ver- lobung bekannt geworden, darf sich das Mädchen nicht mehr vor dem Bräutigam und seinen Verwandten sehen lassen oder ein Wort mit ihnen sprechen. Kurz vor der Hochzeit erfolgt noch einmal eine förmliche Verlobung, bei der dann Ringe gewechselt werden. Ab- gesandte des Bräutigams gehen zum Mädchen und legen beide Ringe auf ein Häufchen Weizenmehl und wünschen:„SützcS Brot und ungetrennt." Nach einem Mahl kehren sie zum Bräutigam zurück, wo sie mit Gesang empfangen werden. Die Eheleute müssen ver- schiedencn Stämmen angehören, da jeder Stamm einen gemeinsamen Urahnen verehrt und die Angehörigen eines Stammes als bluts- verwandt gelten. Die letzte Verlobung findet nur wenige Tage vor Beginn der Hochze»tsfeierlichkeiten statt. Diese beginnen damit, datz an einem Montag der sür die Hochzeitsbrote notwendige Weizen von den Freunden des Bräutigams unter Gesängen und Abschtetzen der Ge- wehre zur Mühle gebracht wird. Ist das geschehen, darf die Hoch- zeit nur noch wegen eines Todessalles verlegt werden. Für den Donnerstag lätzl der künstige Ehemann alle Hochzeitsgäste zum Herbeiholen des Hochzeitsholzes einladen, und in aller Frühe ziehen die Frauen der geladenen Familien in den Wald. Schwer mit Holz beladen kommen sie zum Hauke des Bräutigams, wo sie bewirtet werden und alsbald mit dem Bereiten und Backen des Brotes be- ginnen. Dabei verlangt es die Sitte, datz zuerst eine Jungfrau, deren beide Eltern noch leben und die recht viele Brüder hat, mir dem Anrühren des Teiges beginnt z denn das bringt bei dem neuen Paare besonderes Glück. Die Zubereitung geschiebt unter Be- gleilung mit althergebrachten Volksgesängen. Die glückbringende Jungfrau reicht den Teig bei der anwejenden Hochzeitsgesellschaft herum, jeder muh eine Münze dazu tun, die der Sammlerin zu eigen wird. Der Bräutigam aber wird mit einer Handvoll Teig an- geschmiert. Ob das eine sinnbildliche Bedeutung hat? Zum Samstag werden die Verwandten zum Bräutigam geladen. Sie iverden wieder mit besonderen Gesängen empfangen; jeder von ihnen bringt dem Bräutigam ein Lamm. Darauf wird ein Mahl bereitet und danach bis zum andern Morgen getanzt. Die Braut weilt an diesem Tage noch bei den Eltern, wo es äutzerst still zugeht. Am Sonntag erscheinen alle zur Hochzeit ge- ladenen Verwandle»nd Freunde, meist kommen über hundert Personen zusammen. Jeder Gast bringt zum Hochzeitsmahl ein Brot und eine Flasche Wein mit und spendet eine bestimmte Summe Geldes zu den Unkosten des Festes. In feierlichem Aufzuge, an der Spitze der Geistliche, in der Milte der Bräutigam zu Pferd, geht es zum Hause der Braut. Den Schlutz bilden Frauen, die alle noch recht jugendlich sein müssen. Sie führen das reich geschmückte Pferd der Braut. Die jetzt angestimmten Gesänge gelten der Braut. Der Bräutigam wird von der Mutler der Braut empfangen; er muß ihr die Hand küssen, während sie ihn aus einer Wasserschüssel besprengt. Der Bräutigam mutz Geld in die Schüssel tun. worauf er ein Taschentuch empfängt, das ihm nach türkischer Sitte über die rechte Schulter gelegt wird. Der Freund des Bräutigams, der Wlam. hat die Gäste zu be- willkommnen und sür ihre Bewirtung zu sorgen. Er hat für den Bräutigam, der wie die Braut nur demütig und ergeben sein mutz, zu danken, wenn diesenr zugetrunken wird. Den Brautleuten wünscht man dabei:„Mögen sie leben, sein und glücklich werden." Ein anderer, während der ganzen Hochzeit geäußerter Wunsch ist: „Süßes Brot und ungetrennt." Der Wlam geht zur Braut ins Zimmer, gürtet und beschuht sie, küßt die Braut auf den Mund, und diese küßt ihm die Hand. In die Schuhe legt der Wlam Reis Die Schicksalsmaus. EineErzählungvonTierenundMenschetu Von Harald Tandrup. Wieder raste das Auto durch die Straßen, bis eS vor dem Haus mit dem langen niederen Durchgang hielt. Die drei Männer gingen hinein, stiegen die ausgetretenen Treppen hinauf, öffneten die Küchentür und waren daheim—. Das Wunderbare war geschehen, die Stampfmaschine des Gesetzes hatte ihre Beute losgelassen, Andersen befand sich wieder bei ihnen. Aber es war ja auch Weihnachtsabend! Man hätte beinahe glauben können, bei LarsenS sei der Weihnachtsmann gewesen. Die ganze Wohnung duftete nach Gänsebraten. Aus dem festlich gedeckten Tisch stand ein winziger Christbaum. Vier und Grog, Gurken und Sulzen— alles hatte Maren herbei- gezaubert, während Christensen und ihr Vater mit dem Auto- mobil in der Stadt umhergesaust waren. Der Spielmann Pedersen aber saß in einer Ecke und schaute mit stiller Erwartung den Vorgängen zu. „So, da wären wir endlich mit unserem Weihnachttz- gescheut für Maren," sagte Lars Larsen, indem er Andersen vor sich zur Tür hereinschob. Aber falls er erwartet hatte, daß sich die beiden um den Hals fallen würden, wurde er gründlich enttäuscht; sie be- gnügten sich mit einem ruhigen„Guten Abend l" und mi: einem festen Händedruck, in dem mehr lag, als in vielen Küssen. Der väterliche Segen kam Maren nicht unerwartet. Nach- dem Lars Larsen mit Christensens Hilfe in sich gegangen war, hatte er seiner Tochter versprochen, sie solle Andersen be- kommen, wenn sich seine Unschuld an deni Diebstahl heraus- stelle. Auf jeden Fall war Andersen ein Schwiegersohn, mit dem es sich, wie man sagt, auskommen ließ. Er würde ihm gewiß keine Schwierigkeiten bereiten. Schon auf der Heimfahrt vom Gefängnis hatte Lars Larsen Andersen erzählt, daß Blomberg der Dieb sei und daß Christensen es entdeckt habe. Aber weder Andersen noch Maren erfuhren je, daß der Spielmann Zeuge gewesen war; sein Geheimnis wurde ihrer Abmachung gemäß bewahrt. ..Ich weiß, Andersen, zwischen Ihnen und Maren hat und Geld, was Fruchtbarkeit bedeutet. Die Braut küßt den Eltern die Hände, wird auf ihr Pferd gesetzt und folgt dem Zuge de? Bräutigams. Sie ist mit einem roten Schleier umhüllt und verneigt sick vor jedem, dem sie begegnet. Der Wlam begleitet sie und mutz sie hüten. Vor ollen Häusern bietet man den Hochzeitsleutcn Wein an; wer keinen Wein gibt, lebt mit dem Bräutigam in Feind- schaff. Der Zug gebt zur Kirche, ist keine im Orte, dann zum Hause des Bräutigams. Der Wlam entschleiert hier die Braut, wobei er nur mit dem silbernen Griff seiner Waffe den Schleier anhebt. Nun beginnt die kirchliche Trauungszeremonie, wobei ein Kranz über das Ehepaar gehalten wird. Danach setzt sich alles zum Hochzeitsmahl, an dem alle teilnehmen bis aus die Braut, die in einer Ecke steht und ihre Arme über die Brust kreuzt und den Kopf gesenkt hält. Wird dem Brautpaar zugetrunken, erhebt sich schweigend der Bräu- tigam, während der Wlam in der üblichen Form dankt. Tanz, Ge- sang und Mahlzeiten währen nun den ganzen Tag. Den Tanz eröffnet der Bräutigam. Die Männer anführend holt er sich unter den tanzenden Frauen die Braut heraus, mit der er jetzt zum erstenmal zusammenkommt. Gesehen hat er sie erst, als sie entschleiert wurde. Gefällt sie ihm dann nicht, kann er noch zurück- treten, doch verfällt er dann der Blutrache, hat also sein Leben ver- wirkt; nur mit großen Opfern kann er sich von der Blutrache wieder loskaufen. Nimmt der Bräutigam seine künftige Galtin von den Frauen hinweg, singt man im Chor: Der Rabe raubte ein Rebhuhn, Was will er mit dem Rebhuhn? Um mit ihm zu spielen und zu scherzen, Um mit ihm das Leben zu verbringen. Am Abend schenken die Gäste der Braut Geld und entfernen sich. Die Braut schläft noch bei den Frauen, der Bräutigam bei seinen Freunden. Am nächsten Morgen geleitet der Wlam die Braut- leute in ein besonderes Gemach und läßt dort beide dreimal in ein Brot beißen, das mit Honig bestrichen ist. Hierauf werden die Brautleute zur Quelle gesührt, wo sie sich gegenseitig bespritzen. An diesem Tage hat der Bräutigam nur seine Schwiegereltern zu Gast, die mit großen Ehren behandelt werden. Am Dienstag geschieht dasselbe mit dem Bräutigam im Hause seines Schwiegervaters. Das ist der letzre Tag. Der Bräutigam wird nach Hause geleitet, die Gäste entfernen sich bis auf den Wlam, der den Bräutigam möglichst auszuhalten sucht. Doch endlich wird dieser zu Bett gebracht und nach einer Stunde führt ihm der Wlam die Braut zu, worauf beide im Zimmer eingeschlossen werden. Nach einem Monat des so geschlossenen Bundes hat die junge Frau einen Urlaub, der sie auf zwei bis vier Wochen von allen Pflichten entbindet und den sie meist im Hause ihrer Eltern ver- bringt. Einen solchen Urlaub hat sie alljährlich von ihrem Gatten zu verlangen, das einzige Recht, das die Albaneierin vor unseren Frauen voraus hat. In einigen Landstrichen kommt es vor, datz die kirchliche Einsegnung erst nach der feierlichen Eheschließung er- solgt, oder gar nach der Geburt des ersten Kindes. Eine kinderlose Ehe bedeutet für den Albanesen die größte Schande und berechtigt den Mann, die Frau zu ihren Eltern zurückzuschicken. Bei den kalho- lischen Stämmen ist es den Geistlichen gelungen, diese Gewohnheit, wie die spätere Einsegnung und auch den Brautkauf abzuschaffen. Auch versteht sie es, die alten Gebräuche den kirchlichen Zeremonien anzupassen, oder ihnen eine entsprechende Bedeutung zu geben. In Albanien aber ist die Stellung der Frau besser als in der Türkei. Oeffentlich zeigt der Albanese zwar meist Gleichgültigkeit gegenüber seiner Frau, im Hause aber behandelt er sie liebevoll und läßt sich von ihr beraten. Man erzählt auch, daß sich Frauen von ihren Männern getrennt haben sollen, weil diese sich im Kampf nicht tapfer gezeigt hätten und geflohen wären. Alwin Rudolph. kleines Feuilleton. Schiller-Theater:»Zwei glückliche Tage�. Der früher viel gespielte Lustspielschwank von Schönthan und Kadelburg wurde in der Silvesteraufsllhrung des Charlottenburger Schiller-Theaters mit großem Beifall, der auch Herrn Kadelburg mehrmals vor den Vorhang rief, auf- genommen. Den ersten Glückstag feiert die Familie Wein- holz, deren Oberhaupt sich eines wohlgefüllten Porte- monnaies erfreut, als sie aus dem bescheidenen Heim am Schiffvauerdamm in ihre funkelnagelneue Landvilla, fern von dem Lärm der Großstadt, einzieht, den zweiten, als es ihr gelingt, dies Schatzkästlein, das wie die Büchse der Pandora eine Fülle von Plagen birgt, an einen Käufer loszuwerden. Gewisse Mode- sich etwas angebandelt", hatte Lars Larsen am Schluß seiner Rede gesagt.„Maren ist ein braves Mädchen, und Sie sind ein ehrlicher Mensch; wenn Sie das weiterhin bleiben wollen, könnt ihr euch meinetwegen heiraten." Hierauf hatte Andersen in der Dunkelheit des WagenS ein paar leise Dankesworte gemurmelt. Und Lars Larsen, der ihm gegenübersaß, hatte gespürt, datz ein Tropfen auf seine Hand fiel, und einen Augenblick geglaubt, das Dach des Wagens habe ein Loch. Aber der Tropfen war so merkwürdig heiß gewesen, daß Larsen schließlich zu der Ucber- zeugung kam, der große Mensch ihm gegenüber weine. Endlich aber war Andersen seiner Bewegung doch soweit Herr geworden, daß er sagen konnte: „Das hat der liebe Gott doch wunderschön gemacht!" Jetzt saßen sie am Tisch und langten von den leckeren Dingen zu. Andersen und Maren hatten den Spiclmann zwischen sich und waren im guten Glauben, daß er blind sei, eifrig bemüht, ihm zu helfen. Christensen aß nur wenig, Lars Larsen um so mehr. Er lud das Essen auf seine Gabel, wie man ein Fuder Heu auf- lädt. Und dabei redete er fortgesetzt mit vollem Mund. „War's schlimm im Gefängnis, Andersen?" „O nein, das ist gar nicht der Rede wert", antwortete dieser lächelnd.„Sie waren alle gut gegen mich. Ich hatte ein sehr nettes kleines Zimmer mit einem Bett und einem Tisch und einer kleinen Bibel, in der ich lesen konnte—. Ich wollte froh sein, wenn ich eS niemals schlechter bekäme." „Ja, wenn man nur nicht hinter Schloß und Riegel säße", sagte Christensen. „Ach, das ist doch gerade das allerbeste! In so einem Gefängnis sitzen Mörder und Einbrecher; man könnte keinen Augenblick ruhig sein, wenn man dächte, sie könnten bei einem ein- und atlsgehen. Nein, um die Schlösser war ich am aller- frohsten. Es war so behaglich, wenn die Schlüssel erst in dem einen und dann in dem andern Schloß umgedreht wurden. Sobald ich allein war, setzte ich mich auf eine Bank und »achte— hier sitzt du gut." „Aber das beste war doch, daß du wieder heraus- gekommen bist," sagte Maren.„Denk nur, wie entsetzlich, nenn du lebenslänglich im Gefängnis hättest sitzen müssen!" „Das habe ich keinen Augenblick gefürchtet," entgegnete Andersen seelenruhig.„Ich wußte, der liebe Gott würde mich nicht vergessen und, wenn es ihm paßte, schon dafür sorgen, daß ich herauskäme. Außerdem litt ich keine Not. Der Narrheiten von Leuten, die sich's leisten können, werden in Harm- losem Spott, dem freilich die Einfälle nicht allzu reichlich fließen, verulkt. Die Hauptgestalt, die eigensinnige oftpreutzische Gutsbesitzer- tante, die, über Nacht schwer reich geworden, mit dem Programm, die lieben Anverwandten nach ihrem Kopfe zu beglücken, sich in der neuen Villa einquartiert und, ehrfürchtig als Erbtante um- schmeichelt, ein Schreckensregiment errichtet, kam in dem Spiele Fanny W o l f f s, die sich vergebens um die Reize des osipreutzi- schen Dialekts bemühte, zu keiner rechten Wirkung. Um so mehr war Alfred Braun in der Figur des bekannten unwidersteh- lichen, alleweil vergnügten Wiener Liebhabers und Komplimenten- machers, der die notwendige Verlobung durchsetzt, in seinem Ele- ment. Seine Munterkeit und Verve entschied in erster Reihe den Erfolg. Den alten, gutmütigen, ein bischen trottelhaften Familien- onkel, der großzügig aus seinem längst verlorenen Vermögen Schen- kungen verheißt, gab Artur Menzel mir diskret humoristischer Charakteristik. cki,. Das �lltbackenweröen öes Weißbrotes und seine Verhinderung. Durch den Erlaß des Nachtbackverbotes ist die Suche nach Methoden, welche das Altbackenwerden des Weizenbrotes verhindern sollen, wieder dringend geworden. Untersuchungen der Chemiker Verschaffelt und Katz haben hier nun sehr beachtliche Ergeb- niffe erzielt. Wie das„Bayerische Industrie- und Gewerbeblatt" mitteilt, kommen mehrere Methoden in Betracht, uin eine Alt- backenheit des Brotes zu vermeiden. Man kann das frischgebackene Brot zur Vermeidung von Wasserverlust bei 50 Grad Celsius oder mehr aufbewahren. Die Krume bleibt dann frisch, die Kruste wird weich durch Wasscraufnahme. Wenn solch Brot wieder sür eine kurze Zeit in den Backofen gebracht wird, härtet sich die Kruste und wird wieder knusperig. Die andere Metbode arbeilet im Gegen- satz dazu mit tiefen Temperaturen. In Kühlräumen— die aller- dings viel kälter als die für die gewöhnlichen Nahrungsmittel sein müssen und die Temperatur der flüssigen Luft haben sollen— hält sich das Brot ebenfalls frisch. Aber auch in feuchten, gut ventilierten Räumen, wenn sie etwa 85 Prozent Feuchtig- keit enthalten, kann man dieselben Resultate erzielen. Die Durchfeuchtung des Aufbewahrungsortes wird durch Aufstellen von Schalen mit gesättigter Kochsalz- oder Chlorlalziumlösung er- reicht. Ein leicht zu handhabender Apparat, der eine Kochsalzlösung und einen Ventilator enthält, ist imstande, am Abend zuvor ge- backenes Brot knusprig bis zum nächsten Morgen zu erhallen. Da- mit würde im Bäckereigewerbe die Nachtarbeit vom Standpunkte der „Genießer" aus ein sür allemal überflüssig werden. In Italien ist übrigens seit dem dortigen Nachtverbot ein ähnliches Verfahren ein« gesührt, indem am Abend die Bäcker den schon gegorenen Teig in Kühlräume stellen und ihn frisch ausbacken, was sich gut be- währen soll._ Notizen. — I n der Urania wird der Kriegsberichterstatter Dr. Fritz Wertheimer am Mittwoch und Donnerstag(5. und 0. Januar) über seine Erlebnisse bei den Truppen in Kurland und an der Dünafront berichten und dabei zahlreiche Lichtbilder nach eigenen Aufnahmett vorführen. — Vorträge der Neuen Freien Volksbühne im Bürgers aal des Rathauses. Im 4. Abend des Vortrags- zyklus„Die deutsche Romantik in Literatur, Musik und bildender Kunst", der am Sonntag, den S. Januar, abends V»8 Uhr, stattfindet, spricht Leo Kestenberg über Nomantik in der Musik mit Erläuterungen, für die Herr Sidney B i d e n(Bariton) seine Mitwirkung zugesagt hat. — Oswald Külpe, Professor der Philosophie an der Münchener Universität, ist am 30. Dezember nach kurzer Krankheit gestorben. Er gehörte zu den angesehensten und wohl meist ge- lesenen deutschen Philosophen. Von seinen Schriften seien als die wichtigten und bekanntesten erwähnt:„Grundritz der Psychologie", „Einleitung in die Philosophie",„Die Philosophie der Gegenwart in Deutschland".„Immanuel Kant" und„Die Realisierung". Seine Werke, die klar geschrieben und sehr lehrreich sind, zeichnen sich durch scharfen, kritischen Blick und umsichtiges Abwiegen des Für und Wider den verschiedenen philosophischen Ansichten gegenüber aus. Er selbst vertritt den sogenannten kritischen Realismus, d. h. die An- nahine der voin Bewußtsein, vom Denken unabhängig bestehenden Realität, im Gegensatz zu den subjektivistischcn Richtungen der Philosophie unserer Tag«: dem Neukantianismus, dem Positivismus und der Jmmanenzphilolophie, nach denen die Außenwelt nur in- sofern vorhanden ist, als sie durch unser Erkennen, unser Bewußtsein erfaßt wird. Richter war natürlich ein toemg ungeduldig. Aber das ist ja begreiflich— so ein Mann kann seine Zeit nicht an so einen unbedeutenden Menschen verschwenden wie mich. Er hatte sich's in den Kopf gesetzt, daß ich der Dieb sein müsse— und das wäre ja auch für ihn das bequemste ge- Wesen. Ich tröstete ihn, so gut ich konnte, und sagte: Sie iverden sehen, Herr Richter, es wird sich alles aufklären— ich wollte, ich könnte Ihnen mit einem Geständnis dienen. Und geradeso ging es mit dem Schutzmann, der mich auf eigene Faust ins Verhör nahm: Nun, wie steht's mit dem Ge- ständnis, Andersen? fragte er. Was sollte ich tun? Ich konnte doch nicht sagen, daß ich das Geld genommen habe? Zuletzt verlor er die Geduld und schrie: Na warten Sie nur. Sie sollen sitzen dürfen, bis das Moos in langen Fasern an Ihnen wächst! Ich werde dafür sorgen, daß Sie so behan- dclt werden, daß Ihre Eltern Sie nicht mehr kennen— wenn Sie nicht gestehen. Hierauf erwiderte ich: Das mit dem Moos mögen Sie in Gottes Namen auf Ihre Verantwortung hin tun; aber den Augenblick, daß sich meine braven Eltern von mir abwenden, hoffe ich nie zu erleben!" „Und daß es nun gar Blomberg gewesen ist, der das Geld genommen hat", sagte Maren.„Wie kann sich so ein Mann nur so gemein benehmen?" „Ja— der arme Blomberg," fügte Andersen hinzu. «Daß gerade er ein solches Pech haben mnßte." „0 sancta Bimplioitas"(o, heilige Einfall), murmelte Christensen. Als sie mit Effen fertig waren und Maren den Tisch ab- geräumt hatte, saßen sie stumm beieinander, um sich von ihrer Arbeit zu erholen. Endlich sagte Lars Larsen: „Mir fehlt eigentlich heute eine kurze Erbauung." „Mir auch," stimmte Andersen bei.„Ich glaube, es ist der erste Weihnachtsabend, an dem ich nicht in der Kirche gewesen bin. Könnten Sie nicht einige Worte sagen, Christensen?" „Neber was?" fragte dieser. „Ueber Weihnachten I" Christensen nickte, fuhr sich ein paarmal über die Stirn und stand auf. „Liebe Freunde!" begann er.„Nun sind es bald zwei- tausend Jahre her. daß die große Weihnachtsverheißung „Friede auf Erden" erklang, daß die Engel zur Well herniederschwebten und den Frieden verkündeten, während sie auf ein neugeborenes Kind in einer armseligen Krippe deuteten, als auf den, der den Frieden bringen solle. (Forts, folgt) fUtlÜfr"l'S TTithcS) SX:~€tfs~j fhsdr. Einzelne Taschen tttciier weiss mit farbigen Kanten....Stück MäH Pf. Einzelne Taschentücher für Herren oder Damen...... Stück PL Einzelne Taschentücher Katist, für Damen............ 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Den Mitgliedern jur Nachricht, dah unser Kollege, der Möbel- Polierer Oustav Lillier Sfalitzer Str. 102. im Aller von 58 Jahren ge. starben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 4. Januar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen. Halle des Zeniral-Friedhoses in Friedrichsseide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 8l/2 Die OrtSverwaltung. Am 1. Januar 1916 verschied »ach schwerem Leiden mew lieber Mann und guier Vater, der Gast. Wirt Brust Hildebrandt im 60. Lebensjahre. 736 In tiefer Trauer Le midcbpnndt, geb. Fiedler. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 5, Januar, nach. mittags S Uhr, von der Halle des 2, Schöneberger städtischen FriedhosS(Blanle Hölle) auS statt. Am 29. Dezember starb an Herzschlag der Mitbegründer unserer Genofienschast und lang- jährigeS Mltglled deS AusfichtsratS Georg Niemann. Sein rege» Interesse für uns sichern ihm'in bleibendes, ehrendes Andenken. 102/1 Berliner Genossenschafts-Bäckerei. Eingetragene Genofienschast mit beschränkter Hastung. 0er Aufsichtsrat. Der Vorstand. Deutseher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, dast unser Ichläger illlglied, der An- Fritz Fisching Charlottenburg, Friedrich- Karl- Platz 1«, am 21. Dezember ge- starben ist. Ehre seinem Andenken! Nackruf. Den Kollegen serner Nachricht, daß unser Mitglied, Schlosser BCsrl! Spandau, Jagowstr. 2, am 22. De- zember gestorben ist. Ehre seinem Andenken.' 110/2 Die Ortsverwaltung. Rostock Danksagung. är die zahlreichen Beweise aus- richtiger Teilnahme beim Heimgange meines lieben ManneS, unseres guten Vaters, sagen wir hiermit unsern herz- lichsten Danf. USA Frau Zllnn» Hannack nebft Kindern. G Nackruf. Zum 36. Geburtstage. Allzu srüh und fern von der Heimat starb als Opser des Welt- kriege» am 21. November 1915 mein innigstgeiiebter Mann, unser guier Vater, Sohn, Bruder, Onkel und Schwager, der Grendier Hü! Borcke vom Jns.-Reg. Nr. 377, 8. Komp Möge ihm die fremde Erde leicht seinl Frau I-uise Borcke und Kinder Gustav Borcke und Frau als Eltern Familie Paul Boreka, Friedrichshagen Familie H. Oppermann, FriedrichShagen 120A Familie H. Christian!, Berlin. Für die herzliche Teilnahme be! der Beerdigung meines lieben Mannet sage ich allen Freunden, Bekannter, dem Vostand, Delegierten um Kollegen des Wertverews derEiement- Schuckert-Werke, Abt. Kleinbau, inj» besondere Herrn Pfarrer Dehn fit die trostreichen Warle am Sarge des Verstorbenen memen herzlichen Dark. Berlin, den 3. Januar 1916. 61 A Agnes Kretsehma? geb. Pfuhlmann. Firn von seinen Lieben starb als Opser des Weltkrieges infolge ewis Kopsschufies am 13. No- venber 1915, nachdem er nur drii Wochen im Schützengraben genesen ivar, mein inniggeliebler, urvergetzlicher Mann und treu- legender Vater seiner beiden Ander, der Landsturmmann Otto Miotz m Atter von 35 Jahren. Dies zeigen im tiefsten Schmerz an Frau Anna Kieh und Kinder Willi und Otto nebst Tlerwandten. Lichtenberg, Wilhelmstr. 7b. Allzu srüh verlietzest Du die Deinen, Die m der Heimat bittre Tränen um Dich weinen. Ach hätten wir noch einmal Dich geseh'n, Oder könnten wir zu Deinem Grabe geh'n. Berlafien bin ich und Deine lieben Kinder, Die ihren lieben Vater nimmer finden, Verloren ist mein Liebstes, was ich hatte. Vorbei ist Hoffnung, Liebe und Glück. Treu, brav und bescheiden war sein Her,: Wer ihn gekannt, sühll meinen Schmerz. 61b Ruhe sanft in fremder Erde. Danksagung. Für die vielen Beweise lierzlicher Teilnabme bei der Beerdigung meines inniggeliebien Mannes, des Jägers üSrusoo Tramps (1. Jäger-Bat., 4. Komp.» sage ick) allen Teilnehmern, insbeson- dere den Kollegen des städlischen Ost- Imsens in Berlin meinen herzllchsten Dank. 1 1VA Brau Anna Irampe zrcki. Vogel. Cstlirlorteiiburg, Kanistr. 89. IIYauel-- Ungarin � gegründet 1896 tßrunnenstr. 56-571 Aus Wunsch Auswahlsendung. Tel. Norden 8140. ! Blusen v°n Röcke 1 Masjansertigung in 8 Stunden 2.90 M. an| von 4./ 5 M. 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