s �-1916 Unterhaltungsblatt öes vorwärts � � Neue CrZählungsliteratur. ii. Leonhard Frank: Die Ursache, Erzählung(Verlag Georg Müller, München). Der„andere" Ncuwürzburgcr Poet Leonhard Frank— der .eine" ist bekanntlich der vom Weltkrieg auf den Sainoatnseln fest- gehaltene Max Dauthendey— sprang mit einem kühnen, ver- heitzungsvollen Auftakt, dem mit dem Fontanepreis gekrönten Roman„Die Räuberbande" in das deutsche Schrifttum. Schon in dieser bedeutenden Burleske trat das Satirische und sozial Anllägcriscbe in Franks Wesen klar zutage, dazu als Besonderes eine aus schwerem Blut entwachsene, wühlende Leidenschaft, eine ungeheure, erschütternde Kraft im Hassen. Er trat bekanntlich als Ankläger gegen die Grausamkeiten der Schulstube mit Heinrich Man», Hesse, Wcdekind in eine Bank. Gereift und besonnen, ver- tieft und verschärft bis zur schneidenden Kantigkeit erscheint dies alles nun in der„Ursache", ein Buch von so furchtbaren Aus- brächen ingrimmiger Erkenntnis und anderseits von so uner- bittl icher, vor nichts zurückschreckender Durchleuchtung tiefster menschlicher Seclenabgründe, wie lange kcins geschrieben wurde. Die Ursache war ein einem armen Knaben verweigertes Glas Milch, die Wirkung ein zerrüttetes, rcsultatlos verbrauchtes, mit Zorn und Abscheu gemästetes Leben, die Auslösung ein Mord, die Sühne(im Sinne des kalten, engbrüstigen BuchslabengesetzcS) die Hinrichtungjior bürgerlichen Zeugen im Zylinder, eine Szene, die Frank im Stile Tb. Th. Heines mit grausenhaftem Naturalismus breit, für manchen Geschmack zu breit ausmalt. Ter vermögenslose Schriftsteller kommt von Berlin(wo er 14 Jahre«unter der stän- digen Beobachtung verbrachte, daß er eine entlarvte Illusion nach der attderen für cine� Portion Seelenschmutz hätte hingeben müssen") in die kleine Stadt zurück, um dem Schullehrer Mager, der dem Kind einst durch öffentliche Bloßstellung seiner Armut ein glühendes Mal in die Seele gedrückt hatte, entgegenzutreten. Der Lehrer hat noch immer anwesenden Kindern gegenüber die gleichen Schindcrgclüste. So wurde die Abrechnung eine blutige. Nach dem Totschlag steckt der Dichter einen Himbccrapfcl mit dem irrsinnigen Lächeln der Befriedigung ein und erblickt zugleich einen Hundertmarkschein auf dem Schreibtisch.„Und hatte momentan eine Vision: Vom Mittelpunkt eines fernen Landes reichte bis zu ihm ein gewaltig ausgespanntes Gummiseil, das er sich um den Leib knüpfte, worauf das Gummiseil mit ihm durch die Luft, durch Städte und Meere ins fremde Land zurückschnellte". Da der Dichter unter dem Zwang dieser Vision den Hundertmarkschein einsteckte, konnte der Staatsanwalt aus der krankhaften Affekt- Handlung einen Raubmord konstruieren. Da unter den zwölf blinden Geschworenen nur ein einziger Einäugiger war, der ihn freisprach mutzte der irdischen Gerechtigkeit Genüge geschehen. Ein greller Moritatenbildcrbogcn, diese nackte Handlung, aber die dichterische Kunst, mit der Bruno Frank als Seclensczierer die große Kette von kleiner Ursache zu tragischer Wirkung Glied für Glied aneinanderreiht, macht aus der Schauergeschichte ein Eba- raktergemälde von brennender Glut auf dem Hintergrunde sozialen Empfindens. Hermann Hesse: Knulp, drei Geschichten aus dem Leben Knulps(Verlag S. Fischer, Berlin). Wie Hans Ostwald in den„Kulturdokumcnten" das Wirtschaft- lich traurige, von Bütteln und Feldhütern, Herbergovätern und Gendarmen gehetzte vogelfreic Elcndleben der Vagabunden, Hand- Werksburschen und fahrenden Gesellen mit unerbittlichem Rcalis- mus beschrieb, so kommt in dem gemütstiefcn Dichter H. Hesse einer daher, der in einen: poetischen Typ die Existenz dieser nachdenk- lichcn, freiudheimischeu, landfahrigcn Erdenwanderer mit hellen Augen und zerrissenen Stkefelsohlen verklärt. Dieser tiefsinnige Naturschwärmcr und bedürfnislose Lebenskünstler Knulp, der vom Leben nichts weiter begehrt, als ungestört dem lauten und stillen Walten des Lebens zuschauen zu dürfen, der nie arbeitende und doch mit seinem inneren reichen Wissen manchen wohlbestallten bürgerlichen Titelträger beschämt, war noch in den Knabenjabren einer erhofften Liebschaft wegen aus der Lateinschule cutivichen. Er blieb ein Deklassierter, warrderte viel, sah beschaulich arbeit- samcn Hantierungen in Dorf und Stadt zu, hielt sich immer feineren Sinnes und bekam die Auszehrung. Alte Freunde nahmen ihn selbstlos, ja liebreich auf. Sein bester Freund aber ist der Herrgott selbst. Er läßt den altersmüden, heimlich aus der Spitalschulc entwichenen Kr.ulp, versöhnt mit sich selbst und getröstet über seines Lebens bunte Irrfahrt, in einer Schneewehe friedlich ausruhen und hinübcrschlafen. Das traumselige Gespräch zlwischcn Gott, der dem kindsköpfigen Leichtfuß so wohl tvill, und den: müden Wanderer, der schüchtern und zufrieden lächelt, daß er es) Der Sang öer Sakije. Ein Roman aus dem modernen Aegypten. Von Willi Seidel. Während er in der Folge mechanisch seine Pflicht tat, sah et Percy nicht mehr an, und dieser verschmerzte es ohne Mühe: ja, es war ihni gewissermaßen behaglicher, den saugend-untcrwürfigcn Blick wie etwa bei den Mahlzeiten missen zu dürfen. Dahingegen unterwarf Daud jetzt die kleine Jane und ihre Mutter seiner stummen Kritik und zog für sich Vergleiche mit dem Resultat, daß er die Kleine körperlich schätzen lernte, die säuerliche Mutter dagegen aber noch entschiedener als vorher ablehnte.(Die blasse Zofe, die mit Eingeborenen nur aus der Entfernung sprach, erlviderte sein Wohlwollen nicht.) Dabei drängten sich ihm Vorstellungen auf, Gedanken- Verknüpfungen sinnlicher Art, zu drollig und grotesk, um eine Erwähnung zu vertragen. Er hing ihnen am Tage nicht nach, wohl aber kurz vor dem Schlafe, der von jetzt ab zuweilen seltsam unstet wurde und von Träumen durchsetzt, die ihn fruchtlos reizten. Fern, kaum faßbar, doch mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks, ging ein schemenhafter Mann durch seine Träume, und hinter ihm in Abständen, die ein schnellerer Herzschlag zu füllen sich mühte, folgten die Schatten eines Affen und— einer riesigen Ziege, die näselnd mit zauberischer Dringlichkeit meckerte, leiser und leiser, bis auch sie im Schlaf verblaßte und verging. Ende Juli kam ein Chamffin. Sonnenuntergänge, schon kurz vorher, waren schwefelgelb und grau gewesen, und die Nachtkühle blieb aus. Der Chamssin wehte drei Tage lang. Zuweilen saß die Sonne in einer schwelenden Asche und trat zurück; stechendes Halblicht strahlte dumpf vom Asphalt, von den Steinfundamenten der Häuser; unfaßbar feiner Staub legte sich tückisch als farbloses Pulver auf alle Welt, und aller Lärm schien erdrosselt, als laste eine schwüle Faust auf dem Puls der Sttaßen. Zu dieser Zeit geschahen drei Morde. Zwei von ihnen ereigneten sich im Eingeborenenviertel und kamen auf Rech- nung der Blutrache, dem dritten fiel ein Europäer in der Nähe von Meadi zum Opfer. nun gar nickts mehr zu klagen hat und daß nun alles ist, wie es sein soll, gehört nach meinem Empfinden zu dem Schönsten und Rührendsten der neueren Ramandichtung. Er streift an Keller- manns Hintcrweltlertum. als er noch ein„Tor" war. und feine Fäden ziehen von Hesse hinüber zu Sclma Lagerlöss naivem Wcltgefühl in Jans Heimweh. Wie leicht ist es für einen gc- rissenen Literaten, Entwicklung, Pläne, Schaffen einer gewichtigen Person aus dem brausenden Strom des lebendigen Treibens aufs Papier zu bringen. Aber wieviel schwerer ist es— und dazu mutz man Dichter sein—, den Eindruck gesteigerten Lebens durch die Kunst zu crtvecken, da, wo alles Laute still, alles Handeln Be- schaulichkeit geworden ist, wo nur ein Armer, eine Kindesseele im grauen Haar mit sich und den zahllosen Geheimnissen um sich Zwiesprache hält. Aus Hauch u>ü> Tust, aus Reflexen und Träumen, mystischem Vorerinnern, aus Landschaft und Gemüt ba: der Dichter Hesse ein Menschenleben- gesehen und gestaltet, das die Herzen aller Schönheitsfrohen erzittern macht. Rudolf Haas: Matthias Triebt, die Geschichte eines verbummelten Studenten(Verlag L. Staackmann, Leipzig). Wieder ein Buch, das zur Kricgszeit erscheint und in dem vom Krieg kein Sterbenswörtchen die Rede iit. Soll man das bc- dauern, oder soll man sich darüber freuen? Ich glaube, es tut not. den Herzen in dieser tränen- und btutvollen Zeit Ablenkung durch die Blumen des Humors zu gönnen. Und diese Blumen wachsen und sprießen kräftig in dem Haasschen Dichtergarten aus dem Boden leichtlebig österreichischen Temperaments und Wesens. Aus der wandlungSrcichen Geschichte vom Prager Studenten Triebe! Matz, dem König der Lumpen, dem Schalksnarr und Puppen- spicler, dem gewaltigen Schläger und Zecher, der noch beizeiten, um sein freies Menschentum und den Glauben an sich selbst zu retten, alles über Bord wirft und unter Bauern das Evangelium der hilfsbereiten Menschenliebe verkündet, spricht mehr als nur derber völkischer Humor, es quillt aus ihr der lachende Glaube an die Unzerstörbarkeit des Willens in einem gesunden Körper zum Aufrichten und Ausbauen durch gemeinnützige Arbeit. Und das ist dieses so leicht und heiter zu genietzenden Buches sirtlichc Idee: niemals, auch im tiefsten Leid nicht, laßt uns vergessen, daß das Leben jeden, der Augen hat zu schauen, Sinne, um zu genießen, mit Freuden überschüttet und das Menschenherz alles, alles, was ihm gefällt, lieben darf. Denn ist es nicht Freude schon genug, zu schauen, Kräfte i» sich zu fühlen, aus Leichtsinn und Zwecklosig- kcit den Weg zum alten Fauftschcn Rezept zu finden: Arbeit für die Allgemeinheit? Ein unliterarischcs, ein rotbäckiges Buch. J. V. kleines Feuilleton. Ernst Mach f. Ernst Mach, der bekannte Physiker und positivistische Philosoph, ist in München. 78 Jahre alt, gestorben. Lange Jahre wirkte der hervorragende Forscher als Physikprofessor in Prag, bis für ihn in Wien eine eigene— bis dahin die einzige— Lehrkanzel für Theorie und Geschichte der exakten Wissenschaften geschaffen wurde. Seit längeren Jahren schon hatte er aus Gesundheitsrücksichten seine akademische Tätigkeit einstellen müssen. Mach gehört, wie Wilhelm Ostwald einmal ausführte, zu jenen Klassikern der Wissenschaft, für die der Schwerpunkt ihrer Wirksamkeit weit nach der Seile der Zu- kunfl verschoben ist. Sein Werk ist nicht bei seinem Tode schon ab- getan. Ernst Mach verdankt seine Bedeutung der vielseitigen, über- schauenden und vertiefenden Richtung seiner Arbeit. Er fand den Weg von der Physik zur Sinnesphysiologie und schließlich zur Philo- sophie. So sehr er sich in seinein engeren Fache als Veranstalter von experimentellen Arbeiten hcrbortat, so bat er dock am frucht- barsten und weitesten gewirkt als Theoretiker des lvissenschaftlichen Verfahrens. Seine Lehre ist gekeiinzeickner durch die Ablehnung jeder metaphysischen Tendenz, durch die bewußte Beschränkung auf das erfahrungsmäßig Erkannte unter Ablehnung aller kon- strukliven und spekulativen WeltanschauungSelcmente. Tie Wissen- schaft faßt Mach— ähnlich wie die von den gleichen EntwicklungS- tendenzcir beeinflußten pragmatischen Positivisten— als eine ergänzende Nachbildmig von Tatsachen in Gedanken auf. Sie ist ein rein sachliches Geschäft. Das Gesetz der Oekonomie gilt auch sür das Denken. „Stellt man sich doch die Aufgabe, mit möglichst wenig Arbeit, in möglichst kurzer Zeit, mit möglichst wenigen Gedanken sogar, mög» lichst viel zu erwerben von der ewigen, unendlichen Wahrheit." Die skeptische Ablehnung oller auS den alten philosophischen Systemen auch in die moderne Wissenschaft übernommenen Elemente ist eilt heilsames Verdienst Machs. Seine Denkweise ist anderer- Melonen-, Kürbis-, Nuß- und Brotvcrkäufer brüllten schwächer. Die Zeitungsjungen verloren ihren springlebendigen Enthusiasmus für etliche Zeit, und die LosVerkäufer hockten stumpf in Schattenwinkeln, und statt ihre Lose den Passanten dringlich vor die Nase zu stoßen, fertigten sie sich Fächer davon, womit sie kraftlos wedelten. Vor den Eafes sah man schweißblanke Gesichter und apathisches Gebärden- spiel. Die Kanalarbeiter in der Scharia Maghrabi lagen vor der langgestreckten hölzernen Plakatwand, auf zerknitterten Zeitungsblättern und schliefen, hohen, schnellen Atems, über- wimmelt von Fliegen, schweißgetränkten Staub auf den tierischen Gesichtern. Eis in Sackleinwand schmolz in geschlossenen Behältern schon nach Verlauf von drei Stunden. Das Himmelsunwescn loderte und brütete weiter, immer neue schwere Atemzüge tat der Sudan und schickte Schwaden gepreßter Stickluft über das Niltal herauf... In dieser atembeklemmenden Periode geschah es, daß Daud wie üblich das Dinner servierte. Man nahm es schweigsam ein. Eine eisgekühlte Bowle stand auf dem Tisch. Die Gesichter unter der gedämpften, grün verhangenen Lampe glitzerten von Schweiß. Das des Mr. John war lachsrot, die der Kinder blaß, so daß die Lippen in den Gesichtern dunkler als sonst erschienen. Die Dame des Hauses hatte ihre Nase leicht unter Puder gesetzt. Alle atmeten hörbar. Als abgeräumt war und man zur Bowle schritt, sagte der Herr des Hauses, zu Daud geivandt:„Morgen fahren wir nach London zurück. Du wirst mitgenommen." Und mit einem flüchtigen, liebenswürdigen Zusammenziehen der Augenwinkel fügte er bei:„Das ist dir gar nicht so unan- genehm, wie?" Daud warf zwei Teller auf den Teppich, was nian einer freudigen Ueberraschung zuschrieb. „Es versteht sich." unterhielt sich Mr. John noch mit seinem Hintergrund(während er die Bowle in Gläser aus- schentte),„daß du mit Percy Frieden hältst und in jedem Stück parierst. Bis jetzt hast du dich leidlich gehalten... nun geh und pack deinen Kram zusammen. Um sieben Uhr brechen wir auf." Er sagte noch dies und das. Kurzes und Praktisches, in seiner bequemen, silbenarmen Sprache, während Daud sich, ein„üata-ebvra" stöhnend, schier lautlos aus dem Zimnier empfahl. Er ging in den Garten. Und als er an daS Gitter trat, schritt der Mann mit den Tieren vorbeü seits freilich auch eng und emseitig, aber die Entwicklung ist hier noch mitten im Fluß. So Iverng die Machsche Denkart allein seinem Kopfe entsprang— sie ist vielmehr Ausdruck der naturwiffen- schaftlichen Vorherrschaft auf allen Gedieten— so sehr wird auch die Weiterbildung der wissenschaftlichen Denkmethodik von der all- gemein gesellschaftlichen, letzten Endes ökonomisch bedingten Enl» Wicklung abhängen. New tjorker Zahlenromantik. Wenn nicht alle Schätzungen trügen, so beträgt die Bevölkerungs- zahl von Groß-New Dork in diesem Jahre rund Millionen und die Riesenstadl am Hudson droht damit Groß-Löndon zu über- flügel», das heute etwa die gleiche Einwohnerzahl besitzen dürfte. Das eigentliche New Jork ist sogar zweifellos größer als das cigenl- liche London: zählte cS doch bereits im Jahre 1910 4 7l>li8S8 Ein- wohner, lvährcnd die englische Hauptstadt im solgendeu Jahre„nur" 4 221 358 Seelen beherbergte. Freilich ist eine Gegenüber- siellung der beiden Städte recht schwierig, denn Groß- New Uork bedeckt»nr 329 englische Ouadratmeilen, während Groß- London nahezu siebenhundert englische Ouadratmeilen umfaßt. London hat alle möglichen Gemeinden einverleibt und der Einwohner von Tooling oder Shepherds Bush fühlt sich stolz als Bürger der Weltstadt, während Hastings oder Mount Bernön oder Newark oder Elizabeth nicht zu New Jork gehören. Im Grunde genommen ist also die nordamerikanische Metropolis noch dichter und starker bevölkert als London. Interessant ist, daß sie dabei nicht nur eine der größten Städte der Union, sondern auch eine der bc- dentendsten deutschen, irischen, jüdisch-poluischen und österreichischen Städte darstellt. Wie die„Natnre" kürzlich feststellte, besitzt New Jork 9591)90 deutsche Einwohner und steht damit in der Reihe der deutschen Städte nach Berlin und Hamburg an drincr Stelle. Daneben gibt cS in New Jork 595 999 Jrläuder, während die größte �ladt Irlands, Belfast, nur 339 999 Einwohiicr hat. Mit seinen 672 999 jüdischen Einwohnern läßt es Warschau, daS 263 999 Juden beherbergt und damit an der Spitze der curopäischeil Judenstädte marschiert, weil hinter sich. Nur drei österreichische Städte, Wien, Budapest und Prag haben in ihren Mauern nichr Oesrerreicher als New Jork. Rur stinf schwedische Städte haben mehr schwedische Einwohner, nur sechs norwegische, sieben italienische und acht russische Städte übertreffen die cnt- sprechenden Zahlen der New Jorkcr Bevölkerung. viotize«. — Theaterchronik. Im Deutschen Theater findet die Ersiauffiihrung von Shakespeares„Macbeth" unter der Regie von Max Reinhardt am nächsten Dienstag, den 29. d. M. statt. In den Hauptrollen sind Paul Wcgener und HermiueKoerner beschäftigt. — Musikchronik. Brahms Deutsches Requiem wird ain 23. Februar in der Philharinome von dem Bruno Kittelchen Chor und dem Philharmonischen Orchester unter Leitung von Bruno Kittel aufgeführt werden. — Vorträge. Dr. Actur Buchenau wird anr Freitag im Bürgersaal des Berliner Rathauses, abends 8 Uhr, einen Vortrag über„Die ethisch-sozialen Aufgaben der neuen denk scheu Schule nach dem Kriege" auf Veranlassung der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur halten. — Die Weltstatistik der Po st marke. Nach der neuesten Posiniarkenstatistik wurden bisher insgesamt 28 591 der« schiedene Markeuarten ausgegeben, von denen 8343 auf England und seine Kolonien kommen, 29 248 aus die anderen europäischen und überseeischen Staaten. Der europäische Kontinent hat bisher 6911 Markeuarten herausgegeben. Asien 5648, Afrika 6955, Amerika 5815, der übrige Teil der Erde 4162. Ein Vergleich mit der letzten Statistik vor dem Kriege zeigt, daß lvährcnd des Krieges 1146 neue Markeuarten herausgegeben wurden. — WeiSgerber in der München er Pinakothek. Tie Müncheiier Pinakothek hat auS dem Nachlaß des im Krieg ge- sallenen Malers Albert WeiSgerber dessen Gemälde„Absolou" für 12 999 M. angekaust. Buchhandel u n d K r i eg S l i t e r a t u r. Von«einer Abneigung, auch der Heimgebliebeneu gegen KriegSlilcrotur jeder Art" berichtet das offizielle„Börsenblatt'für den deutschen Buchhandel in Leipzig"(in seiner Nummer 29). Die diesjährige Rundfrage des Blattes au seine gejchästlicheu Vertrauensmänner über das Weihnachtsgeschäft im Buchhandel brachte aus der Mehr« zahl der deutschen Städte die gleichmäßige Feststellung, daß Kriegs« diicher zumeist nur noch als Jugendliteratur gelaust werden. Er ging ans der anderen Seite der Straße. Er sang ganz hoch und leise vor sich hin. Sein Geivand tvalltc, sein Kopf lvar vorgestreckt. Noch als er längst nm die Ecke gc- bogen ivar und der erhobene Sttunmclschwaiiz der Ziege, die hinter ihin trabte, nickend verschwand, hörte man seine Stimme leise singen... lieber Kairo, unter dem Staubschleier, lag ein leuchtender Dunst, in dem cS brodelte. Die einfallende Nacht brachte einen unfaßbar flüchtigen Windhauch, der geisterhaft und nur für Sekunden kühlte. Tort hinten links, durch drei Straßen- zeilen von Dand getrennt, lag die Wasa in einem Klang- dunst näselnder Pfeifen, durchpulst vom leisen Schültcrtnkt vieler Tämbnrine und blinddurchtappt von bunter Gier. Wie eine Schlucht lag sie versteckt, doch unentrinnbar— Daud sah sich schlau nm, dann ging er ins HanS zurück und stieg langsam die Treppe hinaus. Er sah im ersten Stockwerk die gepackten Koffer übcreinandergcstapclk liegen; dazwischen erblickte er ein halboffenes Handtäschcn ans GlaSpcrleumosaik; das gehörte Mrs. Aldridge. Er sah alles zunächst gcdankcn- los an; dann stieg er noch höher und trat auf die Dach- terrasse. An die kurzen Säulchen des Steingeländers gelehnt, ließ er den Blick umherziehen. Im Westen hinter den Gizc- Pyramiden war letztes Blutlicht. Brünstiges Gelb. flach gedehnt, zog sich in schwüler Ruhe von Roda bis zur Boulak- Brücke herüber.... Der untere Teil erschien von un- zähligen schwarzen Palinwedelchcn wie zernagt. Der Strom zeigte an zwei Stellen faulig schillernd seine unvergeßliche Tönung. Ucber dem gelben'Quadrat der Barracks schlang wie stets ein großer Schwärm von Raubvögeln seine trägen Flugkurven durcheinander. Der Blick Dauds zog weiter: über die eingebetteten sckwarzgrüncn Baumgruppen der Gartcncity und glitt nach Osten, wo die schwarzen Nadeln der Zitadcllcmnoschce in das fahle Licht stachen, wo die übereinandergetürinteii� wuchtigen Mauerkränze ttefbraun dunkelten und die kahle Scheide des Mokattam den Himmel zerschnitt, in dem die ersten blassen Sterne zuckend mit der scheidenden Glut der anderen Seite rangen. Und dann, während es tiefer und tiefer blaute und ein un- geheures Schwarz molkig herandrang, blickte er tiefer in die Runde, und am Schluß verlor sich sein Blick in einem Wim- melnden Lichtermeer, während alle Konttircn zerflossen. (Forts, folgt«) Denfsches Theater. Direktion; Max Reinhardt. 8 Uhr: Der Biberpelz. Freitag: Der Biberpelz. Kammerspiele. 8 Uhr: Gyges und sein Ring. (In der Neueinstudierung.) Freitag: Der Weibsteufcl. VoUisböhae. Theater a. Bßiowpl. 8l/4: i'ahrmann Henschcl. Dir. Meinhard-Bernauer. Tiieater i.d.Königgraizerstraße 8 Uhr: Kameraslcn. IComildi@Bt8iaiss S'/.U: Die rütselbafte Frau üe�linea* Thsat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Lessing=Theater. Direktion; Victor Farnowsky. 7'/, Uhr: Beer<>!>ut. Freitag u. Sonnabend: Die gutgeschnittene Ecke. Deutsciies KOnstier-Ttieater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: ÄegypIeMerSnezkanal und der Wellkrieg. Theater für Donnerstag, 24, Februar. Dentscbes Opernhaas Cbarlottbg. 8 uhr: Carmen. Frledrich-Wilhelmstädt. Theater. s uhr: Dss Dreiüiäderlhaus. Oebr. USeSfS'nfelCS.Th.ater s uhr: Sskrates Ei Perlnuitter. Kleines Thealer. 8 uhr: Mlinciiliausen. Komische Oper. 8 Uhr: Jung mnli man sein. liustspielhans. ßv.uhr: ßg? Saiie des Frlüleins. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin ihSo. BesMcna-Theatcp 8'/. Uhr: Loge NO. Tje�f Montls Operetten-Theater 8 uhr: Der Slerngaeker. Schiller-Theater O. s uhr: Der Dornenweg. Schlller-Th.Chnrlottcnbg. 8Uhr:DiegeIbefiaclitigaii Thalia-Theater. 8 uhr: Brei Paar Sehuhe. Theater am Xollcndorfpl. 3'/« Uhr: Fidelis. 3'/.u.- immer lesledrnlk! Theater des Westens 3 uhr: Dgz Fräulein vom Amt. mit Guido Thioischer. Trlansn Theater. 8'j.v.- Yeriieiratete Jimpseileii. Luisen-Theater. Täglich 8,15— Sonntags 8 NHr: Charlotte Kling er Sonnabend 4 Uhr: Brinz AianSclkcrns Brantfahrt. %0ma:$ettdftudcnUn. Rose-Theater. 8 Uhr: Der Hochtourist. Sonnabend nachm.: 1001 Nacht. Walhalla-Theater. 8 Uhr: OHgri- Sonntag 3 Uhr: Die Förster-Christ!. Die schöne Komödiantin Operette in 1 Akt v. Eugen Burg u. Louis Taufstein. Musik von Eeo Ascher. Mitwirkende: Eise Berns— Lotte Werkmeister v. Thalia-Theat a. G. Gustar Halzner— Heinrich Peer Julius Spieimann. Außerdem: Glotilös von Derp Tänze sowie der reichhaltige [Februar- Spielplan. TSgL3, Sonnab. u.SonnL3'/zU.8 U. Jedermann wer bisher nicht Gelegenheit halte, mutz stch beeilen, die packesde« Fedruar- Nummern zu sehen und erfreut sich nach Immer an Noch nie dagewesener grotzer Erfolg!!! Vorverk. ab 10 ll. a. s. Sannab.>:. Sannt. Nodrn. immer ab DannerSL Casino- Theater Siotbrinacr Str. 37. Tagt. 8 Uhr: USST" Nur nach 613 2. März-VE der Possenichlager Was»nächste nn? Ab 3. März ein«eueS Volks stück. Sonntag 4 Uhr: Ihr Goltiieb. AÄmirslszzslAZt Kis-Arena BruNes KelekLdallsv-Tliealsr. Müm Sänger. Zum Schlofft „Die von der Emden." Für Militärper. fönen freier Eintritt zu den Ansang 8 Uhr. Stctt. Sängern. Possen-Theater Dinienstraße, a. d. Friodrichstr. S'/, B'l, Kobls Abenteuer Der große Augenblick mit Leonhard Haskel und Siegfried Berisoh Sis-Sallett. '/.© Uhr. S, S, 4 5!. Vopzfijjllche Köche Voigt-Tlieater, Badstr 68. Badstr. 58. Morgen Freitag, den 25. Februar: kW imnM Eupt oder: Der lange Israel. Schauspiel in 4 Akten von Roderich Benedix. Kasienerösinung 7 Ubr. Arn. 8 Ubr. Ank. S Uhr, Könnt. S'/j u. 8 Uhr. Das gr. Febroar-Prograiniii! M. Wulffs flieg, ilimde Joseph Plaut! Morgensterns Landsfarm usw. lä zugkräftige Nummern Ii! unnatiirl. Blutröte des GcstchtS. Vlutäderchen. 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Februar 1916 veranstaltet die 2. Männerabteilung des Turnvereins„Fichte" einen IMalbpaM n iesleo aaserer Fcldpata, Turnerlscht Avfflihlungkll, Knuzert, Rezitation, Fltder zur Fante und andere hvlnonßischt Rorträge. Mitwirkende: Frau Margarete Walkotte u. Konzertsängerin Frl. Cläre Fmdl. Eröffnung 5 Uhr. Im Hahapcisaal: Die ßamenliäpelle„Zepwae" i Imorist. Torirage. Sonntag mittag: OchsensSwanzsupP«..... Straftbrühc mit Einlage... Hecht, grün....... Spinat mit Setzei..... Teltower Rüben mit Pökeibrust Szegedmer Gulasch.... Heute»ud Souuabend ein sehr billiger Schnellverkanf EGT nicht unter 5 Pfund. a Pjd. Ochfenflelsch, Ochsentamm, Rost- 1„„ bees......... j 2'00 Kalbsbrust und Kalbskamm. 1,83 Ochsenfleisch, schier..... 2,40 Ein Pasten fette Schwewerücken. fetter Speck und Schinkenstücken. 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