st. 52.-191« Untor�altungeMatt 600?°°m-i.i.2.M!. Hinter öer Ostfront. Am Feuer. Draußen im Walde poltert der Sturm. Die mageren Bäume ächzen vor Angst. Wir in der Köhlerhütte sind in Gedanken bei dem wüsten Wetter draußen und schauen stumm in die unruhige Herd- glut. Die russische Familie hat sich schüchtern in eine Ecke gesetzt. Die Kinder, die sonst so lustig sind, stopfen verlegen den Finger in den Mund und trauen nicht, etwas zu sagen. Es ist so öde. Aus allen Fugen und Ritzen kriecht die Verlassenheit. Mit wohligem Schnurrlaut kommt ein Kätzchen gesprungen. Mein Kamerad scheucht's fort, da springt es mir auf den Schoß. Ich streichle ihm langsam über den weißen Rücken. Da schnurrt es laut und immer lauter, reibt sich den Kopf an meinen Finger- knöcheln und gräbt seine feinen Krallen tief ins Hosentuch. Wenn ich den Finger hebe, schlägt es mit der Pfote dagegen. Es ist viel schneller und viel gewandter als ich. Schließlich wird es müde, streckt sich lang aus und schläft auf meinen Knieen ein. Draußen wütet der Sturm weiter. Die Hilferufe der Bäume werden zu Verzweiflungsschreien. Die Russenfamilie steht noch immer abgesondert in der Ecke und starrt uns an. Die Kinder möchten, um ihre Angst loszuwerden, gerne weinen und dürfen doch nicht. Ich schaue das Kätzchen an. Wie friedlich es daliegt, so voller Vertrauen. Wie gut's doch die Tiere haben; keine hätzlichen Gedanken zerschneiden ihnen das Leben. Bildnis. Den Kopf voller krauser Gedanken stehe ich in einer Land- schast, deren breiige, einförmige Flächerchaftigkeit nur durch das Gefauche platzender Schrapnelle unterbrochen und belebt wivd. Ich fühle die Zeit körperhast als sprudelndes Wasser um meine Füße rinnen, daß sie mich erkältet, und ich rechne aus, wann sie mir um Bart und Mund plätschert und ich elend ersaufen muß. Die Wolken ziehen grüne Larven an. Die Sonne versteckt sich, die Himmelseule vor der Himmelssperlingsschar, und die wenigen verkrüppelten Bäume stehen in dem fahlen, unwirklichen Schein einer Gestirnverfinsterung. Die Luft ist zu lauter Glas geworden. Ich bin gleichsam«in- gewachsen in diese kühle, gallertartige Masse, kann keinen Schritt vorwärts tun, keinen Schritt rückwärts. Mein Blick geht krampfhaft geradeaus in die Weit« und kreist einen Mann einen, der langen Schrittes die Felder auf- und niedergeht mw, was da lebt, zu zuckenden Schwaden schneidet. Schwarze Raben fliegen krächzend davon. Ihr widerliches Schreien gibt dem Bilde die rechte Umkränzung. Die Alte. ?n der eroberten Stadt steht zu den Füßen der grauen Kirche eine Hütte aus Leinwand, ein Vertaufsstand. Wie festgeklebt hängt sie an dem verwitterten Gemäuer, und die verblichenen Leinwand- setzen klatschen im Wintersturm mißmutig dagegen. Ein« alte Frau haust hier und handelt mit Gebetbüchern, geweihten Kerzen, Heiligen- bildern und Weihwasserkesseln. Zusammengekauert hockt sie auf eineni gebrechlichen Stuhl, Kopf und Körper der Kälte wegen tief eingemummt, und dreht mit einer kleinen Zange Draht ab. reiht geschnitzte Holzkugeln darauf und fertigt Rosenkrärwe. Tausend Leute gehen in die Kirche, tausend Leute kommen aus der Kirche, tausend Leute eilen an der Kirche vorüber. Di« Heiligen auf den Bildern machen ihre heitersten Gesichter, freundlich glänzt der Gold- schnitt der Erbauungsbücher. Umsonst. Nur selten bleibt jemand stehen und kaust. Draußen auf der Straße braust das Leben in seiner stnn- fälligsten Form. Kraftwagen zischen und knattern, dahinsprengende Kolonnen erschrecken einen, Soldaten marschieren in breiten Glie- der» vorüber. Aber die Alte läßt sich nicht stören. Flink wie Spinnenfüße gehen ihre gelben, eingetrockneten Finger. Stumm, zu einer Säule deZ Schweigens geworden, sitzt sie da und bäschelt ihre Rosenkränze. Tod und Leben. Ich fahre in den Winternachmittag. An einer goldkuppligen Kirche geht es vorbei, eine weiße, schweigende Straße dahin. Die Pferdchen greifen munter aus. Lustig klingen die Schlittenschellen, als ginge es zu Spiel und Tanz. Aber diese Stunde gilt der Gegen- seite des Lebens, den Toten. Am Ende der Stadt, im Herzen der Landschast, allem Lärm entrückt, hat man den toten Kameraden die Ruhestatt bereitet. Der wolkenbchangenen Winterhimmel haben sie zum Gesellschafter und den rauschenden Wind in den Wipfeln der Lärchenbäume. Schnee liegt auf den Hügeln, und von den Toten zeugt nicht? mehr al» die einförmigen, schwarzgestrichenen Holzkreuze. Wenn der Frühking kommt, werden hier Blumen blühen, und die Bienen summen und die Vögel singen, und diese Menschenbehälder stehen nicht mehr ver- lassen und trostlos da. Wenn der Frühling kommt.... � Der Sang öer Sakije. Ein Roman aus dem modemen Aegypten. Von Willi Seidel. .DaS mutz wahr sein," unterbrach ihn Hassan-Abu-Kef, der dickste unter den Männern.„Du bist fett und hell. Du bist kein Sprötzling eines Mistschleppers, sonst wärst du nach Allahs Ratschlutz und nach der Gepflogenheit der Umstände schwarz und dürr. Denn die Kinder von Affen sind Affen und keine Katzen. Da du aber eine Katze bist, Sohn des recht- gläubigen Unbekannten, so ist daraus zu schlietzen, daß du die Wahrheit sprichst und datz unser eigenes Blut auch in deinen Adern rollt." „Gut gesprochen", freute sich jetzt Habib-Mos-Tizi.„Denn wenn du als Fellache geboren wärst, so wärst Du einer ge- blieben, und Abu-Katkus hätte Bedenken getragen, diese seine ehrenwerten Freunde um deinetwillen zu einem Mahl zu ver- sammeln. Denn die Fellachen bleiben Schweine ihr Leben lang; und Gesittung bleibt ihnen fremd. Und hätte man ihnen auch deine Erziehung angedeihen lassen, so hätte es nicht die Frucht getragen wie bei dir, �weil du von besserem Blute bist. Wie sagt der Jmam-el-Schasei?" Habib-Mos-Ttzt tremolierte und schob den krächzend geleierten Vers ein: „Wer die Unwissenden mit Wissen beschenkt, verdirbt sie. und wer, die es verdienen, abhält, frevelt I" Habib-Mos-Tizi tat sich nicht wenig darauf zugut. datz ihm dieser Vers zur guten Stunde einfiel. Er hatte ihn kürz- lich von einem seiner Kunden, einem halb verblödeten Schreiber, gehört und zufällig behalten. Er lietz, um gleichsam anzu- deuten, datz er den Vortrag der folgenden Verse nur aus Bequemlichkeit unterlasse, die hohle Hand noch eine Weile im Nacken beben, wobei er verhcitzungsvoll und unverständlich gröhlte; und dann schwieg er und schlürfte ein Schlückchen Kognak, sich aus der Flasche bedienend, die der kluge Abu- Katkus inzwischen von der Suffeh heruntergeholt. „Was die Fellachen anlangt," rührte sich jetzt Zedan- Jussef-el-Abaza,„so muß ich euch insgesamt eine höchst lächer- liche Geschichte berichten, die mir neulich begegnet ist. Ich hatte ein Geschäft zu Edavi, in der Nähe von Kasr-el-Zaiat. Aber jetzt ist noch Winter. Zaghast nur geht mein Futz die engen Gänge hin. Die Augen bleiben an den weitzgemalten Namen hängen, und aus den deutschen Buchstaben baut sich auf einmal das deutsche Land auf, für das diese Menschen gestorben: die Heimai. Ein hohes wuchtiges Kreuz ragt auf und kündet: Der Tod ist verschlungen in den Siegl, als Sinnbild der Hoffnung über das Grab hinaus behangen mit grünen Girlanden. Ich nehme Abschied. Auf der Straße jagen sich Kinder. Eines fällt hin, heult und schreit. Der Kutscher läßt die Peitsche knallen. Die fröhlichen Schlittenschellen klingen. Der Lärm der Stadt braust mir entgegen. O, ihr köstlichen Laute des Lebensl(z) _ Oskar Wöhrle. kleines Jeuilleton. Macbeth'" im Veutsthen Theater. Nächsten? wird der 300. Wiederkehr von Shakespeare? Todes- tage gedockt werden, und wir Deutscken werden nur rühmen, daß dieser Engländer bei unS seine wahre Heimat gefunden hat... Daß Shakespeare neuerdings in Berlin so vollsaftig auf der Bühne lebendig wurde, ist zum guten Teil Verdienst von Reinhardts Regie- kunst. Er hat den ganzen Reichtum des menschengestaltenden, bild- und sprackichöpferischen Genies zu leuchtender Pracht erweckt. Jede Jndividualilät, jede Szene gewann bei ihm ihr eigenes Daseinsrecht. Die unerschöpflicke Welt des allumspannenden Dramatikers gewann wieder einmal Atem und Blut. Nun ist auch der gewaltige Macbeth erobert worden. Die rohe Barbarei primitiver Vorzeit, die die Bühne mit Blut- gestank erfüllt und wüsten Gespensterspuk zwischen Mord und Ge- Wissensbisse einschaltet, ist für uns eine schwer verdauliche Kost, so sehr Shakespeare auch schon die blindwütigen Leidenschaften der nackträglichen Reflexien unterwirft und moralische Tafeln austichtet. Der Dichter überirug den Rohstoff bereits in eine ganz andere geistige Welt(will man wissen, wie die alten Recken Macbethschen Scklages wirklick waren, so mutz man die Nordischen Sagen lesen). Und inzwischen»st für unS moderne Menschen die Auffassung der Renaissancezeit wieder historisch geworden. Also eS sind nicht unsere Probleme, und es ist nicht unsere Art, sie zu erleben und fie zu lösen, die hier ersteht. Wenn diese grauenvolle Welt von Mord und Machtgier, von schlotternder Angst und qualvoller GewissenSpein, trotzdem uns noch packen und ergreifen soll, so kann allein hohe Kunst dazu verhelfen. DaS Mörderpaar war durch Paul W e g e n e r und Hermine Körner verkörpert. Derselbe Kompromiß, den Shakespeare schloß, mußte natürlich auck von den Darstellern eingegangen werden: eine Misckung roher Instinkte und reflektierender Mensch- lichkeit. Der Macbeth Wegeners ist kein bloßer Gewalt- kerl mehr, der keine Autorität und keine Furcht kennt, er ist sogar schwer gefesselt von hemmenden Faktoren, die erst die überlegene, ihn antreibende Frau hinwegräumt. Dann aber rast er, von den Wahnvorstellungen der eigenen Phantasie nur zu neuen Bluttaten aufgepeitscht, den Weg des Schreckens in blinder Sicherheit weiter. Wegener gestaltete mit fester Hand diesen Ver- brecher, aber gab ihm auch alle die Menicklichkeilen des gaudernS und Zurückschreckens, der schlotternden Furcht und feiger Angst. Die Lady Macbeth geht den umgekehrten Weg: von der Enlschlossenhett der HemmnngS- und Gewissenlosen zur inneren Zerrüttung, zur Selbstauflösung in innerer Qual. Aber auch als Anstifienn war Frau Körner keine Dämonin. Sie blieb bei aller Männlichkeil der Siimme und des WillenSimpulse« Frau. Wegener war am stärksten als furchtloser Troyer, die Körner als gebrochene Nachtwandlerin, die das Entsetzen bannen möchte. Neinhardt liebt den farbigen Abglanz. Gewiß, er prunkt nicht mit Sckaustellereien, aber er will starkes Kolorit. Und doch würde für das Enlsctzensdrama besser eine nordisch-dllstere, licht- und färb- lose, enge Szenerie passen. Reinhardt« Burghos ist mir zu weit, die Bankettszene vor offenem Hiinmel zu südländisch und festlich» farbig. Mit den Hexen weiß auch dieser Hexen- meister uns nicht mehr gruseln zu machen. Im Lbngen waren diesmal Zugeständnisse an eine dreiteilige, vereinfachte Shakespearebühne gemacht. Schottisch war der Trumpf des Abends: Dudelsackmusik und schottisch- karierte Stoffe buntester Farben- wähl. Aber das schottiscke Mützchen hat man doch nicht gewagt. Am Schluß der iVs stündigen Vorstellung war des Beifalls kein Ende.— r. Komöüienhaus:»Das Mädchen ans der Iremüe". Das neue Lustspiel des bekannten Münchener Rechtsanwalt» Max B e r n st e i n und des Kompagnondramatiker« Ludwig Heller sollte sich ehrlicher als Schwanl bezeichnen. Der Name Lustspiel erregt doch immerhin gewisse Erwartungen. Man denkt dabei an und begleitete den Dorfschulzen nach Jskandrije. Als wir nun im Speisewagen saßen, sprach dieser Unerleuchtete: .Mein Bruder, du hast mich in ein Wirtshaus geführt statt in einen Wagen I'—.Sorge dich nicht/ erwiderte ich, ,es werden Pferde vor dieses Wirtshaus gespannt und wir werden mit Allah« Hilfe zur rechten Zeit ans Ziel kommen!'" Diese Antwort rief breites Gelächter hervor, worauf man dem Inhalt der Flasche gemeinsam zusprach. Dem dicken Abu-Kef fiel jetzt auch etwas ein.„Das ist sehr lächerlich, aber mir begegnete unlängst etwas Sehnliches. Ich saß in dem Geschäft jenes kleinen Schreihalses. der abendländische Weiber an die Jngliz verkauft."(Er meinte den deutschen Besitzer eines bekannten internationalen Restaurants.)„Da kam ein Fellache herein. Er war ganz schmutzig. ,O. mein Bruder/ sagte ich, ,es ist nicht möglich, daß du dich hier niederlässest; denn hier sind Jngliz. die sich alle Tage waschen/.Maalesh/ sagte er(er starrte von Schmutz), .ich habe heute zweihundert Feddan Land verkauft/ Und er setzte sich mir gegenüber. Da kam ein Diener in einer weißen Abaje(diesmal meinte Abu-Kef einen Kellner) und schrie: .Mach, datz du hinauskommst!' Doch jene», Schwein versetzte:.Warte ein wenig, du Hundesohn' und nahm eine Zehnpfundnote auS seinem Kaftan, der von Mist'trotzte. Bei Gott! Er hatte ein Bündel Bant- scheine in seiner dreckigen Kelabije, so viel, datz er uns alle hätte auskaufen können." „Mögen sie zur Hölle fahren und keine Ruhe finden", unterbrach ihn hier Habib-Mos-Tizi.„Ja, es ist wahr, diese Leute, die einen Koben ihre Wiege nennen(verflucht sei der Schoß ihrer Mütter!), verdienen jetzt und gehen mit Pfunden um wie mit kleinen Piastern." Abu-Kef quittierte diese Unterbrechung mit einem an- erkennenden Blick. Dann fuhr er fort:„.Hier und nimm', sagte der Fellache,.und bring mir zu essen. Bringe auch eine Flasche Whisky für diesen ehrenwerten Kaufmann, der an meiner Kleidung mäkelt. Der Rest ist dein.'— Daraufhin lachte der Weißgekleidete und ließ ihn gewähren. Die Jngliz nahmen die Pfeifen aus dem Mund, schnoben durch die Nasen und gingen im Bogen um uns herum. Er stank erschrecklich. Jeder, der ihn ansah, hätte sich übergeben müssen. Aber der Whisky war gut, und so verzieh ich ihm! manches, ja ich vergatz schier, daß er nicht mein Bruder sei.1 menschenmögliche, in komische Beleuchtung gerückte Charakter«, die in drolligen Situationen ihr Wesen offenbaren, oder doch an ein um irgendwelche Verspottung menschlicher Schwächen oder einer akluellen Modenarrheit wirkungsvoll gruppiertes Spiel satirisch pointierter Ein- fälle. Von alledem ist hier nicht die Rede. Die Bemühung gilt von vornherein nur einem jener Verblüffungs- und Verrenkungskunststücke, die, vom Pariser Schwank am geschicktesten exekutiert, um jeden Preis zum Lacken bringen wollen. Auch das kann schließlich eine dankenswerte Leistung sein, wenn die Behendigkeit des UnfinnS einen Grad erreicht, bei dem im losgelassenen Wirbel der Unmög- lichkeit dem Hörer keine Zeit mehr zu ernüchlernder Besinnung bleibt. Indessen eine solche Stimmung, die das vom Autor einein zugemutete Opfer des Intellekts lohnen würde, stellt sich nicht ein. Zwar gibt es eine Menge komischer Wendungen, doch zwischen ihnen so viel Pausen, daß die Ansätze zu keinem Strome lachenden Bc- Hägens zusammenfließen. Die Handlung bewegt sich in den hergebrachten Gleisen. Der Don Juan, den seine Liebesabenteuer in allerhand Verlegenheilen jagen, ist diesesmal ein ganz stischgebackener Ehemann, der im Ge- fühl einstweilen fleckenloser Treue mit den Gespenstern einer kom- promiltierenden Vergangenheit zu kämpfen hat. In dem Hotel, in dem er auf der Hochzeitsreise abgestiegen, trifft er das Mädchen aus der Fremde, eine glutäugig explosive, rcvolverkundige mexikanische Präsidententochter, die ihn als angebliche Gattin auf früheren Reisen begleitete und der er in Angst vor ihrem Temperament seine neue Würde nicht anzudeuten wagt. Ein Freund, ein juristiicher Formen- mensch, von einem selbst in Schwanken ungewohnten Verstandes« manko, den er um Hilfe anruft, verwechselt die Fremde mit der an- getrauren Frau und hält dieser die jener zugedachte Berabschiedungs- rede. Darauf reist die junge Dame schnurstracks zur Tante ab ins gleiche Alpendorf, in dem der Mann als Junggeselle mit der Fremden weilte und wo sich diese nunmehr gleichfalls einstellt. Die HockzeitS- nacht bringt der in dem Hotel so schnöd Verlassene mit einem Piccolo, den er im Unglück zum Genossen erkoren, bei melancholischem Kartenspielen zu. Unter solchen Wechselfällen des Geschickes geht es dann bis zur endlichen Versöhnung weiter. Die Hmlptrollen: der andauernd schwindelnde, wie ein Spiel- ball zwischen den beiden Frauen hin und hergeworfene Gatte, der Paragraphenprofessor und die majestätisch dräuende Mexikanerin wurden von de» Herren Eugen Burg und S ch ü n z e l und Fräu- lein G l a e ß n e r mit flottem Schwankhumor gespielt. Internationale Wissenschaft. DaS internationale Institut für Landwirt- fchaft in Rom nimimt, wie fein Präsident, der Abgeordnete Marchese Cappelli, Vizepräsident des Parlaments, dieser Tage dem Herausgeber der„Rivista Pokitico-Parlamentare" erklärte, auch in der Kriegszoit die Geschäfte in gewohnter Weise wahr.„Von den SS Staaten, die zum Institut gehören," sagte der Marchese,„hat auch nicht einer, nicht einmal indirekt durch Teilnahmlosigkcit, Aus- trittSabsichten kundgegeben. Geraume Zeit nach Kriegsausbruch hatten wir hier noch die ausländischen Delegierten, die zum stän- digen Ausschuß gehören, vollzählig versammelt. Im Oktober von- gen JahreS, also fünf Monate nach Italien» Eintritt in den Krieg, versaimuelte sich der ständig« Ausschuß von neuem, und es fehlten nur diejenigen Mitglieder, welche des Krieges wegen augenblicklich nicht in Rom weilten. Das Institut veröffentlicht seine statistischen Tabellen über Preisschwankungen, Ernten usw. genau so wie früher in allen Sprachen. Mit den Staaten, zu denen wir gegenwärtig keine diplomatischen Beziehungen haben, und mit denen uns auch kein Post-, Transit- und Aussuhrverkehr verbindet, verkehren wir durch Vermittelung einer eigens in der Schweiz eingerichteten Ge- schäftsstelle, der der schweizerische Professor Laur vorsteht: er empfängt und übermittelt die Mitteilungen und Auskünfte des Instituts und der kriegführenden Regierungen, macht für das Jnsti- tut Auszüge aus deutschen Sonderveröffentlichungen und Fachzeit- schriften usw. Ich hatte alle diese Maßnahmen unter meiner eigenen Verantwortung getroffen, aber sie fanden sofort auch die Billigung unseres Vizepräsidenten, des französischen Delegierten LouiS Bop, der mit großer Genughmng feststellte, daß die Be- Ziehungen zwischen den Delegierten deS Instituts auch während des Krieges durchaus höflich geblieben seien und«inen versöhn- lichen, man könnte beinahe sagen unparteiischen und neutralen Charakter getragen hätten. Unsere Regierung ist über all das, was wir getan haben, genau unterrichtet, und Sonnino hat die Mit- teilungen, die ich ihm machte, nicht nur einfach zur Kenntnis ge- nommen, sondern ausdrücklich gutgeheißen...." Nottze». — Musikchronik. Im VIlL Konzert der Volksbühnen. das am S.März, mittags 12 Uhr. im Theater am Bülowplatz stattfindet, wird das Klingler-Ouartett Streich- quartelte von Haydn, Mozart und Beethoven zum Vortrag bringen. Eintrittskarten zu 7ö Pf. Doch wer sich mit diesen einlätzt, ist nicht wert, geboren zu sein I l Wir tranken also, und jener Gastwirt kam und sagte: .Bei Gott, eS ist nicht möglich, datz du hier sitzenbleibst!'— .Bei Allah ist alles möglich!' schrie der Fellache und pochte auf sein Geld. Da sprach ich zu ihm: ,Jch habe ein Gewand zu Hause, das will ich über dich fallen lassen... Komm mit, ich schenke es dir/ Und ich ging mit ihm und hieß ihn sich auskleiden und gab ihm einen von meinen abgetragenen Mänteln. Darauf bespritzte ich ihn mit Rosenessenz über und über, und wir gingen wiederum an jenen Ort zurück. Hatte er vorhin abscheulich gestunken, so duftete er jetzt wie Abu- Sisi, der mit Wohlgerüchen in der Hamsaui handelt. Da ihn jetzt wiederum hungerte, bestellte er ein zweites Gericht. Er war so dumm wie der Schesch-el-Beled von Kene, der an seine Angehörigen in Kairo einen Brief schrieb, in dem unter anderem stand:.Neulich habe er seine Kelabije ge- waschen und auf das Dach zum Trocknen gelegt, und ein Windstotz habe sie herabgeweht. Da sei er auf die Knie ge- fallen und habe Allah inbrünstig und von ganzem Herzen ge- dankt, datz er nicht in der Kelabije gesteckt habe, denn sonst läge er jetzt zerschmettert am Boden' l I" Jetzt nun wurde Abu-Kef durch ein dröhnendes Gelächter unterbrochen, das breit und sonor begann und in kleinen hilflosen Schluchztönen, die immer wieder zum Vorschein kamen, langsam dahinstarb. Aufs höchste geschmeichelt, fuhr er fort:„Einen Fellachen ließ einst ein Jmam den Koran lernen und städtische Kleidung tragen. Er sollte zum Schluß eine Probe seiner Gelehrsamkeit abgeben und der Jmam freute sich, denn er hatte viele Mühe und schweiß- treibende Hirnarbeit an ihn gewandt. Beim Examen sprach also der Lehrers.Ich habe hier etwas in der Hand, und du errätst mir. was es sei.' Sprach jener: ,So Gott will I' und stellte, wie er es gelernt, das Horoskop. Darauf sprach er:.Es ist um und um rund, und in der Mitte ist es hohl.'—.Wahrlich, das stimmt', erwiderte der Jmam und war entzückt..Doch was ist es?' Und dieser Bauer be- sann sich eine Stunde lang, und dann sagte er:.Bei Allah, es ist ein Mühlstein."— Nachdem Abu-Kef die elementare Wirkung auch dieser Anekdote abgewartet hatte, nahm er einen Schluck und beschloß seine erste Erzählung. (Forts, folgt.) Aettungs-Ausgabestellen und Inseraten-Annahme. Centrnm: 5115 er f H abnisch, Ackerstr. 174, am Koppmplatz. Geöffnet von und von 4l/2— 7 Ubr. 2» Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 43, an der Gneiien austrage. Geöffnet von 11— l'/i und von 4'/,— 7 Uhr. 8. Wahlkreis: St. Fritz, Vrinzenstr. 31, Hos rechts Part. Geöffnet von H—l'/t und von IVa— 7 Uhr. 4. Wahlkreis: Osten: Robert SS eng ei?, MarluZstr. SS. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/-— 7 Uhr.— Karl Melle, Petersburgerplatz 4. (Ladenl. Geöffnet von 11—1'/, und von 41/r—7 Uhr. 4. W ahlkreis. Südosten: Paul Böhm. Laufitzerplatz 14/15. Geöffnet von 11- 1'/, und von 4,/r—7 Uhr. 5. Wahlkreis: Leo Sucht, Immanueltirchftr. 12(Hos). Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. 6. Wahlkreis{(Moabit); Solomon Joseph, Wilhelmshavenei Straffe 48. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. W edding: F. Hönisch, Müllerstr. 34a Ecke Utrechter Str., Laden Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Ilosenthalcr und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast Wattstrahe 9. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Gesundbrunnen: Fi ich er, Bastianstr. ö, Laden. Geöffnet von 11— I1/, und von 4'/,— 7 Uhr. ü»ehönhaiiser Vorstadt; Karl Mars, Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/r-7 Uhr. Adiershof: Karl Schwarzlose, Bismarckstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt-Glienicke, Falkcnberg: Wilhelm Dürre, Köpenicker Str.«. Itaunischnlenueg: H. Hornig, Mari entHaler Str. 13, i. Bernau. Böntgental, Zepernick, Schönow, Schön brück und Buch: Heinrich B r o s e, Mühlenstr. 5, Laden. Bohnsdorf: Paul Gensch, BoHnSdors, GenoffenschastShau». .Paradies". vhariottenbnrg: Gustav Scharnberg, SesenHeimer Str. 1. Ge« öffnet von ll—l'/s und von 4'/,— 7 Uhr. Elchwalde, Schmöckwitz: DSfar Mahle, Bismarckstr. 4. Erkner, Zien-Zittan: G u b e I a, Waldftr. 11. Eredersdork-Betershagen, Eggersdort: Usfenwasser, Petershagen. Friedenau, Steglitz, Südende, Greß- Liichterfelde, Lankwitz: H. 5) ernte e, Msenstr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Eriedrichshagen, Fichtenau, Bahnsdorf, SchOneiche« Kl.-Schönebeck: Ernst Werlmann, Friedrichshagen, Köpe« nicker Straffe 18. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: Ma; G o n s ch u r, Parlstr. 23 Karlshorst: Hermann B i l l i n g, Dönhoffstr. 23. Königs-Wusterhausen, Wildau, Alederlehme: Friedrich Baumann, Luckenwalder Straffe b. Köpenick: Emst Witzler, Kietzerstr. 5, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg I, Ericdrichsfclde, Hohenschönhausen: Otto Seilet, Wartenbergstraffe 1(Laden). Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: A. R o I e n- lr a n z.>lUt-Boxhagen 56. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Bahlsdorf, Kanlsdorf, Biesdorl: P. Hetzberg, Kauls- dors, Ferdinandstraffe 17. Mariendorf, Marlenfeide: August Leip, Chauffeestr. 29. henenhagen, Hoppegarten: Woiszclowsli, Schmidt- straffe 20. Aeuköiln: M. H e i N r i ch, Neckarsir. 2, im Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr: Neukölln, Britz: Rohr, Siegsriedstraffe 28/29. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Nleder-Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. Ist, H. Bi owawes s Karl Krähnberg, FriedrichlirchPlatz 27. Oher-Sehöneweide: Alsrcd Bader, Dilbelminenhofftr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Fankow, Aiederschönhausen, Aordend, Erz.-Buchholz, Blankenburg: Riff mann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. G u r s ch, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11— 1'/, u. 4'/,— 7 Uhr. Schenkendort b. Königs-Wusterhausen: Chr..pantsch l e, Dorsstr. 10. Schöneberg: Wilhelm Sä um! er, Matrin Lutherstr. 69, im Laden Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Spandau, Aonnendanim. Staaken. Seegefeld und Falken hngen: Schumacher, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. legel, Borsigwalde, Wittenau, Wuidmannslust, Hermsdort', Hohen- Aenendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Paul K i e n a il, Borsigwalde, Räuichitraffe 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von 4'/,— 7 Uhr. Teltow: L e n s ch n e r, Havelsir. 2. Tenipelhof: Joh. Strohn, Borussiastr. 62. Treptow; Rob. Gramenz, Kiesholz straffe 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weiöensee, Heinersdorf:(äuft R o ff l o p s, Berlmer� Allee 11. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhclmsaue 27. Zeuthen. Miersdorf: Wilh. Schulz, Zeuthen, Ziethenstr. 16. Zossen: Rönnebeck, Stubenrauch ftr. 27. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wiffenschastlichen Werke werden geliefert Sonntags sind die Ansgabestelleu geschloffen. Bentsches Theater. Direktion: dlax Ueinhorckti. 7'/, Dhr: Macbeth. Drsitag: Macbeth. Kammersplele. 8 Uhr: Her Weibsteufel. Freitag: Der Weibstenfei. Volksbühne. Theater a. BDIowpl. 8'/4U.: Fuhrmann Uenschei. Dir. Meinhard-Bernauar. Theater i.d.KöniggrätzerstraBe 8 XJhr: Kameraden. Komödienhaus 8'/4: Das Mädchen aus der Fremde. Berliner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 7'/, Uhr: Peer Gynt. Freitag u. Sonnabend: Die gutgeschnittene Ecke. Deutsches Künstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige ExzeUens. URANIA Tanbenatr. 48/40. 8 Uhr: Aegypten, der Snezkanal und der Veitkrieg. Theater für Donnerstag, den 2. März. Dentscbes Opernhans Charlottbg. 8 uhr. Rigoletto. Friedricb-Wiltaelmstädt. Theater. 3 uhr: Das Dreimüderlhaus. oebr. Herrnfeld-nsstw s uhr: Sokrates will Perlintter. Kleines Theater. s uhr: Jettehen Gebert. Komische Oper. s um: Jangmuß man sein Lnertspielhans. 8',.� Dep Gatte öes FrSulsins. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin Montls Operetten-Theater 8 uhr: Der Sterngncker. Rose-Theater. stihc: ich lasse Dich nicht Sonnabend nachm.: Die 7 Raben. Walhalla-Theater. s Uhr: Grigri. Morgen; Die Förster-Christi. Luisen-Theater. Mittwoch 4 Uhr: Schueemißcheu u. Roseurot. Täglich 8,15: Charlotte Klinger An f. 8 Uhr, Sonnt. 31/, u. 8 Uhr. Marz 101«. Olga Desmond in ilir.Neulieit: Ein Geigertraum. Bernhard MörbihASf Lene Land, n. der nene große Spielplan. Udmiralspalast LisArens Großes 8is-3aUetL '/,» Uhr. 2, 3, 4 M. Vorzügliche Küche! Besldenz-Theater S'I.Utr: Loge Ho. 7�n�7 SchUler-Theater O. s uhr: Das Lümpengesindel. Sehnier-Th.Charlottenbg. s uhr: Der G'wissenswnrm. ThaUa- Theater. s uh,: Drei Paar Schuhe. Theater am AoilendoFfpl. S1/. Uhr: Wilhelm Teil. s'/.u.t Immer feste drnIT! Theater des Westens 3 uhr: Das Fräulein rom Amt. mit Guido Thielscher. Trianon Theater. S'/.U.: ifircasJBascft Tägl.8, öonnah.u.Äonnt.3'/�». 8 U. Die vollständig neuen März-Schlager u. a. LlHOsslNo's Todessturz Zirkuskuppel auS der ins Mauege-Bassiu, gefesselt in Zwangsjacke und Ketten, eingezwängt in ver- schlossenem Koffer. 4IieneIlos, am fliegenden Lnstreck. lllise Martens, der lebende Pseilerl Goliath, d. gröffteu, schw.Schulpserd der Weli, geritten v. Frl.Botoni. 3 laincüchs, Eislausakrobaten. Zum Schlusi: IllSfcSfcifeS Casinos Theater Lothringer Str, 37. Tägl. 8 Uhr: Heute letzte Anfiührung: Was wachste mt? Morgen Freitag zum 1. Male das neue Volksstuck Hie Vogeisehenehe. Sonntag 4 Uhr: Ihr Gottlieb. V oigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Morgen Freitag, den 3. März: Ein Tenfelsveib. Lebensbild mit Gesang in 4 Auszügen von Rud. Schwarz-Reiflingen. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. JU Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Taguoh: Großes Konzert Berliner Konzerthaus-Orchester Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Morgen, don 3. er.: Volkstümliches Konzert des Berliner Sängervereins E. T.(Oäoilia Melodia 1856) während der Kriegszeit unter Anschluß vom Berliner Männer- Gesangverein und Berliner Sängerkranz. Der = neue bunte= ahwechslnngsreiohe Spielplan! Außerdem Die schöne Komödiantin Operette v. Burg u. Taufstein. Musik von Leo Ascher. Mitwirkende: Else Berna— Lotte Werkmeister v. Thalia-Th. a. G.— Gustav Matzner— Heinrich Peer— Julius Spielmann. Possen-Theater Lmienatraßo, a. d. Friedrichstr. ö'/.«'/. Kobls Abenteuer Der große Augenblick mit Leonhard Haskai und Siegfried Berisoh Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Anlang 8 Uhr. Zum 127. Male: „Die von der Emden." Für Militärper. 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