Nr. 61.- 1916. Unterhaltungsblatt ües vorwärts Zonutag, 13. Marz. Jm Panje-Lanö. Kleine Bilder von Oswald Erbacher(im Felde). I. Mein Panjc. Man kennt die Figur. Jm schmutzigen Lommpelz stapft er durch so manchen Feldpost- und Kriegsberichterstatter-Bries, schmierig und stumpf; sein schwärzlich Blockhaus, in dem er mit Schwein und Hichn und Kind und Kegel haust(und allem, was da trcuckit und beißt), ist schon öfter einem dankbaren Publikum vorgeführt worden, und manch einer mag mich erstaunt ansehen. der«.schon in der Ueberschrift) so nah neben einen polnischen Bauer rücke.... lind doch soll sie bleiben, und wenn ich auch keine General- Ehrenrettung aller Panjes versuchen darf— von meinem Panjc will ich erzählen und dem Michael Bellswitsch und seiner Frau Nastascha und ihrem Wanja, nicht zu vergessen, feierlich ein Denkmal in Truckerschwärze setzen. Gott, wenn ich daran denke, wie ich nach... kam.... Drei ewige Monate Hatte man da irgendwo in Rußland, in windigem Kartoffelacker eingegraben, gesessen. Hatte manchmal bei der Unterstandskerze wieder einmal festgestellt, daß es anderswo in der Welt noch Zivilisten gab und sogar Frauen— konnte sich ein Leben ohne Läuse ebensogut ausmalen wie die ewige Seligkeit—, hatte sich längst daran gewöhnt, das Waschwasser aus dem Sumpfloch am Geschmack vom Kaffee zu unterscheiden— und lustwandelte selbst in den schönsten Träumen nicht mehr, ohne geivohnheitsmäßig alle zehn«schritte zur Kurve um die fällige Schulterwehr anzu- setzen... kurz, man war Graben m c n s ch durch und durch gc- worden. Da hatte einen, eines urplötzlichen Abends, die Rcgiments- quasselstrippc herausgerissen. Und zwei Tage später war man in einem Ort, den man noch nicht einmal aussprechen konnte, und stand mitten in der guten Stube des guten Michael Bellewitsch, in der besten und einzigen geweißten Stube von.... Und war da aufgenommen... wie ein Fürst. Als ob nicht ein paar Monate vorher russischer Rückzug und deutscher Bor- marsch durch das verlorene Nest gebrauft wären, und aus dem Wohl- habenden Michael Bellewitsch einen ratzekahl leer- med arm- gefressenen Panje gemacht hätten. Wie sie geehrt waren, wie sie rannten, wie sie knixten und sich verbeugten. Michael und Nastascha. Michael borgte irgendwo eine Metallbettstelle, Nastascha eine tvahr- und warhaftige, ver- graben gewesene Schwarzwälder Ubr und ließ mir, erwartungsvoll, das wunderschöne„Freut euch des Lebens" vom Spielwerk vor- klingeln.— Michael brachte einen Tisch, Nastascha zwei Stühle, Michael schwang eine Bratpfanne, Nastascha eine Tischdecke, Michael schleppte sein Teuerstes, den großen Salnowar, Nastascha ihren Stolz, zwei wirkliche Teller. Michael breitete seinen geliebten und geehrten Kirchgangpelz, Nastascha das lebte Leintuch, das ihr die Kosaken gelassen, aus das Bett— Michael bat um die Ehre, deu paua feldwebla mit seinem letzten Pferden und einem Schlittenfragment fahren zu dürfen, wohin es dem Herrn beliebe— und Nastascha machte sich eine glühende Genugtuung daraus. Berge von blini (Kartoffelpfannkuchen) übereinander zu rürmen... Lauter lang entbehrte Herrlichkeiten; ein(für einen Grabenmenschen) unerhörter Komfort. Run: ein Vierteljahr hat mich der Dienst bei Michael und Nastascha gehalten; nie bat unsere Freundschaft das geringste Loch bekommen.... Fast alles hatte ihnen der Krieg genommen; deu Nest boten sie mu Lächeln ibrem Gast.„Prosze. pan— bitte, dediene Dich." Nichts behielten sie für sich; schliefen kümmerlich zu vieren in einem Bett, in den Kleidern, guerüber; gaben mit so viel arglosem Vergnügen, daß dem pan Feldwebel aus Europien, wo man kulturvoller und klüger und egoistischer ist, schier genierlich ums Herz wurde.... Ebenso, wie er stets die Hand zurückzog, wenn er dem öjäbrigen Wanja einen cukierek, einen Bonbon, schenkte und der Kleine sich zum Dank und Kuß über die Soldatenband beugte. Seit Michael und Nastascha ven'tand er übrigens lwaS jeden in Nußlaiid erstaunt): wie so oft aus der schwärzlichen Armut ent- legencr Walddörser schier protzig-blendende Steinpracht in die Höhe schießt, unwahrscheinlich, verblüffend: eine Kirche. Ihre Kirche. Da strahlt ein Opfern können. Die Tür schlägt auf. Pan Michael stopft meinen Ofen mit einem Riesenberg Holz das Maul. Auch diese Arbeit läßt er sich, seit drei Monaten, nicht nehmen; nie vergißt er das. Ch, dobrze, Panje, sag ich erfreut(und weil ich weiß, wie ihn das freut). Und dann lese ich, etwas ungeduldig, weiter, was die Zeitung eben so nach der Polackei dringt. Von den weiblichen Butter- hamstern in Berlin und anderswo, und daß die Kartoffelhöchst- preise unbedingt erhöht werden mußten, und wie viele Leute sich immer iwch nicht in Höchstpreis e schicken können— und so allerlei. Und seh auf und seh meinem armen Teufel von Panje in das immer ftöhliche Gesicht. II.„Dobrze". „Wat, Polnisch kannste nich?— Na, is doch'ne ganz ein- fache Kiste. Also, paß mal auf: Brot heißt chleba, Butter heißt maslo, Eier heißt jaja. Fleisch heißt mieso, Kartoffeln heißt kar- toslc, Holz heißt drzewo, gut heißt dobrze*) und schlecht heißt nie dobrze-- mehr brauchste nich." Stimmt, Viel mehr braucht man wirklich nicht, wenn man als Soldat in polnisches Land kommt. Und wenn man nur weiß, daß dobrze gut heißt, versteht man schon ein gutes Drittel aller Unterhaltungen zwischen Panje und Soldat— denn jedes dritte Wort heißt dobrze— oder nie dobrze— je nachdem. Dobrze ist das Universalwort des Pause; ist wie eines jener Universalwerkzeugc, mit denen man zugleich hämmern, sägen, Nägel ziehen. Schrauben drehen, Löcher bohren, hundert Dinge re- parieren(und noch mehr kaputuiachen) kann. Das Wetter ist dobrze und der Mantel und der Ofen und das Pferd und— na, eben fast alle Dinge in der engen Welt des Panje, soweit sie nicht gerade nie dobrze sind. Das aber sind nicht viele(und eigentlich müßte der gepflegteste Pessimismus schmelzen, wenn er sieht, wie- viel zwischen Himmel und Erde doch eigentlich dobrze eingerichtet ist...!). Und das ist das Wertvollste an diesem Universalwort... aber eigentlich liegt es nur an der hervorragenden Kunst der Aus- spräche: es gestattet alle und die feinsten Schattierungen auszudrücken zwischen einem beifälligen„ganz nett" und einem begeisterten„herrlich". Dobrze nickt kurz anerkennend mit dem Kopf, do-obzre sagt erstaunt„tadellos", do-o-obrze schnalzt mit der Zunge„tiptop!" und gar do-o-o-obrze(aber diese Tonleiter kann nur ein Panje jubeln) beteuert mit allen Händen:„Ich sag' Ihnen, — wun— der— bar!!"— Und ebenso geht die Skala nach unten: vom Holz, das nie dobrze brennt... bis zur abgrundtiefen lieber- zeuguug: woina nie dobrze, etwa zu übersetzen: der berfl..... Krieg. Ein Modewort? So wie bei uns Weltanschauungen darin differieren, daß der eine alles tadellos und der andere alles tiptop findet?— Ach nein. Das ist noch echte Primitivität, und das Kriegskauderwelsch«siaS dem armen Wort auch Geschlecht und Beugung stahl) hat diese Nacktheit nur noch schonungsloser bloßgelegt. Für den Panje, dessen Lebenslauf sich im simpelsten „Er lebte, nahm ein Weib und starb" erfüllt, der oft nicht weiß, ob er 30 oder 40 Jahre alt ist, der in Generationen wächst nird ver- geht wie Millionen Wcizeiihalme— für den gibts eben nur Nütz- lichcs und«schädliches. Alle Tinge zwischen Himmel und Erde fallen ihm in zwei Rubriken. Uicd wenn es den Kartoffeln und der Kuh, der matka und den Kindern dobrze geht— dann ist er selbstverstälMich ein glücklicher Mann in seinem wcttergraucn Blockhaus. Primitivität, traurige oder selige, wie man will. ES kommt nicht seür daraus an, und auch sie ist dobrze, ba! ihr Gutes. Denn dieser Primitivität kann man nichts vorerzählcn von der Not- wendigkeit, irgendwelchen Militarismus niederzuringen oder van der Verteidigung irgendwelcher Weltkultur. Ter Panje weiß, heut und in 100 Jahren: woina nie dobrze... und das genügt, und diese Weisheit wird einmal eine Weltbinscmvahrhcit sein— oder ist es schon. III.„Tie Cicplica". Ach ja: die cieplica l das c boidemale wie deutsches z zu sprccheni, oder: der Swlz des Michael Bellewitsch, oder: das große Samstags- ereignis, oder: die Reinlichkeit im Panjesdorf, oder: das Aben- teuer in Feindesland. Cieplo, polnisch, heißt: heiß; cieplica ist die Badcstube, das Lausolenm. Jedes von den so übel beleumundeten Panjes- dörfern— wenigstens in der Gegend, in die mich der Krieg ver- schlagen hat— hat ein paar solcher Blockhäuschen. Kleinstes Format, rohester Bau; fenstertos; im Innern eine Querwand. Erst stolperst du in die toaleta, den Auskleideraum(hochtrabend gesprochen» und dann, kleiderlos, in die eigentliche cicplica. Tauchst in glühend schwere Luft; siehst im Halbdunkel einen ungeheuren Haufen Feldsteine, läßt dir erzählen, das sei der Ofen.... Und da beginnt schon die große M e d i z i n. Tu arbeitest * Von dobry, gut. rz wird wie das s im ftanzös. journat ausgesprochen, das ganze Wort also ungefähr„dobche". ahnungslos mit der Seife: da gießt der nackte Panje Wasser auf die Steine: Zischen, Dampf, zitternde Glut. In zwei Minuten kocht dein ganzer Körper. Aus allen Poren trieft's. Eigentlich wird dir sanft schwindlig in dem engen Loch; aber du läßt das Gewitter wohlig aus dir brechen. Atem lvird knapp. Ist ja auch kein Kamin da, verd...! Du kauerst angstvoll, den Kops nach unten, wo noch halbwegs atembare Luft liegt. Aber bald würgts dich auch da, in Hals und Nase. Die Augen kriegst du schon lange nimmer aus. Ilfs: du glaubst zu sterben. Aber— sterbend— hältst du doch noch eine Minute aus. Und— usf!— noch eine. Der gute Michael Bellewitsch, unangefochten, an tausend Samstagen akklimatisiert, peitscht deinen Rücken wie ein Erzengel mit feurigem Besen. Halb bewußtlos, Luft schnappend, mit verklebten Augen, stöhnst du(noch im Sterben.höflich):„Ah, panje, bardzo dobrze, sehr gut, sehr gesund..." Brichst mit letzter Kraft zur Tür und-- Aah— Luft— Lust— prickelnde Frische— göttliches Ent- ronnensein— juhu! Und— nanu.— was der Panje kann, das können wir auch, verd....! Lachend springen wir, nackt und dampfend, hinaus in den leuchtenden Tag, in den Schnee, das Handtuch schwingend und tobend.... Grad Kälte? Wir spüren nichts— juhu! Da'oben das kleine Nest, da unten ein matt behauchter Spiegel, der See— weißglimmernde Schneeweiten, blaufließende Schatten, dahinter Wald, Wald— und wir tanzen im Schnee und Leuchten, und Rußlaird ist uns grad groß genug, mitten darin zu tanzen, die Luft um alle Poren zu spüren und ein Brausen in allen Gliedern.... Sag mir keiner, das sei eine Torheit und ungesund, sag mir keiner was gegen die cieplica— ich sperr' ihn sonst hinein. Wir— denen lang genug die Schmach des Nichtbadenkönnens am Körper klebte, vorne, im Graben, und wieder kleben wird—. wir lieben die cieplica. Und der Matthäus Siedl, der in Jüterbog daheim ist. wird sich eine bauen, wenn er wieder heimkommt. Aber eine mit einem Kamin, sagt er. Ethnologen, Folkloristen und so weiter seien schon heute auf diese Absicht des Matthäus Siehl bedeutsam hingewiesen. Für den Fall, daß sie einmal später eine Doktorarbeit zu schreiben haben über die Herkunft der Sitte, in Jüterbog cchtrussische Dampfbäder zu nehmen.__(z) kleines Feuilleton. Kammerspiels:„Der eingebildete kranke." Moliercs Charakterbild des eingebildeten Kranken, der alle Krankheitskeime durch hypochondrische Phantasie ins Ungemessene steigert, sich selbst und die Umgebung mit den verdrehten Launen seines Egoismus unaufhörlich quält, ist ein Porträt menschlicher Narrheit, das in seiner epigrammatisch-satirischen Schlagkraft auch heute iwch nichts verloren bat. Damit verschlingt sich in dem Lust. spiel eine nur nocb historisch zu wertende Zeitsatire. gegen die damalige Aerztezunft, deren mit zusammengelesenen Brocken pruu» kende Gelehrsamkeit dem hellen kritischen Verstand des Dichters als Ausbund unverschämten Hokuspokus galt. Von ihm stammt jenes klassische Spottwort ans den Medizinerhochmut: Es ist besser, nach allen Regeln der Wissenschaft zw sterben, a!s gegen sie gesund zu werden. So besaß die Karikatur damals ganz altuelle Hinter» gründe. Sehr sein ergänzt sich das Gemälde häuslicher Tyrannei, die in dem Heim des Kranken herrscht, durch Streiflichter, die aus die Kindererziehungsmethode fallen. Diese'Szenen, in denen der Gestrenge mit der Rute in der Hand von Luuison Angebereien über die Liebschaft der älteren Schwester erpreßt und von dem früh ver- dordencn Rackerchen zur Revanche selbst düpiert wird, kommen dies- mal bei dem verblüffend unbefangenen Spiel der kleinen Lotte Müller besonders eindrucksvoll heraus. Palleuberg gab den Patienten. Nach seinen erstaunlichen Leistuizgen im„Alpen- könig", im,.Weibsteufel" und der glänzend humorvollen Skizzierung des alten Rentier Krüger im„Biberpelz" war die Erwartung, was er. vier aus einer der dankbarsten Schwankrollen der Weltliteratur machen würde, besonders hoch gespannt. Aber sie schien ihm nicht recht zu liegen. Es fehlte nicht an charakteristischen nuancierten Wendungen, aber die 5iomik der liebevoll gepflegten Leibesnöte sah man schon öfter in zwingenderer Form. Die Quelle explosiven Lachens, die in den Szenen steckt, wird nicht in vollem Maße ans- geschöpft. Bei aller ansgewandteu Kunst empfand man diese doch zu deutlich. Sehr munter, uiit draslisck lauten, aber in der Rolle wohlbegründetcn Unterstreichungen spielte Johanna Tcrwin die souveräne Dienerin Toinette. Eamilla Eiben schütz war eine ei) Der Sang öer Sakije. Ein Roman aus dem modernen Aegypten. Von Willi Seidel. Ihr Gesicht hatte wiederum jeden Ausdruck eingebüßt. Und zwischen beiden saß wie ein Tier mit hundert geschlossenen Augen ein Rätsel, ein dürres, widerliches Rätsel. Er gab znnächst noch keine Antwort,>vohl auch, weil sie keine erwartete: dann aber fuhren seine beiden Hände in die Höhe; er hob sie gespreizt an beide Schläfen, als ob ihn der Kopf schmerze, und unduldsam, schier bellend, brach seine Frage hervor: „Mein Gott— worüber reden Sie?— Sind Sie nicht meine Mutter?— Warum vergönnen Sie mir nicht, Ihre Hand zu küssen?" Sie wich wiederum etwas zurück. Sie zupfte den Schleier halb übers Gesicht und sprach dann farblos: „Ich liebe Sie nicht." „Warum? O, Erbarmer I So reden Sie!" „So hören Sie mich ruhig an."— Sie drückte auf eine Perlmuttcrklingel. Ein grauer, dicker Mann wälzte sich laut- los herein. „Achmed! Kaffee! Zigaretten!" „Aiowa!" sagte der dicke Mann und rollte ebenso laut- los wieder heraus, grotesk behend. Hassan hatte bemerkt, daß ihm jeder Anflug von Bart fehlte. „Ich bin von bester Abkunft", fuhr sie fort.„Ich bin die Seijide Ali-Jussef, eine Tochter des früheren Schefch-es- Sadat. Daher haben Sie von mir das beste Blut geerbt; Sie sind zur Hälfte hochadelig, mein Herr; Sie sind ein Nachkomme des Propheten... Aber setzen Sie den grünen Turban nicht auf, er würde nicht auf Ihr Haupt passen. Oder wenn Sie es tun, so ergeben Sie sich durchaus einem reizenden Müßiggang und verzichten auf Börsengeschäfte. Aber ich glaube. Sie werden daran noch keinen Geschmack finden I" Ihre Nasenflügel vibrierten leicht. „Zur anderen Hälfte sind Sie jedoch der Sohn eines --- Kutschers, eines Berberiners... Erschrecken Sie nicht. Es ist so.--- Ich war fünfzehnjährig und sehr schön. Man gab mir eine französische Begleiterin, und ich liebte es, in geschlossener Equipage auszufahren, um dann später außerhalb der Stadt die Vorhänge zu öffnen und herauszuspähcn. Man hielt mich außerordentlich streng... Ich lebte in einem Gefängnis, in jedem Luxus zwar, aber in völliger Unkenntnis der Welt. Die Französin(vor Angst be- bcnd, denn auch unsere Unterhaltungen wurden hinter den Wänden überwacht) weihte mich in manches ein. doch natur- gemäß nur unvollkommen. Ich war sehr sinnlich. Und diese Aufklärungen hatten nur den Erfolg, daß diese Triebe maß- los gereizt wurden und eine frühzeitige Neugier nach dem Un- verstandenen mich mit entnervender Wollust schüttelte..." Sie verdrehte die schönen Augen, und ein Krampf lief ihr über den Leib. „Jene Equipage benützten wir täglich. In ihrer seidenen Gruft, in dem Verlies zwischen den Polstern herrschte Stille — freuen Sie sich, Hassan-Muharram, daß Sie sie nie gc- kannt haben... diese Stille...!— und draußen tobte das Leben. Wir führten mit Vorliebe erregende Gespräche und sahen durch die Spalten auf die Straßen heraus. Bei Gott, Hassan-Muharram, jeder Lastträger, jeder Gemüse- Händler war damals eine Sensation für uns." Ihre Stimme wurde leiser. „Da geschah es, daß wir einen größeren Ausflug machten. Unser Kutscher verirrte sich in die Gegend, wo heute Meadi liegt. Wir hielten auf offenem Feld. Ich wagte es herauszutreten, da er uns keine Antwort gab. Er hatte sich völlig an Raki betrunken und schlief auf dem Bock. Zunächst waren wir ratlos. Es war eine Situation, wie wir sie vorher nie erträumt: wir waren frei!!" Der Eunuchc erschien und brachte zwei Schalen Mokka und eine Schachtel Zigaretten. „Wie es weiterging?— Eine leere Droschke kam uns ent- gegen. Es war spät geworden. Wir baten den Kutscher, uns zurückzufahren, und er schleppte den Betrunkenen auf seinen Bock und setzte sich auf den unseren, da wir die Equipage nicht zu verlassen wagten. Es war das erstemal, daß ich mit einem Manne sprach, der nicht mein Vater und kein Ver- schnittencr war... Es war sehr einsam da draußen... Jener Berberincr mochte vielleicht glauben, er erweise uns einen Dienst: jeden- falls veranlaßte er trotz des heftigsten Widerstandes damals Ihre Existenz." Sie schwieg. In ihrem Gesicht begann es haltlos zu zucken. „Unter Abbas dem Ersten," fuhr sie fort,„geschah es, daß man selbst einen Engländer, der in seinem Harem hospitierte, lebendig eingrub. Ihrem Erzeuger, Hassan-Muharram, ging es noch schlimmer, denn er wurde in Stücke geschnitten und gewisse Details von ihm bekamen die Schweine. Ich kann nicht sagen, daß ich ihm nachtrauerte. Er war ein struppiger Halunke und hatte nicht die geringsten Manieren. Außerdem war er schuld an vielem anderen, was ich Ihnen noch erzählen muß." Sie schöpfte Atem. Ihr Eüesicht verzog sich mehr und mehr zu einer gramvollen Maske. „Natürlich wurde die ganze Angelegenheit vertuscht. Kurze Zeit daraus entführte mich Achmcd-Abd-el-Gawad. Sic werden vielleicht von dem Prozeß gehört haben, den dieser Skandal hervorrief. Er konnte sich loskaufen(er hatte schon damals großen Einfluß), und so behielt er keinen Unrat im Kalender. Nun ist er tot— Allah vertilge sein Gedächtnis, möge die Ruhe ihm versagt bleiben! Er war nicht viel besser als der Berberincr. Er war intelligent! Der Khedive machte ihn zum Schesch-es-Sada't, zum Nachfolger meines Vaters." Zischend fuhr sie fort:„Er machte dieses Schwein zum Adclsmarschall... Ah, ich spuckte ihn an, wenn er mit seinem Blute prahlte und seine Fellachcnherkunft ihm dabei noch aus allen Poren stank!— Denn ich, ich wußte, woher er stammte! Ich habe das am eigenen Leib erfahren! Ich habe es ihm ins Gesicht gesagt, daß sein ganzer Stammbaum von käuflichen Ulama fabri- ziert war!" Sie schöpfte erbleichend Luft und kämpfte mit einem kurzen Asthma. „Er schob dem Khediven unter der Hand gute Land- Verkäufe zu, kurz, er war die Seele jeder auffallend geglückten Spekulation, mithin eines auch von Ihren Vorbildern, Hassan- Muharram I— Doch was erzähle ich Ihnen Dinge, in denen Sie notorisch längst versiert sind!" setzte sie mit zynischer Höf- lichkeit hinzu.„Es handelt sich ja auch nicht darum, daß Sie das erfahren, sondern ich will Ihnen nur erklären, warum ich Sie als mein leibliches Kind nicht so empfangen habe, wie Sie es wünschten! (Forts, folgt.) liebenswürdige Angelique. Leopoldine Konftankin, mit glück- licher Mischung äußerer Geziertheit und innerer Tücke, entwarf ein gutes Konterfei der erbschleichenden Gattin. Unter den kleineren Rollen trat besonders markant Gülstorffs ulkiger Medizin- und Heiratskandidat hervor. dt. Was öer„Clan Mactavifh� mit öer„Möwe"' erlebte. In dem zwei Spalten langen Bericht des„Daily Telegraph", der die Erzählungen der Mannschaften des von der„Möwe" vor- senkten englischen Dampfers„Clan Mactavish" wiedergibt, sinken sich zahlreiche noch nicht bekanntgegebene interessante Einzelheiten. Die 18 Offiziere und Mannschaften des„Clan Mactavish", die aus Teneriffa in Tilbury anlangten, wurden sofort von Reportern be- stürmt.„Das Gefecht mit der„Möwe"— erzählte der dritte Ofsizier— fand Sonntag, den 16. Januar, statt. Wir begegneten der„Möwe" gegen Abend und hielten sie für einen harmlosen Kauffahrer. Während wir ohne Lichter fuhren, hatte die„Möwe" sorglos ein Licht am Vordermast. Sie war von einem anderen Dampfer begleitet, der sich später als die gekaperte„Appam" ent- puppte." Nach einer Schilderung des kurzen Kampfes— der„Clan Mactavish" hatte ein Geschütz an Bord—, erzählt der Offizier, wie deutsche Mannschaften an Bord des englischen Schiffes kamen: „Wir wurden auf Deck aufgestellt und dann in Booten nach der „Appam" gebracht, wo man uns für Kriegsgefangene erklärte. Hierauf brachte man uns in einer Salonkaiüte 1. Klasse unter. Am nächsten Tage wurden wir auf die„Möwe" übergeführt." Mit großer Anschaulichkeit schildern die englischen Schiffsleute weiter, wie sie nunmehr als bewachte Passagiere und höchst unfreiwillige Zeugen die Eroberungszüge der„Möwe" eine Zeitlang mitmachten: „Die schlimmsten Stunden, die wir erlebten," erzählte einer der Engländer,„waren die Zeiten, in denen die„Möwe" gegen eng- lische Dampfer feuerte. Wir saßen in der Kajüte hinter Verschluß, sahen nichts, sondern hörten nur den Lärm der Geschütze. Schließ- lich halfen wir unS, indem wir auf einem in einer Ecke auf- gesundenen alten Grammophon Lieder spielten. Die„Möwe" mußte mit der gekaperten„Westburn" einen� englischen Kreuzer dafsieren. Man ließ uns arglos vorbei. Be! dieser Gelegenheit sagte ein deutscher Offizier:„Wenn ich der Kapitän dieses bri- tischen Kreuzers wäre, würde ich mich selbst erschießen." Die Eng. länder wurden, wie sie selbst berichten, von der Mannschaft der „Möwe" ausgezeichnet behandelt. Viel besser, als wir erwartet hatten. Zum Frühstück bekamen wir schwarzen Kaffee mit Zucker und gutes Brot. Zu Mittag erhielten wir kräftige Fleischfuppen, Brot und Tee sowie Kartoffeln und Gemüse. Morgens und abends durften wir je eine Stunde unter Bewachung aus dem Deck spa- zieren gehen. Auch konnten wir uns für einen Penny rasieren und die Haare schneiden lassen. Man erlaubte uns auch zu rauchen: Zigaretten und Tabak konnten wir in der Schiffskantine rauchen." .Geistige futterkisten!" Diese mit Gespann jedoch nicht immer es erfreulich, daß auf In zahllosen Feldpostbriefen wird immer wieder über den Mangel an Lesestoff bei den Truppen an der vordersten Front ge- klagt. Um dem abzuhelfen, genügen nach einer Erfahrung von ein- einhalb Kriegsjahren auch die großen, durch das Rote Kreuz und andere Organisationen veranstalteten Sammlungen von Bücher- Liebesgaben bei weitem nicht. Dies war die An- regung, unseren Truppen guten Lesestoff durch Einrichtung von fahrbaren Kriegsbüchereien zuzuführen. zu befördernden Büchereien werden überallhin vordringen können, deshalb ist Anregung aus dem Felde bereits tragbare Feldbüchercieu in praktischem Aufbewahrungslasten mit Verschlußvorrichtun� gestiftet wurden, die dem bestehenden großen Bedürfnis nach geistiger Anregung und Ablenkung Abhilfe schaffen können. Diese„Geistigen Futlerkisten", wie sie im Soldalenmunde bereits im Gegensatz zu den fahrbaren„BildungSkanonen" genannt werden, enthalten eine ausgewählte Zusammenstellung von 100 Bänden belehrenden Inhalts. Das Gesamtgewicht der dünnen Bändwen beträgt ein- schließlich Verpackung nur 6 Kilogramm, so daß die Bücherei bei Stellungswechsel unterm Arm oder auf dem Tornister, lelbst in den Schützengraben mitgenommen werden kann. Durch weitere Stiftung solch kleiner zweckmäßig zusammengestellter Bibliotheken für Truppenteile in Kompagniestärke, die als Leihbüchereien jedem Mann zugänglich gemacht werden können, wird für Hnnderle von Feldgrauen auf lange Zeit hinaus für geistige Nahrung gesorgt werden.(z) Die rauchfanglose Staüt. Nach der„Elecirical World" ist das Städtchen Dumbrock in Schottland gänzlich ohne Rauchfänge. Der Kampf gegen den Rauch hat in dem genannten bei Glasgow liegenden Städtchen dazu ge- führt, an Stelle von Holz. Kohle und anderem Fenerungsmalerial vie Eleklriziläl ausschließlich zur Erwärmung der Häuser und zum Kochen usw. zu verwenden. Schon äußerlich zeigt sich die Besonder- heit des OrleS in dem vollständigen Fehlen aller Schornsteine und Rauchfänge. Jedes Haus der Stadl ist mil einer elcllrischen Heizungsanlage, mit einer ebensolchen Mcheneinrichlung und elektrischem Lich! veriehen. Die Häuier sind Einsomilienbäuier von iechs Zimmern mit Dächern von Asbest. Die elekiriiche Versorgung Hai neben dem Voricil der guten Neinhalluug des Hauies. die bei Rauchentwicklung stets eine schwierigere isl, de» Vorzug größerer Billizkeil I zugleich eriparl sie Hiisskräfte im Haushalt und befreit die Hansfrau von einer ganzen Reihe von Arbeiten. Nottzea. — Vorträge. U e b e r den tlnterwasserkricg spricht zum Besten des Roten KreuzeS Oberleutnant Weber-Robine am Sonnlag, den 12. März, nachm. 5 Uhr, im Schillersaale, Bismarck- straße 110.— In der Treptow-Sternwarle spricht am Diensiag, d. 14., abends 7 Uhr, Direktor Archenhold über„Die Sternbilder" smit praktischen Uebuugen zu ibrer Auf- findung).— Am Mittwoch, den 15., spricht im Zentrallnfiitlit für Erziehung und Unlerricht(Potsdamer Straße 120), Prof- fessor Joel- Basel über„Die Bedeutung unteres klassischen Zeitalters für die Gegenwart". Beginn 8 Uhr. Eintritt frei. Prot. Georg S i nr m e l hält zugunsten der kriegsgeiangenen Deutschen am Donnerslaa. den 16., abends 3 Uhr, im Auditorium Maximum der Universität, einen Vortrag über„Goethes Liebe". Karten beim Kastellan und bei Wertheim. — SonntagSlonzerte. Im Charlottenburger Schiller- Theater, mittags 12 Uhr: Kommernmstkwerke von Mozart und BrabmS, Klara Krausescher„Fiaucnchor".— Im Blüthnersaal, u/. Uhr, Konzert des BlüthlicrorchesterS: Mozart-Abeud. 4\ 0|o Deutsche Michsschahanweisungen. 50|o Deutsche �eichsanleihe, unkündbar bis 1924. (Vierte Kriegsanleihe.) Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden 4Vs°/o Reichsschahanweisungen und S°/o Schuldverschreibungen des Reichs hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Schuldverschreibungen sind seitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1934 nicht kündbar; bis dahin kann also auch ihr Zinsfuß nicht herabgesetzt werden. Die Inhaber können jedoch über die Schuldverschreibungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit(durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Deöingungen. 1. ZelchtMNgSsteUe ist die Reichsbant. Zeichnungen werde« von Sonnabend, den 4. März, an bis Mittwoch, den 33. März, mittags l Uhr bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin(Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweiganstalte« der Reichsbank mit Kasscneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung der Königlichen Seehandlung sPreußischen Staatsbank) und der Preußischen Central- Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hanptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filiale», sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkasse» und ihrer Verbünde, jeder deutschen LcbensversichcrungSgesellschaft und jeder dentschen Kreditgenossenschaft erfolgen. Zeichnungen aus die 5 0/0 ReichSanleihe nimmt auch die Post an allen Orten am Schalter entgegen. Auf diese Zeichnungen kann die Vollzahlung am 31. März, sie must aber spätestens am 18. April geleistet werden. Wegen Zinsberechnung vgl. Ziffer 9, Schlusssatz. 2. Die Stliatzanweisunge« stnd in 10 Serien eingeteilt und ausgefertigt in Stücken zu: 20 000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres. Der Zinsenlaus beginnt am 1. Juli 1916, der erste Zinsschein ist am 2. Januar 1917 fällig. Welcher Serie die einzelne Schatz- anweisung angehört, ist aus ihrem Text ersichtlich. Die Reichsfinanzverwaltung behält sich vor, den zur Ausgabe kommenden Betrag der Reichsschatzanweisungen zu begrenzen; es empfiehlt sich deshalb für die Zeichner, ihr Einverständnis auch mit der Zuteilung von Reichsanleihe zu erklären. Die Tilgung der Schatzanweisungen erfolgt durch Auslosung von je einer Serie in den Jahren 1923 bis 1932. Die Auslosungen finden im Januar jedes Jahres, erstmals im Januar 1923 statt; die Rückzahlung geschieht an dem auf die Auslosung folgenden 1. Juli. Die Inhaber der ausgelöste« Stucke können statt der Barzahlung vier- einhalbprozeutioe bis 1. Juli ISSÄ unkündbare Schuldverschreibungen fordern. 8. Die Netchsanlerhe ist ebenfalls in Stücken zu 20000, 10000, 5000, 20, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit dem gleichen Zinsenlauf und den gleichen Zinsterminen wie die Schatzanweisungen ausgefertigt. 4 Der Zeichnungspreis beträgt: sür die �#/o Reichsschatzanweisungeu 95 Mark, », 5 Vo Reichsanleihe, wenn Stücke verlangt werben, 98,8« March »» 5#/o•» wenn Eintragung in daS Reichsschuldbuch mit Sperre bis 15. April 1917 beantragt wird, 98,80 Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Etückztnfen(vgl. Ziffer 9). 5. Die zugeteilten Stücke werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichs- Hauptbank für Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1917 vollständig kostenfrei auf- bewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Medsrlcgung nicht bedingt; der Zeichner kann fein Depot jederzeit— auch vor Ablauf dieser Frist— zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Darlehns- lassen wie die Wertpapiere selbst beliehen. 6. Zeichmmgsscheine sind bei allsn Reichsbankanstaltsn, Bankgeschäften, öffentlichen Spar- lassen, Lebensversicherungsgesellschaften und Kreditgenossenschaften zu haben. Die Zeich- nungen können aber auch ohne Verwendung von Zetchnungsscheinen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsscheine für die Zeichnungen bei der Post werden durch die Postanstalten ausgegeben. 8. Die Zuteilung findet tunlichst bald nach der Zeichnung statt, lieber die Höhe der Zuteilung entscheidet die Zeichnungsstelle. Besondere Wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnimgsscheincs anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Ver- mittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 31. März d. I. an jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: 30°/« des zugeteilten Betrages spätestens am 18. April d. I., 24. Mai d. I., d. I.. Juni — � /0»» 0 0 250/0... 23. 25 0/o,.„. 20. Juli 0. ü. zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teil- baren Beträgen deS Nennwerts. Auch die Zeichnungen bis zu 4000 Mark brauchen nicht bis zum ersten Einzahlungsteruiiu voll bezahlt zu werden. Teil- Zahlungen sind auch aus sie jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Be- trägen des Nennwerts gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Beispiele: Es münen also spätestens zablen: die Zeichner von M. 800: M. 100 am 24. Mai, M. 100 am 23. Juni, M. 100 am 20. Juli; die Zeichner von Vi. 200: M. 100 am t!4. Mai. M. 100 am 20. Juli; die Zeichner von M. 100: M. 100 am 20. Juli. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung an- gemeldet worden ist. Die am I.Mai d. I. zur Rückzahlung fälligen 80 000 000 M. 4% Deutsche Reichsschatzanweisungeu von 1912 Serie 11 werden— ohne Zinsschein— bei der Begleichung zugeteilter Kriegsanleihen zum Nennwert unter Abzug der Stückztnsen bis 30. April in Zahlung genommen. Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzschcine des Reichs werden unter Abzug von 50J0 Diskont vom Zahlungstage, frühestens aber vom 31. März ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit— in Zahlung genommen. Da der Zinsenlauf der Anleihen erst am 1. Juli 1916 beginnt, werden auf sämtliche Zahlungen für Reichsanleihe 5°/«, für Schatzanweisungen'i,/a0/0 Siückzinsen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 31. März ab. bis zum 30. Juni 1916 zugunsten des Zeichners verrechnet; auf Zahlungen nach dem 30. Juni hat der Zeichner die Stückjinsen vom 80. Juni bis zum Zahlungstage zu entrichten. Wegen der Postzeichnungen siehe unten. Beispiel: Bon dem in Ziffer 4 genannten Kaufpreis gehen demnach ab: Bei der Reichsanleihe erhöht sich der zu zahlend« Betrag für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weiterhin verschiebt, um 26 Pfennig, bei den Schatzanweisungen für jede 4 Tage um 5 Pfennig für je 100 M. Nennwert. Bei Poftzeichnnngen(siehe Ziffer 1, letzter Absatz) werden auf bis zum 31. März geleistete Dollzahlungen Zinsen für 90 Tage(Beispiel la), auf alle andern Vollzahlungeu bis zum 18. April, auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 72 Tage(Beispiel Ib) vergütet. 10 Zu bin Stücken von 1000 Mark und mehr werden für die Reichsanlcihe sowohl wie sür die Schatzanweisungen aus Antrag vom Reichsbank-Direktorium ausgestellte �zwischen- scheine ausgegeben, über deren Umtausch in endgültige Stücke das Erforderliche später öffentlich bekannt gemacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen sind, werden mit größtmöglicher Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im August d. I. ausgegeben werden. UMt? Berlin, im Februar 1916. Reichsbank-direktorium. H a v e n st e i n. v. G r i m m. WchllUIMItSM �?WKWtWtÄtknW.: Th.GiM.LeWn. Druck �Vertag! VolwSttt DstMuSe�! ü. Ml Assssir-L-