Nr. 140.- 1016. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Somlilbrnd, 17. Iliiu. Zur Reform öes Kalenöers. Der Krieg hat uns eine Neuerung-gebracht, die schon seit Inn- gerein von verschiedenen Seilen propagiert wurde, deren Verwirk- Irchung aber bisher daran scheilerle, dag eine inlernationale Verein- barung schwierig erschien: die Sommerzeil. Und merkwürdig: ohne internationale Vereinbarung hal sich die Verbesserung gleichzeitig in fast allen europäischen Kulturländern durchgesetzt, sicher ein Beweis dasiir, dag ihre Verwirklichung auch schon früher erreichbar geivesen lväre. Das gibt den Mut, auf. einen anderen Vorschlag zurückzu- kommen, der nicht erst seil Jahren, sondern schon seit Jahrhunderten in einer ganzen Reihe von Variationen immer wieder aus- getaucht ist: die Reform des Kalenders. Es sind nicht wenige Unmlräglichkeitcu, die eine solche Reform als im höchsten Grade wünschenswert erscheinen lassen: die verschiedene Länge der einzelnen Monate, der stete Wechsel der auf ein bestimmtes Datum ent'allcnden Wochentage und endlich, als schlimmstes Uebel, da§ ougerordentliche Schwanken des Oster- und PfingstfcstcS, unter dem sowohl die Geschäftswelt als auch der Schulbcirieb stark zu leiden bat."So grog.also das Bedürfnis nach einer Kalenderreform,'i»S- besondere nach einer Fixierung der beiden Feste ist, so schwierig erichien es doch stets, die hierfür nötige Verständigung der gesamten Kuliurwelt zu erreichen, ohne die eine Reform natürlich zu einem beillosen Wirrwarr inr internationalen Eisenbahn- und Geschäfts- verkehr führen würde. Ein Hindernis einer Reform waren auch religiöse Bedenken, die hauptfächlich auf katholischer Seite erhoben wurden, während die evangelische Kirche, an erster Stelle Luther selbst, sich mehrfach zugunsten einer Festlegung des Oster- und Pfingst- festes ausgesprochen hat. Vielleicht wird der Krieg, der ja mit so manchem Althergebrachten aufgeräumt hat, auch hier den Anflog zu einem kühnen Vorgeben geben. ES ist klar, dag diejenige Kalenderreform die gwgte Aussicht mif Durchführung hat, die an dem Bestehenden Em wenigsten revolutioniert, die also unsere Einteihmg des Jahres in Wochen und Monate bestehen lägt. Eine Reform, die beispielsweise an Stelle der Woche die Dekade(Spannraum von zehn Tagen) setzen wollte, wäre von vornherein aussichtslos. Unter Anlehnung an von anderer Seite(Blochmaun, Katzenstcin) gemachte Vorschläge scheint uns nächstehende Reform diejenige zu sein, die einerseits allen praktischen Bedürfnissen genügt, andererseits jede überflüssige Aende- rung vermeidet. Das Jahr zerfällt in vier Vierteljahre von je 13 Wochen oder öl Tagen. Jedes Vietleljahr beginnt mit einem Sonntage. Die Monate Januar, April, Juli, Oktober haben 31, die übrigen M Tage. Der überschüssige 362. Tag des Jahres wird zwischen den 30. De- zember und den 1. Januar eingeschoben t er trägt keinen Wochen- namcn, sondern heigt Silvester. Der aller vier Jahre einzuschiebende Schalttag wird zwischen den 30. Juni und den 1. Juli gelegt und heistl Mitljahrstag. TaS Osicrsest ivird stets am 23. März geseiert, das Pfingstfcst dementsprechend am 12. Mai. Der heilige Abend fällt bei dieser Regelung auf einen Sonntag, das Wcihnachtssest auf einen Montag. Die Vorteile einer solchen Regelung wären: Gleiche Länge aller Vierteljahre, also gleiche Größe der auf diesen Zeitraum fallenden geschäftlichen oder sonstigen Leistungen. Gleichviel Werktage in ledem Monat, da die vier Monate mit 31 Tagen einen Sonntag mehr haben als die anderen. Jedes Datum fällt jahraus, jahrein auf denselben Wochentag. Andererseits wird es für jeden nach einiger Uebung ein leichtes sein, sich auszurechnen, auf welchen Wochentag ein bestimmtes Darum fallen muß, da die ersten Monate jedes Vierteljahrs mit einem Sonntage, die zweiten mit einem Mittwoch und die Dritten mit einem Freilag beginnen. Tie Kalender brauchen nicht sjedes Jahr ueu gedruckt zu werden: ein .Kalender gilt für alle Zeiten. Ebenso können die Eisenbahnfahr- 'plane für längere Zeit festgesetzt iverden. Welchen Vorteil die Festlegung des Osler- und Pnngsiscstcs für die Geschäftswelt dringen würde, brauckit nicht erst dargelegt zu werden. Für den Schulbetrieb würde sick> daraus der ungeheuere Vorteil ergeben, daß das von einem Osterfest zum anderen laufende Schuljahr stets gleich lang wäre, io daß immer dasselbe Pensum erledigt werden könnte. Insbesondere erleidet auch daS letzte, für die Examina so wichtige Quartal vor Ostern keine Veränderungen. Es könnte noch fraglich erscheiuen, ob man das Osterfest besser auf den letzten März- oder den zweiten Aprilsonntag festlegen sollte.(Ter erste Aprilsonntag käme deshalb niibl in Betracht, iveil dann gerade das Osterfest mit WohnungS- und Personaländerungen zusammen-, also in eine sehr ungemütliche Zeit fallen würde.) Für den zweiten Aprilsountag würde die günstigere Jahreszeit, für den letzten März- sonntag die Erwägung sprechen, daß dadurch die Feiertage besser auf die einzelnen Vierteljahre verteilt würden. Auch würden die vierzehn Tage dauernden Osterfcricn in den Schulen auf diese Weise zur Hälfte das erste, zur Hälfte das zweite Vierteljahr belasten. Man kann sich nicht vorstellen, welche ernsthaften Gründe gegen eine solche Kalendcrreform gellend gemacht Iverden könnten. Wenn es seinerzeit gelang, den julianischen durch den gregorianischen Lialendcr zu ersetzen und alle Länder mit Ausnahme Rußlands für die Aenderung zu gewinnen, obwohl damals die Verständigungs- Möglichkeiten zwischen den Völkern viel geringer waren und der neue Kalender zunächst einen sehr starken Eingriff in die Zeilrech- nung bedeutele, so sollte man meinen, daß eine Kalenderreform in dem hier geschilderten Sinne ein verhältnismäßlg leichtes Stück Arbeit fei._' kleines ZeuiUeton. Die geheimnisvolle Göttin. Die Herkuujt der vom Berliner Museum erworbenen alt- griechischen Göttin war bisher nicht bekanntgegeben. Ein Schleier umgab die maimorne Hoheit t„Nie sollst Du mich befragen". Der Direktor Dr. Wiegand hat in der Generalversammlung der Freunde antiker Kunst, denen die Ausbringung der Ankaufssumme wesentlich zu danken ist, ihre Geschichte erzählt. Sie ist abenteuerlich genug. Tie Statue wurde an der Stätte einer griechischen Kolonie der Süd'küste Unterilaliens gefunden und von ihreiri ersten Besitzer über Marseille nach Paris gebracht d. h. geschmuggelt, da die'Ausfuhr solcher Kunstwerke in Italien verboten ist. Dort wurde sie in einem bekannten Antiquariat aufgestellt. ES gelang schon damals einem Vertrauensmann der. Berliner Museen, sich zum stillen Mitbesitzer zu machen. Die hervorragendsten amcrika- irischen Antikcnhändler wie die Freunde des LouvrcnmseumS wett- eiferten in ihren Angeboten. Ganz Paris strömte im Sommer 1914 zur Göttin, um ihr zu huldigen. Mit RothschildsUnlerstützung sollte bereits eine nationale Subskription eröffnet werden. Da legte sich die Direktion des Louvre ins Mittel und beschlagnahmte die Göttin (Höhepunkt des 2. Aktes in der dankbarsten aller Operetten, die uns hoffentlich nicht vorenthalten Ivird). Der Paragraph, auf den sich die Louvrehcrrschaflcn beriefen, stammt offenbar ans der französischen Revolution und muß jedem Sozialisten sympathisch sein: hervor- ragende Kunstwerke können auch dann vom Staate beschlagnahmt werden, wenn sie nicht einheimischen Ursprungs sind. So war die Aussicht, die Göttin für Berlin zu erwerben, außer- ordentlich gering geworden, dazu brach der Krieg aus. Indessen ließ sich der Vertrauensmann der Berliner Museen nicht abschrecken. Es kam zu einem höchst interessanten, durch zwei Instanzen hindurch geführten sehr kostspieligen Prozeß gegen den Louvre und— aus der zweiten Phase des Streites ging der Louvre geschlagen hervor. (Die Bourgeoisrepublik hat offenbar nicht mehr den Mut, sich zu Konfiskationen zu bekennen.) Die Beschlagnahme wurde aufgehoben. Nun war keine Minute zu verlieren, da zu befürchten war, daß der Louvre das Urteil anfechten werde. Noch am gleichen Tage wanderte die Göttin in eine längst vorbereitete kunstvolle Verpackung und kam sofort in einen eigenen Bahnwagen, der abends dem Schnellzug nach Genf angehängt wurde. Daß dicS alles trotz der großen Kriegsvcrwirrung der französischen Bahnen glatt vor sich ging, ist nahezu als ein Wunder zu bezeichnen. Aber auch in Genf wurde der Schatz nicht lange aufbewahrt, sondern an einen Ort ge- bracht, dessen' Einwohner von neutraleren Empfindungen gegen Deutschland erfüllt sind.'Am 10. Dezember 1012 endlich gelangte die Göttin nach Berlin. Direktor Wiegand hat diese wunderbare Geschichte bisher absicht- lich nicht veröffentlichen lassen. Nachdem sich aber herausgestellt habe, in wie brutaler.Weise die„Beschützer der Zivilisation und der kleinen Nationen" sich an der wissenschaftlichen Station der königlichen Museen-beim-Apollotempel Von-Tüdhma- an der klein- asiatischen Küste vergriffen hätten, indem sie das Ausgrabungshaus und mit ihm das benachbarte arme Griechendorf Jeronda in Trümmer geschossen haben, habe den Schleier zarter Rücksicht über die Er- Werbung der Göttin fallen lassen. Wunderbar wie eine Legende ist diese Entführungsgeschichte, eine holde Episode in den Greueln dieser Jahre. Aber daS wunderbarste ist und bleibt doch die Göttin selbst, eiir Wunder an Schönheit und ohnegleichen in der ganzen antiken Kunst. vom Regen in Deutschland. Während im vorigen Jahre strahlender Sonnenschein das ganze Frühjahr hindurch angehalten hatte, so daß die Felder verdursteten und die Ernte schlecht wurde, scheint in diesem Jahre, soweit die vorliegenden Berichte darüber Aufschluß geben, die deutsche Erde ihren Anteil am befruchtenden Regen reichlich zu bekommen. Wie groß ist eigentlich die Regenmenge, auf die Deutschland Anspruch hat? Rund 384 110 Millionen Tonnen Regenwassers fallen alljährlich auf DenischlandS Boden nieder, an jedem Tage also eine reichliche Milliarde Tonnen. Da die durchschnittliche Regenhöhe für die gesamte Erdoberfläche auf 01 Zentimeter zu veranschlagen ist, während ganz Deutschland eine Regenhöhe voit 71"Zentimetern hat, bleibt der Anteil Deutschlands hinter dem Durchschnitt nur um ei» Geringes zurück. Süddcutschland bekommt 'übrigens mehr' Regen, nämlich 82 Zentimeter Regenhöhe.im'Jahre, die Berglandschaften Mitteldeutschlands erhalten 69, während Norddeut schland mit etwa 64 Zentimetern etwas weniger Nieder- schlüge bekommt. ' So ungleichmäßig die Negeninengen sich über die ganze Erd- oberfläche verteilen, so unregelmäßig tun sie das auch bei dem winzigen Ausschnitte daraus, den Deutschland datstellt. Am" regen- reichsten sind die Gebirgsgegenden t die eigentlichen Regcnwinkcl liegen im äußersten Südwesten und Südosten in den südlichen Vogesen und dem Watzmanugebirgc, wo einzelne Punkte, eine jährliche Regenhöhe voll 2,10 Meter haben. Im Harz kann der Brocken jährlich.auf 170. Zentimeter Regenhöhe rechnen; im Riesengebirge fallen 130 Zentimeter, im Böhmerwald und im Bayerischen Walde 120 Zentimeter. In den Gebieten östlich der Elbe bleibt die Regenhöhe unter 600 Millimeter, in Rheinhessen, an der unteren Saale sowie um Warthe und Weichsel herum sogar unter 200 Millimeter. Was die Verteilung des Regens-über das ganze Jahr angeht, so hat, wie die Gelehrten sich ausdrücken, Deutschland,„einen gemäßigt kontinentalen Charakter.cher in xrncm einfachen, gut ausgeprägten Sommcrmaximum der Niederschläge besteht". Im allgemeinen nehmen nach Eckardt die Frühjahrs- und Sommerregen landeinwärts zu, die Herbst- und Wintcrrcgcn dagegen ab, und zwar in nordwestlich-südöstlicher Richtung, ganz der Lage und Entfernung der See entsprechend. In ganz Nord- deutschland, abgesehen von der Küste, ist ebenso wie in Mittel- und Süddeutschland, der Juli der niederschlagsrcichstc Monat. An der deutschen Nordseeküste ist es der August. In Schleswig- Holstein fällt die regenreichste Zeit in die Monate August bis Ok- tober,.im nördlichen Ostpreußen zwischen Nimmersatt und Bringe- mündung in den Oktober, im südlichen Ostpreußen in den August. Das koittinental gelegene Ostpreußen vom Pregel bis zur russischen Grenze hat dagegen am meisten Niederschläge im Juli. Ter trockenste Monat Deutschlands, nach der Höhe der Niederschläge berechnet, ist der März oder der April. Daß besonders große Nässe- oder Dürrezeiten eintreten, kommt ausnahmsweise vor. Die längste Dürrezeit ohne jeden Regen ist in den Monaten März bis Mai des Jahres 1803 beobachtet worden; im Nheingau fiel 40 Tage lang kein Regen. Tie längste bisher beobachtete Nässezeit hat das Rheinland zu verzeichnen: in Cleve regnete es vom 13. Oktober bis zum 14. November des Jahres 1860 täglich, also im ganzen 33 Tage hintereiitander._ Die kostbarste Henne öer Nett. Die kostbarste Henne der Welt ist, nach dem„Strand Magazine', die weiße Wunderhcnne„Lady Eglantine", die am 12. April 1914 auf einer Farm in Maryland aus denr Ei schlüpfte. Diese Henne hat den Weltrekord inr Eierlegen an sich gerissen, indem sie im Ver- laufe eines Jahres 314 Eier legte.„Lady Eglantine", die dieses Kunststück bei einem Wett-Eierlegen auf der landwirtschaftlichen llntersuchungsstation im Staate Delaware fertig brachte, wurde hier« durch zu einer Weltberühmtheit in den Kreisen der Hühnerzüchter, und beispiellose Summen'wurden ihrem glücklichen Besitzer für Ueberlassung des Wundcrexcmplarcs geboten. Bei der letzten Hühner- zuchtschau in New Uork feierte„Lady Eglantine" Triumphe, wie sie sonst nur eine Primadonna zu erleben vermag. Zuerst wurde in Philadelphia Halt gemacht, wo die Hühnerzüchter zu Ehren der Wunder- Henne im ersten Hotel der Stadt ein großes Festbankett mit besonders zusammengestelltem musikalischen Programm abhielten. Am nächsten Tage wurde das Wunderhuhn von einer ganzen Kompagnie von Schutzleuren auf Motorrädern zur Bahn begleitet und in einem-be- solideren Wagen nach New Uork gebracht. Bei der Ankunft in JÄetv Uork war der Bahnhof mit Neugierigen und Filmphotographen über- füllt, und im Auto wurde das beneidenswerte Huhn nach dem Aus- stcllungspalast geleitet, wo man es feierlich als Ehrengast empfing. Nicht minder glücklich als«Lady Eglantine" selbst aber ist ihr Vc« sitzer, der für ein einziges Ei dieser Wnnderhenne die Summe von 100 M. verlangt und auch crhälr. Viel Geschrei— um eine Henne. Notizen. — D a Z Zentralin st itut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 120, hat— nach Ucbernahme der Bestände des Schulmnseums der Stadt Berlin— feine ständige Untcrrichtsausstellimg dem öffentlichen Besuche wieder freigegeben. Ausgestellt sind sowohl Lehrmittel Ivie auch Schülerarbeitcn. Die Ausstellung ist werktäglich von 8— 6 Uhr nachmittags unentgeltlich geöffnet. CrZählunsen eines alten Tambours. 41j Von Edmund Hoefcr. Sic atmete tief und ward feuerrot wie der Kragen ihrer kleinen, sauberen Ilniformjacke, die wir ihr hatten niachen lassen. .Nein,' sprach sie,.das trüg' ich nicht. Und wenn es je dahin kam', gingen wir auf und davon und lebten woanders. Die Erde ist groß. Das hat Leo mit mir auch schon längst und offenherzig beredet.'— .Wer ist der Leo eigentlich, den du immer nennst?' fragte der Kapitän mit gerunzelter Stirne..Verständigen wir uns, du meinst doch wirklich auch den Leutnant von Stcinsoll?' Sie ward wieder feuerrot und nickte nur. ,Nun gut,' fuhr er fort, ,ich liebe Klarheit und Offenheit bei jedem Geschäft. Also, es sei, wie du sagst— was wird während des Krieges aus dir? Und nachher, wohin wollt ihr und wovon leben? Er hat eine gute Karriere vor sich, die muß er aufgeben— glaubst du, daß ihn das niemals reuen, daß er dich dies Opfer nie empfinden lassen würde? Christine. Kind, du bist nicht dumm, du hast dich in der Welt umgesehen, du weißt, daß du bei uns gut und hoch angeschrieben, daß du aber von Haus aus ein Soldatenkind bist, daß Gleiches zum Gleichen gehört und Ungleichheit nie was taugt. Du erinnerst dich des Kapitäns Willmar und seiner Frau, die auch aus geringem Stande war, wenn auch sonst ein ausgezeichnetes Weib, wie war es da? Hatten sie eine zufriedene Stunde? Und war er sonst nicht gleichfalls ein liebenswürdiger, braver, gütiger Vr'ann? Glaub' mir, so schwach das dir erscheinen mag, darin sind wir alle gleich, denn es ist einmal Menschcnnatur, daß wir von unserem Platz nicht zurück, sondern vortreten wollen.'— ,So wird und kann es nicht niit uns werden,' erwiderte sie nach einer Pause und die Augen voll Tränen..Ich will ihn ja auf meinen Händen tragen und in meinem Herzen, da muß er mich wohl immer lieb haben und mir freundlich sein.'— ,Bis er dir einmal untreu wird,' sagte ich.—.Das wird und kann er nie', rief sie auffahrend und ihr blaues Auge funkelte so blank wie der hellste Stern am Himmel..Gib du nur eine rechte, echte, feste Treue hin, Vater Ralow, dagegen kann keine Untreue aufkommen. Das weiß ich.' „Hört, ihr Herren", fuhr der Alte fort,„da brach mir der Schweiß aus der Stirn und mein Herz zitterte wie ein Laub am Baum; ich hätte lieber drei Batterien gestürmt. Gegen dieses kleine gläubige Herz, gegen diese treuen, schönen Augen! O, hol's der Teufel! Es war schier zu viel, aber ich mußte, denn die Dirne durfte nicht verderben. Und so sammelte ich alle?. waS ich an Mut in mir zu finden wußte, und sprach hart und rau: ,So? Also das alles weißt du, Christine? Weißt du denn auch, daß der Herr von Stein- soll sich und seine Treue schon vor dem Feldzug heimlich der Schwester des jungen grohnreich anverlobt hat? Hat er dir das gesagt?'— ,Hoho!' riefen Kapitän und Feldwebel. Sic stand und sah mich scharf an..Nein,' entgegnete sie dann kalt und blaß, .davon tvciß ich nichts, es ist aber auch gar nicht wahr. Und gesetzt, es wär' auch so gewesen, jetzt ist das vorbei und er ist mir sicher und der Meine.'— ,So?' redete ich weiter..Also deinet- wegen sollt' er an einer anderen zum Schuft werden, die ihn: ebenso viel und mehr vertraut als du? Was würdest du von solchem Menschen denken? Und es ist wahr, sag', ich dir.. Aber recht magst du doch haben, es wird wohl auseinandergehen oder schon sein, doch nicht deinetwegen. Der Herr liebt die Veränderung, merkst du, und ist jetzt wohl damit zufrieden, daß ihm die Eltern eine andere Braut ausgesucht haben, seine Cousine. Fräulein Helene von Pochlitz. Hast du das auch gewußt?' „Nachdem, sie mich einen Augenblick ganz starr angc- sehen, trat sie zu mir, legte die Arme um meinen Hals und lehnte den Kopf so an meine Schulter, daß sie mir recht tief in die Augen sah, als wolle sie ganz in mir sein, und ihr Blick kam so traurig und so sauft aus ihren Augen heraus, wie der eines Rehs, wenn's mit ihm Matthäi am letzten ist. .Vater Ralow,' sagte, sie endlich und ihre Stimme war auch so weich und traurig, ,du hast mich immer lieb gehabt wie dein Kind, mich gelobt und gescholten, und was ich Gutes erhielt, von dir Hab' ich's immer am meisten bekommen,— wie kannst du mir nun so ganz furchtbar weh tun und mir nehmen, wovon mein Herz allein klopft und mein Kopf weiß, das ist Leos Bravheit und Treue? Ist denn das alles wahr? Es ist ja doch gar nicht— gar nicht möglich!' Und dabei wandte sie ihr Gesicht ab und die Tränen � fielen aus ihren Augen wie Regen. Uns ward gar kurios zu Mut, denn es war ein Jammer, wie das arme junge Herz nun mit einem Mal mit der vollen Lebcnsnot zu tun kriegte und darunter zerbrach. Nun sahen wir wohl, woran.es ihr gefehlt hatte, was all' die künstliche Erziehung und all' unser Hätscheln ihr nicht hatten geben lönnen,— das war eine richtige Familie und noch mehr, eine wirkliche Mutter. Die beiden können allein ein solches Mädchcnhcrz für die Welt geschickt machen. Und NUN, wie Gott den Schaden bei Licht besah, stand ich wieder allein vor dem Riß. Denn ich törichter alter Kerl hatte mein Herz an die Kleine vertrödelt, und sie wußte sehr gut, daß ich sie wie ein Vater liebte, mehr als mich selbst, mehr als den Richard, mehr als mein Reginicnt, sie die sacker- menischc, kleine— liebe, goldige Hexe! O I— Doch davon läßt sich nicht weiter reden," setzte der Alte kopfschüttelnd hin- zu.„Was man am allerliebsten hat, davon kann man die allcrtvenigsten Worte machen. Das ist einmal so � Gesetz sür die Menschheit. „Na, ich biß die Zähne zusammen, nahm sie fest' in meinen Arm nnd sagte frisch weg: ,Es ist wahr, du Kind. Kopf auf und wirf den Nebel heraus, der dir deine Vernunft umhüllt hat. Du darfst nicht zu schänden werden, und zum puren Spielwerk für ihn bist du zu gut. Weiter will er nichts von dir, verlasse dich darauf. Doch das willst du nicht und wir leiden es auch nicht.'— ,Du hast recht,' sprach da mein Kapitän und klopfte mir ans die Schulter, ,dn bist ein guter Kerl und sprichst brav. Glaub ihm, Ehristine.'— ,Ja, glaub ihm, Mädchen!' setzte auch der Feldwebel hinzu. Da richtete sie sich auf, wischte die Tropfen vom Aug', die Haar' auS der bleichen Stirn und sprach gar nicht laut: ,'s ist gut, ihr habt recht. So macht es denn nun, wie ihr's wollt und wie ihr's verantworten könnt. Mich aber laßt zufrieden.' Und damit ging sie und setzte sich in den alten Großvaterstuhl am Ofen, drückte ihr Gesicht in die Ecke und blieb still; wir aber redeten lange hin und her.-Zuerst dachten wir daran, sie fort und in die nächste Stadt zu schaffen; das war, wie mir deucht, dazumal Breda, eine starke Festung und vor kurzem erst von uns besetzt. Dann jedoch fiel uns ein, daß wir dort niemand kannten, dem wir das herzige Ding anvertrauen konnten, wir wollten sie auch nicht vom Regiment lassen und sie' selbst wollte auch nicht weg, es ging eben nicht ohne einander. Endlich machten wir aus,'sie dazulassen, den Kommandeur von der Sache zu unterrichten, ivenn wir im Onartier wären, die Dirne jedes- mal zu einem von uns dreien zu nehmen und im übrigen sie und ihre Angelegenheiten, stets im Auge zu behalten. Sie hörte dies alles schweigend an und ging dann wie auch wir unserer- seits wieder deu Geschäften und dem Dienste nach. Nur-ein wenig stiller und blasser war sie als sonst und weiter war ihr nichts anzumerken.(Forts. Forts.) p- l Killtdim fmitUntertassen| Porzellan, ) bunt dekoriert 63 pj. I Mi!« Emaille gebaucht 68 > 3 Rührkellen, Ahorn 68 Pt MauhlneBlopfl Emaille, 16 cm 68 pt. I Talslaokatz modernes Pressmustex 68f{. IWaaßsplegeli 27 x35 cm 68 Pf. mit schwarzen I oder vernickelt] Griffen 1 Rahkette k m.mod. Anhang. J 68 Pt. Belle-SIIIiinte-Stnisse' Gr. Fninklurler Strosse Bronnen-Strosse � Rottlinser Domm Wllmersdorter Strosse Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken Oirkdiofk-Artihel 1 Kleiderbürste....) 1 Kopfbürste. zusammen 1 Kaffeebüchse..... 1 Zuckerbüchse.... jOOpt 1 Gebäckkasten 68?k. lPfefferniöfile68 1 Springform 68 1 Wedel... 68 Pt lSchrubber68pf. zusammen 2 Küchenbretter...1 1 Fleischklopfer...] 68 c_f==!~ =o pt zusammen 1 Königskuchenform 30 cm 1 1 Reibekeule 1 Nudelrolle 1 Borstenhand- feger.... 68 pt 1 Teppichhandfeger..... 68 pt. 1 Waschbrett..... 7...... 68 p7 pt 2 Gazeglocken 19 u. 24 cm 68 1 Blechgarnitur Sieb, Gurkenhobel.......... J OOPf. I Kuchenbrett� ... 68 1 Klosettbürste 68 pf. 1 Auftrage bürste.. 1 Schmutzbürste... 1 Glanzbürste....... Golonterie 1 goldener Ring 333 gest. mit Stein 68 1 Rasier- garniturfiS pr. 1 moderner Haarkamm 1 Rocknadel Silb.SOO/IOOCCO gestempelt 00 1 Einkaufsbeutel 25 cm hoch 63 68 PniHeraaren 1 Postkarten-Album Ät. geschmackvoller Einband..... 1 Brieftasche|?0VmTBantßo notenfach und Notizbuch...... 00 1 Poesie-Album?™." 68 pt 25 Briefbogen.............)~ 25 üraschlägeP5UÄ" RH med. Format, Leinenpressung; VV 50 gemischte Ansichtspostkarten Glückwunech, KBpfe, Blumen OQ Ansichten usw.............. 00 Pf. Emaille 1 Rasserolle konisch. 68 1 Maschinentopf 68 Pf. 1 Durchschlag»«»...... 68 pf 1 Kasserolle btm. m. Stiel oder 2 öriffen, CO 16 cm................ DO Pf, ��*.68. 1 Nachtgeschirr68 pi. 1 Kaffeeflasche;LÄr... 68 pf. 1 Napfkuchenform...... 1 Putzkasten........ 1— en 1 Wicbskasten..... j Oo pi 1 Satz Frühstücks- brettchen Ahom 68 pl � 1 Garderobenleiste 68 pt 1 Sand-, Soda- �Garnitur....... 68 pi. 1 Waschständer......... 68 pt 1 Bratpfanne 2? oder 22 1 Schmortopfcp 16 cm......... OO Pf. 1 Köchenschössel 30 cm....... 68 Pt 1 Schaffnerkanne 68 pt 1 Müllschaufel dekoriert... 68 Pf. 1 Kasserolle mitkung.iscm Parfnmerle Porzellan 1 Kaffee od. Teekanne 1 Milchtopf........... 1 Zuckerdose......... zusammen Pf. 1 Butterdose mit Goldkante 68 Pf. . 4 68 pt 1 Kaffeekanne CTod�eS n 3 Milchtöpfe Ä"! 68 pt 6 Eierbecher Äkoren zus- 1 Blechtablett......... Porzellan mit CO patriotischen Bildern......................... Pt 1 Fröhstückskorb Sf reIch" Goldkante 1 Kompottschale Ärinl�ia ******* i yA 6 KompoltellerTv;*: Kaffeebecher mit CD Golddekor. 00 1 Teekanne d?LGo.M:..... 68 p.. 1 Reiter-Standfigup.77 68 pt 1 Fleischklopfer ho�d~* 1 FÜllÖffel mit Holzstiel..] 68 Pf. sieinsut 1 Gemöseschüssell 1 Tunkenschiissel| zusammen 68 tief oder flach Festonform mit Goldband und CO Linie........ P'- 4 Abendbrotteller Festonform, mif gg Goldbd.u. Linie' Pt 1 Waschgarnitur bunt oder «Ifen gg beinfarbig. 4 Schössein gerippte*irl 68 pt .......... Satz bunt CO Satz. OO Pt 1 Suppenschüssel mit Deckel 68 pt I Schmalz-od.Butterdosenn majoiikaartig............... 00 Pf. Festen- CD form... 00 Pt 1 Waschgarniturkanne RR bunt oder elfenbeinfarbig... .4 Kaffeetassen mit unter- ep lassen, Goldband und Linie. 00 Pt ..Satz Gigs 2 Blumenvasen gross. 1 Obstkörbchen 1 Butterdose 2 Salatschüsseln: gross schweres' Pressmuster zusammen 68 pt 1 Aschbecher mit Frenz... 68 Pt ■Jt- 4 Portions-Kaffeetassen mit Untertassen 68 pt 68 1 Flasche Pfeffermünz od. Eucalyptus-Mundwasser 1 Flasche Nerv-Bay-Bum 68 pt 1 Fl. Kölnisches Wasser PA mit Flieder-, MaiglSckchen- mQ oder Veilchen-Geruch....... wW PI. 1 Flasche Birkenwasser gross 68 1 Zahnbürstenhalter Rp. Zelluloid, mit Bürste........ 1 Schaumlöffel™;- 3 Kaffeetassen mit Unterlassen, Goldband CD, und Linie... Oö Pf. 4 Abendhrotteller m. Goldband CD' und Linie., Oö Pf. zusammen 1 Teesieb Sisuei�- 1 Essigtrichter..** 1 Tunkenschüssel....1�� 1 Kartoffelschüssel 7j Qo 68 zusammen PL mit Kant«.... 63 Pf. 1 Sturzkaraffe mit Schliff 68 Pt 1 Käse-Glocke m.Teller, schweres mrue";r...68pi. 4 Einmachehafen.. 68 pt 4 Schüsseln Di&mintmt" 68 pi. 1 Butterschale...... 1 Zuckerdose....... Satz susammeu 3 Weissbierpokale....... 68 h. 4 Obstteller mit BUd...... 68 pt 10 Abenil- C J) 1 Haussegen Brandmalerei- Nacbaümung 50x25 cm IHelillsM fUr Damen der Herren SS 68 M pi. Raclientirettef; 68pt. Meiler LergutwSttljcher SeMteuij Alfred SSieif pp," geuiöBfl. gut iea JnLeralenleU vxrantw� Td-Gio-f e, Berlin. Kru-l u. Verlag:BorwarlH Buchdruckeret u. VerlagSanstalt Pgul Singer'S-'Co, MrülTL«.