1 at. m.- m Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Trommelfeuer. Von unserem k. und k. Kriegsberichterstatter Hugo Schulz. (Vom Kriegspressequartier genehmigt.) 5. August. Am 28. Juli war ich in Rudke-Whrinska, einem Dörfchen, das ewige Tage später von den Russen'erobert und dann von den Unsrigen in wülendem Ansturm wiedergewonnen wurde, Zeuge einer Angriffsvorbereitung durch Trommelfeuer. Um ö Uhr begann das rollende Getöse. Es wetterte zur Rechten wie zur Linken. Rechts ging der Eisenhagel auf uniere Nachbardivision und links auf das Korps Fath, das einige Kilometer slochodabwärts an die Polenlegion anschloß. Bei unserem DivisionSkommando liefen un- unterbrochen telephonische Meldungen ein und das Bureau arbeitete fieberhaft. Trotzdem keine Spur von nervöser Aufregung, so daß ich mich über die kalte Sachlichkeit und Ruhe des Betriebes wunderte. Mir selbst war recht bange zu Mute, denn ich halte das Bild der Sommerfchlocht vor Augen, sab im Geiste völlig zerschossene und eingedroschene Gräben, verschüttete Unlerslände und zermalmte Menschenleiber. Gottlob hat die Wirklichkeit diesen grausigen Ge- sichten nicht entsprochen, und als die Russen um 1 Uhr mittags das Feuer nach rückwärts verlegten, um ihre Jnfanteriemasien los- zukoppeln,�kamen auch schon beruhigende Nachrichten. Das Trommelfeuer auf die Stellungen unserer rechten Nachbar- division hatte 3 Stunden gewährt und das Ergebnis waren 30 Ver« wundete. Auch die zerstörenden Wirkungen standen in keinem Ver- hällnis zum Munitionsaufwand. Wohl waren an manchen Stellen die Drahtverhaue zersetzt, aber der Graben blieb, wenn auch da und dort durch herabstürzendes Erdreich halb zugeschüttet, in ver- teidigungstähigem Zustande. Dabei ist zu bemerken, daß es sich um ganz Mchtig ausgehobene Verschanzungen handelte, die provi- sorii'chen Charakter hatten, der bombensicheren Unterstände völlig entbehrten und die nur bis zur Vollendung des Ausbaues der eigentlichen Widerstandslinie auf der Sehne des Stochodbogens be- hauptet werden sollten. Die Tiuppen mußten also hi«: den furchtbaren Eisenhagel über sich ergeben lasten, ohne sich anders gegen die Volltreffer schwerer Geschosse decken zu können, als durch Anschjniegen an die Grabenwände oder an die Traversen: sie konnten aber dank ihrer erprobten und gestählten Nerven desto fester ausharren, je mehr die Wirkung der niederpraffelnden Eisenmassen hinter den Erwariungen des Feindes zurückblieb. Man sieht aus diesem Beispiel, daß das berüchtigte Trommelfeuer trotz feiner nervenerschütternden Gewalt nicht immer jenes Maß von zerstörender Kraft zu betätigen vermag, das nötig ist, um eine Grabenstelle vollständig einzudecken und umzupflügen— auch die Bäume der Artillerie wachsen noch lauge nicht bis in den Himmel. Trommelfeuer bedeutet an sich bloß eine quantitative Steigerung der Feuerfchnelligkeit und des Munitionsverbrauchs. Zu dieser Steigerung muß sich aber erst eine ganz besondere Verdich- tung des Feuers gesellen, ehe die Quantität in die Qualität um- schlagen kann, dergestalt, daß die Masse der Geschoßeinschläge die taktische Wesensart und Wirkungsweite der befestigten Feldstellung völlig auszulöschen und in ihr Gegenteil zu verwandeln vermag. Es ist daher unzutreffend, wenn man— wie ich es jetzt häufig höre— behauptet, daß die Artillerie in ihrer neuen Verwendungsweise den Schützengraben bereits überwunden habe. In Wirklichkeit haben die Trommelwirbel der Artillerie jene umwühlende und alles Erdreich umpflügende Wirkung nur dann, wenn sich nicht bloß die Schnellig- keit der Feuerabgabe, sondern auch die Dichte der Geschoßabgabe verzehnfacht, also nur in jenen meist eng begrenzten Räumen, in denen der Angreifer unter mühseligen und langwierigen Vor- bereitungen eine außergewöhnlich große Menge von Batterien zu- sammengestaut hat. Wenn sich das Feuer von etwa hundert Ge- schützen auf ein Frontstück von Kilometerlänge konzentrieren kann, so muß es dort dem Schützengraben allerdings sehr übel ergehen und selbst die bombensicheren Unterstände werden vielfach eingedrückt oder verschüttet werden. Eine solche Feuerkonzentration ist aber, wie gesagt, nur in örtlicher Begrenzung möglich und normaler- Weise richten sich gegen Frontabschnitte von zwanzig Kilo- meter Ausdehnung kaum mehr als hundert Mündungen. Wenn aber bloß fünf oder selbst zehn Geschütze einen kilometerlangen Graben betrommeln, so sieht die Sache wesentlich anders aus. Vor allem ist zu bedenken, daß schon das Einschießen auf eine Stellung seine Schwierigkeiten hat. Die Schützengräben verlaufen nicht gradlinig, sondern in einer Trasie, die durch die Bodenverhälmisse des Ge- ländes bedingt ist, fast immer in ein- und ausspringenden Krüm- mungen, mitunter sogar in scharfen Zickzacklinien. Jedenfalls sind die Entfernungen von der feindlichen Artillerie fast an jedem Punkte andere, was die Distanzierung selbst dann, wenn man genaue Zur tot erklärt. Wj Von Ernst Wichert. (Schluß.) Konrab glaubte, 2>atz er sich entfernen wollte, und streckte ihm die Hand entgegen.„Weibe noch/ bat er.„Es ist bald gesagt, was ich zu sagen habe.— Annika ist nun einmal meine Frau." Klars krampste die Hand zusammen.„Nein!" � „Sie ist es. Darüber ist keine Täuschung möglich. Aber sie wird es nicht lange sein— gewiß nicht lange. Ich bin krank, und es geht bald mit mir zu Ende." „Konrad!" „Ich kenne meinen Zustand, und wenn der Arzt ehrlich sein wollte-- sprich mit ihm. Wenn Du mir nur die kurze Zeit, die mir noch bleibt, das Glück lassen wolltest—" Klars schüttelte schweigend den Kopf. „Höre mich an! Ich will sie betrachten wie Deine Frau— ich schwöre Dir's zu. Sie würde auch sonst gar nicht zu be- wegen sein, wieder in mein Haus zu kommen. Aber wenn unser Verhältnis auf solche Art sichergestellt ist, wird sie gern die Pflichten einer treuen Pflegerin erfüllen und mir dieses armselige Restchen Leben erheitern. Du wirst mein Freund sein— und ihr Freund, bis sie Dir mehr sein kann. Willst Du?" Peter Klars war bewegt. Konrad meinte es offenbar ehrlich. Die alte Neigung brach noch einmal durch u»d ver- scheuchte die finsteren Schatten, die sein Gemüt umnachteten. Er reichte Konrad die Hand und sagte ohne Groll:„Ich kann's nicht! Wahrhafttg, ich kann's nicht— ich liebe Annika!" Sie standen eine Minute Hand in Hand. Der Krüger blickte mit dem Ausdruck tiefsten Schmerzes vor sich hin. „Nicht einmal das gönnst Du mir!" klagte er leise. Peter Klars fiel ihm leidenschaftlich um den Hals.„Sei großmüfig!" rief er,„gib sie frei— wir können so nicht mit- einander leben! Ich nicht— sie nicht— auch Du nicht, Kon- rad! Gib sie frei, und ich will unsere Freundschaft segnen." „Es ist mein Tod," sagte er finster. Vom Fluß her wurden Ruderschläge vernehmbar. Die beiden Männer traten voneinander und sahen unwillkürlich nach jener Richtung, von der das Geräusch kam. Es war ein Nchrunger Fischerboot, das mit Netzen und Fischen beladen einfuhr. Es schleppte etwas im Wasser hinter sich her, das sich nicht sogleich erkennen ließ, da es nur wenig über die Fliegeraufnahmen besitzt, sehr erschwert. Nun ist aber, insbesondere bei großer Entfernung, die Treffsicherheit der Artillerie starken Abweichungen unierworfen, auch bei genauester Richtung. Die Tiefen- streuung, die fast das Doppelle der Breitenstreuung ausmacht(des- halb ist das flankierende Artilleriefeuer so gefürchtet), beträgt ge- wöhnlich löv— 200 Meter, mitunter sogar noch mehr. Es steht daher, wenn der Feind zu trommeln beginnt, nicht unmittelbar der Schützengraben, sondern eine etwa 200 Meter breite Zone unter Feuer, und es werden daher umer 1000 Geschossen kaum 5 als Volltreffer im Graben landen. Freilich sind die Schwergeschosse auch dann recht unangenehm, wenn sie auf der Brustwehr oder auf der Rückenwehr niedergehen oder eine Traverse eindreschen. Nun bilden aber die Schwergeschosse immer noch eine verschwindende Minder- zahl gegenüber den kleinen Kalibern, die nur Trichter von bescheide- nen Dimensionen bohren und kaum ein Viertel Kubikmeter Erdreich in Bewegung setzen. Zu alledem kommt noch, daß die Taktik in ihrer schier unbe- grenzten Anpassungsfähigkeit immer wieder auf Auskunftsmittel ver- fällt, vor der Uebermacht der Technik unterzuducken und sie unwirk- sam zu macheu. Es wäre z. B. früher niemand eingefallen, eine Verteidigungsstellung mitten durch einen Wald zu ziehen. Als das wichtigste galt doch der freie weite Ausschuß und überdies fürchtete man den Wald gerade wegen der Artillerie, weil das furchtbare Gedröhn und das Absplittern der Aeste insbesondere deren moralische Wirkung noch steigerte. Der Krieg hat nun ge- lehrt, daß der weite Ausschuß nicht so wichtig ist und daß ein kaltblütiger Verteidiger den Feind bis auf bv Schritt her- ankommen lassen kann, um ihn dann plötzlich mit mörderischem Feuer zu überschütten. Die moralische Wirkung absplitternden Holzes aber, was ist die im Vergleich zum Trommelfeuer. Vor dem Trommelfeuer aber vermag der Wald zu schützen, denn er macht die Stellungen unsichtbar und das Betrommeln bloß ge- ahnter, aber nicht gesehener Stellungen ist reine Munitions- Verschwendung. Für hellen Wahnsinn wäre es stüher gehalten worden, wenn jemand auf der inneren, dem Feinde abgewandten Böschung eines sanft abfallenden Berghanges Stellung genommen hätte. Heule geschieht das vielfach, denn eine solche Stellung kann von den Artilleriebeobachtern nicht gesehen werden und das auf sie gerichtetete Feuer bleibt ohne Kontrolle. Die feindliche Infanterie aber mag getrost von oben her kommen, wenn man nur zwischen dem Kamm des Höhenzuges und der eigenen Stellung ein paar hundert Schritte Auss-bußfeld hat. Wie man aus alledem ersieht, ist die abstoßende kstaft befestigter Linien trotz einzelner großer Erfolge, die der Angreifer durch ar- tilleristische Vorbereitung erzielte, mir in besonderen Ausnahmefällen (Gorlice) vollständig zu brechen, und wer die Erwartung hegt, daß mit bloßer Munitionsvergeudung eine endgültige entscheidende Wendung des Weltkrieges herbeigeführt werden kann, auf die man nur geduldig zu warten braucht, der wird auch fernerhin nur Ent- täuschungen erleben._ kleines Feuilleton. Deutsches Opernhaus:„Nignon�. Goethes Wilhelm Meister, vor allem die herrliche„Mignon"- Romanze sollte wohl jeder Deutsche hinlänglich kennen, um zu er- messen, welcher Verballhornung jener Dichtungen sich die französi- schen Verfasser dieses Opernlextes schuldig gemacht haben. Man meint darin auch die Einwirkung von Mürgers Pariser Kunst- zigeuner-Schilderungen zu verspüren. Die Gocthische Mignon hat mancherlei von Trilby abbekommen. Deutsche Gefühls- und Natur- romantik aus dem letzten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts ist als Mittel zu verstandesmäßigcr auf billige Theatereffekte abzielender Sentimalstät verflacht; der Schlutzast ist geradezu ein abschreckendes Musterbeispiel dafür. Als Ambroise Thomas diese raffiniert zu- rechtgemachte Mignon-Handlung in Musik, setzte— es war vor fünfzig Jahren—, da bewegte sich die wälsche Oper noch ganz in jenen ausgefahrenen Gleisen, deren künstlerische Gefahr Richard Wagner frühzeitig erkannt und durch Schaffung seines Musikdramas überwand. Ohne das Ballett als Zugmittel jener Zeit und ohne Koloraturaricn oben auf der Bühne oder Harfen- Etüden, Flöten«, Cello- und Waldhornsolis unten im Orchester geht es nicht ab. Von motivierter Musik wird kaum was zu hören sein. Die Unlogik in der Verknüpfung rein äußerlicher Vorgänge ist hier das eigentlich„logische"— man erfährt, welch unlogisches Ding die„große Oper" bis auf Wagner doch im Grunde gewesen ist. Immerhin birgt die.Mignon"-Partitur— ganz für sich— einige unvergängliche Melodien und instrumentale Glanzstücke. Oberfläche hnuntsratste. Erst als das Fahrzeug ihnen gegen- über kam, bemerkte Klars hinten angebunden einen Kahn, der fast ganz voll Wasser geschöpft war, und wurde aufmerksamer. Der Fischer, als er den Krüger und den Matrosen erkannte, hielt mit Rudern inne und ließ die Spitze auf den Sand laufen.„So früh auf?" rief er den Männern zu. Der Krüger nickte traurig; Klars trat näher der Schälung. „Was bringt Ihr da?" fragte er.„Habt Ihr mit Eurem Handkahn Ungkick gehabt?", Der Fischer lachte.„Ich brauche keinen Handkahn. Mein Boot ist flach genug für den Fluß bis zum Marktort. Ich habe das Ding so auf dem Haff gefunden; es war zum Sinken voll Wasser. Ich wollt's neben dem Krug aufs Land bringen, da findet sich der Eigentümer am leichtesten." Klars fuhr� erschreckt zusammen.„Auf dem Haff—?" rief er,„und diese Nacht?" Eine schwere Ahnung überkam ihn. Er watete durch den Fluß, faßte den Bord des ver- smtkenen Kahns und hob ihn aus dem Wasser hinaus. „Mein Kahn!" schrie er auf und taumelte nach dem Lande zurück. Der Krüger begriff nicht sogleich, um was es sich han- delte. Erst als er aus den abgerissenen Reden des Matrosen entnahm, daß von dem Fahrzeug gesprochen wurde, das gestern noch auf dem Haken gelegen, das leck gewesen sei und mit dem Annika habe überfahren wollen, begriff er die ganze Gefahr. Selbst aufs äußerste besorgt, suchte er doch Klars zu beruhigen, der wie unsinnig am Ufer auf und ab lief und die Hände rang.„Das Boot kann sich vom Sande losgemacht haben und hinausgetrieben sein," sagte er;„wir dürfen nicht gleich ans schlimmste denken." „Es ist keine Hoffnung," jammerte der Matrose. Er sprach es nicht aus, aber es war bei ihm gewiß, daß sie den Tod gesucht habe. Man zog das Boot aufs Land, schöpfte es aus und unter- suchte es genau, ohne einen Gegenstand darin zu finden, der auf Annika deutete. Man eilte nach dem Dorf zurück, brachte alle seine Bewohner in Bewegung, fiagte in jedem Hause nach— niemand wußte von ihr. Nur der kleine Peter konnte erzählen, daß sie im Walde mit ihm gespielt. Wer irgend über ein Boot verfügte, machte dasselbe rüder- und segel- fertig und folgte Klars aufs Haff hinaus, um nach der Ver- mißten zu suchen. Vergebens! Erst am dritten Tage kam Nachricht, daß die Leiche der Fischersfiau eine Meile oberhalb des Dorfes angespült sei. _ Es war ein Begräbnis, das den zahlreich.Beteiligten Mitbestimmend für die Aufführung mochte diesmal sein, einer jungen Kunstnovize Gelegenheit zu geben, die Titelpartie zu singen. Fräulein Lotte Stein ist jetzt natürlich noch keine klassische Mignon, ebenso wenig eine durchgebildete Sängerin. Ihre Mezzo-Sopranstimme klingt noch öfter zu hart und zu wenig eben- mäßig. Gleichwohl verspricht die Debütantin— wenn man absieht von ihrer etwas winzigen Bühnenerscheinung— Größeres, vielleicht Bedeutendes für die Zukunft. Eine freudige Ueberraschung bereitete uns Mizzi Fink(Philine) bei ihrem Wiederauftretcn an der Stätte früherer Wirksamkeit. Es ist vollsättige Gesangs« und Spielkunst, die sie bietet. Ihr ebenbürtig war Bernhard Bötet als Wilhelm Meister, und achtbar als Lothario Holger Börgesen. oll Die Zarben öer �öiplomatischen Dächer�. Die deutsche Regierung hat soeben dem Reichstag ein„Weiß- buch" über den„Baralong"-Fall zugehen lassen. Ueber den Ur- sprung solcher Bücher, die gewöhnlich eine Sammlung amtlicher Urkunden und Schriftstücke darstellen, macht die„Bibliofilia" einige Mitteilungen. Eingeführt hat sie England, das schon seit dem 17. Jahrhundert seine„Blaubücher"(LIue boolcs, nach der Farbe ihres Umschlags) besitzt. Die Blaubücher sind die dem Parlament vorgelegten Drucksachen, welche Geschäftsberichte über einzelne Zweige der Verwaltung enthalten. Auch die von den parlamenta- rischen Kommissionen erstatteten Berichte heißen Blaubücher. Die am meisten genannten diplomatischen Blaubücher aber enthalteu die Korrespondenz zwischen dem Ministerium des Auswärtigen und den Vertretern Englands im Auslande. Dem englischen Mau- buch entspricht in Frankreich das Gelbbuch(luvre jauue), das seit 1852 im Gebrauch ist und von Napoleon III. eingeführt wurde. Ein paar Jahre später wersprach Cavour, dem italienischen Parlament eine Sammlung diplomatischer Schriftstücke über Rom als Haupt- stadt Italiens vorzulegen; aber er starb, bevor er sein Versprechen zur Ausführung bringen konnte. Weit später erst- erschien Italien mit dem ersten Grünbuch auf dem Plane; die grüne Farbe wurde gewählt, weil sie eine der Farben der italienischen Fahne ist(auch Rumänien hat Grünbücher). Das erste Rotbuch wurde den Dele- gationen Oesterreich-Ilngarns von Beust vorgelegt Deutschland hat, wie bekannt, Weißbücher, Rußland Orangebücher, Belgien, gleich England, Bland ücher._ Ein Massenfunö aus öem Z. Iahrtausenü v. Chr. Zu den wichtigsten vorgeschichtlichen Funden in der Schweiz ge- hört ein Massenfund, der im Mai dieses Jahres in Wabern-Bern gemacht wurde. Auf einem Acker fanden Angestellte der Anstalt Bächtelen in einem halben Meter Tiefe unter einem größeren Stein nicht weniger als 137 Bronzespangen aufeinandergeschichtet. Die Spangen waren fast ausnahmslos gut erhalten; einige wenige scheinen sogar noch nicht gebraucht worden zu sein. Eine genaue Untersuchung des wichtigen Fundes ergab mehrere Typen der älteren Bronzezeit(2500 bis 2000 v. Chr.), die man zum Teil schon aus den Bronzestattonen der Pfahlbauten kennt. Es handelt sich offen- siwtlich um einen Massen- oder Depotfund, der der älteren Bronze- zeit angehört. Solche Funde sind namentlich in Frankreich in großer Anzahl gemacht worden. Sie unterscheiden sich scharf von Grab- sunden, weil weder Totenasche noch Knochen zum Vorschein kommen. Ferner ist ihnen das massenhafte Austreten gleicharttger Gegenstände eigentümlich. In der Schweiz hat man ähnliche Funde schon einige« mal gemacht. Bald liegen die Gegenstände unter oder auf einem Felsen, wie es in Ringoldswil der Fall war, oder es bezeichnen ein oder mehrere Steine die Fundstätte, was in Wabern zu- trifft. Die Masienfunde lassen sich einteilen in Werlstätten- und gewöhnliche Depots. Spuren von ersteren haben Meilirch, Grenchen und Veltheim ergeben. Da fand man neben Bexten, Sicheln und Ringen Ueberreste bronzezettlicher Gießerarbeit, indem Gußschlackeir und angefangene Werkzeuge zum Vorschein kamen. Die gewöhnlichen Depots stellen Verstecke vorsichtiger Leute oder Händler dar oder Wethegaben an uns unbekannte Flur- und Baldgottheiten. Dies trifft namentlich da zu. wo die Gegenstände in bestimmter Anordnung hingelegt wurden, wie in parallelen Reihen oder im Kreise. Den Massenfund von Wabern darf man mit großer Wahr- scheinlichkeit als ein Handelsdepot ansprechen, das an einem der großen vorgeschichtlichen Verkehrswege, der Aare, gelegen ist. Nottze». — Johann Hinrich FehrS ist in Itzehoe 78 Jahre al gestorben. Sowohl plattdeutsch wie hochdeutsch hat er Menschen und Natur seiner holsteinischen Heimat geschildert. Als sein bestes Werk gilt sein Roman„Maren". noch lange im Gedächtnis blieb. Der Sarg war mit den schönsten Blumen geschmückt, und Blumen wurden vor ihm hin auf den Weg gestreut bis zum Kirchhof, von dem die grünen Birken freundlich winkten. Hinter dem Sarge gingen Peter Klars und der Krüger, und sie hatten den kleinen Peter zwischen sich angefaßt, als ob er beiden gehörte. Und jeder sah auf sie und nickte ihnen einen- traurigen Gruß zu und dachte bei sich:„Es war doch so das beste." Als sie aber den Sarg hinabgopcnkt und Blumen darüber ausgestreut und Erde daraufgeworsen und ein stilles Vaterunser unter Tränen ge- sprochen hatten, wandten sie sich zueinander und umarmten sich schweigend und standen lange so. Dann schüttelten sie ein- ander die Hand und küßten das Kind. Sie brauchten nichts zu sprechen.-- Konrad Hilgruber machte bald darauf fern Testament und setzte den- Sohn der geliebten Frau zum Erben ein. Klars erfuhr nichts davon, bis nach einigen Jahren der Krüger seinem Brustleiden erlag und nun fein letzter Wille bei Ge- richt eröffnet wurde. Er hatte nun Mittel vollauf, seinen Sohn aufs beste erziehen zu lassen. Da der Knabe gute Fähigkeiten zeigte, brachte er ihn nach der Stadt auf das Gymnasium und ließ ihn dann studieren. Peter wollte zuerst durchaus Seemann werden, wie sein Vater. Als derselbe sich aber nach schwerem Kampfe entschloß, ihn in seine traurigen Exlebnisse einzuweihen, wandte sich sein Sinn und er beschloß, ein Geistlicher zu werden, womit sein Vater einverstanden war. Nachdem er sich würdig vorbereitet, nahm er eine jener wenig beneideten Pfarrstellen auf der Nehrung an und war durch kein Anerbieten einer Verbesserung zu bewegen, sich von derselben zu trennen. Die reiche Erbschaft seines Sfief- Vaters sah er als ein Vermächtnis zum gemeinen Besten an und verwendete sie so, indem er, unbeirrt durch das wieder- holte Fehlschlagen der ersten Versuche, planmäßig den Sand der Dünen hinter den Ansiedlungen durch Anpflanzungen von Gräsern,- Sträuchcrn und Bäumen festzulegen bemüht war. Er hatte nach einigen Jahren die Freude, ein kleines Wäldchen aufwachsen zu sehen, das sich bald nach rechts und links erweiterte und in dessen Schutz der frühere dürre Boden Früchte trug. Eine solche Anlage auf der Nehrung ist eine Stiftung, deren Zinsen den Enkeln und Enkelkindern zugute kommen. Das Andenken der Wohltäter grünt in ihr fort, und man segnet sie, wenn man den Sturm von der See her heranrascn hört und sein Haus geschützt weiß, oder wenn man vor dem Sonnenbrand des Sommers ein schattiges Ruheplätzchen unter den grünen Birken findet.. EMopponUaM' 10.75 mit üintatr, Tötrmomelcr und S Federn Konsemsn■ Glitset '/,'|t Uter SS 65 l»'/, J Liter 75 1.00 1.10 GeIll'GMr�1S,20,24 Ä.3andorf&6 Bßlie-fllllance-Strnsse Gr. Frankfurter Strasse Brunncn-Strasse Kottbnser Damm Wilmersdorfcr Strasse ßäucher-AaleBundi.io pf. {loMnileiFettheilnses...30.3Sr.. Lebensmittel .Pfund Welsskohi............... Rotkohl......................�15 Kohlrabi mir Grün........... Mandel 30 Mohrrüben..................«»«13 Mairfiben.................. ,«»«20 Pf. Ff. Pf. Pf. Pt Zusendung ausgeschlossen Tomaten.................... �48 Musäpfel Sfund 23 Kochbsrnen...»n,,»>««,,»... Pfand 30 Essbirnen....................Pfund 40 Zwiebeln.....................Pfund 15 Bücklinge- stnck 35 pf. Sprottbücklinge m 40 Schellfische As 7n gerluchert...... Stück# W Pf. Aalquappen pfL 38 pf. pt pt pt PL Grüne Gurken stock 8, 15, 20? Neue saure Gurken 2stQck35pL Neuer Sauerkohl...... Pfund 24 PL Oel-Sardinen............. v°,c 98 pl Maizgerste.................. piand53pf. JUcutschea Theater. Ailabendlich 8'/. Uhr: Die famtlle Sehimek. Johannes Neponink Znwadü: Ms* PaUenbergr ISvainnierKpicle. 8 Uhr: Zum ersten- Male: Die Ljebosinssl(Lustspiel). In der Hauptrolle: Hofburg- Bchauspieler Arnold Korff. 5 Sonnt., Mont. 8'f.: Die llebeslnsel ____ ä; VolkN>>Uhne. Theater a. Büiowpl. Allabendlich 8'/, Uhr: Der Jongleur. (Thomas Meek: Hans WaCmann.) Dir. Meinhard-Bernau er. Theator I. d. BCönissträtzerStr. 81;. Uhi rKamernden. Komödienhaus 81/. Uhr: Der 7. Tag. BerSiner Theater 8'/, Uhr: Zum 250. Male: Wenn zwei Hochzeit machen! Lsssing-Thsstor. Allabendlich 8»/. Uhr: Lumpacivagabundus, Sonnmerpr. Keine Vorverkaufsgeb. Öeutsch. Künstler-Theater. Allabendlich 81/. Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA Tanbenstr, 48/49. 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Walhalla-Theater. 8>/dn.:Das Warenhaus-Fräulein. i'l, Uhr:«Sarten-Norstollung. Theater am Sonnabend, den 19. August. Deotscbes Opernhaus, Ctaarlottenb. suir: Mignon. Frlcdrlch-Wllhelinsfldt. Theater s'i.ü.: Das Drelmäderlhaus, ßebr. Herrnfeld-Theater. S'i, Uhr: Waohsmanns HOhnerhof, KlelneN Theater s'/.u,: EbesaDatorinm. Komische Oper Sl/j U.; Der«elige Baldnln. Lustspielhaus 8./,u= Brauchbar& Fix. Metropol-Theater s'i. v.: BieCroßherzoiinv.ßerolst. Resldcns-Theater Gastspiel Mulmus RenA 8*1, u.-. Frieden Im Krieg. SchlUer-T. Charlottenb. 8 uhr: Alt-Heldelberg. Thalia-Theater sv» u.. Blondinchen. Theater am Mollendortpl. sv. u.: immer feste druff! Theater de« Westen« sv. u.: Das Glücksmädel. Trlanon-Thoater sv. u.: Die Strohwitwe. r- Possen-Ttieatern Llnlenstraße a. d. FnedrlchstraBo. TAglich 81/» Uhr: Oebr. Hirsch. Fängste schon wieder an. Casino-Theater. LolHringer Str. 87. Täglich 8'/» Uhr. Einzig in seiner Art In Wroß-Derlln. Berliner Humor in ernster Zelt. Meute gute Olle. Original-Bcsse in 8 Aasziigen. Vorher erstklassiger bunter Teil. IVnbling- lala Liehlleh- Runkel. Rappe Relebshallen-Theater. Stettiner Sänger. Schippars Heimkehr Militärische Humcresfe von Horst. Ansang 8 Uhr. ZÜr Mllitirper- sonen sreier Eintritt zu den Stett. Sängern. Adrniralspalasl. Das hsrrllche Eishallett �ran �antasle. V olgt-Theater. Bsdstr. 53. Badstr. 58. Tsgifch-ms Dm Ehre u. Liebe. Erstklassißes Sarielfi-ProBramni. Ansang 5 llhr. Sonntag» 4 Uhr. Tägl. 8 Uhr. Sonnt. 3'/, u. 8 U. Nur noch bis 31. August mit R. Steidl, Anna MQIIer-Uneke, Otto Reutter usw. Rose-Theater, SV. ll.: Die Welt ohne Männer Sartenbühne: Bs gibt nur ein Berlin. 1.8MGoldm.Mill. 1«M. 8.0 Ps. GoIdm.Mill.S0M. 4,2Ps. Goldm.Mill.SKM. S.0Ps.GoIdm.Mill.40M. Zur Probe je 100— 400 St. 10 M. mm Stmipeo uad Zigarren 70, 00, 100, 120, ISO Marl pr. Mille. Zur Probe bVSt. Kasse vorher od.Nachn. Ii. Mnnhcimcr, Uerlln SW Bergmannstr. 1, nahe Kreuzberg. Berliner Schwell TsgUok Lxtrafskrtsn ffgM' von der Reederei �obiling � � ZANKTwiizdrüoke KW u. zurück SS?f. OfeJ. von der Sehillillgsbrüelle Borgen Sonntag Dampfer-Extrafabrlen n..h Vernsdorfer Schleuse vorm. S Uhr, nachm. 10432 Lst, Uhr, Wochentag« nur vorm. 9 Uhr. Danl Schwedler. Ab Oberbaumbrücke Falckensteinstr. Morgen Tonntag 9«.-v. uhr Mb WferMer 8eli!M hin und 1,18! . 0,80 turück Einsach 59 Ps. «0. s.2v.u.suhr gze!!!ieU'!!krigM!..- Wochentag» 2'/� Uhr nach Heu-Herlngsdorf hin und zurück 50 Ps. Außerdem letzte dlesiährige Fahrten durch die Havelseen Über Pfaurninsel, Potsdam, Caputh, Baumgartenbrllck. Dienstag. SS. u. Donnerstag, Äßttft Gliiiiiower Upen. Freitag, den 28. Augast nach Ferch. Abs. Berlin, Reichstagsufer a. d. MartohallbrOoke b. Reichefagsgeb. 9 Uhr. , Charlottenburg- Tegeler Weg, nahe Bahnhof Jungfernbeine 9'/« Uhr. Fahrgeld hin und zurück 1,10 M., Kinder hjoe Preise. Reederei ICteck, Falckensteinstr. 48. Telephon: Mpl. 8197. Kü�lfl� � Heftzer Semfpr. Kinigsl. SVSS. Fxtratahrton ab WalSeDbrüCkC. 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