" y*" Nr. 200.- 1916. Unterhattungsblatt öes vorwärts Zouuabklld, 26. August. Der �öentenöe" hunö von Mannheim. Das seinerzeit in der breitesten Oeffentlichkeit vielbesprochene Problem des denkenden Hundes von Mannheim, der zu mannig- fachen Erörterungen in unwissenschaftlichen und auch Wissenschaft- lichen Kreisen Veranlassung gab, erfährt nunmehr durch Dr. Wilhelm Neumann in der.Münchener Medizinischen Wochenschrift� eine Er« klärung, die alle durch den so rätselhaften Fall aufgeworfenen Fragen zu beantworten scheint. Mehrmals war in verschiedenen Teilen der Welt die Kunde von sogenannten denkenden Tieren laut geworden und jedesmal wurde die Wahrheit solcher Behauptungen sogar von einer Anzahl von Tierpshchologen bestätigt, bis dann ein Zufall die währe Erklärung brachte, die stets in einem mehr oder weniger geschickten Dressurtrick bestand. So sei z. B. an den.klugen Hans' erinnert, jenes Pferd, das angeblich durch Hufschläge nach einem bestimmten Klopfshstem seine eigenen Gedanken zum Ausdruck zu bringen vermockte. Es dauerte Jahre, bis man herausgefunden hatte, daß jene Borgänge nichts weiter als ein äußerst gelungenes Dressurkunststück war. Am meisten Aufsehen aber erregte der denkende Hund Rolf in Mannheim, der von seiner Besitzerin— der Familie Moefei— als das erste einwandfreie Beispiel eines tatsächlich denkenden Tieres hingestellt wurde. Die Verständigung erfolgte mit Hilfe eines Klopf- alphabetes nach Art des bei der Telegraphie angewandten Morse- alphabets. Die Arbeit � ging so vor sich, daß eines der Mitglieder der Familie Moekel dem Hund einen Pappdeckel frei hinhielt, auf den dos Tier seine Buchstaben klopfte, z. B. vier Klopfschläge für A, 11 für G, 9 für D usw. Die einzelnen Buchstaben wurden sorgsältig protokolliert, jedoch wandle man niemals ein rein mecha« nisches und daher allein objektives Registrierverfahren für die Klopf- schlüge an., sondern die Versuchsleiterin hielt den Pappdeckel stets so in der Hand, daß willkürliche oder unwillkürliche Zeicbengebung der den Versuch leitenden Perlon nicht mit vollkommener Sicherheit fest- gestellt werden konnten. Trotzdem wurde immer wieder betont, daß es sich bei den Dcnkleistungen des Hundes Rolf nickt um Dresiur, sondern um eigene selbständige Denkarbeit handle. Mit Hilfe dieser Klopfzeichen konnte der Hund rechnen, lesen, schreiben, ja sogar Ge- dichte verfassen, und er beantwortete Fragen über Religion, Politik, Philosophie usw. Dabei war zu bemerken, daß die geistigen Leistungen des Hundes manchmal auf der Stufe eines KindeS standen, manchmal jedoch den alltäglichen Gedankengang mittelmäßig begabter Erwachsener übertrafen. Begreiflicherweise erregte die Kunde von dem Denkvermögen deS Hundes Rolf viel Mißtrauen, schließlich aber erklärten eine Anzahl bedeutender Psychologen nach persönlich angestellten Versuchen, hier tatsächlich vor dem Rätsel eines denkenden Tieres zu stehen. So wurden zum Beispiel dem Hunde durch die betreffenden Forscher Bilder gezeigt, die er tatsächlich in zahlreichen Fällen richtig be- nannte. Erst Dr. Neumann ist es nack langen und sorgsam an- gestellten Versuchen gelungen, zu einem Ergebnis zu kommen, daS die.Tatsachen von Mannheim' auf neue Weise' beleuchtet. Der Forscher stellte nämlich fest, daß der Hund, wenn er unter strenger Beaussichtigung derjenigen Personen, die anwesend waren, die Versuchsgegenstände vorgehalten bekam und die betreffenden Gegen- .stände dann anderen Personen zu nennen hatte, die während des Versuches räumlich getrennt gewesen waren, stets versagte. Wurde jedoch die Isolierung und Beaufficktigung dieser beiden Personengruppen aufgehoben, so vermockie daS Tier die Bersucksobjekle sofort richtig zu benennen. Hieraus schloß Dr. Ncumann, daß Rolf in seinen Klopszeichen durch die den Pappdeckel haltende Person geleitet wurde. Um den Nachweis für diesen Verdacht zu erbringen, ging der Forscher auf folgende Weise "bor: er brächte den Privatdozenten für Neurologie Dr. Lotmar mit nach Mannheim und führte ihn in der Familie Moekel ein, um ihn an den Experimenten teilnehmen zu lassen. Hierbei wurde jedoch Dr. Lotmar unter dem Namen Ferdinand vorgestellt, so daß die Familie von seinem richtigen-Namen nichts wußte. In Abwesenheit der Familienmitglieder prägte Dr. Ncumann dem Hund den Namen Ferdinand durch mehrfaches scharfe? Vorsprechen ein. doch als die Sitzung begonnen hatte, vermochte Rolf den Namen des fremden Besuchers nicht durch Klopfzeichen anzugeben. Während Rolf in eine Ecke des Zimmers sprang, flüsterte nun Dr. Neumann der Versuchsleiterin zu, daß der Besucher Ferdinand Lotmar heiße, und daß dieser Name für den Hund wohl zu sckwer sei. Die Vcrsuchsleiterin erwiderte, dies sei durchaus nicht zu schwierig, und als Rolf zurückgerufen und abermals nach dem Namen befragt wurde, antwortete er ohne Zögern sofort:.Lotmar'. Er buchstabierte also einen Namen, den er nie gehört hatte, der jedock soeben der Versuchsleiterin mitgeteilt worden war. Die weiteren Versuche klärten das Rätsel von Mannheim erst völlig auf. Dr. Neumann ist davon überzeugt, daß eS sich nicht um einen bewußten Schwindel handelte, sondern daß die Familien- Mitglieder durch Autosuggestion den Pappdeckel so bewegten, daß die von ihnen erwarteten Klopfzeichen erfolgen mußten. Demnach handelt eS sich bei dem Hund nicht um eigene Denlleiftungen, sondern nur um Denkleistungen seiner Umgebung, und auch der Hund Rolf konnte nicht den Nachweis jür ein derartig entwickeltes Seelenleben eines Tieres erbringen. kleines Zeuilleton. Hoffmann von Iallersleben als— Kuhhirt. Der Dichter Heinrich Hoffmann von Fallersleden, der vor 7S Jahren, am 26. August 1841, daS Nationallied.Deutschland, Deutschland über alles' auf Helgoland gedichtet hat, war ursprüng- lich hannoverscher Staatsangehöriger, trat aber später in den preußischen Staatsverband über und wurde auch in Preußen, und zwar in Breslau. Universitätsprofeffor. Nachdem er im Jahre 1848 wegen der Veröffentlichung des zweiten Bandes seiner ,Un- politischen Lieder' seiner amtlichen Stellung enthoben worden war. lag ihm aus verschiedenen Gründen daran, sobald als möglich sein preußisches Heimats- und Staatsbürgerrecht mit einem anderen zu vertauschen. Da es damals noch kein eigentliches mecklenburgisches Staatsbürgerrecht gab. aber jede Stadt, jedes Domänium oder jeder Ritter das Recht hatten, jemandem das HeiA matsrecht zu erteilen, so nahm HoffmannS Freund und Gesinnungs- genoffe Dr. Samuel Schnelle, der das Rittergut Buchholz in Mecklenburg-Schwerin besaß, ihn als Jnsaffen seines Gutes auf und erteilte ihm als Guts- und Gerichtsherr das Einwohner- und Heimatsrecht in Buchholz. Einige Standesgenosien deS Dr. Schnelle konnten nicht begreifen, wie dieser dazu gekommen, einen Menschen in sein Gut aufzunehmen, den er doch zu nichts ge« brauchen könnte, ja sogar noch unterhalten müßte, wenn er in seinem Nichtstun alt und hinfällig würde. Auf solche Bedenken erwiderte ein Witzkopf, wie uns der Dichter selbst sehr launig in seiner Selbstbiographie: Mein Leben' erzählt:.Hoffmann ist Kuhhirt, hat aber im Sommer einen Stellvertreter.' Die Sache kam dem Berliner Humoristen Glaßbrenner zu Ohre», der damals ebenfalls in Mecklenburg lebte und, um der Berliner Zensur zu entgehen, seine satirischen Schriften in Hamburg erscheinen ließ. Er widmete ihr in seinem Büchlein:.184S im Berlmer Guckkasten' die nachstehenden Betrachtungen: Guckkästner: Nanu veiter! Rrrrr, ei« anderes Bild: Hür, mewe Herrschaften, präsentiert sich ihnen der wendische Kuhhirt« Hoffmann von Fallersleben, wie er eben auf Dottor Schnelles Int bläst, daß eS in Mecklenburg Morgen wird. Bücke: Wenn Sie entschuldige» wolle», ich danke--- Guckkästner: Ja, ich dhu' des, aber überall wird das»ich ent- schuldigt. Bücke: Ich wollte sage»: ich denke, Hoffmann von Fallersleben is en deutscher Dichter? Guckkästner: Ja, aber um in Deutschland bleiben zu Binnen, iS er Kuhhirt« jeworden. Erster Junge: Na, aber versteht er denn de« aber ooch? Guckkästner: O ja, er hat schon früher daS Rindvieh recht iut behandelt. Rrrrr..._ Dreihundert Jahre Unterrvafferfahrt. Mit der friedlichen Siegesfahrt, die.v-Deutschland' von Erd- teil zu Erdteil vollbracht hat, ist die Eroberung des Wasserraumes durch den Menschen vollendet. Sein Traum. eS dem Fische gleich tun zu können, hat im 20. Jahrhundert Erfüllung gefunden— ebenso' wie sein Verlangen, dem Vogel gleich die Luft zu meistern. Der Fischtraum deS Menschen ist wohl im Grunde ebenso alt, wie sein Vogelmärchen. So gibt es. wie Franz M. Feldhausen, ein treff-- licher Kenner der Geschichte der Technik, in einem Auffatze des .Wieland' hervorhebt, an der schwedischen Wasserkante eme'alte Ballade, darin dem Herzog Magnus, wenn er sich nnt der Meerfrau vermählen will, ein Schifflein versprochen wird, mit dem er auch .auf der Tief' fahren kann und so nicht Sturm und Gewitter zu scheuen braucht. Aus den griechischen Klassikern, wußte man im Mittelalter, daß die Inder, wenn sie nach■ Perlen tauchen, sich einen Schlauch zum Atemholen vor den Mund binden .wie ein Elefant'. Dieser Gedanke, mit Hilfe eine« Schlauches unter Waffer leben zu können, regte die Dichter an, und so entstand ums Jahr 1190 jene wunderliche Beschreibung eines Phantasieunter» seebooteS in der deutschen Spielmannsdichtung.Salmann und Mo» rolf', in der der schlaue Morolf sich angesichts von 24 feindlichen Galeeren»nieder auf den Grund' senkt. Aus dem Dämmerlichte der Sage und Dichtung aber ist die Unterwasserfahrt erst im Jahre 1624 getreten, als der niederländische Physiker'Cornelius Drebbel den ersten praktischen Versuch mit einem Tauchboot machte. Nach dem Beispiel englischer Fischer-soll er durch Anbringung von Wasserkästen sein Schiff unter Wasser versenkt und dort fortbewegt haben. Schon damals wurde die kriegsmäßige Ver- Wendung des Tauchbootes in erster Linie ins Auge gefaßt. Drebbels Tauchversuch dauerte zwei Swnden, das Fahrzeug erreichte eine Tiefe von IS Fuß unter Wasser. Sein nächster Nachfolger war Papin, der im Sommer 1692 einen Tauchversuch auf der Fulda machte. Die Lufterneuerung geschah durch den zu diesem Zwecke von Papin konstruierten Zentrifugalventilator, die Tiefe wurde an einem Manometer abgelesen. Das Tauchschiff senkte sich, wenn man in sein Inneres Wasser einließ, es hob sich, wenn man das Wasser wieder auspumpte. 1774 tauchte der Engländer Day mit einem großen Schiff im Hafen von Plymouth. Trotz sorgfältiger Vorbereitungen verunglückte der Versuch; Schiff und Erfinder wurden nie wieder gesehen. Dagegen gelang es zwei Jahre später dem Amerikaner Bushnell, sich mit einem Tauchboote dem englischen Linienschiff .Eagle' zu nähern, dort ein Torpedo anzusetzen und dieses zur Explosion zu bringen. 1792 machte dann Fulton seine ersten Versuche mit einem Unter- seeboote auf der Seine. Obwohl, er mit einem verbesserten Tauch- boot 1801 fünf Stunden lang unter Wasser blieb, schenkten die maßgebenden Behörden in Frankreich der Erfindung wenig Beachtung. Wohl hatte Napoleon für Fultons Pläne ein reges Interesse, aber es scheint,. daß die Bureaukratie für die Be- deutung der Angelegenheit keinen Sinn hatte. Gekränkt wandte sich Fulton nach England, um dort— noch schroffer behandelt zu werden. Aber die Bahn war doch nun einmal geöffnet und die Zahl der Unterseebootkonstruktionen seit Napoleons Zeiten bis auf unsere Tage geht-in die Hunderte. Als die bedeutendste Leistung ist jetzt wohl allgemein die des bayerischen Unteroffiziers Wilhelm Bauer an- erkannt, dessen 1861 im Kieler Hafen untergegangenes Modell 36 Jahre später bei Baggerarbeiten an die Oberfläche gebracht wurde und jetzt im Berliner Museum für Meereskunde steht. der Krieg in der Sahara. Ein ftänzösischer Marineoffizier erhielt vor einiger Zeit den Aus- trag, mit der während deS Krieges fertiggestellten ftanzöfifchen Eisen- bahn von' Biskra quer durch die Sahara nach der Oasenstadt Tugurt zu reisen, und, er trat die Fahrt in der sicheren Erwartung und— da er reichlich kriegSmüde war— in der Hoffnung an, in diesen entlegenen GSgendcn nichts mehr vom Kriege z» sehen und zu hören, durch nichts an ihn erinnert zu werden. Allein in dieser Erwartung sah er sich, wie sein Reisebericht in der.Revue de Paris' erkennen läßt, getäuscht. Selbst bis in die Einsamkeit der großen afrikanischen Wüste dringen die Fernwirkungen des Weltkrieges. Schon wenn die ersten Stationen der Sahara austauchen, so rufen sie alsbald das Bild des Krieges in dem Beschauerwach, denn sie haben die Form kleiner Festungen und sind mit Schießscharten versehen und durchaus für den Notfall der Verteidigung eingerichtet. In jedem Stations- Häuschen leben 5' bis' 6 arabische Soldaten unter dem Oberbefehle emes- Europäers.' Auf' der Station OuMach erfährt der Reisende, daß von dort aus'in nächster'Zeit eine Zweigbahn nach Ouled Djellal errichtet werden soll, bei deren Vorbereitungsarbeiten deutsche Kriegsgefangene beschäftigt werden sollen. So nimmt auch die Sahara am Kriege teil l In einer Oasenstadt, wo der Zug hält, wird erzählr, daß der Kaid soeben einer wohlhabenden arabischen Frau emen Besuch abstattete, um ihr die traurige Mftteilung zu machen, daß ihr Mann in den Kämpfen in Belgien unlängst ge- fallen fei. Aber am lebhafie'steu bekommt der reisende Offizier gerade auf der fernsten Station seines We'geS, in Tugurt selbst zu 'fühlen, daß auch hier, im Herzen von Afrika, die Franzosen auf der Hut sein müssen. Der Kommandant von Tugurt weiß wohl, daß er auf einem Kriegsposten � steht.. Er sagt:.Seit der Heilige Krieg erklärt, ift�mtiß man sich' imnwr vosseben. Der geringste Fehler, das. geringste Zeichen von..Schwäche Unsererseits, kann den Aufruhr entfach�'�'Diefe'imbehsgikche' Stimmung wird noch durch einen Brief aus Tunis vermehrt, den der Reisende während seines Aufenthaltes in Tugurt erhält. Darin beißt es:.Die Eingebprencn versichern hier, daß Hadj-Guillaume, wie sie den deutschen Kaiser nennen, sicher in drei. Monaten mft seinen Truppen in Tunis landen wird, und große Freude herrscht darüber, denn man erwartet, daß dann eine herrliche Zeit anbrechen und daß den Eingeborenen das Land zurückgegeben- werde, das ihnen die Franzosen abgenommen haben.' So verfolgt der Krjeg den> ftanzöfifchen Marineoffizier bis tief' in die Sahara hinein, und er kommt dort zu der Erkenntnis, daß die Franzosen sich in den Augen der Araber kaum werden halten können, wenn sie nicht als unbestrittene Sieger aus dem Weltkampfe hervorgehen.(z) 6] ?ans Heimweh. Eine Geschichte aus dem Wärmland von Selm« LageekB�. ..Na, gut' Nacht also!' sagte Jan. Börje gab keine Antwort. Er war so mSde unt> abge- mattet, daß er nicht mehr den gewohnten Abendgruß heraus» brachte. Jan von Skrolycka ging bis zum Rand des Ackers, aber dort hielt er an. „Was macht's dem kleinen Madchen auS, ob du zu ihrem Geburtstag heimkommst," sagte er zu sich.„Sie hat's ebenso gut ohne dich; Börje aber hat sieben Kinder daheim und kein Essen für sie. Willst du sie hungern lassen, nur um heim- zukommen und mit Klara Gulla zu spielen?" Er ging zu Börje zurück, stellte sich neben ihn und ar- beitete mit ihm weiter: aber da er schon vorher recht müde gewesen war, ging es nicht besonders schnell vorwärts, und es war schon beinahe dunkel, als die beiden endlich fertig waren. „Jetzt schläft Klara Gulla schon lange," dachte Jan, als er endlich den letzten Spatenstich tat. „Nun gut' Nacht!" rief er zum zweiten Male Börje zu. „Gut' Nacht und Dank für die Hilfe!" erwiderte Börje. -.Jetzt geh ich und hol mir gleich meinen Roggen. Ich werd's Dir schon ein andermal wettmachen. Du kannst Dich darauf verlassen." „Ich will keine Bezahlung dafür. Gut' Nacht!' „Willst Du nichts für Deine Hilfe haben? Was ist denn los, daß Du so großartig bist?" „Ach,'s ist...'s ist heute der Kleinen ihr Geburtstag." „Was. und deshalb hast Du mir hier beim Umschoren geholfen?" � -„Ja, deshalb und auch noch wegen was anderem. Na also, gute Nacht!" Jan ging hastig fort, um nicht zu einer Erklärung über das„andere" verlockt zu werden: aber es brannte ihm auf der Zunge zu sagen: Heute ist nicht nur Klara Gullas Ge» burtstag, sondern es ist auch der meines Herzens. Aber es war gut, daß er nicht dazu kam. dies zu sogen, denn Börje hätte sicher geglaubt, er sei verrückt geworden. Der Weihnachtsmorgen. Als das kleine Mädchen ein Jahr alt war. nahm sie Jan Andersson am Weihnachtsmorgen mit in die Kirche zur Christmette. Seine Frau meinte freilich, das Kind sei doch noch recht klein, um schon in die Kirche mitgenommen zu werden, auch fürchtete sie, es könnte sich chiedr so ungebärdig anstellen wie damals beim Impfen. Aber Jan setzte seinen Willen durch, weil eS ja nicht,: gegen die Sitte verstieß, wenn kleine Kinder mit zur Weih: nachtsmette genommen wurden. So machten sich die Leute von Skrolycka mit Klara Gulla am Weihnachtsmorgen schon früh um fünf Uhr auf den Weg. Es war bedeckter Himmel und so finster wie in einem Sack, aber die Luft war nicht kalt, sondern fast mild und dazu voll- kommen still, so wie es dort in der Gegend Ende Dezember zu sein pflegt. Gleich zu Anfang ging es einen engen Pfad zwischen den Aeckern und Gehölzen in Askedalarna entlang. Dann mußten die Wanderer dem steilen verschneiten Weg über den Snipa- Hügel folgen, und erst dann kamen sie auf ordentliche Wege. Das große zweistöckige Wohnhaus auf Falla hatte in allen Fenstern brennende Kerzen: es winkte den Leuten von Skrolycka zu wie ein Leuchtturm, und so konnten sie sich bis zu Börjes Haus hin'durchsinden. Dort trafen sie mit ein paar Nachbarn zusammen, die sich am Abend vorher Fackeln zurecht gemacht hatten, mit denen sie sich nun den Weg er- hellten: an diese schlössen sich die Leute von Skrolycka an. Jeder Fackelträger ging an der Spitze einer kleinen Schar. Die meisten schwiegen, aber alle waren frohen Mutes. Sie kamen sich vor wie die Weisen aus dem Morgenlande, die beim Scheine des Wundersterns dahinwanderten, um den neugeborenen König der Juden zu suchen. Als die ganze Schar die Waldhöhe erreicht hatte, mußte sie an einem großen Steinblock vorbei, den einstmals ein Riese drunten in Frykerud an einem Weihnachtsmorgen nach der Svartsjöer Kirche geschleudert hatte, der aber zum guten Glück über den Kirchturm weggeflogen und hier auf dem Snipahügel liegen geblieben war. Als die Kirchgänger sich jetzt dem Stein näherten, logier wie gewöhnlich auf der Erde: aber alle wußten, daß er wäh- rend der Nacht auf zwölf goldene Pfeiler aufgehoben worden war und daß der Troll darunter gesessen und getrunken und getanzt hatte. Es war wirklich kein Vergnügen, am Weihnachtsmorgen an so einem Steinblock vorbeigehen zu müssen, und Jan sah eifrig zu Katrine hinüber, ob sie auch das Kind fest an sich gedrückt hielte. Katrine schritt sicher und ruhig fürbaß ganz wie gewöhnlich und unterhielt sich halblaut mit einer Nach- barin.-. Sie schien gar nicht daran- zu denken, was das für ein gefährlicher Platz war. Hier auf der Höhe standen uralte wetterfeste Tannen. Wenn man: diese so-im. Fackelschein mit-den großen� Schnee- klumpen.' auf. den Zweigen wahrnehmen konnte, drängte sich einem unwillkürlich der Gedanke auf, daß mehrere von ihnen, dw man vorher für Bäume gehalten hatte, nichts anderes waren als Trolle mit stechenden Augen unter"den weißen Schneemützen und mit' langen scharfen Krallen, die aus den dicken Schneefäusllingen. hervorstachen. Das konnte man ja ertragen, so lange sie sich ruhig ver- hielten, aber wie, wenn einer von ihnen den Arm ausstrecken und eines der Vorübergehenden an sich reißen würde? Für die Erwachsenen und alten Leute war es wohl nicht so gefähr- lich, aber eines hatte Jan doch immer gehört: die Trolle hatten eine besondere Liebe für winzig kleine Menschenkinder, je fleiner, desto besser! Es kam. ihm vor, als halte Katrine die fleine Klara gar so sorglos. Ach, für die großen krallenbewaffneten Troll- bände war es-gar keine Kunst, ihr das Kind zu entreißen! Hier mitten auf-dem gefährlichen Platz wagte es Jan indes nicht, Katrine das Kind aus den Armen zu nehmen. Gerade dadurch hätte sich das Trollpack am Ende zu rühren an- gefangem Schon fing eS von dem einen Trollbaum zum anderen an zu raunen und zu rauschen., Es knarrte droben in den Zweigen, wie wenn sie versuchen wollten, sich in Bewegung 'zu setzen. Jan wagte die andern nicht zu fragen, ob sie das auch sähen und horten, was, er sah und, hörte. Denn das hätte ja gerade die Frage sein'können, die das Trollpack zum Leben erweckte. In dieser Erwartung wußte er nur eins, was er tun konnte. Er stimmte mitten im Walde ein Lied an. Jan hatte eine sohlechte Singstimme, und er hatte auch im Beisein anderer noch nie gesungen. Es fiel ihm sehr sckstvcr, den Ton richtig-zu-treffen, und er wagte deshalb nicht einmal in der Kirche mitzusingen: aber jetzt mußte er'singen, mochte es geben, wie es wollte. Er- sah, daß dir Nachbarn sich über ihn wunderten. Die vor ihm gingen, stießen einander an und schauten sich nach ihm um: doch das durfte ihn nicht hindern, er mußte weiter machen.(Forts, folgt.) l\üMmWüiMunti 10.75 mit EinBalz, Thermometer nnd 6 Federn Rönnen- Gläser '/«_'l4 Liter SS 65 PL 2 Liter 75 1.00 1.10 Gelee-Gläser�.!, 16, 20, 24 Neue Fettherluse s Weisskohl. Pfund ipr. Wirsingkohl pfd.12 Rotkohl...... Pfund 14 pf. Kohlrabi....pf«,d 7pr. Mairüben s Pfund 20 pl Blumenkohl Kopf 35. 45 tfe=3=a8aag-8 8 8 0 0 0 > i i i i Ä.DandorfStC Belle-Aillance-Strasse Gr. Frankfurter Strasse Bmnnen-Strasse Kcttiiuser Damm Wlimersdorfer Strasse > Zusendung ausgeschlossen GrüneGurkenstck. 8. 1 2 Tomaten....Pfund 60 pl Musäpfel.. Pfand 25 pl Kochbirnen pfund35 pi. Reineclauden prund35 n Weintrauben pmnd 55 pt gssgSasg: ....Stack IS Pt ngep'f'45 pt .'/, Pfund SS PL ;eriachert...... Bund la�O Bücklin Sprott Rundem Adle Kriuchert. Schellfische eA geräuchert........ 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