nr. 206.-1916. Utif gt�altungsMatt ö�s Vorwärts s-'w-be-d. 2. s-pwdtt. Dje Deutsthe Sücherei in Leipzig. (Zu ihrer Eröffuung am 2. September ISIS.) Mitten in dem schwersten Kriege, den Teutschland je zu be- stehen gehabt hat, ist— ein besonderes Zeugnis seiner Stärke— ein gewaltiges Kulturwerk entstanden, die Deutsche Bücherei. Die Vollendung dieser Tat bedeutet die Erfüllung eines schon seit Jahr- zehnten fühlbar gewordenen Bedürfnisses. Die Erzeugung des deutschen Buchhandels übersteigt bei weitem die Produktion der anderen Nationen, und es galt, die ungeheure Ndannigfaltigkcit der Erscheinungen an irgendeiner Stelle zusammenzuschließen, sichere Möglichkeiten der Beschaffung für den geistigen Arbeiter herbeizu- fuhren und so die Leistungen unserer Kultur in ihrer fruchtbaren Auswirkung zu steigern. Der 2ö. September 1912 ist der bedeutungsvolle Tag, an dem der Vorstand des Börscnvercins der deutschen Buchhändler zu Leip- zig die �reudcnkunde der Gründung einer deutschen Bücherei als die endliche Verwirklichung vielfach debattierter Wünsche und Vor- schlüge mitteilen konnte. Mit«ncm aus Landesmitteln gewährten Betrage von drei Millionen Mark sollte auf einem von der Stadt �ipzig unentgeltlich z>z� Verfügung gestellten Bauplatz im Werte von etwa 5lX) VVO � daz«rforderliche Gebäude aufgeführt werden. Grundstück und Zurichtung gehen kosten- und lastenlos als unver- äußerlicher>«esitz in das Eigentum des Börsenvcreins deutscher Buchhandel! über. Der Börsenverein übernimmt die Verwaltung, iiie Kosten hierfür teils von der sächsischen Negierung mit l�hvich 85 OVO M., teils von der Stadtgemeinde Leipzig mit 115 00V Mtzrk bestritten werden. Interessant ist«in Rückblick auf die Geschichte des Gedankens einer solchen deutschen Bücherei. Der erste, der weitblickend nicht nur eine hochbedeutsame Anregung gab, sondern sie bereits in ge- wissem Sinn« in die Tat umsetzte, war der 17vö geborene und 1873 gestorbene Buchhändler Heinrich Wilhelm Hahn, der Inhaber der Hahnschen Buchhandlung. Er stiftete als Handbibliothek des Frank- furter Parlaments im Ncvolutionsjahre 1848 eine erste Reichs- biblioth�!, welche die Werke historischen, politischen, statistischen, kriegÄvissenschaftlichcn und juristischen Inhalts enthielt. Die erammlung ist als Parlamentsbibliothek 1848 an das Germanische Natkmalmusculn in Nürnberg gekommen. 1863 kam die Schaffung eines lückenlosen Archivcs des deut- schen Schrifttums anläßlich der Beratung des Urheberrechts zur Sprache, ohne freilich zu einem Ergebnis zu führen. Die Idee wurde von dem VcrlagSbuchhändler Eduard Vrockhaus bei Beratung des PreßgesetzeS wieder aufgenommen, gleichfalls ohne unmittel- baren Erfolg. Aber nun wurde sie immer wieder zur Debatte gc- bipecht. Mit besonderem Nachdruck wieS Karl Kehrbach 138V in der »Literarischen Korrespondenz" auf sie hin und betonte, daß der deutsche Buchhandel einer gleichen Einrichtung dringend bedürfe, wie sie der viel geringere französische in der Bibliotheque Nationale «ich der englische in der Bibliothek des British Museum bereits be- säßen. Im März 1S10 konnte Dr. Erich Ehlermann bereits von einer Fühlungnahme mit amtlichen Stellen in Dresden und Leip- zig berichten. Er verbreitete sich über die Gründung einer Reichs- bivliothek in einer überzeugeirden Denkschrift. Mit ihm bemühte sich in erster Linie der seit 191V dem Börsenverein vorstehende Kommerzienrat Karl Sigismund. Der Erfolg dieser Bestrebungen war die Gründung im September 1913, und am 13. Oktober in- mitten des Jubels der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht erfolgte bereits die Grundsteinlegung. Nun ist das Werk vollendet. Die Deutsche Bücherei sammelt die gesamte vom 1. Januar 1913 an erscheinende deutsche und fremdsprachige Literatur des In- landeS und die deutsche Literatur des Auslandes. Ein früherer Termin durfte nicht gesetzt werden, weil sonst die erstrebte Voll- ständigkeit nicht erreicht werden konnte. Gerade die Lückenlosigkeit ist ja das Merkmal, das dieser Bibliothek ihre besondere und her- vorragende Stellung zuweist. Hat doch Prof. Harnack in einer 1912 erschienenen Broschüre festgestellt, daß selbst die Berliner Königliche Bibliothek 5,10 Proz. der geforderten Bücher nicht besaß. Bisher hatte die Hinrichssche Buchhandlung in Leipzig eine an sich überaus sorgfältige Bibliographie herausgegeben, die naturgemäß indessen nicht vollständig sein konnte. Nunmehr ist eine Organi» sation durch Vereinbarung mit Verlagen und Druckereien getroffen, die der Deutschen Bücherei die absolute Vollständigkeit zu sichern vermag. Zugleich aber hat diese Grünldung eine nicht zu unter- schätzende volkstümliche Bedeutung. Ihr sind zugleich herrliche Möglichkeiten in der Verbreitung mannigfaltigster Bildungswerte gewiesen. Ihrer Art nach kann solche Bücherei selbstverständlich nur Präsenzbibliothek sein. Ein Ausleihen der Bücher verbietet sich wegen der damit verbundenen Abnutzung. DaS Gebäude der Bücherei ist ein monumentales architekto- ]?ans yezmwch. Eine Geschichte aus dem Wärmland von Selma Lagerlöf. Der Küster durfte anfangen, und man merkte wohl, wie vorsichtig er zuerst zu Werke ging; aber als ihm dann klar wurde, mit was für wohlunterrichteten Kindern er es zu tun hatte, drang er immer schärfer auf sie ein. Es war einfach großartig, die TybergSkindcr antworten zu hören, sie waren so sattelfest, daß sie keine einzige Frage unbeantwortet ließen. Dann kam der alte Tybcrg an die Reihe, die Küsters- kinder zu prüfen. Der Alte war jetzt nicht mehr ärgerlich, und da seine Kinder bereits gezeigt hatten, was sie leisten konnten, fuhr ihm der Schelm in den Nacken. Zu Anfang stellte er einige richtige Fragen an die Küsterskinder; aber lange vermochte er nicht ernsthaft zu bleiben, sondern er wurde bald ebenso lustig, wie er es in seiner eigenen Schule zu sein pflegte. »Ich weiß wohl, daß ihr viel mehr gelernt habt als wir, die wir aus dem hintersten Winkel der Gemeinde kommen," sagte er.„Ihr habt Naturlehre gehabt und alles mögliche andere. Jetzt möchte ich aber wissen, ob eines unter euch ist, das mir sagen kann, wie die Steine im Motalastrom sind?", Nicht eines von den Küsterskindern hob die Hand in die Höhe: aber auf der anderen Seite streckten sich alle Arme aus. Da saßen sie auf der Küstcrsseitc: Olaf Olsson, der sich wohl bewußt war, den besten Lernkopf in der Gemeinde zu haben, und Hindrik Björnsson aus dem alten guten Bauern- geschlecht und wußten kein Wort zu sagen; und da saß Karin Svens, das kluge Mädchen, das nicht einen Schultag vcr- säumt hatte, und auch sie wunderte sich über die Maßen, wie alle die anderen, und dachte, es sei doch sonderbar, daß ihnen der Küster nichts von der merkwürdigen Eigenschaft der Steine im Motalastrom gesagt hatte. Und da saß auch Klara Fina Gulleborg von Skrolycka, die ihren Namen von der Sonne erhalten hatte, und in ihrem Gehirn war es ebenso finster, wie in dem der anderen Kinder. „Dann bleibt nichts anderes übrig, als daß wir die anderen fragen/ sagte der Schullchrcr.„Aber es ist doch sonderbar, daß von so vielen pfiffigen Buben und Mädchen, � nisches Werk geworden. Es liegt auf freiem Gelände im Osten der Stadt an der denkwürdigen Straß« des 18. Oktober. Alle tech- wischen Vorteil« der Gegenwart scheinen nutzbar gemacht, und zu- gleich sind die ästhetischen Forderungen in jeder Hinsicht erfüllt. Der Bauplatz umfaßte 16 741 Quadratmeter. Vor dem Gebäude breitet sich im Zuge der Straße ein freier Platz aus, dem der Name „Deutscher Platz" gegeben worden ist. Zu weiteren Ausdehnungen gewähren die Nachbargrundstücke Raum. Der Bau hat am Deut- schen Platz 12V Meter Länge, 22 Meter Hauptsimshöhe und umsaßt mit Keller und ausgebautem Dach acht Geschosse. Die Räum« siivd von Licht durchflutet. Selbst die Keller wurden mittels Neigung der Straße hell. Hier läuft der sogenannte Wagengang für den Bücherverkchr. Eine motorisch betriebene Nohrpostzentrale ist ein- gebaut und erleichtert die Vermittlung zwischen den einzelnen Räumen. In dem schönen, weiten Lesesaal steht eine 2VVVV Bände umfassende Handbibliothek zur Verfügung. Der Zeit- schriftensaal enthält nicht weniger als 13 0VV aktuelle Zeitschriften. Auch der Katalogsaal wird der Benutzung des Publikums direkt zu- gänglich gemacht. Neben dem Lesesaal befinden sich die Schreib- maschinenzimmer zum Gebrauch. Auch ein stimmungsvoller Vortragssaal wurde eingerichtet. Die Außenwand zwischen den Türen dieses Saales schmückt ein Gemälde Prof. Vogels, das die Mit- glieder des Ausschusses darstellt. Die Räume können zehn Millionen Bände bergen. Der Direktor der Bücherei Dr. Wahl hat 1914 eine Kriegs- literawrsammlung und eine bibliothekstechnische Sammlung der Bücherei angegliedert. Insbesondere auch diese bibliothckStcchnische Sammlung ist in ihrer Art etwas Vorbildliches. Ermöglicht sie doch einen konzen- trierlen Einblick in das Büchereiwesen überhaupt, und sie kann zu seiner Entwicklung und Vervollkommnung erheblich beitragen. Viele Kräfte haben geholfen, die ungeheure Masse des Mate- rials zu sichten und zu bewältigen. Die Einordnung und Regi- stratur wurde vorbildlich durchgeführt. Die deutsche Organisation hat auch an diesem gewaltigen Apparat einen Triumph erlebt, der um so höher zu bewerten ist, als doch der Krieg alle möglichen Hemmungen entgegensetzte. Leipzig hat in der Bücherei eine neue Zierde erhalten. Es ist gut, daß diese Stadt als das Zentrum des deutschen Buchhandels zugleich auch diese Zentrale des Buchwesens beherbergt. Dr. Friedrich Sebrecht. kleines Keuilleton. Wieviel Hitze kann üec Menfch vertragen l Die Höchsttemperaturen unserer wärmsten Jahreszeit, in der wir uns gegenwärtig befinden, bewegen sich nur in ganz seltenen Fällen in so hohen Extremen, daß sie gesundheitliche Einwirkungen ausüben. Anders liegen die Dinge in den Tropen, wo das ganze Jahr hindurch mindestens so hohe Wärmegrade herrschen wie in der gemäßigten Zone während der heißesten Jahreszeit. So muß man in der Sahara stets mit öv Grad Celsius rechnen, eine Hitze, die dorr nickt einmal eine Ausnahme darstellt. In der australischen Wüste verzeichnete der Forschungsreiscnde Stuart im Jahre 1845 Tag für Tag eine Temperatur von durchschnittlich 44 Grad Celsius im Schatten und 63 Grad Celsius in der Sonne; an besonders heißen Tagen stieg das Thermometer in der Sonne sogar bis zu 68 Grad empor. Berüchtigt wegen ihrer Backofentcmperalur sind auch die Gewässer des Roten Meeres und des Persischen Golfs. Alle Seefahrer haben in diesen Gebieten auf Deck der Schiffe gelegentlich Temperaturen von fünfzig bis sechzig Grad� im Schatten verzeichnet, und man kann sich danach einen Begriff machen, welche Glut im Maschinenraum herrscht. Kaum weniger heiß als in der Sahara und im Roten Meere ist es auch in der niedcrkalifornischcn Wüste. Der Miiteleuropäer ver- mag sich gewöhnlich nicht vorzustellen, daß der Weiße unter solchen Temveraiuren zu leben vermag. Aber in Wirklichkeit kann der Mensch im allgemeinen sehr bedeutende Wärmegrade aushalten. Es ist er- wiesen, daß der menschliche Körper— vorausgesetzt, daß er vor Be- rührung mit guten Wärmeleitern geschützt wird— eine Hitze ertragen kann, die ausreichen würde, ein Fleischstück zu braten. Zwei englische Forscher haben die Probe anfs Excmpel gemacht. Sie krochen in einen Backofen, der allmählich erhitzt wurde, und sie ertrugen darin eine Temperatur, die das Wasser zum Sieden brachte. Man sollie nun meinen, derartige Hitze müsse die Gewebe des mensch« lichcn Körpers zerstören. In Wirklichkeit steigert aber äußere Hitze die Temperatur des Körpers nicht in demselben Maße. Die den Körper umgebende Hitze rreibt nämlich das Wasser durch die Poren in Form von Schweiß aus dem Körper und verwandelt es in wie hier sitzen, keines eine so leichte Frage beantworten kann." Gerade im letzten Augenblick drehte sich Klara in Skro- lycka um und sah Jan an, wie sie zu tun pflegte, wenn sie sich nicht mehr zu raten und zu helfen wußte. Jan stand so weit weg von Klara Gulla, daß er ihr die Antwort nicht ein- flüstern konnte; aber als Klara Galla in ihres Vaters Augen gesehen hatte, da stvußte sie, was sie sagen mußte. Schnell hob sie die Hand in die Höhe und stand sogar vor lauter Eifer auf. Alle ihre Mitschüler und Mitschülerinnen drehten sich racksjhr um, und der Küster sah sehr vergnügt drein, weil er die Frage nun nicht an die andere Seite richten mußte. „Sie sind naß!" schrie Klara Gulla, ohne zu warten, bis sie gefragt wurde, denn dazu war ja gar keine Zeit mehr. Im nächsten Augenblick jedoch meinte sie, sie habe eine sehr dumme Antwort gegeben und die Sache für alle voll- ständig verdorben. Sie sank auf ihre Bank zurück und kroch beinahe unter den Tisch, damit ja niemand sie sehen könne. „Ja, das war die richtige Antwort, Klara Gulla," sagte der Schullchrcr.„Es ist gut für euch Küstersschlllcr, daß wenigstens eines unter euch Antwort geben konnte, denn ihr seid nahe daran gewesen, geschlagen zu werden, so hochnäsig ihr auch tut." Und nun erhob sich ein großes Gelächter unter den Kin- dein auf beiden Seiten und ebenso unter den Erwachsenen. Einige Kinder mußten aufstehen, um recht laut hinauslachen zu können, und andere legten sich mit dem Gesicht auf die Bank, und mit aller Ordnung war es aus und vorbei. „Ich meine, wir schaffen jetzt die Bänke hinaus und tanzen um den Christbaum," schlug der alte Tyberg vor. Und so vergnügt waren die Kinder noch niemals in der Schule gewesen und auch später nie wieder. Der Fischfang. Es war natürlich ganz unmöglich, daß irgendein Mensch das kleine Mädchen in Skrolycka ebenso lieb haben konnte wie sein eigener Vater. Aber so viel kann man doch be- haupten, in dem alten Netzstricker Ola hatte die kleine Klara einen sehr guten Freund. Die Freundschaft zwischen den beiden begann folgender- maßen: Klara Gulla war eines Tages auf den Gedanken gekommen, im Waschbach für die kleinen Forellen, die sich dw Dampf. Die Körperwärme wird so verbraucht, indem sie sich rn Energie umsetzt; der Wärmeübcrschuß wird somit ohne Nachteil für den Körper aus diesem cnlferus. Aus diesem Grundsatz beruht auch die Wirkung des russischen Dampfbades. /irbeitsvsrmMiung in der Zimstzeit. Vom Bundesrat ist jetzt eine Verordnung herausgegeben worden, die eine weilere Ausbreiimig der großen Arbeilsuachweiie ins Auge faßt. Da ist cS vielleicht von Jnteresie, darauf Hinzuweisen, wie die Arbeitsvermiitkung in der allen Zunflzcit vor sich gmg. Meistenteils geschah die Annahme von Gesellen durch die„Umschau", aber nicht der wandernde Geselle ging zu de» Meistern, um nach Arbeit an- zusragen, sondern der„Altgesell" Halle sich nach den Wandernden nmzuichauen. Erllärle sich ein Meister bereit, einen wandernden Gesellen einzustellen, so wurde dieser vom„Altgesellen" mit folgenden Worten eingesührt:„Nun, Meister, da bring ich Euch den neuen Gesellen; er schläft gern lange, ißt gern snih seine Suppe, macht gern llcin Tagwerk, nimmt gern großen Wockenlohir und schläil gern bei der Magd. Ich wünsch' Euch Glück. Meister, zu einem sa fleißigen Gesellen." Wo das„Umschauen" nicht üblich war, wurde die Arbeitsvermittlung dadurch geregelt, daß auf der Gesellen» Herberge eine„Gedenktafel" ausgehängt war, aus der die aus» gebotenen Stellen streng nach der Reihe der Anmeldungen auf» geschrieben wurden. Kam inm ein Geselle zugewandert, so halte er gleich einen Ueberblick über die auSgcbotenen Arbeitsplätze. Konnte keine Arbeit zugewiesen werden, so erhielt der zugewanderte Geselle ein Geschenk, wobei der„Aligcsclle" sprach:„So mit Ver- laub und Gunst, mein Geiellickast; so wird dir von mir und den Gesellen, die allhicr in Arbeit stehen, verehrt lio und so viel) zum kleinen Geschenk, damit du kannst einem ehrlichen Meister zuziehen und einen unehrlichen meiden. Und nimm vorlieb, � das Kloster(die Gesellenvereinigung) ist arm, der Abt sAltgei'clle) trinkt selber gern und wünscht dir Glück zum kleinen Geschenk." Notizen — Im Schiller-Theater 0. wurde Donnerstag die neue Spielzeit mit Ibsens„Frau vom JReere" eröffnet. Dieses Schauspiel gehört zu den„leichteren" Stücken de?„schweren Dichters— schwenkt es dock am Schlüsse um ein Haar ins Philister« land hinein. Die Tiefen der Jbjenscken Gedanken wurden nicht rnisgeschöpst, weil der dunkle„fremde Mann"(Heinz Senger) dem Dichter und dem Publikum alle? schuldig blieb. Kein Wunder, daß Else Wasa, der die Frau Mangel sonst gar nicht übel liegt, im Zusammenspiel mit solchem Paitner gerade in den beiden wichtigsten Äuftritteu nicht ihr Bestes geben konnte.— Sehr schön wirtleu die neuen Dekorationen. — Der Erreger des F l e ck t h p h u s, dieser immer noch gefährlichen Infektionskrankheit, ist schon wiederholt gefunden worden— aber wie sich nachher regelmäßig herausstellte, mar eS nicht der richtige. Jetzt soll es, nach der Wiener Klinischen Wochen- schrift, dem Vudapester Bakteriologen Dr. Eugen Csernal aber wirklich gelungen sein, den Erreger zu finden. Hoffentlich bewahr- heitet sich die Nachricht, denn die Bekämpfung des Flecktyphus ist natürlich aussichtsreicher, wenn sein Erreger bekannt ist. — Eine schwedische Kunstausstellung in Kopen- Hagen. Im europäischen Norden hat der Krieg die Wirkung aus« geübt, daß die drei skandinavischen Völker, deren Beziehungen be» kanntlich lange unter vielfacher Unverträglichkeit zu leiden hatten. nicht nur politisch, sondern auch auf dem Gebiete der Kultur ein« ander näher rücken. Davon legen für die Wissenschaft die nordischen Natursoricher- und Mathematikcr-Kougresse Zeugnis ab, und ähn- liche Bestrebungen machen sich auch in der Kunst geltend. So ist unlängst in Kopenhagen eine reichbeschickte norwegische Kunst- ausstellung veranstaliet worden, und ihr soll nun im November d. I. eine schwedische Kunstausstellung folgen, die im größleir Stile im Schlosse Charlottenborg stattfinden soll. — Gräber aus alemannischer und keltischer Zeit, weit über IVO, sind in Bümpliz in der Schweiz aufgedeckt worden. Allem Anschein nach handelt es sich um zwei teilweise übereinander liegende Grabstätten, die eine aus der Zeit um 2VV v. Chr., die andere um etwa 40V n, Chr. Die Gräber der Kelten enthalten vielfach zierliche Ketten, Gewandnadeln und Ringe aus Bronze neben farbigen Armspangen aus GlaS und Gehängen au» Glasemailperlcn. Die jüngeren Alemannengräbcr dagegen bergen alS Beigabe meist eiserne Waffen und Ziergegenstände, wie Schwerter, Dolche, Messer und in Menge Pfeilspitzen und ge« schmiedete Gürtelichnallen, auch Arm- und Beinringe neben knöchernen Kämmen und Halsgehängen aus Glasuren. Auffallend sind die kräftigen Knochengerüste mit den prachtvollen Gebissen. im Wasser tummelten, sogenannte Fischstangen aufzu- pflanzen, das heißt, Stangen hineinzustecken, an>denen die Leine mit der Angel hing. Dies gelang ihr besser, als man gedacht hatte. Schon am ersten Tage kam sie mit zwei Fisch» lein nach Halls«. Natürlich war sie sehr eifrig bei der Sache, und sie wurde gelobt und gepriesen von ihrem Vater und ihrer Mutter, weil sie schon jetzt, wo sie noch nicht älter als acht Jahre sei, Nah- rungAmittel ins Haus schasse. Und um sie noch mehr zu er- mutigen, ließ Katrine sie selbst die Fisckfe ausnehineli und braten, und Jan aß davon und faßte, so einen Fisch habe er in seinem ganzen Leben noch nicht gegessen. Und das war sicherlich die reine Wahrheit, denn der Fisch war so dürr und grätig, daß das kleine Mädchen selbst kaum einen Mund voll hinunterwürgen konnte. Trotzdem betrieb sie ihren Fischfang mit gleichem Eifer. Morgens stand sie schon ebenso früh auf wie ihr Vater. Sie nahm einen Korb an den Arm, um darin die Fische besser nach Hause tragen zu können, und siir die abgefressenen Angelhaken trug sie in einer kleinen Blechbüchse auch Würmer bei sich. Auf diese Weise ausgerüstet, schritt sie am Waschöach hinauf, der mit vielem steilen Gefälle und langen Strecken von Stromschnellen von der Höhe hcrabgctanzt kam; da- zwischen hatte er aber auch dunkle stille Hinterwasser und klare Stellen, Ivo das Wasser langsam und durchsichtig über Sand und flache Steine floß. Aber denkt euch mal, nach der ersten Woche hatte Klara Gullas Glück beini Fischen nrit einemmal ein Endel Zwar der Köder war beinahe von allen Angeln verschwunden, aber statt des Köders hing kein Fisch daran. Sie versetzte ihr Fischgeräte aus den Stromschnellen ins HintcNvasser und aus dem Hintcrwasser in die Wasserfälle und nahm andere Haken, allein es wurde nicht besser. Klara Gulla fragte die Jungen von Vörjes und die von Erik in Falla, ob sie in aller Herrgottsfrühe aufstünden und ihr die Fische von den Angeln nähmen. Aber die Jungen gaben ihr kaum Antwort auf eine solche Frage, denn keiner von ihnen hätte sich so erniodrigt, im Wöschbach Fische sangen zu wollen. Dazu hatten sie doch den ganzen großen Duvsee. Für kleine Mädchen dagegen, die nicht ans Sceufer hinunter- gehen durften, war cS ja ganz nett, in den Waldbächen zu fischen. (Forts, folgt.) Deutsches Theater. Direktion: Max Reinhardt T'/j Uhr: Maria Stuart. ßonntag: Fährmann Henschel. KaiJimersplele. 8 TT.: Z. 1- Male; Dar Schneilmaler. Sonntag, S'/a U.: Der Schnellmaler. ■Volksbühne. Theater a. Eülowpl. S'/j Uhr: Ein Sommernachlstraum. Sonntag: Ein Sommornachtstraum. Dir. Meinhard-Bernauer. Titsatr?.? i. cZ. Könipgrätze��r. 8 Uhr: Ein Trannispiel. BComödienliaiis 81/, Uhr: Der 7. Tag. BerBlusf Titsetag' 8�2 u.: Wenn zwciHochzelt machen! ZSZZwA-?kSAi6r. T'/j Uhr: Neu einst. Z. 1. Male; Wildente. Sohanspiel von Henrik Ibsen. Sonntag: Wildente. SßuisßhJiMler-Tlieater. 8 Uhr: JPerlen. ßonntag, Montag: Perlen. URANIA Tanbenstr, 48/49. 8 Uhr: Der OrofSglGckncr, Gastein und die Saizburger Alpen. Theater am Sonnabend, 2. September. Deutsches Opernhaus, Charlottcnb. 7 uhr: Tamilmuser. Friedrich-Wühelmslädt, Theater s1/« u.: Das Dreimäderihaus. Gebr. Herrnfeld-Tliealer. 81/. Uhr: Wachsmanns Hühnerhof. Kleines Theater sv, u.: YaleF unß Sohn. Komische Oper 81/, Uhr: Die schöne Kubanerin. Lustspielhaus 8V, u.: Der selige Balßuin Metropol-Theafer 8 Vi u.: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus. Eröffnungsvorstellung unter Leitung des Komponisten: TV, IL: Der Soldat der Marie Kesldenz-Thcater Gastspiel Maximus RenS. sv.u.: Frieden im Krieg. Schiller-Theater O s mn: Die Frau vom Meere. Schlllcr-T. Charlottcnb, l-LM-i Kater Lampe. Thalia-Theater sv.u.: Biondineiien. Theater am lüollcndorfpl. s uhr: Eiaue Jungens. Theater des Westens zÄ; ßis fahß ins Gißck mit Guido Thiels ohsr. Trianon-Thcatcr s Vi u.: ßer Binunel aui Erden. Berliner Schweiz 7NAE't! S�trafahrten MW- von der Reederei NoMling""�1 Sannowitzbrücke hin u. zuvüqIx 59 ff. Kaiint aHenzer' Femspr. SlönigfL 2062. _ 316 Waisenhrücke bis ans weiteres Tonntags 2 U. n. Krampenbiurg bin u. tut. 1 33?., cinf. 50 Pf., Kind, h. Hälfte. 8 ä jABNichstr.) Hohenzollernkanal} Fahrt bis Schl. Niederfinow. Nur Hins. 3,10. An Bord Mittagstisch. Fabrschcine auch vorher Kontor Stralauer Brücke 4. Ah Oberbaumbrücke __________ Morgen Sonntag letite diesj. Dampferfahrt 9 u. ZV-�Uhr nach Woitersdorfer Schleuse hin u. zur. 1,18 M. Einsach 59 u. 9 u. 2l/s Ubr nach Heu-Heringsdcrf, 0,80. ,40 Ps. Hecderei Kieck, Falckonsteinstr. 48. Tel: Mpl. 8197. Kinder halbe Pr. Deutsch-Amer.-Th. Köpenicker Str. 68. 5 Minuten von Jannowitz- Brücke, — Untergrundbahn Inselstraße.— Täglich i/z9 Uhr: WäsjiingeMMslien Iräiien...! Ausstattungsposse in 3 Akten. Musik von Walter Bromme. 14! Schlager 14! RosesTheater. sv.u.: Die Meli ohne Mimner Nartenbllhne: Es gibt nur ein Berlin. �VuIhZÜa-Iheater. 8i,. Uhr: Im die SiEgesiiteii Iluten. Anfang 8 Uhr. Beginn der Winter-Spielzeit. Gastspiel Bndolf Scliüdkrant Ferner: Uessem's neuer Akt. Carl Roinsch, Dario Paini, Alice Rejan und das übrige voll- ständig neue Eröffnungsprogr. Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Täglich 81/. Uhr. Einzig in seiner Art in Groh-Berlin. Berliner Humor in ernster Zeit. Meine gute Olle. Orrginal-Posse in 3 Aufzügen. Vorher erstklassiger bunter Teil. Sonntag 4 Uhr: Die Miicitsehulxen. - Posssn-Theater- Linienstraße a. d. Fnedrichstraße, Täglich 8'/. Uhr: Gebr. Hirsch. Fangste schon wieder an. Admiralspalast. Das herrliche Eisballett �rau �anfasie. �Anf. ö Uhr. 2, 3, 4 M.� V©ig t-TJbeater. Badstr. 58. Badstr. 58. KSST Täglich Das Mädel ohne Geld. Erstklassiges farietfi-Progranini. Ansang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Beziagsqueilen-VeFzteiciißils B e H i n- W e s t e n Emlclnt wSotentlicheinmri._ Untenirtchende Gezrliäft« ginpfehlen alfl» bei EiniSpfett. dco Rrauoreien Adeiüno& Hoilmann Akt.-Brauerei Potsdam I�Eig. Niederlag. Berlin SW. 47� �Kreuzbergstrass© 23, Bran-� Idenburg«u H.# Wilhelms-j dorferstraße 72. •Potsdam.Stangen- bler ISiipgerbpau.N F leisdi- u. Wurst waren 3 Cteg Baiielcw l�rvTb.l Km GeTe�enHoiSshäula■: IbS. Fiataoer.Ilt-Moab.llOJ 55ofangeder' Vorrat reicht- lizWeine, Fraclitsäfte, Likörc�o iE.&. hi. LeüdieHei Mansteinstr. 4 t 3 Böwäwes � K. 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