ji. 240.— i9i6. Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Insel-Sücher. Damals, als noch Friede war, da dabc ich an dieser Stelle des öfteren von der Jnsel-Bücherci gesprocde», von jenem riibmenS- und dankenswerten Unternehmen des Jniel-Verla�S in Leipzig, das bestimmt ist, in guten Drucken und für billiges Geld gute, wert- holtige Lilcratur ins Volk zu tragen. Vor drei Jahren erschienen die hübschen Fünfzig-Vsennig-Bändchen zuerst auf dem Bückermarkt. Inzwischen haben sie sich nach und nach eingebürgert und man sieht sie in ihren bunten Kleidchen allenthalben. Man darf sagen, dasi der Verlag sich mit ihnen bereits heute schon ein Verdienst um Kultur und Bildung erworben hat. Und für die, die draußen im Felde sind, sind sie oft genug rechte Freude- und Trost- bringer gewesen. Sie eignen sich vorzüglich für die Ver- sendung an die Front, ihrer Form und ihres Gehalts wegen, und unzählige von ihnen haben den Weg in die Schützen- graben gefunden. Seit ich das letztemal von den Insel- Bändchen berichtete, ist wieder ein gutes Halbhundert von ihnen erschienen: Dichtungen, philosophische Schritten und solche, die dem Geiste der Zeit Rechnung tragen. Um von den politischen Schriften zuerst zu reden: Es sind seine Aeußerungen zum Tage. Aber eS sind anerkannte Werke bürgerlicher Geschichtsschreibung, die zur Stunde in enger Beziehung stehen. Da ist Arndts kerniger„Kate- chismus für den deutschen Kriegs« und Wcbrmaiui"; da ist Clause- witz, der.Grundgedanken über Krieg und Kriegssührung" gibt: die berühmten Briese von Strauß und Renan aus dem Jahre 1870; Rankes Aussatz.Die großen Mächte". Schillers Gcniälde von der Belagerung Antwerpens wird geboten und Stücke aus des prachtvollen Nettelbeck, des Helden von Kolberg, Lebensgeschichte. Andere Bündchen geben Briese Blückcrs, Briefe aus dem französischen Kriege. Auch in Auslesen aus der Dichtung spiegelt sich die Zeit. Da sind vier Bändchen, die teils den, Kriege, teils dem Gedanken des Vaterlandes gewidmet sind, hübsche, klug und geschmackvoll gc« wählte Anthologien:.Landskuechtsbeder"..Deutsche Kriegslieder", .Barerlandsliedcr",.Die deutschen Laude". Geibels.Heroldsrufe" reden kraftvolle Töne, wie der Damensänger sie nur im Ausschwung seiner patriotischen Begeisterung fand. Daneben flehen reckt merk- würdig Chinesische KriegSlicder, die Klabund ausgezeichnet übersetzte. Von der Zeit veranlaßt ist wohl auch das ostpreußische Sagenbuch und die Uebertragung der von seltsamer Mystik und schwärmerischer Schwermut durchwehten Novellen des Ostjuden Perez. In enier indirekten Beziehung zum Kriege, zur großen Todesernte stehen zwei Büchlein vom Sterben: FecknerS philosophische Phantasie und ein alter Dialog vom Jahre 1400:.Der Ackermann und der Tod", mit dem die Jnselbücherei ein prachtvolles Stück mittelalterlicher Prosa ans Lickt zieht. Neben diesen Zeitveröffentlichungen bringt die Sammlung eine Fülle anderer Werke, die ausnahmslos Beachtung verdienen: neben Brentanos.Geschichte vom braven Kaiperl und schönen Annerl", die so tief in die Volksseele hineingreift, steht Hoffmauns„Fräulein von Scudery", die beste deutsche Kriminalnovelle; Eichendorffs phan- tastische Vagantcngescllicha'l der„Glücksritter" neben Chamissos heimatlosem Wcltwanderer«Peter Schlemihl". Der alle Hebel erzählt seine Anekdoten und der liebe, treuherzige Claudius singt seine frommen Weisen; während Friedrich Schlegel seine geist- reichen, spitzen Paradoxe formt und Andersen dem Mond die reizenden kleinen Geschichten seines„Bilderbuchs ohne Bilder" ablauscht. Aus den Keilschriftbruchstücken aus dem«chult von Ninive zieht G. E. Burkhardl die Uebcrieste des assyrischen Epos„Gilgamesch" hervor, das von den Heldeniateii Gilgameschs handelt und von seinem Gange zu den Toten, wo er seinen Freund Enkidu sucht und wo ihm Ulnapischitim, der assyrische Noah, die Sinlflutsage erzählt, und sucht die Fragmente zu ergänzen. In zwei anderen Bündchen werden moderne Dichter vorgestellt. Der orphiich dunkle Mystiker Alsred Mombcrt läßt seine„Musik der Welt" ertönen und Theodor Däubler, der jetzt viel genannt wird, singt die südliche Landschaft und die Herrlichkeit deS Sternengewölbes in seiner neuen Weise. Daneben faßt Klabund. der Vielgeioaudte, sich einen allen Chinesen bei den Haaren und läßt ihn deutsch reden, Lilaipe, den«ewig trunkenen, ewig heiligen Wanderer". Neben der Jniel-Biicherci ist auch die Bibliothek der Romane nicht stehen geblieben. In den roten Dreimark- Bänden ist jetzt Tolstois großes Epos„Krieg und Friede" erschienen; dann der ewig junge Roman des Dreißigjährigen Krieges, der Simplicius Simpliciisimus. Vict.>r Hugos romantische Phantasie malt das Paris des fünfzehnten Jahrhunderts im„Glöckner von Notre-Dame". Im„Löwen von Flandern" ertönt der Freibcilsruf der Vlamen aus der«chlacht von Kortrijk, und Charles de Coster erzählt in seinen «Flämischen Mären" in seiner prachtvollen Bildsprache fröhliche heimatliche Legenden. Von dem Dichter deS unvergleichlichen„Ulen- spiegel" bringt die Bibliothek auch seinen einzigen modernen, fast ganz unbekannt gebliebenen Roman«Die Hochzeitsreise", die Ge- 461 Jans Heimweh. Eine Geschichte aus dem Wärmland von Selma Lagerlöf. „Ich glaube, ich will es für heute genug sein lassen," sagte der Pfarrer.„Wir wollen die Christenlehre beschließen." Er sprach ein kurzes Gebet, und man sang ein Lied. Dann verließen alle das Zimiucr. Der Pfarrer war der letzte, der ging. Als Lars ihn nach der Gitterpforte begleitete, lenkte er das Gespräch von selbst auf das, was sich eben zugetragen hatte. „Der Herr Pfarrer hat wohl gehört, daß ich mich vor dem ersten Sonntag nach Johanni in acht nehmen soll?" sagte er.„Das ist ein Beweis, daß Jan an seine Tochter gedacht hat. Am Sonntag nach Johanni im vorigen Jahre bin ich bei Jan gewesen, um wegen seines Hauses ins Reine zu kommen. Den, Pfarrer wurde bei allen diesen Erklärungen immer unheimlicher zu Mute. Ganz hckstig legte er Lars Gunnarsson die Hand aus die Schulter und versuchte, ihm in die Augen zu sehen. „Lars Gunnarsson!" sagte er mit herzlicher, überredender Sttmme.„Ich bin kein Richter. Und wenn Ihr etwas auf Eurem Gewissen habt, könnt Ihr zu mir kommen. Vergeßt das nicht! Ich erwarte Euch jeden Tag, Lars Gunnarsson! Wartet nur nicht, bis es zu spät ist!" Ein alter Troll. In dem zweiten Winter, den das kleine Mädchen von Skrolycka in der weiten Welt draußen war, wurde es gegen Ende Januar ganz unheimlich kalt. Es war eine furchtbare Kälte. Um die kleinen Häuser in Askcdalarna mußten die Leute den Schnee hoch"aufhäufen, um ihre Stuben nur einigermaßen warmhalten zu können, und die Kühe im Stall mußte man jede Nacht mit Stroh zudecken, damit sie nicht erfroren. Ja, es war furchtbar kalt! Das Brot gefror und der Käse gefror, selbst die Butter wurde zu einem Eisklumpen, Und als es am allerkältcsten ivar, schien auch das Feuer nicht mehr die Macht zu haben, so warm zu machen wie sonst. Man mochte ein noch so großes Feuer auf dem Herd an- schichte einer jungen Ehe, in der die Eifersucht der Schwiegermutter Unheil stiftet. Man sieht, der Jnsel-Verlag ist trotz des Krieges rege geblieben in seinen so lobenswerten Bestrebungen um die Verbreitung guter Literatur. Daneben hat er, im Auftrag des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde, ein neues Unternehmen vorbereitet. Es bandelt sich um eine Sammlung volkslümlichen Sangesgutes. Bier Hestchen, zu je 80 Pf., liegen vor. Sie sind gut gedruckt, mit Noten versehen und mit reizenden Bildern von Ludwig Richter, Kalchreuth, Slevogt und Ubelohde geschmückt. Diese«alten und neuen Lieder und Weisen" verdienen eine weite Verbreitung. Sie haben den Beruf die schlechten löschpapiernen Hefte zu verdrängen, die schöne alle Lieder mit greulichen modernen Gassenhauern znsammenwerfen. R G. kleines Feuilleton. der Eisvogel unü Sie halkponijchen Tage. Nach Meldungen aus Südschleswig hat sich im Eiderstadtschen, im Dithmarschen und auf einigen Halliginseln der sonst in dielen Gegenden selten erscheinende nordische Eisvogel eingefunden. Man bringt das Erscheinen des dort ziemlich unbekannten Vogels, der in großen Scharen aus den nordischen Ländern nach Süden zieht, mit einem früheintretcnden Winter in Verbindung. In Mitteldeutsch- land trifft der Eisvogel, der einer der bekanntesten Strichvögel ist, erst im November ein; er heißt daher in manchen Gegenden unseres Vaterlandes auch Martinsvogel, weil er sich gewöhnlich zu Martini einfindet. In den Mittelmeerländern erscheint der Eisvogel, der den zoologischen Namen �loscko isxicks. führt, um die Zeit der kürzesten Tage im Dezember. Die Griechen nannten den Vogel balk�ons, und sie brachten mit ihm eine ihrer schönsten Sagen in Verbindung, die uns der römische Dichter Ovid in dem elften Buche seiner „Verwandlungen" ausführlich erzählt. Halkyone, die Tochter des Windgottes Aeolus, verliert ihren heißgeliebten heißgeliebten Gatten Ceyr bei einem Schiffbruch. Als sie am Meeresufer eine laute Klage um seinen Tod erhebt, siebt sie aus dem Wasser treibend seine Leiche. Sie stürzt sich ins Meer und wird im Augenblick von der mitleidigen Göttin Juno in einen Eisvogel verwandelt. Unter ihren Liebkosungen erwacht ihr toter Gatte zu neuem Leben und wird gleich ihr zum Eisvogel. Das wieder vereinigte Paar verbringt in winterlicher Zeit vierzehn geruhige Tage am MeereSufer, da ihr Vater Aeolus während dieser Zeit den Winden zu schweigen befiehlt. Auf dieser Sage beruht die bei den Allen verbreitete Redensart von den halkyonischen Tagen. Danach soll das Meer sieben Tage vor und sieben Tage nach dem kürzesten Tage ruhig und sicher zu befahren sein. Das trifft allerdings nicht immer zu, da gerade um diese Zeit auch im Mittel- ländischen Meer die stärksten Stürme nicht selten sind. Auch bei uns begegnet man des öfteren der Redensart von den halkyonischen Tagen, man beschränkt sie aber keineswegs auf die Zeit, die dem kürzesten Tage im Dezember am nächsten liegt, sondern meint da- mit ganz allgemein Tage der Ruhe und des Friedens. Man hat sie auch aus dem Gebiete der Zeit in das des Raumes übertragen; so nannle der leider so früh verstorbene Otto Erich Hartleben das Heim, das er in den letzten Jahren seines Lebens an dem llser des Gardasees bewohnte und in dem er auch starb, Villa Halkyone, weil er dort Ruhe und Frieden zu finden hoffte. Der Eisvogel ist übrigens einer unserer schönsten und färben- prächtigsten Vögel. Sein Gefieder ist oben prachtvoll metallisch blaugrün, unten rostrot, die Füße sind rot. Je nach dem ein- fallenden Lichte schillert er mit wahrhaftem Edelstein- oder Metall- glänze vom tiefstem Blau bis in da» leuchtende Grün, wozu das feurige Rostrot der Unterseite einen prächtigen Kontrast bildet. Die Gestalt des Vogels ist sehr merkwürdig: der starke und gerade Schnabel ist über kopslang, der Kops unverhältnismäßig groß, der Schwanz ungewöhnlich kurz und die Füße lächerlich klein. Der Vogel ist sehr scheu, in harten Wintern aber legt er, wenn ihm der Fischraub ver- sagt ist, sein scheues Wesen ab und sucht die wenigen vom Eise nicht bedeckten Stellen des Wassers auf. Die Beobachtung, daß das Weibchen, wenn es vom Männchen getrennt wird oder dessen Tod überlebt, unablässig wehmütige Klagetöne von sich gibt, hat schon im Altertum zu der Sage von der den Tod ihres Gatten be- klagenden Halkyone geführt. Nach ihr ist übrigens auch ein Stern am Himmel benannt worden, der zu den Plcjaden gehört, und der von allen zu dieser Gruppe gehörenden Sternen den hellsten Glanz zeigt._ Motorrettungsboote. In der Geschichte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung von Schiffbrüchigen ist es als ein großer Fortschritt zu bezeichnen, daß zünden, es wollte nicht warm im Zimmer werden, die Wärme reichte nur gerade bis an den Rand der Herdplatte. Eines Tages, als die Kälte besonders empfindlich war, ging Jan in Skrolycka nicht zu seiner Arbeit aus, er blieb daheim und half Katrine das Feuer zu unterhalten. Weder er noch Katrine hatten sich an diesem Tag vor die Tür hinausgewagt, aber je länger sie daheim saßen, desto mehr froren sie. Als dann gegen fünf Uhr die Dämmerung hereinbrach, sagte Kattine, es wäre am besten, sie gingen jetzt zu Bett. Es habe gar keinen Zweck, noch länger aufzubleiben und zu frieren. Jan war am Nachmittag mehrmals ans Fenster getreten und hatte durch eine kleine Ecke in der Fensterscheibe, die noch immer durchsichtig war, während sonst alle Scheiben mit dicken Eisblumen bedeckt waren, hinausgespäht, und auch jetzt ging er wieder zum Fenster hin. „Ja, geh du ruhig zu Bett, Katrine". sagte er, während er wieder durch die klare Stelle hinauslugte;„ich selbst muß noch eine Weile aufbleiben." „Das fehlte grade noch!" versetzte Katrine.„WaS hast du denn zu tun? Warum kannst du nicht ebensogut zu Bett gehen wie ich?" Jan gab keine direkte Antwort, sondern sagte: „'s ist merkwürdig, ich Hab' Agrippa Prästberg noch nicht vorbeigehen sehen." «Ach so, wartest du auf den?" erwiderte Katrine.«Der ist wahrhaftig nicht so gegen dich gewesen, daß du seinetwegen aufsitzen und frieren müßtest." Jan hob gebietend die Hand auf. Von allen den Manieren. die er während seiner Kaiscrzeit angenommen, war dies die einzige, die er noch nicht ganz aufgegeben hatte. Er erwartete Prästberg durchaus nicht zu Besuch bei sich, aber er wußte, daß Prästberg bei einem der alten Fischer in Askcdalarna zum Abendessen eingeladen war, und verwunderte sich, weil er ihn noch nicht hatte vorübcrkommen sehen. „Er ist wohl so vernünftig gewesen, daheim zu bleiben," sagte Kattine. Mit dem zunehmenden Abend wurde es immer käller. Die Balken in den Wänden krachten, wie wenn die Kälte an- klopfte und Einlaß begehrte. Alle Sträucher und Bäume sahen ganz unförmlich aus, in so dicke Pelze aus Eis und Schnee waren sie eingehüllt; aber auch sie waren wohl ge- in den letzten Jahren Motore für große Rettungsboote gebraucht werden. Die Vorzüge, die sich bei der Verwendung des Motors im Rettungsdienste ergeben, sind so bedeuiend, daß man wohl schon lange zu diesem Ausweg gegriffen, wenn nicht ein jetzt beseitigler Mangel an Zuverlässigkeit dem im Wege gestanden hätte. Ein Motorboot kommt bedeutend müheloser und schneller zum Wrack als ein schweres Ruder- oder Dampfboot. DaS Manövrieren beim Läng-scilgehen an einem Wrack ist verhältnismäßig leicht. Auch kann die Besatzung des Bootes verringert werden, wofür es dann mehr Schiff« brüchige tragen kann. Das erste deutsche Motorrettungsboot, daS bei der Station Laboe in der Kieler Bucht in Dienst gestellt wurde, be« schreibt der.Prometheus" als ein Boot von 10 Metern Länge und 3 Metern Breite. Es hat einen Petroleummotor von 15 Pferde« kräften und eine Geschwindigkeit von 0,6 Knoten. Die Schraube des Bootes arbeitet in einem Tunnel, d. h. in einer Vertiefung im Schiffskörper, wodurch ein geringer Tiefgang und gleichfalls ein Schutz gegen Grundberührung und Beschädigung durch Wrackstücke erzielt wird. Die Schiffsbesatzung besteht aus zehn Mann; das ganze Boot wiegt 7000 Kilogramm. Da das Motorrettungsboot oft bei sehr schwerem Seegang hinausfahren muß, so war ein wasserdichter Einbau des Motors besonders wichtig, weil er sonst nach der ersten schweren Sturzsee oder bei einem Kentern unbrauchbar gemacht wurde. So ist der Motor in einem wasserdichten Kasten' untergebracht, dessen Luftventile sich selbst schließen, sobald das Boot voll Wasser ist, um sich nach dem Ablaufen des WasserS wieder selbsttätig zu öffnem Da man natürlich auch ein Versagen des Motors in Rechnung setzen muß, hat das Boot eine Beseglung mit zwei Masten und ist mit Riemen ausgerüstet. Heute besitzt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger etwa ein Dutzend solcher oder auch noch größerer Motorrettungsboote. Doch eignen sich natürlich diese Fahrzeuge nur für Häfen, vor denen sich genügend Wassertiefe findet, nicht aber für flache Küstengebiete. Da man mit den Motoren im Nettungsdienste die besten Erfahrungen gemacht hat, so wird man wohl auch in Deutschland in absehbarer Zeit Ver- suche anstellen, auch kleinere und leichtere Rettungsboote für den Dienst an flachen Küsten mit Motoren zu versehen, wie man solche Versuche in den Vereinigten Staaten bereits mit Erfolg ausgeführt hat. So kann man wohl annehmen, daß in den nächsten Jahren immer mehr und mehr das Ruderboot aus dem Rettungsdienst« verschwinden wird, um dem Motorrettungsboot zu weichem Volkszählung im besehten Serbien. Es liegen jetzt die Ergebnisse der von der österreichisch-unga« rischen Militärverwaltung im Juli 1910 in den besetzten Gebieten Serbiens vorgenommenen Volkszählung vor. Damit war auch eine Feststellung der Größe des okkupierten Gebietes verbunden. Danach beträgt das österreichisch- ungarische Okkupationsgebiet insgesamt 3 083 000 Hektar, wovon 2 383 000 Hektar auf das alte Gebiet Serbiens und ungefähr 095 000 Hektar auf die 1913 zu Serbien ge« kommenen albanischen Gebiete entfallen. Da die Gesamtfläche Serbiens vor dem Bukarestcr Frieden 4 830 200 Hektar betrug, steht nicht ganz die Hälfte des damaligen Serbien unter österreich-unga« rischer Verwaltung, während dessen westlicher größerer Teil zum bulgarischen Verwaltungsgebiet gehört. Unter bulgarischer Ver« waltung stehen auch die den Serben in den Kämpfen des Vorjahres abgenommenen mazedonischen Gebiete. Alle diese von Bulgaren verwalteten Gebiete wurden in die Volkszählung nickt mit einbezogen. Die im Bereiche des österreichisch-ungarischen Militär-General-Gouver- nements anwesende Zivilbevölkerung betrug 1 373 511 Köpfe, darunter befanden sich 575 043 männliche und 797 303 weibliche Personen. Von dieser Gcsamtiumme entfallen auf die albanischen Kreise 70 623 Männer und 78 550 Frauen, zusammen 155 484 und auf die West« licken Kreiie Serbiens 498 715 Männer und 719 312 Frauen, zu« sammen 1 218 027. Notize». — Vorträge. Im Monistenbund sprechen am Freitag, den 20. Oktober, abends S1� Uhr, im Humbser-Bräu, Tauentzienstr. 7 I, Dr. Nienkamp und Dr. Baege über«den Aufstieg der Be« g a b t e n". — Der Verein deutscher Chemiker, die größt« Chemikervereinigung der Welt, bält am Freitag, den 20. Oktober, und den folgenden Tagen seine Hauptversammlung in Leipzig ab. Eine große Anzahl wichtiger Vorträge wird der Bedeutung dieser für unsere Industrie grundlegenden Wissenschast gerecht. — Die. Walküre" in Lille. Am 13. Oktober wurde im Deutschen Theater zu Lille als 200. Aufführung die«Wallküre" ge- geben. Seil dem 1. Weihnachlslage 1915 sind alle Zweige deutscher Bühnenkunst hier gepflegt worden. Gastspiele deutscher Bühnen haben hier ihr Bestes geleistet. zwungen, alles anzuziehen, was sie nur konnten, um sich vor Kälte zu schützen. Nach einer Weile machte Kattine ihren Vorschlag aufs neue „Ich seh zwar, daß es erst halb sechs ist," sagte sie, „aber jetzt stell ich jedenfalls den Kessel aufs Feuer und koche das Abendbrot. Dann steht dir's frei, zu Bett zu gehen oder auf Prästberg zu warten, ganz wie du Lust hast." Jan war die ganze Zeit nicht vom Fenster weg- gegangen. „Ich halt es für ganz unmöglich, daß er schon vorbei- gekommen ist, sonst hätt' ich ihn sehen müssen," sagte er. „Aber's ist doch wohl ganz einerlei, ob so ein Kerl vor- beikommt oder nicht!" versetzte Katrine in scharfem Tone; denn jetzt war sie es überdrüssig, immer von diesem alten Landstreicher reden hören zu müssen. Jan stieß einen tiefen Seufzer aus. Katrine hatte mit dem, was sie sagte, mehr recht, als sie selbst wußte. Jan machte sich nicht das geringste daraus, ob der alte Greppa vorüberging oder nicht. Wenn er davon geredet hatte, daß er auf ihn warte, so war das nur ein Vorwand, um noch länger am Fenster stehen bleiben zu können. Seit jenem Tag, an dem Lars in Falla die Macht und errlichkeit von ihm genommen hatte, war von der großen aiserin, dem kleinen Mädchen von Skrolycka, kein Zeichen und keine Botschaft zu Jan gelangt. Er war überzeugt, es hatte nicht ohne ihre Einwilligung geschehen können, und daraus erkannte er, daß er. Jan, etwas getan haben mußte, was ihr unangenehm gewesen war. Aber was es war, das konnte er nicht herausbringen, ob er sich auch noch so sehr den Kopf zerbrach. Er grübelte darüber nach in den langen Winterabenden und während der langen dunklen Morgen, wenn er in der Scheune auf Falla den Dreschflegel schwang, und auch während der kurzen Tage, wo er Brenn- holz aus dem Walde nach dem Hofe fuhr. Er konnte nicht glauben, daß sie über das, was mit dem Kaisertum selbst zusammenhing, ärgerlich sein könnte. Drei Monate lang war ja alles ausgezeichnet gegangen. Da hatte er eine Zeit gehabt— nie, nie hätte er sich das ttäumcn lassen, was er, der arme Mann wirklich erlebt hatte! Aber dagegen konnte doch Klara Gulla nichts haben. Nein, er mußte etwas getan oder gesagt haben, mit dem sie unzufrieden war, und deshalb war die Strafe über ihn gekommen.(Forts, folgt.) i. iU BerlJeiclislagssahikreis.! | Gb'rlilzer Viertel. Bezirk 208 III.! Den Mitgliedern zur Nachricht.\ | daj> unsere Genossin LZse ttillixes Ratiborstr. 1ö, \ gestorben Ist. Ehre ihrem Andeuten l Die Beerdigung findet heute I .Zreitag, den 20. Oktober, nach»[ 1 mittag«, von der Leichenhalle des | Friedhofe« in Abrensseide au« statt. j Abfahrt nachmittags 2 Uhr vom Wriezener Bahnsteig. 210! 12 1><>r V o rnil«!!«!. BeutLcber ?I'äI!5Z!!Il1äI'd!!ite?-?eil!NI!j. Sezirksverrraltung GraB-Seriin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dast unser Kollege, der Haus» diener Ulbert Lcdul? j von der Firma P. Nosenberg, .ieichenbcrger Strohe, am 17. Ol- - lober iin Alter von 23 Jahren j verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. d. Mts., nach- mittag« 4 Uhr, von der Leichen- halle desHimmelsahrts-Kirchhoses, Nordend, Blankenjelder Str. 6, au« stall. 68/17 Um rege Beteiligung ersucht Bio Bezlrks»en»sltiin|]. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dos-, unfer Kollege, der Droschken- jührer viistev Seeger am 15. Oktober im Alter von 66 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke« k Bio Bezlrkavenreltung. ßeDischErlSetslIarlieltgp-fErliani! Verwaltungsstelle Berlin. ach ruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Bohrer iVtex Borkenhagen Bernaucr str. 43, | am 16. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! 1 124/1 Die Ortsverwaltnng. Todesanzeige. Statt besonderer Meldung die | traurige Nachricht, dag unser lieber vchwager, der Scisenschneider Wiliielin Tiiielke [ am 17. Oktober 1916 gestorben ist. Tie Beerdigung findet Sonntag. ! den 22. Oktober, nachmittag« ■i'/i Uhr, auf dem Friedhoj der I St.-Timeon- und St.-Lulas-Ge- \ meinde, Tempelhoser Weg 3, statt. Um stille Teilnahme bitten Kai-I Posch, Schwager. Anna Posch. Alfred Schlrnaer, Neffe. Alwine Schirmer. Am 14. Oktober verschied nach kurzem Krankenlager im städli. scheu Krankenhause.Am Urban" mein lieber Baier, der Korrektor« invalide 1376b Wilhelm Hartmann. Um stilles Beileid bittet im Name» der Familie it. llartsnanB. Die Einäscherung findet am 21. Oktober, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium, Gcrichistrage, statt. Kranzspenden verbeten. Am 13. Oktober starb, 22 Jahre alt und im zweiten Jahre unserer glücklichen Ehe meine liebe Frau Paula Kalzenstein geborene Enbln nach der Geburt ihres rrsien Kindes und standhält ertragenem schweren Leiden. Das Mutter- glück, das sie sehnlich erwartete, darste sie nicht geni-g-n. Eine von innigster Liebe ersüllte Gattin, eine treue Menschen- srcundin und Genossin ist mit ihr dahingegangen. Simon Ii atze nstcln, Eharlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 46. IVeMderGeinEiiiiie- d. Staats- " arliEitEr, Filiale GroS-Berlin. Den Mitgliedern geben wir I hiermit Nachricht vom Tode des � Kollege» Ernst Rupp vom städt. Bich- und-vchiachthos. Ehre seinem Andenken k Beerdigung am Freitag, den 20. Oktober, nachmittags 3>/, Uhr, von der Leichenhalle dcS Fried« Hose« in Marzahn auS. Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 34/18 Di« OrtSverwaltnng. |! Für Schuhmacher!; i g Ausgestanzte Oberflecke*i (» sortiert in Damen- Herren- und< < t KindergröBe. Pfund 5 Mark.1 J> sowie Ober- u. Unterlederabfälle| |[BrUnO SEDSlflß.BelttmWeiße'nVe'e6; l» l-ansrhansstr. 38. Tel. 191.1 (»OHOGOOOASSOO»««»««« Kranken-Unferstüfzungs-u.Be- gräbnisverein für Bau- und ge- werbl. Arbeiter Berlins u. Umg. Sonntag, den 22. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet die 38/11 Generalversammlung im Lokal von Römer, Memeler und Nüdersdorfer Stratzen-Ecke, mit solgender Tagesordnung statt: 1. Abrechnung vom dritte» Quartal 1316. 2. Bericht der Revisoren. 3. Vereinsangelegenheitenund ver- schieden es. Eadegaft, Borfitzender. Soldiner Str. 72. Älwtoctv- fUrtwTe t/k 45 QtvXxki StamqcuAetu 15 3-� S aw.£ Besohlungen Schnell Solide Dauerhaftes Material Kein Leder-Ersatz. er in. d. I 8. Priareoaatraße SS. SW. Blflohervtraße 68 Friedriohstraßa 248. Annahmcstelleo: W. Hohenstanf anstraß« SL Nettelbeckstraßa 7— 8. X. Onmienbnrger Bte. 87— Ml XO.: Keue Königstraße 71. Yervaltungssteiie Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. EeschSstSzeit von 9—1 Uhr und von 4— 7 Uhr. Telephon: Amt Norden 182, 1289. 1987, 9714. Sonntag, den 22. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus» Eugelufer 15, Saal 4: Branchen-Vcrfammlung aller in den EisenlianllrMnnsmrWteii bklWigtkn Arbtiltt und Ardritkrinnkn. Tagesordnung: 1. Bericht über die Berhandlunge» wegen SrhShung der Teuerungszulage- 2. Beschlußsassung. Zahlreicher Besuch itt dringend ersorderfich. Jeder Kolleg« muff unbedingt anwesend sein._ Sonntag, den 22. Oktober, vormittags 10 Uhr, in Bökers Aestsälen, Weberstr. 1?: Branchen- Versammlung der Klhmiedt, KelsellWeiit, Antagtnllhwkißer und Karolstticarbkiler. Tagesordnung: vraucheuangelegenhette». Um zahlreiches und pünttliche» Erscheinen wird dringend ersucht. Sonntag, den 22. Oktober, vormittags 0'/, Uhr, im Lokal von Müller, Alexa«dr»»enstr. 32: Versammlung »er Zink-, Zinn-«. Kleigieker. Tagesordnung: 1. Sie sieht cS in unserer Brauche ans 1 L. Verbands« und Branchenangelegenhett«. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. 124/5 Pie Ortsrerwaltans. H.& P. Uder Berlin SO. 16, 8 Stigel-Öfcr 5. Tabak-Großhandlang und Tabaklabrik. SV Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten."VW Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäuier. 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