it. 293.— 1916. Unterhaltungsblatt des Vorwärts Wie es in Rußlanö aussteht. Sin eben von einem längeren Aufenthalt in Petersburg und Mos- kau zurüikgekehrter schwedischer Geschäftsmann gibt einem Mit- arheiter der„Nya Dagliga Allehanda" folgende Schilderung der gegenwärtigen Verhältnisse im Zarenreiche: „Während zweier Monate habe ich nun in Rußland geweilt, wo ich mich früher schon wiederholt, und zuletzt im Februar und März dieses Jahre?, aufgehalten habe. Der Unterschied zwischen damals und setzt ist sehr groß. Damals bekam man noch Scheide- münze in Silber und tmpser— setzt konnte inan keine einzige mehr aufbringen, inan bekommt nur Papierscheine bis zum Betrage von 10 Kopeken herunter zu sehen, die m Format und Muster den Brief- marken gleichen, Damals konnte man noch Lebensmittel bekommen. wenn auch zu lehr hohen Preisen: jetzt gab es weder Zucker noch Sahne, Brot und Butter nur in sehr geringer Menge und nach nn- erhörten Anstrengungen— die Geschäfte, die diese Waren verkauften, waren vom frühen Morgen an von hungernden Scharen belagert, und der Vorrat war gleich erschöpft, so daß die meisten unver- richteter Dinge beinikehren mußten. Fletsch gab es nur zu Preisen, die bloß für die Allerreichsten zu erschwingen waren, und vier Tage in der Woche war es absolut verboten: für ein Frühstück, das aus einer wässerigen Suppe und einem minimalen Fleisckstückchen be- stand, mußte nian in einem gewöhnlichen Restaurant 3 Rubel be- zahlen— der Preis für eine solche Mahlzeil war' vor dem Kriege 70—80 Kopeken. Fisch kam nur in der Theorie vor; wenn man für hohen Preis eine Portion erworben hatte, war fie in der Regel ungenießbar. Für ein Automobil vom Finnländischen Bahnhof zum Rewski bezahlte ich 13'Rubel— vor dem"Krieg, als noch Taxa- nzeter in Gebrauch waren, kostete dieselbe Fahrt 2 Rubel— und man mußte noch dankbar sein, überhaupt ein Fuhrwerk zu be- kommen. Ein ganz einfaches, nach schwedischen Begriffen sogar dürftiges Hotelzimmer kostete l 1 Rubel und alles andere im selben Verhältnis. Die Straßen wimmelten denn auch von Bettlern, meist Kriegs- invaliden. Dicie armen Leute sollen, nach dem. was ich von völlig zuverlässiger Seite hörte, 3— sage drei— Rubel im Monat als Unterstützung erhalten. Wie es möglich ist, sein Leben mit dieser Summe zu fristen, geht über meine Begriffe. Die Zivilbevölkerung war unheimlich anzusehen— zerlumpte, ausge- inergelte Gestalten, die sich beschäftigungslos durch die' Straßen schleppten. Man iah viele neu einberufene Soldaten auf dem Wege zur Front, aber keine jungen Männer unter ihnen: man scheint ein gut Stück in die höheren Altersklassen hinaufgekommen zu sein. Und was für Soldaten! Ich will nicht davon reden, wie die Uni- formen aussahen— mir ist, als atmete ich noch den Gestank von Schmutz und Rot ein. den diese aruien Teufel mit sich führten! Man kann sich ungefähr denken, mit welchen Gefühlen sie in den Krieg hinauszogen— etwas anderes konnten sie schwerlich ausrichten als sollen.?'ach dem zu urteilen, was man von ihren Exerzitien sah, die aus Straßen und Plätzen vor sich gingen, waren sie ganz wie betäubt und völlig unempfänglich für die soldatische Ausbildung, die ihnen hier gegeben werden konnte. Ihre Gefühle gegenüber dem Kriege werden von allen Gesell- schaftsklassen geteilt. Wenn man seiner Zeit in Deutschland daS Schlagwort.Gott strafe England" hörte, so hatte dieses erst jetzt hier fein Bürgerrecht bekommen. Ein sehr eingeweihter Freund er- zählte mir offen, daß England sich alles hat verpfänden lassen, was es nur an Wertvollem im Lande gibt, Eisenbahnen, Bergwerke, Wälder, alles, alles. Und eS ist England, daS das todmüde Land zwingt, den Krieg fortzusetzen. Das Geschäsrsleben bat so gut wie aufgehört. Nur mitgebrachte Waren können verkauft werden, denn die Warentransporte sind fast ganz eingestellt, weil alle Verkehrsmittel für militärisch- Zwecke in Anspruch genommen find. Wenn ich an diese zwei Monate zurück- denke, ist eS mir völlig unfaßbar, wie das Volk diese Existenz nur aushalten kann und wie das Land noch Bestand hat. Obwohl ich in der glücklichen Lage war, nicht allzu genau auf das Geld zu achten, daS ich für mein Esten ausgab, zpg ich.mir eine ernstliche Erkrqnkung zu.' die Dysenterie, deren Ursache nach l dem Ausspruch eines finnländischen ArzleS einzig die schlechte Ernähnnig war. Es war vollständig unmöglich, auch für den. der noch so sehr in Petersburg und Moskau heimisch ist, dieie Städte wiederzuerkennen — mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie es jetzt dort aus- sieht. Nur das will ich gesagt haben, daß die Not und daS Elend in allen Formen dort noch viel, viel schlimmer sind, als irgend je- mand sich das aus der Entfernung vorstellen kann." kleines Feuilleton. der künstliche �lrm für Kopfarbeiter. Ter Verein Deutscher Ingenieure hat sich in der Frage des Armeri'atzeS ein großes Verdienst erworben. Er hat nicht nur ein st] Ums Menschentum. Ein Schiller-Roman von Walter von Molo. > ,.?lber Seine Begrüßungsansprache an die kaiserliche Majestät muß sich gewaschen haben; das tvollen Wir Ihm raten I Ich will bald das Konzept sehen. Es muß Tempe- rament drin sein. Feuer und viel Wissenschaft! Der Josephus soll Augen machen, wie gescheidt Wir sind! Er hat auch kluge Leute in Wien; die niüsscn alle vor Uns auf dem Bauch liegen.— Mich müsset Ihr natürlich erwähnen! Vergesset nicht, daß ich alles geschaffen Hab' und daß dazu ein Kopf gehört, der mehr wert ist als die andern, die nach- folgen. Ihr wisset schon!" Er tätschelte des andern Arm und vergaß, daß seine Anstalt selbst eine Nachahmung andrer wäre.„Meine Gnad' wird dafür nicht ausbleiben, Herr Prorektor! Ich schätze Ihn sehr! Will Er heiraten? Ich hätt' jemanden. „Wollen, herzogliche Durchlaucht, mir d i e Gnade vor- enthalten! Wenn ich eine Herzensgesährtin wähle, so wähle ich sie selbst; denn es ist das anders und bleibender bei uns gewöhnlichen Menschen." „Meinet Er vielleicht auf Unsere privaten Verhältnisse anspielen zu müffen?" Karl Eugen sah seit langein, daß Franziska von Hohenheim unter dem ungcsegneten Bunde litte, der sie vom Genuß des Abendmahles ausschloß und sie mcuschenscheu machte. Die Wut, daß seine eheliche Gemahlin noch nicht sterben wollte— früher war an eine neue Eheschließung nicht zu denken— verband sich nun nrit dem Gewissen, das in ihm sittliche Anstalten traf, seit die Philosophie sein gehorsames Steckenpferd sein mußte, Er schrie erbost Professor Abel an:„Meine privaten Verhält- nisse gehen Ihn einen Dreck an!" „Ich meinte bloß, herzogliche Durchlaucht, daß es sich nicht gehörte, daß Sie. aus diesen Gründen, von einem Eleven ein Gedicht auf mich machen und mir zustecken ließen. Das untergräbt den seelischen Gehorsam und passet drum nicht! Uebri�ens, herzogliche Durchlaucht: ich bleibe auch un- verheiratet hier und geh' nicht nach Tübingen." Karl Eugen lachte befriedigt, weil er sich verstanden sah. .Les' Er seine Leviten jemand anderm; ich bin zu alt dazu Preisausschreiben sür künstlichen Annenatz erlassen, sondern vor allem auch ein sehr segensreiches Zusammenarbeiten von Aerzten und Ingenieuren in dieser Frage herbeigeführt. Ferner hat er die sogenannte Prüfstelle für Ersatzglieder, die unter der Leitung von Professor Schlesinger steht, ins Leben gerusen. Bei den Arbeiten dieser Prüfftelle zeigte es sich, daß brauchbare und enttvicklungs- fähige Armgeräte deutschen Ursprungs vorhanden sind, die mit Hilfe von Einiatzgeräten verschiedener Art Arbeitsverrichtungen der Land- Wirtschaft und Industrie auszuführen gestatten. Es fehlte aber an einem Kunstarm mit einer willkürlich beloeglichen, dem natürlichen Gliede nachgebildeten Hand. Einen solchen Arm, nach seinem Er- finder Carnes-Arm genannt, besaß Amerika. Durch einen Berkiner Arzt, der selbst Träger eines solchen Kunstarms ist, wurde die Prüsstelle mir diesem bekannt. Die weilgehende Untersuchung des Carnes-Armeö befestigte immer inehr die Ueberzeugung, daß es ge- boten sei, diesen Arm den deutschen Kriegsbeschädigten nutzbar zu machen. Der Arm. der durch Patente der Carnes-Gesellschaft ge- schützt ist, kostet aber 230 Dollar. Es mußten daher die Patente in Deutschland erst freigemacht werden. Es gelang in kurzer Zeit, ein Bürgschaftskapital von etwa, l3/4 Mill. Mark zusammenzubringen. Die Bürgschaftszeichncr vereinigten' sich dann zu der Gemeinnützigen Gesellschaft sür'Beschaffung von Ersatz- gliedern m. b.> H. Die Patente gingen in � den Besitz der gemeinnützigen Gesellschaft über. Wie Professor Schlesinger kürzlich auf der Hauptversammlung des Vereins mitteilte, sind die Arbeiten im vollen Gange, auch hat der Erfinder seinen Bruder als Mitarbeiter am Werke nach.-Deurschland'gesänbt. Dieter Arm' ist zurzeit der vollkommenste Ersatz de- menschlichen Arms mit seiner willkürlich beweglichen Hand,.die sich dcmnack ohne Zulun der gesunden Glieder bewegen läßt. Insbesondere hat sich der EarneZ-Arm für' Kopfarbeiter bewährt, die nicht schwere Arbeiten mit der Hand auszuführen haben, aber die alltäglichen Vorrichtungen wie Waichen. Kämmen,' Essen und Trinken, die Bewegungen und Handgriffe beim Schreiben und Lesen affSführen wollen. Auch leichtere Arbeiten, besonders! solche, die mehr Geschicklichkeit als Kraft erfordern, sind damit durchführbar. Da die gemeinnützige Ge- sellschast den Verkauf des Armes nicht durch die Unkosten zu vcr- reuern gedenkt, die ihr aus dem Erwerb der Patente erwachsen sind, so kann der Arm in Teutschland demnächst zu einem Preis- ab- gegeben werden,' wie ihn' die Militärbehörde- für Ersatzarme aus- wirft. Wahrscheinlich kann' schon im Dezember mit der Lieferung fertiger Arme begonnen werden. Neue Vunüer der deutschen Sühnentechnik. Die neueste technische Errungenschaff, durch welche die außer» ordentlich großen Fortschritte im technischen Betriebe unserer. Bühnen charakterisiert werden, gehen fast ausnahmslos von dem Prinzip möglichster Zeitersparnis' durch Szencnvorbereitungen- aus. Schon vor einigen Jabren lvaren, wie der Bühneningenieur Karl Trompteur in der Zeitschrift„Neber Land und Meer" ausführt, in den meisten großen deutschen Theatern neben den Versenkdühncn auch Drcb- bühueu und Schiebebühnen in Gebrauch. Die Vcrsenkbühne ist der Tiefe nach in drei gleiche Teile geteilt, die so tief gesenkt werden können, daß man unter ihnen auch die höchste Dekoration zu bergen vermag, sodaß man die eine Dekoration vollkommen Per- senken, uin gleichzeitig. die neuen heranrollen zu. lassen. Die'Schiebc- bühne, die neueren Datums ist, ist so konstruiert, daß die Dekoration auf niedrigen, aus Kugelrädern rubenden Plateaus ausgebaut wird. Diese fahrbaren Plateaus, sogen. Wagen, werden von einem be- sonderen Seitenraum auf die Bühne gefahren. Die modernste Bühnenkonstruktion stellt eine Vergmckung von Versenk- und Schiebebühne dar. In diesem Fall ist die Schiebe- bühne im Unterbau des. Bühnenbodens angebracht, sodaß die Wagen mit dem fertigen Dekorationsausbau genau in den Schacht gefahren und dann emporgehoben und später wieder ver- senkt werden. Hierdurch wird.das sonst für den Nebenbau der Schiebebühne benötigte Gelände. erspart. Neu ist eine. zusammen- klappbare' Drehbühne,'die in zusammengeklapptem Zustand durch einen'Versenkspalt emporgezogen und auf dem Bühnenfußboden ans- geklappt werden kann. Um den für plastische Dekorationen not- wendigen Aufbewahrungsraum und damit auch die betreffenden Kosten zu verringern, führte man neuerdings aufblasbare Deko- rationsstücke ein, die aus leicht imprägnierten Stoffen hergestellt sind und innerhalb weniger Augenblicke durch Preßluft auf- geblasen werden können. Auf diese Weile verwandeln sich Hann- lose, in irgend einem Winkel auszubewahrendeTücherimHandumdrehen in riesige Felsblöcke, Bäume. Säulen m'w. Reu sind auch doppel- seitig benutzbare Kulrsten. die aus beiden Seiten verschieden bemalt werden. Der Kinematograph hat bisher nicht die von manchen Leuten erwartete revolutionierende Umwälzung der Bübnentechnik hervorgebracht, findet aber doch mancherlei Anwendung, so wird er besonder? gut bei sckiwnlb erhellten Bühnenbildern zur Darstellung und Hab' es Ihm wohl vermeinet. Wenn Er da bleibt, ist überhaupt die Sach' erledigt und am Ende." Karl Eugen sah den dicken Professor mit Wohlwollen an.„Damit Er wieder gut ist und zur Buße, will ich meinen Beamten erlauben, Seiner zuckersüßen Lcscgesellschaft beizutreten." Mit einem gnädigen Augenwink nahm er Abels dankbare Verbeugung ent- gegen.„Trotzdem ich die Volksbildung für Unsinn halte!" Er sah den überlegenen Spott in Abels ergebenem Blick und er- innerte sich gerade noch zur rechten Zeit des eigenen Werks.„Das heißt," lenkte er hastig ein,„soweit die Bildung nicht in durch- aus geschulten Händen liegt, soweit sie„nebenbei" betrieben wird und die Geldmittel nicht reichlich vorhanden sind. Halb getan ist nichts getan! Ich Hab' soviel für die Bildung meines Volkes unternommen, daß ich so sprechen darf. Jawohl! Des Danneckers Vater, zum Beispiel, ist ein Pferdeknecht und wenn sein Sohn auch kein Tänzer wird, wie ich ihm's zuerst vermeinet Hab', er wird doch immerhin ein Bildhauer, der sich sehen lassen kann.— Bitte, Herr Professor!" Er blieb mit einer herausfordernden Handbewegung jäh stehen, lveil ihn die Blöße von vorhin noch immer schmerzte.„Der Zumsteeg ist ein Lakaiensohn und komponiert die Musik, die wir für die Zöglinge aufführen. Ohne mich hätte er das nie erreicht! Und schließlich: der Schiller! Sag' Er, Professor, warum müssen die Schwaben eigentlich jeden Anlaß mit schlechten Reimen erschlagen? Der Schiller hat sein poetisches Talent, das mir übrigens viel Sorgen macht, auch nur bei mir und durch meine Gnade erlernt!" Nun hatte er sich wieder selbst beruhigt und legte im Wciterschrciten befriedigt die Hände auf den Rücken. „Uebrigensn der Schiller wird jetzt frech, der fühlt sich auf einmal; mit dem seiner traurigen Zeit sind wir am Ende. Verspüret Er'S auch, Abel? Der Schiller kriegt ein keckes Maulwerk." „So'?— Ja, ja," Abel lachte und wurde schwach vor Sympathie und Freude über die herzogliche Bestätigung seiner eigenen Beobachtungen,„mir scheinet auch, er hätl' jetzt offeneren Blick? Nicht wahr? Ich finde das auch." Er ging mit gesenkten und versteckten Augen, damit sie nur ja nichts verrieten. „Offenen Blick nennet Er das? Sehr gut! Gestern sagte mir Hauptmann Razmann. daß mich der Schiller nach- ahmte, wo er nur könnte. Jetzt patz' Er auf. was mir von Geistern oder sonstiger beweglicher Wesen, in der Oper z. B. für den Walkürenritt, verivendet. vre! Gramm Radium im Jahre. Drei Gramm Radium im Jabre— das ist die durckschniitliche Ausbeute an Radium, die ein halbes Dutzend Radiumfabriken aus Hundertlauienden von Tonnen Rohstoff gewinnen! Drei Gramm reines Radiumsalz sind es, sür deren Gewinnung etwa 23 Menschen das ganze Jahr hindurch täglich neun Stunden arbeiten. Freilich stellt das gewonnene Radium auch einen recht stattlichen Wert dar— koster es doch weit über eine Million Mark. Ein Gramm Radium wird in den Vereinigten Staaten gegenwärtig mit mehr als hunderttausend Dollar bczahlr. Nicht ganz die Hälfte ollen Radiums, das aus der ganzen Erde gewonnen loird. wird in den Vereinigten Staaten hergestellr; dort gibt c? drei Radium- fabriken: eine in Lansdowne in der Nähe von Philadelphia, eine in Pittsburg und eine in Denver(Colorado). DaS Verfahren, nach dem die Amerikaner das Radium auS dem Rohstoff gewinnen, stammt von dem Physiker der. Landesuniversität von Pennsylvanien, Prof, Kabakjiar. Ter AuSgongsstoff ist dabei Carnetit, ein. gelber, crdartigcr Stoff,' der in Colorado und an einem Orte in Süd- australicn vorkommt. Prof. Kabakjiar hat nach dreijährigen Ver- suchen seine Art der Radiumgewinnung so weit gefördert, daß sie für die dauernde Anwendung brauchbar war..Er hat sie deswegen an eine chemische Gesellschaft für Radimngew'lnnung verkauft, die die Radiumsabrik in Lansdowne betreibt. Auch die anderen beiden amerikanischen Radiumsabriken arbeiten nach dem- Verfahren' Ka- bakjiars. Worauf es beruht, wird als Fabrikgeheimnis sorgsam gehütet.__ Sie Entdeckung eines Sumpfvolkes in Südafrika. In Stockholm ist soeben ein neuer Band de? Berichtes über hie schwedische Rhodesia-Kongo-Forschungsrcise erschienen, die Gras Cric von Roicn und Pros. Fries im Jahre 1S11 unternommen haben, und dieser jüngste, die volkskundlichen Ergebnisse behandelnde Teil deS bedeutenden Reisewerkcs scheint der interessanteste zu sein. Er enthält die Lösung eines Rätsels, das die Afrikasorscher seit Jahr- zehnten beschäftigt hat. In einer Gegend, die noch kejn Weißer be- lretcn hatte— Livingstone war ihr am nächsten gekommen— hat Graf Roien ein Sumpfvolk entdeckt,. über das � bisher nur phantastische Angaben vorlagen, deren unzuverlässige Quellen benach- barte Völker waren. ES bandelt sich um das Vblk der Batwa, das in Rhodesia, nicht weit vom Bangweolo-Sce, in einem Gebiete haust, das von ungeheuer ausgedehnten Sümpfen bedeckt.ist. Graf Rosen hat zwei Monate daraus verwandt, dieses unbekannte Volk zu studieren und gibt in seinem Reisewerke an Hand zahl- reicher Ausnahmen einen guten Ueberblick über alles Wissenswerte: über die Kultur, Wohnungsbau, Hausgeräte, Kleidung. Schmuck, Jagd und Fischfang, Speise und Getränke, sowie Genußmittel, über Feste und Lustbarkeiten, die Verteilung der Arbeit unter den Frauen usw. Das Voll der Batwa, dem die Fabel Schwimmbäute zuschkieb. führt in seinen Sümpfen ein amphibisches unstetes Leben; die Hütten werden«ruf winzigen natürlichen Inseln im Sumpfe an- gelegt, oft aber müssen auch künstliche Inseln gebaut werden, die ans Schilf und Papyrus geschaffen werden, worauf dann halb schwimmende Wohnhütten entstehen. Gras Rosen ist der Herkunft dieses Volkes nachgegangen und neigt der Ansicht zu, daß inan ei» MiichlingSvolk vor sich habe, das au-Z einem ursprünglichen, den Buschmännern ähn- li'chen Polle und einem höber stehenden, vom Westen cingedrungenen Bantustamme entstanden»st. Wahrscheinlich ist daS Mischvolt auf der Flucht vor stärkeren nachdrängenden Völkern in das Sümpf- gebiet gelängt und bat verstanden, sich den neuen Lebensbedingungen anzupassen. Weiterem Süden, in der Gegend der Etsenbahnhalte- stelle Ällvastra ist Graf Roien aus Reste einer Negersiehelnng ge- stoßen, die aus dem dritten Jahrtagseyd vor unserer Zeitrechnung stammt. Allem Anschein nach war es eine' Siedelung der unmittel- baren Vorfahren, des Latwavolles,».. »-»■■- i—}—.., . u.«ottze». —.Physikalische-Weihnachtsvorlesungen. für die Fugend. In-der Urania hält Prof. Donath drei leicht faß« liche Experimentalvorträge sür. die heranwachsende Jugend, am Mittwoch, den 27.„Optische Täuschungen", Freitag, den 29.„Ver- iuche mit der Lustpumpe?, Sonnabend, den 30.„Versuche über den Blitz". Beginn 3 Uhr. — Der zweitreichste Mann Deutschlands. Nach seinem Vermögen und Einkommen nahm der verstorbene Fürst Henckel von Donnersmarck unter den Privatpersonen in Deutschland nächst Frau Berta Krupp von Bohlen die zweite Stelle ein. ES belies sich sein Vermögen sin Jahre 1903 bereits auf 187 Millionen und dürfte 1910 die Höhe. von 197 Millionen erreicht haben.. WaS sein Einkommen angeht, so bezifferte es sich 1909 auf 12 Millionen Mark im Jahre. mit dem Schiller passiert ist! Nachmittags nahm ich mit der Frau Reichsgräfin die Parade ab und sagte gut- gelaunt, weil die Kerls schön marschierten, zum Schiller:„Ich höre. Er macht mich gut nach? Also, wenn Er mich ersetzen kann, sei. Er der Herzog und examiniere Er mich einmal." Der Frechdachs versuchte sogleich, ohne sich zu siirchtcn. meine sürstliche Haltung, klopfte mit dem Stock auf den Boden, wie ich, und fragte mich kurzweg, ohne mit der Stimme zu wackeln, über mathematische Dinge aus, von einem Pythagoras, der was von rechteckigen Dreiecken sollt' erfunden haben oder was weiß ich. Ich Hab' mich in den Schnickschnack gefügt und verdrehte Antworten gegeben. Fuhr der Kerl nicht in seiner Heftigkeit auf mich loS und schreit mich mit meinen eigenen Worten an:.Potz Sakerment, Er ist ein Esel I' Gibt dem Franzele— der Frau ReichSgräftn, meine ich!— den Arm und will mit ihr davonziehen.— Na, ich Hab' sie ihm wieder abgenommen, denn was täte er denn damit?" Karl Eugen lachte und sah gutgelaunt die lange Front deS Speisesaales entlang, den der Gartenflügcl des Gebäudes enthielt. Professor Abel hatte schärfere Ohren; er schielle-zn den Fenstern im obersten Stock, die offen standen und aus denen ferncgedäinpfter, doch wüster � Lärm drang. Er unterschied Fritz Schillers scharfes Organ und des Kaps toieherndes Gelächter, auch Petersens Bierbaß schrie. Nun erschien ein gestreckter Arm über dem Fenster- bord und hielt einen blanken Degen in die Luft ge- streckt, hinter ihm wuchsen andere erhobene Arme. Der Wind trug einen vielstimmigen Schrei hernieder: „Auf, in die böhmischen Wälder!" Professor Abel zog eilig sein Schnupftuch und winkte heftig nach oben. Wie ein Spuk war alles verschwunden: sie hatten den Herzog erkannt! Der hob den Kopf.„Was war daS für ein Geschrei?" fragte er argwöhnisch. Professor Abel war die weißgewaschenste Unschuld selbst.. „Tie Sänger werden im Großen Theater, im Opernhaus, üben", sagte er gefaßt und verwendete unbefangen, jedoch völlig unnütz, die Schnupftuchfahne, die er verräterisch in der Hand hielt, für seine Nase.„Die Italiener schreien oft, daß man'S bisher höret. Auch gestern war's so!" (Forts, folgt.) ?eöe Dame wünscht modern und elenant zu sein. Zu sediskiener Eleganz gehört heule für den Gebrauch auf der Strasze, in Geschäften, im Theater usw. eine schön« Lorgnetle statt deS Kneifers oder der Brille. Die neuen Ri>bnle»Lo>gnetleii sind von so ansprechender, vornehmer Ausführung, daß jede Dame sich immer von neuem darüber freut. weil die Ruhnte-Loignetle ihr Gelegenheit gibt. ihren guten Geschmack zu zeigen und beider Hand« habung weidliche Grazie zu entfalten. Die Aus« Wahl in aparten formen ist reichhaltig so.rohl in ge- diegenen echten Gold«. 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Optiker Ruhnke CSlm Alexander-Platz » neben Afching er. Spiiteimortl. Ecke TBaU-Stt. Oranlen-Slr, 44, t nahe Oranien-Bla>, W Leipziger Sk. IlZ, . Ecke Mauer- Str. Lint-Slr. l, E. pekdameeSIr. Friedrich-Str. ISO, Ecke Tauben-Str. NW Iriedrich-Slr. 150, **»*• Ecke Dorotheen-Str. N Ehouffer-Slr. 72, Znvaliden-Str. 164, Ecke Brunnen. Sir. Zoachimslhaicr Slr. 2, am Bahnhof goo Direktion: Jlax Heinhardt. Deutsches Theater. Deutscher Zyklus. T'/i Uhr: Dantone Tod. Kammerspiele. 8 Uhr: Goapenrntcrtionate. Volksbühne. Theater a. Bttlowpl. 6')t Uhr: Rose Bernd._ Theater I. d. Königgrätzerstr, 8 Uhr: Erdgeist. KomöcSienhaus 8 ühr- Oer 7. Tag. Berliner Theater. 8 Uhr: Auf FlUgeln des Gesanges. Morgen nachm. SV. Uhr: I, ist's Tliirchenrelse. Sessing-Theater. Direktion■ Victor Barnowsky. ?>/, Uhr: jnllus Cäsar. Sonnabend: Die Troerinnen. Sonntag geschlossen! Deutseh. Künstler-Theater. 8 Uhr: Tl oral. Montag, z. 1. M.: W8He In der Wacht. URANIA TaabenstraCe 48/49. 8 Uhr: Hindenburgs Mauer. Theater für Freitag, 22. Dezember. Deatscbes Opernhaas, Cbarlottcnb. SÄ Das Testament. Friedricb'WlIhel/nstädt. Theater. 8 uhx: Das Dreintäderlliaiis. Gebr. Hermfeld- Theater 81/, Uhr: Der doppelte Buchhalter. Posse mit Gesang und Tanz. Kleines Theater s uhx: im Teetiseh. Komische Oper Anfang 8 Uhr, Ende 101/. Uhr. Der Puszta-Kavaüer. Lustspielhaus l /.u.: Der seiige Balduin mit Henry Bender. Metropol-Theater s uhx: Die Csardasfürstin. An boid. Feiert. 3 U.: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus Kassentelephon: Norden 281. l uhx: Der Soldat der Marie. Residenz-Theater n�vDie Warschauer Zitadelle. Sehlllop-Theater O. 8 uhx: Das Alter. Sehlllor-Th.Charlottenbg. 8 uhx: Seine einzige Frau. Thalia Th eatcr. s uhx: Das Yagabundenmädel. Theater am 5iolleiidorf|il. 3'/« U.; Der Trompeter v. SMeklngen. ig/, Uhx: Blane Jnngcna. Theater dea Weitten« 1 Uhx: Dornröschen. 3 uhx; Die Fahrt ins Glück tnit Guido Thielechex. Trlanon-Theator sv.u.:..... als Gast Hose-Theater s uhx: Das GlQeksnrädel. Walhalla-Theater s uhx; Das Musikanteninüdel. Caslno-Theater. Lothringer Str. 37. Täglich S1/, Uhr Die Schlager.Posse dieser Spielzeit UwTiksNeIsrUnsr Berliner plgurenl Berliner Humor I vorher«rsrktasitge Spcziatitiiten. Am 1. und 2. Frierlag Nachmittag 4 Uhr: Vlvihnachlsurlsud. Voigt- Theater. Sadstr 58. Badstr. SS. Täßtich; SpottTÖgol. 1. Feiertag 3 U.: Das goldene Bach. 8 u.: Rückkehr am Weihnachtsabend. 2. Feiertag 3 tt.; Mädel ohne Geld. 8 U.: Spottvdgel, 3. Feiert. 8 U.: Wenn die Siegesglocken läuten. Ab 28. Dezember: Die Läwen braut. KassenerLffnung 7 Ubr. Ansang 8 Uhr Gewerkschaftshans. Sonntag, den 24. Dezember, abendS: Gröps Weihnachtsfeier unter dem Weihnachtsbaum beim Konzert für Junggesellen usw. Wildschweine, Ente«. WildschweinSbrine mit Kraut und Fische. Die Portionen werden zu sehr billigen Preisen verabfolgt. Am 1. Feiertag: Turnverein„sichte" rn. seinen unuhertrefflDeistungen. Am 2. Feiertag: berliner Güngerchor unttruu&?emf0r' Tranz Sethe. Gesungen wird unter anderem: Du serneS Land... Uthmann! Aus dem Meere.. Heinemann AIS Einlage: der Heldentenor van Dleck vom Hostheater in Stuttgart. Während der Feiertage ausgesucht billiges Mittagessen zu kletueu Preisen. Abends verschiedene Spezialitäten ans der Speisekarte. Heute«nd folgende Tage: Ein sehr biNiger Schnellverkanf: 1000 lettpnff.......... Pfund 5.00—6.00 Ein gr. Posten fttte pitipff, brciftttig, vud Stopfgänse Piund 6.50—7.00 Ein gr. Posten fdjiuftf fette holt. Mhlltt Psimd 3.50~4.u0 Geräucherte Günfekeutell.......... saw 4.00 Gänsebruße am Knochen geräuchert... Piund 10.00 Ein gr. Posten FetteutkN....... Psund 4.50—5.00 Anfang 8 Uhr: Das neue greBe Weihnachtsprogr. Dir, Wilke jr., gveiheitäbteffuren. Reltertamllle Xaver Brumiiach: 4 fach Jockey usw. Die CeierpriDzessiii. � Sonnab. nachm. 3'/, U. wiederum Belm Weihnachtsmann. 1 Kind frei. Vorverkauf für den t., 2. und 3. Feiertag nachmittags u. abends, täglich 10— O'UHr. Heiligabend geschlossen. Tägl. 8Uhr. Sonnt 3'/, n. 8 Uhr. Scnsatlons- Gastspiel Mabel May Yang und das groOe, neue Dezember- Programm. Sannabend, den 23. Dezember (Karten 0,60— 2,00), nachm. 4 U.: Büntiel and Grctel. Possen- Theater. Täglich 8'/, Uhx: Des liöwcn Erwachen Ent oder weder Hoflmann'n(SchmuiS. Admiralspalest. Heute znm 300. Aale: �rau �antasle. Dain znm I.Male: Scbiittschuhlänfer- Baliett a. d. Oper„Der Prophet". 81/, Uhx. YorzOgllohe KOehe. HeinesWerke Z Band» J Zltarf. Buchhandlung vorwärt» Ssrliner Konzerthaas. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. He"te: Grosses Konzert des Berliner Konzerthaus- Orchesters. Leiter: Komponist Frz. v. Blon. Anfang VI, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 71/, Uhr, nacMs feiert oge�i GaStSpiCl DS�f FelrUS. Bontag, den 25. Dez., 8 Ehr Dienstag, den S9. Dez. Zli Mlhp Nachmittags 3 Uhx Abends 8 ühr Vorverkauf an der Theaterkasse 10— 1, sowie bei A. Wortheim u. Invalidendank. Reielishalien-Theater. Stettiner Sänger. Heute: Wohltätigkeltsvorst. z.Betten des Nationaldank. Ansang 8 Uhr. Am 1.«nd Z. Zheiertag»ach« mittag 3 Uhr: (Ermäg. Preise) Weihnachtsabend i. Schützengraben trr*' �MwruUlt/Ue-Qlllltibcks StAxa«W' Verkäufe Tepvich.Tbomas, Oramenftr. 44 spottbillig sarbieblerbaite Teoviche, Gardinen. VorwörlSIeiern S Prozenl Extrarabatt.__ ftlO* PfandleihhanS Hermannplatz 6, Vorteilhafteste«ausgetegenheil, Pelz» garnituren, SluntSlragen, Slunts« muften, FuchSlragen, OvossumstotaZ. Utisgarnitulen, Bilamstuiilse. Per« schiedeneS halbu,»sonst. Spottbilliger Beitenverkaus. Gardinenvertaus, Tep< avertau!, Ubrenverlaus, Schmuck. en, Brillanten. Niejenauswahl Herrenanzüge, Herrenpaletors, Herrenulfter, Herrenhoien._• Staune» erregend! Riesenauswahl neuer Pelzgarniiuren. spottbillig! Stunkstragen! Fucksganiiluren! Opollumstolas! Müssen allerlei! Betlenvertaus! Prachttepviche! Gar« dinenauswabl! Plüschdecken! Diwan« decken! Herrengarderobe I Uhren» verlaus I Schmucklachen I Leihhaus Warschauerstrage 7. Sonntag ge< öffnet.* Lethhans MoriNVlatz 58a verkauft SkuntsflolaS, Muffen. 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