31-1917 Unterhaltungsblatt öes Vorwärts fünfzig �ahre Eisenbeton. Die Jahre 1866-67 waren für die Technil außerordentlich fruchtbar, sie waren die Geburtsjahre dreier weittragender Er« findungen. Dynamomaschinen, Dynamit und Eisenbeton begannen bon da ab im Reiche der Technik eine wesentliche Rolle zu spielen. Der Eisenbeton bat erst nach und nach eine gewisse Bedeutung zu erlangen vermocht, dann aber wirkte er auf vielen Sondergebieten fast umwälzend. Ter Beton war sckion länger bekannt, aber seine VerwendungS« Möglichkeit war durch die ihm von Natur anhaftenden Eigenschaften beschränkt. Bekanntlich besteht der Beton aus Zement, Sand- und Kies, und diese Besiandicile werden in verschiedener Menge gemischt, sc nach der Festigkeit, die das fertige Bauwerk haben soll. Der mit Wasser angerührte Brei wird vielfach in fertige Formen aus Brettern. sogenannten Verschalungen gegossen, und sobald er erstarrt ist, hat man ein Mauerwerk oder eine Decke von einer fast steinartigen Härte. Auf diese Weife lasten sich in Häuser nicht nur Decken oder Wände eingießen, sondern man kann auch die ganzen Häuser so gießen, wie es die Amerikaner vielfach tun. Diese Art Beton nennt man Gußbeton, sie ist die einfachste und bequemste Art der Betonverwendung. Wenn die Festigkeit der fertigen Maue« rung höheren Ansprüchen genügen soll, dann greift man lieber zum Stampfbeton. Dabei wird von dem Betonbrei immer nur ein kleiner Teil auf einmal in die Formen gegasten und dann erst tüchtig festgestampft, ehe wieder etwas darauf gegossen wird. So legt man Schicht auf Schicht, bis damt endlich das ganze Bauwerk fertig ist. Infolge des kräftigen Stampfens ist die Festigkeit be« deutend höher als beim Gußbeton, deshalb wurden z. B. die Mauern der neuen großen Schleusen des Kaiser-Wilhelm-Kanals aus Stampf» beton gemacht. Daß man aber über diesen Punkt verschiedener Ansicht sein kann, beweist der Umstand, daß die Amerikaner die Schleusenmauern des Panamakanals aus Gußbeton angefertigt haben. Manche Ingenieure fürchten nämlich, daß die beim Stampfbeton entstehenden einzelnen Schichten nicht fest genug an» einander haften könnten und Neigung bekämen, sich voneinander zu lösen. Das fertige Betonoauwerk bat die Härte und Festigkeit natür- lichen Steines, aber auch die Sprödigkeir, die diesem eigen ist. Stein trägt ja außerordentlich große Lasten, aber er kann nicht, wie der Techniker sagt, auf Biegung beansprucht werden, er ist nicht blegsam, sondern bricht sogleich. Diesem Mangel hat I. Monier durch seine vor gerade SO Jabren gemachte Erfindung des Eisenbetons abgeholfen. Er verlegte in dem gegostenen oder gestampften Beton- stück eine Anzahl Eisenstäbe oder Drähte»»d erreichte damit, daß der harte Stein mir einem Male biegsam wurde. Freilich darf man sich nun nicht vorstellen, daß man solch eine Eisenbetonsäule biegen kann wie eine Weidengerte, aber man iveiß, daß sie nickt bricht, wenn estte biegende Beanspruchung auftritt. An solchen Stellen, an denen solche Beanspruchungen austreten und an denen man eben deswegen früher unbedingt Eisenlonstrullionen verwenden mußte, kann man jetzt beruhigt Eisenbeton verwenden, ohne befürchten zu müsten, daß die Säule, die Decke oder der Brückenbogen nun brechen könne. Ein großer Vorzug des Eisenbetons ist die merkwür« dige, erfahrungsmäßig festgestellte Tatsache, daß die Eiseneinlagen im Beton nicht roste», sondern dauernd erhalten bleiben. Die große Tragfähigkeit deö Eisenbetons hat eine Menge Kon- ftrultionen möglich gemacht, die früher nicht denkbar gewesen wären. In aller Erinnerung ist noch, welches Staunen die große Eifenbeionkuppel auf der Breslauer Jahrhundert-Au-ftellung erregte. Ein bezeichnendes Beispiel für die Möglichkeiten des EifenbetonS sind die daraus hergestellten Brücken, die die Formenichönheit der Steinbrücke mit der Zierlichkeit der schlanksten Eiscnbrücke verbinden. Eine sehr wertvolle technische Verwertung findet der Eisenbeton bei Pfahlrostbauten, wie sie in feuchtem Gelände nötig sind, um die zu erbauenden Häuier sicher aufzustellen. Bekanntlich ist auch da» Berliner Schloß auf solch einem Piahlrost erbaut. Früher verwendete man zu solchem Zweck ausschließlich Holz. daS mancherlei Nachteile hatte und sehr leuer war, heule versenkl mau entweder fertige Eisenbetonpsähle oder eiserne Rohre, die dann mit Beton gefüllt werden. Um solche Pfähle ganz standfest zu machen, kann man sie mit einent pilzförmigen Kopf versehen, den man auf einfachste Weise durch Schießen erzeugt. In deui Kopf de« RohreS befindet sich eine Sprengmasie, die zur gegebenen Zeit zur Entzündung gebracht wird und dabei die Betonmasse auS dem Rohre heraustreibt, so daß sich ein pilzförmiger Kopf bildet, der dann erstarrt. So hat der Eisenbeton die Möglichkeilen im Bauwesen sehr bereichert, indem er teilweise an die Stelle vorhandener Materialien trat und teilweise ganz neue Bauarten erlaubte. Cr ist heute schlecht- hin unentbehrlich geworden. 4lj Ums Menschentum. Ein Schiller-Roman von Walter von Mvlo. Aufgeregt rannte Professor Abel in die Zeile des großen Graben hinein, unbekümmert, ob ihm Schiller folgte..Und wenn man dann, mit Ihrem Empfinden, die niedliche maitresk-s des Herzogs als holdes Himmelsbild— mag übrigens angehen, weil sie körperlich apart ist— oder als der .Mutter Würdigste' preist und als Vorbild oder als Muster- bild, wie Sic gesagt haben: der Tugend! lobt, wenn Sie vor der Ihre Reverenz machen, dann soll doch daS Donnerwetter dreinfchlagen, männliche Gelassenheit verwildre zum Tiger... Zum Teufel hinein! Ich bin schon wieder in Ihrer verflucht- schönen Ausdrucksweise drinnen. Sehen Sie, was Sie aus Ihren Mitmenschen machen? Puppen und willenlose Söldner Ihres Geistes! Und da meinen Sie, keine Verpflichtung zu haben, da meinen Sie. zynisch sein zu dürfen? Zynisch! Das ist das richtige Wort! Zynisch>vie Ihr Franz Moor! Zynismus ist die Waffe des Haltlosen! Sie und zynisch. Das verbitte ich mir I Das" verbitte ich mir ganz ent- schiedenst, denn das wäre das Ende." Und er schüttelte. stehenbleibend, rot vor Wut, die kleinen Fäuste in den Boden hinein, als säße dort der heimtückische Feind, der seinen Freund vergiftete. Gefaßter sah er auf.„Sagen Sie mir nur, in drei Teufels Namen, wo ist denn Ihr Wille hin- geraten?" „Armut und Entrechtung kann der stärkste Wille nicht besiegen! Ich muß folgen, sonst büße ich! Die Rede ist mir befohlen worden!" „Die Mailreffe hat bei der Einkerkerung deS armen Schubart zugesehen! Daran läßt sich nicht rütteln; seither ist sie für mich abgetan! Abgetan! Abgetan und begraben!" Abels Handbewegung legte Franziska von Hohenheim inS Grab.„Schiller! Schiller l Tun Sie mir das nimmer an! Melden Sie sich krank, wenn die Reihe zu loben wieder an Sie kommt, machen Sie. was Sie wollen, aber tun Sie mir das, um des Himmels Willen, nicht mehr an, sonst zweifle ich an Ihnen!" Fritz Schiller warf so trotzig den Kopf zuyück, daß der kleines Feuilleton. deutsches Theater: Zigaros Hochzeit. Die Kämpfe, in denen Beaumarchais am Ansang des Jahrzehnts, an dessen Ende das schuldbeladene alle Regiment im Donner der französischen Revolution zusammenbrach, schließlich die Aufführung seines staatsgefährlichen Gesinnungen verdächtigen Figaro siegreich durchsetzte, sind berühmt geworden, und vielfach hat man in dem Stücke, dessen luftige VlaSleraden ein höfisches Publikum beklatschten, ein erstes Wetterleuchten des nah und näher ziehenden Gewitters sehen wollen. Der vierte (jetzt kaum noch verständliche) Akt mit seiner satirischen Schilderung des vom Grafen Almaniva einberufenen Gerichts, durch dessen Rechtspruch der lüsterne Feudalherr die Heirat des von ihm be- gehrten Kammerzöfchens mit Figaro zu kreuzen hofft, nnd nament- lich Figaros großer Monolog, in dem er, der hin nnd her gestoßene Findling, die eigene rastlos tütige Geisteskraft und seine Miß- erfolge der glatten Laufbahn privilegierter Hoblköpfe. gegenüber- stellt, enthalten sicher scharfe soziale Spitzen, doch in dem Ganzen der Komödie tritt dies kritisch-polemische Moment binter die Verwickelungen der Jntriguc nnd eine stark gepfefferte Erotik, wie sie dem spielerisch-aristokratische» Zeitgeschmack behagte, weit zurück. Im Grund ist diese feine Welt dem Dichter, der aus bürgerlichen Schichten den Weg zu ihr sich bahnte, in allen ihren Frivoli- läten doch sympathisch. Der Gedanke, sie ernsthast zu bekämpfen, liegt ihm fern. Wie denn ja' wohl auch Figaro selber, hätte seine Geburt ihn nicht von jenen Kreisen ausgeschlossen, an deren Trei- ben vermutlich wenig auszusetzen finden nmedc. Max Pallenberg ist durch die frappante Originalität, mit der er kratzbürstige Sonderlinge gestaltet, zu wohlverdientem Ruhm gelangt. Indes, es war vorauszusehen, daß ReinhckrdS Experiment, diesem Künstler die Rolle des sprudelnd witzigen, weltgewandten Beaumarchaisschcn Helden zu übertragen, nicht gelingen konnte. All das, was der Figur den prickelnden Reiz verleiht, ging da ver- loren. Aus dem anmutig gelenken Windhund ward ein torpu- lenter,� düster blickender Patron, der seine schillernden Tiraden mit messerscharfem, galligem Organ hervorstößt. Ein hitziger Cholc- riier, dem man nickt glauben kann, daß das durchtriebene Susann- chcn sich in ihn verliebt. Nicht einmal der Monolog, auf den, wenn überhaupt auf irgend etwas in dem stücke sich die Umbiegung des Charakters ins finster Unbefriedigte am ehesten noch stützen ließe, erhielt bei dieser Art ein psychologisch tiefer interessierendes Relies. Den Charme, der einem solchen Figaro versagt>var, besaß in hohen« Maße der Almaniva Ottc Gebühr?; er hüllte die lumpig nie- drige Gesinnung des Grandseigners in bestrickend liebenswurdiae Formen. Camilla C i b e n s ch ü tz war eine temperamentvoll lustige, wohl hier und da auch iiberlustige Susanna, Else Heims eine vornehm in jeder Aeußerung des Empfindens nbgctönle Gräfin. Unter den Episodenrollen traten Rosa Bertens Mar- celine. Kühnes Bafilio, BienSfeldt und I a n n i» g? mar- kanter hervor. Die Sensation des Abends bildete der kleine Page -des F r ä n l ei» S Eckcrsberg. Sie agierte die galanten Streiche des frühreifen Bürschchens, mit einer allerliebst naiven Drollerie, die nirgends auch nur ein flüchtiges Gefühl des Pein- lichen aufkommen ließ. Nach dem Gesang der an die Gräfin ge- richteten schmachtenden Romanze erhob sich stürmischer Applaus bei offener Szene.t Ludwig Fulda. Da? neue Fuldasche Stückchen hat keinerlei literarische:« Ehrgeiz. Es will nur durch einige drollige Situationen unterhalten und er- reicht auch nach einem etwas langwierig geratenen ersten Akt diesen Zweck. Die bewußte Tochter, von Erika Gläßner sehr flott und liebenswürdig dargestellt, wird wie ein Nesthäkchen in« Haus be- hütet, was sie in ihrem abenteuerliche«« Sinn natürlich nur noch mehr bestärkt. Ein Mädchen-Literaturlehrer, ein eitler Ehrloser, der in der Maske eines GötheschwärmerS paradiert, erscheint ihr in Er- mangelung eines anderen als Ausbund schöner Männlichkeit, nnd da die Eltern gegen die Verlobung sind, beredet sie den Aengstlicheu, sie zu entführeir. So hofft sie de«! lieben Anverwandte», dem tyrannischen Onkel Artur an der Spitze, durch eiire kühne Tat zu iinpv- nieren. Indes dieser Herr behält sogar bei diesem Untern-ehmen seine peinliche Korrektheit. Seine Tugend ist unerschütterlich wie seine Ehren- hasti�eit. So schlägt die Freude ai« dem Streich rasch in Katzenjammer um. Im Wintersporthotel, wo sie logieren, gibt es eine Reihe komischer Verwickelungen. Ein rechtöanwaltschaftlicher Don Juan— derselbe, den die Verwandtschaft mit der Verfolgung der Durchgänger kleine Treffenhut fast zu Baden fiel.„Auch Sie loben wider Ihr Einsehen! Sie preisen den Herzog als Weisen und Menschenfreund, als Menschenbildner, und schmeicheln ihm, trotzdem er Sie schon wie einen Hund behandelt hat. Alle Menschen sind Canaillen!" „Ach, du lieber Gast; ach. du lieber Gott!" Wütend und reumüffg schlug sich Abel auf die Brust, dann schrie er selbstanklägerisch:„Sie haben ganz recht! Völlig recht!" Sein Antlitz verklärte sich plötzlich; er lächelte triumphierend: „Aber: Erstens bin ich kein Friedrich Schiller! Nnd zweitens! Ja, zweitens..." Verzweifelt rollten wieder die wütenden Aeuglein im Kopfe herum.„Zweitens..." .. ist's eine Sauzcit. in der wir leben müssen, ein Kastratenjahrhundert, eine Zeit, die den Ekel gebärt, ein papierenes Säkulum, das mit Tinte kleckst, statt mit Blut zu schreiben, das weggefegt gehörte, weil es die Natur mit Kon- venftoncn verrammelt und alles in Gesetze zwingt, derweil es nur das Recht hätte. Gesetze zu bauen, die nicht den inneren Verordnungen der Menschheit entgegenstehen." Professor Abel sah verzückt seinen Schüler an.„Schiller." sagte er mit leuchtenden Augen,„das haben Sie prachtvoll gefaßt! Prachtvoll! Ich gratuliere! Schreiben Sie das in den.Verlorenen Sohn' hinein, oder heißet das Stück jetzt endgültig.Die Räuber'? DaS muß noch hinein, Schiller, das dürfen Sie nicht vergessen l Auf keinen Fall! Soll ich's Ihnen notieren?" Hastig und dienstbereit griff er seine Taschen, auf der«suche von Notiermöglichkciten, ab. „Ich danke, Herr Professor; das merke ich mir von selbst; solche Sätze Hab' ich zu taufenden!" „Aber, mein lieber Schiller, jetzt habe ich Sie trotzdem beim' Hemdzipfel!", triumphierte Äbel.„Wenn Sie die Menschen Haffen, warum wollen Sie dann, daß es keine Gesetze gegen die innern Verordnungen der Menschheit gäbe? Das müßte Ihnen doch ganz gleichgültig sein? Heh?" „Weil der Menschheit Ziel ein Adlerflug gewesen wäre, hätten eS die Gefetze nicht zum Schneckengang verdorben!" Profeffor Abel mußte komplimentierend den Gruß deS Herrn Kammerexpeditionsrates erwidern; die Frau Gc- heimbdenratsgattin zog mit ihren drei eheliebsten Töchterchen, die sämtlich„Windfuchteln" schwangen, näher, wie der Hai. der sein Opfer erspäht; in einem WirtShauSfenstcr lächelte betraut hat— schneidet, ahnungslos, mit wen« er es zu tun hat, dem fremden Dämchen dort die Kur und empfiehlt sich als Reise- begleitet'. Bis dann zu guter Letzt natürlich die Familie selber anmarschiert, nnd der juristische Galan und Ehefeind als legitimer Ersatzmann für dcit Lehrer m die Bresche ein rückt. Eugen Burg sekundierte Frl. Gläßner in dieser Rolle mit frischester Laune. Die beiden sii-hrteu die Komödie einem heiteren Lacherfolgc zu.«t«. das fünfte vslksbühnen-Konzert. Zwei Programmiker: Hecior Berlioz, der Franzose, und Fraitz Liszl. der Deulsch-Ungar, sprachen Tonniag durch je eins ihrer charakteristischen Tonwerke zum Herzen der Hörer, die in überwältigender Masse den Ricsenraum der BoltSvühne an« Biilowplatz sülltcn. Beide sind Romantiker sowohl der zcitkünstlerischen Entwickelpngspcriode als ihrem tiefsten Wesen nach. Zugleich aber zehrte ihr Schöpfergeisr vom Erbteil deutscher Klassiker. Beethoven vor allem: der leidenschaft- liche Gestalter aller menschlichen, zumal seiner eigene» Persönlichkeit, war ihr Leitstern. Als moderne Menschen gleichsam auf großer Welt- bühne stehend, waren sie dem eigene» seelischen Erlebe«« um so i«>- brünstiger hingegeben. Es musikalisch auszuschöpfen, gewährte die fortgeschrittene Vervollkoinmnuiig der Jnstrümentaliechnik, die ja««och einem Beethoven mancherlei Schranken auferlegt hatte, dnnkbare Möglichkeiten. So ist denn nicht bloß vom kompositorische» und»lusikmalerlschen, sondern gerade vom pststhologischcn Standpunkt Berlioz' phantastische S«>n>phonic„Ans dem Leben eines Künstlers" außerordentlich merk- würdig. Ihr Erzeuger bewies, man- kann sagen zum erstenmal, daß es wohl gelingen kann, ein Erlebnis musikalisch sichtbar zu mache». etwa wie es der Maler gestaltet. Und als Ereignis wirkt dies Werk auch noch heute. Vor ungcsähr achtzehn' Jahren börte ich eS in Stuttgart durch das Müncheirer Kaim-Orchcster— Felix Weingartner dir«> gierte!—; seitdem blieb mir das so eigenartige Ta««-, motiv ans dcir; zweiten Teil im Gedächtnis hasten. Tics«nal stmid gieichfalls ei» bedeutender Dirigent an der-spitze eines noch bedmtenderen Musik- körpers. Sigmund von Hau segger ließ die„Phantastische" durch das Philharmonische Orchester in unvergleichlichem Farben- glänz auferstehen. Ihr folgte Liszis in Beckin recht häufig gegeben« heldische Svm- phonie„Präludien". Im Geiste Beethovens wird hier mit philosophisch-musikalischer Auffassung da? Äampflcbcn eines Menschen un- scrcr Tage gezeichnet. Die Wirkung«var auch groß, vicllciliht noch gewaltiger als die von Berlioz' Syniphonic. est. Der erste Chemiker der Seriiner Universität. An« NeujahiStage vor hundert Jahren starb der erste Inhaber bei Lehrstuhles für Chemie an der Universität Berlii«, Martin Hein- rich 5t l a p r o t h. Er stammle au? Wernigerode am Harz. Erst als Ajähriger wrnde er— als Apölhekergebilfe in Hannover— mit«virtlichen Lehrbüchern der Ebemie bekauiit. 1771 übernahm er in Berlin die Rosesche Apotheke und setzt konnte er sich selbständigen chemischen Versuchen widmen. Zahlreiche Arbeiten, die er in der Folge veröffenllichte, sicherten ihm bald den Ruhm eine? hervorragenden Analytikers. Er wurde zun« Professor der Chemie an der Artillerieschnle ernannt, und bei der Glündung der Universilät Berti» iibeltrug man ihm die Professur der Ebemie. Jir seiner Zeit galt Klaproth vor allem al» vortrefflicher Analbthiker der Minerale: insbesondere gelang eS ihm, eine Reihe»euer Meialle z«« entdecken, so das Uro», das Zirkon. daS Titan nnd das Cer, daS für die Glühstrnmpfindustric von Wichtigkeit geworden«st. Weiter bat er große Verdienste um die quantiiarive Äiialyse, die er in sirengeren: Sinne handhabte, als ei vor ihm üblich war. Er veröffentlichw seine Untersuchungen in ollen Einzelbeileii, zudem aber wies er darauf hin, daß die Art der verwandten Gefäße und Gerätschaften das Ergebnis einer Untersuchung beeinflussen könnte. 1799 wies er da? au einem schlagenden Beispiele nach: damals wollten mehrere Chemiker durch glühende Kohle an? verschiedenen Erden Metall ge- wonnen haben. Allein die Metalle stammen, wie Klaproth zeige«: konnle, aus dem Eisengehalte der Tigcl. Der Gegenwart ist Klaproth vornehmlich als Förderer der theoretischen Chemie ivert. Zu seiner Zeit herrschte die von dem deutschen Chemiker Stahl ausgestellte Theorie der Verbrennung, nach der jeder brennbare Stoff das sogei-.annte, P h l o g i st o n" ent- kalten sollte. Der Franzose Lavvisier trat dieser Theorie em- gegen nnd Klaproth war der erste Eheimker Deutschtands, der sich zu Lavoisier wandte. 1793 schlug er der Berliner Akademie vor, die Versuche über Verbrennung nnchzupniien; die Ergebnisse stimmten mit Lavoisiers neuer Theorie übe-ei», binnen kurzem hatten Klaproth und die übrigen Naturwissenschastler der Akadenne die Pblogisto»- Theorie gestürzt, nnd nach einiger Zeil waren die führenden Chemiker Deutschlands ebenfalls der neuen Anschauung gewonnen. eine gesulzte Spansau und ein Preßkopf so lieblich und verführerisch, daß Professor Abel die Flucht vor seinen menschlichen Schwächen ergriff; er hätte anders seine Gedanken nicht beisammen gehalten! Er zog Fritz Schiller in verlorene, einsame Nebengassen, in denen der Klang der Schritte hurtig die nahen Mauern hinauslies nnd über die steilen Dächer mit großen Sätzen entsprang. Der anziehende Lärm ihrer Mitmenschen versank. Im Band-Gäßle blieb Abel halten und mühte seinen kürzen Arm gar sehr, um die Hand ans deS langen Zöglings Schulter zu bringen. „Sie haben recht, Schiller." sagte er laut und wiederholte noch einmal sehr deutlich, fast streitsüchtig:„Sie haben recht!" als säße in der Straßenrinne, inmitten deS schlecht gepflasterten Gäßloins, der ungläubigste aller Widersprecher. den er zum Schweigen bringen müßte.„Sic haben recht! Aber, eben deswegen, müssen Sie'raus auS der Akademie! Und das so schnell wie möglich!" „Können Sic zaubern?" „Die Kunst ist mir leider versagt, aber wir werden'? auch anders zwingen. Beantworten Sic mir freundlichst jetzt ein paar Fragen.— Hat Ihr Herr Vater Kapitalien? Ich meine: ist Ihr Herr Vater vermögend? Das muß ich zuvor wissen." „Natürlich sind wir besitzend. Mein Vater hat jetzt, nach dreißigjähriger Ehe, noch ein neues Kind gekriegt! Jetzt sind wir wieder viere! Vielleicht ausS Jahr.. „Zum Teu.-. nein!" bezwang sich Prosessor Abel und war sehr stolz aus seine Selbstbeherrschung.„Ich werd' mich an Seinen erschröcklichen ZyniSmuS nimmer kehren und reden als wäre nichts..." „Herr Professor." sagte Schiller ganz leise und zählte mit den Blicken krampfhaft die Steine,„verzeihnen Sie mir, aber: ich kann nicht anders!" „Wird schon werden, Schiller, wird schon werden! Wir werden S i e schon wieder auf die Beine stellen! Sic müssen vor allem den Glauben an die Menschheit wieder bekommen, dann läuft alles von selbst. Es geht nicht glatt in: Leben; aber neben jedem Menschen stehet auch ein guter; daS über- sehen Sie jetzt! Sie haben Lehrer und Freunde.. Gortj. folgt.) NgSW. AM«!. MMt Engro« F. Brnti Bcrdi, KI«aaa«ntr. Zt. 4 atlioholtp. gatt�infca B Franz Abraham Bam». M»aiiiia-u.RCiiifrtniBk-Kell, C?ä Batlalytr. Sa, Faraap.Kgrt.HT08 < Baae-*n8t»ltcn> imiiM u. Diana-oad ter«".,, Ketioaal-Ead, Branaatiatr. t. Passage- Bad l:�T: Kefenn-Bad, Via,»» Btr,». 4~ Bäffcey- a. Kaadifralen � i| E»gSi?lr,wc'h.''| BezugsquelMen-VeFzeicBmis, TS OcncHfltte im allan SUelttaile» Bcrtiaa aomi« ia Kaakfllla u. Treptow F. Eleuwetter.SeilTtlkelaantr. II. O. Meier, Qrflaerwej»7. Otto Welff, Treptow, KrftUat. II aachaa, Gr.-I.iehterf.,Ctameail.8S» fÄrnntiav««, aummlwTV K. Baak«, Stralauer Str.&«. E. Kraaa, Kiaauiutaaiir. 5t. A. E. Laage, Brnnnenatr. 181 4 Butter. E.lep. Bise B | Wüheim Göbel| M eigene FIHaiea. B August Holtz 4 Blerbraaerel., BlerhdaadlgT� 15 DaUfl- Gtachifte. Uatenstekende Getohän« empfehle» sich b.Eiekäuf. !r WW 48 eigen liUilgeMbäft« 8raoereiB0izo«2 •apfiehlt MWÜM �»rsten Ranges. O.HabelsBrauerei I Beil— Hmfcalhpla— danket. Schröter, B. *3 Pffkaatsalfllta 4» Mönchener Brauliaas Berlin nnd Oranienburg : 4I.li.r& 9 s" tZN-j Farben p 1 Mefder-Progerie, griiTiaiteeanl. ia 4 Eaalofabrllten Timner�Essig DlieeaU mphiltlichl �ielach- a. Wurmtw." W. BecR Inh.: Herrn. Gerbsoh Charlottenburg, Berlmerst. 5?-SS Heisch- nnd Wurstwarenfabrik IVlllyGericke.Feterahnrä-erÄSr.-Sl [, Uhly&Wolfram innM wanninier Glan Weissbier, C. Breitbaopt, Palieadenatr.97 Tll.Cfll. ttSlJtSt i Direktion iiax Reinhardt. Deutsches Theater. T'/i Uhr: Danton» Tod. Kamnierspiele. 7'/, Uhr: Armnt. Volksbtihne: Theat. a Biilowplafz. T'/j Uhr: Da» Wlnfermärchen Otte Keagei, Alte Jeoobatr. 21. dHepeen-u.ltn.benBardA JBF A�Aee Endatr. 2S, Koke .uaer Primen-Allee. Laake»Slapeekl, Seki;i.-41U,; Flhirrh t f« Roaenthaler.tr. t. tiMuI S LS. Eekbaua Linienatr 4 Rolonlalwaron» Aüam Sdimik.'Schüomanttatr.ll, 4 Eisen, Stahlw, Waffen. WtrltU� Carl Jnag, Stromstr Ii. kflklaiann,P.A<üil«rat. Hepm. meyersco, cäiSOVerböfsstell. Sr;-Berl. NähmascUnen Lgden ia allen Stadtteilen. Meierei C. Bolle Bgpiinnj.kh!K Ältester and grSsster WlchwirtschaftUcher - Oroaabetrieb= Sehabert. Carl. NkHn.Berg3tr.t48 4 SchratbwTon b O. Prochnow.Stolla liariumir. 6» 4~ttneen~u. iioiUwapätTV Lehraaan. Alb., krankt. Alleeta 4 Va"r»iehecunaan"b „Deutschland" Berlin Arbeltenreralehcrang— Echütren« tterbekaaienTenicherg. atraBo I. d"Spandau» ScheuerIeia.B«iteal.35,KUeli.-,Wr«tT Theater i. d. Könlggrätzersfr. 71/« Uhr: Rrdgelst. SComödienhaus TU Uhr: Die verloren» Tochter. Berliner Theater. 7'/, Uhr: Auf FlUgeln des Gesanges. Heute n. Sonnab. nachm. 31/, Uhr: 1,1»]'» TldrchenrelBe. Sessrng-Theater. Direktion: Victor Barnoivsky. 7'/j Uhr; Jnlln» Cftaar. Donnerstag: Die beiden Klingsberg. Msebjünstler-Theater. VI, Uhr: Woral. Donnerst., Freit,; Wälfe i. d. Nacht URANIA Tatibenstraße 48/49. 4 Uhr(halbe Dr.): Im U-Boot gegen den Feind. 8 Uhr: Hlndenbnrg» Sfaner. Theater für Mittwoch, den 3. Januar. Uentsclies Opcrnhans.Charlottcnb. 7 uhr: Tannhäuser. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. Zum 325. Male: 8 uhr: Dss Dreimäderlhaus. Mittwoch, Z. Januar 2 Vorstellungen 91 Beim Q 1 �VeiimacblsmaDnoT IS Amt» SÜg frei Ii Die 171 ■�GeieFpriiizessmn In beiden Vorstellungen vorher; Das glänzende Januarprogramm. ♦»cbr. Herrafeld- Theater TL Uhr: Der doppelte Buchhalter. öesangsposse in 3 Akten. Kleines Theater s uhr: Am Teelisch. Komische Oper 7I/,T79v;ü. DerPuszta-Kavalier Ende Lustspielhaus 'v.u.- Der seiige Baidain mit Henry Bender. Metropol-Theater tu u; Die Csardasfürstin, Neues Operettenhaus Kassentelephon: Norden 281. u/,u.: Der Soldat der Marie. Resideaz-Tbealer e�Die Warschauer Zitadelle, Schiller-Theater O. 8 uhr: Freund Frilz. Sehiller-Th.Charlottenbs. s tmr. Der Familienlag. Thalia-Theater. 7 v.u.: Das Vagabundenmädel. Theater am Ik'olIendoFfpl. -v.u.- Blaue Jungens. Theater de» Weaten» 8 uhr: Die Fahrt ins Glück mit Guido Xhieischer. Trlanen Theater s uhr: Willis Hochzeitstag. RosesTheater. VI. Uhr: Das Giiieksmädei. Walhalla-Theater. 3'/. Uhr: Dornröschen. tv, u.: Das Musikantenmädsl. Reichshallen-Thealer. Stettinsr Sänger. Riüt.Humorejf. v.Äiehsel. Anfan g 8 Uhr■ Sonntag, nachmitt. 3 U. zu ermäB. Preisen: Wcihnachtsab. i.Schützengrab. Possen- Theater. Tlglieh VI, Uhr: De« I.ttwen Erwachen Ent oder weder Hoffmann'» Kchmu». Ädmiralspaiasl. Schlittschuhläufer- Ballett aus der Oper„Der Prophet" und �frau �fantasie VcrzSgl Küche a. allen Plätzen Joseph I'lnnt (Nur kurzes Gastspiel) Helene Ballot „Die grüne Fiote" Ballettpanlomime. Musik von Mozart. Inszenierung von Max Reinhardt sowie der neue Varietä-Spielplan. Jeden Sonntag nachmittags S Ehr Vorstellung Kl, Preise. Klncer die Hälfte. Zirkus A. Schumann! Anfang 8 Uhr. Der Zirkus ist gut geheizt. Rente nnd tiislich Die Seeräuber Gr. Ausstattungspant, in 4 Akt. und das große equestr. Zirkus- Programm. Voigt-Theater. Sadstr. SS. Badstr. 58. Täglich: Riclifers Miliinnen Bolfsslud mit Gelang in 3 Litten von I. G. Schade. Kaklencröstnunz 7 Uhr. Anlang 8 Uhr. .1 I Verkäufe Gashio- Tlioator lothringer Sir. 37. Täglich 8'/, Uhr. Tie Tchlagerpoiie dies. Spielzeit Einzig in seiner Art! Zwei keNsSerUner Peiliner Figuren— Berliner Humor. Vorher: Erstklassige Spezialitäten. 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