Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. AbonnementspreiS Zur ganz Teutschland 1 M. 60 Pf. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Poftanstalten aus den 2. und 3. Monat, und aus den 3. Monat besonders angenommen: im tkönigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Altcnburg auch aus den ilcn Monat des Quartals k dt Pfg. Inserate betr. Bersammlungen pr. Petitzeikc tvPf., betr. Prioatangelegenheiten und Feste pro Pctitzeilc so Pf. Gestellungen nehmen an alle Poftanstalten und Buch- Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditione«. New-Dorl: Soz.-demokr. Genossen- schastibuchdruckerei, 154 Kldridge Str. Philadelphia: P. Hab, 630 North S-a Street. I. Boll, 1129 Charlotte Str. ChicagoBA. Lanfermann, 296 Division Street. San Franzisco: F. Entz, 419 t)'?ar- reU Street. London: Bauditz, 5 Nassa» Street, Uiddlesex Hospital. Kentral Grgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 13. Sonntag, 29. Oktober. 1876. Abonnements aus den„Vorwärts" für den Monat November zu 55 Pfennig werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu 60 Pf. bei der Expedition, Färberstr. 12 Ü. und den Colporteuren, für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für 'Mstümarsdorf, Weudnih, Menschöneferi»:c. bei Frau Engel, Reudnitz, Täubchenweg 29, 2 Tr., für ßonnewih ic. bei Teubert, Bornaische Str. 19, für Kteinzschocher U.Umgegend bei Fleischer, Schloßg. 13 das., für Thonberg bei Zeitungsspediteur Zschau, Neureudnitz 15, 1 Tr., und Kirsten, Hauptstr. 7, für Meu- reuduitz bei Zschau, für'Ntagwih und Lindenau bei Frau Gräfenstein, Aurelienstr. 3, für chohkis ic. bei A. Hermsdorf, Lindenthaler Str. 7, für Stötteritz bei Grude, An der Papiermühle, angenommen. Für Vertin wird auf den„Vorwärts" monatlich für 75 Pf., frei in's Hans abonnirt, bei der Expedition der„Berliner Freien Presse", Kaiscr-Franz-Grenadier-Platz 8a, und bei Rüben ow, Brunnenstr. 34, im Laden. SV Ter Abonnementsbetrag ist bei Bestellung zu entrichten. Die Leipziger Abonnenten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß bei allen Stadtpost-Filialcn sowohl Quartals- als MonatSabonncments angenommen werden. Pläne unterschiebt, oder das Attentat auf den gesunden Menschenverstand der Leser, denen man zumuthet, solche Dinge zu glauben. Der sozialistische Staat ist ihm eine Art Ochlokratie�) der Hand- arbciter, lediglich auf ihren persönlichen Vortheil und den Stach- theil aller anderen Klassen zugeschnitten; seine Anhänger sind für ihn nur die wüsten Banden, welche mit dem Knüttel in der Faust friedlich deliberircnde Versämmlungen sprengen; S. 22 stellt er sie mit Straßenräubern in eine Linie. Das mit vielem Geschick abgefaßte Bracke'sche Schriftchen dient der ganzen Dar- stellung als Unterlage; aber es ist kein loyaler Kampf: ein- zelne Stellen werden aus dem Zusammenhange herausgerissen und zuerst bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, dann aber dem Lachen oder der Entrüstung der Leser preisgegeben. So wird, um nur ein Beispiel von vielen anzuführen, aus einer Stelle, wo Bracke 65 M. fielen, und es erklärt, warum das gcsammte Guthaben der Einleger im Verlaufe des vergangenen Jahres— bei fast gleicher Höhe der Einzahlungen— eine geringere Steigerung erfuhr als 1874. Während sein Betrag im Jahre 1874 von 100 auf 118 M. 7 Pf. sich erhöhte, stieg er 1875 von 100 auf 112 M. 65 Pf. Einen besseren Einblick in die Verschiedenheiten der Kapitalsbewegung, welche sich bei den preußischen Sparkassen in den beiden letztvergangenen Jahren vollzog, gestatten die fvl- genden Zahlen. Setzt man nämlich ihren Betrag im Vorjahre gleich 100, so waren 1874: 1875: die eingezahlten Sunimen 110,93 100,06 die zugeschriebenen Zinsen 120,74 116,41 die zurückgezahlten Summen 118,08 113,12 In Vorstehendem interessirt uns zunächst die Höhe der Spar- kassenciiilagcn insgesammt. Dieselbe ist darum von ganz emi- Unsere Gegner. ii. Wir begnügen uns heute damit, das Urtheil wiederzugeben, welches die„Frankfurter Zeitung", also ein ntchtsozialistisches Blatt, in einer Rezension, über das neueste Machwerk des Herrn von Unruh fällt(Nr. 300): Die Soziakdemokraten, was sie den Wählern versprechen und was sie wollen. Berlin, Springer. 1876. 56 S. 8. Die fast 400,000 Stimmen, welche die Sozialdemokraten bei der letzten Reichstagswahl auf ihre Candidatcn vereinigt haben, die Ergebnisse der seither stattgehabten Nachwahlen(Stuttgart, Hannover, Lauenburg), welche ein fortwährendes Steigen der sozialistischen Wahlstimmen nachwiesen, fangen jetzt, wo wir einer Erneuerung des Reichstages entgegensehen, doch an, gewisse Leute zu beunnihigen. Ter Beklemmung eines reichstreuen Gcmüths verdankt denn auch die oben bezeichnete Schrift ihre Entstehung. Der Verfasser mochte Gründe haben, seinen Namen auf dem Titelblatte derselben nicht zu nennen und seine Parteistellung möglichst zu verhüllen. Agrarier ist er nicht, auch nicht Schutz- Zöllner, denn diese beiden Parteien erhalten im Vorbeigehen einige Seitenhiebe. Aus der Gegenüberstellung von Altconser- vattvcn, Freiconservativcn, Nationalliberalen, Fortschrittlcrn und Ultramontanen einerseits und den Sozialdemokraten andrerseits (S. 6) könnte ein wenig aufmerksamer Leser schließen, daß der Mann überhaupt von einem anderen als dem Bourgeois- st an dp unkte abgesehen hätte, wenn er sich nicht S. 46 offen mit den„gemäßigten Liberalen" identifizirte und zuin Lobe der redetriefenden„Mannesseele" des Weihrauchs Düfte steigen ließe. Er ist also, um das Resultat eines— freilich wenig erquicklichen — Studiums seiner literarischen Leistung wiederzugeben, ein Nationalliberaler mit unverkennbarem Knobloch-Bcigeschmack. Es ist nicht unwichtig, das zu wissen; denn die Schrift ist ein seltenes Beispiel von bornirter Dreistigkeit und grasser Unwissenheit, selbst in der in diesem Genre sehr starken anti- sozialistische» Literatur. Hier handelt sich's für die Kritik nicht mehr um den Parteistandpunkt, sondern um eine Frage des öffentlichen Anstands, der nirgends, selbst nicht bei den er- bittcrtsten Parteikämpfen, den Klassen- und Frakttonszwecken zum Opfer fallen darf, nnd den ein Mann aus den„höheren" Stän- den, was der Verfasser offenbar ist, am allerwenigsten den So- zialisten gegenüber aus den Augen lassen sollte.— Der Verfasser will„dem Wähler aus den Schriften, Reden und Handlungen der Sozialdemokraten die eigentlichen Ziele derselben und die Mittel zur Erreichung derselben(!) klar nachweisen". Da sollte maii wohl meinen, daß er wenigstens Marx' und Lassalle's Schriften und die ganze so reiche Broschüren-Literatur der So- zialdcmokraten fleißig studirt, ihre Aeußerungen in den Partei- blättern und im Reichstage aufmerksam verfolgt hätte. Nichts Von alledem. Die vor einigen Monaten erschienene Bracke'sche Agitationsschrift:„Nieder mit den Sozialdemokraten!" ist die einzige Quelle seiner Kcnntniß der„eigentlichen Ziele" dieser Partei; daneben benutzt er die Eulenburg'sche Reichstagsrede dom 27. Januar d. I. und Hasselmann's Replik auf dieselbe. Dabei gehen ihm die gewöhnlicksten Kenntnisse der von der„ermüdendsten und aufteibendsten körperlichen Arbeit" � nenter Wichtigkeit, weil die Sparkassen— abgesehen von einem spricht, der Schluß gezogen, daß er bei der„gerechten Verthei-! gar nicht in's Gewicht fallenden Rest— das ganze Vermögen lung des Arbeitsertrages" in seinem Zukunftsstaate nur die der Volksmehrheit, des arbeitenden Volkes, enthalten. Be- niederste Handarbeit zum Maßstabe der Theiluug des Arbeits- trachtet man mit Rücksicht darauf die anscheinend so ungeheure ertrags machen wolle, während Bracke an derselben Stelle aus- � Summe von 1,112,077,407 M. und erwägt man, daß danach drücklich und mit Hervorhebung durch gesperrten Druck die auf den Kopf der Bevölkerung grade 43 M. 28 Pf., und auf Beamten, die Handwerker, die kleinen Handeltreibenden und eine Proletaricrfamilic von 5 Köpfen durchschnittlich— also in Bauern als ebenfalls von der jetzigen Sozialordnung benachthei- einem noch recht günstigen Falle— 216 M. 14 Pf. fallen, so ligt aufführt. Diese Stelle verschweigt der nationalliberale wird man gestchen müssen, daß die Lage des weitaus größten Anonymus und hetzt nun wacker den kleinen Handwerker, dem Volkstheiles eine ganz und gar haltlose, jedes sicheren finanziellen der Sozialist seinen Unterhalt, den Fabrikaufseher, dem der So- zialist seine Stelle, den Kaufmann, dem der Sozialist sein Ge- schüft, den Förster, dem der Sozialist die Waldaufsicht, den kleinen Bauer, dem der Sozialist sein Bischen Armuth neh- men will. Es ist natürlich nicht unsere Sache, das Pamphlet im Ein- zelnen noch weiter zu kennzeichnen; diese Arbeit können wir ge- trost der angegriffenen Partei überlassen oder dem zunächst be- theiligten Bracke, falls er den Gegner für anständig genug hält, sich mit ihm zu befassen. Wundern können wir uns nur, daß sich eine angesehene Verlagshandlung gefunden hat, um solch Hümmes Zeug in die Oeffentlichkeit zu bringen, und daß die nationalliberale Partei die in der Sozialdemokratie vertretene geistige Kraft und ihre aus unserer gesellschaftlichen Entwickelung resultirende historische Berechtigung so sehr unterschätzt, um ihr solche Streiter gegenüber zu stellen. Volkswohlstand. Nationalvermögen, Volkswohlstand— das sind die Stich- Worte, mit denen die Liberalen prunken, wenn sie die Besserung der Gcsellschaftsverhältnisie unter der Herrschaft der liberalen Prinzipien beweisen wollen. Das Nationalvermögen wächst beständig, behaupten sie; und an dieser Wohlstandszunahme baben nicht allein die Reichen und die Wohlhabenden«Ntheil, sondern alle Angehörigen der Kultur- Völker— darum ist die sozialistische Behauptung, daß die be- stehenden Zustände von Grund aus schlecht sind, daß die Men- schengemeinschaften auf ganz neuen Grundlagen, sowohl in poli- tischer als in ökonomischer Beziehung, aufgebaut werden müssen, total falsch. Man lasse nur Alles gehen, wie es geht— die Kultur schreitet fort trotz, oder sogar— wie gelehrte Professoren zu behaupten im Stande sind— mit Hülfe der periodisch wiederkehrenden Massenschlächtereien, und mit der Kultur wachsen ebenso stetig, ebenso unaufhaltsam Wohlstand und Glück in allen Schichten der Bevölkerung. Die Sozialdemokratte ist demnach nur dazu augcthan, die Kulturentivicklung in eine falsche Bahn zu drängen und an Stelle der langsamen aber sicheren Vermehrung des Volkswohlstandes den Ruin desselben zu veranlassen. In jedem Falle, fügen wohl die ehrlicheren und bedächtigen unter unfern Gegnern hinzu, wäre es eine Thorhcit, auf den lang- samen, aber gewissen Fortschritt zu Gunsten eines sehr ungewissen und nur angeblich rascheren und radikalen zu verzichten. Bei dem Nachweise des„Fortschritts" im Staats- und Ge- sellschaftsleben führen die Gegner zuweilen Zahlen in's Feld; und da Zahlen einen merkwürdig� harten Kopf und ein steifes Genick haben, und sich weder beschwätzen noch beugen lassen, Fundaments entbehrende ist. Ein Vermögen von etwas" über 200 Mark wird in einem arbeitslosen Vierteljahre oder von ein paar rasch aufeinanderfolgenden Krankheiten und Unglückssällen völlig aufgezehrt— dann steht der Proletarier vis-ä-vis du rien — dem Nichts, dem Elend, dem Hungertode wehrlos gegenüber. Das ist der Volkswohlstand von heute! Doch sehen wir weiter. Die Summe von 1,112,077,407 M. 46 Pf. vertheilte sich auf 2,209,101 Sparkassenbücher. Demnach fiel am Schlüsse des letzten Jahres ein Buch auf 11,63 Be- wohner. Der durchschnittliche Betrag der Einlage, die in einem Buche verzeichnet stand, war 1873 438 M. 3 Pf., 1874 aber 478 M. 8 Ps. gewesen und ist im Jahre 1875 auf 503 M. 41 Pf. gestiegen. Schneller, als die Zahl der Sparkassenbüche". hat sich der Betrag des Guthabens ihrer Inhaber vftf- mehrt, und es ist namentlich die Zahl der Bücher, in denen größere Bettäge verzeichnet stehen, mit der Zeit immer bcdeu- lcnder geworden; denn von je 100 Sparkassenbüchern lauteten auf Beträge von weniger als 60 M. von 60—150 M. von 150—300 M. von 300—600 M. von 600 und mehr Mark 1849: 34,69 27,49 21,88 11,15 4,79 1873: 26,70 20,60 18,24 16,80 17,66 1874: 25,47 20,60 18,24 17,06 18,63 1875: 24,00, 20,28, 18,03, 17,59, 20,10. Unter nahezu 12 Menschen hat also einer einen Wohlstands- embryo(-keim) in einem Sparkassenbüche angelegt;— nehmen wir an, daß von der Volksgesammtheit gradesoviel Mitglieder, als es Sparkasscnbuchinhabcr giebt, reich sind und darum bessere Bermögensanlagcn als Spartassen für sich zugänglich finden, berücksichtigen wir dann, daß sehr Viele mehr als 1 Buch, 2, 3 und mehr, besitzen, so sind wir fast über Gebühr vorsichtig, wenn wir behaupten, daß von je 12 Volksangehörigen 10, die Kinder mit eingerechnet, und 5 nach Abzug der nicht in Betracht kommenden Kinder, ganz ohne einen rothen Heller Vermögen den Zufällen des Schicksals, aller Ungunst der Verhältnisse preisgegeben sind.— Das ist die segensreiche Vertheiluug oes Volkswohlstandes! Vortrefflich als Beleg zu gebrauchen für den sozialisttschen Lehrsatz, wonach die empörende Ungerechtigkeit unserer Verhält- nisse darin besteht, daß ein Emporkommen desto schwerer ist, je dringender es die Lage eines Menschen erheischt, ist die oben angeführte Thatsache, daß sich der Betrag des Guthabens der Sparkassenbuchinhaber weit rascher vermehrt, als die Sparkassen- bücher selbst, und daß grade die höheren Guthaben von 300 bis 600 Mark und von 600 und mehr Mark eine enorme Zunahme im Prozentsatz zeigen. Das sind die Chancen des Emporkam- mens für die Proletarier! Wer hat, dem wird gegeben! c". nff- i.''"'Vi Und wenn man nun schließlich noch bedenkt, daß die Ergeb- ni-tn ll iiLrVnt ,, sto I t Wahrheit reden nisse des Ringens, Sparens und Darbcns von mehreren Gene- — wenn man sie überhaupt zu Worte kommen laßt— so sind rationell— falls sie wirklich in einem Wohlstande bestehen, von auch ww Freunde der Zahlen und suchen ihnen, wo es»ur demman ohne absichtlichen oder unabsichtlichen Hohn reden kann angeht, Gehör zu verschaffen. Ucbcr das Kapitel der Volkswohlstandvermehrung reden in ganz besonders� lehrreicher Weise die Zahlen, welche die Berichte über die Geschäftsthätigkeit der preußischen Sparkassen, zusammen- — iu letzter Instanz nur Futter für das Großkapital, Beute für Börsenjobber, Gründer und große Spitzbuben aller Art sind, daß sie unter 10 Fällen immer wenigstens 9 mal vor dem ersten besten Weltkrach wieder in ihre Atome zerstieben oder an .WWWWWWW„|...____.... Sozialdemokraten! geübte Kritik unserer wirthschaftlichen Organisatton, wie der von i ihnen geplanten Reform derselben. Ja) seine Unwissenheit ist! 'O.groß, daß er bei der Kennzeichnung der von den Sozialisten� crztrcbten gemeinschaftlichen Produktionsweise fortwährend mit den Kategorien der Privatwirthschast und der freien Conkurrenz openrt. Natürlich giebt das die verzerrtesten nnd unsin- Nigsten, hin und wieder, wie bei der Frage der Ehe, die ekelhaftesten Bilder"), und man weiß nicht, soll man mehr öie Naivität bewundern, die vernünftigen Menschen derartige ") Das betreffende Schmutz kapitel wurde natürlich vom„Leipziger j Sägeblatt" mit gusto(Behagen) abgedruckt, und natürlich ohne Angabe « Uuelle, damit der leichtgläubige Leser sich einbilden könne, Herr bätt einmal einen Lriginalleitartikel geschrieben. Freilich, den »nim. � ichreiben können— denn Herr von Unruh, der große natio- �V�erale Heros, ist wahrhaftig ans den Hüttncr gekommen. gestellt vom statistischen Bureau enthalten. Unsre Gegner werden j größere Kapitalmässen ohmRücksich? auf"die°unglüMchm�- dieselbc«. vielleicht gegen uns benutzen, wir können sie bestimmt �ber ankrystallisiren- so sind auch wohl unsre Gegner- n' oaa rt» die ehrlichen nnd vernünftigen bestimmt!— zn dem Geständniß vei 985«parrayen ge,>vungen, daß es eine Unverschämtheit ist, in unseren Tagen und bei unseren ökonomischen Verhältnissen zu reden vom Volkswohlstand! G. gegen sie gebrauchen Am Schlüsse des Jahres 1874 waren 887,856,612 M. 53 Pf. hinterlegt, Ende 1875 bei den in diesem Zeitpunkte bestehenden 1004 Kassen 1,112,077,407 M. 46 Pf. Das Mehr der Einlagen von 124,220,794 M. 93 Pf. am Schlüsse des letztvcrgangenen Jahres war das Ergebniß folgender Kapitalsbewegung: es vermehrte sich das Guthaben der Ein- leger durch neue Einzahlungen um 358,833,438 M. 60 Pf. und durch Zuschreibung von Zinsen um 28,814,944 M. 23 Pf., im � r, 10-A f A m, Ganzen um 388,648,382 M. 83 Pf. Durch Rückforderungen. � W" dasJahr 18o0 hm hatte Grund und Boden m wurden den Kassen 264,427,587 M 90 Pf. entzogen, so daß den Bereuugt-u Staaten einen geringen Preis Es konnte also auf je 100 M., die durch Einzahlungen zugingen, 73 M. 48 Pf. �ne Ü �.'"s? ,"ur des Bankwesens in Folge von Rückzahlungen abgingen. Dieses Verhältniß ist s' ungeheuren ungünstiger als in den beiden Vorjahren, in denen auf 100 M.; � �l Kow J S ÄÄ9CtftC■!! Einlagen Rückforderungen im Betrage von 61 M. 7 Pf. und � � r. �."5. lange mA Die Nationalwahl in den Vereinigten Staaten. ii. *} Pöbelberrickakt. rohe Mafflli zu beziehen war, so wurde willig ein ungeheurer Zinsfuß bezahlt. Die Stadt Chicago z. B. ist größtentheils mit Kapital gebaut worden WelckinS 1« in SfÜVrant ainfm tnir,. V rc:._ ■— r —-s I fi L4 t- m Ii £3 I r' VI sj M p i'l ! b si0 �% H I 1:t- I 1 ei', n-, I \ h p ■B «1 IN ( c U? er )_ k '■■>} r u I t Ci x] Ladung zum Finanzschwindel war also ungemein lockend, ja un- Widerstehlich. Wer an einen Einwandrer ein StückxLand baar verkaufen konnte, trug das Geld auf die Bank, welche hohe Zinsen und Dividenden zahlte, und wer einige Tausend Dollars aus Landverkauf und Zinsgewinn erübrigt hatte, wurde selbst Mitgründer oder Mitdirektor einer Bank. Die Banken gaben unter Staats-Ermächtigung Papiergeld aus, und zwar drei- bis vierfach soviel, als sie itzifür Deckung in Hartgeld hatten. Bei der geringsten Finanzkrisis brachen sie zu Hunderten, und die Herren Direktoren wurden reich dabei, zumal sie bei ihrer Bank selbst gegen ungenügende Sicherheit zu borgen und diese Dar- lehen unter der Hand zu den höchsten Zinsen auszuleihen pflegten. Kein Gesetz hinderte, daß diese selben Betrüger zum zweiten, dritten, vierten Male bei anderen Bankgründungen sich bethei- ligten. Als nun die riesige Einwanderung seit 1850 den Boden- Werth in nie gesehener Weise steigerte(in manchen Großstädten auf das Hundertfache) weil jeder Einwanderer ein Kapitalist und Grundeigenthümer zu werden suchte, da bildete sich der Schwindel mit Banken und Gründungen zu einer Kunst aus. Dies ist der Ursprung des Kapitalismus in den Vereinigten Staaten. Es ist der gesetzliche Diebstahl in unverschämtester Gestalt, und ob- wohl Jahrzehnte lang die politischen Parteien sich um das Bankmonopol erbittert stritten, geschah doch nicht das Mindeste, um diesen Schwindel zu beseitigen, außer daß in den Groß- städten, welche mit Europa handeln, eine Anzahl solider Banken sich begründeten. Hieraus erklärt sich auch, wie es kam, daß die Fabrikanten solange für die besten Freunde und Wohlthäter der Arbeiter gelten konnten, ja diesen gegenüber die Rolle von Wohlthäter» der Arbeiter und des Landes spielen mußten. Das Kapital war zu theucr für produktive Zwecke, diente zu sehr der bloßen Spe- kulation. Wer eine Fabrik errichten wollte, die Hilfsquellen des Landes entwickeln, der hatte mit dem Arbeiter gemeinsam ein' dem kapitalistischen entgegengesetztes Interesse, mußte seine Ar j beiter wohlwollend behandeln und sich mit der Wissenschaft und Technik innig befreunden, um dem Zinsenwucher gegenüber auf- zukommen. Diese Zeiten sind allerdings längst vorbei; aber doch lebt in den eingeborncn Arbeitern das alte Bundesgenossengefühl gegen die Arbeitgeber fort und erschwert die soziale Propaganda. Der Krieg(1861—65) brachte große Veränderungen. Der Finanzminister Chase brauchte riesige Summen und konnte sie von den Kapitalisten weder durch direkte Besteuerung(die Union hatte bis dahin keine solche nöthig gehabt) noch durch freiwillige Auleheu aufbringen. Fünfzig Millionen Darlehn mar Alles, Ivas die Banken verwilligten, wohl nnr um die Einstellung der Baarzahlung damit zu entschuldigen, welche bis heute andauert. Aber gegen hohe Zinsen fand sich massenhaftes Kapital bereit. Es wurde ein hoher Schutzzoll unerläßlich, um die Industrie des Landes soweit zu beleben, daß sie die ungeheuer anwachsen- den Kriegslasten tragen konnte. Während aber alle nur erdenk- lichen Einnahmequellen der Produzenten hoch besteuert wurden, wußte sich die Kapitalistenklasse der ihr auferlegten Einkommen- steuer in so ausgedehntem Maße zu entziehen, daß man die Steuerlisten veröffentlichen mußte, um einen Druck der öffent- lichen Meinung auf die Meineidigen zu erzielen, der aber wenig half, da die Steuerbeamten sich bestechen ließen und rasch reich wurden. Außerdem bot der Krieg zahlreiche Mittel für die Kapitalisten, sich auf Kosten des Volkes rasch zu bereichern, wie z. B. durch betrügerische Lieferungscoutrakte für die Armee, durch Schmuggel aller Art, selbst für den Landesfeind, durch Börsen- Spekulationen, besonders mit Goldgeld, welches nach und nach so im Aufgelde stieg, daß ein Papierdollar blos 40 Cents Gold Werth blieb. Der schimpflichste Betrug aber war doch der, daß die Fünf-Zwanziger Anleihe, welche dem Gesctzesbuchftaben nach zwar in Gold verzinst, aber in gesetzlichem Golde(und das war bis heute das Unions-Papiergcld, die Greenbachs) zurückgezahlt werden sollte, Hernachmals durch die bestochenen Gesetzgeber selbst in Golde rückzahlbar gemacht wurde. Dadurch allein wurde die Nationalschuld muthwillig um vielleicht 500 Millionen Dollars vermehrt. Ein anderer solcher Schwindel war der mit der Eisenbahn nach Californien, welche die Nation brauchte, um Staaten am Stillen Meer vor dem Abfalle von der Union zu bewahren. Die Kapitalisten brachten es dahin, daß die Nation die ganze zum Bau nöthige Summe in Gestalt von Schuldscheinen und Bundeslündereicn vorschoß und sich die erste Hypothek und billige Frachten für Militärzwcckc vorbehielt; sodann, daß sie sich mit der zweiten Hypothek zufriedenstellte und dadurch das Eigen- thumsrecht an ihrer Bahn an die erbauende Aktien-Gesellschaft verlor. Dieser gesetzliche Raub betrug nicht unter 150 Millionen. Es ist nachgewiesen, daß fast alle einflußreichen Congreßmitglie- der dabei bestochen worden sind. Wir können aber hier nur den kleinsten Theil der Schwin- deleien aufdecken, durch welche der hiesige Kapitalismus seine Alleinherrschaft begründete, und welche es begreiflich machen, daß beide alten Parteien gleichsehr ihm dienen und vor dem blöd- sichtigen Volke nur lärmende Scheingefechte mit ihren Wahl- kämpfen aufführen, so daß es für eine Arbeiterpartei nicht die minoestc Entschuldigung gibt, wenn sie im Anschluß an eine von beiden die Interessen der Arbeit zu fördern vorgibt. Wir füh- ren also nur noch das eine Schwmdelbeispiel an, durch welches die jetzige Parteistellung dem deutschen Leser begreiflich wird. Die republikanische Partei, welche!seit 16 Jahren den Bun- desstaat verwaltet, gibt sich für eine Verfechterin der Hartgeld- Währung aus. Sie allein aber ist dafür verantwortlich, daß wir keine Hartgeldwährung haben, weil sie die Bezahlung der Ein- gangszölle in Gold verordnet hat, während das gesetzliche Geld (durch Zwangskurs) in Papier besteht, welches die Union theils direkt ausgegeben, theils für die sogenannten Nationalbanken ver- fertigt hat. Indem sie also ihre Haupteinnahme in einem an- deren Gelde verlangt, als in welchem sie ihre Ausgaben bewirkt (angeblich um die Zahlung der Goldzinsen der Nationalschuld zu verbürgen) erklärt sie selbst ihr Zwangspapiergeld für we- niger Werth als das Weltgeld und fordert zur Goldspekulation geradezu auf. Sic hätte seit zehn Jahren jederzeit die Hart- geldwührung wiederherstellen können, wenn sie die Zahlung der Zölle in Papiergeld verordnet hätte. Und da sie dieses einzige Mittel, ihr Versprechen einzulösen, noch immer verschmäht, da- gegen aber gesetzlich verordnet hat, daß bis 1879 die Hartgeld- Währung dadurch wieder hergestellt werden soll, daß der Finanz- minister die 3— 400 Millionen Gold-Dollars, welche zur Ein- lösung der Papier-Dollars nöthig sind, aufgespart haben müsse — was, zumal in jetzigen Zeiten, an die Unmöglichkeit grenzt — so ist die Dummheit oder die Unehrlichkeit dieser Partei klar genug. Die demokratische Partei sticht dies ihrer Gegnerin mit großem Aufwände an Beweisen ans, hat sich aber nicht verbind- lich gemacht, die Hartgeldwährung wiederherzustellen, falls sie an's Ruder kommt. Ihr Präsidentschafts-Caudidat ist für, der für die Vicc-Präsidentschaft gegen die Hartgeldwährung. Nie- mand aus der Partei hat einen Plan aufgestellt, der zu diesem Ziele führen könnte, noch weniger ist die Partei auf irgend eine ssnanzielle Maßregel verpflichtet. Und da sich nun der ganze Wahlkampf um finanzielle Zwecke dreht, so wird die Zweideutig- keit dieser ohnehin in der Geschichte der Union berüchtigten Partei höchst verdächtig. Wo sie in irgend einem Einzelstaatc die Finanzen in ihrer Gewalt gehabt hat, wie z. B. im Staate New-Jork, im Süden u. s. w. da ist offenkundiger Schwindel ihr nachgewiesen, aber gröbster, plumpster und massenhafter. Diese kurze Schilderung wird einigermaßen erklären, woher es kommt, daß dem raschen Wachsthum einer wirklichen Ar- beiterpartci Hindernisse entgegenstehen, welche für Europäer um begreiflich bleiben. Die Bestechung der Arbeiter-Wortführer ist — besonders unter den englisch Redenden— das gewöhnlichste Mittel, eine sozialistische Bewegung zu lähmen. Dadurch ist das Vertrauen der Arbeiter zu einander bedeutend geschwächt worden. Es kommt dazu bei den Eingebornen der Brotneid gegen die Eingewanderten, welcher jene zur Bundesgenossenschaft mit den Arbeitgebern hindrängt, und der Einfluß der Kirchen, der Presse und aller Bildungsmittel, welcher sie mit tiefem Mißtrauen gegen eingewanderte Ideen füllt. Bei den Eingewanderten kommt die sprachliche Getrenntheit als Erschwerniß hinzu, sowie der schwer überwindbare Widerwille so verschiedener Nationali- täten, wie Deutsche, Jrländer, Engländer, Franzosen, Italiener, Chinesen und Neger sind, zumal wenn die Religion mit da- zwischen tritt. Endlich ist die Abgefeimtheit der hiesigen Kapi- talisten und ihrer Politiker ganz unvergleichlich. Kein Wunder, daß die alten Parteiorganisationen sich unge- straft das Unglaubliche verstatten können. Woher soll der Wi- derstand kommen, so lange sich die Arbeiter nicht als unterdrückte Klasse fühlen, oder doch so vorurtheilsvoll oder mißtrauisch gegen einander sind? Und wie sollen sie Vertrauen zu einander bekommen, wenn sie immer von Neuem getäuscht werden, und wenn sie von Haus aus einander so fremd gegenüber stehen, daß kaum die äußerste Roth sie veranlaßt,.gemeinsame Sache zu machen? Natürlich ist ein Umschlag nunmehr nahe, nur mögen die Parteigenossen in Europa nicht zuviel auf uns rechnen und aus unfern Erlebnissen gute Lehren ziehen. Wir kommen nächstens hierauf zurück. Sozialpolitische Uebersicht. — Wie sich die Wahrheit im Kopf eines Reptils ! verdreht, zeigt folgende Auslassung der„hochoffiziösen"(seiner- zeit mit den famosen„Krieg in Sicht"-Artikeln begnadeten) i„Post" über„die deutsche Politik und die ottomanische(!) Krisis": �„Anscheinend in stiller Unbeweglichkeit und vollkommener Neu- tralität beharrend, hat die deutsche Politik bewirkt, daß weder England, noch Oesterreich, noch Frankreich, noch alle drei ge- meinschastlich dem gerechten Verlangen Rußlands auf Eman- zipation der christlichen Unterthanen der Pforte sich entgegen- stellen und selbst nicht den kriegerischen Maßregeln zur Durch- führung dieses Verlangens. Aber die deutsche Politik hat nicht minder bewirkt, daß Rußland lediglich(!) eine der Civilisation und der Humanität entsprechende Organisation zunächst der euro- päischen Gebiete der Türkei anstatt einer mittelbaren oder un- mittelbaren Beherrschung derselben anstrebt. England würde sich nicht so ruhig anschicken, dem Laufe der Dinge vorläufig unter Betchränkung auf einige im britischen Interesse gelegene Vor- sichtsmaßregeln zuzusehen, wie es uns die neuesten Times-Artikel in Aussicht stellen, wenn im englischen Volke nicht trotz aller Anklagen die Zuversicht herrschte, der deutsche Kanzler werde die Dinge gerade nur bis zu dem Punkte gehen lassen, den das wahre Interesse Europas verträgt. Dieselbe Zuversicht herrscht in Oesterreich, d. h. da, wo das politische Oesterreich ist, trotz aller Demonstrationen alter und junger Studenten. Darum stürzt man weder zu London noch zu Wien voreilig der Gefahr entgegen, ehe sie ihren Schooß geöffnet hat. Einer wirklichen Gefahr von Seiten Rußlands würde sich eine Combination von Kräften entgegenstellen lassen, welche nicht wie diejenige, welche jetzt aus Kurzsichtigkeit und Egoismus verlangt worden, den Keim des sofortigen Zerfalls in sich trüge, dessen Folge die Jsolirung und Bedrohung Deutschlands gewesen wäre.' Die „Times" wünschte in jenem berufenen Artikel, der deutsche Kanzler solle, mit der einen Hand Rußland umspannend und zurückhaltend— die„Times" traut dem großen Staatsmanne, wie es scheint, eine vorweltliche Riesenfaust zu—, mit der andern die türkischen Dinge bessern, von England ein wenig unterstützt und gelegentlich auch an dieser zweiten Hand zurück- gehalten. Es wäre dies ein herkulisches Vergnügen, um mit den zweifelhaftesten Mitteln einen Erfolg zu erstreben, den der deutsche Kanzler mit den bescheidensten(!) Mitteln bereits nahe ist einzuernten. Einer Ehrsucht freilich, der es auf Schau- stellungen ankommt, die sich in weltgebietendcr Stellung vor dem Spiegel zu sehen wünscht, würde die jetzige Rolle der deutschen Politik nicht genügt haben. Der wahre Ehrgeiz großer Seelen besteht darin, das Dauernde und nicht"das Glänzende zu suchen, zum Wohlthäter der Welt zu werden, ohne es zu scheinen." Bismarck als„unscheinbarer Wohlthäter der Menschheit"— das ist wirklich kostbar, und wären die verwünschten Reichsglocken- Artikel nicht, und wäre das verwünschte Ehrengericht nicht, und sich über den„unscheinbaren Wohlthäter der Menschheit mit den bescheidensten Mitteln" vor Lachen ausschütten. Der Artikel der„Times", auf den die„Post" sich bezieht und den sie einfältigerweise für den Willen Englands ausgiebt, ist beiläufig ein illegitimer Sprößling des„Rubels auf Reisen", der auch die Paternität �Vaterschaft) der Entdeckung, daß Ruß- land lediglich eine der Civilisation und Humanität entsprechende Organisation der Türkei anstrebt, wohl kaum abschwören könnte. Wahrhaft„genial" aber ist's, die Verwirklichung dieses Strebens als einen Triumph Bismarck'scher Staatskunst auszuposaunen. Der grimme Reichskanzler zwingt Rußland, die Türkei politisch zu— vernichten. Das ist ungefähr so, wie wenn man sagen wollte, der kleine Lasker und der große Bcnningsen hätten Bismarck 1866 zur Annexion„gezwungen". Den Zwang läßt sich der „Erbsreund" gern gefallen, und wird vermuthlich noch mehr solchen„Zwangs" erzwingen. Ordre parirt, oder—? heißt's jetzt in Petersburg. — Unsere„theuren"„Helden". Nach dem dem Bundes- rath vorliegenden Militäretat werden in dem ersten Vierteljahr des nächsten Jahres die„höheren� Truppenbefehlshaber" ohne Gouverneure, Commandanten u. s. w. 565,044 Mark kosten. Danach beträgt das Jahresgehalt des„Ober-Befehlshabers in den Marken"(Grafen Wrangel) 33,900 Mark mit möblirter Amtswohnung und Feuerungsmaterial und acht Fourage-Rationen� ll e n 1) * Der Tod von Gustav Flourens. Das belgische Parteiorgan„Mirabeau", in Verviers er- scheinend, veröffentlichte am 14. November des vorigen Jahres nachstehende, noch nicht in's Deutsche übersetzte Schriftstücke: Genossen, ich erhalte soeben ein historisches Dokument(ge- schichtliches Aktenstück), welches ich in Ihr Blatt aufzunehmen bitte, und um dessen Wiedergabe ich auch die übrigen Organe des Sozialismus angehe. Vorerst ist nothwendig, daß ich Ihnen Cipriani vorstelle. Hamilkar Cipriani ist einer jener garibaldinischen Helden, � welche sich dem Gedanken einer europäischen Republik geweiht haben und tollkühn ihr Leben für dieses erhabene Ziel zu opfern bereit sind. � Cipriani hat an allen Kämpfen Garibaldi's theilgenommen. Im J Jahre 1866 vernimmt er die Nachricht von einem neuen Auf- J stand auf Kreta und begibt sich unverzüglich dahin. In dem -i Kugelregen der türkischen IGeschosse macht er die Bekanittschast hat.' soeben das Gesetz bezüglich der Geißeln erlassen und die erschreckten Reaktionäre thaten dem Morden Einhalt. Diese Eill- schaltung zeigt, daß das fragliche Gesetz gar nicht unnütz ge- t Wesen ist. Cipriani wurde— blutbedeckt, hinkend, halbtodt— in 1 den Kerker zurückgeführt. Ich entnehme diese Thatsache einer ' conservativcn italienischen Zeitung, dem„Empono ptttotesco". Gegenwärtig befindet sich Cipriani auf der Halbinsel Ducos ' in Gemeinschaft mit unseren Freunden Louise Michel, Nathalie Lemel, Malzieux, Delacour, Charboniieau, Leblanc, de St-Pd, �Balkeny, Chauffade, Rava(ein Mailänder wie Cipriani) und �wn übrigen Märtyrern der V�'ssache. brauch der Gewalt protcstirt hat, zu 18 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Gruß und Brüderlichkeit __ L. Malon. Neu-Caledonien. Gefängniß der Halbinsel Ducos. Numea, 4. August 1875. Lieber Bürger Malon. Unter Brüdern sind(höfliche) Eiuleitungsredensartcn über- flüssig! In einer mit August Hardy unterzeichneten und zu Paris unter der Communcherrschaft erschienenen Broschüre, die den Tod unseres unglücklichen Freundes und Bruders Gustav Flou- rens behandelt, ist die Wahrheit zu Ungunsten von Flourens und meiner Person derart verunstaltet, daß ich die darin enthaltenen Angaben zu berichtigen wünschen muß. Hätte ich die Broschüre früher kennen gelernt, so würde ich früher protestirt haben. Sie sind ein Revolutionär— darum lege ich in Ihre Hände die Vertheidigung unseres heroischen Flourens, dieses Märtyrers der dritten Niederlage des französischen Proletariats und bitte Sie, die genaue Erzählung, welche ich Ihnen anbei über die Er- mordung meines thcuersten Freundes einsende, zu veröffentlichen. Ich für meine Person habe bereits in„La Plebe" protestirt, und ich werde das wiederholen. Wäre ich frei, so würde ich die Verleumdung hingehen lassen, als Gefangener muß ich sie rügen. Jnsbesonders wenn eine Partei augenblicklich mit einem Meer von Blut überschwemmt ist, muß sie eifersüchtig sein auf ihre Ehre und sie bei jeder Gelegenheit wahren. Empfangen Sie im Voraus den Dank und den brüderlichen Händedruck der Deporttrten. Hamilkar Cipriani. Auszug aus der Broschüre von August Hardy. Flourens ist todt! Das waren die traurigen Worte, welche am 4. April in den Straßen und auf den Boulevards von Paris herüber- und hinüberflogen. Trotz der Ableuguung seitens einiger Nationalgarden wurde diese schmerzliche Nachricht unglücklicherweise am Abend bestätigt. Gustav Flourens wurde geboren zu Paris am 4. August 1838, Er war der Sohn eines Akademikers, der Frankreich j richt von seinem Vater und machte sich diesen Unterricht zu ' Nutze. Auf dem Lyceum„Louis le Grand"(Ludwig der Große) ' machte er sich durch gründliche Studien bemerklich. Er war sehr jung, als er als Licentiat der Wissenschaften � etwas Achnliches wie unser„Doktor") aufgenommen wurde. Von 1863 zu 1864 hielt er ein Jahr lang Vorträge am Col- lege de France(einem Theil der Pariser Universität) über das menschliche Geschlecht. Die Vorträge wurden veröffentlicht, und die intelligente In- gend, begierig nach neuen Ideen, begrüßte das Werk mit leb- I haftem Interesse: das war's was Herrn Duruy, dem damaligen ' Minister der Justiz und des Cultus mißfiel(die clericale Partei war dabei im Spiel). Er wurde dadurch, daß er beim Minister im Mißcredit war, (gezwungen, im folgenden Jahre seine Vorträge aufzugeben. Zu dieser Zeit unternahm er es, politische Vorlesungen und � Versammlungen in Belgien und in England abzuhalten. Er gewann eine gute Zahl von Anhängern durch seine vor- �geschrittenen freiheitlichen Gedanken; es war das die Zeit in der er, umringt von jungen republikanischen Geistern, an der demo- krattschen Zeitschrift:„La Rive Gauche"(das linke Ufer), mit- arbeitete. Später bereist er, getrieben von Lernbegierdc und um orien- talische Sitten zu studiren, denOrient. Man findet ihn zu Konstanti- nopel, und er hält dort Vorlesungen, wie er es in London und in Brüssel gethan, welche verdientermaßen den Beifall seiner zahlreichen Zuhörer erhalten. Unglücklicherweise kam ihm auch hier der Jesuitismus in den Weg, und Flourens sah sich gezwungen, gegen den clericalen Einfluß anzukämpfen, der im Orient mächtige Fortschritte macht. Er gründete zu Constantinopel verschiedene Blätter, unter andern den„Etoile d'Orient"(Stern des Ostens), und arbeitete am„Courrier de l'Orient"(Oestlichen Curier) init. Die von der Racenverbrüderung handelnden Artikel erzeugten eine große und günstige Bewegung im Volke und gaben sogar der tür- kischen Regierung zu denken, die ganz nach Art ihrer euro- ; päischen Schwestcrregierungen den„Etoile d'Orient" unterdrückte. Flourens verließ also Konstckitinopel und ging nach Athen. I Dort hinderte ihn die griechische Regierung zu sprechen, ebenso das der commandirenden Generale je 30,000 Mark, wofür auch die Kosten für Burcaubedürfnisse zu bestreiten sind, 1932 bis 2664 Mark Zulage für Bureaubeamte, möblirte Amtswohnung, Fcuerungsmaterial und acht Fourage-Rationen, das des General- Inspekteurs der Artillerie 24,000 Mark, Amtswohnung bezie- hungsweise Servis, 2725 Mark Zulage für Bureaubeamte, 7 Fourage-Rationen. Der Chef des Generalstabs hat 30,000 M. Jahrgehalt, darunter 6000 Mark künstig wegfallend, möblirte Amtswohnung, Servis zahlbar mit Vs für Brennmaterial, 6 Fourage-Rationen. Der General-Feldmarschall v. Manteuffel bezieht 30,000 Mark Jahrgehalt, möblirte Amtswohnung und Feuerungsmaterial, 8 Fourage-Rationen.— Daß der Held unter den Helden„Vater Wrangel" unter den Theuern der Theuerste ist, ehrt ihn sowohl als den Staat, der solche„Helden" so be- lohnt, nach Gebühr! — Die geringe Betheiligung an den Landtags- Wahlen in Preußen hat alle Parteien verschnupft, ja sie hat, wie die„Frankfurter Zeitung" sich ausdrückt, so recht die Unzu- träglichkeit dieses„elendsten" der Wahlsysteme, der Dreiklassen- Wahl, auch den einstigen Anhängern desielben vor die Augen ge- führt. Nicht nur Nationalliberale, sondern auch Stockreaktionäre sprechen sich mit einer nichts zu wünschen übrig lastenden Eni- schiedenhcit für die Abschaffung des Dreiklassenwahlsystems und Einführung des allgemeinen Wahlrechts auch für die preußischen Landtagswahlen aus. Wie wir hören, würde auch die preußische Regierung, und speziell der Ministerpräsident Fürst Bismarck nicht abgeneigt sein, dem Landtage eine Borlage wegen Einfüh- rung des allgemeinen Wahlrechts zu machen, in der jedoch analog dem Reichstagswahlgesetzc von Bewilligung von Diäten an die Abgeordneten keine Rede sein dürfte. Jedenfalls wird die Sache das Abgeordnetenhaus beschäftigen, da, wie wir hören, seitens des Centrums der betreffende Antrag erneut gestellt werden wird. Hoffentlich wird demselben nicht wiederum das Loos zu Theil werden, auf 6 Monate zurückgestellt zu werden, um dann gänzlich von der Oberfläche zu verschwinden. Die Herren Lasker und Genossen, welche vor 2 Jahren den berühmten Vertagungsautrag durchsetzten, werden wohl dieses Mal dem Antrage, auch wenn «r aus gegnerischem Lager kommt, ein anderes Gesicht zeigen. —„Freiwilliges" Fasten zur Unterstützung von Ueberschwenünten. Im Jnseratentheil des„Stuttgarter Tag- blatt" vom 13. Oktober findet sich auf Seite 6 eine„Bekannt- machung der Centralleitung des Wohlthätigkeits-Vereins betrcf- send die Unterstützung der bedürftigen Hagel- und Uebcrschwcm- mungsbeschädigten". Es wird öffentlich Quittung abgelegt über die freiwilligen Beiträge vom 1. Juli bis 5. Oktober, die in Württemberg eingegangen waren. Selbe betragen im Ganzen 2302 Mark 35 Pf. Dabei heißl es: Königliche Waisenhaus- Inspektion, vom zweimaligen freiwilligen Fasten der Waisenkinder 59 Mark 7 Pf.— Also die Waisenkinder müssen„freiwillig" fasten, damit man den Ueberschwemmten die lächerliche Summe von 59 Mark zuweisen kann. Das„frei- willige" Fasten der Waisenkinder klingt nun doch allzu dumm. Die armen Wesen, welche so schon oft genug sich mit unbefric- digtem Magen zu Bette legen müssen, zwingt man zum Fasten, damit einige Mark an die Ueberschwemmten gesandt werden! Es ist wahrlich so, als wenn man dem Bruder eines Zahnlei- denden eine Ohrfeige giebt, damit das Zahnweh verschwindet. — Nach einer Mittheilung des„Würzburger Journal" aus Würzburg vom 21. Oktober wurde an diesem Tage Mittags gegen ll3/4 Uhr die Bevölkerung durch die Nachricht von einem Hauseinsturz in Aufregung versetzt. Die Vorderseite des von Schreiner Schnabel durch Maurer Fatz„auf Spekulation" erbauten vierstöckigen Hauses in der Bahnhofstraße war einge- stürzt. Leider ist dabei der Verlust von zwei Menschenleben und mehrere Verwundungen von Arbeitern zu betrauern, welche bei dem Bau beschäftigt waren. Es steht der Einsturz des ganzen Hauses bevor. Im Publikum herrscht nur eine Stimme der Entrüstung über die— Sorglosigkeit, mit welcher bei diesem Bau verfahren worden, dessen Einsturz Techniker vorausgesagt haben sollen. Wie man ferner erfährt, ist eine 19jährige Arbeiterin durch das einstürzende Gemäuer zcr- quetscht, die Leiche einer bejahrten Tagelöhnerin unter den Trüm- mern begraben, eine weitere Tagelöhnerin sowie ein Arbeiter sollen schwer verwundet in's Juliushospital gebracht worden sein. Eine junge Arbeiterin und deren Bruder entgingen nur durch einen schnellen Sprung vom umschlagenden Laufgerüstc dem Ver- derben.—„Auf Spekulation" ist das Haus gebaut! Arbeiterin- ! nen sind beim Häuserbau beschäftigt! Das ist so die Signatur unserer heutigen Produktion, welche nicht nur Elend und Roth, sondern selbst den jähen Tod für den Arbeiter in ihrem Schooße ] birgt. Hier scheint glücklicherweise der Fall so zu liegen, daß man den gierigen Spekulanten, der Menschenleben seinem Egois- ! mus opferte, von Rechtswegen einige Jahre einsperren kann. Ob ! man es thut, ist allerdings noch eine zweite Frage. Aber wie oft kommen solche Fälle vor, wo der wirkliche Thäter frei aus- , geht und den getödteten Arbeitern selbst die Schuld von einer feilen Presse in die Schuhe geschoben wird. — Wie ernst man es in Frankreich mit der beabsichtigten Begnadigung der Compromittirten der Commune meint, beweist von neuem die Verurtheilung von Louis Jane zu lebensläng- ' lichcr Zwangsarbeit. Derselbe war angeklagt, während der Dauer der Commune im 20. Arrondissement gesetzwidrige Ver- Haftungen vorgenommen zu haben; die Zeugen erkannten ihn nicht wieder, aber es wurden gefälschte Register über die angeb- lichen Verhaftungen vorgelegt, die vom Angeklagten geschrieben sein sollten.— Vielleicht verschaffen sich unsere Gegner auch diese Dokumente, um sie, wie den Brandbrief Ferro s, als Beweise für die Scheußlichkeit der Communards zu verwenden. — Die„Berliner Freie Presse" berichtet aus Petersburg: Die von vielen bo-russischen und anderen russischen Blät- tern als überaus milde gerühmte Regierung Alexander's Ii. giebt sich Mühe, in der Reihe der civilisatorischen Staaten eine hervorragende Stellung einzunehmen. Die Lorbeeren,'welche die Triumphe von Satory und Numea, von Lützen und Hubertus- bürg um die Stirnen anderer nicht-russischer Gesellschaftsretter gewunden, reizen sie zu würdiger Nachciferung an. In ihren Kerkern starben in den letzten drei Jahren— meistens an Aus- zehrung in Folge der geistigen und physischen Mißhandlung— 21 Personen, meist junge, früher ganz kräftige Leute, im Alter von 20—30 Jahren, den studircnden Kreisen sowie der Arbeiter- klaffe angehörend. Bis zum Selbstmord gepeinigt wurden 7 junge Leute. Wahnsinnig wurden endlich 15 Personen, darunter 2 junge Frauen.(!!) Alle diese Unglücklichen wurden zu ver- schiedenen Zeiten wegen Betheilignng oder aus Verdacht der Betheiliguug an der revolutionären Propaganda verhaftet und fanden ihr schauderhaftes Ende unter der brutalen Behandlung der Hyänen der 3. Abthcilung, jener Individuen, die jetzt vor- geben, für die Freiheit und Unabhängigkeit der Südslaven ein- zutreten.— Wenn schon diese grauenhaften Ziffern ein beredtes Bild von der in Rußland herrschenden Justizpraxis geben, so fehlt wirklich jeder Ausdruck für die Bezeichnung folgender That- sache. Ein junges Mädchen, 22 Jahre alt, Namens A. Bu- towskaja, stand am 22. September(4. Oktober) vor einer be- sonderen Commission des Regierenden Senats, um sich wegen angeblicher Verbreitung verbotener Schriften zu verantworten. Aus dem Anklageakt geht hervor, daß ein Arbeiter, der in Odessa mit einem Exemplar einer verbotenen Broschüre und einer einzigen verbotenen Zeitung verhaftet wurde, die Auge- klagte als Diejenige bezeichnet hat, die ihm diese Schriften ge- geben hat. Die Angeklagte behauptet, daß der Manu, der sich bei der Verhandlung als ein gemeines Bürschchen herausstellt, das seine Seele den Spionen verkaust hat, von ihr irgendwelche Bücher zum Lesen verlangt Hütte, und daß sie ihm ein- mal gesagt habe, daß er sich irgend eins von den bei ihr im Zimmer liegenden Büchern nehmen könne. Er that es auch einmal in ihrer Abwesenheit. Der Vertheidiger sucht auf Grund der Aussagen der B. zu beweisen, daß es sich hier höchstens um das Lesen einer verbotenen Schrift handele, daß aber von Ver- breitung einer solchen keine Rede sein könne. Die Gerichtscom- Mission dcbattirte lange über das zu fällende Verdikt und be- schloß dann— man höre und staune— daß die Angeklagte als der Verbreitung verbotener Schriften schuldig anzusehen und daher zu vier Jahren schwerer Bergwerksarbeit in Sibirien (Katarza) zu vcrurtheilcn sei. Das junge Mädchen hörte stolz und kaltblütig dieses blutige Urthcil. Das Publikum war furcht- bar aufgeregt, da ein soiches Urtheil doch zu unerwartet für Alle war. — Sozialistische Verschwörung in Spanien. Die amtliche„Gaceta" schreibt: Bereits seit längerer Zeit überwachte die Regierung eine sozialistische Verschwörung, welche von Ruiz Zorilla und Salmeron mit Unterstützung einiger föderalistisch gesinnten Militärs organisirt worden war. Nachdem nun der Behörde an der Grenze ein Schreiben Zorilla's in die Hände gefallen, worin derselbe die Weisung zum sofortigen Losbruch ertheilt, entschloß sich die Regierung zum Handeln und ließ die Verhaftung der Hauptschuldigen vornehmen. Unter denselben befinden sich die Generale Merelo, Areyro, Patino und Acosta, welche nach dem Militärgesetz bestraft werden sollen, sowie einige ehemalige Deputirte föderalistischer Richtung. Mehrere Ver- schworene haben die Flucht ergriffen.— Ob sich diese ganze Geschichte nicht als reiner Humbug entpuppen wird, welcher dazu dienen soll, die Spanier der Regierung,gegenüber ganz gefügig zu machen? Das rothe Gespenst muß eben bei allen schwachen und schlechten Regierungen immerwährend seine Dienste thun. — Folgenden Steckbrief hat am 19. d. M. das Frei- berger Bezirksgericht erlassen: „Der sozialdemokratische Agitator Friedrich Robert Schön- hals aus Frankenbcrg, schon mehrfach wegen Diebstahls, Fäl- schung, Desertion bestraft, und neuerdings wiederum vom unterzeichneten Gerichtsamte wegen Beleidigung Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und der Stadtpolizeibehörde hier zu viermonatlicher Gesängnißstrafe verurtheilt, hat diese Strafe, welcher er ausdrücklich sich unterworfen, trotz mehrfacher Auf- forderung bis jetzt nicht angetreten, ist auch hier nicht wieder anzutreffen gewesen, sondern scheint, unter Bruch des von ihm geleisteten Handgelöbnisses, die Flucht ergriffen zu haben um, wohl in der Schweiz, vor Vollstreckung der erwähnten Strafe sich zu sichern. An sämmtliche Behörden ergeht daher das Ersuchen, den Schönhals welcher 32 Jahr alt, von mittlerer Statur, blauen Augen, blonden, Haar, Backen- und Schnurrbart, langer spitziger Nase, mit schwarzem Filzhut, dunklem Sommerüber- zieher und dergleichen Beinkleidern bekleidet war, im Betre- tungsfalle festzunehmen und an unterzeichnetes Gcrichtsamt abzuliefern. Freiberg, den 19. Oktober 1876. Königlich sächsisches Gerichtsamt im Bezirksgerichte. E)r. Neubert." Die Manier, einen steckbrieflich zu Verfolgenden im Steck- briefe durch die Angabe seiner Parteirichtung zu kennzeichnen, und der Versuch durch den Hinweis auf anscheinend„ehren- rührige" Vorbestrafungen, die fragliche Partei an den Pranger zu stellen, beweist die vielgerühmte„Unparteilichkeit" deutscher Richter. Bei nichtsozialdemokratischen Ausgerissenen hütet man sich natürlich, ihre politische Gesinnung anzugeben— man würde die herrschenden Parteien eben gar zu oft und gar zu sehr com- promittiren, die Spalten der Amtsblätter würden unaufhörlich nach betrügerischen nationalliberalen Stadträthen, national- liberalen Bankdircktoren, Commerzienräthen u. dgl. verlodderten Individuen mehr schreien. In den Reihen der politisch thätigen Sozialisten sind aher die in krimineller Beziehung zweifelhaften Existenzen so selten, und aus unfern Reihen werden solche Leute so rasch beseitigt, daß uns eine derartige Berührung, wie die vorliegende des Freiberger Bezirksgerichts, nur die gewünschte Gelegenheit giebt, den moralischen Unterschied zwischen der so- zialistischen Partei und den übrigen nachzuweisen. Wie unsre Parteileitung zu der Angelegenheit Schönhals steht, zeigt folgende Erklärung: Auf mehrseitig an uns gelangte Anfragen in Angelegenheiten Robert Schönhals in Freiberg erklären wir hiermit, daß von unserer Seite demselben die Weisung zuging, sein gegebenes Wort zu halten und die Gesängnißstrafe von 4 Monaten anzutreten. Wir haben uns in entschiedenster Weise gegen seine uns mitge- theilte Absicht, den Strafantritt hinauszuschieben, ausgesprochen und müssen jede Verantwortung für jein uns unbegreifliches Verhalten ablehnen. Was Schönhals Borbestrafungen betrifft, so war uns nur bekannt, daß derselbe wegen Desertion bereits bestraft' war, und fanden wir hierin nichts ehrenrühriges. Außerdem halten wir einen kleinen Jugcndfchler, der später nicht wiederholt wird, für keinen Grund, einen Mann, der durch sein sonstiges Verhalten keinen Anstoß erregt, von uns zu weisen. Hamburg, den 24. Oktober 1876. Der Vorstand der sozialistischen Arbeiterpartei. I. A.: I. Auer. C. Derossi. — Das„Bulletin", Organ der jurassischen Föde- ration, berichtigt uns dahin, daß der soeben in Bern eröffnete Congreß nicht von der jurassischen Föderation allein, sondern auch von der spanischen, belgischen, italienischen und holländischen Föderation berufen worden sei. Diese Berichtigung wollen wir akzeptiren. Im Jrrthum aber befindet sich das„Bulletin", wenn Gustav hatte gehofft, als er sich nach Griechenland begab, welches durch so viele große Männer berühmt geworden ist, die sich ihren Ruf als Redner und große Bürger auf dem offenen Markte erobert hatten, daß er gleich ihnen Redefreiheit finden würde, um zu dem Volke sprechen zn können; aber Athen war nicht mehr republikanisch, und die Monarchie schloß dem neuen Demosthenes den Mund. Ungeachtet dieser kleinlichen Tyrannei gründete Flourens nichtsdestoweniger die„Jndependance Hellenique"(hellenische Un- abhängigkeit), ein durch und durch republikanisches Journal in französischer' Sprache und schrieb ebenso für verschiedene grie- chische Blätter, beständig mit einem für die republikanische Sache günstigen Erfolge. Im Jahre 1866 kani der Alifstand auf Kreta zun: Ausbruch. An der Spitze der freiheitbegeisterten griechischen Jugend be- kämpfte Flourens die Feinde der Volkssache, denn er hatte sein | ganzes Leben dem Wirken für die Weltrepublik geweiht. t Ein Jahr hindurch kämpfte er, ohne je entmuthigt zu wer- st den, mit diesen wackern Bergbewohnern gegen die Kälte, den L Hunger und die Tausend Gefahren, mit denen ein jeder In- t surrektionskrieg die Vertheidiger der heiligsten«ache, der Völkerverbrüderung bedroht. Die unaufhörlichen Leiden, welche er und seine Genossen zu !«dulden hatten, find unmöglich zu beschreiben; sie schliefen im Schnee und waren genöthigt Wurzeln zu essen, um nicht Hungers zu sterben.(I)*)'..., Nach diesen schrecklichen Ereignissen schickte er� den unab- hängigcn französischen Zeitungen Artikel ein, geschrieben zu Gunsten des Aufstandes auf Kreta. Als im Jahre 1868 Kreta sich bei dem griechischen Parla- mente vertreten lassen wollte, wählte es Gustav Flourens zum Präsidenten der Deputation. Aber der an die Engländer verkaufte Minister Vulgaris ließ unfern muthigcn Bürger in der Nacht verhaften und aus ein Packetboot schaffen, welches gerade nach Frankreich abfuhr. In *) Die eingeklammerten Zahlen bezeichnen die Punkte, über welche Tipriani in seiner„Antwort" Aufklärung geben wird. Die„Antwort" erscheint erst in der nächsten Nummer des„Vorwärts". Der Leser ha: dort die mit den entsprechenden Ziffern--rsehenen Noten nach- Marseilles angekommen, benutzte Flourens die wieder erlangteFreiheit, um sofort nach Athen zurückzukehren. Dort wurde er von seinen Freunden verborgen gehalten und griff in der Presse das Mi- nisterium Bulgaris auf das Heftigste an. Aber die Besorgniß, seinen Freunden Unannehmlichkeiten zu bereiten, veranlaßte ihn, Athen zu verlassen und sich nach Neapel zu begeben. Auch hier kam er mit den Behörden in Conflikt und wurde wegen eines Artikels, den er für ein republikanisches Blatt geschrieben, in's Gcfängniß geworfen. Im Jahre 1869 kam Flourens tvieder nach Frankreich und jetzt beginnt der ruhmvollste und für die demokratische Partei wichtigste Abschnitt seiner politischen Thätigkeit. Er wurde wegen seiner öffentlichen Vorträge in Bellcville zu einer Gefängniß- strafe von 3 Monaten verurtheilt. Nach„Verbüßung" dieser Strafe duellirtc er sich mit Paul„von Cassagnac"(dem gleich infamen Sohn des infamen Bonapartistischen Soldknechts uno Raufbolds Granier„von Cassagnac"— d. h. er war aus dem Landstädtchen Cassagnac und legte sich selbst den Adel bei), der ihn mehrercmale in dem„Pays" pöbelhaft angegriffen hatte. Flourens erhielt eine Wunde. Er trug sehr viel bei zu der Wahl Rochefort's im 1. Wahl- bezirk. Er arbeitete an der„Marseillaise" mit und gab nach dem Begräbniß Victor Noir's seine Entlassung, weil er die Haltung, die Rochefort an diesem Tag beobachtet hatte, nicht gutheißen konnte. Später wurde er von dem Staatsgerichtshof (llauta Oour) zu Blois zu lebenslänglicher Zwangsarbeit vor- urtheilt, wegen angeblicher Betheiligung an einem(angeblichen) Bombencomplot. Es gelang ihm aber zu entweichen(2); am 4. September kehrte er nach Frankreich zurück und übernahm das Commando von vier Belleviller Bataillonen. Am. 10.(irrthümljch: es war am 5.) Oktober zog er ander Spitze seiner Bataillone vor das Stadthaus(Hotel de Bille) um die militärischen Führer zur Entfaltung der Energie, welche die Lage erheischte, aufzufordern. Am 31. desselben Monats be- mächtigte er sich(mit Änderen) des Stadthauses, mußte es aber wenige Augenblicke nachher wieder räumen. Er wurde kurz dar- auf in den Laufgräben von Creteil(3) verhaftet und in: Mazas- gefängniß eingesperrt, aus welchem er am 22. Januar(4) be- fteit wurde. Der Prozeß ging fort und Flourens wurde in eontumaeiam zum Tode verurtheilt. dem er sein ganzes Leben der republikanischen Sache gewidmet, fand er den Tod unter den nachstehend berichteten Umständen. (Schluß folgt.) — Einem Pfaffen ist man wieder einmal auf die Sprünge ge- l kommen. Der Dekan der katholischen Universität von Lille, Abbs Ba- reilles de Sommi�res, wird in Poitiers wegen Erschleichung einer Erb- schaft von dreimalhunderttausend Franken gerichtlich verfolgt. Ein lieblicher Bruder in Christo! — Aus Einsiedeln erhielten wir von einem deutschen Verleger eine deutsche Wochenschrift zugesandt, auf welcher die Adresse lautete:„Herrn G. E. Nossenschaft's Buchdruckerei in Leipzig. Das geht doch noch über den General Staff! — Zur Harkortschen Roheitsstatistik. Aus Dresden mel- � dct man der„Volkszeitung":„Auf hiesigem Altmarkte haben sich am letzten Sounabend Mittag ein Offizier a. D. in optima forma— ge-, prügelt"— Wegen überhandnehmender Roheit der„Gebildeten" werden die sozialistischen Reichstagsabgeordneten die Verschärfung der betreffen- den Slrasparagraphen beantragen. — Der arme ausgebeutete Stroußberg! Das Wagner'sche Telegraphcnbureau meldet aus Moskau vom 2t. Oktober:„(Prozeß Stroußberg.) Das Zeugenverhör wird fortgesetzt. Die Aussagen bestätigen, daß Stroußberg nicht bestochen hat, sondern selber, ausgebeutet worden ist."— Stroußberg wird also freigesprochen;, es war auch zu erwarten, daß der schlaue Fuchs sich aus der Schlinge winden würde. Der arme ausgebeutete Mann ist übrigens zu bedauern; sein Bäuchlein soll vollständig verschwunden sein und der Aermste das Aussehen eines schlesischen Webers jetzt haben. Mitleid muß Jeden ergreifen und es sollte uns nicht wundern, wenn man für den Unglück-;. lichen, ähnlich wie für Schnlze-Delitzsch, eine National- Subscrrptionh eröffnen würde. Schulze hat für den Kapitalismus gekäinpft, Straußes j berg hat dafür gelitten! ge, !— Ein in der Wolle gefärbter Nationalliberaler. i Hagen(Westfalen) nannte ein Wähler bei den jüngsten Wahlen s preußischen Abgeordnetenhause auf die Frage des Wahlvorß l die Namen: Bismarck und der Kaiser. Als hätte er das Re' rettet von den„ReichSfeindcn", hob er die Nase stolz zur Höduchten; verließ in gehobener Stimmung das Lokal...)en beim-'. h % f- p cü rP !'J4 VJ, ii !r" 'i rlf 4 >- :>» lef, }; i I es meint, der jetzige Congreß sei der„achte allgemeine Congreß der internationalen Arbeiterassoziation". Die internationale Ar- beiterassoziation hat mit dem Congreß absolut nichts zu thun, der ja erst die Wege zu einer Wiedervereinigung oder Annäherung suchen will. — Wir machen auf das Erscheinen der Brochürc:„Für die Französischen Brüder!" aufmerksam. Das Nähere be- sagt das Inserat im Annoncenthcil des Blattes. — Die Redaktion des„Augsburger Volkswille" wurde am verflossenen Montag zu einer Gesammtstrafe von vier Monaten wegen einer Anzahl sogenannter Preßvcrgehen vcrurtheilt. — Parteigenosse F. W. Fritzsche wurde am Sonntag von circa 2000 Wählern des 4. Berliner Reichstags-Wahlkreises als Candidat proklamirt. Innere Parteiangelegenheiten. Als Agenten des Vorstandes wurden ernannt: Lorsch: St. Jacobi; Braunschwcig: L. Bosse, A. Frille; Gräfenthal: Fyzel; Hainichen: W. Hoßmann, SB. Martin; Leudersdorf: H. Messer, SB. Aurich; Glauchau: M. Hohlfcldt; Göppingen: G. Bronne- inayer, F. Deller; Oschatz: C. Flesch; Berka: C. Feige. Hamburg, den 24. Oktober 1876. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Vorstand. I. A.: C. Derossi, I. Auer, Pferdemarkt 37. Correspondenzen. / ßötn, 20. Oktober. Beim Herannahen der Wahlen sollen wir Probe ablegen von Dem, was wir in der verflossenen Zeit std geleistet haben; darum tritt an uns und Alle, welche ein In- tcresse an unserer Sache haben, die ernste Forderung heran, mit alle» verfügbaren geistigen und materiellen Mitteln sich am \ Wahlkampfe für die Rcichstagswahl zu bctheiligen. Um aber > nach allen Seiten hin den Augriffen der Gegner aller Schatti- h rungen gewachsen zu sein, bedürfen wir einer kräftigen Waffe, % und dies ist vor allem— die Lokalpresse. Wir haben schon � vor Jahren dieses Bcdürfniß anerkannt und bereits vor zwei Jahren mit der Herstellung einer solchen begonnen. Jedoch ' traten uns damals Hindernisse entgegen, durch die unser Plan vereitelt wurde. Trotzdem sind unsere Ansichten dieselben ge- u blieben, wir fühlen sogar jetzt noch mehr denn je das Bcdürfniß, ein Lokalblatt zu besitzen. Wollen wir einen wirklichen Einfluß � auf die Masse der Bevölkerung gewinnen, so müssen wir vor j allem unsere lokalen Verhältnisse dem Volke vor Augen führen und alles, was um uns her vorgeht, einer wahrheitsgetreuen ii Beleuchtung unterziehen, damit Jeder, ob Bürger, Bauer oder «> Fabrikarbeiter, unterrichtet wird über seine Rechte und Pflichten ' in städtischen und Gemeindeangelcgcnheiten.— Sllle anderen r Parteien haben ein Interesse daran, dem arbeitenden Volke die ~ Wahrheit vorzuenthalten; es muß daher unsere Hauptausgabe . sein, den hiesigen so fruchtbaren Boden zu bearbeiten. Das " Wahlcomitö hat vorläufig die Sache in die Hand genommen, um die Herstellung eines Lokalblattes zu bewirken. Dasselbe soll, wenn möglich, am 1. Januar 1877 erscheinen. Wir ersuchen � daher alle Diejenigen, welche sich für dieses Unternehmen in- ' Ceressiren, am Sonntag, den 29. Oktober, Nachmittags 3 Uhr bei Ul Erkelenz, Kämmergassc 18, zu erscheinen, um eine Zeiwngs- commission zu organisiren. Schriftliche Anträge oder Anfragen möge man freundlichst an den Kassirer des Wahlcomites, W. � Pfeifer, Blindgasse 32, senden. Wrackwede. Am 17. ds. Mts. tagte im Lokale des Herrn > Künnemann eine Volksversammlung, einberufen vom Viele- � selber sozialdemokratischen Wahlvcreiu, mit der Tagesordnung: •:„Das Verhalten der Sozialdemokratie zu den Wahlen zum l Hause der Abgeordneten" als ersten und„die Fortbildungsschulen" u als zweiter Punkt. Dieselbe war von circa 200 Personen be- sticht. Referent war Herr Scheil aus Tortmund, der die Tages- u> er ,1 ordnung zur Zufriedenheit der Anwesenden erledigte. � Leipzig, 25. Oktober. Um einem Beschlüsse der jüngst i r m Leisnig stattgehabten Eonferenz zu genügen, hat das Leipziger Wahlcomitö die Centralleitung oer Agitation des 10., 11,, 12., 13. und 14. sächsischen Wakstkrcises übernommen. Demnach er- t zeht au die betreffenden Wahlcomitös der angeführten Kreise >)as Ersuchen, sich mit uns in Verbindung zu setzen, ebenso an >)iejcuigen Genossen, welche Versammlungen abzuhalten und einen p Referenten dazu wünschen, solches 14 Tage vorher dem Unter- Z zeichneten anzeigen zu wollen, welcher alsdann das Geeignete eieranlassen wird.— Ferner ersuchen wir alle Genossen, fleißig v zammlungen zu veranstalten, hauptsächlich bei Versammlungen, . Zamit das Wahlcomite im Besitz der nöthigen Fonds gelange. Äeldcr nimmt entgegen Peters Krebs, Ulrichsgasse 60(Cigarren- Geschäft). Ebenso ersuchen wir die Genossen, die Versammlungen i.'cchtzeitig anzumelden und sich dazu der in der Genossenschafts- nichdrullerci, Färberstraße 12, 2 Tr., zu erlangenden Formulare sti bedienen, uns auch über etwaige Versammlungsverbote, Auf- ösungcn ic. sofort in Kenntniß setzen zu wollen. Diejenigen Genossen, welche im Stande sind, in Versammlungen Referate zu übernehmen, ersuchen wir um Angabe ihrer werthen p ldressen. Genossen! Bei der bevorstehenden Wahl gilt es, das ' Äcschrei der Gegner über den Rückgang der Sozialdemokratie .unichte zu machen und den Beweis zu liefern, daß unsere Ideen eit drei Jahren an Ausbreitung gewaltig gewonnen haben. Barum, ohne Zaudern ans Werk! Hoch der Sozialismus! I Das Leipziger Wahlcomstö. r! I. A.: Chr. Hadlich, Färberstr. 12, 2 Tr. g Pösneck(Meiningen), 24. Oktober. Unser Parteigenosse b Ärillenberger candidirt bekanntlich gegen den liberalen Haupt- >ahn Laster im zweiten Meiningenschcn SLahlkreise. Am 23. d.M. �>at Grillcnberger in einem Hauptorte dieses Kreises, in Pösneck st gesprochen. Wir bringen über diese Versammlung einen kurzen ! Öcricht eines nichtsozialistischen Blattes. Die„Frankfurter Ztg." . chreibt: Nachdem vorgestern hier Laskcr unter großem Beifall , einen Wählern Bericht erstattet hatte über seine Thätigkeit in !>er abgelaufenen Reichstagsperiode, legte gestern sein Gegen- > andidat für den nächsten Reichstag, der Sozialdemokrat Grillen- 'rger aus Nürnberg, in einer Volksversammlung seine politischen Zündsätze iu anderthalbstündiger Rede dar. Man muß gestchen, ttß der ruhige, klare und sogar geistvolle Vortrag selbst den �'all der Gegner fand, und, ohne Widerspruch zu finden, >, nl endigte, daß die Candidatur Grillenbergers von den An- . ccm';bcn angenommen wurde. Es erübrigt nur noch, daß auch . Andidat der Argrarier in unserem Wahlbezirk, nachdem jv» Stein abgelehnt hat, der Fabrikbesitzer von Swaine . Balkem�tischen Grundsätze in öffentlicher Versammlung ent- 'den übr... München, 25. Oktober.(Für Wagner!) Wir geben be- kamst, daß das„Umschauen" in München gänzlich ausgehoben ist. Unser alleiniger Arbeitsnachweis und unsere Herberge be- findet sich Brunngasse Nr. 7 beim Kreuzbräu. Wir ersuchen sämmtliche College», sich nur an uns zu wenden, damit das be- reits ausgerottete Unwesen des„Umschauens" nicht wieder in Aufnahme kommt. Der Ausschuß. NB. Sämmtliche Arbeitcrblätter werden um Abdruck ersucht. Verlag des„Wähler". Quittung über die seit dem 20. September erfolgten Zahlungen. Für Nr. 5. Berlin 37,50; Breslau 6,00; Bramstedt Nr. 3 3,75; Barlt 1,65; Brunsbüttel Nr. 4 1,50; Celle 9,55; Crefeld 1,50; De- lipsch 7,05; Frankfurt a. M. 21,75; Frankfurt a. O. 5,25: Geeftendorf 3,00; Hemmingstedt 2,25; Kellinghusen Nr. 4 und 5 8,10; Kirchhain bei Cassel 1,20; Lüneburg 6,45; Minden i. W. Nr. 4 5,40 und Nr. 5 5,40; H.-Münden Nr. 3 und 4 6,75; Meldorf 2,25; M.-Gladbach 1,20; Merseburg 2,25; Naumburg a. S. Nr. 4 3,45; Neumünster 3,30; Ob.- Peilau 3,00; Süchteln 2,10; Soffenheim-Höchst-Rödelheim 8,85; Schwelm Nr. 4 11)0; Uelzen 4,50; Uetersen 7,50; Verden Nr. 4 und 5 21,55; Viersen Nr. 4 3,00 und Nr. 5 3,90; Wandsbeck 6,30; Wüstegiersdorf 3,00; Wilster Nr. 4 1,95. Für Nr. 6. Aschersleben 3,30; Achim 10,80; Altona 165,25; Apenrade 3,00; Ahrensburg 2,25; Altendorf-Effen 21,00; Alveslohe 3,75; Bramstedt 3,75; Bielefeld Nr. 5 und 6 7,30; Bockenheim 6,30; Breslau 6,00; Barmen 12,90; Bredstcdt 0,65; Bergen a. R. 1,60; Berge b. F. 17,55; Bochum 6,75; Bernau 4,50; Burschcid 6,45; Barmstedt 7,50; Barlt Nr. 6 1,65 und Nr. 7 1,50; Braunschwcig 5,00; Calau 3,00; Calbe a. S. 12,30; Cassel 18,75; Crefeld 1,50; Cöln 9,00; Cottbus 1,80; Dortmund 9,70; Dreißighuben 0,90; Dörnigheim 2,25; Duvenstedt Nr. 3 bis 6 1,50; Düsseldorf 8,85; Dannenberg 1,80; Dietesheim 3,75; Eilenburg 1,20; Ernsdorf 4,90 und für Nr. 7 4,80; Eckernsörde 5,10; Elmshorn 7,05; Erfurt 8,40; Elbing Nr. 7 bis 9 5,00; Forst 15,00; Flensburg 13,50; Friedrichstadt 2,10; Fechenheim 2,10; Geesten- dorf 4,50; Göltingen 3,55; Görlitz 9,00; Grciffenberg 1,65; Güstrow 5,70; Goldlauter 6,70; Garding 4,40; Groß-Auheim 7,80; Groß-Stein- heim 1,80; Hemme 6,00; Hannover 18,75; Hagen 5,55; Hanau 30L5; Husum 3,75; Harburg 18,45; Halle a. S. 3,10; Hildesheim 5,70; Hemmingstedt 2,00; Hennstcdt 1,50; Heide 6,00; Hamburg Post 12,00; Itzehoe 9,75; Jüterbog! 1,05; Kalk 4,45; Klein-Krotzenburg 12,45; Kiel 21,00; Krempe 1,95; Lockstedt Nr. 6 6,00 und Nr. 7 6,00; Langen- diebach 2,25; Liegnitz 4,50; Lauenburg 10,2); Luckenwalde 1,95; Mölln 6,00; M.-Gladbach 1,20; Mühlhausen 1,20; Neustadt i. H. 6,90; Nowawes 2,70; Norder-Hastedt 2,00; Neurode i. Schl. 1,70; Neundorf 3,30; Nienstedten 1,50; Osnabrück 12,90; Ottensen 63,90; Oeynhausen Nr. 5 und 6 6,70; Oldenburg i. H. 7,20; Ober-Peilau 3,00; Otterndorf 4,05; Peterswaldau 7,00; Potsdam 3,00; Pinncberg 9,20; Pommerenzdorf 2,70; Rückingen 3,00; Rendsburg 6,00; Rostock 6,00; Sorau 7,20; Solingen 5,70; Stettin 3,75; Schleswig 8,25; Staßfurth 3,70; Steele 6,00; Stelling 3,30; Sonderburg Ztr. 6 und 7 1,50; Schönberg 0,90; Schwerin 10,95; Spandau 3,15; St Johann 15,00; Suhl 1,80; Tönning 3,45; Tondcrn 3,00; Triebe! 1,50; Ueckendorf 4,00; Wald 15,75; Wüstegiersdorf 3,00; Wöhrden 3,00; Waldenburg i. Schl. 2,20. Zur Notiz. Nr. 8, welche am 6. November erscheint, wird nur an diejenigen Orte geliefert, von woher Zahlung für Nr. 7 erfolgt ist. Um baldige Einsendung des Betrages für Nr. 7(Oktbr.) wird dringend ersucht. Hamburg, 23. Oktbr. 1876. August Geib, Rödingsmarkt 12. ! Sonnabend, den 4. November, veranstalten die � 1. 141. Sozialisten in den Räumen der Centralhall Commers und Ball zum Besten der Reichstagswahl, wozu alle Genossen, sowie Freunde ; und Gönner, hierdurch freundlichst eingeladen werden.(F. 81) Karten zu 25 Pfg. sind bei Peters, am See 16, und Palme i st raße 20, parterre, zu haben; an er Kasse 30 Pfg. Damen-Karten 15 Pfg. Anfang 7>/z Uhr.____ Das Comitö.[2,70 fl/tlMt Dienstag, den 31. Oktober, Nachmittags JVWUUU'Ui�U 4 Uhr, in; Gasthaus zur Mühle: Volksversammlung. Tagesordnung: Was erwartet der kleine Landwirth, was der Großgrundbesitzer, und was der Feldarbeiter vom Reichstage.[IG ___ Die Einberufer. 1 QptVUTil Montag, den 30. Oktober, Abends 8 Uhr, im Saalr ■-v-14.fr ji ivz. des„Bellcvue", Kreuzstraße: Oeffentliche Versammlung sämmtlichcr Gewerkschaften und Fachvereine von Leipzig und Umgegend als Holz- und Metallarbeiter, Schuhmacher und Schneider, Maurer und Zimmerer, Maler, Lackierer und Vergolder, Sattler und Tapezier und sonst hier noch bestehender Gewerkschaften. Tagesordnung: Welchen Nutzen haben die Gewerkschaften? Referentr Louis Werner.— Zahlreiches Erscheinen sehen entgegen Die Einberufer. i Jodermann hat Zutritt. Gegner der Gewerkschaften willkommen. Q-pfftikfU Arbeiterbildungsverein. � [ Den in vergangener Woche begonnenen Cursen im Rechnen, in der Stenographie, in der einfachen und doppelten Buch» führung, in der deutschen, englischen, französischen und russischen Sprache, sowie im Schönschreiben, kann diese Woche noch beige- treten werden. Dem Turnen, der Stylistik und Redeübung, sowie der stenogr. Sectio«,(Fortbildungskursus) kann jederzeit beigetreten werden. Das Zeichnen beginnt heute(Sonntag) Mittag 1 Uhr. Unser Lesezimmer bringen wir besonders in Erinnerung, es liegen in demselben folgende Zeitschriften und Zeitungen aus: Ärbeiterwochen- chronik(Pest), Arbeiterstimmc(New-Dork), Berliner Freie Presse, Braun- schweige� Volksfreund, Bund(Organ der Tischler), Buchbinderzeitung, Blätter für Genossenschaftswesen, Chemnitzer Freie Presse, Crimmitschauer Bürger- und Bauernfteund, Correspondent(Organ der Buchdrücker), Dresdner Voltsbotc, Deutsche Blätter, Deutsche Turnzeitung, Europäische Modenzeitung, Europa, Frankfurter Zeitung und Wochenblatt, Friedens- und Freiheitspost, Freie Glocken, Fortschritt(Organ des Sckincidervercins), Gothaer Sonntagsblatt, Glauchauer Nachrichten, Gleichheit(Wien), Gartenlaube, Hamburg-Altonacr Volksblatt, Jllustrirte Zeitung, Neue Welt, Nürnberg-Fürther-Sozialdeinokrat, Panier(Organ der Metallarbeiter), Süddeutsche Volkszeitung, Senefelder Bund(Organ der Lithographen), Tagwacht(Zürich), Vorwärts, Wahrheit(Breslau), Der Wecker(Organ der Schuhmacher), Wacht-Hanau), Zeitgeist(München), Für Steno- graphen: Allgemeine deutsche Stenographenzeitung, Bamberger Unter- Haltungsblatt, Der Schriftwart, Kamnierstenograph, Leipziger Zeitung, Leipziger Nachrichten, Tageblatt und Volkszeitung. Heute Sonntag, Abends 7 Uhr, findet im Vereinslokal Ritter- straße 43, 2 Trep., Abendunterhaltung statt, wozu Freunde und Mit» glieder des Vereins hiermit freundlichst eingeladen werden. D. B. f310 Briefkasten der Redaktion. Abonnement in Hamburg: Wenden Sie sich mi. derartigen Fragen an das„Hamburg-Altonaer Volksblatt". Wenn wir solche allgemein gehaltene Fragen in unserem Briefkasten beantworten wollten, so würden uns in kurzer Zeit tauscnde aus allen Gegenden zur Beantwortung vorgelegt werden.— Der Artikel„Der Jammer eines Pfaffen" ist für unser Blatt nicht geeignet. der Expedition. Groß Hamburg: Der Allgem. deutsche Schiffs- zimmererverein schuldet noch für Annoncen vom Monat März u. April 3,05 M.— Knollmann in Hannover: Die eingesandte Annonce kam erst Mittwoch, den 25. Oktober, Abends 6 Uhr, in unsere Hände, also für die Freitags- Nummer viel zu spät. Sie verlangten von uns im Briest. Mittheilung, wie viel der dortige Verein noch schuldig, welchem Verlangen wir nachkamen; wir halten uns nicht an eine Person, son- dern an den Verein; Sie hielten wir nur für den vom ihm beauftrag- ten Annoncen-Expedienten. Wollen Sic Rudolph veranlassen, diese Än< gelegenhcit zu ordnen.— R. Pfund in Stuttgart: Ihre Reklamation haben wir der Post zur Recherche übergeben; an uns liegt nicht die Schuld verspäteten Eintreffen des Blattes.— Haug Frbrg i/Br.: Brf. erst Freitag Mittag erhalten, Sendung abgegangen.— In England, Classenzensus bei Wahlen. Wahlrecht hängt nur damit msammen, hat mit dem Stand nichts zn thun und nie zu thun gehabt. Den Zensus zahlende Geistliche wählen selbstverständlich. Quittung. Arbeiterpartei Großenhain An. 2,10. Eckrt Deutz An 0,60. Kpps Graz Ab. 3,30. Knrk Lnze Ab. 14,99. Arbeitcrbildungs- verein Pettau Ab. 1,96. Ebrt Wilkau Ab. 10,00 Schr. 1,44. Wrnr Jena Ab. 3,00. Zimmermann Aachen Schr. 3,00. Grß Hamburg An. i 2,70. Rtzl Meerholz Schr. 0,75. Hch Frankfurt Ab 21,00. Thn Wilster Schr. 3,20. Oettl Auerbach Schr. 3.00. Lmtzsch Haunsdorf Schr. 1,20. Khl Duisburg Schr 14,12. Brns Hier Ab. 2,40. Lehninn Hier Ab. 1,60. Ullrch Hier Ab. 2,40. Wahlvcreiu Hannover An. 0,70. Frtzsch Wien Schr. 2,40. Grd Stötteritz Ad. 2,25. Knpp Fulda Schr. 2,60. Bttchr Hier Ab 2,25. Schmml Altenburg Schr. 0,80. Klg Wandsbeck An. 1,00. Mllr Reudnitz Schr. 3,00. Stnbschl Mühlheim Schr. 12,50. Drp Verden Ab. 21,40. Arbeiterbild.-Ver. Lambrecht Schr. 15,00. Zhtnr Darmstadt Ab. 12,35. Brbm Gotha Ab. 18,00. Rlff Steyr Ab. 2,01. E. H Blswtz Schr. 7,50 C. Klsk Wien Schr. 4,95. Oktober» im Lokale Wahlfonds. Von I. Kiekenapp Fulda 2,40 M. f i l Anzeigen:e. Annoncen für die Mittwochs-Nummer müssen bis Mon- tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags-Nummer bis Mitt- woch-Vvrmittags V Uhr; für die SonntagS-Nnmmcr bis Frei- tag Vormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche nock bestimmte Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beilirgt, oder für welche der Einsender kern Depot bei uns hat, können eine Aufnahme nicht finden. ____ Die Expedition dcS„Vorwärts". S)ffflA1t*t Da Herrn Gundelach, Unzerstr. 25 1. die Annoncen- 44kl.l.kls1. Expedition übertragen wurde, so ersuchen wir die im „Vorwärts" annoncirenden Gewerkschaften rc. Altonas sich an denselben zu wenden, da wir Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, nur be- rücksichtigen, wenn solche von ihm eingesandt worden. Tie Expedition deS„Vorwärts" "Leipzig, Färberstr. 12._ rCiÄ frr Arbeiter Liedertafel. VivlU. Mittwoch, den 1. November, Abends?>/, Uhr, im Lokale des Hrn. Basten, Buttcrmarkt 32: Musik, u. Humorist. Abendunterhaltung. Entre 15 Pfg. Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. HL. Der Reinertrag ist zu einem gutem Zweck bestimmt.[2,10 Mülheim a. Rhein.»ZLM'» des Hrn. Gießen, Papageienstraße: Volksversammlung. Näheres besagen die Plakate.[70 Um zahlreiches Erscheinen ersucht I. Fischer, Vorsitzender des Brbciter-Wahlvereins. Neuschönefeld u. Umg. Abends>/z9 Uhr: Heschtossenc Mitgtiederversammtung.. Tagesordnung: Höchst wichtige Vereinsangelegenheiten.[60 Um möglichst vollzähliges Erscheinen ersucht D. V. A. Schmalfuß früher Kolporteur in Leipzig jetzt in Zwickau oder Umgegend, wird anfgesordert, postwendend seine jetzige Adresseeinzusenden an Die Exped. des„Vorwärts", Färberstr. 12/11. Parteigenossen und Fieunde bitten wir um Vermittelung! Leipzig. Eine heizb. freundl. Schlafstelle zu vermiethen Baierschestr. 70., III. Seifert.[60 Von meinem„Vollständigen Leitfaden" einer einfachen, in wenigen Stunden erlernbaren Stenographie, erschien soeben die 2. umgearb. und vermehrte Auflage. Preis 1 Mk.„ auch durch die Exp. dieses Blattes zu beziehen. _ H. Roller, Berlin 80., Neanderstr. 8.[2 10 Im Verlage der Genoffenschaftsbuchdruckerei Leipzig ist erschienen und durch, uns zu beziehen: Für die ftalyöslscheii örüdcr. Inhalt: I. An das Volk der beherrschten Klasse, von Felix Pyat. ll. Die Arbeiterdelegation bei den Weltausstellungen. Preis pr. Exemplar 15 Pf. Arbeiter und Parteigenossen! Laut Beschluß des Gothaer Sozialisten- Congresscs ist der Gesammlertrag dieser aus dem Französischen über- setzten Schrist für den Druck der Berichte der französischen Arbeiter- delegation nach Philadelphia bestimmt. „Kaufe sie Jeder von Euch! Verbreitet sie nach Kräften! Indem. Schlachtendonner des unheiligen Krieges zwischen dem sinkenden fran- zösichen und dem sich erhebenden deutschen Empire habt Ihr nicht vcr- gessen, daß die französichen Arbeiter Euere Brüder sind. Beweist ihnen, die so oft und so heldenmüthig für unsere gemeinsame Sache,. für Euch gekämpft und gelitten haben, beweist ihnen jetzt durch diesen kleinen Tribut der Dankbarkeit, daß Ihr im Siegestaumel der Herr- schenden Klassen die Dienste nicht vergessen habt, welche das französische Proletariat den Unterdrückten aller Länder, welche es der Menschheit geleistet hat,— daß Ihr Euere Feinde kennt und Euere Freunde— daß Euer Geist, Euere'Thatkraft der Grenzpfähle spottet,— daß Euer Herz warm schlägt für die französischen Brüder!" Die Expedition und Buchhandlung des„Vorwärts". Leipzig, Färberstr. 12/11. Montag, den 30. Oktober, Abends 8'/, Uhr, im„Schwarzen Bären": Volksversammlung. Tagesordnung: Welche Pflichten haben die Sozialdemokraten gegen- über der berorstchenden Reichstagswahl. Referent Otto Kapell.[70 (F. 321) W. Kluge. Die Filial-Expeditoren werden ersucht, die überzähligen Exemplare vom „Vorwärts"(Nr. 1 bis 6) uns per Kreuzband zu- kommen zu lassen. Durch das unerwartete Steigen des Abonnements nach dem 1. Oktober wurde unser Vorrath an diesen Nummern gänzlich erschöpft. Die Expedition des„Vorwärts". Verantwortlicher Redakteur: W. Hasenclever in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12/ll. in Leipzig. Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig.