Erscheint in Leipjiz Mittwoch, Freitag, Sonntag. AbonncmcntSvrcis iär ganj Teutschland itR. 60 Ps. pro Ouartal. Monate> Abonnements werden bei allen deutlchen Poilanstalten ans den 2. und 3. Monat, und auf den 3, Monat befonders angenommen: im Königr, Sachsen und Herzogth. Sachsen- Altcnburg auch auf den ltcn Monat des Quartals u bs Psg. Inserate betr. Lcrfammlungen pr. Petitzeile 10 Pf., betr. Prioatangclcgendeiien und Feste pro Peritzeili 30 Pf. orwärts Veslellungt» nelnnc» an alle Postanftalteu und Buch. Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Ütew-Forl: Soz.-demokr Kenofien- fchaftsbuchdruckerei, lS4 LIsrisAv 8lr. Philadelphia: P. Haß, Silo Harth Z-u Seraat. I. Boll, 1120 tldurlott« Ktr. Chicago: A. Lanfcrmann, 206 Divi- siou Street. San Franzis co: F. Enz, 418 O'Fur- rell Street. London: Baudih, 5 Knfisan Street, Middleeex Uospiul. Gentrat Grgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Unsere Gegner. VIl. Unser biederer Schulze von Mainz, der unter Tausenden, nnd habe er sich noch so sorgfältig verkleidet, an seinem penetranten denun- ciatorischen Duft sofort zu erkennen ist, apportirt als„ü vom Mittelrhein" dem„Hamburgischen Correspondent"(vom 11. Nov.) folgendes uns doppelt interessirende Artikclchen „Ueberaus charakteristisch ist das Verhalten der sozialdemo kratischen Blätter zu der bekannten v. Unruh'schen Schrift über „das, was die Sozialdemokratie verspricht" und gewiß würde wenn unsere Presse es der Mühe Werth fände, sich anders als gelegentlich mit diesem Gegenstände zu befassen, ein ebenso aus giebiges wie dankbares Besprechungs-Gebiet gewonnen sein. Die genannten Blätter verfolgen nämlich auch in diesem Falle die alte Taktik, auf die ihnen unbequeme Schrift alle nur erdenk- lichen Beschimpfungen(??) und Verunglimpfungen zu wälzen und unter dem Lärm des Geschimpfes(!!) die Thatsache zu verbergen, daß eigentlich gar nichts widerlegt, ja eine Wider- legung oder auch nur eine ernstliche Widerlegung oder auch nur eine ernstliche Leugnung der den Sozialdemokraten zugeschrie denen Grundsätze und Bestrebungen gar nicht versucht wird. Be rreffs desjenigen z. B., was Unruh über die sozialdemokratische Aussassung der Ehe sagt, wird zwar mit allem Aufgebot der Entrüstung gethan, als ob die durchaus decenten(!!??) Darlegungen der Broschüre ein unglaubliches Bild sittlicher Verworfenheit böten, aber irgend eine positive Behauptung, welche dem Aus gaugspunkte und den Consequenzen der Unruh'schen Darlegung entgegenträte, wird man vergebens suchen. Dieser Ausgangs- puntt besteht bekanntlich darin, daß, da die sozialdemokrattsche Ehe lediglich auf die bestehende bezw. fortdauernde Neigung ge- gründet und durch kein festes Band irgend einer Art garantirt, wohl aber die Lösung eines derartigen Verhältnisses auf's Aeußerstc erleichtert sein soll, diese Ehe nothwendig zu einem bloßen Gelegenheitsbande sich gestalten müsse, welches jeder Theil wieder zerreiße, sobald es ihm beliebt. Die durchaus sozial demokratische Idee der„Kindererziehung durch den Staat", die ja ein unerläßliches Eorrelat derjenigen Gesellschaftsform bildet, zu welcher die sozialistische Entwickelung mit innerer Nothwen- digkeit hindrängt, des reinen Communismus nämlich(es ist dies gerade von unseren Sozialdemokraten schon oft in der bestimm testen Mise ausgesprochen werden), raubt vollends den Fami lien jeden Zweck des Bestehens, so daß dann die Ehe gar nichts anderes mehr sein kann, als ein vorübergehendes Gcschlechtsver hältniß. Gegen diese Grundlage der Unruh'schen Beweisfüh rung weiß der sonst so wortreiche und von banalen„Argu- menten" überfließende„Vorwärts" kein Wort vorzubringen— er schimpft eben nur. Mit Sicherheit läßt sich voraussagen, daß in Betreff der übrigen Punkte: der Eigenthumsverhältnisse, der Cultur-Entwickelung, des Staatslcbens zc. im erstrebten sozialistischen Staat ganz das Nämliche zu Tage treten wird. Das Schimpfwörter-Lexikon wird bis aufs Letzte aus- geleert werden, an den nichtswürdigsten Verdrehungen und perfiden Unterstellungen wird es nicht fehlen, aber der Beweis dafür, daß mit Diesem und mit Jenem die Sozialdemokratie verleumdet worden, wird nirgendwo erbracht werden können und daher auch gar nicht ernstlich versucht werden. Es handelt sich nur darum, bei den eigenen Anhängern die Eindrücke zu er- wecken, wie abscheulich und dabei von persönlich so nichtsnutzigen und unbedeutenden Menschen die Sozialdemokratie verleumdet werde; einen andern Zweck haben diese angeblichen Zurück- Weisungen gar nicht, dies ist daher auch der Maßstab, mit dem sie gemessen werden dürfen. Wir unsererseits sind keineswegs in allen Puntten mit der Unruh'schen Broschüre einverstanden und geben sogar zu, daß dieselbe hie und da die Wünschens- werthe genaue Sachkenntniß vermissen läßt; auch der eigentliche Kernpunskt des Uebels, der gänzliche Man- gel einer gem üthl ich- religiösen Seite(!!) im Sozialismus wird sehr nebenher berührt. Aber die offenbare Unbe- quenilichkeit, welche diese Schrift den Sozialdemokraten verur- sacht, ist uns doch wichtiger als die hochweise Bemerkung der mit letzteren Liebäugelnden„Frankfurter Zeitung", man müsse sich, um die Sozialdemokratie billig zu beurtheilen, in eine ganz andere Welt- und Lebensauffassung hinein versetzen. Das mag der Philosoph thun, aber der Politiker hat andere Aufgaben." So Herr Schulze. Wir beglückwünschen Herrn von Unruh zu dem Eomplimeiit seines Parteigenossen. Die Brochüre„läßt hie und da die wünschenswcrthe Sachkenntniß vermissen"— wir hätten es wirklich nicht für möglich gehalten, daß Herr Schulze der Wahrheit so nah kommen würde! Dieses Urtheil aus diesem Mund ist die schärffte Verurtheilung; und daß ein Unruh von einem Schulze den Vorwurf der„Sachunkenntniß" auf volks- wirthschaftlichem und sozialem Gebiet hinnehmen muß, ist so be- schämend, daß wir den so grausam Gestraften für heut mit seinen Gefühlen allein lassen wollen. Auf die Lösung des Räthsels, wie eine ohne„die wünschenswcrthe Sachkenntniß" geschriebene Brochüre dem Sozialismus den Garaus machen soll, verzichten wir von vornherein; es gehört dazu die Logik und Hirnmaterie eines Schulze. Ehe wir unser„Schimpflexicon bis aufs Letzte(was?) aus- leeren"(da leugne man noch, daß Herr Schulze originell sei; ein Lexicon„ausleeren"— das ist, trotz Ben Akiba noch nicht des Sozialismus. Boll einem Polkswirth"). Die Schrift war ursprünglich in den„Deutschen Blättern" erschienen und hatte wegen der Gediegenheit des Inhalts und der zu Tag tretenden Bemeisteruna des Stoffes derarttges Aufsehen erregt, daß ein Sondcrabdruck in Brochürenform sich nothwendig machte. Dem Verfasser,„einem unserer hervorragendsten ,Bolkswirthe� und Politiker"(wohl Schäffle?) ist es ergangen wie jedem ehrlichen und dcnkfähigen Gegner, der sich in das Studium des Sozialismus vertieft: er ist Sozialist geworden— zwar noch nicht erklärter Sozialist, aber doch Sozialist im Wesen— und weist mit ebensoviel Scharfsinn, als Sachkenntniß(werden Sie nicht roth, Herr von Unruh?) nach, daß alle bisher gegen den Sozialismus erhobenen Einwendungen durchaus haltlos sind und auf iabsichtlichem oder unabsichtlichem) Nicht- oder Mißverstehen des Sozialisinus beruhen. (Schluß des Art. VII. folgt.) Eine Communisten-Farm. Eine Geschichte des Communismus— natürlich eine quellen- mäßige, von berufener Hand geschriebene— würde ein ver dienstliches Unternehmen sein. Nichts wäre geeigneter, die Völker bei ihren zukünftigen communistischen Verfassungen vor Fehlern zu bewahren, welche die Geschichte bereits verurtheilt hat, und nichts lehrreicher als der Nachweis, wie edel und rein von jeher das Leben der Urheber communisttscher Einrichtungen und Lehren gewesen ist, und wie sich stufenweis die letzteren vervollkommnet haben. In den Vereinigten Staaten sind bekanntlich eine Menge communisttscher Ansiedlungcn unternommen worden oder noch zu finden. Schon die Indianer hatten, wie alle Jäger- und Hirtenvölker, eine weitgehende Gemeinsamkeit des Lebens und Eigenthums, und die wilden Stämme unter ihnen haben sie noch aufzuweisen. Frühzeitig ließen sich Herrnhuter hier nieder, deren Leben nicht viel weniger Züge der gegenseitigen Verpflich- tung kennt. Dann folgten die Rapp'schen Economisten, die Owen'schen und Fourier'schen Communisten, welche alle in's Privateigenthum zurückgesunken sind, die S haker, welche gar keinen geschlechtlichen Umgang kennen, und die Perfectionisten, welche die Ehe verwerfen, aber volle Freiheit der Liebe üben. Diese und die Cabet'schen welche drei noch bestehende Ansiedlungen haben, setzen die Gemeinsamkeit noch fort, aber ohne an Anhängern zuzunehmen und durch ihr Beispiel zu wirken. Man hört ihnen insgesauimt nichts Schlimmes nachsagen. Von diesen allen aber, obwohl wir genug über sie berichten könnten, wollen wir diesmal nicht sprechen, sondern von einer einzelnen Communisten-Farm in Texas, welche wir in den fünf- zigcr Jahren mehrmals besucht haben, und an welche sich viele unserer romanttschsten und interessantesten Erinnerungen knüpfen. Es gab damals in Texas ein Häuflein Anhänger Weitling's — und eine Zeit lang gehörten auch wir dazu, obwohl wir mit 'einen Anschanungen nicht ganz einverstanden waren. Es gab auch ein Häuflein Ikarier da. Allein die Communisten-Farm, von welcher wir erzählen wollen, war ein viel freierer Verband.— Der Eigenthümcr nnd Gründer war Ottomar v. Behr, ein Anhaltiner, der schon in Deutschland einen Kreis mehr ober weniger bekannt gewordener Comwunisten um sich gesammelt hatte und mit ihnen zusammen ein Rittergut bewirthschaftcte. Mit den Trümmern seines daselbst zerrütteten Vermögens zog er sich 1846 nach WcsttexaS zurück und stiftete hier mit Gleich- gesinnten an den romantischen Ufern des Guadalupe-Flusses, 200 Meilen von der Küste, in einem weiten Gcbirgsthale, eine communisttsche Farm. Es gab da nicht viel gemeinsames Eigen- thum, gemeinsam war fast bloß die Arbeit, zu welcher sich jeder Hausgenosse verstehen mußte, wenn er nicht verhungern wollte, mit welcher es aber nicht allzustrcng genommen wurde; und da bei den sehr naturwüchsigen Verhältnissen das baare Einkommen dürftig war, so brachte die bescheidene Kleidung(in ganz Texas ast nur aus einem blauweißgestreiften Hemd und Beinkleid von Baumwolle, einem Strohhut und rohen Schuhen bestehend) und das noch bescheidenere Gettänk der Genossenschaft wenig Opfer mit sich. Da das Wasser dort zum gewöhnlichen Getränk seiner Wärme wegen(nie unter 17 Grad Reaumur) nicht taugt, so be- stand der Haustrank in guten Zeiten aus billigem französischen Rothwein, in knappen aus Whisky(Maisbranntwein). Dabei aber ftihrten die Ansiedler ein geistig gehalt- und genußreiches Leben. Behr war ein hochgebildeter Mensch von scharfer Urtheils- kraft und viel Lebensweisheit, geistig durchaus frei nnd liebenswürdig. Während unter den deutsch-texanischen Bauern die Studirten und zahlreichen Adeligen bald geringschätzt und als „Staatslumpen" bezeichnet, bald gewohnheitsmäßig respektirt wurden, genoß Behr unter den Bauern, wie unter den„Staats- lumpen" allgemeine Achtung und stiftete oft den Vermittler in Parteizwist durch weisen Rath. Unter seinen Hausgenossen war nur ein Bauer, aber abwechselnd viele Studirte und Adelige, wcßwegcn nicht eben viel Arbeitskraft vorhanden war. Alle be- handelten einander auf gleichem Fuße, bis auf Einen, der als ein ursprünglich livländischer Edelmann sich nicht freiwillig zur Arbeit verstehen wollte und es sehr übel und Abschied nahm, dagewesen, dem reinlichen Mann schwebte offenbar ein seiner......... H_ eigenen Reinlichkeit entsprechendes Bild vor, das ihm jedoch in der. Bergbau in Ncu-Mexiko von Räubern ermordet), Einer ein Feder stecken blieb), ehe wir fortfahren, in der bisherigen Weise wissenschaftlicher Forstmann, Einer ein Jurist, Einer ein Haus- über Liebe, Familie, Bordelle und Hrn. v. Unruh zu„schimpfen",> lehrer, A. Siemering von Berlin, ein Schüler des großen wollen wir zur Abwechslung einem anständigen Gegner das Erzichungsmeisters Diestcrweg(jetzt Oberrichter). Nuter den dünn gesäcten Nachbarn gab es noch einen ehemaligen Univrrsi- täts-Professor, einen gewesenen Märzminister, einem Kaufmann und vier oder fünf Studirte. Wer in diese Gesellschaft kam, fühlte sich sofort nicht nur zuhause durch die anspruchslose Gast- fteundschast, sondern gefesselt durch die sprudelnde Fülle des Geistes, die stets gehaltreichen Gespräche, die unvcrsiegliche Heiterkeit und gute Laune einer prächtigen Gemeinde, wie man sie in dieser abgelegenen Wildniß nimmermehr gesucht hätte, und man erstaunte, wie diese an weit größere Bedürfnisse ge- wohnten Menschen hier bei genügsamster Lebensweise sich so glücklich fühlen und äußern konnten. Freilich gab es da Frauen von Bildung und Anmuth, es fehlten nicht die heirathbaren Töchter, auch nicht die Jakobe, welche um sie dienen mochten Jahre lang. Es gab gute Bibliotheken, es gab guten Gesang — wir haben selbst einem Männergesangsfeste beigewohnt, wel- ches der Ansiedlung Ehre machte; es gab auch ein paar Pianos. Aber die Hauptsache war doch, daß fast jeder der Ansiedler wie Pittakus von sich sagen konnte: Ich trage alle meine Schätze bei inir; daß jeder ein selbstdenkender, freigesinnter Mensch war, der lieber in der Wildniß hart arbeiten und darben, als nach dem Mißlingen der achtundvierziger Volksbewegung im alten Vater- lande sich ducken wollte. Auf der Communisten-Farm jedoch gipfelte dieser männliche Geist, diese Lebensphilosophie, welche natürlich nach Diogenes schmeckte. Hier wurde gar oft die communisttsche Zukunftsver- fassung der Welt durchgesprochen; hier wurden alle möglichen philosophischen Streitfragen gründlich erledigt, und besonders die Ursachen untersucht, welche zum Mißlingen aller bisherigen Re- volutionen geführt hatten; und hier entstand dann auch der Ge- danke, Texas und den ganzen Süden der Union von dem Fluche der Sklaverei zu befreien und als ersten Schritt hierzu eine Antisklaverci- Zeitung in San Antonio, der Handelshauptstadt des Staates, zu gründen. Dieser Plan war durchaus nicht so bodenlos, als er in Betracht der zunächst vorhandenen Mittel erscheinen konnte. Genau um dieselbe Zeit gelang der Plan, Kansas zu einem sklavenfreien Staate zu machen, und die nachweisbare Folge davon war die Aufhebung der Sklaverei in der Union. Warum hätte die Anwendung ganz derselben Mittel in Texas nicht die- elbe Folge haben sollen? Letzteres Land war sogar für diesen. Behuf günstiger gestellt als jenes. Es gab hier schon eine anglo- amerikanische Bevölkerung von Freist»atsleuten— dieselben alten Ansiedler, welche Texas von Mexiko freigemacht hatten; es gab sogar deren unter den Sklavenhaltern. Die Deutschen konnten 10,000 wohlbewaffnete, wohlberittene und gut geschulte. Kämpfer unter tüchtigen Offizieren in's Feld stellen; der Rücken war ihnen gedeckt durch das sklavereifeindlichc Mexiko, beide Flanken durch )ie Natur— rechts das Meer, links 800 englische Meilen Wüste und rauhes Gebirge; ihre Stellung war nahezu unangreifbar, von vorn durch drei leicht zu vertheidigende Ströme hinter ein- ander gedeckt. Sobald die Deutschen einig darüber waren, ihr Gebiet zu einem Freistaate zu erklären, was Westtexas aus einem armen u einem sehr wohlhabenden Lande machen mußte, war ihnen die Unterftützung der unter ihnen verstreuten Mexikaner und Freistaatsleute gewiß und mächtige Hilfe von den Abolitionisten des Nordens in Aussicht. Sie brauchten nicht einmal angriffs- weise zu verfahren; da die Sklaven in Osttexas haufenweise zu ihnen übergelaufen sein würden, mußte die Sklaverei vor ihnen Schritt für Schritt zurückweichen— nnd vielleicht ohne einen Bürgerkrieg, jedenfalls aber mit einem für die Freistaaten viel geschwinder siegreichen, war der Kampf zu entscheiden. Die Erfahrung hat während des nächsten Jahrzchents bewiesen, wie entscheidend wichtig der Besitz von Texas für beide Par- teien war. Das Allcrschwieriaste bei diesem Unternehmen war die Ver-' einigung der Deutschen auf einen solchen Plan; aber es war nicht unniöglich und mußte versucht werden mittels eines vor- sichttg tastenden Weiterschreitens. Die Sache lohnte nur zu sehr der Mühe: welchen großartigen Einfluß auf die Unionspolitik I mußten die Deutschen und ihre Culturidcen im Falle des Ge- linaens bekommen! Und während im Falle des Mißlingens ihr Schicksal kaum schlimmer ausfallen konnte, als dieses nachmals eben durch ihre Vereitelung des Plans ausgefallen ist, galt es J mit einem lächerlich geringen Einsätze überraschend große Vor- 1 theile zu erringen. Aber obwohl sich alle anderen Berechnungen der Urheber dieses Planes als richtig erwiesen, ward die auf die i Deusschen gebaute getäuscht— wohl nur in Folge des unerwar- tetcn Todes Ottomar von Behr's. Die ersten Schritte waren alle erfolgreich. Die San-An- I tonio-Zeitung wurde begründet und rasch verbreitet; sie gewöhnte I ihre'Leser ganz allmälich an den Gedanken, wie viel besser die 1 schwere Pionier-Arbeit der Deutschen in diesem von ihnen ent- wilderten, mit so grausamen Opfern cultivirtcn Lande belohnt werden würde, gäbe es keine Sklaverei darin. Eine Abgeord- netenversammlnng von 54 Vertretern fast aller deutsch-texanischen Ansiedelungen sprach sich für viele sozialdemokrattsche Reformen und allmäliche friedliche Abschaffung der Sklaverei aus. Die in alle englischen Zeitungen des Landes übergegangene Mittheilung dieser Beschlüsse erregte dumpfe Besorgniß bei den Sklavenhal- tern, aber kein lautes Wort des Widerstandes, weil man die Deutschen für einig hielt. Geheime Verbindungen mit den Abo- littonisten des Nordens waren angeknüpft, und Maßregeln der Unterstützung von dorther wurden da beschlossen. Daß sogar die Sklaven von dieser Bewegung Wind bekommen hatten, zeigte sich darin, daß sie— auf die stille Hilfe der Deutschen bauend — zahlreich nach Mexiko ausrissen. Da fanden sich ein paar Deutsche, welche in den englischen Zeitungen und in der Staats- I Ii F l i i« T 3 > e s' ß lb '' Deutschen eine große sklavereifreundliche Partei gäbe— und auf einmal bekam das Sklavenhalterthum Muth und Kühnheit. Wir wollen kein hartes Urtheil über diesen Bcrrath vieler Deutschtcxaner an ihrem zweiten Vaterlande und ihren Lands- leuten aussprechen. Die Mehrheit derselben waren vor 18tS ausgewandert, also zu einer Zeit, da es unter der arbeitenden Klasse Deutschlands wenig politischen Verstand gab. Dazu kam, daß sie eine sehr entmuthigende Erfahrung gemacht hatten. Der Mainzer Adelsverein, unter dem Vorsitz des Herzogs von Ziassau und(wie man glaubte) unter dem stillen Schutze des Königs von Preußen, hatte diese deutsch-texanische Ansiedelung im geheimen Einverständnisie mit England gestiftet, um den voraussichtlichen Anschluß der Republik Texas an die Vereinigten Staaten zn verhüten und dadurch der Ausbreitung der Sklaverei nach Südwesten einen Damm zu setzen. Zu diesem Zwecke waren meistens ausgediente Soldaten und Offiziere auserlesen und alle Freiwilligen einexcrzirt worden; auch hatte Lord Pal- merston versprochen, yier Regimenter auf der nahen Insel Jamaica bereit zu halten, um die Deutschen nöthigenfalls zu unterstützen. Die Expedition war aber den unfähigen Händen des Prinzen Solms-Braunfels anvertraut worden, und die Amerikaner hätten sehr albern sein müssen, um aus dem streng kriegerischen Auf- treten der Deutschen nicht sofort Verdacht zu schöpfen. Der ganze sklavenhaltende Süden war zu sehr daran betheiligt, als daß er den Plan nicht zu durchschauen und zu kreuzen versucht hätte, und die Südlichen strömten zu Zehntausenden nach Texas. Die Leiter des Unternehmens in Deutschland bekamen Angst, zumal Palmerston nunmehr seine Hand davon zurückzog, um nicht mit der sklavereifreundlichcn Unionsregicrung einen Bruch herbeizuführen. Prinz Solms wurde abberufen, dieser Adels- verein, der den Ansiedlern große für sie verwahrte Summen schuldete, machte Bankerott; die Ansiedler blieben ohne ge- nügende Lebensmittel, um sich bis zur nächsten Ernte zu erhal- ten, und da über all' deu kriegersschen Hebungen wenig Feld bestellt worden war, kamen über 5000 der Ansiedler an Hunger und Hungerpest um, und ohne die Hilfe freundlicher Indianer, welche Lebensmittel unentgeltlich brachten, würden weitere Taufende zu Grunde gegangen sein. Die nach solchen erschütternden Ereignissen Ucbriggebliebcncn sahen ihre Rettung in einem festen Anschluß an die Vereinigten Staaten und verbannten alle Reste von Antisklaverei- Gesinnung aus den innersten Winkeln ihrer Herzen; sie stimmten wenige Monate später fast männiglich für diesen Anschluß und für die Verwandlung des sklavenfreien Texas in einen Sklavenstaat, niit der Erlanbniß, aus dem einen vier Sklavcnstaatcn zu bilden. Diesem gegebenen Worte untreu zu werden, war ihnen zu be- denklich, und daran und an der Rührigkeit der Sklavenhalter fand der neue Antisklaverei-Plan Hindernisse. Der Vortheil jedoch, der von dem letzteren zu erwarten war, leuchtete weithin ein, und wenn es eine Anzahl volksthümlicher, Vertrauenswerther Agitatoren gegeben hätte, konnte der Plan immer noch gelingen, wurde also noch zwei Jahre länger und immer offener betrieben. Der Tod Behr's, welcher zur Ordnung seiner Familienangelegenheiten und um seine beiden Töchter in Deutsch- land sicherzustellen und erziehen zu lassen, eine rasche 3ieise dorthin gemacht hatte, aber auf dem Rückwege in New-Orlcans dem gerade damals arg wüthendcn Gelben Fieber zur Beute gefallen war, nahm der Bewegung ihren besten Vermittler, und die Niedertracht der Gebildeten unter den deutschen Gegnern, welche die Abolitionisten um jeden Preis zu beseitigen suchten, schüchterte die Einen von diesen ein, und lähmte, da einige Äer- suche offener Gewalt glücklich abgewehrt wurden, die Anderen durch Aushungerungsmaßregeln. (Schluß folgt.) Werth ist als ihr Nennwerth, den ihre Aufschrift angiebt, dennoch i Theaterwesen alseine gemeine Theater-Jndustrie, als eine nicht von den Staatskassen gegen vollwerthige Währungsmünzxn ruchlose gewerbliche Gründung. (bei uns Goldmünzen) umgetauscht werden. In dieser Verlegen-„Auch die Gesetzgebung— heißt es dort— leistete durch cit befindet sich Deutschland vorläufig noch nicht." Unser Correspondent hat ganz recht; aber in diesem Sinn sprachen wir auch nicht von„Zwangscours". Wir meinten, daß die Differenz zwischen dem wirklichen und dem nominellen Werthe der Silber-Fünfmarkstücke so groß ist, daß ohne gesetzlichen i Zwang der nominelle Werth nickt''' i fann� In England, wo sämmtliche Silbermünzen Scheide i münze sind, kommt deren wirklicher Werth dem nominellen sehr zwei große Beiträge dieser Gründung gleichsam wie auf Bestel- lnng Vorschub: durch die Theaterfreiheit und durch das Tantiemen spendende Autorenrecht. Es fehlte da nichts mehr als der schmack- hafte Köder für Heranlockung des großen Publikums. Und dieser Köder ist das Skandal-Drama, die Ehebruchs-Comödie. aufrecht erhalten� werden j Das zu erkennen war u. A. auch /Lindau„geistreich" genug. Die Industrie blüht also. Die wohlwollenden Illusionäre, welche uns mit der Theaterfreiheit und dem neuen Autorenrecht be- 'nah; auch in Frankreich und in Amerika ist die Differenz eine schenkten, haben vorläufig nur das Unkraut befördert und die sehr geringe. Wird in Deutschland den 5-Markstückcn nicht ein abschüssige Bahn eröffnet, worauf die Kunst aus ihrer alten größerer Silberwerth verliehen, so werden dieselben unzweifelhaft Höhe herabrutschte in die— Straßengossen einer gemeinen entwerthet werden. Sobald die Ausländer den wahren Sach- Industrie. .verhalt erfahren, werden sie diese Geldstücke zurückweisen, was,„Wer heute noch Rezensent ist, träumt davon, morgen i namentlich bei dem Grenzverkehr, mit sehr großen Unzuträglich- � Theaterdichter mit fürstlichen Tantiemen zu sein. Zu diesen I leiten verbunden sein wiro. Tantiemen gehören aber volle Häuser und zu vollen Häusern saftige Stoffe. Die Losung heißt: Nieder mit dem Feigenblatt! — Bricfstieberei. Der sattsam bekannte, die Wege Selbst talcnt- und gehaltvolle Theaterdichter widerstehen dieser seines Vorgängers Held wandelnde Herr Franz Mehring � Industrie nicht: Willbrandt gab seiner Arria die Meffalina mit ! schreibt in(einer(von ihm selbst einst als Vertreterin absoluter 1 auf den Weg. Die Letztere liefert das Maffenpublikum, die Gesinnungslosigkeit richtig charakterisirtcn)„Staatsbürgerzeitung" i Erstcrc befriedigt das gewählte kleine Publikum. anläßlich der letzten Stephandebatte im Reichstag:„Wie eine faule Gründung nur durch die Reklame der Zei- „Auch die Frage des Briefgeheimnisses kam nicht prinzipiell tungen an die Börse gebracht werden konnte, so diese faulen > zur Sprache. Die feierlichen Ankündigungen der communistischen dramatischen Gründungen nur durch eine gewonnene Kritik. Daß Blätter, daß die parlamentarischen Vertreter ihrer Partei den'Lindau„Industrie" treibt und seine literarische Berühmtheit das Generalpostmeister mit urkundlichen Bemessen„zerschmettern" Ergebnis! eines amerikanischen„Ringes" ist, darf das Publikum (wo wurde dieser Ausdruck gebraucht, Herr Mehring?) würden,' w*---- m— v 1X1——-•—-< erwiesen sich als das, als was wir sie schon vor Wochen charak- terisirtcn, als Hallucinaftonen. Herr Liebknecht und Genossen wohnten der Debatte gar nicht bei! Nur das Ledochowski'sche Facsimile— auch dies Verdienst erwarben sich die Ultramon- tanen; eine freiheitliche Opposition scheint es im Reichstage nicht mehr zu geben— wurde zur Sprache gebracht." Zunächst sei bemerkt, daß das Ledochowski-Cirkular vom „Vorwärts", dem sozialdemokratischen Centralorgan, zuerst vcr- öffcntlicht worden ist. Die Hoffnung des Herrn Mehring, sei- tens der sozialdemokratischen Abgeordneten werde kein die Brief- stieberei betreffendes Material vorgebracht werden, dürfte sich nicht erfahren: er und sein Genre müssen einen literarischen Nimbus bekommen, vor dem das Publikum Respekt haben und sich einreden kann, diese unsauberen Dinge gehörten zur„Kunst", >a seien das Eigentliche und Exquisite derselben, was ein Laie und Spießbürger mit altfränkischer Moral und aus der Mode gekommenen Schiller'schcn Kunst- Idealen blos nicht begreife. Deshalb sieht man„des Ruhmes grüne Kränze auf der ge- meinen Stirn entweiht!" Aus dem Dienst der Musen ist ein Stück 3Nühlendamm und Königsmaucr geworden, und aus der Kunstkritik eine Art Louisthum!" Tie Schilderung ist richtig; der Verfasser irrt blos in Betreff der Ursachen. Dieselben licgeii in den heutigen Gcsellschafts- nicht erfüllen. Liebknecht, der wegen Erkrankung eines Kindes Verhältnissen. Erst wenn das Theater aufhört, Privatspckulation der zweiten Lesung des Etats nicht beiwohnen konnte, hat für zu sein, wenn es StaatSanstalt, Bildungsanstalt im höchsten den Fall, daß er, wie in der vorigen Session, bei der Sinne des Worts wird, erst dann wird das Theater aufhören, dritten Berathung des Etats nicht zum Wort zugelassen werden eine Quelle der ekelhaftesten Corruption zu sein. sollte, folgenden Antrag formulirt, für den unsere Abgeordneten die nöthigen Unterschriften suchen:— Die„Neue Welt". Unser illustrirtes Unterhalwngs- „Der Reichstag wolle beschließen, eine Commission nieder- blatt macht den Gegnern arge Kopfschmerzen. So schimpft und zusetzen, welche die immer mehr sich häufenden Beschwerden lamcntirt die rcaktionär-pietistische„Kreuzzcitnng" in folgender über Verletzung des Briefgeheimnisses zu untersuchen, und, bezeichnender Weise gegen dasselbe los:„Dieses Blatt ist ein falls sich dieselben als begründet erweisen sollten, Maßregeln höchst bedenkliches Zeichen der Zeit. ES ist eine Kost für die zur Abhilfe vorzuschlagen hat." arbeitende Klasse, welche nicht nur die Männer genießen sollen, Wenn dieser Antrag nicht zur Debatte kommt, dann liegt die sondern auch die Frauen. Was hier geschrieben steht, das wirkt 1 < J 1 1 s i b ( S r i Sozialpolitische Uebersicht. — Zwangscours in Deutschland. Man schreibt uns ans Breslau:'„Zu Ihrem Artikel in Nr. 19:„Zwangscours in Deutschland" erlaube ich mir folgende Berichtigung. Das silberne 5-Mark-Stück hat zwar nur 3aU Mark Mctallwerth, steht aber doch nicht unter Zwangscours, weil die Staatskassen verpflichtet sind, b-Mark- Stücke gegen Kronen, die Grundlage unserer Goldwährung, umzutauschen.� Alle Silber-, lliickel- und Kupfermünzen sind in Deutschland Scheidemünzen und deshalb unterwerthig ausgeprägt. Der Kupferpfennig hat vielleicht nur einen Metallwerth von Vio Pfennig.■ Es wird aber lltiemand behaupten können, daß die lltickel- und Kupfermünzen unter Zwangscous stehen. Das kann man nur von solchen Papier- und Metallgeldern sagen, welche, obgleich ihr Rohstoff weniger Auch ein Verrückter. In Folge der staatsanwältlichen Zuschrift, welche wir in Nr. 10 des'„Vorwärts" veröffentlichten, unterließen wir es, eine ausführliche Fortsetzung der Darlegung der Ließ'schen Angelegenheit zu bringen, da dem Leser aus dem Vorangegangenen bereits zur Genüge Gelegenheit gegeben war, sich ein Urtheil über den Geisteszustand des angeblich Verrückten und über die Eigenthüm- lichkeit der Anschauungen der ärztlichen Experten zu bilden, welche diese in ihren Feststellungen leiteten. Eine Provokation eines gerichtlichen Verfahrens durch Mißachtung des staatsan- waltlichen Winkes hätte weder dem Herrn Ließ noch uns nützen können, da die Sachlage bereits klar und über die Gerechtigkeit des Vorgehens gegen Ließ ein falsches Urtheil nicht mehr möglich war.— Wem noch irgend ein Zweifel an der Geistesklarheit des Unglücklichen geblieben sein sollte, der lese den folgenden Brief, welchen derselbe jüngst, veranlaßt durch die Warnung des Leipziger Staatsanwalts, an uns gerichtet hat: „Braunschweig, den 22. Oktober 1876. Geehrte Redaktion! In der heutigen lltummer des„Vorwärts" lese ich, daß Sie von der dortigen Staatsanwaltschaft eine� Zuschrift bekommen haben, daß über meine Broschüre rechtskräftig die Unbrauchbar- machung ausgesprochen sei, und daß Sie infolge dessen glauben, die Fortsetzung von dem Feuilletonartikel„Auch ein Verrückter" nicht bringen zu dürfen. Hiermit erlaube ich mir nun, Ihnen anbei die Abschriften der betreffenden Gerichtsakten zu behän- digen, damit Sie einen klaren Einblick in die Sache bekommen und glaube ich, daß Sie durchaus kein Risiko laufen, wenn Sic die Fortsetzung bringen, denn Sie bringen ja keinen Wiederab- druck der die Beschlagnahme veranlassenden Stellen. Dieses in Scene gesetzte gerichtliche Verfahren erweckt zum mindesten schwere Bedenken, und da, was mir begegnet ist, jedem Anderen ebenfalls passiren kann, so ist die Presse trotz Berfas- sung und Preßgesetzes ohne Weiteres mundtodt zu machen, und dürften diese gerichtlichen Entscheidungen von Interesse sein für die gesummte Presse, da es eine Lebensfrage für sie ist. In der Probenummer des„Vorwärts" sagen Sie ja auch bereits bei Besprechung meiner Angelegenheit: was noch nicht ist, kann ja .»tnrf, m-rivn b-nn Mir(tciT.lT tLck in �It Reickskinderschuhen! Schuld nicht an den sozialdemokratischen Abgeordneten; kommt er zur Debatte, so wird Herr Franz Mehring die Entdeckung machen, daß nicht wir es sind, die an„Hallucinationen" leiden. — Auf Anordnung des preußischen Handelsministers Dr. Achenbach sind bei den schlcsischcn Staatsbahnen die Löhne der Aroeiter um ein volles Drittel herabgesetzt worden. Die Arbeiter, welche diese empfindliche Schädigung ihrer Interessen nicht ruhig hinnehmen konnten, verlangten durch eine Deputation, die sie direkt an den Handelsministcr sandten, Zurücknahme der Lohnreduktion— natürlich vergebens. Die Arbeiter, also lesen wir in den Zeitungen, haben nun zunächst eine Organisation ins Leben gerufen, um auf Grund ihrer Mindereinnahmen Her- absetzung rcsp. Aufhebung der von ihnen bisher gezahlten Steuern zu verlangen. Ihnen schließen sich die Fabrikarbeiter an, und >o stehen dem Breslaucr Magistrat 15,000 Steuerreklamationen in Aussicht, die, wie wir gleich hinzufügen wollen, sclbstver- ständlich in den Papierkorb wandern werden. Hoffentlich werden sich die schlesischen Staatseisenbahnarbeiter, da sie bei der herrschenden Arbeitslosigkeit an eine Arbeitseinstellung nicht denken können, dadurch revanchiren, daß sie dem lohnreduktionssüchtigen Dr. Achenbach im nächsten Jahre eine Anzahl sozialistischer Rcichstagsabgeordneter auf den Hals schicken. Eine Liebe ist der andern Werth. — Die Corruption der heutigen Gesellschaft macht sich auf dem Gebiete der Kunst in widerlichster Weise bemerkbar. Ein Feuilleton der„Rheinisch Westphälischen Post", betitelt„Die Berliner Thcater-Versumpfung" charakterisirt das jetzige Ich bin in Braunschweig wohnhaft und habe die Broschüre ' in Braunschweig verfaßt, dieselbe ist in Zürich im Druck und ' Verlag erschienen, und man sollte glauben, daß nicht noch ein altes Preßgesetz von anno 1851 hergesucht werden könnte, son- dcrn daß nach dem klaren Wortlaut der Gesetze lediglich und allein die Herzoglich Braunschweigischcn Gerichte compctent wären, die definitive Beschlagnahme aussprechen zu können. Die Gerichte in Lüneburg und Celle hätten sich in diesem Falle gar nicht mit der Sache befassen dürfen(die Berusiingskammer in Lüneburg hat ihre Mitwirkung abgelehnt, weil sie sich nicht für unparteiisch hielt, und ist daher die Sache nach Celle gegangen), denn andernfalls hat jedes Gericht in irgend einem Winkel Deutschlands das Recht, über ein in einem anderen Orte erschienenes Preßerzeugniß die definitive Beschlagnahme aussprechen zu dürfen für das ganze deutsche Reich, weil dasselbe eine Bclei- digung irgend einer obscuren Person enthalten„soll", obgleich ein Strafantrag von derselben gar nicht vorliegt und der Vcr- fasser u. s. w. auch gar nicht im Bezirk dieses Gerichts wohn- hast ist. Die Gerichte haben alsdann das Recht, nebenbei noch ohne Weiteres und ohne den Verfasser persönlich zu kennen, im Urtheil aussprechen zu können: der Verfasser sei Zweifels- ohne geisteskrank, wodurch derselbe die Facultas standi in judicio in allen seinen sonstigen Verhältnissen verliert, wie dies bei mir jetzt der Fall ist, worüber ich Herrn Liebknecht unterm 13. d. M. berichtet habe. Ich bestreite, daß meine Broschüre Beleidigungen der betreffenden Persönlichkeiten enthält, denn sie enthält Auschuldigungen betreffs ungesetzlicherHandlungen derselben, i die vollständig auf Wahrheit beruhen und von den Betreffenden � bis jetzt auch noch gar nicht geleugnet sind. Ueberdies sind die Beleidigungen gar nicht namhaft gemacht, weder in der Anklage noch im Urtheil; kann es doch unmöglich genügen, daß nur die Seitenzahl angegeben ist, wo sich in der Broschüre die Belci- digungcn befinden, sollen. Die Kronanwaltschaft hat gar kein Recht, aus eigener Initiative sich als Anwalt für die beleidigt sein sollenden Persönlichkeiten auszuwerfen, wie bei Majestäts- beleidigungcn, denn§ 61 des st.-G.-B. besagt ausdrücklich: „Eine Handlung, deren Verfolgung nur auf Antrag eintritt, ist nicht' zu verfolgen, wenn der zum Antrag Berechtigte es unterläßt', den Antrag binnen 3 Monaten zu stellen." Es heißt nicht: Der Thätcr ist nicht zu verfolgen u. s. w. Ich bin nicht blos hinter dem Biertisch, in der Werkstätte während der Frühstückspause, sondern in der Familie des Arbeiters, es ist Gift, welches ihm die Stunden der Erholung verdirbt. Wenn die Lehren des Blattes in unfern Arbeiterkreisen, bei Männern und Frauen, den letzten Schimmer von Religion werden ver- drängt und sich selbst an deren Stelle gesetzt haben, dann wird es an der Zeit sein, sich auf Ereignisse wie die Pariser Com- mune zu rüsten. Schon zählt das Blatt über 17,000 Abon- neutcu, deren Zahl sich bald vergrößern dürfte. Die Redaktion hofft, daß es bald in allen Arbciterkreisen verbreitet sein werde. Gott bewahre uns davor, daß es je so weit bei uns komme! Mögen aber alle diejenigen, welche auf Heilmittel gegen diese Krankheit der Sozialdemokratie sinnen, nicht vergessen,' daß die Lehren derselben beides sind, Politik und Religion,, und daß daher das Heilmittel nichts weiter sein kann als eine religiöse Erneuerung der arbeitenden Klassen. Man stärke die Kirche, lasse sie nicht blos predigen, sondern gebe ihr auch Zuchtmittel in die Hand." Wir haben zu diesem offenbaren Lob, welches der ,3!euen Welt" gezollt wird, nichts hinzufügen. — Zur Kinderausbeutung wird dem„Dresdener Volks- boten" von einem„Bürger" aus Dresden geschrieben:„So Mancher hat schon die kleinen schwarzen Schornsteinfeger ge- sehen, wohl auch über die kleinen rußigen Gestalten gelacht, ohne zu bedenken, welches Elend sich wohl unter dieser schwarzen Hülle birgt. Die meisten dieser Kinder, oder wohl alle, sind Kinder armer Leute, oft auch Waisenkinder. Ein solcher kleiner söge- nanntcr Feuerrüpel kam neulich in meine Wohnung, um anzu- in diesem Falle der Thätcr und meine Broschüre ist die Hand- lung, und da das Gericht auf Unbrauchbarmachung meiner Handlung erkannt hat, so verfolgt es aber meine Handlung und nur mich als Thäter nicht. Ueberdies kann doch nicht zwischen Thätcr� und That eine Scheidung wie die von Tisch und Bett ausgesprochen werden. Von der ganzen gerichtlichen Verhandlung ist mir offiziell gar keine Anzeige gemacht, ich er- fuhr davon erst durch die Zeitungen und habe damals sofort die Berufung dagegen eingelegt, daß man mich ohne Weiteres für geisteskrank erkläre und die Competenz Preußischer Gerichte be- stritten. Die Strafkammer in Lüneburg erkannte darauf, daß meine Eingabe einfach zu den Akten zu legen sei, denn es wäre ja festgestellt, daß ich geisteskrank sei und könne ich daher keine selbstständigen Anträge stellen! Hochachtend Conrad Ließ." Wer so logisch schließt, so maßvoll schreibt, der ist im Voll- besitze seines Verstandes— trotz ärztlicher Gutachten und rich- terlicher Urtheile—. Wir enthalten uns, unsere Meinung über den Ursprung der Ließ'schen„Verrücktheit" auszusprechen,— und geben den Verthcidigcrn der„Beamtenchre" nur zu bedenken, daß Verhüllung von Willkürs-Vergehcn durch Beamte begangen dem gesammten Beamtenstand und der Achtung, die man für ihn in Anspruch nimmt, mehr schadet, als die gerechte Bestrafung einzelner schuldiger Individuen in demselben. Ließ hat vollkommen Recht, wenn er hervorhebt, daß dasselbe Verfahren, durch welches man ihn mundtodt gemacht hat, gegen Jeden angewandt werden kann, der in irgend einer Weise sich unbequem erweist, daß die Deduktionen, durch welche man seine Verrücktheit nachweisen wollte, sich für die Geistesthätigkcit jedes sich seines Rechtes bewußten Mannes anwenden lassen. Nach dem Vorgange der Behandlung des Ließ ist kein Deut- scher mehr sicher, daß man sich seiner nicht passenden Falls durch ! Einsperrung in ein Irrenhaus entledige. Wir brauchen dann keine Richter mehr— einige Doetore» medicinae würden genügen— das heilige deutsche Reich und seine höchsten, hohen und niederen Beamten zu schützen. melden, daß der Schornstein gereinigt werden solle. Da der Junge vor Frost am ganzen Körper zitterte, nahm ich denselben mit in mein Zimmer, damit er sich auswärmen konnte. Der Knabe war noch sehr jugendlich, und deshalb frug ich denselben nach dem Alter. Nun erzählte mir der Knabe, daß er am 17. März d. I. 10 Jahre gewesen sei, und daß er bereits seit Juli d. I. in der Lehre bei dem Schornsteinfegermeistcr Göhrenz, Zischergasse 1, stehe. Die Mutter des Knaben ist seit 1874 todt, und der Knabe war bis zu seinem Eintritt in die Lehre in der Pflegcanstalt auf der Louisenstraße untergebracht. Der Vater ist dem Knaben nicht bekannt. Die Arbeitszeit ist von früh halb 5 Uhr bis Abends 7 Uhr. Ich habe hier zu bemerken, daß mir der Knabe versicherte, daß die Arbeit höchstens bis 7 Uhr dauert. Ueberhaupt schien mir der Knabe zufrieden mit seinem Loos zu sein, da der Meister gut und der Geselle sehr „gemüthlich" sei. Der Knabe hat 6 Jahre zu lernen und erhält während dieser Zeit Kost, Wohnung und Kleidung. Wie die letztere beschaffen ist, kann man jeden Tag gewahren, wenn man diese Knaben, die nackten Füße mit ein Paar Lederpantoffeln bekleidet, durch die Straßen ziehen sieht. Auf meine Frage, ob er auch die Schule besuche, erhielt ich die Antwort, daß er wohl in die Schule gehe. Tie Zeit ist Montag 6—8 Uhr Abends, Dienstag S— 7 Uhr, Mittwoch 5—8 Uhr und Sonntag von 9 bis 11 Uhr Vormittags. „Wenn man die hier angeführten Daten zusammenhält, hat man ein Bild der schmählichsten Kinderausbentung. Früh halb 5 Uhr bis Abends an der Arbeit, dann noch 2 Stunden Schule. „Schule?" Jedenfalls ein Hohn auf dieses Wort, denn, wo hat ein Kind von 10 Jahren die Kraft, nach so angestrengter Arbeit etwas zu lernen? Daß die Arbeit anstrengend und höchst ge- sundheitsschädlich sein muß, hörte man an der Stimme, denn der Klang derselben war, trotz der Lebhafttgkeit des Knaben, wie bei einem Greis von 60—70 Jahren. Werden diese Kinder etwa nicht geopfert im Interesse des Einzelnen? Wer hat den Gewinn, als der betreffende Schornsteinfegermeister? Das ist das Risiko der Arbeit. Noch schmählicher ist dies Alles, wenn man bedenkt, daß dieses sich vollzieht unter den Augen und mit Zustimmung der städtischen Behörden. Die Pflegcanstalt, in welcher sich der Knabe befand, ist meines Wissens in der Ver- waltung des Stadtraths. Der Knabe kann nur mit Einwilligung der Armenversorgungsbehörde in die Lehre gegeben worden sein. Zudem verstößt die Benutzung des Knaben gegen das Gewerbe- gesetz. Die Armenversorgungsbehördc hat sich also schuldig gc- macht, als sie den 10jährigen Knaben dem Schornsteinfcgenncister Göhrenz in die Lehre gab, die Interessen ihres Pflegebefohlenen nicht gewahrt zu haben, denn sie hätte erst untersuchen sollen, ob auch die Bestimmungen des Gewerbegesctzes damit vereinbar sind. Zu was haben wir überhaupt ein Gewerbegcsetz, wenn selbst die Behörden nicht auf Erfüllung desselben achten?" Zu was wir gewisse humane Bestimmungen im Gewerbegcsetz haben? Damit man wenigstens sieht, daß wir die Humanität lieben— wenn auch nur platonisch. Speziell die Bestimmungen zum Schutz der Kinder gegen allzufrühe und allzuunvey'chämte Ausbeutung scheinen, wenn wir die an vielen Orten geübte Praxis betrachten, blos dazu gemacht zu sein, um nicht gehalten zu werden. — Aus Wasch leben in Thüringen wird mitgetheit, daß mit dem 1. Oktober d. I. der dortige 74 jährige Lehrer Risch in den Ruhestand getreten ist. Nach 58jährigem Dienste bezieht er eine Pension von 140 Thalern, welche der Nachfolger abzugeben hat. Wenn auch Gemeinde und Regierung einen Zuschuß gewähren, so ist doch das immer nur als ein Almosen zu betrachten.— Und da schimpft bii heutige Gesellschaft immer über die Arbeiter, daß ihnen die Bildung mangele! Mit Hohn muß man diesen Leuten begegnen, die derlei Geschrei erheben nnd keinerlei Schritte thun, den Schullehrern das Hungertuch zu entreißen. — Nach den neuesten Telegrammen„wird ein Theil der russischen Armee mobilisirt." Das heißt, die russische Regierung gesteht jetzt ein, was längst vollzogen ist. Ob es sich auch diesmal nur um einen Theaterdonner lals Begleitung der kriegerischen Rede des friedliebenden Czaren) handelt, oder ob wirklich der Krieg iui russischen Rathe beschlossen ist, das ver- mögen wir nicht zu entscheiden; fest steht aber das Eine— sei die gemeldete Mobilisirung nun schnödes Spiel oder blutiger Ernst— Rußland könnte die Rolle des europäischen Louis nicht spielen, wenn es sich nicht durch das preußisch-deutsche Reich den Rücken gedeckt wüßte. Hätte das Bismarck'sche Deutschland eine selbstständige Politik, wäre es nicht durch die 1866er und 1870er „Erfolge" an einer Allianz mit Frankreich und Oesterreich ge- hindert und zur russischen Vasallenschaft verurtheilt, so wäre der Weltfriede keinen Augenblick durch Rußland bedroht worden. — Wie die Preßturkos der Liberalen die Sozialdemo- traten zu schildern vermögen, zeigen folgende herrlichen Verse, mit denen ein Reporter der„Dresdener Nachrichten" seinen durch und durch verlogenen Bericht über eine gutverlaufene sozialistische Bersamm- lung in Cotta bei Dresden schließt: Die Marseillaise brüllend—, von Schnaps die Stimme heiser, Und ihren Durst noch stillend mit wildem Rachenreißer; Belastet zedc Tasche, die noch nicht ganz entzwei, Mit einer vollen Flasche, so ziehen sie vorbei. Ja, schöne Kunden sind es, die Herren Sozialisten, Die Einfalt eines Kindes ist kaum zu überlisten. Trotz ihren schönen Worten, schmackhaft wie Honigseim, Ist Niemand roth geworden, kroch Niemand aus den Leim! Zu dem Conterfei hat der Mann offenbar selbst vor seinem Spiegel Modell gestanden. — Ein Ableger der„Volkszeitung", das„Arnstädter Tage- blatt", schreibt, daß die Zahl der„arbeitslosen Herumtreiber" sehr groß und in Hinblick auf den Winter bcsorgnißerrcgend sei.— Wir fragen den Schecrcnredakteur jenes Blättchens einmal, was er machen würde, wenn ihn sein Brodhcrr plötzlich vor die Thür setzte? Er würde dann auch zu den„arbeitslosen Herumtreibern" gehören. — Herr von Tessendorff. Wie uns Parteigenosse O. Kapell mittheilt, trägt eine Anklage, die derselbe als Redakteur des früher in Berlin erschienenen„Pionier" erhalten hat, die Unterschrift: von Testen- Zzorf. Sollte der strebsame Staatsanwalt wirklich in den Adelstand er- hoben sein? Es wäre uns lieb, wenn der hochgeehrte Herr uns dar- über selbst Aufklärung schaffte, damit wir niemals die demselben schul- dige Ehrfurcht verletzen und den gewöhnlichen bürgerlichen Namen Teffendorf noch weiter gebrauchen. Im Uebrigen müsstn wir gestehen, daß es äußerst schön klingt, das: Herr v o n Tessendorff— und unserer herzlichsten Gratulation könnte unser Liebling, im Falle ihm der wirk- liche Adel verliehen, sich versichert halten. '— Riesige Produktion. Die Baumwollspinnerei in England wird durch nicht weniger als 39 Millionen Spindeln betrieben, eine Zahl, welche das ganze übrige Europa noch lange nicht erreicht, da es nur 19, 596, 090 Spindeln aufzuweisen hat. In den Bereinigten Staaten von Nordamerika find 9,699,999 Spindeln im Gange. England allein ist im Stande, die ganze Welt mit Baumwollwaaren zu versorgen. Freilich, diesen„Erfolgen" verdankt das preußisch-deutsche Reich ja seine Existenz! Sollte Rußland den Krieg an die Türkei erklären, so würoe voraussichtlich England sofort, oder doch sehr bald, der Türkei bewaffnete Hülfe leisten. Wie lange es dann dem BiSmarck'schen Teutschland gelingen würde, Oesterreich, Frankreich und Polen im Schach zu halten, bliebe abzuwarten. — Die armen Serben, die sich auf Jahrzehnte für Rußland zu Grunde gerichtet haben, sind zum Dank dafür von dem men- schcnfreundlichen„Väterchen" mit einem— kaiserlichen Fußtritt bedacht worden.„Die Montenegriner," sagte„Väterchen" in seiner Moskauer Brandrede,„die Montenegriner zeigten sich in diesem ungleichen Kampfe wie immer als wahre Helden. Von den Serben kann man leider nicht dasselbe sagen, trotz der Anwesenheit unserer Freiwilligen in den serbischen Reihen, von welchen viele für die slavische Sache ihr Blut vergossen haben."! Das ist wirklich stark, aber nicht überraschend. Auf die unglücklichen, von den Ruffen so schändlich mißbrauchten und betrogenen Serben wird die Schuld für die russischen Nieder- lagen gewälzt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Daß aber den Serben, dem kräftigsten süd- slavischen Volksstamm, dem einzigen, der ein stark ausgebildetes Unabhängigkeitsgefühl hat, ein so gründlicher Aderlaß zu Theil geworden ist, paßt ganz in den Plan der russischen Diplomatie. Unsere serbischen Parteigenossen, die uns verargten, daß wir in den letzten Monaten nicht für die Serben Partei ergriffen, werden, so weit sie nicht selbst Schlachtopfer der russischen Polittk geworden sind, jetzt wohl unbcfangeucr urtheilen. — Zur Frage der Tellersammlungen in Preußen. Das Frankfurter Rügegcricht hat dieser Tage ein sehr wichtiges Ur- theil gefällt. Sozialdemokraten waren nämlich wegen„uner- laubten" Kollektirens denunzirt worden. Die Gerichte aller Instanzen sprachen jedoch die Angeklagten frei, da es nicht ver- boten sei, in geschlossenen Räumen Kollekten vorzunehmen. Die Regierung zu Wiesbaden erließ darauf eine Verordnung, nach welcher ohne Genehmigung der Staatsbehörden das Einsammeln von Beiträgen zu Vereinszwecken nur dann statthaft sein soll, wenn solches auf die Vcreinsmitglieder, sowie auf Beiträge, welche in den Vereinsstatuten nach Ziel und Höhe bestimmt seien, sich beschränke. Das Rügegericht erkannte jedoch die Rechtsverbindlichkcit dieser Verordnung nicht' an und sprach die wegen unerlaubten Kollektirens Angeklagten frei. — Gegen Milke ist bekanntlich wegen eines in(Nr. 215) der„Berliner Freien Presse" erschienenen Artikels(„Der mo- dernc Staat und seine Diener") Anklage auf Beleidigung der Polizei erhoben wurden. Im Uutersuchungsterinin kün- digte Milke an,„er werde für die ausgesprochene Ansicht, daß es Polizeibeamte gebe, welche brutal und denunziationssüchtig sind und an Bildung zu wünschen übrig lassen, den Beweis der Wahrheit erbringen". Es wäre gut, wenn alle im Besitz von einschlägigem Material befindlichen Parteigenoffen dasselbe der Redaktion der„Berliner Freien Presse" für die auf den 7. De- zember anberaumte Verhandlung zur Verfügung stellen wollten. — In Augsburg sind in der Genossenschaftsbuchdruckerci unserer Partei die Geschäftsbücher mit Beschlag belegt worden. Gründe wurden nicht angegeben. Wahrscheinlich wird die Druckerei als Fortsetzung eines geschlossenen Vereins angesehen. — Der frühere Vorsitzende des Strikecomitös der Bergleute von„Borussia" bei Marten, Ahn, der seit mehreren Mo- naten wegen angeblicher Verbreitung von Drohbriefen in Unter- suchungshaft gehalten worden, ist den 9. November entlassen worden, da seine Unschuld erwiesen wurde. Wer wird ihn ent- schädigen? — Der„Frankfurter Volksfreund" und„Die Wacht" in Hanau— beides Parteiblätter— werden sich zum 1. Januar 1877 verschmelzen und von da ab den Titel:„Volksfreund, Organ für die Interessen des Volkes in Maingau" führen. Correspottdeuzen. Zürich. Der„Tagwacht" entnehmen wir: Dienstag den 31. Oktober hielt der Rcichstagsabgeordnete Vahlteich, vom Berner Congreß zurückkehrend, auf Einladung des deutschen Arbeitervereins ini alten � Schützenhause einen Vortrag über die Ent- Wickelung der deutschen Sozialdemokratte. Der Saal war, trotz nur einmaliger Bekanntmachung, vollständig gefüllt. Vahlteich gab in l'/jstüniger Rede ein übersichtliches Bild vom Entstehen und Ausbilden der deutschen Sozialdemokratie, wobei verschie- dnic„praktische Emanzipationswinke" auch für uns in der Schweiz abfielen. Er zeigte, wie die Partei in Deutschland jeden Finger- breit Freiheit und Recht benützte, um ihre Anschauungen und Interessen zur Geltung zu bringen. Man hat in verschiedenen Orten, Ivo die Partei auch unter den Kleinbürgern Einfluß er- langte, sogar von dem sehr beschränkten Wahlrecht für Gemeinde- Vertretungen Gebrauch gemacht und es ist dadurch allerdings bei cjroßer Anstrengung gelungen, verschiedene Gemeindevertretungen in ihrer Mehrzahl aus Sozialdemokraten zu bestellen. Dadurch konnte auf dem Boden der Gemeinde Manches gcthan werden zur Entlastung der arbeitenden Klasse. Zugleich aber wird auch dadurch der erzieherische Charakter der Arbeiterbewegung be- rücksichtigt. Um so mehr, sagt Vahlteich am Schlüsse, ist es die Aufgabe der schweizerischen Sozialdemokratie, der die schönsten Volks- rechte zu Gebote stehen, dadurch sich Geltung zu verschaffen, daß sie diese VolkSrechtc benützt und ihren Einfluß auf die sozia- listische Entwickelung des Gemeinwesens richtet. Sie hat die Aufgabe, vor aller Welt zu zeigen, daß der Sozialismus in der politischen Freiheit die Macht hat, etwas Gutes für das Volk zu schaffen. Und dieses Beispiel wird für die Ausbreitung des Sozialismus mehr wirken, als alle Reden. Rauschender Beifall zeigte dem Redner, daß die Versammlung seinen Ausführungen beistimmte. Aus der weiteren Diskussion ist noch hervorzuheben, daß Greulich die Erörterungen Vahlteich's noch weiter in Beziehung auf die schweizerischen Verhältnisse ausführte; namentlich betonte er, daß— da uns zu unserer Emanzipationsarbeit ja weiter nichts fehlt, als Licht in die Köpfe der Volksinasse— es dringend nöthig sei, mehr als bisher sowohl in den Sektionen, als auch in allgemeinen Versammlungen zu agitiren. Auch das wurde von der Versammlung lebhaft begrüßt. De Paepe von Brüssel gab zuerst in deutscher, dann in französischer Sprache ein Bild der Bestrebungen der belgischen Sozialisten, die unter sehr schwierigen Verhältnissen nach dem allgemeinen Stimmrecht und einem Fabrikgesetz ringen. Er macht im Ferneren die Mitthcilung, daß laut Beschluß des Berner Congresses im nächsten Jahre in Belgien ein allge- meiner Sozialisten- Congreß stattfinde, der hoffentlich eine neue Verbrüderung des Proletariats aller Länder zur Folge haben werde. Franz, der die Ansprache De Paepe's übersetzt, schließt sich diesen Ausführungen an, ebenso betont Kachelhofer die Eini- gung unter den streitigen Fraktionen der Arbeiterpartei. Mit einem Gruß an die deutschen und belgischen Sozialisten wird die Versammlung geschlossen. ß. Aktona, 12. November. In meiner vorigen Cirrespon denz� berichtete ich, daß man den bekannten Eugen Richter im 3. schlcswig-Holsteinischcn Wahlkreise als Candidaten für den Reichstag Seitens der Fortschrittler ausstellen wolle, und ich sprach zugleich die Freude darüber aus, weil dann der Wahlkampf inter- essanter werden würde. Nun ist diese Freude zu Wasser gewor- den, da Herr Richter dankend abgelehnt hat, weil er jedenfalls nicht als Durchfalls-Candidat dienen mag, Der Abg. Lasker hat früher gleichfalls abgelehnt und nun wendet man sich an den Abg. Hänel; ob dieser so begierig auf einen eklatanten Durch- fall ist, kann ich nicht sagen, doch steht eS vorläufig fest, daß derselbe jetzt noch alle seine Hoffnung auf den 7. Schleswig- Holsteinschcn Wahlkreis(Kiel-Neumünster) setzt, welchen er gegen- wärtig vertritt.— Der Landtagsabgeordnete für den Kreis Stormann, Dr. Lutteroth, war bis jetzt als der alleinige Reichstagscandidat für Altona-Stormarn gegen den Sozialdemo- kraten designirt, doch scheint man von demselben Abstand deshalb genommen zu haben, weil seine unbekannte Persönlichkeit gegen den bekannten Candidaten der Sozialdemokraten, Hascnclever allzuleicht ins Gewicht fallen würde. Lutteroth selbst hat erklärt, daß sein Arzt ihm verboten habe, neben dem Mandat als Land- tagsabgcordneter auch noch ein Mandat zum Reichstage anzu- nehmen. Wenn dies wahr ist, so hätte Lutteroth erst recht für Altona-Stormarn candidiren könüen, da er doch gewiß selbst weiß, daß ihm dort kein Reichstagsmandat blüht.' Also jener Grund ist nicht der wahre— man sucht eben bekanntere Per- sönlichkeiten, und Lutteroth läßt eiu ärztliches Gutachten abgeben, damit er eine ehrenvolle Rückzugslinie hat. Doch uns kann dies gleich sein. Das Eine aber steht fest, daß die braven liberalen Altonacr bei der Wahl zum Reichstaascandidaten seit au Jahren keinen Schritt vorwärts gekommen sind; damals gab man sich alle Mühe, ein braves Menschenkind zu finden, welches im In- teresse der liberalen Partei sich ergeben in den unvermeidlichen Durchfall schicken wolle. Man fand Luttcroth, dem man mit dem Landtagsmandat Honig um den Mund schmierte. Jetzt hat derselbe den Honig gegessen, er hat sein Landtagsmandat und empfindet nun plötzlich großen Ekel vor dem Durchfall. Lasker, Richter, Hänel haben auch keinen Geschmack daran und so stehen die Aermsten wieder candidatenlos da. Wie oft sie während der Zeit behufs Nominirung eines Candidaten„zusammengewcst" sind, läßt sich nicht genau sagen— man munkelt davon, daß das Comitö im Laufe der nächsten Woche seine 101. Sitzung halte— und noch immer kein Candidat! Kkülkstadt, 5. November. Am 31. Oktober wurde hier eine Volksversammlung abgehalten, in der Herr Max Stöhr einen Vortrag über die verschiedenen Parteien und den Deusschen Reichstag hielt, welcher von der gutbesuchten Versammlung mit allgemeinem Beifall aufgeuommen wurde. Eine Resolution wurde von' Herrn Doutinö verlesen, die folgendermaßen lautete: „Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht mit allen ihr zu Ge- böte stehenden Mitteln für die Kandidatur des Herrn Max Stöhr einzutreten." Diese Rejolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.— Die Parteifteunde werden noch darauf anfmerk- sam gemacht, daß sich hierorts ein Wahlcomitä gebildet hat; Herr Doutinö wurde als Vorsitzender, F. Bücking als Kassirer und Unterzeichneter als Schriftführer gewählt. Es ersucht der ge- nannte Vorstand alle Briefe in Wahlangelegenheiten an Herrn Alois Doutinö, Dannettelstraße, zu senden. C. Böge. -llin.- Siraköurg(Elsaß). Hat schon die allgemeine wirth- schaftliche Krisis in einer Zeit, in der ein norinaler Geschäfts- gang gewöhnlich ist, zu so vielen und auch wohlberechtigten Kla- gen Anlaß gegeben, so ist jetzt, nachdem die stille Zeit über uns hereingebrochen ist, die Lage der Gewerbtreibenden geradezu eine trostlose geworden. Wohl trat auch in einer Zeit, in der hier noch ein anderer Wind wehte, zuweilen eine Geschäftsstockung ein, nie jedoch in solchem Maßstabe wie eben jetzt; es war gewöhnlich nur ein momentaner Stillstand vorhanden, welcher einem um so kräftigeren Berkehrslebcn Platz machte, und wurde daher gewöhnlich als ein gutes Omen von Seiten der Geschäftsleute angesehen. Heute ist dies jedoch anders: auch nicht im Entferntesten läßt sich eine Besserung der wirth- schaftlichcn Lage bestimmen, Fallimente und Zivangsversteige rungen sind hier an'der Tagesordnung; dazu gesellen sich Ar- beiterentlassungen und Reduttion der Löhne als treue Bundes- genossen. Die vielgepriesene Stadterweiterung, von der so mancher Arbeiter eine Besserung seiner traurigen Lage erhoffte, blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Die kaiserlichen Werkstätten, welche sonst Hunderte von Arbeitern beschäftigten, stehen fast ganz leer, und die wenigen Bevorzugten, ivelchc noch darin beschäftigt sind, müssen mit einem Bruchtheil gegenüber dem früheren Lohne zufrieden sein. Auch die niederen Bahn- bediensteten erfreuen sich schon seit längerer Zeit einer bedeu-: benten Reduktion ihrer Gehälter. Dabei erreichen die Lebens- j mittclpreise eine schwindelhafte Höhe, und können daher manche! Artikel, welche vor Jahren noch in die Küche der minder Be- � mittelten wanderten, ihren Platz aus dem Küchenzettel nicht mehr behaupten. Daß auch hier die Spekulation und� das Jagen 1 nach Schätzen im Wesentlichen die Schuld an der Theurung der> Lebensmittel trägt, ist nicht zu leugnen, und es wäre deshalb � eine umsichtige Marktpolizei für die Bevölkerung von großem Nutzen. Da aber die Wünsche der Arbeiter gewöhnlich unter< die„frommen Wünsche" gezählt werden, so wollen wir es für. heute bei dem Angeführten bewenden lassen. KeidekSerg, 6. Nov. Dienstag, den 24. Octbr., hielten wir hier eine sehr gut besuchte Volksversammlung, im Lokale des „Faulen Pelz", ab, trotzdem der 24. Octobcr der letzte Meßtag war. Die Tages-Ordn. lautete:„Die nächste Reichstaaswahl. und die Sozialdemokratie". Referent, Herr Aug. Dreeßbach, erledigte die T.-O. zur größten Zufriedenheit aller Anwesenden. Rebner setzte auseinander, baß man der Wahl nicht gleichgiltig zusehen dürfe; man müsse dafür sorgen, daß nicht Leute in den] Reichstag gewählt werden, welche nur Klasseninteressen, und' zwar die Interessen der besitzenden Klassen vertreten. Wahre Volksvertreter, denen das Wohl des gesammten Volkes am Herzen liegt, seien zu wählen. Darauf geißelte Redner die heu- tigcn politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in so gedicge- ner Weise, daß selbst unsere Gegner ihre beifälligen Bemerkun- gen nicht unterdrücken konnten. Gegner meldeten sich trotz mehr maliger Aufforderung nicht zuni Wort. Zum Schluß wurde Hr. Aug. Dreeßbach als Arbeitercandidat für Heidelberg auft gestellt. Somit ist denn die Agitation zur nächsten Reichstags- wähl im Gange. Refutta. Robert Kappohl, Schristf. nnUMfe Lartsruhe, 5. November. Ain 25. Oktober fand hier in der Geiger'schcn Halle eine gut besuchte Volksversammlung statt. Genosse Dreesbach referirte eingehend über„Die Stellung der Arbeiter zur Reichstagswahl". Er sprach zunächst über die Thä- tigkeit der Abgeordneten und hob hervor, daß die Wähler mit ihren Vertretern, abgesehen von den Candidaten der sozialisti- scheu Arbeiterpartei, nicht zufrieden sein können. Referent hofft, daß es heut nicht mehr so leicht sein wird, wie 1871 und 1874, dem Volke einzureden, daß die Parteien der Besitzenden, die Liberalen, Ultramontancn, die Fortschrittler und die Conserva- tiven, für das Wohlergehen des Volkes zu sorgen bereit und im Stande wären. Die Arbeiter seien durch die andauernde Ge- schäftskrisis zum Denken gebracht und werden fich bei der nächsten Wahl nicht wieder ködern lassen. Referent sprach noch über den Milliardensegcn, den Rückgang der Industrie, über den Grün- dungsschwindel, und bewies, daß an all diesen Vorgängen nicht die Arbeiter, sondern die herrschenden Klassen schuld seien, und daß namentlich der Erwerb ohne Arbeit den Verfall der deutschen Industrie verschulde. Dann beleuchtet der Redner noch die vcr- schiedenen Fraktionen im Reichstag, denen eine größere Anzahl von sozialistischen Abgeordneten gegenübergestellt werden müsse. Weiter sprach der Redner über das Hilfskassen- und Haftpflicht- gcsetz, sowie über das Militärsystcm; er wies die Unzulänglich- i keit des Hilfskassen- und hauptsächlich das Haftpflichtgesetzes nach und führte an, daß das Militärsystem, daS stehende Heer, der Ruin, der Untergang der Völker ist, und das Interesse des Volkes es erheischt, daß dieses baldigst beseittgt werden müsse, und dieses könne nur durch das Parlament geschehen, jedoch durch das heutige nicht. Schließlich weist Redner noch auf das Preßgesetz sowie auf die immer fich vermehrenden Steuern hin. — Der Vortrag wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen. Nach Ablauf einer Pause von 10 Minuten forderte der Vor- sitzende auf, falls Jemand nicht einverstanden wäre, so möchte er dem Referenten entgegentreten. Da sich jedoch Niemand zum Wort meldete, so forderte Hr. DreeSbach die Anwesenden auf, der Partei beizutreten und auf die Parteiblätter zu abonniren. Die Versammlung verlief in aller Ordnung und wurde um halb 11 Uhr geschlossen. W. Essenwein. Aus dem Kreise Solingen. Rüstig vorwärts schreitet die Wahlagitation; es vergeht kein Sonntag, wo nicht in einem Theilc unseres ausgedehnten Wahlkreises Versammlungen abge- halten werden. Genosse Luchtenberg ist unermüdlich thätig und unser Rcichstagscandidat, Herr Rittinghauscn aus Cöln, trat in mehreren stark besuchten Volksversammlungen auf. DaS muß selbstverständlich die Gegner stark verschnupfen, die bis jetzt noch mit keinem Candidaten hervortraten, und kleinlich, wie die Ideen, die sie vertreten, wenden sie auch kleine, jämmerliche Mittel an, um uns zu bekämpfen; sie beeinflussen die Wirthc durch Drohungen und alle möglichen bekannten Kniffe, um uns die Lokale weder zu Comitäsitzunge» noch- zu Versammlungen herzugeben; solche Beeinflussung ist ihnen auch mehrmals ge- lungen. Ties ist aber auch der einzige Erfolg, den sie zu vcr zeichnen haben, und das ist traurig genug. Bei den Landtags wählen war die Betheiligung so gering, wie nur irgendwo. In einem Wahllokale wurden von sieben Unvählern sechs Wahl männcr gewählt, und doch zankten sich nachher Fortschritt und Nationalliberale ganz hübsch in Versammlungen und Käseblät kern herum, wer von den Candidaten mehr zu dieser oder jener Partei hinneige; als ob da noch ein Unterschied sei, der nur den Werth eines abgebrannten SchwefclhölzchenS hätte.— Und nun zum Schluß noch die Mittheilung, daß am 1. Januar 1877 unter dem Titel:„Solinger Freie Presse" in Solingen i ein Parteiblatt erscheinen wird. Also, Ihr Herren Liberalen, auch hier schreitet die Sozialdemokratie„rückwärts". chera. Während in den thüringischen Kleinstaaten bei der Reichstagswahlbewegung gewöhnlich sich nur Nationalliberale und Sozialisten gegenüber stehen, und nur hie und da ein ver- einsamter Agrarier oder Conservativcr sein Fähnlein entrollt, pauken sich hier im Fürstenthum Reuß j. L. die beiden liberalen Brüder, National- und Fortschrittlich-Liberale, weidlich herum, und die politische Tartüfferei feiert ihre höchsten Triumphe. DaS Mandat zum Reichstag ist bei der letzten Wahl dem fortschritt lichcn Abgeordneten Albert Träger zugefallen. Jetzt geben sich die Nationalliberalcn die größte Mühe, daS Mandat dem lieben Fortschrittsbruder wieder zu entreißen, und demonstriren den Wählern in allerhand Variationen vor, daß, wenn sie ein- mal den liberalen Nektar schlürfen wollen, es doch besser sei, ihn von der ersten Quelle, von ihnen, zu beziehen, als erst durch den Filtrirapparat der Fortschrittspartei. Darüber nun aewal tiger Grimm bei dem Fortschritt, der über Gebietsverletzung klagt und die Lärmttommcl rührt. Diesen beiden Parteien gegen- über steht die Sozialdemokratie, von beiden liberalen Fraktionen gehaßt und bekämpft. Die Sozialisten haben Herrn Hasenclevcr in Leipzig aufgestellt und in einer Volksversammlung als ihren Kandidaten proklcunirt. Es steht zu hoffen, daß, wenn nicht der Sieg, doch eine sehr große Anzahl Stimmen der Sozialdemokratie zufällt, vorausgesetzt, daß eine nur halbwegs rege Agita- tion betrieben wird. Viele Wähler aus dem Handwerker- und Arbeiterstande, die das letzte Mal für Herrn Träger, in Folge � seines sehr freiheitlichen Programms, gestimmt haben, werden diesmal für den sozialistischen Kandidaten stimmen, weil der Herr Träger seine Ver prcchungen nicht gehalten hat. Man > braucht nur an seine Ab ttmmungen für verschiedene reaktionäre Gesetze, das Preßgesetz, das Bischofsgesetz und das Landsturm- gesetz zu erinnern, die die fortschrittlich freiheitlichen Phrasen in dem rechten Lichte erscheinen lassen.„Wir sind nüchtern gewor- den", sagte einmal in einem Rechenschaftsbericht der Abgeordnete Träger; mit andern Worten: wir haben die freiheitlichen Ideale zum Teufel gejagt und sind gute Realpolitiker und Bismarck'sche Culturkämpfer geworden. Hoffentlich wird das Volk bei den nächsten Wahlen auch so nüchtern geworden sein, daß es den ganzen Liberalismus mit seinen Schaarcn von Rechnungsträgcrn den Rücken kehrt und weder Herrn Birnbaum, noch Herrn Trä- ger seine Stimme gicbt, sondern dieselbe der Sozialdemokratie zuwendet; dort kann man sich nicht gegenseitig das Gründerthum vorwerfen! Jetzt heißt es: Birnbaum, Bischweiler Tuchfabriken, Träger, Saal-Unstrutbahn, bei welchen Unternehmungen die Actionäre Haare gelassen haben. UebrigenS hat schon in den Jahren 1848 und 1849 unser Wahlkreis sozialistisch gesinnte Abgeordnete im deutschen Parlament zu Frankfurt a/M. gehabt. Zunächst den Dr. Georg Wirth, der 1849 zu Frankfurt a/M. ge- > storben, und seinen Nachfolger JuliuS Fröbel, der allerdings ' schon lange im Lager der Renegaten zu finden ist. Schon im - Jahre 1831, also zu einer Zeit, wo noch die Ausbeutungssucht des kapitalistischen Systems kaum in seinen Anfängen in Deutsch- land vorhanden war, hat Dr. Wirth in seiner„Tribüne", und auch in seiner berühmten Vertheidigungsrede vor dem Schwur- gericht zu Landau, die Prinzipien eines sozialistischen Volks- < staates entwickelt; ebenso hat Julms Fröbel in seinem„System der sozialen Politik", 1847, den ökonomischen Reformen in so- zialistischeni Sinne das Wort geredet.„"V � in einer Zeit, wo "ine eigentliche Jene waren somit schon Vorkämpfer des Sozialismus; hoffen? � ArbeiterbildungSverein. wir, daß die Wähler dessen eingedenk sein mögen und, nachdem Sonnabend: Vortrag v. C. über den Kamps der der bisher das Terrain behauptende Liberalismus vollständig, Zivilisation gegen die Barbarei. politisch sowohl, als ökonomisch abgewirthschaftet, seine Unfähig-.. D.eien'.gen Herren, welche ge,°°nen sind dem Deklamat. Club 7.„s Lt- beizutreten, werden ersucht, sich Freitag Abends 8'/, Uhr im Vereins- keitunds einen Mangel an guten Willen gezeigt hatdem So- �(o[� einäufinben.®. SB.[50 ÄÄ'Ä-ÄÄÄ Leipzig. daten der Sozialdemokratie, Herrn Hascnclever, feine Simme. Bildungsverein' Leipzig. Das Schreckenskind Hans Blum hat wirklich Tic Mitglieder des Comics für den 13. Wahlkreis wer- die Freundlichkeit gehabt, Liebknecht auf Beleidigung zu ver- � den ersucht, an dieser Sitzung weaeu Besprechung dringender klagen, weil dieser von ihm gesagt, er(Hans) habe in. den „Grcnzbotcn" Bismarck als Urheber der gefälschten Depesche hingestellt. Worin die Beleidigung liegt, ist das Geheimniß unseres Hans; keines Menschen Geheimniß aber ist, daß Hans in der Erklärung gegen Liebknecht sich verschiedene Injurien hat zu Schulden kommen lassen, die ihm natürlich nun nicht hingehen werden. Der Artikel der„Grcnzboten", in dem Bismarck als Urheber der bekannten„Emser Depesche" hingestellt wird, be- findet sich S. 155, III. Quartal des Jahrgangs von 1871; es ist eine Berliner Correspondenz, mit der Chiffre o. W. versehen, was jedoch kein Beweis gegen die Autorschaft unseres Hans ist, der Pseudonym(falsche Namen) bekanntlich liebt. In- deß ist die» ganz nebensächlich, da die betreffende Nummer am Schluß in fetter Schrift die Worte enthält:„Verantwort- licher Redakteur Dr. Hans Blum." Ter Prozeß, der leider während der Dauer des Reichstags ruhen muß, wird zur Auf- hellung einer der ominösesten und dunkelsten Geschichts- Partien beitragen. Liebknecht hat dem Gericht bereits Anzeige gemacht, daß er die Zeugenvernehmung Benedetti's, Bismarck's und des deutschen Kaisers beantragen wird. Weerane, 5. November. Endlich ist im 17. Wahlkreis ein Rcichstagscandidat in Sicht. Unsere Nationalliberalen haben endlich eine große Entdeckung gemacht— nach langen vergeblichen Mühen hat ihnen der„berühmte" Dr. Faucher zugesagt, der schon vor dreizehn Jahren unseren Wahlkreis einmal besucht und mit seiner Belehrung beglückt hat. Ter Erfolg war, wie unsere Gegner schreiben, damals glänzend. Tie Zeiten haben sich natürlich geändert, der Erfolg wird diesmal bescheidener sein. Ob der Herr Faucher zu den Arbeitern sprechen wird, welche ihn wählen sollen, wissen wir natürlich nicht, indessen würde es uns sehr freuen, wenn der Herr Doktor ganz ernsthaft den Versuch machte, unseren Candidaten August Bebel aus dem Felde zu schlagen. Wieviel Aussicht dazu vorhanden ist, gab die letzte Hauptversammlung der„Reichstreuen" kund, welche leider so schlecht besucht war, daß die Candidatenfrage vertagt werden mußte. Franz Resch. Hschah, 12. November. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß sich ein Central- Wahlcomits des 11. sächsischen Wahlkreises hier am 31. Oktober gebildet hat. Wir fordern daher alle Städte und Ortschaften des Wahlkreises auf, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Als Vorsitzender wurde gewählt C. Flesch, als Kassirer K. Springefeld und Unterzeichneter als Schrift- führer. Alle Briefe in den Wahlangelegenheiten bittet man an Unterzeichneten zu senden. August Obenaus. Bahnhofsstraße 525 D. in Oschatz. Briefkasten der Redaktion. W. H. in Haßfurt: Lesen Sie die Briefkasten- Notiz in Nr. 15 und die Sozialpol. Uebersicht von Nr. 17: Ein neuer Tschischwitz.— H. P. in R.: Bis jetzt boten die Reichstagssitzungen nur ein ganz untergeordnetes Interesse. Der„Vorwärts" kann un- möglich längere Sitzungsberichte bringen, dazu mangelt ihm der Raum; auch muß er den Lesern eine derbere, bessere Kost bieten. Die Reden, welche unsere Abgeordneten hdlten, werden wir gleichfalls nur, wenn sie einen wich.igen Gegenstand behandeln, in mehr ausführlicher Weise bringen können. Uellerhaupt wird die gegenwärtige Session des Interessanten nicht sehr viel bieten. Unsere Parteigenossen müssen ihre Blicke auf die Neuwahlen richten und mit ganzer Kraft in die Agitation für sozialdemokratische Wahlen eintreten.— Sch. Konstanz: Geben Sie uns wenigstens an, in welcher Nr. des„Volksstaat" der betreffende Artikel gestanden haben soll. der Expedition. R. Scheppau Lesum: Gewünschte Schriften sind vergriffen.„Fackel" folgt.— I. Gimbel Franks.: Für Kalender müssen Sie Cassa senden auch für„Fackel". Parteigenosse Robert Wobusa wird wegen wichtiger Angele�:»- heiten um seine genaue Adresse gebeten. Friedr. Gay, Euloerdamm, Forst N./L. Angelegenheiten thrilzuuchmeu" I. A.: Der Vorsitzende.[60 ZeitnugSverein. Sonntag, Vormittag 11 Uhr, Sitzung in der Expedition des„Vorwärts"�___ Geiser.[30 C�atti*rfzWtrf Sonntag, 19. Noveml>cr,jBormittags 10>/z Uhr„ lllll 11111.» im Saale des Hrn. Kuhlmann, Altemünze 21: öffentliche Arbeiter-Versammlung. Tagesordnung: Wichtige Angelegenheiten betr. der ReichZtagswahlp Abrechnung; Verschiedenes.— Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet W. Krowiarz.[70 13. sÄchsischer� Wahlkreis.� Genossen, welche wünschen, daß in den Orlen, wo sie wohnen, Ver- sammlungen stattfinden, werden ersucht, sofort ihre Adressen an uns ge- langen zu lassen. Wir werden dafür Sorge tragen, daß in jeder Ver- sammlung Redner und Colporteur anwesend sind. Das Central-Wahlcomitv für den 13. sächsischen Wahlkreis: Heinrich Dohne, Vorsitzender, Volkmarsdorf, Hauptstraße 22. NU. Näheres in Nr. 7 der„Fackel" �(FSH)[90 Der Frau Reupert zu ihrem 37. Wiegenfeste eine herzliche Gratulation von den Mitgliedern des Hannoverschen Frauen- und Mädchen-Vereins. ____ v,__(F. 160)____[90 An die Abonnenten des„Vorwärts" und der„Neuen Welt". Unterzeichneter empfiehlt sich zu jeder Art Einband für Bücher und Zeitungen, ebenso zu Reparaturen an Portefeuilles, Portcmonnais, Cigarren-Etuis jc., sowie zu Neuanfertiguug.[270 Cöln. C. Hartman», Buchbinder. _____ An den Antonitter 4. Soeben««schien: Die Fackel. Sozial- demokratisches Wahlflugblatt Nr. 6 für den 10., 11., 12., 1Z. und 14. sächsischen Wahlkreis. Inhalt: An die Parteigenossen von Leipzig und Umgegend.— Das Programm des Hrn. Ludwig Wolf.— Baarzahlung.— Correspondenz.— Die liberale Candidatennoth.— Wer lacht mit? Preis per Stück 5 Pf., Wiedcrverkäufer erhalten hohen Rabatt. — Bestellungen bei der Expedition des„Borwärjis", Färber- straße 12, Leipzig. Verlag der„Fackel". Berichtigung. In Nr. 15 des„Vorwärts" wurde unter unserm Restanten-Aufruf" irrthümlich der Verein der Klempner Altona gemahnt. Soll heißen: Filiale Altona 120 M. 10 Pf Die Assoziationsbuchdruckerei Berlin. Ouitttung. I. Vll Philadelphia Ab. 70,00. Bürgerverein hier Ann. 1,00. Br. hier Schr. 3,00. Gmbl Heilbronn Schr. 2,20. Arb.» Partei Würzen Ann. 0,80. Dhn Bolkmarsd. Ann. 1,40. C. Grllnbrgr Nürnberg Ab. 150,00. Ldwg hier Schr. 0,52. Achtlr Hof Schr. 7,60. Schrdr Coblenz Ab. 12.80. A. Klrsch Forste Ab. 2,00. Wgnr Stade S-hr. 6,50. Strhl Nehringen Schr. 2,75. Zsch N.-Neudnitz Ab. 15,00. Mllr Reudnitz Schr. 3,00. Hngr Schr. 0,50. R. Hpt Reims Ab. 4,00. Wahlvercin Hannover Ann. 0,60. Fr. Engl Reudnitz Ab. 27,00. KlS Buckau Ab. 18,90. Flschr Kl.-Zschocher Ab..9,30. Tht Camenz Schr. 7,00. Klsn Lübeck Schr. 6,35. Mg. Kn Reutlingen Schr. 30.00. Dml Schleswig Schr. 13,20. Kn hier Ab. ILO. Nkrchnr hier Schr. 1,50. Anzeigen ze. Die Filial- Expedition des Herrn ?. X. Sorge, Box 101 Uoboken, N. J. ist durch ein Mißverständniß am Kopfe unseres Blatte« ausgelassen In unserem Verlage ist erschienen und durch uns zu beziehen: Der arme Conrad Jllustrirter Kalender für das arbeitende Volk pro 1877. Derselbe ist circa 1(1(1 Seite» stark und enthält außer dem mi Vigneten verzierten protestantischen, katholischen und griechischen Kalen- darium, Geschichtskalender, Wetterregeln, Biographisches ttalendarium, Auf- und Untergang von Sonne uno Mond, Tageslänge, Planeten- erscheinungen w. Ferner: Eine Einleitung. In Acht und Baun. Novelle von Robert Schweichel. Einiges aus dem Haushalt der Natur. Von Joh. Most. Eine Epistel über Kindererziehnng. Von E. Roßbach. Eine Nacht in Paris. Bon I. PH. Becker. Glückliche Ehen. Bon W. Hasenclever. Ferd. Lassallr. Biographie. Ein Bastard der Revolution. Von Wilh. Blos. Amerikanische Geschäftsleute. Bon Otto Walster. Zum Gedächtnis. Gedicht von Silvanus. Anekdoten und Sinnsprüche. Räthsel. Sprich- Wörter. Interessante statistische Mzttheilungen. Markt-Ber- zeichuisse, nach Provinzen eingclheilt. Ebbe- und Fluth-Tabelle. ZlluIIrationen: Ein Titelbild. Die Portraits Lassalle'S und Feuerbach' S. Eine humoristische Illustration:„Der Coupon» abschneider". Alle Illustrationen sind von bewährten Künstlern gezeichnet nnd in Holz geschnitten. Bei dieser gediegenen und reichhaltigen Ausstattung kostet der Kalender geheftet nur 4(1 Pf., gebunden und mit gutem Schreibpapier durchschossen 60 Pf., gegen baar oder Postvorschuß. Den Bestellern von Einzel-Cxemplaren ist anzuempfehlen, für jedes Exemplar brochirt 50 Pf., gebundeu 70 Pf., einzusenden, wofür wir es franko per Kreuzband zusenden. Die Lieferung des Kalenders kann nur gegen baar oder floknachnahme gtschehen. Bei Bezug von 1 Dtzd. aufwärts berechnen wir brochirt 25 Pf. pro Stück, gebunden 40 Pf. pro Stück netto gegen baar. Leipzig, im August 1876. __ Genossenschafts-Buchdruckerei, Berliner Freie Presse Motto: Freiheit und Gerechtigkeit. Mit der illastrlrten Sonutaprs-Grutis-Bellage Die neue Welt. Erscheint täglich in grossem Format, in Berlin in der Allgemeinea deutschen Associations-Buchdruclierei. Man abonnirt bei allen Postanstalten, für die Monate Norem- ber und Dezember für nur 2 Mark. Dieselbe ist in der Zeitnngs-Preis-Liste, L Nachtrag wordem Die Z-n7nn.e vermittelt wie bisher alle unftre Blltter und! pro 1876, unter Nr. 544a. eingetragen, vorauf wir besonders Ver.ags.Ar.ik-l.- Du E�tbiHo" be«-Vorwärts". die 4 gespaltene Zeile 25 Pf. (s nfn Sonmag, den 19. November, Morgens 10 Uhr, im � zahireichen Abonnement einladend, weisen wir besonders ♦..Alten Kubberg an der Schnurgage. daraufhin, dais die Berliner Freie Presse in keiner Gast-Wirth- schaft, wo Sozialisten verkehren, fehlen dürfte, und zeichnen Mit soz.-dem. Gross Die Expedition. Berlin 8.-0., Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8a. „Alten Kuhberg" an der Schnurgaffe: Große Volköversanunlung. Tagesordnung: Vorttag des Reichstagsabgeordneten Hrn. A. Bebel. Der Einberuser.[60 Abends von 8 Uhr ab im„Alten Kuhlerg" an der Schnurgasse: Allgemeines Arbeiterfest bestehend in Concert, unter gefälliger Mitwirkung der Arbeiter- Liedertafel Cölns und des Kalker Gesangvereins„Vorwärts", Theatralischen Aufführungen und Festball.—n~a___________ Karten ä 75 Pf.— Damen frei— sind zu haben bei den Ge-: g}Qum mit 50 Pfq Zur Beachtung! Wir beabsichtigen dem vorletzten Hefte(Nr. 1?) der Aeue» Wett eine Ertra-Änlioncenbeilage beizugeben und berechnen die dreispaltige Petttzeile oder deren lnnungsgenossen, ebenso auch Morgens in der Volksversammlung. Alle Freunde unserer Sache ladet hierzu ein Bei der großen Auflage— 20,000— der Hlenen Wett Das ldeitcomitä 1300 sehen wir zahlreichen Aufträgen entgegen und ersuchen Reflec- 7-- Kaaia,h,«.k..� Wa�v?ei»�' tauten. uns ihre Inserate unter Beilegung des Betrags Hannover. Sonnabend, den 18. November, Abends'8 Uhr, rechtzeitig einzusenden.— Eine Zeile faßt etwa 8 Worte. im Lokale des Herrn Boge, Mittelste. 11: Leffentliche Bersammlung.(F161)[60 Tagesordnung: Vortrag des Herrn Meister: Ueber die Aufgabe des Volks. Um zahlreiches Erscheinen ersucht_ D�r Vorsitzende. Eine" freundliche Schlafstelle offen Neumarkt Nr. 17 3 Treppen bei N aal...(F 21.2).[60 Leipzig, im November 1876. Die Gknossenschastsbuchdruckcrei. __ Färberstraße 12/11._ Verantwortlicher Redakteur: W. Hasenclever in Leipzig. Redaktion und Expeditton Färberstraße 12/11. in Leipzig.