Erscheint in �ctpfig xüttwsch. Freitag, Sonntag. iilbonncmcntöprcis >är ganz rrcnrlckiiand t Äi. Cv Pf. pro Onarurl. Monats- Aponncments «erden bei al!c.! dcntichen Postanstaiten auf den 2. und n. Mon.at, und aus den 8. Monat besonders angenommen: im Könige. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Altrnburg auch aus den Iren Monat b» Quartals ä 54 Psg. Inserate betr. Versammlungen pr. Petitzeile 10 Pf., berr. Prioatangelegcnheitm und Feste pro Petit-eile 30 Pf. orumr Zseltellungen nehmen an alle Poslanstalten und Puch. Handlungen des In- u. Auslände:. Filial- Expeditionen. New-florl: Soz.-demokr.«Nenoslen» schaststuchdruckcrci, 154 Illelrlchxc Är. Philadelphia: P. Hast, 630 Korth, Sri Street. I.«oll, 1180 Charlotte 8tr. Chicago: A. Lanscrmann, 896 vlvi» oio» Street. San Frauji«co: F. Entz, 416 d'ar- rell Street. London: Baudih, 5 Xnonn» Street, Uiddlescx Hoapital. Gentrak Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 22. Sonntag, 19. November. 1876. Unsere Gegner. vu. beut Sondcrkreis der Familie nur ausschließend— verzehrt lverden können. Es ist auch nicht wahr, daß das Princip des Eollectivciqenthums überhaupt ein neues sei, welches dem be- h., VT. g,.. stehenden Recht fremd und feindlich gegenüberstände; denn alle ' B•■' moralischen Personen vom Staat, der Kirche und der Gemeinde Der Verfasser von„Quintessenz des Sozialismus" formulirt �».bis zur letzten Familie herab repräsentiren Collectivbesitz in die sozialistischen Forderungen ganz richtig sS. 12):„A und O weitestem Umfang"(®. 57). des Sözialismus ist die Verwandlung der privaten Concur- Schlußkapitel(IX S. 65ff) resumirt der Verfasser: rcnzkapitale in einheitliches Collectivkapital.""Es ergab sich(aus den Erörterungen der vorhergehenden „Was die Führer der Sozialisten zunächst allein erstreben Kapitel), daß die gewöhnlichen Stichwörter gegen den und erwarten können, ist polnische Machtcrlangung, noch mehr �azialismus nicht ausreichend sind. „Schulung" der Massen zur Cooperation, agitatorische Aechtuna"Es ist nicht richtig, daß der Sozialismus das Eigeuthum der- jetzigen Besitzordnung, ihres Schwindels und ihrer Schäden, überhaupt negire. Es ist nicht richtig, daß er das Privateigen- die pauperistische letzte Vollendung des Gegensatzes thnm schlechtweg aufhebe. Es ist nicht richtig, daß er ohne zwischen wenigen Millionären und vielen Millionen Produktionsmittel arbeiten, das Kapital im technischen Sinn bc- Proletariern"(S. 12). seitigen müsse. Es ist nicht richtig, daß er Großproduktion aus- „Ein plumpes Mißverständniß haben wir abzuweisen. Man! schließe. Es ist nicht richtig, daß er innerlich materialistisch und hört gar so oft:„Ter Sozialismus will wirthschaftlich kein zuchtlos sein müsse. Es ist nicht richtig, daß er Familii Kapital mehr", er will keine Produktionsmittel,„er will und Erbrecht(außer in Bezug auf Kapitalien oder Produk produciren ohne Grundstücke, Fabriken, Maschinen, Werkzeuge, tionsmittel) prinzipiell negire. Es ist nicht richtig, daß er Rohstoffe und Brennmaterialien; denn er ncgirc das Kapital, Freizügigkeit, freie Berufswahl absolut ausschließe, daß er die also auch den Bestand, die Ersparung, die Erhaltung und Er. Freiheit des Bedarfs, des Haushaltes, der Geselligkeit, der Ver- Neuerung der Wcrkmittel". Man hält diese Folgerung für eine einsbestrebungen grundsätzlich aufhebe. Es ist aber richtig, daß glänzende Widerlegung der sozialistischen Doctrin und trium- cr zahllose und schreiende Mißbräuche mit der Wurzel ausreißen phirt gegen diesen— s. v.(salva venia, mit Erlaubniß)„Blöd und höchst consequent ein folgenschweres Sozialprinzip ver- . �'""— ior hinfer I tritt. Von den finanziellen Consequenzen für den Militäraufwand gar nicht zu reden. Absichtlich haben wir diesfalls falsche Vor- stellungen zerstört, welche nur geeignet sind, in eine gefährliche Sonst gehen darob alle Stände mit der Civilisation zu Grunde." So weit der Verfasser, auf dessen Ausführungen wir vielleicht gelegentlich zurückkoinmen. Wir Sozialisten werden daraus lernen,— ob unsere Gegner? Wollen, können sie noch lernen? Herrn von Unruh aber ersuchen wir, sich namentlich den letzten Absatz genau anzusehn. Beim Durchlesen desselben werden die Wangen ihm brennen, wie von einer Ohrfeige. sinn"— der Sozialisten! Es ist aber nachdrücklich vor dieser Art von Widerlegern des Sozialismus zu warnen"(S. 20). „Nicht zutreffend ist eine weil verbreitete Vorfiel- lung. Man sagt, die bekannten Nachtheile des heutigen Regie- betriebcs würden beim Sozialismus allgemein werden. Möge man sich doch auf dieses Argument nicht allzu sicher verlassen! Es giebt bereits Regiebetrieb, welcher wirthschaftlicher oder doch' so wirthschaftlich ist, als kapitalistischer Spckulations- betrieb: Post, Staatseisenbahn, Telegraph, communalc Gas- und Wasserleitungs-Anstaltcn u. s. w."(S. 29). „Gelänge es dem Sozialismus mit seinem unzweifelhaft ein. heitlichcren, bewußt gesellschaftlicheren Princip, mit seiner radikalen Ausrottung des Privatwuchers und Privatmonopols auch die Vortheile allseitiger privater Intercssirtheit und allseitig freier Controle bei Erfüllung der sozialen Berufe zu verknüpfen, also vom Bestehenden alles Gute beizube- halten, dann würde er ganz gewiß— wenn auch erst in später Zeit— siegen. Dann arbeitet ihm die ganze Ent- Wicklung der Gegenwart, die Centralisation im Staat, die für großartigste Zusammenfassung angelegte Natur des modernen Verkehrs, die allgemeine Tendenz zum Großbetrieb und zur mechanischen Concentration überhaupt, die Vereinigung der Ar- heiter im Großbetrieb, ihre steigende Undisciplinirbarkeit pri vaten Herren gegenüber u. A. mächtig vor"(S. 33). Der Sozialismus behält„vom Bestehenden alles Gute" Er wird also siegen. „Es ist merkwürdig, ja tröstlich, daß Alles, was den So- zialisnius überhaupt erst praktisch discutirbar macht, ihn auf eine Vewahrung, ja ans eine Potenzirung der wirthschastlichen Glanz- feiten der liberalen Bolkswirthschaft hindrängt"(S. 52). „Es ist bedauerlich, und kann keine guten Früchte bringen, daß man sich nicht ruhig und besonnen über die wahre Trag- weite des collcctivistischen(sozialistischen) Prinzips klar werden, daß man Wesen und Beiwerk des Sozialismus nicht scharf von einander unterscheiden mag. Tie Folge davon ist, daß man dessen Tragweite hier unterschätzt, dort ms Ungeheuerliche verzerrt. Selbst Gebildete geben sich bezüglich der„Eigenthums- Negation" Blößen einer Ignoranz, welche schon von Tausenden von gemeinen Arbeitern klar erkannt und gern als Böswilligkeit der herrschenden Klassen ausgelegt wird. „Wir sagen also mit Nachdruck: es ist nicht richtig, daß der Collectivismus alles und jedes Eigenthum auf- zuHeben trachte, daß er schlechthinige Negation des Eigen- thums sei. Nur das Privateigenthum an den Productions- Mitteln wird negirt und will durch Collectivcigenthum an Produktionsmitteln(Grundstücken, Wcrkhäuscrn, Maschinen ic.) ersetzt werden. Das private Eigenthum an Genuß mittel» wird nicht negirt, kann ja gar nicht negirt werden. Privater Ge- brauch und privates Eigenthum von Lebensmitteln, Kleidern, Mobiliar, Büchern u. f. w. zu negiren, hat wohl kein heutiger Sozialialist die Thorhcit und die Tollheit. Nur an den Pro- duktionsmitteln der schon heute arbeitstheiligcn(collectivcn, coope- rativen) Arbeit, d. h. am Kapital, soll Collcctiveigenthum eingeführt werden, ähnlich dem schon bestehenden Staats- und Eommunaleigenthum an Straßen, öffentlichen Plätzen, an Ver- kehrsanstaltcn, an Bildungs-,. Rechts-, Ordnungs- und Verthei- digungsanstalten. Also Ausdehnung des jetzt schon umfas- send geltenden Prinzips des Collectiveiaenthums auf die Mittel der arbeitstheiligen Produktion, d. h. auf das Sozial- kapital, wird erstrebt"(S. 56). „Es ist nicht wahr, daß der Sozialismus verlangt, man solle jedes Jahr neu„theilen". Er verlangt eine der Fcudallastcn- ablösung ähnliche Ablösung des Privateigenthums an den Mit- teln des sozialen Produktionsprozesses, künftigen Besitz der Pro- duktionsmittel durch die Gesammtheit und eine Verthcilung des mit Hilfe des Collectivkapitals erzeugten jährlichen Güterertrages nach Maßgabe der von jedem«alsdann öffentlichen und besol- deten) Arbeiter geleisteten Arbeitszeit. Man kann dies Ver- langen für unausführbar und selbst zweckividrig halten; aber es ist unwahr, zu sagen, daß es ein periodisches„Theilen" der..~»etfoff« Bemerkt bim« in einer Note(mit Reckt): Nickt (jrüchte der Pnpatarbctt und der Privatersparniß an faule Mit- Don Marx." Das Unsozialisnscke und ökonomisch Berkehrte der For- csser in sich schließe oder den unsinnigen Gedanken hege einer derun», daß jeder«rbeiler de» vollen Erlrag seiner Arbeit empfange,! .'lushebung des Privateigenthums auch an solchen Genußmittcln, ist S. 181 f. der Grund- und V�densr Ruhe und Sicherheit einzuwiegen." Nach einigen Bemerkungen über die„Irreligiosität der der- maligen Parteien des Sozialismus" fährt der Verfasser fort: „Verwerflich muß uns der Grundsatz erscheinen, der von vielen Dächern den Proletariern in absolut anticollektivistischem Geiste vorgegaukelt wird*): jeder Arbeiter müsse genau seinen Arbeitsertrag zugetheilt bekommen, während doch auch im So- zialiftenstaat wie im Kapitalistenstaat nur Gesammtprodukt, dieses mir nach einem äußerlichen Maßstab der individuellen Arbeits- zeit oder Stückleistung und nur nach Abzug des öffentlichen Ge meinbodarfes, zur Lertheilung gelangen könnte.---- „Ein alsbaldiger Sieg des Sozialismus ist weder zu er- ivarten. noch zu befürchten. „Nicht weniger aber wird von unbefangenen Lesern zuge geben werden, daß gegen Ideen, wie die vorgetragenen, nur Gründe, nicht Flintenkugeln aufkommen können. Das Volk bildet ja das Heer, da» Heer macht wieder aus ihm einen einheitlichen Körper mechanischer Macht. Würde also das Volk vom Geist des Sozialismus seiner Masse nach erfüllt werden, so brauchte der Sozialismus im gegebenen Augenblick nur einen großen General zu erzeugen, um Erbe der Macht des militärischen Centralismus zu werden. Setze man sich daher mit den Ideen auseinander, vernichte man diese, so weit sie falsch sind. Et" kann ja doch kaum Jemand mehr lcngncn, daß der Sozialis mus, wenn er sich immer klarer wird und sobald er uilt Ab streifung vieler seiner ersten hirnlosen Phantastereien immer nüchterner nur die wirklichen Consequenzen semes genngsam gezeichneten Prinzips hervorkehrt, ein die Massen mächtig er- greifendes Ganze ciuschncidcndcr positiver Reorganisationsge- danken umschließt. In internationaler Parteiorganisation von nur zeitweise gelockertem Gefüge wird auch schon am entsprechenden Aufbau der positiven politischen Kraft zur Verwirklichung dieser Gedanken gearbeitet. Der vierte Stand ist nach allen Seiten von den Hauptideen schon ergriffen und zwingt schon dadurch seine Führer, diese Ideen immer einleuchtender zu formuliren. Deshalb eben suchten wir ihn nach seinen(vielleicht vielen Füh- reru selbst unbewußten) nothwendigen Consequenzen, nicht nach hirnverbrannten Sonderforinulirungen, zu erfassen. „Ihn hiernach zu erwägen, zu widerlegen oder zu reinigen und zu berichtigen, die Debatte auf den eigentlichen Punkt— Collettiv- oder Privatbesitz der Mittel der collektiven(„arbeits- theiligen") Arbeit— zu conzcntriren, scheint uns nothwcndig. Nur dann kann der richtige Standpunkt von jeder Partei ge- wählt werden. Im Kerne ist das, was in Frage steht, wirklich ein Streit zwischen Individualismus und zwischen Collectivismus in Hinsicht auf das Kapital. Er erstreckt daher seine Haupt- consequenzen auf den sozialen Güterhervorbringunas-, Güter- umsatz- und Güteraustheilungsprozeß. Sozial ist dieser Prozeß zwar schon im liberalen Staat, da die wenigsten Güter vom eigenen Produzenten auch consumirt werden. Die Frage ist vielmehr die: ob die„unbewußte", cinhcitslose, so zu sagen hydrostatische Sozialmacht der aufeinanderdrückenden Privat- intercssen, d. h. die Concurrenz— oder ob eine einheitlich- bewußte und einhcitlich-organisirte Sozialmacht den Pro- duktions- und Distributions-, sozusagen den Berdauungs- und Blutumlaufsprozeß des sozialen Stoffwechsels, besser und wirth- schaftlicher besorgen würde. „Ob letzteres Prinzip realisirbar ist oder werden kann, ver- mag zwar jetzt wohl Niemand sicher zu sagen. Daß es jetzt noch und wohl noch längere Zeit nicht ausführbar ist, ist gewiß. Nicht ebenso, daß es an sich schon antisozial sei. „Gewöhne man sich also endlich an concretes Denken und Urtheilen in dieser ungeheuren Frage, und ent- ziehe man sie dem wüsten Einfluß der Schlagworte, der Vorspiegelungen, der Leidenschaften, der Vorur- theile, der Selbstbelügung und der Denunziationen! Die Nationalwahlen in der Union. Wenn Ihre Leser dies sehen, so wissen sie schon durch den Telegraphen, wie die Nationalwahlen der Vereinigten Staaten am 7. November ausgefallen sind.*) Im Augenblicke, da ich dies schreibe(1. November), weiß ich das weder, noch kann der er- fahrenstc Politikus es voraussehen; denn der Ausfall hängt davon ab, welche von beiden alten Parteien bei ihren Wahlbetrügereien den größten Erfolg hat, und wie der Zufall sie dabei unterstützt. Den ehrlichen und selbstdenkenden Männern ist es nämlich so schwer gemacht, zu unterscheiden, welches das kleinere der beiden Uebel sei, zwischen denen sie zu wählen haben, daß alte hervor- ragende Parteigenossen verschiedene Wege wandeln, lebenslange politische Gegner übereinstimmen, Viele aus denselben Gründen wie die Arbeiterpartei gar nicht stimmen werden, und die Wahl folglich durch den bezahlten Theil der Stimmgeber, besonders der Großstädte, entschieden wird, sowie durch falsche Auszählung der Stimmen und die mancherlei Kniffe, in denen beide alte Partei-Organisationen so erfinderisch sind. Es ist unter diesen Umständen sogar möglich, daß keine Volkswahl des Präsidenten und Vicepräsidcnten der Union zu Stande kommt, sondern der Congreß zwischen den Beiden entscheidet, welche für jedes der zwei Aemter die meisten Wahlmännerstimmen haben(der Senat wählt dann den Vicepräsidcnten, das Haus den Präsidenten). Da nun aber diese beiden Beamten unter allen Umständen Puppen in der Hand ihrer Parteien sein werden, so hängt das Geschick des Landes mehr von den gleichzeitigen Congreßwahlcn ab, welche aber wahrscheinlich das Verhältniß der Parteistärke wenig verändern werden, so daß binnen den nächsten zwei Iah- rcn keine Veränderung in der Unions- Politik in wesentlichen Dingen zu erwarten ist. Für deutsche Sozialdemokraten in Europa kann es also nicht viel Reiz haben, diese Wahlkomödie, welche mit so ungeheurem Lärm und Aufwand in Scene gesetzt wird, näher beleuchtet zu sehen. Viel wichtiger ist es, ihnen zu zeigen, wie die wegen ihrer„unvergleichlichen Weishest" bewunderte Verfassung der Union sich dahin entwickelt hat, daß sie das reine Gegcntheil der Absichten ihrer Gründer bewirkt. Die Bäter der Republik beabsichtigten, eine auf möglichst gleichen Besitz und gleiche per- sönliche Unabhängigkeit Aller, wenigstens aller Menschen von weißer Hautfarbe, begründete Selbstverwaltung zu schaffen, auch ging in den ersten fünfzig Jahren das Meiste nach ihrem Wunsche. Es ivar in der Berfaffungsurkunde, welche von ocn Einzelstaatcn nachgeahmt wurde, jede damals denkbare Ungleichheit vorausbe- dacht und sorgfältig ihr vorgebeugt. Damit nicht zufällige Stimmenmehrheiten oder der Ehrgeiz Einzelner berechtigte Son- dcrinteresscn vergewaltigten, war dem Gcsammtstaate, dem Ein- zelstaate und der Gemeinde ein genau bestimmter Wirkungskreis angewiesen, war ebenso der Bereich der ausführenden, der gcsetz- gebenden und der richterlichen Gewalt streng abgegrenzt, war sür einen unverfälschten Ausdruck des Volkswillens'am Stimmkasten Vorsorge getroffen, wurde eine an Zahl alle Stimmgeber überwiegende Bauernschaft von genügendem Landbesitz geschaffen; es wurde den kleineren Staaten bei der Unionsgesetzgebung, den kleineren Bezirken bei der Staatsgesetzgcbung in einem Ober- hause eine gleichstarke Vertretung mit den voltreichen gesichert, und die Wahl der beiden Oberbeamtcn der Union einem vom Volke zu wählenden Wahlmänner- Collcgium anvertraut. Es wurden Mittel geschaffen, um eine allgemeine und gleiche Volks- erziehung durchzuführen, und alle Vorrechte verboten; durch fast völlige Trennung der Kirche vom Staate gedachte man die Re- ligionsfreiheit und den Frieden zwischen den Glaubensparteicu zu sichern. Die Sklaverei verbot man nicht, weil man durch Einwirkung auf den revolutionären und demokratischen Volks- gcist deren freiwillige Abschaffung erwartete— was auch in einer Hälfte der Einzelstaaten gelang. Kürz, die edelsten Absichten dieser Männer sind unzweifelhaft, und ihre Mittel waren weise genug, um ein Staatswesen von nie dagewesener Gedeihlichkeit, Freiheit und Macht zu schaffen. Und dennoch wurde ihre Absicht noch vor Ablauf der ersten hundert Jahre vereitelt, und jedes der erwählten Mittel bewirkte ein Gegenthcil. Tie geduldete Sklaverei erwies sich in der einen Hälfte der Union stark genug, um das Ganze an den Rand des Verderbens zu bringen und den furchtbarsten aller neuzeitlichen Bürgerkriege zu erzeugen. Die unabhängige Kirche, zerspalten in euie Anzahl einander ncbcnbuhlerischer Kirchen, ist stark genug, das Schicksal der Volksschule in Frage zu stellen und eine wachsende Verdummung zu bewirken. Das durch Einwan- derung entstandene Großkapital hat Vorrechte in Fülle erzeugt und das miteingewanderte und durch ungemein schnelles Reich- werden des Landes in Fleisch und Blut des Volkes überge- gangene Manchestcrthum hat Klassenunterschiede hergestellt, welche aus der Volksschule eine aristokratische Erziehung hervorgehen lassen(denn unter jedem Hundert Kinder erreichen kaum zwei das Ziel der Volksschule, und drei Viertel gehen schon aus den untersten Klassen ab und zum Brotverdienst über). Die Wahl der beiden Oberbeamten der Union ist eben da- *) Bis jetzt ist das�Nesultat noch nicht bekannt; beide Parteien 1 1 i 1 1 l j * i i i ! t 5 s i 4 b Q g d d 3 z s n g d g i' v ? A I A Z st> scl de la MI I& U' zu £li durch unfähig geworden, ein treuer Ausdruck des Volkswillens zu sein, daß die aufgestellten Wahlmänner im Voraus von den Parteien verpflichtet werden, im Sinne der Urwähler zu wählen; wenn also in wenigen der großen, volkreichen, kapitalistischen Staaten, wie New-Aork, Pennsylvanien, Ohio, welche viel Wahl- männer haben, eine Partei mit noch so geringer Stimmenmehr- heit siegt, so wird dadurch die Wahl für die Union entschieden, und es ist somit dem Kapital die Wahlbestechung sehr erleichtert. So verlor 1856 Fremont, der wirklich zum Präsidenten ge- wählt war, das Amt an Buchanan, und der Sieg der Skla- vereifeinde verzögerte sich um vier Jahre, weil in der Stadt Philadelphia— wie nachher gerichtlich nachgewiesen wurde— 1200 falsche, bestochene Wahlstimmen den republikanischen Wahl- sieg in einen demokratischen verwandelten und dadurch 28 Wahl- Männerstimmen Pennsvlvaniens auf die gegnerische Seite brach- ten; Buchanan aber blieb Präsident und half dem Süden den Bürgerkrieg vorbereiten. Die gleiche Vertretung der kleinsten Staaten mit den größten im Oberhause der Union und die gleiche Vertretung der Bezirke im Einzelstaatc hat es bei der Schnelligkeit, womit neue, kleine Staaten geschaffen werden können, ganz in die Macht der eben herrschenden Partei gelegt, den im Unterhause vertretenen Wil- lensausdruck der Volksmehrheit im Oberhause Jahrzehnte lang zu vereiteln und von den Städten aus, wo die Bestechung am leichtesten geübt werden kann, die mehr unabhängige Bauern- schaft zu überstimmen. Der anerzogene Volksglaube an die Unübertrefflichkeit der Verfassung mit ihren verwickelten Gegengewichten und Wechsel seitigen Einschränkungen hat die Selbstverwaltung zur Posse ge- macht. Auf welche Schwierigkeiten das Emporkommen einer neuen unabhängigen Partei stößt, sieht man aus dem einen Beispiele, daß bei der letzten Staatswahl im Oktober die Ar- bciterpartei von Indiana(welche mitwählte, weil sie noch nicht an die geeinigte Arbeiterpartei sich angeschlossen hatte) gegen 3000 Stimmen abgegeben hat, von denen im amtlichen Wahl- berichte blos 2— 300 erscheinen, lieber die richtige Auslegung der Verfassung bestehen Partcistreitigkeiten, welche nicht wenig dazu beigetragen haben, den Bürgerkrieg zu schüren, und denen durch eine Neugestaltung längst hätte ein Ende gemacht werden sollen, wenn die Absichten der Väter der Republik wirklich noch von ihren Enkeln getheilt würden. Wie sehr in einer so kurzen Zeit, als fünfzehn Jahre sind, der Geist und die Gestalt eines Staatswesens sich verändern können, beweist der Musterstaat der Union, Massachusetts, von dem man vor dem Kriege m Wahrheit sagen konnte, es gebe in seinem ganzen Gebiete keine Armuth, keine Roth, keine un- geschulte Jugend, keine Bestechlichkeit, keine großen Gegensätze, wohl aber offenen Sinn und offene Beutel für jedes Fortschritts- streben. Und jetzt ist es der Musterstaat der amerikanischen Bourgeoisie. Die amtliche Statistik des(jetzt abgesetzten) Generals H. Ä. Oliver beweist, daß die Mehrzahl der Arbeiter ihre Familie nicht mehr erhalten kann, ohne den Nebenverdienst von Frau und Kind in der Fabrik zu Hilfe zu nehmen; daß 60,000 Kinder ohne Schulunterricht aufwachsen; daß in größter Ausdehnung ein erbarmungswerthes Proletariat besteht; daß die Gesetzgebung allen Vorschlägen ein taubes Ohr leiht. Außerdem wissen wir, daß die Klassengegensätze dort zu einer mehr als europäischen Schärfe sich entwickeln, daß mau das hungernde Proletariat wie Hunde niedergeknüppelt hat in Fall River, tiefer im Lohne herabgedrückt hat als anderswo, und daß dieser Staat, der der Union so viele große und edle Staatsmänner geliefert hat, von der bestochensten und gemeinsten Sippschaft von Politikern ver- treten wird. So wenig helfen gegenüber dem Wachsen des Privatreich- thums unter kapitalistischem Großbetriebe alle weisen Bürgschaf- ten einer geschriebenen Verfassung und aller anerzogene demo- kratische Volksgcist, alle edlen Absichten der StaatSgründer und alle Durchschnittsbildung der Massen. Es giebt keine andere sichere Bürgschaft der Freiheit und Gleichheit, als die Verbannung des Zufalls der Geburt und der Glücksumstände aus der menschlichen Gesellschaft. Unter tausend Menschen ist kaum einer, dessen Charakter einer großen Gunst oder Ungunst der zufälligen Lebenslage Stand halten kann. Eine Communisten-Farm. (Fortsetzung statt Schluß.) Diese giftigen Gegner hatten theils als gewerbsmäßige Po- litiker, theils als„Gründer" Ursache, die deutschen Abolitionisten zu verfolgen. Durch geschickte Unterhändler hatten sie die Herren vom aufgelösten Adelsverein bei ihrer Ehre gefaßt, ihnen vor- gestellt, sie müßten etwas für die von ihnen in's Elend geführten Deutschtexaner thun, und sie könnten das am besten, wenn sie noch 20,000 deutsche Bauern auf dem von ihnen verwirkten Lande ansiedelten, welches ihnen von der Legislatur zurückge- aeben werden sollte, und wenn sie für 200,000 Dollar Antheil- icheine an eiuer beabsichtigten Eisenbahn nehmen wollten. Was aber dem Adelsvereine verschwiegen wurde, das war, daß die Gründer sich den Sklavenhaltern verpflichtet hatten, vorher alle deutschen Abolitionisten aus dem Lande zu treiben, nur sklaverei- freundliche Ansiedler einzuführen und die beabsichtigte Eisenbahn nicht den deutschen Landestheilen, sondern den östlichen, am 1 dichtesten von Sklavenhaltern besetzten, zu Gute kommen zu i lassen. Dieser schuftige Plan, auf welchen die Herren vom Adels- verein angebissen hatten, würde, wenn ausgeführt, die 20,000 Deutschen in's tiefste Elend gestürzt und alle deutschen Sklaverei- feinde ihren Gegnern hilflos preisgegeben haben. Glücklicher- weise ward er zu früh ausgeplaudert und durch die Spalten der „San Antonio-Zeitung", die allen hervorragenden Mitgliedern j des Adelsvercins zugeschickt wurde, vereitelt. Ja, soviel wirkte diese Enthüllung, daß seitdem Jahre lang kein Auswandererschiff, deren sonst 10—12 jährlich in texanischen Häfen zu landen pflegten, mehr dorthin von Bremen, Hamburg und Antwerpen auslief. Eine andere Schurkerei wurde von amerikanischen Sklaverei- freunden begangen. Diese hetzten die Lipan-Jndianer, eine sehr kriegerische Apachen-Völkerschaft, welche bis dahin im Dienste der Vereinigten Staaten gestanden und immer Freunde gewesen waren, zu einem erbarmungslosen Vernichtungskriege gegen die weit zerstreuten, meist freistaatlich gesinnten deutschen und ameri- kanischen Grenzansiedler, und binnen einem Jahre gingen diesen für eine halbe Million Pferde und Rindvieh, sowie viele Men- schenleben verloren. Alle Vertheidigungsmaßregeln gegen diese Unholde wurden von den zahlreichen Grenztruppen der Union mehr gehindert als befördert. Diesen und anderen Verfolgungen wichen zuletzt die deutschen Sklavereifeinde— viele wanderten aus, andere gelobten Reue, und ihr Plan war vereitelt. Die Zeitung, welche der Schreiber dieses herausgegeben, wurde eine Vertheidigeriu der Skla- verei. Wenn man nach dem Erfolge urtheilt, so war dieser Plan allerdings verfehlt. Und doch darf man dies nicht, wenn man nicht die meisten in der Geschichte unterlegenen Freiheitsbestre- bungen verurtheilen will, welche dennoch später Frucht trugen. Dies war 1856. Nur fünf Jahre später sahen die texanischen Deutschen den großen begangenen Fehler ein, als die Südstaaten, und mit ihnen Texas, von der Union abfielen. Jetzt suchten sie, natür- lich bei dem Mangel aller Führer vergebens, der Union und der Freistaatsidee treu zu bleiben. Aber sie waren ja den Sklaven- Haltern von allem Anfange verdächtig gewesen und mußten jetzt, ohne Unterschied der Parteifarbe dafür büßen, indem sie un- schädlich gemacht wurden. Tausende von ihnen mußten außer Landes fliehen und froh sein, im Dienste der Union Regimenter zu bilden; Tausende wurden theils niedergemacht, theils einge- Iperrt, theils gezwungen, im verhaßten Dienste der Sklaverei die Waffen zu ergreifen; die Meisten verloren Hab und Gut. Das deutsche Texas hat sich, selbst nach dem Siege der Union, nicht wieder von diesem Schlage ganz erholen können. Die Ver- räther aber haben sich fast alle durch die natürlichen Folgen ihrer Feigheit, Habsucht und Niedertracht zu Grunde gerichtet. (Schluß folgt.) i Valentin in Noth. Der 27. Oktober des Jahres 1876 Wied für alle Zeiten schwarz angestrichen sein im Kalender des weltberühmten Reichs- tagsschlußmachers. An diesem verhängnißvollen Tag erstattete er seinen Wählern Bericht über seine„Reichstagsthätigkcit", und siehe da, Herr Valentin ward zu leicht befunden, und die Wähler gingen scharf ins Gericht mit ihrem weltberühmten Abgeord- uetcn, dessen Weltbcrühmtheit aber durchaus nicht nach ihrem Geschmack ist. Lassen wir die„Thüringer Freie Presse" die tragikomische Geschichte erzählen, wie Valentin vergebens nach einem Valentin ausschaute und ohne einen Valentin mundtodt und(parlamen- tarisch) mausctodt gemacht wurde. Am 27. Oktober, so schreibt unser Thüringer Parteiorgan, erstattete der bisherige Vertreter unsres(des Schwarzburg- Sondershausener) Wahlkreises, Herr Valentin, vor einer zahlreichen Versammlung in Arnstadt Bericht über seine Thätig- keit im Reichstage. Obgleich die Versammlung um 7 Uhr aus- geschrieben war, hatte sich doch eine große Zahl Arbeiter und Kleinhandwerker eingefunden, denn sie wollten den Mann, welcher durch seine Thätigkeit im Reichstage eine so tragikomische Be- deutnng erlangt hat, auch in Figura kennen lernen, sie wollten hören, wie er als Feind des freien Wortes, als Henker der Redefreiheit im Reichstage, seine Thaten den Wählern gegenüber begründen, und wie sich seine Anhänger hierzu verhalten würden. Unser Valentin, der nun nach eigenem Geständniß nur ein Mal während der ganzen Periode ein paar Worte geredet, weil ihm zum Reden das Zeug fehlt, erzählte der Versammlung noch einmal, was dieselbe schon längst durch die Presse wußte,— nämlich, was der Reichstag Alles beschlossen habe. Valentin begann damit, die Fortschritte(!?!) zu zeigen, welche während der letzten Sessionen in der Gesetzgebung erreicht wor- den seien. Das Landsturmgesetz, die Regelung der Controlver- sammlungen, das Gesetz über Majorenni.ät, das Markenschutz-, das Civilehe-, das Bank-, Hilfskassen- und Postgesetz pries er in buntem Durcheinander als die Errungenschaften der liberalen Partei. Ich, dachte Valentin, gehöre�ur liberalen Partei, Sozialpolitische Uebersicht. — Heber Russisch-Polen ist der Belagerungszustand verhängt; an der Weichsel und an der Grenze von Gallizien werden 300,000 Mann aufgestellt, während die russische Ope- rationsarmee, welche per Eisenbahn nach der Donau dirigirt wird, 350,000 Mann betragen soll. Das friedliebende„Väter- chen" hat jetzt seine Maske abgerissen und zeigt dem etwas ver- dutzten Europa sein eisernes Gesicht. Nach den neuesten Depeschen soll zwischen Oesterreich und England ein völliges Einvernehmen herrschen, im Falle eines russischen Ueberfalles die Türkey und sei es auch mit Waffengewalt, zu unterstützen. So stünden wir also doch am Vorabend einer großartigen europäischen Metzelei. Welche Rolle Deutschland dabei zu spielen gezwungen ist, haben wir schon oft angedeutet; es ist an Rußlands Politik gefesselt, weil eine russisch- französische Allianz die sofortige Folge einer Loslösung Deutschlands von der russischen Politik sein würde. Das ist die natürliche Folge der Annexion von Elsaß-Lothringen — die anderen Mächte können mehr oder weniger die Politik und sei es auch nur, daß ich Hausknechtsdienste versah und jedem Reichsfeind auf Geheiß das Wort abschnitt. Er gestand offen, daß mit Ausnahme der Sozialisten sich alle Parteien zu diesem Zwecke an ihn gewandt hätten, ja, weil sich eben kein anderer Abgeordneter dazu gebrauchen lassen würde. Ueber das Civil- ehcgesetz äußerte sich derselbe wie solgt: Man habe sich vielfach beklagt, daß durch dasselbe der kirchliche Sinn abgenommen habe, was leider nicht die Schuld des Gesetzes sei. Also nicht einmal den Muth hatte Valentin, die Folgen des Gesetzes, das er kurz zuvor als eine Errungenschaft pries, zu vertheidigen. Ganz gleichgültig und ohne jede Bemerkung theilte er auch die That- fache mit, daß die Regierung die Zinsen des Jnvalidenfonds f nicht aufgebraucht habe. Hatten wir uns schon in Valentin eine Person vorgestellt, die nicht weiß und nicht schwarz, nicht warm, nicht kalt sei, so blieb er aber dennoch mit seinen Eindruck, den er auf uns machte, weit hinter unfern Erwartungen zurück. Glückliches Schwarzburg, du kannst stolz sein auf deinen ' Vertreter, denn dir ist das Glück beschieden, den an Unfähigkeit größten Mann in den Reichstag gewählt zu haben, welcher durch � seine Thätigkeit, indem er von allen Parteien nur als„Schluß- > wacher" benutzt wird, nicht nur allein sich, sondern auch den Wahlkreis, wo er gewählt wurde, der Lächerlichkeit und dem Gespötte preisgiebt. Aber auch selbst seine eignen Anhänger schienen wenig erbaut über seine Thätigkeit zu sein, denn kein Laut des Beifalls ließ sich vernehmen, als Valentin geendet. Nach ihm sprach Bock aus Gotha, der von den hiesigen Wahl- comitös der Arbeiter und Kleinhandwerker für die nächste Reichs- tagsperiode aufgestellte Candidat. Derselbe kritisirtc in unbarm- herziger Weise die Thättakeit des Herrn Valentin, die nur darin l bestanden habe, alle oppositionellen Parteien mundtodt zu machen, indem er zu diesem Zweck in zwei Sessionen nahe an 300 Schluß- antrüge gestellt habe. Um seine Arbeit zu erleichtern, habe Herr Valentin ein Packet gedruckter Schlußanträge von einem Libe- ralcn erhalten. Es sei vor allen Dingen Pflicht eines Abgeordneten, seinen Wählern Bericht darüber zu erstatten, wie man bei jeder Frage � im Reichstage gestimmt, ob für, ob gegen und von welcher An- ficht man hierbei geleitet worden sei, um aus diese Weise sich der freien Hand befolgen, während Preußisch-Deutschland unver- wandt nach Petersburg blicken muß, von wo es seine Befehle empfängt. — Herr Kutschbach ist entrüstet über uns! Wenn Leute eine Niederlage erlitten, wenn sie sich gründlich blamirt haben, so suchen sie gern einen Sündenbock, dem sie Niederlage und Blamage aufladen möchten. So geht es auch dem großen Re- datteur und Orateur Kutschbach aus Cassel, der uns folgenden Brief zur Veröffentlichung zuschickt: „Redaktion des Tageblatt und Anzeiger für die Provinz Hessen. Cassel, den 15. November 1876. Herr Redakteur! Sie erwähnen, wie auch nicht anders zu erwarten stand, in der heutigen Nummer Ihres Blattes die am 7. d. M. stattgefundene Disputation zwischen Herrn Pfannkuch und mir über das Thema:„Kapitalistische und sozialistische Produktionsweise", indem Sie das betr. Referat der hie- sigen„Freien Hessischen Zeitung" zitiren und gleichzeitig dazu bemerken, daß ich mir kurz vor der Disputation verschiedene Schriften aus der Leipziger Genossenschaftsbuchdruckerci ver- schrieb,„um in wenigen Tagen den Sozialismus so gründlich studiren zu wollen, daß ich in öffentlicher Rede gegen den- selben kämpfen könne". Ich habe darauf zunächst zu erwi- dem, daß ich nicht erst seit gestern und heute den Sozialismus studirt habe, daß ich mich vielmehr schon seit Jahren ein- gehend damit beschäftige, wie meine zahlreichen, gegen den So- zialdemokratismus gerichteten Artikel beweisen. Allerdings verschrieb ich mir die von Ihnen näher bezeichneten Schriften, allein ich besaß dieselben zum Theil schon früher, hatte sie schon früher gelesen und nur durch den Umstand, daß ich voriges Jahr eine Reise in's Ausland machte, deren Dauer ich bei dem Antritte derselben noch nicht besttm- men konnte, weshalb ich den größeren Theil meiner Bücher— darunter verschiedene sozialistische Schriften— als unnöthigen Reiseballast theils verschenkte, theils verkaufte, kam es, daß ich nicht mehr im Besitze der gewünschten Bücher war. Trotzdem besaß ich schon vor meiner Bestellung eine Auswahl sozial- demokratischer Werke, um die mich mancher Sozialistenführer beneidet hätte. Die Bestellung geschah um einiger Citate willen, die, wie ich mich von früher her erinnerte, in einigen der betr. Schriften enthalten waren und die ich zur Illustration meiner Rede recht gut verwenden konnte. Was sodann das Referat in der„Freien Hessischen Zei- tung" betrifft, so habe ich zu bemerken, daß das genannte Blatt eine Tendenz verfolgt, die es fraglich erscheinen läßt, ob man dasselbe noch ztt den anständigen Zeitungen zählen darf, i Bald die agrarischen und conservativen, bald die par- tikularistischen und ultramontanen Prinzipien ver- tretend, macht es auch mit der sozialdemokratischen Par- tei gemeinsame Sache, sobald dies nur ihren Zwecken dienlich (Herr Müller, der Redakteur dieser Zeitung, erklärte ja auch in der pp. Disputation öffentlich, daß er kein„Antisozialist" sei.) Sie werden daraus ermessen, wie viel Werth ich auf die Kundgebungen jener Zeitung lege. Schließlich erkläre ich auf das Entschiedenste, daß ich mich in keiner Weise durch die Entgegnungen des Herrn Pfannkuch, welcher übrigens, nebenbei gesagt, einige der bekannten Sozia- listenführcr als exaltirte Köpfe bezeichnete und solcher Gestalt dieselben verleugnete, besiegt fühle. Ich werde im' Gegentheil nach wie vor unenttvegt fortfahren, gegen den Sozialdemokratismus mit Wort und Schrift anzukämpfen. Auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes vom 7. Mai 1874 ersuche ich Sie, diese Zeilen in die nächste Nummer Ihres Blattes aufzunehmen. Kutschbach, Redakteur des Casseler Tageblattes." Zunächst hätte Herr Kutschbach sich die Mühe sparen können, sich bei seinem Wunsch um Aufnahme vorstehenden Schreibens auf den Paragraph 11 des Prcßgesctzes zu berufen; alsRedakteur mußte er auch wissen, daß wir nicht verpflichtet sind, den ganzen Brief zum Abdruck zu bringen, da derselbe(wenn das überhaupt eine Berichtigung ist, daß Herr Kutschbach uns entgegen be- hauptet, schon seit Jahren den Sozialismus eifrig studirt zu haben) nur in seinem ersten Theilc eine solche enthält. Wir nehmen den famosen Brief nämlich sehr gern auf, da wir gewiß sind, daß derselbe bei unseren Lesern eine gewisse Heiterkeit er- regen wird. Wir wollen zu obiger„Berichtigung" nur bemerken, daß uns die Kutschbach'sche Niederlage nur um so empfindlicher erscheint, wenn Herr Kutschbach schon seit Jahren den Sozia- lismus studirt hat— dann zeugt die Niederlage von einer nicht sehr großen Denkfähigkeit des geehrten Herrn, oder aber— und Herr Valentin leicht hinweg gegangen. Das Landstnrmgesetz könne nur die liberale Partei als einen großen Fortschritt preisen, das Volk in seiner Mehrheit sei gegentheiliger Meinung; das Volk erwarte Erleichterungen der Militärlast, während die libe- ralen Parteien der Regierung behilflich seien, dem Volke neue Lasten aufzubürden und Deutschland zu einem Militärstaat zu machen, welcher die Kräfte des Landes verzehre und das Volk dem wirthschaftlichen Ruin entgegenführe. Weil die Sozialisten für eine Erleichterung der Militärlast eintreten, schelte man sie Reichsfeinde. Das Markenschutz- und Bankgesetz sei nur für Großindustrielle und Großhändler, für die besitzende Klasse von Vorthcil, das Volk, namentlich der Arbeiter, Kleinhandwerker und kleine Landmann habe keinen Nutzen davon; nicht viel besser sei es mit den übrigen Gesetzen bestellt. Das Civilehegesetz sei nicht der Jniativc der liberalen Partei entsprungen, sondern der verfehlten Politik Bismarcks, den Ein- fluß der llltramontanen im Volke zu brechen. Dies sei in das Gegentheil umgeschlagen, und jetzt bedaurc man schon den Schritt, wie auch Herr Valentin bewiesen, daß er der Klage, daß der kirchliche Sinn im Volke abgenommen, nur damit cutgegenzu- treten wüßte, daß dies leider nicht die Schuld des Gesetzes sei. Wäre die liberale Partei wirklich freisinnig, so müßte sie sich freuen, daß das Volk endlich anfange, sich von pfäffischem Ein- fluß frei zu machen, gleichviel ob von protestantischen Pietisten oder katholischen Jesuiten.— Daß eine solche freie Sprache den Vorsitzenden der Versammlung, den liberalen Rechtsanwalt Bärivinke und seinen Freunden nicht gefiel, bewies erstcrer da- durch, daß er Bock unterbrach und darauf hinwies, daß hier nicht der Ort sei, eine Wahlrede zu halten. Bock erklärte, daß dies auch nicht seine Absicht sei, sondern nur die Thättgkcit des Abgeordneten Valentin zu kritisiren, er wolle sich jedoch kurz fassen. Bock sprach weiter: Daß die Zinsen des Jnvalidenfonds nicht aufgebraucht worden seien, liefere gegenüber den Hunderten von Nothrufen der Invaliden in allen Zeitungen den Beweis, daß die Sparsamkeit hier nicht am Platze sei. Die Offiziere seien mit Pensionen reich bedacht, während der gemeine Soldat, tvenn er invalid wurde, mit 1 M. 10 Pf. abgespeist wurde. Die Liberalen hätten 1870 dem Volke in Waffen reichen Dank für r dies ist wohl das Richtige— von der Wahrheit der sozialisti- scheu Ideen, gegen welche Herr Kutschbach unserthalben Tag und Nacht weiter ankämpfen mag— er kennt ja wohl den alten Vergleich vom Monde, der sich um das Hundegebell nicht küm- merk und aus stolzer Höh' sei» mildes Licht der Erde unbeküm- mert weiter zusendet. Unser Bericht war allerdings der„Freien Hessischen Zeitung" entnommen, welche nach Herrn Kutschbach's Auslassungen ein agrarischies, conservatives, partikularistisches, ultra- montanes und sozialdemokratisches Blatt sein soll— auf die Kundgebungen eines solchen Blattes legt Herr Kutschbach keinen Werth. Desto mehr Werth wird derselbe deshalb wohl auf die jhmdgebungen eines geachteten nationalliberalen Blattes legen, auf die Kundgebungen der„Hessischen Morgen- zeitung". Dieses Blatt schreibt über die beregte Disputation folgendermahcn: „Cassel, 8. Nov. Gestern Abend fand die mit so großem Pomp angekündigte Disputation über das Thema„sozia- listische und kapitalistische Produktionsweise", zwischen den tcrren Redakteur Kutsch bach und Schreiner Pfannkuch statt. ie Räume des Thaliatheaters waren, der Bekanntmachung zufolge, zur Hälfte mit Sozialisten, zur anderen Hälfte mit Antisozialisten dicht besetzt. Das sozialistische Bureau war gleich bei Eröffnung der Versammlung gebildet, die Formation des antisozialistischen, welches schließlich aus nur 2 Personen. statt der üblichen drei zusammengesetzt wurde, ging ziemlich schwer von Statten. Alsbald begann der antisozialistische Redner seinen Vortrag. Wer aber mit der Erwartung hin- gegangen war, von Herrn Kutschbach eine begeisterte, schwung- volle, überzeugende Rede gegen die Irrlehren der Sozial- demokraten zu hören, der mußte sich doch recht bald gewaltig getäuscht sehen. In einer farblosen, affectirt larmoyan- tenSprache begann Redner aus den vor ihm ausgebreiteten Heften einige wohl nicht nur wegen seines Organs bei den Meisten unverständlich gebliebene Deduktionen, und brachte es dadurch fertig, die Versammlung fast Drei Viertelstunden nicht allein zu langweilen, sondern ihr gleich- zeitig Veranlassung zu geben, darüber nachzudenken, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn der Redner solche Weisheit für sich behalten hätte. Nach einer kurzen Pause erhielt der Redner der Sozialisten, Herr Pfannkuch, das Wort. Seine Vortragsweise stach vortheilhaft von derjenigen seines Herrn Vorredners ab. Wenn wir auch nicht zugeben können, daß die Beweisführung für die Richtigkeit der sozialistischen Anschauungen überall stichhaltig war, so gestehen wir gerne ein, daß in dem Vortrage einige recht gute Gedanken enthalten und in annehmbarer Weise entwickelt wurden. Aber auch hier gab es„Nichts Neues vor Paris". Redner wußte mit einer nicht uninteressanten Wiederholung des sozia- listischen Programms sein Publikum zu fesseln. Nachdem Herr Pfannkuch ca. IV« Stunde gesprochen hatte, erhielt Herr Kutschbach zur Replik das Wort. Niemals ist uns ein Redner in jammervollerer Verfassung entgegen- getreten, als Herr Kutschbach, welcher von seiner Wissen- schast, die er sich unterm Arm vom Hause mitgebracht hatte, nunmehr vollends verlassen und sich selbst überlassen wurde. Jeder fühlte die große Niederlage, welche Herr Kutschbach sich zugezogen hatte, zu deutlich. Wenn wir nun auch, insoweit es sich um die Person des Herrn Kutschbach handelt, jedes scharfen Tadels uns gern enthalten möchten, so können wir doch nicht unterlassen, noch ausdrück- lich dagegen zu protestiren, daß der Vorgang im Thaliatheater mit unserer politischen Partei in Vcr- bindung gebracht wird. Unsere Partei, die zu vertreten wir allezeit bereit waren,— die nationalliberalc Partei, — so erklären wir, hat Herrn Kutschbach ein Mandat zu der sogenannten Disputation nicht ertheilt. Wir erklären, daß es nur das Ergebniß einer irrigen, thatsächlich falschen Anschauung sein kann, wenn gesagt wird, daß Herr Pfannkuch der national- liberalen Partei ein Sedan bereitet hat. Wenn es auch sehr zu bedauern bleibt, daß Herr Kutschbach die Stirn hatte, einer die Welt bewegenden schlimmen Idee mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln öffentlich entgegen zu treten, so wider- fährt ihm volle Gerechtigkeit, wenn er in diesem Kampfe unter- liegt. Es folgt daraus nicht, wie es wohl mit Rücksicht auf die gesellschaftliche und Berufsstellung des Herrn Kutschbach irrigerweise geschlossen werden könnte, daß er sich Namens der nationalliberalc» Partei und damit diese selbst blamirt hat. Dennoch wird letztere dem Herrn Kutschbach Angesichts der bevorstehenden Reichstagswahlen wenig Dank dafür wissen, .daß er sein Licht in dieser Weise leuchten ließ, anstatt es unter den Scheffel zu stellen. Es gehört nun allerdings eine große Unverfrorenheit dazu, berg des Betruges für schuldig befunden; der Gerichtshof wenn Herr Kutschbach angesichts der einmüthigen Verurtheilung hat ihn zur Ausweisung aus Rußland verurtheilt. A«� seiner unfreiwilligen Komik, die er in jener Versammlung vor- fArmum geführt hat, sich setzt noch, wie er es in obigem Briefe thut, auf das hohe Pferd setzt; sehr leicht entdeckt man aber, daß das „hohe Pferd" eine verzweifelte Aehnlichkeit mit der Rosinante des weiland hochoerühmten Ritters von La Mancha hat.„Und damit Gott befohlen!" — Freiheit und Weisheit in Oesterreich. Die„Gleich- heit" erscheint, wie immer, mit großen Censurlücken— diesmal sind's vier, was wohl die Durchschnittszahl sein dürfte. Im gleichen Schmuck der schneeweißen Unschuld prangt der„Arbeiter- freund"(in Rcichenberg). Freilich er hat bloß eine Censur- lückc, aber eine gehörige! Hena, alla Leonta! Nur eine, aber einen Löwen von einer Censurlücke. Und welch' staatsgefährliches Thema ist da dem österreichischen Polizeigenie zum Opfer ge- fallen? Niemand wird's errathen. Der erste der von uns veröffentlichten Douai'schen Artikel über Geld! Es ist zum Todt- lachen! Und doch sehr erklärlich, daß der Staat der absoluten und permanenten Geldlosigkeit in einem Artikel über das Geld eine Beleidigung findet. Eine der Stellen, welche Haupt- sächlich„verschnupft" hat, ist folgende: „Der Staat selbst hat nie Geld genug, um nur seine noth dürftigen Auslagen zu bestreiten. Es fehlt ihm stets an Geld für die Schulen' und Volksbildung, für die Landesvertheidigung, für die allgemeine Gesundheitspflege, für Häfen-, Canal- und Wegebauten, für die vernünftige Pflege der Wälder, für die An- läge auswärtiger Ansiedlungen aus Gcmeinmitteln, für Zwecke wissenschaftlicher Forschung, für Ermunterung und Belohnung des Ersindungsgeistcs, für seine Unterbeamten-- ha mit welcher Wollust würde der Staat seinen armen über- arbeiteten Unterbcamten reiche Gehälter auswerfen, wenn er nur könnte! wie fürstlich würde er seine armen abge- rackerten Schullehrer bedenken, wenn ihm seine Mittel das erlaubten!" Man fürchtet, daß der Artikel den„armen überarbeiteten Unterbcamten", den„armen, abgerackerten Schullehrern" zu Ge ficht kommen könnte! 0 sauet» shupUeitas! — In ob es dem schlauen Fuchs eingefallen wäre, im Falle seine, Freisprechung in Rußland zu bleiben!? Da bietet doch unser biederes Deutschland, das Land der Tessendorffe, viel größere Aussicht auf neuen Gründererfolg; Stroußberg wird gewiß schon bald des Reiches Hauptstadt, Berlin, mit seinem Besuche be ehren.— Anzunehmen ist wohl, daß bei dem Urtheil der Rubel ein sehr bedeutsames Wort mitgeredet hat. antwortlichcr Weise mit den Jnvalidenpensionen gegen die armen Invaliden(gemeine Soldaten, Unteroffiziere k.), während sie der Regierung jede nur denkbare Forderung bewilligt. Auch die Gründer in der liberalen Partei wurden im Vorbeigehen ge- kennzeichnet. Zum Schluß wandte sich Bock an die zahlreich anwesenden Gegner, sie möchten einen Mann wie Valentin, der(ch on im Meininger Kreis deshalb nicht wieder gewählt worden sei, weil man bei der ersten Wahl seine Fähigkeiten überschätzt, auch in Schwarz- bürg nicht wieder wählen.„Stellen Sie uns einen Gegner gegenüber, es soll uns recht sein, aber ich bitte Sie, stellen Sie einen—„Mann"— auf. Ich habe, so sagt Redner, noch c, st Oesterreich-Ungarn ist die„Cultur" doch noch etwas weiter her als in Deutschland. In Deutschland sperrt man z. B. brodlose Arbeiter zeitweise blos ein; in Oesterreich- Ungarn dagegen kann es passiren, daß man Leute, die kein an- deres Verbrechen begangen haben, als das, keine Arbeit zu fin den, wo keine ist, nicht nur einsperrt, sondern auch in Ketten legt und halbtodt prügelt. Man lese folgenden Bericht der Buda- pester„Typographia:„Conditionslos, daher gezwungen, Arbeit zu suchen, befanden wir uns auf dem Wege von Wien nach Graz, da wir Aussicht hatten, in letzterer Stadt Beschäftigung zu finden. In dem Städtchen Gloggnitz erhoben wir, als dem Buchdrucker- Gehilfcnverband angehörig, mit unserer Arbeiterkarte die übliche Reise- Unterstützung. Da jedoch der dortige Kassirer, Herr Scherbl, sich keiner besondern Sympathie(da derselbe im Ge- ruche steht, ein Sozialist zusein) von Seiten der Polizei erfreut, wurden wir beim Verlassen der Wohnung von den Herren Gen- darmen, die schon sozialistische Verschwörungen oder dgl. wittern mochten, ohne Weiteres verhaftet und vor den gestrengen Herrn Bürgermeister geführt, welcher ganz erstaunt, nachdem er in un- scre Quittungsbüch er Einsicht genommen, in die Worte ausbrach: „Also ganz Deutschland haben Sic schon abgebettelt!" Hierauf erklärten wir, daß unser Verein nicht staatsgefährlich und von der k. k. Regierung bewilligt wurde, und daß es immer besser -ei, wir unterstützten uns gegenseitig, als wir fielen den Gemein- den zur Last. Doch alles Reden war vergebens! Nach der An- ficht des Herrn Bürgermeisters und des Gendarmen galt dies nur— als Bettelei. Man übergab uns dem Bezirksgerichte in Neunkirchen, wo ein Protokoll aufgenommen und wir odann ohne Weiteres nach Wien befördert wurden. Ohne jed- welches weitere Verhör wurden wir den sechsten Tag nach unserer Festnchmung nach Preßburg überführt, wo das k. Ungar. Aus- land beginnt; von da ab erlebten wir greuliche Dinge. Nach mehrtägiger mühevoller Reise langten wir in Jgmand an, aber welcher Anblick enthüllte sich unseren Augen, als der dortige Käfig ich öffnete! Der Fußboden war mit Ziegeln gepflastert, Stroh wurde keines gegeben und mindestens 1 Zoll hoch lag der Schmutz, Koth und Unrath. Nichtsdestoweniger wurden wir gezwungen, auf dem Erbodcn zu liegen. Wir ersuchten zwar um einen Besen, um de» Käfig zu reinigen, dies war aber nach den Begriffen der Frau des Pandurcn unnöthig, und als wir energisch nach dem Richter verlangten, entschwoll den Lippen der Megäre ein Redeschwall von Schimpfwortcn, die kein Lexikon aufzuweisen im Stande wäre. Endlich erschien der Richter in Begleitung des Kisbirä(Klcinrichter) und eines Pandureu, bewaffnet mit Knit — An die Parteigenossen! Wie offiziös mitgetheilt wird, sind die Behörden angewiesen worden, die Anlegung der Wahllisten so zu beschleunigen, daß dieselben Anfangs December der gesetzlichen Einsicht der Wähler unterbreitet werden können, damit sofort nach Ablauf der jetzigen Legislaturperiode des Reichs- tages(10. Januar 1876) die Wahlen stattfinden können. Für die Partei- und Gesinnungsgenossen erwächst nunmehr folgende Pflicht: 1) Darauf zu sehen, daß die den Hausbesitzern zur Eintra- gung aller Wahlberechtigten Seitens der Behörden übergebenen Listen jedem Einzelnen zur Eintragung seines Namens vorgelegt werden. Wahlberechtigt ist jeder Deutsche, welcher bis zum Tage der Auslegung der Listen das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat. 2) Haben die Partei- und Gesinnungsgenossen darauf zu sehen, daß eine genaue Durchsicht der Wahllisten, sobald sie öffentlich ausliegcn, stattfindet. Zu diesem Zwecke müssen sie die Durchsicht so organisiren, daß Einer das genaue Namensverzeichniß von möglichst vielen Gesinnungsgenossen anfertigt und dieses mit der offiziellen Liste vergleicht und Diejenigen, deren Namen fehlen, sofort benach- richtigt, damit sie reklamiren. Jeder Wähler ist an dem Orte, wo er seinen Wohnsitz hat in die Wahlliste einzutragen und hat das Recht, sich der Eintra- gung seines Namens zu vergewissern. Jeder, dessen Name am Tage der Wahl nicht in der Wahlliste steht, hat kein Stimmrecht; Reklamationen am Wahltage gelten gar nichts mehr. 3) Empfehlen wir den Parteigenossen sofort bei den Orts- behörden vorstellig zu werden, daß die Wahllisten auch an den betreffenden Sonntagen auf einige Stunden wenigstens zur Ein- ficht ausliegcn. Es ist wichtig, daß vorstehende Rathschläge von allen unseren Genossen gewissenhaft befolgt und weiter verbreitet werden. — Aus Ucckendorf theilt uns Parteigenosse Westerkowsky mit, daß ihm bei einer Haussuchung, die durch den dortigen Amtmann in Begleitung eines Gensdarmen vorgenommen sei, die im Jahre 1373 verfaßte Tölcke'sche Broschüre eonfiscirt wor- den sei. Ferner habe man 9 Mitgliedskarten des früheren Allge- meinen Deutschen Arbeiter-Vcreins mitgenimmen. lieber sol- chen Pflichteifer muß man allerdings lächeln.— Ferner theilt uns Westerkowsky mit, daß Parteigenosse Kühl aus Duisburg als Candidat des Bochumer Wahlkreises zum Reichstage von unseren Parteigenossen aufgestellt worden ist. — Parteigenosse Hillmann in Hamburg meldet, daß er wegen Preßbeleidigung nicht zu drei Monaten, sondern zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt sei. Dagegen habe er Berufung eingelegt. Correspondenzeu. Äus Hrokörittannien. Glasgow, 10. November. Der große Lock-out der Baumwollenspinner von Nord- und Nordost- Kancashire scheint für diesmal abgewendet.— Die Arbeiter nhlen sich dem angedrohten Gewaltstreich ihrer liberalen Fa- brikpaschas, welcher 80,000 christliche Lohnsklaven mit Eintritt des Winterfrostes auf das Pflaster werfen würde, nicht gewachsen. ie haben ihre Ankündigung, sich vom 1. November au nicht mehr an die 25 Jahre alte„Blackburn Standard Preis-Liste" halten zu wollen, zurückgezogen und auch ihre Bereitwilligkeit erklärt, die Strikenden der einzelnen Fabriken zur Wiederauf- nähme der Arbeit zu bewegen. Diese Erklärung wird von den Baumwoll-Bashi-Bozouks als eine bedingungslose Unterwerfung betrachtet: sie werden nun ein Comits, von gleicher Anzahl wie das der Arbeiter ernennen, um mit Letzterem in Berathung ein- zugehen, wie etwaigen erwiesenen Unregelmäßigkeiten der Black burn-Standard-Liste abgeholfen werden könnte. Jedoch wird von Seite der„Meister" in eine solche Verhandlung nur mit dem ausdrücklichen Borbehalte eingetreten werden, daß die etwaigen Abänderungen keine Lohnerhöhung einschließen dürfen.— Es ist fraglich, ob sich die Herren Arbeitgeber Angesichts der nicht wieder an's Reinigen ünsers Asyls, sondern schliefen vor Mattigkeit, Schmerzen und Hunger ein. Durch Ratten und sonstiges Ungeziefer im Schlafe gestört, zündeten wir einen gefundenen Kerzenstumpf an; doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirth gemacht, denn der Pandur stürzte, plötzlich herein, und ohne Etwas zu fragen, wurde uns wiederum in fühlbaren Streichen das Verbot des Lichtanzündens auf den Rücken geschrieben. Da alle guten Dinge drei sind, so erhielten wir statt des Frühstücks wegen einer ganz gerechten Forderung noch einmal eine Tracht Frage„. niens reifer, oder eine Verbindung dieser Gewerkvereine bereits vollzogene Thatsache wäre. Jedenfalls hat die fortwährende Veychleppung dieser Frage und die unentschlossene Haltung der leitenden Persönlichkeiten gegenüber derselben nicht zu Gunsten der Arbeiter gewirkt, sondern ist ganz dazu angethan, die hoch-' civilisirten Kapitaltürken in ihrer gewaltthätigen Haltung zu er-' muthigen. Haben doch die Herren Arbeiterführer, die ganzes zwei Vertreter im Parlament haben, erst kürzlich nichts Ge- wegen einer ganz gerecyren-l°r°erung �Stande'chcudteres zu thun gewußt, als eine neue politische Organisa- Achtung genug vor unseren- Volke, selbst vor unseren Gegnern,! �en uns�auf den Mßen�zu Wten. M t dem Morgengruße:"°n zu bilden„zur Erreichung einer �" Reg-eru..g si.r d.e um zu wünschen, daß Herr Valentin u. keinem andern Kreis ge»( findet he lundc und treibt sie'wie die Ochsen!" ginZs. wieder wÄ östlichen Quartieren ihrer Industriestädte blicken würden, sie 1 bätten aenua vor der eiaenen Thüre zu kehren!— Hunde und treibt sie � o-l------- cwr»« , eine Station weiter. In 48 Stunden hatten wir blos ein paar �rren, u sichern und die Abgcord-; n(te Semnieln als Nahrung bekommen und litten entietzlichen wählt wird. Den Reichstag vor Er»!üdungWW>>W��>................ ncten davor zu wahren, daß sie nicht zu viel sprächen, um ihre> Hanger,"bis sich'der"uns begleitende Bauer erbarmte und uns Gesundheit zu schonen, sei die Aufgabe eines Arztes, nicht aber Erlaubniß gab. im Dorfe Nahrung zu erbetteln. Dies ge eines Volksvertreters. Valentin erhielt seine Strafe; wie ange- donnert saß er da. Ist denn kein Valentin da? mochte -innerlich seufzen. Aber ach! kein rettender Engel in eines andern Valentin fand sich, um ihm, der in so vielen_______________j_ scheu Momenten Jeden durch einen Schlußantrag aus seiner Ochsen getrieben peinlichen----——jr-'*—*•.......«�<�1.■" ruf eine Schlimmste wußte Valentin nichts zu entgegnen. Den andern Morgen Ztadthauskeller verbrachten Nacht zum„Rapport" gestellt, wur- sah man Herrn Justizrath Valentin ohne jede Begleitung, ver- 0ync Weiteres entlassen. Dies die wahre Thaftachc, zu "--....... v_____ r____ r• err___ ix.«.«... �, 7. cv � o 1 1 f 1 rf\"OfSnsf 5 nüchterung Platz gemacht ...... gg, ihren Gegendemonstrationen die Bevölkerung zu erwärmen, allein man hat angefangen, einzusehen, daß die Regierung in der oricnta- "" p einer wenigstens den englischen Interessen entschie- lan verfolgt und ist geneigt, ihr freie Hand zu ''''"" statt-! lassen von allen Freunden, auf dem Bahnhof in Arnstadt. Hatte keiner der zahlreichen Freunde ein Stündchen übrig, um den Abgeordneten des eigenen Wahlkreises soviel Höflichkeit zu er- weisen, ihn bis an den Bahnhof zu begleiten?— Oder fühlten sie sich Alle beschämt, mit ihm zu gehen, weil er als Justizrath der wohl kein Roseufcld, Eomnientar Schriftsetzer." nöthig ist. wur" gelassen. Lord Beaconsfield(Disraely) hat bei dem gestern statt ■c habten Lord Majors Bankett in Beantwortung des Toastes auf 1 c* fs Deuticb Adolf das Wohl ihrer Majestät Minister Gelegenheit ergriffen, die Po-' �"' litik der Regierung während des verflossenen Jahres zu über- blicken und darzuthun, daß sich dieselbe keiner Jnconsequenz --- r"....... �'.._____ vrt ,*•» und Rcichstagsabgeordnetcr nicht einmal im Stande war, einem Pix Kultur" eine erbärmliche, srcchverlogcne Phrase, wie überall " wo Militarismus und Kapitalismus den Korporalstock schwingen Wdsttrrei'ch-Ungarn steht auf der höchsten Stufe der modernen M Äe v« einem JälTfe, W Cultur"— wie Deutschland, Oosterrcich- Ungarn-st auch cin � �mch der Regierung die Auftechthaltung des Pariser Ver- „Rechtsstaat"— wie Deutschland; und in Oestcrrclch Ui.garn ist hie ysntearität' des türkischen Reiches sicherstellt) und Schuhmacher Rede zu stehu?________ ü Diese reichsfeindlichen Gedanken drängten sich uns beim An-; jfich mit dem Geldsack rasseln. blick des armen verlassenen Valentin auf.-„ Armer Valentin!— vr. Stroußberg ist ;ur Freiheit skau Kaden den vr. Strou trags(der die Integrität' des türkischen Reiches sicherstellt) und die Erhaltung des europäischen Friedens.....- Als im Ms- nat September durch die Bemühungen Englands ein Waffenstill- stand von der Pforte gewährt worden war, sei große Aussicht auf „verurtheilt" Herstellung des Friedens gewesen. Allein die Serben, durch die ~~ liberalen„EiK-""1'3 i�"-..M.>e0nas in England zu dem Glauben 1] verleitet, daß Großbritannien seine Politik zu ihrem Gunsten"Pcichcnbrand, 13. November. Am vergangenen Sonnabend ändern werde, brachen den von ihnen selbst erbetenen Waffen- fand hierorts eine Volksversammlung statt, in der unser stillstand und machten so jede Friedensverhandlung unmöglich. Reichstagsabgeordncter Johann Most in einem zweistündigen — Bezüglich des russischen Ultimatums" sagte Lord Beacons field:„Wir haben gehört, daß er(der Waffenstillstand) durch ein Ultimatum erreicht worden sei. Das ist ein häßliches Wort. Ein Ultimatum kommt mir gerade so vor, als wenn ein Mann eine Schuldklage in dem Augenblick vor Gericht brächte, wo der volle angesprochene Betrag bezahlt worden"...—(Gelächter). -- England war also jedenfalls den Russen zuvorgekommen. Gegen Schluß seiner Rede bemerkte Lord Beaconssteld:„Eng- land ist keine aggressive Macht... Allein wenn es zum Schla- gen kommen sollte so möge man bedenken, daß kein Land so kriegsbereit ist, wie das unsere, denn es gibt kein Land, dessen Hilfsquellen so groß wären wie die unseren in einer gerechten Sache.—(Schluß f.) g. Mbeck. Bei uns hat man es von Seiten der Behörde recht eilig mit der Reichstagswahl. Am 10. d. M. hat der Senat schon die Bekanntmachung behufs Wahl eines Reichstags- abgeordneten erlassen und zugleich als Wahlcommissarius den Se- nator Dr. Brehmer ernannt. Die Liberalen haben wieder Dr. Klügmann als Candidaten ausersehen; von unserer Seite ist bekanntlich Parteigenosse Hartmann aus Hamburg aufgestellt. Eine Rührigkeit ist nur bei uns zu merken und es haben auch schon mehrere Versammlungen statlgesundcn. LibcralcrseitS hat brs jetzt noch keine Versammlung stattgefunden und ist auchZnoch kein Schritt an die Ocffentlichkeit gethan worden. Bei reger Agitation ist ein Sieg wohl für uns in Aussicht, besonders da die Schiffszimmerer und Hafenarbeiter im Gegensatz zu der vorigen Wahl zetzt ganz auf unserer Seite stehen. Düfsekdsrf, 6. November. Eine große sozialistische Wahl- Versammlung fand gestern in dem Saale des Herrn Fischer, Für Miiiuier-Chöre. Im Verlag von Emil Sauerteig in Gotha ist zum LiedercyeluS Vortrage, unter gespanntester Aufmerksamken der Anwesenden � erschienen: über„die Thatcn des deutschen Reichstages und die bevorstehen- 7' i"t n V- STU/t V f rft den Wahlen" referirte. Da in Reichcnbrand seit Jahren keine»rr. I. wUU�Vt-'.JUlt| U'. Volksversammlung mehr stattgefunden, Most überhaupt noch nie m 3 Comp, von G. Scholz. � � hier gesprochen, so konnte es selbstverständlich an sehr zahlreichem! Preis im Cyclus Part. mit 4 Stlmmen M. 1,50, 4 St.~t. 1,00, ra„„.,L„I.a Preis auger Cyclus Partitur M. 2,00, lese Stimme 2e> Pf. Besuche nicht feylen. Auch Gegner aus den Nachbarorten waren Gegen Einsendung des Betrags erfolgt freie Zusendung.(2a)(100 erschienen, unter Anderem auch Mitglieder des liberalen Wahl comites aus Chemnitz; trotz wiederholter Aufforderung des Vor Die zweite Auflage von Most, Bastille am Plötzeusee, ist so- eben erschienen. Preis im Buchhandel 1 M., für Arbeitervereine bei fall, den Most für seinen ausgezeichneten Vortrag erntete, die 5ür btn Verlag ist übernommen die vom Verfasser autorifirte Gegner belehren, datz für pe unter unserer Bevölkerung nichts � deutsche Uebersepung von zu holen sei. Nachdem Wiemer in kräftigen Worten den An- Llssagaray, Üistolro de la Commune, erste authentische wesenden die Wiederwahl Most's empfohlen, wurde die Ver- Geschichte der Commune. sammlung unter lebhaften Hochrufen auf Most geschlossen. Braunschweig, 6. Oktober 1876.(3c) W. Bracke jr.(270 Stettin. Am 31. Oktober fand hier eine zahlreich besuchte. Erschienen ist soeben die 3.(letzte) Lieferung von: öffentliche Arbeitcrvcrsammlung statt, in welcher Herr Wißmann! QpfsPIT ItITih'rTflitlPtT aus Hamburg über die heutige Krisis zu großer Zufriedenheit! unv AC,v/vi4\.u aller Anwesenden referirte. Än der Debatte betheiligten sich die. ra r.... Parteigenossen A. Schulz, Bigolb und Müller, die sich in lz>eNe?lllö dem Sinne des Referenten aussprachen. Hier in Stettin wird Die Kämpfe der Varifer Commune. nunmehr angesichts der Wahlen die Arbeiterbewegung wohl mehr Nach de» Auszeichnungen seines Adjutanten. u' Sllch komm-n; es sehst uns h.er an Reduern. so daß es sehr m bem?ottrait Dombrowsky's und einem Facsimile seiner wunschenswcrth Ware, wenn wir öfters mit auswärtigen Rednern Handschrift bedacht würden. Mit sozialdemokratischem Gruß Frühere Besteller der ersten und zweiten Lieferung werden ersucht, E..Icuctow. ihre Aufträge auf die 3. Lieferung rechtzeitig einzusenden. Wir de- «.» rechnen denselben die bekannten Preise. * zl! t. �- llCT- vroiizNanmc; Im Weiteren werden nur noch Complett-Exemvlare abgegeben. Aus allen, oft sehr entfernten, Gegenden Deutschlands ergehen Auf. Preis derselben 75 Pfg., Porto 10 Pfg., gegru baar. Der zahl- abhalten kann. Chemnitz, 10. November 1876. Jul. Vahlteich. Alexanderstraße statt, woran sich etwa 600 Personen betheiligten, ftrderungm an die sozialistischen Abgeordneten, Versammlungen abzu- � reiche Absatz der beiden ersten Lieferungen verbürgt auch im Weiteren Der Saal reichte nicht aus nin alle Zuhörer aufzunehmen, und t ni�r �bhasten Verkauf dieses werthvollen Gcschichtswerkchens. NiVt, Mllüten„nnerri�teter(ZnrfM- wieder fnrtnphen fSr vRlntif o�ber IN der Uingcgeild von Chemnitz, nirgends Versammlungen Wicdcrverkäufer erhalten den üblichen Rabatt. Leipzig, Mitte November 1870. Die Expedition des„Vorwärts". Färberstraße 12/11. : EleganteEinbanddecken � für die„Neue Welt" sind a Stück 1 Mark gegen baar oder Nachnahme(excl. Porto) durch Unterzeichnete und die Buchbinderei von K. Zanfen, ! Universitätsstraße Nr. 16 zu beziehen. Colporteurc undFilialcrpeditioncn erhalten bei Parti:- Briefkasten der Expedition. W. Bogs, Bromberg: Wtrmchn sind von uns nicht empfohlen worden. Vielleicht haben S'e in einem schweizerischen Blatte eine Empfehlung der Volksbuchhandlung Zürich gelesen?— I. Grombaß, Simbach a. J.: Marx Kapital wird nur im Ganzen ab gegeben. Sattler Adolf Kierstein wird schleunigst um Adresse gebeten. Josef Grombaß, Simbach a./J. Viele mußten unverrichteter Sache wieder fortgehen. Hr. Blank eröffnete die Versammlung; gewählt wurde zum Vorsitzenden Herr Hartmann, zum Schriftführer Menkner. Danach betrat Herr Reichstags-Abgcordneter Wilh. Hasselmann aus Barmen die Rcdnerbühne und referirte über die Reichstagswahlen und die letzte Legislaturperiode des Reichstages. Der Abgeordnete für Barmen-Elberfeld schilderte in nieisterhafter Rede die Stel- lung der Sozialdemokraten zu dem Scheinparlamcntarismus und Liberalismus und schloß nach andcrthalbstündigem Vortrage unter dem lebhaften und anhaltenden Beifall der Anwesenden. Darauf forderte Herr Rodenberg die Versammlung auf, recht kräftig im Sinne der Sozialdemokratie zu wirken, und verkündigte Hrn. Hasselmann als Reichstagskandidaten für unfern Wahlkreis. Herr Hartmann empfahl alsdann den„Düsseldorfer Volks- freund" als geeignetstes Mittel zur Aufklärung der Arbeiter und Herr Röttger trug schließlich ein stürmisch applaudirtes sehr interessantes Gedicht vor. Nach Schluß der Versammlung ver- einigten sich die Anlesenden zu gemüthlichcr Unterhaltung. Fr. Blenk. Spandau. Nachdem der hiesige Festungscrweiterungsbau an den Mindestfordernden für Mk. 130,000 unter dem Kosten- anschlag vergeben; nachdem nun diese Arbeiten auch begonnen haben, so ist immer noch ein bedeutender Arbeitsinangel vorhan- den. Viele ehemalige Fabrikarbeiter haben schon Monate lang„.„.. I... keine Arbeit und selbst die Arbeitenden müssen in einzelnen Fa- i8,10;. 1,95. Hch briken taaweis feiern. Anck der Akkordlobn bei dem Sckanren- ���L.rpa�' hk-r Ann 4°70 Gwwtz Schr. �.25?|rm Quitttung. A. Sch Glasgow Ab. 5,00. Nk hier Ann. 0,60. Rdlph Hannover Ann. 1,00. Hrrmnn hier Schr. 2,50. C. Ullrch bezug entsprechenden Rabatt. Michelstadt Schr. 15,00. W. Mllr Mannheim Ab. 21,00. C. Schb Es empfiehlt sich bei Einzelbezug Einsendung von Briefmarken Alt-Staßfurth Schr. 9,00. I. Nhl Solingen Schr. 20.00. Ullrch Leipzig. Mitte November 1876. Ronneburg Schr. 5,05. H. KUnr Saalfcld Ab. 29.50. P. Krwz Os-(C.i.jiASiftntt her MFele" nabrück Schr. 9,00. Ullrch Osfenbach Ab. 20,00. Lrnz hier Schr. vtl.„Jitllnl i3Clt. 2,00. Bchhm hier Ab. 2,00. Crlsn Altona Ann. 3,00. Grbnstn.!_ järberftraße 12/11._ Lindenau Schr. 4,70. Schnn Salbe Ab. 4,10. Mllr Salbe Schr.' briken tagweis feiern. Auch der Akkordlohn bei dem Schanzen 6» ift bei»»d»wer-,«.bei,»°be S'ei»-»- biZ-us! W.'W. Schr zu karren), ein sehr niedriger von ungefähr Mark 2,2o bis 2,35. Btnschn Lautenbnrg Schr. 3,40. Fndsn Meuselwitz Schr. 7,50. Mk. 3,50 pro Tag. Selbstverständlich laboriren auch alle Ge ff Lindenau Schr. 4,10. Schnn Salbe Ab. 4,10. Mllr Salbe Schr.! 3,76. Grd Stötteritz Ab. 20,10. Gldmr Geringswalde Schr. 0,00.-vltlHllllsl. Sinn Coburg Ab. 9,00. F. Fllrmnn Brcmerhafen Schr 21,05. Schld Straßburg Ab. 14,30. W. Sri St. Johann Schr. 13,00. Schlr. � rufc* Frohinaiin Schr. 2,60. Wllr Darmstadt Schr. 25,00. Frnff Sachsen- Hausen Schr. 0,25. Hrsch Stuttgarts Ab. 7,20. Kchnrthr Hof Ab. i«j/J, I � »» M......'ü f>u Soeben erschien: .dSu m ofe Dackel schäfte durch die Krisis. In der Potsdamer Borstadt steht des- wegen manche Wohnung leer und zu erwarten ist, daß der Win- ter diese Ucbel noch bedeutend vermehrt.— Unsere Arbeiter, die aus Mangel an Arbeit nach Serbien gingen, sind zu Folge Nachrichten vielfach schon enttäuscht, indem die Versprechungen Altona. Salon. .........„,„ Großes Concert und Ball zum größten Thcile nicht erfüllt wurden. So zerreißt der inter-! arrangirt von den Schneidern Altonas unter gefälliger Mitwirkung nationale Wolf, der Kapitalismus, aus Habgier das Familien- der Liedertafel Liberte und des Dkeatcrelubs Eintrackit leben, die Liebe zur Heimath, trotzdem er sich immer mit dem Mantel der Moralität und des Patriotismus umgiebt.— Bei der in diesen Tagen stattgehabten Controllversammlung wurde durch deii leitenden Offizier resp. Feldwebel zu einer Collekte zur Be- schaffung� eines Reichsschwerts zum 70jährigen Dienstjubiläum des deutschen Kaisers anaereat. Die meisten Webrlcute und Pnngr Bremen Ab. 42.10. Mrgur. Treuen Schi UW.' Mllr Levomg Sozial- demokratisches Wahlflugblatt Nr. 7 für de» Ab. 8,40. Grhrd Haßloch Schr. 1,70. Hbsch Gröbzig Schr. 6,00. i 10., 11., 12., 13. Ulld 14. sächsischen Wahlkreis. Inhalt: Die Finanzlage der Leipziger Commune.— Correspondenz. Montag, den 20. November, in Koppelmann's — Schaffst— Zuchthaus.— Fackclfunken. Preis per Stück 5 Pf., Wicdcrverkäufer erhalten hohen Rabatt.. — Bestellungen bei der Expedition des„Vorwärts", Färber» straße 12, Leipzig. Verlag der„Fackel". der Liedertafel Liberte und des Thcatcrclubs Eintracht. Kassenöffnung: 7 Uhr. Anfang: 8 Uhr.— Karten im voraus 5 30 Pf. sind zu haben an allen bekannten Stellen. Kassenpreis: 40 Pf. Damen allein 15 Pf.(530) ________________ DaS Comitö.[300 WlfrMTil IT(5F Qi-ntfi Montag, 20. November, 411 IL IUI � Villi U jn Meiers Ballhaus, große Kreiöerg, 0. November, gat begonnen, und den Schuhmachern Altonas u. St. Pauli.' kö stssh uniereri-'� verschiedene Versammlungen abgehalten-2,40) Das Comite. worden, die uns sämmtlich den Beweis lieferten, daß wir bei Arbeiterverein energischer und eifriger Agitation auf den Sieg rechnen können. V�DlUlCUHlp. Montag, 20? d. M., Generalversammlung Als hcsonders hemmend für eine geregelte Agitation muß die Waldschlößchen(Rosenhalle). Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht; Thatsache erwähnt werden, daß es in den meisten Orten unseres 2. Vorstandswahl; 3. Anträge ,c.(50 Wahlkreises an Organisation vollständig mangelt; dies gilt na- Zahlreiches Erscheinen erwartet_ Der Vorstand.(2b) mentlich von dem südöstlichen Distrikt— Frauenstcin und Um- j Sonntag, den 19. November, Nachmittags 3 Uhr, gegend. In Frauenstein selbst ist eS nur auf die Bcrichterftat- ftld/ll/Ul. im Saale„Zur grünen Eiche": tung Geib's hin möglich, eine Versammlung zu Stande zu �DffäDm'VtmiltfinteT bringen. Versammlungen in dieser Gegend zu arrangiren lst(„cvrwvcr.svuumuiu»z. sehr zeitraubend, da Niemand vorhanden ist, der sich zur Ein-. Tagesordnung: Deutschlands politische Parteien und die nächste berufung bcrgiebt. Außerdem hat der hinter Schönhals erlassene i Reichstagswahl._ Die E.nberufer.[60 BERLIN, SO., Kaiser Franz-Grenaäier-Platz 8a. Zur N. Dcber-\ 0 nähme von � Druck- Auf.riron N. ftj,-s'» jeder Art und jeden /. I-n.f.ne-, n>-i Zeitungen, V» Zeitschriften, Werke, Broechü-\<7, ren, Suituten etc. cmpftoplt sich die\■ Allgemeine Deutsche Associations- EucMruckerei � (Eingetragene Genossenschaft) .unter Zusicherung prompter u. reellory Bedienung bei soliden Preisen. s DArapikraft-Betricb a. Doppol-y �denzen jeden Genres � Karten, Circu- i�laire, Avise� jf BERLIN, SQ., Kaiser Fraiiz-GreMer-Platz 8a. „Steckbrief" seine Dienste gegen uns gethan. und verschiedene.. arftmt.-r Allgemeiner Deutscher Gipser- u. Wirthe, welche uns ihre Lokale schon versprochen hatten, nahmen � tipvlUlOUty�--4lllvilVl, Stuckatcur Verein. ihr Wort zurück. Trotz diesen für uns sehr nachtheiligcn Vor- Sonntag, 19. November, Nachmittags 3'/- Uhr, im Salon zum kommnissen ist es uns gelungen, in einer Anzahl von Orten Ver- Roland, Jakobstraße Nr. 19:________________________ sammlungcn abzuhalten und zwar mit durchgängig gutem Mitglieder-Versammlung. Im Verlage der Genosscnschastsbuchdruckerci Leipzig ist erschiener. Erfolg: in Wcißenborn, Frciberg, Halsbrücke, Mulda, Tagesordnung: Fortsetzung der Discussion. Organisation betr. und durch uns zu beziehen: «eichM, Br-unsd°.s.»d Z-tS-». i Mt die frltlttf fifttttt Ärüder. Alle Zuschriften den Allgemeinen Deutschen Gipser, und Stuckatcur- l Inhalt: 1. An das Volk der beherrschten Klasse, von Felix Pyat. Verein betr. find an den v-bigen zu richten.__[1,00 xx Die Arbeiterdelegation bei den Weltausstellungen. GpinZin Allgemeiner Deutscher Schneidervercin. Preis vr. Exemplar 15 Pf. Montag, 20. lltovember, Abends 8 Uhr: Bcrsamm- Arbeiter und Parteigenossen! Laut Beschluß des Gothaer Sozialisten- lung, im Thüringer Hof(Burgstraße).(40! Songresses ist der Gesammtertrag dieser aus dem Französischen über- Gäste willkommen. D. B., setzten Schrift sür den Druck der Berichte der ftanzösischen Arbeiter- Leipziger Bürgert, crein.' delegation nach Philadelphia bestimmt. � Montag. 20. November, Abends 8 Uhr, Bersawm-;..„Kaufe sie Jeder von Euch! Verbreitet sie nach Kräften I Indem schon Alles besorgt, da wurde uns in letzter Stunde der Saal wieder abgesagt. Wir fordern darum die Oederaner auf, sobald als möglich Schritte zu thun, damit das Versäumte nachgeholt werden kann. Außerdem fand Sonntag den 5. November eine Kreisversammlung in Bräunsdorf statt. In derselben wurde beschlossen, das Centralcomite von Hainichen nach Frei- berg zu verlegen. Die Freiberger Genoffeit haben sich dieser Aufgabe unterzogen und werden mit ganzer Kraft dahin wirken, daß unser Candidat F. W. Fritzsche iu Berlin siegreich aus der Wahlurne hervorgehe; aber auch die übrigen Parteigenossen des Wahlkreises dürfen die Hände nicht in den Schooß legen, sondern müffen' thatkräftig mit eingreifen. Hauptsächlich aber müssen die Genossen Sorge tragen, daß dem Centralcomitö 'Mittel zugeführt werden; denn die Agitation kostet Geld. Darum, Parteigenossen, veranstaltet überall freiwillige Sammlungen für den Wahlfonds und sorgt dafür, daß die Versammlungen regel- ' mäßiger stattfinden können, denn auch die Gegner fangen an sich aufzuraffen. ! Alle Gelder und sonstige Zuschriften sind zu senden an A. ' Lange, Stollnhausgasse 66, Frciberg. i Parteigenoffen, thue Jeder seine Schuldigkeit! Mir sozialdemokr. Gruß lung in„Stadt London", Nicolaistraße. Der Borstand MO: Schlachtendonncr des unheiligen Krieges zwischen dem sinkenden fran- � zösichen und dem sich erhebenden deutschen Empire habt Ihr nicht ver- . gessen, daß die französichen Arbeiter Euere Brüder sind. Beweist Ein tüchtiger Korbmacher auf geschlagene Arbeit kann sofort in ihnen, die so oft und so heldenmüthig sür unsere gemeinsame Sache Arbeit treten bei Hermann Marx in Saarbrücken.(2b)(60 für Euch gekämpft und gelitten haben, beweist ihnen jetzt durch diesen -- kleinen Tribut der Dankbarkeit, daß Ihr im Siegestaumel der Herr- ! schenken Klassen die Dienste nicht vergessen habt, welche das französische Proleiariat den Unterdrückten aller Länder, welche cS der Menschheit Protokoll des Sozialisten-Congresses zu Gotha vom 19. bis 23. August 1876. Einzelpreis 30 Pf.; bei Bezug von 10 Expl. und mehr ü 25 Pf!'' ttrveditiou uni> Bücktianbluna des'Vorwärts" das Stück. Das Kreuzbandporlo, welches mit eingesandt werden muß, urpemnou unv»utssponeiunji oro„Normane beträgt auf 1-4 Expl. 10 Pf., auf 5-8 Expl. 20 Pf., aus 9-10 Expl._ g.eipziq, pamtltt. i-;u.- 30 Pf. Bezug nur gegen baar oder Rachuahme. i Beranlworilicher Redakteur: W. Hascnclcver in Leipzig. Bcilclluilgcn sind zu inackien beim Sekretariat der Redaktion und Expedition Färberstraße 12/11. in Leipzig. geleistet hat,— daß Ihr Euere Feinde kennt und Euere Freunde— daß Euer Geist, Euere Thatkraft der Grenzpfähle spottet,— daß Euer x schlägt für d,e französischen Brüder!"z�!») 7�