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Das zurückbleibende Volk wäre nicht im Mindesten zahl», die Arbeiter nöthigt, den Schuldschein zu verzinsen und ärmer an wirklichen Gütern geworden, sondern nur reicher. Es schließlich zu tilgen, was erst in Zukunft geschehen kann, so ver- brauchte die Ausgewanderten nicht länger glänzend zu unter- �pfändet er noch ungethane Arbeit, was» er nicht thun würde, t-'i——"" m* wenn er frei wäre; und die wirklichen Bezahler des Schuld schcins, die Arbeiter, werden nicht befragt, ob sie ihn bezahlen wollen, sind mehrcntheils noch gar nicht geboren. Der Gleich- werth, der dem Darleiher der hundert Thaler gegeben wird, ist also nur in der Einbildung vorhanden. Aus diesem Grunde halten, übermäßig zu bereichern und knechtisch zu bedienen. Die Arbeitsmittel, das Land, die Bauten, Verkehrsanstalten und ihre Erträgnisse könnten sie doch nicht mitnehmen; mit Hilfe dieser Arbeitsmittel würden die Arbeiter ihre Verlassenheit prächtig ertragen, und durch eine neue Gesetzgebung verhüten, daß sie je wieder ausgebeutet würden. Der Reichthum der Natton würde verdienen die Staatsschuldscheine und ähnliche Werthe den Namen ansehnlich wachsen und nicht länger aus vcrnichtbaren Schein- Scheinwcrthe. Es find aber noch ganz andere Gründe später zu> werthen, sondern aus lauter Gebrauchswerthen bestehen. erwähnen, weshalb sie diesen Namen verdienen. Das Vorstehende wird wohl genügt haben, um das Wesen Betrachten wir demnächst den hohen Bodcnwerth. Es ist' der Scheinwerthc klar zu machen. Aber es bedarf noch des ganz natürlich, daß ein fruchtbarer Boden werthvoller ist als Weiteren, um die ungemeine Schädlichkeit derselben zu ein unfruchtbarer, weil dieselbe Arbeitszeit auf dem ersteren mehr«•""" M 1's»" Erzeugnisse liefert als auf dem letzteren, und daß ein Bauplatz in guter Handelslage werthvollcr ist, als einer im abgelegenen Gebirgsrhale, weil jener bessere Gelegenheit zur Verwerthung von Arbeitszeit giebt als dieser. Allein es ist nicht natürlic Obenan in dieser Hinsicht steht der Umstand, daß das arbeitende Z! Volk, daß der einzelne Arbeiter nicht weiß, von wo der auf ihm lastende Druck ausgeht. Es ist meist Niemand da, welcher für das Elend des Arbeiters verantlvortlich gemacht, und von Ivelcher Erleichterung Mielben verlangt werden könnte. Der Arbeiter. dessen Verzinsung und Abtragung ihm übermäßigen Schweiß oder Strafhaft verstorben, so ist die Entschädigung den Personen, nannte Parteigenosse Dreesbach treffend die nationalliberale Partei. Er erwies dies auch schlagend genug durch folgende Ausführung: „Als zwischen Deutschland und Frankreich im Jahre 1870 der Krieg ausbrach, als uns nach den bekannten Thatsachen der kostet, kann nicht den Inhaber der Urkunde dafür in Anspruch welchen dadurch der vom Beschädigten zu erwarten gewesene nehmen; denn dieser wird ihm sagen: überall anders, wo ich Unterhalt eutgeht, zu gewähren. mein Kapital anlege, bekomme ich Zinsen dafür, und jeder Z 512. Dem Staat steht das Recht zu, sich an demjenigen, Andere, von welchem du Geld borgst, wird dieselben Zinsen. welcher die Haft des Beschädigten aus Vorsatz oder aus grober Krieg von Napoleon erklärt wurde— wir müssen es ja glauben, nehmen. Fahrlässigkeit veranlaßt oder verlängert hat, schadlos zu halten.> daß die Franzosen den Krieg ansingen— da bedurfte Deutsch- § 31 hinter„Ehrenamt" einzuschalten: land Geld, und es wurden 120 Millionen Thaler zur Führung Außer der entsprechenden Reiscvergütung erhält der, des Krieges vom norddeutschen Reichstage bewilligt, welche durch Schöffe für jeden Tag, an welchem er sich in Funktion ein Anlehen bei den Kapitalisten aufgebracht werden sollten. befindet, aus der Staatskasse eine Entschädigung von j Man hat aber Wochen lang laborirt, um jene Zeichnung voll- fünf Mark, ständig zu machen; es zeigte sich zu deutlich, daß der Patriotis- Z 32 Absatz 1 anstatt„das dreißigste Lebensjahr" zu setzen: mus der Liberalen genau bis zu ihrem Geldbeutel ging. Was Der Verkäufer eines Ackers oder Bauplatzes, welcher dem kaufbegierigen Arbeiter den höchstmöglichen Preis abpreßt, thut nur, was jeder Verkäufer einer Waare zu thun pflegt. Der Staat, der die vielleicht kaum erschwinglichen Steuern eintreibt, um seine Schulden zu verzinsen und zu tilgen, kann nicht anders handeln, so lange die Gesetzgebung im Interesse des Kapitals und nicht der Arbeiter eingerichtet ist. Der Arbeitgeber, der den Lohn herab- und die Länge des Arbeitstages hinaufschraubt und in Absatz durch Maschinerie und Arbeitstheilung die Arbeit sdes Lohnsklaven immer einträglicher für sich selbst macht und immer erschöpfender für diesen, kann sich damit entschuldigen, daß die Arbeitgeber durch den Mitbewerb unter sich und den der Arbeiter unter einander genöthigt sind, so zu handeln, oder aber auf ihren rechtmäßigen Profit zu verzichten. Kurz, in einer kapitalistisch verfaßten Gesellschaft, welche in dem Glauben erzogen ist, daß Zins, Profit und alle Besitztitel' gendermaßen zu fassen: auf die Arbeitsfrucht Anderer rechtmäßig, heilsam und nothwendig �— 1 find, wofern sie nur nicht durch gesetzlichen Zwang eingeschränkt werden, in einer solchen Gesellschaft ist kein Einzelner für Aus- beutung selbst der unmenschlichsten Art verantivortlich. Gegen das, was das Gesetz Betrug, Diebstahl, Raub oder Freiheits- entziehnng nennt, gewährt das Gesetz noch Demjenigen Hilfe, der es anzurufen die Macht hat; für gesetzlich erlaubtes Unrecht jener Art aber, und wäre es vielfach ärger, sind Alle, selbst der Benachtheiligte, mitverantwortlich— also Niemand insbesondere. an den man sich halten könnte. Selbst eine gewaltsame Staats- Umwälzung seitens der Ausgebeuteten kann nicht wirklich helfen, wenn nicht die große Mehrheit aufgehört hat, kapitalistisch zu denken. Hat sie dies aber, so wird sie unnöthig. (Schluß folgt.) das fünf und zwanzigste Lebensjahr, statt„2 volle Jahre" zu setzen: sechs Monate. Absatz 3 zu streichen. Absatz 5 zu streichen. 3. in§ 34 den Absatz 8 zu streichen. 4. in§ 35 den Absatz 6 zu streichen(siehe§ 31). 5. in§ 40 den 4. Absatz:„die Wahl erfolgt:c. ze." war also der Grund, daß jene 120 Millionen nicht durch Zeich- nungen aufgebracht werden konnten? War etwa kein Kapital vorhanden? Durchaus nicht, m. H.! Die Gründe waren einfach die, daß man noch nicht wußte, ob Deutschland oder Frankreich im Kriege Sieger bleiben werde; denn im letztern Falle würde das gezeichnete Kapital für die Darleiher wahrscheinlich verloren gewesen sein. Als aber die Franzosen besiegt wurden und als nach der Sedansschlacht zur Fortführung des Krieges eine neue fol- Anleihe von 100 Millionen nöthig war, da hatten wir das Schauspiel, daß diese Anleihe in 3 Tagen überzeichnet war. Die Wahl erfolgt durch die Einwohner des Amtsge- Weshalb jetzt der Patriottsmus? Nun sehr einfach! Jetzt wußte richtsbezirks. Wahlberechtigt ist jeder Deutsche, der das man, daß der Krieg zu Ungunsten Frankreichs ausfiel, jetzt wußte 25. Lebensjahr überschritten hat. Bis zur näheren man, daß die Franzosen die Kriegskosten und noch viel mehr Regelung durch ein Gesetz finden im Uebrigen die Be- zahlen mußten, man wußte also, daß das von deutschen Bürgern sttmmungen des Wahlgesetzes für den deutschen Reichs- dem deutschen Reich- geliehene Kapital nicht verloren wäre; tag vom 31. Mai 1869 und des Wahlreglements vom deshalb allgemeiner Patriotismus, allgemeine Aufopferung der 28. Mai 1876 für den deutschen Reichstag Anwen-! Liberalen; und dazu noch UV, Prozent Zinsen, m. H., Alles, dung. was Geld hatte, wurde liberal, es gab ja sichere Kapitalanlage (Schwurgericht 6 Titel.) und hohe Zinsen!".... 6. in§ 85 hinter„Ehrenamt" folgenden Satz einzuschalten: Herr Dreesbach hätte noch hinzufügen können, daß die Herrn Außer der entsprechenden Reisevergütung erhält der Liberalen eher ihr Geld den Franzosen als ihrem Vaterlande Geschworene für jeden Tag, an welchem er sich in zur Verfügung stellten, wie dies 2 gerichtlich wegen Hochverrath Funttion befindzt, aus der Staatskasse eine Entschädi- in Berlin verurtheilte, aber nachher begnadigte liberale Kapi- gung von fünf Mark.------»-«•»»<-«...*-—*"~• taliften beweisen, die selbst während des Krieges auf das von Frankreich aufgenommene Anlehen zeichneten.— Tann folgte — Zum Kapitel der„freien" Wahlen theilen wir nach- durch liberales Brüllen provozirte Schließung der Versammlung folgenden Erlaß mit, den der Direktor der Bochumer Gußstahl- und hierüber bemerkt die �Pfälzer Zeitung":„Die Arbeiter fabrik an seine Arbeiter richtete:„Zu der am Donnerstag, den haben in den beiden gedachien Versammlungen �iii Zpeier und 23. d. M., Bormittags von 9 bis Nachmittags 6 Uhr stattfinden- � Neustadt) die„Gebildeten" beschämt, sie haben sich auf dem den Stadtverordneten-Wahl sind vom hiesigen Bürger-Comitä, parlamentarischen Boden gehalten und den systematischen Unter- dem sich auch der Bochumer Verein angeschlossen hat, die Herren: brechungen gegenüber eine staunenswerthe Mäßigung gezeigt. Harpe, 4) Generotzky, als Kan Nnr dieser allein ist es zu danken, daß es nicht zu Thätlichkeiten tri* � A r»t W ff /> tMTT£> r TT VTTTrS SrtÄ fÜ VPT Ptt Sf»cä r�PftTTOvS fit*» rttvt 1) Kampmann, 2) Enders, 3) Harpe, • t t ■ l : 5 t n t- J u 1:a ); V <1.«I '! U !): i Sozialpolitische Uebersicht. — Die dritte Lesung des Justizgesetzes, die am Man- tag beginnen sollte, ist auf Mittwoch verschoben worden. Man d« ist mit dem Compromiß noch nicht fertig; und einige hals- \i starrige Majoritätsmitglieder, die nicht über den Bismarck'schen WWW WWW IWWWWWW l Stock springen wollen, müssen erst— fügsam gemacht werden.— didaten für die 3. Abtheilung aufgestellt. Indem ich Sie hier kam. Allgemein wird das sttiederschreien des Gegners für ein , Zu den Justizgesetzen bringen die sozialistischen Abgeord von benachrichtige, erwarteich, daß Sie nur diesen Kan-'Zugeständnis; der eigenen Schwäche, für die eigene geistige r neten folgenden Antrag ein: didaten Ihre Stimme geben. Sie sind unter Nr..... der Bankerott- Erklärung angesehen." Abänderungsanträge zu den Beschlüssen der zweiten Lesung Wahlliste aufgeführt und wählen... Der Direktor O.Helm- ! der Strofpeoecßordnung. holz." Wenn schon bei den Stadtverordnetenwahlen, die durch Nachstehende Erklärung unseres Freundes Carl l Der Reichstag wolle beschließen: den Census ohnehin beschränkt sind, solche Beeinflussungen vor Hirsch wurde an die„Magdeburger Zeitung" geschickt, ist aber : a) Die Neberschrift des siebenten Buches folgendermaßen zu kommen, welche Uebergriffe werden sich unsere Gegner uicht erst 1 bisher nicht von derselben ausgenommen worden: fassen: bei den Reichstagswahlen erlauben, wo die Stimme des Ärbei fitflÄn?""8' m*n®erfa�ett3 Unb SrJn0bt»Zite�in'der�„Eines der Feuilletons', die Ihr Blatt der Sozialdemokratie ' b)£CiUSiff6WBitt im fifibentett mt i» bilden mit g°nZ energisch Mm dw Znmuthung verwahren anders zu wäh \ Entschädigung zgg 1® demokratischen Partei zurückgetreten seien, und spezifizirt diese v) in diesen Abschnitt folgende Paragraphen aufzunehmen: § 509. Einem Angeschuldigten, welcher in Untersuchungshaft genommen wurde und gegen den entweder das Verfahren einge- stellt oder der freigesprochen worden ist, ist für die ihm in Folge der Untersuchungshaft entstandenen nachtheiligen Folgen für die Vermögensvcrhältnisse, den Erwerb oder das Fortkommen aus der Staatskasse eine Entschädigung für jeden Tag der Dauer der Untersuchungshaft in der Höhe von drei bis fünfzehn Mark zu gewähren. Die Höhe der Entschädigung bestimmt die Civilkammcr des- jenigen Gerichts, bei welchetn die Verhaftung erfolgte oder bei dein der verfügende Staatsanwalt fungirte. Ist die Verhaftung durch den Amtsrichter erfolgt, so bestimmt die Civilkammer desjenigen Landgerichts, dem das betreffende Amtsgericht untersteht, die Höhe der Entschädigung. § 510. Einem zu Strafhaft Verurtheilten, welcher in Folge Wiederaufnahme eines durch rechtskräftiges Erkenntniß geschlosse- nen Verfahrens freigesprochen worden ist, ist für die ihm in Folge der Strafhaft entstandenen nachtheiligen Folgen für die Vermögensvcrhältnisse, den Erwerb oder das Fortkommen aus der Staatskasse eine Entschädigung für jeden Tag der Dauer �er Strafhaft in der Höhe von drei bis fünfzehn Mark zu ge- währen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt dasjenige Gericht, bei ! l welchem die Freisprechung erfolgte. A 511. Ist der Beschädigte während der Untersuchungs- - Spät kommt er. doch er kommt- Tessendorf nämlich! Ä?,? � Jetzt endlich ist die Anklage gegen die Berliner Genossen wegin me�e"r.B?urgeolsblatter nach Par-.s gegangen sei. Fortsetzung eines gerichtlich geschlossenen Vereins erfolgt, und."�d.e mir hier b lhemeyene B zwar in einer Ausdehnung, welche es erklärlich macht, waruni 1 � � nicht umhin, mich bargen zu verwahren, daß ich Herr Tessendorf gar so lange gebraucht, bis er dieselbe fertig durch meine hiesige ournal-st.iche That.gke.t intch von meiner gebracht. Als Angeklagte fignriren: Schriftsetzer Heinsch, Paust Par" auch nur im Genngsten getrennt hatte, oie werden es Grottkau, Heinrich Bakow. Schriftsetzer Greifenberg Albert wohl ebensosehr als ich ,echst uberflumg finden daß ich �hren Baethke, sämmtlich in Berlin anwesend, und außerdem noch �1�.1 über die Wahl meines Arbettsseldes Rechen chaft gebe � W. Hartmann, C. Derossi und I. Auer aus Hamburg, sowie A beschranke mich daher auf die Erklärung daß diese Wahl un H. Braasch aus Altona. Geib fehlt auf der Liste nur weil er Einvernehmen m.t den Leitern meiner Partei und.m Interesse momentan durch das Reichstagsmandat geschützt ist. Der kommt � letzteren ergolgtt. Mein hiesiger Aufenthalt und meine Mit- nach Schluß der Reichstagssession dran. Gegen Derossi, Greiffen- arbeit�richaft an„Bourgeoi. blättern lind a. o nicht ein Zuruck- berg und Geib(für Letzteren nach Schluß des Reichstags) ist �en von der Wirk, amkeit für me.ne Partei, Indern genau das außerdem die Anklage wegen Vergehen gegen Z 128 des Straf- �cgenty�ii. gesetzes angestrengt. Dieser Paragraph lautet: Die Theilnehmer„Ihr Herr Feuilletomst bezeichnet mich ferner als einen an einer Verbindung, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor„Rabbinatskandidaten". �ch muß dieicn Titel ablehnen: ich habe der Staatsregiernng geheim gehalten werden soll, oder in welcher wohl eine Zeit lang u. A. auch Theologie studirt, war aber nie gegen unbekannte Obere Gehorsam oder gegen bekannte Obere Kandidat für irgend ein Amt und am Allerwenigste!! für ein unbedingter Gehorsam versprechen wird, ist an den Mitgliedern geistliches, seit zwölf Jahren bin ich Journalist,>eit 1867 ge- mit Gefängniß bis zu 6 Monaten, an den Stiftern und Bor- höre ich der freien Gemeinde an. sichern der Verbindung mit Gefängniß von 1 Monat bis 1 Jahr„Ihre Unparteilichkeit wird mir, auch ohne daß ich mich auf zu bestrafen.— Wird natürlich lange nicht so heiß gegessen ein Gesetz berufe, den Abdruck dieser persönlichen Berichtigung werden, als Strafantragskochkünstler Tessendorf zu kochen be- gewähren, zumal derartige kleine Ungenauigkeiten, wie ich sie strebt ist. hervorheben mußte, den fcuilletonistischen Werth der in ihrer Art bis jetzt einzigen Arbeit des Herrn Mehring nicht zu beein- — Liberal und national bis zur Geldbeutelfrage trächtigen vermögen. ' l» i. st! i'-stl stk> t' i i'i r. 5 i ist Die natürliche Parteistelluna des Volksschul- thige Sklaven, gottergebene Dulder und stumme Märtyrer zu Seiner Ansicht nach sollte der Lehrer der Neuzeit nicht in machen. ein gegebenes Erzichungssystem eingeweiht werden, er sollte nicht Durch welche Kunstgriffe ihnen dies gelungen ist, gehört nicht zum mechanischen Arbeiten nach bestimmten Angaben und Vor- hierher. Die Thatsache steht fest und läßt sich nicht verkennen: st chriften angehalten, sondern selbst auf die Bahn der freien Ent- Der Glaube an Gott, der Glaube an einen rächenden und be- Wickelung gebracht werden. Er soll selbst erfaßt werden von lohnenden Gott, der Glaube an ein besseres Jenseits sind die dem vorwärts drängenden Zug der Zeit, soll den Hauptstützen der heutigen Gesellschaft, sind die Hauptursachen Muth des freien Denkens erobern, soll das Lessing'sche des Elendes der Massen. Der Glaube ist es in erster Linie,„Streben nach Wahrheit" niemals verleugnen, soll von der der die Menschen an's Elend schmiedet, der sie an jeder freien Menschenliebe getrieben werden, ernstlich und redlich Hand Bewegung hindert. anzulegen zur Lösung der Aufgaben dieser Zeit, soweit Die Schule unter Oberaufsicht der Kirche und im Dienste solche von der Pädagogik gestellt werden, er soll sich versenken der herrschenden Partei, d. h. des„Staates", diese Schule war in die Menschennatur, in die erziehliche und Unterrichtskunst. es, welcher die Hauptrolle in dem großen Werke der Volksver- Das verlangt Diesterweg von seinem Lehrer. Und wie er dummung. zufiel. Die Schule, der die Kinder im bildungs- sich das Verhalten des von der Würde und Bedeutung seines fähigsten Alter überwiesen werden, hat aus den Meisten das ge-, Berufes erfaßten Volksbildners vorstellt, dies hat er am deut- macht, was sie sein sollen, Sklaven, die ihre Ketten küssen, lichsten durch sein eigenes Auftreten bewiesen. Sklaven, die da behaupten, sie hätten der Freiheiten noch zu viele. Nach den Freiheitskriegen war ein gelinder Anlauf gemacht Wäre aber eine solche Schule, wären des deutschen(preußi- worden, das Prinzip der freiheitlichen Entwicklung auf das preu- schen) Schulmeisters„Erfolge" bei Sadowa und im„heiligen Kriege" 1870 möglich gewesen, wenn die Lehrer sich ächte lehrers. Von Karl Schneidt. (Fortsetzung.) : Die Kunst des Aushungerns ist das Geheimmittel, mit wel- ( i u chem die heutige Bourgeoisie ihr schon längst verwirktes Leben ''' immer noch weiter fristet. Man nehme ihr dieses Mittel, und ihr Lebensnerv ist unterbunden; der ganze Körper wird allmäh- | st lieh absterben— abfaulen. [' jst ganzer Bestand abhängt, Aber sie hüten es sorgfältig, dieses Mittel, von dem ihr 'ie sind stets ängstlich bemüht, zu er- ,, fahren, ob dasselbe seine Wirksamkeit noch nicht verloren hat; {': in den meisten Fällen. 'r ''' 1 stets wenden sie dasselbe von Neuem an— und es bewährt sich '.ü in den meisten Blösien Sie wissen andrerseits aber auch, daß der Mensch im natür- lichen Zustande, daß der„Normalmensch" sich ein solches Ex- perimentiren nicht gefallen lassen würde, sie wissen nur allzu- gut, daß ein hungriger Magen keine„Vernunft" annimmt. Und doch, wenn sie selbst ihr faules, üppiges Schmarotzerleben fort- führen sollen, muß das Volk hungern, müssen die Enterbten darben. Da gibt es denn nur den einen Ausweg: Was ein natürlicher Mensch nicht ertragen würde, das er- st.rägt gleichwohl ein eigens zu diesem Zwecke künstlich �präpa- sti andern Welten reifen deine Garben, nheil die ibnen raaene Ausgabe nnr ulliunut verrip ßische Staatswesen zu übertragen. Gleichzeitig hatte sich das WWW. Pcstalozzi'i'che Erziehungs und Unterrichtsprinzip Eingang ver Jünger Diesterweg's hätten nennen können?— Würde sich wohl schafft. Dieser gelinden freiheitlichen Strömung folgte eine jemals der Lehrer nacip dem Herzen Diesterweg's dazu herge- Gegenströmung, zuerst im staatlichen, dann auch im geisttgen geben haben, im Dienste der Gewalt zn arbeiten an dem Werk 1 und Bildungsleben. Unter Friedrich Wilhelm IV. gelangte diese der Volksverdummung?— Könnte ein solcher Lehrer sich Gegenströmung zur vollsten Geltung. Der revolutionäre Sturz wohl entschließen, in den zarten Herzen der seiner Obhut und'der von dem Zeitgeist überholten staatlichen Formen, welcher Sorge anvertrauten Kleinen jenen corrumpirenden Mordspatrio- 1848 erfolgte, erhöhte die in Regierungskreisen bereits vorhan- a*:j.----- 1——......'' geistige Entwicklung. Man die eigentliche Ursache der ----- M....,WI..-M— Umkehr der Wissenschaft!!" seine höchste Aufgabe sein sollte, zu demüthigen Sklaven des Natürlich mußte bei seiner Entschiedenheit und Unbeugsamkeit «...___ die Sct.ule zur Lieferungs und Tressurannal: für„gute Die Beantwortung all dieser und ahnlicher �r.gen wird sich Staatsbürger" mit normalen,„Unterthanenver'iand" machten. lstffltz ergeben, wenn wir uns in Knr,e klar%v mackien Grfipn...... „Genehmigen Sie, Herr Redakteur, die Versicherung meiner Hochachtung. Paris, 2. Dezember 1876. Carl Hirsch, Redakteur der„Revolution." — Einen interessanten Brief veröffentlicht die Pariser „Tribüne". Denselben richtete Rossel, der Kriegsminister der Commune, kurz vor seiner„Hinrichtung" in der Haft von Versailles an seinen Gefängnißnachbar Henri Rochefort, der ihm ganz unbefangen den Vorschlag gemächt hatte, später, wenn sie wieder auf freiem Fuße wären, zusammen ein Journal zu gründen. Tie wesentlichsten Stellen aus dem Briefe lauten: „Mein lieber Nachbar! Die Idee, von der Sie sprechen, hat mich oft beschäftigt, noch ist in dieser Richtung viel zu thun. Sie haben hundertmal Recht; die heutigen Zeitungen machen eine unfruchtbare, und nicht nur unfruchtbare, sondern unsinnige Opposition. Sie tadeln ohne Ueberlegung darauf los und sind nicht im Stande, ernste Fragen ernst zu behandeln. Sie können Wohl eine Regierung in Mißkredit bringen, nicht aber sie be- kämpfen, so daß die Regierung, wenn sie zum Sturze gelangt, durch eine Coalition oder eine Revolution, nicht aber durch eine andere Regierung ersetzt wird. Ich sehe nie ein englisches Blatt, ohne einen Anflug von Neid zu empfinden. Nicht als ob mir die englische Presse in allen Stücken der Nachahmung Werth schiene, unsere Franzosen würden nur mit Widerwillen die dicken Fleischschnitten und schweren Puddings hinnehmen, welche unsere Nachbarn jeden Morgen als Leitartikel verdauen, aber ich glaube, daß gleichzeitig mit einer aufrichtigen Demokratie in unserem Lande eine reichliche und ernste politische Presse erstehen muß. Ich glaube, daß ein Blatt, welches zu den Franzosen wie zu verständigen Leuten spräche, die fähig sind, sich selbst zu regieren und ihre Freiheit ebenso sehr lieben, wie ihre Ruhe, welches aber hingegen die Parteien als das behandelte, was sie that- sächlich sind: kleine Coterien, die Frankreich zu ihrem eigenen Nutzen ausbeuten wollen(und von Chambord bis Aumale sind fie alle von gleichem Schlage), ein solches Blatt, glaube ich, Hütte einen sicheren politischen Erfolg vor sich........ Sie wissen ohne Zweifel, daß Gambetta ein Journal gründet. Vor vierzehn Tagen flüsterte man sich diese Nachricht geheimnißvoll zu und jetzt fängt die Presse an, sich damit zu beschäftigen. Ich bin mir nicht genugsam klar darüber, ob seine Ideen so mit den Ihrigen und meinigen Übereinssimmen, daß eine Assoziation mit ihm ersprießlich sein kann. Dagegen muß ich Ihnen sagen, daß der Plan, mich mit Ihnen zu verbinden, verlockend auf mich wirkt und mir schmeichelt; denn ich kenne Sie als einen auf- richtigen und tapfern Freund der Freiheit. Während ich als Generalstabschef oder als Delegirter im Kriegsministerium war, bedauerte ich oft, mit Ihrem Blatte, das ehrlich revolutionär war, keine regelmäßigen Beziehungen unterhalten zu können.— Bis wir wieder frei sein werden(da Sie doch eine so unbe- stimmte Aussicht ins Auge zu fassen wagen), wird es mich freuen, mit Ihnen einige Gedanken über Fragen, die uns interessircn, auszutauschen und Ihnen die Betrachtungen mitzutheilen, die ich über die Ursachen des Verfalls unseres Landes und die Mittel, ihm wieder aufzuhelfen, anstelle. 26. November 1871. Ihr Nachbar Rossel." Den trefflichen Rossel hat die französische„Republik" ge- mordet und für den Auchdcmokraten Gambetta ist sie heute noch nicht demokratisch genug, obgleich heute die Ungefährlichkeit Gambctta's selbst für die volksfeindlichste Bourgeois- Republik längst zweifellos geworden ist. — Wegen Beleidigung eines Standesbeamten, ferner wegen zweier sogenannter Vergehen gegen die öffentliche Ordnung und wegen Majcstätsbeleidigung hatte sich am 7. d. M. Parteigenosse Milte vor dem Stadtgericht zu Berlin zu verantworten. Da der ersten Anklage kein ordnungsgemäßer Strasantrag zu Grunde lag, mußte der Gerichtshof von der Urtheilsfällung absehen, in den übrigen Fällen sprach er über den angeklagten Sozialisten natürlich sein Schuldig aus und verurthciltc denselben zu 6 Monat Gcfängniß.„Gebessert" wird Milke dadurch schwerlich werden. — Aus Fürth, 8. Dezember, wird berichtet: Parteigenosse Friedl ist auf heute vor den Untersuchungsrichter geladen, um sich wegen angeblichen Vergehens gegen den Z 130 vernehmen ZU lassen. — Parteigenosse Otto Kapell, Redakteur des„Pionier", ist am 7. d. M. vom Berliner Stadtgericht wegen einer in seinem Blatte verübten Beleidigung des Bürgermeisters in Brück (Mecklenburg) zu 150 Mark Geldstrafe verurtheilt worden.. Correspondenzen. Keinem, es lebe die Nation! Anhaltendes Bravo folgte dieser Rede. Nachdem noch die Herren Henke, Schlicht und Neißer Aus der Schwei;, 5. Dezember. Aus dem ständeräthlichen für die Wahl des Herrn Frick gesprochen, wurde folgende Reso- Berichte über das Fabrikgesetz lassen wir jetzt noch einige � lution einstimmig angenommen: Bemerkungen über das Fabrik-Jnspektorat folgen:„Die heutige Volksversammlung erklärt sich mit der Thätig- „Die einzelnen Theile des Gesetzes müssen es Jedermann keit des Herrn Mösle keineswegs einverstanden, befürwortet viel- recht lebhaft vor die Äugen stellen, daß ohne kräftige Organi- mehr die Candidatur des Herrn F. W. Frick, und verspricht, sation der Vollziehung das Gesetz ein todter Buchstabe bleibt, mit aller Kraft für die Wahl desselben einzutreten." Wenn man sich umsieht in dem reichhaltigen Material, das die C. Lochte, Bömmerstedt, Schriftführer. Berichte der Fabrik-Jnspektoren in England und Deutschland zu Kannover, I.Dezember. Parteigenosse Gatzemeier, 23 Jahre Tage gefördert haben, so wird man in der That auch auf's alt, in Duderstadt geboren, ist der Beleidigung angeklagt. Am Lebhafteste überzeugt, daß hierin recht eigentlich der Kern der Abend des 30. Oktober redete derselbe in einer sozialdemokrasi- ganzen Angelegenheit liegt. Erst nach und nach werden selbst schen Versammlung. Er bediente sich unter Anderm des Aus- diese Inspektoren aus diesem weiten Felde einheimisch und auch druckes,„er sei wegen eines Formfehlers zu 3 Mark Geldbuße für ihre Aufgabe immer geeigneter und tüchtiger. Erst nach verdonnert, jedoch trotz aller Chikane würde man nicht aufhören und nach kommt dann auch das Vertrauen aller einsichtigen und zu agitiren." In diesem Ausdrucke wurde seitens der König- gewissenhaften Fabrikanten, d. h. es verändert sich das anfäng- lichen Polizeidireksion eine Beleidigung gefunden. Gatzemeier liche Mißtrauen in Vertrauen, ja oft in ein aufrichtiges Ver- vertheidigte sich in gewandter Weise und gab die bestimmte Er- langen nach dem einsichtigen Rath dieser Inspektoren. So be klärung ab, die Aeußerung nicht in Beziehung auf die Polizei, sagt der preußische Jahresbericht pro 1875, Seite 66: sondern in Beziehung auf die Gegner seiner Partei, auf W „Zunächst kann natürlicherweise nur auf Abstellung der Meistervcrbindungen gemacht zu haben. Trotzdem und obgleich größten Unzuträglichkeiten gedrungen werden. Erst nach und der Angeklagte bislang noch nicht bestraft ist, erkennt der Ge- nach muß das Vertrauen der Fabrikanten auf die praktischen richtshof gegen denselben eine Geldbuße von 50 Mark eventuell Erfahrungen des Fabrik-Jnspektors, auf die Objektivität seines eine Woche Haft. Urtheils erweckt und gesichert, aber auch der bessimmte Wille Chemnitz, 4. Dezember. Welche Rührigkeit unsre Genossen desselben zur Durchführung erprobter Verbesserungen, soweit entwickeln, zeigten wieder die letzten Tage. Am Sonnabend sie nicht nachgewiesener Maßen eine erhebliche Störung im Abend lieferten Most und Bahlteich in Chemnitz im überfüllten ganzen Betrieb verursachen könnten, erkannt und geachtet Saale des„Elysium" Herrn Duncker mit glänzendem Erfolg werden" u. w. die erste Hauptschlacht.'An demselben Abend entfaltete sich in Die reiche Summe mannigfacher Kenntnisse, die für richtige einem Dorfe bei Burgstädt die ganze Macht der Liberalen, an Lösung der schweren Aufgabe erforderlich ist, und deren Besitz der Spitze der Karnevalskönig Sparig aus Leipzig mit noch allein schließlich das benannte Vertrauen bringen kann, gicbt fünf Rednern, in einer von unserer Partei einberufenen Volks- ebenfalls Zeugniß darüber, daß einzelne ständige Inspektoren Versammlung; aber der Referent Max Kayser, der aus Dres- unabweisbares Bedürfniß find. Aber selbst neben denselben wird den erschienen>oar, schlug zum Ergötzen der Arbeiter die ganze von Zeit zu Zeit in ganz singulärer Richtung eine außer- Karnevalsgesellschaft so furchtbar auf's Haupt, daß sie schwerlich ordentliche Untersuchung der einen oder andern Unter- wieder eine Ueberrumpelung versuchen wird. Die Sozialdemo- nehmung oder einer bestimmten Klasse von Gewerben kratie ist auf das Erscheinen derartiger Gäste stets gerüstet. An nöthig werden, um über bestimmte Uebelstände klare Einsicht demselben Abend versammelten sich aber auch Tausende von zu erhalten und auch einsichtigen und mit den Verhältnissen des � Menschen im Saale der„Centralhalle" zu Dresden und lauschten Gewerbes vereinbarlichen Rath und wenn nöthig Befehl zur Abhülfe geben zu können. Nach dieser doppelten Richtung werden also Inspektoren nöthig werden. Daß die Gewerbtrcibenden selbst übrigens ein eidgenössisches Jnspektorat wünschen und einem solchen größeres Vertrauen ent- gegenbringen, � zeigt z. B. die Eingabe der Industriellen der Ostschweiz aus dem Spinn- und Maschinenfach, d. d. Rappers- wyl, 14. Oktober 1874, an das Eisenbahn- und Handclsdepartc- ment, in welcher es wörtlich heißt: „Wir verlangen endlich, daß eidgenössische Fabrikinspektoren der Caudidatenrede des Genossen Bebel, der nach Beendigung derselben unter enthusiastischen Hochrufen zum Candidaten für Altstadt-Dresden proklamirt wurde. Während dies in DreSden,> Chemnitz und im 15. Wahlkreise geschah, blieb aber auch das Erzgebirge nicht veruachlässigt; denn Wiemer sprach gleichzeitig� zu einer Volksversammlung in Lengcfeld.— Auch Sonntagsruhe. kennen die Sozialisten nicht. Nachdem der Sonntag Vormittags resp. Mittag von Most und Bahlteich dazu angewandt worden' war, Herrn Duncker die Chemnitzer Candidatur vollends zn verleiden, trat Bahlteich Nachmittags schon wieder gegen seinen ernannt werden mit der Competenz, den Betrieb unserer Fa- Gegencandidaten vr. Gensel in Limbach auf und eröffnete gegen briken in Bezug auf die eidgenössische Gesetzgebung zu über- denselben einen höchst erfolgreichen Kampf, obwohl nicht mit wachen und die Fabrikanten zu deren Befolgung unter gleichen Waffen gekämpft wurde, denn Gensel hatte unbe- Strafe anzuhalten, für die Gesundheit der Arbeiter schränkte, Bahlteich beschränkte Redezeit. Most sprach den- gefährliche Einrichtungen zu beseitigen oder zu än-! selben Nachmittag in Rottluff, ohne Gegner zu finden, Wiemer sprach in Wolkensteiu und Kayser war bereits von Burgstädt wieder bis weit hinten in die Lausitz geeilt� um in dieser noch Dicsterweg wurde von seiner eigensten Geburts- und Lebens- stätte, von dem Schauplatz seiner segensreichen Thätigkeit, der Pädagogischen Praxis, entfernt; aber trotzdem verfolgte er mit unwandelbarer Festigkeit und Charakterstärke das mit klarem Blick erkannte Ziel. Er suchte jetzt seinem Prinzipe der freien Entwickelung theoretisch durch die Feder, praftisch in den Ber- liner Stadtverordnetenversammlungen und als Kämmermitglied Geltung zu verschaffen und Bahn zu brechen. Das Volk ehrte ihn durch wiederholte Wahl, und er folgte dem Rufe. Diester- weg ward Politiker, und trotzdem bewahrte er seine Herzens- neigung der Schule und ihren Lehrern. Am Abende seines Le- oens suchte er dieselben zu Pestalozzi-Vcreinen zu sammeln, und da er einsehen mochte, daß von Seiten des„Staates" Nichts für die materielle Besserstellung des Lehrerstandes zu hoffen sei, suchte er durch Uebertragung des Prinzips der freien Assoziation auf die Lehrerschaft der tausendfach in diesem Stande vorhan- denen leiblichen und geissigen Roth(wenn auch in unzureichen- der Weise) entgegenzuarbeiten. Stets aber betonte er die Roth- wendigkeit einer tüchtigen wissenschaftlichen Ausbildung der Lehrer, fest überzeugt, daß durch sie die materielle Lage der Lehrer ge- bessert, und daß durch sie die Freiheit angebahnt würde.— Drei Tage uach der Schlacht von Sadowa starb Diesterweg. Die „Einigung Deutschlands" ward auf blutigen Gefilden durch den Kanonendonner eingeläutet, der preußische Schulmeister hatte ge- siegt, der Massenmord wurde in Schule in Kirche durch Festlich- leiten und Hochämter verherrlicht— was sollte da ein Diester- weg noch leben? Er paßte mit seinem biedern Sinne nicht mehr 111 die Schule, die das Humanitätsprinzip verleugnete— da war es denn am besten, er starb. �elassung seines Einkommens von seinem Amte als Seminardiresior Entbunden. Unter dem Ministerium Schwerin und Rodbertus(1843) wurde er zwar noch einmal zu Arbeiten, das Unterrichtswesen betr., herangezogen, jedoch 1850 erfolgte seine Pensionirunz und Versetzung w den Ruhestand. (Fortsetzung folgt.) am zu dern. Gegen die Anordnungen der eidg. Inspektoren soll uns ein Rekursrecht an eine obere Instanz zustehen." So ist die Anordnung eines wohlgeordneten Jnspektorates für Durchführung eines solchen Gesetzes als durchaus nothwendig sowohl von Industriellen und Arbeitern, von dem vorberathenden Körper der Gesetzgebung, als auch ganz besonders von einer reichen Erfährung anderer Länder übereinstimmend anerkannt." Der Widerstand der schweizerischen Arbeiterkreise wird sich hauptsächlich gegen die Beschlüsse des Nationalraths und der ständeräthlichen Commission richten, wodurch das Fabrikgesetz nur auf die Arbeit„in geschlossenen Räumen" Anivendung finden darf. Bereits werden in dieser Richtung Schritte gethan. Wremen, 24. November. Auf den 24. ds. MtS. hatte das sozialdemokratische Wahlcomit6 eine Volksversammlung einberufen, um den vom Comitä aufgestellten Candidaten Gelegenheit zu geben, sich den Wählern vorzustellen. Das Bureau wurde zu- sammeogesetzt aus den Herren Mehnert und Henke als Vor- sitzende, Lochte und Bömmerstedt als Schriftführer. Herr Mehnert machte bekannt, das Consitä habe den Herrn W. Frick in Vorschlag gebracht. Als derselbe die Tribüne betrat, begrüßte ihn ein anhaltend stürmisches Bravo. Als wieder etwas Ruhe herrschte, begann Redner in einfacher, ruhiger und ernster Weise, ganz der Sache entsprechend, zunächst die Pflichten zu erläutern, welche einem Abgeordneten des Volks obliegen. Diese Pflichten kenne er und bitte er deshalb die Anwesenden, bei der nächsten Wahl ihm ihre Stimmen zu geben. Es handle sich nicht darum, ob seine Person, sondern ob die Sache, welche er vertrete, hier am Orte Sieger sei. Hierauf kritisirte Redner die Thätigkeit der liberalen Abgeordneten, insbesondere die des Herrn MoSle, bisheriger Vertreter Bremens im Reichstage, und stellte seine Thätigkeit in's rechte Licht, wofür dem Redner allgemeiner Bei- fall zu Theil wurde. Von Allem, was er damals versprochen, habe er auch nicht das Geringste gehalten. Im Gegentycil, er habe gegen die Bewilligung von Diäten gestimmt und damit dem kleinen Handwerkerstand einen Schlag in's Gesicht versetzt. Gerade der Handwerkerstand sei es, der am meisten dadurch getroffen würde, denn hinter demselben stehe keine Organisation, welche den sozialistischen Arbeiter noch stets vor der größten Roth be- schütze. Es gäbe für den Handwerker nur ein Mittel, nämlich einen Sozialdemokraten in den Reichstag zu schicken, welcher allein Herz und Sinn für die gerechten Forderungen des Hand- Werkerstandes habe, deshalb möge man ihn wählen. Herr Mösle werde nichts für sie thun, denn er gehöre der nationallib. Partei an, deren ausgesprochener Grundsatz es sei, der Staat habe in wirthschaftlichcn Dingen nicht mitzureden. Der Herr Mösle habe ferner für das Militärbudget gestimmt, welches das schon so sehr belastete Volk mit neuen Steuern drücke, und dadurch seine Machtbefugnisse überschritten. Aber dagegen habe er ge- stimmt, daß Abgeordnete, die wegen politischer Vergehen sich in Haft befinden, während der Dauer der Session aus der Haft entlassen würden. Es kennzeichne dies seine politische Engherzig- keit. Nachdem Redner noch näher beleuchtet, was der jetzige Reichstag denn eigentlich für den deutschen Handwerker und Ar- bciter gethan, fuhr derselbe fort: Das einzige Mittel, welches den Handwerker aus seiner bedrängten Lage herausreißen könne, sei die Assoziation. Lassalle habe die Mittel und Wege ange- geben, und sei es deshalb Pflicht der Wähler, Männer in das um wenig sozialistisch entwickelten Gegend den Sozialismus mehr zu verbreiten. Bis dahin, nach Großröhrsdorf, wird ihm der Leipziger Karneval wohl nicht gefolgt sein.— Ausführliche Berichte folgen. rt. Aus dem 18. sächsischen Wahlkreise. Unsere„Freunde, die Feinde", haben bereits die Agitation für uns begonnen. Der„Zwickauer Anzeiger" brachte nämlich vor Kurzem ein „Eingesandt" aus Nieder-Planitz, welches den Zweck hatte, auf unseren bisherigen Abgeordneten Jul. Motteler betreffs seiner Thätigkeit im Reichstage ein für unsere Sache ungünstiges Licht fallen zu lassen. Sie täuschten sich natürlich und erzielten das grade Gegentheil von dem; sie rüttelten vielmehr die Genossen, welche bis jetzt in süßem Siegesbewußssein verharrt hatten, aus ihrem Nichtsthun. Die weitere Folge davon war, daß in letzter Zeit mehrere Volksversammlungen abgehallten wurden und zwar am Freitag den 1. Dezember in Mosel und Sonnabend den 2. Dezember in Nieder-Planitz. Beide waren gut besucht und die Anwesenden vom besten Geiste beseelt. Motteler er- stattete Bericht über die Thätigkeit des Reichstages und wurde von Nauert aus Leipzig kräftigst unterstützt. Sonntag den 3. Dezember sprach Motteler in Ebelsbrunn, zu welcher' Versammlung ein Pfarrer sein Erscheinen resp. seine Bereit- Ivilligkeit zu einer Disputation zugesagt hatte, aber durch Ab- Wesenheit glänzte. Derselbe Herr zeichnete sich früher in Schön- fcls schon dadurch aus, daß er die Einberufer von Versamm- lnngen ins Bockshorn zu jagen suchte.— Am selbigen Tags. sprach noch ein Zwickauer Genosse in Schönfels, Ebert in( Friedrichsgrün und Nauert in Cainsdorf. Zu allen Ber- sammlungen waren der Herr Artikelschreiber des„Zwickauer Wochenblattes" und die Candidaten der Liberalen und Conser- vativen, die Herren Händel und Walter eingeladen. Die Herren zogen das viel bequemere Nichterscheinen vor und zwar wiegte (ich der Erstere mit seinen.Parteigenossen in ihrer am Sonntag den 3. Dezember in Zwickau abgehaltenen Parteiversammlung in der schönen Hoffnung einer Stichwahl zwischen den Liberalen und Sozialisten, während der Letztere brieflich erklärte,„er wisse noch nicht genau, ob er aufgestellt würde", was seine Partei- genossen nicht verhindert, schon durch Aufrufe für seine Wahl: zu agitiren. Die Stimmung unter der Bevölkerung unseres Bezirks ist eine für uns günstige— die Folgen des„großen Krachs" haben die Sympathien für unser verkehrtes Staats- und Gesellschasts- system auch hier bedeutend vermindert— und sind wir der festen| Ueberzeugung, daß wir, wenn jeder Genosse es sich zur Pflicht macht, nach Kräften seine Schuldigkeit zu thun, dem Gegner, diesmal eine Schlappe beibringen, von welcher er sich sobald nicht wieder erholen wird. Am cksten sächsischen Wahtkreis werden wir hoffentlich bei der nächsten Wahl eine erkleckliche Zahl Stimmen mehr, als dies bei früheren Wahlen der Fall war, auf den sozialisttschen Can- didaten vereinigen. Die Agitation in diesem Kreise ist, Dank i der Rührigkeit der Parteigenossen von Würzen, Oschatz, Grimma K., im besten Fluß. Am 12. November sprach Genosse Hadlich f in einer leider wegen verspäteter Annoncirung nicht stark be-» suchten Versammlung in Grimma. Auch hier�erklärten sich die Parlament zu senden, welche energisch dafür eintreten, daß das Anwesenden, trotz der Opposition des Herrn Diakonus Heise,< Volkswohl, d. h. das allgemeine Beste gefördert«erde. Dies mit den Ausführungen des Redners einverstanden. Der Herr. ivolle er im Verein mit seinen sozialistischen College» und an- Diakouus tadelte— obgleich er mit Vielem, was die Sozial-•' deren freidenkenden Männern stets thun, und bitte er deshalb, demokraten erstreben, einverstanden sei—, daß dieselben durch ihn bei der nächsten Wahl zu ihrem Vertreter zu machen. Man ihre Reden die Unzuftiedenheit des Volkes mit den jetzigen Zu-> nenne uns öfters in der liberalen Presse Reichsfeinde. Er wolle ständen erregten. Der Referent replizirte, auf die Geschichte' es dabinaestellt sein lassen, in wie weit wir Feinde des Reichs verweisend, daß die Unzuftiedenheit mit schlechten Zuständen es' seien- aber eins freue ihn, daß wir nicht zu den Reichsfreundcn von jeher gewesen sei, die die Menschheit vorwärts gebracht hat gehören welche nach vr Engels da� Volk um 21 Millionen �— Am 19. Dezember findet abermals Berftinmlung �n Grimde I( 2. Dezember eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher Genosse Werner über die Ziele der Sozialdemokratie und die nächste Reichstagswahl mit gutem Erfolg sprach. Weitere Ver- sammlungen sind in Aussicht genommen in Mügeln, Dahlen, Wermsdorf, Strehla, Trebsen u. s. w. Wie die Erfahrung bis jetzt gelehrt, ist die Landbevölkerung, welche in diesem Kreis die große Majorität bildet, für unsere Ideen sehr zugänglich.--- Oschatz, 4. Dezember. Es ist Zeit, daß wir.uns wieder zu regen � beginnen, denn wir haben lange nichts von uns hören laffen. Unsere Gegner meinten zwar, die Sozialisten seien sämmtlich eingeschlafen, mußten indeß inne werden, daß dem nicht so ist, denn am 27. November wurde im hiesigen Lokalblattc der von! unserer Seite aufgestellte Candidat, Herr Christian Hadlich, Buchhalter in Leipzig, proklamirt,— welcher Schreck für unsere Gegner! Sonnabend, den 2. Dezember, tagte hier eine gut- besuchte Volksversammlung, in welcher der Candidat einen Bor- trag hielt. Derselbe behandelte in zweistündiger Rede die Tages- ordnung:„Tic politischen Parteien Deutschlands und die nächste Reichstagswahl." Redner sprach zur vollsten Zufriedenheit der Anwesenden, der größte Beifall wurde ihm gezollt und Bravo- rufe hörte man sehr oft. Zum Schlüsse wurde folgende Reso- lution angenommen:„Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Redners vollständig einverstanden und verspricht, nur für den Arbcitercandidaten zu stimmen." Gegner wurden aufgefordert, aber keiner meldete sich zum Wort. Zuletz: richtete Genosse Geiß er aus Würzen noch einige Worte an die Versammlung, welche cbenfads mit Beifall ausgenommen wurden., — Möge Herr Hadlich nur recht oft zurückkommen, und wir werden unseren Gegnern zeigen, daß wir noch leben. Sollten wir auch nicht Sieger sein bei der nächsten Wahl, so wollen wir doch zeigen, daß wir nicht rückwärts, sondern vorwärts schreiten. August Obenaus. Diese Agitation scheinen die Gegner nicht erwartet zu haben; zudem ist man noch nicht einig über den aufzustellenden Can-; didarcn, obgleich in einer Gewerbevereins- Versammlung des Kreises Würzen mit 26 gegen 25 Stimmen beschlossen wurde, Herrn Kaufmann Schnorr aus Leipzig aufzustellen. Die Mi nerität hält an der Candidatur des bisherigen Vertreters, Guts- besitzer Günther auf Saalhausen, fest. Wir sind der Ueber- zeugung, daß bei der nächsten Wahl sich die Stimmenzahl für den sozialistischen Candidaten mindestens verdoppelt. 1874 erhielt Genosse Bebel ohne die geringste Agitation 845 Stimmen. � kl Arankenthak, 4. Dezember. Der Kampf um's Dasein ? hat begonnen zwischen den Parteien und ist überall in vollem •'Gang. Nur bei uns scheint es noch still bleiben zu wollen. - Wahrscheinlich liegt dies an der vor einigen Jahren dekretirten ! Auslösung des Arbeitervereins. Versammlungen wurden als " Fortsetzung dieser„Verschwörung" angesehen und somit verboten, bis auf Beschwerde dem Bczirksamtmann die Weisung ward, . daß jede Wahlversammlung zu genehmigen sei. Da kam ein neues Mittclchcn an die Reihe: man suchte die Wirthe zu be- stimmen, ihre Lokale nicht herzugeben, wie es in Heßheim, Fla- Mersheim und selbst in der alten 48er-Stadt Frankenthal ge- [ schah. Ja, die Zecken ändern sich. Aber mit all' diesen Maß- ; regelungen ist die Sozialdemokratie noch nicht vernichtet. Eben diese Kniffe zeigen, daß sie eine gute Sache führt! Auch Hilst ' es nichts, wenn das„Frankenthalcr Wochenblatt" seufzt:„Ist ' denn nicht Einer da, der den Wühlern entgegentritt?" Auch ' derartige edelmüthige Aufforderungen zum Kampfe:„Wenn die | Kerle kommen, nehmt den Prügel":c. zc. fallen nur auf das { Haupt Dessen zurück, der eine so edle Sprache führt. Stehet ,, fest, Freunde und Genossen: seht, wie die Gegner in's eigene f Fleisch schneiden, und thut alles, was erlaubt, was möglich ist, unserer Sache zum Sieg zu verhelfen und so mit beizutragen 1 an der endlichen Befreiung der ganzen Menschheit. chükrow. Am 28. November hielten wir in unserer Nähe, � im Dorfe Badendik, eine öffentliche Wählerversammlung ab, " welche sehr stark besucht war. Auch die Herren von der libc- � ralen Partei in Güstrow hatten sich zahlreich eingefunden. Hier •■ ist zuerst zu bemerken, daß es diese Herren in Güstrow selbst l niemals wagen, gegen unsere Redner aufzutreten; aber hier glaubten sie wohl auf die Dummheit der Landleute svekuliren zu dürfen; doch auch diese braven Leutchen wollen nichts mehr von der liberalen Gesellschaft wissen. Um 7 Uhr Abends wurde die Versammlung durch Herrn Rothe eröffnet, welcher auf- . forderte, einen Vorsitzenden zur Leitung der Versammlung zu s, Dahlen. Da entstand auf einmal ein fürchterlicher Lärm, es vurde durcheinander gerufen: Rothe, Jansen(Liberaler), Ode- . brecht! Nach einstündigem Streiten wurden denn die Herren j- Odebrccht(Sozialist) als erster und Rothe(Sozialist) als zweiter Vorsitzender, als Schriftführer Hinrichs gewählt. Nach- dem erhielt Herr Finn aus Berlin das Wort, welcher über die ' Beiircbungcn der verschiedenen polittschen Parteien sprach. Zur ,i •l.i 4 l; nehmend auf ein im„Zwickauer Wochenblatt" Nr. 277 enthal- tenes„Eingesandt", widerlegte Redner Punkt für Punkt die den sozialistischen Reichstagsabgeordneten gemachten Vorwürfe. Er legte dar, wie er 90 Tage ununterbrochen im Reichstage ge- Wesen sei. Mitte Februar 1874 meldete er sich zum ersten Male zum Wort, und Mitte März war es ihm zum ersten Male ver- gönnt, von der Tribüne des Reichstags zu sprechen, gewiß ein deutlicher Beweis der im Reichstage gewährleisteten„Redesrci- hcit". Den Vorwurf, daß er Handelsreisen nach Berlin gemacht habe, wies Redner als sich selbst widersprechend zurück, da er niemals in Berlin Geschäfte zu besorgen gehabt habe, und wenn er dort sei, er doch keine Reisen machen könne. Das ganze von den Gegnern im Namen von„Wählern des 18. Wahlkreises" verfertigte„Eingesandt" sei weiter nichts, als ein bei den Gegnern so beliebtes Mittel, den politischen Gegner beim Volke zu verdächtigen. Die Gegner, vorzüglich aus Planitz, machten ihm einen Vorwurf daraus, daß er im Reichstage nicht für die von genanntem Orte beim Reichstage eingereichte Petition um Errichtung einer Poststelle gewirkt habe, und constattrt Redner, daß er von dieser Petition durchaus keiue Kenntniß gehabt habe, und daß man wohl ihm, als dem Abgeordneten des Kreises, hätte Mittheilung machen müssen, wenn man von ihm verlange, daß er für die Pctttton eintreten solle. Zum Schlüsse des mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Vortrags wurde folgende Resolutton einstimmig angenommen:„Die heute in der Volks- Versammlung im Gasthof zu Mosel anwesenden Wähler des 18. Wahlkreises erklären sich mit den Ausführungen des Refe- renten Herrn Reichstagsabgeordneten Motteler und seinem Ver- halten im Reichstage vollständig einverstanden und verpflichten sich, für die Wiederwahl desselben mit allen Kräften einzu- treten." An die Parteigenossen des Stadl- und Landkreises Cöln. Genossen! Bor einiger Zeit ist von einzelnen Freunden die Auf- forderung an Euch ergangen, die Herausgabe eines eigenen Lokalblattes zu bewerkstelligen. Dieser Aussorderung gemäß haben die Borarbeilen begonnen und die Herausgabe ist fest beschlossen und geordnet. Es ist durch eine öffentliche Versammlung hiesiger Genossen eine Verlags- commission von 11 Personen gewählt worden, welche das Eigenthums- recht übernimmt. Diese haben nun unter sich den Genossen Friedrich Harrendorf zum Verleger gewählt, welcher der Behörde und der Oeffentlichkeit gegenüber als Inhaber fungirl, aber durch Vertrag das Eigenthumsrecht mit den übrigen Commissionsmitgliedern theilt. Das Blatt erscheint vom 1. Januar 1877 ab wöchentlich Imal in der Größe des„Vorwärts" unter dem Namen:„Cölner Freie Presse" und wird redigirt durch unseren Parteigenossen G. Schumacher. Tie Probe- nummer wird in vielen Tausend Exemplaren an den Weihnachtstagen verbreitet werden und soll zugleich als Wahlflugblatt dienen. Es ist also endlich das langersehnte Ziel, eine eigene Presse zu haben, erreicht. Wenn auch damit noch lange nicht alle Wünsche beftiedigt sind, so hegen wir doch die Hoffnung, daß wir im Lause der Zeit, wenn die Verhältnisse des Arbeiterstandes etwas besser werden, ein tägliches Er- scheinen des Blattes ermöglichen. Nachdem nun die Berlagscommission in Thätigkeit getreten ist und die Wicht übernommen hat, nach allen Seiten hin nach besten Kräften zu wirken, so glaubt dieselbe sich be- rechtigt, hierdurch einen Appell an sämmtliche Genossen und Freunde unserer Sache ergehen zu laffen mit der freundlichen Bitte, daß alle Diejenigen, welche in der Lage sind, in geistiger, sowie in materieller Hinsicht einen Beitrag leisten zu können, dies sobald als möglich thun, damit wir desto wirksamer und nachhaltiger unsere Sache verfechten können. Die Commission hat ferner den Genoffen Joh. Höll'-sr, Alte Mauer am Bach vis-ü-vis Nr. 30, zum Kassircr gewählt, welcher befugt ist, alle für diesen Zweck eingehenden Gelder anzunehmen. Außerdem wird den Abonnenten des„Vorwärts" an die Hand gegeben, einen etwaigen Beitrag auf Sammellisten, welche von der Verlagscommission zu diesem Zwecke ausgegeben werden, zu zeichnen. Zum Schluffe richten wir noch die dringende Bitte an alle Genossen, überall in Stadt und Gemeinde allen sich bietenden Stoff zu sammeln, dantit wir in der Lage sind, unscrn Standpunkt in allen Verhältnissen zu entwickeln, nur muß bei allen Berichten die Wahrheit zu Grunde gelegt werden, damit wir getreu mit dem Motto:„Freiheit und Ge- rechligkeit" in den Klassenkampf eintreten können. Mit Brudcrgruß zeichne Die Verlagscommission. XL. Tie in Nr. 27 dieses Blattes angezeigte Broschüre: Rede Bebels, gehalten am 19. November in Cöln, ist heute vom hiesigen Wahlcomitä von dem Stenographen I. A. Franke übernommen wor- den und kann von jetzt ab durch unseren Colporteur Joh. Bismann, Ehrenstraße, sowie von den Mitgliedern des Wohlcomites zu herab- gesetztem Preise bezogen werden. � ihre Exemplare recht ftühzeitig von den Fi lial- Expedienten zu beziehen, damit dieselben regelmäßig mit dem Verleger abrechnen können. Qgfe, Die lokalen Parteiorgane werden gebeten, diese Notiz abzudrucken. Die Congretz-Protokolle 187K sind bis auf einen geringen Rest vergriffen, wer also noch Exemplare wünscht, möge bald Bestellungen machen. Dieselben sind zu richten an- I. Auer oder C. Derossi, Hamburg, Pferdemarkt 37. Berichtigung. In dem Bericht von Oldeslohe und die Data durch ein Versehen des Berichterstatters unrichtig angeführt. Soll heißen: statt 11., 19. und 21. November 18., 26. und 28. November. Nr. 31. des„Vorwärts". A. R. Spr. statt A. F. Spr., wo auf eine Anfrage nach dem Preis eines Werkes geantwortet wird, daß das- ! selbe 2,20 M. koste. Briefkasten der Redaktion. Hr. R. Müllcr in Brackwede. Wir haben Ihren Brief an Hrn. Meier geschickt, mit der Bitte, die Sache aufzu- klären. Wie wir von einem Sachverständigen hören, sind die ächten Anchovis allerdings blos 2 Zoll lang und sind die unter diesen Na- men im Handel befindlichen größeren Fische gar keine Anchovis. In diesem Punkt hätten Sie also unrecht.— O. Kappel Ihr Wink betr. der Candidatur wird berücksichtigt werden.— Ullrich in Görlitz. Wir haben Ihren Brief an den Vorstand geschickt; Sie werden von ihm Näheres hören. Sie haben vergessen. Ihre Adresse zu geben, sonst würden wir Ihnen schreiben.— C. St. in Kiel: Die Zurückstellung des betr. Berichtes ist auf Ihre Aufforderung erfolgt.— Ch. Tr. M. in Klingenthal: Die Notiz war im Blatte.— Abonnent in Stade: Wir haben nach Empfang Ihrer Postkarte sofort an Vahlteich geschrie- ! den und ihn um einen Bericht gebeten. Leider nimmt die Wahlagi- :ation jetzt so viel Zeit in Anspruch. der Expedition. E. Thiel in Deutz: Die Annonce der Genoss.- Tischlerei kostet 2,40 M., mithin haben Sie noch 0,90 M. einzusenden. — C. Boge, Glückstadt: Wir werden recherchiren.— Schmidt, Itzehoe: Wir haben Ihre Reklamation der Post zur Recherche übergeben. >.« rkussion hatten sich gemeldet Herr Pastor Unbehagen, ein .j I'. Zauer, Köster, und der Herr Advokat Weber aus Güstrow. 1*> �°�"lllches wurde von denselben nicht vorgebracht, nur der alte >. Kohl von„Umsturz" u. dgl. m. Nachdem die Herren gehörig , f. don Finn heimgeleuchtet waren, wurde folgende Resolution von Rothe gestellt, welche mit großer Majorität angenommen wurde: •a;»Tie heutige öffentliche Wählervcrsammlung geht von der : Ueberzeugung aus, daß sämmtliche politische Parteien den Be- , strebungen der Arbeiterpartei als eine reaktionäre Masse gegen- überstehen; sie glaubt daher annehmen zu müssen, daß sämmt- ,', liche Berichte in den gegnerischen Zeitungen über die von unseren > Parteigenossen in Mecklenburg abgehaltenen Versammlungen auf z Unwahrheiten beruhen, da es den Gegnern nur darauf ankom- .'. j; men kann, die Arbeiter von ihrem eigenen Interesse fern zu ;., halten, um sie wieder von neuem für die anderen Parteien als ,>; Stimmvieh benützen zu können. Ferner erklärt die Bersamm- , s, lung, daß die Bestrebung der liberalen Partei den Staat ganz '(. aufhebt und ihn in eine bloße Gesellschaft der egoistischen In- .'■ teressen umwandelt. Sie verursacht bei der Macht, die sie er- ;' langt hat und die im direften Berhältniß mit ihrer Oberfläch- i lichkcit steht, die wahrhafte Gefahr geistiger und sittlicher Ver- ,,. iumpfung und einer modernen Barbarei.— Daher erklärt die i i Versammlung, daß die heuttgen verdorbenen Zustände nur durch > j Aufklärung des Ärbciterstandes über seine eigene Lage beseittgt j: werden können." .3, Wir glauben, daß auch diese Versammlung, welche von 200 , l Mann besucht war, zur Durchdringung unseres Candidaten des' -il, j. mecklenburgischen Wahlkreises, Hofbaurath Temmler, bei-' tragen wird. Mit Gruß .\ Hinrichs, Schriftführer. Hvimmitschau, 4. Dezember. Gestern Abend fand in unfern: Nachbarorte Mosel eine sehr zahlreich besuchte Bolksversamm eung statt, in welcher der Rcichstagsabgcordncte für den 18. ( Wahlkreis, Herr Julius Motteler aus Leipzig, Bericht er i. attete. Aus dem sehr ausführlichen Berichte wollen wir nur f* besonders interessante Widerlegung des den sozialistischen Offener Brief an die Wahlvorsteher des fünften schleswig-holsteinischen Wahlkreises. Da nach§ 10 des Reglements zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Deuffchen Reichstag jeder Wahlvorsteher aus der Zahl der Wähler seines Wahlbezirks einen Protokollführer und drei bis sechs Beisitzer ernennt, so fühlt sich unterzeichnetes Comitä veranlaßt, ange- sichts der bevorstehenden Reichstagswahl einen Wunsch an die Herren Wahlvorsteher zu richten, nämlich den, daß bei der bevorstehenden Ernennung der Beisitzer auch die Arbeiter berücksichtigt werden möchten und ein oder zwei Wahlberechtigte aus ihrem Kreise als Bei- sitzer bei jeder Wahlurne hinzugezogen würden. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß bei allen bis jetzt stattge- habten Wahlen zum Deutschen Reichstage die Ernennung der Beisitzer in den einzelnen Bezirken meistens eine einseitige war, weil fast nir- gends Arbeiter mit ernannt wurden. Es ist vielfach zu Unzuträglich- leiten gekommen, indem Arbeiter, trotzdem die Wahlhandlung öffentlich ist, am Tage der Wahl im Wahllokale verweilend von dem Vor- steher resp. den Beisitzern hinausgewiesen, ja sogar in vielen Fällen hinausgeworfen worden sind, weil die Herren des Wahlvorstandes meinten, die Arbeiter seien zur Ueberwachung da! ES liegt daher in der Macht der Wahlvorsteher, solchen bedauer- lichen Borfällen, welche nie etwas Gutes im Gefolge haben, vorzu- beugen, indem wahlberechtigte Arbeiter als Beisitzer mit hinzugezogen werden. Möge dieser Wunsch berücksichtigt werden. Es zeichet achtungsvoll Das Arbeiter-Wahlcomite in Itzehoe und Heide: C. Krcuzberg. W. Off. R. Schreck. H. Olde. I. Clasen. H. Off. Zur Beachtung. Bitte von jetzt ab bis zur Wahl wegen meiner Abwesenheit auf Agitation alle Briefe jc. in Parteiangelegenheiten an Herrn Ditzmann, Cigarrenladen, Großer Knhberg 1 in Hamburg, senden zu wollen. Mit Gruß Chr. Starck. Quittung. Dr. Vgt hier Schr. 15,00. Krstn Thonberg Ann. 0,80. Nkrchnr Schr. 1,00. Bnsd Dortmund Schr. 11,58. Flß Oels- nitz Schr. 6,00. Sttch München Schr. 8,40. Ahm Franffurt Schr. 2,20. Drp Verden Ab. 14,00. Vlkl Dresden Schr. 3,90. Schnn Calbe Ab. 3,90. Br Gießen Ab. 12,00. Stgr Newyork Ab. 3,48. Wahlcomits Flensburg Ann. 4,00. Mxnr Paris Ab. 1,52. I. Frnz Zürich Schr. 50,00. Wtt hier Ann. 5,10. In Forchheim Schr. 7,90. Arnldt Königsberg Ann. 1,50. A. Wnk Niemes Ab. 8,74. St. Pllk Weißkirchen Schr. 8,63. G. Gth Meiningen Schr. 6,00. Ch. Strk Kiel Ab. 34,30. I. Mrf London Ab. durch Schumacher 5,00. Pßmn Eisenach Schr. 9,00. Mllr Mannheim Ab. 40,00. Rdgr Halle Ab. 12,00. Erl St. Johann Schr. 18,92. A. Brndt Mittweida Ab. 5,25. Kchnrthr Hof Lb. 8,«0. Hfmn München Schr. 1,20. M Mannheim Schr. 15,00. Hrsch Stuttgart Ab. 7,20. Ntschmnn Connewitz Ab. 2,40. Ed. Fortin Paris Ab. 4,00, Schr. 7,80. Ch. Inns Philadelphia Schr. -5,00. E. Ebhrdt Kofuschen Schr. 10,00.«. K!s Buckau«b. 13,15. I. Jmn Hadamar Schr. 9,40. Mnk Düsseldorf Ab. 12,00. Wahlfouds. Von einem 43— 49iger in Mannheim 1,00. Nr. 13 durch K. 10,25. Auf Sammelliste Qptllltn Arbeitcr-Bildungo-Verein. i5lO* Mittwoch: Monatsversammlung. Sonnabend: Bortrag von Hrn. Dr. Lindner.[30 Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 16. Decemder, Abends 1/j9 Uhr, Versammlung bei Michaeli, Windmühlenstt. Nr. 7. Tagesordnung: Vortrag vom Vorsitzenden.[40 Donnerstag, den 14. Deccmber, Abends l/,9 Uhr, -v-vlPQltz. bei Michaelis, Windmühlenstraße 7: OeffentlicheSozialisten-Versammlung. Tagesordnung: Die Klemgewerbtreibenden und die nächste Reichs- tagswahl. Referent Sauer. Die Regelung der Agitation im 13. Wahlkreis, Bertheilung vom Stimmzetteln ,c.[80 Der Agent. �Commission zur Begründung eiuesVerkehrSlokals. Freitag, Abends 8 Uhr, Besprechung im Thü- ringer Hos(Burgstraße). Am 1. Januar wird die Centralherberge der Gewerkschaften im Thüringer Hof eröffnet, da es nun von Interesse alle Versammlungen dort abzuhalten, so werden die Borstände ersucht, alle zu erscheinen um die Tage der Versammlungen zu bestimmen.[80 Der Borstand. Dttenfetl Donnerstag, 14. Tecember, Abends S'/j Uhr, in Burmeister's lleinen Salon, 1. Treppe: ozialisten-Versammlung. Tagesordnung: Organisation zur Wahl und sehr wichtige Ange- legenheilen. Alle, die es auftichtig mit unserer Sache meiuen, ersuche ich zu erscheinen._ F. Heerhold.[80 Herr Grün, der am 5. Juli 1875 zu Königsberg in Pr. in Geschäften verweilte, wird hierdurch ersucht, der Redaktion des„Vorwärts" schleunigst seine Adresse zu uenurn, da sein teugnisi in einem wichtigen politischen Prozesse von eiurm arteigeuossen dringend verlangt wird.[150 Achtimg! Soeben erschien: N ' Erklärung. In dem Borwort zu der Broschüre„Die parlamentarische Thätig- keit des deutschen Reichstags und der Landtage von 1874—1876 be- leuchtet von A. Bebel" ist die unter fast dem gleichen Titel Ende 1873 in der unterzeichneten Verlagshandlung erschienene Broschüre zur An- schoffunz empfohlen worden. Indem wir diese Empfehlung dankend annehmen, seben wir uns zu der Erklärung veranlaßt, daß die aus Seite 6 und 7 j ner Broschüre gegen Parteigenosse Hasenclever und den ehemaligen Allgemeinen deutschen Arbeiterverein gethanen Aeuße- rungen feiten» des Verfassers zurückgenommen werden. Leipzig, den 10. Dccember 1876. Genvssenschafts buchdruckerei. Wähler °ben�m'"'�gesammt gemachten Vorwurfs hervorheben, daß. Nr�S ist erschienen und an diejenigen Orte zur Versendung gelangt, Die Fackel. Sozial- demokratisches Wahlflugblatt Nr. 16 für den 10., 11., 12., 13. und 14. sächsischen Wahlkreis. Inhalt: Achtung!— Offener Brief an Hrn. E. Haffe, Direktor des Leipziger statistischen Bureaus.— Correspondenz.— Das neue Wirthshaus.— Fackelfunken. Preis per Stück 5 Pf., Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. — Bestellungen bei der Expedition des„Vorwärts", Färber» sttaße 12, Leipzig. Bcrlag der„Fackel". ____ Nr. 17 wird Dienstag 11 Uhr ausgegeben.___ Zur Beachtung! Wir bcabfichttgen dem vorletzten Hefte(Nr. 17) der Aenen Wett eine Ektra-Ännoncenbeilage beizugeben und berechnen die dreispaltige Petitzeile oder deren' Rannt mit 50 Pfg. � Bei der großen Auflage— 21,000— der Denen We« sehen wir zahlreichen Aufträgen entgegen und ersuchen Reflec- muten, uns ihre Inserate unter Beilegung de« Betragt rechtzeitig einzusenden.— Eine Zeile faßt etwa 8 Worte. Die Expedition des„Vorwärts". Färberstr 12/11.