ßrfiijeint in rdpjiij Mitti-oÄi, grcitdß, Sonntag. gtbonncmcntsprciS ,,.ij �cut!«la»d l Li. 60 Pf. pro Quartal. MonatZ■ Abonnrrncnts werben bei allon dcutichcn P-itanstaltm aui ben nr.b!. Monat, unb auf den Z. Mona! b-f»»dcr» angenommen: im jtöniar. Sachsen nnb Hcrzogth. Sachsen- Altenburg auch aus ben Iren gllonat des Quartals!r 5t Pfg. Inserate betr. Lersammlnngcn xr. Petitzeile 10 Pf., betr. Äriralangelegenheitcii unb Feste pro Pctit�cile SO Pf. Vestellunzcn nehmen an alle Poftanstaltm unb Quch. hanbluagcn beS In- u. Auolanbei. Filial-Expcbitionc». Nem-Bork: Eoz.-bcmolr. lbenelün-- schastsbuchbruckcrei, löt QIäriilgL i-lr. Philabelphia: B. Haß, SSO blvetl» Z-a Stevet. I. Boll, 1120 Churlottc Str. Chicago: A. Lanscrmann, 286 Division Street. San Franzisco: F. Eich, 418 O'Far- rell Street. London: Baubiß, 5 Xnssan Street» dliääie-en Dosxitul. Gentrat Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Soziale Quacksalber. Mit dem Hinweis auf einen oder den andern durch„Fleiß und Sparsamkeit" wohlhabend oder gar reich gewordenen Ar- beiter oder Handwerker behaupten die Arbeiterbeglücker a la Schulze, daß es nur aus Fleiß und Sparsamkeit, mit etwas all- gemeiner Bildung versetzt, ankomme, um das Volk aus dem Elende zu erlösen. Wir könnten diese Behauptung mit dem Hinweis, daß es nirgends auf der Welt fleißigere und sparsamere Arbeiter mit verhältnißmäßig guter Schulbildung giebt, als in den schlesischen Weberdistrikten, und daß dort in der Jetztzeit das Beispiel nicht mehr vorkommt, daß ein Lohnarbeiter wohl- habend wird, sehr leicht entkräften; doch wollen wir der Sache uoch etwas näher auf den Grund gehen. Will man Mittel und Wege gefunden haben, den Arbeitern zu helfen, so liegt es auf der Hand, daß man alle Arbeiter diese Wege wandeln lassen will. Wenn nun aber bei der heu- tigcn Produktionsweise alle Arbeiter gleich fleißig und gleich sparsam wären, wenn alle Arbeiter sich zu wohlhabenden Men- ichen emporgeschwungen haben würden, wer würde dann noch die einfache Lohnarbeit verrichten, wer würde dann die Produkte, die Gebrauchswcrthe schaffen? Tic Möglichkeit vorausgesetzt, daß durch Fleiß und Spar- samkeit alle Arbeiter wohlhabende Leute werden könnten, würde dann nicht, wenn die ganze Menschheit nicht Hunger leiden, nicht primitiv gekleidet geben wollte, wenn die„Wohlhabenheit" nicht sofort wieder verschwinden sollte, würde dann nicht die Zwangsarbeit eingeführt werden müssen, da aus freien Stücken keiner der Wohlhabenden die nothwendige Arbeit verrichten würde?! Dann wäre die freie Individualität vernichtet, dann träte der Mißmuth des Einzelnen hervor, der bei seiner Wohlhaben- heit keinen freien Willen hätte. Wie sehr würde der wohl- habende Schulze oder der wohlhabende Müller sich dagegen sträuben, den Besen in die Hand zu nehmen, um die Straßen zu reinigen. Und doch müßten ja auch diese Arbeiten verrichtet werden. Und gar nicht lange würde es dauern, daß aus dieser all- gemeinen Wohlhabenheit der Communismus voll und ganz ent- Urtitbc, damit die Arbeit, die Erzeugung neuer Werthe nicht in's Stocken gericthe. Unvermittelt eingeführt, aus eiserner Roth plötzlich entstanden, ivürde der Communismus dann allerdings nicht so segensreich wirken, als wenn die Borbcdingungen, welche theils in der abzuändernden Produktionsweise, theilS in der des- seren Erziehung oer Menschen liegen, sich zuvor vollzogen hätten. Doch die Möglichkeit dieser allgemeinen Wohlhabenheit auf dem Wege des Sparens und des Fleißigseins ist nicht vor- Händen; schon das blödeste Auge erkennt, daß der fleißige Ar- bester nur im Gegensätze zu einem weniger fleißigen Arbeiter, der sparsame Mensch nur im Gegensatze zu einem weniger sparsamen Menschen irgendwelche Borthcile erringen kann, daß aber zu dem Erringen von Wohlhabenheit oder Reichthum bei dem Einzelnen noch ein anderer Faktor gehört: nämlich das Zusammenwirken vieler Zufälligkeiten, welches man im gewöhn- lichen Leben Glück nennt. Es ist also ein Gefasel das mit dem Fleiß und der Spar- samkeit. Ein oder der andere Arbeiter kann wohl, wenn er das nöthige Glück hat, hin und wieder auch mit diesem allein, bei Fleiß und Sparsamkeit wohlhabend oder gar reich werden, einige Arbeiter können bei Fleiß und Sparsamkeit ein etwas besseres Leben führen, aber ivenn alle Arbeiter noch viel fleißiger wären, wie sie es jetzt sind, so werden sie nicht nur nicht wohlhabend, sondern noch ärmer im Gegensatze zu den andern Klassen werden, weil von den Produkten ihres Fleißes ihnen doch nur der kümmerliche Lohn zu Theil würde, und wenn sie dann noch immer sparsamer ivürdcn, so würden sie noch immer ärmer, weil sie dm Produktion schädigten, indem sie den geringen erhaltenen Lohn nicht einmal der Consumtion zuwendeten. Leidet die Eon- sumtion, leidet natürlich auch die Produktion; leidet diese, sinkt der Arbeitslohn, und das Elend wird noch größer. Wer also die Arbeiter lediglich auf den Weg des Fleißes und der Sparsamkeit verweist, damit sie ihre Lage verbessern, Sr* cntwcder ein Dummkopf oder ein Betrüger!_ Hätten ...""o seine Nachbeter den bekannten Satz s o ausgesprochen, so hatten sie die Wahrheit gesagt. .. sozialen Quacksalber verließen sich auf den nie- origeil Bildungsgrad des Volkes und opferten, und opfern noch heute Vernunft und Recht auf dem Altar des Kapitals. Sehen wir uns nun eine andere Sorte von sozialen Quack- saldern an, welche jetzt hin und wieder auftaucht und Einfluß auf oas Boll gewinnen will. Von conservativer Seite nämlich wird behauptet, daß jeder Arbeiter, ,obald er ein Stück Grund und Boden besitze, Änti- s°iull>st würde. Vorausgesetzt nun, daß dieses Stück Grund nid Boden mindestens so groß sein muß, um seinen Mann�bei angestrengter Arbeit zu ernähren, so wollen wir den obigen Satz zugeben. Aber was folgr daraus? n s m � lmt bcr Äuertheilung oder dem Erwerb von Grund inMr nuv einigen wenigen Arbeitern geHolsen werden, Imx 1 die Masse der Arbeiter arm und vermögenslos hn» rn Sozialismus zugänglich. Soll aber mit dem Besitz ietr. S",-""h.�aden allen Arbeitern geholfen werden, soll ttm r eitcr ein Stück Land besitzen, dann würde dadurch der * almumsinuS, wenn auch in recht eigenthümlicher Weise, angc- dar iu 1Jet®etu Großgrundbesitz könnte es gar nicht geben, wenn lim,, ph iöoden zum Beispiel in Deutschland zehn Mil- bQ..CIt-einäc!ncn Vesitzern gehörte; jeder Einzelbesitz aber wäre Dst ßfriII9' daß er nicht ertragfähig gemacht werden konnte. Eiiizeibesjtzcr müßten sich in Gemeinden zusammenschließen und eine gemeinsame Bewirthschaftung der Accker betreiben. Und würde erst die Bebauung der Aeckcr communistisch betrieben, dann folgte auch die gemeinsame sozialistische Arbeit in allen Geschäftszweigen nach. Der Communismus wäre da: aber er gliche leider dann einem von hinten aufgezäumten Pferde, welches man schließlich doch noch uinzäumen müßte. Doch es ist unmöglich, daß in der heutigen Gesellschaft alle Arbeiter Grund und Boden erwerben können, ebenso unmöglich, wie es ist, daß alle Arbeiter durch „Fleiß und Sparsamkeit" wohlhabend werden können. Es würden genau dieselben Fälle eintreten, wie bei dem Experiment, alle Arbeiter wohlhabend zu machen. Wir sehen also, daß auch die conservativen Arbeiterbeglücker sich nicht über die liberalen Quacksalber mit ihren Mitteln er- heben; daß aber der einzelne Arbeiter durch einen geringen Besitz an die Scholle gebunden und der Ausbeustlngskraft des Großgrundbesitzes noch mehr zum Opfer fallen würde, dies läßt das conscrvativc Mittel der Arbeiterbcglückung noch viel bedenk- lichcr erscheinen, als das liberale Mittel. Grausam sind sie beide. Schlecht angewandter Fleiß und schlecht angewandte Spar- samkeit bringen die Arbeiter noch mehr in's Elend; der Besitz eines kleinen Stückchens Grund und Boden aber bringt dem Bc- sitzer meist größere Abhängigkeit neben noch größerer Roth. Das Beste aber bei unfern sozialen Quacksalbern ist, daß ihre Mittel nur bei einzelnen Wenigen verfangen, welche dieselben auch ohne Rath anwenden würden; die Masse des Volks kann niemals durch dieselben berührt werden. Wohlhabend aber können die Arbeiter nur werden in der sozialistischen Gemeinschaft; diele gewährt jedem Einzelnen die Mittel zur naturgemäßen Befriedigung seiner Bedürfnisse. Besitz an Grund und Boden können die Arbeiter nur er- werben in der sozialistischen Gesellschaft; jeder Einzelne ist be- rechtigt an dem gemeinsamen Besitz. Diese Antwort gebe man überall den sozialen Quacksalbern. Scheinwerthe. (Schluß.) Ter zweite große Nachthcil der Scheinwerthe besteht darin, daß sie die sozialen Gegensätze mit zunehmender Gelchwindigkeit oder Kraft steigcrm Die Ausbeutung wird stets erleichtert und die Widerstandskraft dagegen stets vermindert, was von selbst aus der UnVerantwortlichkeit des Ausbeuters folgt. Die pa- piernen Besitztitel, woraus alles Kapital besteht, bilden einen Handelsartikel, welcher höchst beweglich, also leicht verkäuflich, verpfändbar und zum Glücksspiel benutzbar ist. Der Besitzer einer Hypothek, eines Staats- oder andern guten Schuldscheins, eines Anthcilscheins an einer Bank, Eisenbahn, Gründung:e. kann diesen Tauschwerth leichter verkaufen als das Unterpfand, ivorauf er begründet ist. Kann er das nicht, so kann er ihn fast allezeit leicht versetzen, um Geld darauf zu borgen. Der englische Volkswitz sagt: Man kann nicht einen Kuchen essen und ihn gleichzeitig behalten. Dieses unmögliche Kunststück aber wird eben durch die Scheinwerthe möglich gemacht. Wenn ich inein Kapital auf ein Grundstück unterpfändlich hcrgeliehen habe, so habe ich diese Suinme Geldes nicht mehr. Ich"kann sie aber im nächsten Augenblicke wieder haben, wenn ich den Hypothek- schein bei einer Bank oder sonstwo als Sicherheit für ein Dar- lehn niederlege. Mit diesein Darlehn gehe ich auf den Geld- markt, kaufe Wechsel von sicheren Leuten zu hohen Zinsen, setze dasselbe Geld drei-, vier- oder mehrmal im Jahre um, und be- komme dafür zwanzig oder mehr Prozent, was mir nach Abzug der Zinsen der Bank vielleicht zwölf Prozent und außerdem die Zinsen der Hypothek läßt. Oder ich habe Eisenbahn-Anthcil- scheine gekauft und mein Vermögen dafür ausgegeben. Ich ver- kaufe sie aber an der Börse wieder, sobald ich mehr dafür er- halten kann, als ich gegeben hatte, um sofort den Erlös in anderen Werthpapieren anzulegen, welche eben niedrig stehen, und deren Steigen im Werthe ich nächstens erwarten kann. Will das nicht mit rechten Dingen eintreffen, so verbreite ich durch Bestechung-oder auf anderem„nicht mehr ungewöhnlichen Wege" eine falsche Nachricht, wodurch ich meine Papiere an der Börse mit großem Borthcile loswerde. Oder ich gründe eine gc- schäftliche Unternehmung, indem ich die Presse besteche, dieselbe auszupuffen, und verwandle zu diesem BeHufe meine Staats- schuldschcine in Aktien des neuen Unternehmens, welche ich, so- lange mein Betrug nicht herauskommt, mit riesigem Vortheile wieder an Dienstboten, arme Beamten, von den Zinsen eines kleinen Kapitals lebende Wittwen, Waisen und Greise verkaufe, und bin ein Millionär geworden, wenn der Betrug„ohne meine Schuld" platzt, und die Käufer Alles verlieren. Oder ich spiele an der Börse um Differenzen, d. h. ich schließe Scheinkäufe oder Schcinverkäufe von Waareu ab, welche nie abgeliefert werden sollen, sondern blos ihr Preisunterschied zwischen dem Kauf- und dem Licferungstage. Oder ich spekulire in Lebensmitteln, im Häuser- oder im Eisenbahnbau und niache Gewinne durch künst- liche Bertheuerung dieser Dinge. Oder ich leihe Geld aus auf Wuchcrzivsen, welche ich im Boraus abziehe, um deni Gesetze aus dem Wege zu gehen. Oder— aber wozu sie alle auf- zählen, die'schwindelhaftcn Mittel, welche durch Scheinlverthe außerordentliche Gewinne ermöglichen?— Natürlich sind die Mehrzahl der Theilnehmer an solchem Glücksspiele nicht immer Gewinner; diejenigen, welche schließlich wie die Haifische alle kleineren Mitbewerber uin den Raub an der Gesellschaft auf- fressen, sind stets nur eine kleine Minderzahl. Allein das vermindert nicht den ungeheuren Verlust, welchen die Gesellschaft erleiden muß. Denn die Scheinwerthe müssen verzinst, die Ge- Winne der Svielcr bezahlt werden, gleich Gebrauchswerthe, und da aller Zins und Gewinn in letzter Hinsicht blos von den wirklichen Arbeitern aufzubringen sind,| so sind diese schließlich allein die Verlierer. Es kosten ohne Frage den heutigen Völkern die Scheinwerthe mehr als die Ge- brauchswerthe; es läßt sich auf verschiedenem Wege herausrechnen, daß mindestens drei Viertel alles dessen, was statistisch als Nationalreichthum hingestellt ist, Scheinwerthe sind, und daß, um diese zu verzinsen und bezahlen, die Arbeiter mindestens| dreimal soviel arbeiten und entbehren müssen, als sonst nöthig wäre. Und diese erstaunliche Verwüstung des Volkswohlstandes läßt sich nicht einschränken durch Strafgesetze, sondern nur gänzlich abschaffen durch eine Erleuchtung und Versittlichung des Volksgeistes. Denn der Glaube, daß Zins und Gewinn recht- mäßig und unerläßlich seien, hat den Volksgeist vergiftet, wie eine allgemeine ansteckende Krankheit, und es könnte jedes blos einschränkende Strafgesetz gegen das Uebermaß der Ausbeutung| leicht umgangen werden, wenn es überhaupt durchsctzbar wäre. Somit muß das arbeitende Volk die Mittel zur Vervielfachung des Kapitals und seiner eignen Ketten so lange selbst liefern", I als es die Scheinwerth-Natur des Kapitals nicht erkennt nud- j mit vereinten Kräften bekämpft. Die dritte Hauptfolge der Scheinwcrth-Wirihschaft ist deic steigende Verlust an Freiheit, zuerst der einzelnen Bürger, und da diese den Staat zusammensetzen, des Staates selbst. Wenn! die arbeitenden zwei Drittel einer Nation dem von Schein? I wcrthen lebenden Drittel derselben mindestens drei Viertel ihres Arbeitsertrags ausliefern müssen, so kann dort höchstens der Schein von Freiheit bestehen, mag die Verfassung monarchisch, 1 constitutionell oder republikanisch heißen. Wer die gesetzliche Verfügung über meine Lebensmittel hat, der ist mein Herr, mag er es nun unter dem Namen eines Vaters, oder eines Vormundes, oder eines Herrschers von Gottes Gnaden, oder eines Arbeitgebers sein. Und wenn die Mehrheit der Bürger des Staates mit ihrem Lebensunterhalte von Brotherren abhängig sind, also selbst unfrei, können sie keine Vertretung und gleiche Gesetzgebung darin finden; der Staat selbst wird also nicht frei, I souverän, machtvollkommen, sondern von einer herrschenden Krlisse abhängig sein. Er wird nicht Allen eine möglichst gute Erziehung verschaffen, nicht die wirksamste allgemeine Gesundheitspflege veranstalten, nicht gegenüber allen Kirchen und wissenschaftlichen Ansichten J unparteiisch dastehen, nicht die Staatslasten gleich, gerecht und I leicht genug machen, nicht seine Sclbstvertheidigung auf die Zu- 1 friedcnheit und Treue aller Bürger gründen, nicht alle großen fortschrittlichen Unternehmungen befördern, nicht die Rechtspflege für Alle gleich zugänglich und unabhängig machen können. Er wird also allen seinen Zwecken je länger desto Ivcniger genügen, il seinen Fortbcstand also nicht sichern, sondern seinen Untergang ,s heraufbeschwören. Mancher wirkliche Staatsmann mag das. b eingesehen haben, aber in Ermangelung aller Unterstützung seitens der öffentlichen Meinung das Ding haben gehen lassen," wie es ,1 eben ging. Denn die völlige Abhängigkeit des Staates in finan zieller und gesetzgeberischer Beziehung von der besitzenden Klasse kann keinem denkenden Staatsmanne entgehen; noch weniger. daß die Geldherrscher sich an die höheren Zwecke des Staates nicht kehren, sondern in ihm nur Versicherung des Ausbeutungs- rechts suchen. Da sind zunächst die Staatsschulden, soweit sie nicht für produktive Zwecke gemacht sind, ein Mühlstein am Halse jedes Staates, mit welchem er schwimmen muß, so gut er kann, welchen er aber nicht abwerfen darf, weil er sich sonst von der Mitschuld an der Ausbeutung der Arbeit reinigen ivürde. mal die consolidirtcn Staatsschulden, deren Rückzahlungszeit'1 nicht im Voraus festgesetzt ist, machen ihn zum Ziuseintreiber (Sklaventreibcr?) zugunsten eines Heeres von Volksblutegcln. Nicht minder macht ihn die vom Kapital verlangte Begründung des Geldsnstems ans Gold oder Silber ohnmächtig zn vielen> seiner Zwecke: denn er selbst muß also den Stoff zu dem Geldc,. mit dem er seine Ausgaben bestreiten soll, zu demjenigen Preise kaufen, welchen er eben am Markte hat, und muß sogar durch> seine ungemein starke Nachfrage nach Gold dessen Preis unnatür- i lich hinauftreiben. Er muß dies, trotzdem es durch die Erfahrung verschiedener Staaten erwiesen ist, daß ein Staatszwangspapler-! gcld vollwerthig erhalten werden kann, solange die Bevölkerung, volles Vertrauen in seine ehrliche und tüchtige Verwaltung hat. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß ein wahrer Volks- staat sich durch ein Papiergeld, welches sich auf die gesetzliche Länge des gemeinen Arbeitstags als Maßeinheit gründet, und somit immer vollen Werth behalten würde, wenigstens wenn mehrere Kulturstaaten zugleich dieselbe Maßregel einführten und das Hartgeld verböten, vollkommen souverän machen würde. Der Volksstaat und die Staatssouveränität und die vollständigste Freiheit sind also genau dasselbe(ebenso sind die Scheinwerthe, die Kapitalherrschaft und die Staatsohnmacht genau dasselbe), nur von verschiedenen Seiten betrachtet. Die schlimmste Folge des Bestehens der Scheinwerthe ist aber. doch die, daß der Schein in fast allen Dingen über die Wahrheit i den Sieg davon trägt. Wenn die im Besitze der Scheinwerthe c befindliche Klasse mit ihren Helfershelfern die erste Rolle im« Staate spielt, Glanz, Ehre, Einfluß und Achtung(wäre sie auch � nur aus Klugheitsrücksichten erwiesen) genießt, und die Daum- je schrauben der Ausbeutung den wirklichen Arbeitern anlegen darf,-, während diese, welche Alles verdienen müssen, in keinem Sinw'p- mehr entsprechende Verdienste genießen, so verrückt sich die ssi sammte Werthschätzung des Volkes. Arbeit, Fleiß, Tugend, Ehr- lichkeit müssen immer geringer geschätzt, Reichthum, Glücksznsall, Macht und Selbstsucht immer mehr einziges Strebensziel werden. Die überhandnehmende Anbetung Mammons verdrängt nicht nur jede Religion, oder macht sie zur Heuchelei, sondern auch jede " itlickkeit. außer in denkenden Arbeiten. Tin- vir.-, ein d,. r zeichen unserer Zeit sei— wer wüßte es nicht?— Das Wunder l keine Besuche gestattet. Freie Beköstigung ist aus keinen Fall! seien, ja daß sich die ganze sozialdemokratische Partei auf einem -st bloß, daß die ungeheure Mehrzahl Derer, welche es sehen, erlaubt. Die Bekleidung ist für Alle gleich— die Sträflings- sehr verderblichen Irrwege befinde. Redner wies dies im Ein- sich blind stellen und denken mögen: Nach uns mag immerhin � kleider bestehen aus einem Halbpelz und sehr dürftigen Schuhen, zelnen an der Hand der bekannten Schrift Most's über den so- die Sintfluth kommen! Uns hält's schon noch aus! So machen Bettzeug und Betten gicbt es nicht. Der Sträfling bekommt zialdemokratischcn Staat in ebenso scharfer als überzeugender es die Glücksspicler— sie hören nicht auf, die Karte zu besetzen, eine Filzmatte, die er nach Belieben gebrauchen kann, d. h. ent- Weise nach, indem er den in der gedachten Schrift aufgestellten bis sie zugrunde gerichtet sind. Und wie könnte es anders sein, weder als Bettdecke oder als Matratze. Darum ist es nicht zu Forderungen in eingehender Auseinandersetzung entgegentrat. wenn durch die Scheinwerthe alles. Leben der nichtarbeitenden verwundern, wenn die Sterblichkeit unter den Sträflingen unge- Tie Auslassungen über den sozialdemokratischen Zukunftsstaat, Klassen zum Glücksspiel gemacht ist, und das der Arbeiter und mein groß ist. Jeden Tag stirbt einer oder zwei Sträflinge, fuhr er fort, seien Träumereien der gefährlichsten Art, weil da- des Staates auf's Spiel gesetzt wird? und dies bei gewöhnlicher guter Witterung.*) d-irch ein Haß gesäet werde, der zur blutigen Ernte führen -------— Die Glücklicheren in den Mustergefängnissen sind die ge- müsse. Frankreich stehe hierfür als warnendes Beispiel. Er WittftMl» rTuftitv meinen Verbrecher, da sie in gemeinschaftlicher Zelle sitzen, die als alter Demokrat sei für Gleichberechtigung, aber wenn man JVU|JI|UJC Vitt Ulli. politischen aber müssen in abgesperrten Einzelzellcn ünterge- sähe, daß überall gegen das Bestehende Haß und Verbitterung Da jetzt die Aufmerksamkeit der ganzen civilisirten und nicht- bracht werden. Ter unglückliche politische Sträfling bekommt bei der großen Masse des Volkes angeschürt werde, wäre es civilisirten Welt auf das heilige Rußland, oder richtiger auf eine sehr kleine Zelle mit einem kleinen vergitterten Fenster fast dann ein Wunder, wenn die Besitzenden, die doch jetzt in einem dessen Regierung und machthabende Klassen gerichtet ist, so möge ganz oben an der Zimmerdecke, dazu werden ihm noch Ketten Reichstage maßgebend seien, die bestehenden Gesetze zu ihren mir gestattet sein, einige Streiflichter auf die Lage unserer Vrü- an die Füße angelegt, und so sieht er weder Tageslicht noch Gunsten verschärften? Die sozialdemokratische Agitation hindere der, welche für die Befreiung der unterdrückten Menschheit ar- Menschen. Am frühen Morgen oder am Abend kommt er in somit den Fortschritt. Wer, so schloß Herr Duncker, das nach betten, zu werfen. Sie werden finden, daß die russische Regie- Begleitung von zwei Soldaten eine halbe Stunde in's Freie, menschlichen Begriffen Erreichbare will, der wähle mich, wer rung eher in's finstere Mittelalter gehört, aber keineswegs in's Geld oder andere Sachen kann der politische Sträfling nicht bckom- aber haben will, was in unabsehbarer Ferne liegt, der wähle 19. Jahrhundert. Also hören wir einen Correspondenten des inen, und so muß er sich mit den täglichen l1/« Kopeken dein London erscheinenden„Vorwärts": znügen. Das Lesen, wenn es überhaupt in einer solchen Zelle „Ich war internirt— so schreibt der Correspondent— in möglich ist, ist erlaubt, aber— nur langweiliger Bücher, wie einem der Zuchthäuser des heiligen Rußlands und zur Zeit, als theologischer und technologischer. Man ivollte dem unglücklichen man dorthin aus den Ccntralgefängnissen des Charkower Gou- Dolguschin und seinen Freunden**) Schlosser's Werke zuschicken, vernements die nach Sibirien bestimmten Sträflinge versammelte, aber der Charkower Gouverneur Fürst Krapotkin(ein naher Diese Sträflinge oder Galeerensklaven(Katorschniki) haben, be- Verwandter des unlängst aus dem Gefängnisse entflohenen So- vor sie nach Sibirien kommen, einige Jahre in einem der Cen- � zialisten Fürsten Krapotkin) fand, daß solche Werke nur das tralgefängnisse zu sitzen. Diese Sträflinge haben mehr Freiheit Loos der Sträflinge erleichtern könnten, ihm ist aber von oben als die„politischen") und so geschah es, daß einige von ihnen, befohlen, nur„langweilige Bücher" zun- Lesen zu gestatten. in den Gängen des Gefängnisses spazierend, meine Zelle passirten. Nur mit großer Mühe gelang es der Mutter Dmochowskfls, Die Aufschrift auf meiner Zelle,„geheime Kammer", interessirte ihren Sohn einmal monatlich sehen zu dürfen. Da haben Sie hineinzuführen, dadurch werde die Nation zersplittert und hieraus sie sehr. Als sie erfuhren, es sei darin ein„politischer Ver- den russischen Despotismus in seiner ganzen Blöße, und doch müßten mit der Zeit die schlimmsten Folgen erwachsen.— In brecher", so kamen sie an meine Thür und knüpften mit mir brüstet sich die russische Regiening mit Humanität und Liebe zu der Sonntagsversammlung, welche im Saale„zur Linde" statt- durch das Thürloch ein Gespräch an. Als ich ihnen sagte, den Südslaven. wahrscheinlich würde auch ich zur Zwangsarbeit verurtheilt, so(Schluß folgt.) riethen sie mir, um nur nicht in das Centralgefängniß zu kom---------—-------------------------- mcn,„mir lieber das Leben zu nehmen".„Denn, fügten-i,, sie hinzu, den gemeinen Verbrechern geht's dort sehr schlecht, �Bgl»U.�!nUlju|t ÄCÜCtllÜJt» aber hoch noch besser als den politischen, letzteren ist es dort— Die sozialdemokratischenAbgeordnetenbeabsichtigen unerträglich." Und� nun folgt ihre Erzählung über das�Leben ans dem Wege der Interpellation die zahlreich vorgefallenen Polizei- und Treiben in diesen Ccntralgefängnissen oder besser Muster- .gefängnisscn ü la Plötzensee. Tue Beschreibung der Sträflinge lichen Ausweisungen in Sachsen, die gegen politisch bestrafte Personen vorgenommen wurden, zur Sprache zu bringen. Da aber bei der Masse des dem Reichstag vorliegenden Bcrathungs- stoffs in der diesmaligen Session auf eine Beantwortung nicht mehr zu rechnen ist, soll dieselbe bis gleich zu Anfang der nächsten Session verschoben und dann eventuell ei» entsprechender h-wurde auch von Seiten meines Oberaufsehers bestätigt. :> i Sie müssen wissen, daß das„milde Väterchen" die Zwangs- I jarbeit in einfaches Jnterniren in den Centralgefängnissen umge- -iwandelt hat, und dieses einfache Jnterniren besteht im„Nichts- "fthun". Man fand, daß die Cm-tralgefängnissc und das„Nichts- Antrag auf Aenderung des Frcizügigkeitsgcsctzes einge- 'chun mörderischer auf den Menschen wirkt, als die Zwangs- werden. Die Motivirung der Interpellation ist dem Parteiarbeiten m Sibirien, und(o beschloß man, die zur Zwangsarbeit'. ch?. Bebel übertraaen Verurtheilten in einem dieser Mustergefängnisie zu interniren'' und zwar an, �kürzere Zeit, als sie in Sibirien zu arbeiten gc-— Unsere Gegner. In einer früheren Nummer erwähn- habt hätten, so z. B. für 6 �ahre.»wangvarbeit hat der Ver- ten asir des Redeturniers zwischen Most und Duncker in artheilte nur n— ck Jahre im Centralgesaiigmß zu Utzen, und �hx�nitz und der Niederlage des Letzteren. Das Fiasko des dann erst wird er nach Sibirien gebracht, solnicr Mnstergc-£errn Juncker war so„rein und zweiielsohiie", daß wir, trotz fängniste g-ebt es 1 in Wilno und 2 vm Charkower Gouvernc- anserer hohen Meinung von der Leistungsfähigkeit der„liberalen" | ment, noch cm viertes wird im Chersoner Gouvernement er- Rätter in diesem Punkt, es doch nicht für möglich hielten, sie richtet. Die des Charkower Gouverncments befinden pch in einer Tanten es in Abrede stellen oder gar in das Gegcntheil um- ■ sehr sumpsigen Gegend, so daß die Luft dort ganz verpestet ist, �gen. Wir hatten uns geirrt. In puncto des Lügens giebt unte wie solche Luft ans die Gesundheit der melirere Cahre � � Liberalen kein unmöglich. Unter dem Datum des 5. in Unteriuchungshaft Gewesenen wirkt, kann sich �eder leicht Ix.xnibcr— die beiden betreffenden Versammlungen waren am . vorstellen. Dazu kommt noch die schlechte Behandlung witens j 2 nnb;:i � ber liberale Wunderthäter brauchte also 48 Stun- �- des Oberaufsehers, der das Recht beptzt, emen jeden Sträfling ben um ba� Mirakel der Verwandlung einer Niederlage in nach Belieben zu malttätiren, und wenn letzterer etwas laut!.-.......... � fand, gab Herr Duncker einen politischen Rückblick über die Ver- , Hältnisse in Deutschland vom Anfang dieses Jahrhunderts bis zur Gegenwart uno im Anschluß daran einen Ueberblick über die Thätigkeit und die Erfolge der Fortschrittspartei. Bei beiden Versammlungen waren die betreffenden Lokale dicht gefüllt." Wir gestehen, ein schamloseres Lügengewebe ist uns uie vor- gekommen. Herr Duncker sprach weder„scharf" noch„überzeu- gend", sondern im Gcgentheil sehr lahm und mehr die Heiter- keit und das Mitleid seiner Zuhörer(etwa 3000 Sozialisten und höchstens 80— 100 Bourgeois!) erregend.„Die Sozial- demokraten Most und Vahlteich"(der unglückliche„Bräuerianer" Puschmann— nicht„Ruschmann"— mußte von unseren!eigenen Parteigenossen desavouirt werden) sprachen nur insofern„ohne Erfolg", als es ihnen trotz alles Aufwandes von Beredsamkeit nicht gelungen ist, dem unglücklichen Duncker eine klare Beant- wortung der Frage zu erpressen: was er(der unglückliche Duncker) eigentlich wolle, was er wolle, was seine Partei wolle, wie er, der„Arbeiterfreund", nach Chemnitz habe kommen können, um einen Arbeitervcrtreter zu bekämpfen u. s. w. — Wie ein„Löwe" auf den Hund kommen kann. Dem Berliner Stadtverordneten Ludwig Löwe ist vom zweiten Berliner Landtagswahlkreis eine Candidatur angetragen worden, die jdersclbe auch für die bevorstehende Nachwahl angenommen hat. Herr Löwe stellte sich in seiner Caudidatcnrcde vollständig auf den verwässerten Standpunkt der jetzigen Fortschrittspartei; protegirt wurde er von dem bekannten Monarchisten und Rück- schrittlcr Eugen Richter. Auf die Frage desselben erklärte Lud- wig Löwe, daß er mit den sozialdemokratischen Bestrebungen Johann Jacoby's nichts mehr gemein habe, und daß er das vor sechs Jahren aufgestellte Programm der demokrattschen Partei für einen überwundenen Standpunkt halte und und das- selbe jetzt nicht mehr unterschreiben würde.— Ludwig Löwe gerirte sich einstmals als ein Freund und glühender Anhänger Lassalle's; nach dessen Tode griff er Laffalle's Anschauungen an — sie waren für den Himmelsstürmer nicht weitgehend genug— ii maltratiren, uno wenn tetzlerer enva» um Cjnen k�ig zu bringen— unter dem Datum: Chemnitz, wird, wie einen Hund zn erschießen.»-Port(im Ccntralgefang-- D�mber, veröffentlichte die„Dresdener Presse" folgenden r niß), sagte mir mein Oberaufseher, pud die Arretirtcn Vogel- Bericht: � frei". Und dennoch spricht unsere Regierung von Humanität 2. und 3. Dezember fanden hier öffentliche Wahlvcr- ■ und Cultur, und unser Väterchen, wenn er über die Lage der sammlungen statt, in welchen Franz Duncker vor der hiesigen 'Südslaven spricht, vergießt-thronen— natur.ich Krokodils- Wählerschaft sein Programm entwickelte. Die erste Vcrsamm- - thränen. Die Beköstigung der Sträflinge in dem Centralge �ng fand im Saale des„Elysium" statt. In derselben führte ' fängniß ist im höchsten Grade miserabel. Anfangs bekam eui r Juncker zunächst aus, daß ihn zur Annahme der Candi...---, . jeder Sträfling- ob politischer oder gemeiner- agüch 2 K° bvatur für beu|iefi� Wahlkreis die Bemerkung veranlaßt habe. llC waren an überwundener Standpunkt. Johann Jacoby wurde ..peken(etwa 6 Pfg sage und schreibe sechs P a,). seit aber ans baft b|C gü(;; �s Theiles vom Volke auf falscher Fährte!'!� Freund und Lehrer; die re-nc Demokrat.e se>n Ideal Als t Petersburg ein hochgestellter Beamter zur Revision da war, be � v J sich �acoby spater auf den Standpunkt der Sozialdemokratie i' kommen die Sträflinge nur 1'/-. Kopeken, denn dem adeligem„.............._........ stellte, folgte ihm Löwe nach. Jetzt aber ist ihm auch der Ja- - um--■*" w M-»ws m| i"r ,'!„Ist man einmal verurtheilt zur Buße in diesem Hause des Do°gPchiii und' stine Freunde, über die der„Bolksstaat" seiner des Mitstlebcrs Eugen Richter. Der so auf die Fortschritts- ,. Schreckens und Leidens, so muß Alles ausgegeben werden: kein Zeit sprach, wurden vor c-wa 2 Jahren zu Zwangsarbeiten verurtheill. Partei schon gekommene Lowe wird sehr schnell den Lasker über- . B• Strasaekanaener bat das Reckit. mit Jemanden von außen zu-zur geit sind sie alle, auüer Aavin. der im Jrrcnbausc sich benndet. springen und sich und sein eigenstes Wesen bei Miguel und Dr. Braun wiederfinden. (:: Strafgefangener hat das Recht, mit Jemanden von außen zu-zur Zeit sind sie alle, außer Papin, der im Jrrcnhausc sich befindet, verkehren, selbst mit seinen Lieben und Verwandten, es werden befreit— durch den Tod. '.)!; Tie natürliche Parteistellnng des Volksschul- i i> i r - r lehrers. Von Karl Schneidt. (Fortsetzung.) fache, so müssen die Kinder die Schule nur allzuhäufig versäu- men, um durch irgend eine Arbeit den Eltern das karge Brot und Wege an die Hand geben, durch seine Thätigkeit in der Schule bleibende Resultate für's Leben, für das Wohlergehen des Volkes zu erzielen. Der echte Jünger Dicstcrweg's und verdienen zu helfen. Tie Kinder der Armen leidenMangel an Pcstalszzi's hat vor allem sein Augenmerk auf des Volkes wahre Allem, sie leiden Mangel am Nothwendigsten— an Brot. Und Bildung, auf die Erziehung zur wahren Freiheit zu richten. Kinder, die also im Elend aufgezogen werden, Kinder, die schon Kann er dieses aber dann, wenn er sich zum Werkzeug in den im Muttcrleibe unter den unvernünftigen Einrichtungen unserer __.._'._... OfYI- Jf. i_ t �-�i. Sv �.. t � V CV.. rr*.. Sn � i /T(. T- yY Z-f. � Z L jj«.. Y l'v...- Y.. YS Yni* �___ c.*.__:_,._ Y___ yä-•.. c.... ;()' An seine Stelle traten nun jene Afterpädagogen, die zwar Händen einer Macht erniedrigt, deren eigenstes Jutcresse dem„Gesellschaft" zu leiden haben, Kinder, die nie wahre Kinder -- nicht den Muth hatten den Forderungen der Reaktion entgegen- wahren Wohle des Volkes schnurstracks entgegenläuft? sein dürfen, die nie des Lebens Sonnenschein erwärmt, denen zutreten sich aber gleichwohl schämten, ihre moralische Feigheit Muß der Lehrer, der imt klarem, unbefangenen Blick die. nie der Jugend Freude das Herz erfaßt, Kinder, deren geistige ": i und geistige Impotenz einzugestehen. Sie wollten Jünger Die-! Lage unserer heutigen Volksschule prüft, mutz der nicht zu der- Fähigkeiten mit dem Körper verkümmern— solche Kinder sollten '•'! st-rweq's sein und es dennoch nicht mit der herrschenden reaktiv- Ueberzeugung gelangen, daß die herrschende Partei keln Interesse in der Schule im Stande sein, den Erwartungen des strebsamen nären Gewalt verderben, und so erfanden sie denn den famosen an der Verwirklichung der Ideale wissen, chastlicher Pädagogik, Lehrers zu entsprechen? Solche Kinder, die schon in frühester 1-, Ausweg den Ansichten ihres Meisters" eine Deutung unterzu- an der wahren Aufklärung und allgemeinen Bildung haben kann? Jugend durch die dem Elend so nahe verwandten Laster becin- ' � sckieben die sein ganzes Leben Lügen straft. Um den reaktiv-'Muß es ihm nicht klar werden, daß, so lange die Schule in den slußt werden, sollte man ohne unsägliche Mühe zu moralisch- " c- GL... s»,.(SiA.iN,„,;i»ll seinem Geiolae Händen dieser Partei ist, sie nur als das betrachtet und behau- freien, zu wahren Menschen erziehen können? und der erfüllt Erzieherberufes be- ig mitzuarbeiten er ocm-voiie mit, wirv veriecoe pa) vri. cirvrizcugung ucaiapicijcii oerlisen ip, iveilyem �eyrer, oer ein Herz D— IH" können, daß, so lange die gegenwärtigen Verhältnisse bestehen, trauten Kleinen hat, welchem Lehrer, frage i Ünd'dem Schulmeister wurde eine Belohnung für seine guten keinerlei Aussicht auf eine wirkliche Verbesserung des Volksschul- solche Gedanken gekommen?.Muß es nie. ' l Dienste in Aussicht gestellt. Wie er jedoch abgelohnt wurde-! Wesens vorhanden ist? � �, r. varmem Erzieher- und Vaterherzen einen Dolchstoß in's Herz � l nun das wissen wir ia- es braucht dieses also hier nicht weiter� Angenommen selbst, die heutige Schule Ware das, was sie versetzen, wenn er die Schaar der noch unschuldigen Kleinen '- s?r?rtert zu werden ihrem ursprünglichen Wesen nach sein soll, eine Anstalt zur Bildung betrachtet, wenn er bedenkt, daß die Eltern ihm ihr volles Ber- L' z Aus dem Vorhergehenden erhellt nun zur Evidenz*), was und Hebung der geistigen Wohlfahrt des Volkes, könnte dieselbe rrauen schenken, indem sie ihm die Erziehung ihrer Kinder über- L1< Iiesterwea damit sagen wollte wenn er von dem Lehrer ver- bei unseren verbohrten sozialen Verhältiiissen ihr Ziel erreichen? tragen, wenn er diese bedenkt und seinen Blick in die Zukunft -r- langte daß er kein Politiker und Politikaster, kein Klub- und. Weiß doch jeder Lehrer nur allzugut aus eigener Erfahrung, schweifen läßt und sich so recht lebhaft vorstellt, was die Ver- > Parteimensch sein solle weil ihm sonst durch die gegen einander daß die Volksschule wie kein anderes Institut unter der vorttcff- Hältnisse ans diesen Kindern, die alle den Stempel der Menschen- - i? tobenden Leidenschaften der harmlose, kindlich-heitere Sinn und lichen„göttlichen Weltordnnng" zu leiden hat. Abgesehen davon, würde auf ihrem Antlitz tragen, die alle begründete Ansprüche N die Rübe und Freudigkeit des Gemüthes. deren er zu seinem daß dem Lehrer für Elephantenarbeit Sperlingsfutter gereicht auf des Lebens Genüsse zu erheben berechtigt sind,— wenn er ■' � Berufe so sehr bedarf abhanden kommen könnten. wird, abgesehen davon, daß er genau nach der vorgczeichneten bedenkt, was aus ihnen die„göttliche Wcltordnung" machen m Kann das nach Allem, was wir von Diesterweg's Ansichten Schablone arbeiten muß, daß ihm Methode. Inhalt und Umfang wird? ■-nd Idealen kann das nach dem was wir von seinem Leben feines Unterrichtes vorgefchrlebeu>fl, abgesehen von all den De- Und er, dem das arme, betrogene Volk willig seine Kinder Rstmb seinem persönlichen Verhalten wissen, die Bedeutung haben, müthigungen, denen der Erzieher der Jugend ausgesetzt ist— von zuführt, er. von dem es hofft, daß er mitarbeiten werde an dem p Jy Y... Ty._- Saä SL-rk-! alledem abaeseben. erlauben ibm die sozialen Mißstände.!'''| tt' ' zeug stein und tausendmal nein:'.... p>v Äebrer loll icittc ciacttc lXnci&liiiiiQinldt»narren � ici».»- u--w-->>——,----■ �—/ i*-!---"—-- �. Bildung Äe Dieftenvea für ihn beansprucht, soll ihm die Mittel Kindern die nöthigen Lernmittel anzuschaffen, das Elend zwingt Handlanger der Tyrannei hergeben? .....■"'je, dieselben vom Schulbesuch abzuhalten: sie haben keine Klei„Nie und nimmer!"— einen Anderen.— Die Sozialdemokraten Most,'Vahlteich und Ruschmann traten ohne Erfolg gegen die Tuncker'schen Aus- führungen, worguf dieser noch einmal das Wort ergriff. Er legte dar, daß die Fortschrittspartei nicht, wie die Sozialdemo- traten behaupten, Bismarckknechte seien, sondern daß sie sehr oft ihre Meinung dem Reichskanzler gegenüber frei ausgesprochen und auch Vieles durchgesetzt hätte. Alles lasse sich nicht auf einmal erreichen. Für den Politiker sei es Pflicht, die Stellung der Parteien zu einander zu prüfen und dann zu berechnen, was unter den gegebenen Verhältnissen durchzusetzen sei. Ver- werslich sei es, die Arbeiter in den Klassenkampf immer tiefer — Die Hirsch-Duncker'schen Getverkvereine, welche, wie überhaupt die deutschen Gewerkschaften, nach dem„Gesetz" keine Pslitik treiben lassen, revanchiren sich für diese„ge- setzliche" Einschränkung ihres Staatsbürgerrechts seltsamerweise damit, daß sie um so bereitwilliger mit sich Politik treiben lassen. So hat die Fortschrittspartei durch ihr Ccntralwahl- comitv in Berlin beschlossen,„in den geeigneten Wahlkreisen Candidatcn zu unterstützen, welche aus den Kreisen der Gewcrk- vereine hervorgegangen"sind". Dieser Beschluß, wcun er' ernstlich gemeint wäre, wäre nicht mehr als recht und billig, denn das muß zugestanden werden, als„Stimmvieh" haben sich die Ge- werkoereinler vortrefflich bewährt, und vielleicht mehr als ein Fortschrittsmann verdankt denselben sein Reichstagsmandat; aber es ist eine Perfidie, daß die„Candidaten" der Gewerkvereine, welche den Fortschrittlern zur Unterstützung empfohlen werden, sich auf den einen„verdienstvollen Rnwalt" Dr. Max Hirsch beschränken, der selber ein Fortschrittler vom reinsten Wasser ist und der obendrein seine„Anwaltschaft" im Interesse der Fort- schrittspartei versieht. Es wäre auch gar zu viel verlangt von den Geldsacksfortschrittlern, einem Arbeiter zu einem Reichs- tagssitz zu verhelfen, der von der Pike auf gedient hat. Ten Gewcrkvereinlern möchten wir daher rathen, endlich einmal dem schnöden Spiel ein Ende zu machen, welches da mit ihnen getrieben wird, denn es ist wahrlich nicht ehrenwerth, Lakaien- dienste zu verrichten. — Zur Weltausstellung in Philadelphia schreibt man � der„Volkszeitung":„Die seitens des Vereins für das Wohl(?) � der arbeitenden Klassen mit so großen Opfern durchge- setzte Hinübersendung von Gewerbetreibenden nach der Ausstellung in Philadelphia hat bisher noch nicht den Erfolg gehabt, den man erwartet hat. Es wurde nämlich gewünscht, daß die Herren zunächst jeder einen Bericht verfassen sollen über das, was sie in ihrer Branche Bemerkcnswerthes gesehen haben. Bisher ist j noch nicht ein Bericht dem Vereine zugegangen, und man be- fürchtet sogar, es wollten einige sich dieser Arbeit überhaupt entziehen."— Die„Arbeiterdelegirtcn" werden wohl ihre Gründe haben, warum sie sich über ihre Wahrnehmungen auf der Aus- stclluug in Philadelphia so gründlich ausschweigen; würden sie] die verlangten Berichte einsenden, so könnten sie ja doch nur bestätigen, was bereits Professor Reuleaux so unverblümt aus- gesprochen hat— daß die deutsche Industrie ein schmähliches Fiasko davongetragen hat; und um den Arbeitgeber-Mandanten nicht wehe zu thun, halten die Herren Delegirten lieber fein säuber- lich den Mund. Dieses Schweigen redet deutlich genug. — Bezüglich der Wahlaussichtcn für unsere Partei in Schlesien lesen wir in der„Wahrheit": „Wir kommen zu den Sozialdemokraten, die als junge, hoff- nnngsvolle Partei noch gar keinen schlesischen Kreis erobert hatten. Ihr aussichtsyollster Kreis ist Reicheubach-Neuroda. Dort stimm- ten 1874 im ersten Wahlgange 4645 Liberale, 4685 Centrum, 3700 Sozialisten, 930 Gewerkvcreinlcr. Im zweiten Wahlgang, 9630 Liberale lWcbski), 5828 Ceutrum, vcrhalfen die Sozialisten durch ihre Stimmenthaltung dem Liberalen zum Sieg, diesmal dürften sie sich wohl die Palme selbst erobern. Dieselben Sozialdemokraten sind so kühn, auch den Wahlkreis Waldenburg den Freikonservativen abspenstig machen zu wollen. Ebenso kühn erheben sie ihr Haupt gegen den Fortschritt in den beiden Bres- lauer Kreisen und gegen die Nationalliberalcn in Liegnitz. Ver- suchen werden sie jedenfalls ferner, ob es nicht gelingen kann, die Freikonservativen aus Schweidnitz zu verdrängen. Auch in Görlitz und Ncumarkt treten sie 1877 zum ersten Male selbst- ständig auf. Dem zum Theil zur Mark Brandenburg gehörigen Kreise Forst- Sorau lächelt ebenfalls das Glück einer aussichts- vollen sozialdemokratischen Reichstagskandidatur." Wenn das industriereiche Schlesien diesmal wirklich etliche Lehntausende sozialdemokratischer Stimmen aufweisen sollte, so thäte es nur, was man längst von ihm zu erwarten berechtigt war. — Herr Schulze aus Mainz, der sich jetzt unter dem Pseudonym„M." in der journalistischen Arena herumtummelt, ■crtheilt dem Reichstag im„Hamburgischen Correspondeut" eine Rüge, weil er beschloffen hat, die Preßvergehen vor die Ge- fthworenengerichte zu verweisen.„Wir haben," sagt Schulze, „gegen den Beschluß an sich nicht viel einzuwenden, und bekennen, daß sich sehr gute Gründe für denselben anführen lassen. Aber Quf s Entschiedenste müssen wir erklären, daß, unserer lieber- zeugung nach, auch sehr schlechte Gründe für ihn ins Feld ge- führt worden sind. Wenn z. B. Herr Bölk meinte, es handle I sich hier ja nicht gerade um die periodische Tagespresse, sondern um die ganze literarische Produktion, gewissermaßen die ganze Geistesarbeit Deutschlands, so muß doch jeder ruhige Beobachter zu solcher Argumentation den Kopf schütteln. Ja, es„handelt sich"— aber die Wirklichkeit fragt leider nicht viel darnach, um was es sich nach Ansicht der Doktrinäre vom Schlage des Herrn Bölk handelt. Die Argumentation Völks hätte einen Sinn, ja sie wäre unwiderleglich, wenn die geistige und literarische Arbeit in ruhigen, wohlumgrenztcn Geleisen friedlich ihres Weges ginge, ein Produkt der Gelehrten oder doch der hervorragendsten Geister der Nation und berechnet auf eine urtheilsfähige Minorität von Leuten, welche mehr oder weniger im Besitze einer gediegenen Bildung oder doch wenigstens eines festen Haltes in Lebensstel- lung und Lebeusanschauung sind. Unter heutigen Umständen aber, wo die politisch-soziale Agitation ein Gewerbe, wo die Grundlagen unserer Bildung zu Gegenständen des Spottes und Hohnes geworden sind, wo jeder Strikeredner sich für eine polst tische Person und jedes freche Lästermaul sich, wenn die Polizei ihm das Handwerk legt, für einen politischen Verbrecher hält— unter solchen Umständen den einschlägigen Theil der Strafgesetz- gebung nach Rücksichten auf die geistige und literarische Arbeit des Volkes einrichten zu wollen, das ist wieder einmal eines jener Stückchen, in denen die geringe Fähigkeit des heutigen Liberalismus, die wirkliche Sachlage zu begreifen, sich kundgiebt." Wir begreifen das Unbehagen sehr wohl, welches die„politisch- soziale Agitation" dem Herrn Schulze bereitet; die„Strikeredner" und„Lästermäuler" bestreiten dem Schreihals Schulze aber ganz entschieden das Recht, sich zu jener„urtheilsfähigen Minorität von Leuten" zu zählen, die eine„gediegene Bildung" zu„geistiger und literarischer Arbeit" befähigt, sintemalen die „gediegene Bildung" bei ihrer„geistigen und literarischen Arbeit" die von Herrn Schulze so hochgeschätzte Beihülfe der Polizei grundsätzlich verschmäht. Was die Schwurgerichte, diese ver- fälschten Ueberreste der altdeutschen Volksgerichte, angeht, so wissen die„Strikeredner und Lästermäuler" in Bayern und an- derwärts ein Liedchen davon zu singen, was es heißt, von Ge- schworenen gerichtet zu werden, denen nicht die„geistige Bildung", sondern der Geldsack ein Anrecht auf das Geschworenenamt ver- liehen hat. Also nicht so ängstlich bester Herr Schulze, und nehmen Sie es uns nicht übel, wenn wir uns zuguterletzt noch erlauben, Sie mit der Nase aus einen Erlaß zu stoßen, den jüngsthin— nicht der„geistige Lorkämpfer" unseres Jahrhun- dcrts etwa, ach nein, den der obskure Justizminister des„Halb- barbaren"staatcs Rumänien erlassen hat, als einige„Staats- rctter" ihn um Rath angingen, wie es mit der oppositionellen Presse zu halten sei. Lesen Sie den Erlaß, Herr Schulze, er ist in seinen Consequenzen von jener„gediegenen Bildung" ge- tragen, die Ihnen noch so sehr mangelt. Es heißt da:„Die leidenschaftliche und beleidigende Sprache, mit welcher mehrere von den Oppositionsjournalen die Regierung angreifen, das un- verkennbare Uebelwollen, mit welchem sie alle Akte des Mini- stcriums verdrehen und verdächtigen, die unwahren Nachrichten, welche sie unablässig unter dem Publikum verbreiten, um Zwie- tracht zu säen und die gegenwärtige Lage zu verwirren, haben mehrere der Herren Prokuratoren veranlaßt, bei mir anzufragen, welche Haltung sie einnehmen und ob sie gegen die betreffenden Journale die Verfolgung durch Gerichte anrufen sollen. Diesen Anfragen gegenüber beeile ich mich, Herr Generalprokurator, Sie aufzufordern, allen Prokuratorcn bekannt zu geben, daß die Regierung der Presse gegenüber von den Maßregeln, welche ihr das Strafgesetz zur Verfügung stellt, keinen Gebrauch machen will, und daß sie in der formellsten Weise jede Verfolgung von Journalen wegen Delikten gegen sie oder ihre Organe eingestellt zu sehen wünscht. Es versteht sich von selbst, daß es Privat- leutcn, welche sich durch die Presse verletzt glauben, nach wie vor frei steht, die Hilfe der Gerichte anzurufen. Abgesehen aber von diesen Fällen, ich wiederhole es, hat jede gerichtliche Ver- folgung der Presse zu unterbleiben. Der Grund, aus welchem wir der Presse die volle Freiheit belassen können, liegt darin, Herr Generalproknrator, daß Regierungen, welche ihren Ursprung im frei ausgedrückten Willen des Volkes haben und sich des Vertrauens der Bevölkerung er- Gründerorgan bekannten„Schlesischen Presse" hast in unschätz barer Weise seine Ansichten in einer Sitzung des kaufmännischen .Vereins in Breslau am 17. November bekannt gegeben: „ES hat sich in Arbeiterkreiscn an einzelnen Orten das Wahngebilde eines allgemeinen Meuschenrechtes auf Arbeit, auf eine einigermaßen behagliche, gesicherte Existenz festge- setzt"— Bündiger und klarer kann man seine Arbeiterfeindlichkeit, ja seine Gegnerschaft gegen alle Menschlichkeit, den Mangel jedes menschlichen Mitgefühls nicht aussprechen! Das sind also die wahren Bolksbeglücker, die Herren, die uns am Leitseil der bis- marckisch-preußisch Politik„durch Einheit zur Freiheit" führen wollen! Jeder Arbeiter, der solchen Leutcn bei der nächsten Wahl seine Stimme zu geben über sich gewinnt, der legt sich selbst den Strick um den Hals. Jedenfalls hat man im Kreise seiner Ge- nassen gejubelt vor Entzücken über diese Erledigung der Ar- bciterfrage. Also ein Wahngebilde ist das Menschenrecht auf Arbeit, der Anspruch auf eine auch nur einigermaßen menschen- würdige Existenz! Wer Ohren hat zu hören, der höre! Ihr, die Ihr noch nicht der Partei angehört, welche dieses Wahnge- bilde anstrebt, und die Ihr noch unter dem Elend seufzt, wel- ches eine verkehrte Staats- und Wirthschaftsgestaltung geschaffen hat, hier habt Ihr ein unumwundenes Gcstäudniß dessen, was Euch erwartet seitens der heute Herrschenden. Wollt Ihr aber, so reicht uns Eure Hand, damit Alle, Alle vereint zeigen, daß wir nicht für ein Wahngebilde fechten. — Den amerikanischen Petroleumwucherern hat die künstlich erzeugte Preissteigerung des Petroleums nach einer oberflächlichen Berechnung bereits au die 10 Millionen Dollars eingetragen. Da die begüterten Klassen, wo dies angänglich ist, zumeist Gas statt Petroleum benutzen, so ist es tvieder, wie stets, das arbeitende Volk, welches den amerikanischen Gaunern zum Opfer fällt. Die Preissteigerung des Petroleums, urtheilt die„Tagwacht" sehr richtig, zeigt wiederum, daß es eine Wider- Natürlichkeit ist, die Arbeitsmittel, welche doch von der Natur und den Arbeitenden geschaffen worden, in den Händen Ein- zelner zu lassen, da diese Einzelnen die Arbeitsmittel zur Aus- Plünderung des Volkes benutzen können, was nicht der Fall wäre, wenn die Gesammtheit des Volkes die politische Macht und der Staat die Arbeitsmittel besäße. — Stuttgart. Wegen Preisdifferenzen betr. Lohnredu.jst zirung und inhumaner Behandlung in der Stuttgarter Möbel- und Parquetboden-Fabrik wird vor Zuzug gewarnt. Mehrere Arbeiter.\ NB. Alle arbeitcrfreundlichen Blätter werden um Abdruckn gebeten. freuen, die etwaigen Ausschreitungen der Freiheit nicht zu fürchten brauchen.� Je mehr nun die Gerichte von dieser Art von Thätigkeit entlastet sind, desto ungestörter wünschen wir ihre Aufmerksamkeit der Verfolgung jener Verbrechen zugewandt zu sehen, welche gegen die Sicherheit der Person und des Eigen- thums gerichtet sind." — Ein offenes Geständniß. Ter Redakteur der als nehmen, daß kein Lehrer, dem seine Stellung und das, was die herrschende Partei von ihm verlangt, zum Bewußtsein gelaugt ist, freiwillig einem solchen Ansinnen Folge leisten wird. � Aber wie viele giebt es deren, bei welchen sich diese Er- kenntniß Bahn gebrochen hat? Wie unendlich groß ist nicht die Zahl derer, welche sich(ohne besieres Wissen! als willenlose Werkzeuge von den Unterdrückern zu ihrem schändlichen Werke gebrauchen lassen! Und man muß zugeben, daß es nicht immer gerade die schlechtesten Köpfe sind, welche diese klägliche Rolle spielen. Manche giebt es unter ihnen, aus denen früher die pfäffische Bevormundung schwer lastete, und die nunmehr glauben, daß eine Partei, welche sie von derselben befreite, das wahre Wohl 4er Schule beabsichtige. Das sind dann die wirksamsten Agenten des Liberalismus, das sind jene Culturkampf-Pflanzen der Volks- schule, deren verderbliche Wirksamkeit einst ein fluchwürdigeres Angedenken hinterlassen wird, als der Zelotismus*) und die bor- nirte Orthodoxie**) der Pfaffen.(Schluß f.) — Heilkräftigkeit der Gnadenorte. In einem ungarischen naNirwissenschafttichen Blatte veröffentlicht Otto Hermann Folgendes: Nach dem Szenlkutcr Wallfahrtsorte kamen Pilger aus allen Himmels- gcgenden zusammen. Neben den Kreuzträgern schleppen sich gewöhn- lich die Schwerrranken einher. Beinfraß, Aussatz, alle Krankheiten, auch die ansteckenden, sind vertreten. Den Schluß der Wallfahrer bilden Alt und Jung, schwangere Frauen und blühende Mädchen, Mütter mit liäuglingen an der Brust. Nach dem Gebet beginnt der Rundgang um die heilige Statue; die befleckten Lippen drücken einen Kuß auf de» Sockei, den Fuß oder sonst eine Stelle des Gnadenbiloes der Mutter Gottes und die gesunden Lippen berühren dieselbe Stelle. Eine noch abscheulichere Szene spielt sich neben dem heiligen Brunnen bei dem Waschbecken ab, in dem sich 10— 15 Liter Wasser befinden. Alles, was Geschwüre und dergleichen hat, taucht dieselben in diese 15 Liter unter. Dann kommen die Mütter mit deni Säugling aus dem Arme, entkleiden denselben und waschen ihn vom Scheitel bis zur Sohle,„damit kein Ilebel ihn berühre!"— Nun wußte ich, woher es komme, daß die 'tirecklichsten Krankheiten„auf geheimnißvolle Art" Kinder, Jünglinge, Männer und Frauen befallen, die in ihren Leben gar nichts verschuldet haben, um sich solche Krankheiten zuzuziehen. Und die Krankheit zieht sie dann wieder zum Wallfahrtsorte hin! Das Gift verbreitet sich von da überall hin; so ist eS gekommen, daß ganze Ortschaften, ganze Ge- Das unsinnige Eifern, da- Muckern. schlechter vergiftet sind! Dies sind unter Anderm auch„Gnaden der Gnadenorte!!" Man kann sich ein Urtheil bilden, welche furchtbaren physischen, welche sittlichen Gefahren dieses Treiben mit sich bringt, welches eben seinen Grund hat in der mangelhaften Volksbildung, in dem Fehlen entschiedener Trennung von Kirche und Staat, in den trau- rigen Verirrungcn, denen das Volk des 19. Jahrhunderts noch anheimfallen kann. — Sonst und jetzt. Es dürfte nicht uninteressant sein, folgendes Aktenstück mit ähnlichen Proklamationen aus unse.er jüngsten Ver- gangenheit zu vergleichen; namentlich ist die Wortstellung des dritten Absatzes:„zwischen Volk und Fürst" ein beredtes Zeugniß für den„Fori- schritt", den wir seit jener Zeit gemacht. Wir lassen nunmehr ohne weitere Commentare die Ansprache des Fürst Primas an die Inwohner Frankfurts wörtlich und buchstäblich folgen. Dieselbe lautet: „Wir Carl von Gottes Gnaden, Fürst Primas des rheinischen Bundes, Erzbischosf von Regcnsburg, souverainer Fürst von Aschaffenburg, Rc- gcnsburg, Frankfurt und Weflar:c. '„Wir finden Uns bewogen, bey der bevorstehenden Frankfurter Hul- digung Unsere Gesinnungen aufrichtig und wolmeinend den hiesigen Inwohnern zu erklären. „Die Huldigung knüpft unter Anrufung des Allmächtigen das Band der Vereinigung zwischen Volk und Fürst; der Endzweck dieser Ver- einigung ist das gemeinsame Wohl; die Zufriedenheit aller wird er- zielt durch das Mitwirken eines Jeden. „Unter den biedern Frankfurtern wohnen aufrichtige Gottcsverchrung, milde Wohlthätigkeit, sittliche Tugenden, Ihätigcr Fleiß; So lange sie diese Gottgefälligen Eigenschasten erhalten, auf Kind- und Äindeskindcr fort- pflanzen, wird der Seegen des Himmels sie nicht verlassen. „Die Leiden des Kriegs sind in diesem Augenblick unvermeidlich; doch auch diese werden vorübergehen. „Frankfurts Fürst wird in dem ganzen Lauf Seines Lebens Seine Kräjte aufbieten, um alles Ueble von der guten Stadt abzuwenden, um Eigen- hum und Sicherheit der Inwohner zu schüzzen und alles Gute zu befördern. „Er erwartet mit Vertrauen, daß der Senat und die Justizstellen mit gerechter und väterlicher Sorgfalt für das Wohl der Bürgerschaft sorgen, daß die Bürger ihren Vorgeseztcn Achtung und Folgsamkeit b->- zeugen; daß der edelgesinnte reiche Inwohner dem schäzbaren, obgleich ärniern, keine Lasten zumuthe, die dessen Vermögens-Verhältnisse über- steigen; daß die Christen der Judenschast mit menschenfreundlichem Wohlwollen begegnen; daß die Juden sich dieser Achtung durch Recht- jchaffenheit im Handle» und mit unermüdetcm Fleiß- würdig bezeugen. „Frankfurts Fürst hofft und wünscht, daß die Inwohner dieser guten Stadl Ihm Vertrauen und herzliche Zuneigung schenken; Er Seibst und Seine rechtschaffen gesinnte Cvmmissarien incynen es redlich mit ranksurtS Wohl. Correjpoudenzen. Acrliu, 8. December.(Bericht über den 8. schleswig- holsteinischen Wahlkreis.) Ohne der Partei große Kosten zu verursachen, beförderte mich von hier die Eisenbahn auf mein Frcibillct hin nach dem Norden, zunächst nach Oldesloe. Wie aus einem von Oldesloe eingesandten Bericht, der mir in Hamburg zur Beförderung an den„Vorwärts" bei meiner Rück- reise übergeben wurde, zu ersehen ist, war dort mein Auftreten in einer öffentlichen Volksversammlung am 2. December, zu eher von den Liberalen alle Antisozialisten besonders eingeladen waren, von großem, durchschlagenden Erfolg. Trotzdem die Gegner unserer Bestrebungen in den letzten Wochen äußerst rührig waren, allerlei schmachvolle Angriffe durch die Presse wider uns zu schleudern, so wagte es doch nicht Einer der anwesenden Herren, selbst auf meine direkten Provocationen nicht, Rede zu stehen. Die Arbeiter in Oldesloe und Umgegend haben deshalb den Respekt vor jenen Leuten, die in der Presse und hinter der Weinflasche frech verleumden, in öffentlichen Ver- sammlungen aber nur in seltenen Ausnahmefällen den Muth haben, ihrer Uebcrzcugung Ausdruck zu geben, vollständig verloren.—' 1 Den 3. December fand bei Ahrensburg im sogenannten Ham--1 burger Wald eine Versammlung statt, zu welcher die dortige) I Landbevölkerung zahlreich erschienen war. Diese derben Land tagelöhner mit den mächtigen, schwieligen Händen und nüt den hellen, offenen Augen, aus denen eine muthige Entschlossenheit und der Glaube an eine bessere Zukunft blitzt, sie machen einen äußerst guten Eindruck. Gern rede ich immer zu diesen Braven, � die den nordischen Eichen zu vergleichen sind, so hart und zähe, so unbeugsam ist ihr Charakter. Einige anwesende Schullchrcr. machten sich während meiner Rede Notizen; sie sollen auch yxx der Versammlung erklärt haben, an mich Interpellationen I richten, doch als ich unter dem Beifall der Versammlung endet hatte, wagte trotz iviederholter Aufforderung Niemand aus«| den Reihen der Antisozialisten das Wort zu ergreifen. Nach der Versammlung, in welcher ebenft, wie in Oldesloe, Genosse Gundelach aus Altona den Borsitz führte, blieben die Partei- genossen noch bis zu meiner Rückfahrt nach Hamburg mit uns zusammen und gaben ihrer Liebe zur Sache der Sozialdemo- kratie oftmals freudigen Ausdruck. Diese sonst so ernsten Man- ner, welche Woche für Woche die schwersten Arbeiten verrichten, denen fortwährend Maßregelung droht, waren heiter und wohlgemuth, weil sie den festen Glauben haben, daß unser der endgiltige Sieg sein wird, daß ihre Sache, die Sache der Arbeit über die Herrschast des Kapitals triumphircn wird.— Vormittags am selbigen Tage hatte eine Comitesitzung der Altonacr und Wands- becker Parteigenossen stattgefunden. Ich habe mich in derselben überzeugt, daß alle Schritte gethan und alle� Anordnungen getroffen werden, welche die Bürgschaft liefern für einen glänzen- den Sieg der Sozialdemokratie im 8. schleswig-holsteinischen! I Wahlkreis bei den nächsten Reichstagswahlen.— Den 4. Dcc. hatten wir in Wandsbcck Versammlung. Wandsbeck ist ebenso wie Altona ein Hauptsitz des aufgeklärten Proletariats. I Die Versammlung war, wie fast immer in dieser Stadt, äußerst'' gut besucht. Nachdem ich über die Pflichten eines Bolksvertre- tcrs gesprochen, nachdem ich die vielen Angriffe zurückgewiesen hatte, die den sozialistischen Reichstagsabgeordncien gemacht wer-, I den, wobei ich besonders hervorhob, daß es die Hauptpflicht ll eines sozialistischen Abgeordneten sei, durch rege Agitation die'[ Kämpfer für das Recht der Arbeit im nächsten Reichstag ver- mehren zu helfen, meldete sich ein Herr Wilcke, Redakteur des) Bräuer'schen Organs in Hamburg, zum Wort zur Gegenrede.' Sein Hauptangriff gipfelte gleichfalls in dem Vorwurf, daß dr sozialistischen Abgeordneten viel zu selten im Reichstag auwese�-' seien; dann tischte er, wie das Bräuer schc Blatt es schon g�" I than hatte, zunächst die Lüge auf, daß ich gegen die Diäten' i . fi l_______ a.<1 v n �.... t... n" ,.1 v Vt** Strtfoi mim* im i i rvi rrt 4- enthielten. Was damals richtig war, darüber will ich nichts> jetter sggen; das Verbalten der sozialistischen Abgeordneten für „•. Bericht nur darauf an, die Thatsache zu constatiren, daß jene Leute, welche fortwährend den Namen Lassalle's im Munde führen, mit direkten, bewußten Lügen um sich werfen. Lassalle, den ich ganz gewiß verehre, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er die Harlequinaden sähe, die jene Menschen mit seinem Namen und mit seinen Ideen treiben. Der kluge Herr Wilcke, der fortwährend auf Lassalle sich stützte, und behauptete, daß die 9 sozialistischen Abgeordneten; wenn der Bundesrath immerwäh- rend die Diäten verweigere, unter Protest ihr Mandat nieder- legen müßten, begriff gar nicht, daß Laffalle, als er zu einem solchen Agitationsmittcl rieth, die Majorität des preußischen Abgeordnetenhauses, welche die Forffchrittspartei besaß, im Auge hatte. Einer winzigen Minorität dies Manöver zuzumuthen, und sich dabei auf die Autorität Lassalle's zu stützen, zeigt von solcher Confusion und derartig geringen Auffassungsgabe, daß man solche Zumuthung auch nur von Buchstabenglänbigen er- warten kann. Wahrlich, im Geiste Lassalle's ist es gehandelt, wenn man mit aller Macht außerhalb des Reichstags— auch mit Hilfe der Freifahrkarten— agitirt, um diejeuige Macht im Reichstage zu erlangen, daß ein etwaiger Protest, eine etwaige Niederleguug der Mandate millionenfachen Widerhall im Volke findet— dann ist eine solche Handlungsmeise eine politische That, jetzt wäre sie eine kindische Komödie.! Herr Wilcke machte, wie er selbst eingestand, deshalb auch nicht den geringsten Eindruck.— Herr Linsenberg, der in Oldesloe rnit Parteigenosse Auer einen Kampf bestanden, fragte nun bei mir an, ob ich geneigt sei, gleichfalls mit ihm in die Arena zu treten, fe wurde verabredet, daß am nächsten Tage Hr. Linsen- berg in Altona eine Stunde Redezeit erhalte, darauf ich gleich- falls eine Stunde und dann zur Replik resp. Duplik jeder eine Viertelstunde. Die Versammlung in Wandsbeck hat gezeigt, daß unsere Parteigenossen voll nnd ganz auf Posten stehen— den Beweis hierfür wird der 10. Januar geben.(Schluß folgt.) Kiek, 29. November. Am 17. d. M. war im Englischen Garten in Kiel eine Versammlung einberufen, wo gegen 1200 Personen anwesend waren. Aus der Tagesordnung stand als erster Punkt:„Die politischen Parteien im Reichstag und ihre Thätigkeit für die Volksinteressen", als zweiter Punkt:„Ver- schiedenes". Nachdem in das Bureau gewählt waren die Herren Stark und Möller als erster und zweiter Vorsitzender, sowie Pöhlsen als Schriftführer, erhielt Herr Otto Kapell als Re- serciit das Wort und entledigte sich seines Auftrags zu Aller Zufriedenheit. Hauptsächlich erörterte der Redner die Art und Zeise, wie die verschiedenen Parteien gegen die Sozialdcmo- h graten kämpfen. Tic Conscrvativen, die Liberalen nnd National- :r liberalen, die Forffchrittspartei, die Schutzzöllner, die Ultramon- Altanen, alle erhielten ihr Theil und der Redner legte klar dar, � daß trotz aller Gegnerschaft fast alle diese Parteien uns in die „ iHändc arbeiten. Als Herr Otto Kapell fast zwei Stunden ge- 'sprachen hatte, ward eine Resolution eingebracht, welche folgen- dermaßen lautet:„Die heutige Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und ver- spricht, bei den nächsten Reichstagswahl nur dem Candidaten der Arbeiterpartei, Herrn Oldenburg, ihre Stimmen zu geben." , Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Ferner wurde von Herrn Stark zu Interpellationen aufgefordert, da sich aber Jemand zum Wort meldete, sprach Herr Meyer noch einige , Worte über den ersten Punkt der Tagesordnung, worauf Herr : Stark den zweiten Punkt derselben,„Verschiedenes", behandelte. - Am Schlüsse wurde von der Versammlung noch der Wunsch i ausgesprochen, Herrn Kapell bald wieder in unserer Mitte zu Sozialdemokratie für den richtigen, die Menschheit erlösenden' hält. Möge das Buch viele Leser finden und dazu beitragen, daß man die Sozialdemokratie fernerhin als das bezeichnet und betrachtet, was sie wirklich ist, nicht aber als das rothe Gespenst, als welches sie diejenigen darstellen, die ein Recht haben, sich l vor den Wahrheiten des Sozialismus zu fürchten. 2ln die Wähler im 2. oldenburgischen Wahlkreis. (Fürstcnthum Lübeck.) Wähler in Stadt und Land! Da in den nächsten Tagen die Listen der Wähler zum deutschen Reichstage ausgelegt werden, so ist es Pflicht eines jeden Wahlberechtigten, in der in seinem Orte ausgelegten Liste i nachzusehen, ob er in dieselbe eingetragen ist. Wahlberechtigt ist jeder unbescholtene Mann, welcher das 25. Lebens- jähr erreicht und im letzten Jahre(1876) keine Armenunterstützung be- zogen. Wer nicht verzeichnet steht, muß sofort reklamiren und auf Ver- langen die erforderlichen Legitimationspapiere mitbringen, andernfalls; ist er am 19. Januar seines Wahlrechtes verlustig. Ganz besonders machen wir aber darauf aufmerksam, daß bei der vorigen Reichstags- wähl in Eutin in ungesetzlicher Weise alle diejenigen Arbeiter nicht in der Wählerliste verzeichnet waren, welche keinen eigenen Hausstand führten. Wir ersuchen daher, auf diesen Umstand ganz besonders achten zu wollen und uns, sollte wiederum bei der Ausfertigung der jetzigen Wählerliste ein gleiches Versahren beobachtet sein, davon in Kcnntniß zu setzen, damit wir höheren Orts die nöthige Abhilfe erwirken können. Das Arbeiterwahlcomitö. Sonnabend, den 16. December, Abends 8'/, Uhr, ■villi. IlTl.;n Koppelmann's Salon: Volksversammlung. Tagesordnung: Vortrag. O. Reimer.(50 i i zvyili, dem Herr Kapell denn wenn die Zeit es ihm erlaubt. auch zu entsprechen gewillt ist, V' i u ..« l>!ke •j;es i .> Bücherschau. — Am 15. December wird erscheinen:„Oa Commune". Al- manacli socialiste pour 1877,(„Die Commune". Sozialistischer Almanach für 1877.) Inhalt: Die Zukunft unserer Kinder, von Elise Reclus.— Paris unter der Commune, von Arthur Aruould.— Die Freiheit, von Paul Brousse.— Stenko Razine, von Oelsnitz.— Heber die Justiz in Frankreich, von Elias Reclus.— An die Arbeiter der Commune» Frankreichs, � von C. F. Gambon.— lieber den Antagonismus der Klassen !(Gegensatz, Kampf der Klassen), von Adhömar Schwitzgucbel.— lieber Beschickung internationaler Ausstellungen durch Arbeiter- s abgeordnete, von Adolf Clcmence.— Die sozialistische Partei Rußlands, von Z. Ralli.— Studien über den rationellen Sozialis- mus, von einem Pariser Arbeiter. Preis 1 Frank(— 80 Psg.) Für Arbeitervereine 40°/» Rabatt. Bestellungen sind zu adressiren an die Druckerei des„Ra- ?!-Wnik", 26 Chemin de Montchoisy in Genf. . xi •— De vlaamsche Lantaarn, die„Vlämische Laterne" ist der Titel eines Kalenders für 1877 den, wie schon 1876, die Gent'sche Abtheilung der Internationalen Arbeiterassoziation : herausgiebt. In vlämischer Svrache, einem urkrästigen, Volks- . mähigen Idiom geschrieben, ist oieses Werkchen wie zur Agitation geschaffen. Im Laufe dieses Monats hat sich dort ein belgischer ■ Arbeiterbund gegründet, der die vlämischen und wallonischen Arbeiter einen soll. Wir begrüßen mit Freuden diesen neuen Fortschritt unserem Ziele zu, der durch diese Erscheinung bezeich- net wird. Was den Inhalt des Almanachs anlangt, so ist er vortreff- ■ lich gewählt für den Dienst unserer großen Menschheitsbefreiungs- ■ Idee. Das 20 Centimes(16 Pfennig) kostende Büchlein enthält; Eine Vorrede, einfaches Kalcndarium, die gegenwärtige Lage, die Blutwoche(nach dem droits de l'liornrne(„Menschen- 1 rechte"), große Herren, kleine Vöpel(Gedicht), sozialistisches Pro- i Lramm, Revolution und Revolutionäre, Sie sollen ihn nicht haben l(Lied), Sprüche, zur Ueberlegung, Anekdoten, eine prächtige Er- , findung, eine Frau aus dem Aufstande(Gedicht), Unterweisung, I über Haushaltskunde, das Petroleum. Es werde Licht! allerorts, in allen Köpfen, daß man sich I klar werde über Mittel und Wege, Alle frei und möglichst glück- (ich zu machen! Unfern Gruß, ihr belgischen Briider, und vor- wärts, vorwärts auf der Bahn nach unseren erhabenen Zielen! An die Gisinnungsgenofsen des Landkreises Cöln. Noch vier Wochen und die Reichstagswahl ist da, in dieser kurzen Frist muß noch viel gethan werden, wenn wir eine ansehnliche Stimmen- zahl auf unserm Candidaten Aug. Bebel vereinigen wollen. Bedenkt, daß dazu aber alle Kraft angewendet werden muß, denn die Gegner sind auch nicht müssig und suchen uns überall das Terrain streitig zu machen, um am Ruder zu bleiben und uns fernerhin ausbeuten zu können. Ihr habt es jetzt noch in der Hand. Wollt Ihr diese Ge- legcnheit abermals vorübergehen lassen und die Hände feig in den Schooß legen? Dies kann Euer Wille nicht sein, deshalb auf, bildet Wahlcomitös und sammelt Gelder, so viel in Euren Kräften steht. Wenn Jeder nur ein kleines Scherflein gicbt, dann kommt imnierhin so viel zusammen, daß wir die nothwendigsten Kosten bestreiten können. Am 1. Januar erscheint die„Eölner Freie Presse", die Probenummer derselben wird bereits zu Weihnachten herausgegeben und soll gleich- zeilig als Flugblatt dienen; abonnirt fleißig und suchet dem Blatte die weiteste Verbreitung zu geben, denn die Presse ist unser bester Agitator. Also nochmals: Auf zum Wahlkampf! Alle Briese sind zu senden an Peter Inger, Mittekstr. 13; die Gelder an Matth. Wirtz, Mittelstr. 36, bei Eckert. Kalk, den 8. December 1876. Das Arbeiterwahlcomite für den Landkreis Cöln. Das nenn' ich einen faulen Knecht, Der nicht'mal sein natürlich Recht Zur Wahl weiß anzuwenden. Gelt! spricht der Kaiser, Hans komm' her, Nimm' auf die Schulter das Gewehr, Das bringt dich auf die Sohlen. Doch wenn er wählen soll für sich Und wenn es gilt sein eigen Ich, Dann mag's der Teufel holen. Das Wahlrecht auch ist eine Flint', Stimmzettel auch Patronen sind, Hans nimm' dich selbst beim Kragen. Letztes Woit an Hrn. Frohine, Franksurt a. M. Meine Erklärung ließ Ihnen nur die Wahl, entweder die von Ihnen auf dem Gothacr Congreß gegen mich aufgestellten Verdäch- tigungcn zurückzunehmen, oder die Beweise für dieselben beizubringen. Sie haben weder das Eine noch das Andere gethan, und doch mußten Sie die von mir jetzt verlangten Beweise bereits auf dem Eon- gresse haben. Ich überlasse nun Ihr Verfahren getrost der Beurtheilung der Parteigenossen. Paul Lossau. Sonntag, den 17. December, Nachmit- U'C ll/CI. tag 3 Uhr, im Saale des Hrn. Kunath: Volksversammlung. Tagesordnung: Die politischen Parteien und die nächste Reichs- tagswahl. Referent: Hecht aus Leipzig.(79 Die Einberufer. Metallarbeiter-Gewerkschaft. Sonnabend, den 16. December, Abends 8 Uhr in der Restauration von Jul. Menzel, Täubchenweg: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag von Michael._[49 Qtvfuit/t Sonntag, den 17. December, Nachmittags 3'/2 Uhr„ ,-sA l-tz jjlVz. bei Nichter, Rotzplatz 9: Allgemeine Böttcherversammlung. Tagesordnung: Der Congreß und Wahl des Delegirten. ________________________ D. B.�[CO Sonnabend, den 16. December, Abends 8 Ulir, A/lVluili tlill. auf dem„Gabcinuskeller": Volksversammlung. Tagesordnung: Tie Kampfweise der nationalliberalen Partei nnd deren Organ, die„Rhein- Neckar- Zeitung", sowie das Bestreben der sogenannten Mannheimer Demokratie. Ref.: A. Dreesbach.[70 Sonntag, den 17. Decbr., von Nachmittags 3 Uhr an Concert arrangirt vom Arbeitcrwahlcomite. Hierzu ist Jedermann höflichst eingeladen. Abends 8 Uhr: Grotze Wcihnachtsvcrloosnng. Ter Zutritt ist nur solchen gestattet, die'im Besitze von Loosen find. Die Pfälzer und Heidelberger Genossen sind hierzu insbeson- dere eingeladen. I. A.:F. J. Ehrhardt.[270 Diejenigen Parteigenossen, welche sich für die Uly. diesjährigen Gcmeinderaths Wahlen intercssiren. wer den ersucht, in der heute, Donnerstag Abend, Windmühlenstraße Nr. 7,. stattfindenden Sozialistcnversaminlnng zu erscheinen. Wer über den jetzigen Aufenihalt des Hrn. Quaas, Schneider, Anfang dieses Jahres in Leipzig, Auskunft geben kann, wird ersucht. diesen der Exped. d.„Vorwärts" anzugeben. Ncukirchner.[90 August Schnell, Schneider in Flensburg, Norderstraße Nr. 462, empfiehlt sich den Parteigenossen Flensburgs zur Anfertigung vsnAcrretl-Alciöungsllüch.cn.[1,50 Für Weihnachten! Von Parieigenoffen mit dem Verkauf ihres cigcncu Fabrikates von Goldwaarcn betraut, osserire ich unter Garantie iu Fabrikpreisen goldcnc Herren nnd Damcn-Nhrkcltcn, Brechen, Ohrringe, Mc- daillons, Fingerringe. Ohrringe, Brochen und Medaillons in Lava(schwarz) mit Goldfassung für Erwachsene und Kinder.[2.70 Leipzig. Fink, Frankfurlerstr. 31 IV. Soeben erschien und ist in allen Buchhandlungen vorräthig: Gesellschaftliches und r i v a t- E i g e n t li n m als Grundlage der Sozialpolitik von Adolph Samter. gr. 8. Elegant brochirt. Preis 4 M. 89 Psg. 3,39)(H. 35900). Achtung! — Die Kleinbürger und die Sozialdemokratie. Ein Mahnruf an die Kleingewerbtreibenden von Joh. Most. Augs- i bürg, 1876. Verlag der Volksbuchhandlung. Mit Hinblick auf � den Kleinbürger, seine Geschichte und seine voraussichtliche Zu-.))UNUvV(v. j • kunft entwickelt der Verf. die Nothwendigkeit einer sozialen Re-- K«m. Gerade die in Frage stehende Klasse des Kleinbürger- '■.,ims werde am meisten voll Vorurtheile gepfropft und gegen Pac Sonaldemokratie eingenommen. Diese Ammenmährchen . werden einer genauen Prüfung unterworfen und in ihr Nichts \ aufgelöst. Die Hoffnungen auf Besserung der Verhältnisse durch i eigene Initiative des Volkes, des arbeitenden Volkes, werden als ' eitel und unrealisirbar erwiesen; dagegen in der zweiten Hälfte des Schriftchens entwickelt der Verfasser den Weg, welchen die Briefkasten der Redaktion. C. Str. Wismar: Per Post am schnellsten und billigsten. Bedingungen für Kreuzband- zc. jc. Sendungen vergleiche „Vorwärts" Nr. 1 u. 2.— M. W. Annaberg: Ausländer haben kein Stimmrecht bei der Reichstagswahl, mögen sie auch noch so lange in Deutschland wohnen. Nur die ausdrückliche Aufnahme als Bürger eines deutschen Staates kann ihm das Wahlrecht gewähren.— Die Briesk.-Notiz in Nr. 31 u. Bl. bezügl. d.„Märk. Volksf." beruht auf Irr- thum. Der Verfasser derselben hatte ein anderes nichtjozialistisches Blatt mit ähnlichem Titel im Auge. Der„Märkische Vollsfreund", welcher im Verlags der Allgem. deutschen Assoziationsbuchdruckerei in Berlin erscheint, ist das Organ unserer Partei für die Provinz Bran- denburg; seine treffliche RcSaktion giebt ihm das Recht auj weiteste Verbreitung durch die Gesinnungsgenossen. der Expedition. G. Baum in Meerane: Sie können für Decbr. bei der Post abonniren, doch müssen, wenn Sie die Blätter vom 1. Decbr. an haben wollen, 19 Pf. nachbezahlt werden. Ihre Adresse müssen Sie der Post genau angeben, wenn Sie die Lieferung ins Haus haben wollen, holen Sie aber Ihre Exemplare bei der Post selbst ab, dann genügt Ihr Name allein. Offenes Schreiben an Hrn. C. W. Tölckc! In der Nr. 39 des„Vorwärts" vom 8. dieses Monats schreiben Sie von einem„sogenannten Parteigenossen", welcher vor etwa einem Jahre zugereist sei und der am Sonntag, den 15. Oktober dieses Jahres, eine Volksversammlung in„brüderlicher Eintracht mit einigen Ultra- montanen" hätte vereiteln wollen. Wer ist dieser sogenannte Parteigenosse? Den Namen genannt, da- mit ein ehrlicher Kampf möglich ist. Iserlohn, den 19. December>876. Mir der höchsten Hochachtung für unser Prinzip Heinrich Polster. Quittung. Arbeiterverein Neuschönefeld Plakate 1,59. Lng hier Schr. 4,59. Rßl Berg Schr. 2,75. Stckdrn Marten Schr. 5,99. Rssnr Temmin Schr. 4,99.' Miß Friedberg Schr. 5,99. Grbnstn Lindenau Schr. 7,17. Rdlph Hannover Ann. 3,69. Admk Oberndors Schr. 4,59 Mhrng Berlin Schr. 1,19. Hr Helmarshausen Schr. 5,90. Knttl Rehna Schr. 6,99. Lpprt Chemnitz Schr. 25,99. Bstvtr Lang-nsalza Schr. 7,59. Pfnd Stuttgart Schr. 29,99. Brbm Gotha Schr. 7,69. Bgnr Reichenhall Schr. 1,l9. Arbeiterverein Volkmarsdorf Ann. 9,59. Wahlfouds. E. Ebhdt. Kosuschen 8,89. soeben erschien: r** bl Die Fackel. Sonnabend, 16. December, Abends 8 Uhr, Saale des Ballhofs: Große Massen-Bersamnlung. Tagesordnung: 1) Bortrag über die bevorstehende Reichstags- wähl. Referent Herr F. W. Fritzsche. 2) Proklamirung des Ar- beiter-Candidaten des 8. hannoverschen Wahlkreises.»F. 161) 1,20] I. A.: H. Rudolph. Sozial demokratisches Wahlflugblatt Nr. 17 für den 10., 11., 12., 13. und 14. fächfischen Wahlkreis. Inhalt: Neichstagswahl!— Liberale Weisheit(Schluß).— Cor respondenz.— Fünfte Brandrede des Nationalschriftstellers 5tuvo von Sparrig aus Gosenhain.— Fackelfunken.— Briefkasten. Preis per Stück 5 Pf., Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. — Bestellungen bei der Expedition des„Vorwärts", Färbcr- straße 12, Leipzig. Verlag der„Fackel". Nr. 18 wird Donnerstag 11 Uhr ausgegeben.__ Allen Gesinnungsgenossen die Mittheilung, daß die von uns für die Wahlagitation veranleßtc- und vom Parteigenossen A. Bebel verfaßte Broschüre: Die parlamentarische Thätigkeit des Deutschen Reichstags und der Landtage von 1874— 1876 nebst einem Anhang, enthaltend: Winke für die Agitation, Auszüge ans den deutschen Vereins- und Versammlungsgesetzen, dem Stcafgesetzbuchr, dem Reichswahlgesetz, der Reichswahlverordnung zc. k. Freitag, den 24. November, im Berlage der Allgem. deutschen Assoziationö. Buchdruckcrci in Berlin, Kaiscr-Franz-Greuadirr- Platz 8a, erscheint und sind die Bestellungen jofort dorthin zu richten. Die Broschüre wird 9 Bogen kl.- 8« stark und kostet einzeln 39 Pf... in Partien 25 Pf. per Exemplar.— Im Buchhandel betrögt der Preis per Exemplar.59 Pf. Die Broschüre ist populär geschrieben und enthält nicht nur eine gründliche Beleuchtung der verhängnißvollen Thätigkeit, welche der Liberalismus im Reichstag und in den Landtagen in den letzten drei Jahren entfaltete, sondern der Verfasser entwickelt auch, an die einzelnen Punkte anknüpfend, die Forderungen der Sozialdemokratie, im Gegen- fatz zu denen des Liberalismus. Die Broschüre ist also als eine Kritik der Gegner und ein Pro- gramm der eigenen Partei zu betrachten und ist ein unentbehrliches Hilfsmittel für den bevorklehenden Wahlkampf, wie das beste Agitations- mittel für das arbeitende Bokk. Wir fordern alle Gesinnungsgenossen dringend auf, die BroKhäre nicht nur für den eigenen Gebrauch sich anzuschaffen, sondern auch:hre weiteste Verbreitung in den Massen zu befördern. Das Lentrai-Wahl-Comit«. Auer. Derossi. Geib. Hartmann. Brasch. Soeben erschien: Aicdcr mit den Atheisten! Ein Gespräch zwischen Frömmigkeit, Verstand und Lieb- für Landbaucr nnd gute Christen von A. Dnlk. 3 Bogen in Oktav. Preis 25 Pfg. Die Erpedition des„Vorwärts�. Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. MMMion und Ve �Redaktion und Expeditton Aäroerstraße 12/11, in Leipzig.