Erscheint in Leipiig ZNittwoch, Freitag, Sonntag. ÄbonncutentSpreis (ic ga-ij Teutichland 1 ffl. 60 Ps. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten aus den 2. und 3. Monat, und aus den Z. Monat besonders angeiiomnien: im SSnigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Altenburg auch aus den ilcn Monat des Quartals k 54 Psg. Inserate betr. Bcrsammlmigen pr. Betitzeile 10 Ps., betr. Brioatangelegenl, eilen und Feste pro Petitzeilc SO Ps. Vcltclluiuzen nehmcn an alle Poftanstaltcn und Buchhandlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. New-Dorl: Soz.-demokr. Aenosien- schaftsbuchdruckerei, 154 QI>Iei>Ix« 8lr. Philadelphia: P. Haß, 630 Ilortl» grU Street. I. Boll, 1129 Charlotte Str. Chicago: A. Lansermann, 290 Division Street. San Franzisco: F. Enh, 41S O'Fsli- rell Street. London: Bauditz, 5 Mossau Street, hliiichleselr Lospilai. Kentrat Grgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 34. Sonntag, 17. December. 1876. National-Oekonomisches.*) Ein Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für wissenschaftliche Unterhaltung in Siegburg, Ende 1869. I. Verehrte Herren! Das Thema, welches zu besprechen Sie Was die Natur gratis giebt, hat keinen Werth, keinen Tausch- Werth. Lust und Wasser, obgleich unendlich kostbar, kosten nichts, weil sie keine Arbeit kosten, während irgend ein Edelstein, wie nichtsnutzig auch, unberechenbar werthvoll ist, weil das zu seiner Herbeischaffung erforderte Quantum Arbeit unberechenbar. Der Grund und Boden, von Natur werthlos, weil gratis, ev Russische Cultur. (Schluß.) mir heute Abend erlauben, die National-Öekonomie, ist in unserer hält seinen Werth erst durch das beschränkte Quantum. Die be- Zeit modisch und populär geworden. Dieser Thatsachc liegt die schrankte Gratlsgabe ist nur durch Arbeit zu vervielfaltlgen Ahnung zu Grunde, daß gerade in den Fragen dieser Wissen- Mittels Cultur produzirt nn Morgen doppelt, dreifach und schaft die theoretische Lösung der speziellen Frage unserer Zeit, � zehnfach. Das ökonomische Gesetz, daß Arbelt den Werth bildet, der sozialen Frage, enthalten ist. M ebenso allgemein, wie es allgemein gilt, daß der Mensch Die Erzeugung der materiellen Lebensbedürfnisse, cm vernunftiges Wesen ist, obgleich er nicht selten sich ,ehr im- wahrlich nicht die kleinste von den vielen Aufgaben des Menschen,' vernünftig erweist. Wenn ein bestimmtes Quantum menschlicher irdischen Glücksgüter ist die intimste Angelegenheit dcr m°-! 1 JWnd Was Maschine, Natur oder andere Hilfsmittel thun, derncn Culturvölkcr geworden. Da bedarf es wohl keiner wei- zahlt auf dem Markte für nichts Dort zahlt nur die mensch- teren Fürsprache für eine Wissenschaft, welche sich mit der Er- üche Arbeit. Wenn 60 Ellen Leinewand den fünffachen kenntniß beschäftigt, welche darauf ausgeht, die allgemeinen Werth hnhen Gesetze und Normen zu finden, innerhalb deren sich die Pro duktion bewegt. Aus dem Studium der bisherigen Entwickclung dieser Wissenschaft drängt sich uns im Gegentheil die Ueberzeu- gung auf, daß wir hier einer besonderen Vorsicht bedürfen, um uns von unseren Privatinteressen nicht zu einseitigen, unwissen- schastlichen Schlüssen und Vorurtheilen verleiten zu lassen. Zur kritischen Erkenntniß unseres Gegenstandes ist vor Allem zu erwägen, daß„National-Oekonomic" insofern ein unpassender Name ist, als dieselbe längst aufgehört hat national zu sein, international geworden ist und in dieser kosmopolitischen Tendenz täglich weiter geht. Russisches Korn, chinesischer Thee, hollän- dische Häringe, irisches und Bielefelder Leinen sind in aller Welt herumgetragen. Die Cirkulation kolportirt die Waare weit über alle nationalen Grenzen hinaus, und wenn auch hin und.wieder von einem Touanicr nach ihrem Paß gefragt wird, so' ist im Allgemeinen doch die internationale Freiheitstendenz, welche die Waare mit eineni Paß par tout(für jeden Ort) versorgt, unver- kennbar die herrschende Werth haben, wie ein Leitartikel für die„Kölnische Zeitung", so heißt das, die Produktion des einen erfordert fünfmal soviel menschliche Arbeit, als die Produktion des andern. Daß dabei nicht die Arbeit gilt, welche Peter oder Paul zufällig verwandte, sondern die allgemein nothwendige Zeit, welche zufolge des Zu- standes der Industrie gegenwärtig erfordert ist, ferner, daß z. B. die Arbeit eines Künstlers als potenzirte Arbeit zählt, wovon 1— 2 oder 4, oder 10,— das Hier eines weiteren breit zu schlagen, dünkt mir unpassend. Genug, dadurch daß Gold und Eisen, Festes, Flüssiges und Gasartiges sofern unter einander gleichnamig find, daß sich ihr Werth in Mark und Pfennigen berechnen läßt, dadurch erweist sich, daß irgend etwas Gleich- artiges in diesen verschiedenen Materien stecken muß. Dies Gleichartige besteht nur, so belehren uns die ökonomischen Au- toritäten, aus menschlicher Arbeit, welche in der Zeit vollführt und an der Zeit bemessen ist. Da die Rede vom Werth ist, muß ich hier flüchtig darauf zurückkommen, daß Werth und Werth wohl zu unterscheiden sind. 4. er Nutzwerth der Dinge bleibt ewig derselbe, obgleich nichts Gegenwärtig beliebt man der Produktion der materiellen Güter bekannter, als daß ihr Tauschwerth absolut wechselt. Ein Trink- CYi{ t s i_ 1__ 1. tl r„Ci.'______ Olft...... jT. Q. Cd... i rt f SrtS v» r\ aAatt In■mV»(i r(y v C+ Vnirt � It>» Ortt-f i>-/> Sf».-2 den Titel Volkswirthschaft beizuleben. Aber auch dies Wort ist durchaus unzutreffend, indem bisheran das Volk nicht ge- wirthschaftet hat, sondern beständig ist bcwirthschaftet worden. In der antiken Welt waren die Sklavcnbcsitzer, in der feudalen die Mönche und Barone und heute sind die Kapitalisten, die Bürger par exedleuek, die thatsächlichen Volkswirthe. Das Volk aber, die große Masse, der Sklave, der Hörige, der söge- nannte„freie Arbeiter", waren und sind immer nur Jnstru- mente der Produktion. Mir dünkt deshalb, daß die Sache am schicklichsten als politische oder soziale Oekonomie benannt ist. Da nun könnte man recht wohl entgegnen: Aber die Oekonomie, die Wirthschast, welche wir treiben, ist doch keine politische oder soziale,'andern ist wesentlich Privatwirthschaft. Wie es aber überhaupt Aufgabe der Wissenschaft ist, nachzuweisen, daß der Schein trügt, daß nicht die Sonne um die Erde kreist, lo besteht die Aufgabe der ökonomischen Wissenschaft darin, nach- zuweisen, daß unsere Wirthschast in der Erscheinung Partei- wirthschast, aber in Wahrheit politisch, sozial oder gemeinschaft- lich organisirt ist. Die französische Februar-Revolution von 1848 schrieb als Devise auf ihre Fahne:„Organisation der Arbeit". Hätte sie die ökonomischen Verhältnisse mit dem Auge der Wissenschaft be- trachtet, so würde sie erkannt haben, daß die Arbeit längst orga- nisirt war. Hätte sie ihre Forderung mit klarem Bewußtsein glas, das heute noch ebenso nützlich ist, wie zur Zeit Karls des Großen, hat vielleicht nicht mehr>/,o seines ökonomischen Werthcs. Der Nutzwerth ist eine Eigenschaft, welche den Dingen von Statur gegeben ist. Dagegen sollen wir uns besonders vor der Meinung hüten, daß auch der Tauschwerth eine natürliche Eigenschaft sei. Er ist nicht angeboren, sondern historisch er- warben. Die Bauernfamilie aus dem Hinterwald, die ihr Korn selbst zieht und mahlt und bäckt, ihren Flachs spinnt und webt, und das Gewebe schneidert, die ihr Haus baut und ihre Getränke braut— sie giebt ihren Produkten keinen Werth und bezeugt uns, daß der Werth keine Eigenschaft der Produkte, sondern eine Folge der eigenthümlichen Organilation unserer Arbeit ist. Daß die Arbeit Produkte zeugt, ist der ewige Zweck der Arbeit, aber daß die Arbeitsprodukte Waaren sind und Werth haben, ist eine historische Eigenthümlichkeit unserer Arbeit. Zwar gab es Waaren und Wcrthe sowohl in der antiken, wie in der feudalen Welt. Jedoch war es dort mehr eine Aus- nähme, wenn das Produkt Waare wurde oder Werth erhielt. Je mehr wir uns aber der Gegenwart nähern, je allgemeiner, je universeller macht es die Arbeit sich zur Aufgabe, ihrem Pro- bukt die Form der Waare oder des Werths zu geben. Unsere Gegenwart erstrebt oder poussirt erst noch die klassische Zeit des Tauschwerths. Zweierlei suchte ich bisheran nachzuweisen: 1) daß die Werth- gestellt, so hätte sie wissen müssen, daß der Sozialismus nicht vollen Dinge oder die Waaren Produkte organisirter Arbeit sind, sowohl die Arbeit u organisiren verlangt, als vielmehr die gegen- und 2) daß im Verlauf der geschicktlichen Entwickelung die Pro- wärtine"rnrm w«.winhern dukte der Arbeit immer mehr und mehr zu Waaren werden, Wenn unsere Arbeit nicht organisirt wäre, würde Jeder von d. h. die Organisatton der Arbeit schreitet fort, entwickelt sich uns alle die mannigfaltigen Lebens- und Vergnügungsmittel, mehr und mehr. Daß immer wen.g-r s'.r h-—Herhören hiofrfirt öv r.____• i____<...____<...1__—.4:57� welche er consumirt, auch eigenhändig produzircn müssen. Daraus aber, daß der Bäcker, der Brauer, der Schulmeister sowohl wie der Offiziant das Produtt ihrer Arbeit an die bürgerliche Ge- feuschaft abliefern, daraus, daß Einer für den Andern ar- bettet, erhellt, daß unsere Arbeit organisirt ist. Organisation der Arbeit findet das Fundament aller Kultur. Wo der Mensch ohne die Hilfe des Menschen für sich allein arbeiten wollte, da wäre die absolute Barbarei, da wäre auch ein Anfang von Kultur nicht denkbar. Soweit semnach Daß immer weniger für den unmittelbaren eigenen Bedarf produzirt wird, und dazu, daß das Produtt immer weniger für einen beschränkten und immer mehr für den unbeschränkten kosmopolittschen Markt bestimmt ist, das ist die praktische Erscheinung der theoretischen Wahrheit, daß die Orga- nisation der allgemeinen menschlichen Arbeit täglich vollkommener, extensiver und intensiver, allgemeiner und handgreiflicher wird. Die Organisation der Arbeit hat unter verschiedenen Völkern und zu verschiedenen Zeiten verschiedene Formen. Die Organi- satton der Arbeit entwickelt sich mit der Entwickelung des Men- unsere historischen Kennwisse in das Alterthum hineinreichen, jso schengeschlechts. Doch kann man nicht sagen daß das Menschen- alt ist die Organisation der Arbeit Die Geschichte überhaupt, schlecht die Arbeit organiMe oder enttmckclte,-hie Orgam- «-.wictoz..IM H.H, und gj jjemorgeganHcti.' Sie, u.,?u-»i°--lchl di--»d ist Mn d-,-rg-mlir,-» SÄ?« SJ* IS'ÄÄ VÄ �ÄÄVnunf. dhß der Mensch an Höheres denkt, so lange er mit der nacktesten wrpcrlichen Nothdurft zu kämpfen hat? Von dieser schrecklichen r---.v;v*a UUIl-pitU IJUl.-VV»»"-I I-------'V Aothdurft kann weder der Reichthum der Natur noch der Reich- wum einer individuellen Kraft erlösen, sondern einzig und allein �er ökonomische Reichthum, d. h. materielle Güter, welche die macht, welche den Menschen zwingt, nach ihrem Sinne zu hau- deln. Die Vernunft hat den Menschen, sie zwingt ihn zu thun was vernünftig ist. Das heißt mit andern Worten, das Men- schengeschlccht ist genöthigt, seine Handlungsweise der Nawr der Dinge anzupassen. Das menschliche Interesse fordert, daß wir uns mit der materiellen Natur in Harmonie setzen. Kurz, unser SM, MÄ« >»-.--.ich,», d-ß er durch M-ujch-u.A-b-i. pr-d-zir.>„. *) Wir drucken diesen lehrreichen Artikel und dessen Fortsetzung hier„euesten Werke„Das Kapital". Ich versuche es heute Abend, dri?. cmmaI ab, weil der Verfasser für de»„Vorwärts" in einem � q Gesetz-Buch zu stützen, welches sagt, daß Propaganda revolutio- närer Ideen mit Zwangsarbeit in Sibirien von 8—10 Jahren bestraft wird, und doch schickt man uns Sozialisten in's Muster-- 1 gesängniß. Wäre es nicht besser, offen und gerade herauszu- sagen, daß die Propagandisten revolutionärer Ideen mit lang-} samem Tode, in abgesperrten Einzelzellen, dazu noch von Hunger und Kälte, von furchtbarem Gram und moralischer Qual bestrast, gemartert werden? Natürlich das wäre ungeheuer roh. nhet doch ganz richtig. Wie wir Sozialisten moralisch gequält werden, davon wiL\, ich nur ein Beispiel von vielen anführen. Der Charkower' Gouverneur, Fürst Krapotttn, der auf Revision im Gefängnisse war, kam in die Zelle Dmochowsky's, da er vom Gesängniß- geistlichen erfahren haben soll, daß Dmochowsky seinen revolu- tionären Ideen entsagt habe. Der Fürst brachte folgendes Kunst-- stück fertig. Er kam auf den Dmochowsky zu i.nd ihm auf die Schulter klopfend sagte er:„Du, lieber Bruder, bist ein braver � Bursche! Sei unbesorgt, der gute Kaiser wird Dich begnadigen-." i So reden diese verabscheuenswerthen Herren mit uns Sozialisten; per Du, als ob wir ihre Lakaien wären. Ucbrigens ist das sehr'! erklärlich, wenn man bedenkt, daß der erlauchte Fürst Krapotkin!- selbst ein Lakai ist, daß selbst das vielgeliebte Väterchen in! > Momenten der guten Laune geruht, in solcher Weise seine La- � kaien, die ausschließlich aus Fürsten und Grafen bestehen, anzu-; dutzen, und Thatsachc ist es, daß die Lakaien ihren Herrschaften alles nachahmen. Nach oben sind sie, dieses Fürstengesindcl, ge- s schmeidig, und mit Vergnügen nehmen sie alle gnädigen Fußtritte an,— nach unten aber sind sie grob und ungezogen— das ist das charatteristische Merkmal einer hochadeligen Herkunst. Nicht wahr— echte Kultur, fteilich mittelalterliche! Und' nun noch eine Blüthe dieser Kultur. Diese Blüthe entnehmen wir nicht dem sozial. Londoner„Vorwärts", sondern dem aller- t unterthänigsten, liberal- conservativen„Golos", der in seiner Nr. 294 d. I. Folgendes schreibt:„In einem Charkower Ge-!. fängniß existirt ein sogenannter„steinerner Sack", d. h. eine' Zelle oder richtiger Loch, wenig über 2 Fuß lang und Vk Fuß(?)* breit. In dieses Loch sperrt der Untersuchungsrichter die in Untersuchungshast sich Befindenden, um ihnen ein Geftändniß s? abzupressen. Ein der Geldfälschung Verdächtigter, ein gewisser Solotareff, war einige Tage in dieser prächtigen Zelle eingesperrt,/.. dazu bekam er nur täglich ein Pfund Brod und einen Krug' P' Wasser. Und alles dies geschah im strengen Wintermonat Januars- der„Sack" wird nicht geheizt. Der Vater dieses Verhafteten, ein 70jähriger Greis, den man zur Zeugnißabgabe gegen seinen" Sohn zwang, saß 4 Monate in einer ungeheizten Zelle bei der- selben Kost. Die Kälte, Nässe und der Hunger wirkten derge-. statt auf den unglücklichen Greis, daß er überall anschwoll und 7-S~ Ist es etwa nicht eine mittelalterliche Folterkammer, dieser„stei-! des Reichstags(3. Lesung des Etats und der Justizgesetze,' Wein, wie man hört, reichlich entschädigt worden. Besonders nerne Sack"? Ich glaube zu solcher Kultur ist jeder Commentar Eisenzöllc zc.) erledigt würden. Der letzte„Bierabend" des �'oll der Restaurateur„Unserm Braun" zu hohem Danke verpflichtet überflüssig. Fürsten Bismarck hat zur Umwerfung der Majorität nicht aus-, sein.— Allen ReichSbotcn, auch denen, welche, wie die Sozial- ____________ gereicht— das Bier war offenbar nicht stark genug— und es � demokraten, dem Gratisschmause nicht beigewohnt hatten, ist bedarf weiterer„Unterhandlungen". Wie man gestern(Dienstag)> nachträglich ein Einladungs-Gedicht über das Fischessen zuge- Nachmittag im Reichstag annahm, sollten heute— am Mittwoch gangen, an deffen Schlusi der Dichter, der Generalpostmeister Und Frau Germania schreit hinaus, Gar froh bei diesem Leben: „Auf jedem ächten deurschen Schmaus „Soll's Fisch und Rheinwein geben „Im deutschen Geiste aufgetischt, „Und wer bei uns im Trüben fischt „Hab' Krebse, Kröten, Krabben." Der von Begeisterung oder vom Wein trunkene Sänger läßt die„Frau Germania" große Worte sehr gelassen aussprechen; er und die schmausenden Reichsboten und seine bundesräthlichen Collegen mögen sich doch einmal in Gesellschaft der„Frau Ger- mania" nach den Gebirgsgegenden Schlesiens, Sachsens oder i Sozialpolitische Uebersicht. Das Steckenpferd des Diätenantrags wurde am!— die Beschlüsse des Bundesraths dem Reichstag mitgetheilt,- Stephan Folgendes singt: Montag wieder dem Reichstag vorgeritten, und wieder von dem dem Reichstag dann ein ganzer Tag der Ruhe und— Vsr- langweiligen Fortschritts-Clown Schulze. Zum Glück wurden öauung gegeben, und am Dienstag in die 3. Berathung der. uns Reden erspart; alle Parteien des Reichstags sind nachgerade Justizgesetze eingetreten werden. Anfang der nächsten Woche der widerlichen Comödie müde geworden. Most präzisirte kurz käme dann die 3. Lesung des Etats und nach ihr der Schluß den Standpunkt der sozialdemokratischen Abgeordneten: in diesem' der Session und des Reichstags. Allerhand„beängstigende Ge- Reichstag stimmen dieselben nicht für den Antrag, weil dieser rächte" durchschwirren die Reichstagsluft. Wenn die Majorität! Reichstag, indem er sich den Diätenbeschluß schon viermal zerrissen sich nicht uuter das Caudinische Joch(der Verwerfung der vvr die Füße werfen ließ, den praktischen Beweis geliefert hat, Schwurgerichte für Prcßocrgehen, Beibehaltung des Zeugniß- daß es ihm mit dem Diütenantrag nicht ernst ist. Dagegen Zwangs und Competenzconflikts) beugen wolle, gedenke ER— werden die sozialdemokratischen Abgeordneten im nächsten knall und fall mitten in der Sitzung sofort nach erfolgter Ab- Reichstag, der vielleicht ein anderer sein wird als der gegenwär--timmung über den ersten der entscheidenden Punkte der störrigen tige, wenigstens das erstemal für den Diätenantrag stimmen, und Majorität eine Strafpredigt zu halten und den Reichstag auszulösen.___ abwarten, ob der Reichstag die geeigneten Maßregeln zur Durch- Eine kindische Drohung für Männer; eine sehr emste Drohung Thüringens begeben und dem deutschen Schmause einer führung seines Beschlusses treffen wird. für— Nationalliberale. Und so ist es denn nicht zu verwun- Wcberfamilie beiwohnen—„Frau Germania", wenn sie nicht dern, daß die Reichstagsabgeordneten letzterer Couleur wie kranke! ein schamloses Weib ist, würde sich verhüllen und nimmermehr — ER hat wieder gesprochen, und zwar am Dienstag, Hühner herumlausen und vollständig rathlos sind. Allerdings durch den Mund eines Dichters Schwelgcrei und Ueberfluß anläßlich der Debatte über die Eisenzölle. ER verwahrte sich ist es eine fatale Zwickmühle, in der sie sich befinden: wollen sie feiern lassen.— Sonntag, den 17. December, findet die Reichs- dagegen, daß man ihn für die Handelspolitik des Reichs ver- die Justizgesetzc retten, so verscherzen sie die Gnade des Herrn tagsweinprobe im Tunnel des Architektenhauses zu Berlin antwortlich mache und wälzte die ganze Verantwortlichkeit auf Reichskanzlers; und wollen sie sich die Gnade des Herrn Reichs- statt, zu welcher die Weine— an 50 verschiedene Sorten— seine Collegen Camphausen und Achenbach, die ziemlich saure kanzlers erhalten, so müssen die Justizgesetze geopfert werden, aus allen Gegenden Deuffchlands von den Weinzüchtern gratis Gesichter dazu schnitten. Ueberhaupt verwahrte ER sich dagegen, die gerade von nationalliberaler Seite als das Hauptwerk, das geliefert worden sind. Zugleich soll als Abschiedsfeier des Reichs- daß man ihn für zu viel, und namentlich für alles Meisterstück dieses Reichstags hingestellt worden sind.— Nun,:ags ein gemeinschaftliches Reichstagseffen veranstaltet werden. Schlimme verantwortlich mache. Tu l'ss youIu, George uns ist es höchst gleichgültig, wie die Reichstagsmajorität sich Die Mitglieder des Reichstags, des Bundesraths und die Reichs- Dniküu' Das ist nun einmal die nothwendige Folge der(kaiser- aus der Affaire zieht: blamirt sich der Reichstag, so haben wir beamten können an dem Essen, welches ä Couvert M. 50 Pf. liehen, königlichen oder reichskanzlerischen) Selbstherrschaft, keine Ursache zu trauern; und fallen die Justizgesctze, nun gut, kostet und an der unentgeltlichen Weinkneiperci Theil nehmen. Auch Bonaparte beklagte sich seinerzeit, daß man ihn für zn viel wir können dabei nur gewinnen.! Wie sich„Unser Braun" schon im Voraus freut! 1292�Flaschen verantwortlich mache. Half ihm aber nichts. Sedan kam— Zu den von den sozialistischen Reichstagsabgeordneten und auch ohne den„heiligen Krieg" wäre es gekommen, nur ein eingebrachten Anträgen bei der dritten Lesung der Jusfiz- inneres Sedan. ER stotterte einige Witze hervor, war jedoch gesctze ist noch zu bemerken, daß die Anträge unter§ 31 nicht im Stande, der perplex dastehenden Majorität das leiseste bis 85 das Gerichtsverfassungsgesetz betreffeu und zwar und bescheidenste Beifallszeichen zu entlocken. Wer IHM das die Schöffengerichte und die Schwurgerickte. Die Zu- noch vor einem Jahr prophezeit hätte! sammensetzung dieser Gerichte soll nämlich nach dem gleichen daß der Modus geschehen, so daß sich die Abänderungsanträge der So-! — Vom Reichstage schreibt man uns unterm 13. Dezbr.: zialisten bei den Schöffengerichten auch auf die Schwurgerichte Für heute(Mittwoch) wurden die Justizgesetze aus die Tages-' beziehen. Man will nämlich große Beschränkungen in Bezug ,-i.-dnung gesetzt, aber blos pro forma, um die Mittheilung der auf die Fähigkeit, das Amt eines Schöffen oder cines Geschworenen ° Beschlüsse des Bundesraths zu beschleunigen. Ob diese sanfte! zu bekleiden, einführen. So soll der Schöffe und der Geschworene Wein sind schon angelangt; allerhöchstens nehmen 350 Personen an dem Essen Theil, fallen auf den Kopf ungefähr 4 Flaschen — die Freude„Unseres Braun" bricht in lauten, helltönenden Jubel aus.— Wir sind neugierig auf das Erinnerungsgedicht und was„Frau Germania" zu der Weinkneiperei sagt. Möglich, Schlußvers dann lauten wird: Und Frau Germania's Auge troff ■! Kression von Erfolg sein wird, bleibt abzuwarten. Tie Angst keine Entschädigung beziehen; diese wollen die sozialistischen Ab- '�er Nationallibcralen wächst; sie haben die Hoffnung auf Nach- geordneten ihm, wenn auch in bescheidenem �Maße� gewähren, Vor Freud' bei diesem Leben: Auf jeden ächten deutschen Soff Soll's auch den Schaumwein geben In deutschem Geist hineingespült, .Und wer dabei Beschwerden fühlt— Ter kriegt den Katzenjammer. -siebigkeit der Regierung'ausgegeben, und der bloße Gedanke damit auch der weniger Wohlhabende zu solchem Amte heran- Es wäre jedenfalls gut, wenn Herr Restaurateur Schulze -eines Conflikts mit dem„Ast, auf welchem sie sitzen", treibt gezogen werden kann; ferner wollen die Antragsteller, daß das sich für Montag, den 18. December, in etwas auf die Bedürf- ihnen den kalten Schweiß auf die Stirn. Und das nennt sich Lebensjahr, welches die Befähigung bedingt, vom 30. auf das niffe der Herren Reichsboten einrichtete. „Volksvertreter"! Kein Wunder, daß die„tapperen" Herren in 25. herabgesetzt werde, da es doch absurd erscheint, daß Jemand der Flasche-,war nicht den fehlenden Muth. aber doch Trost zum Mitgliede des deutschen Reichstags uud mchl zum Schöffen— Duftige Blüthen hat der Prozeß getrieben, welcher suchen: die bcoorstehende Reichs-Weinkneiperei, zu der schon über oder Geschworenen für geeignet gefunden wird. Tann auch er- der„Deutschen Reichsglocke" wegen Beleidigung des Berliner 1500 Flaschen angemeldet sind, wird großartige Dimensionen scheint es genügend, um die näheren Verhältnisse kennen zu Stadtgcrichtsdirektors Reich gemacht wurde. Herr Joachim- annehmen und dem deutschen Volk Gelegenheit geben, wie Pflicht- lernen, wenn Jemand, der das Amt eines Schöffen oder Ge- Gehlsen, welcher einer Empfehlung an den famosen Eidhelfer getreu in dieser Zeit des Massenelends seine Vertreter auf dem schworenen versehen soll, 0 Monate in der betreffenden Gemeinde Tschischwitz nicht unwürdig zu sein scheint, war vor Einleitung Posten sind— hinter der Weinflasche. wohnt und nicht zwei volle Jahre, wie der Gesetzentwurf eS Statt der Justizgcsetze nahm der Reichstag den Antrag verlangt. Der Absatz 3 in§ 30, deffen Streichung unsere Ab- Windthorst's vor, betr. die Verlängerung der Eisenzölle geordneten beantragen, handelt von der Armenunterstützung; es bis zum 1. Januar 1879, mit Ausnahme der Zölle auf Loko- giebt brave Leute, welche durch die Umstände gezwungen, Armc-i I � r mobilen und Äckerbaugeräthschaften. Der Antrag fiel in nament- licher Abstimmung mir 201 gegen 110 Stimmen. Die sozial- demokratischen Abgeordneten, die in Erwartung des Etats und der Justizgesetze sämmtlich am Platz waren, stimmten für den Antrag, wobei die gegenwärtige Lage der in der Eisen- und Kohlenindustrie beschäftigten Arbeiter den Ausschlag gab, zumal der Antrag ja nur einen provisorischen Charakter trägt. In der nämlichen Sitzung wurde das Schreiben des Bundcsraths Über die Stellung der„verbündeten Regierungen" zu den Justiz Unterstützung empfangen haben, die sich wohl eignen, das Amt eines Schöffen oder cines Geschworenen zu versehen. Tann auch sollen die Dienstboten zu solchen Acmtern nicht berechtigt sein; um diese Berechtigung herzustellen, beantragen unsere Ab- geordneten, den Absatz 5 in K 33 zu streichen. Auch den Volks- schullchrern wollen sie das Recht zuerkennen, deshalb soll der Absatz 8 in H 34 gestrichen werden.— Die Commission aber, welche die Schöffen und Geschworenen ernennen und aus zwei Beamten und sieben Vertrauensmännern bestehen soll, soll nach dem Entwürfe von den Vertretungen der Kreise, der Aemter des Prozesses mit Hinterlassung von zweifelhaften Freunden nach der Schweiz gereist, angeblich um sich dem ihm drohenden Zcugnißzwang zu entziehen. Wir wollen nicht erwägen, auf welchem Wege er dereinst wieder heimkehren wird, sondern nur hervorheben, was sich alles, nach zeugcneidlicher Aussage seines Expedienten, um ihn und die„Reichsglocke" gruppirt hat. Obenan steht der Geheimrath Wagener, der den Weg nach Varzin im Dunkeln findet, so oft war er schon dort. Dann kommt Herr v. Los, ehemaliger Legationssekretär, serner Herr v. Diest-Daber, Hermann v. Arnim, der ultramontane Graf Schnissing-Kcrffenbrock, und endlich die ehemalige Excellenz Windhorst-Meppen. Alles noble Leute, welche bekanntlich ohne noble Passionen nicht leben können und denen die„Reichsglocke" eine solche Passion zu sein scheint. Was sagt Herr Rudolph oesenen verleien: in Bezug auf alle wesentlichen Punde; dem fchvoft ablehnend und wurde mit Murren aufgenommen. Am und der Gemeinden gewählt werden. Unsere Abgeordneten Meyer dazu, der doch auch von den Geheimnificn der„Reichs Sonnabend soll der Reichstag in die Berathung' der Justizgesetze aber wollen, daß die Commission vermittelst des allgemeinen glocke" weiß? Wie steht es mit dem„Eselstritt" gegen Herrn eintreten. Bis dahin hofft man, die widerspenstige Majorität! gleichen Wahlrechts erwählt werde, damit die Zusammen-! Wagener oder ist der Varziner Wa�ener nicht derselbe, welchem kirre gemacht zu haben. am Freitag. V. Die dritte Berathung des Etats ist setzung der Schöffen- und Geschworenengerichte eine volksthüm- die„Reichsglocke" und die„politische Politik" des Reiches liche werde, so daß dieselben nicht, wie das nach dem Entwürfe siehe den neuesten Kanzlerwitz vom 12. December— an den geschehen würde, zu Klassengerichten gemacht werden, in denen Rockschößen hängt?— Beiläufig will uns bedünken, Hr. Joachim- — Der Reichstag in Schwulitäten. Bekanntlich sollte der Wohlhabende meist über den Armen zu Gerichte sitzt. Gehlsen(vielleicht mit etlichem Anhängsel) sei von Herrn Stie- schon in der zweiten Hälfte der vorigen Woche die dritte Lesung bcr angestellt worden, um in der„Reichsglocke" eine Maus- der Justizgesetze beginnen. Plötzlich wurde sie auf den Anfang Auch lustig geht's im Reichstag zuweilen zu. Am falle für„Reichsfeinde" zu schassen.— dieser Woche verschoben, und dann plötzlich wieder in letzter 29. Nov. fand in den ReichStagsräumen ein Fischessen statt, Minute von der Tagesordnung abgesetzt: und selbst die Mit-, zu welchem fast alle Fischzüchter Deuffchlands Beiträge geliefert!— Die Reaktion an der Arbeit. Durch die verschie- glieder des Bureaus erklären jetzt, es sei ganz unmöglich, die hatten. Der Restaurateur Schulze hatte die Zubereitung unent dene Zeitungen geht folgende Nqtiz, die offenbar von Oben in- Reihenfolge zu bestimmen, in der die noch ausstehenden Arbeiten geltlich übernommen, doch ist derselbe durch den verabreichten spirirt ist: "�)ie natürliche Parteistellung des Volksschul- lehrers. Von Karl Schneidt. (Schluß.) Gleichwohl ist es nicht ihre Schuld, daß sie diese gemein- schädliche Rolle spielen. Auch sie sind Produkte der bestehenden . Verhältnisse und vor allen Dingen Produkte einer bestimmten, in ihren Wirkungen schlau vorherberechneten_ Erziehungsweise. Man hat den Lehrer im Seminar in der Weise dressirt, daß er ; den Anforderungen, die man an ihn stellt, in allen Stücken ent- ; spricht. Die Mittel, durch die man es verstanden hat, den freien Geist einzudämmen, aus dem nach Selbständigkeit strebenden Menschen ein gefügiges Werkzeug zu formen, sind bekannt. In , der Hauptsache dieselben Mittel, mit denen der spätere Volks- schullehrer wieder arbeiten muß, werden bei seiner Erziehung im ! Seminar angewandt: mechanische Ablichtung, Unter- ' drückung der freien Verstandesthätigkeit, Corruption ! des moralischen Bewußtseins. Wenn man es nun nach dem, was hier nur in Kürze ange- , deutet werden konnte, dennoch wagt, vom Lehrer zu verlangen, ; er solle in poliffschen Dingen ohne Ansicht sein(d. h. wenn er ! nicht liberal sein will), wenn man ein solches Verlangen mit ! einem Hinweis auf Diesterweg's Eingangs angeführte Worte zu ' motiviren sucht— welche Bezeichnung verdient dann ein solches Gebahren?. Wird nicht eine Zeit kommen, wo der Lehrerstand ein solches !>. Ansinnen mit Entrüstung zurückweisen, wo er die Kette, an der , man ihn gefesselt hält, zerreißen und in die Reihe Derer treten wird, die das wahre Wohl Aller auf ihre Fahne geschrieben Kaden» ♦) Selbst nach einer achtjährigen Schul-, dreijährigen Aspiranten- bei Gelegenheit bethätjgen. Stets iverden es die Denkenden ! unter den Lehrern sein, deren gesunder Sinn sich enipören wird gegen die soziale Ordnung, welche sie in ihrer ganzen Wider- sinnigkeit begreifen, oder, besser gesagt— nicht begreifen werden. Sie werden dann den Samen der Freiheit in die empfänglichen �linderherzen ausstreuen, sie werden im Verkehr mit den Er- wachsenen dieselben Ideen zu verbreiten suchen, indem'sie be- lehrend wirken; sie werden ihre in träger Lethargie*) dahin- schlummernden Collegen aufwecken und mit Worten feuriger Ueberzeugung die heilige Flamme des Hasses gegen solche ün- i sinnige Verhältnisse in ihnen zu hellloderndcr Gluth anfachen. Die Lehrerschaft wird in erster Linie mit eintreten müssen in den Kampf gegen die Mächte der Finstcrniß und des Borurtheils, die„Urproduzentcn menschlicher Bildung" werden Partei er- greifen müssen, und sie werden sich auf die Seite Derer stellen, denen sie durch ihren Beruf und ihre eigene Lage verwandt sind, auf die Seite der Unterdrückten, der Proletarier! Die Proletarier des Geistes, und zu ihnen gehören auch die Lehrer, sind berufen, die Morgenröthe der Freiheit herbeiführen zu helfen, sie müssen im Vordertrcfien zu finden sein— auf- klärend, erhellend. Mögen sie sich der Wshrheit dieser Worte auch noch so hartnäckig verschließen, die Herren Gewalthaber von heute, all ihr Leugnest, all ihr Wegdekretiren hilft ihnen Nichts mehr, ihre Stunde hat geschlagen, und wenn sie endlich ein- � sehen müssen, daß der menschliche Geist sich nicht auf die Dauer ungestraft fesseln und zurückdämmen läßt, sondern sich trotz aller Hindernisse freie Bahn bricht und in mächtigem Wellenschlage dem Meere der Freiheit zuströmt— wenn sie dieses einsehen müssen, dann soll der Gedanke, selbst Schuld an alledem zu sein, ihre ohnmächtige Wuth zur Verzweiflung steigern. Ja, sie sind selbst Schuld daran, daß ihnen die Wellen, 1 welche sie zurückgedämmt hatten, wenn sie auf einmal losbrechen, über den Kopf hinwegschäumen, iie sind aber auch selbst Schuld daran, daß dieselben endlich ausbrechen, denn— allzustraff ge- spannt zerspringt die Sehne. An die Bolksschullchrer aber ergeht die ernste Mahnung, sich klar zu machen, welcher Partei sie von Natur angehören. Sind 1 Vi sie, die Lehrer des Proletariats, nicht selbst Proletarier, die hungernd und darbend ihr mühsames Werk verrichten müssen? Schon der Selbsterhaltungstrieb müßte sie auf die Seite Derjenigen drängen, welche gegen die bestehende Gesellschaft ankämpfen, welche dieselbe vernünftig, mit Hinzuziehung der Wissenschaft- lichen Errungenschaften, umgestalten wollen. Schon der mensch- liche Lebensegoismus müßte den Lehrern in den Reihen der— Sozialdemokratie ihre Stelle anweisen, wenn dieses nicht andere Rücksichte», andere Erwägungen thäten. Ihr Beruf ist es aber, der sie an die Seite Derer stellt, die für des Volkes Wohl, für Wahrheit, Recht und Freiheit, für Wissenschaft und Vernunft eintreten, und dies sind wieder nur— die Sozialdemokraten. In diesem Sinne soll der Lehrer ein Politiker sein, wenn dieses Wort soviel bedeutet, als dafür kämpfen, daß die Grundbedingungen einer wahren Erziehung erreicht werden: die Gleichberechtigung Aller, die Beseitigung aller Vor- urtheile. Das fordert aber auch Diesterweg von dem Lehrer, indem er von ihm verlangt, daß er mit Hand anlege an die Lösung der Aufgaben seiner Zeit, soweit solche an die Pädagoge gestellt werden. Aus dem Vorhergehenden ist aber ersichtlich, daß die Pa- dagogik in erster Linie ein Interesse an der Umgestaltung der heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse hat, da, wenn dieselben fortbestehen, die wahre Bildung des Volkes, die Erziehung Z1" Freiheit nicht gedeihen kann... � In diesem Sinne soll und muß der Lehrer in Folge seiner Stellung Politiker sein. Diesterweg's Vorwurf kann nlso>> diejenigen treffen, die sich in kleinliche Parteizänkereien nnschr"- die sich an störendem Parteigekläff betheiligen. Wo es sich um Fragen von besonderer Wichtigkeit handelt, wird es Niewan dem Lehrer verargen können, wenn er sich nicht um Po. kümmert: bandelt es sich aber um solche bochwichtige �"g die bas Leben des Volkes in seinen verborgensten �.leicii rühren, dann mnß vor Allem der Lehrer aufklärend wirken._ Daß Diesterweg jene Worte so gedeutet wissen wollic,, Zum Ueberfluß auch aus dem Worte„Politikaster" bervor. � uu�raneekennt, daß die erste Bezeichnung,„Politiker- „Der Unfug, der mit der Freiheit des Preß-. Vereins- und Persammlungswesens in unseren Tagen getrieben wird, kann wohl nie genug der Beherzigung der öffentlichen Vernunft em- psohlen werden. Welcher Mensch von gesunden Sinnen wird behaupten, daß die Revolver- oder Kaplanpresse, daß die katho- lischen Vereine, daß die Zügellosigkeit der sozialistischen Volks- Versammlungen schon jetzt dem Granitbau des preußischen Staa- tes oder dem über ihn gewölbten Tempel des Deutschen Reiches ernste Gefahren bringen könnten? Je unbedingter diese Frage verneint werden kann, um so gerathener dürfte es aber auch sein, nicht nur die Sicherheit des Staates im Auge zu haben, sondern auch daran zu denken, mit welchen unsäglichen Nach- theilen die aus reichem Füllhorn gespendeten Freiheitsgaben ge- rade die mit der Hand arbeitenden Klassen heimgesucht haben And noch heimsuchen werden, wenn nicht denienigen schädlichen Einflüffen, denen sie erlegen sind und immer erliegen müssen, ein nachdrückliches Veto seitens der allgemeinen Vernunft zuge- rufen wird." So weit der Waschzettel. Aus demselben geht die große Angst vor dem Anwachsen der Sozialdemokratie hervor. Unfug allerdings wird mit der Freiheit des Preß-, Vereins- und Ver- sammlungsrechts genug getrieben— aber wir wollen nicht näher hierauf eingehen; es darf eben nicht über dies„Thema" ge- ichrieben werde». Die Prahlerei vom Granitbau des preußi- scheu Staates und dem über diesem Granitbau gewölbten Tempel(ein schnurriger Bau!) Tempel des deutschen Reiches wird von dem„nachdrücklichsten Veto", welches man gegen die schädlichen. Einflüsse einlegen müsse, doch sehr abgeschwächt. Wir 'freuen uns übrigens über solche Nothschrcie, die uns beweisen, daß es vorwärts geht. — Großstädtisches Elend. Ter„Hamburger Corresp." berichtet:„In der Sonntagsnacht(10. December) wurden nicht weniger als 25 obdachlose Personen, 20 Männer und 5 Frauen, aufgegriffen, die theils auf Freiböden, theils auf Treppen und theils gänzlich im Freien übernachten wollten." Wenn das am grünen Holze, in der reichen Handelsstadt, ge- schieht, wie mag es erst in den Industriestädten aussehen! Da- bei ist zu beachten, daß in Hamburg nur die„Aufgegriffenen" genannt sind;— doch die Zahl der„Aufgegriffenen" läßt leicht auf die Zahl der Nichtaufgegriffenen schließen. Die moderne Gesellschaft krankt an allen Gliedern und der Nachtwächter ist ihr Arzt. Wer denkt da nicht des Goethe'schen Wortes:„Ter Menschheit ganzer Jammer faßt mich an"—? — Geradezu unerhörte Maßnahmen erregten die Ge- mülher unserer Parteigenossen im sechsten schleswig-holstei- nischcn Wahlkreise. Der Kirchspielvogt von Blankenese hat seinen ihm untergebenen Gemeinde- und Wahlvorstehern aufgetragen, keine unverheiratheten Leute in die Wahlliste einzutragen; der Wahlvorsteher in Kleiu-Flottbeck verweigerte sogar den Wäh- lern die Wahlliste einzusehen. Auf eine Beschwerde unserer Parteigenossen an den Landrath Borsher zu Pinneberg hat dieser erwidert, daß die Gemeindevorsteher sich im Recht befänden; er selbst habe dieselben angewiesen, keine Dienstboten, weil die- selben keinen dauernden Wohnsitz besäßen, in die Listen aufzunehmen.— Gegen solche unerhörte Verletzung des Rechtes deut- scher Reichsbürger hat das Wahlcomitö des 6. schleswig-holsteinischen Wahlkreises eine Eingabe an das Reichskanzleramt ge- richtet. Außerdem aber haben sich die sozialistischen Abgeord- neten in einer Eingabe direkt an den Minister und Reichs- kanzleramtspräsidenten gewandt, damit derselbe schleunigst Re- medur eintreten lasse. — Zur Veröffentlichung ging uns aus der ikarischen Colonie*) in Amerika folgendes Schriftstück zu: Cirkular des Comitös für Propaganda. Jkarien, 1. Oktober 1876. Geschätzter Bürger! In seiner Sitzung vom 19. August 1876 hat die General- Versammlung der Ikarischen Gemeinschaft einstimmig ein Comitö der communistischen Propaganda constitnirt. Wie sein Name sagt, hat dieses Comitö die Aufgabe, die Prinzipien der Gemeinschaftlichkeit der Güter, beruhend auf der Brüderlichkeit der Menschen und der Völker, mit einem Wort, die ikarische Lehre auszubreiten, zu befestigen und zu verthei- digen. *) Cabct, der Verfasser des communistischen Romans- Reise nach jkarien, gründete 1848 in den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine(solonie, welche seine communistischen Grundsätze verwirklichen Zilie, jedoch bisher eine sehr prekäre Existenz geführt hat. Bis jetzt haben ernsthafte Schwierigkeiten uns zu einem Schweigen genöthigt, dessen Fortdauer der Sache verderblich sein würde, die unser Gemeinwesen seit 28 Jahren gegen Tausende von Hindernissen verfolgt. Deshalb erhebt es heute die Stimme, um die Welt an sein Dasein, und die vom Kapital Unterdrückten ! an die große gesellschaftliche Aufgabe zu erinnern, dessen Lösung sie in der Hand zu haben glaubt: Die vollständige Be- frciung der Arbeiter durch den Communismus. Der Endzweck Jkariens, sein Lebensnerv ist eine theoretische und praktische Beweisführung des mächtigen Prinzips der Ein- heit und Interessengemeinschaft der Menschen. Es will durch den Versuch den Beweis führen, daß die Gütergemeinschaft durch- führbar, und sie dasjenige System der Gesellschaftsgestaltung ist, welches am meisten geeignet ist, das Glück Aller und jedes Ein- i zelnen zu sichern. Unser Werk der Propaganda wird in den Vereinigten Staaten wie in Europa die Entwicklung erfahren, welche es verdient, wenn einige Bürger durch ihre Mitwirkung dazu behilflich sind, der Sache der Menschheit zu dienen in der Eigenschaft eines ikarischen Correspondenten. Derartige löbliche Bestrebungen werden nicht vergeblich auf den Beistand und die Unterstützung aller edlen Herzen rechnen, und in der Absicht, Ihre geneigte Zustimmung zu erhalten, wendet sich das ikarische Comite der Propaganda an Sie. Im Falle der Annahme wird Ihre Arbeit nur leicht sein. ' Sic besteht einerseits darin, an gewissen Ihnen passenden Zeit- punkten uns Mitthcilung zu machen von den haupffächlichstcn Thatsachen der gesellschaftlichen Bewegung, welche sich in der Stadt, in der Sie wohnen, oder im Kreise Ihrer Beziehungen - und Ihrer Bekanntschaft vollzieht, und uns im Laufenden zu erhalten über die Schriften, Zeitungen oder Broschüren, welche den Communismus im Allgemeinen oder speziell die ikarische Gütergemeinschaft commentiren, angreisen oder billigen. An- dcrerseits beschränkt sich Ihre Hilfsleistung darauf, uns als Vermittler zu dienen bei wechselseitigen Auskunftsertheilungen. Genehmigen Sie uusre brüderlichen Grüße E. Peron, Schriftführer des Comites der ikarischen Propaganda. A. A. Marchand, Präsident der ikarischen Gemeinde. ?. 3. Antworten erbeten unter der Adresse: Icarie, Corning, P.-O. Adarnsconnty, Jowa. Correspondenzeu. Aerkin.(Schluß.) Leider war es nicht mehr möglich, öffent- lich bekannt zu machen, daß Herr Liesenberg den 5. Dezember in Altona gegen mich auftreten wolle, die Volksversammlung wäre sonst eine riesige geworden. Trotzdem also nur bekannt war, daß ich einen Vortrag halten würde, war der Koppel- mann'sche Salon überfüllt; 3— 4000 Männer waren anwesend. Zengniß davon giebt die respektable Tellersammlung, die, wie mir die Parteigenossen mittheilen, zur Deckung der Kosten der Wahlbewegung über 150 Mark betrug. Ich will über diese Versammlung nur kurz berichten, da jedenfalls ein spezieller Bericht über dieselbe von anderer Seite noch einge- sandt wird. Herr Liesenbcrg, der Fortschrittler, stellte sich, um die Arbeiter zu ködern, vielfach auf den Lassalle'schcn Stand- Punkt; das kam mir eben recht, und mehrfach gelang es mir, feine Unkenntniß nachzuweisen. Als ich dem verehrten Herrn serner nachgewiesen, daß er keine Kenntnisse von den Begriffen Kapital und Eigenthum besitze, meinte er naiv, wenn die Ver- sammlung von ihm einmal etwas über das Kapital hören wolle, so werde er dies gelegentlich vortragen. Im übrigen brachte der Herr fast genau dieselben Angriffe vor, wie in Wandsbcck Herr Wilcke; er schien somit Fühlung, bewußt oder unbewußt, mit den Bräuerianeru zu haben. In seiner Replik beschwerte er sich darüber, daß ich meinen Vortheil über ihn gemißbraucht habe, um gegen ihn schlechte Witze zu machen. Allerdings fiel Herr Liesenberg oft genug— aber nicht in Folge meiner Witze — bei seinen eigenen Reden dem Gelächter der Versammlung anheim; bei meiner Erwiderung glaubte ich deshalb, daß der Herr verdiene, mit Humor und Satyre behandelt zu werden. Daß mir diese Behandlung sehr gut gelang, davon legte neben dem wiederholten stürmischen Beifall der Versammlung das eigene Eingeständniß des Herrn Liesenberg wohl das beste Zeugniß ab. Hätte ich allerdings da schon gewußt, daß Herr Liesenberg seinen Gegner Auer im„Hamburger Volksfreund" der Staatsanwaltschaft dcnunzirt hatte oder denunziren hatte lassen, so würde ich anstatt der Glacehandschuhe des Witzes die Panzerhandschuhe des Manneszorns angezogen haben. Doch i Ihr dennoch vielleicht empfänglich für die Stimme Eures Magens. Was sagt Euch aber der? Was entnehmt Ihr aus seinem Knurren? Betrachtet Euch, betrachtet das darbende Volk an Eurer Seite und betrachtet die übermüthigen Prasser auf der andern Seite und wenn Euch dann keine innere Stimme sagt, daß Ihr Proletarier seid, daß Ihr mit dem Proletariat gemeinsame In- teressen gegen die Bourgeoisie habt, wenn Euch das nicht ein- leuchtet— dann mag sich die häßliche, dreißigjährige Jungfer Regulativ" einen Siegerkranz auf das wackelige Haupt drücken und sagen:„Ich habe meine Schuldigkeit gethan!" Dann gehet hin, fordert von Euren Austraggebern doch we- nigstens Brot für Euch und Eure Angehörigen, und Ihr iverdet sehen, welcher Bescheid Euch wird. „Hier ist Dein Loos, zu dulden und zu darben, In andern Welten reifen Deine Garben." Das habt Ihr oft genug durch Wort und Schrift im Auftrag Jener den Ausgebeuteten klar zu machen gesucht, und die ge- rechte Vergeltung bringt es so mit sich, daß auch Euch derselbe Bescheid wird.. �'< Wir aber rufen jedem Proletarier die Worte des schon oben citirten Dichters zu: „Ruhm und Ehre jedem Fleiß! Ehre jeder Hand voll Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre jeder nassen Stirn Hinter'm Pfluge!— Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen!" «usgcwlirenen�- in stumpfsinniger Trägheit, in den alten Iu'mm-n!" Zu Zwecken"dc" cÖangS'finb (men Karren weiteNchiebt, Ihr alle, deren u(fl�mc f mftcct und verausgabt im Jahre 1874 m: Gr°hbrüann�. und leinen Colonici'. 12,300,000, m Nordamerika 7,120,000, m Deutsch- land Oesterreich und in der Schweiz 2,140,000, in den Niederlanden 175 000 in Frankreich 174.000 und in sonstigen nordifchen Landern i 35 00"- zusammen 22,146,000 Mark. Schade um das viele Geld, das daheim zu wirtlich nützlichen Zwecken weit besser verwendet werden J tfOtmelnfram. könnte. anz zutreffend sei, womit er indirekt anerkennt, daß es Ver- ältnisse geben könne, unter dencii der Lehrer Politiker sein "ürfe— ja daß er in einem gewissen Sinne(dem von uns an- geführten) Politiker sein müsse. Wenn die Lehrer regen Antheil nehmen an den Bestrebungen, welche die Auftichtigsten, Unerschrockensten und Besten der Nation vertreten, dann sind sie echte Jünger Pestalozzi's und Diester- weg's, dann fußen sie auf den Errungenschaften der Wissenschaft und freien Forschung, dann wird wahres Menschenthum, reine Humanität ihren Einzug in die Schule halten und all die Ueberrestc einer barbarischen Zeit ans derselben verbannen, die n"Ä Berunnft wird ihren Thron inmitten freier Menschen uNchlagen. welche die sclbstgeschaffene Freiheit gewiß nicht miß- rauchen werden. «■•-®rcihc't! Gleichheit! Gerechtigkeit! wird dann die Losung n J mest sprachbegabte Menschen wohnen. Und, nochmals sei es gesagt, der Lehrerstand ist in erster �me berufen, solche Zustände anbahnen zu helfen. ftu"\'ct wird über die hier eröffnete Aussicht auf eine Zeit, wo i?�chheit, Freiheit und Gerechtigkeit herrschen werden, mitleidig tacheln und dieselbe achselzuckend in die Rumpelkammer der . verweisen. Leuchter aber vielleicht die Sonne deshalb nicht in majestätischer Pracht, schaut vielleicht nicht der stolze Aar trunkenen Blickes ihren Glanz, weil der blöde Kauz ihr strah- es JI(*st nicht erträgt und sich vor demselben verkriecht? lasft auch Du.«olksschullchrer, dessen Brust die Ideale lufwelten, Dich nicht beirren von dem Gekrächze der Eulen, die �ir gerne einreden möchten, die Sonne scheine nicht; verfolge neyarrtlch und muthig Deinen Weg, und Tu wirst Dir der- «n, ens mit Befriedigung sagen können, daß Tu nicht vergebens gerungen hast � Und Ihr all �uyini innren Karren weiter fcyicvi, �yr auc, vr»» Säl. �bensquell unter dem Drucke des Mechanismus und For- C versiegt ist, die Ihr Euch jeden Tag das alte Joch sinmns- x Ie schultern ladet,— wenn Euch denn doch leder höhere Geistesaufschwung unmöglich ist, dann seid - Freund Auer, der nach mir sprach, warf dem Denunzianten in würdiger aber derber Weise unter der steigenden Entrüstung der' Versammlung sein Benehmen vor, und nur dem guten Geiste der Versammlung ist es zu verdanken, daß diese Entrüstung keinen unliebsamen Ausdruck fand. Traurig und erbärmlich aber zu- gleich ist es, wenn ein Gegner im offenen, ehrlichen Kampfe unterliegt und sich dann später durch Denunziationen rächen will. Wie schon gesagt, wird über die Altonaer Versammlung noch ein näherer Bericht folgen. Eine Resolution, meine Candidatur mit allen erlaubten Mitteln zu unterstützen, fand einstimmige Annahme unter dem Jubel der großartigen Versammlung.— Noch bemerken will ich, daß der Abgeordnete Lasker mein Gcgencandidat, der Candidat der vereinigten Liberalen ist; diese Candidatur hät nur bewirkt, daß unsere Parteigenossen sich noch mehr anstrengen, um einen glänzenden Sieg zn erringen. Der Sieg selbst genügt nicht, er muß ein für die Gegner vernichten- der sein. Der arme Lasker— das hat er doch nicht um die Liberalen verdient, daß man ihm neben zwei unsicheren Wahl- kreisen noch einen völlig aussichtslose» giebt— er ist von den Liberalen der Besseren Einer, vielleicht thut man es gerade des- halb.— Ehe ich nach Berlin zurückreiste, sprach ich am 6. Dez. noch in Hamburg im Tivoli, St. Georg, in einer Riesenver- sammlung. Betrachtet mau die Organisation und den Geist in unserer Hamburger Partei, so ist wohl Aussicht vorhanden, daß alle drei sozialistischen Kandidaten dort siegen werden. Die Versammlung nahm einen glänzenden Verlauf. Mit Gruß W. Hasenclever. Mülheim a. Rh., 10. Dezember. Durch allerlei Macht- nationen seitens unserer Gegner waren wir bisher verhindert, ein einigermaßen entsprechendes Lokal zu erhalten, und so kam es auch, daß, als Freund Weidemann hier referirte, wir kein größeres Lokal erhalten konnten. Dennoch muß man einge- stehen, daß, trotzdem das Lokal abgelegen sich befindet und es unaufhörlich regnete, die Versammlung gut besucht war, und wohl selten ist hier ein Redner mit solch begeisterten Rufen unterbrochen worden, wie dies am Freitag, den 8. December, in einer Volksversammlung geschah, worin Obengenannter über„die Aufgabe des Volkes" referirte. Nach einigen sehr scharf gezeich- neten Contonren der heutigen Gesellschaft resp. der Gegensätze und Anomalien ging Redner zur Kritik der heutigen Parteien über. Zum Ersten beschäftigte er sich mit der conservativen j Partei und deren Anhängern. Nach einer kurzen Erläuterung I des Wortes conservativ bewies derselbe, daß die conservative I Partei am allerwenigsten an Fortschritt denke, sondern die Conse.-� I q nenzen derselben nothwendigerweise zum alten Feudalismus I führen müßten. Nachdem Referent noch etliche Details aus sec I uem speziellen Vaterlande Mecklenburg, dem Lande der viele! Haselstöcke, erzählt hatte, ging er zur ultramontanen Partei über! I und konnten wir den Muth bewundern, mit welchem Redner di?.! gleißnerische Larve des Ultramontanismus herunterriß und ihn in seiner wahren Gestalt zeigte; deshalb wurde dies Thema von den anwesenden Ultramontanen mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt, besonders bei der Ausführung des Gleichnisses vom Reichen und dem Himmelreich, sodann auch bei der Jdentifizi- rung des ursprünglichen Christenthums mit dem heutigen Sozia-. lismus, wobei Christus als edler Mensch und Revolutionär voll- j kommen gewürdigt wurde. Zur liberalen Partei übergehend I wies Redner nach, wie der Liberalismus, nach 1848 zu den er- I strebten Vortheilen gelangt, es nicht mehr nöthig fand, auf seinen I srüheren Forderungen zu bestehen, sondern allmählig von seinen I Prinzipien abging, bis zuletzt nichts übrig geblieben als devote| Anhänger Bismarck» und der Regierung, wie sie jetzt soga>. ihre eonsequenteren Kinder, die Sozialisten, bekämpften, blos um des Kaisers Freund zu bleiben. Zur ökonomischen Krisis über-: gehend, wies sodann Referent mit statistischem Material nach, I wie die Schuld an der Krisis hauptsächlich bei den heutigen Zu- ständen resp. deren Trägern zu suchen sei. Von den verschiedenen� Gesetzen, welche vom Liberalismus als für das allgemeine Wohl gegeben— dargestellt werden, meinte Redner, daß die Macher der- selben den Löwenantheil davon trügen, so beim Münzgesetz,'I Freizügigkeit u. s. w.; daß das Landsturmgesetz blos eine Ber-. I längerung der Dienstzeit um 12 Jahre sei und die Schule zu| Gunsten des Militarismus total vernachlässigt würde, indem sä. Anschaffung neuer Gewehre 89 Millionen, für die Schule blo-.' 2 Millionen bewilligt worden seien. Nach einigen Citaten voi, I Aussprüchen des großen Schweigers Moltke vom entlassenen- Untcroffizierschullehrer und einer kräftigen Ansprache an die An I wesenden, einmüthig einem sozialistischen Candidaten ihre Stim-.I meu zu geben, schloß der Redner sein Referat unter begeisterten, Hochrufen der Versammlung.' 1 NB. In besagter Versammlung wurde von den Mitglieds.? des sozialistischen Wahlvereins einstimmig beschlossen, dem Partei- genossen Weidemanii aus Hamburg die Candidatur für den bie- sigen Wahlkreis anzutragen, welchem Ansinnen derselbe r!, langem Drängen auch nachgab, und welches hiermit den lern des Wahlkreises Mülheim-Gummersbach-Wipperfürth zuf' Kenntniß gebracht wird. Etwaige Unterstützungen beliebe man dem Kassirer des Vereins, P. Billstein, Dammstraße 15, einzusenden. Sodann sei noch mitgetheilt, daß bei der Bekannt- machung der Wirthe, welche den„Vorwärts" hielten, sich ein Jrrthum eingeschlichen hat, indem ein darin genannter Wirth. Risch, eine Privatperson ist. rg. Lmkloch in der Pfalz, 2. December.(Eine Aussage aus dem Sterbebette.) Dienstag, den 14. November, Morgens früh, fand man den Jagdhüter Scholl tödtlich verwundet und den Waldschütz Handrich todt unweit des Waldes auf. Gemäß- der Aussage des Ersteren war die That durch Wilddiebe und zwar durch die früheren Jagdhüter Brand und Ziegler verüb' worden, welche auch sofort verhaftet und nach Frankenthal ii Untersuchungshaft abgeführt wurden. Außerdem wurden nock einige Personen, auf die man Verdacht schöpfte, verhaftet. An,- 1 fangs war mir die Sache nicht auffallend, indem ja da» Mor den, wenn auch nicht direkt, so doch indirekt in der heutigei Gesellschaft an der Tagesordnung ist— ein langsames Aushuw gern ist auch ein Mord und diejenigen, welche ihn verüben unl- befördcrn helfen sind Mörder, mögen es nun Ehrenmänner ii der Gesellschaft sein oder nicht, das ändert die Sache nicht— jedoch das Ergcbniß der Untersuchung erheischt eine nähere Bc leuchtung bezüglich der Aussage Scholl's, welche derselbe nocl I einige Stunden vor seinem Tode rechtskräftig machte. Entwcde' I hat Scholl, der Liebling des Oberförsters und der jagdberechc tigtcn Bourgeois, sich in Wirklichkeit getäuscht, oder er hat, dn er die Mörder nicht erkannt, die Bosheit begangen, seine erstes besten Feinde als dieselben zu bezeichnen— wie man allgemeve hört, bestand zwischen Scholl und den beiden Obengenannten r, keineswegs freundschaftliches Berhältniß— sei dem nun wie i pc ! wolle, Scholl hat auf dem Todteubette die Unwahrheit gesa. wie aus nachstehendem Artikel der„Neustädter Zeitung" erhellt) „Haßloch. Der am vorigen Mittwoch verhaftete, erst 1 Jahre alte Philipp Ulmer von hier hat dem königl. Unter snchungsrichter in Frankenthal ein umfassendes Geständniß abgelegt, in welchem er angibt, sowohl den Jagdhüter Scholl al'' find) den Waldschütz Handrich erschossen zu haben. Zur Zeit der That war er allein und beruhen somit die Angaben des ver- c storbenen Scholl, welcher die früheren Jagdhüter Brand und Zigeler als Thäter bezeichnete, auf Unwahrheit. Es wäre also jj der Mann mit einer Aussage aus dem Leben gegangen, welche für die Betreffenden im Nichtaufklärungsfalle von den bittersten Folgen gewesen wäre. Der unschuldig verhaftete Brand ist be- reits auf freien Fuß gesetzt." So weit die„Neustädtcr Zeitung". Zigeler jedoch ist noch 2 immer nicht aus seiner Hast entlassen; die Ursache ist uns unbe- � kannt. Wir wollen nun dem verstorbenen Scholl, der von dem hiesigen Oberförster als ein Ehrenmann bezeichnet wurde, natür- � lich ein Ehrenmann, der sich kein Gewissen daraus machte, durch > unwahre Aussagen zwei Familien ins größte Unglück zu stürzen, s- seine Ruhe gönnen. � Hotha, 4. Dezember. Durch die frühzeitig begonnene Agi- j tation des hiesigen sozialistischen Wahlcomitss wurden auch di •j Liberalen aus ihrem Lager herausgelockt und stellten unserm � Candidaten Bock einen Dr..jur. Hopf gegenüber. Dieser Mann 5 ist dem Volk wenig bekannt und zu vornehm, sich die Volksgunst j zu erwerben, welche, wie vor einigen Tagen die„Gothaische £ Zeitung" schrieb, seinem Gegencandidaten(Bock) gesichert ist.— r Am 9. November wurde die erste Wählerversammlung unserer- ' feits im Thüringer Hof abgehalten. Der Saal war dicht besetzt und zwar 40 Prozent von Liberalen. Bock entwickelte sein Pro- gramm sehr geschickt und stellte dabei die liberale Partei im . Reichstage in's rechte Licht. Als Gegner trat der Bankdirektor < Emminghaus für Hopf in die Schranken und erging sich sogar c in Beleidigungen gegen die anwesenden Arbeiter, indem er er- | klärte, Bock würde ihnen(den Liberalen) nicht gefährlich, wohl . aber seinen Anhängern.(Oho!) Er solle die Arbeiter für Ar- . beitsamkcit und Sparsamkeit begeistern und ihnen Lebensfreudig- j keit bringen, statt ihnen blos ihr Elend vorzuhalten. Diese Rede j wurde mehrmals durch Zurufe unterbrochen, weil sie noch andere . der gewöhnlichen Verleumdungen enthielt. Bock leuchtete dem ) Mann gehörig und sehr anständig heim, so daß Emminghaus ] und die übrigen liberalen Redner die Flucht ergriffen. Eine � vor die Versammlung gebrachte Resolution, welche die Candi- . datur Bock's empfiehlt, wurde mit Majorität gegen die Stimmen .�der Bankbeamten und einiger Commis angenommen. Diese .Versammlung machte viel Aufsehen zu Gunsten Bock's, ja das liberale Volk selbst sah ein, daß von dem Theilen, Ehe- und Religion-Abschaffen gar nicht die Rede sei bei uns, daß sie � vielmehr von der liberalen Presse schändlich belogen wären. 'Dazu kam, daß das hiesige Tageblatt einen wahrheitsgetreuen d-Gericht mit dem Wortlaut der Resolution brachte. Nun war ii-l.eilich der Zeitungsbericht falsch, wie der Schwager des Hopf 's st-.-n Leuten erzählte. Der Referent des Tageblatts verstand aber 1 1 Anrecht und erklärte rundweg, daß sein Bericht wahrheitsgemäß " s�ei und er nichts dafür könne, daß die Liberalen eine nicht ge- wünschte Niederlage im Thüringer Hof erlitten hätten, und, o Jam mer er beruft sich auf das Goth. Regierungsblatt, welches den Bericht .ebenso wahrheitsgetreu Tags zuvor gebracht hatte. Auch zu einigen Widerlegungen in beiden hiesigen Blättern wurdeBockRaum gegeben und dies bewirkte, daß er in der Volksgunst immer mehr stieg, während Hopf bei einer Versammlung von Landwirthen, wo sich die Agrarier mit den Liberalen vereinigten, so absurd auftrat, daß die Bauern erklärten, entweder gar nicht oder mit den So- > zialdcmokraten zu stimmen.— Hopf hat sein liberales Pro- ! gramm nun in Waltershausen und Ohrdruf entwickelt. In . Ohrdruf mußte es gar nicht gut gefallen haben, denn der Wirth j zum Schützenhof in Ohrdruf, welcher uns erst den Saal ver- l Weigert hatte, kam nach Gotha und bot ihn jetzt an, weil für Bock große Begeisterung vorhanden sei; und so war es wirklich. i Eine solche Versammlung hat Ohrdruf noch nicht gesehen. Der j Saal war dicht besetzt, auf der Treppe befanden sich noch Zu- j Hörer, ohne die, welche wegen Mangel an Platz umkehren mußten. r Bock erläuterte in zweistündiger Rede unser Programm und , glücklich ging auch der Redakteur der„Ohrdrufcr Zeitung" darauf ein, zu entgegnen. Bock hat ihm ebenfalls so heimge- i euchtct, daß ihm allgemeiner Beifall zu Theil wurde, während )och die Hälfte der Versammlung aus Liberalen bestand.— ;'luch in Waltershausen war eine große Versammlung, und berall, wo Bock aufgetreten, hat er vor stark besuchten Ver- ' ammlungen und mit gutem Erfolg gesprochen. Wir wollen -s icht mit gleicher Siegesgewißhcit wie die Liberalen auftreten', mch den vorhandenen Anzeichen aber glauben wir einen Sieg ,. soffen zu dürfen. tSaköe, 4. Dezember. In der gegenwärtigen Wahlbewegung ]! feigen unsere Gegner besser, als es ein Agitator zu thun im Stande ist, was Gesetz und Recht bedeuten, wenn es sich dabei ' i c»: sozialdemokratische Versammlungen handelt. Unser Kreis l zehört in der That zu denen, in welchen dem Gegner jedes !- Miel recht ist, dieselben zu unterdrücken. In Calbe ist kein l'i, zu bekommen, und wollten wir ihn mit Gold aufwiegen. f',-*''* Herren Gastwirthe stellten uns dieselben gern zur Verfü- l";,ut,.9; aber— sie sagen verblümt, wo sie der Schuh drückt. er uns vor Zeugen den vorstehenden Akt von Handhabung der Amtsgewalt seitens des Herrn Reißner mittheilte. Herr Reißner ist Intimus des Herrn Amtsraths Dietz auf Barby, des jetzigen Vertreters unseres Kreises, und glaubt gewiß seine Schuldigkeit demselben gegenüber gethan zu haben. Der Reichstagssitz des Herrn Dietz ist wackelig, deshalb her mit der Amtsgewalt, es soll derselbe mit Opferung der Rechte des Volkes gekittet werden. Leider wird es wenig nützen, denn wo die Gegner �zu solchen Mitteln greifen müssen, die offen dem Rechtsbewuytsein des Volkes in's Gesicht zu schlagen, ist ihre Macht schon gebrochen; die Wahl wird und muß die beste Antwort darauf geben— Hurlemann sei unsere Losung am 10. Januar! Parteigenoffen! Nur eine kurze Spanne Zeit ist bis dahin, thue deshalb Jeder seine Schuldigkeit und der Sieg kann nicht ausbleiben. I. A.: Ludwig Schönian. ira. Die Parteigenossen in Aschersleben und Staßfurt wer- den ersucht, die Sammelbogen fleißig circuliren zu lassen. Leipzig. Für den Wahlfond des 10., 11., 12., 13. und 14. Wahlkreises find ferner bei mir eingegangen: Liste 13: mehrere Notenstecher, M. 10,25; von Lehm Frankfurt M. 2,80; von einem 48— 49er aus Mannheim M. 1,00; Liste 55: durch Schulze M. 2,20; vom Arbeiterverein Connewitz durch Swoboda M. 184)6; durch Lienig M. 3,50; d. B. Endres 9,20; d. Eb- Hardt Kofuschen 8,80. Es werden die Partei- und Gesinnungsgenossen in den oben erwähnten Wahlkreisen aufgefordert, weitere Sammlungen zur Wahlagitation vorzunehmen. Ohne Opfer kein Sieg. Die Arbeiter werden selbst von den Gegnern immer als opferwillig bezeichnet, also beweisen wir es. Auf zum Kampf und Sieg! Für das Central-Wahlkomite der oben erwähnten Kreise: Peter Krebs, Kassirer, Ulrichsgasse 60. rCiVflt Mittwoch, den 20. December, Abends S'/j Uhr, im Lokal des Hrn. Erkelenz, Kämmergasse 18: Arbeiter-Versammlung. Tagesordnung: Die Regelung der Agitation im Stadt- und Land- kreise Cöln. Die Genossen des Landkreises werden ersucht zu sorgen, daß jeder Ort vertreten ist. Der Einberufer. i8C» Leipzig. �steichstagswahlcomitv. Mittwoch, den 20. December, Abends 8 Uhr: \ !luf dem Lande thun die Herren Amtsvorsteher das Ihre, damit ;»ort ebenfalls Versammlungen unmöglich werden. Einen Fall -' stauben wir unseren Parteigenossen nicht vorenthalten zu dürfen, ' i«a derselbe alle anderen Maßregelungen illustrirt. Vorige Woche nietheten wir in Trabitz beim Gastwirth Rummel den Saal ,ur Abhaltung einer Versammlung auf Sonnabend den 2. De- '; ember, und um recht sicher zu sein, daß uns derselbe nicht wieder l ntgehcn könne, ließen wir es uns vom Wirth schriftlich beschei- i ligen; wir meldeten darauf die Versammlung beim Amtsrath i.■ lkeißner aus dem Klostergut Gottes Gnaden, welcher Amts- |• wrstcher für Trabitz ist, an, besorgten die Bekanntmachung und - c täubten nun unserer Sache ganz gewiß zu sein. Doch kaum -! oaren wir fort, so beschied Herr Reißner den Gastwirth Rummel l( or sein Forum und stellte die Frage an ihn, ob er der sozia- � 1 istischen Partei angehöre; als der Gastwirth dies verneinte, . i. rüg er weiter, warum er uns denn seinen Saal zur Verfügung '>, cstellt habe.„Weil ich ein Geschäft dabei machen wollte", war 's, ie Antwort.—„Sagen Sie den Leuten Ihren Saal sofort ! neder ab!" befahl der Herr Amtsvorsteher. Der Gastwirth er- i sidcrte, es würde dies nicht gut gehen, er habe es den Leuten I hriftlich bescheinigt und könne deshalb auf Entschädigung ver- i; agt werden.„Darauf kommt nichts an; sagen Sie ihnen nur •'; b", replizirte der Amtsvorsteher. Es wollte dies jedoch dem i'astwirlh nicht recht einleuchten, und schien der Herr Amtsvor- eher wenig erbaut zu sein über die Rechtsbegriffe des Gast- ; irths. Er holte deshalb anders aus:„Ich kann Ihnen die i wlaubniß zu der von Ihnen für Sonntag angezeigten Tanz- : l ffik nicht ertheilen, wenn Sie den Leuten nicht absagen; zudem '\'de ich dafür sorgen, daß Sie auch bei der Versammlung kein '•�häft machen— ich verbiete meinen Leuten den Besuch und jly, hingeht, wird entlassen." Das zog allerdings: Schädigung ', irch Entziehung der Erlaubniß zur Tanzmusik, Verbot an die , eist kasernirten Sklaven, zur Versammlung zu gehen, und j öglicherweise Aussicht auf Concessionsentziehung erschütterte den ''astwirth: er erklärte abzusagen und führte es auch aus, wobei Hamburg, den S. December. Allen Tischlern und verwandten Berufsgenosscn Deutschlands bringen wir hiermit zur Kenntniß, daß die laut Beschluß des Allgemeinen Tischler- Congresses in Frankfurt a M. dieses Jahres nach Maßgabe des Hilfskassengesetzcs gegründete„Cen- tral-Kranken» und Sterbe-Kasse" des Bundes der Tischler und verwandten Berufsgenossen am heutigen Tage von der hiesigen Auf- sichtsbehörde für die eingeschriebenen Hilfskassen und höheren Verwal- tungsbchörden zugelassen und unter Nr. 3 des Registers der einge- schriebenen Hilfskassen eingetragen ist. Bis heute ist die Betheiligung an dieser Kasse eine sehr rege. Wir hoffen, daß alle uns noch fernstehenden Collegen sich dieser Kasse an- schließen werden, damit dadurch baldigst dem leidigen Fabrikkrauken- kassen-Unwesen ein Ende gemacht werde. Namens des Vorstandes des Bundes der Tischler und verwandten Berufsgenossen Deutschlands: Bruno Moje. NB. Um Abdruck des Obigen ersuchen wir alle Arbeiterblälter. Stade, 8. Dec.(18. Hannoverscher Wahlkreis.) Ich ersuche Parteigenoffen aus den Orten Bremervörde, Himmelpfotten, Burgdamm, Burg-Lesum, Osterholz-Scharmbcck und Grohn bei Vegesack um ihre genaue Adresse, damit ich mit denselben correspondiren kann. A. Wegener, Adr.: Stellmacher Ed. Mieters. Kedingerthor-Vorstadt. Heide.(5. Schleswig-Holsteinischer Wahlkreis.) Oeffent- lichc Quittung. In der Centralwahlkasse zu Heide sind ferner einge- gangen: Aus Brunsbüttel durch Uterstadt 15,80; aus Ticbense durch Holst 2,10; aus Barlt durch Stufen 5,00; aus Hemmingstedt durch Weiskopf 7,00,' aus Sunden durch P. Schick 20,00; von A. Schoel's Cigarrenfabrik Parlamentswahlkasse durch A. Schoel 11,50; von Wilde's Cigarrenfabrik Parlamentswahlkosse durch Chr. Bollstedt 8,00; vom Heider Wahlverein dritte Rate 65,00. Heiur. Off, Kassirer der Centralwahlkasse. NB. Das„Hamburg-Altonaer Volksblatt" wird um Abdruck ersucht. Sitzung im Ärbciterbilduugsverciu. Die Mitglieder des Wahlcomites des 13.'Kreises sind hierzu ein- geladen. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet D. B. (60 An die Wähler und Parteigenossen der Stadt Flensburg. Wie Ihr aus den Bekanntmachungen in den hiesigen Lokalblättern jedenfalls schon ersehen habt, liegen die Wählerlisten der Stadt Flens- bürg für bevorstehende Rcichstagswahl vom Sonntag, den f0. Decem- ber, acht Tage lang auf hiesigem Rathhause, Bureau II, in den ge- wöhnlichen Gcschästsstunden zu Jedermanns Durchsicht öffentlich aus. Pflicht aller Parteigenossen ist es, dies nicht zu versäumen und nament- lich die indifferente Arbeitermasse hierauf aufmerksam zu machen, damit nicht bei der Wahl wieder Hunderle ihres Wahlrechts verlustig gehen. Für diejenigen Wähler, welche nicht selbst nachsehen können, wird dies das unterzeichnete Comite besorgen, und liegen in folgenden Lo- kalen Bogen zum Einzeichnen der Namen aus: P. Lassen, Neustadt; N. Fuhr, Norderstraße 464; Zimmermann, Compagniesttaße; Fries, Norderstraße 141; Boß, Heiligengeistgang; Alb recht, Plankemay. Parteigenossen! Beherziget Obiges und seid von jetzt ab mehr auf dem Posten als bisher., damit wir am Tage der Wahl gleichfalls auf dem Plane sind. Das Arbeiterwahlcomitö. Briefkasten der Redaktion. Hrn. Ceder: Sie fragen:„Giebt es in Deutsch- land Produktiv-Affoziationen für die Förderung von Kohlen, und würde sich event; eine solche Assoziation aus verschiedenen Knappschaften bilden lassen, um ein produktives, an der Elbe mündendes Kohlenbergwerk auszunutzen." Antwort: In Teutschland besteht keine derartige Produktivasso- ziation, und wir glauben auch nicht, daß der Kohlendau, welcher be- deutende Kapitalien erheischt, sich für Gründung von Arbeiter-Produttiv- genossenschasten eignet. Ja, hätten die deutschen Bergarbeiter die freie Verfügung über ihre Knappschaftslassen— dann ließe es sich vielleicht machen. In England, wo die Bergarbeiter ihr Geld selbst verwalten, anstatt den Bock zum Gärtner setzen zu müssen, giebt es auch eine(wo nicht gar zwei) Produktivgenossenschaftcn zur Förderung von Kohlen. Wo soll aber in Teutschland das nöthige Geld herkommen, so lange das in den Knappschaftskassen aufgesammelte Geld der Bergarbeiter unter der Controle und thatsächlich in den Händen der Grubenbesitzer und deren Beamten ist? Erst die Knappschaftskassen den Kapitalisten abgerungen— dann wird man ja sehen! R. T. in Naumburg: Herr Hasselmann hat mir versprochen, Ihnen über den beregten Gegenstand Mittheilung zu machen. W. H.— F. K. in Gollnow: Daß alles bezahlt werden muß, versteht sich von selbst. Parteigenoffen, welchen der Aufenthaltsort eines gewissen Carl Müller(später nannte sich derselbe Carl Klein) bekannt ist, werden um Mitthcilung an Unterzeichneten ersucht. Genannter ist Schneider und aus Boppard am Rhein gebürtig, er hat hier am Orte noch Ber- pflichtungen, welche er bis jetzt nicht erfüllt hat. D. Steffens, Harburg, Langcstr. 7. Allgemeiner Deutscher Schueidervcrein. Montag, den 18. December, Abends 8 Uhr, inr Thüringer Hof(Burgstraße): Versammlung. Gäste willkommen. Den Restanten zur Beachtung, daß bei nächster Abrechnung streng nach den Statuten verfahren wird. D. B.(50 Montag, den 18. December, Abends ö'/j Uhr iUll. tllli. ini Saale des Hrn. Kuhlmann, Alte Münze 21: Oeffentliche Arbeiter-Versammlung. Tagesordnung: Angelegenheiten betreffs der Reichstagswahl. Ver- schiedenes.— Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 70) P. Krowiarz. Ottensen. Großes Vocal- und Znstrumental-Concert verbunden mit deklamatorischen Vorträgen und Tannenbaum- Verloosung am 1. Weihnachtsfeiertage in Burmester's Salon, arrangirt vom Quartett„Laffallea". Karten für einen Herrn nebst Dame 30 Pf., an der Kaffe 40 Pf., Damenkarte 15 Pf.— Kassenöffnung 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Der Vorstand. NB. Der Reinerttag ist zur Reichstagswahl bestimmt. Geld oder Gegenstände zur Verloosung werden angenommen in der Gesangstunde, sowie bei I. Schmidt, Hörmannstr. 12, 2. Etage.(420 Neurendnitz.«-»""u«., Volksversammlung. Referent: Herr Nauert.(60 Zahlreiches Erscheinen erwarten_ Die Einberufer. Gesucht werden zwei Herrn in Schlafstelle in Schimmelsgut bei Frau Ehrlich.__(60 Für den Wahlkanipf. Soeben sind erschienen und durch alle Buchhandlungen sowohl wie direkt zu beziehen: i. Waß wollen die Sozialdemokraten? Ein sozial-polittsches Gespräch. Von H. Oldenburg. Preis im Buchhandel 50 Pf. Für Arbeitervereine einzeln 30 Pf., bei Partien 20 Pf. Der Verfasser beantwortet die aufgeworfene Frage in fesselnder Darstellung recht gründlich. Ii. Die Verzweiflung im liberalen Lager. Antwort auf die sieben Artikel der Magdeburgischen Zeitung und die Schmähschrift des Herril von Unruh. Von Wilhelm Bracke. Preis im Buchhandel 25 Pf. Für Arbeitervereine einzeln 15 Pf., ber Partien 10 Pf., 50 Stck. 4 Mk.. 200 Stck. 12 Mk. 50 Pf. 1000 St. 50 M. Die für Arbeitervereine bestimmten Preise aelten nur bei direktem Bezüge gegen Einsendung des Bettags oder Postvorschuß. Die Schrift: „Nieder mit den Sozialdemokraten!" ist fortwährend zu denselben Preisen, wie die obige Bracke'sche Schrift zu beziehen; bei Verwendung großer Partien zu Wahlzwecken beson- dere Vereinbarung. Auflage jetzt 105,000. � Braunschweig, 28. November 1876. (2a) W. Bracke jr. Volks-Äalender für Ii! 7?. 12'/, Bogen. gr.-4. Schön illusttirt. Preis: geheftet 50 Pf., gebunden und mit Schreibpapier durchschossen 75 Pf., 10 Stück geheftet 4,00, 100 Stück 30,00 gegen Baar od« Postvorschuß. Ter Kalender dient dem Fortschritt in jeder Beziehung, bietet An- regendes. Belehrendes und Unterhaltendes in reicher Fülle, enthält viele schöne Bilder und giebt allerhand nützliche Mittheilungen für's prak- tische Leben. Bestellungen erbittet_(2a)_ W. Bracke jr.(36- Achtung! öo eben erschien: Quittung. A. Schnll Flensburg Ann. 1,50. Arbeiterwahlcomite Gelsenkirchen Ann. 0,70. Lcke Pieschen Ab. 2,60. Krchnr Reudnitz Ann. 0,30. Gnthr Großenhain Schr. 22,23. Manz Carbetha Schr. 3,00. Tapcziererve.ein Frei bürg Ab. 5,00. Snm Coburg Schr. 7,26. Lbrnd Tübingen Schr. 3,68. Rur Wien Schr. 1,60. Khn Frankfurt Schr. 6,20. Expedition des„Hamburg-Altonaer Volksblatts" Hamburg Ab. 100,00. Zhtnr Darmstadt Ab. 33,86. Schmml Altenburg Schr. 3,20. Psch. Hannover Ab. 80,60. Exoedition der„Tagwacht" Zürich Ab. 80,00. Wttg Delitzsch Ab. 2,80, Schr. 28,30. Hllngl Nordhausen Schr. 1,65. Pill Gera Einb. 1,40. Wahlfonds. Liste 55 d. Schulze M. 2,20. Arbeiterverein Connewitz d. Zwo- bvda 13,06. D. B. Endres 0,20. Die Fackel. Sozial-demokratisches Wahlflugblatt Nr. 18 für den 10., 11., 12., 13. und 14. sächsischen Wahlkreis. Inhalt: Die Krisis und die Reichsregierung. I.— Ein Stück Mittelalter.— Correspondenz.— An LeisnigS Wähler! Preis per Stück 5 Pf., Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. — Bestellungen bei der Expedition des„Vorwärts", Färber« straße 12, Leipzig. � Verlag der„Fackel". jjy Nr. 19 wird Sonnabend 11 Uhr ausgegeben._ Ju unserem Berlage ist soeben erschienen und durch alle Buch- Handlungen zu beziehen: 0er Kleinbürger und die Sozialdemokratie. Ein Mahnwort an die'Kleingewerbtreibenden von Johann Moll. (Eine Gefängnißarbeit aus Plötzensee.)" 41/» Bogen stark mit elegantem Umschlag. Preis 50 Pfg., in Partien billiger. Inhalt: Die Macht des Borurtheils.— Das Handwerk in der Vergangenheit.— TaS Handwerk in der Gegenwart.— Des Hand- werkers Klagen über die Lohnarbeiter.— Illusionen.— Rothe Ge- spenster.— Revolutionsfieber.— Unsere Grundprinzipien.— Unsere politischen Forderungen.— Soziale Reformen.— Die Organisation der Classen. Versendung nur gegen baar oder Postnachnahme. Bestellungen werden erbeten von der Volksvuchhandrung von J. Hndres in Augsburg; _ oberer Graben G. 322.___ Soeben erschien: tlieder mit den Atheisten! Ein Gespräch zwischen Frömmigkeit, Verstand und Liebe für Landbauer nnd yute Christen von A. Dülk. 3 Bogen in Oktav. Preis 25 Pfg. _____ Die Erpedition des„Vorwärts�. Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. Redaktion und Expedition Färbersttaßc 12 II. in Leipzi