Erscheint in feipiig Mittwoch. Freit-g, Sonntag. Abonncmcntspreis ftr ganz Teutichlan» t W. 60 Pf. pro Quartal. Monats-'Al-onucments werden bei allen dcutlchen Postankalten auf den 2. und 3. Monat, und aus den 3. Monat besonders angenommen: im Köniar, Sachsen und Herzogth, Sachsen- Altcnburg auch aus den tlen Monat des Quartals ä 54 Psg. Inserate betr. Versammlungen pr. Betitzeile 10 Ps., betr. Prioatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile 30 Ps. Gestellungen nehmen an alle Postanstaltcn und Buch- Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Rew-Pork: Eoz.-demokr. Kenoslen- schastsbuchdrullerei, 154 Eldeiils« Str. Philadelphia: P. Haß, 630 Rorlii 3-4 Street. I. Boll, 1129 Charlotte Str. Chicago: A. Lansermann, 206 llivl- sion Street. San Franziäco: F. Elch, 418 O'Far- rell Street. London: Bauditz, 5 Eassau Street, Middlescx Hospital. Kentrat Grgan der Sozialdemokratie Deutschtands. Nr. 35. Mittwoch, 20. December. 1876. An die Reichstagswähler. Die gegenwärtige Session ist die letzte des jetzigen Reichstags — die Neuwahlen zum künftigen Reichstage finden bekanntlich am Mittwoch, den 10. Januar 1377, statt. Wen soll ich wählen, so wird sich jeder wahlberechttgte Reichs- angehörige fragen, wen soll ich wählen, da sich doch verschie- dene Männer einverstanden damit erklären, eine auf sie fal- lende Wahl anzunehmen? Auf diese Hauptfrage wollen wir hiermit Antwort geben: Es kommt gar nicht auf die Person an, welcher die Wäh- ler ihre Stimme geben, sondern auf die Sache, auf die Partei, welche die Männer vertreten, denen wir unsere Stimmen geben sollen. Und unsere Sache, die wir den Arbeitern, den Hand- werkcrn, den Kleinbauern und auch den niederen Beamten an- empfehlen, ist die Sache der gedrückten, der nothleidenden Menschen. Wir streben an, daß das Elend mehr und mehr aus der Welt verschwinde, wir wollen, daß jedem Einzelnen sein volles, ganzes Recht werde, wir wirken dafür, daß die kleinen Leute nicht immer von den Großen unterdrückt werden, daß Schwindel und Unrecht, Betrügerei und Ausbeutung bestrast werden sollen, oder noch bester, daß das arbeitende Volk der- maßen aufgeklärt werde durch freie Schule, freie Presse, freies Wort, daß es nimmermehr den Betrügern und Ausbeutern zum Opfer fallen kann. Wir wollen, daß der Ertrag der Arbeit denjenigen zufalle, welche die Arbeit leisten; wir wollen nicht, daß es den Unter- nehmern, den Gründern, den Kapitalisten bei geringer, oft kaum nenncnswerther Arbeitsleistung ermöglicht werde, den größten Theil des Arbeitsertrages für sich zu behalten und die Arbeiter mit eiucm oft nicht einmal zur nsthdürftigsten Erhaltung der Familie genügenden Lohne abzuspeisen. Wir wollen, daß die Steuern ermäßigt werden, daß nicht der Militarismus dem kleinen Manne seine Söhne auf lange Zeit von der Heimath fortnehme und daß sich nicht die menschen- mordenden Kriege in kurzen Zwischenräumen einfinden, ähnlich wie der Wolf, welcher in die Heelden einbricht und das Leben friedlicher Geschöpfe gefährdet. Wir wollen, daß Frieden herrsche ans Erden; daß die Na- tionen sich nicht morden; daß die Bürger sich nicht gegenseitig im vernichtenden Concurrenzkampfe befehden, in welchem fort- während die niedrigsten menschlichen Leidenschaften:„Haß, Neid und frevelhafte Selbstsucht" auf der Bildfläche erscheinen; daß die Reichen nicht die Armen immerwährend übervorthcileu. Wir wollen, daß volle Gerechtigkeit auf Erden walte, daß die Freiheit des Einzelnen, so weit sie der Gesammtheit nicht nachtheiltg ist, völlig gewährleistet werde, daß die Gleichheit herrsche in solcher Ausdehnung, daß alles Vorrecht unmöglich gemacht wird und die Brüderlichkeit einziehe unter die Mensch- hcit, jene sittliche Kraft, welche die Nächstenliebe nicht nur zum höchsten Gebot macht, sondern sie auch in Wirklichkeit einführt. Weil wir die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit wollen— deshalb bekämpft uns die selbstsüchtige Gesellschaft, die kein höheres Gebot kennt, als: Liebe Dich selbst über Alles! und die Angesichts dieses Gebots nichts nach den Leiden andrer Menschen fragt. Und was wollen denn unsere Gegner, mögen sie sich eonser- vativ, liberal oder fortschrittlich nennen? �-ie wollen die gegenwärttgen Zustände in Staat und Gesell- schast auftecht erhalten. Sie wollen, daß die Söhne des Landes drei Jahre im activen Dienst verbleiben und daß die Männer mit Leib und Leben bis zum 42. Lebensjahre der Kriegsgefahr ausgesetzt sind. Sie wollen, daß das wirthschaftliche System von heute auftecht erhalten bleibe, daß es immerdar Schwelgende einerseits und Hungernde andererseits gebe— sie nennen solches eine natürliche Ordnung, als ob solche Ungleichheit, welche die äußerste Unordnung in der Gesellschaft bedingt, sich Angesichts des hochententwickelten Geisteslebens der Menschheit heute noch irgendwie entschuldigen oder als unabänderlich bezeichnen lasse. R l»»' �usendmal nein! Die treibende Kraft im Leben der wlfi und wird nie und nimmermehr zu Gunsten der lLn».«' über alle Genußmittel verfügenden Minderheit ab- r?", Ü'�uiuß vorwärts streben, soll jemals ein Ausgleich zwi- und Pflichten aller Volksangehörigcn erfolgen. GrZuuf bestrettet, ist für Stillstand, für Rückschritt, ist für l h�ute herrschenden Hebel, für Ausbeutung, Ge- Selbstsuch?'— burz für das schrankenlose Walten der Doch tper ist berufen, die bestehenden Uebcl auszumerzen, � die Kraft dazu? Das Volk allein, das gnsammte arbei- irnde Volk kann helfen, Arbeiter in Stadl und Land, die Klein- S,.r!™L Handwerker, die kleinen Beamten, sie können solchen Zustanden ein Ende machen! de« w Massengewalt rufen wir an, nein, der Weg aus beschritten werden. Das arbeitende Volk soll ßW.M,IC« �h�bung mehr Einfluß gewinnen— denn durch die °«ch geUrzt SrS"�' � �sseuherrschaft geschützt, aber wafilen Dünner der Arbeit sollen bei den nächsten Reichstags- wo im« foef.®'c*then in den Reichstag wählen, welche da wissen, W,-Bolk der Schuh drückt! Arbeit L v in her letzten Legislaturperiode neue Vertreter der daraus tü-. Reichstag entsandt; sie haben auch im Hinblick digkeuV � eme � geringe Anzahl vermochte, ihre volle Schul- für die � x'.über sie kounteii unmöglich das leisten, ivas wir Und abi.« � der Arbeit und des Rechts für nothwcndig halten denioftasts�'��et haben. Deshalb muß die Zahl der sozial- >��iAen Arbeitcr-Abgcordneten verdoppelt, verdreifacht wer- zum Schutze der Arbeit, zum Schutze der Nothleidenden und des ;o oft verletzten Rechtes. Die Regierungsmänner und Kapitalisten sehen dies allerdings nicht gern; sie möchten, daß wir abließen und nur Männer in den Reichstag schickten, die vor Herrn von Bismarck einen Bück- ling machten und alle Forderungen, alle Geldforderungcn der Regierung bewilligten. Doch ein freier selbständiger Staatsbürger soll sich nicht be- Vormunden lassen, er soll nach seiner Ueberzeugung wählen zum Besten der Gesammtheit! Ein Sklave ist der, der sich seine Ueberzeugung rauben läßt! Soldat werden, Steuern zahlen und Maul halten— das ist die Parole unserer conservativen und fortschrittlichen Gegner, selbst wenn sie sich auch zuweilen und besonders vor den Wah- len ein volksthümliches Mäntelchen umhängen und obige Parole kommt oft gcnu gunverhüllt zum Vorschein.— Dieser Parole aber kann ein freisinniger Mann nicht folgen.' Unsere Parole aber lautet: Verminderung des Militärs, Ver- kürzung der Dienstzeit, Volkswehr, Verringerung der Steuer und freie Meinungsäußerung in allen Dingen— dann aber Ertrag der Arbeit für den, dem als Arbeitenden der Ertrag gebührt und nicht den Ausbeutern und Schwindlern. Diejenigen also, welche mit der obigen Parole des Volkes, des nach Freiheit und Recht ringendeu Volkes, einverstanden sind, sie werden und müssen die von der sozialistischen Partei aufge- stellten Candidaten wählen. Diejenigen aber, welche die Unfreiheit und Ausbeutung, Steuerschraube ohue Ende, Militarismus und Krieg innerhalb und außerhalb des Landes wollen, diese mögen getrost gegen die Sozialdemokratte stimmen. Gleiche Roth und gleiches Interesse, gleicher Trieb zur Frei- heit und Gerechtigkeit verbündet aber die Arbeiter und Klein- büraer, und diesen Bund müssen sie am 10. Januar an der Wahlurne bethättgen. Das Neichswahlgesetz in seinen hauptsächlichsten Bestimmungen. s 1. Wähler für den Reichstag des deutschen Reichs ist jeder Deutsche, welcher das 25. Jahr zurückgelegt hat, in dem Bundesstaate, wo er seinen Wohnsitz hat. s 2. Für Personen des Soldatenstandes, des Heeres und der Marine ruht die Berechtigung zum Wählen so lange, als dieselben sich bei der Fahne befinden. § 3. Von der Berechtigung zum Wählen sind ausgeschlossen: 1) Personen, welche unter Vormundschaft oder Curatel stehen. 2) Personen, über deren Vermögen Concurs- oder Fallit- zustand gerichtlich eröffnet worden ist und zwar während der Dauer dieses Coucurs- oder Fallitverfahrens. 3) Personen, welche eine Armenunterstützung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln beziehen, oder im letzten der Wahl vorhergegangenen Jahre bezogen haben. 4) Personen, denen in Folge rechtskräftigen Erkenntnisses der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte entzogen ist, für die Zeit der Entziehung, sofern sie nicht in diese Rechte wieder eingesetzt sind. Ist der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte wegen poli- tischer Vergehen oder Verbrechen entzogen, so tritt die Berech- tigung zum Wählen wieder ein, sobald die außerdem erkannte Strafe vollstreckt oder durch Begnadigung erlassen ist. ß 4. Wählbar zum Abgeordneten ist im ganzen Reichsgebiet jeder Deutsche, der wenigstens 25 Jahr alt ist und einem zum Reiche gehörigen Staate seit mindestens einem Jahre angehört hat, sofern er nicht durch die Bestimmungen in dem§ 3 von der Berechtigung zum Wählen ausgeschlossen ist. § 8. In jedem Bezirke sind zum Zwecke der Wahlen Listen anzulegen, in welche die zum Wählen Berechtigten nach Zu- und Vornamen, Alter, Gewerbe und Wohnort eingetragen sind. Die Listen sind spätestens vier Wochen vor dem zur Wahl bestimmten Tage zu Jedermanns Einsicht auszulegen und ist dies zuvor unter Hinweisung auf die Einspracheftist öffentlich bekannt zu machen. Einsprachen gegen die Listen sind binnen acht Tagen nach Beginn der Auslegung bei der Behörde, welche die Bekanntmachung erlassen hat, anzubringen und innerhalb der nächsten 14 Tage zu erledigen, worauf die Listen geschlossen werden. Nur diejenigen find zur Thcilnahme an der Wahl berechttgt, welche in die Listen aufgenommen sind. § 9. Die Wahlhandlung, sowie die Ermittelung des Wahl- ergcbnisses(Stimmzettelauszählung) sind öffentlich. Nur solche Personen können die Funktton der Vorsteher, Beisitzer und Protokollführer bei der Wahlhandlung in den Be- zirken und der Beisitzer bei der Ermittelung des Wahlergebnisses ausüben, welche kein unmittelbares Staatsamt bekleiden. L 10. Das Wahlrecht wird in Person durch verdeckte, in eine Wahlurne niederzulegende Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeübt. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein. 8 11 Tie Stimmzettel find außerhalb des Wahllokals mit dem Namen des Candidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung (Druck) �zu jst direkt. Sie erfolgt durch absolute Mebrbeit der in einem Wahlfteis abgegebenen Stimmen. Hat kein Candidat die absolute Mehrheit, so ist nur unter den wci Candidaten zu wählen, welche die meisten Stimmen erhalten aben. § 17. Die Wahlberechtigten haben das Recht, zum Betriebl der den Reichstag betreffenden Wahlangelegcnheitcn Vereine zu! bilden und in geschlossenen Räumen unbewaffnet öffentliche Ver- sammlungen zu veranstalten. Die Bestimmungen der Landcsgesetze über die Anzeige derl Versammlungen und Vereine, sowie über die Ueberwachung der- I selben, bleiben unberührt. National-Oekonomisches. Ein Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für wissenschaftliche Unterhaltung in Siegburg, Ende 1369. I. (Schluß.) Die fortgeschrittenste Form organisirter Arbeit ist die ms-! derne, die kapitalistische. Sie beginnt im 16. Jahrhundert auK der Geschichte cmporzukeimen, aus der feudalen Arbeit sich zu entwickeln. Das günstig gelegene England hatte das Vorrecht, das erste in der Länderreihe zu sein, wo sich die Arbeit kapit� listisch organisirte. Allerdings hatte in Italien, Spanien ui c 1 den Niederlanden die Arbeit schon früher angefangen, sich> dieser Form zu entwickeln, auch mag sein, daß irgend ein Jtt>,, liener oder Holländer vorher schon die Oekonomie studirtm j aber klassische Bedeutung erlangte die Sache zuerst jenseit des! Kanals. Wir sehen die Wissenschaft der politischen Oekonomie gleichzeitig mit der Schlacht entstehen, welche das Kapital gegen den Feudalismus schlug, mit der englischen Revolution. Jedoch war erst der moderne, speziell der deutsche Sozialismus berufen, die Oekonomie auf ein wahrhast wissenschaftliches Fundament zu stellen, ihren dunkeln Kern durchsichtig zu erhellen. Die bis- herigeu Oekonomen suchten ihre Entdeckungen in theologischer i Form als ewige Wahrheit geltend zu machen. In ihrer kapi talisttschen Tendenz befangen, sahen sie keine anderen Tendenzen 1 neben sich. Die spezielle Oekonomie ihrer Zeit ist ihnen die! Oekonomie überhaupt. Sie verkennen das vergängliche, das lebendige, das historische Element. Adam Smith glaubt, daß Staat und Menschen ewig bestimmt seien, seinen ökonomischen Dogmen nachzuleben. Marx weist umgekehrt nach, daß die Oeko-* uomic den Menschen dient und nicht nach ewigen Wahrheiten,| sondern nach zeitlichen umgewandelt wird.' In der feudalen, gut katholischen Zeit des Mittelalters war der Grund und Boden das wesentliche Instrument für die Erzeugung der materiellen Lebensbedürfnisse oder Glücksgüter. Die menschlichen Arme waren im feudalen Grundeigenthum ein--i begriffen, gehörten dazu. Die Besitzer des GrundeigenthumK waren die herrschenden ökonomischen Mächte. Sie erlaubten der" anderweitigen Industrie nur en pnssunt(im Vorübergehen) z«' gedeihen. Und doch gedieh die Industrie bis zur Empöruua,'-, bis sie sich gegen die Herrschaft des Grundeigenthums auflehnte. � Sie bedurfte nun der menschlichen Arme. Der Leibeigene und'' Hörige mußte befreit werden. Die Hussiteu und die Reforma-, toren Martin Luther, Thomas Münzer, Franz von Sickinaen, 1 Oliver Eromwell, Napoleon Bonaparte waren Agenten des auf- strebenden Kapitals.«l Es ist bekannt, daß man erst in neuerer Zeit angefanger hat, nicht mehr die Reihenfolge der königlichen Herrscher, ihre Schlachten und Raufereien, sondern die menschliche Cultur als den wahren Inhalt der Geschichte zu betrachten. Und wiede 1 bat man angefangen, die Cultur nicht mehr zu suchen in trM- Entwicklung unseres Bewußtseins. Man hat angefangen, zw* verstehen, daß die Ideen des Guten, Schönen, Rechten, der Frei- heit, Humanität u. s. w. von den realen zeitlichen Verhältnissen der menichlichen Gesellschaft modifizirt worden sind. Der wesent- liche Faktor der menschlichen Gesellschaft, das was sie hauptsächlich beschäftigt, was sie treibt und bindet, ist die Oekonomie der Ar- beit, die Produktion der materiellen Lebensbedürfnisse. Wenn Sie nun mit mir einverstanden sind, daß diese Güter, wie ich glaube vorhin nachgewiesen zu haben, wohl mittels der Einzel- wlrthschaft, aber dennoch gesellschaftlich erzeugt und consu- Mlrt werden, wenn zugestanden werden muß, daß die menschliche Gesellschaft zu einer Produktiv-Genossenschaft herange- wachsen, daß die Arbeit organisirt ist, und auf der andern Seite, daß dieser Genossenschaft das Central-Organ, der Orga- nisation das Bewußtsein fehlt, so folgt daraus klar, daß wir eine�kopflose Wirthschaft treiben. In dieser Kopflosigkeit, in dem Mangel an Bewußtsein, mit dem die soziale Oekonomie sich bisher gestaltet hat, ist wohl eine Verurtheilung, zugleich aber auch die Rechtfertigung vergangener Formen enthalten, welche zu verurtheilen wir heute so gern ge- neigt sind. Ebenso wenig wie heute alle Menschen Rentters oder Aktieninhaber sein können, weil dann die Arbeiter fehlten, ivelche die Güter erzeugen, die jene verzehren, ebenso wenig konnte in der alten Welt die große Masse des Volks aus freien Athenern oder Römern bestehen. Die antike Sklaverei war eine Organi- W sation der Arbeit, welche der antiken Welt ihre Cultur ermög-. i lichte. Diese Cultur diente der Nachkommenschaft als Funda-' ment, auf dein sie die viel bewunderte moderne Gesittung auf- r! richten konnte. Uni den Juden die Reinlichkeit anzugewöhnen, l. zwang sie Moses mit dem Gesetz, sich zu waschen. So lange der Volksmasse die Einsicht fehlt, ist der Zwang, welcher ihr von' Einzelnen angethan wird, eine Cultur-Nothwendigkeit. Die 9 Zwangsarbeit der Sklaverei war zur Zeit das einzige Mittel, die Arbeitskraft der Barbaren nutzbar zu machen.' Man mag nun erwidern, daß, wenn es auch zweckmäßig, es doch nicht gerecht war, die Arbeitskraft Anderer zwangsmäßig auszu- nutzen, daß Niemand das Recht hat, dem Andern, dem Volke � Gewalt anzuthun. Es widerstreitet das allerdings der Idee der c Gleichberechtigung kann nicht die Boraussetzung, sie kann die Bedingung der idealen Freiheit, Gleichheit und Brüderlich- � sAnmerkung. Die Zahlen sind aus den Bekanntmachungen mr das Resultat der geschichtlichen Cultur sein. Freiheit und keit. Jeder politische Fortschritt war bisher bedingt von vor- im Gesetz- und Verordnungsblatle zusammengestellt. Die außer- Gleichberechtigung sind der Menschheit nicht angeboren, sind hergegangenen wirthschaftlichen Fortschritten. Die Umschiffung ordentlichen Beträge sind daselbst nicht für jedes Jahr beson- eine angeborenen Menschenrechte, sondern wollen erworben des Kaps der guten Hoffnung, die Expedition eines Columbus, ders, sondern insgesammt für die ganze Periode angegeben; hier ein. Der erste, der älteste, der größte Zwingherr ist die un- Cortez und Pizarro, oder vielmehr deren Folgen, der unerhörte ist die jährliche Durchschnittssumme angenommen worden.) ultivirte, unverstandene Natur. Um sie zu bemeistern, müffen Aufschwung des Handels versah zunächst die günstig gelegenen MSKrend all» in den?babren 15!K1— ifißfl die(Sei" vir uns organisiren. Die Sklaverei war eine vorübergehende � Staaten, Holland und England, mit einer solchen Gütcrmasse, llnterthünigkeit, um mittels derselben die Natur im Interesse der einem Produktenreichthum, den die damaligen feudalen Verhält- ,> i( i r Menschheit wirthschaftlich auszubeuten. Daß die nächste Aus- ieute nicht der Menschheit, nicht dem Bolke, sondern seinen Drängern und Treibern, den Einpeitschern und Machthabern, zu gut kam, darf uns nicht abhalten zu erkennen, daß mittels der Aristokratie die Demokratie groß gezogen wurde und werden mußte, daß, obgleich auch die Masse vom Genüsse ausgeschlossen war, doch der Genuß der geschichtlichen Entwicklung ihr nicht hat entwendet werden können. Bei der Sklavenarbeit gehört oas Produkt dem Machthaber, aber die Verbefferuug der Ar beitsinstrumente und der Arbeitsmethode, welche sie gegenüber der vereinzelten oder auch der Familienarbeit nothwendig zur Folge hatte, verblieb der Menschheit. Die verbesserten Jnstru- mente und Methoden der Arbeit, die große moderne Produktiv- traft bildet das Kapital, dessen Zinsen die Machthaber allein verzehren, dessen„Stock" aber der Menschheit gehört, oder viel- mehr unvermeidlich ihr schließlich als Erbtheil zufallen muß. Wenn Sie, meine Herren, von nnsern gegenwärtigen Ver- Hältnissen einen Augenblick absehen wollen, werden Sie unbe- streitbar finden, daß der materielle Reichthum von der Mehr- zahl erschaffen, aber seit dem Anfange der geschichtlichen Eni- Wicklung noch niemals von der Mehrzahl genossen wurde, daß Reichthum und Genuß den Einzelnen, den Führern oder Macht- habern gehören, welche das Volk ausbeuten. Diese-Thatsache wird um so unbestrittener zugegeben, wenn wir sie auf ver gangene Zeiten beschränken, weil dort die lebendigen Interessen nicht mehr in's Spiel kommen. Zugleich gilt es dabei anzu- erkennen, daß die bisherige Wirthschaft das unentbehrliche Mittel 'gewesen ist, die wirthschaftliche Kraft des Volkes, die produktive 'Kraft der Arbeit zu entfalten. Wenn Sie absehen wollen von dem ideologischen Nimbus, der sich dem Worte„Freiheit" augehängt hat, so ist nicht zu leugnen, daß vom freien wilden Jägervolk bis zum unterjochten Sklaven ein Fortschritt stattgefunden hat. Mngenscheinlich ein wirthaftlichcr, in der That aber auch ein hu- d Nmner. Ich habe mit leiblichen Augen gesehen, was sich dem .1 �zeorurtheilsfreien von selbst versteht, daß die Unterjochung des l'ftenscheil durch die rücksichtslosen Naturfräste eine inhumanere ':?nr, als die Unterjochung des Menschen durch den Menschen, daß " rfwie Härten und Leiden des vereinzelten Menschen, des wilden i Jägers viel schrecklicher sind, als die Härten und Leiden der , Sklaverei, welche ihn wenigstens gegen die schrecklichste Roth «sicher stellen. } Vom Sklaven zum Hörigen ist ein wirthschaftlicher und hu- > maner Fortsc' vitt, der keiner weiteren Erläuterung bedarf. Noch l weniger dürfte es nöthig sein, nachweisen zu wollen, daß die i Culturgeschichte fortschritt, als sie den feudalen, an die Scholle i gebundenen Arbeiter in den modernen sogenannten„freien Ar- ' i beiter" verwandelte. Dagegen möchte ich, wenn Sie erlauben, c in einem künftigen Vortrage den Nachweis versuchen, daß die ; l moderne Freiheit des Arbeiters, wenn auch ein wirthschaftlicher l z und humaner Fortschritt, doch noch bei weitem nicht die Idee ■ der humanen Gerechtigkeit erschöpft oder realisirt. Z Für heute sei noch darauf hingewiesen, wie die Entwicklung C der spekulattven Philosophie mit der sozialen Oekonomie zu- (' fammentrifft. Die Schüler Hegel's sind bei dem Satze ange- h kommen, daß, wenn unsere Ideen auf reale Wahrheit oder posi- S tive Wissenschaft Anspruch machen wollen, sie nicht prätendiren g dürfen, der Wirklichkeit, der Empirie, der Erfahrung vorauszu- V gehen, Wegweiser zu sein, wie das z. B. die Ideen der Gerech- .1 ttgkeit, der Freiheit, der christlichen Brüderlichkeit vereint haben. i Diese Ideen waren bisher, wenn auch schöne, verlockende, so doch l immerhin nur Phantasmen, die sich nicht realisiren konnten, weil l ihnen die materielle Unterlage, der wirthschaftliche Reichthum i fehlte. Die religiöse Brüderlichkeit konnte sich irdisch nicht ver- ! i wirklichen, so lange die Erzeugung der Lebensmittel die Herr , schaft des Menschen über den Menschen erheischte. Der Wunsch 1„„„ 1876/77„ �, • h nach politischer Freiheit ist phantastisch, so lange die Menschheit> sind in Aussicht genommen:'''' von der Natur zum Sklavendienst ansttengender Arbeit ge- ;« zwungen ist. Erst nachdem sich die positive Wissenschaft, die �Phsik, die Mechanik, die Chemie des Arbeitsprozesses be- «neistert Hat, erst nachdem die Arbeitsinstrumente so vollkommen sind, daß die menschliche Arbeit dabei zur Nebensache herabsinkt, l�zhr nur noch die Controle über eine Arbeitsmaschine bleibt, die . Unermeßliche Reichthümer automatisch erzeugt, erst auf einem »i�lchen Standpunkt wirthschaftlicher Cnltur kann die Cultur der Menschlichkeit aufhören Ideologie zu sein und einen realen Cha- V rakter annehmen. Ja, meine Herren; materieller Reichthum ist nisse zu consumiren vermochten. Die feudalen Einrichtungen, welche einst förderliche Mittel der Bewirthschaftung gewesen, wurden der Produktivkraft der neueren Zeit gegenüber zu Fes- seln. Diese Fesseln mußten gesprengt werden. Die Produktion bedurfte der Freiheit. Ihrer Meinung nach waren die englischen Jndependenten von der Bibel veranlaßt, den augestammten König zu entthronen. In der That aber waren die idealen Phrasen ebenso wie ein Jahrhundert später der„Rechtsstaat" des deutschen Liberalismus nur ideologische Hirngespinnste für ganz reale wirthschaftliche Bedürfnisse. Was die Jndependenten Bibel, was die Girondisten Römerthum, was die Fortschritts- Partei Rechtsstaat und nationalen Patriotismus, das nennt sich in der nüchternen Wirklichkeit: Entwicklung der internationalen Produktivkraft. Weil eben diese internationale Wirthschaft, wie eben uachge- wiesen, kopflos ist, weil sie sich unbewußt gestaltet hat, darum mußte sie im Bewußtsein der Menschen sich verkehrt darstellen. Insoweit hängt die Lehre vom Bewußtsein, die Philosophie mit der Oekonomie zusammen. Der bisherige Fortschritt beruht auf dem Unbewußten. Nicht der Geist, sondern die Materie hat geherrscht. Allerdings ist sie, die Herrscherin, nur mächtig geworden durch den Diener Geist, der anfängt sich gegen das Änechtschafts-Verhältniß aufzulehnen. Die Entwicklung des Menschengeschlechts besteht im großen Ganzen darin, daß der Geist mächtig wird über die Widerwärtigkeiten der Natur und somit die Materie unserem Bedürfniß dienstbar macht. Das Mittel dieses Zweckes ist die Hand, die der Mensch dem Men- scheu reicht, ist die Verbindung der Individuen, der Völker, der Generationen. Das Mittel ist die genossenschaftliche Ar- beit im weitesten Sinuc des Wortes. Daß die geistige Arbeit, die Wissenschaft genossenschaftlich betrieben ist, hat Niemand verkannt. Man hat aber insoweit die Wissenschaft überschätzt, als man sie mit der Cultur identifizirte. Während sie Mittel ist, ist die reale Ar- beit, die materielle Ucberwindung der Naturwiderwärtigkeiten letzter Endzweck der Cultur. Diese reale Arbeit nunmehr ftei- willig oder bewußt genossenschaftlich organisiren zu wollen, das ist eine Auflehnung des Geistes wider sein bisheriges Knecht- schafts-Berhältniß zur Materie, das ist die Empörung der Arbeit wider das Kapital. I. Dietzgen, Lohgerber. ;]■ ;>. • I ! H ! II .1 ';( t [ t 1 1 l I l Ii" 1 1. "'( i jk 1: c ■ 1< t i• c .i>' e. I*» U t ft. % 1 Die drei deutschen Neichsschacherer. (Schwarz-roth-weiß.) Zuerst kommt doch das Laskerlein— Der Mund so groß, der Mann so klein; Das Haar ist schwarz nach Väter Art, Schwarz-weiß gesprenkelt ist der Bart, In Schwarz-roth-weiß ist er vernarrt. Und Bamberger, der große Held Stritt muthig auf Bolanden's Feld; Roth war sein Sinn, roth war sein Haar— Doch rother Sinn und rothes Haar, Sie schwinden beide ganz und gar. Der Dritte tritt nun auch hervor: „Berliner Blau, Herr Isidor!"— Herr Stieber nannt' ihn Communist, Doch unschuldsweiß sein Haupt jetzt ist, Dem Bismarck er die Stiefeln küßt. Die Drei, sie sind des Reiches Schmuck— Und jeder Zoll ein Mameluck, So streiten sie für Deutschlands Wohl Und bau'n im Reichstag ihren Kohl--- Daß sie doch bald der Teufel hol'! Sozialpolitische Uebersicht. Kosten der Reichswirthschaft. Mit der gleichen Ueberschrift befindet sich in einer der letzten Nummern des "„Vorwärts" ein Artikel, in dem dargelegt ist, in welch' rapider Weise seit der Errichtung des deutschen Reichs in Baiern die Staatskosten gestiegen sind, und daß diese Steigerung hauptsächlich durch die Militärwirthschaft herbeigeführt ist. Gedachter Artikel und namentlich die in demselben ausgesprochene Befürchtung, daß sich in andern Bundesstaaten das Verhältniß wohl kaum günsttger gestalten würde als in Bayern, gab Veranlassung zu einer Vergleichung des gegenwärtigen Budgets des Königreichs Sachsen mit dem früheren. Das Resultat ist, wie nachstehenoe Zusammenstellung zeigt, leider eine Bestättgung der oben ange- führten Befürchtung. Nach den Finanzgesetzen betrugen jährlich ordentl. Ausgaben: außerordentl. Für d. Finanz-Per. 1861/63 9,759,180 Thlr. 2,597,172 Thlr. 1864/66 13,658,984„— 1867 13,653,984„ 7,017,349„ 1868/69 13,371,057„— 1870/71 12,648,594„ 3,980,000„ 1872/73 13,752,919„ 13,010,186„ 1874/75 16,097,507„ 13,884,626„ 82,523,907 Mrk. Gesammt-Ausgabc: 12,356,352 Thlr. 13,658,984„ 20,676,333„ 13,371,057„ 16,628,594„ 26,763,105„ 29,982,133„ 136,380,484 Birk. Für die Finanz-Periode 1861/63 „„.. 1864/66 ,,„ 1867 „„„ 1868/69 „„„ 1870/71 „„„ 1872/73 „„„ 1874/75 „„„ 1876/77 sind in Aussicht genommen: Während als» in den Jahren 1861— 1869 die Gesammt- Ausgaben nicht einmal die Summe von 14 Million Thaler er- reichten(mit Ausnahme des Jahres 1867, in welchem die Folgen des 1866er Krieges die Nachbewilligung der unter den außer- ordentlichen Ausgaben aufgeführten 7,017,349 Thlr. veranlaßten) uud in den ganzen neun Jahren nur um wenig über 1 Million Thaler gestiegen waren, weist schon die Finanzperiode 1870/71 eine Zunahme von über 3 Million Thalern auf, 1872/73 hat sich das Budget gegenüber 1869 bereits verdoppelt und in den Jahren 1876/77, also in sieben Jahren, mehr als verdreifacht. Da ist es natürlich kein Wunder, wenn die Vermehrung der Staatsschulden und neue Steuern nöthig werden. Leider ist aus den bekanntgemachten Finanzgesetzen mit Nachträgen nicht er- sichtlich/ zu welchen Zwecken die Ausgaben gemacht worden sind. Wir brauchen aber nur auf die colossalen Kasernen- und andere dergleichen Bauten zu blicken, der fortwährenden Neuerungen im Militärwesen und der Eisenbahnankäufe zu gedenken, um zu er- kennen, daß die Lasten eben nur infolge der Reichswirthschaft auf uns gewälzt werden. Denn selbst die Eisenbahn ankäufe können nicht davon ausgenommen werden, da sie bekanntlich nur eine Folge des aus strategischen Rücksichten angeregten Reichs- eisenbahnprojekts sind. Was die ordentlichen(laufenden) Ausgaben an sich betrifft, so sind dieselben, wie aus obiger Tabelle ersichtlich, seit dem Jahre 1869 um beinahe 14 Millionen Mark gestiegen; also erst seit wir mit dem deusschen Reiche gesegnet sind. Ob die Stei- gerung der Abgaben so fortgehen wird? Wir zweifeln nicht daran; denn schon die neuen Staatsschulden allein bedingen durch ihre Verzinsung eine Vermehrung der Lasten. Das Volk aber kann die Bedrückung nicht abwenden; es muß ausessen, was die Andern„oben" eingebrockt haben. tb. — Im Anschluß an die Notiz über die Steigerung der Aus- gaben des Königreichs Sachjen geben wir einen anderen Beleg für den gleichen Vorgang betreffs des Budgets der Stadt Berlin. Diese Stadt hat sich in der liberalen Aera seit 1366, wo die Ausgaben in runder Summe 12,800,000 Mrk. betrugen innerhalb zehn Jahren zu der colossalen Summe von 119,273,150 Mrk. emporgeschwungen, das bedeutet eine Vermch- rung von 107 Millionen! — Was der Bundesrath im Schweigen leistet. Die Verhandlung im Bundesrath über Beschickung der Pariser Aus- stellung zeichnete sich, wie der„Kölnischen Zeitung" geschrieben wird, durch ihre lakonische Kürze aus. Der Präsident des Reichskanzleramts, Staatsminister Hofmann, machte die Mit- thcilung, daß der Ausschuß sich gegen amtliche Theilnahme an der Beschickung der Ausstellung erklärt hätte. Es meldete sich Nie- mand zum Worte. Darauf fragte derselbe weiter, ob ein Ver- trcter irgend eines deutschen Staates von seiner Regierung be- auftragt sei, in der Sache eine Mittheilung zu machen. Es folgte wieder tiefes Schweigen. Darauf bemerkte der Staats- minister Hofmann: Nach dieser Erklärung(?) ist also die Be- schickung der Pariser Ausstellung seitens des Deutschen Reiches abgelehnt. Punktum! Der Reichstag mag sich den Bundesrath«um Muster nehmen— wozu das viele Reden, wo schließlich doch J nur ja gesagt oder genickt wird und werden darf? — Laßt die Hunde los! würden am liebsten die reichs- fteundlichen Chauvinisten rufen, wenn der Sozialist Propaganda zu machen sucht für seine Partei. Ziemlich ähnlich ruft die Nr. 290 des„Saalfelder Kreisblatt", indem sie berichtet, daß I ein Parteigenosse Namen für eine Liste in unserem Sinne ge- I sammelt habe, und hinzufügt:„Wir brauchen wohl nicht erst noch besonders zu sagen, wie man einem solchen„Eindringling" zu begegnen hat." Diese Enttüstung über eine harmlose Namen- 1 sammlung! Wir müßten unendlich viel Zeit haben, wollten wir alle Pressionen aufzählen, welche seitens der Gegner, seien sie Regierungs- oder Polizeiorgane, Arbeitgeber und andere Leute,! verzeichnen oder gar Winke für Gegenmaßregeln geben! Wer wehrte den Leuten, zu denen der Namensammler kam, ihre Un- terschrist zu versagen? Die Art und Weise unserer Agitation kann ohne Scheu den Vergleich mit der der Gegner aushalten. � Wie geringfügig sind die Anlässe, an welchen die Gegner ihre Tadelwuth üben; wie zahlreich und zum Theil haarsträubend sind die unrechtmäßigen Hebel, welche Jene ansetzen. — Polizistenhumanität. Die„Berliner Freie Presse" l plötzlich die Arme sinken, blickte mit dem Ausdruck unbeschreiblicher Verdutztheit seinen alten Freund Liebknecht, der ihm das ominöse Wort zugerufen, ins Gesicht und machte eine sehr bedenkliche Naturpause. Es war, wie wenn ihm ein Strahl eiskalten Wassers über den Schädel ge- gössen worden wäre, nur mit Mühe fand er den Faden wieder, um den Redefluß und die patriotische Begeisterung aber war's für den Tag ge- schehen. äußere Politik zu interpelliren; thut es nämlich ja Einer, so„reißt er ihm(laut Hans Blum) Kopf, Arme und Beine aus und wirft den Rumpf verächtlich in die Ecke." Da ist es denn auch begreiflich, daß die Auserwählten selbst beim Glas Bier derartige Fragen nicht riskiren. Diesmal aber war es ihm unangenehm, daß man nicht fragte. Es scheint. Er wollte auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege seine Meinungen der Colportage übermittelt wissen. Da mußte er wohl schließlich„selbst rausrücken." Natürlich war die Antwort: „Ja, wenn Sie darüber sprechen, Durchlaucht, so hören wir bis Ein Denunziant auf der Anklagebank. Der Bürger- 2 Uhr zu!" meister Brenger aus Oderberg, ein Mann von 66 Jahren und mit Das glaub' ich gern! Bangt und zagt doch das ganze deutsche dem Rothen Adlerorden dekorirt, welcher seit 18 Jahren die Gemeinde- Volk in Ungewißheit, was Deutschland, d. h. Er thun wird in diesen angelegenheiten dieses Städtchens leitet, auch Mitglied verschiedener schweren Zeilläusen. Sie hatten natürlich auch gezappelt vor Neugierde, wichtiger Kreis- und Bezirks-Eommissioncn in Steuer-, Feuer-, Militär- und es müßte ein Bild geben für den Pinsel eines Rubens, Rembrandl und Oderbruchs- Meliorationssachen jc. war, befand sich auf der An- oder Rafael, diese von den verschiedenartigsten Empfindungen bewegten klagebank wegen Veruntreuungen im Amte, namentlich wegen unrecht- Gesichter. Der Bericht fährt fort: mäßig erhobener Gelder und Fälschung von Schriftstücken. Merkwürdig „Darauf constituirtc sich ein gemüthliches Tabaks-Collegium.„Er" ist dabei der Umstand, daß dies hintereinander der dritte Bürgermeister stopfte sich seine lange Pfeife und ließ sich dann mit jener berühmten»on Oderberg ist, der durch das Urtheil des hiesigen Kreisgerichts dies Offenheit, die er so schön in der Gewalt hat, in der gemeldeten Amt verliert. Der Berurtheilte hatte die Beseitigung der beiden ersten Weis e über die weltbewegende Frage aus." selbst herbeigeführt. Nach dem Tode des Bürgermeisters Heuduck, wähl- ** mJfJSM«W*"*"»'«-.»«W Z&SSJSL* S�'ÜT�JStZSrS: KK - Exkneipe bei„Reichskanzlers". Zu dem Kneipbericht, wo Nu die Bierrede des Kanzlers über die Orienlfrage„stieg", bringt das in„Leipziger Tageblatt" folgendes lieblich ausgeführte Genrebild: c„Interessant ist, daß der Fürst jene Mütheilungen ganz unaufge- i forde« t und wider Erwarten machte. Das Diner, bei dem Fürst Bis- , marck in jovialster Weise den Wirth machte, hatte um 5 Uhr �begonnen dortigen Bürgerschule. Obgleich die Bestätigung desselben von dem da- berühmte Offenheit so schön in der«ewaF hart"'' Die'' Weihrauch!"""igen �rath entschieden befürwortet worden war so gelang es! wölken, scheint's, haben den Verstand des Priesters unseres großen doch dem Verurthe.lten, als damal-gem mtermisttschen Bürgermeister, Staatsmannes so betäubt und geschädigt, daß er in seinem Byzantiner- durch e.ne Denunzurt.on be. der königlichen R-g.erung wegen an-> Hirn sich dem Staatsanwalt und Slrafantrag aussetzt. Wir glauben, grblicher Ma;estatsbeleidlgung im Jahre 1818, die Bestätigung desselben Er wird auch oft sagen-„Gott bewahre mich vor meinen Freunden!" v-rhindern und chn auf die Anklagebank des hiesigen Kr-.sger.chts j Bei der geschilderten Exkneipe ist übrigens auch vom Fürst Reichs- �bringen. �Derselbe wurde juf Grund falscher Zeugenaussagen F � das Wort gefallen, daß die Aufhebung des Zeugniß bei der dritten Lesung. kanzler das' Wort gefallen, daß die" Aufhebung"d-"s'Zeugniß-- 3 Monaten Gefängniß, unter Belassung seiuer Ehrenrechte verurtheilt. Zwanges..unannehmbar" sei, ein Wink für seine Gäste zur Beherzigung! v''.'" königlichen K°mn.erg°r.cht zedoch fte.grtprochen. D.e Stadtverord- bei der dritten Kekuna � a u a. mahlten lnzwiichen einen anderen Mann für dies Amt. Jw , Jahre 1858, also»ach 6 Jahren, gelang es dem jetzt Angeklagten, auch m,- lr ar* c x �. diesen auf die Anklagebank und ins Gesängniß zu bringen, weil er ein- r wohl-instud-rte gegangene F-uerkassengclder zur Befreiung aus augenblicklicher Geld- �- über d.e Hand°lSp°l.-ck des Reiches vom Stapel ließ, passirte.hm � �rwendet hatte Nun endlich gelangte er selbst in dieses Amt, nenrk. Er hatte sich gerade m das höchste Pathos hinaus- in welchem ihn das traurig- Schicksal- sagt die„Bossische Zeitung", ______...,_____.........__ gearbeitet und deklamirte, mit kunstgerechten Gestikulationen, den chau- mir ,'aaen das a-reibte Sckickial— ereilen sollte aus Beranlaiiuna der- und bis 8 Uhr gedauert; die Abgeordneten waren im Begriff, jlch zu vuujtffchen Paradegaul besteigend:„Handelten wir anders, so würde;o.bcu städtischen Corvoralion wclckic ihn so'vertrauensvoll gewählt verabschieden, als der Reichskanzler sie fragte-„Run dw Herren ver- das längstverschollene Bild des deutsche.-. Wickels. der Alles über sich&£& denn gar�ergehen läfft, wieder aufleben!" Da tönte ihm aus der�Sozialistenecke zu vi e r M° n at e n«esängnib verurlh-i� berichtet folgende Geschichte: Ein Berliner Bürger, Gelbgießer Wilhelm Kopitzki, wollte sich am Montag nach der Poliklinik be- geben, um gegen seine Krankheit sich elektrisiren zu lassen. Er sollte jedoch nicht dorthin anlangen, sondern auf einem andern Wege seiner Schmerzen quitt und ledig werden. An einer Straßenecke wurde er von einer Gummiräder-Equipage über den Haufen gefahren. Als nun hilfreiche Hände ihm gleich zur Seite waren und auch ein benachbarter Gastwirth sein Haus zur Verfügung stellte, kamen zwei Schutzleute, die besser zu helfen wußten: der Mann mußte durchaus schwer betrunken sein. Sie führten ihn weg auf eine Polizeiwache und ließen ihn gänzlich hilflos in einem halbdunklcn Gemach liegen. Am 5. Dezember früh gegen 6 Uhr starb das Opfer der Fahrlässigkeit in feinem Verließe liegend. Die Angst der Angehörigen, der Frau und des Sohnes des K. kann man sich denken. Mit diesem Unglück war es jedoch noch nicht genug: von dem Lokal der Bezirkswache auf dem Werderschen Markt wurde die Leiche nicht den Ange- hörigen verabfolgt, sondern zum Obduktionshause geschafft wider den Willen der unglücklichen Familie, von wo sie dieselbe erst am 6. Dezember Abends ausgeliefert erhielten gegen Zahlung von 12 M. 10 Pf.!— Wir unterlassen es, besondere Anmer- kungen an diese Thatsache zu knüpfen: sie gibt selbst Jedem zu denken genug. O welche Lust, Soldat zu sein! Die Begeisterung für den Dienst in der deutschen Armee spricht sich, wie häufig, so auch jetzt wieder, laut„Culmer Amtsblatt", darin aus, daß eine Unmasse Militärpflichtiger wegen dieses Glücks die Flucht ergreift. Die Zahl der Verfolgungserlasse seitens des Kreisgerichts von Culm erreicht die Höhe von 193, seitens des Kreisgerichts zu Neustadt 65, Summa 258. Der„Crimmitschauer Bürger- und Bauernfrcund" knüpft daran die Betrachtung, daß der deutschen Produktion 516 Arme entzogen seien: und trotzdem sind an dem Verfall unserer Industrie schuld— die Sozialdemokraten, wenig- stens nach der Gegncrpresse, die dem Militarismus das Wort redet. _ Wer hat das größere Risiko, der Unternehmer oder der Arbeiter? Eine bemcrkenswerthe Antwort auf diese Frage ist das neue Unglück, das sich auf dem Windbergschachte im Plaucnschen Grunde am vorigen Sonntag zugetragen und das Opfer von 27 Menschenleben gekostet hat. Ein böses Wetter hatte sie überrascht, nachdem Abends 8 Uhr ihre Einfahrt be- werkstelligt war. Die Explosion hat sie jedenfalls sofort getödtet. Gleich in derselben Nacht wurden Rettungsversuche gemacht, aber nur zwei noch Athmende wurden gefunden, die wohl kaum wieder genefen werden. Bei ihrem elenden Lohn und ihren traurigen Existenzbedingungen schweben diese Leute jeden Augenblick iu Lebensgefahr; was will dagegen das„Unternehmer-Risiko" der Fabrikanten bedeuten? — Ein Gesetzeskenner recht eigener Art ist der Syndikus der Stadt Quackcnbrück in dem hannoverschen Wahlkreis Osna- brück. Als in voriger Woche dort von Seiten eines unserer Osnabrücker Genossen eine Volksversammlung angemeldet wurde, in welcher der dort aufgestellte Parteigenosse Auer sein Pro- gramm entwickeln sollte, erklärte der weise Herr einfach: solche Versammlungen dulde er nicht, und außerdem wären so wie so schon zwei Parteien(Centrum und liberal-conservativer Misch- masch) am Orte. Auf hierauf erfolgte Beschwerde bei der Land- � drostei ivurde der Herr Syndikusjzwar tclegraphisch angewiesen, der Versammlung nichts in den Weg zu legen, indeß der gute Mann erklärte: die Landdrostei hätte ihm nichts zu sagen, Quackcnbrück habe seine eigenen Gesetze. Eine Beschwerde an die Regierung wird den Herrn wohl zu besserer Einsicht bringen._ — Zur Wählerlisten controle. Die„Berliner Freie Presse"'schreibt, daß viele Hauswirthe die ihnen zugekommenen H ausliste u nicht in Umlauf gebracht und im Befragungsfalle geantwortet haben, sie hätten sie nicht bekommen. Nun fand es sich aber öfter, daß bei den Bezirksvorstehern die Namen dieser Herren Wirthe nebst ihren besser situirten Hausgenossen wohl eingetragen waren, nicht aber die der Proletarier der betreffenden Häuser So in dem Hause Nr. 10 der Mariannenstraße, in weichem 40 wahlberechtigte Männer wohnen, von denen in der Liste nur 7, sage sieben, fortschrittliche Wähler eingetragen waren! — Unsere Freunde in Stuttgart haben als Candidaten für die bevorstehenden Landtagswahlen Parteigenossen Dulk auf- gestellt. — Wir erhalten folgende telegraphische Depesche aus Kopcn- hauen ä ck. 15 Dezember: Ein Dammast-Weberstrikc ist aus- gebrochen in Wessels und Fialas Fabrik. Brüder, wir bitten Euch, meidet Kopenhagen. Das Strikecomitv. — Wir erhalten folgende Zuschrift:„Dr. meä. Bär, der Arzt des Gefängnisses am Plötzensec, ist Saiiltatsrath geworden Dieser preisgekrönte Musterdoktor, der noch von Freund Most in seiner Broschüre„Die Bastillc amPlöbensee" sehr gllmpflich behandelt worden ist, hat diese Auszeichnung ledenfalls nicht wegen seines Auftretens den polltl,chen �fangenm gegenüber verdient So wies er mich, als eine bereit» fünfmonatliche Haft meinen Magen so geschwächt hatte, daß ich die Gesangencn- kost nicht mehr vertragen konnte und mich um Lazarethko;! an ihn wenden mußte, mit den Worten ab:„Wenn Sie nicht schle- singer hießen und kein politischer Gefangener waren, sondern Sie hießen vielleicht Schulze und wären ein Spitzbube— der That bin ich während ineiner Haft stets gezwungen gewesen, Preisgekrönten Muster-Rumfutsch und die Mehlsuppen zu essen und mich mit dem Gedanken zu trösten, daß berüchtigte Hochstapler aus in der Oeffentlichkeit nicht zu erörternden Gründen zur Schonung ihrer kostbaren Gesundheit von dem �rz e f s ohne Unterbrechung mit Lazarcthkost bedacht werden Da ich demnächst die schlechte Behandlung, die mir in Plotzensee zu Theil wurde, kritisch besprechen werde, so werde ich noch Ver- anlassung haben, das Gcbahren des Herrn Samtatsrathes Dr. med. Bär näher zu beleuchten. Mit sozialdemokratischem Gruße ' 6 Alexander Schlesinger. Korrespondenzen. Hasset, 2. Dezember. Heute prangte an den Litfaßsäulen ein Plakat von einer zweiten Disputation zwischen dem Literaten Nippold und dem Schreiner W. Pfannkuch. So hat denn der Ruhm des Herrn Kutschbach, unseres zweiten �parlg, ehemaligen Sozialdemokraten u nd um e hn ge n Ji o i ug ei c � Parteiausschuß der Eisenacher wegen mehrerer nicht besonders empfehlender Handlungen resp. Manipulationen auf Antrag der Mitglieder zu Hannover, wenn ich nicht irre, aus der sozial- demokratischen Partei ausgeschlossen wurde. Was diese Aus- schließung noch mehr rechtfertigte, war der Umstand, daß Nippold � ein Gnadengesuch an den Herzog von Gotha gesandt hatte wegen einer ihm im Jahre 1870 zuerkannten Gefängnißstrafe von drei : Monaten.(Beiläufig hatte dieser selbe Nippold laut Congreß- Protokoll vom Jahre 1869 mit dem bekannten österreichischen Polizeispion Mühlwassev an den Sozialisten-Congreß den An- trag gestellt, die Partei nicht Sozialdemokratische Arbeiter-! Partei, sondern Szialrepublikanische Partei zu nennen.)— Die Räume des Thalia-Theaters waren nur spärlich besetzt. Gegen halb 9 Uhr Abends trat Nippold auf die Bühne und erklärte, von einem allseitigen� Ah— Ah— empfangen, daß die Versammlung baldigst eröffnet werde, daß gegenwärtig aber ein starker Andrang zur Kasse sei(Lüge) und der Vertreter der Polizeibehörde noch nicht anwesend sei(Lüge), sowie auch das; Bureau der Versammlung, aber es würde dieselbe jedenfalls bald eröffnet werden. Sprach's und verschwand hinter den Coulissen. Gegen 9 Uhr endlich erschien Nippold mit seinen Freunden wieder, und eine dieser sehr zweifelhaften Personen eröffnete die Versammlung mit Schellengeklingel und richtete nach eingetretener Todtenstillc der Versammlung die Aufforderung an die Sozialdemokraten, da das antisozialistischc Tagespräsidium constituirt sei, ein gleiches ihrerseits zu wählen. Kein Laut er- scholl. Dann erhielt Parteigenosse Psannkuch zur Erklärung das> Wort. Dieselbe lautete ungefähr folgendermaßen: Meine Herrn, ich fordere die anwesenden Vertreter der Presse auf, diese meine Erklärung so wortgetreu als möglich wiederzugeben. Ich bin zu dieser Diskussion erst gestern mittelst eines Briefes des pp. Nippold eingeladen worden; eine Verständigung über die Dispu- tation, wie mit Herrn Kutschbach, hat nicht stattgefunden. Daß also mein Name und der eines Parteigenossen und Freundes von mir auf den an den Litfaßsäulen angeklebten Plakaten, sowie in den Annoncen des hiesigen Blattes stehen, erkläre ich für einen Schwindel, der mit unseren Namen getrieben worden ist, da mir davon nichts bekannt gegeben wurde. Daß ich mit einer Person wie Nippold eine Diskussion nicht eingehen kann und werde, geht schon daraus hervor, daß Nippold der Partei sechs Jahre als Agitator angehörte und erst dann Renegat wurde. Am 7. November d. I. erklärte ich in der Diskussion mit Herrn Kutschbach, daß es auch ein Lumpenproletariat gebe— zu diesem Lumpenproletariat zähle ich Herrn Nippold—, mit dem, das erkläre ich Namens meiner Partei, wird sich Niemand ein- lassen; dies halten wir unter unserer Würde, damit würde man sich nur schmutzig machen, auf solche Personen paßt das Sprich- wort:„Wer Pech angreift, besudelt sich". Meine Herren, mit jedem ehrlichen Mann, mit jedem Parteimann bin ich gern bereit, in die Diskussion einzutreten. Ich bin auch nur hierher- gekommen, um zu zeigen, daß ich so wenig wie jeder Andere meiner Partei mich vor der Oeffentlichkeit fürchte, aber mit Per- soncn wie Nippold lassen wir uns nun und nimmer ein.— Don- nernder, nicht endenwollcuder Beifall lohnt Pfannkuch am Schluß dieser Erklärung. Die Mehrzahl der Versammlung, besonders die Parteigenossen, verlassen den Saal, der Rest, der blieb, er- hebt einen solchen betäubenden Lärm, daß der überwachende Beamte die Versammlung auflöste. Damit endete, weil sich nun Alles in Ruhe und Ordnung entfernte, dies zweite Drama mit einem Erfolg, der unzweifelhaft ist. Unser Sparig-Kutschbach hatte gleich, dem Wetter nicht trauend, Nippold einen Brief mit Karte gesandt, des Inhalts, daß derselbe die Diskussion, wenn möglich ohne Kosten, rückgängig machen sollte, und wie Nippold sich in öffentlicher Wirthschaft rühmte, soll der Buchdruckerei- besitzer Gotthelft, Verleger des„Tageblatts", demselben 150 M. versprochen haben für den Fall, daß er Pfannkuch widerlegt. Somit sind diese nicht verdient! Armer Nippold. Schreiber dieses war in Gesellschaft von mehreren Fabrikanten und Kauf- leuten, wo man, nachdem derselbe ihnen auseinandergesetzt hatte, was für ein Vögelchcn N. sei, sagte, damit werde die ganze liberale Sache diskrcditirt. Der Erfolg der Partei ist also nicht zu verkennen. Damit wird die Wahl Fricks immer mehr gesichert. Mit Recht bestätigt übrigens auch das„Tageblatt", die Sache sei nur zu geeignet, den antisozialistischen Parteien Ab- bruch zu thun. W. Darmkadt. 10. Dezember.(Zur Reichstagswahl im Wahlkreise Darmstadt-Großgerau.) Als uns vor einiger ' Zeit der Bericht über die in Frankfurt stattgefundcne Landes- ver;ammlung der hessischen Fortschrittspartei zu Gesichte kam, trauten wir kaum unseren Augen, als wir lasen, daß der den obengenannten Wahlkreis vertretende Abgeordnete, Obersteuerrath Welker, wiederum aufgestellt werden solle, und zwar auf An- rathen des Herrn Bamberger, welcher sich dahin äußerte: daß es die liberale Fraktion gern sehe, wenn Herr Welker wiederum gewählt würde. Welche Vorzüge derselbe innerhalb des Reichs- tags an den Tag gelegt hat, um wiederum als Kandidat aufge- stellt zu werden, davon ist uns bis heute noch wenig zu Ohren gekommen. Beschränkte sich doch seine ganze parlamentarische Thätigkeit während der ganzen Periode einzig und allein darauf, für Herstellung eines neuen Postgebäudes in Darmstadt zu plaidiren, dagegen allen anderen, von Seiten der Regierung eingebrachten Gesetzesvorlagen, und wenn dieselben auch noch so sehr das Gepräge reaktionärer Strömung an sich trugen, schwei- gend seine Zustimmung zu ertheilen. Die vor etwa einem halben Jahre stattgefundene Berichterstattung des Herrn Welker über seine Thätigkeit im Reichstage vor dem hiesigen Handelsvereine dürfte wohl einzig in ihrer Art dastehen, schon insofern, als derselben nicht mehr denn 16— sage sechszehn Personen an- wohnten, somit seine ehemaligen Parteianhänger durch ihr Fern- bleiben schon damals dokumentirten, daß sie auf seine Wieder- aufstellung bestens Verzicht leisteten. Wenn die Landesversamm- � lung letzteren Umstand nicht in's Auge faßte und Herrn W. trotz ! alledem wieder als Kandidat aufstellte, und die deshalb an ihn ! gestellte Anftage, ob er gewillt sei, das Mandat anzunehmen, bejahend ausfiel� so konnte dieses den Darmstädter Parteige- nossen nur willkommen sein, um so mehr willkommen, als Herr Welker uns ja auch noch außerdem den Beweis lieferte(welcher als schätzbares Material für die Agitation dient), daß er die Verhältnisse, wie sie in Hessen obwalten, thatsächlich gar nicht kennt. Ein kleiner Beleg hierfür dürfte dieses zur Genüge be- weisen. Nach der Berichterstattung erlaubte sich unser Partei- genoffe Binkert den Referenten dahin zu interpelliren: welche Stellung er dem Hilfskassengesetze gegenüver eingenommen habe; die Beantwortung der Interpellation fiel dahin aus: daß er demselben gegenüber keinen Standpunkt hätte einnehmen können, da in Hessen keine Hilfskasscn bestünden! O heilige Einfalt! — Die vor drei Wochen in Gießen zusammengetretene conser- vative Partei, welche nur durch Vertreter der Provinzen Ober- Hessen und Rheinhessen beschickt gewesen, beschloß, ebenfalls einen Candidaten in der Person des Herrn Dr. Rieger innerhalb unseres Wahlkreises aufzustellen. Wenn sie auch für diesesmal ' �riellcn Eriolq hoffe, so lautet, der Bericht, so müsse man doch suchen, Boden zu gewinnen. Nun, wir wünschen viel Glück, hätten jedoch beiden Parteien gegenüber noch den zweiten Wunsch zu äußern, baldigst einmal' öffentlich aufzu- treten und nicht ihr Licht unter dem Scheffel leuchten zu lassen. Ob sie dies thun werden? Wir glauben kaum; könnte es ihnen ja doch sonst ä 1a Kutschbach ergehen.— Die bis jetzt auf dem Lande, resp. in den Orten Arheilgen, Eberstadt, Gräfenhausen� Weiterstedt, Ober- und Nieder-Ramstadt, Roßdorf und Leenheim abgehaltenen Volksversammlungen, in welchen Parteigenosse Fleisch mann aus Frankfurt referirte, berechtigen uns zu der Annahme, daß die diesmalige Reichstagswahl bedeutend gün- stigere Resultate aufzuweisen haben wird, als die vorhergehenden. — In einer Hierselbst am 16. Oktober stattgehabten Bolksver- sammlung referirte unser Parteigenosse Dreesbach über die beiden Themata: 1) die Aufhebung der Mittelschulen von der� Stadtverordnetenversammlung und 2) Aufstellung eines Kandidaten für den Reichstag. Ich unterlasse es, auf beide Punkte näher einzugehen, da ich hierdurch den Raum des„Vorwärts" zu sehr in Anspruch nehmen müßte, bemerke jedoch kurz, daß sich Redner seiner Aufgabe meisterhast entledigte. Die Auf- stellung Most's für den hiesigen Wahlkreis wurde einstimmig acceptirt. Am 3. November fand abermals eine Volksversamm- 1 lung statt, in welcher der Reichstagsabgeordnete Gcib aus Hamburg über das Thema:„Der Reichstag und die Sozial- demokratie" referirte. Die außerordentlich zahlreich besuchte Ver- sammlung spendete dem Referenten den lebhaftesten Beifall und bekundete hierdurch ihr Einverständniß mit den Bestrebungen der Sozialdemokratie. Kaköerlkadt. Arbeiter! Um Euch einen Beweis zu liefern, wie! nothwendig das Einsehen der Wählerlisten st, diene der Umstand, daß von 22 Mann, für die ich einsah, 5 Mann fehlten; wenn man hier von einem Gradmesser abnehmen könnte, so fehlten 20 Prozent! Es ist also Jedermanns Pflicht, diese Listen selbst einzusehen oder bei einem von den Comitömitgliedern oder bei Herrn Bollmann, Backenstraße 63, seinen Namen vollständig mit Wohnung und Hausnummer spätestens bis Sonnabend Mittag abzugeben, damit von uns nachgesehen wird. Robert Dahlen. 1 Helle. Die Wähler des 14. hannöverschen Wahlkreises, na- 1 mcntlich in den größeren Orten des Kreises als Burgdorf, Peine» Fallersleben, Meinersen, Gifhorn u. s. w. werden aufgefordert, sich mit dem aiesigen Arbeiter- Wahlkomitö in Verbindung zu setzen, um eine einheitlich geplante Agitation betreiben zu können. Alle Zuschriften, Anfragen und Sendungen sind an fcfl Adresse I. Stabe in Celle zu richten. Die Braunschweiger Parteigenossen werden ersucht, uns> der Agitation in Peine und Gifhorn nach Kräften unterstütz, zu wollen. I. Stabe. ZZremen, den 15. Dezember. Der hiesige Parteileiter, Herl W. Frick, hat während seiner Abwesenheit die Parteileitung Unterzeichnetem übergeben, daher alle Briefe, die auf die Parteileitung oder auf die Agitation von hier aus Bezug haben, an meine Adresse zu richten sind. L. Henke, Neuenstraße Nr. 39. 'Derben, 6. Dezember.(Zur Wahlbewegung.) Damit die Gesinnungsgenossen ersehen, daß auch wir im 6. hannoverschen Wahlkreise mit seinen 148 Wahlurnen eifrig daran sind, denselben für das sozialdemokratische Prinzip urbar zu machen, halten wir eine besondere Klarlegung der Verhältnisse für nothwendig.— Schon vor drei Jahren, als wir zum ersten Mal Herrn C. Wode als Candidaten aufstellten, ist es uns gelungen, 1350 Stimmen auf denselben zu vereinigen. Außerdem wurden(und wir glauhur darin nicht zu irren) durch die Aufstellung unseres Candidater über 11,000 Stimmen abgegeben, während in früheren Jahrer' höchstens 4—5000 Stimmen abgegeben worden sind. Daß abex unser Wahlkreis hinsichtlich seiner geographischen Lage einer bei schwierigsten zu nennen ist, ist sehr begreiflich; deswegen auch is unser erstes Resultat schon ein gutes zu nennen. Auch hiei haben wir es mit mancherlei Gegnern, namentlich aber mit de». Nationalliberalen zu thun.— So sind wir denn, vereint mr den Achimer Genossen und einigen Vertrauensmännern in Bassuv und Hemelingen, bestrebt, bei dem jetzt immer lebhafter entbren nenden Wahlkampfe die Stimmenzahl für unseren Candidate. Herrn C. Wode wenigstens verdoppeln zu helfen. Ueberall ar den Ortschaften, wohin wir kommen, sind wir willkommene Gäste Man kann es den Leuten aus dem Gesichte ablesen, daß wi ihnen aus dem Herzen sprechen. Ständen uns uur die Mittel welche wir vor drei Jahren hatten, zu Gebote, so könnten wc es sicher bis zu einer Stichwahl schon diesmal bringen. Mb auch immerhin unser Ziel durch Nacht zum Licht langsam erreichen sein, so steuern wir doch sicher darauf los, bis wie- erreicht haben. Ueberall fällt es den Leuten wie Schuppen vo den Augen und dazu tragen die schlechten Zeitverhältuisse ai meisten bei.— Das Central-Wahlcomitä resp. die Gesinnungs genossen mögen uns entschuldigen, wenn wir vorläufig für de allgemeinen Wahlfonds nichts thun können, indem wir so vollar angestrengt sind. Aus dem 0. schkeswig» holsteinische» Wahlkreise. Am 1( d. M. fand zu Elmshorn eine stark besuchte Versammlun statt, in welcher über die Candidatur eines Reichstagsabgeordm ten für den 6. schleswig-holsteinischen Wahlkreis definitiv B< schluß gefaßt werden sollte. Die Versammlung war berufe worden von Anhängern des nationalliberalen Professors Besele und daher die Sozialdemokraten von der Theilnahme an dei selben ausgeschlossen. Dagegen waren die Mitglieder der For schrittspartei eingeladen. Diese, welche den liberalen Professl Seelig als ihren Candidaten öffentlich proklamirt hatten, sche nen die Einladung so verstanden zu haben, daß auch ihre Ai ficht gehört und eventuell zur Geltung gelangen solle. Hieri hatten sie sich aber gründlich geirrt. Es war lustig anzuhöre. wie die Herren Nationalliberalen es keineswegs als eine bercö tigte Eigenthümlichkeit der Fortschrittler anerkennen wollten, au ihrerseits einen Candidaten aufzustellen, sondern in unverfroreiil Weise verlangten, daß sich die Anhänger der Fortschrittspart ihnen einfach als sogenanntes Stimmvieh zur Verfügung stell«' sollten. Natürlich wurde dieses liebenswürdige Ansinnen ve zuckert durch den Hinweis auf die den„großen liberalen Pri' zipieu" von Seiten der Sozialdemokratie drohenden Gefahre' Sei es aber, daß die anwesenden Fortschrittler überhaupt eine geringe Furcht vor Gespenstern hatten, oder daß sie d Professor Beseler nicht für die geeignete Persönlichkeit zur T* kämpfung derselben ansehen, genug, sie widerstanden der Bauer' fängerei und verlangten energisch, daß festgestellt werde, welck- von den beiden Candidaten, ob Veseler oder Seelig, die mei'K Anhänger unter den Wählern_ im 6. Wahlkreise habe.> Wahlcomitä widersetzte sich diesem Antrage in echt„liberal Weise.; Schlimm erging es einem hervorragenden Mitgliede' Fortschrittspartei, dem Schneidermeister Delfs aus Glücksta Dieser versuchte zunächst die Candidatur Beseler's mit d Worten der„Frankfurter Zeitung" zu bekämpfen: ob es etw j Rührenderes geben könne, als das Geständniß Beseler's, er afeäe. eigenilich aus politischen wie aus wirthschaftlichen Gründen gegen das Gesetz, betreffend die Ucbcrtragung der Eisenbahnen aus den Staat; er wolle aber dem Fürsten Bismarck ein Vertrauens- votum geben und deshalb für das Gesetz stimmen. Nach einer kurzen Entgegnung des Candidatcn, der jenen Angriff unter Berufung auf die stenographischen Berichte zu entkräften sich be- mühte, behauptete Telfs, der Candidat Beseler habe für die Einführung des Treiklassenwahlsystems gewirkt. Bei Erörterung dieses Gegenstandes versetzte Redner den Nationalliberalen einige Seitcnhicbe und bemerkte u. a., Fürst Bismarck sei„der ange- betete Abgott des Liberalismus". Dies schien die verwundbarste Stelle zu sein. Denn wie auf Commando erhob das Gros der Versammlung einen so entsetzlichen Lärm, daß wir den Fürsten Bismarck aufrichtig bedauert haben würden, wenn er selbst Zeuge dieses„lebhaften" Ausdrucks der Verehrung für ihn gewesen wäre. Aus mehr als hundert liberalen Kehlen erschollen wild durcheinander die Rufe„Raus!" und„Haut ihm!", so daß unscrm Herrn vom Fortschritt endlich die„liberale" Atmosphäre " zu schwül wurde und er vorzog, das Lokal zu verlassen. ' Zserkohn, 14. Dez. Gegen Tölcke ist eine Voruntersuchung ° eingeleitet, Termin hat statt am lg. d. M. vor dem Untersuchungs- ° richter. Warum? weßhalb? unbekannt. Ihm ist kein Vergehen t und Verbrechen bewußt.— Wird s. Z. näherer Bericht gegeben 4 werden. J-r. Ckemnih, im Dezember. An allen Orten des neu deuffchen Reiches ist der Wahlkampf bereits im vollen Gange; nirgends dürfte der Kampf jedoch erbitterter tobeu, als in eini- gen Wahlkreisen Sachsens, woselbst sich die reaktionären Parteien .der„süßen Hoffnung" hingeben, den Sozialdemokraten einige �-Wahlkreise zu entreißen. Während anderwärts die Liberalen ' und Conservativen sich uns gegenüber mehr passiv verhalten, H<•**/*»«•«««"i OL-., S.■ Cm Ä.ILfcTf Jt.. � 1 O'. CV�' 3 �scheinen die Reaktionäre im 15. und 16. Wahlkreis die Bis- Jl fifi' � �•-----_---_- �.marckffche Aufforderung, die Sozialisten zu bekämpfen, sich se ' zu Herzen zu nehmen. Unseren Agitatoren macht es grovc Freude, mit den liberalen Phrasenhelden nähere Bekanntschaft zu machen, doch wird diese Freude immer etwas herabgestimmt, -wenn man tagtäglich ein und denselben Kohl, genau wie ihn Herr von Unruh in seiner Schwindel-Periode gepflanzt hat, 'vorgekaut bekommt. Wo �sind die geistigen Koryphäen der Li- 'beralcn, die da Satz für Satz den Sozialismus widerlegen, die ühre„Geistesblitzes leuchten lassen, um das„rothe Gespenst" �niederzuwerfen? All diese Helden, die gegen uns kämpfen, sie bewegen siich„trag und dumm, wie des Färbers Gaul im Ring herum". Wehe dem sozialistischen Redner, wenn er vom allge- h Keinen Stimmrecht, Preßfrcihcit, Hebung der Volksbildung zu l"ecken sich erdreistet, kurz und gut, wenn er sein Programm i ftÄvickelt; aus nationallibcralem Munde tönt ihm entgegen: � fr baS wollen wir auch"—„aber— aber, das ist nicht Alles, iS.as Ihr wollt", und nun hebt man an, die„wahren Ziele" der " Zbozialdemokratic zu enthüllen:c.:c. Wie mancher Pfaffe Hölle ind Teufel schildert und es dabei fertig bringt, daß manch' irmem Schäfchen Angst wird, so kommt nun auch der liberale Zozialistenfresser und zeigt ein Sodom und Gomorrha, allwo nc Sozialisten Pech und Schwefel, Petroleum und Feuer regnen i äffen. Aber— wo bleibt da die Angst? Mit Entsetzen werden ne Klopffechter einer bereits bankerott gewordeneu Gesellschaft .ewahr, daß ihre geistlosen Geschichten das Hohngelächter der Zuhörer wachrufen. Wie soll das auch anders sein? Wer mit | u dicken Farben aufträgt, bringt kein gutes Gemälde zu Stande, , andern nur Schmiererei. Fühlen die Herren, daß sie geschlagen " ind, so lamentiren sie über das„Talent", das ihr Gegner be- 'cht, und nur diesem— geben sie an— müssen sie unterliegen, ..lisch wollen sie in allem Anderen Sieger sein. O, du gute i Rutter Natur, warum vertheilst du deine Gaben auch so unge- .echt und bist sogar so frech, die Sozialisten mit Talent auszu- �»«Qi/v Cv.x»-«„P'_____ r. reii_____ r ji. zl... t l alten! Wie hübsch wäre es, wenn auch diese Eigenschaft zu . iner nationalliberalen gemacht werden könnte! Es ist merk 'lürdig, diese Leute räumen ein, kein Talent zu haben, wir be- - auptcn, daß es ihnen auch an der nöthigen Intelligenz mangele, und wenn beides wahr ist, was bleibt da au unseren Geg Zrn? Nichts! Das merken sie auch, so viel Verstand haben noch, und darum ihr Donquixotc-Kampf. . Ist es denn etwa geschickt, wenn im 9., 15. und 16. Wahl- .'is, wo die Bevölkerung ihrer Mehrheit nach sozialistisch ge- ählt hat, in liberalen Organen Jeder für dumm oder doch >* 1 1 1 ii: vi ,4m Mindesten für nicht ganz gesund im Kopf erklärt wird, der ine Stimme einem Sozialisten gab? Tagtäglich kann man ' ies hören oder auch lesen, und die Wirkung dieser Angriffe auf , i Verstand der Wähler werden die Reichstreuen am Wahltage L(spüren. SfiSch 9- Wahlkreis(Freiberg-Oederan), wo diesmal Fritzsche ....dirt, ist von Vahlteich, Wicmer, Schönhals, Mehl- jorn, Geib und Fritzsche mit Erfolg gewirkt worden, und iben sich die Gegner dereits mehrere schlappen zugezogen. ic regste Agitation findet unzweifelhaft im 15. Wahlkreis, "'.rankenberg- Mittweida, statt, indem nicht nur von Vahlteich Zrb Wiemer zahlreiche Versammlungen abgehalten wurden, s ndern auch die dortigen Gegner den meisten Eifer vor allen ■" ideren Liberalen zeigen. Doch helfen wird's ihnen freilich !>' ,chts. Vahlteich hat fast in allen Orten seines Wahlkreises '■. ,1on gesprochen und die Niederlagen, welche den Liberalen schon reitet wurden und die ihnen noch drohen, dienen nicht dazu, ihnen ' n Wahlkreis wieder zu gewinnen, den sie im Jahre 1674 ver- ; ren haben.— Der 16. Wahlkreis(Chemnitz) macht den Libe- i, len arge Kopfschmerzen, die 10,600 Stimmen der Sozialisten �!gen ihnen von der letzten Wahl her noch schwer im Magen; ,, t drei Jahren suchten fie nach einem passenden Durchfall- , ndidaten, Dr. Eras mochte nicht mehr, Andere hatten auch ,ne Lust, und jetzt wollen sie mit dem Fortschrittsmann Duncker l."r Heil probiren. Ob der uns wohl„aushungern" will? Un- , /erseits wird Alles gcthan, um Herrn Duncker, der sich selbst i t} V l <» �«finden will, einen warmen Empfang zu bereiten. Fnere» soll i( nicht, das ist gewiß. Massenhaft besuchte Versammlungen, in Zeil außer Most auch Vahlteich und Wicmer referirten, be- losscn mit überwältigender Majorität die Wiederwahl Most's. i'e Liberalen, die auch opponirten und in einer Versammlung .| Neukirchen sogar sechs Redner in's Feuer schickten, fielen ,! Duzend'rein. i i[ Im 20. Wahlkreis(Zschopau- Marienberg) hat unser Can- Vat, Wiemer, bis jetzt ganz allein gewirkts ohne auf Oppo- .on zu stoßen. Auch dieler Wahlkreis kann vielleicht diesmal ,)n erobert werden, da die Bevölkerung mit ihrem bisherigen .�geordneten, Dr. Vrockhaus, nicht mehr zufrieden ist. Was , �em Kreise fehlt, ist eine tüchtige Organisation, die sich mit Zeit schaffen läßt, wenn erst die nothwendigen Verbindungen '/anden sind. Wo in den Gerichtsämtern Zschopau, Ehren- Jeersdorf, Marienberg, Zöblitz, Wolfcnstcin, Lcugefeld und , lT Do Leser des„Vorwärts" vorhanden sind, da mögen sie sich �, Karl Am Ende in Zjschopau, Felsenhalle 17, in Ver- dung setzen, damit die Wahl mit Erfolg betrieben werden .n.'. Bleibt von den, dem Chemnitzer Centralcomitä überwiesenen noch der 21. Wahlkreis, Annaberg-Buchholz, zu besprechen. Auch in diesem hat die Sozialdemokratie an Boden gewonnen und haben in Annaberg, Buchholz, Eibenstock und Schwarzen- berg, sowie auf einer Anzahl Dörfer bereits Versammlungen stattgefunden. Die liberalen Flegeleien, die gewöhnlich dort vor- kamen, scheinen etwas nachgelassen zu haben, doch wollen wir den Tag nicht vor dem Abend loben. In dieser Woche geht Wiemer wieder ebendahin, um noch einige Versammlungen ab- zuhalten. Inzwischen war auch Temmler aus Geyer, der dort candidirt, nicht müßig, und wird dies auch ferner nicht sein. So erschließt sich nach und nach ein Gebiet nach dem andern dem Sozialismus. Es beweist die Wahlagitation mehr denn Alles die täglich wachsende Macht der Sozialdemokratte. Die Partei, die man zu den Todten werfen wollte, indem man in die Welt hinausposaunte, sie gehe rückwärts, diese Partei ist nunmehr in voller Rüstung auf den Kampfplatz getreten und führt, die Todtgeglaubte, Schlag aus Schlag auf das herrschende Gesellschaftssystem, daß es in allen Fugen kracht, und der Phi- lister, der auf den Tod der Sozialdemokratie wartete, er wird erschrecken, wenn dieselben Zeitungen, die ihm den„Rückgang" aufgebunden, ihm in den Januartagen 1877 melden müssen: Die Sozialdemokratie hat Sieg auf Sieg errungen und mit vielen liberalen Reichstagsgrößen tabula rasa(reinen Tisch) gemacht. Kkensönrg. Den Lesern des„Vorwärts",„Hamburg- Altonaer-Volksblatt",„Wähler", der„Neuen Welt" und„Rothen Fahne" wird hiermit kund gethan, daß Parteigenosse Leidin g die Colportage für die genannten Blätter, sowie sämmtliche sozia- listische Schriften auch nach Neujahr weiter betreiben wird; so- dann werden sämmtliche Restanten aufgefordert, ihre Schuld bis zum 25. Dezember zu entrichten, widrigenfalls wir weitere Schritte thun werden, denn für bloße gute Worte sind auf der Post keine Bestellungen zu machen. Wer nicht bis zum 25. De- zcmber abbestellt, wird als bleibender Abonnent betrachtet. Parteigenossen Flensburgs, agittrt für die Arbeiter-Blätter! denn diese sind es vorzüglich, welche Ausklärung in die Massen bringen. Mit dem Zubringen der Zeitungen muß etwas Rücksicht genommen werden, da Freund Lciding noch etwas unwohl ist. Etwaige Klagen sind in das Beschwerde- Buch bei Herrn Plagmann, Große Straße 45, einzutragen. Leiding wohnt Plankemay 861 und werden dort Bestellungen entgegen genommen Den Parteigenossen zur Nachricht, das �IWllUDDvl'» 1. Weihnachtsfeiertagc ein Familienfest anr in den Sälen des Hrn. Nörten bestehend in Concert, Ball u. Tannenbaum mit Bescheerung für Kinder ' stattfindet. Diejenigen, die uns mit Geschenken an den Tannenbaum unterstützen wollen werden gebeten dieselben an H. Rudolph, Mittel- ! straße Nr. 11 abzugeben.(2a)[3,00 Die Fest-Commission. Donnerstag, den 21. December, im Lokal des «jb)cUUl. Hrn. Hübner, gr. Roscnstr. 37: Geschlossene Mitgliederversammlung der Töpfer und Berufsgenosseu. Tagesordnung: Bericht des Fahnencomites und Verschiedenes. Es ersucht alle Mitglieder zu erscheinen G. Klaws.[70 Arbeiterbildungsverein. T 0 ii* Mittwoch: Vortrag von Herrn Richter über Shalespeare's„Julius Cäsar". [30 ��zig Donnerstag, den 21. December, Abends 81/» Uhr, An alle Partei- und Gesinnungsgenossen erließen wir in Nr. 76 des„Volksstaat" v. d. I. einen Auftuf betr. Unterstützung unseres kranken Genossen Rudolph. Wenngleich die Opfcrwilligkeit der auswärtigen und hiesigen Genossen bewiesen, daß sie vollkommen gewillt waren, Rudolph in seinen kranken Tagen den doppelten Schmerz zu ersparen, indem sie dafür wirkten, das düstere Elend, die Nahrungssorgen möglichst von ihm fernzuhalten, so ist doch, wohl durch die vielfachen anderweitigen Opfer, die die Genossen im harten Kampfe für die Menschenrechte zu bringen haben, in letzterer Zeit die Unterstützung für Rudolph unterblieben, und derselbe aller Existenzmittel für sich und seine Familie beraubt. Dieserhalb ergeht der Aufruf von Neuem an die Genossen, einen der bravsten und mu- Ihigsten Streiter für die Rechte des Proletariats in seinen Leidenstagen vor Hunger zu schützen, wie er in seinen gesunden Tagen so viel ge- opfert für seine Mitmenschen. Der Name Rudolph ist bekannt in der Bewegung, seine Leistungen den Genossen nicht fremd. Durch die luchenswerlhen Zustände der Gegenwart ist Rudolph so oft und so rüh an's Krankenlager gefesselt und dadurch die Familie des Ernährers beraubt. Leiste Jeder nach Kräften, damit der edle, langjährige Kämpfer gegen die Roth des Volkes in der Zeit, wo seine Arbeitskraft ge- krochen, nicht selbst das Nothwendige zum Leben entbehrt. Ersparen wir ihm den Kummer, sorgen wir dafür, daß derselbe nicht zu hungern braucht, wie er dafür gewirkt, seine Gesinnungsgenossen in ähnlichen Fällen vor Gleichem zu schützen. Alle Geldsendungen sind an Herrn Thomas Kühn, Riesenanger 6 in Erfurt, zu adressircn. Erfurt, den 12. November 1876. I. A.: F. A. Klute. NL. Alle Arbeitcrblätter, speziell das„Panier" und der„Bund", werden um Abdruck des Obigen gebeten. bei Michaelis, Windmühlenstraße 7: OeffentlicheSozialisten-Versammlung. Tagesordnung: Sozialpolitische Rundschau. Referent Schiffet. 60) Der Agent. �ntbCttClll. Freitag, de/ 25 December, Abends 8 Uhr, im„goldenen Stern": Oeffentliche MitgliedcrVersammlung. Tagesordnung: Die Reichstagswahl und die Flugschriften Berbrei- tung[80 Es ist durchaus nnthwendig, daß sämmtliche Mitglieder am� Platze sind. Fehle Keiner! Der Vorstand. __ i__ Hannover und Umgegend. Abonnements auf den..Vorwärts",„Neue Welt" werden ange- nommen, sowie sämmtliche sozialistische Schriften sind in den Volks- und Mitglicder-Versammlungen und in meiner Buchhandlung, große Barlinge 19 zu dem im„Vorwärts" bekannt gemachten Preise zu be- ziehen. IE. Peisch.[70 Todesanzeige. Wir machen hiermit allen Parteigenossen die trau- rige Anzeige, daß unser„. Angust Kensicke am heutigen Tage seinen Kreislauf vollendet hat.[1,50 Nippes, den 14. December 1876. Die trauernd en Hinterbliebenen. Weihnachts- Mährchen. Wir haben noch einen kleinen Rest von der große Krach. Ein Mährchen für große und kleine Kinder. Mit 2 lithograph. Bildern. Prei<(für Parteigenossen): gebunden 50 Pf. Zu beziehen auch durch die Expedition des„Vorwärts" in Leipzig, Färberstr. 12 II. Desgleichen die in unserem Verlage erschienenen Nr. Sozialistischen Theaterstücke. . 1. Ein Schlingel.— Nr. 2. Prrßprozessc oder: Die Tochter Berichtigung. In Nr. 34 ist in dem zweiten Absatz der Sozialpolitischen Ueber- ficht statt George Taudin zu lesen George Tandin. Es ist ein Auf- ruf aus einem französischen Theaterstück, und bedeutet„Du hast es selbst so gewollt, George Dandin". Briefkaste« der Redaktion. I. W. Neckendorf: Dem unsinnigeu Artikel in der„Gelsenkirchener Zeitung" treten Sie am besten durch die Verbrei- tung der Bracke'schen Broschüre„Nieder mit den Sozialdemokraten" entgegen.— Hrn. L. C. Leipzig: L. ist im Reichstage. Ihre Er- gänzung zu dem betr. volkswirihschaftl. Artikel findet rascheste Aufnahme. Besten Tank.— F. W. M. Glauchau: Eilenburg gehört zum preu- ßischcn Wahlkreise Bitterfeld-Delitzsch; der Candidat unserer Partei ist Hermann Ramm, Buchdrucker in Leipzig. Der jetzige Vertreter heißt von Thilo.— St. in Bremen: Beide Fragen sind zu verneinen. Wegen Differenzen zwischen den Meistern und Arbeitern des Tischler- gewerbes wird vor Zuzug nach Hamburg gewarnt. Cenrralverwaltung des Bundes der Tischler und verwandten Berufsgenossen. Den Parteigenossen diene zur Nachricht, daß sich auch hierorts ein Wahlcomite gebildet hat, und find alle Briefe u. s. w. in Wahlange- legenheiten an den Vorsitzenden, R. Schulze, Cigarrenarbeitcr, in Kuhwinkel, alle Geldsendungen an den Kassirer F. Diekmann, Cigarrenarbeitcr, Fabrik Bornemann, zu adressiren. Osterwieck, den 12. Dez. N. Schulze. Jean Battenfeld ersuche ich dringend, wichtiger Familien-Ange- legenheiten halber, mir umgehend seine Adresse mitzutheilen. Frankfurt a. M. Carl Müller. Quittung. Dnkr Paris Ab. 8,80. Brtl M. Schönberg Ab. u. Schr. 12,80.' Ws Christophsgrund Ab. 28.96. Schrlr Türkheim Ab. 3,00. Jmn Hadamar Schr. 2,15. Hchrthr Schwabach Schr. 2,90. Wnr i. Biber Schr. 4,50. Mldnhr Coswig Schr. 3,70. Mttg Altona Ab. 22,50. Strch München Schr. 34.20. Hrbg Würzburg Ab. 25,00. Schmdt Waldaschaff Schr. 2.85. Dgn Lorsch Schr. 3,00. Fschr Carls- ruhe Schr. 2,45. Adnck Oberndors Schr. 6,90. Pfrtzschnr Hohenstein Schr. 11,50. Bhm Gera Schr. 1,70. Fhlhbr Penig Schr. 6,90. Pntz Euba Schr. 3,00. Rthmr Uetersen Schr. 12,50. Nmz Wien Ab. 10,00. Gnsk Nippes An. 1,50. I. Mrs London Ab. 30,60. Fschr Thonberg Schr. 12,60. Krstn Thonberg Schr. 3,00. Bttchr hier Ab. 4.45. Cöln. Sonntag, den 24. December, Morgens 10'/, Uhr, im Lokale des Herrn Erkelenz, Kämmerergasse 18: Volksversammlung. deö Staatsanwalts. Nr. 3. Ein Opfer oder: Die Jesuiterri als Geschäft. Preise(ohne Porto): Nr. 1; einzeln Mk. 0,35. 5 Exempl.*) Mk. 1,50 „ 2:„„ 0,25. 7„„ 1,40 „ 3:„„ 0,40. 20„„ 6,00 Die mit* bezeichneten Partic-Exemplar-Zahlen entsprechen der Anzahl von Exemplaren, welche zur Ausführung erforderlich sind, wenn man dieselben zugleich an Stelle von ausgeschriebenen Rollen gebrauchen will, was sich als vorzüglich praktisch erwiesen hat. Ebenfalls auch durch die Expedition des„Vorwärts in Leipzig zu beziehen. Zürich.(2a> �okKsKuch Handlung(I. Fcanz). Achtung! Soeben erschien: Die Fackel. Sozial-demokratisches Wahlflugblatt Nr. 19 für den 10., 11., 12., 13. und 14. sächsischen Wahlkreis. Inhalt: Die Krisis und die Reichsregierung. II.— Correspon- denz.— Brief an die Redaktion der„Fackel". Preis per Stück 5 Pf., Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. — Bestellungen bei der Expedition des„Vorwärts", Färber- straße 12, Leipzig. Verlag der„Fackel". jM** Nr. 20 wird Dienstag 11 Uhr ausgegeben. Ju unserem Verlage ist soeben erschienen und durch alle Buch- Handlungen zu beziehen: Der Kleinbürger und die Sozialdemokratie. Ein Mahnwort an die�Kleingewerbtreibenden von Jehann Molk. (Eine Gefängnißarbeit aus Plötzensee.) 4'/, Bogen stark mit elegantem Umschlag. Preis 50 Pfg., in Partien billiger. Inhalt: Die Macht des Borurtheils.— Das Handwerk in der Vergangenheit.— Das Handwerk in der Gegenwart.— Des Handwerkers Klagen über die Lohnarbeiter.— Illusionen.— Rothe Ge- spenster.— Revolutionsficber.— Unsere Grundprinzipien.— Unsere politischen Forderungen.— Soziale Reformen.— Die Organisation der Classen. Versendung nur gegen baar oder Poswachnahme. Bestellungen werden erbeten von der Bokksönchhandtung von I. Andres in Augsburg, oberer Graben 0. 322. Tagesordnung: Vortrag von Hrn. G. Schumacher. ditt. Da in dieser Versammlung die Probcnummer der„Cölncr[ frein Presse", welche zugleich als Flugblatt für die Reichstagswahl dient, vertheilt wir?', so ist cS daher Pflicht sämmtlicher Gesinnungsge- nossen des Stadt- und Landkreises zu erscheinen, weil dann das Blatt desto leichter verbreitet werden kann. Ter Einberufer.[1,00 Reichstagswahl! Diejenigen wahlberechtigten Parteigenossen, welche in der Lage sind, am Wahltage in ihrem Bezirk als Wahlbeisitzer zu fungiren, werden ersucht� ihre genaue Adresse dem unterzeichneten Wahlcomitö so schnell als möglich zugehen zu lassen. Das sozialistische Reichstags-Wahlcomite. I. A.: Ehr. Kadkich, Färbcrst. 12. Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12/ll. in Leipzig. Druck und Verlag der Genossenschastsbuchdruckerci in Leipzig,