Erscheint iu Leipzig ®iStt»oö, Zreitag, Sonntag. rtbonnemrntsprcis s.::s ToulschloÄ l iK. 6» Ps. pe» Quartal. Monats» Allonnonirnts BEitcn La allen doiltschni PoftanKatten ««i ten n.•.int t. Monat, und aus den Z Moral belonScrS angonomnienl tm «Snigr. Sachlen und Hrrzoglh. Sachs«- Ällruburg auch aus den tten Wonat des Quartals k 54 Psg. Zuseratc brtr. Brrsaminlungon pr. Petitzolle IVPk., brir. Prioatangelkgcnhritcn und Frste pro Pelil�cile ZS Ps. ZZesteltunzcn nehmen an alle Poslan'talten und Bull Handlungen des Iu- u. Auslandes. Filial• Expeditionen. N e w- D o r ll Soz.-demotr.«enossm- schastsbuchdruilerei, 154 Eldridgt Str. Philadclphiat P. Hak, KM Ziortl» z-a struet. I. Boll, 1120 Charlotte Str. Ehicagot A. Lansermann, LR! Division Ktroot. San Franzisco: F. Entz, 418 V'Ear- rsll Stroot. London! Bauditz, 5 Slassatt Street, Middlcsex Hospital. Gentrak Hrgan der Soziatdemokratie Deutschlands. Ä ck 'l Nr. 38. Freitag, 39. December. 1876. Aliomieiltellts-Einladnng. Auch für den Ausfall der am 10. Januar stattfindenden Reichstagswahlen ist die Verbreitung des„Vorwärts" von entscheidendem Einfluß. Der einheitliche Gedanke wird durch Mit d.m l. Januar lS77 iignn.i ,m nt«tä Quartal, und!'»» S!».Ä»»»»Ol-- S-st-lt-t sich an s°lch°a G-d°»»-»-a -- »«äLa.W-tW»*' � � äi �«.hl mau ftit d?t?A» Nlm°°m RäUgange drr a.„' ,i.' I Sozioldemotratie gefaselt, woht hat man mit allen Mitteln der Alle deutschen issostanstalten nehmen Abonnements entgegen. und der Verläumdung seit jener Zeit gegen uns ange- Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband i kämpft, wohl hat die Soziaidemokratie großartige Verfolgungen beziehen, wird dasselbe bei wöchentlich dreimaliger Zusendung in Erdulden müssen, wohl haben es einige Männer sogar versucht, folgender Weise berechnet: mit wissenschaftlichen Argumenten den Sozialismus zu bekämpfen für Teutschland, Oesterreich, Helgoland und Luxemburgs aber all' diese Angriffe und Versuche sind kläglich gescheitert — Zur Briefstieberei. Die nationalliberale„Weser- i> zeitung" enthält folgende Zuschrift: Das nach Frankreich corrc- Z spondirende Publikum wird darauf aufmerksam gemacht, Briefe'> gut zu verschließen, indem zwei Briefe des Unterzeichneten, die p hier gut verschlossen abgegeben, dem Empfänger in Frankreich) eröffnet abgeliefert sind und dem letzteren auf seine Reklamation� einfach die Antwort geworden ist:„Diese Briefe wären in� Deutschland geöffnet worden!" Commentar überflüssig.!,e 3 Mark per Quartal; für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien, Italien, die Niederlande, Großbritannien, Rumänien, Portugal, Frankreich, Spanien, Türkei und Vereinigten Staaten von Aincrika 4 Mark; Couvertsendungen wöchentl. 3mal 10 Mrk. pr. Quart. ,,» Imal 4,80 Mrk.„„ doch machtlos sind auch diese abgeprallt ar £jBy Der Abonnements- Betrag ist bei Bestellung einzusenden. Schilde der Wissenschaft und der Wahrheit; an der Wahrheit unserer großen Idee, an der felsenfesten Ucberzeugung ihrer Anhänger und an der Begeisterung und dem Opfermuth der Parteigenossen im ganzen Lande. Wohl hat selbst der Mächtigsten Einer, der Fürst Bismarck an hervorragender Stelle im deutschen Reichstage äußerst bittere Anklagen gegen die Sozialdemokratie, gegen uns, geschleudert, ~ ajfk an dem spiegelblanken ja die Ereignisse ini — Die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordne-. i ten beabsichtigten angesichts der drohenden Machtstellung Ruß-! lands, im Interesse der Gerechtigkeit, des Weltfriedens und der!, Cultur, einen Antrag auf Wiederherstellung Polens zu. stellen. Es ist ihnen aber nicht gelungen, die nöthige Zahl Vän Unterschriften zu erlangen. Für die nächste Session sind die- selben aber gesichert und wird der Antrag dann jedenfalls ein- gebracht weroen. — Die Namen der Fahnenflüchtigen, welche am � November nach zweitägigen Reichstagsverhandlungcn ihre Stimme k dahin abgaben, daß die Preßvergehen— mit Ausnahme der Beleidigung, wenn die Verfolgung im Wege der Privatklage ~ y t•.,...... sozialen Leben der Nationen förderten bald genug allem Volke geschieht— von Schwurgerichten abgeurtheilt werden sollen AU dem Zeitungökatalog zieht �der„Vorwärts im s,�lbar Thatsachen zu Tage, welche,� wie unter anderem die am 19. Dezember aber dieses Votum widerriefen und ihre besser� "...... 41� r/r 0-....."* Si>m Sitrrft fi>Tru*rTpT irtrPiftiJfÄrti» Nachtrag XI, unter Nr. 3770.a, Seite 2. Weltausstellung zu Philadelphia, solche Anklagen zurückwiesen Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementspreis mit und die Wahrheiten des Sozialismus Heller erglänzen ließen. Bringcriohn) auf 1 Mark 80 Pf. pro Quartal und 60 Pf. pro. Wir können alzo muthig und mit der Ueberzcugung auf ein Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition d. Bl. stetiges Fortschreiten in den bevorstehenden Wahlkampf eintreten. Färberstraße 12/lI, unserem Colportcur Moritz Ulrich, Süd- Begeisterung und Opfermuth, zie muffen auflodern zur hellen straße 12, in den Filialen: Cigarrenladen des Hrn. Peter. Namme, die uns voranleuchtet und uns zum siege fuhrt. Krebs, Ulrichsg. 60, und Sattlerwerkstatt am Königsplatz 7; Auf denn. Parteigenossen! Thun wir in erhöhtem Mazze für die Umgegend von Leipzig bei den Filialcxpeditionen: VoM- unsere Pflicht. � � � r marsdorf, Reudnitz, Reufdidncfcfd zc. zc. bei Frau Engel, �„Vorwärts" heißt die Parole, die Loznng:„ er zehnte Reudnitz, Täubchenweg 29, 2 Tr.; für Connewitz:c. bei Ten- j Januar"! bert, Bornaischestr. 19; für Kteinzschochcr und Mmgegend bei Fleischer, Schloßg. 13 daselbst; für tztzonöerg bei Kirsten, Hauptstr. 7; für Acureudnitz bei Zschau, 151; für chotzkis:c. bei A. Hermsdorf, Lindenthalerstr. 7; für Stötteritz bei E. Grude, An der Papiermühle; für Rkagmitz-Lindcnau bei Frau Grebenstein, Aurelienstraße 3. Für Rertin wird auf den„Vorwärts" monatlich für 75 Pf. ffrei in's Haus) abonnirt, bei der Expedition der„Berliner Freien Presse", Kaiser- Franz-Grcnadier-Platz 8a und Rubenow, Brunnenstr. 34, im Laden. Die Leipziger Abonnenten werden noch besonders darauf Sozialpolitische Uebersicht. — Der Reichstag ist am Freitag, nach einer wohlverdienten Belobigung durch den Kaiser, feierlich heimgeschickt worden, und wir wollen nur hoffen, daß das Volk bei der bevorstehenden Wahl den, Beispiele des Kaisers folgen, und die Helden des Kompromisses ebenso feierlich heimschicken wird. Betreffs der Kriegsfrage sagt die Thronrede:„Der bisherige Fortgang der Verhandlungen der europäischen Mächte über die im Orient schwebenden Fragen berechtigt Mich zu der Hoffnung, daß es Meinen Bemühungen und den einander entgegenkommenden fried- aufmerksam gemacht, daß bei allen Stadtpost-Filialcn sowohl lichcn Intentionen der an der Entwickelung der Dinge im Orient Quartals- als Monatsabonnements angenommen werden. Die fliedaktion und Expedition des„Vorwärts". Begeisterung und Opfermuth unmittelbar bctheiligten Mächte gelingen werde, die schwebenden , Fragen ohne Beeinträchtigung der guten Beziehungen zu lösen, welche gegenwärtig unter ihnen obwalten." Wir wissen also ! blos, daß der Kaiser zu der„Hoffnung" berechtigt ist, die orien- i talische Frage werde ohne Beeinträchtigung der guten Bcziehun- � gen unter den an der Entwickelung der Dinge im Orient im- ; mittelbar betheiligten Mächten gclöset werden, was, da es zweifel- .Haft ist, ob die Türkei zu den Mächten gerechnet wird, ebenso gut bedeuten kann, daß der Kaiser die„Hoffnung" hat, die„un- mittelbar betheiligten Mächte" würden den Frieden bewahren, als: der Kaiser habe blos die„Hoffnung" den Krieg zwischen Rußland und der Türkei zu lokalisircn, worauf bekanntlich die russische Politik des Fürsten Bismarck hinzielt. Eine praktische Illustration zu diesem Passus der Thronrede bildet die Nach sind die Triebfedern, durch welche das Höchste erlangt werden kann; ohne dieselben aber wird man nimmermehr irgend einen nennenswerthcn Erfolg erringen. Und besonders sind diese Triebfedern nothwendig bei allen Befreiungskämpfen; sie waren nothwendig. alsPie deutsche Jugend und der deutsche Landsturm den corsischen Eroberer von � TOmw"1 not rbi§' richt, daß der bayerische General von der Tann wörtlich die � 5-cktandcn niackten tin l Zöglinge der Militärschule mit den Worten überraschte:„Wir allen Befreiungskriegen der Nationen. nothwendig bei werden nun wohl bald zusammen über die Grenze marschiren." Sie sind aber ganz sicherlich nothwendig bei dem Befteiungs- � für„Väterchen" die Bulgarci zu besetzen? kriege der Menschheit.. Wir stehen inmitten diese» Befreiungskrieges. Wir sind die—„Was die Thronrede, mit welcher die zweite Legisla- Mitstreiter in demselben; unfere hoffen sind nicht die blutigen! lurperiode des deutschen Reichstags ihr Ende erreichte, an ge- Bajonnette, nicht die U/aßepot- oder Mausergewchre, nicht die schlichen Errungenschaften dieser drei Jahre lobt, kann den Bei- gezogenen und ungezogenen Kanonen, welche Verderben allüberall. fall liberaler Männer nicht in gleicher Weise in Anspruch hinsenden, adübcrall denDod, ecn grausigen Würzer auf eiligen ilehmen, und das beifällige Murmeln, mit welchem die zahlreich Neberzeugüng dem durch keinerlei sachlichen Grund gestützte«!: Willen des Reichskanzlers zum Opfer brachten, sind folgende: Abcken, Albrecht(Danzig), Baer(Offeuburg), vr. Bamberger, Becker, v. Benda, v. Bennigsen, Berger, Bieler, Dr. BlumM v. Bockum-Dolffs, Dr. Brockhaus, Büsing, Dr. Buhl, D�is v. Bunsen, Dernburg, v. Diederichs, Dr. Dohr«, Freiheiclch v. Dücker, Dr. Elben, Faller, v. Forckenbeck, v. Freede an Friderich, Dr. v. Frisch, Gaupp, Gerwig, Dr. Grimm, Dr. Grovi-.. Graf v. Hacke, Hehl, Hintrager, Hölder, Hullmann, Jacolst!, Jacobs, Jäger. Jordan, Krause, Kreutz, Krieger(Laucnburc,), 3 Dr. Lasker, Lehr, Dr. Lenz, Lobach, Dr. Lorentzen, Dr. Mar- j quardsen, Martin, Miguel, Neumann, Dr. Oppenheim, Pabst, Pfählcr, Pflüger, Precht, Rickert, Roder, Dr. v. Römwm Dr. v. Schauß, Dr. Schmidt(Jena), Schmidt(Zweibrücken/, Schröder(Königsberg N.-M.), Scipio, Späth, Freiherr Schenckvi. v. Stauffenberg, Stenglein, Dr. Techow, Tritscheller, v. Unruher (Magdeburg), v. Vahl, Valentin, Dr. Völk, Dr. Weber, Drndc Weigcl, Welckcr, Wölfel, Dr. Wolffson und Dr. Zinn.— Derqe Rumpfparlaments- Präsident Dr. Löwe-Calbe fehlte bei der 1 zweiten Lesung und stimmte bei der dritten Berathunq init de» Fahnenflüchtigen. sondern belebend und erhebend. Es ßnd die Waffen des Geistes, auf sieben Jahre der wichtigste Theil des parlamentarischen Bud- mit denen wir streiten, mit denen wir die Macht, welche in der getrechts preisgegeben wurde, bis zum Verzicht auf die alte libe- brutalen Gewalt, in der ßnstern Luge und in der doppelzüngigen ralc Forderung der Geschworenen-Conipetenz bei Preßvergehen Falschheit lugt, befehden bis zum Aeußersten, bis zum endgül- sind die hauptsächlichsten Gesetze der verflossenen vier Sessionen tigen glorreichen siege...... durch allzugroße Nachgiebigkeit der Volksvertreter gegen die Und einer der besten Mitkämpfer ist das gedruckte Wort, Wünsche der Regierenden in ihrem Werthe wesentlich verringert aber nicht die seile lugenhafte Presse des Liberalismus, nicht worden, und die tabellarische Auszählung, wie sie die Thronrede diejenige des Kapitalismus und der Ausbeutungssucht, auch nicht' bietet, ist eher geeignet ein Gefühl der Scham, als das der Be- diejenige, welche die Klassenherrschaft und den Egoismus pro- friedigung hervorzurufen."— So urtheilt die liberale„Vossische klamirt, sondern die sozialistische Preffe, welche die Gleichheit Zeitung" selbst. Ein trauriges Zeugniß, welches sie den Libe- und Bruderliebe verkündet. ralen und thcilweise auch den Fortschrittlern ausstellt. Uns kann's In Teutschland steht voran in der Reihe der Streiter der recht sein. „Vorwärts", Ccntral-Organ der Sozialdemokratie Teutschlands� daß dasselbe seine Pflicht in der kurzen Zeit seines Bestehens— Tie Rede Liebknecht's über Verletzung des Pries- zu gleicher«eir für unv gegen vie Gewerbefreiheit, für und gethan, beweist zur Genüge die stattliche Zahl seiner Abonnenten: geheimnisses hat natürlich viel Staub aufgewirbelt; aber so gegen die Freizügigkeit sein— er soll den conservativen Guts- über 12,000 zählt es, und ganz bestimmt 60,000 Leser. Aber wenig der Herr Gcneralpostmeist'er auch nur eine der ange- Herrn und den Hirsch-Duncker'schen Arbeiter zugleich vertreten. diese Zahl genügt noch nicht, deshalb müssen die Partei-. führten Thatsachen zu erschüttern vermochte, vermögen dies die tirechheit gehört dazu, dies zu verlangen, politische Charakter- genossen alle Begeisterung und allen Opfermuth daran setzen, j Zeitungsschreiber, die ihre Zähne an den unliebsamen„Ent- losigkeit gehört dazu, unter solchen Umständen ein Mandat an- bei dem nächsten �.uartalwechsel eine noch größere Abonnenten- büllungen" probircn. Statt auf Details einzugehen, verweisen zunehmen— und doch hat Lasker von dem hohen Charakter ' �~......„Berliner Freien Presse"(einer Parteigenossen gesprochen. — Eine bunte Gesellschaft. Zur Wiederwahl sdetdP national-liberalcn Abgeordneten von Puttkammer, der selbstredend e auch dem„Compromiß" zugestimmt hat, haben sich in Sora» i die Fortschrittlcr, die Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereinler und, die Nationalliberalen verbunden. Sie fordern nun auch noch die Conservativen aller Schattirungcn auf, für von Puttkammer zu stimmen. Die liberale„Soraucr Zeitung" nämlich schreibt:\ „Um ein für allemal dieser Gesellschaft zu beweisen, daß politische Gegensätze schwinden, wenn es das große Ganze gilt, ist die Candidatur des bisherigen Reichstagsabgcordneten, Herrn l v. Puttkamer, Appellationsgerichtsrath zu Naumburg an der Saale aufgestellt morden. Derselbe ist Großgrundbesitzer, be- r deutender Jurist, bekannt im Kreise, in dem er mehre Jahr.g, als Richter gewirkt hat, bekannt durch seine Tüchtigkeit, sei'.,, gediegene politische Gesinnung, seinen Fleiß und seine' Begabun Er vertritt den Sorauer Kreis seit zehn Jahren; zuerst füu Jahre als Abgeordneter des Norddeutschen Bundes, seit 1871 als Mitglied des Reichstages, und hat an dem Zustandekommen sehr vieler Gesetze als Mitglied mehrer Commissionen, den werk- thätigstcn Anthcil gehabt.— Bei der vorigen Wahl schon stimmte ein großer Theil der conservativen Partei für ihn, während der kleinste Theil auf den den feudalen und ultramontanen Stand- punkt vertretenden Herrn Grafen Brühl seine Stimmen conzen- trirte. Es ist zu erivarten, daß diesmal, wo Herr v. Puttkamer als regierungS und reichsfreundlicher Candidat dasteht, sä mm t- liche Conservative ihre Stimmen ihm übertragen. u, Suche Jeder, der zum Gelingen des Werkes beizutragen sichftr berufen fühlt, der politischen Gleichgültigkeit entgegenzustcucr".'ll ' Jeder Herr sende seinen Diener, jeder Meister seineu Gesellen)* jeder Fabrikherr seine Arbeiter, jeder Bauer seinen Knecht zuft Wahl und mache es demjenigen, der kein politisches Verftändiuß»,. hat, klar, wie es sich jetzt darum handelt, durch eine erdrückendcecke Majorität für Herrn v. Puttkamer, als Reichstagsabgeordneter, m- den Sozialdemokraten und deren Agitator, Herrn O. Kapell füren- immer den Muth zu nehmen, den Sorauer Kreis vertreten zuse« wollen. uit Und dafür werden wir mit allen Mitteln der Presse Ivirken.fti- hierfür verlangen wir die Mitwirkung aller wohlgesinnten Staat" bürgcr!" Man sieht, hier findet sich eine bunte Gesellschaft, aber auch eine nette Gesellschaft zusammen, die von einem Manne verlangt, vier verschiedenartige Standpunkte zu vertreten. Er muS» zu gleicher Zeit für und gegen die Gewerbefreiheit, für und Leserzahl zu schaffen. die Rede selbst, welche In einem Endlich einmal eine liberale Wahrheit............ vertraulichen Circular, in ivelchem die Liberalen über das Fort- �""ten der Sozialdemokratie jammern und nach Mitteln suchen, , ch demselben entgegenzutreten, findet man folgendes treffliche Selbst- Ungereimtheit dieser modernen Gesellschaft heraus, die selbst die A Hbekenntinß: Ursachen hervorgerufen und verschuldet, von den Wirkungen aber ■' i v„Halten wir dagegen die Oberflächlichkeit und Halbheit nichts wissen will? So drücken die Gegner des Sozialismus 'Z„ eines großen Theiles der liberalen Zeitungen, welche na- ihm selbst wohl oder Übel die Waffen ist die Hand, womit er ir mentlich in sozialen Dingen oft die grauenhafteste Un- stets die Gerechtigkeit und Unabweisbarkeit seines Strebens h g wissenheit an den Tag legen und in der Politik zuineist kräftig vertheidigen kann und stets vertheidigen wird. Da muß ] a das gedankenlose Nachbeten einer eigenen Meinung vorziehen; sich schließlich auch die dickste„Tickfelligkeu" auf Gnade oder nehmen wir dazu die Gesinnungslumperei vieler liberaler Ungnade übergeben! Darum lasse sich Keiner, dem durchgreifende Schriftsteller, welche sich nicht scheuen, für die verschiedensten Besserung ernstlich am Herzen liegt, irre machen, fülle jeder Parteirichtungen zu schreiben, nur um Geld zu verdienen, seinen Platz aus und halte er den Berläumdern die Worte un- so werden wir, wenn auch widerwillig, eingestehen müssen, seres freiheitsbegeisterten Dichters entgegen:„Es liebt die Welt daß wir noch lange nicht die eines freien Volkes würdige � das Strahlende zu schwärzen und das Erhab'ne in den Staub Presse besitzen. Von der Unsittlichkeit und Verlogen- zu zieh'n!" heit eines gewissen Theiles der Presse wollen wir hier ganz schweigen."— Die Leipziger Buchdruckereibesitzer haben den Ge- u: Und solche Preßbanditen führt die liberale Partei gegen uns. Hilfen angekündigt, daß sie den bisherigen Lokalzuschlag zum Ä in's Gefecht? Mit solchem Gesindel will man die Wahrheit be-' allgemeinen deutschen Buchdrucker-Tarif vom 1. Januar 1877 siegen? Mit ihm will man das Volk auftlären? Die Liberalen um 62k Prozent kürzen werden. Als Grund führen die Herren ridl enthüllen sich hier offenbar als Verbrecher am Volkswohl, da u. a. an, daß die allgemeinen Geschäftsvcrhältnisse und insbe- JMljie durch ihre Schandpresse nach eigenem Geständniß das Volk! sondere die des Buchdruckergewerbes, die Gewährung des alten Lohnes nicht mehr gestatten. Auf die Preise der Lebensmittel, meinen die Prinzipale, sei„kein Gewicht" zu legen. Das Ge- Hilfen-Organ, der„Correspondent", bemerkt hierzu:„Die Prin- 7 e l S { n. ;• it i;? % .l ?la> belügen und betrügen, den Volksgeist vergiften. 5N öS— Aus Moltke's Bildungsschule. Die Königsberger_____........,..........„-B|_____ bettelnden Handwerksburschen" Etwas zu essen oder ein paar ' �Pfennige Geld, so plagt sie schon der Gedanke, mit ihren Gaben ; �chmchr zu schaden als zu nützen"!„Ortsbcttelvereine" sollen die c o stjabcn sammeln und über die„Würdigkeit der Bedürftigen sich H«. rrst Sicherheit verschaffen". Welchen Maßstab würde man .i'S wohl bei dieser„Sicherheit" anlegen? Will mau Herz und ,' Nieren prüfen? oder genügt— als Beweis der Gottesfurcht und ;ff-. frommen Sitte— etwa ein Berslein aus der Bibel? oder was . T/nist? Die nicht„würdig" Befundenen werden dann ruhig ihrem ..ro Schicksal überlassen und gewissermaßen gewaltsam auf den Weg j�dcs Verbrecherthums gedrängt. Wird aber aus den vorgeschla- ' v'.genen„Ortsbettelvereinen" wirklich etwas, dann wäre auch ein . J-VReichsbettelverein" am Platze— im Verein mit dem von Pessi- j."i niisten gesehenen„Nationalzuchthause" ein recht anschauliches !> Bild von der Herrlichkeit des großen, starken, einigen deutscheu "j.. Reichs! Nun aber eine Frage: wird ein mit fünf gesunden Sinnen ausgerüsteter Mensch, der über Alles, was er liest, auch '( nachzudenken gewohnt ist, durch eine Notiz, wie die hier ange- '.st. führte, nicht förmlich aufgereizt? Findet er nicht von selbst die Rothe Weihnachten! (AuS der Probcnummcr der„Fackel".) Wie seinen Arm im Licht des jungen Tages Der Zecher seufzend auf die Tafel stemmt, Die man im wüsten Toben des Gelages Mit Blut der Reben achtlos überschwemmt, Wie in die Hand er müde senkt die Stirne, Und wie ein Frösteln seinen Leib durchbebt Und wo ihm leise schauert vor der Dirne, Die stieren Blicks das Glas noch immer hebt; Wie er sich schämt, daß dem verbuhlten Flüstern Er Nachts gelauscht— wie er in Ueberdruß Sie von sich stößt, die ihm die Lippe lüstern Stoch immer bietet zu verbotnem Kuß, Und wie, im Ekel von dem Wein, der Schlaffe Das Glas, das vor ihm, hastig von sich stößt Und gierig sich aus blitzender Karaffe Des Waffers kalte, reine Fluth eiuflößt— So schüttelt langsam ab des Rausches Bande, Von Frost durchrieselt, müde, stumpf und bleich, Und so besinnt sich auf die eigne Schande Das arme Volk im neuen deutschen Reich. Es weist zurück in Ungeduld und Grauen Den Taumclkclch mit Lolch und Mohn bekränzt, Und runzelt drohend seine dunklen Brauen, Wenn er ihm gleißend vor der Lippe glänzt. Es ist der Lüge satt, die ihm geschmeichelt, Die es berauscht, die seinen Blick verhängt, Die ihm die Wange dirnenhaft gestreichelt Und immer dichter sich an es gedrängt; Der Rausch der Siege und der Macht— verflogen! Die goldne Zeit, die man verhieß— ein Schein! Wie plump und frech die Presse dich betrogen— Mein armes Volk, siehst Du es endlich ein? Nun hörst Du wieder auf der Wahrheit Stimme, Die Trommelwirbel lange übertäubt Und wider die und deren Wort die schlimme Verführerin in wildem Haß flch sträubt. schritten wird. Ein Leipziger Setzer verdient bei dem jetzigen Lohnsätze und angestrengter Arbeit(72,000 Buchstaben pro Woche) 1300 Mark jährlich, wovon etwa ISO M. abgehen infolge Eon- ditionslosigkeit:c., bleiben also 1150 M. An Steuern hat der- selbe zu zahlen: Staat 6 Mk., Gemeinde Mk. 9,60, Schule für zwei Kinder incl. Schulbcdürfnisse 50 M., Lebens- und Feuer- Versicherung 27 M., Kranken-, Begräbniß-, Invaliden-, Witttven- und Conditionslosenkassc 100 M., sonstige Gesellschaftssteuern 6 M., in Summa circa 200 M., hierzu die Miethe im Betrage von 250 M., macht. 450 M., bleiben für eine Familie 700 M. oder pro Woche 13Vz M. für Nahrung, LUcidung, Beleuchtung und Heizung, Wirthschaftsgeräthe und persönliche Bedürfnisse. In den Gefängnissen wird das sogenannte Mittagessen mit 15 Pf. berechnet, ferner pro Kopf 2 Pfd. Brot. Rechnen wir auf zwei Kinder je nur ein Pfund, so crgiebt sich, 6 Pfd. Brot~ 72 Pf. 1 und das Mittagessen 5 60 Pf., eine Wochen-Ausgabe von M. 9,24, verbleiben M. 4,26 pro Woche, um die sich ein verhci ratheter Setzer besser steht, als ein Sträfling. Mit diesen M. 4,26, pro Tag und Kopf 15 Pf., hat er das, was außer dem trockenen Brote noch zur Nahrung gerechnet wird, ferner Klci-j dung, Heizung und Beleuchtung, Wirthschaftsgeräthe und persön- liche Bedürfnisse zu bestreiten. Wer Gelegenheit hat, in diese! Verhältnisse einen näheren Einblick zu thun, begrast leicht, warum die Herren auf die Preise der Lebensbedürfnisse„kein Gewicht" legen. Dieselben können es unmöglich verantworten, die verbleibenden M. 4,26 noch um M. 1,44 zu kürzen. So lange uns die Herren nicht in eigener Person den'Nachweis führen, daß sie mit 13'/? Mark pro Woche den Haushalt be- streiten können, werden wir die Reduktionsgelüite als das betrachten, was sie sind: ein Erzeugniß des bloßen Muth- willens." Nach einer Mittheilung, die einer am 21. d. zusammengetretenen Delegirtenversammlung der Leipziger Buchdruckereien gemacht wurde, hat das Einiguugsamt mit 10(2 Prinzipale, 8 Gehilfen) gegen 6 Stimmen(Prinzipale) beschlossen,„daß es bei dem bisherigen Lokalzuschlage(16-, z Prozent) sein Bewenden haben solle". Warten wir nun ab, inwieweit die Prinzipale diesen Beschluß ihrer eigenen Schöpfung respcktircn werden. — In Elsaß-Lothringen bricht sich der Gedanke Bahn, daß man durch Enthaltung von aller politischen Thätigkcit die Landesinteressen eben micht vertreten könne, und die annexions- feindlichen Elemente der Städte Straßburg, Mühlhausen, Zabcrn wollen bloße Protest- und Enthaltungsabgeordncte nicht mehr in den Reichstag entsenden, sondern solche, die in letzter Instanz die Annexion rückgängig machen sollen. Bei den clsässischen Zu- ständen finden wir dies nur zu begreiflich. Erinnert uns doch Laßt sie nur immer durch die Zähne zischen, Laßt sie nur zetern, bis die Kraft ihr schwand— Bon ihren Wangen wird die Schminke wischen, Die lügnerische, strenger Wahrheit Hand. Wohl steht sie höhnisch lächelnd da— es gleißen Die falschen Steine— groß ist ihre Macht, Die Wahrheit aber wird vom Leibe reißen In Fetzen ihr die angemaßte Pracht, Und wie sie nieder jetzt zu treten trachtet, Was schlicht und edel, wahr und frei und rein, So wird mit Recht sie von der Welt verachtet Und wie die Pest dereinst gemieden sein. Wir sind die Plänkler, um voraus zu streifen Durch Busch und Hecken brechen rasch wir auf Und lassen lustig uns're Kugeln pfeifen, Im Schreiten jetzt, und dann im vollen Lauf. In einen Graben wirft sich rasch die Kette Und sendet knatternd Schuß auf Schuß hervor Und plötzlich pflanzt sie auf die Bajonncttc Und sprengt in wildem Ungestüm empor. Doch folgt den Plänklern, die den Kampf begonnen, Bon fern in Massen dunkel, tief und schwer Und näher dann in glitzernden Colonnen Mit Sang und Klang und Trommelschlag das Heer, Und donnernd schleudert seine Eisenbälle Es in der Lüge Beste, hochgethürmt, Bis es zuletzt die schuttgeword'nen Wälle Mit tauscndstimm'genl Siegesruf erstürmt. Aus dem Schornsteiusegerleben. (Schluß.) - � Meinem Meister mußte ich einmal eine Kiste nach der Post tragen; der Meister ging mir voraus und ich folgte etwas > langsam, so daß ich ein Stück zurückblieb. An der Post ange- kommen, wartete er auf mich und mit drohender Miene fragte er:„Warum kommst Du denn nicht nach?"—„Ach, Meister, die Schlappen reiben meine Füße ganz wund, darum kann ich nicht so schnell laufen."—, Na, bei der Jahreszeit kannst Tu auch barfuß laufen", war die technisch richtige Antwort des Herrn Meisters. die Behandlung der Reichslande zu sehr an jenen Lehrmeister der seinen Lehrling durchbläute mit den Worten:„Warte, du Range, ich will dir die Liebe zu deinem Prinzipal beibringen!" — Die Herausgeber der„Gleichheit" und die Dele- girten der Wiener Gewerkschaften und Fachvereine haben sich als Eomitö zur Gründung eines allgemeinen österreichischen Gcwerkichaftsorganes constituirt. Die gegenwärtige traurige Lage der meisten Gewerkschaften, die Zersplitterung ihrer Thä- ; tigkeit durch den Mangel an Verbindung und gemeinsamem Zu- sammenwirken, die Unkenntniß des größten Theiles der Arbeiter über die Bedeutung und Zwecke der gemeinschaftlichen Verbände haben dieselben zu dem Unternehmen veranlaßt, mit Hilfe der Unterstützung der Gewerkschaften, Fachvereine, Kranken- und Untcrstützungskassen, deren Interessen durch das zu gründende Blatt vertreten und befördert werden sollen, ein Organ in's Leben zu rufen, welches den Schutz der Arbeiter gegen das Ka- pital organisiren, durch den geistigen Kampf das Klassenbc- wußtsein der Arbeiter erwecken und dieselben zu einheitlichem Handeln vereinigen soll. — Vor einiger Zeit erliß der italienische Minister des Innern ein die Auswanderung betreffendes Circular. Be- sonders wurde darin der Bauern Oberitaliens gedacht. Die- ■ selben haben nun dem Herrn Minister in folgendem Schreiben eine treffliche Antwort zu Theil werden lassen, der wir nach- folgende Stellen entnehmen:„Was verstehen Sie unter der Na tion? Wenn es die Mehrheit der Bürger, die Klasse der Be ! drückten ist, dann sind wir die Nation. Und nun sehen Sie uns einmal in's Äntlitz, Herr Minister! Zeigen unsere bleichen : und fahlen Gesichter, unsere hohlen Wangen Ihnen nicht mit ihrer stummen Beredsamkeit unsere überniäßigen Anstrengungen und unsere ungenügende Ernährung? Wir bestellen die Aecker und wissen nicht was Weißbrot ist. Wir bebauen die Weinberge und trinken nie Wein. Wir züchten das Vieh und genießen selber kein Fleisch. Wir gehen in Lumpen gekleidet einher, be- wohnen Löcher, leiden im Winter durch die 5lälte und an den langen Sommertagen durch den Hunger. Unser einziges Erbe auf italienischer Erde ist ein wenig Mais, welcher auch durch Ihre nichtswürdige Mahlsteucr geschmälert wird, und die un- veruieidliche Folge davon ist in den trockenen Distrikten das Hitzfieber und in den feuchten das Sumpffieber. Und das Ende aller dieser Uebel ist das Hospital und der Tod, den uns noch nicht einmal das Lebewohl der Unserigcn versüßt. Und trotz alledem behaupten Sie, wir sollen nicht auswandern?!"— Das ist ein gewaltiger Nothschrei des erwachten Proletariats, aber auch eine männliche, entschlossene Haltung der Enterbten und Elenden. Kommt das Volk erst überall zum Bewußtsein, so wird es besser. — Die Präsidentenwahl in Nordamerika, deren defi- nitives Resultat erst im März künftigen Jahres offiziell bekannt gegeben wird, läßt die sogenannte republikanische und die söge- nannte demokratische Partei in einem hohen Grade von Ber- worfenheit erscheinen. Beide Parteien, mit denen selbstredend unsere amerikanischen Gesinnungsgenossen nichts gemein haben, überbieten sich nämlich in gegenseitigen Beschimpfungen und Ber- dächtigungen, und wenn nur der tausendste Theil dessen wahr ist, was sich dieselben hinsichts der Beeinflussung und Fälschung der Wahl vorwerfen, so ist die ganze Wahl ungesetzlich und daher ungiltig. Wie der Skandal nach enden wird, ist vorläufig nicht abzusehen, da beide Parteien ihre Anhänger zwar zur Ruhe und Ordnung mahnen, aber jede auch entschieden ihrem Candi-� baten den Sieg zuschreibt. Die Haltung unserer dortigen Ge- nassen ist denn auch eine diesem wüsten Treibeis gegenüber entsprechende: sie sehen mit Verachtung auf ihre Gegner herab und benützcn die allgemeine Corruption, um die Arbeiter zu organisiren. Es ist das auch das Beste, was sie thun können. — Aus Unkenntniß oder unrichtiger Auslegung der Gesetze üben vielfach die Polizeibehörden einen nicht zu recht- fertigenden Druck auf das Volk bei den öffentlichen Wahlen aus. So wird uns aus Stollberg mitgetheilt, daß der dortige ge- strenge Herr Bürgermeister den einzelnen Wählern nicht gestattet habe, die Wählerlisten einzusehen, um auf die etwa sehlenden Namen aufmerksam zu machen. Die anwesenden Polizeidiener ließen sich den Namen des Reklamanten und die Hausnummer nennen und sahen selbst nach— dies widerstreitet nicht allein dem Geiste, sondern auch den: Wortlaute des betreffenden Para- Heute nun allerdings bin ich ganz anderer Meinung, und wenn ich damals Courage gehabt, hätt' ich ihm gesagt:„Sie reicher Meister— und ich, der ich Ihnen Ihren Reichthum mit verdienen muß, soll barfuß laufen?" Jetzt steht es allerdings etwas anders: mein Lehrmeister ist todt und der Herr Sohn ist Nachfolger. Als ich im Jahre 1869 aus der Fremde zurückkam, hatte ich das Vergnügen zu hören, daß die Gesellen 1 Thlr. 10 Sgr. Lohn bekämen und das Frühstücksgcld abgeschafft sei gegen ein ordentliches Früh- stück; die Wohnung ist allerdings auch ein wenig besser, als zu Anfang meiner Lehrzeit; damals war die eigentliche Wohnstube für die sechs Mann mit Ziegelsteinen gepflastert, von derselben ging's die Treppe hinauf ins Schlafzimmer, das sehr niedrig ist, so daß ein großer Mann beinahe mit dem Kopf an die Decke stieß. Trotzdem standen aber doch zwei Betten übereinander, so daß das oberste Bett nur 2— 3 Fuß von der Decke entfernt war. Als ich nach zehn Jahren diese Räume wieder betrat, machten sie trotz einiger Besserungen noch ganz den Eindruck einer Räuberhöhle auf mich. Ich ivar mehrere Jahre in Ruß- land, habe es jedoch selbst dort nirgends schlimmer angetroffen, als hier. Sicher kann ein enger Raum, wo sich)echs schwarze, nißige Gestalten aufhalten, unmöglich schön und sauber sein; aber sind denn diese Leute immer so schwarz und staubig? gebührt ihnen nicht auch ein entsprechendes Lokal zum Aufenthalt, wenn sie sich von ihrem Ruß gereinigt haben? Diese Leute, die ihrem Prinzipal das Brod verdienen und ihn und seine Familie in Wohlleben erhalten, haben die keinen Anspruch auf andere meifichenwürdige Lebensbedingungen? Wenn wir andere Handwerksmeister betrachten— was brauchen dieselbe» für Auslagen, für Werkzeug, für Räumlichkeiten zu Werkstätten, und wie müssen die Meister selbst mit Hand anlegen! Dagegen was hat ein Schornstcinfcgermeister für Auslagen? Einige Besen, pro Mann ein Eisen(Kratze), einen Besenstiel, einige Leinen mit Kugel und einige Leitern. Eine nichtssagende Bagatelle bei der großen Einnahme. Da nun überhaupt die Arbeit eine ziemlich beschwerliche ist, sollte es da nicht des Meisters Pflicht sein, für seine Leute, wenigstens daheim im Hause, enftprechend Sorge zu tragen? Das würde aber freilich den Herren zu viel Geld kosten, übri gens sind es ja die Gesellen und Lehrlinge nach der Ansicht jener nicht besser gewöhnt, und es ist schon gut, wenn sie ein Leben führen, kaum etwas besser wie das Vieh. graphen des Reichswahlgesetzes. Im Z 8 heißt die betreffende Stelle:„Tie Listen sind spätestens 4 Wochen vor dem zur Wahl bestimmten Tage zu Jedermanns Einsicht Auszulegen und ist dies zuvor unter Hinweisung auf die Einsprachefrist öffentlich bekannt zu machen."— Ein Parteigenosse in Stall- bcrg, dem schließlich die Behörde die Einsicht erlaubte, fand unter 4(1 von ihm notirtcn Namen 8 als fehlend vor— er hatte sich noch einige Hundert aufgezeichnet, doch erlaubte man ihm die Einsicht nicht weiter.— Wir können nicht begreifen, daß die Behörden vielfach ein so geringes Interesse daran nehmen, das; das Einvernehmen mit der Gesammtbevölkernug ein recht gutes sei. Durch derartige Vorkommnisse, wie das hier berührte, wird aber wirklich das Einvernehmen kein besonders erfreuliches. — Unsere Parteigenossen in Stollberg aber werden trotz der vielen Schwierigkeiten ihre ganze Kraft einsetzen, um ihrem be- ivährten sozialistischen Candidaten mit großer Majorität zum Siege zu verhelfen. — Die Parteigenossen werden darauf aufmerksam ge- macht, daß an manchen Orten die Behörden der Bertheilung von Wahlflugblättern Schwierigkeisen in den Weg legen. Ein Gewerbeschein gehört zu solcher Bertheilung nicht, aber eine polizeiliche Erlaubniß, die indeß eurem nicht bescholtenen oder nicht mit ekelerregender Krankheit behafteten Manne unter keinen Umständen versagt werden darf. — Der Redakteur des„Zeitgeist", Parteigenosse Ernst, wurde vom Schwurgerichte zu München wegen Preßvergehen zu sechsmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt. Coms�iondenzen. Kamvurg, 3. Aez.(Schluß.) Die pihlosophisch radikalen Forderungen habe die Sozialdemokratie aufgestellt, weil sie der Ucberzeugung sei, daß ein)ozial gerechtes Gesellschaftoleben nur in einem demokratischen Staatswesen möglich. Politische Unfrei- heit führe sozial Ungleichheit mit Nothwendigkeit nach sich, sowie auch umgekehrt. Dem Redner wurde rauschender Beifall zu Theil. Nach ihm betrat ein Herr I)r. Brackebusch die Tribüne. Derselbe glaubt vor den Strikes warnen zu müssen, sowie er auch der Meinung ist, daß es heutzutage keine verschiedenen Klassen mehr in der Gesellschaft gebesü). Daß die Strikes durchaus keine Eigen- thümlichkeit der Sozialisten sind, sondern die Arbeiter aller Par- teicn und aller Länder zu diesem Mittel greifen, wenn es gilt, die eigene Lage zu verbessern oder ungerechte Zumuthnngen ab- zuweisen, davon schien der Herr Doktor nichts zu wissen. Die Behauptung, daß es in der heutigen Gesellschaft keine Klassen gicot, rief allgemeine Heiterkeit hervor und hatte Herr Geib nur zu recht, als er diese Anschauung etwas„sonderbar" nannte. Auch Herr llr. Lindwurm bctheiligtc sich an der Debatte, ohne indeß etwas anderes, als wie in seinem Vortrage vor acht Tagen vorzubringen. Herr Hr. Lindwurm glaubt nun einmal steif und fest, daß im sozialen Staat Alles von der lieben Polizei an- geordnet und eingerichtet werden soll; als guter Fortschrittsmann kann er sich nicht entschließen, einem solchen„Despotismus" seinen Stacken zu beugen. Die Freiheit der Berufswahl und die daraus hervorgehende wirthschaftlichc Unabhängigkeit(nach Dr. Lindwurm) ist es, welche als Palladium unserer heutigen Gesell- schaft gerettet werden muß, und deshalb müsse der Sozialismus verworfen werden. Wie der' Herr Doktor dazu kommt, der heu- tlgen Gesellschaft nachzusagen, daß dieselbe die Freiheit der Be- rufswahl garantirc, ist uns unbegreiflich. Ob der Herr Doktor wohl nicht weiß, daß die tanscnde und abcrtausende der Prole- tarier, sowie Kleinhandwerker und Baucrnkinder keine andere Wahl in Bezug auf ihren Beruf haben, als in die Fußstapfen ihrer Eltern einzutreten und den Kreislauf des Elends, den ihre E'tern durchgemacht, zu wiederholen? Ob er wohl nicht weiß, daß unser VolkSschulsystcni von Hause aus schon so eingerichtet ist, daß die geistige Entwickelung der Jugend niemals zur Blüthe gelangen kann und dadurch gewisse Lebensstellungen für die Kinder deS Volkes geradezu unerreichbar gemacht werden? Ob der Herr Doktor wohl glaubt, daß es bloßer Zufall ist, daß in den Kreisen unserer Gelehrten, höheren Beamten und Staats- mänucr es zu den Seltenheiten gehört, daß ein Kind aus dem Volke, aus der. Lichtbesitzenden Klasse sich dazwischen befindet? Der Herr Doktor muß es wohl glauben, denn sonst wäre es nicht möglich, daß er gerade auf diesem Punkte so sehr fußt und Während meiner Abwesenheit von M. waren bei allen drei Schornsteinfegcrincistcrn denn mehr sind dort nicht— Veränderungen eingetreten: sie hatten die Vorstädte abtreten müssen und mußten sich blos auf die Stadt beschränken; zudem dürfen die Bürger von M. seitdem ihre Schornsteine fegen lassen bei welchem von den freien sie wollen, was früher nicht ge- stattet war. Tie drei Meista sind aber einig und machen sich keine Concurrenz. In der Vorstadt. die mein Lehrmeister früher inne hatte, ist der Sohn des Meliters�B. angestellt worden. Derselbe aina damals, als ich in die«fremde ging, noch in die Schule— Mcistcrssöhnc haben allerdings das Privilegium eines schnellern Avancements. Ticscil lungen Meiitcr sah ich gerade, wie er auf die Gesellen semes Katers wartete, welche, init der Tag- arbeit ihres Prinzipals fertig, fetzt in dem Revier des Herrn Sohnes noch einmal ihre Kraft erproben sollten; ob sie dafür entschädigt.verde.., weiß ich nicht.'' Durch die oben beschriebenen Erfahrung-,, war mir nun mein Handwerk gründlich verleidet, ich sah immer mehr ein daß dem Menschen, der das Unglück hat, als armer Leute Kind —"*......» imn»rpr R<*tf e»;»,««. c.... und er sich ein paar Mal zu der Aeußerung hinreißen ließ, daß wenn ihm Jemand die Garantie gäbe, daß im sozialistischen Staat die Freiheit der Berufswahl und damit die wirthschaft- liche Selbständigkeit gesichert sei, er selbst das sozialistische Pro- gramm auerkennen und sich für dasselbe erklären würde. Das Referat, welches wir in der„Reform" über die Versammlung lesen, zeigt übrigens recht deutlich, wie man immer und immer wieder sich an Nebensachen klammert und wie die Katze um den heißen Brei, um den Inhalt der sozialen Frage herumgeht, dessenungeachtet aber als„Sachkenner" sich aufspielt. Nicht ein- mal das A-B-C der Hamburgischen sozialistischen Bewegung scheint der Verfasser des Referats, in dessen Stil wir Herrn Lindwurm erkennen, zu wissen, denn er redet von einer soziali- stischen„Breuel'schen Fraktion", die es gar nicht giebt. Damit aber der Herr es sich in Zukunft merkt: Es waren Mitglieder des Bräuer'schen Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins, deren Ausführungen ein paar Mal stürmische Heiterkeit hervor- riefen, was in dem überfüllten und dadurch sehr heißen Saale nur wohlthuend wirken konnte. Gcib's Replik war kurz und konnte es sein, die Einwürfe der Gegner waren so wenig stich- haltig, daß es keiner großen Widerlegung bedurfte. Daraus folgert nun die„Reform", daß Geib's„Vertheidigung"(welche Wortverdrchnng!) sich auf die schwachen Punkte gerichtet habe, auf welche I)r. Lindwurm seine Angriffe richtete. Es ist kostbar, mit welchem Selbstgefühl sich der Herr Doktor herumträgt! Herr Lütkens machte zum Schluß noch ans einige Widersprüche des Herrn Hr. Brackebusch aufmerksam und richtete dann einen Appell an die anwesenden Bräueriancr, dieselben auffordernd, sich der großen Arbeiterpartei anzuschließen. Ob Herr Lütkens mit Letzterem viel ausgerichtet, möchten wir bezweifeln. Daß die Versammlung in musterhafter Ordnung verlief, brauchen wir wohl nicht erst anzuführen. Schluß derselben 12 Uhr. s Äus Schreswig-Kolstein, 22. Dccember. Vor Jahresabschluß will ich Ihnen noch einige Mittheilungen aus hiesiger Gegend machen. Die Fortschrittspartei und die Nationallibe- ralcn hatten sich überall schon genähert, als der Compromiß im Reichstag wie ein Wetterschlag zwischen die fast vollzogene Einigkeit fuhr. Die hochtrabenden' Redensarten des fortschrittlichen Blattes„Altonaer Nachrichten" in Bezug auf die Lasker'sche Candidatur*) im 8. schleswig-holsteinischen Wahlkreise haben etwas nachgelassen; die Herren von der Fortschrittspartei sind sehr kleinlaut geworden, daß sie es gerade gewesen sind, welche die Compromiß-Hebamme auf den Schild erhoben haben. Wir wollen nun abwarten, ob die Fortschrittshelden weiter noch den Mnth� haben, für Herrn Lasker, der wegen des Compromisses von den Fortschrittsabgeordneten in, Reichstage so scharf ge- geißelt wurde, ferner einzutreten, da sie sich durch ein solches Compromiß mit den Stationalliberalcn genau auf den Lasker- scheu compromißlichen Standpunkt stellen und den Compromiß im Reichstage dadurch sanktioniren würden.— Tie Anhänger der beiden Professoren Beseler und Seelig im 6. Wahlkreise fassen sich recht derb an und halten sich gegenseitig die Schwä- chen ihrer Candidaten vor; dadurch können wir nur profitiren, weil jetzt schon die Bauern in unserer Gegend sagen;„wenn die beiden Herren so schlecht gemacht werden von Leuten, welche ihrer politisch sozialcn Richtung doch befreundet sind, so wollen wir nichts mit denselben zu thnn haben und doch lieber einen Arbeiter, einen Mann aus dem Volke, den Maschinenbancr Stöhr wählen".— Im Norden unserer Provinz, in Schles- wig, geht die Wahlbewegung hoch; unser dänischer Partcigc- nos'se Louis Pio hat in dem Kopenhagener„Sozialdemokraten" einen Aufruf an die dänischen Arbeiter in Schleswig er- lassen, in welchem er dieselben energisch auffordert, für den deutschen Sozialisten Brückmann ans Altona bei den nächsten Reichstagswahlen zu stimmen. Die betreffende Nummer wird in 20,(XXI Exeniplaren unter den schleswig'schen Arbeitern vertheilt. In dem 4. schleswig'schen Kreise werden die dänischen Arbeiter angewiesen, für unfern Candidaten Heinzel ans Kiel zu stimmen. Das Prinzip der Jnternationalität zeigt sich hier in äußerst praktischer Form.— Während dessen prallen die nationaleii Gegensätze �dort oben unter den Besitzenden erst recht auf einander. So wurde kürzlich der Hofbesitzer Bruhn aus Hördrup wegen Beleidigung des deutschen Kaisers und Bismarcks zu neun *) In einer Berliner Correfpondenz habe ich vor Kurzem den Abg. Lasker für einen der Besseren der Nationalliberalen erklärt; nach der dritten Lesung der Justizgesetze habe ich mich jedoch überzeugt, daß ich mich mit jencin Ausspruche gründlich irrte. _ Hasenclever. .zur fast iß dcni Menschen, vre w- ir Welt zu kommen, in unserer Zeit eine iVrmv'clL.iicUtc ilind st unmöglich gemacht wird. lUbsiundige Existenz . sn> nfa � fast unn.och'ch�w'schon inaR aU gewöhnlicher Handarbeiter 1' Ich g"g tocfi;chäftc, dann später nach H.. von dort nach in verschiedene Geich h � Ich fand zwar überall, daß m wo ich imW ua l[ itcr'ur Maschine gemacht wird, um allen Ständen aber in dem Maße, wie es bei Kapital ��Ake geschieht, habe ich es nirgends wieder ge- !-offen.- o im Hauptsächlich dazu dienen, um meinen Mögen diese Zellen � JU Offnen, damit dieselben auch ehemaligen Evilegen Preten, um ihre Lage zu verbessern, in die Arbeiterbewegung e.m M�schenrechte geltend zu machen. und die auch ihnen zustehe. Karl Böhm. �.«-ir haben schlicht und einfach den Ein- (An m. d. Red. erzählen lassen und verfehlen auch nicht, feilder seine ��entsprechen. unsere Parteiorgane aus dieses feinen, Wunsche zn�eMsP�w �smerksain zu machen.) Bild an-.-. republikanische Kundgebung be- _ lleber eine flsoi. � b Ms. wie folgt: Das Leichen- «üp ten Pariser VtaNeru � Raspail gestaltete sich Sonntag, den i*..-i 7.-°»'-» loiintt i»»k-w,-. lt. d. M.»';r-e- tundgebung. Als der von Arcucil- Cachan kommende Trauerzug die Thore von Paris und die Place d'Enfer erreichte, wurde er schon dort von einer staatlichen Menschenmenge empfangen; diese schwoll aber dann aus dem langen Wege über die Boulevaros Arago, Saint- Marcel, de l'Hopital, die Austerlitzbrücke und den Bastilleplatz lawinenartig an und wurde auf dem Pcre Lachaisc selbst abermals durch die unabseh- bare Zahl der dort Harrenden verstärkt, so daß wohl mehr als fünfzig- tausend Menschen der Antigone des alten Raspail, wie man diese auf opferungsreiche Tochter nennen durfte, die letzte Ehre erwiesen. Der greise Franz Raspail folgte in Begleitung seines Sohnes Benjami» der Leiche in dem eisten Trauerwagcn und ließ es sich nicht nehmen, der Feierlichicit, von der natürlich zedc geistliche Handlung streng aus- geschlossen war, bis zum Schlüsse beizuwohnen; au der Seite der sonstigen Mitglieder der Familie Raspail ivareu der Senator Tolain und etwa vierzig radikale Abgeordnete und Gemeinderäthe mit Louis Blane an der Spitze erschienen. Schon unlcrwegs niachte das Volk i<>in->n Äesüblen mehrmals und mit besonderer Stärke auf dem Bastille- »lake und in der Rue de la Roquetle durch die Rufe Luft: Es lebe die Republik' Es lebe die Amnestie! Es lebe Raspail! Aus dem -sriedbose vollends wollten die Huldigimgen für den greisen Revolutionär kein Ende nehmen. Am Grabe sprachen der ehemalige Präsident des Memeinderatbs Forest und der radikale Abgeordnete und Volksmann R ad aud, Beide nicht°hn° sich über die politische L-idensgeschich-e ÄneLii's und seiner Kinder und über das Bedurfniß einer allgemeinen «mneNic au v-rbreilen. Marie Raspail wurde dann unter neuen Hoch- �en auf die Republik und Amnestie in der nahe bei dem Grabmal d-s nraben Eastmir Parier gelegenen Fannliengrust beigesetzt, worauf der alte R-�ail sich»ur mit der größten Mühe vor den Ovationen j der ihn umdrängenden Volksmenge in seinen Wagen retten konnte. Die Polizei verhielt sich ruhig, und das war anerkenncnswerih. — Ein himmelschreiendes Unrecht ist in'der letzten Sitzung des Reichstags passirt. Der Abgeordnete von Bonin fordert- nämlich das Haus auf, zum Danke für die umsichtige Leitung des Präsidiums und des gcsanimlen Borstands, dann für die Bemühungen der Justiz. conimission und deren Vorsitzenden sich zu erheben. Der Abgeordnete Valeniin, welcher nicht mir zu den also gefeierten Personen gehörte, soll äußerst ergrimmt über solche Undankbarkeit sein und sich nicht wie- der wählen lassen wollen. — Avis für die Redaktion der„National-Zcitung". In der vorigen Woche brachte die wohlanständige„National-Zeitung" in einem Leitartikel die Notiz, daß der Abgeordnete Windthorst unter dem„Beifallsgejohte" der Sozialdemokraten im Reichstage gesprochen habe. Uns kann solche Schimpferei allerdings nicht beleidigen; doch es wäre im Interesse der von zwei Reichsiagsu bgeordn. len redigirten„National-Zeitung", wenn wir einen Vorfall verschweigen, der nach der„berühmten" Reichs tags wein probe sich ereignete und bei welchem ein ganz anderes„Gejohles. zu venji'"-—~— 1 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Noch will ich berichten, ' inan in letzter Zeit sich in der nordischen Presse große M„ giebt, die bekannten deutschen Sozialisten besonders heftig anz greifen und durch allerlei Verläumdungen zu verdächtigen. Ai die„Jtzehoer Nachrichten" haden dies versucht, doch wurden di selben durch treffliche Erklärungen unserer Reichstagsabgeor! neten Hasenclever und Haffelniann auf das Beste abgefertic Jetzt versucht es der„Hamburger Correspondent" und'läßt si aus Altona einen Bericht senden, der in äußerst unklarer Wei Hasenclever angreift und von schnöder Verwendung") der A beitergroschen redet. Doch unsere Arbeiter kennen derlei Mack Nationen»nd lassen sich nicht beirren— der 10. Januar wi dies in eclatanter Weise zeigen. Kaderskebcn. Auch hier hat man angefangen', das Prinzi der Lohnherabsetzung anzuwenden, indem' die vereinigten Stel machermeister unterm 1. December uns einen Lohntarif übe, reichten, welcher die Löhne um 16 pCt. herabdrückt. Da wi natürlich nicht darauf eingehen konnten, beriefen wir eine Gc Werkschaftsversammlung darüber ein, wozu wir die Herren Prir zipalc einluden, welche indeß durch ihre Abwesenheit glänzte, und uns einen bevollmächtigten Lehrburschcn sandten, um nn aufzufordern, unfern Beschluß schriftlich bei den Herren einzi reichen. Dieses thaten wir denn auch mit einem neu herg stellten, dem alten gleich hoch gestellten Tarif, mit der Bitte, dei selben anzunehmen, da im entgegengesetzten Falle wir unter Eii! Haltung der gesetzlichen 14tägigen Kündigung uns genöthi sähen, die Arbeit niederzulegen. Die Herren Prinzipale b willigten nnsern Lohntarif, worüber wir recht erfreut wäre Doch der Arbeiter denkt und das Kapital lenkt! Wir wurde überrascht mit einem Arbeitsausschluß, die Herren mußten si aber der Bestimmung 14tägiger Kündigung fügen, so ungern j dieses auch thaten. Sie glaubten uns ohne Weiteres auf Straßeiipflaster setzen zu können. Gleich in den ersten Tage entließen sie 12 Mann und 8 Tage später alle übrigen. Ma versucht uns durch Hunger mürbe zu machen, da besonders viei verheirathete Collegen hier sind, doch wir wollen uns bra halten. Die Herren thnn der gerechten Sache blos gute Dienste Viele sind dadurch für die Sozialdemokratie gewonnen.— Nun werthe Collegen Deutschlands und Dünemarks, haltet Euch» viel wie möglich fern von hier, denn unser Sieg ist auch d Eurige. Zugleich richten wir an Euch, werthe' Collegen, d Bitte, uns kräftig zu unterstützen, dcnii der Winter drückt 1 Familienväter sehr hart. Wir werden's Euch nicht vcrgef ivcnn bessere Zeiten für uns kommen, und unsere Pflichten 1, der zu erfüllen suchen. Unterstützungen bitten wir an Chr. Fick, Stellmack Goskerstraße Nr. 731 in Hadersleben, Nordschleswig, zu senk H. Maack, Vorsitzender des Stcllmacher-Vercins. Alle Arbeitcrblätter werden freundlichst um Abdruck gebeten Müllen, 17. Dez.(15. Hannoverscher ReichZtagswahlkreis. Am 7. November hielten wir eine Volksversammlung ab, welch, von ca. 400 Personen besucht war. Herr August Kapell aus Hainburg refcrirte zu Aller Zufriedenheit und wurden ihm viel, Beifallsbezengilngen gebracht, auch folgende Resolutlon cinstim mig angenommen:„Die heutige Volksversammlung erklärt siö mit den Ausführungen des Redners cinverstanden und versprich Jeder der Anwesenden nur dem Arbeitercaiididateii seine Stiinin zu geben, und proklamirt die heutige Versammluiig Hrn. Augr Kapell aus Hamburg zum Rcichstagscandidaten des 15. Hau. verscheu Wahlkreises Uelzen." Am 24. November hielten wi. für Nevenscn und Umgegend, am 25. in Uelzen eine Bolksver sammlung ab, wo Herr Otto Kapell Vortrag hielt; folgendc Resolution wurde in beiden Versammlungen einstimmig ange nommen:„Die heutige Volksversammlung ist überzeugt, nur durck die Prinzipien der Sozialdemokratie vom Elende befreit zu wer den, und verspricht jeder mit aller Energie dafür zu wirken, das der Arbeiter-Candidat siegt."— Am 26., Nachmittags in Clenze Abends in Bergen a. d. Demme, sollte Herr Otto Kapell da- Referat übernehmen, doch die Berger Nationalliberalen hatte 10 und 20 Mann zum Skandalmachen gedungen. Als dah« Herr Otto Kapell zu sprechen anfing, ging der Lärm los. Hei O. Kapell versuchte fünf Mal zu sprechen, wurde aber iinmc niedergeschriecii. Die überwachenden Beamten inußten 14 Man, denmiziren, O. Kapell und Schmidt sollen Zeugen sein. Di. Versammlung mußte geschlossen werden.— Am 27. fand ir Lüchow, am 28. in Danneilberg, am 29. in Weerssen Volks Versammlung statt, in welchen Herr August Kapell referirte. Ir allen drei Versammlungen wurden Resolutionen im obigen Sinn angenommen.— Am Sonntag, den 3. d. M., hatten die Lide raten in Bergen Versammluiig. Wir hatten zwei am selbig, Tage, eine Volksversaminlung und eine sozialdemokratische Wähl Versammlung, angemeldet und fanden sich 13 unserer F� aus Uelzen bereit, die Reise �mit anzutreten, mit 1500!L aufrufen, 200„Nieder m. d. Sozialdemokraten" und andern B schüren beladen. Während der Fahrt hatten wir Gelegenhr. nach allen Gegenden unseres Wahlkreises Wahlaufrufe und Bliche aus Reisen zu schicken. Unsere Freunde aus Bergen trüge Wahlaufrufe und Bücher aus, es hielten in den Arbeiterw nungen 81 Brochüren ihren Einzug � und»veitere 120 wer ihnen jetzt schon gefolgt sein. August Kapell konnte erst g� 5 Uhr kommen. 3 Uhr 40 Minuten ivurde die Versamml eröffnet und erhielt Herr Heinecke aus Uelzen das Wort, u er verstand es trefflich, seine Zuhörer zu fesseln, bis Herr Äugu Kapell in den Saal trat. Sodanii sprach Herr A. Kapell H'ft Bedauern aus, daß er nicht eher hätte kommen können. A> Schlüsse forderte Herr Kapell auf, wer uun erkannt habe, de die Bestrebungen der Sozialdemokraten die richtigen seien,> möge ihn, den Arbeiter-Candidaten, wählen. Eine ResolnUu. zu des Redners Gunsten wurde angeilommen. Herr Heineckc berichtete hernach, daß Herr Seesselberg in Weerssen am Sonn- abend, den 2. d. M., b'h Uhr Abends, seine Arbeiter zusammem rufen ließ und erklärte, daß sie Alle über 14 Tage eutlassen würden, er wolle keine Sozialdemokraten in Arbeit haben, und hielt dann einen Vortrag, daß die Sozialdemokraten die Maschft uen zerstören wollten und noch mehr solch Gefasel. In Berc machten die Liberalen auch einem Herrn Kalsch Vorstellung doch dieser chrenwerthe Mann wies die Antragsteller e schieden mit den Worten ab: Jeder kann glauben und ein Partei augehöreu, welcher er will, wenn er nur sei, *j Unser Parteiorgan, dal„Hamburg-Allonaer Volksblatt", bri.. den bctresfendeii Wortlaut aus dem„Hamburger Correspondent" m, dem Bemerken, es mir zu überlassen, solcher Behauptung entgegenzu treten. Ich verweise in erster Lmie aus meine Erklärung in de: „Jtzehoer Nachrichten", die ja auch im„Hamburg-Ationaer Volisblatt abgedruckt worden ist. Dann'aber überhebt mich die Ächtung, welchi ich bei meinen Parteigenossen und vielen tausend braven Arbeiten genieße, auf solche schmutzigen Ängrijfe immer und immer zu er widern. Der sonst so reinliche„Hamburger Correspondent'- aber sollle sich schämen, daß er sich von seinem Altonaer Benchlerstattei • jeit macht*).— Ein Antrag, die Tagcskosten betreffend, � Nnn ergriff Herr Löivenstein das Wort und führte aus, daß alle ( 2 de vom Amtshauptmann aus Lückow verweigert, auf Grund( die verschiedenen Parteischatlirungen gegen die sozialdemokratische ' Hannoverschen Gesetze. Herr Schmidt aus Bergen erwiderte, Partei seien u. s. w.� diese nennen uns Reichsfeinde, während es nach den Obertribunalsbeschlüssen gestattet sei und er! es eher umgekehrt sei. Als Herr Löwenstcin noch Einiges kriti- Beschwerde führen müßte.„Können Sie thun," war die Antwort, sirte, wobei auch der Redakteur des„Hofer Anzeigers" herhalten lehrere entschlossene Männer aus Bergen traten vor und sagten� mußte, weil er uns die Bekanntmachung zur Versammlung vcr- reiwillig, ohne Antrag, kann ich doch geben, was ich will, und weigerte, endigte er seinen Vortrag, welcher zur größten Zu- gten ihr Scherflein auf den Burcautisch. Zum Schluß rufe; friedcnhcit von den Anwesenden aufgenommen wurde. Zum f.) alle Arbeiter des Uelzencr Wahlkreises auf, von jetzt ab Schluß wurde Löwenstein vom Vorsitzenden Hedrich zum Reichs- nabläsfig thätig zu sein und keine Opfer zu scheuen, nur dann l tagscandidaten des Hofer Wahlkreises empfohlen und von den t der Sieg für uns gewiß. Versammelten einstimmig angenommen.— Ueber die Bersamm- Ii r; 1. Ii kw kF Alle Briefe:c. sind an meine Adresse zu senden. August Meyer, Cigarrenarbeiter, Hambrockerstr. Rr. 416. NB. Alle Arbeiterbläter werden um Abdruck gebeten. Krankfurt a, M. Tas Urtheil in dem Prozeß Mehring- lung hat der„Hofer Anzeiger" einen Bericht voll des blühendsten Unsinns geleistet, der nur vortheilhaft für uns wirken kann bei denen, die denken. Eutingen, 11. Dez. Der„Schwäbische Merkur", Hauptorgan der Rationallibcralen schreibt: „Tie heute Abend stattgefundcne, sehr zahlreich von Partei- genossen und Neugierigen besuchte sozialdemokratische Ber- s am m lung*), in welcher der Candidat der Partei für den Reichstag, Biottelcr, auftrat, konnte freilich dem„Kundigen" (aha!) nichts Neues bieten, wohl aber eine lehrreiche Illustration dafür sein, daß Manches, was dem„Mündigen" als Phrase oder Utopie klar geworden, für den„Unmündigen" süßes Gift ist, ganz geeignet, den„gesunden" Menschenverstand in _. Verwirrung zu bringen**). Der äußerst gewandte Redner, der fit angeblich„nationalen",„praktischen" Lasalle gegen die! in 2'/zstündigcr freier Rede erst von der Geschichte seiner Partei, A*iiaterlandslosen Communisten" in's Feld zu führen— dann von der Thätigkeit derselben in der ablaufenden Legislatur- HtjiljNz wie Dr. Rudolf Meyer, das Wagener'sche Faktotum Periode und endlich auf Interpellation hin über die Stellung der '(Cnb Dr. Max Hirsch, der Gönner des traurigen Lumpacius Sozialisten zur Ehe und zum Eiqenthum sich des Breitern aus- Heister. R. d. V.).- g'-".....-- � •f o--------.~,p*~«"V————■/—— W—— v'- o ij, Zonnemann ist, wie nach den Verhandlungen. �.t anders zu 'y.cwarten war, vollständig zu Gunsten Sonnemann's ausge- � fallen. Herr Mehring hat damit den verdienten Lohn erhalten. Ueiläufig qualifizirt dieser Mensch sich mehr und mehr zum -a Offiziösen. In feinen von der„Magdeburger Zeitung" ver- lia jffentlichten Schimpfartikcln über die deutsche Sozialdemokratie Hf, igt sich das recht deutlich. Ueberwinden Sie einmal den Ekel td lesen Sie das Zeug durch(ist theilweise geschehen R. d. V.t, � id Sie werden als rothen Faden das Bestreben finden, :igfi Ludwigshafeu, 6. Dezember. Am 3. d.M. fand im Lokaie Wum Baierischen Hof" hier eine gut besuchte Volksversammlung ' mit der Tagesordnung:„Die Volksvertretung im Reichstag." 'ciuwjch der üblichen Bureauwahl erhielt Herr Dreesbach zur keiMzgxAgrduung das Wort und erledigte durch eine längere Rede kei;r Zufriedenheit der Anwesenden seine Ausgabe. Hierauf er- ließ, verstand es meisterhaft, die sozialistischen Grundsätze als so naturgemäß und unschuldig hinzustellen, sie mit solch idealem Schimmer zu umkleiden, daß man kaum mehr begreifen konnte, warum nicht schon lange die sozialistische Genossenschaft irgendwo zur Wahrheit geworden. Redner beklagte sich bitter(?) darüber, daß seine Partei bis jetzt aus Süddcutschland noch keinen(?) Erfolg zu verzeichnen habe, während sie in Norddeutschland» seit ' Zprecrselbst in den Räumen des Gasthauses„Zum neuen Hause" k�ne öffentliche Volksversammlung statt mit der Tagesordnung: ■ � Die bevorstehende Reichstagswahl". Als Referent war Herr Lingner aus Achim anwesend. Die ziemlich gut besuchte ersammlung folgte mit regem Eifer den Ausführungen des ' edncrs. Eine Resolution im Sinne unserer guten Sache wurde . Angenommen. � � NB. Gesinnungsgenossen in den verschiedenen Orten unseres - � Wahlkreises bitten wir, ihre Adresse an den Vorsitzenden des ■®0 nff Genosse Ehrhardt aus Mannheim das Wort, sich an die 1859 auf dem Posten gestanden sei und hofft, der Zeitpunkt sei Ausführungen des Referenten anschließend, und empfahl für die da, wo auch bei uns Schwaben endlich die bessere Einsicht zum ' m Ochste Reichstagswahl Herrn Drcesbach als Arbeitercandidaten. Durchbruch kommen werde.— Wir glauben vom„gesunden" l;i»e kurze Ansprache unseres Candidatcn schloß die begeisterte Sinn des schwäbischen Stammes erwarten zu dürfen, daß„der- j y- Ersammlung, welche der Behörde wiederum durch ihr ruhiges artige Agitationen" bei uns noch auf dürren Boden fallen." .. �d musterhaftes Benehmen von Anfang bis zu Ende bewies, Dies schreibt der„kundige" Thebaner aus Schwaben, der , V>.e unnütz es ist, bei jeder Versammlung unsererseits ein Heer unfehlbare Erkenncr der„Mündigen" und„Unmündigen". . Sicherheitsbeamtcn aufzubieten. Auch in dieser Bersamm Mögen die Schwaben sich recht bald des Ruhmes cntschlagen, d i�rjw waren nicht weniger als vier Gcnsdarmcn, fünf Polizei- von solcher Seite sich das„Mündigkeitsattest" ausstellen zu r'i"!cr und der Polizeicommissär anwesend. Abends 8 Uhr er- lassen.— Wir geben diesen Bericht aus gegnerischem Munde; 'st�it �etcn wir wieder eine Volksversammlung in dem benachbarten mögen unsere Leser darnach bemessen, wie die Dinge ii Weiteren : Friesenheim, welche ebenfalls sehr gut besucht war und mit für uns in Schwaben liegen, da wo gekämpft werden kann. „ifcso|wselben Resultate wie in Ludwiashafen endete. Zittau, am 21. November. Wählerversammlung hier im j, chllcrodc a. Karz, ll). Dezember. Am heutigen Tage fand„Deutschen Hause". Tagesordnung: Tie Sozialdemokratie und -«jx----- w o--------- die Rsichstagswahl, sowie Aufstellung eines Neichstags-Kandidaten für den ersten sächsischen Wahlkreis. Referent: Herr Kayser aus Dresden.'Als nach dem beifällig aufgenommenen Bortrag der Vorsitzende, H. Wenzel, zur Interpellation aufforderte, meldete sich Niemand; obgleich Gegner genug anwesend waren. Er empfahl Herrn Hugo Kell er« aus Görlitz der Versammlung als Reichstags- Kandidat. Eine Resolution dahin gehend: Die Versammelten wollen erklären, daß sie mit den Prinzipien der Sozialdemokratie völlig einverstanden und mit allen gesetzlichen Mitteln die Kandidatur des Herrn Keller unterstützen, wurde gegen 3 Stimmen angenommen. Herr Keller, welcher anwesend war, versprach in nächster Zeit seine Kandidatcn-Rede zu halten. Sonntag, den 3. Dezember, hielten wir in Reibersdorf eine Wählerversammlung ab, woselbst Herr Keller das Arbeiter- Programm entwickelte. Nach Schluß seines gediegenen Vortrags empfahl ich der zahlreichen Versammlung, Herrn Keller als ihren Kandidaten anzuerkennen; gegen 4 Stimmen wurde dies angenommen. Die Tellersammlung ergab 3 Mark 24 Pf. Montag, den 4. Dezember, war von gegnerischer Seite eine Wählerversammlung einberufen. Das Bureau kam in die Hände der Fortschrittlcr, diese Partei hat sich hier erst gebildet und ihr Organ ist die hiesige„Morgen- Zeitung", Inhaber ist Herr Fabrikant Fränkel. Derselbe wurde auch in dieser Versammlung als ihr Rcichstagskandidat aufgestellt und nahm derselbe dankend an. Ich und Wenzel meldeten uns zum Wort und wir legten den Arbeitern an's Herz, die Nationallibcralen und Fortschrittler um des Kaisers Bart streiten zu lassen, denn wir haben unfern eignen Weg zu gehen. Darauf empfahlen wir unfern Hugo Keller; der reichliche Beifall, der uns ward, machte die Herren etwas stutzig. Es wurde dann der Antrag gestellt: Die 3 Kan- didatcn mögen an einem Abende ihr Programm erläutern, damit die Wähler sich ein genaues Urtheil bilden können. Es kam zur Abstimmung und wurde angenommen. Auf einmal erklärte der Vorsitzende, das ginge nicht! Tarauf großer Tumult und die Versammlung soll heute noch geschlossen werden. Renke. Hctsnih, 18. Dezember. Tic Wahlaussichten im 23. sächs. Wahlkreise sind für unfern sozialisttschcn Candidatcn M. Reißer in Bremen recht günstige. Hatte derselbe schon vor einigen Wochen bei seinem ersten Austreten in mehreren Hauptorten des Kreises sich einer günstigen Aufnahme seitens der kleinen Gewerb treibenden und Arbeiter zu erfreuen, so bewiesen die kürzlich nacheinander in Kricschwitz, Großfrießen, Schneckcngrün, Neun- wie alle übrigen am Schlüsse für unfern Reißer. Parteigenossen des 23. Wahlkreises, die Chancen sind für uns außerordentlich günstig, überall, wo der liberale Advokat Krause sich zeigt, finde! er schwachen Besuch,' während unsere Versammlungen sich eines massenhaften Besuchs erfreuen. Werdet darum nicht müde in Eurem Eifer, sondern seid auf dem Posten und erinnert Euch des Wortes von St. Simon: Arbeiter, erhebt Euch, denn Ihr habt große Dinge zu vollbringen. n. jHeichenvach i. H. Im 22. Wahlkreise wird jetzt regeres Leben, nachdem die früher vereinten Gegner mit der Candidaten- Vorstellung und gegenseitigen Plänkelei in der Presse begonnen haben. Beide Parteien scheuten die Oeffentlichkeit, da die Eon- servativen per Einladung, an der Spitze Amtmann und Pastor von hier auf die Gemeindevorstände einwirkten und dieselben nebst Gesinnungsgenossen zu einer Wählerversammlung in die Turnhalle am vergangenen Sonntag beriefen, woselbst Conrad v. Trützschler seine Candidatenrede hielt. Zu gleicher Zeit tagte in Elsterberg eine Versammlung der Liberalen, in welcher Spinnercibesitzer Dictel sich als Candidat vorstellte, um vor Ge- sinnungsgenossen sein Programm zu entwickeln. Ter Einberufer erklärte sofort, daß Debatte nicht stattfinde, und verbat sich alle Bei- und Mißfallsbezeuaungen. Redner erwähnte der Sozial- dcmokratie und meinte, solche unerreichbare Bestrebungen müßten schließlich zu Gewaltthätigkeiten führen, die Ungleichheit in ver- schiedencn Dingen sei auf die verschieden gearteten Menschen zurückzuführen und nach seiner Meinung werde es immer so bleiben. Unter schönen Versprechungen, für das Wohl des qe- sammten Volkes eintreten zu �. n, schloß der Redner. Erbaut und begeistert werden selbst�'ej Anhänger nicht gewesen sein. In der Presse regten sich die'Libcralen und meinten, Amtmann und Pastor müßten über den Parteien stehen, zugleich wurde den Bauern in Erinnerung gebracht, daß sie doch den Liberalen ihre Freiheit zu verdanken und von den Conservativen nichts zu er- warten haben. Dieserhalb scharfe Entgegnung vom Amtmann, welcher den Liberalen sagte,„sie verständen nicht, was liberal sei, und verdienten den Namen gar nicht", desgleichen vom Pastor, welcher daran erinnert, daß 1867 von den Liberalen ein Pastor (Heubner) aufgestellt und gewählt worden sei.— Acht Tage früher veranstalteten die Lcngenfelder Liberalen eine öffentliche Volksversammlung zur Empfehlung Dietcl's, wurden aber von den Sozialisten Rohleder, Blum und Müller heimgeleuchtet. Bei dem baldigen Ankommen Auer's wird der Sturm ein gewaltiger werden. Das Centralcomitö. ' �-er weggereist, hatten wir keine Volksversammlung mehr, weil -m�s kein Lokal mehr zur Verfügung stand, indem die Wirthe � pn der Polizei eingeschüchtert wurden. Am Mittwoch, den l£ a' 9. November, Abends 8 Uhr, hielten wir in unserm Versamm- '.'H n�slokal bei Herrn Jakob Ziellenbach eine Volksversammlung A ,, hxj der Herr Fr. Weidemann aus Hamburg refcrirte. i'?)(ie Versammlung war ziemlich gut besucht und hatte die Tages- i ß-dnung: Ueber die Aufgabe des Volkes bei der nächsten Reichs- i ro'j�ayl. Der seines Gegenstgndes mächtige Redner for- �tc die Versammlung auf, nur einen Arbeitercandidaten S l�.d der nächsten Reichstagswahl aufzustellen, die Versammlung Vfiltc' dieser Aufforderung einstimmig Beifall und es wurde Herr � A)-. Weidemann als Rcichstagscandidat vorgeschlagen. Eine ' jfj olksvcrsammlung wird Montag den 18. d. abgcbalten werden, -.. orin Herr Weidcmann wieder referiren wird; wir aber hoffen, ■." ii größeres Lokal zur Disposition zu haben. Vp Jos. Buchbendcr. I Ronneburg, 20. Dezember.(Alten burger Wahlkreis.) Da � V t längerer Zeit das Parteiorgan von uns nicht in Anspruch �ommen wurde, und daher bei anderen Parteigenossen der ' dacht entstehen kann, wir hätten uns auf die Bärenhaut ge- , 5" fo sehen wir uns veranlaßt, von der letzten Thätigkeit zu ''.i l 5-n. Wo es uns gelang, Lokale zu bekommen, haben wir ('.mmlungen abgehalten, doch in vielen Orten wurden wir - Beeinflussungen der Wirthe daran verhindert. So fanden ■!n AI Ronneburg vom August bis jetzt mehrere sehr gut besuchte . rsammlungen statt, in denen die Herren A. Zwiebler und > Stolle mit gutem Erfolg referirten. Einige Tage später ,1°" �.w f. > J ji".�tagscandidaten, erledigte. Beide Versammlungen waren Pabstlcithen und Eichigt abgehaltenen Versammlungen, daß uniere � �. Arbeiterbildnngöverein. ! i-.iL gut besucht. Hierauf ging's nach Selka uud Schmölln, wv Prinzipien auch bei der Landbevölkerung immer mehr Änerken Sonnabend, den 30. Tecember: Tiskussion. ' Ml fSfnlY„ in fiöfnAfpn MprfrtmmTimnpi: nnnn finSon ck>ip ffpfä in nrnfipn rtllä Itlpilpm Itmfrplü' rldcnhain, wo W. Mehlhorn aus Glauchau referirte, und vo derselbe auch nach Ronneburg ging und die Tagesord- An die Gesinnungsgenossen des Naumburg-Weisiensels- Zeitzer Wahlkreises. Nur noch ein paar Wochen und die Reichstagswahl ist wieder da benutze daher ein Jeder diese kurze Spanne Zeit, um für unsere Idee Propaganda zu machen. Wie Ihr wißt, brauchen wir Stimmzettel, Wahlaufrufe u. f. w.; da diese Sachen aber nicht umsonst zu haben sind, so ist es auch Eure Sache, dafür mit einzutreten, damit die zur Wahl nothwendigen Gelder beschafft werden. Es ergeht deshalb an Alle, welche es redlich mit der Sache des arbeitenden Volkes meinen, die Bitte, thatkräftig Hand an's Werk zu legen und überall Gcldsamm- lungen zu veranstalten, damit wir auch ein günstiges Resultat erzielen. Gelder u. s. w. sind an dcn Kassirer des Wahlcomitüs, Herm. Müller» Bescnstr. 2, zn richten. Zeitz, den 17. Dezember. Das Arbeiterwahlcomitö: Herm. Voigt, Borsitzender. Berichtigung. Unter dem„Offenen Schreiben an Hrn. Tölcke" muß es heißen: Heinrich Pilster. Briefkasten der Redaktion. F.?. S. in M. und H. in Verden: Wir können nicht jedem„Käseblatt", wie Sie das zugesandte Blättchen nennen, auf derlei dumme Angriffe antworten. Meistens sind solche Artikel nicht eigenes Fabrikat, sondern sie sind aus der bekannten Berliner Werkstätte bezogen. Die Parteigenossen werden gebeten, uns wenn möglich die Adresse des Drechsler Ehristian Zollinqer aus Wiesbaden mitzuthcilen. Duisburg, 20. December 1876. I. A.: Carl Maaß. Quittung. Administration der„Arbeitcr-Wochenchronik" Pest Ab. 19,32. Snm. Coburg Ab. 9,00. Knchrlhr Hof Ab. 10,60. Albtrz Eßlingen Ab. 38,50. Schltr Dresden Ann. 2,10. Genossenschasis- tischlerei Cöln Ann. 3,50. Khnk Kiel Ann. 1,50. Entz S. Franzisko Ab. 77,87. Kllmnn Troppau Ab. 3,00, Schr. 2,00. Grd Stötteriv Ab. 4,60. Kch Oberdöbling Ab. 11,27. Wchtr Bludenz Schr. 5,39. Kls Magdeburg Ab. 21,10. Bttchr Gera Schr. 10,60. Mrht Hainichen Schr. 12,70. Busch Dortmund Schr. 2,50. Fg Berka Schr. 6,30. Kmnil Gotha Schr. 1,15. F. A. Srg Hoboken Ab. 200,00. Grbnstn Lindenau Ab. 0,80, Schr. 4,95. Engl Reudnitz Ab. 18,55. Hch Frankfurt Ab. 13,40. Gl Kiel Schr. 0,75. Plstr Geringswalde > Schr. 3,00. Ufrt Weimar Schr. 9,70. Grbstn Gohlis Ab. 5,60 und 36 80, Schr. 9,10. RSbch Ulm Schr. 5,50. Al. Crln St. Louis'lb. , 9,76. Rdgr Halle Ab. 9,85. Grbl Nordhastedt Ab. 4,40. Spring Eilenburg Schr. 9,00. I: Mrf London Ab. 40,80. I. Blm Jaroein Schr. 1,25. Die bevorstehende Reichstagswahl und Proklamirung des i dorf, Weischlitz, Straßberg, Triebe!, Posseck, Bobenneukirchcn, �stagscandidaten, erledigte. Beide Versammlungen waren; Pabstlcithen und Eichigt abgehaltenen Versammlungen, daß unsere Wahlfonds. Blm Jarocin 2,90. Bon Setzern u. Maschinenmeistern des Biblis- graphischen Instituts(Reudnitz-Leipzig) durch H. Rößler 6,55. Mch rere Arbeiter der Blüthncr'schen Fabrik 4,35. jvt Programm klarlegte. Ferner in Posterstein und Nöbdenitz, "■j' Kche ebenfalls gut besucht und wo die Anwesenden sich mit den . �ertführungen Stolle's vollständig einverstanden erklärten, sowie �„ jCol Candidatur desselben befürworteten. Am 17. d. Mts. in *'.fl..... rt»-v» � f /A Ca rt A-V-Ht V*#A 4 /% A* er Candidat W. Stolle in zahlreich besuchten Versammlungen nung finden. Die stets in großen Massen aus weitem Umkreise zugeströmten Landleute und armen Weber hörten mit gespann' testet Aufmerksamkeit und lautloser Stille seinen Ausführungen zu; am Schlüsse derselben erklärten sie überall einstimmig, für unsern Reißer am 10. Januar stimmen zu wollen. In den \ Acnneburg, wo an Stelle' Klute's die beiden Herren Bretter � meisten Versammlungen wurden Tellcrsammlungen zur Bcstrei- �'t Cs Gera und Mehlhorn aus Crimmitschau das Referat über- tung der unvermeidlichen Unkosten beantragt, was ohne Wider- '' chmcn. Die Versammlung, zahlreich besucht, belohnte die spruch von den Versammelten acceptirt wurde; aber die mächtige '« A�ercnten für ihr gediegenes Referat mit lebhaftem Beifall, Polizei sah darin eine zu wirksame Unterstützung unserer„Umsturz- ; j 1 cnso wurde die Candidatur Stolle's einstimmig unterstützt. Ideen" und verbot zuletzt dieselben. Ich berief mich auf den ,'t a alle Versammlungen vom besten Geiste beseelt, ferner die bekannten Obertribunalsbeschluß, nach welchem Tellersammlungen j 1*'.chcr für Stolle einzutreten erklärten, so können wir mit Zu nicht verboten werden können, aber der Unkenntniß und Willkür ■ j. cht dem 10. Januar entgegen sthcn. Wäre nicht die große � der Herren„Vertreter des Gesetzes" gegenüber umsonst. Um i.'ch 1 cllosigkeit der hier hauptsächlich aus Webern bestehenden noch ein Beispiel anzuführen, sei erwähnt, daß der Gemeinde �' tKöijIterung uns zu sehr im Wege, so hätte der bisherige Ver- vorstand in Triebet vom Einberufcr der Versammlung sich 25 Pf. ,' crr, Herr Appellationsgerichts-Vicepräsident Dr. Wagner, sein sür die Bescheinigung geben ließ: dies gab mir Gelegenheit den i« 1 getarnt am längsten bekleidet. Wählern einzuschärfen, daß am Wahltag ein Jeder wohl darauf �„a"e Sof, 18. Dezember. Obgleich wir seit längerer Zeit durcki achten möchte, daß die gesetzlichen Vorschriften von den dazu Bc- l�c Zolizei in Hof lahmgelegt sind, weil jede Versammlung als rufencn genau befolgt würden. Die Versammlung erklärte sich / K..ssetzung der ausgelösten Mitgliedschaft betrachtet und somit- k.''r fqclöst wird, ließen wir es uns doch nicht verwehren, eine! �...... t. i wir die Versammlung eröffneten, erschienen flvei Polizei„Mündige" und„Unmündige" in einer Volksversammlung zu j ernmisiäre mit Bedeckung, die Wählervcrsammlung zu überwachen, unterscheiden, vermag wohl nur liberaler Scharfsinn.— Daß„gesunder" " Menschenverstand verwirr! werden kann, ist auch interessant. Schöne Ue nt Wir zollen dem Ehrenmann unsere volle Achtung. R.d.V.„Gesundheit" das! D. R. Sonntag, den 31. Tecember: Sylvesterfeier im Vereinslokal. Mitglieder und Freunde des Vereins sind hierzu eingeladen._ Der Vorstand.[1,80 OollAAtt Donnerstag, den 28. Tecember, Abends'/a9 Uhr, bei Michaelis, Wmdmühlenstr. 7: Oeffentliche Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Die Reichstagswahlen. Fragekastendebatte. [60 Der Agent. Soeben ist erschienen: Ms dm Uttium von Wimrut und Glympia. Herausgegeben von G. R. Der Ertrag des Schriftchens wird dem Wahlfond überwiesen. Preis 10 Pfennig. Die Expedition des„Vorwärts"�_ Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12/11. in Leipzig. Druck und Verlag der GcnsffenjchaftSbuchdruckerei in Leipzig. I r