r-' s Erschcii'.t in Ain.iz Mittnioch, Freitag, Toantag. MoniicmcntöprciS lüe garz TeutlÄiaad 1 CO PI. Pro Luartal. Süoitais-Abonitrtneiue werdea bei alle:', t-eutscheii Postaostalten au! den 2. n ni> z. Monat, und aus den S. Monat besonders angenoinmrnl im trönigr. Eachsen und Herzogth. Sachsen- ichltcnburg auch aus den tlen Monat des Quartals tt dt Pig. Inserate betr. Bcrsammlungen vr. Pctitzeile Z!> P>., der:. Prioalangelcgenheitcn und Feste pro Petitjcile 39 Ps. Vorwar Aestellungm nehmen an alle Postanstaltcn und lllnch. Handlungen des An- u. Anölau..-. Filial- Expeditionen. New-Aorl: Soz.-demokr. Arnosteu- schastSvuchdruckerei, lüt Lläristgo iiir. Philadelphia: Pi,-Haß, gZU Kort!» 3rd HKprft. I. Voll, 112» Cmarlotte Sir. Chicago: A. Lanscrmann, SSS Uivi- sion Street. San Francisco: F. Enh, 418 v'l'ar» roll Street. London: Beuditz, 5 Xnsaan Street, Middlcsex Hospital. Eentrat Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 5. Freitag, 12. Januar. 1877 Menschenopfer. (Aus dem aincriksnischen Parteiorgan.luibour Standard''—„Arbcitcr- sahne"— für den„Vorwärts" übersetzt.) Tie Menschcnhckattrmben, die vor Kurzem in Brooklyn(bei dem cntsetzlickcn Thesterbrand, der einigen Hundert Menschen das Leben kostete) aus dem Aüare des Moloch geopfert wurden, war nur eine natürliche Folge der kapitalistischen Gesellschafts- sonn. Das kapitalistische Gesellschaftssystem beruht auf Con- currenz, d. h. Kamps Aller gegen Alle, Habsucht, Eigennutz und sonstigen schlimmsten Lastern. Die Menschlichkeit, das Menschen- thnm hat mit ihm nichts gemein, steht ihm in Todfeindschaft gegenüber. Leben, Ehre, Reinheit, Tugend, Gerechtigkeit und Glück werden diesem System geopfert. Millouen von Menschen werden aus seinen Altären durch Uebcrarbeitung und unge- nügende Ernährung geschlachtet. Es ist ein System des Krieges, des Todes, der Zerstörung und Verwüstung, lieber ein grausiges Ereigniß, wie der. Brand des Brooklyner Theaters es war, "dürfen wir nnS deshalb nicht wundern. Jeder Tag bringt uns die Nachricht von ähnlichen Menschenopfern. Erst vor ganz Kurzem fiel die Decke eines Opernhause? ein, und viele Men- scheu wurden getödtet. Jede Zeitung meldet uns, dafi Menschen, Männer, Weiber und Kinder, oft in Massen zusammen, in Bergwerken und Fabriken„verunglücken" und den gräßlichsten Tod finden. Fast alle sogenannten Vcrunglücknngen sind auf die vollständige Nichtachtung und Verachtung des Menschenlebens und ans die«icdrigsten Beweggründe der Habsucht zurückzuführen, welche das kapitalistische System auszeichnen, oder richtiger: brandmarken. Kirchen, Theater, Mieth Wohnhäuser, öffentliche Gebäude jeder Art werden möglichst billig, mit dem einzigen Gedanken an möglichst hohen Profit hergestellt. Der Erbauer — Baumeister wie Unternehmer— denkt nur an seinen persön- lichen Vortheil. Betrachte man die hohen Miethkaserncn, in die so viele menschliche Wesen eingezwängt sind,— wie steht es um die Vorrichtungen für die Gesundheit und Bequemlichkeit der Bewohner? Die dünnen Wände, das gebrechliche Balken- werk, die ganze liederliche Bauart beweisen, daß bei dem Bau an die Gesundheit und Sicherheit der Bewohner nicht gedacht wurde. Diese Miethkasernen wurden ja ausschließlich zu dem Zwecke gebaut, den Eigenthümcr zu bereichern. Was liegt an den Wiethern? Um zu der Brooklyncr.Katastrophe zurückzukehren, so ist bekannt, daß die vornehmen Theaterbesucher, welche die theueren Plätze inne gehabt hatten, zum größten Theilc mit heiler Haut davon kamen, während das plebejische Publikum der billigen Plätze das Hauptcontingent zu den Opfern lieferte. Bios für die Sicherheit Derer war gesorgt worden, die wohlgcfüllte Geld- beutel hatten. In der Musik-Akademie äußerte Dr. Durvea sich folgendermaßen:„Wen traf das Unglück am härtesten? Den armen Mann.� Diejenigen, welche auf der Galerie waren, von der nur eine schmale Treppe herabführte, so daß die Möglichkeit der Rettung fast aufgegeben wurde. Meine Frau, die unten in einer Loge saß, konnte sich retten, aber mein Söhnchen, das mit leinen paar Groschen Taschengeld auf die Galerie gegangen war, um sich das Schauspiel anzusehen, mußte elendiglich um- kommen. Es ist dasselbe System, welches die armen Auswan- derer in die Waggons zunächst der Maschine steckt, damit sie im Falle eines Zusammenstoßes zuerst verunglücken und mit ihren Leibern die Insassen der anderen Waggons decken. Wenn Ihr Eure Theater nicht so bauen könnt, daß sie auch dem Armen Sicherheit bieten, dann laßt den Armen überhaupt nicht in Eure Theater! Er ist doch auch ein Mensch. Und er verlangt ia nichts umsonst. Er braucht und fordert keinen Luxus, allein was er zu fordern ein Recht hat, ist Sicherheit! Beobachtung der nothwendigsten Vorsichtsmaßregeln, wie sie dem reichen Mann gegenüber als selbstverständlich gelten. Ich bin der Letzte, der da Lust hat, eine Klasse gegen die andere zu Hetzen, aber das sage jch- wenn ein Mensch der Gesellschaft wenig zu geben yat, 10 hat die Gesellschaft ihm entweder für dieses Wenige etwas Gutes zu geben, oder sie darf es nicht nehmen." �.T�llödie von Brooklyn kann sich jeden Moment in an- **ren" wiederholen. So lange die Habsucht Baumeistcrin ist, mühen wir auf solche Mcnschenhckatomben gefaßt sein. Herrn Engen Dühring's Umwälzung der Philosophie. Von Friedrich Engels. IV. „Das allumfassende Sein ist einzig. In seiner Selbstgeiuig- samkeit hat er nichts neben oder über sich. Ihm ein zweites Sein zugesellen, hieße es zu dem machen, was es nicht ist, näm- l�ch zu dem Thcil oder Bcslandstück eines umfangreicheren Ganzen. -vtndem wir unfern einheitlichen Gedanken gleichsam als Rath- wen ausspannen, kann nichts, was in diese Gedankeneinheit kmgehn muß, eine Doppelheit an sich behalten. Es kann sich aber dieser Gedankeneinhcit auch nichts entzieh».... Das Wesen alles Denkens besteht in der Vereinigung von Bewußtseinsele- tn«nten e'ncr Einheit.... Es ist der Einheitspunkt der Zu- t mmcnfassung, wodurch der untheilbare Weltbegriff cnt- Zy""d das Universum, wie es schon das Wort besagt, als r.was erkannt wird, worin Alles zu einer Einheit vereinigt ist." Soweit Hr. Dühring. Die mathematische Methode:„Jede »rage i)t an einfachen Grundgestalten axioma tisch zu entschei- Z"' wenn es sich um einfache---- Grundsätze der Mathe- £ hstndelte"— diese Methode wird hier zuerst angewandt. fnÄ öS- allumfassende Sein ist einzig". Wenn Tautologie, ein- mfäH.-'wderholung, im Prädikat, dessen was im Subjekte schon -geiprochen worden— wenn das ein Axiom ausmacht, so haben wir hier eins vom reinsten Wasser. Im Subjekt sagte uns Herr Dühring, daß das Sein Alles umfaßt, und im Prä- dikat behauptet er unerschrocken, daß alsdann Nichts außer ihn ist. Welch' kolossal„systemschafsender Gedanke"! Systemschasscnd in der That. Ehe wir sechs Zeilen weiter sind, hat Herr Dühring die Einzigkeit des Seins vermittelst unsres einheitlichen Gedankens in seine Einheit verwandelt. Da das Wesen alles Denkens in der Zusammenfassung zu einer Einheit besteht, so ist das Sein, sobald es gedacht wird, als einheitliches gedacht, der Weltbegriff ein untheilbarcr, und weil das gedachte Sein, der Weltbcgriff einheitlich ist, so ist das wirkliche Sein, die wirkliche Welt, ebenfalls eine untheilbare Einheit. Und somit„haben die Jenseitigkeiten keinen Raum mehr, sobald der Geist einmal gelernt hat, das Sein in seiner gleichartigen Universalität zu erfassen." Das ist ein Feldzug gegen den Austerlitz und Jena, König- grätz und Sedan vollständig verschwinden. In ein paar Sätzen, kaum eine Seite, nachdem wir das erste Axiom mobil gemacht haben, haben wir bereits alle Jenseitigkeiten, Gott, die himm- tischen Hcerschaarcn, Himmel, Hölle und Fegefeuer sammt der Unsterblichkeit der Seele abgeschafft, beseitigt, vernichtet. Wie kommen wir von der Einzigkeit' des Seins zu seiner Einheit? Indem wir es uns überhaupt vorstellen. Sowie wir unser» einheitlichen Gedanken als Rahmen um es ausspannen, wird das einzige Sein in Gedanken ein einheitliches, eine Ge- dankeneinheit; denn das Wesen alles Denkens besteht in der Vereinigung von Bewußtscinsclementen zu einer Einheit. Dieser letzte Satz ist einfach falsch. Erstens besteht das Denken ebensosehr in der Zerlegung von Bewußtseinsgegenständen in ihre Elemente, wie in der Vereinigung zusammengehöriger Ele- mente zu einer Einheit. Ohne Analyse keine Synthese. Zwei- tens kann das Denken, ohne Böcke zu schießen, nur diejenigen Bewußtseinscleiuente zu einer Einheit zusammenfassen, in denen oder in deren realen Urbildern diese Einheit schon vorher be- stand. Wenn ich eine Schuhbürste unter die Einheit Säuge- thicr zusammenfasse, so bekommt sie damit noch lange keine Milch- drüscn. Die Einheit des Seins, beziehentlich die Berechtigung seiner Gedanken-Auffassung als einer Einheit, ist also gerade das, was zu beweisen war, und wenn Herr Dühring uns ver- sichert, er denke sich das Sein einheitlich und nicht etwa als Doppelheit, so sagt er uns damit weiter nichts, als seine un- maßgebliche Meinung. Wenn wir seinen Gedankengang rein darstellen wollen, so ist er folgender:«Jch fange an mir dem Sein. Also denke ich mir das Sein. Der Gedanke des Seins ist einheitlich. Denken und Sein müssen aber zusammen stimmen, sie entsprechen ein- ander, sie„decken sich". Also so ist das Sein auch in der Wirk- lichkcit einheitlich. Also giebt's keine„Jenseitigkeiten." Hätte Herr Dühring über so unverhüllt gesprochen, statt uns obige Orakclstelle zum Besten zu geben, so lag die Ideologie klar zu Tage. Aus der Identität von Denken und Sein die Realität irgend eines Denkergebnisses beweisen zu wollen, das war ja gerade eine der tollsten Ficberphantasien— eines Hegel. Den Spiritualisten hätte Herr Dühring, selbst wenn seine ganze Beweisführung richtig wäre, noch keinen Zoll breit Gebiet abgewonnen. Die Spiritualisten antworten ihm kurz: die Welt ist auch für uns einfach; die Spaltung in Diesseits und Jen- seits existirt nur für nnsern specifisch irdischen, erbsündlichen Stand- Punkt; an und für sich, d. h. in Gott, ist das gesammte Sein ein einiges. Und sie werden Herrn Dühring auf seine beliebten andern Weltkörper begleiten und ihm einen oder mehrere zeigen wo kein Süudenfall stattgefunden, wo also auch kein Gegensatz zwischen Diesseits und Jenseits besteht und die Einheitlichkeit der Welt Forderung des Glaubens ist. Das Komischste bei der Sache ist, daß Herr Dühring, um die Nichtexistcnz Gottes aus dem Begriff des Seins zu beweisen, den ontologischen Beweis für das Dasein Gottes anwendet. Dieser lautet: Wenn wir uns Gott denken, so denken wir ihn uns als den Inbegriff aller Vollkommenheiten. Zum Inbegriff aller Vollkommenheiten gehört aber vor Allem das Dasein, denn ein nicht daseiendes Wesen ist nothwendig unvollkommen. Also müssen wir zu den Vollkommenheiten Gottes auch das Dasein rechnen. Also muß Gott existiren.— Genau so raisonnirt Herr Dühring: Wenn ivir uns das Sein denken, so denken wir es uns als einen Begriff. Was�in Einem Begriff zusammengefaßt, das ist einheitlich. Das Sein entspräche also seinem Bc- griff nicht, wäre es nicht einheitlich. Folglich muß es einheitlich sein. Folglich giebt es keinen Gott u. s. w. Wenn wir vom Sein sprechen,� und bloß vom Sein, so kann die Einheit nur darin besteh», daß alle die Gegenstände, um die es sich handelt— sind, existiren. In der Einheit dieses Seins, und in keinen andern, sind sie zusammengefaßt und der gemein- same Ausspruch, daß sie alle sind, kann ihnen nicht nur keine weiteren, gemeinsamen oder nicht gemeinsamen, Eigenschaften geben, sondern schließt alle solche von der Betrachtung vorläufig aus. Denn sowie wir von der einfachen Grundthatsache, daß allen diesen Dingen das Sein gemeinsam zukommt, auch nur einen Millimeter breit entfernen, so sangen die Unterschiede dieser Dinge an vor nnsern Blick zu treten— und ob diese Unterschiede darin bestehn, daß die einen weiß, die andern schwarz, die einen belebt, die andern unbelebt, die einen etwa diesseitig, die andern etwa jenseitig sind, das können wir nicht daraus ent- scheiden, daß ihnen allen gleichmäßig die bloße Existenz zugc- schrieben wird. Die Einheit der Welt besteht nicht in ihrem Sein, obwohl ihr Sein eine Voraussetzung ihrer Einheit ist, da sie doch zuerst sein muß ehe sie eins sein kann. Das Sein ist ja überhaupt eine offne Frage von der Gränze an, wo unser Gesichtskreis aufhört. Die wirkliche Einheit der Welt besteht in ihrer Mate- j rialität, und diese ist bewiesen nicht durch ein paar Taschen- spielerphrasen, sondern durch eine lange und langwierige Ent- Wicklung der Philosophie und der Naturwissenschaft. Weiter im Text. Das Sein, wovon Herr Dühring uns unterhält, ist„nicht jenes reine Sein, welches sich selbst gleich, aller besondern Bestimmungen ermangeln soll, und in der That nur ein Gegenbild des Gedankennichts oder der Gedankenab- Wesenheit vertritt". Nun werden wir aber sehr bald sehn, daß Herrn Dühring's Welt allerdings mit einem Sein anhebt, welches aller innern Unterscheidung, aller Bewegung und Veränderung ermangelt und also in der That nur ein Gegenbild des Gedanken- Nichts, also ein wirkliches Nichts ist. Erst aus diesem Sein- Nichts entwickelt sich der gcgenlvärtige differenzirte, wechselvolle, eine Entwicklung, ein Werden darstellende Weltzustand; und erst nachdem wir dies begriffen, kommen wir dahin, auch unter dieser ewigen Wandlung„den Begriff des universellen Seins sich selbst gleich festzuhalten". Wir haben also jetzt den Begriff des Seins auf einer höheren Stufe, wo er sowohl Beharrung wie Ver- änderung, Sein wie Werden in sich begreift. Hier angekommen, finden wir, daß„Gattung und Art, überhaupt Allgemeines und Besonderes die einfachsten Unterscheidungsmittel sind, ohne welche die Verfassung der Dinge nicht begriffen werden kann". Es sind dies aber Unterschcidungsmittel der Qualität; und nach- dem diese verhandelt, gehn wir weiter:„den Gattungen gegen- über steht der Begriff der Größe, als desjenigen Gleichartigen, in welchem keine Artdifferenzen mehr stattfinden"; d. h. von der Qualität geh» wir über zur Quantität, und diese ist stets „meßbar". Vergleichen wir nun diese„scharfe Sonderling der allgemeinen Wirkungsschcniata" und ihren„wirklich kritischen Standpunkt" init den Cruditäten, Wüstheiten und Fieberphantasicn eines Hegel. Wir finden, daß Hegels Logik anfängt vom Sein— wie Herr Dühring; daß das Sein sich herausstellt als das Nichts, wie bei Herrn Dühring; daß aus diesem Sein-Nichts übergegangen wird zum Werden, dessen Resultat das Dasein ist, d. h. eine höhere, ersülltcre Form des Seins— ganz wie bei Herrn Düh- ring. Das Dasein führt zur Qualität, die Qualität zur Quantität— ganz wie bei Herrn Dühring. Und damit kein wesentliches Stück fehle, erzählt uns Herr Dühring bei einer andern Gelegenheit:„Aus dem Reich der Empfindnngslosigkeit tritt man in das der Empfindung, trotz aller quantitativen All- mähligkeit, nur mit einem qualitativen Sprung ein, von dem lvir... behaupten können, daß er sich unendlich von der bloßen Gradation einer und derselben Eigenschaft unterscheide". Dies ist ganz die Hegcl'sche Knotenlinie von Maßvcrhältnissen, wo blos quantitative Steigerung oder Abnahme an gewissen bc- stimmten Knotenpunkten einen qualitativen Sprung verur- sacht, z.B. bei erwärmtem oder abgekühltem Wasser,>vo der Siedepunkt und der Gefrierpunkt die Knoten sind, au denen der Sprung in einen neuen Aggregatzustand— unter Normaldruck — sich vollzieht, wo also Quantität in Qualität umschlägt. Unsre Untersuchung hat ebenfalls versucht bis au die Wur- zeln zu reichen, und als die Wurzel der wurzclhaften Dühring- schen Grundschemata findet sie— die„Fieberphantasien" eines Hegel, die Kategorien der Hegcl'schen Logik, erster Theil, Lehre vom Sein, in streng althcgel'schcr„Abfolge" und mit kaum ver- suchtcr Verschleierung des Plagiats! Und nicht zufrieden damit, seinem bestverleumdeten Vorgänger dessen ganze Schematik vom Sein zu entwenden, hat Herr Düh- ring, nachdem er selbst obiges Beispiel von sprungweisem Um- schlagen der Quantität in die Qualität gegeben, die Gelassen- heit, von Marx zu sagen:„Wie komisch nimmt sich nicht z. B. die Berufung(Marx's) auf die Hegel'schc konfuse Nebelvor- stellung aus, daß die Quantität in die Qualität nm- schlage"! Konfuse Nebclvorstellung! Wer schlägt hier um, und wer nimmt sich hier komisch aus, Herr Dühriiig? Alle diese schönen Sächelchen sind also nicht nur nicht vor- schriftsmäßig„axiomatisch entschieden", sondern einfach von Außen, d. h. aus Hcgcl's Logik hineingetragen. Und zwar so, daß in dem ganzen Kapitel auch nicht einmal der Schein eines inneren Zusammenhangs figurirt, soweit er nicht auch aus Hegel entlehnt ist, und daß das Ganze schließlich in ein inhaltloses Spintisiren über Raum und Zeit, Beharrung und Veränderung ausläuft. Vom Sein kommt Hegel zum Wesen, zur Dialektik. Hier handelt er von den Reflexionsbcstimmungen, deren innern Gegen- s ätzen und Widersprüchen, wie z. B. positto und negativ, kommt dann zur Causalität oder dem Vcrhältniß von Ursache und Wirkung, und schließt mit der Nothwendigkeit. Nicht anders Herr Dühring. Was Hegel Lehre vom Wesen nennt, übersetzt Herr Dühring in: logische Eigenschaften des Seins. Diese be- stehen aber vor allem im„Antagonismus von Kräften", in Gegensätzen. Den Widerspruch leugnet Herr Dühring dagegen radikal; wir iverden später auf dieß Thema zurückkommen. Dann geht er über auf die Causalität und von dieser auf die Roth- wendigkeit. Wenn Herr Dühring also von sich sagt:„Wir, die wir nicht aus dem Käfig Philosophiren", so meint er wohl, er Philosophire im Käfig, nämlich dem Käfig des Hegel'schen Kategorienschematismus. (Fortsetzung folgt.) Sozialpolitische Uebersicht. — Doktor beider Rechte. Der Vorsitzende der Juristen- commissiog, der Abgeordnete Miquel, ist von der juristischen Fakultät der Universität Berlin zum Ehren-Doktor beider Rechte ernannt worden. Die gesammte liberale Partei wird darin eine Glorifizirnng des bekannten Justizcompromiffcs sehen, und sie I hat Recht darin; wir jedoch sehen darin eben nur ein neues Zeugniß, daß die Wissenschaft sich in den Dienst der die Tages- strömung beherrschenden Partei, nicht in den der Wahrheit stellt. Wir wissen aus vielen Beispielen, daß auch die„akademische" Freiheit eine akademische Phrase ist wie viele andere, daß es ferner genug �nner der Wissenschaft giebt, die, ohne der ju- ristischen und geschäftlichen Begabung des Herrn Doctor Joris zu nahe zu treten, vom sittlichen Standpunkt eine solche Ovation nicht billigen würden. Boden unter den Füßen weicht. Sie wenden deshalb alle möglichen Manöver an, um die sozialistischen Wähler irre zu führen. So wird uns eben mitgetheilt, daß in Gablenz ausgesprengt worden ist, die Wahlhandlung dauerte bis Abends 1, 9 Uhr. Wir machen nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam, daß jeder Wähler, der seinen Zettel bis Abends 6 Uhr nicht abgegeben hat, seines Wahlrechtes verlustig geht." — Mordspatriotischc Jugenderziehung. Damit die Jungen schon beim Eintritt in die Schule die nöthige militärische Borbildung mitbringen, hat irgend ein Patriot ein recht zeit- gemäßes Mittel erfunden, was wohl an Wirksamkeit dem weiland Nürnberger Trichter gleichkommen mag. In der Stadt der Intelligenz ist nämlich ein Bilderbuch für die zarteste Jugend erschienen, in welchem jeder Buchstabe ein Blatt hat, worauf sich verschiedene, aber zumeist nur militärische Gegenstände darstel- leude Abbildungen befinden, die entweder einfach mit ihrer Be- nennung oder mit einem„gereimten Sprüchwort" versehen sind. Da ist B durch„Bombe", G durch„Granate",„Grenadier", „General", F durch„Füsilier",„Flinte",„Franzosen", Z durch „Ziethen" dargestellt:c.— Sehr treffend im Sinne des Herr- fchenden Systems. — Der in Mainz erscheinenden„Volksstimme" entnehmen wir Folgendes: Die Demokraten zu LMn beschämen die hiesigen, indem sie sich nun des Bestimmtesten für den sozialdemokratischen Reichstagscandidatcn, Herrn Drechslermeister Bebel aus Leipzig erklärt haben.— Dix Demokraten in Schwaben stimmen des- gleichen überall da, wo die Verhältnisse ihnen keine andere Wahl lassen, als entweder mit den Sozialisten oder den„Preußen", so heißen dort die Nationalservileu, zu gehen, für den Sozia- listen. Sic wählen Männer, keine Memmen, schreibt der Stutt- garter„Beobachter". �Fehler, welchen der unparteiische Geschichtsforscher an den ver- hetzenden katholischen Schriften zu tadeln findet. Obige beide Aeußerungen kennzeichnen den beschränkten poli-s tischen Gesichtskreis Luther's zur Genüge. Wir glauben jedoch aus den deutschen und lateinischen Werken Luther's noch viel! � mehr ebenso unhaltbare Aussprüche beibringen zu können.— j Bon einer Lächerlichkeit, die sich selbst richtet, ist der Schluß! des„Wortes vor der Wahl", durch welchen der � Sozialismus verdächtigt wird, die Reaktion zu befördern! Ties ist eine! Thätigkeit der Partei der Compromisse, nicht der unseren! — Hoffnungsvolle Jugend aus der„besseren" Ge- fcllschaft. Die in Frankfurt a. M. erscheinende„Deutsche Reichspost", ein nichts weniger als sozialistisch gesinntes Organ, bringt in ihrer Nr. 1 vom 3. Januar d. I. folgende Correspondenz: „Aus Nassau. Wie die Roheit der Jugend auch in den höheren Stünden untsr der Acgide der liberalen Aera einreißt, davon gab es dieser Tage in Wiesbaden ein trauriges Cxem pel. Einige Schüler des dortigen gelehrten Gymnasiums niach- ten dieser Tage eine Partie(„Bummelschlag" nach dortiger Technik) nach einem benachbarten Dorfe und nahmen beim Weggehen des Wirthcs Säge mit und sägten damit eine Partie Obstbäume an oder ab; einer aus dem Chor beschmutzte außer- dem die Fronte des Gymnasiums, indem er mit Tinte gefüllte Gläser hinanwarf. Drei sind deshalb relegirt, andere ander- lveitig bestraft, und dazu gehörten Grafen und Freiherren. Uebrigens scheinen vielfach die Behörden nicht die früher hier gewöhnliche Strenge und Umsicht anzuwenden, um solchen Frevlern auf die Spur zu kommen. So lvurden in eincin Orte eineni Privatmannc Nachts 20 Obstbäume abgesägt, das Amt aber, dem davon Anzeige gemacht, bemühte sich nicht heraus, sondern überließ es der Ortsbehörde, ob etwas zu erforschen sei." Wenn die jungen Grafen und Freiherren anderer Leute Obst- bäume absägen und so recht schlagend darthun, wie sie es jetzt schon mit der„Heiligkeit des Eigeuthums" halten, so kvn- neu voraussichtlich daraus recht geriebene„Gründer" erwachsen, deren Begriffe vom Eigenthum bekanntlich auch sehr eigen- thümliche sind! Und diese selbenLeute geben trotz alledem und alledem den Ton an, sie führen das Regiment, spielen sich als die Vertreter des Volkes auf u.s.w. u.s.w. Glücklicherweise ist die Morgenröthe einer neuen Zeit angebrochen, einer Zeit, die nicht mehr grenzenloses Elend mit frevelhaftem Uebermuthc vereinigt, sondern beides beseitigen und das Wohlergeheu Aller sichern will.— In derselben Ätummcr der„D. R.-P." finden wir eine Correspondenz aus Stuttgart, die recht erfreulich gegen die oben mitgetheiltc absticht. Es heißt da über den„obligaten Sylvefterjiibcl", daß„von gröberen Excessen und bösartigen Ausschreitungen der durch das oben bekannt gewordene Abstim- muiigsresultat der Stichwahl erregten Menge Nichts bekannt gc- worden" sei.(Es ist damit der eingestandenermaßen nur durch die Unterstützuug der Deutsch-Conservativen herbeigeführte„Sieg" Lautenschläger's über unseren Parteigenossen Dr. Dulk gemeint, der seit der ersten Wahl 1800 neue Stimmen gewann. Wir könucns da der„R.-P."nicht verdenken, wenn sie verzweiflungs- voll ausruft:„Wie viel giebt dieses Ereigniß zu denken!" Die Stuttgarter„Wühler" und„Umstürzler" oder vielmehr„die erregte Menge" hat sich also trotz ihrer„Niederlage" ordnungs- mäßig verhalten, und auch noch in der Sylvesternacht! Sollte maus für möglich halten und klingt es nicht wie ein Mährchen aus 1001 Nacht?! Nun, wir richten stets unser Hauptaugen- merk darauf, unseren Gegnern Respekt abzuzwingen. — Wahl-Angelegenheiten. In der„Chemnitzer freien Presse" lesen wir folgende Mittheilung:„Die Liberalen merken, daß ihre Sache anfängt faul zu werden und daß ihnen der — Die Bremer Wählerversammlung vom 4. Januar, � in der der uationallibcrale Candidat Mösle sprechen sollte, ging, wie die verschiedensten Zeitungen berichten, in die Brüche, weil j Mitglieder desselben eine regelrechte Burcauwahl forderten. Man hatte nämlich, wie das ja öfter zu geschehen pflegt, im national- liberalen Wahlcomite vorher einen Präsidenten gewählt und war mit dieser fertigen Thatsache vor die Wählcrversammlung ge- treten. Dahingestellt lassen wir, ob nur Sozialisten ihre'Mißbilligung darüber durch dringende Forderungen einer Bureau- wähl ausgesprochen haben: kennzeichnend aber ist, daß der Ber- sammluug eine Resolution unterbreitet werden sollte, die dahin ausging:— eine Billigung des Compromisses auszusprechen. — Ein Versuch, den Sozialismus zu vernichten! Die„Weißenfclser Morgenpost" sucht in einem Artikel,„Ein Wort vor der Wahl",� ein absprechende Kritik der sozialdemokra- tischen Partei. Wir sagen absichtlich, sie versucht es blos, gc- lungcn ist es ihr freilich nicht, denn ihre Argumente sind so lahm und haltlos, daß sie gewiß selbst sich nicht der Hoffnung hingiebt, ihre denkenden Leser zu überzeugen. Aber das ist ja auch wohl der Zweck des betreffenden Aufsatzes gar nicht, es ist eben„ein Wort vor der Wahl" und seine Bestimmung ist damit genügend klar gestellt: es gilt unserer Partei Stimmen zu cnt- ziehen zu Gunsten der nationalliberalen. Der der sozialdemokratischen Partei gemachte Vorwurf der Leichtfertigkeit und Unkenntniß in Fragen der Volkswirthschaft dürfte kaum von den Lippen eines Menschen kommen, der unsere zahlreichen sachgemäßen und streng wissenschaftlich gehaltenen größeren Werke wie die kleineren Broschüren, als auch die ein- schlagenden Aufsätze in den Parteiorganen aufmerksam gelesen und oerfolgt hat. Auf sie verweisend können wir uns jetzt eine besondere Apologie oder Vcrtheidigung an dieser Stelle er- sparen. Nur ein Moment, das die Sozialdemokratie vernichten soll (durchaus nicht ein Originalgedanke der„Morgenpost"), heben wir hervor. Es betrifft die abfällige Kritik Bebel's über Luther im Gegensatz zu der begeisterten seitens Laffalle's. Gegen die veo schiedencn wirklich bedeutenden Leistungen Luthers als Sprach bildner und Schriftsteller haben gewiß auch wir nichts einzu- wenden, aber für Beurtheilung seines politischen Charakters führen wir nur zwei Thatsachen an. Trotz seines Eifers für die Heiligkeit der christlichen Ehe gewann derselbe es über sich, Philipp von Hessen, der verheirathet war, mit einer Maitresse morganatisch zu trauen, d. h. sie ihm als Neben- oder Kebsweib kirchlich zuzusprechen. Ferner: In einer seiner politischen Flugschriften finden sich folgende Aeußerungen:„Den aufsässigen Bauer soll man erschlagen wie einen tollen Hund, und an anderer Stelle:„daß 2 mal 2 gleich 4 ist weißt Du aus Deiner Vernunft, so aber die von Gott eingesetzte Obrigkeit sagt, 2mal 2 ist 5, so sollst Du es„gl'äuben" auch wider Deine Vernunft!" Ob derartige Worte aus dem Munde eines Führers einer großen Bewegung geeignet sind, die Bewegung in nüchternen, vernünftigen und gesunden Bahnen zu erhalten oder nicht, darüber sind wir keinen Augen- blick in Zweifel. Die Gestalt Luther's ist schon so stark von der protestantischen Sagenbildung schön gefärbt und verklärt, daß sie fast schon auf des Picdestal eines Heros und über das mensch- liche Maß der Beurtheilung hinausgerückt ist. Unsere von Pro- testanten verfaßten Geschichtswcrke über die Reformation sind fast alle Tendenzschriften und verfallen in den entgegengesetzten — Die Kehrseite der Medaille.„Utopien!" schallten !ja tagtäglich die Vorwürfe gegen den Sozialismus, der auch außer den nächsten Zielen des Tages so kühn ist, weiter aus- ' schauende Pläne immer im Auge zu behalten! So oft muß! man nun die durch jahrelange Gedankenarbeit uud Beobachtung: ( der thatsächlichen Verhältnisse gewonnenen Gesichtspunkte für das ganze Streben unserer Partei mit diesem einen Wort ab-! ! gethan sehen, daß es eine nicht unerquickliche Abwechselung ist, I | wenn die Hamburger„Reform" den Parteigenossen Hartmann.: und Geib vorwirft, daß sie nur die thatsächlichen politischen! Verhältnisse der Gegenwart zum Gegenstand der Kritik machen! und diese hauptsächlich behandeln. Daß wir keine Augenblicks- j Politik treiben, sagt Jedem, der sehen und hören kann, das Pro- gramm der Partei deutlich genug, und die Hamburger„Reform" .hat oft genug unsere für die Zukunft in Aussicht genommenen. Ziele als„leere Ideale" und„Utopien" abzufertigen gesucht. Wenn ferner die fortschrittliche„Reform" behauptet, nur da,! wo Fahnenflucht des Liberalismus eingerissen sei, habe die! Sozialdemokratie Gelegenheit, Boden zu fassen, so verweisen wir! nur auf jede beliebige fortschrittliche Versammlung, wo die Re-! ferenten aus dem Compromiß und ähnlichen ja so zahlreichen! Verleugnungen ihrer Prinzipien durch die Liberalen Nutzen! ziehen; nur eben nicht mit derselben Berechtigung, wie der So-! ziälismus, der dem Fortschritt selbst gar manchen Verrath am Prinzip nachzuweisen in der Lage ist. Kennzeichnend für die Abneigung gegen Compromißparteien, welchen die Fortschrittler vorgeben, ist aber auch die intcreffaate Thatsache, daß sie in Altona dem Rcichsobercompromißmacher Laskcr ihre Stimme geben. Und daneben verkünden sie mit Emphase:„Wenn es sich um prinzipielle Fragen der öffentlichen Freiheit handelt, dann ist ein jedes solches Zusammengehen ein Verrath an der eigenen Sache!" Sieh da, sieh da, Timotheus! Wer ist nun der Ber-! räthcr an der eigenen Sache?— Richtet Euch nach meinen Worten, aber nicht nach meinen Thatcn, sagte jener Herr Pastor. .! Antwort eines Deutschen aus Gustav Rasch'K „Deutsche Flüchtlinge in London". Unter diesem Titel veröffentlichte Dr. Karl Schaible am 12. November im„Vorwärts" eine Erwiderung auf meinen am 30. Juli im„Volksstaat" gedruckten Artikel„Deutsche Flüchtlinge in London", nachdem er drei Monate hindurch ganz still geschwiegen. Bevor ich ihm darauf antworte, will ich doch an eine Geschichte erinnern, welche Schaible und Blind gegen Karl Vogt in Scenc setzten und die Beide vollkommen charak- terisirt. Damals wie heute muß Schaible in den Riß treten, wo Blind sich unmöglich gemacht hat. Die Geschichte ist fol- gcndc: „Blind hatte Ende Mai oder Anfang Juni 1859, während des italienischen Krieges, in London ein anonymes Flugblatt drucken lassen:„Zur Warnung", worin Karl Vogt der Bestechung durch bonapartistischc Gelder angeklagt und als bonapartisttfcher Preßagcnt in Deutschland denunzirt wurde. Um Verbreitung wurde gebeten. Dies Blatt, gedruckt in der Druckerei von I. Hollinger in London, wurde indem, in derselben Druckerei gedruckten deutschen Blatt„Das Volk" von dem noch stehenden Original satz abgedruckt. Liebknecht sah in dieser Druckerei den Eorrekturabzug mit Correkturen in Blind's Handschrift und sandte das Flugblatt der„A. A. Z.", die es im Juni ab- druckte. Darauf verklagte Vogt die A. A. Z. wegen Verleumdung; diese Zeitung verlangte Beweise von Liebknecht; dieser wandte sich an Blind, und dieser erklärte, er habe an der Sache gar keinen Antheil. Vogt drehte nun die Sache so, als sei Marx, der hinter Liebknecht stehe, der Urheber des Flugblattes. Es entstand nun eine Polemik zwischen Mgxx und Blind in der„A. A. Z."— Marx wies durch eidliche Aussage(affidavit) des Setzers Vögele, Herr v. Puttkammer. Dem ehemaligen Leser des„Volksstaat" dürfte die Putt- kammer-Affaire noch in frischer Erinnerung und dem Leserkreise des„Vorwärts" im Allgemeinen soviel davon befrmnt sein, daß Herr v. Puttkammer, ein Mann der„besseren" Stände, der als Offizier seine Rechte durchzusetzen versuchte, zu guter letzt für einen Querulant, für einen gemeingefährlichen, unheilbaren Wahnsinnigen erklärt wurde und zwar von„Rechtswegen". Es wird dem Leser dieses auch bekannt sein, daß v. Puttkammer die verschiedensten Irrenhäuser bewohnte, aus einem derselben entsprang und nun seit Jahr und Tag in Zürich wohnt, von seinen Bekannten seines liebenswürdigen Wesens uud seiner hohen geistigen Begabung wegen geschätzt und geachtet. In den früheren„Volksstaat"- Artikeln hatten wir eine Lebens- skizzc des Hrn. v. Puttkammer gegeben, seine Kämpfe mit den uerichiedenen Behörden geschildert und uns auf die Mittheilung von Thatsachen beschränkt— in der Erwartung, sie würden von irgend einer Seite eine Berichtigung erfahren. Sie ist nicht er- folgt. Es lag trotz alledem die Möglichkeit nahe, daß v. Putt- kamiuer zur Zeit seiner Einsperrung doch an Geistesstörung ge- litten. Dagegen sprach aber einmal seine geissige Frische, die Klarheit und Schärfe seines Urtheils unmittelbar nach seiner Flucht, welche die ärztliche Annahme von„unheilbarem Blöd- sinn" über den Haufen warf, dann aber auch sein ruhiges Leben in Zürich, das gute Zcugniß, welches Bürger und Behörden ihm über sein Betragen ausstellen. All diese Fakta berechtigten wohl zu der Annahme, daß man einen völlig gesunden Menschen in's Irrenhaus gesperrt, um ihn, der beharr- lich nach Recht schrie, für immer stumm und todt zu ma- chen. Es gab in dem Puttkammerschen Drama viele Personen und Behörden, die wohl wünschen konnten, ihn endlich besei- tigt zu sehen, denen es sogar sehr willkommen sein mußte, wenn der unbequeme, wohl auch„gefährliche" Mensch gerade in einem Jrrenhause sein Grab fand, doch schloffen wir von vornherein Behörden von dem Verdachte aus, an dem Meuchelmorde, der hier verübt schien, bewußt mitgewirkt zu haben, wenn wir auch über die Leichtfertigkeit, mir der hier und da zu Werke gegangen war, erstaunen mußten. Eine be- stimmte Person maßte es geben, die den Stein in's Rollen brachte, darum drehte sich Alles in der Affaire; daß der Stein das Ziel so überraschend leicht und schnell erreichte, dazu trug wesentlich der bereits betonte Umstand mit bei, daß v. Puttkammer gewissen Kreisen sehr unbequem geworden war und daß diesen nichts willkommener sein konnte, als ihn auf ir- gend eine Weise los zu werden. Das Erkenntniß des Berliner Kammergcrichts vom 13. Sept. 1875, wonach v. Puttkammer für unheilbar geisteskrank oder blödsinnig erklärt wird, giebt uns darüber klaren Aufschluß. Der Held ist der frühere Kreisrichter Friedet in Köpenick bei Berlin, wo v. Puttkammer früher wohnte. Er erscheint im Er- kenntniß gewisscrmassen als der Regisseur, wenn auch nicht als der Oberregisseur. Er sammelt gegen Puttkammer das Mate- rial, er unterbreitet es den Aerzten, er urtheilt zuerst über seinen Geisteszustand, sein Urtheil wird von den Aerzten be- stätigt, er betreibt das Blödsinnigkeitsverfahren, er arbeitet rast- los daran und ruht nicht eher, als bis Herr v. Puttkammer glücklich im Jrrenhause ist. Wir fragten uns nach den Motiven dieses erstaunlichen Eifers, die Gesellschaft von einem„gemein- gefährlichen" Individuum zu befreien. Man könnte sie auf Ab neigung gegen v. Puttkammer zurückführen, der über diesen Kreisrichtcr den Behörden Unregelmäßigkeiten u. a., die Fälschung eines Gerichtsprotokolls u. s. w., berichtet hatte. Etwas Be- stimmtes läßt sich aber einstweilen noch nicht behaupten. Noch fehlen uns unwiderlegbare Beweise, und bis wir im Besitze der- selben sind, wollen wir mit unfern Urtheil zurückhalten. Die Menschenfreundlichkeit des Herrn Friedet könnte auch auf andere Motive zurückgeführt werden, indeß vorerst wollen wir noch schweigen und nur bemerken, daß Herr Friedet inzwischen den Justizdienft verlassen und gut besoldeter Stadtrath in Berlin geworden ist. Ein Bruder von ihm, ein bis dahin obskurer Mariuearzt, wurde, wenn wir nicht irren, Leibarzt des Krön- Prinzen. Ehe wir nun dem rothen Faden folgen, den wir in dem Er- kenntniß gefunden, dürfen wir wohl des besseren Verständnisses wegen für diejenigen Leser des„Vorwärts", denen die„Volks- staat"-Numn!crn mit den Arttkeln über v. Puttkammer nicht zu Gesicht gekommen sind, noch eine möglichst gedrängte Skizzc der Affaire geben. Herr v. Puttkammer, 1819 geboren, war im Jahre 1849 Premier-Lieutenant int Garde-Husaren-Regiment in Potsdam. Gegen den ausdrücklichen Wunsch des Königs trat er als Frei- williger in die schleswig-holsteinische Armee und machte als Ritt- meister und Escadronschef den Krieg gegen Dänemark mit. Ueber seine militärische Befähigung, sowie über sein dienstliches und gesellschaftliches Verhalten haben wir im„Volksstaat" die vorzüglichsten Atteste seines Vorgesetzten veröffentlicht. v. Puttkammer wurde nie aus der schleswig-holsteinischen Armee entlassen, doch mußte er das Land verlassen, da er nicht dä- nischer Unterthan werden wollte. Nach Preußen zurückgekehrt. waren alle Bemühungen, eine Stellung in der Armee zu finden. vergeblich. An„allerhöchster Stelle" konnte man ihm seinen Eigensinn nie verzeihen. 1852 wurde er zum Landtags-Abge- ordneten gewählt(er gehörte der liberalen Partei an) und dar- auf erfolgte denn auch seine Ernennung in die Landwehr als Premierlieutenant(3. Bataillon Schneidcmühl des 14. Landwehr- Regiment). Im November 1852 wurde er zum Rittmeister und Escadronschef ernannt. Auch aus seiner Landwehrzeit haben wir sehr gute Atteste und warme Anerkennungen wiues Be- tragcns und seiner militärischen Befähigung veröffentlicht. An- laß zum Conflikt gab eine ganz unbedeutende Angelegenheit. v. Puttkammer hatte aus dem Regimcnts-Depot einem armen kranken Landwehrmann ein Paar alte ausrangirte Stiefeln an- weisen lassen, deren Taxwerth 6 Sgr. betrug. Dieses eigenmächtige Borgehen fand die ernsteste Rüge der Borgesetzten uud führte zu einer längeren Correspondenz, in deren Verlaufe v. Puttkammer erklärte, die Stiefelgeschichte sei ja nicht einmal das Porto werth, das dafür bisher schon ver- wendet worden. Hätte er Unrecht gethan, so würde er die 6 Sgr. dem Rcgimente bezahlen u. s. w. Die Folge war, daß er wegen Subordinattonsverletzung vor ein Kriegsgericht gestellt wurde. Nun entwickelte sich ein origineller Kampf: v. Puttkammer war als eifriger Freund der Landwehr bekannt und auf der anderen Seite als Feind der Linie und ihres servilen Geistes. Die Mitglieder des Kriegsgerichts, das über ihn urtheilte, ge-, hörten der Linie an. Vergeblich protestirte der Angeklagte da- 1' gegen. Auf seine Beschwerden an den König wurde ein neues Kriegsgericht eingesetzt, das ihn in contumaciam zu achtmonat- sicher Festungshaft verurtheilte. Ein Ehrenrath der Linie wurde berufen, uin über die Ausstoßung v. Puttkammer's aus der Landwehr zu beschließen. Neue Proteste seitens v. Puttkammer's. Ein Landwehr-Ehrenrath wählte— v. Puttkammer :c■lö1 _ � also durch gerichtliches Dokument, nach, daß dieser Vögele und Hollinger das Flugblatt gesetzt, welches in Blind's Handschrift geschrieben gewesen sei.— Blind beredete Hollinger zu der falschen Erklärung: das Flugblatt sei nicht bei ihm, H., gedruckt, und Blind sei nicht der Urheber; Blind beredete ferner mit Hollinger den Setzer Wiehe zu der ebenfalls falschen Er- klärung, er habe seit elf Monaten bei Hollinger gearbeitet und könne dessen Aussage bestätigen. Gestützt hierauf erklärte Blind die Behauptung, er sei der Verfasser des Flugblattes, für eine platte Unwahrheit. Die„A. A. Z." schloß hiermit die Polemik." „Marx antwortete durch ein gedrucktes Cirkular in englischer Sprache, worin er obige Aussage Blind's und seiner Zeugen für eine Lüge mit Vorbedacht(a deliberate lie) und Blind selbst für einen absichtlichen Lügner(a deliberate liar) erklärte. (London, 4. Februar 1860.) Bliud schwieg. Aber am 8. Fe- bruar erklärte oben erwähnter Setzer Wiehe, im Gegensatz zu seiner früheren Erklärung, vor dem Friedensrichter zu Bowstreet an Eidesstatt: 1) er sei nicht elf Monate bei Hollingcr beschäftigt �gewesen; 2) er habe nicht bei Hollingcr gearbeitet, als das Flugblatt �.Zur Warnung" erschien; 3) er habe damals von Vögele gehört, daß dieser und Hol- linger das Flugblatt zusanimen setzten, und daß das Manuskript in Blind's Handschrift war; 4)£er selbst habe später den noch stehenden Satz für den Ab- druck im„Volk" umbrochen; ü) und gesehen, wie Hollingcr den von Blind's Hand cor- rigirten Correkturabzug an Liebknecht gegeben und Hollinger gleich darauf sein Bedauern aussprach, dies gethan zu haben; 6) die frühere Erklärung habe er auf Holliuger's und Blind's Zureden unterschrieben, Ersterer habe ihm Geld versprochen und Blind habe gesagt, er werde sich dankbar zeigen. Marx ließ diese Dokumente abschriftlich in verschiedenen Kreisen cirkulircn. Das zog. Am lü. Februar 1860 erschien im„Daily Telegraph" die Erklärung Schaible's:„Dies Flugblatt stammt von mir her, und auf mir haftet die Ver- mitmortlichkeit." Schaiblc schickte diese Erklärung au Marx, der ihm antwortete, sie ändere nichts, weder an Blind's Erschleichung falscher Zeugnisse, nock? an Blind's krimineller Verabredung (Conspiracy im engl. Recht) zur Erschlcichung von Wiche's Un- tcrschrift für das geschmiedete falsche Schriftstück. Was soll man von einem solchen Benehmen sagen? Soll man sich mehr wundern über die platte und nichtswürdige Be- schuldigung gegen Karl Bogt, oder über die perfide Art und Weise, wie dieselbe von Blind in Scenc gesetzt wurde, oder über den itnechtssinn Schaible's, der sich dazu hergab, mit seiner Er- klärung diese Perfidie zu decken? Ich weiß es nicht. Möge sich der Leser selbst daraus sein Urthcil bilden! Jedenfalls will ich„dem Deutschen", der sich zum Verthei- diger seiner Landsleute auswirft, die ich gar nicht angegriffen habe, aus seine perfide, gemeine und durch und durch lügen- hafte, heuchlerische Erklärung eine kurze und bündige Antwort geben.„Bon den Deutschen in London" habe ich in meinem Artikel„Deutsche Flüchtlinge in London" gar nicht gesprochen, sondern„von einem halben Dutzend früherer politischer Flücht- liuge in London", welche ehemals Republikaner waren und heute, den Großmachtskitzcl im Kopfe und die Preußenseuche im Leibe, Realpolitiker geworden sind und ihre früheren politischen Uebcr- zeugungcn in die Rumpelkammer geworfen haben. Ich nenne solche Leute„Renegaten" und spreche ihnen meine Verachtung aus, die um so größer ist, wenn sie, wie hier, dann wieder ihr Rencgatenthum ableugnen und beschönigen wollen. Selbst von dem ärgsten Chauvinisten in Preußen habe ich nicht so auf Frankreich und das französische Volk schimpfen hören, wie von Schaible in London. Alle vom Grafen Chaudordy in seinem bekannten Rundschreiben an die europäischen Kabinette über die grausame Kriegführung zusammengestellten Thatsachcn waren nach seiner Meinung Erfindungen und Lügen; die sieben- unddreißig„zur Strafe" verbrannten Ortschaften„französische Aufschneidereien"; im Gcgcntheil, die Franzosen hatten sich nach seiner Behauptung derartiger Grausamkeiten schuldig gemacht. Tie Bevölkerung des Elsaß sei deutsch und müsie mit Gewalt gcrmanisirt werden, falls sie in Güte nicht wolle. Und welche Ouclle gab Schaible mir für alle diese tollen Behauptungen an? Eine englische Zeitung, von der Jedermann in England weiß, daß sie zu Anfang des Krieges von Bismarck für preußische Interessen gewonnen wurde! Und alles das brachte Schaible m einer so brutalen Manier und mit solchem Geschrei vor, daß zum Borsitzenden. Wieder greift man zur Linie. Auf Be- fehl des stellvertretenden Bataillons-Commandeurs v. Budden- brock wurde v. Puttkammer, der damals Landrath war, ver- haftet, uin den illegal geschaffenen, über ihn nicht competenten Ehrenrath der Linienoffiziere anzuerkennen. Vergeblich forderte v. Puttkammer den Staatsanwalt Leske in Schneidcmühl zu semem Schutze wegen dieser rechtswidrigen Freiheitsberaubung auf. Herr Leske that, wie uns Herr v. Puttkammer mittheilte, 3 �csen bewog, über ihn Beschwerde zu führen.„Man hat ihn doch wohl nicht gefreffen", schreibt uns Herr v. Putt- kämmet,„da er ja Kammergerichtsrath ist." Herr Leske ist übrigens auch einer der Richter des Herrn v. Puttkammer, die das erwähnte Kammergerichtserkenntniß über ihn fällten.— Es wurde uns zu weit führen, wollten wir alle diese Kämpfe den Lesern vorführen, die obigen Andeutungen mögen genügen, sie zeigen, daß v. Puttkammer's Beschwerden über die Militärbe- Hörden durchaus nicht krankhafter Reizbarkeit entsprangen, son- dern ursprünglich Akte der Nothwehr waren. Wenn sich ihr Charakter im Laufe der Zeit änderte, so ist das natürlich: aus dem Angegriffenen mußte bei den zahllosen Rechtsverletzungen der Gegner mit Nothwendigkeit ein Angreifer werden. Herr v. Puttkammer erblickte, was noch beiläufig erwähnt sein mag, seinen Hauptgegucr im Kriegsministerium. Die bekannte Abneigung des Chefs desselben gegen die Landwehr und seine Unthätigkeit, den zu seiner Äenntniß gebrachten Rechtsverletzungen gegenüber, wußte wohl v. Puttkammer in den Glauben versetzen, daß die Gewaltmaßregcln im Kriegsministerium gebilligt wurden. �ril 1859 wurde v. Puttkammer in das zweite Land- iuehraufgebot gegen seinen Willen versetzt, und auch diese Maß- rcgelung war ungesetzlich. Nach vorheriger völliger Verabschie- iig hatte er eigentlich gar keine Landwehrdienstpflicht zu thun, g �der seine Wahl im ersten Aufgebote zu. Im Jahre 1837, 1U0 c5...c",e 19jährige Dienstzeit hinter sich hatte und darunter eine«lahrlge im zweiten Aufgebot, die zweite Äufgebotszeit längst abgedient.(Er war damals 40 Jahre alt.) Im ersten Aufge- , � aber wollte und konnte er bleiben wie tz 18 des Gesetzes J:: �"ember 1814 bestimmt. cn1�' wie in und vor der Consliktszeit mit dem � ollchen Recht umgesprungen ward, der darf sich nicht wundern, f in Hl.neu Kämpfen trotz klarem Rechte erlag. Man ->- cs naiv finden, daß v. Puttkammer sich überhaupt noch es ganz unmöglich war, mit ihm in vernünftiger Weise zu con- versiren und ich mehrmals im Begriff stand, ihn aufzufordern, mich zu verlassen.„Paris müßte zerstört werden", schrie er da- mals ebenso wie Blind später bei einem Ergüsse feines Fran- zosenhasses. Ucber Schaible und sein Renegatenthum habe ich übrigens später häufig in Paris mit Herrn Louis Alane, mit dessen verstorbener Gemahlin und mit dessen Neffen gesprochen. Sie waren ebenso empört über Schaible wie ich. „Nicht ein Wort hatte Schaible für seinen hingerichteten Kampfgenossen; als ich mit ihm von der Hinrichtung Neff's in Eniendingen sprach, wiederholte ich ihm n och einmal, daß ich dessen Hin- richtung gerade im„Bolksstaat" gelesen hatte, und er versuchte mir von seinen Examensarbeiten in Woolwich zu erzählen." Schaiblc leugnet diese Unterredung, indem er behauptet, er sei damals in Wildungen gewesen. Er war nicht in Wildungen, sondern in London. Bielleicht war er in Wildungen gewesen, und wendet jetzt diesen Kniff an, um sein Alibi zu beweisen. Tie Unterredung war mündlich so, wie ich geschildert habe, und fand in meiner Wohnung statt. Wer sich solcher Dinge schuldig gemacht hat, wie Schaible in der Geschichte mit Karl Marx, bei dem kann man sich auch über solche Kniffe nicht wundern. Ob Schaible einen Beitrag für den Denkstein der in Baden Hin- gerichteten gegeben hat, wie er behauptet, das thut nichts zur Sache und hat selbstverständlich mit meiner Behauptung nichts zu thun. Schaible hält mir vor, ich wisse nichts von dem Leben der Deutschen in London. Ich habe fchon einmal wiederholt, ich habe in meinem Artikel vom 30. Juli von„den Deutschen in London" gar nicht gesprochen, sondern von einem halben Dutzend deutscher Flüchtlinge, zu denen er gehört, die ehemals Republi- kaner waren und die heute die BiSmarck'sche Politik anbeten. Ob Rüge diesen Gesinnungswechsel mit 75 Jahren durchmacht, ist wahrhaftig für ihn kein Lob, und was Rüge ehemals geleistet und geduldet hat— ich erkenne dies gewiß an— ist ganz gleichgültig. Ich nenne solche Männer, wie Rüge und Kinkel, welche so für ihre Ucberzcugung gelitten und diese Ueberzeugung heute mit der nationalliberalcn Livree vertauscht haben, mit um desto größerem Recht„Renegaten an ihrer eigenen Ueberzeugung". Das Leben der Deutschen in London, ihre Clubs, Vereine und Versammlungen habe ich vor zwölf Jahren bei einem dreimonat- lichen Aufenthalt in London hinreichend kennen gelernt; bei meinem jetzigen Aufenthalt in London � hatte ich gar keine Lust, diese Studien zu wiederholen, um nicht auch in London von der Prcußenscuche angeekelt zu werden. Ties sagte ich auch Schaible, als er mich zum Besuch des deutschen Clubs einlud, und er erwiderte mir:„Sie haben ganz Reckt. Selbst ich sitze dort in der Ecke, in der ich einst den Club stiftete. Die Preußen aus der Gesandtschaft führen dort das große Wort." Ueber das, was Schaible zu Blind's Vertheidigung sagt, will ich mit ihm nicht richten. Wenn Blind das, was ich über ihn gesagt habe, nicht gefällt, so mag er sich selbst vcrtheidigcn. Daß derselbe sich längst zu den nationalliberalcn Anschauungen bekehrt hat, ist ja notorisch. Ich wiederhole Alles, was ich in dem Artikel„Deutsche Flüchtlinge in London" von ihm gesagt habe. Er übertraf in seinen heftigen und brutalen Acußerungen über Frankreich, über das französische Volk, über die Vergcwal- tigung der Bevölkerung in Lothringen und im Elsaß und in Aiierkennung der Bismarck'schen Wirthschaft Schaible noch bei Weitem. Niemals war in seinem Hause von seinem Stiefsohne Ferdinand die Rede. Wenn Schaiblc behauptet,„ich verläumde den Gastfrennd, beschmutze die Familie", weil ich vor zwölf Jahren zuweilen bei Blind gegessen habe und mich heute über seine Gesinnungsänderung äußere, so ist dieser Borwurf zu ab- geschmackt, um darauf ein Wort zu erwidern. Die Phrase, daß Blind heute noch Frankreich und Deutschland verschlosseu sei, ist ein Stück Schaible'scher Phantasie. Blind hat sich an dem Badenscr Aufstände des Neunundvierziger Jahres betheiligt und ist gleich mir und Hunderten von deutschen Flüchtlingen im Juni 1849 aus Frankreich ausgewiesen worden. Zu behaupten, daß heute noch in Frankreich ein Beschluß der Pariser Polizeipräfektur aus dem Jahre 1849 in Gültigkeit sei, oder daß nach der statt- gehabten Amnestie Jemand, der sich an den badischen Aufständen der Jahre 1848 und 1849 betheiligte, deshalb in Deutschland Gefahr laufe, ergriffen und gerichtet zu werden, ist lächerlich. Gefällt sich Blind in der Rolle eines Verbannten, so mag er sie weiter spielen. Es berechtigt ihn nichts dazu, als sein eigner Geschmack. Ich denke uuu mit der Schaiblc'schen Antwort auf meinen Artikel„Deutsche Flüchtlinge in London" aufgeräumt zu haben. Ueber die englische Küche und das englische Leben, zu dessen I Vertheidiger sich Schaible auswirft, verweise ich ihn an Heinrich ! Heine, dessen Urtheil ich wohl kein Wort hinzuzufügen brauche. Gefällt er sich darin, Freiligrath's politische Charakterlosig keiten während des französisch-preußischen Krieges zu lobhudeln, so nimmt inich dies bei seiner eigenen politischen Charakterlosig keit nicht Wunder. Die Acußerung des Redakteurs des„Äl- facien" zu mir in Straßburg ist wiederum eine Erfindung. Ich � kenne weder den„Alsacien", noch seinen Redakteur, bin auch nie- mals auf dem Bureau des„Alsacien" und seit drei Jahren überhaupt selbstredend gar nicht in Straßburg gewefe Von dieser Dreistigkeit im Lügen hat Schaible wohl die glänzendsten Beweise abgelegt, als er allen Zeugenaussagen und Aktenstücken zuwider plötzlich in der Vogt'schen Geschichte erklärte, nicht Blind, sondern er sei der Verfasser des von Blind veröffent- lichten Flugblattes. Die gemeinen Witze, Womit Schaible hie und da seine Ant- wort ausstattet, wie„bummelnder Kapitalist" u. s. w. gehören in eine Kneipe untersten Ranges, nicht in die Rechtfertigung eines unschuldig gekränkten Märtyrers, der er sein will— ich übergehe sie deshalb achselzuckend mit Stillschweigen—; nur auf eine perfide Verdächtigung will ich antworten. Er fragt mich, weshalb ich nicht im vergangenen Sommer mit dem Fürsten von Montenegro in's Feld gezogen sei und die Schweiz dem Schlachtfeld vorgezogen habe? Ich antworte darauf:„Weil mich im Juni in Paris eine Bluterhitzung und eine Beinhautent zündung befiel, welche Hebel bekanntlich Niemand gestatten, einen tfelbzug mitzumachen. Daß er den Fürsten von Montenegro, natürlich nur um meine Beziehungen zu demselben zu verdäch- tigen, für einen Despoten erklärt, ist wieder eine Probe seiner reichen Erfindungsgabe. Daß Nikolaus Petrowitsch, als er, nach dem Tode seines Onkels Danilo, von dem Volke zum Wladika gewählt, aus Paris, wo er seine Bildung und Erziehung ge- uossen hatte, nach Montenegro zurückkehrte,' die theokratisch-despo- tische Verfassung aufhob und aus eigenem Antriebe dem kleinen Lande eine Verfassung gab, nach der die ganze Souveränetät dem Volke und der Landesversammlung und ihm selbst nur die Executive zusteht, daß er die Todesstrafe aufhob, daß er das Kirchenvermogcn für Bildungszwecke anwies und das National- vermögen dem Lande zurückgab, während er selbst ein armer Mann wurde, daß er seitdem durch Errichtung von 64 Schulen, Lehrer- und Mädchcnbildungsanstaltcn„der Erleuchter seines Namens" geworden ist, davon weiß Schaible gar nichts, oder er will nichts davon wissen, um mich wegen meiner Beziehungen „zu einem despotischen Fürsten" zu verdächtigen. Hiermit erkläre ich nun die Polemik gegen Schaiblc und Gc- nossen für geschlossen. Ich hoffe binnen Kurzem in„meinen fran- zösischen Schlupfwinkel", wie Schaiblc Paris nennt, zurück»»- kehren und werde ihm meine Rückkehr anzeigen. Wenn es iym dann gelüstet,„kann er die scchszchn Stunden Entfernung" zu- rücklcgen und von mir jede persönliche Genugthunng erhalten, welche er will. Aber ich werde vergebens darauf warten. Gustav Rasch. Hoffnungen machen konnte, sein Recht zu erstreiten. Aber der Kampf war ihm von vornherein aufgedrungen, und es ist bei seinem stark ausgeprägten Rechts- und Ehrgefühl begreiflich, daß er alle Instanzen erschöpft, an den nominellen Souverän des Staates, den König-Kaiser, sich wendet, als die Behörden ihm sein Recht versagen. Es ist nur logisch, wenn er von dem König-Kaiser, bei dem er kein Gehör findet, an die Volksver- tretung mit seinen Beschwerden sich wendet— bis jetzt freilich ebenfalls erfolglos—, wie cs auch logisch ist, daß er jetzt seine Klagen vor den obersten Souverän, vor das Volk, bringt. Nicht leicht wird ein Mensch, dem so schnöde im Leben mitgespielt, so streng im Leben die Grenzen einhalten, welche die herrschende Gesetzgebung gezogen, wie es V. Puttkammer gethan. Ist„Ge- meingcfährlichkeit" bei ihm angenommen worden, so läßt sich ihm doch nicht ein einziger Fall gewaltthätiger Hilfe nachweisen! Aber wir greifen unserer Darstellung vor. (Fortsetzung folgt.) Corrcspondenzen. Äus der Schweiz, 4. Januar. Die Nothlage ist auch in der Schweiz noch immer eine furchtbare. Wie groß die Arbcitslo- sigkeit ist, ergiebt das Faktum, daß im Kanton Neuenbürg zu einer Knechtsstelle nicht weniger als achtzig Bewerber sich ge- meldet haben. Eine grelle Illustration der Segnungen„unserer stndustrie". Eine noch grellere liefert die„Tagwacht" vom Schlachtfclde der Industrie, um das„Risiko" des Arbeiters ein wenig zu veranschaulichen. Sie schreibt: „Bei Gebr. Sulzer in Winterthnr verlor am 4. De- zcmber ein Zimmermaun einen Finger.— Am gleichen Tage gerieth dort einem Arbeiter der Arm in das Getriebe eines Kräh- nen und wurde zerrissen— in Folge mangelhafter Einrichtung. Seither ist Abhilfe getroffen, weil diesmal mit dem besten Willen die-.. Schuld nicht auf den Arbeiter zu schieben war.— In Airolo verunglückten in Folge Einsturzes im Tunnel- Eingang wieder zwei Arbeiter, und ein dritter wurde getödtet." Wir können das Register noch um einen schrecklichen Fall vermehren. In der Zündhölzchenfabrik bei Bulle(Freiburg) wurde„einer der tüchtigsten Arbeiter", wie die Blätter melden, beim Schmieren des Räderwerks von einer Einzahmmg er- griffen, zerdrückt und todt herausgehoben. Warum trug er eine Blouse— so rufen entrüstet die Blätter und fragen, ob man nicht gut thue, die weite und bequeme Blouse durch ein anderes Kleid zu ersetzen, das fester am Leibe anläge und daher den mit dem Räderwerk betrauten Arbeitern weniger gefährlich wäre? — In ganz Teutschland sind 1874 von 8,515,041 Wählern 5,259,155 giltige Stimmen abgegeben; davon haben sich 81,519 zersplittert, oder konnten nicht bestimmten Parteien zugezählt werden. Auf jeden der 397 Abcteordneten sind im Durchschnitt 13,247 Stimmen gekommen, welche sich folgendermaßen vertheilten: 1) Auf je 1 Abg. der Fortschrittspartei L) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) Nationalliberalen deutschen Reichspartei Proteftpartei Polen Centrumspartei Conscrvot-ven liberalen Reichspartei Volkspartei Partikularisten Sozialdemokraten 9,773 Stimmen 10,429 11,125 13,107 14,234 15,445 16,221 18.672 23,908 31,850 37,748 — Abgekürztes Verfahren. Die Münchencr„Neuesten Nach- richten" enthielten in ihrer letzten Nummer folgende fettgedruckte Mahnung: „In den nächsten Tagen werden die Wahlaufrufe und dergleichen der verschiedeiien Parteien an den Straßenecken angeschlagen werden; um Jedermann vor Unannehmlichkeiten zu dewahren, theilen wir mit, daß nach den Bestimmungen des Polizelstrafgesetzbuchs derjenige, welcher fremde Anschläge unbefugt aus Bosheit oder Muthwillcn vernichtet, wegnimmt oder unlesbar macht, mit Geld bis zu fünf Thaler bestraft wird." Wie nun der„Vossischen Zeitung" ein Telegramm aus München vom 6. Januar meldet, sind die Wahlaufrufe der ultramontanen Parler diesmal in ganz besonderer Weise gegen Beschädigung geschützt. Die Polizei hat nämlich einfach das Anschlagen derselben verboten. — Ein frommer lutherischer Gründer, mit Namen Ouistorp, ist von den Berliner Gerichten seiner merkurialcn Gepflogenheiten wegen zu zwei Monaten Gesängniß verurthcill worden.„Bete uud arbeile" predigen die Mucker den Arbeitern!! Herr Quistorp war ein frommer Mann und sitzt nun doch im Zuchthaus. Der Herr sei seiner Se-'e gnädig! c — Die Speisekarten zweier Bastillen giebt Paul Lossau im Feuilleton der«Berliner Freien Presse", die der Pariser Bastille nach dem 1715 erschienenen Werke: Die französische Inquisition oder die Geschichte der Bastille von Konstantin de Renneville, welche folgender- maßen lautet: Sonntag: Suppe, Rindfleisch, 4 kleine Pasteten, Braten. Montag: Dasselbe; statt der Pasteten Bohnen oder Linsen. Dienstag: Dasselbe; statt des Bratens Wurst oder Schweinefüße oder Cotelettes. Milt woch: Dasselbe; statt der Pasteten eine Mehlspeise. Donnerstag: Wie Montag. Freitag: Einen halben Karpfen, einiges Gemüse, Eier. Sonn- abend: Wie sonst; statt der Pasteten Geflügel.' Dazu immer abwechselnd dünnen Wein, und außerdem war besser situirten Gefangenen eine Selbstbeköstigung zu verschiedenen Preisen überlassen, von welcher bei obiger Kost allerdings nur sehr„hohe" Gefangene Gebrauch machten. Dagegen die Speisekarte einer Woche aus Plötzensee, der„Nastille" bei Berlin: Sonntag, Morgens: Kaffeesuppe(>/, Liter); Mittags: Weißkohl „mit Fleisch"(1>/4 Liter); Abends: Mchlsuppe(l Liier). Montag: Mehlsuppe siV« Liter); Erbsen; Kartoffelsuppe. Dienstag: Mehlsuppe; Reis„mit Fleisch"; Brodsuppe. Mittwoch: Kaffeesuppe; Bohnen; Hafer» grütze(gen.„sanfter Heinrich"). Donnerstag: Mehlsuppe; saure Kar- loqcln„mit Fleisch"); Grütze(gen.„blauer Heinrich"). Freitag: Kaffee- suppe; ein Gemisch von Bohneu, Graupen, Kartoffeln u. s. w.; Brod- suppe. Sonnabend: Mehlsuppe; Linsen; Kartoffelsuppe. Welcher Abstand zwischen der ersten und zweiten Speisekarte ist, leuchtet ein; weniger dagegen leuchtet ein, weswegen die Humanität dos dritten Viertels im 19. Jahrhundert in-bieser Beziehung so weit hinter der des ersten Viertels im 18. Jahrhundert zurücksteht. Man reitet doch sonst so gern bei jeder Gelegenheit das stolze Paradepserd der' „Humanität" und weiß sich ihrer nicht genug zu rühmen; aber es ist die alte Geschichte, die sich in der heuligen poluisch-sozialen Gesellschasts' „Ordnung" allerorts wiederfindet: Man hat überall schöne Phrasen und überall eine jammervolle Wirklichkeit. Ja wohl,„fort mit der gefährlichen Blouse!"— Den Gesetzmachern zuzurufen, daß jede weitere Verschleppung des Fabrik- gesctzes ein Verbrechen ist, das fällt natürlich Niemandem ein. Hoffentlich steht die schweizerische Demokratie bald so fest auf eigenen Füßen, daß sie auf die Gesetzgebung einen größern Ein- sluß erlaugt, als sie ihn jetzt leider besitzt. Das neue Jahr bc- rechtigt zu den besten Hoffnungen. Die„Tagwacht" zeigt an, daß der„Grütliancr" von jetzt ob zweimal Per Woche erscheint und daß der Abonnenien- kreis der beiden offiziellen Arbeiterorgane gegenwärtig auf 10,000 geschätzt werden könne, was wiederum auf einen Leserkreis von 50,000 schließen lasse. Zu diesen offiziellen Blättern hat sich in Genf als französisches Organ des schweizerischen Arbeiter- bundes„Le Precurscur" gesellt, Joh. PH. Becker ist Redakteur und die sehr gut gehaltene Probenummer berechtigt zu den besten Erwartungen. Der Arbeiterbund wird nun in der französischen Schweiz einen schneidigen Vorkämpfer haben. Außer den offiziellen Blättern sind in diesen Tagen noch einige Lokalblätter in den Kreis der Parteiorgane getreten, so der„Freie Glarner" und das„Aargauische Wochenblatt". Neben der Erweiterung der Presse entfalten die Parteigenossen noch ein rühriges Leben. Bei der Feier der Zürcher Landsgemeinde wurde ein fast durchweg sozialistisches Programm als Zielpunkt für die Zürcherische Demokratie aufgestellt.— Im Aargau haben die Parteigenossen eine Reform der Verfassung im Sinne der Sozialdemokratie formulirt und in Bern ist, gleichfalls von den Parteigenossen ausgehend, eine Vcrfassungsrevision ange- bahnt. Von den Erfolgen der Genfer Genossen bei den letzten Groß- rathswahlcn haben wir bereits früher berichtet, wir hoffen bald über Kämpfe wegen sozialistischer Forderungen aus dem Genfer Großen Rathe Mitthcilung machen zu können.— Wir haben bei Berührung der sozialdemokratischen Presse vorhin des„Pä- dagogischcn Beobachters" vergessen, eines in entschieden sozial- demokratischem Sinne redigirten Schulblattcs. Es ist Organ der Zürcher Volksschule und war bisher mit dem Winterthurer „Landbotcn" verbunden, vom 1. Januar erscheint das Blatt selbständig, sein Inhalt ist gediegen; allen Schulfreunden sei es bestens empfohlen. Der„Landbote" selbst wird in einer der Sozialdemokratie durchaus freundlichen Weise redigirt, Hassent- lich wird der bevorstehende Rücktritt seines talentvollen Redak- teurs keine Aenderung in der Tendenz des Blattes nach sich ziehen. So lassen sich die Dinge sehr gut an: unsere Hoffnung ist wohl begründet, daß die schweizerische Sozialdemokratie in nicht zu ferner Zeit sich zu einem, die Landcsgcschicke wesentlich be- stimmenden Faktor entwickelt haben wird. Kick, 7. Januar. Am 5. d. M. hatten wir Hierselbst eine Versammlung im Englischen Garten einberufen, welche so zahl- reich besucht war, daß alle Plätze besetzt waren; es konnten wohl gegen 5000 Personen anwesend sein. Tagesordnung war:„Der Liberalismus und der Sozialismus". Nachdem das Büreau gc- wählt, worin Herr Stark �und Herr Schröder als Vorsitzende und Unterzeichneter als Schriftführer fungirtcn, erhielt Herr Molkenbuhr aus Altona als Referent das Wort zur Tages- ordnung und entledigte sich seiner Aufgabe in gediegener Weise; er wurde öfter durch Beifallsrufe unterbrochen und am Schluß forderte er die Anwesenden auf, am Wahltage, den 10. Januar, ihre Stimme dem Arbeitercandidatcn Herrn Oldenburg zu geben. Ferner erwähnte er, daß der jetzige Abgeordnete Dr. Hänel sich nicht rühmen könne, etwas für das arbeitende Volk geschaffen zu haben, er habe auch den Willen dazu nicht gehabt/ Hierauf forderte der Vorsitzende zur Interpellation auf, worauf sich aber kein Gegner zum Wort meldete. Darnach sprach Herr Stark einige Worte über das Militär-Gesetz, ferner Herr Meyer über die liberale Partei. Da nun am selben Tage seitens der Libe- ralen eine Versammlung im Colosseum stattfand, wo Herr Dr. Hänel sich seinen Wählern vorstellte, und ihnen plausibel zu machen suchte, wie er im Fall einer Wiederwahl allerlei Gutes schaffen werde, so hatten sich hierauf einige unserer Partcige- nossen dorthin begeben, um in der von uns berufenen Versamw-; lung über die Vorgänge im Colosseum Bericht zu Matten. Nachdem dies geschehen, wurde die Versammlung geschlossen. Mit sozialdemokratischen Gruß I. Pöhlsen. Schalke(Westfalen), 1. Januar.(„Sk tranken heimlich ihren Wein und öffentlich predigten(k Wasser.") Heute tagte hier in der Tonhalle eine Versammlung der Ccntrums- Partei, für welck auswärtige Redner angemeldet und auch erschienen waren. Als die Versammlung eröffnet war, ergriff ich das Wort zur Geschcstsordnung und fragte, ob das eine Vereinsversammlung wäre oder eine öffentliche Volksversamm- lung, da man vorging, ohne ein Büreau zu wählen. Ich erhielt den Bescheid, es eine öffentliche Volksversammlung der Cen- trumspartci und die Redner seien schon eingezeichnet. Jedenfalls hatten die Herren ihr Büreau schon fertig mitgebracht. Sofort ergw' auch Einer das Wort, um den Compromiß bei den Justiz- gc'' i o/s liberale Feigheit und erbärmliche Handlungsweise in cender Weise zu geißeln. Zum zweiten Punkte der Tages- vrdwwg ergriff ein gewisser Redakteur Stadcr aus Frösen das� Wort und begann seinen Vortrag in etwas einfältiger Weise, ver�el sodann in die Lachen erregende Komik eines drolligen Spaßmachers, schließlich aber erregte er mir die tiefste Vcrach- lung, denn jedes seiner Worte war ein Faustschlag der Wahrheit; in's Gesicht, und er warf mit Schmutz und Unrath derartig um sich, daß er den Herrn v. Unruh noch übertraf. Als der saubere Herr mit seinem Schimpf-Lexikon fertig war, meldete sich Herr I Winner aus Ucckendorf zum Wort, was ihm natürlich versagt wurde, denn in dem Bewußtsein, der Versammlung die haar- sträubendstcn Lügen aufgebunden zu haben, mußten die Herren auch eine Widerlegung sorglichst verhüten.— Nach diesen Beiden nahm ein Bürger aus Schalke, Namens Zimmcrsbach, das Wort, indem er noch einmal wiederkaute, was eben erst vorge-' bracht worden war, nur mit dem Unterschiede, daß Redner gar � keinen Candidaten empfahl. Hierauf ergriff Herr Stoffel zum � zweiten Male das Wort und begann mit einer bestialischen j Wuth auf die Sozialdemokraten zu schimpfen, womit er auch bei den Dunkelmännern einen ungetheilten Beifall erntete, indem er sich consequent nur auf alte, längst abgethane Lügen stützte, und im Namen Gottes die Leute, die lediglich für Recht und Wahrheit kämpfen, nach Herzenslust verlästerte. Großen Beifall erntete dieser Redner mit dem Ausspruch:„es seien immer Knechte und Mägde, Herren und Sklaven gewesen, und das müsse auch ferner fortbestehen"; da klatschte das fanatisirte Volk in die Hände und versprach damit gleichsam dem Redner, auch. ferner willig in seiner Sklaverei bleiben zu wollen.— Schließlich sei noch erwähnt, daß diese Männer des Centrums ihren Candi- baten in folgenden Worten empfahlen:„Herr Burghart, von Gottes Gnaden Freiherr von Schorlemer-Alst." Julius Westerkowsky. ZZrandenönrg, 31. Dezember. Seit meinem letzten Schreiben ist hier Vieles vorgekommen, was mir mitthcilenswerth scheint, über Manches werden Sic sogar staunen. Daß der hiesige Arbeiter- Wahlverein geschlossen ist, habe ich bereits mitgetheilt; zahlreiche Haussuchungen haben stattgefunden, ohne jedoch große Beute zu liefern, ja man will sogar wissen, daß nach Rückkehr der betreffenden Beamten von dieser Jagd denselben sehr un- i wirsch gesagt worden sei:„Sie hatten zwar Auftrag, mir staats- \ gefährliche(!) Papiere zu bringen, aber die alte Zeitungsmaku- latur und das sonstige Zeug, was Sic da gebracht haben, hätten Sic den Leuten gerne lassen können." Ist es nun schon unbe- greiflich, wie man mitten in der Wahlperiode zum Reichstag einen Wahlverein schließen kann, so ist die Art und Weise, wie man hier diese Schließung den Bctheiligten zur Kenntniß bringt, geradezu unerhört..Statt den Betheiligten, wie sonst üblich, die erfolgte Schließung schriftlich anzuzeigen, macht man hier Fol- gendes: In einer Volksversammlung erbittet der überwachende Beamte vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort, nachdem er dasselbe erhalten, ruft er eine Anzahl Namen auf, das heißt, hält einen förmlichen Appell ab wie ein Unteroffizier über seine Musketiere, und nachdem theilweise die Aufgerufenen, den Grund dieses Manövers nicht kennend, antworten, erklärt er im Auf- ! trage der Staatsanwaltschaft, daß der Wahlvcrein geschlossen sei; ist das nicht originell?— Aber es kommt noch besser. Seit � 14 Tagen schon hält die ganze hiesige Polizei Rundgang in allen Fabriken und Werkstellen, läßt sich einen oder mehrere Arbeiter rufen und erklärt denselben nun in Gegenwart der Prinzipale, daß der Wahlvcrein geschlossen sei und sie ferner nicht mehr Mitglieder desselben sein dürfen; dabei sind die ge- � rufenen Arbeiter häufig gar nicht Mitglieder des Wahlvercins. Ist das nicht haarsträubend, ist das nicht eine indirekte Wahl- beeinflussung, ein vollständig ungesetzlicher Einschüchterungsversuch? Warum sucht man die Leute nicht in ihren Privatwohnungen auf, wenn man zu bequem ist oder nicht Zeit genug hat, das i Alles schriftlich zu machen? Warum, frage ich nochmals, sucht man die Arbeiter bei der Arbeit auf? Liegen noch nicht genug -Arbeiter auf dem Strahenpflaster? Warum, frage ich, thut man dies überhaupt, da es sich gesetzlich gar nicht rechtfertigen läßt, denn bei der ganzen Schließung kommen vor der Hand nur Ordner und Leiter in Betracht, nicht aber einfache Mitglieder? - Ja ja, es ist kaum glaublich, was man hier Alles versucht, um den Sozialismus zu bannen. Dem Lokalinhaber, Herrn Fuchs, bei dem wir Versammlungen abhalten, hatte man schon ackc möglichen Äersprcchnngen gemacht, wenn er nur sein Lokal nicht hergeben wolle. Und da man sieht, daß das nicht hilft, sucht man ihn auf alle mögliche Art zu chikaniren; so umstellt man z. B. Abends nach 10 Uhr sein Haus von allen Ecken mit Polizei, und hat der Mann zufällig noch einige Freunde bei sich, mit denen er sich im Familienkreise unterhält, so müssen diese beim Fortgehen sich gefallen lassen, von den aus den Ver- stecken hervorspringenden Polizisten angehalten und nach ihren Namen gefragt zu werden. Die Freiheit des Brandenburger Bürgers, sieht man, hängt vom Willen der heiligen Hermandad ab.— Aber wir Sozialdemokraten vergessen das nicht, was man uns thut, davon haben sich die Herren am letzten Sonn- abend überzeugen können. Einige Herren, die sich selbst zum Wahlcomitv ernannt, hatten zum Sonnabend Abend 7l/2 Uhr eine Wählerversammlung in eines der größten hiesigen Lokale einberufen und dazu alle liberalen Wähler Brandenburgs und der Unigegend eingeladen. Die Sozialdemokraten nun meinten aber, daß auch sie liberal seien, und zogen in Schaarcn zum Versammlungslokale; so kam es nun, daß dasselbe bei Eröffnung der Versammlung mindestens zum'/« Thcil mit Arbeitern ge- füllt. Man hatte sich den Herrn Hausmann, bisherigen Reichs- tagsabgeordneten des Westhavelländischen Kreises, und den Henw Kreisgerichtsrath Klotz uns Berlin kommen lassen und wollte nun wie gewöhnlich)en Vormund des Volkes spielen. Diesmal hatte man aber �le Rechnung ohne den Wirth gemacht. Das Volk verlade energisch Burcauwahl, und erklärte Herr Lühns- dorf aus Pritzerbc, daß er nur dann auf eine ruhige Diskussion hoffe,, wenn die Versammlung selbst ihr Bureau wähle; die forren, die jetzt im Bureau wären, hätten nur schon zu häufig bewiesen, daß sie unter Diskussion und Interpellation ein„Frage- und Antwortspiel" verstehen, worauf sich ein vernünftiger Mann nicht einlassen könne. Herrn Rackow, welcher ebenfalls das Wort erbat, um, wie er uns später mittheilte, den Vorschlag zu einem combinirten Bureau zu machen und so eine ruhige Tis- kussion zu sichern, wurde einfach das Wort nicht ertheilt, und zwar mir der jedenfalls nur der Feigheit entsprungenen Antwort des Herrn Astrot:„Herr Rackow ist Gegcncandidat und kann folglich hier unter keinen Umständen das Wort erhalten." Selbst- verständlich wurden die Arbeiter durch solche Antwort noch mehr in ihrem Verlangen nach Burcauwahl bestärkt, und da die Herren dies nicht wollten, schloffen sie lieber die Versammlung. Krfurt, 2. Januar. Wie andere liberale Volksvertreter, so denkt auch der Vertreter unseres Kreises, Herr Dr. Lucius, nicht eher an seine Wähler, als bis er wieder gewählt sein will. Am 22. Dezember, nach dreijähriger Abwesenheit, legte derselbe seinen Rechenschaftsbericht vor seinen Wählern ab über seine Thätigkeit in der abgelaufenen Legislaturperiode des deutschen Reichstags. Nach unserer Meinung bedurfte es gar nicht so vieler Worte, wir hätten es ihm geglaubt, wenn er blos sagte, daß er allen Vorlagen der Regierung zugestimmt habe. Bei dem Compromiß der Justizgesetze wußte er nicht genug den Opfermuth der Liberalen zu rühmen, diese Männer verdienten eher Anerkennung als Spott und Hohn, bedauerte— was die Arbeiter besonders beherzigen mögen— daß das Contraktbruch- gesetz nicht zu Stande gekommen sei; hier müßte etwas in nächster � Zeit geschehen, diese Frage dürfe nicht ignorirt werden. Auch zeigte sich der Herr Abgeordnete als begeisterter Anhänger der cndirekten Steuern, welches uns nicht verwundert, denn Fürst Bismarck, für dessen Intimus Herr Dr. Lucius bekanntlich gilt, ist ja auch Gegner der direkten und für Einführung der indirekten Steuern; namentlich ist es nun die Tabakssteuer, auf die es der Herr Volksvertreter abgesehen hat, diese könnte eine Erhöhung vertragen. So ging es fort, Militärgesctz, Landsturmgesetz:c. seien alles Errungenschaften, auf die das Volk stolz sein könnte. Nach Schluß des Bortrages frug Genosse Klüt e an, ob es er- � laubt sei, dem Herrn Abgeordneten prinzipiell entgegen zu treten, welches aber echt„liberal" verweigert wurde. Nun interpellirte Genosse Seifert: wie sich der Herr Dr. Lucius zumJmpszwang verhalten habe. Derselbe antwortete: der Impfzwang habe wohl etwas Gehässiges an sich, er sei aber nur Laie auf diesem Gebiet und habe, da das Impfen nur in einzelnen Fällen schädlich gewesen, für denselben gestimmt. Nun frug Genosse Klute: warum Dr. Lucius immer gegen die Bewilligung von Diäten an Reichstagsmitglieder gestimmt habe. Herr Lucius- meinte, daß bei einem solchen Wahlsystem, wie das zum deut- schen Reichstag, ein solcher Census bestehen müsse. Aus die weitere Frage Klute's: warum der Herr Dr. Lucius so sehr für indirekte Steuern sei, da er doch wissen müsse, daß dieselben am meisten auf den Schultern des arbeitenden Volkes lasteten, ent- gcgncte er, daß dieses schon durch Produktion und Consumtion geregelt würde, eine Antwort, die der Herr Dr. Lucius etwas besser erläutern müßte.— Bei dieser Gelegenheit können wir" uns nicht versagen, einen Beitrag zur stehenden Rubrik„Gebil- detcr Pöbel" zu liefern. Schon bei der Frage, die Genosse Seifert stellte, erhob sich ein Lachen bei den Herren Liberalen, als ob bei einer so ernsten Sache etwas zum Lachen wäre, cS zeugt eben von ihrer geistigen Hohlheit; als vollends Klute sprach, erhob sich ein Tumult und Rufe: Naus! schmeißt ihn raus! der gehört bei seine Lumpen im deutschen Kaiser(dies ist nämlich unser Vcrkehrslokal) ertönten, und hat Schreiber dieses einen solchen gebildeten Flegel, welcher noch glaubte, eine große Hel- denthat zu verüben, in die Schranken der Ordnung verwiesen. In gewissem Sinne können wir mit solchen Ausbrüchen der Roheit zufrieden sein, sie beweisen den geistigen Verfall unserer Gegner.— Unsere Wahlbewegung ist in vollem Gange, und sind wir auch zu wenig Optimisten, um auf einen Sieg zu rechnen, so haben wir doch Dank der unermüdlichen Agitation Klute's� gute Fortschritte gemacht, wenn auch die Gegner alle Anstren- gungen machen, unserer Sache durch Verweigern von Lokalen,. Schmähartikel in der Presse u. s. w. einen Tamm entgegenzu setzen suchen. Tie aufgeklärten Arbeiter werden auf alles Dieses und besonders auf die Thätigkeit des Herrn Dr. Lucius am 10. Januar die Antwort geben. Bocke. Wiesbaden, 6. Januar. Heute wurde dem Vorstand des Allgemeinen deutschen Töpfcrvereins bekannt gemacht, es würden ihm 30 Prozent am Lohn abgezogen oder er müsse aufhören! Wir bitten daher, den Zuzug nach Wiesbaden fern zu halten. Alle arbeiterfrcundlichcn Blätter werden gebeten, dies zu veröffentlichen. Jos. Schweis, Dotzheimerstraße 30. Schnecvcrg, 7. Januar. Gestern fand hier eine Volksver- sammlung statt, in welcher Herr Temmler aus Geyer über das Thema„Die parlamentarische Thätigkeit des Reichstags" zu Aller Zufriedenheit referirte. Der Saal war dicht gefüllt und meldete sich diesmal auch ein Gegner zum Wort. Er suchte den Referenten in einigen Punkten zu widerlegen, z. B. meinte er, daß das Kriegshandwerk noch verbessert werden müßte. Na- türlich brach die Versammlung in lautes Gelächter aus; ebenso auch, als er behauptete, die Löhne seien auf eine unbeschreibliche Höhe gelangt und bis dato sei es noch nicht möglich gewesen, dieselben auf ihren Standpunkt zurückzuführen, welchen Uncstand Redner auch als Ursache der heutigen Gcschäftskrisis hinstellte. Selbstverständlich drückte man dem Referenten durch solche Kund- gebungen die Waffe in die Hand, sich siegreich zu vcrthcidigen. Jene Einwendungen wurden auch in einer vortrefflichen Entgegnung widerlegt. Als man zum Schluß ein dreimaliges Hoch auf Herrn Liebknecht ausbrachte, versprachen die Versammelten, thatkräftig für die Wahl unseres Candidaten einzutreten. Aus Ilohivein theilt man uns unterm 6. Januar mit: Tie hier am 5. Januar abgehaltene Volksversammlung, in der Herr Burkhardt aus Leipzig referirte, hat allgemein einen guten Eindruck gemacht; selbst der Kleinbürgerstand war sehr darüber- erfreut, denn im allgemeinen Gespräch hört man oft sagen: „Ich habe bisher nichts auf die Sozialdemokratie gehalten, aber Der hat mir die Augen ausgcthan." Herr Burkhardt hat sich allgemeinen Ruf errungen, und wünschen Alle ihn bald wieder eine Versammlung abhalten zu sehen. Zwar ist ihm ein Gegner entgegengetreten, dieser konnte indeß gegen Burkhardt nichts ausrichten. Itzehoe, 3. Januar. Vom 1.De,1ir. 1873 bis I. Jan. 1877 sind an Unterzeichneter flehende Gewer cingeliefl rt worden: Itzehoe d. H.; Wallher M. 11,15, do. d. denselben 35,00, Jtzechoer Crf«n/.w, 150) Krempe 9,00, Barzfleeth 7,30, Eddelack 7,00, Sunden 7,50, Wüster 12,00. I. Clasen, Kassirer des Centralwahlcomites. Briefkasten der Redaktion. F. F. in Halberstadt: Besten Dank für Ihre Bereitwilligkeit, mit der Sie etwaige Aufträge von uns besorgen wollen, wir haben der Zeit keine dergleichen. Geiser weiß nichts von den Volksstaatnummern, die Sie in seinen Händen glauben. Unsere besten Wünsche und Grüße.— W. St. in Königsberg: Man erstatte uns nur Bericht von den aufgelösten Versammlungen, die zum Zwecke der Wahl berufen wurden; wir haben nichts erfahren.— Herrn B....... in Lauf, Amt Bühl: Für derartige Annoncen öffnen wir unsere Spalten nicht. der Expedition. Carl Müller in Frankfurt: Jean Battenfeld theilt uns mit, daß ein in Folge Ihrer Ausforderung von ihm an Sie gesandter Brief retour ging, da Sie keine Wohnung angegeben. Bat- tenfeld's Adresse ist: Grüner Weg 3'/z in Cassel.— Ph. Damberger in Ober-Florsheim: Der Kalender wurde von uns wie gewöhnlich unier starkes Streifband gelegt. Agitationsnummern konnten wir nicht bei- legen, da selbige total vergriffen und weitere noch nicht fertig sind. An Gcib in Hamburg: Der Erlös für Nr. 3 und 10 des„Wähler" folgt wegen Porto zusammen. ' Burgdamm. B. Benndorf. Quittung. A. Wnk Niemcs Ab. 2,60. Wahlcomit« hier Ann. 4,20. Schuhmachergewerkschaft hier Ann. 1,20. Rdlph Hannover Ann. 0,90. Khn Nicderspaar Schr. 2,50. Arbeiterverein Hüttenberg Ab. 3,84. Kls Magdeburg Ab. 25,30. Dckmnn Kiel Ab. 3,30. Dvdff Jena Ab. 3,00. Mttmr Traunstein Ab. 6,00. W. Erl St. Johann Ab. 8,80 11. 63,30. Hrlmnn Mainz Ab. 12,60. Hmtjch Uebigau Ab. 2,50. S Frbr Cosel Äb. 6,00. Zhtnr Darmstadt Ab. 26,50. Brnhrdt Mittweida Ab. 10,65. Brn Hcidenheim Ab. 4,00. Schmdt Römer- stadt Ab. 16,13. Arbeiterverein Agram Ab. 7,34. Hrmr Wien Ab. 3,20. Zmstn Wiesbaden Ab. 1,83. Aug. Ltnschlgr Limbach Ab. 5,00. Krstn Thonberg Ab. 12,00. R. Wgnr Wien Ab. 14,00. A. Krhl Quedlinburg Äb. 2,00. Ems Ab. 1,20. Exped. der„Tagwacht" Zürich Ann. 1,20. C. Lbsch Jägerndorf Ab. 20,00. Administration der Arbeiterwochenchronik Pest Ab. 3,76. A. Ptrn Admont Ab. 1,54. Wtzk Stepr Ab. 4.81. Arbciterfortb.- Verein der Anstreicher in Wien Ab. 1,63. M. Mhrs Hanau Ab. 12.90. H. Bmbs Graz Ab. 4,88. Kl. hier Ann. 3,20, Schr. 2,00. Mnkwtz hier Ab. 4,20. Münch Zittau Schr. 11,10. P. Plkrbv Ab. 1,40. Rchtr hier 1,40. WahlfoydS. Liste Nr. 3? durch Gumpel 8,00. Anzeigen:c» Arbeitcrbilduugsvcrein. Sonnabend, den 13. Januar: Vortrag von Herrn Dr. Lindner.____! SHT+firrrr Sonnabend, den 13. Januar, Abends 8'/, Uhr -IHIIvUh» in Koppelmann's Salon: Volksversammlung. Tagesordnung: Vorttag. O. Reimer.(50 s Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. Redaktion«nd Expedition Färberstroße 12/11. in Leipzig. Druck und Verlag der GenoffenschastSbuchdruckerei in Leipzig