in UN' nt eav Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementepreis sür ganz Teutschland t M. eo Ps. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten ans den 2. und S. Monat, und aus den Z.Monat besonders angenommen� im idönigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen» Altenburg auch aus den tten Monat des Quartals ä 54 Psg. Inserate betr. Bersammlunge» pr. Petitzeile lll Pf., betr. Privatangelegenheiten und Feste xro Petitzeile»0 Pf. Vorwärts Vestllhmzc» nehmen an alle Postanstalten und Buch. Handlungen des In- n. Auslandes. Filial- Expeditionen. New-P ort: So>.-demolr Genossen- schastsbuchdrultern, t54 Llchrillx« Str. Philadelphia: P. Haß, KZ0 Norlb 3rd Street. I. Boll, 1129 Charlotte Str. Chicago: A. Lanfermann, 296 vivl- sLoa Street. San FranziSco: F. Cntz, 41S OTar- rell ßtroet. London: Bauditz, 5 Kassau Street, Middlesex Hospital. Kentrat Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. ge.--------- " Nr. 10. Mittwoch, 24. Januar. 1877. Die rothe Reaktion mackt sich jetzt überall geltend. Tie Erfolge der Sozialdemo- kratie, die uns noch lange nicht genügen, wirken auf die Ge- müther unserer Gegner, wie die rothe Farbe auf das bekannte gehörnte Thier. In wilder Wuth stürzt sich der Gehörnte, nach dem bekann- en Gedichte, in die Fluth, aus welcher der Widerschein des Äorgenroths cmporleuchtete imDjn der er noch obendrein sein eigenes Bild erblickte—„der Ochs ersoff, doch giebt es hie noch manches Stück von solchem Lieh". Alles schreit, und natürlich auch der Liberalismus, nach Ler- schärfung der Strafparagraphen gegen freisinnige Aeußerunge», nach Polizeimaßregeln gegen unsere Partei, nach Beschränkung des Wahlrechts; ja sie rufen selbst in ihrer blinden Wuth nach dem Säbel, welcher der rothen Canaille den Garaus machen soll.- Gleichen nun die Liberalen, welche derartiges Geschrei er- heben, nicht wirklich dem Gehörnten? Ist es möglich, daß diese Leute in blinder Wuth ihre eigenen Schöpfungen nicht lviedcr erkennen? Was war das iu den 60er Jahren sür ein Gejammer über Polizeimaßrcgeln, die gegen den Liberalismus gerichtet waren; was war das für ein Lamento über die Abhängigkeit des Richterstandes und über die unerhörte Strenge der Gesetze, wenn einmal ein liberaler Redakteur zu 25 Thalern Geldbuße wegen Ministerbeleidigung vcrurtheilt wurde; Ivas war das für ein stolzes, frciheitsvolles Auftreten, weno die Herren Liberalen die Rechtsgleichheit des ganzen Volkes proklamirten! Und jetzt— das gerade Gcgentheil! Die rothe Reaktion ist eingezogen in das deutsche Reich, ihr erster Bannerträger aber ist der Liberalismus. Uns kann es recht seiu. Wir wissen, daß uns erneute Ver- solgungen bevorstehen, daß diese Verfolgungen eine stärkere Für- bung annehmen, daß die Tenunciationen gegen uns noch mehr zur Mode werden, wir wissen, daß man die Vermessenheit be- sitzt, durch Gewaltmaßregeln eine große Idee vernichten zu wollen. Diese kleinlichen reaktionären Menschen! Tie Weltgeschichte ist unverstnnden zu ihren Häupten dahingerauscht, sie wollen nicht wissen, daß lediglich die wüsten Verfolgungen das Christen- thum unter die Massen gebracht haben; sie wollen nicht wissen, daß die Verbrennung von Huß der Reformation mehr Borschub geleistet hat, als die schneidige Klinge des Schwedenkönigs. Sie wollen nicht wissen, daß aus der Bastille, in welcher man Rousseau's und Boltairc's Ideen einzusperren gedachte, die Flamme der großen französischen Revolution, durch die das libe- rale Bürgcrthum entstanden ist, emporschlug. Diese Kurzsichtigen! Nur immer zu, Ihr rothen Reaktionäre, Ihr könnt uns, unserer Idee keinerlei Schaden zufügen, das Volk wird mit um so größerer Liebe an der weltbe- freienden Idee des Sozialismus hängen, es wird»m so be- geisterter für dieselbe eintreten, je mehr Ihr sie verfolgt Nur immer zu! Wir fordern Eure kindischen Verfolgungen gerade zu heraus im Bewußtsein unseres Rechts, im Bewußt- sein der Volkskraft, welche das Recht für und für schützen wird wider die Gewalt. „So sehr Ihr schmäht, so sehr Ihr droht— Es glühet fort das Morgenroth!" Die„Germania" über die Sozialdemokratie. Wir wollen unfern Lesern einen Artikel nicht vorenthalten, den das Hauptblatt der Clerikalen nach den Wahlen über die sozialistische Bewegung bringt. Jedermann weiß, daß prinzipiell me Rothen die schärfsten Gegner der Schwarzen sind, trotz alles Gemse ls von der Verbindung dieser Antipoden. Ter Artikel berührt uns um so angenehmer, da die Clerikalen beschlossen haben, unter keinen Umständen bei den Stichwahlen für einen Sozialdemokraten zu stimmen. Die Ausführungen der„Ger- mania" lauten: „Grundlegend ist, namentlich in Deutschland, der weitver- breitete Jrrthum, welcher Sozialdemokratie und Pöbel identfi- «rt. Dieser Jrrthum macht nicht nur jede gerechte und billige Beurthcilung des Sözialdemokratismus unmöglich, sondern schließt auch die Möglichkeit aus, ihn mit denjenigen Waffen, mit wel- chcn ihm beizukommen ist, zu bekämpfen. Es ist sehr merk- würdig, daß xine geistige Richtung, welche sich zwischen uns, in unserer unmittelbarsten Nähe, in den Straßen, ja in den Häu- sern, die wir bewohnen, ausgebildet, die in öffentlichen Ber- mmmluntfen und in Tagesblättern ihre Ziele verkündet hat, die bereits einen so bedeutenden Theil des Volkes beherrscht, daß sie allen übrigen politischen Richtungen zusammengenommen fast gleichberechtigt bei den Wahlen sentgegei, getreten ist,— daß sie und ihr Wesen einer so durchaus falschen Auffassung unterliegen tonnen, wie dies thatsächlich geschieht. Wäre in dieser Beziehung allein von dem„Liberalismus" die Rede, so würde die bei ihm (f mr Kampfesweise des Todtschweigens oder Entstellens alles lym Mißliebigen die weit verbreitete Unwissenheit erklären; aber auch in anderen, ehrlicheren Kreisen ist die gleiche Unkenntniß �®0 schreibt z. B. die„Kreuz-Zeitung" am Tage wach den Wahlen: „Nicht nur die Stimmenzahl, welche die Vertreter'der y1?*16 davongetragen haben, ist von Bedeutung. Es i W lich auch herausgestellt, daß diese Partei am besten orga- �*n gesetzlichen Formen geräuschlos und icher openrte; ihre Agenten, theilweise in feiner Kleidung, .r er9ut' hatten durchaus kein„Proletarier"- lora Jre<[en'.."n*> mar so in ihrer Hand, vaß sie früher ! undere die Zusammenstellung der Nachrichten aus den ein- zelnen Wahlbezirken beendet hatten und von dem Schlußergeb- niß unterrichtet waren." „Es geht daraus hervor, daß die„Kreuzzeitung" bis jetzt sich die Sozialdemokraten als einen ungeoroneten Haufen zucht- loser, dem Gesetze hohnsprechender, in Lumpen gekleideter Men- scheu vorgestellt hat, und die Conseguenz einer solchen Vorstellung konnte denn auch nur eine mitleidige Berachttmg sein. In gleicher Unwissenheit befand sich wohl Lasker, wenngleich schon von einer Ahnung der Wahrheit durchzogen, als er sich erbot, die Sozialdemokraten mit dem Knüttel todtzuschlagen, und auch der berühmte Staatsmann wußte offenbar nicht, mit welchem Gegner er zu thun hat, als er in Bezug auf die Sozialdemokraten wegwerfend erklärte:„Die lasse ich einfach todtschießen". Hunderttausende oder richtiger Millionen lassen sich nicht einfach todtschießen und noch weniger von Lasker- Simson mit dem Knüppel erschlagen; sie lassen sich überhaupt nicht von einer lediglich materiellen Gewalt niederwerfen, son- dern es müssen zn ihrer Ueberwindung Waffen anderer Art in Anwendung kommen. Männer, die sich für eine Idee zusammen- gethan und erhoben haben, können siegreich nur mit geistigen Waffen bekämpft werden. „Vor allen Dingen hat die sozialdemokratische Partei mit dem Pöbel nicht mehr gemein, als die„Liberalen"; wahrschein- lich werden sie sogar behaupten, daß eiae solche Gemeinschaft bei ihnen noch geringer sei. Nichtsthuer, Bettler, Säufer, Schläger oder wohl gar Perbrecher gegen das Eigenthum sind unter den Sozialdemokraten nicht in größerer Zahl vorhanden als unter den Anhängern anderer politischer Richtungen. Sie sind nicht der„Abschaum des Volkes", sie sind nicht Lumpen und Tange- nichtse, nicht Petrolcurs und Brandstifter, nicht Commnnisten, die sich gleich den Gründern mit fremdem Eigenthum berei- chcrn wollen; es sind Männer zumeist, aber nicht ausschließ- lich aus dem Arbciterstandc, unter intelligentes, zum Theil hochbegabten Führern, alle tief, ja leidenschaftlich den Druck ver- kehrter gesellschaftlicher Verhältnisse empsindend und entschlossen, alle ihre Kraft einzusetzen, um die Gesellschaft auf gerechteren Grundlagen neu aufzubauen. „Pöbelherrschaft, Communismus, Sozialdemokrotie Commune sind für sehr Viele, eben weil sie sich um die Be- griffe, denen diese Bezeichnungen zukommen, nicht gekümmert haben, Schlagwörter von derselben Bedeutung: aber sie irren in Bezug auf die Bedeutung und die Verwandtschaft der Begriffe. „Was mit dem Pöbel zusammenhängt, hat keinen Zu- sammcnhang mit der Sozialdemokratie. Wer die Versammlungen der letzteren besucht, muß sich davon überzeugen. Die sozial- demokrattsch gesinnten Arbeiter sind, wie ihre Arbeitgeber bestä- tigen, fleißig und nüchtern; sie hören mit begierigen Ohren die Lehren ihrer(falschen) Apostel und lesen eifrig die(falschen) Evangelien ihrer zahlreichen Parteiblätter. Sie sind ein an sich durchaus achtungswerthcs Element, nur in einem grundstürzen- den Jrrthmn besungen. „Ebenso haben Communismus(im extremen Sinne) und Sozialdcmökratismus nichts mit einander gemein. Nicht den unvernünftigen Gedanken einer Theilnng des vorhandenen Eigenthums oder der Abschaffung des Eigcnthums überhaupt verfolgen die Sozialdemokraten, sondern sie wollen der Ausbeu- hing Vieler durch Einzelne vorbeugen, und zwar durch Einrich- tungen, welche Allen die gleichen Vortheile bieten. „Auch ist es unrecht, was nur zu oft ohne die geringste Nachforschung geschieht, die Gräuelthaten, welche in Paris unter der Herrschaft der Commune verübt sind, den Sozialdemo- kratcn in die Schuhe zu schieben. Nicht der geringste Beweis ist geliefert worden, duß diese Unthaten von der Commune ans- gegangen sind. Um nicht zu weit abzuschweifen, soll nur darauf verwiesen werden, daß die Commune und ihre Anhänger mo- natelang die Bank von Frankreich mit allen ihren Beständen und sehr viele andere Geldinstitute in ihrer Gewalt hatten und nicht einen Heller aus denselben entnahmen; und ferner, daß für die Verbrechen des durch die Abivesenheit jeder geordneten Gewalt entfesselten wirklichen Pöbels nicht eine Qnasi-Obrigkeit, welche kaum über irgendwelche Machtmittel zu gebieten hatte, und noch weniger eine hinter ihr stehende Partei verantwortlich gemacht werden können." Wir sagten ja schon vor einigen Tagen, daß alle Gegner anständiger würden! Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Philosophie. Von Friedrich Engels. VI. Im weiteren Verlauf kommen wir nun auf die Theorien von der Art und Weise, wie die jetzige Welt zu Stande gekommen ist. Ein universeller Zerstreuungszustand der Materie sei schon die Ausgangsvorstellung der ionischen Philosophen gewesen, seit Kant aber besonders habe die Annahme eines Urnebels eine neue Rolle gespielt, wobei Gravitation und Wärmeausstrahlung die allmählige Bildung der einzelnen festen Weltkörper vermittelten. Tie mechanische Wärmethcorie unserer Zeit gestatte die Rück- schlüssc auf die früheren Zustände des Universums weit bestimmter zu gestalten. Bei alledem kann„der gasförmige Zersttcuungs- zustand nur dann ein Ausgangspunft für ernsthafte Ableitungen sein, wenn man das in ihm gegebne mechanische System zuvor bestimmter zu kennzeichnen vermag. Andernfalls bleibt nicht nur die Idee in der That äußerst nebelhaft, sondern der ursprüng- liche Nebel wird auch wirklich im Fortschritt der Ableitungen immer dichter und undurchdringlicher;..... vorläufig bleibt noch Alles im Vagen und Formlosen einer nicht näher bestimmbaren Diffusionsidee", und so haben wir„mit diesem Gasunivcrsum nur � eine höchst luftige Conception". Die Kantische Theorie von der Entstehung aller jetzigen Weltkörper aus rotitenden Nebclmassen war der größte Fort- schritt, den die Astronomie seit Kopernikus gemacht hatte. Zum ersten Male wurde an der Vorstellung gerüttelt, als habe die Natur keine Geschichre in der Zeit. Bis'dahin galten die Welt- körper als von Ansang an in stets gleichen Bahnen und Zu- ständen verharrend; und wenn auch auf den einzelnen Welt- körpern die organischen Einzelwesen abstarben, so galten doch die Gattungen und Arten für unveränderlich. Tie Nawr war zwar augenscheinlich in steter Bewegung begriffen, aber diese Bewegung erschien als die unaufhörliche Wiederholung derselben Vorgänge. In diese, ganz der metaphysischen Denkweise entsprechende Vor- stellung, legte Kant die erste Bresche und zwar in so wissen- schaftlicher Weise, daß die meisten von ihm gebrauchten Beweis- gründe auch heute noch Geltung haben. Allerdings ist die Kant'sche Theorie bis jetzt noch, streng genommen, eine Hypo- these. Aber mehr ist auch das Kopcrnikanische Weltsystem bis auf den heutigen Tag nicht, und nach der spektroskopischcn, allen Widerspruch zu Boden schlagenden Nachweisung solcher glühenden Gasmassen am Sternenhimmel, hat die wissenschaftliche Oppo- sition gegen Kant's Theorie geschwiegen. Auch Herr Dühring kann seine Weltkonsttuktiou nicht ohne ein solches Nebelstadium fertig bringen, rächt sich aber dafür, indem er verlangt, man soll ihm das in diesem Nebelzustand gegebne mechanische System zeigen, und indem er. weil man dies nicht kann, den Nebel- zustand mtt allerhand geringschätzigen Beiwörtern belegt. Die heutige Wissenschaft kann dies System leider nicht zur Zufrieden- heit des Herrn Dühring kennzeichnen. Ebensowenig vermag sie auf viele andre Fragen zu antworten. Auf die Frage: warum haben die Kröten keine Schwänze? kann sie bis jetzt nur mit- Worten: weil sie sie verloren haben. Wenn man min aber sich ereifern wollte und sagen, das sei alles im Vagen und Form- losen einer nicht näher bestimmbaren Verlustidee'und eine höchst luftige Conception, so kämen wir mit dergleichen Anwendungen der Moral auf die Staturwissenschaft keinen Schritt weiter Der- gleichen Mißliebigkeiten und Aeußerungen der Verdrießlichkeit kann man immer und überall anbringen, und ebeudeßwegen sind sie nie und nirgends angebracht. Wer hindert denn Herrn Tühring, selbst das mechaniichi System des Urnebels auszufinden? Zum Glück erfahren wir jetzt, daß die Kant'sche Nebclmasse „weit davon entfernt ist, sich mit einem völlig identischen Zu- stand des Weltmediums oder, anders ausgedrückt, mit dem sich selbst gleichen Zustand der Materie zu decken." Ein wahres Glück für Kant, der zufrieden sein konnte, von den bestehenden Weltkörpern zum Nebelball zurttckgehn zn können, und der sich noch nichts träumen ließ von dem sich selbst gleichen Zustand der Materie! Beiläufig bemerkt, wenn in der heutigen Natnrwissen- schaft der Kant'sche Nebelball als Urnebel bezeichnet wird, so ist dies selbstredend nur beziehungsweise zu verstehn. Urnebel ist er, einerseits, als Ursprung der bestehenden Weltkörpcr und andrer- scits als die frühste Form der Materie, auf die wir bis jetzt znruckgehn können. Was durchaus nicht ausschließt, sondern viel- mehr bedingt, daß die Materie vor dem Urnebel eine nnciidliche Reihe andrer Formen durchgemacht habe. Herr Dühring merkt seinen Vortheil hier. Wo wir, mit der 'Wissenschaft, beim einstweiligen Urnebel einstweilen stchn bleiben Hilst ihm seine Wisscnschaftswisscnschaft viel weiter zurück zu jenem „Znstand des Weltmcdiums, der sich weder als rein statisch im heutigen Sinne der Vorstellung, noch als dynamisch"— der sich also überhaupt nicht—„begreifen läßt. Die Einheit von Ma- terie und mechanischer Kraft, die wir als Weltmedium bezeichnen, l,l eine sozusagen logisch-reale Formel, um den sich selbst gleichen Zustand der Materie als die Voraussetzung aller zählbaren Ent- ivicklungsstadicn anzuzeigen". Wir sind offenbar den sich selbst gleichen Urzustand der Ma- terie nach lange nicht los. Hier wird er bezeichnet als Einheit von Materie und mechanischer Kraft, und dieS als eine logisch- reale Formel u. s. w. Sobald also die Einheit von Materie' und mechanischer Kraft aufhört, fängt die Bewegung an. Die logisch-reale Formel ist nichts als ein lahmer Versuch, die Hcgcl'schen Kategorien des Ansich und Fürsich für die Wirk- lichkeitsphilosophie nutzbar zu machen. Im Ansich besteht bei Hegel die ursprüngliche Identität der in einem Ding, einem Vor- gang, einem Begriff verborgenen, unentwickelten Gegensätze; im Fürsich tritt die Unterscheidung und Trennung dieser verborgenen Elemente ein und ihr Widerstreit beginnt. Wir sollen uns also den regungslosen Urzustand vorstellen als Einheit von Materie und mechanischer Kraft, und den Ucbergang zur Bewegung als Trennung und Entgegensetzung Beider. Was wir damit gewon- neu haben, ist nicht der Nachweis der Realität jenes phantastischen Urzustands, sondern nur dies, daß man ihn unter die Hegel', che Kategorie des Ansich fassen kann, und sein ebenso phantastisches Aushören unter die des Fürsich. Hegel hilf! Tie Materie, sagt Herr Dühring. ist der Träger alles Wirk- lichen; wonach es keine mechanische Kraft außer der Materie geben kann. Die mechanische Kraft ist ferner ein Zustand der Materie. Im Urzustand nun, wo nichts passirte, war die Ma- terie und ihr Zustand, die mechanische Kraft, Eins. Nachher, als etwas vorzugehn anfing, muß sich also wohl der Zustand von der Materie unterschieden haben.' Also mit solchen mysti- ichen Phrasen und mit der Versicherung, daß der sich selbst gleiche Zustand weder statisch noch dynamisch, weder im Gleichgewicht noch in der Bewegung war, sollen wir uns abspeisen lassen. Wir wissen noch immer nicht, wo die mechanische Kraft in jenem Zustand war, und wie wir ohne Anstoß von Außen, d. h. ohne Gott, von der absoluten Bewegungslosigkeit zur Bewegung kom- men sollen. Vor Herrn Dühring sprachen die Materialisten von Materie und Bewegung. Er reduzirt die Bewegung auf die mechanische Kraft als ihre angebliche Grundform, und macht eS sich damit unmöglich, den wirklichen Zusammenhang zwischen Materie und Bewegung zu verstehn, der übrigens auch allen früheren Mate- rialisten unklar war. Und doch ist die Sache einfach genug. Die Bewegung ist die Daseinsweise der Materie. Nie und nirgends hat es Materie ohne Bewegung gegeben, oder kann es sie geben. Bewegung im Weltraum, mechanische Bewegung klei- nerer Masten auf den einzelnen Weltkörpern, Molekularschwingung als Wärme oder als elektrische oder magnetische Strömung, chemische Zersetzung und Verbindung, organisches Leben— in einer oder der andern dieser Bewegungsformen oder in mehreren zu- gleich, befindet sich jedes einzelne Stoffatom der Welt in jedem gegebnen Augenblick. Alle Ruhe, alles Gleichgewicht ist nur re- iativ, hat nur Sinn in Beziehung auf diese oder jene bestimmte Bewegungsform. Ein Körper kann z. B. auf der Erde im mechanischen Gleichgewicht, mechanisch in Ruhe sich befinden; dies hindert durchaus nicht, daß er an der Bewegung der Erde wie an der des ganzen Sonnensystems theilnimmt, ebenso wenig wie es seine kleinsten physikalischen Theilchen verhindert, die durch seine Temperatur bedingten Schwingungen zu vollziehen, oder seine Stoffatome, einen chemischen Prozeß durchzumachen. Ma- terie ohne Bewegung ist ebenso undenkbar wie Bewegung ohne Materie. Die Bewegung ist daher ebenso unerschaffbar und unzerstörbar wie die Materie selbst; was die ältere Philo- sophie(Descartes) so ausdrückt, daß die Quantität der in der Welt vorhandenen Bewegung stets dieselbe sei. Bewegung kann also nicht erzeugt, sie kann nur übertragen werden. Wenn Be- wegung von einem Körper auf einen andern übertragen wird, so kann man sie, soweit sie sich überträgt, aktiv ist, ansehn als die Ursache der Bewegung, soweit sie übertragen wird, passiv ist. Diese aktive Bewegung nennen wir Kraft, die passive Kraft- äußerung. Es ist hiernach sonnenklar, daß die Kraft ebenso groß ist wie ihre Acußerung, weil es in Beiden ja dieselbe Bewegung ist, die sich vollzieht. Ein bewegungsloser Zustand der Materie erweist sich hiernach als eine der hohlsten und abgeschmacktesten Vorstellungen, als eine reine„Fieberphantasie". Um dahin zu kommen, muß man das relative mechanische Gleichgewicht, worin sich ein Körper auf dieser Erde befinden kann, sich als absolute Ruhe vorstellen und dann es auf das gesammte Weltall übertragen. Das wird aller- dings erleichtert, wenn man die universelle Bewegung auf die bloße mechanische Kraft reduzirt. Und dann bietet die Be- schränkung der Bewegung auf bloße mechanische Kraft noch den Vortheil, daß man sich eine Kraft als ruhend, als gebunden, also augenblicklich unwirksam vorstellen kann. Wenn nämlich die Ucbertragung einer Bewegung, was sehr oft vorkommt, ein einigermaßen verwickelter Vorgang ist, zu dem verschicdne Mittel- glieder gehören, so kann man die wirkliche Uebertragung auf einen beliebigen Augenblick verschieben, indem man das letzte Glied in der Kette ausläßt. So z. B. wenn man eine Flinte ladet und sich den Augenblick vorbehält, wann durch Abziehen des Drückers die Entladung, die Uebertragung der durch Verbrennung des Pulvers freigesetzten Bewegung sich vollziehen soll. Mau kann sich also vorstellen, während des bewegungslosen, sich selbstgleichcn Zustandes sei die Materie mit Kraft geladen ge- Wesen, und dies scheint Herr Dühring. wenn überhaupt etwas, unter Einheit von Materie und mechanischer Kraft zu verstehn. Diese Vorstellung ist ividersinnig, weil sie auf das Weltall einen Zu- stand als absolut überträgt, der seiner Natur nach relativ ist, und dem also immer nur� ein Theil der Materie gleichzeitig unterworfen sein kann. Sehen wir jedoch selbst hiervon ab, so bleibt immer noch die Schwierigkeit, erstens, wie die Welt dazu kam, geladen zu werden, da sich heutzutage die Flinten nicht von selbst laden, und zweitens, wessen Finger dann den Drücker ab- gezogen hat? Wir mögen uns drehn und wenden wie wir wollen, unter Herrn Dühring's Leitung kommen wir immer wieder auf — Gottes Finger. (Fortsetzung folgt.) Sozialpolitische Uebersicht. — Ein famoses Mittel gegen das überhandneh- mende Massenelend. Berliner Zeitungen schreiben:„Den Polizeibehörden sind auf's Neue verschärfte Weisungen zugegangen, um das Unwesen der Bettelei und Landstreicherei zu unter- drücken. Jede beim Betteln betroffene, sich arbeitslos umher- treibende oder der Landstreicherei verdächtige Person ist ohne Ausnahme aufzugreifen und der Polizeibehörde des Ergreifungs- ortes vorzuführen. Ebenso sollen Herbergen jc., in denen sich Herr v. Puttkammer. (Fortsetzung.) Alle diese Sätze gehören dem vorerwähnten„Drohbriefe" an. Wir finden darin' nicht den geringsten Anhalt, um v. Puttkammer für verrückt zu halten. Den Kriegsminister betrachtete er als seinen Hauptgegner in den militärischen Kämpfen, er hatte die Einsetzung des Kriegsgerichts gefordert, seine Beschwerden auf die Bestimmungen der Verfassung und der Militärgcsetzgebung Seftützt und glaubte, da auf so begründete Beschwerden kein Be- Heid erfolgte, an ein Hintertreiben der Kriegsgerichte. Ob seine Annahme richtig war,' das entzieht sich unserer Beurtheilung, jedenfalls lag aber eine solche Annahme nahe. „Als der vr. Rieck einen abermaligen Versuch gemacht hatte, den Jmploraten in seiner Wohnung zu sprechen, erhielt er einen von Berlin, den 1. April 1871 dafirten Brief von ihm, worin er ihn der Theilnahme an dem Vergehen des Köpenicker Gerichts- C ommissarius bezichtigte und obwohl er s elbst früher die Gültigkeit der Ehrengerichte als Ausnahmegerichte bestritten hatte, ihn bedrohte, das ehrengerichtliche Verfahren gegen ihn zu beantragen und sich zugleich zum Duell bereit erklärte." Das Erkenntniß vermengt hier zwei durchaus verschiedene Angelegenheiten. Herr v. P. hatte die Ehrengerichte in einem speziellen Falle zurückgewiesen und seine Zurückweisung auch so begründet, daß von einer Einsetzung eines Ehrengerichts Abstand genommen wurde. Hier handelte es sich aber um Dr. Rieck, der Stabsarzt, also Militär war und dem die härtesten Vorwürfe gemacht wurden. „Der Curator Liese räumte in einem zufolge Verfügung vom 3. April am 4. April 1871 anberaumten Termine die Behaup- tungcn der Provokation als richtig ein und wiederholte den An trag auf Unterbringung des. v. P. in eine Irrenanstalt." Es drängt sich hier zunächst die Frage auf, wenn durch In- sinuation der Klage die Litispendenz der Sache eingetreten ist. — Ein.Klagebeantwortungstermin mit 24 Stunden Frist in einer so hochwichtigen Sache, in der das bürgerliche Leben eines Men- scheu auf dem Spiele stand, das erscheint uns etwas stark und um so stärker als Liese v. Puttkammer nie gesehen und sich nie überzeugt hatte, ob die Angaben des Herrn Friedet auch auf Wahrheit beruhten. loses Gesindel aufzuhalten pflegt, recht häufig, namentlich des Morgens und Abends, revidirt und vorgefundene Landstreicher zur Haft gebracht werden. Das einfache Fortwcisen von Bett- lern und Landstreichern über die Grenze des Polizeibezirks soll nicht stattfinden."— Obwohl diese Worte eines Commen- tars wohl kaum bedürfen, um den Mafien die„Herrlichkeit" der heutigen Verhältnisse und die„Moralität" der„jetzigen Welt- ordnung" in einem recht eigenthümlichen Lichte erscheinen zu lassen, drängt den Einsender Dieses angesichts solcher Thatsachcn dennoch das Gefühl innerster Entrüstung, die ihn über die Heu- tigen gesellschaftlichen Verhältnisse ergreift, an die mitgetheilte Notiz einige Betrachtungen zu knüpfen: Derjenige also/ welcher durch die infolge des herrschenden Schwindelsystems allenthalben eingerissene Geschäftsstockung brodlos geworden, der Proletarier, dem es nicht vergönnt ist, seine Arbeitskraft zu verwerthen— selbst nicht gegen einen Hungerlohn— ist, wenn er, um doch sein trauriges Dasein zu fristen, zum letzten Mittel, zum Bettelstabe greift, ein„Landstreicher", er gehört zu dem „losen Gesindel, gegen das man die Polizei antreibt, das man hinter Schloß und Riegel setzt, um unserer heutigen Gesell- schaft den trostlosen Anblick ihrer unzähligen Opfer zu ersparen. Ja, es ist ein recht famoses Mittel gegen das Massenelend, daß man diese unglücklichen Opfer auf die eine oder die andere Weise bei Seite schafft.„Aus den Augen, aus dem Sinn" heißt es auch hier, und all das unsägliche Elend, das hinter den eisen- beschlagenen Thoren der Gefängnisse und Zuchthäuser einge- schlössen ist, das sieht man nicht— wenigstens die„gute Gesell- schaft", die Bourgeoisie, ihre Complicen und Schleppenträger sehen es nicht, oder wollen es doch wenigstens nicht sehen— weil es ihnen unbequem ist. Andere aber sehen es und haben es schon längst erkannt, daß eine solche Wirthschaft an der eigenen Fäulniß und Verderbtheit zu Grunde gehen muß, und diese andern sind wir, die Sozialdemokraten. Die Sozialdemokratie hat das Verdienst, mit klarem Ver- stände erkannt zu haben, an welchen Gebrechen die heutige Ge- sellschaft krankt, sie darf sich rühmen, mit nimmer ermüdendem Eifer die einmal gewonnene Erkenntniß unter die Massen der Enterbten, der Verfolgten und Mißhandelten verbreitet zu haben, sie kann von sich sagen, daß es ihren Bestrebungen gelingen wird, all die himmelschreienden Ungleichheiten, welche man mit den tönenden Namen„göttliche Weltordnung",„Harmonie der Interessen",„Freiheit der Arbeit":c. /zu beschönigen und zu bemänteln sucht, zu beseitigen, weil sie mit den Gründen, aus denen diese unnatürlichen Verhältnisse entstehen, auch die Mittel kennt, mit denen die Heilung dieser Krebsschäden herbeigeführt werden kann. Möge die scheinheilige Gesellschaft von heute auch noch so ängstlich bemübt sein, das durch ihre Schuld erzeugte fortwährend zunehmende Elend zu verbergen und den Augen der Welt dadurch zu entziehen, daß sie die dem Druck der Roth Erliegenden von der Oeffentlichkeit abschließt, es kann nicht aus- bleiben, daß diese wirthschaftlichen Verhältnisse sich selbst auf- heben und neue Formen nöthig machen, welche den Forderungen der Menschlichkeit und Menschenwürde mehr entsprechen, als es die gegenwärtigen thun. Lob. —„Deutsche Sünden". Unter dieser Bezeichnung brachte jüngst die„Straßburger Zeitung" eine Corrcspondenz aus dem Elsaß, 8. Januar, die sehr bezeichnend ist für dortige Zustände und deshalb hier einen Platz finden mag. Was die Deutsch- Conservativen unter„religiös" verstehen, wissen unsere Leser ja zur Genüge, und die diesbezüglichen Auslassungen thun diesem Stimmungsberichte keinen Eintrag. Die Correspondenz lautet: „Bei der gegenwärtigen Wahlbewegung kommt es so recht an den Tag, wie wenig eigentlich das sog. Reichsland geistig mit dem deutschen Reiche verbunden ist. Leider muß unserer Regierung und den das Reich vertretenden Deutschen, Beamten und sonstigen Eingewanderten ein Theil der Schuld an diesen Zuständen beigemessen werden. Als 1871 das Elsaß an das deutsche Reich kam, freuten sich die deutsch-gesinnten Elsässer be- sonders deshalb, weil sie von der Verbindung mit Deutschland für ihre Heimath einen heilsamen, religiösen und sittlichen Ein- fluß erwarteten und eine Stärkung für mannhaftes, charakter- festes und strebsames Bürgerthum. Diese Erwartung war ge- wisscrmaßen ein Trost sogar für diejenigen Elsässer, die ungern ihre französische Nationalität verloren. Wie wenig aber das Elsaß unter der gegenwärtigen Regierung sich einer Förderung der Zustände zu erfreuen hat, ist längst bekannt geworden. Ebensowenig ist das Verhalten der meisten Beamten und des größten Theilcs der aus Deutschland Eingewanderten dazu an- gethan, die Sittlichkeit zu heben oder dem deutschen Namen Achtung zu erwerben. Die meisten Beamten geben durch Jrreli- Mit dem Ersuchen um Auftiahme des nach dem Atteste des Dr. Rieck als gemeingefährlich bezeichneten Geisteskranken wurden 30 Thlr. aus der(gesetzlich executionsfreien) Pension des Herrn v. Puttkammer an die Direktion der Charitö in Berlin gesandt, Herr v. P. auch von der Köpenicker Polizei dorthin ab- geliefert. „Die Einleitung des ganzen Verfahrens auf Blödsinnigkeits- erklärung, die Unterbringung in der Charitö, die Beschlagnahme und Verwendung seiner Militärpension sind für v. Puttkammcr die Veranlassung zu einer endlosen Reihe von Beschwerden, Re- monstrationen und Gesuchen mit den gröbsten Schmähungen gegen alle dabei betheiligten Personen geworden." Das ist richtig und für jeden unbefangenen Leser auch sehr begreiflich. Wir konstatiren hier nur, daß das Gericht, wenn auch ohne es zu wollen, selbst ein Motiv für die„Drohbriefe" und die leidenschaftliche Llorrespondenz bei Einleitung des Ver- fahrens giebt, während sie früher ohne Angabe eines Motivs zur Beurtheilung des Geisteszustandes des Herrn v. Puttkammer verwerthet wurden. „Namentlich behauptete er fortwährend, daß'das Kgl. Stadtgericht in Berlin die competente Behörde sei und nicht das Könial. Kreisgericht, da er von Köpenick nach Berlin verzogen gewesen sein will, während seine Eheftau in Köpenick eine I elbst- ständige Wohnung habe und er von dieser abgemeldet sei. In einer seiner neuesten Eingaben hat er behauptet, am 28. März 1871 Mittelstr. 5 Wohnung genommen zu haben. Dort ist er per- sönlich aber nie angetroffen worden." „Nach der Unterbringung des Provokaten in die Charitö siedelte auch seine Ehefrau nach Berlin über." Bekanntlich war v. Puttkammer bereits am 6. März nach Berlin übersiedelt, polizeilich war er aber erst am 28. März gemeldet worden. /.Auch ein Attest des Professor Dr. Westphal vom 18. April 1871 erklärte den Provokaten im Sinne des Gesetzes für blödsinnig. Da derselbe ihn aber zugleich für unheilbar erklärte und eine Gemeingcfährlichkeit nicht annahm, so erfolgte, bevor eiue Feststellung des Gemüthszustandes des v. Puttkammer geschehen konnte, unterm 10. Mai 1871 seine Wiederentlassung ans der Charits, wonächst auch der Professor giosität und Genußsucht in Stadt und Land viel Anstoß. Es schneidet dem Landmann in's Herz, wenn er sieht, wie die „Neuen Herren" halbe und ganze Nächte mit Prassen zubringen! Denn er weiß wohl, daß ihnen dieses nur durch ihre unver-! hältnißmäßig hohen Gehälter möglich ist, und daß diese Gehälter dem Ertrage der Steuern des Landes entnommen sind, wobei er in hohem Grade betheiligt ist. Verächtlich blickt der Straß- burger Bürger auf die aus Deutschland importirten und von Deutschen gepflegten„Narren"- und„Karnevals-Gesellschaften", die schon mehrere Winter hindurch sich breit machen. Man merke, daß die„Straßburger Zeitung" ein offiziöses, von der ! Regierung unterstütztes Blatt ist, worin die Regierung ihre Er- lasse bekannt giebt. Was in solcher Weise dem Elsaß von' Deutschland geboten wird, verachtet der ehrbare Straßburger Bürger gründlich, und selbst in den niederen Bolksklassen zuckt man die Achseln darüber; es kommt zuletzt noch dahin, daß deutsch gesinnte Elsässer sich dieser ihrer Gesinnung schämen müssen." Auch wir vcrurtheilen energisch den stets von den zahllosen Gemeinheiten begleiteten Karnevalunfug, freilich aus anderen Gründen als die Conservativen. Unter dem Regiments der „verkommenen" Franzosen hat man also noch nichts von dieser mittelalterlichen Kulturblüthe gewußt— erst vom Volke der Dichter und Denker haben sie dieselben kennen gelernt. Nun ja, in Deutschland florirt der Karneval! — Ueber die Berliner Wahlen läßt sich die„Frank- furter Zeitung" noch schreiben:„In den ersten Tagen wirkte der Wahlausfall in unseren Bürgerkreisen eben so niederschmet- ternd, wie in Dresden, wo am Abend des 10. Januar auf dem Hofball selbst den königlichen Trompetern der Athem eine Zeit lang stille stand, als Bebel's und Liebknecht's relative Siege in beiden Wahlkreisen der sächsischen Hauptstadt bekannt wurden. Man rechnete im ersten Schreck 40—50 sozialdemokratische Reichs- tagsabgeordnete zusammen. Nun hat man sich schon beruhigt und glaubt sich noch mehr beruhigen zu dürfen, nachdem die „Volkszeitung" den guten Leuten erklärt hat, daß es unter den 31,494 Wählern sehr viele giebt, welche gar nicht zu den Sozial- demokraten gehören, da sie weder Lassalle noch Carl Marx ge- lesen haben. Die„Volkszeitung" hat sehr recht. Wäre ich aber Herr Fritzsche oder Herr Hasenclever, so würde mich ihre Ent-; deckung äußerst befriedigen, da sie der sozialdemokratischen Partei noch bessere Aussichten eröffnet. Während die wohlgenährten Hoflakaien unisono für Herrn von Forckcnbeck stimmten, haben viele hungernde Subalternbeamte, ja selbst Schutzleute, die für 2 Mark Tag über zu Pferde Wache halten müssen, Sttmmzettel für Fritzsche oder Hasenclever abgegeben." — Die„Vossische Zeitung" theilt mit:„Der Abgeordnete v. Schorlemer-Alst hat das Präsidium des landwirthschaftlichen Hauptvereins für Westfalen niedergelegt. Die Regierung wollte; nicht ein so einflußreiches Institut in der Oberleitung eines prononcirten„Reichsfeindes" sehen."— Vielleicht findet Herr Friedcnthal einen besseren,„brauchbareren" Mann! — Zur Empfehlung des Dr. Max Hirsch zum R»chs- tagsabgeordneten sagte in einer Wählerversammlung zu Berlin Franz Duncker wortlich:„Man hat versucht, den Dr. Max Hirsch zu verdächtigen, indem man ihm sozialdemokratische. Neigungen zuschreibt; ihm, der zuerst die Arbeiterkreise gegen die zersetzenden Einflüsse der sozialdemokratischen Agitationen organisirt hat; ihm. der zuerst das harmonische Zusammen- i wirken aller Gesellschaftsklassen auf den Schild erhob, der sich diese Aufgabe zum Lebenszweck machte!"— Unsere Berliner Parteigenossen werden sich diesen Lobgesang des Herrn Dnncker merken und am Tage der Stichwahl dem Harmonieapostcl, der den Arbeitern Sand in die Augen streut, zu seinem Durchfall gratuliren. — Ein braver Fortschrittsmann. Der Freund des Professor Hänel, der an zwei Orten durchgefallene Professor Seelig aus Kiel, der zur Linken der Fortschrittspartei gehört, empfiehlt seinen Wählern, bei den Stichwahlen für den deutsch-! conservativen Grafen Holstein und gegen Reimer, dann für den national-conservativen Professor Beseler und gegen Stöhr zu stimmen. Ein netter, braver Fortschrittler das, dem man einen Krebs auf den Rücken malen müßte mit der Devise: „In bov signo vincea!"(In diesem Zeichen wirst du siegen!) — Politische Bildung unserer Gegner. Laut Bericht des„Drsdener Journals" nahm Bebel das Reichstagsmandat für Dr. Westphal die Betheiligung an der Feststellung des Gemüthszustandes des v. Puttkammer ablehnte." Ein höchst sonderbarer Passus! Es herrscht ein eigenthüm- liches Dunkel über die Vorgänge innerhalb der Charitö. Der fiskalische Anwalt hatte Dr. Rieck als Sachverständigen vor- geschlagen, der Kurator den Dr. Westphal. Beide hatten von Puttkammer für blödsinnig und zwar für unheilbar erklärt. Reichten denn diese Erklärungen nicht aus, um das Verfahren abzuschließen? Wie kommt es, daß v. Puttkammer aus der Charitö entlassen werden konnte und was bedeutet es, daß auch Professor Dr. Westphal die Betheiligung an der Feststellung des Gemüthszustandes ablehnte? Er hatte ihn ja schon konstatirt! Ist es nicht merkwürdig, daß das Gericht über eine der wich- tigsten Partien des Prozesses nicht unterrichtet ist? v. Putt- kämme r wurde auf Befehl des Direktors der Charitä, Dr. Esse, entlassen, weil er ihn für völlig gesund er- achtete. „Der fiskalische Antvalt Justtzrath Stubenrauch, der seine fwovokation auch noch durch neuere Mittheilungen des Königl. riegsministerii ergänzte, berief sich auf den Dr. Lehnerdt.als Sachverständigen." Wir fragen: Mit welchem gesetzlichen Rechte? „An Stelle des Kaufmanns Liese wurde nach Uebersiedlung der Familie v. Puttkammer nach Berlin der Bruder des Jmplo- raten, Kreisrichter, jetzt Appellattonsgerichtsrath v. Puttkammec zu Colmar zum Kurator bestellt." Eine wunderbare Maßregel! Liese wohnte in Köpenick, der Bruder des Jmploraten in— Fraustadt. „Derselbe beantragte die Anberaumung eines neuen Klage-- beantwortungstermines, weil die Provokation gar nicht dem Ku- rator mitgetheilt war." Giebt es wohl etwas Merkwürdigeres?— Die Sache war also noch gar nicht einmal litispendent und schon hatte v. P. als Geisteskranker in der Charitö gesessen und schon war Ver- mögens-Sequestration u. s. w. erfolgt! Dem Anfange der Ge- schichte aber ist dieser Verlauf durchaus entsprechend. (Fortsetzung folgt.) Glaucha u wieder an, daher wird in Dresden-Altstadt keine Stich- Wahl erforderlich sein.— Das politisch hochgebildete Journal weiß also nicht, daß trotz der Mandatannahme in Glauchau trotzdem mit Bebel Stichwahl vollzogen werden muß! Die Herren vom„Dresdener Journal" sollen sich ihr Lehrgeld wieder geben lassen von da. wo sie„Publizistik" gelernt haben! — Der Staat ist in Gefahr! Wie haben sie immer über Roheit der ungebildeten Klassen geschrien und geschrieben, die jetzt rufen:„Einen Skandal! einen Skandal! Ein Königreich für einen Skandal!" Das war das Leitmotiv der Taktik der geehrten Herren liberalen Gegner in Nürnberg: aber siehe da, der erwünschte Skandal blieb aus! Wie unnöthig war das Configniren von Truppen in die Kasernen, um die„Ordnung" aufrecht zu erhalten, event.„das Vaterland zu retten." Ebenso geschah es in Bremen, wo man auch schon alles Mögliche be- fürchtet zu haben scheint, aber ebenso überflüssig war auch dort diese Maßregel, die uns ein Beweis ist, wie man die Macht unserer Partei fürchtet, wie man aber auch immer noch ihre Tendenzen nicht versteht. — Maßregelungen. Aus Oberschlesien schreibt man der „Kreuzzeitung": Am 2. Januar sah man über� 50 Wagen mit Möbeln und Hausgeräthen gefüllt durch Groß-Strehlitz ziehen. Jene Möbel gehörten den armen Leuten, die auf den Dominien in der Umgegend gearbeitet hatten und zum größten Theil wegen der Wahl'am 20. Oktober v. I. entlassen worden waren, weil sie nicht nach dem Willen ihrer Herren und Brodgeber gewählt, sondern nach ihrem Gewissen gestimmt hatten. —„Staatshilfe". � In Elbing ist ein großes Unglück ge- schehen, die Wohnungen standen am 14. d. M. zum großen Theil noch unter Wasser, als die Kälte hinzukam, um die Bewohner zu peinigen. Wir haben bei früherer Gelegenheit gesehen, wie „schnell" unser Staat seinen verunglückten Unterthanen bei- springt: auch diesmal hat der landwirthschaftliche Minister Frie- denthal„schon" Vertrauensmänner berufen zu einer„Besprechung". Als die großen Ueberschwemmungeu im Lande unseres„verkom- menen Erbfeindes" waren, dauerte es keine Woche und Beschlüsse u sofortiger Hülfe wurden nicht nur gefaßt, sondern auch ogleich ausgeführt! Doppelt giebt, wer schnell giebt! Freilich. bei so großartigen Ausgaben für Kriegs-Kulturzwecke muß man in Teutschland fürsichtiglich prüfen und den Groschen hundertmal umdrehen, ehe man ihn ausgiebt! — Wir erhalten aus den Reichslanden folgende Zuschrift: „Die„Mctzer Zeitung" meldet, daß von 7202 eingeschrie- bcnen Wählern sich nur 3393 an der Reichstagswahl betheiligt haben. Bon diesen 3393 stimmten 3258 für den bei seiner neu- lichen Wiederwahl zum Bürgermeister der Stadt von der Regie- rung nicht bestätigten französisch gesinnten Exbürgcrmeistcr Paul Bezanson. Prüfen wir die angeführten Zahlen, so finden wir, daß von 7202 Wahlberechtigten mehr als die Hälfte sich jeder Abstimmung enthalten haben, und daß von denen, die wählten, nur(und zwar im günstigsten Falle) 135 liberal— d. h. preu- ßisch-libcral— gewählt haben können. Trösten wir uns damit, daß wahrscheinlich keine Arbeiter darunter waren; diese 135 Stim- men werden wohl größtentheils von Beamten geliefert worden sein. Wir nehmen an, daß von der großen Anzahl derer, die nicht wählten, die Meisten sich der Abstimmung enthielten, weil sie die Unfähigkeit der Regierungspartei zur Herbeiführung besse- rer Zustände einsehen und weit sie mit den Bestrebungen der wahren Bolkspartei, der sozialistischen Arbeiterpartei, noch unbe- kannt sind. Es wäre vielleicht anzurathen, die Agitation auch auf Lothringen auszudehnen. Lob. — Die Türken lassen sich nicht verblüffen, sie kennen die russische Ohnmacht besser, als Rußland selbst; sie wissen, wie faul es im russischen Hauptquartier steht. Sie wissen auch ferner, daß die Einigkeit der Großmächte nur eine scheinbare ist, und daß die meisten derselben eine Theilung der Türkei deshalb nicht wollen, weil sie glauben, bei dem Raub zu kurz zu kommen. Der große Rath der Türkei hat alle Vorschläge der Groß- mächte abgelehnt— die Conserenz geht resultatlos ausein- ander. Die Türkei aber, bis an die Zähne gewaffnet, hört mit großer Gemüthsruhe dem Brummen des russischen Bären zu, der so viele Läuse im Pelz hat, daß er vor lauter Jucken und Kratzen nicht von der Stelle kommen kann. Dem großmäuligen Gebühren des Meister Braun ist die gegenwärtige Situation Wohl zu gönnen. — Culturblüthe der amerikanischen Bourgeoisie. New- York wird gegenwärtig durch eine Skandalgeschichte in Bewegung ge- setzt, welche in der That selbst in dieser skandalrcichen Stadt wohl nicht leicht ihres gleichen finden dürfte. Der Held derselben ist keine geringere Persönlichkeit, als Hr. James Gordon Bennett, der Eigenthümer des „Herald«, besser bekannt als Polo-Spieler, Dauerläufer und Sportsman im Allgemeinen. Wie bekannt, war Hr. Bennett bereits seit längerer Zeit mir einer jungen Dame aus Baltimore, Miß May, verlobt und die Hochzeit war auf den 4. Januar festgesetzt. Miß May's Brautstaat war von Paris hier angelangt und erregte den Neid und die Bewun- derung der ganzen feinen Welt und Hr. Bennett hatte für die Hochzeits- reise über den Ozean auf dem Dampfer„Russia" zwei Kajüten mit fast fürstlicher Pracht cinrichtea lassen. Das junge Paar wollte einige Wochen in Paris und London zubringen und dann nach Amerika zurück- kehren. Der Gedanke war schön, aber es kam anders. Es scheint, daß Hr. Bennett angesichts des bevorstehenden Ehestandes nicht, wie so viele junge Leute dies thun, seine lockere Lebensweise fahren ließ und etwas solider wurde, sondern daß er im Gegentheil toller drauf los lebte, als je. Namentlich in der letzten Zeit tauchten allerlei höchst skandalöse Geschichten auf. Dies mag wohl auch schließlich Miß May zu Ohren gekommen sein und sie mit Befürchtungen für ihre Zukunft an der Seite eines so extravaganten Gatten erfüllt haben— genug, das Verlöbniß wurde noch in der zwölften Stunde abgebrochen, wie es heißt, auf gegenseitiges Einverständniß. In wie weit auch die Familie der Miß May mit dem Arrangement der Angelegenheit einverstanden war, ist nicht bekannt geworden, wohl aber ist es eine Thatsache, daß gestern Nachmittag ein Bruder der Dame Herrn Bennett gerade vor dem Ge- bände des„Union-Club" mit einer Peitsche einige Hiebe versetzte und ihn zu Boden warf. Einige herbeieilende Mitglieder des Union-Clubs haben dem Skandal ein Ende gemacht. Bennett wird unter den ob- waltenden Umständen noch eine Zeit lang sein Junggesellenleben fort- fetzen müssen, was ihm seine Mittel auch erlauben. ~ Wahlcuriosum. Aus Neurod e, wo Kapell und der klerikale Fabrikant Franz sich in der Stichwahl befinden, schreibt man:„Kurz vor Schluß des Wahlaktes stürzte ein Mann, athemlos vom schnellen Lauf, in das Zimmer und brachte nur mühsam die Worte:„Ach, Sie entschuldigen, ach, Sie verzeihen!" vor. Der Wahlvorsteher, welcher dem Abgehetzten das Sprechen erleichtern zu müssen glaubte, fragte nun:„Wie heißen Sie?"—„Ach!— Ach!— Sie entschuldigen— Sie verzeihen— ich— ich— habe für— Kapell einen Stimmzettel abgegeben und— und— es war nicht der richtige. Geben Sie mir den wieder, ich will für Franz stimmen." Allgemeines Gelächter be- lehrte den Reumüthigen, daß es hier keinen Rückgang mehr gebe." — In Zürich haben unsere Parteigenossen zu Geldsamm- lungen für die in Deutschland stattfindenden Stichwahlen auf- gefordert. Bravo! Correspondenzen. Httenseu. Am 8. Januar fand hierorts eine Volksversamm- lung statt, welche so zahlreich besucht war, daß die Räume des Burmeisterschen Lokales die Menge nicht fassen konnten. Die Tagesordnung lautete: Candidatenrede des Herrn Max Stöhr aus Berlin. Dieser entledigte sich seiner Aufgabe in glänzender Weise. Er begann damit, daß er seine beiden Gegenkandidaten einer scharfen Kritik unterzog. Der Redner ging dann dazu über, das sozialistische Programm zu erklären, das er für das seinige anerkannte. Er versprach, daß er, falls er gewählt würde, im Reichstage für eine Novelle zum Haftpflichtgesetz, für eine progressive Einkommensteuer, für Volkswehr(zunächst für ein- jährige Dienstzeit) für ein freies und gutes Unterrichtsgesetz und überhaupt für das Wohl der Gesammtheit eintreten werde. Rauschender Beifall belohnte den Redner. Als der Vorsitzende hierauf zur Interpellation aufforderte, meldete sich Herr Lehrer Wolf von hier zum Wort. Derselbe brachte so ergötzliche Sachen vor, daß es sich der Mühe lohnt einige davon anzuführen. Er erklärte, daß er dem Herrn Max Stöhr seine vollste Anerkennung zolle, aber gegen dessen Prinzipien sei, denn die Sozialdemo- kraten wollten nur, daß alles Eigenthum an den Staat übergehe und Hasenclever Reichskanzler und die übrigen Abgeordneten Minister würden! Der Redner erklärte ferner, daß die Presse viel zu frei sei(!!) und durch das milde Strafgesetzbuch ein großer Schlendrian herbeigeführt sei; ferner erklärte Redner, daß wir es der liberalen Partei zu verdanken hätten, daß die Schule auf den Standpunkt gekommen sei, daß jedes(?) Kind einen ordentlichen— Unterricht erhalte. Ferner, daß die sozial- demokratischen Abgeordneten im Reichstage nichts gethan hätten. Mit dem Militärgesetz erkläre er sich einverstanden, er könne nicht glauben, daß die Versammlung für die Verweisung der Prcßvergehen an die Schwurgerichte sei. Hrn. Max Stöhr fiel es natürlich nicht schwer, solch confuses Zeug zu widerlegen. Jedoch hicmit war der Herr Wolf noch nicht zufrieden, Haupt- sächlich des Vorredners Äeußerungen über die Volksschule ver- schnupften ihn. Daß 4000 Lehrerstellen in Deutschland unbesetzt seien, bestritt er einfach. Im Uebrigen seien die Schulen in einem guten Zustande, denn in jeder Schule sei ein Globus, eine Wandtafel, ein Stück Kreide und ein Schwamm(Schallendes Gelächter) und der Unterricht sei ein guter. Als der Herr hier- auf gefragt wurde, ob es auch zum guten Unterricht gehöre, wenn er den Kindern erzähle, daß die Sozialdemokraten keine Religion besäßen und den lieben Gott abjetzen wollten. Da sprang Herr Wolf auf und erklärte, daß er ganz empört sei, so etwas zu hören, die Aussagen seien entstellt oder erlogen, auch hätten die Kinder ihn erst darnach gefragt.— Unterzeichneter bestätigte jedoch Vorstehendes und brachte noch mehrere Beispiele bei. Herr Wolf erklärte hierauf, daß er nie wieder in einer Volksversammlung sprechen werde, er sei gründlich„belehrt" (oder kurirt, nicht wahr, Herr Wolf?) worden. Nachdem noch eine Resolution, dahingehend, für die Candidatur des Herrn Max Stöhr einzutreten, mit allen gegen eine Stimme angenom- Uten worden war, wurde die Versammlung geschlossen. Eine Tellersammlung ergab M. 119.14. I. Schmidt. Oer«.(Ein Wort an die Arbeiter.)„Die Sozialdemo- kraten bei den Reichstagswahlen", so ist ein Artikel überschrieben, der die Runde durch die nationalliberalen Blätter macht und merkwürdiger Weise mit einer Wahrheit beginnt, die auch wir Arbeiter uns zu Herzen nehmen dürfen:„Im Politiktreibcn der Massen— zu denen wir hier auch die Gebildeten und Gebildet- sten rechnen— spielt das kurze Gedächtniß, welches dabei be- wiesen wird, eine überaus große Rolle." Ja, wie käme es denn sonst, daß sich noch so viele von uns im Schlepptau der Fort- schrittspartei befänden, nachdem diese uns vor drei Jahren genau dasselbe Kunststückchen vorgemacht hat wie diesesmal: vor der Wahl provozirt sie irgend einen Streit mit der nationalliberalen Partei und nach derselben?— Nun da vertragen sie sich eben wieder; wie könnten sich denn ein paar so gute, alte Freunde um einer solchen Kleinigkeit willen trennen; kompromittirt haben sich ja Beide und was der Fortschrittspartei dabei noch fehlt, das holt sie jetzt reichlich nach, wie aus nachstehendem, der „Magdeb. Ztg." entnommenen Artikel zu ersehen ist: „Im Abgeordnetenhause hat sich soeben eine Thatsache voll- zogen, die in ihrer weitgehenden Bedeutung, obwohl äußerlich nur durch Rainen bezeichnet, die allgemeine Beachtung ver- dient. Die nationalliberale Fraktion ging in ihren kürzlichen Berathungen, betreffend die Wahl des Präsidenten, Vicepräsi- denten:c. von der Ueberzeugung aus, daß ein Pactiren mit der Fortschrittspartei a tout prix nicht nur nicht rathsam, sondern geradezu unehrenhaft sein würde. Da aber Spaltun- gen innerhalb der Fortschrittspartei in sehr ernsten Debatten derselben zu Tage getreten, hielt man es für angebracht und im Interesse der liberalen Sache(in Anbetracht des Wahl- ausfalls zum Reichstage), den Versuch zu machen, die ruhiger denkenden Elemente innerhalb der Fortschrittspastei zu unter- stützen.'Vertrauensmänner sondirten die Stimmung der letz- tereu Partei und brachten derselben in vertraulicher Weise die Ansichten der nationalliberalen Fraktion zur Kenntniß. Der Fortschritt zeigte ein weitgehendes Entgegenkommen, er- kannte die begangenen Fehler an und ging auf ein ihm gcstell- tes Ultimatum ein." Und was bezweckt diese Verbindung? so werdet ihr fragen. Arbeiter! lest die nachstehenden, dem erst angeführten Artikel entnommenen Zeilen: „Mit einem. Worte, es ist nothwendig, daß man sich in Deutschland zwischen zwei Dingen entscheidet: entweder wir müssen das allgemeine gleiche Wahlrecht wieder abschaffen— was, nachdem dasselbe einmal eingeführt worden, ebenso schwierig wie gefährlich ist; oder es muß eine durchaus veränderte Auffassung der Pflicht, zu wählen, durchdringen. Die aber- malige Constatirung der Stärke der deutschen sozialdemokra- tischen Partei wird erneuten Anlaß geben, die Möglichkeit auch anderweitiger Gegenwirkung, als vermitielst des Stimmzettels, wieder zu erwägen." Wem von euch nun noch nicht die Augen aufgehen, wer von Euch nun noch nicht weiß, wohin er sich zu wenden hat, dem ist in seinem Leben nicht zu helfen; denn hier liegt doch wohl der Beweis klar zu Tage, daß beide Parteien eins und beide Reaktionäre vom reinsten Wasser sind. Ein wirklich liberaler Mann wird sich von einent solchen Gedanken mit Abscheu wenden und" wird auch mit denen nicht mehr politisch zusammen gehen können, die solche Gedanken entwickeln. Darum rufe ich euch Arbeitern, die ihr euch noch nicht entschließen konntet mit uns zu gehen, zu: Werft die Ketten der Bevormundung von euch, werdet freie, politisch- selbstständigc Männer, unterrichtet euch über die wahren Ziele und Zwecke unserer Partei und ihr werdet über drei Jahre bei der Wahl ein besseres Gedächtniß beweisen.— Wir aber, Parteigenossen, wollen uns nicht durch Drohungen einschüchtern lassen, sondern im Bewußtsein der Be- rechtigung unserer Forderungen der Zukunft mit Ruhe ins Auge sehen. Kttenburg, 14. Januar. Wir haben die Wahlsöhlacht ver- loren. Im andern Fall wäre sofort Jeder von uns, triumphirend wie jener Grieche vom Schlachtfeld von Marathon, mit der Siegeskunde zum Telegraphenamt gelaufen und hätte zusammen- brechend noch die Depesche überreicht:„Freut Euch, Genossen, wir haben gesiegt!" Wir siegten nicht, aber wir sind mit Ehren unterlegen. So weit die Wahlergebnisse vorliegen, hat es der bisherige Vertreter, Appellations-Gerichts-Präsident Dr. Wagner, dessen Titel der Herzog Neujahrs um das Wort„Vice" zu kürzen geruhte, auf gegen 7000 Stimmen gebracht, unser Can- didat Stolle hat etwa halb so viel erhalten, und der Conser- vative fiel gründlich durch. Es ist für jeden Candidaten lebhaft agitirt worden, so brachte die„Altenburger Zeitung" bisweilen seltsame Lobsprüche auf Herrn Wagner, der ein bewährter Mann sein sollte, ein leutseliger, ein bekannter Mann! Wahrhaftig, es schien, als müßten die Blinden in Altenburg seinen Tritt kennen. Die Conservativen bezahlten seitenlange Annoncen, die in Jäm- merlichkeit mit den liberalen Wahlaufrufen wetteiferten. Wir agitirten vornehmlich in Versammlungen, so daß solche während der letzten 14 Tage vor der Wahl fast täglich, mitunter mehrere an einem Tage, stattfanden. In Altenburg sind uns durch libe- rale Beeinflussungen alle größeren Lokale versperrt, und sind wir auf den Gasthof zum Rautenkranz beschränkt, dessen Saal etwa 150—200 Menschen faßt. Die letzte, überwiegend von Fremden besuchte Versammlung fand am 6. d. statt, und hatte ich über die Reichstagswahl zu referiren, wobei ich die Wahl- aufrufe unserer Gegner musterte, ihre Thätigkeit im Reichstage beleuchtete, sowie unsere Bestrebungen klarlegte und die Wahl Stolle's empfahl. Nach mir sprach noch Genosse Müller von hier, und fand sein Vortrag, der von vielen humoristischen und satyrischen Anspielungen begleitet war, wiederholten Beifall. Am 7. fuhren Müller und ich nach Löbichau, um an Stelle Stolle's, der mit Versammlungen in Zehma und Gößnitz beschäftigt war, zu referiren. Schon beim Eintritt in's Versammlungslokal tönten uns Droh- und Spottrufe entgegen. Anwesend waren etwa 200 Mann, darunter 30—40„Gebildete", wozu ich zwei Pastoren, Lehrer, Ortsvorsteher, Besitzer u. s. w. zähle. Nach- dem Genosse Ulrich aus Ronneburg zum Vorsitzenden gewählt worden war, ergriff ich das Wort, wurde aber nach 10 Minuten durch Gelächter und Geschrei unterbrochen, das selbstverständlich von der Minorität Gebildeter ausging, die kleinen Leute be- trugen sich durchweg anständig. Ein Appell an die„Intelligenz" dieser Leute brachte mir noch 10 Minuten Ruhe, dann brach der Lärm verstärkt los. Vor uns lehnte in der ersten Reihe ein betrunkener Mensch, der Grimassen schnitt. Ihm wurde von hinten ein Glas Bier gereicht, das er über seinem Haupte schwang, und konnte er auch nicht festen Schrittes vor uns hin- treten, so konnte er doch noch vor die Tribüne taumeln und mir zubrüllen, daß mich Niemand hören wolle. Da man bei dem Tumult kaum sein eigenes Wort verstehen konnte, verließ ich die Tribüne, worauf Ulrich noch einen Versuch machte, aber bald niedergebrällt wurde. Dasselbe Schicksal hatte Müller. Nun sprang Jemand vor, der mit etwas comödienhaften Gestikulationen erklärte, daß wir hier keinen Boden fassen würden, da ich die Existenz Gottes bestritten hätte, woran hier Jeder glaube. Ihm zu repliziren war unmöglich, da heftiges Gebrüll unsere Worte erstickte. Es war ein Heidenlärm, wie ihn Dante in seiner„Hölle" beschreibt. Unter solchen Umständen schloß Ulrich die Versamm- lung, doch fanden wir zu unserer Geuugthuung später im Ge- spräch mit den Arbeitern, daß diese solches Gebahren entschieden vcrurtheilten. Dies war die erste sozialistische Versammlung in Löbichau, und auch sie hatte ihre Vortheile. Ein Bericht in der „A. Z." nennt diesen Tumult eine der wohlthuendsten Scenen. Ja doch! Man weiß ja, daß eine große Anzahl Wörter im liberalen Lexikon die Bedeutung ändert, so heißt z. B. Lüge Wahrheit, Volksbetrug Liberalismus, so wird nun auch ekelhaft mit wohlthuend übersetzt. Derselbe Bericht, auf die Unwissenheit spekulirend, hebt mit gesperrter Schrift hervor, ich hätte gesagt, es gäbe keinen Gott und die Kinder würden durch den Religions- Unterricht geradezu verdorben. Ebenso wird in einem andern Bericht über einen Vortrag Klute's in Ronneburg augenfällig hervorgehoben, daß Klute an der Existenz Gottes gezweifelt hätte. Das Zeitungsgeschwister braucht ihn als Mittel zum Zweck! Nette Gesellschaft!— Auf der Rückfahrt von Löbichau stiegen wir in Gößnitz aus und hatten noch Gelegenheit, Stolle's Candidatenrede zu hören. Sein fließender und glänzender Vor- trag wurde mit allseitigem Beifall aufgenommen, und war diese Versammlung für uns nach dem Löbichauer Tumult eine wahr- Haft wohlthuende Scene. Nach Stolle berichtete Müller kurz über Altenburger Verhältnisse, und er fand reichen Beifall.— Einige Tage vor der Wahl zeigte der städtische Verein an, daß Herr Präsident Wagner, M. P.(nach englischem Muster Ab- kürzung von mewber ok parliament, Mitglied des Parlaments, über seine parlamentarische Thätigkeit Bericht erstatten werde, und freuten wir uns schon auf den Spaß. Da erließ noch im letzten Augenblick Herr Wagner, M. P., eine Annonce, worin er angab, wegen Heiserkeit nicht sprechen zu können, und so wurden wir um ein Vergnügen, die„Altenburger Zeitung" um einen Artikel und das Parlamentsmitglied um eine große Ovation gebracht. Wie man hört, wird aber doch Herr Wagner, M. P., noch später seine Rede halten. Seit der Wahlbewcgung macht sich in der„Altenburger Zeitung" ein Versifex bemerkbar, der uns in komischen Reimen anbellt und uns damit stets sehr amüsirt. Auch den liberalen Wahlsieg hat er in der„Alten- burger Zeitung" in völlig angemessener, d. h. in schulknaben- hafter Weise besungen und hoffen wir, unserer Heiterkeit und des Profits der„Altenburger Zeitung" wegen, diesen poetarn laureaturn(lorbeergekrönten Dichter) noch oft solche komische Poesie vomircn zu sehen. Haben wir diesmal an manchen Orten einen Snmmenzu- wachs zu verzeichnen, so erwarteten wir doch eine regere Wahl- bethciligung seitens der Arbeiter. Leider giebt es unter ihnen noch viel Gleichgültige, aber es darf nicht so bleiben.— Partei- genossen! wir haben noch lange nicht genug gethan. Also vor- wärts! Besucht Alle unsere Versammlungen und bringt viel Fremde mit. Ermahnt auch die Arbeiter, möglichst nur in den Lokalen zu verkehren, wo unsere Blätter ausliegcn. Heute kann ich mittheilen, daß der„Vorwärts" bei Ackermann zur Geraischen Linde ausliegt; das„Hamburg-Altonaer Volksblatt" bei Fischer, Spiegelgassc; die„Berliner Freie Presse" in Jatadt Breslau, Bergstraße. Weiteres hierüber nächstens. Schließlich noch nnsern Dank den Parteigenossen, die am Wahltage und vorher sich durch verschiedene Dicnstlcist"ngen nützlich machten. Es fielen Stimmen auf Appellationsgerichts-Präsident Wagner (lib.) 12,904, Freiherr v. Hardenberg(conserv.) 1404, Gärtner Stolle 4489.— Wir haben also 542 Stimmen mehr als bei voriger Wahl errungen, immer aber noch zu wenig für unsere z>rwartuiigcii. Doch konnten wir auf den meisten Dörfern, sowie in der Stadt Altenburg selbst nicht genug agitiren, weil keine geeigneten Versammlungslokale zu erlangen waren. Hoffentlich geht es nächstes Mal besser.* a. Drcsden-Ättftadt, 19. Jan. Je näher der Tag der Stich- Wahl zwischen Bebel und Mayhoff ruckt, desto rühriger wird die Partei des letztgenannten um die Sozialdemokratie und ihren Candidaten zu sich herab in den lftoth zu ziehen und für sich Propaganda zu machen. Nicht genug, daß sie ihre staatsver- bessernden Grundsätze preiset und goldene Berge verspricht, die Fortschrittlcr und Conservativcn über Nacht zu ganz vorzüglichen Menschen stempelt, die unmöglich Vaterlandsverrath begehen und Bebel wählen können— nein, sie muß vor allen Dingen klar machen, wer eigentlich diese Sozialdemokraten sind und was sie anstreben, was aus dem Staate werden wird, wenn in Altstadt, wie vorauszusehen, Bebel aus dem Wahlkampfe mit Majorität der Stimmen hervorgeht. Das Rührendste ist, daß sie selbst in den„höheren* Kreisen ihrer Sache nicht sicher sind und glauben belehren und warnen zu müssen, wie die gestern und heute per Post erfolgte massenhafte Versendung einer Brochüre(„Die Sozialdemokraten, was sie den Wählern versprechen und was sie halten*) an Häuscrbesitzcr, Kauslcute w. darthut. Sieht es so aus? Wahrlich, ein gründlicheres Armuthszeugniß� hätten sich die Leute nicht ausstellen können, sie fürchten sich und trauen sich selbst nicht mehr. Ueber den Inhalt der erwähnten Brochüre lassen Sie mich schweigen,„heilloser Quatsch" würden die„Dr. Nachrichten" sagen und„es ist doch Papier" bemerkte ein Ge- nosse jener Partei— damit genug. Ein gefundenes Essen für die Leutchen ist es, wenn sich irgend eine Roheit ereignet, denn „die hat ein Sozialdemokrat begangen und Roheiten werden all- gemein werden, wenn Ihr Bebel wählt." Am letzten Sonntag Abend hat ein Mann auf der Prager Straße im Vorbeigehen einer Dame mit seiner Cigarrc absichtlich das Kleid angebrannt —„das war ein Sozialdemokrat und nun wählt noch Bebel" schreien sie. Nächstens sehen sie es einem an der Nase an, ob man Sozialist ist oder ihr Parteigenosse, denn die„Dr. Nachr." sagen von dem Strolche,„er trug dunklen Rock, Cyliderhut w. und war gut gekleidet."— Wie weit ist es gekommen, daß man mit solchen Waffen kämpfen muß!— Aautzen, 15. Januar. Die Wahlagitation im hiesigen dritten sächsischen Wahlkreise begann im November vorigen Jahres, am 19. Nov. tagte eine Besprechung in Bischofswerda, welche von den Genossen der drei Hauptorte des Kreises besucht war. Aus Mangel an Referenten hierorts mußten wir uns größtenthcils auf private Agitation, vermittelst Flugschriften, beschränken, aus welchen Gründen auch nur fünf Volksversammlungen im be- nannten Kveise stattgefunden haben, zwei in Bautzen, eine in Camcnz und zwei in Großröhrsdorf. In vier derselben refe- rirte der sozialistische Candidat Hugo Keller aus Görlitz, und in der einen des letztgenannten Ortes Genosse M. Kayser aus Dresden. Tie letzte Versammlung in Bautzen fand am 7. Januar statt, welche besonders gut besucht war, in derselben hielt Gc- noffe Keller seine Candidatenrede. Redner entledigte sich seines Vortrages in klarer und verständlicher Weise, wofür ihn am Schluß desselben großer Beifall zu Theil wurde.— Endlich kam der 10. Januar, von den besten Hoffnungen beseelt hatten wir uns Tags vorher behufs Ueberwachung der Wahllokale organi- sirt, so daß in jedem der fünf Bezirke mindestens ein Genosse vertreten war. Die Wahlbetheiligung in Bautzen war im Ver- hältniß zu 1874 eine schwache, jedoch sind wir— im Hinblick auf das Wenige, was von den Parteigenossen gcthan werden konnte— trotzdem mit dem Resultat zufrieden. Es sind im Ganzen 12,358 Stimmen gegen 14,570 vom Jahre 1874 ab- gegeben, davon fielen auf Herrn Reich(conservativ) 8951, auf Graf Stollberg(ultramontan) 1830 und auf Genossen Keller 1427 Simmen, die übrigen zersplittert und ungültig. Im Jahre 1874 fielen im hiesigen Kreise auf Sozialisten 984 Stimmen, also diesmal ein Zuwachs von 443 Stimmen. Ich muß hierzu noch bemerken, daß 39 Stimmen auf den Namen Heinrich Keller gefallen sind, welcher Umstand wohl durch ein Versehen der Dresdener Genossen hervorgegangen ist. Ganz besonders ist hervorzuheben die Regsamkeit und der Eifer unserer Genossen in Camenz und Bischofswerda, sowie die anerkennenswerthe Opferwilligkeit der Bautzener Gesinnungsgenossen. Auch war man hierorts durch eine ganz besondere merkwürdige Ansicht des Herrn Bürgermeisters bemüht, die Wahl unseres Genossen Keller zu beeinträchtigen, indem derselbe von einem Wahllokal zum andern wandelte und den betreffenden Wahlvorständen seine An- ficht dahin äußerte,„daß möglicherweise könnten Stimmzettel vorkommen, welche auf H. Hugo Keller in Görlitz lauteten, die- selben seien nach seiner Meinung für ungültig zu erklären,"— und warum? Man höre und staune!„weil auf den Zetteln nicht besonders bemerkt ist, welches Görlitz gemeint sei, indem es mehrere Görlitz gebe, z. B. sei in Sachsen und auch in Schlesien noch ein Ort, welche denselben Namen hätten." Und siehe da, dieser Einfall blieb nicht erfolglos, im vierten Bezirk ging man wirklich ans den Leim, nur der Herr Amtshauptmann v. Salza, welcher das Wahlergebniß als Commissar zu prüfen hatte, konnte sich mit der erwähnten Ansicht nicht einverstanden erNären, und so mußte man sich, wenn auch mit schwerem Herzen, doch zufrieden geben. Ein solches Borgehen, wie das unsers Herrn Bürgermeisters, kennzeichnet so recht die Kampf- weise unserer Gegner, zeigt, mit welchen Waffen man gegen die Wahrheit anzukämpfen wagt. Wir werden uns aber nicht beirren lassen, am allerwenigsten durch verzweiflungsvolle Berichte über die Sozialdemokratie von Seiten der Handels- und Gewerbekamnier Zittau, welche in jüngster Zeit als Kampf- mittel gegen uns erschienen, worin zu besonnener Gegenwehr gegen die sozialisttsche Propaganda in der Oberlausitz aufgefor- dert wurde. Wir begrüßen es mit Freuden, wir werden auf dem Platze sein, denn wir scheuen bekanntlich die Oeffcntlichkeit nicht, wir sind ferner im Voraus überzeugt, daß dadurch dem Volk erst recht die Augen aufgehen werden.— Zum Schluß sagen wir Genossen Keller unfern besten Tank für die wirksame Vertretung unseres Prinzips, sowie allen Freunden der guten Sache, welche uns, speziell das Arbeiter-Wahlcomito materiell unterstützt haben. A. K—e. Stuttgart, den 15. Januar. Von den Gesetzes- Überschreitungen, welche, wie es heißt, eine Anfechtung der so- eben erfolgten Reichstagswahlen in mehreren Wahlkreisen und s» auch einen Protest gegen die Wahl Hölders sozialistischerseits begründen sollen, kann ich vorläufig einige kuriose Fakta mit- theilen, für welche sich Zeugen gemeldet haben. In Obersiel- mingen(1. Wahlkreis) gicbt der Träger der sozialdemokratischen Stimmzettel an, verhaftet, vor den Schultheiß geführt und auf einen Gewerbeschein inquirirt worden zu sein, weil er„mit Drucksachen Hausirc*. Die Berufung auf§ 9 des Wahlgesetzes trug dem sozialistischen Schlosser die denkwürdige Antwort ein: „Ich �srag' nach dem Gesetz nichts— ich bin der Schuttes!* Das Stehen vor dem Wahllokal wurde dem Mann auch nach der Vernehmung untersagt und mußte er, um nicht dingfest ge- macht zu werden, sich aus dem Orte entfernen. Aehnlich ging es in Unterfielmingen einem Glaser, mit der Variante, daß, als er verlangte bei Eröffnung der Wahlurne gegenwärtig zu sein, ihm nur zwischen sofortiger Verlassung des Orts und Berhaf- tung durch den Landjäger die Wahl gelassen worden. In meh- rercn Orten seien sozialistische Stimmzettelträgcr durch Gc- meinderäthe, die zugleich Wahlvorstände waren, ihrer Partei wegen geschmäht, und wo das zur Entfernung nicht hinreichte, bedroht worden. In einem Orte werden Stimmen aus der Urne für Hillmann angegeben, während gegen 50 Parteigenossen des Orts bezeugen wollen, für ihn gestimmt zu haben. In Bothnang habe ein Gemeinderath und Wahlvorsteher geradezu einen Stimmzettel mit dem sozialdemokrattschen Namen zerrissen und dem Wähler einen anderen für Hölder gegeben. Die Urne selbst sei hier auch niemals geschlossen und nichts als eine Blech- büchse gewesen, in die und aus der man jederzeit nach Be- lieben hinein- und herauszuthun im Stande gewesen. Auch in Scharnhausen sei jedesmal bei Abgabe eines Stimmzettels der Deckel herumgeklappt worden. In Untertürkheim haben die Regierungsstimmzettel im Wahlzimmer neben der Wahlurne ausgelegen, bis der Träger der sozialdemokratischen Stimmzettel auch die seinigen daneben zu legen verlangt habe; alsdann seien sie nach, den Worten des Schultheiß,„sogleich entfernt worden*. In Birkach habe der Polizeidiener ausgeschellt, daß auf dem Rathhaus Stimmzettel zu haben seien und in eigener Person habe er sie dann auch vertheilt.— Es wird viel Muth der meist abhängigen Arbeiter und viel Zähigkeit der sozialdemo- kratischen Partei aufgewendet werden müssen, um aus solchen und ähnlichen Dingen auch nur ein einigermaßen entsprechendes Resultat zu erzielen. Daß die Regierung ihrerseits gesonnen ist, mit der äußersten Zähigkeit gegen die als Macht hier bereits gefürchtete Partei vorzugehen, zeigt die Behandlung der in der Stuttgarter Wählerversammlung verhafteten Arbeiter. Die Bürgschaft für ihre Entlassung wurde zureichend befunden, aber der Staatsanwalt hat gegen die Entlassung Protest eingelegt— und die seit 10 Tagen Eingesperrten haben nun weitere Muße, die Entscheidung der Kreisregierung in Ludwigsburg abzuwarten." („Franks. Ztg.") Rittinghausen in Solingen 10,636; Jung(national-lib.)- 7453 Stimmen. Parteigenosse Rittinghausen somit mit großer Majorität gewählt. Briefkasten der Redaktion. G. in Hamburg: Für die Mittwochsnummer zu spät. Quittung. Rb Gr.- Zschochrr Ab. 5.45. Klfld Pest Ab. 2 00. Erl St. Johann Ab. 1,25. Hpt Berbisdorf Schr. 3,00. Pjlt Wüste- giersdors Schr. 2,40. Dtrch Erfurt Schr. 3,40. Gth Meiningen Schr. 5,65. Otttbch Stuttgart Schr. 2,00. Frnk Stuttgart Schr. 1,80. Bttchr Wärbzig Schr. 1,75. Kitsch Uelzen Schr. 1,20. Arbeiterverein Iverdon Ab. 4,00. Mhrs Hanau Ab. 2,40. Administrat. d. Arbeiter- wochenchronik Pest Ab. 9,75. Nmz Wien Ab. 10,52. Sls Hijsingen Ab. 7,50. F. Zrgbl Crimmitschau 66,68. C. Mllr Glauchan Ab. 59,00, Schr. 3,00. Exped. d. Hamburg- Altonaer Bolksdlalts Hamburg Ab. 300,00. Hckl Lichtenau Schr. 1,95. Sattlerverein hier Ann. 0,50. Lmp Hannover Ann. 0,90. Arbeiterwahlcomitä Bochum Ann. 1,00. Zu den Reichötagswahlen. Die definitiv gewählten Abgeordneten, nach ihrer Parteistellung geordnet. (Schluß.) Centrum(90 resp. 93). Dr. Pohlmann(Heilsberg). Borowski(Allenstein). v. Ludwig (Glatz). Graf Chamare(Frankenstein). Graf Ballestrem (Oppeln). Dr. Franz(Kosel). v. Schalscha(Gleiwitz). Prinz Edmund Radziwill(Bcuthen). Pfarrer Edler(Kattowitz). Geist- licher Rath Müller(Pleß-Rybnick). v. Wallhofen(Ratibor). Graf Nayhauß-Cormons(Lcobschütz). Graf Praschma(Falken- berg). Graf Fr. Stolberg-Stolberg(Neustadt i. Schl.). Horn (Neiße). Strecker(Heiligenstadt). Windthorst(Meppen), von Gerlach(Osnabrück), v. Schorlemer-Alst(Tecklenburg). Frhr. von Landsberg-Belen(Recklinghausen). Freiherr v. Landsberg- Steinfurt(Beckum). Freiherr von Wendt(Höxter). Freiherr v. Heeremann(Münster). Freiherr v. Brencken(Paderborn). Peter Reichenspergcr(Olpe). Schröder(Lippstadt). Herrlein (Fulda). Dr. Lieber(Lahnstein). Graf Stollerg- Brauna «Neuwied). Freiherr v. Hertling(Koblenz). Stadtgerichtsrath Kochann(Ahrweiler), v. Grand-Ry(Cochem). Bernards -(Stadt und Kreis Düsseldorf). Grütering(Rees-Mörs). Perger (Clcve-Gcldern). Pfafferott(Kempen), von Kehler(Glaubach). Dr. August Reichenspergcr(Krefeld), v. Thimus(Neuß-Greven- broich). Schenck(Stadt Köln). Mencken(Kreis Köln). Dr. Ru- dolphi(Bcrgheim). v. Kesseler(Bonn). Lingens(Siegburg). Hamm(Mühlheim). Fransten(Sckleiden-Malmedy). Dr. Bock «Eupen). Graf Alfred Hompesch(Düren), v. Fürth l Geilen- kirchen). Graf Ferdinand Hompesch(Bittburg). Dr. Majunke (Stadt und Kreis Trier). Tieden(Saarburg). Haanen(Merzig). Maier(Hohenzollern). Freiherr v. Pfetten(Aichach). Karl von Aretin(Ingolstadt). Freiherr v. Soden(Wasserburg), v. Miller (Weilheim). Dr. Ratzinger(Rosenheim). Senestrey(Traunstein). Freiherr v. Ow(Landshut). Graf Preysing-Moos(Straubing). Dr. Krätzer(Passau). Arbinger(Pfarrkirchen). Freiherr von Hafenbrädl(Deggendorf). Lang(Kelheim). Brückl(Regens- bürg). Dr. Lindner(Neustadt in d. Oberpfalz). Rußwurm (Amberg). Triller(Nenmartt). Dahl(Neuenburg a. W.) Dr. Jörg(Augsburg). Graf Fugger(Dillingen). Merkle(Kauff- beuren). Maier(Donauwörth). Ludwig v. Aretin(Jllerttssen). Freiherr von Horneck-Weinheim(Bamberg). Frank(Kronach). Stöckl(Eichstedt). Hauck(Aschaffenburg). Graf v. Schönborn (Kitzingen). Freiherr zu Franckenstein(Lohr). Freiherr von Habermann(Neustadt in Untcrfranken). Freiherr v. Zu-Rhein lWürzburg). Leonhardt(Aalen). Graf Bissingen(Biberach\ Waldsee). Graf Constantin Waldburg-Zeil-Rabensburg). Lender(Baden), v. Bodmann(Tauberbischofsheim). Graf Galen(Vechta).— Hospitanten. Hannoversche Partikularisten(3). Dr. Nieper(Nienburg). Graf Bernstorff(Uelzen), v. Ade- lebsen(Götttngen). Württembergische Partikularisten(6). v. Bühlcr(Hall). Knagg(Böblingen). Diefenbach(Gmünd). von Heim(Geislingen). Stälin(Calw). Wirth(Freudenstadt). Aus Elsaß-Lothringen(15). Klerikal: Winterer(Altkirch-Tann). Guerber(Gebweiler). Simonis(Rappoltsweiler). Protestpartei: Dolfuß(Mühlhau- sen). Abel(Diedenhofen). Äezenson(Metz). Jannez(Saarge- münd). Germain(Saarburg). Autonomisten: Grad(Colmar). Rack(Molsheim-Erstein). Bergmann(Straßburg). North(Straß- burger Landkreis). Nessel(Hagenau). Schneegans(Zabern). Heckmann- Stintzy(Schlettstadt). Polen(14). Tzialowski(Neustadt Westp.). Graf Adam Sierakowski(Pr. Stargardt). Leo v. Czarlinski(Könitz), v. Turno(Posen). Graf Kwilecki(Samter). Dr. v. Zoltowski(Buk). Prinz Roman v. Czartorysti(Kröben). Dr. v. Komierowki(Schrimm). Graf Zoltowski(Wreschen). Magdzinski(Krotoschin). Fürst Ferdinand Radziwill(Adelnau). Graf Skorzewski(Wirsitz), v. Kozlowski (Jnowrazlaw). v. Rogalinski(Gnesen). Däne(1). Krüger(Hadersleben).' Engere Wahlen. Hassel mann in Elberfeld- Barmen 14,245; Prell(nat.-lib.) 14,485 Stimmen. Leider ist somit Hasselmann trotz der unge- meinen Stimmenzahl mit geringer Minorität unterlegen. Holthoff(Demokrat) in Frankfurt a. M. 10,323; Dr. Barren- trapp(nat.-lib.) 7344. Lechsner(liberal-conscrvattv-demokratisch) in Mainz 10,875; Moufang(clerikal) 9976. Wahlfonds. Durch Th. Burckhardt: Liste Nr. 9 von 12 Xylogr. M. 100,00; Liste Nr. 8 C. B. 1,00; Sch. 0,50; A. B. 1,00; R. M. 1,00; H. Mk. 1,00; F. B. 1,00; Club d. r, B. 10,00; I. H. 1,00; H. B. 3,00; W. St. 2,00; E. R. 3,00; O. R. 3,00.— Bon 4 Schlossern.4,00; aus der Kreller'schen Cigarrenfabrik 1,60; von Arbeitern der Druckerei � Hundertstundt u. Pries 2,00; von C. Schulze 0,50; von Arbeitern der Buchbinderei von Leget 2,25; von Setzern und Maschinenmeistern des Bibliographischen Instituts Reudnitz-Leipzig 5,25. Für das Central-Wahl-Comitö: Peter Krebs, Kassirer. Anzeigen Ze» Annoncen für die Mittwochs-Nummer müssen bis Mon- tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags- Nummer bis Mitt- woch-Vormittags 9 Uhr; für die Sonntaas-Nummer bis Frei- tag Vormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimm- Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei uns hat, können eine Aufnahme nicht finden. Die Expedition des„Vorwärts". Wahlverein. rd Sonntag, den 28. Januar, Nachmittags 2 Uhr, im Saale des Herrn Florian, am Moltkenplatz: Mitglieder-Versammlmig. Tagesordnung: 1. Wahl eines neuen Geschäftsführers. 2. Innere wichtige Angelegenheiten.(70 Nachmittags 4 Uhr: Allgemeine große Volksversammlung. Tagesordnung: Abfertigung verschiedener lügnerischer Blätter. Jedermann ist freundlichst eingeladen. (540) Das Arbeiterwahlcomitä.[60 (CiUrt Au die Abonnenten und Leser deö„Vorwärts" und l&CUl. Neuen Welt". Da unser Genosse Joh. Bismann die Colportage genannter Blätter mit dem 1. Januar d. I. abgegeben, so hat die unterzeichnete Expedition dieselbe übernommen, und werden Abonnements auf den „Vorwärts" zu 1 M. 85 Pf. pr. Quartal, 65 Pf. pro Monat und auf die„Neue Welt" in Nummern oder Heften zu 1 M. 35 Pf. pr. Quart. jederzeit entgegengenommen. Ebenso wird gebeten, die rückständigen Abonnementsgelder an Herrn Bismann, Ehrenstraße 53, zu entrichten, da nur denjenigen Abonnenten weiter geliefert werden kann, welche ihre rückständigen Abonnementsgelder enttichtet haben. Die Expedition der„Cölner Freien Presse". Filzengraben 1.(130 (TSY(>älf\(>rt Abonnements für den„Vorwärts" nehmen jeder Zeit an: Peters, Am See 16; Schlüter, Expe- dition des„Volksboten"; Colporteur Uhlig, Wettinstr. 24 IV; Herwig, Große Schießgasse 7 IV; Kobitzsch. An der Frauenkirche 6 u. 7. Die Zeitungs-Commission.(50 (TNvrtÄSivit Der Arbciterbildungsverein feiert Sonntag, vkl» den 28. Januar 1877, Nachmittags 4 Uhr, sein XYI. Stiftungsfest bestehend in Festactus, Commers und Ball in den Räumen des Schillerschlößchens, wozu Freunde und Genossen von Nah und Fern hiermit herzlichst eingeladen sind. Die Festrede hält Herr Di- rcktor Klemich.(F. 80) Eintrittskarten für Mitglieder und deren Gäste sind a 30 Pfg. vorher im Vereinslokal, Palmsttaße 20 pari., zu entnehmen.(3,00 Ootmtrt Deutscher Böttcher Bund. ■vtl'l.'jky« Unter heutigem Datum sind die Statuten des Bundes genehmigt. Den 19. Januar 1877._ F. Holtmann, Borsitz.(50 Ooivt-.-s/'r Donnerstag, den 25. Januar, Abends»/j# Uhr, im „Thüringer Hos", Burgstr. 20: Oeffentliche Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht. Referenten: Schiffet und Petzold.__ Der Agent.(60 O A» vöTÄ Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 27. Januar?, Abends 8 Uhr, im Thüringer Hof: Oeffentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1) Discussion der Statuten. 2) Anträge zur Ge- neralversammlung. Zahlreiches Erscheinen erwartet D. B. 10,70 Arbciterbildungsverein. ASttvglg- Mittwoch: Vortrag von Hrn. H.(0,30 Sonnabend: Ordentliche Generalversammlung.__ ßtUbeim Nächsten Freitag Versammlung in der Nestau- ration zum goldenen Stern. Tagesordnung: Dringende Vereinsange- legenheiten......,(�,50 Um das Erscheinen aller Mitglieder wird dringend gebeten. D. V. Avis fiir�Zimmerleute! Da wir Altonaer Zimmerer seit dem 2. Januar von unseren Meistern und Arbeitgebern ausgeschlossen sind, dieweil wir auf den uns von obengenannten Herren vorgelegten Lohntarif nicht eingehen konnten, bitten wir vor allen Zuzug zu warnen und Dieses so viel wie möglich zu verbreiten. Altona, den 16. Januar 1877.(3b) Die Commission.(90 Ich empfehle mich den Parteigenossen zu allen in mein Fach ein- schlagenden Arbeiten, als Töpfer und Ofensetzer und verspreche prompte u. reelle Bedienung. Auch empfehle ich meine weißen, braunen, grauen und gelben Kachelöfen.,,, r m Hannover.(F. 160) H. Lampel, Schlägerstraße Nr. 10n. Zur gefälligen Beachtung! Erlaube mir die Herren dramatischen Dichter und Literaten bei vorkommenden Drucksachen auf meine Buchdruckerei aufmerksam zu machen. Bei elegantester Ausstattung werde stets billigst berechnen. 1,50) A. Thomas, Buchdruckerei in Langensalza in Thür. Verantwortlicher Redatteur: W. Hasen clever in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12/11. in Leipzig. Druck und Verlag der Grnossenschastsbuchdruckerei in Leipzig