Nr. 79. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts nd Berliner Volksblaff. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: ,, Socialdemokrat- Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Krise in Italien. Wenn man den Verlauf der Dinge in Italien betrachtet, so wird man immer und immer an den vielcitierten Schillerschen Vers erinnert: Mittwoch, den 4. April 1900. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. fich nicht unterwerfen. Sie kennen das italienische Bolt. Sie freien Sontratts freier Menschen so verordnet worden wiffen, daß solche Gewaltstreiche die Massen aufreizen, die Regierung ist. Es ist deshalb als unzulässig anzusehen, daß die Landes verhaßt machen und der Opposition den Heiligenschein des Märtyrer- gesetzgebung denselben Zwang, den die Reichsgesekgebung tums verleihen. verboten hat, auf einem Umweg wieder einführt, und noch Herr Bellour spielt ein gefährliches Spiel; und ein Spiel mit dazu einführt sogar für den Fall, daß nicht einmal ein Was der Nichter nach Das ist der Fluch der bösen That, sehr hohem Einsatz. Nicht umsonst jammern die konservativen richterliches Urteil vorliegt. Daß sie fortzeugend Böses muß gebären. Blätter: die Monarchie ist engagiert und komforgfältiger Sachprüfung nicht thun darf, das darf um so weniger Nun giebt es auf dem Schuld- Conto der italienischen Regierung promittiert. Herr Sonnino, den die Vossische Zeitung", die von einem Verwaltungsbeamten nach Willfür angeordnet werden. Die reichsgesetzliche Bestimmung bezieht sich auf Arbeitsverhält sehr viel böse Thaten, und man hat einen förmlichen Embarras Frankfurter Zeitung" und ähnliche einst für Crispi begeisterte bürgerde richesses, wenn man auswählen will. Aber hier soll nur von liche Gesinnungsblätter nicht genug loben können, ist offiziell der nisie aller Art, also auch auf die der ländlichen Arbeiter. Da der einen geredet werden, aus der zunächst die jetzigen Verlegen- augenblidliche Herr der Situation- und er ist der Lieblingsschüler Reichsrecht dem Landesrechte vorgeht, ist die Zwangszuführung zur heiten entspringen: von dem Staatsstreich Gefeß zur des biederen Crispi, dessen Wert, die Monarchie, zu Grunde zu Erfüllung einer civilrechtlichen Verpflichtung aus einem Dienſt vertrage unzulässig, sie ist ein Verstoß gegen das Reichsrecht, auch Suspendierung der durch die Verfassung gewährleisteten Rechte und richten er mit Erfolg fortjegt. Wir nehmen Aft Freiheiten. Es war das ein Staatsstreich- und es war auch keiner, denn von der Parteinahme der freisinnigen wenn sie sich hier in das Gewand einer Maßregel der Landesfür den Rechtsbruch verwaltungsbehörde verkleidet. die Regierung erfirebte ja die gefegliche Sanktion durch das Parlament. und demokratischen Bourgeois- Bresse Also nur ein verschämter Staatsstreich, richtiger ein Staats- und Staatsstreich in Italien, und stellen zum Schluß die streich ohne die zum Staatsstreich nötige Courage. Thatsache fest, daß die sich konservativ nennende Reaktion italienische Regierung fühlt sich so schwach und zwar mit gutem es ist, welche auch in Italien das Gesetz mit Füßen tritt. es ist, welche auch in Italien das Gesch mit Füßen tritt. Das Grund, denn sie hat feine Wurzeln im Bolk-, daß ihr das Selbst- Wort des Napoleonischen Staatsstreich- Ministers: Die Gesez vertrauen fehlt und daß, wenn sie zu einem Streich ausholt, das Lichkeit tötet uns! gilt für die Reaktionsparteien aller Länder. gezogene Schwert mitten im Schlag niederfinkt. Kaum war der Sie find es, die den Weg der Gewalt beschreiten und die papierne Staatsstreich gemacht, so fiel dem bärbeißigen Pellong das Pforten der Revolution öffnen. Auf sie die Verantwortung! Herz in die Hofen. Er erschrat, hatte jedoch ebensowenig den Mut, zurückzugehen, wie vorwärts. Abend teilt uns den Verlauf mit. Die Politische Uebersicht. Berlin, den 3. April. Verfaffungswidrig. In§ 4 der Vorlage wird bestimmt: Die Reichsgesetzgebung hat übrigens auch an andrer Stelle uits zweifelhaft ausgesprochen, daß sie eine Zurückführung zwangsweise grundsäglich verbieten wiII. Nach§ 73 des Reichsgesetzes über die Gewerbegerichte kann, wo kein Gewerbegericht besteht, ber Gemeindevorsteher eine Entscheidung über die Verpflichtung zum Eintritt oder zur Fortsetzung eines Arbeitsverhältnisses treffen. Dieser Gemeindevertreter vollstreckt seine Entscheidung im Wege des Verk waltungszwangsverfahrens, wobei ihm nach mehreren Landesgesehen, 8. B. in Preußen, die Anwendung physischen Zwanges zustehen würde. Da verordnet das Reichsgesetz ausdrücklich, daß solcher Zwang nur bei der Rückführung von Lehrlingen zulässig fei. Der Fall ist grundsäglich von größter politischer Tragweite. Die ganze Rechtssicherheit, die gesamten verfassungsmäßigen Rechte des Reichstags würden in Frage stehen, wenn es der Landesgesetzgebung erlaubt wäre, Bestimmungen der Reichsgeseze da durch zu umgehen, daß sie widersprechende Bestimmungen in die Landesgesetze aufnähme und ihre Handhabung den Landesverwaltungsbehörden übertrüge, die nicht wie die Nichter genötigt " Die Deckungsfrage. Er taumelte von Fehler zu Fehler; ließ sich die Amnestie fezzenweise entreißen, schacherte unwürdig mit dem Parlament und suchte durch Beugung und Fälschung der Geschäftsordnung sein Dasein zu fristen. Der Präsident der Kammer, Colombo, ließ sich zu dem bekannten Gewaltstreich mißbrauchen. Er verweigerte, wider Neber die Frage, ob das Knebelgefek gegen die Landarbeiter, Recht und Geschäftsordnung, einem Mitglied der äußersten Linken, das jetzt in Gera die agrarische Reaktion zur Einführung bringen Pantano, das Wort zur geschäftsordnungsmäßigen Begründung will, rechtlich zulässig wäre, schreibt man uns von juristischer Seite: eines geschäftsordnungsmäßigen Antrags. Die äußerste Linke, voran die socialistische Gruppe, ließ sich das nicht gefallen; sie übte Landwirtschaftliche Arbeiter, welche die Arbeitgeber zu gewären, das Reichsrecht zu respektieren. Obstruktion und zwang Colombo, nachdem sie ihm die bekannte, wissen Handlungen oder Zugeständnissen dadurch zu bestimmen von unserm Korrespondenten näher geschilderte Lektion erteilt hatte, zur fuchen, daß fie cine fontratiwidrige Einstellung der Arbeit oder Niederlegung der Präsidentschaft. Mit Colombo demissionierte das ganze eine Verhinderung derselben bei einzelnen oder mehreren ArbeitBureau. Jetzt wäre eine Gelegenheit zum Einlenken gewesen die gebern untereinander verabreden, werden mit Gefängnis bis zu Herr v. Thielmann, der Reichs- Schatzsekretär, ist nach konstitutionelle Linke reichte dazu die Hand. Aber die Crispiner, welche einem Jahr bestraft. Die Anstifter unterliegen der gleichen Strafe, auch wenn sie feine landwirtschaftlichen Arbeiter sind." Italien gereist und läßt die Marinebegeisterten sich über die die Zeit gekommen glauben, wieder nach dem Staatsruder zu greifen, veranlaßten den schwachen Bellour, auf der Abänderung der Geschäftsordnung persönliche Freiheit", welche int XVIII. Abschnitt des Strafgesetz- raufen. Dieser Paragraph betrifft einen Fall der„ Vergehen wider die zahllos aufgetauchten neuen Steuerprojekte mit einander Die Post findet die Urlaubsreise des Staatsund auf der Wiederwahl Colombos zum Kammterpräsidenten zu bestehen. Wie aus einem Telegramm unsrer letzten Nummer erhellt, buchs für das Deutsche Reich erschöpfend behandelt sind. Was dieser sekretärs gänzlich unerklärlich, wenn nicht innerhalb der wurde in der vorgeftrigen Montags- Sigung Colombo wirklich Baragraph unter Strafe ftellen will, ist ein Specialfall der Regierung bereits über die Grundzüge der nach den mit Ach und Krach wiedergewählt und der Beschluß gefaßt, in der Rötigung oder des Nötigungsversuchs, die in§ 240 des Straf- Osterferien zu machenden Vorschläge für die Deckungsfrage Die Bost" befundet einen nächsten Dienstags. Sigung ohne Diskussion durch einfaches gefeßbuas unter Strafe gestellt sind. Gemäß§ 2 des Einführungs- Einverständnis erzielt fei". Aufstehen und Sigenbleiben eine veränderte, die Wundtodmachung gesetzes zum Strafgesegbuch vom 31. Mai 1870 fann die Landes- überaus higigen Eifer für eine Lösung der Deckungsfrage". der Minorität ermöglichende Geschäftsordnung anzunehmen. Das geieggebung nur noch solche Materien durch Strafgefeße ordnen. Der Eifer ist begreiflich, denn eine Reichstagsauflösung Programm wurde auch durchgeführt. Ein Telegramm vom gestrigen welche nicht Gegenstand des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich unter der Parole der Deckungsfrage würde unfehlbar zu einer find. Der Gesetzgeber hat im Strafgesetzbuch alle die Fälle der zerschmetternden Niederlage des Flottenwahns führen. Wenn Rom, Dienstag, 3. April. Deputiertenkammer. Bergehen gegen die persönliche Freiheit, deren Bestrafung in seiner die Marinelieferanten ihre Riesenprofite nicht zerrinnen sehen Der Saal und die Tribünen find dicht befest, alle Minister find Abficht lag, aufgeführt und als Nötigung, Bedrohung, Erpresjung usw. wollen, so müssen sie allerdings in der Steuerfrage wenigftens anwesend. Vicepräsident Palberti läßt das Protokoll der genau definiert. Wenn er bestimmt hat, daß die Nötigung nur dann den Schein zu erwecken suchen, als würde eine weitere gestrigen Sigung verlesen. Hierauf erklärt ganardelli im Namen strafbar sein sollte, falls sie durch Gewalt oder Bedrohung mit einem Belastung der unteren Volksklassen vermieden. Auch die der Linken, daß diefelbe die gestrige Verhandlung und jene Verbrechen oder Bergehen verübt würde, so hat er damit zum Aus- Köln. 3tg." hat sich in dieser Notlage für eine Reichsvom letzten Donnerstag für unge jeglich und nichtig ansehe bruck gebracht, daß andre Arten von Nötigung, namentlich also Erbschaftssteuer erklärt. und daß die Linte nicht bei der Verlegung der Rechte der Minder- bie durch Koalition ausgeübte, straflos sein sollten. In der Centrumspresse ist man entzückt von dem heit mitwirken wolle, welche heute durch Annahme der abgeänderten Deshalb ist eine Landesgesetzgebung, wie man sie in Gera plant, Erfolg, den die schwarze Partei in der KostendeckungsGeschäftsordnung erfolgen werde. Die Linte werde daher den frage errungen habe: Alle bürgerlichen Parteien wettSaal verlassen, und er hoffe, daß dieser Entschluß der gegen das Reichsrecht und verfassungswidrig.yalt Linken eine friedliche Gestaltung der Lage herbeiführen werde. Aus demselben Grunde ist auch der§ 3 des preußischen Gefeges eifern in Steuervorschlägen, auf daß die Schiffe nicht Nur unt die HauptBantano giebt eine ähnliche Erklärung, aber in viel schärferer vom 24. April 1854 betreffend die Dienstverpflichtungen des Gesindes auf dieser Slippe scheitern. Form ab; er betont, die äußerste 2inte werde niemals nicht mehr in fraft. Dieser Paragraph bedrohte die Koalition von fa che schleicht sich die Presse der Centrumsmarinisten in eine Abstimmung über die Aenderung der Gefinde und ländlichen Arbeitern mit Strafe. Er ist zwar nicht verlegenem Schweigen herum, daß nämlich die Hauptsummen Geschäftsordnung als legal ansehen und sich der durch§ 153 der Gewerbe- Ordnung aufgehoben, weil er sich nicht auf für die Flottenvermehrung doch aus den Zöllen und VerAnwendung derselben stets widerseßen. Sodann gewerbliche Arbeiter bezieht, wohl aber durch das später erlaffene brauchsabgaben herausgeholt werden sollen. Wir werden verläßt die Linte und die äußerste inte den Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch. Faktisch ist auch kein ober- unablässig das feile Gaufelspiel, das da zwischen Regierung, Saal, die lettere mit dem Rufe:„ Es lebe die Centrum und den übrigen bürgerlichen Parteien betrieben Konstituante!" gerichtliches Urteil bekannt, welches ihn noch als bestehend anfähe. Colombo betritt hierauf den Saal und übernimmt das PräDie Bestrafung des Kontraktbruchs in§ 1 des Geraischen wird, vor dem Volke denunzieren, das die Zeche schließlich fidium mit einer Rede, in welcher er für seine Wiederwahl dankt, Gesetzentwurfs ist allerdings etwas, das in der Reichsgesetzgebung doch zahlen muß. die die schönste Entschädigung für die bitteren Augenblide der nicht geregelt ist, deshalb wäre ein Landesgesetz über diese Materie nicht legten Zeit darstelle, und das Haus zur Eintracht ermahnt. unzulässig. Auch in Breußen besteht in§ 1 des genannten Gesetzes vom Deutschland auf der Haager Konferenz. ( Lebhafter Beifall.) Sonnino erklärt im Namen der Mehr- 24. April 1854 ein derartiges Strafgefeß, das noch häufig anWir kennen aus den Bemerkungen des Grafen Bülow heit, daß diese die Abstimmung vom 29. März( Donnerstag) gewendet wird. Dagegen ist es mit der Reichsgesetzgebung un hinlänglich die ironische Haltung der deutschen Regierung zum für gültig erachte. Hierauf nimmt das Haus durch vereinbar, daß die Geraische Gesetzgebung den Gemeindevorstand Aufstehen und Sitzenbleiben einstimmig die vom Ausschuß berechtigen will, einen kontrattbrüchigen Arbeiter dem Arbeitgeber Die deutsche Regierung hegt mur friedfertige Absichten, aber zarischen Friedensmanifest und zur Haager Friedenkonferenz". beantragten Aenderungen der Geschäftsordnung an. Sodann vertagt sich das Haus bis zum 15. Mi a i. Mit einem zwangsweise zuzuführen. Eine solche Zuführung ist eine Zwangs- fie läßt sich von niemand hineinreden in ihre Pläne zur Wehrvom Präsidenten Colombo ausgebrachten, von der Kammer mit vollstrechung eines civilrechtlichen Anspruchs auf Arbeitsleistung. hafthaltung ihres Landes und die staatliche Souveränetät begeistertem Beifall aufgenommenen Hoch auf den König wird die Wenn ein Verpflichteter fich weigert, eine Handlung vorzunehmen, darf durch keine internationale Fessel gebunden werden. Sigung geschlossen. zu der er zwar verpflichtet ist, die aber auch durch einen Dritten Jett giebt eine Veröffentlichung des Königsberger ProSo das Telegramm. Dem papierenen Staatsstreich des octroyierten erfolgen tann, so ist nach§ 887 der Civilprozeß- Ordnung der An- feffors 3 orn einen recht interessanten Beitrag zur Kenntnis Knebelgejezzes wäre demnach nun der parlamentarische spruchsberechtigte vom Gericht zu ermächtigen, die Handlung auf des deutschen Verhaltens auf der Konferenz im Haag. ProStaatsstreich gefolgt. Herr Pellour hat damit aber Soften des Verpflichteten vornehmen zu lassen. Arbeitsleistungen nichts erreicht. Nach Verlauf der Angstferien wird er nicht find fast in allen Fällen Handlungen, die ebenso gut ein andrer feffor Zorn, einer der beiden juristischen Delegierten Deutschnur alle Schwierigkeiten, aus denen er fich durch feinen Coup vornehmen kann. Wollte man aber annehmen, daß dem Arbeitgeber lands, erzählt in der Täglichen Rundschau" über die Verhandlungen bezüglich Einführung eines obligazu retten fuchte, wiederfinden, sondern die Lage wird sich auch im gerade an der Leistung durch einen bestimmten Arbeiter gelegen handlungen bezüglich Einführung eines obligaforischen Schiedsgerichts: allgemeinen für ihn verschlimmert haben. Die Erbitterung in allen wäre, so würde§ 888 der Civilprozeß- Ordnung Anwendung finden. bürgerlichen und Arbeiterkreisen Italiens wächst zusehends, und Diefer gestattet zwar im allgemeinen, wenn die Handlung nicht die äußerste Linke, die von allen Seiten zu unentwegtem durch einen Dritten ausgeführt werden kann, den Verpflichteten rücksichtslosent Vorgehen aufgemuntert wird, ist entschlossen, die durch die Androhung von Geld- und Haftstrafen zur Erfüllung seiner Obstruktion fortzusehen und sich unter feiner Be- Verpflichtung anzuhalten. Er verordnet aber ausdrücklich: dingung den Maulforb der Bellourschen Geschäftsordnung anlegen Diese Bestimmung tommt.... im Falle der Verurteilung zu lassen. zur Leistung von Diensten aus einem Dienstvertrag nicht in AnZwar hat die Regierung, wie die Voffische Zeitung" wendung." schmunzelnd verkündet, die Carabinieri, das heißt die Das Reichsrecht hat es also für ungulässig erklärt, die Erfüllung Gendarmen für sich 0 edle Fortschritts- Tante einer Dienstverpflichtung selbst nach Erlaß eines gerichtlichen Urteils allein die Männer der äußersten Linken fürchten die Carabinieri durch Geldstrafe oder Haft zu erzwingen, und zwar ergeben nicht, und werden erforderlichenfalls auch vor einer gewaltsamen die Verhandlungen des Reichstags darüber, daß dies ausdrücklich mit Verhaftung durch Carabinieri nicht zurüdschreden. Sturz, sie werden Rücksicht auf die fittliche Natur des Arbeitsverhältniffes als eines " " Bekanntlich war die Einrichtung eines permanenten Schiedsgerichtshofes nicht in russischen Entwurf vor gesehen, sondern vom britischen Botschafter Bauncefote vor geschlagen worden. Der Gedanke wurde darauf in nicht weniger als drei Vorlagen, einer englischen, russischen und amerikanischen, for muliert. In dem vorberatenden Komitee waren 7 Großmächte und 3 Mittelstaaten vertreten; 4 Großmächte und die 3 Mittelstaaten waren von vornherein für den Gedanken des permanenten Tribunals festgelegt. Was die übrigen Großmächte anlangt, so nahm der Vertreter Oestreich- Ungarns, mit allem Vorbehalt für feine Regierung, das permanente Tribunal an, Frankreich trat in weiteftem Umfange auf den Standpunkt der 4 Großmächte, nur Deutschland allein lehute den Plan Sir Pauncefotes ab. Ivareit die Maßgebend für diese Haltung Deutschlands Traditionen der Bismardschen Politit. mit Bedenken gegen die dem Volk aus der Annahme der halte nach in der Nummer 122 des Schneidemühler Tageblatis", " Sonderbare Schwärmer. Aus der Verhandlung ergab sich eines als Evidenz: Marincvorlage erwachsenden ungeheuern Mehrlasten und die un- dessen Druder, Verleger und verantwortlicher Redacteur Sie sind, zum man wollte, vent irgend möglich, das Werk nicht ohne gerechte Abwälzung derselben auf die Schultern der unteren Be- Abdruck gebracht. Der hier gegen die Kreisbehörden erhobene Vorwurf Zustimmung Deutschlands zum Abschluß bringen und war bereit, völferungsschichten, sondern lediglich mit der taktischen Notwendigkeit enthält nach Form und Suhalt eine Beleidigung; ich habe mich daher hierfür weitgehende Zugeständnisse nach anderer motiviert wird, der Regierung wegen ihres Verhaltens in der Frage veranlaßt gesehen, dieserhalb gegen Sie auf Grund des§ 196 des Richtung zu machen:„ Unter diesen Umständen", schreibt Zorn, der reichsländischen Ausnahmegeseße ein Mißtrauensvotum aus Straf- Gesetzbuchs Strafantrag zu stellen." ,, ergab sich folgende Alternative...: entweder Deutschland blieb zustellen. Das ausschlaggebende deutsche, Centrum, zu dem die Der in Aussicht gestellte Strafantrag ist aber nicht gestellt bei seiner Ablehnung und schied damit von der weiteren Mitarbeit Elsässer- Gruppe lediglich ein allezeit folgjames Anhängsel bildet, ist worden. Die den Kreisbehörden und Distriktskommissaren gemachten, an dieser Frage aus, oder Deutschland schloß sich dem Gedanken in seiner Stellungnahme zur Flottenvorlage durch diese Erklärung nach der Auffassung des Regierungspräsidenten ehrenrührigen Voran und stellte dafür seine Gegenforderungen. Nach langen, also feineswegs behindert. Als Vorbereitung auf die bevorstehende würfe müssen also wohl begründet gewesen sein. Gleichwohl ernsten Erwägungen wurde der zweite Weg beschritten und damit Abschwenkung des reichsländischen Fähnleins vom Klerikalen Aufgebot hat man bisher nicht erfahren, ob und welche Disciplinarmittel der deutscherseits ein Abschluß der Arbeiten der 3. Kommission wohl bei der Abstimmung über die Flottenvorlage ist die Kundgebung Regierungspräsident in Anwendung zu bringen für erforderlich geüberhaupt ermöglicht. Dankbar wurde allerseits dieses Ent des Boltsboten" besonders deshalb von besondrem politischen Interhalten hat! gegenkommen Deutschlands gewürdigt und damit war die effe, weil durch fie die Marschrichtung der schwarzen Hauptkolonne eine Zeitlang ernstlich drohende Gefahr eines völligen Scheiterns ungtveideutig verraten wird. Gegen den Polizeipräsidenten v. Windheim der Konferenz überwunden. Die beiden wichtigsten Gegenerhebt in der Welt am Montag" der Nedacteur des illustrierten forderungen Deutschlands, die weiterhin einstimmig bewilligt wurden, waren: 1. daß das sogenannte permanente Bigblatts„ Satyr", Gerhard Fließ, eindringliche und be rechtigte Anklage. Der Polizei steht auf Grund der GewerbeTribunal nicht als ein wirklicher dauernder Gerichtshof eingeDie Friedensblätter", das Organ der Deutschen Friedens- Ordnung das Recht zu, Druckschriften vom Feilbieten auszuschließen, richtet werden, sondern im wesentlichen nur eine dauernde Liste gesellschaft, bringen unter der Sticharte, Wie stellen sich die Friedens- sofern sie in fittlicher oder religiöser Beziehung von Schiedsrichtern sein dürfe, aus denen eintretendenfalls das freunde zur Flottervermehrung?" einen Artikel, der seine Entstehung ergernis zu geben geeignet sind". Diese an sich überaus Schiedsgericht gebildet werden könne; 2. daß jeder obligatorische entschieden, einem geheimen. Preisausschreiben für das tonfuseste bedentliche Bestimmung ist nun nach der Darstellung des Herrn Fließ Charaffer, des Schiedsgerichts aus der Konvention bejettigt einem ich ſten quiebenschwätterei verdant, gegen den Satyr" in einer gefeßlich durchaus unzuläfigen Weise aus werde. Auf dieser Grundlage erfolgte sodann friedlich und schiedlich Es dürfte in der That unmöglich sein, einen verfilzteren Ratten gewendet worden. Eine ganze Anzahl von Nummern des„ Satyr" in vollstem Einverständnis der Abschluß der ganzen Arbeit in tönig" sich widersprechender Ansichten aufzufinden. Wenn seien vom Feilbieten ausgeschlossen bezw. den Straßenverkäufern Komitee, Kommission und Konferenz." darin das Eintreten der Deutschen Friedensgesellschaft für den durch Polizeibeamte abgenommen worden abgenommen worden, weil it unterzogen Diese Mitteilungen erweisen von neuem, daß unter allen Bölferfrieden bestehen soll, so wird die Kriegsfurie erst dann polizeibehördlichen Maßregeln einer scharfen Kritik unterzogen beſtehen jo, jo wird die, seriegsfuit für den durch im Haag versammelt geweſenen Mächten sich am heftigsten unsren von Menschenblut überschwemmten Planeten verlassen, wenn worden waren. Nummern, die sich in fittlicher und religiöser BeDeutschland gegen den Versuch gesträubt hat, die Willfür in derselbe als verglommenes Weltstäubchen um die Sonne fliegt. ziehung" nicht von den früher erschienenen unterschieden, aber keine den Beziehungen der Nationen durch Rechtsinstitutionen zu Die Deutsche Friedensgesellschaft habe bisher weder gegen Angriffe auf die Polizei enthielten, blieben unbehelligt. Es sei also zähmen. noch für die lottenvermehrung agitiert. Und das sei auch ganz offenbar, daß das Berliner Polizeipräsidium das ihr durch die GewerbeEine Beschwerde im Just zur Stunde, da Professor Zorn also von der in der Ordnung, denn es jei nicht Sache der Friedensgesellschaft, Ordnung gegebene Recht überschritten habe. deutschen Friedenspolitik berichtet, entdeckt der„ Reichsanzeiger", Stellung zu der Frage zu nehmen, ob nach dem heutzutage geltenden Verwaltungsstreitverfahren sei ganz zwecklos, da im günstigsten Fall Bölkerrecht die der daß der andre deutsche Friedensdelegierte, der kriegberherr habe sie zu untersuchen, ob die Weltpolitik, der Imperialismus, geirrt habe", während die Nummer inzwischen längst veraltet ist. untersuchung by flotte geboten fei. Ebensowenig erst nach Monaten feſtgeſtellt werde, daß„ das Polizeipräsidium ſich lichende Professor v. Stengel mit dem Roten Adler- Orden eine ökonomische Notwendigkeit jei oder nicht. Das seien Der Redacteur des„ Satyr" fordert darum den Polizeipräsidenten ausgezeichnet worden ist. politische Fragen, über die zu einer einheitlichen Auffassung zu gelangen auf, Auflage wegen Beleidigung gegen ihn zu erheben, damit die nicht Aufgabe der Friedensgesellschaft sei. Der diedensgesellschaft Angelegenheit vor dem Richter gehörig erörtert werden könne. gehörten die heterogensten Elemente, Angehörige der verichiedensten Parteien als Mitglieder an, auf deren Stellung nahme in politischen Fragen die Friedensgesellschaft als solche einen Einfluß weder ausüben fönne noch wolle." 12 * Deutsches Reich. Neue Marinepropaganda. Wie die„ Köln. Bolfsztg." meldet, depeschierte der Kaiser an den Oberbürgermeister von Sölu, er habe befohlen, daß in diesem Frühjahr eine Torpedoboots- Division den Rhein hinauffahren, Köln anlaufen und ihm vom Meere einen Gruß überbringen solle. Der Kaiser empfiehlt die Schiffe Kölns gastfreien, lebensfrohen Bürgern und schlicht seine Depesche mit dem Wunsch Alaaf Köln!"" Der Oberbürgermeister dankte telegraphisch, den Schiffen einen herzlichen Empfang zu Bisher konnten die Landratten ihre Marinebegeisterung nur an marinistischen Bildwerken und Panoramen pflegen. Nun werden wir bald dahin kommen, daß auch große Kriegsschiffe im Binnenlande vorgeführt werden. sichernd. Volkszählung. Die Bestimmungen über die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1900 find munmehr vom Bundesrat getroffen. m allgemeinen entsprechen fie den Anordnungen früherer Jahre. Außer der ortsanwesenden Bevölkerung werden diesmal auch diejenigen Personen, welche sich am 1. Dezember 1900 auf deutschen Seefchiffen in fremden Häfen oder in Fahrt befinden, gezählt. Die Ausführung dieser Zählung erfolgt durch das Kaiserliche Statistische Amt. Ferner wird diesmal cine Statistik der Blinden and Taubstummen mit der Volkszählung vereinigt werden. Folgen der lex Heinze. Die dem Stuttgarter Liederkranz gehörende„ Liederhalle" daselbst stand seit 5 Jahren unter dem Boykott unfrer Parteigenossen, da ihnen der große Festsaal von den respektablen Bürgern des Liederkranz zu Bersaninilungen verweigert wurde. Nach dem jedoch nun der Ausschuß der Gesellschaft den Saal unirer Partei zu einer Protestversammlung gegen die lex Heinze zur Verfügung gestellt hat, haben die in Frage kommenden Organisationen den Boykott aufgehoben. Eine große Protestversammlung gegen die lex Heinze, in der Genosse Schoenlant sprach, hat bereits in der Riederhalle stattgefunden. " der Pfarrhof- Geheimnisse. Aus Augsburg, vom 2. April, wird der die Münchener Man kann der Friedensgesellschaft also wenigstens keine In- Bost" berichtetit begant Heute vormittag begann vor dem hiesigen Landgericht die BeDie toleranz vorwerfen. Sie verlangt zivar von ihren Mitgliedern, daß sie im Princip den Frieden als erstrebenswertes Ideal an- rufungsverhandlung gegen die Haushälterin Babette er eller von erkennen: was sie jedoch zur Realisierung dieses schönen Jdeals Tubing wegen Berufsbeleidigung des Pfarrers Wolfals Politifer thun, das ist ihre nreigenste persönliche Angelegenheit. gang Schlecht in Bliensbach. Die Streller war vom Jahre 1893 eine der vornehmsten Zierden dieses originellen Konventikels bilden. gab dann Zerwürfnisse, die Kreller wurde entlassen und der Ein wadelftrümpflerischer Wasserpolitiker zum Beispiel fann bis 1896 bei dem Pfarrer Schlecht als Haushälterin in Dienst, es nahm sich eine andre Haushälterin. Wir Friedensfreunde fragen: Welcher Art ist das heute Herr Pfarrer gültige Völkerrecht? Welcher Art ist die heutige Politif, welcher Folge davon war, daß die Kreller mündlich und schriftArt ist besonders die Weltpolitit? schwersten Und auf diese Fragen lich über den Pfarrer Schlecht jahrelang die antworten wir einhellig: Das heutzutage gültige Völker Vorwürfe erhob, bis endlich Schlecht im vorigen Jahre gegen die recht ist kein Recht, das dem Rechtsbewußtsein unsrer Kreller Strafanzeige wegen Grabschändung, 3eit entspricht. Darum ist auch die Art der heutigen Majestätsbeleidigung, Diebstahls und Beruf 3Politik und besonders die der Weltpolitit verwerf- beleidigung erstattete. Nach der Anzeige des Pfarrers soll die lich; fie ist Gewalt Raubpolitik, aber keine Rechtspolitik. Sieller 1. in der Nacht vom 12. auf 13. Juli 1895 auf dem FriedFür dieje Politik find wir Friedensfreunde principiell nicht hof zu Bliensbach das Grab einer verstorbenen, mit Schlecht verzu haben; denn unser Rechtsbewußtsein lehnt sich dagegen auf." feindet gewesenen Bänerin in schenßlicher Weise geschändet und den Also schon das Rechtsbewußtsein unirer Zeit ver- Grabstein demoliert haben; 2. im Jahre 1895 im Gespräch mit dem wirft die Weltpolitik, die Nankpolitik, nichtsdestoweniger aber Pfarrer den deutschen Naiser beleidigt und 3. ihrem Dienstherrn nach verträgt sich die Politik der gepanzerten Faust äußerst und nach über 200 M. entwendet haben. Außerdem hat die Streller gemütlich mit dem" Princip" der Friedenspolitik! Trotzdem das dem Schlecht verschiedene Briefe geschrieben, worin sie dem Rechtsbewußtsein unsrer Zeit" von der edlen Trinität Strieg. Handel geistlichen Herrn ich were fittliche Verfehlungen mit und Piraterie nichts mehr wissen will, fann es doch Friedens beichtenden Ehefrauen, ferner Erbschleicherei u. a. m. freunde" geben, die es bei der„ gegenwärtig leider bestehenden vorwarf, weswegen Strafantrag gestellt wurde. Raubpolitit" für das Kligste halten, bis auf weiteres die innerlich verabichente Raubpolitik luftig mitzumachen! Dafür ist ein der artiger realpolitischer Friedensfreund" freilich das Opfer unjäglicher Seelenkämpfe: „ Weil sich somit der einzelne Friedensfreund nicht aber die Friedensgefellschaft mit den politischen Jubalts fragen befchäftigt und dazu Stelling nimnit, so hat er die nicht immer leichte Aufgabe, mit seiner Stellung zu denselben feine friedensfreundliche Stellung zu der Art der Politik zu vereinigen." Glücklicherweise aber giebt es für die Wunden solch eines von Gewissensstrupeln zerfleischten Friedensfreundes" einen lindernden Balsam. Er stellt folgende Meditationen an: " Die Vermehrung widerspricht unfren principiellen Anschauungen über die Art der Politik, und wir fordern von der Regierung, daß sie mit heiligem Ernst alle zu Gebot stehenden Mittel anvende, im Verein mit den andren Regierungen eine andre, edle und gerechte Weise des Völkerverkehrs zu suchen, d. h. den Weg des Rechts zu gehen." Weljenfondsreminiscenzen tischt Pastor v. Hanff stengel int Evang. Gemeindeblatt" auf. Er erzählt, daß er früher als Hannoverscher Geistlicher nicht weniger als drei Volksbibliotheken gegründet, aber nicht viel Freude an ihnen gehabt habe. Es trat neben der religiösen Tendenz die patriotische sehr stark in den Vordergrund.„ Es existierte damals zur Abwendung hoch= berräterischer lmtriebe" der sog. Welfenfonds; tie fonnte man preußische Vaterlandsliebe besser pflanzen als durch patriotische Lektüre? Darum wurden aus dem Welfenfonds Beihilfen au Voltsbibliotheken sehr reichlich verteilt; aber nicht in der Form von Geld, sondern in Er drückt der Regierung die geforderten Kanonen in die Saud der Form von Büchern. Der Oberpräsident der Provinz Hannover, und fordert" dann, daß sie dieselben nur als Schreckmittel für die von dem die Verteilung, abhing, war bei Aufstellung des Katalogs uartigen Nachbarkinder verwende, beileibe aber feinen andren Gerecht übel beraten gewesen; neben einer recht fleinen An- brauch davon mache. zahl von guten, parteilojen Volksschriften aus der Feder Frommels, So löst sich denn alles in Harmonie auf innerhalb der Ahlfelds u. a. zahlloje Lebensbeschreibungen von Deutschen Friedensgesellschaft nämlich! Die Vereinsmeierei brandenburgischen Surfürsten und preußischen schließlich auch wichtiger als der Weltfrieden. Sönigen, enthusiastische Darstellungen preußischer Heldenthaten und Siege. Wir waren damals alle gut preußisch- patriotisch; aber diese aufdringlich patriotische Tendenz war uns zu viel: die Bücher blieben ingelesen, die Einrichtung gewann keine Bedeutung! " Klerikale Flottengegner. ist Nationale Schmerzen unfrer Urteutschen. Der Staatsbürger- 8tg." entringt sich folgender Stoßseufzer: Der Rechtsanwalt Dr. Mar Kohn, Alte Leipzigersir. 11, verfendet folgendes Rundschreiben: Hierdurch sehe ich Sie in Kenntnis, daß ich mit Genehmigung der zuständigen Behörde vom 1. April d. I. ab den Familiennamen Kornelius an Stelle meines bisherigen an nehmen und fortan führen werde. Hochachtungsvoll ergebenst Dr. May Kohn, Rechtsanwalt." Wir haben wiederholt ausgesprochen, daß Namensänderungen dieser Art einen Unfug dar stellen. Es ist sehr bedauerlich, daß sich unsre Behörden noch immer nicht dazu verstehen, den Namen geachteter deutscher Familien den Schuß zu gewähren, den sie in einem geordneten, auf nationale lleberlieferungen haltenden Staat beanspruchen können. Der Staatsanwalt eröffnete die Boruntersuchung gegen die Streller wegen der bezeichneten Strafthaten, allein die Augsburger Strafkammer verwies die Kreller nur wegen der Beleidigungen vor das Schöffengericht Bertingen, jezte sie jedoch wegen der übrigen Neate außer Verfolgung unter folgender Begründung: Was die Grabschändung anbelangt, io stehe außer allem Zweifel, daß diefe nur von der Angeschuldigten oder von dem Pfarrer selbst vorgenommen sein konnte. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht aber gegen den Pfarrer selbst, da die Haushälterin um diese Zeit nicht zu Hause war, zudem der Pfarrer als heimtückisch und rachsichtig gegen mißliebige Personen bekannt sei. Was die Anklage wegen Majestätss beleidigung betrifft, so ist eine Verurteilung der Streller auf das Zeugnis des Pfarrers Schlecht hin nicht möglich, da diesem nicht entferntest Glauben beigemeffen werden könne bei der Art, wie er die Zengen beeinflußt habe, und unter Berücksichtigung der langen Zeit, die verftrich, bis Schlecht Anzeige erstattete. Ein Diebstahl fei ebenfalls kaum anzunehmen, selbst für den Fall, daß die Kreller das Geld wirklich genommen haben sollte, da der Pfarrer ihr bei ihrem Austritt das hefte Ehrlichkeitszeugnis aus gestellt habe, andrerseits ihr das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit ihre Handlungsweise gefehlt habe, weil nachgewiesenermaßen Pfarrer und haushälterin wie Mann und Frau in intimsten Beziehungen gelebt hatten. Wegen Berufsbeleidigungen tam nun die Streller am 26. Januar d. J. vor das Schöffengericht Wertingen, woselbst sie den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptungen, Schlecht habe das Beichtgeheimnis ausgeschwäßt, Erben betrogen, er habe einer mit ihn ehebrüchig gewordenen Frau trog verweigerter Absolution die Kommunion gereicht, und habe mit seinen Haushälterinnen, wie auch mit andren Frauen Unzucht getrieben, antrat. Allein dieser Wahrheitsbeweis gelang nur zum Teil, und die Kreller wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Hierbei wurde aber konstatiert, daß Pfarrer Schlecht nachgewiesenermaßen mit einen beiden Haushälterinnen und mit einer Bäuerin intimsten Umgang gehabt und feine Standespflichten aufs gröblichste verlegt hat. Auch habe er versucht, die Zeugen zu beeinflussen und selbst trop ge= leisteten Eids so lange die Wahrheit in der Sigung ver schwiegen, bis ihm seitens der Staatsbehörde mit der Verhaftung wegen Weincids gedroht wurde, worauf er diese Thatsachen zugab. Die Kreller legte gegen dieses Urteil Berufung ein und kommt nun die Sache unter Vorbringung neuer Zeugen für den Wahrheitsbeweis zum Austrage. Mittlerweile wurde Schlecht vom bischöflichen Ordinariat Augsburg aller feiner geistlichen Funktionen enthoben und in das korrektionshaus für Priester in Dillingen eingewiesen. 96 1 Ausland. Destreich- Ungaru.m Wien, 2. April. Heute abend fanden 19 von der socialtenios Aus Straßburg i. E. wird uns geschrieben: Jm Preßorgan der eljässisch- flerifalen Reichstags- Abgeordneten Haus und Delsor, dem Elsässischen Volksboten". erfährt die Flottenvorlage eine entschiedene Absage. Die betreffenden Auslaffungen sind, da sie mittelbar einen Rückschluß auf die Stellung des altdeutschen Centrums zu den Marineforderungen gestatten, nicht ohne politisches Interesse. Das genannte Blatt schreibt: . Was uns am allermeisten wundert, ist die grenzenlose Naivetät, mit der man für die Flottenagitation im Elsaß auch Wir empfehlen den bekümmerten Judenfressern, in die diversen den denkbar ungünstigsten Moment herausgesucht hat. In derselben Programme der verschiedenen antisemitischen Parteichen die Fordemg Zeit, wo der Flottenrummel sich) arrangierte, haben unsre Ber- hinein zu lancieren, daß Personen mit jüdisch klingendem Namen treter in Reichstag mit der Kraft und der Wärme innigster fünftig zur befferen Kennzeichnung ihrer Rasse ein Abzeichen, etwa Ueberzeugung zum so und so vielten Mal die Beseitigung des in Gestalt eines niedlichen Schweinchens, zu tragen verpflichtet sind. schweren Drucks verlangt, der durch die Ausnahmegeseze auf dem Lande lastet. Und der Neichstag hat mit größerer Majorität Die langsam mahlenden Mühlen. Das„ Berliner Tageals je zuvor den Beschluß auf Aufhebung des Diktaturparagraphen blatt" macht auf ein Vorkommnis aufmerijam, das von der Eigengin gefaßt. Die Regierung aber hat durch den Mund des Reichskanzlers art der bureaukratischen Auffassung nicht übel Zeugnis ablegt. furz und schroff, ohne auch nur den wirklich ernst zu nehmenden Ver- In einer Sigung des Abgeordnetenhauses ist von dem frei fratischen Partei einberufene Protestversammlungen gegen die Gefuch einer Motivierung zu machen, die Beibehaltung des Ausnahme- finnigen Abgeordneten Direktor Ernst ein Vorkommnis aus meindewahl- Reform statt, die ruhig verliefen. Nach der Versammlung zustands proklamiert, dieselbe Regierung, die jetzt von dem Volk dem Wahlkreis Colmar Czarnikau Filehne Elsaß- Lothringens ein Gintreten für die Millionenausgabe der Flotten Sprache gebracht worden, das schon wegen der eigen pergrößerung verlangt! Um diese 3umutung richtig zu artigen Rolle, die der Regierungspräsident bon würdigen, fehlt uns, offen gestanden, der parla Bromberg dabei spielt, nähere Beachtung verdient. In dem gementarische Ausdruck. nannten Reichstagswahlkreise war 1898 das Hauptquartier des konWenn der Fürst Statthalter vor einigen Tagen in einer Tisch- fervativen Wahlfomitees auf dem Landratsamte in Colmar i. P. Da rede der Befürchtung Ausdruck gab, daß die Mehrheit der elsässischen Staatsbeamte wiederholt in ihrer amtlichen Eigenschaft in den Wahl- Budapest, 3. April. Gegenüber Meldungen, daß das Armec Abgeordneten nicht für die Flottenvorlage stimmen werde, so glauben fampf eingegriffen, fo wurde von dem Verleger des Schneidemühler budget bedeutend erhöht werden solle, erklärt der Bester Lloyd". wir allerdings, daß seine Prophezeiung in feiner Weise desavouiert Tageblatts" wegen ungefeßlicher Wahl Beeinflussungen am daß die eine Erhöhung des Refrutenkontingents und die Kanonen werden wird. Die elsässischen Vertreter müßten ja ganz gegen 6. Mai bei dem Herrn Minister des Innern Beschwerde erhoben. betreffenden Forderungen vertagt würden. Die Vorarbeiten bezüg= den Wunsch und willen ihrer Wähler handeln, wenn sie ein Die Antwort erfolgte erst am 15. Juli, also nach ca. 21/2 Monaten lich der Kanonenfrage seien durchaus noch nicht abgeschlossen. Die andres Botum abgäben. So lange das elfäffische Volt so dringend durch den Herrn Regierungspräsidenten zu Bromberg; sie ist so Erhöhung des Marine- Etats werde 2 Millionen Kronen betragen. nach Schiffsvermehrung schreif", daß sich in den meisten Flotten- charakteristisch, daß wir sie hier wörtlich wiedergeben: Bromberg, versammlungen nicht einmal das einzige, Eremplar des Renonmnier- den 15. Juli 1898. Auf Ihre telegraphische Beschwerde vom 6. Mai d. J. Elsässers einstellt, mit dem man wenigstens die altdeutschen Komitees an den Herrn Minister des Innern, welche an mich zur Verfügung Surchsprengeln kann, so lange haben unsre Abgeordabgegeben worden ist, erhalten Sie zum Bescheide, daß die neten feinen Grund, ihren Standpunkt zu ändern." erhobenen Vorwürfe gegen die Kreisbehörden und Distriktskommissare Das interessanteste an dieser Verlautbarung ist wohl die That sich nach den angestellten Ermittelungen als unbegründet erwiesen sache, daß die Flottengegnerschaft der elsässischen Kleritalen nicht etwa haben. Sie haben die telegraphische Beschwerde ihrem vollen In G zur im X. Bezirk versuchte eine größere Menschenmenge vor der Wohnung des Vice- Bürgermeisters Strobach eine Rundgebung zu veranstalten, wurde aber von der Wache zerstreut. Darauf zog. die Menge unter Protestrufen gegen Lueger auseinander. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Frankreich. " Ein Lob spendet die Bossische" dem französischen Bauten minister Bandin. Sie findet es sehr anerkennenswert, daß derselbe Sorge dafür getragen hat, den Arbeitern, die nach Eröffnung der Weltausstellung arbeitslos geworden fein werden, wenigstens bis zu einem gewissen Grade Arbeitsgelegenheit nachzuweisen. Baudin hat fich ein Verzeichnis aller im Jahre 1900 und 1901 von Eisenbahn- Motive der Hezer zum Kriege enthüllt. Einige der angeführten daß der Name des Genossen Düwell blau unter gesellschaften, Elektricitätswerken, Departements und Gemeinden ge- Thatsachen seien wiedergegeben. strichen war! Die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft planten größeren Arbeiten mit der Zahl der erforderlichen Arbeiter, Trotzdem die Konsolidierte Goldfeld- Compagnie von Süd- feßten Düwell persönlich von dem Vorgange in Stenninis, bemerkten, den Löhnen und der Art der Beschäftigung zusammenstellen lassen Afrika" mit einem Anlagekapital von 147 000 Pfd. im Jahre 1899 noch aus andren Vorgängen zu der Meinung gekommen zu sein, der und macht diese ausführliche Liste in öffentlichen Anschlägen den Ar- einen Reingewinn von mehr als 1 Million Pfund erzielte, waren die Genossenschaft werde nur wegen der socialdemokratibeitern zugänglich. Sowie die Beschäftigung auf der Ausstellung Herren Aktionäre noch auf eine Steigerung dieses horrenden Reingewinns ichen Mitgliedschaft Schwierigteit in der Entwicklung bereitet. aufgehört, tönnen sie auf den ersten Blick erkennen, wo bedacht. Sie hatten das Glück, in dem Chefingenieur, Mr. Ha m m ond, Genosse Düwell erklärte daraufhin seinen Austritt der auch bereits und zu welchen Bedingungen jie neue Arbeit finden, und bei einigem einen verständnisinnigen Musterbeamten zu besitzen. Mr. Hammond am nächsten Tage seitens des Amtsgerichts als vollzogen gemeldet Gemeinsinn und mit den Anfangsgründen einer Gliederung können fann Tag und Nacht auf ein großes Mittel zur Steigerung der wurde. Die Anträge der Genossenschaft wurden vor kurzem wieder fie ohne Zeitverlust auf die neue Arbeitsstelle gelangen, denn es Dividenden und glaubte es endlich in einer auf die Kaffern erneuert und die Stadt faufte mehr Anteile als beantragt war! handelt sich um einen Bedarf von mehreren tausend Leuten. arbeiter zu legenden Steuer gefunden zu haben. Die Regierung, empfahl er, möge die Steuer so hoch festießen, daß sie Polizeiliches, Gerichtliches ufi. von den Kaffern nicht zu erschwingen sei und deshalb in Gestalt Ein Opfer des nunmehr toten Zuchthausgefehes war der einer 3 Monate währenden Zwangsarbeit in den Goldminen ab- verantwortliche Redacteur der„ Schleswig- Holsteinischen Boltsgeleistet werden müsse. So war denn die schon von Mr. Rhodes 1894 Zeitung" in Kiel, Genosse Kron, geworden. Er hatte in zwei Araufgeworfene Preisfrage gelöst, wie man die Kaffern zur Zwangs- tikeln den Empfindungen berechtigten Zornes Ausdruck gegeben, der arbeit pressen könne, ohne sie doch direkt zu Sklaven zu machen. jeden anständigen Menschen ob dieses Gejegesvorschlages beherrschte Es fehlte nur die gute Regierung", um ein derartiges Steuergeset und war dafür nach aller guter preußisch- deutscher Methode zu zu dekretieren. Die gleiche geniale Idee äußerte auch ein Graf 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Scine: Revision wurde am Grey in der Sigung der Chartered Compagnie". Man sieht, Montag vom Reichsgericht verworfen. So fordert das Monstrum welcher Art die Gemütsmenschen waren, die gegen die Hartherzigkeit noch aus dem Grabe seine Opfer. der Boeren donnerten, die ihre armen schwarzen Brüder nur als Arbeitstiere betrachteten! Die Voffische 3tg." nennt die Anordnungen Baudins einen äußerst glücklichen Einfall, eine verdienstliche That, wobei sie aus nahmsweise einmal eine Verbeugung dem Socialismus gegen über macht, dem Baudin nahestehe." Wir acceptieren die Schmeichelei, obgleich Baudin dem Socialismus eben auch nur nahesteht und obwohl seine Anordnung eigentlich etwas ganz Selbstverständliches darstellt. Hoffentlich trifft Baudin auch noch anderweitige Vorkehrungen für die Arbeitslosen. Daß ein liberales Blatt von einem so naheliegenden Aft in dieser Weise Notiz nimmt, beweist übrigens, welch geringe Umsicht und Fürsorge für die Arbeiter es bei bürgerlichen Ministeru gewohnt ist.= Das Flugblatt trägt unter andern die Unterschriften einiger Parlamentarier, deren Namen zu ihrer Ehre hier erwähnt fein mögen. Es sind die Namen: J. Arch, H. Broadhurst, John Burns, Thomas Burt, F. Maddison, Benjamin Pickard, W. C. Steadmann, John Wilson. Es fehlt in dieser Liste von Arbeiterführern der Name eines sehr vorsichtigen Mannes, nämlich der des Mr. Sam. Woods, des Generalsekretärs des Trade Union Kongresses. Und trotzdem stete Bermehrung unfred stehenden Heeres. In dem rheinisch) westfälischen Scharfmacher Organ Icjen wir: Die Einstellung der Rekruten in das Heer giebt alljährlich dem Kriegsministerium Anlaß zu der Befürchtung, daß es in naher Zukunft nicht mehr in der Lage sein wird, an der heutigen Ziffer des Kontingents festzuhalten, denn diese Zahl wird in dem Maße herabgesezt werden müssen, in dem die Geburtsziffer finkt. Und diese geht derart zurück, daß die Besorgnis der französischen Patrioten vollauf gerechtfertigt erfdieint. Die Zahl der männlichen Geburten betrug 1893 noch 446 957, 1894 nr 436 663 und 1895 gar mir 425 889. Es war also im Verlauf von drei Jahren eine Verminderung um 21 086 eingetreten. Die Heeresverwaltung vermag diesen Ausfall nicht zu ersetzen. Sie rechnet auf ein Kontingent von im Mittel 233 000 Mann, Aber auch diese Ziffer steht nur noch im Sydney, 3. April. Bisher sind hier im ganzen 70 Perfonen Budget. Sie ist den kantonalen Listen entnommen, in denen an der Pest erkrankt und 20 daran gestorben. Das Gebiet der jedermann eingezeichnet ist, und trägt den verschiedentlichen Aus- Quarantäne- Anstalt ist vergrößert worden. fällen durch Tod, Strankheit, durch Zurückweisung der ärztlichen Untersuchung bei der Gestellung 2c. feine Rechnung. Diese Ausfälle sind aber sehr bedeutend. Int Jahre 1897 mußte von der angenommenen Ziffer von 233 000 nach der angeblichen„ Kulturpioniere" aufgeklärten englischen Arbeiter Mr. Es wäre wünschenswert, wenn die über die wirklichen Absichten Woods ein wenig über die Gründe seiner Zurückhaltung katechisieren wollten! Australien. " Partei- Nachrichten. ES www Sociales. Die Staatswerften als Musteranstalten. Vor circa zwei Jahren hat bekanntlich das Reichs- Marineamt für die Arbeiter der Marinebetriebe eine neue Arbeitsordnung erlassen, welche die Stummische Auffassung vom Verhältnis des Arbeiters zum Unter nehmer in viele Paragraphen fleidete und dafür sorgen sollte, daß nur gutgefinnte Arbeiter der Ehre, für den Staat zu schuften, teilhaftig wurden. Jetzt sind nun auch für die dienstthuenden Werkatmen und zu deren Unterzeichnung die Wertführer am Freitag führer neue Bestimmungen erlassen worden, die denselben Geist kommandiert" wurden. Die Werkführer sind die nächsten Vorgesetzten der Arbeiter, aus deren Kreisen sie sich auch rekrutieren. Natürlich kommen nur gute gefinnte und wohlangeschriebene Arbeiter bei der Auswahl in Be tracht. Und fast durchgängig wird bei solchen Gelegenheiten den avancierten Vorarbeitern gesagt, daß sie von un alt unter allen Umständen die Interessen der Werft, überhaupt des Staates wahrzunehmen und jetzt jeden Umgang mit ihren früheren Nebenkollegen abzubrechen hätten. In den neuen BeDie Nürnberger Zeitungsangelegenheit wird auch in der Stimmungen wird aber diesen Erhobenen deutlich gemacht, daß sie to biel abgestrichen werden, daß in Wirklichkeit Frankfurter Zeing" nach dem Lügenbericht des„ Fränkischen doch auch nur Arbeiter sind, wenn sie auch nicht mehr mit ihnen nur 213 000 Mann in das Heer eintraten. Die Klasie von 1894 Kurier" ausgeschlachtet und so dargestellt, als ob die Familie Dertel verkehren dürfen. Es heißt am Ende, daß sie im übrigen den für entspricht dabei den männlichen Geburten aus dem Jahre 1876, an den Bettelstab gebracht werden sollte. Dengegenüber stellt die das sonstige Arbeiterpersonal, zu dem sie zählen", geltenden Bc= welche die seitdem nie mehr erreichte hohe Ziffer von 494 318 auf Fränkische Tagespost" fest, das gar leine Rede davon sein könne, stimmungen unterliegen. wies, die seitdem um mehr als 60 000 gesunken ist. Das definitiv daß die Familie in finanzielle Sawierigkeiten fomnien fönnte. Im besonderen wird für die Bertführer bestimmt, daß sie die in die Armee eingetretene Kontingent von 1899 betrug denn auch bleibt dem Genossen Dertel noch der Druck von 4 Tageszeitungen, diefe im Bedarfsfalle Ueberstunden und Sonntagsarbeit zu leisten Arbeitsstunden der Arbeiter innezuhalten und ebenso wie nur noch 191 000 Mann! Und dabei ist das auch noch ein sehr nämlich der Fränkischen Tagespost", der„ Fürther Bürgerzeitung" und haben, daß sie aber dafür keine Bezahlung be gutes Jahr, denn die Klasie entspricht den Geburten von 1878 mit der beiden oberfränkischen Blätter; ferner der Druck der wöchentlich kommen. 479 527 männlichen Kindern, eine Zahl, die schon 1895 auf 425889 in einer Auflage von 94 000 Exempl, erscheinenden„ Metallarbeiter- 3tg." 150 M. Cofortige Entlajiung ohne Kündigung kann eintreten bei Der höchste Lohn cines Werkführers beträgt monatlich gesunken war! Wo soll da heute oder gar in zehn Jahren und schließlich ein faftisches Druckmonopol für alle Druckarbeiten der Gröffnung eines gerichtlichen Strafverfahrens ein Kontingent von 233 000 Mann berkommen? Das Deutsche Stranfenfassen, Gewerkschaften und alle mit der Partei zusammen- wegen einer mit Zuchthaus oder Gefängnis bedrohten Handlung. Reich hatte im Jahre 1893 eine Geburtsziffer( Knaben und hängenden Vereine und Organisationen für Nürnberg, Fürth und es wird z. B. auch die Beleidigung mit Gefängnis bedroht. Man Mädchen) von 1928 270. Diese schon so bedeutende Zahl war im das ganze nördliche Bayern. Er verliert nichts wie das Berlags- sollte doch mindestens die Verurteilung abwarten und sie nicht Jahre 1897 gestiegen auf 1991 126." recht der Fränkischen Tagespost" und der Fürther Bürgerzeitung" vorwegnehmen. Krankheit, die länger als 4 Wochen dauert, wird Die Rh. Westf. 3tg." hätte gut gethan, einige Betrachtungen gegen Kapitalabfindung, wobei zu bedenken ist, daß das Bestehen mit Zurückverlegung in den Arbeiterstand bestraft. an ihre Darlegungen zu fnüpfen. Sie hätte auf die ungeheure unirer Parteiblätter lediglich von dem Bestehen der Parteiorganisation nämlich bestimmt, daß ohne weiteres und ohne Kündigung aus wirtschaftliche Schädigung hinweisen sollen, die dem franzöfifchen abhängt. Volfe aus seinem forcierten Militarismus erwächst. Sie hätte jeinem Verhältnis als dienstthuender Werfführer ausscheidet, wer andrerseits aber aus den statistischen Daten folgern sollen, daß an wegen Krankheit länger als vier Wochen vom Dienste fortbleibt. gesichts der nur auf dem Papier stehenden Heeresstärke Frankreichs feit der Angestellten zu erhöhen. Derartige Bestimmungen sind sicher nicht geeignet, die Arbeitsfreudigauch für Deutschland endlich einmal der Zeitpunkt gekommen ist, dem wahnsinnigen Wettrüſten Einhalt zu thun. Auf derartige Gedanken verfallen aber natürlich deutsche Patrioten" nicht. 9 4. Es wird merkenswert ist, wie die Einmütigkeit, mit der die führenden Blätter Die" Post" benützt diesen Vorgang, an dem nichts weiter bealler bürgerlichen Parteien ohne Ausnahme ihn in verlogener Weise zum Ausgang einer Heze gegen die Socialdemo- Untersuchung des schrecklichen Unglüids bei dem Bau des Zuchthauses Zur Bankontrolle. Ueber das Resultat der kommissarischen fratie benügen, gar zu einem Leitartikel, worin sie so ziemlich das düminste Zeug schivägt, was nie je zuwege gebracht hat. Die„ Berliner in Straubing wird der„ Donau- Zeitung" berichtet: Centralleitung" habe unter Benutzung der„ grausamen und rücksichtsDas Ergebnis ist für die Bauleitung und deren Unterorgane lien Erwerbsgier" einiger Genossen ihren Mitarbeiter trenlos und ein sehr belastendes. Es wurde konstatiert, daß der anfänglich als Urrücksichtslos in den Abgrund gestürzt zur höheren Ehre der Partei- fache vermutete Anprall eines Rollwagens an einen Stüzbann völlig größen. Der Vorgang beweise niedrigen Eigennutz und lasse jebe ausgeschlossen ist, vielmehr Ursache die Konstruktion des Gerüstes Spur von Genossen- und Gesellschaftsidee vermissen usw. usw. ist, die derart mangelhaft war, daß es nur zu verwundern ist, wenn Es beweist doch wirklich eine geistige Armut ohne gleichen, wenn nicht alle 18 Verunglückten den Tod davontrugen. Die Bockstollen der man glaubt, auf Grund des von uns geschilderten Thatbestands 4 Gerüstetagen waren ohne jegliche Querverspannung und überdies durch derartige Gebilde einer überhizten Phantasie die Cocialdemo- ohne jede linterfage aufeinandergestellt und nur durch Klammern fratie geistig" überwinden zu können. miteinander verbunden. Auf den Bohlenbelägen, deren Breite Paris, 3. April. Deputiertentammer. Gelegentlich einer weiteren Kreditforderung seitens der Regierung für die Welt ausstellung beantragt Chapuis, die Eröffnung der Ausstellung zu vertagen, da die Arbeiten noch nicht beendigt scien. Der Handelsminister Millerand erwidert, daß die Arbeiten sehr weit vorgeschritten feien und daß die Ausstellung an dem für die Eröffnung festgesetzten Tage fertig fein werde. Der Antrag Chapuis wird hierauf mit 357 gegen 52 Stimmen abgelehnt und die Kreditforderung für die Ausstellung bewilligt. Wenn man noch guten Glauben bei diesen Gesellen voraussegen 4/2 Meter und deren Länge 60-70 Meter beträgt, waren RollDer mißglückte Erpressungsfeldzug der franzöfifchen tönnte! Da ist es recht erbaulich, wenn man sich erinnert, au bahnen gelegt mit je zwei Geleisen und zwei Rollfarren. Die Belastung Monarchisten, dessen wir bereits in unsrer Somitagsnummer ge- welchem blödsinnigen Schwaß der größte Teil der bürgerlichen und die ständige Erschütterung hatten natürlich Lockerungen zur Folge. dachten, erscheint nun doch noch blutige Folgen haben zu sollen. Der Blätter vor einigen Monaten die Abrechnung der hiesigen Genossen- Aber auch auf diese wurde weiter nicht acht genommen, weder von 23 jährige Graf Luberſac, den es mehr nach den hunterttausend schafts- Bäckerei benuste. Der hohe Geschäftsgewinn dieses Unter- den Bauführern und Bolieren, noch von der staatlichen BeFranken des jungen Robert Rothschild, als nach dessen Blut gelüftete, nehmens jollte beweisen, daß es der Socialdemokratie gar nicht ernst aufiichtigung. Namentlich ganz unbegreiflich erscheint es, daß hatte bekanntlich die Forderung des so schwer provozierten Gegners fei mit dem Kanipf gegen den Unternehmergewinn, daß sie nichts gegen das Fehlen der Querverspannung so lange Zeit unbeanstandet bleiben echt tavaliermäßig abgelehnt. Der junge Robert Rothschild rächte Riefenprofite einzuwenden habe, wenn sie ihren eignen Leuten zuflösen. tonnte. Im Befund wurde hervorgehoben, daß das verwendete sich nunmehr durch einen Brief an den Zeugen, von deffen Inhalt Das war natürlich außerordentlich lächerlich, denn die Berliner Genossen- Holz vollkommen gesund und tauglich gewesen und daß das Unglüc wenigstens soviel in die Presse durchsiderte, daß Robert Rotfchild schafts- Bäckerei hat mit der Socialdemokratie nichts mehr zu thun, wie nicht etwa auf einen Bruch irgendwelcher Gerüstteile zurückgeführt diefen kneifenden gräflichen Beleidiger mit dem Kosenamen ump" etwa die„ Post" und Konsorten mit Anstand und geistigen Waffen. Auch sonst werden könne. Die mangelhaft verbundenen, der Verspannung ents belegt hat. Graf Lubersac jun. beleidigte nunmehr Edmund hört man ja von dieser Seite als vornehmstes Argument gegen behrenden Bockstollen wichen einfach infolge der Erschütterung und Rothschild, den er als den Sohn des Familienhaupte s umire Forderungen, wir sollten doch erst einmal in unsren eigenen Belastung gegen die Gerüstmitte und brachen nach innen in sich zuAlfons Rothschild für die Juvektiven Robert Rothschilds verant- Reihen den Privatbesiz beseitigen. Läge nun der Fall in Nürnberg fammen, vom Abschlußgewölbe an bis herab in den Keller alle wortlich erklärte. Natürlich war die Forderung des Beleidigten die fo, wie er von der bürgerlichen Preise dargestellt wird, dann müßte Etagen durchschlagend und alles mit in die Tiefe reißend und bea Antwort. Außerdem haben sich die Zeugen der an dem sonderbaren diese doch eigentlich der Socialdemokratie die Anerkennung zollen, grabend. Nach Lage der Sache ist das an und für sich sehr schwere Ehrenhandel Hauptbeteiligten ihrerseits ihre Zeugen gefchict. Wenn daß sie nur in Konsequenz der Taktik gehandelt habe, die ihr von der Unglück doch verhältnismäßig noch gut abgelaufen." die Sache in dem gleichen Tempo weitergeht und dergleichen bürgerlichen Bresse als notwendige Folge ihrer Lehren zugennutet wird. Tollheit pflegt ja epidemisch aufzutreten, so steht der französischen Stattdessen wieder derselbe Lärm über die Schlechtigkeit der Geburts- und Geldaristokratie ein Aderlaß bevor, gegen den der unter Socialdemokratie. Daran kann man den Wert des Lärms erdem englischen Adel durch das Manjergewehr. angerichtete ein Kinder- messen und erschen, wie wenig das kapitalistische Preßgesindel au spiel ist. Hoffentlich bedient man sich beim Austrag der famosen seine eigenen Worte glaubt. Affaire nicht der in Frankreich so harmlosen Schußwaffe, sondern des ctwas unangenehmeren Floretts. Je mehr der aristokratischen Tagediebe sich gegenseitig ins Jenseits befördern, desto besser! Belgien. Neue Kolinalgreuel. Petit Bleu" veröffentlicht einen Brief aus dem Kongostaat, in welchem mitgeteilt wird, daß eine ganze Anzahl Greuelthaten von den Weißen gegen die eingeborenen Bundjas verübt worden sind und dieser Stamm infolgedessen gemeutert hat. Weiter heißt es in dem Brief, daß 150 Personen, darunter 84 Frauen und 3 Kinder, von den Weißen durch Feuer, Schwert und Hunger umgebracht worden find. Major Lothair, Direktor der afrikanischen Gesellschaft, sei beauftragt worden, mit 260 Mann den Aufruhr niederzuwerfen. Alio die armen Teufel von Eingeborenen, die durch die Kolonialbestialitäten, die im Stongostaat mit besonderem Raffinement fultiviert zu werden scheinen, zur Empörung getrieben worden sind, Mördern? follen niedergeworfen werden. Was aber geschieht mit den weißen England. Der Münchner Post" wird dazu noch von sachverständiger Seite geschrieben: War schon der Eindruck, den die Betriebsweise an dem Zucht haus- Neubau auf Sachverständige machen mußte, fein guter, so rief die Art der Gerüstaufführung, wie sie unter den Augen der staatlichen Bauaufsicht beanstandet erfolgen founte, geradezu Staunen Gegen das Kontraktbruchsgesek in Gera nahmen unsre hervor. Ind merkwürdig erscheint die Thatsache, daß in erster demokratischen Vereins Stellung. Nach einen Vortrage des Land- richtete, der nur gethan, was ihm von seinen Borgesetzten aufgetragen dortigen Parteigenossen in einer Versammlung des dortigen social- Linie die Anklage wegen des Unglücks fich gegen einen Maurer tags- Abgeordneten Lewen, der besonders darauf hinwies, daß die worden war. Der energische Protest gegen den Vorwurf, die Haltung der Fortichrittler im Landtage für das Schicksal der Vor- Arbeiter feien selbst schuld an dem bedauerlichen Vorkommnis, vie lage ausschlaggebend sein wird, wurde folgende Resolution cin- ihn ein Kollege am Grabe der Opfer dieser Katastrophe erhob, wird deshalb allgemein gebilligt. Als nämlich der kirchliche Beerdigungs stimmig angenommen: Die heutige Versammlung des Socialdemokratischen Vereins att beendet war, richtete der Maurer Meindl einige Worte an die zu Gera erklärt den Gesezentwurf zur Bekämpfung des Kontrakt- Trauerversammlung, in der er seiner Entrüstung darüber Ausdruc bruchs landwirtschaftlicher Arbeiter als em Ausnahmegesez gab, daß in einer Erklärung seitens der Banleitung die Schuld schlimmster Art gegen die ländlichen Arbeiter, das nur im ein hauptsächlich den verunglückten Arbeitern zitgemessen werde und daß feitigsten Interesse der Großgrundbesitzer unfres Landes liegt. es jetzt Aufgabe der Organisation der Maurer sei, Licht in die AnDie Bersammlung ersucht deshalb den Landtag, diesen Gesez- gelegenheit zu bringen." entwurf abzulehnen, umsomehr, als er nur der Vorläufer zu weiteren reaktionären Gefeßen sein wird." 0 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Dem Bundesrat ist aus faufmännischen Kreisen das Gesuch Außerdem sollen, soweit möglich, Protestversammlungen im gegangen, er möchte im Interesse der Gewinnung zuverlässigen Lande zur Aufklärung der Landarbeiter veranstaltet und ferner ein Materials für die Prüfung der Frage freiwilliger oder obligatorischer Flugblatt gegen die Vorlage verbreitet werden. Versicherungen gegen Stellenlosigkeit anordnen, daß mit der diesjährigen Volkszählung eine Arbeitslosenzählung verbunden werde, Gemeindewahlen. Socialdemokratische Gemeinde Vertreter in welcher die Handlungsgehilfen nach ihrem persönlichen Beruf und wurden gewählt in der Magdeburger Gegend in I. Otters war das kaufmännisch gebildete Comptoir- und Rechnungspersonal leben 2 und in Salble 1 und einer desgleichen in Oswiß und das Personal der Ladengeschäfte getrennt nachgewiesen werden. bei Breslau. Die Protestkundgebungen der englischen Arbeiterschaft Die Sünden der Brüder. In Jlversgehofen bei Erfurt gegen den Krieg dauern erfreulicherweise fort. Sie beweisen, daß wurde der Genosse Verges als Vertreter der Socialdemokratie in bas organisierte Proletariat denn doch nicht gewillt ist, sich in den den Gemeinderat gewählt; am selben Tage wurde seinem Bruder Strudel des Imperialismus hineinreißen zu lassen, daß vielmehr in der königlich preußischen Gewehrfabrit in Erfurt die Arbeit auch in ihm die Idee der internationalen Solidarität der arbeitenden Schichten immer fester Wurzeln zu schlagen beginnt. gekündigt. Die ganze Familie paßt uns nicht, so fönnte man die Aufruf an die Arbeiter enthält aber auch sonst, wie sich die Maßregel in Variation eines aus Anlaß der lex Heinze bekannt Volkszeitung" durch ihren Londoner Korrespondenten berichten läßt, gewordenen Polizeiworts etwa begründen. interessante Dotumente zur Kennzeichnung des Feldzugs, Vom Kampf gegen Socialdemokraten. In Essen hatte sich welchen die völlige Einigung zwischen den im Ausstand Geden die Börse gegen Transvaal ins Werk gesezt hat. Genosse Düwell als Mitglied einer Baugenossenschaft aufnehmen wesenen und den Meiftern über die Lohnstreitigkeiten Nachdem in dem Aufruf betont worden ist, daß nach Lord laffen. Um von der Versicherungsanstalt Bautapitalien zu be noch nicht vollständig beendet ist, und dies ist in Rosmead, dem früheren Gouverneur des Kaplandes, mehr als die kommen, beantragte die Genossenschaft bei der Stadtverwaltung den meisten Betrieben der Fall, vermittelnd eingegriffen. Hälfte der Uitlanders, für die die Chamberlain und Konsorten eine lebernahme einiger Geschäftsanteile. Der Antrag wurde aber abs In denjenigen Fällen, in denen die Subkommission fo rührende Sorge befundet, auf der Seite der Transvaal gelehnt. Die Genossenschaft erhielt die Aufforderung, ein Mitglieder Einigungen zwischen beiden Parteien nicht erreichen kann, tritt später Regierung standen, ja daß heute 8000 uitlanders gegen verzeichniß vorzulegen. Dies geschah. Nach kurzer Zeit die durch den Beschluß des Einigungsamts festgelegte 18 er KomEngland fechten, werden in höchst interessanter Weise die humanen tam das Verzeichnis zurüd mit der kleinen Aenderung miffion in Thätigkeit. Erfreulicherweise wird jedoch diese erweiterte Der neueste Zur Schlichtung der Streitigkeiten zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Tischlereigewerbe ist eine Subfommission gewählt worden, welche aus zwei Meistern und zwei Gesellen besteht. Die Kommission hat in denjenigen Betrieben, in Kommission nicht so viel Arbeit vorfinden. Bisher sind es nur sechs| zahl, fie betrug 67 000. Sierauf trat ein Rückschlag ein, von dem Betriebe, in denen es nicht möglich war, eine völlige Einigung die Gegner zur Zeit des Essener Meineidsprozesses sogar glaubten, zwischen beiden Parteien herbeizuführen. Der Streit selbst ist jedoch daß er die Organisation vernichtet habe. Ueber den später wieder als vollständig beendet zu betrachten, da auch die Lofalorganisierten einfegenden Aufschwung der Organisation geben folgende Zahlen die Arbeit wieder aufgenommen haben und nur in einzelnen Werk- Ausschluß: stätten, in denen das nötige Material noch nicht vorhanden ist, stockt die Arbeit. Abrechnungs periode 1894/95( 10/2 Mon.) 1895/96( 111/2 1896/97( 91/2 1897/98( 12 1898/99( 11 1899/00( 10 Gesamts Einnahmen 11 796 M. 14 149 Auflage der Zeitung 5 400 " " 20 989. " " 7 000 C16 500 48847 21 000 " " 72 194 90 123 Ausland. " " 28 000 34 500 worden seien. Eine Nachricht, die an Unbestimmtheit und Unzuverläßigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Auch hinter die Nachrichten von mehr oder minder erheblichen Waffenerfolgen der nach dem Schauplatz der Katastrophe abgesandten englischen Truppenabteilungen wird man einstweilen ein kleines Fragezeichen seyen müssen, zumal Lord Roberts von feinem neuen Busammenstoß etwas zu berichten weiß. Die diesbezüglichen Meldungen des Wolfffchen TelegraphenBureaus lauten: eingelaufen. im Norden von Bloemfontein → Mit den Verhandlungen vor dem Einigungsamt beschäftigte sich am Dienstagabend eine Versammlung der Tapezierermeister. Den Bericht erstatteten die Herren Brandt London, 3. April. Die Abendblätter beröffentlichen eine und Feder. Der von den Gehilfen geforderte Minimallohn wurde Depesche aus Bloemfontein von vorgestern, wonach die 19. engals Unsinn" bezeichnet; desgleichen die Maifeier, die gar nicht lische Brigade einen Eilmarsch machte, den Schauplatz des vor das Einigungsamt gehöre und der freien Vereinbarung überlassen Hinterhalts erreichte und den Feind in ein Gefecht verwickelte, bleiben müsse. Leider habe man die Forderungen der Gehilfen unter den Die Agitation ist in allen Revieren Deutschlands lebhaft betrieben welcher sich eiligst zurüdzog. Ein starkes Boerenkommando, welches gegenwärtigen Verhältnissen anerkennen müssen, um auch gegen die worden, soweit Agitatoren vorhanden waren. Es fanden in den aus Ladybrand in der Richtung auf die Wasserwerke marschierte, Schwindelfonkurrenz auftreten zu können. Nachdem Kahlen noch letzten zehn Monaten 423 öffentliche Versammlungen statt, davon wurde von der Kavallerie des Generals French nahezu decimirt. In das Verhalten der Gehilfen bemängelt, erklärte die Versammlung allein im Ruhrrevier 194. Auch die Gegner sind nicht müßig gewesen Bloemfontein hegt man keinen Zweifel, daß die erbeuteten Kanonen ihr Einverständnis mit den getroffenen Vereinbarungen. Die Neuner und besonders in den Revieren Elsaß Lothringen und Wurm- und Wagen zurückgewonnen werden. tommission bleibt vorläufig bestehen. revier haben sie den Versuch unternommen, dem Verband Mit- Bushmanskop, 2. April.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Das Antistreifgesetz des Kanton Genf findet in den Neuesten glieder abzutreiben. Die Geistlichkeit hat sich nicht gescheut, von der Die Boeren halten die Wasserwerke noch besetzt. Die englische Nachrichten" lobende Erwähnung. Nicht in allen Teilen, und schließ- Kanzel herab besonders die Frauen zu beeinflussen. In Elsaß- Artillerie beschoß gestern nachmittag diese Stellung. Als der Feind lich will man seine Uebertragung auch nicht auf deutsche Verhältnisse, Lothringen ist ihr das am besten gelungen. Am schnellsten hat sich das Fener erwiderte, feste fich das Yorkshire Regiment in aber man verlangt nach einer Bestimmung, die allerdings für die neben dem Ruhrrevier das oberbayrische Revier entwickelt, hier sind Marsch, um die englische Artillerie, die numehr von dem Gros aus Arbeiter die übelste ist und in Deutschland noch unangenehmer fast 3/4 aller Bergleute dem Verbande beigetreten. vorrückte, zu decken. Es heißt, fleine Abteilungen von Boeren werden könnte. Das ist die Bestimmung im Gesez, daß Aus der Bergarbeiter- Bewegung. Aus Bochum wird marschieren nach Süden und Osten. während der Tarifdauer jede Beteiligung am Streit be- uns geschrieben: Wie verlautet, werden die in den Belegschafts- London, 3. April. Generalfeldmarschall Lord Roberts teled. straft wird und der Zwang zu solchen Tarifvereinbarungen verfammlungen gewählten Delegierten, welche die aufgestellten Forde- graphiert aus Bloemfontein unter dem 2. b. M. abends: Obwohl eintreten kann. Das Unternehmer Organ findet natürlich noch ein rungen den Werksdirektoren unterbreiten müssen, von denselben ohne feit meiner letzten Depesche kein neuer Zusammenstoß stattgefunden Haar in solchen Vereinbarungen, weil die Arbeiter als gleich Ausnahme anständig empfangen und auf Erfüllung der Wünsche hat, sind unsre Truppen doch beständig in Fühlung mit dem Feinde berechtigte Faktoren herangezogen werden. Würde man die Polizei unter Hinweis auf die Entscheidung der Grubenvorstände, die darüber geblieben. oder die Unternehmer mit der Abfassung solcher Tarife betrauen und erst Beschluß fajien wollen, vertröstet. Die Grubenbarone vermeiden Dagegen find Mitteilungen von der Boerenfeite über den dann die Arbeiter durch hohe Strafen zwingen, solche Tarife inne- jede scharfe Kollision mit ihren Arbeitern, die sie jetzt so notwendig Kampf zuhalten, wir sind sicher, daß Organ der Großindustriellen würde branchen; und frivol einen Streit hervorzurufen liegt ebensowenig diese Socialreform im Polizeistil freudig begrüßen. So ungefähr im Interesse der Bergleute wie der Verbandsleitung. müßte die Anivendung auf deutsche Berhältnisse aussehen, wenn sie Im Wurmrevier passierte Herrn Brust, dem Führer der christ- Dem„ Reuterschen Bureau" wird nämlich aus dem Boerenlaget das Wohlwollen der für Unterdrückung der Arbeiter schwärmenden lichen Arbeiter, am Sonntag, den 25. März, das Unglück, daß er bei Smaldeel unter dem 30. März, gemeldet: Ein heißer Kampf hat Scharfmacher erwerben wollten. eine geplante Versammlung in Herzogenrath nicht abhalten fonnte, avischen Brandfort und Bloemfontein stattgefunden. Die Kommandos Wir wollen aber weiter zu den Faseleien der„ Neuesten weil der Wirt sein Lokal zurüdzog. Brust mußte mit seinen Ge- von Ermelo und Wakkerstroom griffen die Engländer, die etwa Nachrichten" bemerken, daß es gerade die Arbeiter sind, die vielfach treuen über die holländische Grenze gehen, um wegen der Einführung 7000 Mann zählten, an und schlugen sie zurück, ihnen schwere zu Tarifverträgen die Unternehmer gedrängt haben. Bon seiten der seiner Organisation das Nähere zu besprechen. Er klagt nun, es Verluste beibringend. Wie Verwundete, die hier in Smaldeel einArbeiter ist uns bisher kein Fall bekannt, wo Tarifvereinbarungen ginge ihm im Wurmrevier schlechter wie den Agitatoren des alten" getroffen find, erzählen, tobte der Kampf auf der ganzen Linie. durchbrochen wurden, das Gegenteil ist von den Unternehmern zu Verbands, die an mehreren Orten Versammlungen abhalten könnten. Die Engländer gingen wiederholt vor, wurden aber zurückgeworfen. berichten, und da könnten die Strafbestimmungen unter Umständen Die Boeren gewannen an Terrain, das Endergebnis des Kampfes das Gegenteil bewirken, was die Neuesten Nachrichten" als ist jedoch nicht bekannt. Die Boeren verloren an Toten und Veraußerordentlich begehrenswert herbeisehnen. Auch Der Streit der Brüsseler Scher ist noch nicht beendet. Die wundeten 9 Mann. In späteren Meldungen aus Brandfort heißt den Ber- Unternehmer versuchen die Arbeiter zu entzweien, indem sie eiligit es: 2000 Boeren griffen 3000 Engländer mit Erfolg an; als zu handlungen vor dem Gewerbegericht haben fich bisher meist die Unternehmer entzogen; einen Verband freier Arbeiter" gegründet haben. Die Mitglieder den letzteren aber 13 000 Mann Verstärkungen stießen, wurden die so hat es während des dieser Bereinigung sollen Arbeitslosen- Unterstügung, Kranten- Unter- Boeren genötigt, sich zurückzuziehen, sie hatten nur geringe Berluste. Tischlerstreits in Berlin einige Mühe gekostet, die Herren Unterfügung usw. erhalten und alles wollen die Unternehmer bezahlen. nehmer zu Verhandlungen vor das Gewerbegericht zu citieren, in Die Arbeiter halten aber fest an ihrem alten Verband und lassen des Feindes soll Zur Beschleunigung des Feldzugs und besseren Umflammerung vielen andren Fällen ist das gleiche geschehen. Uebrigens steht uns sich durch diese Versprechungen nicht töbern. Die Zeitungsfeßereien ein Durchzug englischer Truppen durch portugiesisches Gebiet auch in Deutschland die Einführung des Verhandlungszwangs vor haben fast ausnahmslos bewilligt, nur in den Accidenzjezzereien ernstlich geplant sein. dem Gewerbegericht bevor, im Reichstag ist bereits ein Antrag zum sträubt man sich dagegen. Das„ Reutersche Bureau" erfährt, über Gesetz betreffend die Gewerbegerichte in der Kommission ausden genauen Weg, den die nach Rhodesien bestimmte Truppe unter gearbeitet, der einen dahingehenden Vorschlag enthält. Wir nähern Franzöfifche Streits im Februar. Das Arbeitsamt ber- Oberst Carrington einschlagen solle, sei noch keine endgültige Beuns hier dem schweizerischen Gesetz, ob die Blätter vom Schlage der zeichnete im Februar 87 Streits mit 16 918 Teilnehmern( für 81 Fälle) Stimmung getroffen. Für den Fall aber, daß die BechuanaNeuesten Nachrichten" daran Gefallen finden, ist eine andre Frage. gegenüber 65 Streits mit mehr als 20 000 Teilnehmern im Januar Landeisenbahn noch nicht wieder für den Verkehr offen sein laufenden Jahres und gegenüber 29 Streits im Februar 1899. sollte, ist aller Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Mörtelwerke ist gestern morgen durch Vermittlung des Central- fünf Jahren betrug 26. Die Arbeitseinstellung der Kutscher der vereinigten Die durchschnittliche Zahl der Februar- Streits in den legten Truppe von Beira aus auf der Bahnlinie Beira- Umtali- Salisbury Von den 87 Konflikten haben 14 sich dorthin geschafft wird. Das„ Reutersche Bureau" bemerkt dazu, verbandes der Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter zur Zu- auf mehr als einen Betrieb erstreckt. Die Streits galten der mit Portugal bestehende Vertrag gestatte, daß friedenheit beider Teile beendigt worden, nachdem die Betriebsleitung wieder in der Mehrzahl Lohnerhöhungs. Forderungen. Es gab die Truppe Carringtons von Beira aus nach Rhodesien transportiert von einer Maßregelung der Vertrauensmänner Abstand genommen 54 Lohnangriffs- Streits gegen bloß 4 Lohnabwehr- Streits. In weiteren werden könne. Richtsdestoweniger würde Portugal gegenüber hatte. Das Abkommen ist schriftlich getroffen und hat folgenden 5 Fällen handelte es sich um einen Streit um die Anwendung des Transvaal zweifellos eine schwere Verlegung der NeuHiermit geben wir die schriftliche Erklärung ab, daß wir Lohntarifs. Die Verkürzung der Arbeitszeit wurde zweimal, die tralität begehen, wenn es den englischen Truppen den Durchzug unfren sämtlichen Kutschern ohne Ausnahme 25 M. Lohn gewähren Berlängerung der Arbeitszeit einmal gefordert( letzteres von durch Beira gestattete. Die Sterblichkeit unter den gefangenen Boeren ohne Abzug, und zwar für die Zeit vom 1. April 1900 bis zum Departements). Sonstige Ursachen, die teils zugleich mit Lohn- nimmt in besorgniserregender Weise zu. Die Zahl der in Simonstown 1. April 1901. Wir geben zugleich die Versicherung, daß bis zum forderungen und andren Forderungen einen Streit hervorriefen: und Greenpoint erkrankten Boeren ist folgende: 20 find gefährlich legtgenannten Datum kein Lohnabzug stattfinden soll. sechzehnmal Aenderung der Arbeits- oder Werkstätten Ordnung. frant, 40 ernstlich, bei 60 nehmen die Erkrankungen an Fieber und Vereinigte Berliner Mörtelwerke." siebenmal Abschaffung des Lohnabzugs für die Versicherungsprämie, Masern ihren gewöhnlichen Verlauf. fünfmal Abschaffung oder Einschränkung der Bußen und andrer Lohnabzüge, elfmal Forderung der Entlassung von Arbeitern, Aufsehern oder Das Korrespondenzblatt der Generalkommission der Ge- Direktoren, zehnmal Forderung der Wiedereinstellung von gemaß werkschaften Deutschlands" erscheint in seiner ersten bedeutend um- regelten Arbeitern, einmal Abschaffung der Zwischenmeister und fangreicheren Nummer, wie es nach den Beschlüssen des legten einmal Abschaffung des Stücklohns. Die größte Zahl der Streiks, Gewerkschaftskongresses geplant war. Wie schon die vorliegende 32, entfällt auf die Textilindustrie, dann folgt das Dachdeckergewerbe Rummer zeigt, werden mit dem zur Verfügung stehenden größeren mit 13, die Metallindustrie mit 8, die Bergwerke und Steinbrüche Raum und der Anstellung eines besonderen Redakteurs die Aufgaben mit 6, die Erdgräber mit 4, die Nahrungsmittel- Industrie mit 3 u. a. m. des Blattes erweitert. Der gebotene Inhalt ist vielgestaltiger und Ausgang von 73 im Februar und 3 vorher begonnenen Streits: wird sich das Blatt selbst zu einer guten Revue der gewerkschaftlichen 17 Erfolge, 32 Ausgleiche und 27 Mißerfolge. Fragen und Kämpfe entivickeln können. Ueber seine neuen Aufgaben heißt es in einem einführenden Artikel des Vorsitzenden der Generaltommission, des Genossen Legien: Wortlaut: Vorher betrug der Lohn 21 M. pro Woche. Deutsches Reich. 20 Steinbrucharbeitern int einem fleinen Ort des Drôme " Derlammlungen. Ob die Verpflegung der Gefangenen die Schuld an der Epidemie trägt oder ob dieselben die Infektionskeime bereits mitbrachten, läßt sich einstweilen nicht beurteilen. An Details über den Ueberfall an den Wasserwerken weiß das Neutersche Bureau folgendes mitzuteilen: Lehte Nachrichten und Depelthen. Die Schlucht bei den Wasserwerken wurde von den Boeren bis Sonntagmorgen gehalten, worauf sie sich zurückzogen. Der Feind hält die Wasseranlagen und die Hügelreihe dahinter noch besetzt. Frenchs Kavallerie- Division fand, als sie auf der von den Boeren verlassenen Kampfstätte eintraf, eine der entsetzlichsten Scenen, die je ein Mensch gesehen. Pferde und Menschen lagen mit wild verzerrten Gliedern umher, die einen jähen Tod verrieten. Wagentrümmer sowie umhergeschleuderter Broviant und Fourage gaben Das Korrespondenzblatt" wird nach wie vor in der Hauptsache Die Abbruchsarbeiter Berlins find in eine Lohnbewegung Stunde von der gräßlichen Scene. Man kann sich keine genialere wohl Informationsorgan bleiben, doch als solches sich nicht mehr in eingetreten. Sie haben sich am 1. April dem Verband der Bau- Falle denken als die dem Convoy gestellte. Der Feind konnte ein dem engen Rahmen halten, wie bisher. Es wird nicht nur zu arbeiter( centrale Richtung) angeschlossen und eine besondere Zahl- mörderisches Feuer von drei Seiten und eine doppelte Schüßenlinie allen aktuellen Gewerkschaftsfragen Stellung zu nehmen haben, stelle errichtet. Als Vorsitzenden wählten sie Haupt, Heidenfeldstr. 9. von der Front gegen die Engländer wirken lassen. Als die erste Batterie sondern auch den abweichenden Meinungen Raum geben, damit durch Eingetreten find 113 Abbruchsarbeiter. Die Versammlungen finden auftauchte, wollten die Boeren die Schlächterei gern einstellen und forderten uneingeschränkte Diskussion eine Klärung der Meinungen über streitige an jedem ersten Sonntag nach dem Ersten eines jeden die ganze Kolonne zur Uebergabe auf, doch eine englische Batterie Fragen in der Gewerkschaftsbewegung zum Vorteil der Gesamtheit Monats statt. Somit findet die nächste Versammlung am 8. April entfam im Rücken des Convoy und eröffnete ein schweres Fener auf herbeigeführt wird. um 11 Uhr im Englischen Garten", Alexanderstr. 27ç, statt. die Boeren, welches fünf Boeren tötete und neun verwundete. Um Die heute nicht mehr machtlosen, in den Grundfragen völlig Die Kellner und Köche hielten am Dienstag bei Dräsel, Neue ein Uhr begannen die Boeren die eroberten Wagen und Geschütze einigen Gewerkschaften als Stützpunkt, wird nunmehr das Kor- Friedrichstraße, eine öffentliche Versammlung ab, in der über den fortzufchaffen. Sie gestatteten den Engländern, ihre Toten und Verrespondenzblatt" einen erheblichen Teil dazu beitragen, daß die Verlauf und die Beschlüsse des allgemeinen Fachtongresses berichtet wundeten zu bergen. Die Schlucht wurde von den Boeren die ganze erfreulichen Fortschritte, welche die Gewerkschaftsbewegung in den wurde. Nach einer kurzen Diskussion gelangte folgende Resolution Nacht befest gehalten. Der Kampf beim Wasserreservoir dauerte Letzten Jahren gemacht hat, nicht nur anhalten, sondern sich noch einstimmig zur Annahme:" Die Versammlung erklärt sich mit den beim Absenden der Depesche am Sonntag noch fort. steigern. Im Stampf gegen Not und Elend, Lüge und Heuchelei, Beschlüssen des ersten Fachkongresses und den Verhalten der Dele Unterdrückung und Vergewaltigung wird das Organ der Gewerf gierten völlig einverstanden und verspricht im Sinne der Beschlüsse schaften Deutschlands- denn das ist das„ Korrespondenzblatt" und zu wirken. Die Versammlung erklärt ferner die vom Stongres besoll es bleiben- fiets feinen Platz ausfüllen, schlossene Fachkommission in ihrer Thätigkeit durch Uebermittelung Paris, 3. April.( W. T. B.) Joseph Bertrand, der Die Former der Maschinenfabrik Frieside in Neu- Ruppin von Material und finanziellen Mitteln thatkräftig zu unterstützen." befinden sich wegen Maßregelung eines Arbeiters im Ausstand. Die Abrechnung, die der Kongreß- Ausschuß erstattete, ergab ständige Sefretär der„ Académie des sciences" und Mitglied der Die Handwerkskammer zu Köln wurde am 2. April mit einer eine Einnahme von 2339,24 M., eine Ausgabe von 2116,31 m.," Académie Française" ist gestorben. Brüssel, 3. April.( W. T. B.) Mit Bezug auf die VeröffentAnsprache des Regierungsrats Dietrich eröffnet. In der Ansprache so daß ein Bestand von 222,93 m. verbleibt. Nachdem dem Kongreßdes Regierungsvertreters war unter Darlegung der den Handels- Ausschuß die Decharge erteilt, wurde eine Sommission der Gastwirts- lichung des Petit Bleu" über den Aufstand der Bundjaneger, fammern zugewiesenen Aufgaben betont, daß die Kammer sich von gehilfen Deutschlands gewählt, in der die Kellner, Köche und Hotel- welcher durch Gewaltthätigkeiten veranlaßt sein soll, die durch parteipolitischen und konfessionellen Streitfragen fernhalten möge biener vertreten find. Diese Kommission hat nach den Be Beamte der Antwerpener Plantagen- Gesellschaft begangen wurden, der Unabhängige Kongostaat mit, daß mit dem und nicht einseitigen Sonderbestrebungen folge, die unnötige Anschlüssen des Kongresses als Hauptaufgaben: Die Weiterarbeit teilt griffe auf andre Erwerbsstände enthalten. Dem Vertreter der auf socialem Gebiet zu fördern, Erhebungen über die Lohn- und gestern eingetroffenen Dampfer Philippeville" ein Bericht des Meister schien wohl diese Aufgabe nicht gerade als dringend not- Arbeitsverhältnisse anzustellen, sowie überhaupt die allgemeinen General- Gouverneurs vom Kongo eingegangen sei. Nach demselben wendig, denn Herr Euler antwortete mit einigen bekannten Interessen der Berufsangehörigen der Oeffentlichkeit, den Behörden, habe der Führer des Bostens, welchen der Kongostaat bei den Bundjas Innungstiraden und bemerkte dann zum Schluß, daß er in der den gesetzgebenden Körperschaften gegenüber zu vertreten und die unterhält, am 16. Januar bei dem Befehlshaber des Lagers von Kammer auch ein Mittel sehe, gegen die Umsturbestrebungen Die notwendigen Geldmittel sollen durch freiwillige Beiträge event. eines Lieutenants mit 200 Mann nach der von den Bundjas an Borbereitungen zu späteren allgemeinen Fachkongressen zu treffen. Umangi Hilfe verlangt. Letterer sei dann sofort in Begleitung zu fämpfen. wurde dent sehr eifrigen Herrn fofort von Herrn Fuchs( Köln), einem Vertreter einem Vertreter des Ge- durch Zuschüsse der Fachbereine aufgebracht werden. In andern gegriffenen Fattorei Yambata weitermarschiert. Dort seien die Ver fellenausschusses, entgegnet, daß sich die Gefellen nicht viel Städten sollen Unterfommissionen zur gemeinsamen Vertretung der Stärkungen am 27. abends gerade in dem Augenblide eingetroffent, als die Garnison einen scharfen Angriff der Bundjas zurückschlug, von der Handwerkskammer versprächen. Aus der Thätigkeit der Berufsintereffen gebildet werden. selben werde seines Erachtens für die Gesellen wenig herauskommen. Lankwik. Am 30. März fand im Löwendorf'schen Lokal bier benen fie nicht lange mehr hätte widerstand leisten können. Dem Unter den letteren sei vielfach die Meinung verbreitet, daß die eine Arbeiterversammlung statt, welche sich mit der Gründung einer Bericht des General- Gouverneurs zufolge soll der Aufstand, obwohl Meister ihre Lage verbessern wollten auf Kosten der Arbeiter. Die eignen politischen Organisation am Ort beschäftigte. Nach einem mit es sich um den als besonders wild bekannten Stamm der Bundjas Schlußbemerkungen des Herrn Euler hätten seines Erachtens einen Beifall aufgenommenen Vortrag des Genoffen Schütte über handelt, nicht als sehr ernst anzusehen sein, jedoch hat der Generalgewissen arbeiterfeindlichen Hintergrund. Die Gesellen seien aber den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" legte der Vertrauens- Gouverneur sofort eine Untersuchung der Ursachen des Aufstands nicht gekommen, um Opposition zu machen, sie wollten vielmehr mann Borheimer den Anwesenden die Gründe bar, welche für einen eingeleitet, um etwaige Schuldige zur Strafe zu ziehen. mitarbeiten an den Aufgaben der Kammer, und sehen, was dabei eignen socialistischen Verein sprächen. Nach kurzer Diskussion erklärte Ostern wird der Papst den Präfekten der Vatikanischen Gebäude, fich die Bersammlung mit der Gründung einverstanden. Es haben Monsignor Della Volpe, die Monsignori Tripepi und Gemari sowie In der Sigung wurde der Schuhmachermeister Figge zum fofort 30 Parteigenossen ihren Beitritt zum Verein erklärt. den päpstlichen Nuntius in Wien, Monsignor Taliani, zu Kardinälen Vorsitzenden und unser Parteigenosse Fuchs zum Vorsitzenden des Gesellenausschusses gewählt. Madrid, 3. April,( W. Z. B.) Die Cortes wurden heute bis zum Mai vertagt. Das Kanonenboot„ Tweed" und das Torpedo boot Nr. 38 haben Hongkong, 3. April.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Befehl erhalten, so bald als möglich Streifzüge auf dem Westflusse herauskomme. " Der Krieg. Der Geschäftsbericht des Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter- Verbands, welcher foeben erschienen ist, giebt die Zahl und Boeren zeichnen sich wieder einmal durch ihre Untlarheit und Die Nachrichten über die letzten Kämpfe zwischen den Engländern der Mitglieder Anfang dieses Jahres auf 33 170 an; feit März 1899 ist dies ein Gewinn von 7 500 Mitgliedern. Die Auflage der Ver: Lückenhaftigkeit aus. Die Nachricht, die„ Daily Chronicle" über die Zurückeroberung der fieben Geschütze, ernennen. zu machen. " bandszeitung ist auf 34 500 gestiegen. An Beiträgen wurden gezahlt 1898/99( 11 Mon.) 42 819,47 M.; 1899/1900( 10 Mon.) 73 029,37 M. die von den Boeren bei dem Ueberfall erbeutet worden waren, ges Washington, 3. April.( B. S.) Dem Präfidenten nahestehende Die Steigerung beträgt also ca. 100 Broz., wovon 20 Broz. auf bracht hat, hat bis jetzt keine Bestätigung gefunden. Man weiß Kreise versichern, daß Mc Kinley entschlossen ist, behufs seiner die seit dem 1. Juli 1899 eingetretene Erhöhung der Beiträge lediglich zu berichten, daß man in Bloemfontein feinen Zweifel Biederwahl den Boerenfreunden entgegenzukommen und seine tommen. Im Jahre 1891 hatte der Verband seine höchste Mitglieders hege", daß die verlorenen Kanonen und Wagen wieder zurüderobert englandfreundliche Politit gänzlich aufzugeben. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Badina in Berlin. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Dr. 79. 17. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Raubmord- Prozeß Gönczi. Die Angeklagte Frau Gönczi heißt mit Vornamen Anna und ist eine geborene Sattler. Sie ist am 20. Januar 1849 in Windorf, Landgerichtsbezirk Paffau, geboren, fatholischer Religion und unbestraft. Die Abreise. " " Mittwoch, 4. April 1900. Ant= Der Sonntag nach der Mordthat. gehörte nicht dazu. Präs.: Mit wem haben Sie den Vertrag Auf weiteres Befragen des Vorsitzenden äußert sich die Angeklagte abgeschlossen? Angefl.: Mit Löwy zusammen. Präs.: dahin: Am nächsten Tage, dem Sonntag, sei ihr Mann auch sehr Merkwürdig, niemand hat ihn je geschen. Angefl.: Meine Frau Die Verhandlung des sensationellen Mordprozesses, dessen Vor- früh aufgestanden, aber erst um 8 1hr weggegangen. Gegen Mittag hat ihn gesehen. Präs. Warum ist der Name des Löwy denn nicht in den geschichte wir in unsrer Sonntagsnummer mitgeteilt haben, begann fei er wiedergekommen und habe den Geschäftsbesuch des Filzschuhgestern vormittag unter großem Andrang des Publikums im großen fabrikanten Schmolling empfangen. Nachmittags feien fie gemein- Kontrakt mit aufgenommen worden? Angell: Die alte Frau Schwurgerichtssaale. Der Gerichtstisch ist bedeckt mit kleineren und schaftlich mit der Rafalski nach der Friedrichstraße und dem Tier- Schulze wollte das nicht haben, sie hat mir gleich gesagt, es wäre größeren Pappschachteln, vor dem Tisch sieht man einen Teil des garten gegangen. Dort habe sie ihr Mann verlassen, weil, wie er mir lieb, daß ich für die Vermietung der Räume im Hause sorgte. Gönczischen a dentisches, ferner die in Sadleinwand eingefagte,' mal im Hause Königgrägerstr. 35 nachsehen wollte, weil die Der Angeklagte, der auf alle Fragen des Vorjizenden sehr schlaghüllten Kisten, in denen die Leichen der Frau Schulze und ihrer Frauen verreist seien und er dort die Verwaltung habe. Ihr Mann fertig und in östreichischem Jargon antwortet und alle seine Säße Stieftochter Klara vorgefunden worden sind, ein Stück Läuferstoff sei erst gegen 9 Uhr wieder zu ihnen gestoßen. Am Montag sei sie, mit Bitt' schön" beginnt, sagt des weiteren aus: Er habe mit u. dgl. Von den Angeklagten wird zunächst Fran Gönczi durch wie schon gesagt, mit nach dem Hause Königgräßerstraße gegangen und Fräulein Klara Schulze über die Mietung eines Ladens verhandelt, einen Schuhmann in den Saal geleitet. Sie ist eine ab- habe mit ihrem Manne die beiden Kisten, in denen sich Geschirr und da habe diese ihm zu verstehen gegeben, daß es ihr lieb wenn er mit einem gleichfalls anwesenden gemagerte, blasse Frau mit einem Stropfhals, deren Kopf der Frau Schulze befinden sollte, in den Keller geschafft. Sie sei sein würde, der früher Schuhwarenhändler gewesen und fast beständig durch nervöse Zudungen in Bewegung dann wieder nach Hause gegangen und ihr Mann jei mittags nach Herrn Löwh zusammengehen und und einen Laden ift. Sie ist offenbar in großer Erregung, so daß ihr wiederholt gekommen. Präs.: Hat Ihnen Ihr Mann am Sonntag schon jetzt Weinhändler sei, mieten würde. Präsident: Bis Hoffmannstropfen gereicht werden müssen. Der Angell. Gönczi Brauhaus- Obligationen gezeigt? Angell: Ja. Er sagte, er gemeinschaftlich den Löwh überhaupt nicht gekannt? betritt höchst unbefangen den Anklageraum; er ist ein schmächtiger habe sie von Frau Schulze erhalten. Präs: Haben Sie später dahin hatten Sie Mann mit wohlgepflegtem grauen Vollbart und Haupthaar. Er nicht noch andre Papiere bei ihm gesehen?- AngelL: Ja wohl, Angelt: Nein. Präs.: Welches Interesse hatte denn die unverehelichte Schulze daran, daß Sie mit dem Löwy zusammen erscheint in schwarzem Anzug mit Gehrock und blidt ohne ein Zeichen Mexikaner, doch hat er mir nicht gesagt, wo er diese her hatte. der Erregung im Saal umher. Den Vorsiz im Gerichtshof führt Präs. Hat er Ihnen nicht auch Ringe und eine Granatbrosche mit gehen sollten? ,, Herr Löwy." Landgerichtsdirektor Huth, die Anllage vertritt Staatsanwaltschafts- gebracht? Angefl.: Ja wohl. Er hat gesagt, er habe die rat Plaschte unter Assistenz eines Referendars, Gönezi wird vom Gegenstände von dem Schuhwarenhändler Schmidt erhalten. Einen Angell.: Fr. Stlara hatte ein geheimes LiebesRechtsanwalt Dr. Herbert Fränkel, Fran Gönczi durch Justizrat Ring habe ich dem Dienstmädchen Rafalsti geschenkt. Präs: verhältnis mit Herrn Löwy, welches die Mutter nicht Grabower vertreten. Als beim Aufruf der 60 Zeugen der Unter- Am Mittwoch ist dann Ihr Mann nicht zu Hause gewesen. Hat er leiden wollte, und sie wollte gern Gelegenheit haben, mit ihrem Liebsuchungsrichter Landgerichtsrat Herr den Saal betritt, macht ihm Ihnen nicht gesagt, als er nach Hause fam, daß er in Hannover gewesen haber in dem unter dem Laden gelegenen Stellerzimmer zusammen Gönczi eine Verbeugung. Als Sachverständige wohnen Sanitätsrat sei oder dergleichen? Angefl.: Nein, er sah sehr blaß aus und zu kommen. Präs. Die Klara Schulze war 561/2 Jahr alt, sie Dr. Mittenzweig, Arzt Dr. Schulz, Gerichischemifer Dr. Jeferich als ich ihn fragte, ob ihm etivas passiert fei, hat er nicht weiter ge- foll nervöses Gefichtszuden und Speichelfluß gehabt haben, und da und der Schreibsachverständige Sekretär Altrichter und Bau- antwortet. Präs.: Was ist am nächsten Tage passiert?. An= soll sie ein solches geheimes Liebesverhältnis gehabt haben? inspektor Schliepmann der Verhandlung bei. Da die letztere getlagte: Mein Mann sagte mir, wir müssen rasch abreisen. Auf gett.: Jawohl, es bestand schon, wie fie fagte, 7 oder 17 Jahre. Der Anmehrere Tage dauern wird, werden zwei Ersatzgeschivorene ausgeloft. meine Frage warum? antwortete er: weil die die beiden geflagte erzählt weiter äußerst weitschweifig und mit erstaunlicher ZungenLandgerichtspräsident Braun wohnt der Verhandlung bei. Frauen umgebracht haben. Präs.: Na fiel Ihnen denn fertigkeit, daß er sich schließlich dazu verstanden habe, mit Löwy zus diese Mitteilung gar nicht auf? Angel.: Aber ich dachte doch) sammen unter der Firma Löwy u. Co. ein gemeinschaftliches GeDer Angeklagte Gönczi, nichts Schlechtes von meinem Mann. Präs.: Dachten Sie denn, schäft zu eröffnen. Frl. Klara habe ihm gesagt, ihre Wutter sei sehr Schuhmacher und Schuhwarenhändler, giebt auf Befragen an, daß es solle nur eine kurze Reise sein, oder eine Reise auf Nimmer- mißtrauisch; er müsse daher sagen, daß er den Löwn schon lange er mit Vornamen Joseph heiße und am 2. Juni 1852 in Maros- wiedersehen? Angefl.: Ich weiß es selbst nicht. Bräf.: fenne. Er habe denn auch mit der alten Frau Schulze den Kontrakt Basarhely, zu deutsch Flug- Stadt, im Siebenbürgischen geboren fei. Welche Vorbereitungen trafen Sie denn zur Abreise?- Angell.: gemacht, die Einrichtung sollte Löwy auf seine stosten stellen. Die Ob seine Eltern noch leben, weiß er nicht. Sein Vater war Grund- Jch pacte nur einige Kleider zusammen und die ganze Sache alte Frau habe ihn dann aufgefordert, möglichst alle Tage zut fizer, er besaß zwei fleine Häuser im Werte von etwa 20 000 M. Er dauerte keine dreiviertel Stunden. Präs: Frau Gönczi, es fommen und sich ein wenig um das Vermieten der Wohnungen zu hat die deutsche und auch die ungrische Schule in Hermannstadt besucht, ist doch auffallend, daß Sie der Nafalski vorgeredet haben, daß bekümmern. Er habe alsdann den Schankwirt Hinz aufgesucht und und ist mit 15 Jahren in die Lehre gekommen. Mit 20 Jahren hatte Sie so schnell abreisen müßten, weil Ihre Schwester in Augsburg gesagt, daß er mit Löwy den Laden zusammen gemietet habe. Hinz er ausgelernt und trat in Carlsburg in das Regiment gestorben sei. Angel: Die Rafalsti fragte mich, ob etwa habe gesagt:" Jezt ist die alte Here geprellt, jetzt ist der Herr Lieb Brinz Ludwig von Bayern. Bis 1875 diente er daselbst, desertierte meine Schwester gestorben sei, und da habe ich es bejaht. haber glücklich im Hause drin!" Präs: Es ist nur merkwürdig, alsdann und ist im März 1881 wegen Desertion, Diebstahls, Bedaß von dem angeblichen Löwy teine Spur zu entdecken ist. trugs, Bergehens gegen die Sicherheit des Eigentums und Vergehens Angefl.: Gewiß cristiert er. Als ich die Bestellung zur Eingegen die öffentliche Sicherheit mit 4 Jahren schweren Kerkers be- Weiter ergiebt sich aus der Vernehmung der Angeklagten, die richtung bei dem Tapezierer Stiller machte, habe ich auch von straft worden. Dann kam er nach Wien. Er soll auch in Budapest faum verständlich, leise und mit einem bayrischen Accent spricht, daß meinem Compagnon Löwy gesprochen, und Fran Stiller dürfte den einmal wegen Betrugs zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden fie nach der Mitteilung ihres Mannes sich nach Brüssel wenden Löwy auch gesehen haben. Prás: Wie hieß denn Löwh mit sein, bestreitet dies aber. In Wien ist er 2 Jahre gewesen und 1892 wollten. Sie seien in Begleitung der Nafalsti mit zivei Droschten Vornamen? Angell.: Johann. Präi: Wo wohnte er nach Berlin gekommen. Im Jahr 1891 verheiratete er sich mit abgefahren. Ihr Mann hätte die Ordre nach dem Schlesischen denn? Angefl.: Auf einer Visitenkarte, die ich von ihm hatte, feiner Ehefrau, die ihm nach seiner Behauptung 1500 m. mit in die Bahnhofe gegeben, er ließ aber unterwegs die Droschken halten, stand: Brüffel, Boulevard Nr. 2. Präs. Diese Adresse stand Che gebracht hat. Hier in Berlin ist er 5 Jahre lang bei der Firma stieg aus und ging in ein Haus, angeblich, am sich von auch in einem Ihrer Notizbücher? Angefl.: Jawohl. Müller u. Schinsti als Wertmeister thätig gewesen, wurde dann in dort Geld zu holen. Als er wieder fam, beorderte er Präs. Sie waren doch mun in Brüssel, haben Sie ihn denn dort einem andern Schuhwarengeschäft Reisender und machte 1897 in der den Droschkenkutscher nach dem Friedrichstraßen- Bahnhof. Dort aufgesucht? AngelT.: Nein, ich hatte ja teine Veranlassung Mühlenstr. 4/5 ein Schuhwarengeschäft auf. warteten ite int Bartesaal zweiter stlaffe und bestiegen dazu.- Präs.: Das Merkwürdige ist mur, daß eine Bezeichnung dann einen Zug, an welchem Posen- Justerburg" stand. Präs: Brüssel, Boulevard 2" etwa ebenso ist, als wenn man sagen wollte Die Rafalski hat sich natürlich gewundert, daß Sie einen Zug in Berlin, Plazz Nr. 2." Die Hauptsache, die Bezeichnung des Plazes, fehlt. gerade entgegengefeßter Richtung bestiegen. Angell.: Das weiß Jm Hause Königgrägerstr. 35 hat auch kein Mensch irgend etwas von Im ich nicht mehr. Nach den weiteren Aussagen der Angeklagten find Löwy gesehen. Wenn einer dort wohnt und, nach Ihrer Behauptung, sie zunächst nach Frankfurt a. D. gefahren, haben dort die Nacht auf auch in dem Kellerzimmer schläft, so muß er doch auch Effen gehen Nach dem Anklagebeschluß werden beide Angeklagte beschuldigt, dem Bahnhof zugebracht und find Freitag in Brüssel eingetroffen. und man müßte doch auch sonst von seiner Existenz etwas wahrim Auguft 1897 gemeinschaftlich die im Hause Stöniggräßerstraße. 35 Dort haben sie sich bis Ende September aufgehalten und find weiter nehmen. Angefl.: Die Zeugen Hinz und Ackermann kennen ihn wohnende, im Jahre 1823 geborene Witwe Auguste Schulze, geb. Lutze nach Antwerpen und von dort per Schiff nach Brasilien gegangen. ganz genau und wenn sie es besireiten, dann verleugnen sie ihn. und deren im Jahre 1841 geborene Stieftochter Klara ermordet und Präs.: Hatte Ihr Mann auf der Reise oder in Brüffel einen Be- Präs: Sie haben nun auch noch in der Prenzlauer Allee ein Gegleichzeitig einen schweren Raub begangen zu haben. gleiter? Angefl.: Ich habe solchen nie gesehen. Präf.: Hat fchäftslotal gemietet und auffälligerweise Ihrer Frau gar nichts Der Vorsitzende befragt zunächst Fran Gönczi: Sie hören, hr Mann Wertpapiere oder Schmucksachen gehabt? Angel.: davon gefagt. was Ihnen zur Last gelegt wird. Was wissen Sie von dem Mord? Ich habe nur die Merikaner gesehen und außerdem eine Reihe Neue Weitschweifigkeiten. Sind Sie daran beteiligt?-Angefl.: Nein. Präs.: Also Ostern von Schmucksachen, die er, wie er sagte, in dem Schlafzimmer der Bei der Darstellung der weiteren Ereignisse bis zum Mordtage 1897 gründete Ihr Mann das Geschäft in der Mühlenstraße. Wer Frau Schulze aus einem Stästchen genommen hatte. Präsmacht der Angeklagte viele Angaben, die mit feinen früheren Bekuit war sonst bei Ihnen thätig? Angell: Die Frau Grawalski Wann wollen Sie denn überhaupt zuerst von dem Mord erfahren Dungen und auch mit denen seiner Frau vielfach im Widerspruch stehen beschäftigte sich teils im Haushalt, teils als Verkäuferin im Laden. haben? Angefl.: Erst in Brüssel, als wir in einem Café faßen, oder ganz etwas Neues enthalten. Sein Erzählertalent ist so groß, daß Präf. Hatten Sie Ihre Wohnung in demselben Hause? hat mein Mann aus der Zeitung den Mord vorgelesen. Bräffelbst seine Frau davon überrascht ist, so daß diefe wieder mit dem Angel I.: Nein, in der Mühlenstr. 4/5, 2 Treppen. Präf.: Vermuteten Sie denn da nicht, daß Ihr Mann der Mörder sei? Ausdruck des Erstaunens zu ihm hinblickt. Sein Redestrom ist so Wie ging das Geschäft? AngelI.: Nicht besonders.- Präs. Angefl.: Er hat's mir nie zugestanden; er sagte bloß, der Gast gewaltig, daß der Vorsitzende wiederholt ihn energisch in seine Womit beschäftigte sich Ihr Ehemann?.- AngelL: Er ging den wirt Schulz werde schon wissen, wer es gemacht hat. Bräf: Grenzen zurüdweisen muß. Bräf Grenzen zurückweisen muß. So erzählt er: Am Sonnabend vor ganzen Tag auf Kundschaft, des Morgens gegen 8 Uhr ging er fort, Meinte er damit etwa den Herrn Hinh? Angel: Das weiß dem Morgen sei er schon um 8 Uhr morgens in der Königgrägerfam mittags nach Hause, ging nach Tisch wieder fort und kehrte ich nicht. Bräf: Hat Ihr Mann Ihnen nicht auch gesagt, daß straße gewesen. Präs: Hat Ihr Mann Ihnen nicht auch gejagt, daß straße gewesen. Er habe die alte Frau Schulze fragen wollen, ob abends gegen 6 Uhr zurück. Präf.: Wann erfuhren Sie, daß er am Geldschrank der Frau Schulze war, daß die Thür zugefallen sie schon etwas vermietet habe. Er habe dann für die alte Frau Ihr Mann auch im Hause Königgrägerstr. 35 einen Laden fei und er sie nicht aufbrechen wollte? Angell.: Ja. einen Gang nach der Gasanstalt gemacht. Als er zurüdgekommen, Angell.: Erst wenige Tage bevor Präs.: Sie hatten ein Beil zu Hause, welches Ihnen plöglich ver- fei er zum Schankwirt Hinz hineingegangen und von diefem den Aufer mir den Laden zeigte. Präs. Es ist aber doch schwunden war. Angell. Mein Mann sagte damals, er habe trag bekommen, der alten Schulze vorzustellen, daß sie bei Hinz neue auffallend, daß Ihr Mann Ihnen dies nicht früher es mitgenommen, um im Hause Königgrägerstraße 35 Bilder an- Tapeten anmachen lassen müsse. Da habe die alte Frau ihm mitteilte. Angell: Mein Mann pflegte seine geschäftlichen zuschlagen. Präs.: Am Tage Ihrer Abreise haben Sie erwidert: Ich bin eine bekannte Frau, ich bin eine böse und geizige Angelegenheiten wenig mit mir zu besprechen. Bräf.: Kannten ein Telegramm aus Hannover erhalten, Inhalts dessen Frau Schulte Frau, aber wenn dieser Mörder auszieht, dann gebe ich ihm noch Sie die Bermögensverhältnisse Ihres Manns? Angel L.: Auch meldete, sie sei mit ihrer Tochter auf dem Wege nach Paris und Geld dazu. Er habe darauf gefragt, warum sie denn so böse sei nur oberflächlich. Präs.: Bußten Sie, daß er den Möbelhändler laffe die Hausbewohner grüßen. Die Angeklagte bestätigt dies. Ihr und sie habe geantwortet: Meine Tochter hat ein Liebesverhältnis, Stiller häufig anborgte, weil er sich in Geldverlegenheit befand? Mann habe ihr gesagt, es werde ein Telegramm eintreffen. von dem ich nichts wissen wollte, aber Hinz hat das Liebesverhältnis Angell.: Nein. Präs.: Wann sagte Ihnen Ihr Mann, daß Präs. Ist Ihnen nicht bekannt gewesen, daß Ihr Mann mit der dadurch unterſtüßt, daß er sein eignes Zimmer den beiden zur Verer den zweiten Laden mieten wollte, oder vielmehr schon gemietet Rafalsti ein intimes Verhältnis hatte? Angefl.: Davon habe fügung gestellt. Präs. Das ist doch kein Grund, um jentand hatte? Angefl: Am Montag bevor wir abreisten. Bräf.: ich erst aus der Untersuchung etivas erfahren. Hätte ich es gewußt, Mörder" zu nennen. Angett: Er soll die Alte aber bedroht Gingen Sie an diesem Morgen nicht zusammen nach der Königgräger- dann hätte ich die Person nicht im Hause behalten. haben, daß er sie totschlagen würde. Präs.: Haben Sie denn straße, weil Ihr Mann Ihnen den Laden zeigen wollte?- Angefl.: dy Der Verteidiger Dr. Fränkel nun dem Hinz gesagt, was Frau Schulze über ihn geäußert? Jawohl. das in Ihrer Erinnerung haften blieb?- Angell.: Ja. Als wir stiften, die Sie nach Ihrer Angabe am Morgen des 16. August mit Hand! Das Bergnügen mache ich der alten here nicht, erst ärgere id tool. raf.: Bafierte an dem Morgen nicht irgend etwas, richtet noch einige Fragen an die Angeklagte: Wie groß waren die Angel: Ja wohl! Sing hat gesagt:„ Ausziehen? Nicht in die die Jalousie unires Ladens aufziehen wollten, fanden wir das Ihrem Manne gemeinsam nach dem Keller geschafft haben? Kleine Gehäuse, in dem sich die Aufziehvorrichtung befand, mit Be Angell: lleber einen Meter lang und beinahe von Tischböhe einander." Der Angeklagte behauptet ferner, daß er die Schliffel zu der verschmiert, so daß wir den Schlüssel nicht anbringen fonnten. Braf.: Dann gingen Sie also zusammen nach der Königgräger: wir haben sie schieben müssen. Bert.: Waren die Kisten schiver? habe, weil er verAngel.: O ja, ziemlich schiedene Male recht lange an ihre Thür habe pochen müssen, ohne straße. Hatte Ihr Mann den Schlüssel zum Laden? Vert.: Hat in dem Hinterzimmer Eintritt zu erlangen. Die beiden Kisten, die er in den Keller geAngefl.: Jawohl. Präs. Befand sich neben dem Laden noch ein andrer nicht ein Bett gestanden? Angell: Ja eine Bettstelle mit Raum? Angett: Ja, ein Hinterzimmer. Präs.: Weiter Matrage und Keillissen. Vert: Ist es Ihnen bekannt, daß Ihr schafft habe, seien Kisten mit Wein gewesen, die für Löwh angefommen gewesen seien. Ebenso seien andre Kisten mit Wein waren feine Räume vorhanden? Angell: Ja, von der Hinter- Angel I.: Nein, davon weiß ich nichts. Mann auch von einer Frau Bär einen Laden mieten wollte? stube führte eine Treppe direkt nach dem Keller. Vert.: Wann sind Sie mehrere Male für Löwh angekommen. Soweit aus den mit Bräs.: War das Hinterzimmer völlig leer? Angetl.: Nein, es standen am Morgen des 16. Auguft von der Königgrägerstraße nach rafender Schnelligkeit gegebenen Darstellungen des Angeklagten zu Hause gekommen?- Angell.: Es tann gegen 8 Uhr gewesen verstehen iſt, fucht er alle ihn etwa belastenden Momente an den fein. Bert.: Wie lange tönnen Sie sich demnach in der König- Tagen vor und nach dem Morde mit größter Verschmigtheit als durchaus harmlose hinzustellen. darin. Bräf.: Wem gehörten die? Angell.: Mein Mann grägerstraße aufgehalten haben?- Angetl.: Vielleicht eine gute sagte, sie gehörten der Frau Schulze, die ihm die Kiften zur heftigen gewaltthätigen Menschen? halbe Stunde. Bert.: Kennen Sie ihren Ehemann als einen Der Mord nach Gönczis Darstellung. Aufbewahrung gegeben habe. Bräf: Sagte er Ihnen, was in hat er nie etwas gethan. Bras.: Wissen Sie, daß Ihr Mann geraume Zeit aus und fördert die abenteuerlichsten Geschichten heftigen gewaltthätigen Menschen? AngetI.: Nein, mir Die Vernehmung des Angeklagten Gönczi dehnt sich noch eine den Kisten sei? Angell: Ja, in der einen sei Bettzeug, in der am 8. Auguſt auch einen Laden in der Prenzlauer Allee mieten feitens des Angeklagten zu Tage, wobei der Vorsitzende inumer wieder andren Kochgeschirr.-Präs: Bar Ihnen dies nicht verdächtig? wollte? Angell: Nein, ich habe mir nichts dabei gedacht, mein Mann Kennen Sie einen gewissen Löwy?- Angell.: Nein, mein Mann Kopf gestellt werden. Er bestreitet u. a., daß er an einem der Angell.: Nein, das ist mir nicht bekannt. Präf.: feststellt, daß frühere Behauptungen desselben geradezu auf den fagte, die Frau sei leidend und könne die Sachen vorläufig nicht hat mir nur erzählt, daß ein Herr Löwh mit dem Fräulein Schulze fritischen Tage einmal nach Hannover gefahren fei, erklärt manches gebrauchen. Präs. Sie sollen mun am Sonnabend, bevor Sie abreiften, das Haus schon auffallend früh verlassen haben? Angell. Gönczi: Herr Präsident, was seine Frau gesagt hat, damit, daß diese ganz verwirrt" etwas vorgehabt habe. ist der Sonnabend, an dem der Mord passiert sein soll. Sie sollen Sie, was Sie vorzubringen haben. darf ich eine Frage an meine Frau richten? Präf.: Nein, fagen sei, und behauptet, daß, als die alte Frau Schulze mit fchon um 5%, Uhr bei dem Bäcker das Frühstück geholt haben? Gönczi: Ich will nur be- ihrer Tochter nach Hannover abreiste, er sie nach dem Bahnmerken, daß meine Frau einmal den Herrn Löwh gesehen haben hof begleitet habe. Den Sand will er auf Betreiben des Zeugen Angeft: Es mag gegen 6 Uhr gewesen sein. Präs.: Sie fragte mich Ja, der Bäckerfrau ist dieser Umstand aufgefallen, sie wußte, muß, als derselbe einmal bei mir im Laden war. daß Ihr Ehemann am folgenden Tage einen Wechsel über nach seinem Fortgange, wer es gewesen sei.- Angefl. Frau Gönczi: inz haben aufahren lassen, weil dieser in dem Sand Wein lagern Damit ist die Vernehmung der wollte. Weiter erzählt er, daß Löwy einmal nach Hannover ge1000 r. zu bezahlen hatte und kam nun auf die Idee, daß Sie ich entfinne mich nicht. Ehefrau Gönczi vorläufig beendet. fahren sei. Die beiden Frauen seien am fritischen Sonntag abends ausrücken wollten. Angel.: Ich weiß nichts von einem von Hannover wieder nach Hause gekommen. Eine Schwester des Wechsel. Präs.: In der vorhergegangenen Nacht wollen Mit7912öwy( die übrigens auch kein Mensch jemals gesehen hat) habe ihm bewohner gehört haben, daß Sie viel weinten und daß Ihr Mann über die Ereignisse mun bei einem Zufanımentreffen im Pschorrbräu heftig auf Sie einsprach. Angefl.: Davon weiß ich nichts. Ist es richtig, daß Sie auf einen Wechsel 1000 m. fchuldig waren folgendes erzählt: Löwy sei mit den Damen am 15. August, abends, Präs.: Wann ist Ihr Mann an dem fraglichen Sonnabend fort und daß der Wechsel am 15. August fällig war? Augefl.: Nein, nach Berlin zurückgekehrt. Löwh habe sie aufgefordert, in seinem gegangen? Angeti.: Gegent 7 1hr morgens. Präs. Und ich hatte den Betrag auf Schuldschein entnommen, mich aber mit neben dem Gönczischen Laden gelegenen Zimmer mit ihm Bier zu wann ist er zurückgekommen? Angell: Wie gewöhnlich zu dem Gläubiger geeinigt. Präs: Bestreiten Sie auch, daß Sie trinken. Löwy habe die ersten drei Gläser Bier ans Mittag. Bras. Haben Sie nichts Auffälliges an ihm bemerkt? noch anderweitig Darlehne aufgenommen haben? Angell.: Auch dem Hinzichen Lokal geholt, dann habe er noch drei Glas Angell. Rein durchaus nichts. Präs. Und wann ging er das bestreite ich. Präs. Wann haben Sie den Laden in der Bier spendieren wollen. Darauf habe die alte Frau twieder fort? Angell: Gegen 3 Uhr, um 6 Uhr fam er dann Königgrägerstraße genietet? et! Angel.: Am 28. Jumi. Bräf gejagt: Wenn Löwy so spendabel ist, fann Silara auch Cigarren wieder nach Hause. Wie viel Räume? Angell: Laden und Hinterzimmer, der Keller holen." Lesteve habe sich dann auch entfernt, Löwy set zu Hinz einrichten wollte? 93 -OW zwei große Risten Es Präs. Jetzt zu Ihnen -ww Angeklagter Gönczi. sie noch und wenn ich sie erwische, dann reiße ich ihr die Beine aus Herumgegangen und habe diesem gejagt, er jolle nur felbst das Bier 18 as nicht nur eine Person, sondern deren zwei an den bringen, dann könne er gleich mit ihr wegen des Mörders" ab- Mord beteiligt feien; ebenso habe er die fefte Ueberzeugung. daß rechnen. Hinz habe dann das Bier gebracht, während Löwn vor der dem Gönczi vor dem 18. August nie die Idee einer plöglichen Ab Thür stehen blieb und auf die Klara wartete. Als Hinz das Bier reise gekommen sei. Der Gerichtshof beschließt, die Zeugen zu laden. brachte, habe die alte Frau gesagt:„ Wenn sie gewißt hätte, daß Kriminalkommissar v. Kracht hat die Wohnung Gönczis in der das Bier von ihm käme, wäre jie gar nicht herunter gekommen." Mühlenstraße durchsuchen lassen. Er hat dort nur die Rafalski vorDarauf habe Hinz auf sie eingeschlagen, die alte Frau habe sich los- gefunden, die ihm gesagt, daß Gönczi nach Augsburg abgereist sei. geriffen und als dann die Klara Schulze in das Zimmer Ihr sei es aufgefallen, daß das Gönczische Ehepaar einen Zug über wieder eingetreten sei, habe fie das Licht umgestoßen. Justerburg benugte, Fran Gönczi habe aber gefagt, fie fahren über so daß Finsternis herrschte. Run habe Hinz auch auf die Innsbruck nach Augsburg. In der Wohnung ist ein Hemd Gönczis Klara losgeschlagen in der Annahme, Fran Schulze vor mit Intiprisen beschlagnahmt worden, ebenso das vom 18. August fich zu haben. Als Löwy dann ins Zimmer gekommen sei und datierte Telegramm aus Hannover, welches bejagte:„ Wir fahren nach Licht angezündet habe, hätten beide Frauen erschlagen Paris, verwalten Sie meine beiden Häuser, feien Sie sparsam und am Boden gelegen. Hinz habe gemeint, er wisse selbst nicht, ziehen Sie die Mieten ein, lassen Sie meine Wohnung richten, wie er dazu gekommen sei. Man habe die Leichen erst im Keller Gruß an die Hausbewohner. Auguste Schulze geb. Luze." Nach einmauern wollen, sich dann aber anders besonnen. Am Abend des Verlesung des Augenschein- Protokolls wird die Verhandlung im 16. August hätten Löwy und Hinz die Leichen in fdmvarze, im 4 Uhr auf Mittivoch 9 1hr vertagt. Gönczischen Laden vorgefundene Wachsleinewand gehüllt, in den Seller getragen und in die dort befindlichen Kisten gelegt. Ueber dieje Erzählung der Schwester des Löwy sei dieser selbst im„ Pschorrbrän" hinzugekommen und als er, der Angeklagte, ihn gefragt habe:„ Aber mm Gotteswillen, was ist denn vorgegangen?" habe Löwy einige französische Worte an die Schwester gerichtet und ihm dan die ganze Geschichte ebenso erzählt. Sie seien dann beide zu Sinz gegangen und hätten überlegt, was nun zu thun fci. Man habe ihm gejagt, daß er selbst in den Verdacht der Thäterschaft geraten würde, weil die Leichen in seiner Leinewand gefunden würden und Hing habe ihm nahe gelegt, daß er Kinder habe und seine Fran ihrer Niederkunft entgegensche, während er, der Angeklagte, kinderlos fci. So habe er sich it berreden lassen, schleunigst die Flucht zu ergreifen. Es fcien ihm 10 000 M. Schweigegelder geboten, auch sollte er in Brasilien eine gute Stellung erhalten. Kurz vor seiner Abreise auf dem Bahnhof Friedrichstraße habe ihm Löwy S oder 9 Stück Megikanische Anleihe und eine Anzahl Schmucksachen als Abschlagszahlung auf das versprochene Schweigegeld gegeben. Rach der Behauptung des Angeklagten fei Löwy auch nach Brüffel mitgereist, habe sich aber von Fran Gönczi nicht sehen lassen. Löwh babe ihm auch das Quartier in Brüssel besorgt. Chwohl der Präfident wie der Staatsanwalt dem Angeklagten vorhalten, wie wenig glaubwürdig seine Erzählung sei, bleibt Gönczi doch bei seinen Mugaben stehen. Der Verteidiger, Dr. Fränkel, fucht durch eine Anzahl Fragen festzustellen, daß Gönczi sich nicht in überschuldeten Berhältnissen befand. Während der Auslassungen ihres Ehemanns blickt seine vor dem Zeugentisch sigende Ehefrau immer wieder händeringend zur Dede empor, als sei sie über das Gehörte fassungslos. Rechts, amwalt Dr. Fränt el beantragt die Ladung noch mehrerer Zeugen bie teils über die geschäftliche Lage Gönczis Auskunft geben, teils ihn in Gesellschaft mit einem Man gesehen haben sollen, deffen Personalbeschreibung mit der über den angeblichen Löwy gegebenen übereinstimme. Staatsanwalt Plaschke giebt anheim, die Zeugen zu laden. Er habe nie die Möglichkeit be= ftritten, im Gegenteil es als wahrscheinlich erachtet, Vereinskalender. " DoppelAquarien und Terrarienfunde zu Berlin. Jeden Mittwoch nach dent 1. utd 15. des Monats, Restaurant Bürgergarten, Jerufalemerstr. 8. Quartett" Stern", abends von 9-11 Uhr bei Rheinsberg, Schwedterstr. 17. Statklub Klub der Harmlosen", 9 Uhr bei Drescher, Linienstr. 218. Ramenlos", Gumlich, Reichenbergerstr. 149. Mundharmonifa- Verein " Symphonie", uhl, Anton- und Prinz Eugenstraßen- Ece. Statklub Revolution", Golz, Grünauerstr. 3. Theaterverein Proletariat", Dres: dener Garten, Dresdenerstr. 45. Artisten und Ringsport Verein NeuCölln", jeden Mittwoch nach den 1. bei Note, Kottbuser Damm 103. Bläser- Corps Harmonie", Restaurant Zur Sütte", Stalizerſir. 31. Gesangverein Nord" Propfenverein„ Nord- Ost", Johnas, Elbingerſtr. 9. stern", Wernau, Schwedterstr. 23/24. Kraft- Klub Philipp Hans", Lieg" nigerftr. 40. Klub Sumpfhuhit", alle 14 Tage bei Wuttge, Neanderstr. 5. Männer: Tambour- Verein Frei weg", Kuschke, Linienſtr. 241a. Männer: Gesangverein„ Fester Wille". Gnaß, Louiſen- Ufer 52. Arbeiter Turnerbund. Mittwoch: Turnv.„ Fichte", Berlin, abds. 3. Männer Abt. Böch: von 8-10 Uhr: 1. Männer Abt. Friedenstr. 37. fraße 17/20. 8. Männer- Abt. Höchſteſtr. 36/37. 2. Lehrlings- Abt. Stalizerftraße 55/56. 4. Lehrlings Abt. Stephanstraße 3." Freie Turner: schaft Nixdorf: Briz", 2. Schüler Abt. von 612-812 2. Männer und Lehrlings= Abt. von 8-10 Uhr abends, Bethge in Bris, Chauffeestraße 39. Schülerinnen: Abt. von 612-812, Frauen: Abt. von S- 10 Uhr abds., Peters, Knesebeckfir. 113." Freie Turnerschaft Johannisthal", abbs. 8-10 1hr, Senftleben. ,, Arbeiter Turnv. Adlershof", Uebungsstunde von 81/-10%/ 2 1hr abends, Schmauser, Bismardstr. 16. Turnerschaft d. V. Nereus"( Gegründet 1882), I. Lehrlings- Abteilung von 8-10 1hr Manteuffelstr. 7. " Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Borsigender Rich. Thate, Schöneberg, Grunewaldstr. 99. Erster Staffierer: Seifrit, Fidicinstr. 16. Alle Menderungen im Bereinstalender find zu richten an O. Ifaack, Strelizerstr. 15, Hof 2 Trepen. Mittwoch. Uebungs: Mattee, Langefix. 108. ſtunde abends 9 1hr, Aufnahme von Mitgliedern. Liebesfreiheit I, Norddeutsche Schleife", Lübble, Melchiorstr. 15. Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Frena I"( Gemischter Chor), Schiller, Rosenthalerstr. 57. Lorbeer Vereinsfalender sind zu richten an Engen Naschfe, Kirdorf, Mahlowerstr. 1, IV franz", Späth, Weinstr. 28. Siederlust I( 1865)", Roll, Adalbertfir. 21. Mittwoch:„ Arfona", Armer Konrad, Reichenbergerstr. 16. Waldes: Spandan", in Spandau, Radtke, Neumeisterfir. 5. Dentfche Eiche I", grün", Kunze, Forsterstr. 36. Frei Weg", Schöneberg, Hoppe, MerseBimmermann, Grüner Weg 29. Allegro", Wegel, Wrangelstr. 136. burgerstr. 7. Fidele Raucher", Rirdorf, Slimfe, Nansenstr. 1. Freier Männerchor Nord- West", Lautsch, Stephanstr. 31. Gleichheit", Jntelligenz", Licbisch, Manteuffelfir. 66.„ Granate", Engel, HorsterEwald, Bernauerstr. 95. Schneeglöckchen I", Rigdorf. Köpfe, straße 56. Fidele Brüder", Friedrichsfelde, Lohse, Luisenstr. 20. Hermann und Karlsgartenstraßen Ede. Soffnung I", Branden Frohfinns Heimat", Schößler, Stromstr. 28.- Deutscher Michel", Bantow, burg a. H., Wuthenow, Bredowfir. 17. Arbeiter: Gesangverein Brig" in Griffel, Kaiser Friedrichstr. 15.„ Die Dampfenden", Saner, ReichenbergerBris, Dorn, Bürgerstr. 4. Maiengruß", Charlottenburg, Bartsch, Sccsen- ftraße 162." Fliederduft", Kautsch, Fruchtstr. 61. Kein Ton", Schmidt, heimerstr. 11. beimatklänge", Stöpenid, Meyer, Rosenstr. 101. Ryfeftr. 25. Kornblume I", Menzel, Gneisenauftr. 71.„ Einigkeit II", Wacht auf", Tambed, Danzigerstr. 71.„ Vorwärts X", Nauen, Wähner. Gubenerstr. 57. Alter- Stamm", Röhl, Kottbuser Damm 18/19. Sobusch, Merftstr. 16. Treu und Fest I", Grunow, Grüner Weg 110.„ Lebensblüte", Ebeling, Grüner Beg 120.- Rote Relte", Weißensee, Sedan Bruderbund", Sickinger, Usedomstr. 22. Ost: u. Westpreußen". Simmer und Weißenburgstr.- Ede." Ohne Furcht", Schmidt, Wienerstr. 44. Keramik", Charlottenburg. Prestel, Osnabrüder: Einfach", Brig, Cuvryftr. 27. Frisch gewagt", Otto, Bosenerfir. 20. mann, Alexanderstr. 20. luft II", Potsdam, Boigt's Blumengarten, Spandauerstr. 33. straße 1. Saget nicht", Stegliz, Staiserballen, Albrechtstr. 130.„ Liedes: Kolumbus S.-D.", Gaida, Oppelnerstr. 19. Veilchenduft", Gandt, Huffiten: Weltenruf", firaße 24. Berzaget nie", Schöneberg, Streyer, Sedanstr. 48.„ PfeifenSchiller, Rosenthalersir. 57. Enterbten". Tollkühn, Butbufer: deckel", Trichter, Fruchtstr. 69. Bul Vorwärts" Seiffert, Cuvryftr. 2. ftraße 22." Frohe Stunde", Schulz, Manteuffelstr. 72. Treu garien", Kowsin, Koppenftr. 56.„ Granium", Schmeiß, Münchebergerstr. 4. und Fest II"," Lehmann, Stoppenstr. 17. Sufunft III", Nieder: Freundschaft Borwärts", 3arger, Christburgerstr. 13. Zufriedenheit, Schönhausen, Setteforn, vindenstr. 1.„ Borwärts I", Roll, Adalbert: Roß. Rigdorf, Jägerstr. 46. Lange Pfeife", Friedrichsberg, Hecht, straße 21.- Linde, Schehera, Schönhaus. Allee 65. Eichenfranz II",& noblich, Mainzerftr. 5. Fidelibus", Kienast, Zorndorferstr. 9.„ Tabak zur Soldinerstr. 36. Friedrichshagener Sängerchor", Friedrichshagen, Conrad, Asche", Beier, Charlottenburg, Wallstr. 94. Sommerfahl", Friedrichsberg, Friedrichstr. 138. Frisch auf II", Bornim b. Botsdam, Fähnrich, Mittel Brisel, Stronprinzenstr. 4/5. Excelfior", Weber, Görlizerstr. 33. Straße 12. Treherfcher Gesangv.", Schulz, Zorndorferstr. S." Diana". Fliederduft II". Friedrichsberg, Schlösser, Frankfurter Allee 171. Moabit, Rausch, Rostockerstr. 53. Freundschaft", Restaurant Ede Juster: Rosenblüte", Theila, Kochhaunstr. S. Edelweiß", Nirdorf, Peters, burgerstraße u. Weidenweg. Zimmerer", Friedrichsberg, Gorgas, Scharn: Knesebecftr. 113. Ohne Zwang", Krüger, Naunhnstr. 54. Sorgenfos", weberstr. 4. Melodia II". Kranz, Duckerfir. 8. Freiheit- Nord", Suppert, Adalbertstr. 82. Qualmtbrüder", Rummelsburg, Radloff. Türr Franke, Schulftr. 21. Sid. West", Badewig( Klosterglode), Kommandanten schmidtstr. 37. Gemütlichkeit II SO.", Sturth, Wrangelstr. 104.-„ Halb fraße 66." Fortschritt", Fürstenhof, Köpniderstr. 137/138. Rirdarser und Halb", Säußler, Memelerstr. 61. boris", Gramer, Hermannstr. 199, Rirborf.„ Gefelligkeit". Charlottenburg. Schulstr. 24. Mittwoch: Schwimmverein Nord". Uebungsstunde abends Männerchor I", Nigdorf, Klemte, Bergstr. 136/137. Freie Sänger Riy Arbeiter- Schwimmerbund. Anfragen find zu richten an E. Bratke, Bayer, Wallstr. 94, Doruzoje", Tabert, Grüner Weg 14. Sanges: 7 Uhr im Admiralsgarten- Bad, Friedrichstr. 102. lust III", Tempelhof, Gerth, Dorfitt. 18. Lese- und Tistutierklubs. Mittwoch. Socialistentlub„ Bonvärts", Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch: Rauchilub Christiania, Olaf Styes Plads Nr. 8, Café Reiser. Jeben Mittwoch: Dis. Schmole's Werfe", Rheder, Langestr. 9. Nymphaea alba", Verein für tussion. " 27 " Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bildhauer! ( Zahlstelle Berlin.) Hente, Mittwoch, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Verſammlungen. Often: bei Stechert, Andreasstr. 21. Südosten: bei Berend, Manteuffelstr. 95. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kontrollfommission. 2. Wertstattangelegenheiten. 3. Ver friedenes. Jede Werkstatt muß vertreten fein. Die neuen Bertrauensmänner Starten werden dort ausgegeben. Süden: bei Krieger, Wafferthorttrahie 68. Weffen in und Südwesten: Bergmannstraße Nr. 5-7. Habels BrauereiTages Ordnung: 1. Bericht der Werfftatt- Kontrollfommission. 2. Bericht der Bertrauens: männer über ihre Werkstatt. 3. Ausgabe nener Vertrauensmännerfarten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Moabit: im totale des Herrn Jocksch, Zurmite. 81. HD Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Vertrauensmänner. 2. Wertstattaugelegenheiten und Berschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernan, Schwebterstr. 23. Wedding und Gesundbrunnen: im Lofale des Herrn Raabe( Kolberger Salon), Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: Berbands: und Werkstattangelegenheiten. Jebe Werkstatt muß vertreten fein. Friedrichsberg: im Lokal des Herrn Panthen, Frankfurter Allee 174. Tages Ordnung: 1. Bericht des Obmanns. 2. Wertstattangelegenheiten. Die Bertrauensmänner sollen bie neuen Starten in Empfang nehmen. Parkettbodenleger. Heute Mittwoch bei Hube( Sprechallen), Rirchitr. 27: Kommiffions Sigung mit den Vertrauensleuten. Auch die Verhandlungs- Kommissionsmitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Musikinstrumenten- Arbeiter. Donnerstag, den 5. April, abende 8 Uhr: Branchenversammlung Donnerstag, den 5. April, abends 8 1hr, im Lokale ,, Berliner Dessource", Rommandantenstr. 57: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: = Bortrag des Schriftstellers Herrn Hans Leuß über„ Die fommende Krije". Disiuifion. Stellungnahme zum 1. Mai. Bericht vom Holz arbeiterstreif. Berichiedenes. Uni zahlreiches Erscheinen der Kollegen aller Branchen ersucht Der Vertrauensmann. Achtung! Maurer. Achtung! Donnerstag, den 5. April, abends 8 Uhr: " Thür- Schilder Stempel etc. H. 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April, nachmittags 5 1hr, in Nöltes BallSalon, Köpenick, Grünauerstraße: Grosse Volksversammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: Aufklärung in Sachen des Gastwirts Lindenhayn. Der Heichstags- Abgeordnete Zubeil, der Kreis- Bertrauens: mann und die Grünauer Sofaltommiffion find hierdurch eingeladen.( 3156 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Geschäftsführer gesucht. im Lokal des Herrn Brüder, Waldemarstr. 75: Tages Ordnung: Für Druckerei und Verlag der„ Bolfsstimine" in Frankfurt a. M. 1. Bericht über die Beendigung des Tischlerstreits und die Handlungs wird bis 1. Juni spätestens 1. Juli ein mit der Drud und Zeitungs-, weise unirer Fabrikanten während des Streits. 2. Verbandsangelegenheiten fpeciell Annoncenbranche durchaus bewanderter, tüchtiger Geschäftsführer und Berschiedenes, 41389 gesucht. 87/11 man am besten und billigsten nur direkt in der Fabrit B. Strohmandel, Berlin S., " " Socialdemokratischer Wahlverein f. den 6. 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Lange, Ede Martusſtraße. Gesetzliche Bestimmungen über den Austritt aus der Kirche. Gesetz vom 14. Mai 1873. § 1. Der Austritt aus einer Kirche mit bürgerlicher Wirkung erfolgt durch Erklärung des Austretenden in Person vor dem Richter feines Wohnorts. § 2. Der Aufnahme der Austrittserklärung muß ein hierauf gerichteter Antrag vorausgehen. Derselbe ist durch den Richter dem Borstand der Kirchengemeinde, welcher der Antragsteller angehört, ohne Verzug bekannt zu machen. Die Aufnahme der Austrittserklärung findet nicht vor Ablauf von vier Wochen und spätestens innerhalb sechs Wochen nach Eingang des Antrags zu gerichtlichen Protokoll statt. Abschrift des Protokolls ist dent Vorstand der Kirchengemeinde zuzustellen. Eine Bescheinigung des Austritts ist dem Ausgetretenen auf Ber: langen zu erteilen. § 3. Die Austrittserklärung bewirkt, daß der Ausgetretene zu Leistungen, welche auf der persönlichen Kirchen- oder KirchengemeindeAngehörigkeit beruhen, nicht mehr verpflichtet wird. Diese Wirfung tritt mit dem Schluß des auf die Austritts: erflärung folgenden Kalenderjahrs ein. Zu den Kosten eines außer ordentlichen Baues, dessen Notwendigkeit vor Ablauf des Kalender: jahres, in welchem der Austritt aus der Kirche erklärt wird, feftgestellt ist, hat der Austretende bis zum Ablauf des zweiten auf die Austrittserklärung folgenden Kalenderjahrs ebenso beizutragen. 3u§ 2 ift zu bemerken: Der Antrag auf Aufnahme der Austrittserklärung ist dem Amtsgericht entweder mündlich oder schriftlich zu unterbreiten. Für die Einreichung eines schriftlichen Antrags empfiehlt sich die Benutzung der folgenden Formel: stellt hiermit gu D. Unterzeichnete, geb. ant den Antrag auf Aufnahme seiner Anstrittserklärung aus der.... Kirche( der jüdischen Religionsgemeinschaft]( für sich und seine Ehe: frau.. und Kinder unter 14 Jahren...). Wohnung. Name. Stand. Wohnort. Frühestens nach vier Wochen und nicht später als nach sechs Wochen( innerhalb dieser Frist jedoch an jedem beliebigen Werktag) muß dieser Antrag von dem Antragsteller und eventuell seiner Ghefrau vor dem Richter persönlich bestätigt werden. Anderweitige Meldungen obliegen dem Austretenden nicht. 14/8 Robert Müller& CoAltzschillen- Wechselburg, Kgr. Sachs. Holzschuh- und Holzpantoffel- Fabrik. 39822*] empfehlen alle Sorten Lederschuhe und Pantoffeln mit Holzfohlen. Exakte Arbeit. Gute, passende Façon. Billigste Preise, die nur Wiederverkäufern zu Diensten stehen. Illustrierte Preisliste gratis und franco. Ede Martusstraße. Eigene Sägewerke. Lieferanten an Konsumvereine. Filzhüte für Herren neneste Form 1,50 1. 2,00, hochfeine Mustersachen 2,25 u. 2,50, egtrafeine 3.00-4,00. iut Prenzlauer str. Tr. Confirmand. u. Kind.- Hüte 1 in großer Cylinderhüte u. Chap. claq. Auswahl. nur deutsche Ware! mager a Pfd. 65 Pfg. bei 5 Pfd. a Pfd.58 fetter Hut- Engroslager fr. 20, 2£ 1. 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Der Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung zur Vorberatung der Vorlage des Magistrats betreffend die Errichtung eines Feuerwehr- Denkmals auf dem Hofe der Haupt- Feuerwache hat unter Vorsitz des Stadtverordneten Hammerstein und in Anwesenheit des Stadtbaurats Hoffmann beschlossen, der Verfammlung zu empfehlen, den Magistratsantrag abzulehnen und den Magistrat zu ersuchen, ihr wegen Errichtung eines Denkmals für die in ihrem Beruf verunglückten Mitglieder der hiesigen Feuerwehr auf einem öffentlichen Platz oder in einem der städtischen Parks eine Vorlage zu machen. Mittwog, 4. April 1900. Die Anstalt zahlte 1897 an Invalidenrenten 295 702 m. aus, lich als Politische Polizei bezeichnete Geschäftsabteilung desselben, tobon 17 498 M. für andre Anstalten, wogegen die letzteren ber, wie in den betreffenden Kreisen ebenso bekannt, seit langen Der Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung zur Vor- 22 345 M. für Berlin zu übernehmen hatten. Zur Berhütung des Jahren die Bearbeitung der Angelegenheiten der Presse und des Beratung der Magiftratsvorlage betreffend die Neupflasterung und Eintritts der Invalidität wurden 384 männliche Versicherte im Breßgewerbes obliegt. Umgestaltung des Schloßplates hat heute abend nach mehr- Sanatorium der Anstalt zu Gütergok, 119 männliche und 67 weibBerliner Wechselfchwindler in München. Die Kriminalftündiger Beratung unter Vorfiz des Stadtverordneten y II- liche Personen in anderweiter Pflege behandelt. polizei in München ist einer Schwindlergesellschaft auf die Spur gemann und in Anwesenheit des Oberbügermeisters Kirschner Sommerluft. Aus den Kreisen der Eisenbahn- Arbeiter fommen, die von Berlin aus Wechselschiebereien und Wechselund des Stadtbaurats Krause mit zehn gegen vier wird uns geschrieben: Die Sommermonate rüden allgemach heran. fälschungen auf den Namen hochgestellter Personen geschäftsmäßig Stimmen folgende Beschlußfaffung vorgeschlagen: Die Versammlung Man nennt sie auch die schöne Jahreszeit, und wenn der Arbeiter betrieben hat. Die„ Münch. Neuest. Nachr." schreiben aus München: ſtimmt der Magistratsvorlage betreffend den vorgelegten Entwurf im allgemeinen auch nicht viel von ihr hat und keine Reisen an die Seit Weihnachten vorigen Jahrs wohnten hier in einem befferent zur Umpflasterung und Umgestaltung des Schloßplazes unter nach See oder ins Gebirge machen kann, so langt es doch vielleicht am Hotel drei Herren aus Berlin, darunter ein Adeliger mit folgenden Bedingungen zu: 1. Daß durch die Ueberlassung des zur Sonntag zu einer mit Kind und Kegel unternommenen Fußpartie Hochtönendem Namen. Sie wollten bei hiesigen Finangleuten Anlage eines Vorgartens bestimmten Terrains die Eigentums- nach dem Grunewald. Anders beim Eisenbahn- Arbeiter. Diefer eine Anzahl auf hohe Beträge lautender Wechsel für den verhältnisse hinsichtlich dieses Terrains unberührt bleiben. 2. Falls sieht, wenigstens soweit er auf dem Güterboden beschäftigt ist. Herzog von Sagan in Paris umsetzen. Da nun verschiedene im Interesse des öffentlichen Verkehrs eine Rückgewährung des über mit Grauen die Sommerszeit herannahen. Taffenen Terrains erforderlich wird, diese Rückgabe erfolgen muß, namentlich Für ihn bringt Stapitalisten der Sache nicht recht trauten, wurden von dem die Hochsaison cine Fülle angehäufter Arbeit, Herzog von Sagan Familiendokumente und amtliche Ausweise erohne daß irgend welche Entschädigung von der Stadtgemeinde ge- die fast von feiner Erholungspause, geschweige denn bon holt, wonach kein Zweifel mehr an der Redlichkeit der Geschäfte befordert werden darf. 3. Die erste Einrichtung der Anlage und die Sonntagen in der freien Natur unterbrochen ist. Besonders stehen konnte. Nachdem Wechsel mit hohen Summen für den Herzog fernere dauernde Unterhaltung derselben auf Kosten der Schloß- drastisch sind die Arbeitsverhältnisse auf dem Güterboden des bereits hier an den Mann gebracht waren, reisten zwei der Herren verwaltung erfolgt. Stettiner Bahnhofs. Die Arbeiter werden dort wie üblich wieder ab, angeblich um nach Ablieferung des Gelds in Paris mit einem Anfangslohn von täglich 2,30 m, angestellt; nach einem nach Berlin zurückzukehren. Der Dritte, ein Berliner GeldBierteljahr steigt der Lohn um 10 Pf., nach einem halben Jahr um mat Ier, blieb in München zurück und mietete sich privatim in 20 Pf. und nach einem Jahr um 30 Pf. Jm weiteren beträgt die füblichen Friedhofviertel ein mit der Bedingung, polizeilich Bulage nach 3 Jahren 40 Bf., nach 5 Jahren 50 Pf., nach 8 Jahren nicht angemeldet zu werden, da er mit seiner Fa60 Pf. und nach 10 Jahren endlich 70 Bf. Nunmehr, nachdem der milie verfeindet sei. Mittlerweile machte auch er noch für den Tagelohn auf 3 M. gestiegen ist, also auf einen Betrag, mit dem Herzog fleinere Geldgeschäfte und war in verschiedenen Caféein Arbeiter auch nicht entfernt sich selber, geschweige denn eine Restaurants als zweifelhafter Hazardspieler mehr bekannt als Familie zur Genüge Kleiden, beherbergen und fattmachen kann, hört über beliebt. Ueberhaupt schien er seinen Lebensunterhalt zum größten Vor wenigen Tagen mun haupt jede Lohnsteigerung auf. Die Arbeitszeit beginnt morgens Uhr 7 Teil durch Hazardspiel zu gewinnen. und endet je nachdem abends 7 oder 8 Uhr; Frühstücks- oder wurde der Geldmakler auf offener Straße von einem KriminalVesperpausen giebt es nicht, die einzige Unterbrechung besteht in beamten erkannt, angehalten und für verhaftet erklärt. Nach einer Tagesordnung für die Sihung der Stadtverordneten einer zweistündigen Mittagspause. Jeder dritte Sonntag wird dem ersten Vernehmung auf der Polizei verfügte die Staatsanwaltschaft Versammlung am Donerstag, den 5. April cr., nachmittags 5 Uhr. Arbeiter freigegeben. Das heißt, in der stillen Jahreszeit. Geht die Ueberführung des Manns in das Üntersuchungsgefängnis ant Vorschläge des Ausschusses für die Wahlen von unbefoldeten die Badesaison los, dann ist überhaupt nicht auf Sonntagsruhe zu Anger unter der Anschuldigung der Beteiligung an fortgefektem BeGemeindebeamten und des Ausschusses für Petitionen. rechnen. Von Mai bis September genießt der Güterboden- Arbeiter trug, an Unterschlagung, Wechsel- und Dokumentenfälschung auf den Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Einsetzung einer außerordentlich felten des Glücks, sich Sonntags frei zu sehen. Es Namen des Herzogs von Sagan in Paris. Eine Siftierung der gemischten Deputation zur Beratung über die Lage bezw. Nen- tommt vor, jedoch auch nur, regelung des höheren und mittleren Schulwesens in es erlauben, daß wenn die Verkehrsverhältnisse beiden andern angeblichen Unterhändler aus Berlin konnte bis jegt. man während dieser Monate awei nicht gemeldet werden. Geschädigt find hier mehrere Geschäftsleute Berlin. Berichterstattung über den Antrag von Mitgliedern der oder drei halbe Sonntage und ebenso viele halbe Wochentage aus- und Geldspekulanten um hohe Summen." Versammlung, betreffend die Bereitstellung einer Summe von spannen fomn; aber bei einer Arbeitszeit, die sich zuweilen von 50 000 Mart zwecks Besichtigung der Weltausstellung morgens 61/2 1hr bis gegen mitternacht erstreckt, fühlt man sich dann in Paris feitens einiger Beamten, Technifer, Arbeiter überhaupt nicht mehr als menschliches Wesen, sondern eilt an einem beziv. Handwerker. der städtischen Betriebe, Bericht folchen halben Feiertage, sofort ins Bett zu kommen. So ist es um erstattung über eine Petition um Beseitigung des Straßen- die Sommerfreuden des Güterboden- Arbeiters bestellt. handels in der Rosenthalerstraße. Vorlagen, betreffend: die Frren wir nicht, so stellt der Staat auch unter diesen Zuständen Abänderung des Entwurfs zur Festsetzung neuer Baufluchtlinien vor das drollige Verlangen an den Arbeiter, daß er ein geordnetes den Grundstücken Breitestr. 20 und 20a, den Ankauf einer Barzelle Familienleben führe und auch seinen sogenannten religiösen in der Tegeler Gemeindeheide für den Bau der neuen Gasanstalt, Pflichten genüge. Für den Fall, daß die Eisenbahnverwaltung die die Annahme der Erbschaft des Dieners Remschofsky zu Gunsten der Abficht hat, die in Betracht kommenden Arbeiter in der herannahenden Poft und Paketfahrt. Diejenigen der Paketfahrt- Gesellschaft Berliner Waisen,-die Nachbewilligung von Mitteln für den Neu- Badesaison ebenso zu behandeln, wie dies, Gott sei's geklagt, in früheren anvertrant geweſenen Brieffendungen, die nicht mehr bis zum Abend bau der Gemeinde Doppelschule in der Wiclefstraße, Jahren geschehen ist, wäre eine kleine Anleitung am Blaze, aus der des 31. März bestellt werden konnten, weil die Adressaten verzogen die erfolgte Bauabnahme der baulichen Veränderungen auf dem zu ersehen sein müßte, wie man unter gegebenen Umständen solche oder unauffindbar waren, sind von der Reichspoft übernommen und städtischen Schlachthof, die Bewilligung eines Beitrags an die künftstücke fertig bringen kann. Oder sollte die Betriebsleitung der den Absendern ohne Erhebung von Strafgebühren wieder zugestellt Vereinigung von Zeichenlehrern an den höheren Lehr- artiges für überflüssig halten, weil sie sich sagt, daß das Einkommen worden. und die Feststellung des Tarifs für des Arbeiters doch nicht für den Luxus eines Familienlebens reicht Einzelpreise für Arbeiten und Lieferungen bei Ausführung der Haus- und eine möglichst lange Arbeitszeit noch das beste Mittel ist, ihn Semester im ganzen fünf Damen beworben, welche zur Ablegung Um das Gymnasial- Reifezeugnis hatten sich in diesem und Dachwasser- Ableitungen für das Rechnungsjahr 1900.- Bericht vor unverhältnismäßigen Ausgaben zu bewahren? der Prüfung. wie üblich, dem kgl. Luisen- Gymnasium zugewiesen erstattung, betreffend die Wahl je eines Bürgerdeputierten in die Schul Deputation, in die Brenmaterialien- Deputation und Der Scherl- Anzeiger. Die Strenz- Beitung" schreibt:„ Ein wurden. Während bezw. nach der schriftlichen Prüfung traten drei in die Deputation für die städtischen Kanalisationswerte und Riesel- neues Beispiel von dem Wert der sogenannten Special Examinandinnen zurück, so daß am Montag, als die mündliche Prüfung felder. Einige Unterstützungsfachen. Vorlagen betreffend die telegramme" und zugleich von der so oft gerühmten Figigkeit" stattfand, fich nur zwei der Prüfungskommission des tgl. LuisenNeuwahl eines Bürgerdeputierten in die Deputation für die städtische der betreffenden Blätter finden wir im„ Lokal- Anzeiger". Heute Gymnasiums stellten. Von diesen zwei fiel obenein eine durch, so Blindenpflege und die Bewilligung einer Gratifikation. ( Dienstag) morgen bringt er folgende Notiz:„ Kassel, 2. April, daß nur einer Examinandin das Reifezengnis erteilt werden konnte. Außerdem findet in dieser Sigung statt: 9 Uhr 10 Min. abends.( Telegramm unsres M. Stor Das Friedrichs Realgymnafium beging gestern sein 50jähriges 1. am Beginn die Einführung und Verpflichtung respondenten.) In Meerholz ist nach längerem Leiden Graf Bestehen durch einen Festakt. des neugewählten Stadtverordneten, Expedienten Karl gjenburg- Büdingen, 80 Jahre alt, gestorben." Dieselbe Nachricht Glocke; haben wir schon am Sonnabendabend gebracht, mit der Angabe, daß Eine große Schlägerei, bei der ein starkes Polizei- Aufgebot Graf jenburg am Tage vorher( 30. März) gestorben sei, während der einschreiten mußte, gab es in der Nacht zu gestern auf dem Dort " Lot.- Anz." den Todestag wohlweislich verschweigt, um sich und Alexander- Platz. tamen vier angetrunkene Männer in seinen M.- Korrespondenten" nicht gar zu arg zu blamieren. Für die obereit Säume des Aschinger Ausschants und verlangten Einem der Gäste, der von seinem Hut nur noch die die Verspätung von 3-4 Tagen ist die Angabe der angeblichen Bier. es verweigert. Als Abgangszeit des Telegramms ein etwas fragwürdiger Ersatz, aber Krempe auf dem Kopf hatte, wurde er dann der Aufforderung, die Wirtschaft zu verlassen, nicht Achtung, 6. Wahlkreis. Am 2. Osterfeiertag veranstalten es flingt doch schön!" und. Eo die Kreuz- Zeitung". die Genossen der Rosenthaler Vorstadt sowie des Gesundbrunnens von mehreren Kellnern hinausgeführt wurde, Wie die Stellungnahme in einer, entsprach awei große Matineen und zwar für die Rofenthaler Vorstadt im wenn auch noch so wichtigen politischen Frage, so widerstreitet auch sprangen ihm seine Begleiter bei. Der Lärm, den es unten auf war für die Strolche, die sich auf dent Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42, für den Gesund- die Bolemik mit andren Zeitungen den Geschäftsprincipien des der Straße gab, den Lärm einLokal- Anzeigers". Andernfalls würde das Sensationsblatt ver- Alexander- Platz aufhalten, das Zeichen, in brunnen in Ballschmieders Salon, Badstr. 16. Zahlreichen Besuchtlich der„ Kreuz- Zeitung" antworten, daß es aus Furcht, feine Lefer allzuschr zu erschüttern, mit der Bekanntgabe der Trauer: nachricht einige Tage hinter dem Berge gehalten habe. anstalten Berlins V 2. um 6 Uhr: die Wahl des zweiten Bürgermeisters. erwartet Lokales. Das Komitee. " " V Die Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt Berlin begann ihre Wirksamkeit auf Grund des Gesetzes vom 22. Juni 1889 am 1. Januar 1891. Die Versicherungspflicht dieses Gesetzes geht In der Tabelle der neuen Portosätze, die wir gestern bekanntlich weiter als die der Kranken- und Unfallversicherung, indem brachten, befindet sich unter dem Verzeichnis B. ein Drudfehler. fie fich auf Arbeiter, Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Dienstboten, Es muß heißen: Betriebsbeamte, Handlungsgehilfen und Schiffspersonal bezieht, während die Krankenversicherung in Berlin leider die Dienstboten, die Unfallversicherung die Kleinbetriebe nicht mit einbezieht. Im Jahre 1897 wurden der Anstalt von der Reichsdruckerei 24 500 000 Beitragsmarken im Werte von 6 170 000 M. überwiesen. 7 468 661 20 1 493 732,20 " 1 " " 4 526 277 " " 10 109 461 24 30 " " 1 086 306,48 " 3 032 838,30 " " " " 2141,80 M. 2 Pfennig für Postkarten ( nicht 3 Bf.) für Drucksachen bis 50 g. für Drucksachen von 50-100 g usw. 2 3 Die Eröffnung der Fernsprechverbindung Berlin und Paris war ursprünglich, wie vielfach berichtet wurde, zum Beginn der Pariser Weltausstellung in Aussicht genommen. Der deutsche Teil der Leitung ist längst fertig, wann aber in Frankreich die Arbeiten abgeschlossen sein werden, läßt sich auch jetzt noch nicht sagen. Darum scheint es ausgeschlossen, daß die Sprechverbindung schon zur Eröffnung der Weltausstellung in Betrieb genommen werden. fant. = zugreifen. Sie stellten sich auf die Seite der hinausgewiesenen Gäste und machten sich, während sich diese heimlich entfernten, daran, den Ausschank zu stürmen. Die beiden Schußmannsposten, die den Auflauf zerstreuen wollten, wurden von der Uebermacht angegriffen und zu Boden geworfen und konnten sich dann nur mit der blanken Waffe ihrer Angreifer erwehren. Mit der Notpfeife benachrichtigten sie die Revierwache in der Kaiserstraße, von wo bald ein starkes Schußmanusaufgebot erschien. Dieses wurde bald Herr der Menge; sechs Personen wurden verhaftet. Die Urheber des Auftritts, an scheinend betrunkene Gastwirte, waren längst verschwunden. = Die Slovakenfnaben. Die Aufmerksamkeit, die man von Staats Eine Jagd hinter einem Sergeanten erregte Montag in wegen neuerdings der Lage der haufierenden kleinen Slowaken zuwendet, später Abendstunde im Alexanderplatz- Viertel großes Aufsehen. Ein Verkauft wurden Marken im Werte von 5 640 928,02 20. und zwar hat zu Feststellungen geführt, welche ergeben haben, daß ihr Wochenlohn Sergeant von der Unteroffizierschule zu Potsdam wurde kurz nach 185 066 Marken zu 14 Pfennig über 25 909,24 Mart; zwischen 1,50 und 2,50 M. beträgt. Abends erhalten sie dann eine 11 ühr vom Offizier der Ronde am Prenzlauer Thor angehalten Unterkunft in Räumen, die mancher freilich kaum seinen Tieren und nach der Urlaubskarte gefragt. Da er feine hatte, so sollte er zuweisen würde. Morgens in aller Frühe werden sie von ihrem Herrn dem Offizier nach der Wache der Alexander Kaserne folgen, suchte mit einer bestimmten Anzahl Waren an die Luft gejezt mit dem aber statt dessen sein Heil in der Flucht. Die Ablösung ferner 10 709 Doppelmarken( ohne Reichsanteil) zu 20 Pfennig über Auftrag, sie so teuer wie möglich zu verhandeln, mindestens aber des Postens vom Exercierhause, der gerade vom Prenzlauer dafür einen bestimmten Preis zu erzielen, der meistens den in Thor her kam, nahm sofort die Verfolgung auf, das In 4896 Fällen wurde Anträgen auf Erstattung falsch ver- den offenen Ladengeschäften geforderten Preis noch übersteigt. Für Bublikum, das wohl glauben mochte, es handle sich um ein schweres wendeter Marten stattgegeben. 113 047 Marken wurden( meist wegen das Mittagessen dürfen fie 25 Bf. verwenden. Doch wagt an manchen Verbrechen, schloß sich an, und bald war auch ein Radfahrer hinter Verwendung zu niedriger Stlassen), vernichtet. 24 088 Betriebe wurden bezüglich der Erfüllung der Versicherungspflicht kontrolliert. Bei Tagen, an denen die Geschäfte schlecht gehen, der kleine Händler dem Flüchtigen her, der durch die Prenzlauer, Hirten und Bartel nicht, etwas zu essen, weil er sich scheut, den kleinen Betrag dafür straße rannte. An der Ecke der Linien- und Kleinen Alexanderstraße 5697 Revisionen wurde Anzeige erstattet. 28 571 Quittungsfarten wurden beanstandet und in 1909 Fällen Strafen festgesetzt im Gesamt- auszugeben, um nur die Mindesteinnahme des Tages, die je nach ging dem Sergeanten endlich der Atem ans und er gab das Rennen betrage von 5880 M., welche in 444 Fällen im Zwangsverfahren ein- dem Alter der Knaben auf 3 bis 5 M. festgesetzt wird, abliefern zu auf. Der Radfahrer und ein Schußmann des 16. Reviers stellten tönnen. Die jüngsten Knaben und die Neulinge im Geschäft werden ihn, und die Ablösung, die mittlerweile auch herangekommen war, gezogen werden mußten. 1897 wurden 411 Ansprüche auf Altersrente neu erhoben, von älteren beigegeben, die ihnen die Geschäftstniffe und Schliche bei- brachte ihn unter einem großen Auflauf mit aufgepflanztem Seiten1897 wurden 411 Ansprüche auf Altersrente neu erhoben, von denen 303 bewilligt wurden. Durch die Rentenlisten liefen überhaupt bringen müssen. Die Erhebungen begegnen übrigens zum Teil großen gewehr nach der Stajernenwache. Von hier wurde der Leichtfimige bis 1897 insgesamt 3667 Renten über 586 544 m. jährlich, aus: Schwierigkeiten, da die Knaben offenbar start eingeschüchtert sind und mit einer Droschte nach dem Militärarrest in der Lindenstraße gebracht. Seine Unbesonnenheit wird ihm wahrscheinlich schlecht fchließlich des Reichszuschusses von 50 M. für jede Rente. Durch aus ihnen nur schwer etwas herauszulocken ist. bekommen. Tod schieden von den Rentenempfängern bis zum 31. Dezember 1897 Ein Mißverständnis. Zu dem Aufsehen erregenden Vorgehen 940, aus andren Gründen 83 aus, so daß ein Bestand von gegen die Wendlersche Lehrmittelanstalt teilt das Polizeipräsidium Ihres einzigen Kindes ist das Arbeiter Malchow'sche Ehepaar 2644 verblieb. 10 Altersrentnern wurde infolge Eintritts dauernder mit: In mehreren hiesigen Beitungen ist ein Brief abgedruckt, in aus der Hochstr. 23 durch Gift beraubt worden. Erwerbsunfähigkeit statt der Altersrente die höhere Invalidenrente dem der Inhaber der H. Wendlerschen Lehrmittelanstalt, Wilhelm- nach dem Nebenhaus Nr. 22 um und stellten am Sonntagnachmittag bewilligt. Bei den bis Ende 1897 gestorbenen Altersrentnern belief straße 48, mitteilt, er sei von der Revierpolizei aufgefordert worden, alles zurecht. Dann gingen beide auf furze Zeit in die neue Wohnung fich die durchschnittliche Dauer des Rentenbezugs bei den Männern die Verlegung seines Geschäftslokals anzuzeigen, und zwar mit dem hinüber. Als sie nach einer Viertelstunde wiederkamen, fanden sie auf 1182, bei den Frauen auf 1124 Tage. Bemerken, diese Aufforderung beruhe auf einer neuen, speciell ihr einziges Kind sich in Schmerzen windend am Boden liegen. für Kunsthandlungen erlaffenen polizeilichen Der nahezu 3 Jahr alte Knabe hatte unter andren Sachen eine Verfügung. Flasche auf dem Fußboden stehen sehen und den Rest einer Flüssig= Hierzu wird bemerkt, daß eine die Anzeigepflicht regelnde feit, mir etwa einen Fingerhut voll, ausgetrunken. Es war aber neue polizeiliche Verfügung weder für Inhaber eines stehenden nicht eine Süßigkeit, wie er geglaubt hatte, sondern ungereinigte, Ansprüche auf Invalidenrente wurden im Jahre 1897 im ganzen Gewerbes überhaupt, noch speciell für Kunsthandlungen erlassen, fonzentrierte Starbolsäure, mit der Ungeziefer vernichtet werden sollte. 2034 neu erhoben, von welchen 1360 bewilligt, 601 abgelehnt wurden. dem Herrn Wendler auch nicht eine derartige Eröffnung gemacht, Der Kleine ist trop ärztlicher Hilfe der Wirkung des Gifts erlegen. Durch die Rentenliften liefen 4886 Invalidenrenten über 629 578 M. fondern im Gegenteil gesagt worden ist, die Aufforderung gründe Selbstmord. Gestern abend 7 Uhr wurde die Frau des Statisten jährlich, von denen 1492 durch Tod, 109 aus andren Gründen aus sich auf eine alte Bestimmung. Diese alte Bestimmung findet sich Scholz, wohnhaft Solmsstraße 17, erhängt aufgefunden. Der schieden, so daß Ende 1897 noch 3285 verblieben. Die Zahl der bis in dem den Juhabern stehender Gewerbe wohlbekannten§ 14 der hinzugerufene Arzt stellte den Tod fest. Bis nachmittag hatte die dahin von der Berliner Anstalt bewilligten und zwischen den An- Reichs- Gewerbe- Ordnung, in dem es heißt:„ Wer den selbständigen Frau noch in der Waschtiche zugebracht und ist dann erst zur Ausstalten verrechneten Invalidenrenten belief sich auf 2942 für Männer Betrieb eines stehenden Gewerbes anfängt, muß der zuständigen Behörde führung der That geschritten. Der von der Anstalt im Jahre 1897 ausbezahlte Rentenbetrag belief sich auf 291 574 M.; davon für andre Anstalten 16 594 M., wogegen die andren Anstalten für Berlin in demselben Jahre 16 353 M. zu übernehmen hatten. und 998 für Frauen. Die durchschnittliche Versicherungsdauer bis davon Anzeige machen. Außerdem haben Buch- und Steindruder, Die Leute zogen zum Eintritt der Invalidität betrug 180 Wochen bei den Männern Buch- und Kunsthändler usw. bei der Eröffnung ihres Gewerbes Auf der Flucht vor der Polizei versuchte gestern abend der und 189 Wochen bei den Frauen, worunter 19 bezw. 12 Krankheitsbetriebes das Lotal desselben so wie jeden späteren Wechsel 21 Jahre alte, aus Leipzig gebürtige Kaufmann Walter Stöter sich wochen. Bei den Verstorbenen dauerte der Invalidenrenten- Bezug des letteren spätestens am Tage feines Eintritts der zuständigen zu erschießen. Der junge Mann brannte vor längerer Zeit seinem durchschnittlich 608 Lage bei den Männern, 628 Tage bei den Behörde ihres Wohnorts anzugeben. Die zuständige Behörde für Bater mit 5000 M. aus Altona durch und trieb sich seitdem, von Frauen. Berlin ist das Polizeipräsidium, im vorliegenden Fall die gewöhn- der Polizei verfolgt, unftät umber. Bulegt mußte er wohl Grund zu der Annahme haben, daß ihm die Verfolger auf den Verfen feien. Gestern abend kam er in die Bedürfnisanſtalt vor dem Grundstüc Unter den Linden 3, fragte, als er einen Raum betreten hatte, die Wärterin, ob schon ein Schuhmanit gekommen sei, um ihn zu holen, und schoß sich unmittelbar darauf eine Revolverfugel in die rechte Schläfe. Ein Schutzmann des dritten Reviers, den die Wärterin herbeiholte, brachte den Schwerverwundeten als Polizeigefangenen nach der Charité. Ein Umzugsidyll. Der Polizeibericht meldet: In seiner Wohnung in der Anklamerstraße 44, die er zu räumen sich weigerte, geriet der Schuhmacher Gottlieb Wilkniß mit dem neuanzichenden Schneider Theodor Geisthardt und zwei diesen begleitenden Männern in eine Schlägerei und trug schwere Verlegungen am Auge und am rechten Arm davon. Er fand im Lazarusfrankenhause Aufnahme. " Gerichts- Beitung. Wirtschafterin. Sie lebten fehr einfach, obwohl fie ein sehr bes Die beiden Junggesellen bewohnten ihr Schloß mit einer alten Brozen Sternberg. Die Verhandlung über den Fall Woyda, deutendes Vermögen bejaßen. Die Briganten drangen durch ein der noch immer zur Erörterung steht, wurde fortgesetzt. Nach ehva Fenster ins Schloß ein und fesselten die alte Dienerin mit Striden. einstündiger Verhandlung trat jedoch eine Vertagung auf heute ein, Dann gingen sie in das Schlafzimmer der beiden Barone und weil über eine Entlastungszeugin Erhebungen angestellt bezw. ein ermordeten die Schlafenden. Sie sollen mehr als 200 000 Lire Peumundszeugnis über ihren Charakter eingeholt werden soll. Die erbeutet haben. Zeugin Frau Müller aus der Stoppenstraße, die am Sonnabend unter wieder auf freien Fuß gesetzt worden. dem Verdachte der Begünstigung verhaftet wurde, ist inzwischen mann Marktpreise von Berlin am 2. April 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidinis. Weizen D- Str. 15,30 14.10| weinefleisch: 1 kg Roggen Zwei für Droschkenkutscher wichtige Entscheidungen find " 1 Futter- Gerste Hafer gut 14,20 13,60 Kalbfleisch 14,10 13 Sammelfleisch 15,14,30 Butter 13,40 12,80 Starpfent 1,601 1,60 1,60 2 2,60 2, mittel 14,20 13,50 Gier 60 Stit 4,- 2,40 gering 1 kg 2,20 1,20 4,50 4, Male " 7,30 4,80 Bander 3,-1, 2,50 1, " 40, 25, Hechte: 1,80 1, " 45. 25, Bavide 1,80 0,80 " 70, 30, Schleie 3,- 1,20 11 7, 5, Bleie 1,60 1.20 Strebje 1,20 0,90 per Schod 12, 1,20 0,80 4, Hett + Grbfen †) Speijcbohnen mien Kartoffeln, neue Rindfleisch, Reute 1 kg dv. Grmittelt pro Tonne von der Centralſtelle der Preuß. Landwirtschaftskammern- Notierungsstelle und umgerechnet vom PolizeiBauch präsidium für den Doppelcentner. 7) Kleinhandelspreife. vom Stammergericht und vom Landgericht I gefällt worden. Die erstere betrifft den Droschkentutscher Gottlieb Gottschling. G. war vom Schöffengericht wegen Vergehens gegen das Berliner DroschkenRichtstroh Die Neue Freie Volksbühne“ veranstaltet am Sonntag, den Reglement vom 20. Januar 1873 und die Zusatzbestimmung vom 8. April, abends 7 Uhr, in Sellers Festsälen, Stoppenstr. 29, eine Frühlings: 9. Dezember 1895, nach welchen auf einem Halteplay ein Droschfenfeier, bestehend in Konzert, Gefang und Recitation unter Mitwirkung von futscher sich nur auf die Dauer von 10 Minuten von seinem FuhrFrl. St.( Sopran), Frl. Marie Gerdes( Klavier), Herrn Professor werk entfernen darf, wenn er seinem Hintermann" die BeaufJohannes Miersch, fönigl. griechischer Kammervirtnos( Bioline), Herrn Marsichtigung über sein Fuhrwert übertragen habe, bestraft worden. Den Laurence( Recitation) n. a. Billets a 50 Pf. find außer bei den bekannten Einwand, daß G. die Beaufsichtigung über sein Fuhrwerk dem Vorder: Zahlstellen auch beim Staffierer H. Reft, Georgenkirchfir. 24 a, zu haben. übertragen hatte, ließ das Schöffengericht nicht Im Apollo- Theater zeichnet sich die Operette Jm Reiche des gelten. Die Straftammer als Bernfungsinstanz bestätigte Indra" jetzt durch einige Neuerungen aus, welche die Unverleglichkeit bas schöffengerichtliche Urteil und auch das Kammergericht wies die der Majestät recht sinnig veranschaulichen. Daß es allen Zweifeln eingelegte Revision zurück und entschied, daß nur der Hintermann" zum Troß eine solche Unverleglichkeit giebt, tritt in dem Kampf eine gültige Beaufsichtigung übernehmen könne. Was macht nun Die zweite zu Tage, den der Vertreter der öffentlichen Meinung, Herr Steidl, aber der Legte", der keinen Hinternrann" hat? Broduktenmarkt vom 3. April. Der heutige Getreidemarli allabendlich mit dem von Herrn Bender dargestellten König Entscheidung betrifft den Fuhrherrn S. Dieser hatte ein polizeiliches eröffnte in feſter Tendenz. Bei der noch immer fehlenden GeschäftsMenelet internimmt. Der kurz angebundene Breßmensch schlägt Strafmandat erhalten, weil er auf einem Reservehalteplage fich beteiligung jedoch fonnten sich die anfangs leicht erhöhten Lieferungspreise mit dem Strick, der seine Hände fesselt, zunächst auf das nicht auf dem Bock befunden habe und beim Nachrücken auf einen für Weizen und Roggen nicht dauernd behaupten und gingen wieder auf Gestern nachmittag ist eine Ladung von gejalbte Haupt des Königs los. Dieser ist unverletzlich und fühlt andren Reservehalteplaz neben seinem Pferd einhergegangen fein gestriges Riveau zurüd. nichts von dem Ungemach. Dann versezt der Interviewer dem soll. S. erhob hiergegen Widerspruch, indem er geltend machte, daß 5000 Tonnen russischer Roggen per Juni Juli Abladung nach hier gehandelt. Daraufhin waren heute Roggenlieferungen angeboten. Das Geschäft in Herrscher etliche Fußtritte, die infolge der erwähnten Eigenschaft er als" Vierter" nicht verpflichtet gewesen sei, auf dem Bock zu ficu, effettiver Ware seigte auch heute feine Belebung. Offerten waren nicht ebenfalls ohne Wirkung bleiben. Nach verschiedenen ähnlichen dagegen berechtigt gewesen sei, beim Nachrücken neben seinem Pferd gerade reichlich, aber selbst das Heine vorhandene Angebot fand leine AufDemonstrationen wird die Unverletzlichkeit zum Schluß dadurch be- einherzugehen, da das Nachrüden keine Fahrt" jei. Das Schöffen- nahme. Safer war bei minimalem Sandel im Anschluß an Mais etwas jonders markant hervorgehoben, daß der Reporter den König in den gericht bestätigte zwar das Strafmandat, boch sprach ihn die achte höher gehalten. Mais weiter eine Mari gebeffert. Mehl war still und unFinger beißt, ohne daß dieser sich unangenehm berührt fühlt. Das Strafkammer des Landgerichts I frei, iropdem der Kommissar für verändert. Rüböl lag fest. Am Spiritus marft wurden 70er loco vom Aursmakler mit 48,90 ist vorab das Neueste aus der Linkeschen Operette. Das Specia- das öffentliche Fuhrwesen dem Gericht gegenüber seine eingeforderte litäten Programm bringt als Neuigkeit eine Dame Namens Ansicht dahin hmdgegeben hatte, daß das„ Nachrüden" als eine( unverändert) gehandelt. Gretchen Reutter. Sie trägt ein von dem bekannten Komiter Otto Fahrt" im Sinne des Drojchfen- Polizeireglements anzusehen sei. Reutter verfaßtes Repertoire vor und zwar ganz in der Manier, durch die dieser sich seine Erfolge zu sichern wußte. Die Humoristin Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und macht ihre Sache ganz hübsch, auch Freitag von 7-9 1hr abends statt. die allzu starke Anlehnung ant ihr Vorbild ein bißchen Die Herren: und Suaben- Konfektionsschneider hielten aut R. N. 48. Suchen Sie hier einige große Buchhandlungen auf; . 9. 48. störend hervortritt. Weiter zeichnen sich aus ein Radfahrerpaar Montag wieder eine zahlreich befuchte Versammlung ab. Nach einem sprechen Sie dort Ihren Wunsch aus, und Sie werden ziemlich sicher Ihren Hacker und Leſter, eine anmutige Tänzerin, Mlle. Dolia, und die einleitenden Vortrag des Genossen Jahit entspann sich eine sehr Bwed erreichen. spanische Tanzpoetin Tortajada. Eine französische Liederjängerin lebhafte Besprechung über die Zustände bei den Heimarbeitern. Zwei Bäusch. Justizrat Levy ist ant 18. Oftober 1896 von Werner und Lucette de Verly fällt dadurch auf, daß sie durch die Schulung Neener vom Verband der Schneider verlangten, daß die künftige Große ermordet worden. ihres Vortrags und nicht durch die landläufigen Bifanterien zu Lohnbewegung vom Verband geleitet werde. Eine Frau kennzeichnete wirken sucht. in treffenden Worten die Hungerföhne in der Konfektionsbranche. Es wurde schließlich eine Kommission von 9 Mitgliedern gewählt, um einen Lohntarif auszuarbeiten und gleichzeitig die Agitation für Errichtung von Betriebswerkstätten fortzujeßen.se Central Berband der Konditoren. Heute abend präcise 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Schiller, Rosenthalerstr. 57. Freie Vereinigung der Badenjer zu Berlin. Mittwoch, den 4. April, abends 8%, Uhr, Dragonerstr. 15 bei Lange, Sigung. Aus den Nachbarorten. Adlershof. Den Mitgliedern des Socialdemokratischen Arbeiter Bildungsvereins zur Nachricht, daß am Donnerstag, den 5. April, bei Schmauser, Diskussions- Abend stattfindet. 27 Versammlungen. Verein Berliner Mechaniker. Mittwoch, den 4. April, abends 9 1hr, in dem Vereinslokal, Jerufalemerstraße 8: Vortrag des Herrn Ingenieur D. Oliven über: Leitungssysteme, Straßenbahnwagen und Zubehör". Dermischtes. Aus Rigdorf. Der 41 jährige Zauberfünstler Richard Schmiedecke, Prinz Handjerystr. 77 wohnhaft, vergiftete sich mit Blausäure, wie es heißt, in einem Anfall von Delirium. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Bemerkt sei noch, daß Schmiedecktes erste Frau und seine Eltern gleichfalls durch Selbstmord geendet haben. Die verehelichte Maurersfrau Hülse bed, wohnhaft Bergstraße 157, versuchte sich lebendig zu ver brennen, weil ihr Mann sich von ihr scheiden lassen Ju Bischwiz im Kreise Ohlan sette ein mit vierzehn Jahren wollte. Sie begoß das Bett mit Spiritus und Petroleum, Buchthans vorbestrafter Mann einen Strohschober in Brand und zündete dasselbe dann an und legte sich hinein. Auf ihr Jammer- lockte dadurch die männliche Bewohnerschaft des Orts zur Brandstelle, gefchrei eilten Nachbarn herbei, welche sie aus den Flammen heraus- um inzwischen auf Diebstahl auszugehen. In einem Hause, in dem Holten. Amt ganzen Körper entschlich verbrannt. wurde die H. zus er einbrach, traf er eine Frau mit ihrem Sohn an. Beiden nächst nach der Unfallstation in der Steinmetzstraße und nach An- spaltete er mit einer Art den Kopf. Bei seiner Verhaftung legung von Notverbänden nach dem Brißer Kreiskrankenhaus machte der Brandstifter und Doppelmörder einen erfolglojen Selbst geschafft. An ihr Aufkommen ist kaum zu denken. Das in der mordversuch. Wohnung entstandene Schadenfener wurde bald gelöscht. Briefkasten der Redaktion. 21. R. 1875 fiel Ostern auf den 28. März. Tegel, W. O. Benden Sie sich an den Vorstand der Arbeiters Bildungsschule, Neue Roßstraße 3. G.. 10. 1 und 2. Ja. 2. St. Das heißt, die Betreffende habe fich fremde Sachen zugeeignet oder sonst wider die Redlichkeit gehandelt. G. M. 7. Bevor Sie heiraten, müssen Sie mit den minderjährigen Kindern erster Ehe sich gerichtlich auseinandersetzen. Zu diesem Behuf wenden Sie fich mit etwa folgendem Schreiben an das Amtsgericht: Meine Frau ist ant. gestorben. Ich beabsichtige, mich wieder zu ver heiraten und beantrage, da aus unsrer Ghe minderjährige Kinder Als ( Namen) vorhanden sind, die Auseinandersetzung mit meinen Kindern vorzunehmen und mir den Auseinandersetzungs- Schein zu erteilen. Teilungspfleger schlage ich... wohnhaft. avor, die Sterbe- Urkunde meiner Frau und die Geburts Urtunde meiner Kinder überreiche ich. Zur Borbereitung der Teilung bemerke ich, daß ich zu Gunsten meiner Kinder Gin auf die Erbichaft in das Bermögen meiner Ehefrau verzichten will. Vermögensverzeichnis über den Nachlaß meiner Frau füge ich bet.4- Jufti ia. Rein.- B.28.78. Er fann zur Zeifung zwingen; die Kosten sind ihm gestundet. 2. 2000. Ein Testament fönnen Sie beim Notar oder Gericht nieder: .. Gr. Sie legen. die Niederlegung eines eigenhändigen Testaments ist nicht erforderlich. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Objekts. find zur Zahlung verpflichtet.- Klara G. Sie können leider lediglich auf unterlassung des Geräusches gegen den Wirt flagen, würden aber mit der Klage nur dann durchdringen fönnen, wenn Sie früher dort wohnten, als R. A. 32. Sie fünnen sich einen andren Taufschein bes die Fabrik. forgen. G. G. 48. Nur wenn Sie beweisen tönnen, daß 173 und nicht 180 Marf vereinbart sind, würde die Klage gegen Sie aussichtslos fein. 2. m. 26. Wegen einfacher Beleidigung fann auf 3 bis 600 Mart, oder auf einen Tag bis zu einem Jahr Haft oder Gefängnis erkannt werden. R..B. 38. 1. Sie fann nur flagen und dann pfänden lassen oder öffentlichen Pfandverkauf nach vorheriger Mahnung durch einen Gerichtsvollzieher betreiben. Eine andre Art Berfauf kann als Unterschlagung auf3. und 4. Von selbst. zahlung aufzubewahren. gefaßt werden. 2. Sie thun gut, die Quittungen bis zur völligen Ab2. 9. 100. Nein. 2. 57. 1. Der Vater haftet in dem von Ihnen dargelegten Fall nicht. 2. Es muß der für den Unterhalt der Familie erforderliche Betrag gelassen werden. Sch. Ebersbach. Sie sind zur Zahlung verpflichtet. O. G. Nein. Usedom. Die Genossenschaft fann sich nur an den Sohn haften und kann auf den Lohn nicht Beschlag legen.- 14. 12. Der Erbe ist zur Tragung der Begräbnisfosten verpflichtet. Sie würden innerhalb sechs Wochen nach Kenntnis vom Tode der Erbschaft entfagen können. 9. 3. 2. Wenn die Ehe wegen des Ehebruchs getrennt wird und der beleidigte Gatte Strafantrag stellt, sind beide Egebrecher mit Gefängnis Abonnent Kellinghusen. Ja. bis zu fechs Monaten zu bestrafen. Eisenbahnunfall. Ter Schnellzug 3 nach Oderberg, der Der öffentliche Arbeitsnachweis der Stadtgemeinde Rig Breslau um 2.15 Uhr nachmittags verläßt, blieb in der Nähe von dorf wurde im Monat März von 131 Arbeitgebern benußt: die Dombran infolge Schienenbruchs der Maschine liegen. Es wurde selben verlangten 53 Handwerker, 75 gewöhnliche Arbeiter. 24 Dienst fofort nach Oppeln um eine Hilfsmaschine telegraphiert. Diese fuhr mädchen, 12 Fabrikarbeiterinnen, 12 gewöhnliche Arbeiterinnen und infolge Fahrlässigkeit des Führers direkt stark auf den stehenden Zug 19 jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren( darunter 16 für Fabriken), auf, daß nicht allein die defette Maschine, sondern auch der Back insgesamt 195 Personen. Dagegen haben Beschäftigung nachgeiuchtwagen aus dem Geleise geschleudert wurden. Drei Personen haben 55 Handwerker, 150 gewöhnliche Arbeiter, 7 Dienstmädchen, 10 Fabrik- leichte Berlegungen davongetragen. Der Materialschaden ist be Der Anschluß nach Wien und Bukarest wurde verfehlt. arbeiterinnen, 5 gewöhnliche Arbeiterinnen und 18 jugendliche Arbeiter, deutend. insgesamt 245 Personen. Von diesen haben 143 Arbeit nachgewiesen Nach 7 Uhr abends fonnte das Geleise wieder befahren werden. erhalten und zwar 41 Handwerfer, 65 gewöhnliche Arbeiter, 7 Dienst- Eine goldne Statue. In der Gießerei Heury Bonnard wird mädchen, 9 Fabrikarbeiterinnen, 6 gewöhnliche Arbeiterinnen und gegenwärtig die goldene Statne der amerikanischen Schauspielerin 15 jugendliche Arbeiter. Telephonische Gespräche wurden 74 geführt. Adams gegossent; diese Statue ist für die Pariser Ausstelling Der Wächter als Dieb. Auf den Messingwerken Heeger- bestimmt. Sie ist das Werk von Frl. Bessie Vonnoh und stelli mühle bei Eberswalde wurde seit längerer Zeit Kupferrohr ge- Frl. Adams als junges amerikanisches Mädchen", in einfacher Bose, stohlen. Dem Dieb auf die Spur zu kommen, wollte nicht gelingen. mit schloff herabhängenden Armen und in einem gewöhnlichen Die Haartracht, die fast die Augenbrauen Nachdem die Eigentümer für seine Ermittelung eine Belohnung von Soiree- Kostüm- dar. 300 M. ausgefcht hatten, ließen sich in der Nacht zum Montag zwei bedeckt, ist ganz fo eigenartig arrangiert, wie fie Fräulein Arbeiter heimlich einschließen und legten sich auf die Laner. Um die Adams zu pflegt, und die Aehnlichkeit ist eine vollMitternachtsstunde Tam Der waste fich aufte attic Arbeitet ständige.ie Statue, die mit ihrem Piedestal 6 Fuß Stationen 712 fund; 111a1t schäßt, daß fie für meinten, um nach dem Rechten zu sehen. Wie erstaunten aber die hoch ist, wiegt Aufpasser, als sie sahen, daß der Hüter sich über das Kupferrohr 187 000 Dollar Metall enthält, und zwar Gold für 125 000 Dollar hermachte und mit einem Stück den Weg durch ein Fenster ins Freie und für 62 000 Dollar eine Mischung von Silber und Kupfer. Die nahm. Sie gingen dem Ungetreuen nach, nahmen ihn fest und über- Statue ist nicht etwa massiv, sonst würde ihr Gewicht noch weit be- hamburg gaben ihn morgens der Polizei. Die fand in der Wohnung des deutender sein. Sobald sie aus der Form gehoben sein wird, was Berlin Wächters, der aus Lichterfelde stammt, noch eine Menge andres fetiva am 20. April der Fall sein dürfte, wird ste nach Paris ab- Wiesbaden 762 23 Diebesgut. Der Dieb wollte feiner Behauptung nach die Beute begehen, wo sie im Optil- Palast zur Ausstellung gelangen foll. Der München 762 NA 2 wolfent- 4| ungen, um sich ein Fahrrad zu bauen. Jedes Wort; 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter straße 9, parterre. 2016 Borjährige elegante Herren paletois und Anzüge aus feinsten Stoffen 25-40 Mark. Verkauf Sonn abend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21 II. Sofa, pitfeines, billig, Schulze, Bergmannstraße 107 born IV.[ 3086 Witterungsüb erficht vom 3. April 1900. morgens 8 1hr. Barometer stand mm richtung Wind: Windstarte Eminemde. 763 besondere Grund, warum man die Statue aus Gold machte, ist uns wien nicht bekannt. Italienische Räuber. In Grammichele bei Catania sind die Barone Grandineto, zwei Brüder, von Briganten ermordet worden. Wetter 3wolfig SSO 762 NO 763 SO 1 heiter 762 23 1 bedeckt Temp, n. C 15° C= 4th N. 1 Sigilonen fland mm Barometer -0 paparanda 775 92 -2 Betersburg -1 Cort Winds Dunza Winditärte Wetter Temp. n. 6. 15° 6.= 4° 9. 2wolfen!-14 755- SW 5 Regen 3 wolfig-4 Aberdeen 756S0 5 bedeckt 3 wolfig-4 Paris 2wolfig 14 762523 Wetter Prognose für Mittwoch, den 4. April 1900. Teils heiter, teils wolfig, bei mäßigen füdlichen Winden, Nachtfrost und steigender Tagestemperatur; teine erheblichen Niederschläge. Kleine Anzeigen. 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Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. M 90* = + 111* Monteure und Schlosser