" Erscheint in feipjia Mitlivoch, Freitag, Sonntag. Abounc-nentspreis für ganz Teutichland i M. SV Ps. pro Quartal. Monate»'Abonnements werden bei allen dcntlchen Postanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besondere angenommen: im kbnigr, Sachsen und Herzoglh. Sachsen- Alteitburg auch aus den Neu Monat dce Quartale i 54 Psg. Inserate betr, Bersammlungcu pr, Petitzeile lv Pi., betr. Privatangelegenheiten und Feste vro Petitzeile Z0 Ps. Gestellungen nehmen an alle Postanstalten und Buch Handlungen des In- u. Auslandes. Filial-ExPeditionrn. New-York: So�.-demotr� Acnosten- schastsbuchdrnckcrei, lös Illchriilxe 8te, Philadelphia: P. Haß,«30 Xvrtl» gr« Ltrsot, I, Boll, 1123(ldariotts Str. Chicago: A. Lanscrmann, SS« vlrl. «ian Street, San Franziico: F. Enh, 418 OTur- rell Street, London: Bändig, S Kassau Street, Middlescx Hospital. Kentrat Grgan der Sozialdemokratie Deutschtands. Nr. 18. Sonntag, 11. Februar. 1877. Verrückte Schwärmerei verschwunden!) Doch, wer weiß! Das will er vielleicht: die Million deutscher Sozialisten— denn so stark sind wir winde- nannte Graf Eulenbnrg in der Sitzung des preußischen Land- stens, wenn wir die Männer, die jetzt das Wahlrecht nicht haben, tags vom«. d. die sozialdemokratische Bewegung.„Wenn wir Zu den sozialistischen Reichstagswählcrn hinzurechnen— die Mil- nicht bei Zeiten der Ausbreitung dieser verrückten Schwär-""-'-"'tt'"- ÄAmfirmar" mivX eWnftm.for„pfharrt merei entgegentreten, so werden wir mit Flinte und Säbel endigen." Wir? Wer? Das Wort ist vielleicht wahrer, als der Sprecher ahnt. Wir sehen aber, der Mann ist sich lreu ge- blieben.„Tie Flinte schießt, der Säbel haut"— das ist noch immer sein„letzter Grund", ja sein einziger. Freilich, es scheint ihm aufzudämmern, daß diejSachc doch nicht so einfach ist, wie reuth ist ungefähr drei Viertelstunden von Leupoldsgrün entfernt und bedeutend größer als dieses. Es hat 1784 Einwohner. Der Besuch schon der ersten Häuser überzeugte die Commissäre, daß hier ein viel, viel traurigerer Zustand bestehe, als in Leupoldsgrün. Tie Physiognomie der Familien im Allgemeinen war freilich dieselbe, wie die der ärmsten dort: In einem meist geräumigen und gut gehaltenen Zimmer der leerstehende oder gar schon zusammengelegte Webstuhl, eine große, augenscheinlich nicht blos für Mann und Frau, sondern auch für alle Kinder bestimmte, nur mit Lumpen oder höchstens einigen Resten von Bettstücken angefüllte Bettlade, nicht überall ein lion„verrückter Schwärmer" wird in Irrenhäuser gesperrt und parirt sie da nicht Ordre, dann kommt das„Flinte-schießt-, Säbel-haut"-Rezept in Anwendung. Meinen Sie's so, Herr Graf? Doch nein, Sie haben gar'nichts gemeint, Sie waren viel zu verwirrt, um etwas Bestimmtes gemeint haben zu können. ____ J........... Aber Ihr neues geflügeltes Wort bleibt. Die„verrückte er sich eingebildet, und �der Wunsch, Ven er"ä'ußert'e, seines Amts Schwärmerei" wird Ihnen anhasten, so lange Ihr Name genannt Tisch, selten mehr als ein Stuhl oder Schemel an der Wand bald enthoben zu sein, ist unzweifelhaft dem Gefühl(von Er' werden wird, das Wort werden Sie nie los, so wenig wie freilich nicht überall, das Schüsselbrett mit bemalten und sauber kenntniß läßt sich da nicht reden) entsprungen, seinem Amte! jenes andere Wort, das Sie so gern abwaschen möchten, als gehaltenen Tellern und Tassen. Der Vater in der dürftigsten nicht mehr gewachsen zu sein.' wäre es das brennende, anklagende Blut eines Ermordeten. Kleidung barfuß am Ofen stehend, die Mutter auf dem Nicht ganz frei von Gewissensbissen ist, was er bezüglich„Verrückte Schwärmerei", sagt der Graf,„verbrecherische Schemel hockend, Lumpen auf Lumpen flickend, oder das seiner famosen Reichstagsrede sagte, an die er von Schröder- Thorheit" sagt der Fürst. Wem dxr beiden„genialen" Staats- jüngste Kind in der Hängemattcnwicge schaukelnd. Die anderen Lippstadt erinnert worden. Wir lassen die ganze Stelle nach männer gebührt die Palme? Kinder, selten weniger als drei, häufig mehr als vier, theils dem Bericht der„Vossischen Zeitung" hier folgen: Sehen wir nun zu, was die„verrückte Schwärmerei", die auf dem Arm des Vaters, theils in der Bettlade oder auf dem „Der Vorredner(Schröder- Lippstadt) hat— ich weiß nicht,„verbrecherische Thorheit" ist. Stubenboden kauernd. Eine recht traurige Verschiedenheit von milt.ft.z. a.-.—'"'------ Wir durchblättern dick Zeitungen eines Tags. der Situation in Leupoldsgrün bestand darin, daß bei den Armen „Kosel, 2. Februar. In dem von hier eine halbe in Konradsreuth die Stuben meist kalt, nirgends genügend Stunde entfernten Dorfe Dembowo herrscht seit vo- warm waren, während dort mit ganz wenigen Ausnahmen die riger Woche der Fleckentyphus(Hungertyphus)." Temperatur keinen Mangel an Brennmaterial erkennen ließ. ob er Mitglied des Reichstags war(allerdings!)— sich gegen das gewandt, was ich im vorigen Jahre über die Sozialdemo- kratie vorzubringen Gelegenheit hatte. Entweder ist er nicht anwesend gewesen, oder hat nicht gelesen, was ich gesagt habe. Niemals ist es über meine Lippen und in meine Gedanken ge- kommen, die Sozialdemokraten als ein zusammengelaufenes Ge- sindel anzusehen, welches nichts anderes verdiente, als mit Säbel und Schießgewehr behandelt zu werden.(Rufe im Centrum: die Flinte schießt! der Säbel haut!) Was ich damals sagte, hatte eine Bedeutung, die heute vielleicht schon in einem ansprechenderen Lichte(!) erscheinen mag, als sie damals allge- „Waldenburg, 1. Februar. („Wahrheit.") Diesem öden, kalten Aufenthalte entsprach die Stimniung der Unsere sozialen Verhältnisse Bewohner, ihr Aussehen, die Mitthcilung über ihre Ernährungs- mein aufgenommen wurde.(Aha! Berstanden, Ihr Herren vfens in der Eisenschmelzc brotlos geworden sind, giebt es noch, Nationalliberalen?) Ich führte damals aus, daß die Sozialde- bedeutende Zahl von Bergleuten, die wegen des schlechten ■m rxtyri c» 1 1 vf Va vVt u /■» f* ,4a a...._____ r..... j•.i r.• /■ or» 4-VrAoSrtv-a a«-iv, �«4 l � äCav.xaa* M«*.. estalten sich immer besorgnißerregender; unheimliche und doch Verhältnisse. In leise klagendem Tone, den nur manchmal die rüstige Gestalten durchziehen die Straßen; die Bettelei ist auf! um ihre Kinder jammernde Mutter etwas stärker anschlug, be- eine enorme Höhe gestiegen; Alles klagt über Arbeitslosigkeit g. r- �— und bitteres Elend; die Steuerlast ist auf's Höchste gespannt; außer den cirm 400 Arbeitern, die durch Ausblafen des Hoch- mokratie, ursprünglich vielleicht von ganz berechtigten sozialen �hlenabsatzes entweder ganz entlasien, oder doch in ihrem Ver- mäßiger Anstrengung, nicht festen, auch vernachlässigter iHTSrtufAÖltfcv f AlaataatfCa�-a 4 4.1 4... 4� 4... 4,. 2<. 2 l'lit'nllp In npiffimftferi- ItttS Vlrtft Üa XtO M iTJffnrtO ärr+ Anä/artaaS CV � ,,, ,,, n a- Va ,a s< dienste so geschmälert sind, daß sie die nothwendigsten Ausgaben ka';». O.c. �'£.4.... fL'4....'_. f'<. antworteten sie die an sie gestellten Fragen. Die Erwachsenen um Vieles noch bleicher und abgehärmter als das sonstige Aus- sehen der Weber, in fast allen Familien wenigstens ein krankes Kind, die jüngsten die deutlichen Spuren ungenügender Ernährnng, die älteren die Spuren vorzeitiger und über- Pflege in übcrstandcnen Krankheiten zeigend. Jammervoll für Micthe und Lebensbedarf nicht zu bestreiten im Stande sind; waren die Ergebnisse der Ausforschung über die Ar- überall Roth, Klagen und bittere Unzufriedenheit; wir gehen beitS- und Ernährungsverhältnisse. Die armen Leute einer schrecklichen Zukunft entgegen." s„Germaitia.") hatten meist seit mehreren Wochen gar keine Arbeit mehr, nach- „Aus Westphalen, den 5. Januar. Die Zahl der dem sie Wochen hindurch vor dieser Zeit nur mit Unterbrechungen arbeitslos und somit brotlos werdenden Arbeiter wächst beschäftigt waren. Ihre Vorräthc an Kartoffeln, fast dem ein- hier von einem Lohntag zuin andern; fo wurde im zigcn Nahrungsmittel aller armen Weber, waren bei den Einen Laufe voriger Woche nicht weniger als 1227 Bergleuten ge-! ichvn ganz�, bei den Andern bis auf gjnen geringen Rest aufkündigt. Zeche Tremonia 100, Vcr. Dorstfeld 80, König Wil- Helm 200, und auf zwei Zechen wird der Betrieb zum 15. ds. ganz eingestellt werden—, Zeche Wittwe, zu Louise-Tiefbau ge- hörig, mit 300, und Zeche Nordstern mit 547 Mann Beleg gezehrt.'Es wurden Fälle constatirt, daß die Familien eine volle Woche keinen Bissen Brod, nur Kartoffeln gegessen haben. Die Wassersuppe wird ohne jede Spur von Fett' bereitet; eine Frau erwiderte auf eine dcsfallsige Frage des Regierungscom- schaft—, so daß auch die Beamten entlassen werden müssen. Im missärs, daß sie stoh sein müßten, wenn sie nur das nothwendige ganzen Oberbcrgamtsbczirk Dortmund wird die Zahl der im! Salz zum heißen Wasser der Brodsuppe haben. Die Com- Forderungen ausgehend, sämmtliche Institute des Staates, des monarchischen sowohl, wie jedes Staates überhaupt, aufheben will von Grund und Wurzel aus, und etwas Neues aufzubauen die Absicht hat, wovon kein Mensch(soll heißen: Graf Eulenburg nicht) in seiuem Gehirn sich eine Vorstellung macheu, und was nur immer als allgemeines Ideal aufgestellt werden kann. Ich habe gesagt, darin liegt die Gefahr, und wenn wir nicht bei Zeiten der Ausbreitung dieser verrückten Schwärmerei ent- gegentreten, so werden mir mit Säbel und Flinte endigen. Dies war meine Deduktion, und bei dieser Deduktion muß ich um sof mehr bleiben, wenn ich sehe, wie sich die Sachen entwickelt haben. Behandeln wir doch diese Frage nicht so mit einzelnen Schlag- Wörtern oder glauben wir nicht, daß wir über dieses Schauspiel, das sich vor uns entwickelt, so mit leichter Mühe hinwegkommen„ m_____ U.JBi.....,,- WW VI, ,, werden! Tie Frage liegt ungeheuer tief(als, doch?), sie verflossenen Monat entlassenen und im laufenden noch zur Ent-' missäre können sich nicht erinnern, daß von den vielen isi ein wirklicher Schaden unserer sozialen, staatlichen lassung kommenden Bergleute rund auf 6000 geschätzt, und daß Kindern, die sie in den ärmsten Familien augctroffen und Parteilichen Zustände. Ich glaube, daß die Sozial- diese Angabe nicht übertrieben sein wird, dafür zeugen obige! haben, eines ein Stück Brod in der Ha ud gehabt hätte, demokratie sich nicht herausgebildet hätte, wenn sie nicht ihren Daten. Kaum besser daran sind noch die in Arbeit Bleibenden, st den jüngsten, schreienden wurde nicht eine Rinde Ursprung geschöpft hätte aus anderen Parteien(Rufe: da sie nur mit halber Kraft in Anspruch genommen werden und zur Beruhigung gegeben. Denjenigen Familien gegenüber, Namen!), deren Essenzen als Gift auf sie herabgeträufelt sind.> es somit in der Regel nicht über 30 bis 45 oder 50 Mark vier- welche ihre Kartoffelvorräthc bereits aufgezehrt hatten, tag die (Heiterkeit.) Es ist mir gesagt worden von Seiten der Fort- zehntägigen Verdienst zu bringen vermögen— ein Satz, der � Frage nahe, wovon sie denn ihr und ihrer Kinder Nahrungs- lchrittspartei, ich sei der eigentliche Schöpfer der Sozialdemo- bei hiesigen Verhältnissen durch das Sprichwort:„Zum Ster- � bedürfniß befriedigen. Hierauf erfolgte nach Zögern die Ant- kratie, ich hätte sie vor sechs bis sieben Jahren nicht genug nn- den zu viel und zum Leben zu wenig" treffend charaktc- wort, daß die Kinder„hinausgeführt"(zum Betteln) würden, terdrückt. Nun gut! Das ist eine Behauptung, die ich für ab- risirt wird. Die Folgen sind jetzt schon: Zurückziehung etwaiger und daß der Mann, wenn er nach Hof hineingehe, um nach Mut unrichtig halte, die aber auch nicht den geringsten Anklang Spareinlagen aus den bezüglichen Kassen, der Verkauf etwaigen Arbeit zu sehen,„doch immer ein wenig was mit heimbringe." sonst gefunden hat. Aber dabei bleibe ich stehen; wir sind dieser! kleinen Grundbesitzes, für die Sparkafscn die Nothwcndigkeit, And bei all' dem Elend kein Wort des Unmuths, nur die Hofs- Bildung in unserem Staatsleben gegenüber zu der äußersten ihren eonservativcn Charakter aufzugeben und bei GrnndMcks-! yung auf Besserwcrden, der Wunsch nach Arbeit. Ein Mann Vorsicht verpflichtet, und wozu noch"mehr? Zum Zusammen- � Versteigerungen selbst das Gebiet der Spekulation zu betreten in mittleren Jahren, den einer der Commissäre mit der Ansicht schluß aller derjenigen Elemente im Staate, welche berufen und j und die betreffenden Besitzungen meistens zu allerdings spott- der Fabrikanten in Hof, daß die schlimmste Zeit vorüber sei, stark genug sind, den Staat als solchen, den monarchischen Staat, billigem Satze zu erwerben, um mit ihren hypothekarisch begrün- tröstete, erwiderte:„Gott gebe es; es ist gar so traurig, wenn den christlichen(Ruf im Centrum: Culturkampf!) aufrechtzuer- deten Forderungen nur nicht auszufallen, und endlich zuneh- via« keine Arbeit hat und den ganzen Tag seinen Webstuhl so halten und gegen seinen Umsturz zu schützen. Glauben Sie nicht, mende Unsicherheit von Person und Eigenthum. Sie Aer vor sich stehen sehen muß, es ist gerade, als wenn man ein daß Sie durch Ihr ewiges Rütteln an der Rechtsbeständigkeit' werden sagen, das ist stark aufgettagen, aber es ist nur wahr- schlechtes Gewissen hätte." Nicht der aus der Beschäftigungs- rite(ordnungsmäßig) zu Stande gekommener Gesetze, durch den heitsgemäß: die Provinzialblätter berichten zahlreich darüber und kosigkeit sich ergebende Verlust des Unterhaltes— der Mangel ewigen Borwurs. ivlr fänden am Culturkampf Freude und Leben, bleiben unwiderlegt."(„Wcscr-Zeitung".) �er lieb gewordenen Arbeit selbst war dem Manne für „Aus Franken, 4. Februar. Ueber den Nothstand unter Awii Augenblick das Schwerste. Ueberhaupt muß bemerkt der Weberbevölkerung des VoigtlaudcS berichten die werden, daß alle die Leute, von welchen hier die Rede ist, nach dorthin entsandt gewesenen Rcgierungscommissäre, Herr Medi- den bestimmtesten Versicherungen der Mitglieder der Gemeinde- zinalrath vr.B er r und Rcgierungsrathvr.Papelli er, grauen- Verwaltung brave, fleißige, nüchterne Menschen ffnd, die hafte Dinge. Da die Regicrungscommissäre auf die ihnen ge! gerne auch jede andere Arbeit verrichten würden. Leider ist kein stellte Aufgabe nur zwei Tage verwenden konnten, so ist es anderer Erwerbszweig gegeben, zu den: sie übergehen könnten, felbstverständlich, daß ihre Beobachwngeu, welche durchweg ganz! vamentlich sind die wiederholt augestellten Versuche, bei dem Persönliche sei« sollten, sich nur auf wenige Ortschaften erstrecken Eisenbahnban Beschäftigung zu finden, fehl geschlagen. Wenn .... 4___ rr\•.....,< cvi_ jT.' Jfli.__ � t• c. i /aa,-4a S. � WJnfäeaa* Ua einem nicht, (Uli- nni» durch diele fortwährende Erregung der Gemüther auf ein Felde, was ja lo leicht zugänglich ist,— glauben Sie ni daß Äie auch den Sozialvemokraten die Wege bahnen?" Ü ruhe im Ccntrum.)"— In diesen„Deduktionen" des Grafen Eulenburg ist nur Eins Kar: nämlich daß der Graf Eulenburg nicht klar ist. In Einem Athem sagt er: die soziale Bewegung ist„eine verrückte Schwärmerei" und: die soziale Bewegung„liegt ungeheuer «es",„sie ist ein„wirklicher Schaden"— was doch wohl aus! konnten/ Die amtlichen Nachrichten sowohl, als die aus den auch hier und da ein Weber angenommen wurde, so wurde er gräslichem in proletarisches Deutsch übersetzt heißt: sie ent- Correspondenzcn oberfränkischer Zeitungen entnommenen, veran vach ein oder zwei Tagen wieder weggeschickt, da sich seine kör- lprmgt einem wirklichen Schaden—; warnt vor„Schlagwörtern", laßten sie, direst nach Hof und von da in Begleitung eines Bc perliche Kraft durchaus ungenügend erwies. Solcher Familien, er, der selbst ans das böse Schlagwort von der„verrückten zirksamtmannes sofort nach dem 1143 Seelen zählenden Orte die in so großer Roth sind, befinden sich in Konradsreuth 30 Schwärmerei" verfallen, und giebt sich die komische Mühe, den Leupoldsgrün, ungefähr zwei Stunden von Hof, zu fahren, bis 40, eine Zahl, die immerfort aus der Reihe der jetzt noch �Iprung der Sozialdemokratie, den er soeben in wirklichen Sie besuchten hier an 20 Weberfamilien, indem sie von den um eine Linie bcher Stehenden vermehrt wird. Ei« großes Schäden gefunden,„aus anderen Parteien" herzuleiten,„deren ihnen als ärmste bezeichneten zu den minder hilfsbedürftigen Glück ist es, daß in Konradsreuth die edle Familie v. Stasi- Mvzen als Gift auf sie herabgeträufelt sind", und seine eigene und den noch gut situirten aufzusteigen gedachten. Der Schluß, Rcitzenstein lebt, welche mit Rath und That den Armen Hilst " M. � der sozialdemokratischen Bewegung zu betheuern. welche« sie sich aus diesen Besuchen, aus dem Bettachten der und insbesondere Tag für Tag kräftige Suppe verabreicht. Der gehen ohne Weiteres über diesen gräflichen Gallimathias i Wohnräume, de«! Ausspähen der Nahrungsvorräthe, den Be- Gesundhcltszuitand im Ganzen ist zur Zeit uoch nicht besorgniß- den unglücklichen Staatsmann in dem Morast des> sprcchungeu mit den Familienangehörigen und den Bestätigungen erregend, och legt bie bei s» vielen Menschen bis auf's „721 t i„verrückte Schwärmerei", yat vcr Herr Gras ,'/(?'/nt,. daß die moderne Wissenschaft über die alte Blut DUienkur inr„verrückte Schwärmerei"— einmüthig den Stab � krochen, dagegen Diejenigen, welche noch an die Blut- und j JI/ glauben, als Opfer„verrückter Schwärmerei" gekenn- K chnct� hat'. Was würde der Herr Graf dazu sagen) wenn sonst ja leicht zurückzulegenden Wege und wohl auch von der Depression stets vereitelter Hoffnung so angegriffen werden, daß sie einen mit ficberartigen Erscheinungen verbundcneil Schwächezustand zeigen. Die Commissäre reisten, nachdem sie in Konradsreuth die für den Augenblick gebotenen Maßregeln Heilmethode in den Preußischen Irrenanstalten wieder ein- lungen erhielten die Commissäre von dem zufällig nach Leupolds-- getroffen und in Hof gemeinsam mit dem Bezirksamtmann, mit »tuart würde?(Ganz ist sie leider noch nicht aus denselben grün gekommenen Bürgerweister von Konradsreuth. Konrads Fabrikanten und Aerzten über die weiter zu unternehmenden kärgliche Nahrung haben und von Tag zu Tag tiefer im Elende sinken, daß aber für sie die örtliche und weiterhin die Distristsarmenpflege genügende Hilfe schaffen könne(?), da ihre Zahl im Berhältniß zu den in besseren Verhältnissen befindlichen Ge- meindcgliedern noch eine geringe ist. Weit schlimmere Mitthei- Schritte Berathung gepflogen hatten, noch in der Nacht nach Münchberg, wo ihnen am andern Tage glücklicherweise über bessere Zustände berichtet wurde. Ein Torf, näm ich Ahorn- bcrg(1149 Seelen), besuchten die Commisiäre auch in diesem Distrikte, weil sie nach den ihnen gemachten Mittheilungcn, die sie auch vollständig bestätigt fanden, hier ähnliche Zustände wie in Leopsldsgrün voraussetzen mußten." („Oberfränkische Zeitung".) Genug! Das sind„gräuliche" Zustände, wird Jeder uns zu- geben. Und wohlgemerkt: es sind Zustände, die sich nicht blos auf die hier erwähnten Oertlichkeiten beschränken, es sind Zu- stände, die aus allgemein wirkenden Ursachen, aus unserm ge- sammten Wirthschaftssystem entspringen, und folgerichtig nur durch Entfernung der Ursachen gehoben werden können. Wohlau— diese Ursachen entfernen, solch' gräulichen Zustän- den abhelfen wollen, das ist„verrückte Schwärmerei", „verbrecherische Thorheit". Lolk, urtheile! Volk, richte! Begreifliche Unbegreislichteitcn. Unter die mit diesen Worten bezeichnete Kategorie gehört unter anderen die Salzsteuer. Schon vor mehr als dreißig Jahren äußerte sich Liebig in seinen Chemischen Briefen folgen- dermaßen über dieselbe:„Die Salzsteuer ist die häßlichste, den Verstand des Menschen entehrende und unnatürlichste aller Steuern auf dem Continente; aus ihr sieht man, daß in dem Instinkt eines Schafes oder Ochsen mehr Weisheit sich kund- gicbt, als in den Anordnungen desjenigen Geschöpfes, welches seltsamer Weise häufig genug sich als das Ebenbild des Jnbe- griffs aller Güte und Vernunft betrachtet!" Wie Professor Kopp in Gießen den Studenten bei seinen Vorlesungen über Krystallographie oft erklärte, daß er, durch Erfahrung belehrt, gar keine Kenntnisse bei ihnen voraussetze, so scheint es seinem College» Liebig ähnlich gegangen zu sein, wenn er den Regierungen nicht einmal den Instinkt eines Schafes oder Ochsen zutraut. Fallen muß die Salzsteuer früher oder später, und es wird auch hier wieder der deutlichste Beweis geliefert werden, daß einerseits aller Fortschritt auf sozialem Gebiete den regierenden Klassen abgerungen werden muß, und andererseits, daß das Wesentliche einer guten Gesetzgebung nicht nur im Fabriziren von neuen Gesetzen besteht, sondern auch darin, anerkannten alten Unsinn zu beseitigen. Auch Robert Peel war einer der Letzten, die das Unheil der englischen Korngesetzc einsahen, ein Unheil, das längst jedem englischen Arbeiter klar war, und der dama- ligen regierenden Partei gebührt blos das zweifelhafte Verdienst, die Aufhebung der Korngesetzc hinausgeschoben zu haben, bis der Hunger vor der Thür stand. Das Salz, das einzige minera- lische Produkt, das der Mensch zu seinem Unterhalt bedarf, liegt zu Millionen und aber Millionen Centnern oft in seltener Rein- heit in der Erde vergraben; das war natürlich eine Goldgrube, die sich die Regierungen nicht aus den Händen nehmen ließen, denn Salz muß das ganze Volk haben, dabei muß etwas heraus- kommen, und sämmtliche Salzbergwerke und Salzsoolen wurden für Eigenthum der einzelnen Regierungen erklärt, das Monopol war damit eingeführt und ein Artikel, der— ich muß hier auf altes Geld zurückgreifen— höchstens einen Werth von dreißig Kreuzern per Centner hatte, wurde von den natürlich jederzeit um's Volkswohl besorgten Regierungen mit 4'/- bis 5 Gulden verkauft, und jetzt, nach Aufhebung des Salzmonopols, ist es um kein Jota besser geworden, denn den gleichen Betrag, um welchen damals jede einzelne Regierung das Volk übervortheilte, erhebt das neue Reich unter einer etwas delikateren Form, die man Steuer nennt. Man erhebt jetzt in Deutschland 6 Mark von jedem Centner Salz, der zum menschlichen Genüsse dient, so daß dieser Artikel dem Staate die Kleinigkeit von über 33 Millionen Mark jährlich einbringt. Sehen wir nun nach, wer eigentlich die Zeche bezahlen muß. Physiologisch ist es längst erwiesen, daß pflanzenfressende Thiere zu ihrer Nahrung ein gewisses Quantum�Salz bedürfen, welches die Fleischfresser meistens ganz entbehren können. Jeder weiß, wie begierig Kühe und Schafe an Allem lecken, was salzig schmeckt, und um dem Bauer die Haut nicht ganz über dem Kopfe zusammenzuziehen, hat man das Viehsalz unbesteuert gelassen; aber auch das liebe Vieh muß wissen, daß es eine fürsorgliche Allmacht giebt, die ihm Wermuth in sein Lieblingsgewürz hin- einquacksalbert, da nach Vorschrift der Zollbehörde alles in den Handel kommende Viehsalz mit Wermuth und Eisenoxyd dena- turirt, auf gut deutsch besudelt werden muß. Wo diese Denatu- Herr v. Pnttkammer. ii. (Fortsetzung.) Noch eine Stelle!„Mit rabulistischer Spitzfindigkeit weiß er den Wortlaut der Gesetze für sich zur Geltung zu bringen und hätte bei seiner völlig ausreichenden Gesetzeskenntniß und nach den ihm auf seine Beschwerden gewordenen Bescheiden sich gar nicht verhehlen können, daß seine alles Maß überschreitenden Schmähungen gegen Beamte unrichtig sind, wenn er eben im Stande wäre, richtig zu denken. Vollends kennzeichnet sich sein Zustand in seinen endlosen Eingaben und Beschwerden über den Kreisrichter Friedet, über seine Jnternirung, über die Einziehung seiner Pension u. s. w. Der I)r. Jdeler hat als erfahrener Irrenarzt ausgesprochen: Es genügt, nur seine Auslassungen über den(jetzigen) Stadtrath Friede! zu hören, um sich von dem Bestehen ausgeprägter Wahnideen zu überzeugen." Dieser Dr. Jdeler stellt alle Autoritäten mit seinem Aus- spruche in den Schatten. Das will ein Arzt sein, der über den Geisteszustand eines Menschen zu urtheilen vermag! Wir regi- striren hier weiter nichts als die„rabulistische Spitzfindigkeit" und die„völlig ausreichende Gesetzeskenntniß." Jetzt noch eine kurze Schlußbetrachtung! Herr v. Puttkammer ist nach dem einstimmigen Urtheile aller Aerzte ein gebildeter Mensch, dessen Scharssinn nach dem Er- kenntniß bis zu rabulistischer Spitzfindigkeit in Auslegung der ihm wohlbekannten Gesetze entwickelt ist. Er ist weiter ein Mann, der die peinlichste Rücksicht auf sein Recht und seine Ehre fordert. Ihm sind, wie das Erkenntniß selbst zugestehen muß, zahlreiche Rechtskränkungen zugefügt. Seine Beschwerden, die bei seiner ausreichenden Gesetzeskenntniß und seinem Scharfsinn nicht gut ganz unbegründet sein können, schaffen ihm kein Recht. Vermögensschädigungen gesellen sich zu den gewöhnlichen Rechts- kränkungen, welche speziell seine Ehre berühren, er wird bitterer in seinen Beschwerden, je weniger sie einen Erfolg erzielen, und das Ende vom Dinge ist: der Wunderdoktor Friedet taucht auf, sammelt Material und bringt das Blödsinnigkeitsverfahren in Gang. Eine so fein angelegte Natur wie Herr v. Puttkammer muß wohl ein solches Vorgehen auf das Tiefste empören, er leistet verzweifelten Widerstand, doch vergeblich ist sein Ringen, ohne jedes Recht wird er mehrfach internirt, bis es endlich ge- ' rirung von den Zollbeamten gar zu gewissenhaft ausgeführt wird, da kommt es vor, daß das Vieh des bittern Geschmacks wegen das Salz nicht mehr frißt und die Bauern genöthigt sind, ihren Kühen versteuertes Salz zu geben, oder, wie es noch häufiger zu geschehen pflegt, fie lösen das Viehsalz in Wasser auf, lassen den zur Tenaturirung dienenden Schmutz absetzen und benutzen alsdann das reine Salzwasser nicht nur im Stall, sondern auch an Stelle des versteuerten Salzes in der Küche. Seitdeni die Fleischpreise eine für den Arbeiter unerschwing- liche Höhe erreicht haben, seitdem ist die vegetabilische Nahrung bei ihm weitaus in den Vordergrund getreten, und hier ist eS vor allem die Kartoffel, welche ihm an Quantum das ersetzen muß, was ihm der Geldbeutel an Qualität versagt. Das niuß der preußische Landtagsabgeordnete Herr v. Meyer aus Arns- walde ganz genau wissen, denn der sagte in der 5. Sitzung des preußischen Landtags, daß eine Familie mit jährlich 420 Mark ganz gut leben und auskommen könne. Sie edler Herr Bon mit zwei Dutzend Ahnen, probiren Sie es doch selbst einmal! Die Kartoffelnahrung bedingt iin Wesentlichen den Salz- consum. Ter Reichskanzler, der sehr für Beibehaltung der Salzsteuer wie aller indirekten Steuern schwärmt, da, wie er sagt, das Reich nicht verarmen darf, sollte einmal folgendes Er- periment an sich selbst anstellen. Er nehme eine gekochte Kar- toffel von etwa 100 Grammen und salze dieselbe mit 5 Gramm Kochsalz; hierauf nehme er ein gleiches Gewicht gekochtes Ochsen- fleisch, das er ebenfalls mit 5 Gramm Salz präparirt, und beim Verspeisen dieser beiden Portionen wird er finden, daß die Kar- toffel eher noch etwas mehr Salz ertragen könnte, während das Ochsenfleisch schon total versalzen ist. Nimmt er dann noch so eine Portion Ochscnfleisch, so wird er nahezu satt sein; aber bei der Kartoffel ruft der Magen: Immer mehr Kartoffeln her! immer mehr Salz her! Natürlich wird man entgegnen:„Ha, die Arbeiter leben nicht blos von Kartoffeln!" Nun, Ihr Herren vom Kapital, daS wäre Euer größtes Unglück; wenn dies der Fall wäre, dann hättet Ihr bald keine Arbeiter mehr. Sagt doch Liebig schon, wenn ein Arbeiter sich vierzehn Tage lang ausschließlich von Kartoffeln nähren würde, so hätte er nach vierzehn Tagen nicht mehr die Kraft, seine Kartoffeln zu verdienen! Es unterliegt daher keinem Zweifel mehr, daß das arme Volk weitaus den Löwenantheil zu diesen 33 Millionen herbei- schleppen muß, und hieraus allein wird auch das Unbegreifliche einer solchen Steuer begreiflich: die Herren am Ruder brauchen Geld, wollen aber die Zeche für ihren Reichslurus nicht selber bezahlen; sie besitzen die Macht und diktiren dem ganzen Volk die Gesetze, wobei sie selbst am besten wegzukommen suchen. Bedanken werden wir uns nicht dafür, wenn einmal diese Steuer zu Fall gebracht sein wird, dagegen werden wir mit Humboldt sagen:„In Deutschland braucht man hundert Jahre, um ein Unrecht zu erkennen, und abermals hundert Jahre, um es zu beseittgen." Sozialpolitische Uebersicht. — Unterstützungswohnsitz. Die„Nationalliberalc Corre spondcnz" schreibt:„Die gesetzgeberischen Aufgaben, welche den neuen Reichstag beschäftigen werden, machen in der Presse schon viel von sich reden. Unter Anderem wird eine Revision deS Unterstützungswohnsitzgesetzes angekündigt. Dieselbe bildet bekanntlich einen Punkt des ProgrammeS der„Steuer- und Wirthschaftsreformer", welches jetzt freilich fast verschollen ist, im vorigen Sommer aber gewaltigen Rumor machte. Und in der That, wenn irgend eine der agrarischen Beschwerden eine ge- wisse Begründung hat, so ist es die hier in Rede stehende. Das Uttterstützungswohnsitzgesetz in seiner gegenwärtigen Gestalt kann den ländlichen Gemeinden allerdings einigen Grund zur Be- schwerde geben. Nach seiner Bestimmung fällt der Untcrstützungs- bedürftige derjenigen Gemeinde zur Last, in welcher er nach vollendetem 24. Lebensjahre zuletzt zwei Jahre ununterbrochen seinen Wohnsitz hatte. Dies hat zunächst zur Folge, daß alle jungen Leute bis zum Alter von 2L Jahren im Falle der Unter- stütznngsbedürstigkeit der Heimathsgemeinde zugeschoben werden. So kann es vorkommen, daß ein Arbeiter, der bereits als Knabe von 14 Jahren in die Stadt gewandert ist, noch 10 bis 12 Jahre später ini Unterstützungsfalle seiner ländlichen Heimath»- gemeinde zugewiesen wird. Noch mehr aber: bei der Beweglich- keit der gewerblichen Arbeiterbevölkecung ereignet es sich nur zu häufig, daß auch nach vollendetem 24. Lebensjahre ein Arbeiter nicht zwei Jahre nnuitterbrochen an demselben Orte bleibt und daß er dann, wenn etwa die Arbeit schlecht geht, sich in seine lingt, den Explorationstcrmin abzuhalten und ihn für blödsinnig zu erklären. Eine traurige Rolle spielen dabei im Allgemeinen die Sachverständigen. Nummer Eins: Herr Friedet, der medi- zinische Kreisrichter! Nummer Zwei: Dr. Rinck, der den ver- geblichen Versuch machte, Herrn v. Puttkammer zu sprechen, dann der Autorität Prof. Dr. Limann den Vortritt läßt, welcher, ohne den Provokatcn jemals gesehen zu haben, auf Grund der vorhandenen Schriftstücke krankhafte Störungen seiner Geistes- kräfte constatirt. Dr. Rinck geht jetzt muthig einen Schritt weiter und erklärt— der Auffassung seines Freundes Friedet entsprechend— ohne den Provokaten gesehen zu haben, auf Grund der„bekannten Schriftstücke", daß Herr v. Puttkammer am Querulanten- und Verfolgungswahn leide, und daß„die Ge- Meingefährlichkeit der Angriffe desselben evident sei", und daß eine Untersuchung des Gemüthszustandes desselben dringend ge- boten sei. Darauf erklärt Prof. Westphal Herrn v. Puttkammer für unheilbar blödsinnig, aber nicht gemeingefährlich, während der Chef des Herrn Westphal, Dr. Esse, Herrn v. Puttkammer für gesund erklärte und aus der Charitö entließ. Darauf wird Herr v. Puttkammer wieder(November 1873) von Professor Westphal für unheilbar blödsinnig erachtet, ihm schließt sich Dr. Jdeler an. Darauf wird der Stadtphysikus Dr. Koblank aufgeboten, dieser— ohne Herrn v. Puttkammer je gesehen zu haben— gab sein Urtheil dahin ab,„daß die Gemeingefährlich- keit zwar nicht in Ansehung des augenblicklichen Verhaltens, wohl aber der Möglichkeit bez. Wahrscheinlichkeit gemeinschäd- licher Aeußerungen der Wahnideen zu befürchten" sei. Herr Dr. Höppner, der alte Hausarzt des Herrn v. Puttkammer, weist die diesem nachgesagte Geisteskrankheit als unerwiesene Behaup- tung zurück und führt seinerseits aus, daß Herr v. Puttkammer durchaus nicht au Wahnideen leide, sondern wirklich sein Recht verfolge. Diesem bedenklichen Gutachten tritt wieder Dr. Lehnerdt gegenüber, er hat Herrn v. Puttkammer einmal gesehen. Sein Gutachten gipfelt in der Ausführung, daß es nicht auf die Menge der Prozesse, sondern auf den darin gegen die Beamten und Behörden angeschlagenen Ton ankomme. Das Medizinal-Col- legium tritt ihm bei und in beiden Instanzen wird Herr v. Putt- kammer als blödsinnig erklärt— trotz seines gerichtlich auer- kannten Scharfsinns, seiner ausreichenden Gesetzeskenntniß und seiner rabulistischen Spitzfindigkeit!— Erwähnen wir noch, daß auch der Direktor des Charlottenburger Krankenhauses, Dr. Alte, ' alte Heimat zurückzieht, welche schließlich für ihn zu sorgen hat. Diesen Uebelständcn wird wesentlich abgeholfen werden, wenn man die Aufenthaltsdauer für die Erwerbung des neuen Unter- stützungswohnsitzes von 2 Jahren auf 1 Jahr und den Termin des vollendeten 24. Lebensjahres übereinsttimnend mit dem Groß- jährigkeitsternnne auf das vollendete 21. Lebensjahr herabsetzt. Nach den gegenwärtig durch die Presse laufenden Nachrichten steht nun allerdings eine Revisionsvorlage in Aussicht, doch heißt es, dieselbe werde sich auf die Verlegung des Termins vom vollendeten 24. auf das vollendete 21. Lebensjahr beschränken, von der Reducirung der Aufenthaltsdauer aber absehen. Dies wäre sehr zu bedauern. Von liberaler Seite wurde bereits bei der ursprünglichen Berathung des Gesetzes die einjährige Aufent- Haltsdauer vertreten. Die Bestimmung von zwei Jahren ist lediglich eine Concession an die Kleinstaaten, welche ihrerseits sogar drei Jahre verlangten." Nicht bloß auf dem Land, auch in den Städten zeigt sich die Absurdität, Ungerechtigkeit, ja Grausamkeit der heutigen Gesetz gebung betr. den Unterstützungswohnsitz. Es gibt nur ein radi- kales Mittel, um diesen Mißständen abzuhelfen, und das ist die Erklärung der Armenuuterstützung zur Staatssache und die Eiiv fllhrung der im sozialistischen Programm geforderten Einen Steuer für Staat und Gemeinde. Damit fällt die ganze Frage des Uuterstützungswohnsitzes weg; die Unterstützung ist Sache der Allgemeinheit, die Last vertheilt sich auf alle Steuer- ahler und es ist für dieselben völlig gleichailttg, wo der zu lnterstützende sich aufhält. Keine Gemeinde braucht dann»och zu fürchten, benachtheiligt zu werden. Jede andere„Lösung" ist eitel Pfuscherei. — Ein wahres Wort ist dem Berliner Reptil erster Klasse, der„Post" entschlüpft. In einem Artikel über die Wahlen sagte sie neulich: ,')Tie Führer unserer politischen Parteien kümmern sich zu wenig um das Volk und glauben das Höchste gethan zu haben, wenn sie einmal einen Vortrag halten, oder bei einer Wahlversammlung einen Bericht erstatten." „Sehr richtig" bemerken dazu in komischer Zerknirschtheit die uationalliberalen Blätter, welche die Aeußerung abgedruckt haben. Also,„die Führer unserer politischen Parteien", d. h. der Herr- schenden reaktionär-liberalen Parteien„kümmern sich zu wenig um das Volk". Ein schönes Geständniß. Jedoch nicht ganz wahr.„Zu wenig sollen sie sich um das Volk kümmern?" Wenn's gilt, das Volk auszusaugen und zu scheeren, dann kümmern sie sich nur zu viel um das Volk. Und wenn es gilt, etwas für das Volk zu thun, daun kümmern sie sich gar nicht um's Bolk.— — Heber das Elend im preußischen Lehrerstande ist schon unsäglich viel geschrieben, gejammert und geschimpft worden; zur Besserung der jammervollen Verhältnisse hat man es, wie folgende von der„Pädagogischen Zeitung" mitgetheilte Thatsache zeigt, immer noch nicht gebracht. Der 71jährige Lehrer Sch. in I. bei Luckenwalde wurde zum 1. Oktober v. I. kurz vor dem Termine seines 50jährigen Ämtsjubiläums mit— 115 Thlr. 20 Gr. jährlich pensionirt. In der Gemeinde I. hatte er 42 Jahre hintereinander gewirkt. Die Bitte, noch kurze Zeit länger im Amte bleiben zu dürfen, um sein wohlverdientes Jubiläum feiern zu können, wurde ihm im Kultusministerium mündlich gewährt, schriftlich aber bald darauf von der Regierung zu Potsdam abgeschlagen, ebenso seine Petition, das zum Leben und zum Sterben nicht ausreichende Ruhegehalt um etwas zu erhöhen. Von dieser Pension, die der Amtsnachfolger zu tragen hat, hat nun der alte Mann bis heutigen Tages keinen Pfennig erhalten. Sein Amtsnachfolger will die erste Rate am 1. Juli c., also dreiviertel Jahre nach seines Vorgängers Scheiden aus dem Amte zahlen. Die Gemeinde I. lehnte die vorschußweise Zah- lung ab,„weil nichts in der Schulkasse sei", seine Eingabe an die Regierung zu Potsdam aber blieb ohne Antwort. Der alte Mann hat deshalb sein bischen Habe veräußern müssen und sucht jetzt hier in Berlin nach fünfzigjähriger Lehrerthätigkeit vergeblich nach einem andern Broterwerb.— Wenn der Mann noch nicht verhungert ist, so ist die offizielle preußische Kultur und Humanität gewiß nicht schuld daran. Schlimmer als einen alten Haushund, dem jeder halbwegs fühlende Mensch für treue Dienste das Gnadenbrod giebt, ist der treue Diener des Staats jedenfalls behandelt worden. Wie dergleichen Fälle, welche doch sicherlich geeignet sind, das Gemüth auch des zahmsten Staats- bürgers in regierungsfeindliche Aufregung zu versetzen, immer noch möglich sind, obgleich ja doch— nach Bismarck— der Herrn v. Puttkammer als gesund erklärte, ebenso der Irrenarzt Dr. Ritterfeld. Dr. Höppner hatte geglaubt, seine Behauptung, v. Puttkammer befinde sich in seinem Rechte, würde zu einer eingehenden juristtschen Untersuchung der v. Puttkammer'schen Vorgeschichte führen, kein Gutachten bringt juristische Beweise von der Schwachsinnigkeit v. Puttkammer's. Man hat sie wohl behauptet, aber nirgends in überzeugender Weise bewiesen. Das Gencht hat einen Berg von Material vor sich, man sollte meinen, die Last müßte Herrn v. Puttkammer erdrücken, aber der Berg gebar nur eine winzige Maus. Je weiter der Richter in seinem Erkenntnisse kam, um so haltloser wurde seine Stellung. Er kann den ehrenhaften Charakter v. Puttkammer's, ein hochwich- tiges Moment, nicht bestreiten, er muß seiner Geisteskraft— wenn auch wider Willen— hohes Lob zollen, das verübte Un- recht zugeben, und man gewinnt beim Lesen des Erkenntnisses den Eindruck, daß es dem Kammergericht doch nicht so ganz leicht geworden, Herrn v. Puttkammer als blödsinnig zu erklären. Das Material schwindet ihm unter der Hand, es muß den Köller'schen Brief und seine Zeitungsartikel citiren und den Kern der Sache— das ganze Verfahren charakterisirend— bloslegen: „Wer als Offizier so vollständig die Elementarbegriffe der Dis- ziplin vergessen kann, der kann nicht bei gesunden Sinnen sein!" Mit anderen Worten dasselbe, was wir früher im„Volksstaat" gesagt:.„Wer beim Militär auf die Verfolgung verfassungs- mäßiger Rechte bestehen kann, der gilt in den Augen des Volkes als verrückt!" Wie das Medizinal-Collegium verwerthet der Richter auch die Ehrfurchtsverletzung gegen den König! (Schluß folgt.) Ein Traum. Wenn man in der Kerkcrzelle ' Auf das Lager nächtlich sinkt, Wenn nicht mehr des Tages Helle Zu dem müden Auge dringt: Ach, dann werden die Gedanken Und die Wünsche alle laut, Und durchbrechen oft die Schranken, Die die Wirklichkeit gebaut! So sah ich auch jüngst im Traume Freiheit, Gleichheit, Fröhlichkeit Auf dem ganzen Erdenraume Bei den Menschen weit und breit. Kultusministcr Falk kein dickfelliger Minister sein kann, be- greifen wir wirklich nicht recht. Es kann doch wohl schwerlich der hohen preußischen Staatsmänner einziges Streben sein, für uns Reichs- und RcgierungSfeinde unaufhörlich Propaganda zu mache»! — Eine Parallele. Das schweizerische Militärdeparte- partcmcnt hat an die Waffen- und Abtheilungschefs und an die Commandantcn der Armeedivisionen folgendes bcachtenswerthe Kreisschreibcn erlassen:„Es hat sich beim Jnstruktionsdienst unserer Truppen die Praxis eingeschlichen, in vorkommenden Fällen verschiedene Arten von Disziplinarstrafen zur Anwendung zu bringen, welche im Bundesgesetz über die Strafrechtspflege für die eidgenössischen Truppen vom 27. August 1851 nicht vor- gesehen worden sind, so z. B. das außerordentliche Tragen des Tornisters oder des Mantclsackes, übermäßiges Marschiren, Ber- richten von Arbeiten im Quartier, welche sonst den Truppen nicht zukommen, von eigentlich roher Behandlung anderer Art nicht zu sprechen. Ferner werden einzelne, an sich nach dem Gesetz zulässige Strafen in einer Weise ausgedehnt, welche nicht erlaubt ist. In letztere Kategorie gehört die Strafwache, welche blos durch den jeweiligen Postenchef und in beschränkter Dauer auferlegt werden darf. Ausschreitungen in den bezeichneten Richtungen können unter Umständen sogar der Gesunoheit des Betroffenen nachtheilig werden, jedenfalls verletzen sie weit eher das Selbstgefühl des Mannes und reizen ihn zum Widerstand, als daß ste seine Besserung bewirken, was doch der Hauptzweck der Strafe sein soll. Wir sehen uns daher veranlaßt, zu verfügen: 1) es dürfen im Heer keine Disziplinarstrafen ange- wendet werden, welche im Militärstrafgesetz nicht vorgesehen sind, 2' die zulässigen Strafen sind im Sinne des Gesetzes selbst zu verhängen und nicht in einer schädlichen und daher unstatt- basten Weise zu bemessen, 3) die Form der Bestrafung soll das Selbstgefühl des Fehlbaren möglichst schonen." Wer, der kein Barbar ist, ist nicht einverstanden mit diesem Erlaß? Aber nun thue man mit uns einen Blick in das Sol- datenlcben, wie es bei uns im„hochcivilisirten" Deutschland in seiner ganzen Grauenhaftigkeit sich darstellt, und lese, was die „Berliner Freie Presse" über dieses Kapitel zu erzählen weiß. „Thrönendcn Auges und blutenden Herzens", sagt das ge- nannte Blatt,„besuchte uns kürzlich eine Mutter, deren Sohn zur Zeit in den Reihen der Baterlandsvertheidiger steht, und übergab uns mehrere Briefe mit der Bitte, ihren Inhalt vor die Oeffeutlichkeit zu bringen. Wir thun das um so lieber, als die darin angegebenen That- fachen wohl im Stande sind, über manche verzweifelte That, wie sie unter den Soldaten nur zu häufig vorkommt, ein erklärendes Licht zu werfen und weil wir hoffen, daß seitens der betreffenden Behörde sofort Abhilfe geschafft werden wird. Den Briefen entnehmen wir folgende Stellen: „Liebe Mutter! Wenn man blos nicht so-- behandelt würde, Du kannst Dir so einen kleinen Begriff davon machen, denn unser Unter- offizier hat über einen Kameraden sein Seitengewehr ent- zwei geschlagen." Und auf der folgenden Seite: „Liebe Mutter! Ich muß den Brief nochmals öffnen, denn ich habe schon wieder einen ganz geschwollenen Arm und daß ich, wenn es noch schlimmer wird, in's Lazareth gehen werde. So viel kann ich Dir sagen, daß Sklaven nicht anders behandelt werden, als wir hier" Der zweite Brief lautet: „Liebe Mutter! Du schreibst, ob wir einig unter uns wären, da kannst Du nur ganz versichert sein, daß, wenn wir gefragt würden, wir Alle die Wahrheit sagen werden. Mit dem Seitengetvehr schlug er mich und dann meinen Kameraden D. über den Rücken, und da brach es entzwei. Du kannst gewiß sein, daß wir einig sind. Die Schulter hat der Unteroffizier mir diesmal auch wieder zerschlagen. Liebe Mutter! Es wundert, mich überhaupt, daß Du den Brief von meinem Freund F. noch nicht erhalten hast; es ist der, dessen Eltern in der Greifswalderstraßc wohnen, den hatte ich am Mittwoch, als ich in's Lazareth kam, gebeten, für mich zu schreiben. Mein Arm war so dick wie eine Pauke bis zum Ellenbogen. Heute geht es schon wieder besser. Viele Grüße:c." Dem dritten Schreiben entnehmen wir folgenden Passus: „Liebe Mutter! Es geht inir gerade nicht vom Besten, denn der Unteroffizier Und ich dacht', wie mag es heißen, Dieses Land, in dem du bist? (Denn ich wußte, daß in Preußen All' das schwer zu finden ist!) lind indem ich noch so stehe Kommt des Wegs daher ein Mann Von der Arbeit, wie ich sehe; Diesen sprech' ich höflich an: „Ach, Sie werden es verzeihen, Daß ich Sie, als Fremdling hier, Störe mit der Vitt', zu leihen Ein paar Augenblicke mir. Doch ich kann mir nicht versagen, Da ich Vieles anders seh' Als bei mir zu Haus, zu fragen, Auf wesj' Boden ich hier steh'; Welchen Gott man hier verehret, Welcher Edle hier Regent, Welchem Herrn das Land gehöret, Das nicht Roth, noch Elend kennt?" Lächelnd hört der Mann die Worte Bis zu Ende an und spricht: „Lieber Freund, an diesem Orte Kennt man solche Dinge nicht: Doch ich weiß, es steht zu lesen In den Büchern, dick und alt, Daß da Könige gewesen Mit despotischer Gewalt. Die geherrscht in diesem Lande, (Und auch anderwärts, wie'S heißt,) Daß da Priester schlugen Bande Um der Menschen freien Geist, Faule Schlemmer das verpraßten, Was vom Volk erworben war, Und aus Klaffen nur und Kasten Einst bestand der Menschen Schaar! Doch verschollen sind sie alle, Ihre Zeit ist längst dahin, Und wohin dein Blick auch walle Herrscht jetzt Freiheit, Brudersinn! Allen ist der Boden eigen, Und kein Herr ist und kein Knecht; Wer mit uns will Gutes zeugen, Der genießt auch gleiches Recht! hat mir den Arm wieder ganz dick geschlagen, viel schlimmer als! und, brauchen Sie ein Beweisstück, die uns zuletzt zugegangene das vorige Mal; es ist gar nicht zu beschreiben. Du kannst Dir Annonce steht Ihnen sammt Adresse it. zur Verfügung. Kann so einen kleinen Begriff machen, wenn ich Dir schreibe, daß er man entgegenkommender sein, Herr Tessendorff? Freilich, wun- vorigen Sonntag sein Seitengewehr über uns zerschlagen hat, dern werden Sie sich nicht. Was thut man nicht für seinen und da kannst Du Dir wohl denken, daß ich des Lebens über- besten Freund? drüsfig bin, denn in einer Sklaverei kann man nicht toller be- handelt werden."— Nothstand in Frankreich. In einer Pariser Corre- Das ist ein mehr als trauriges Bild, welches sich da vor spondenz des„Vorwärts", welche vor leichtsinnigem Wandern unseren Augen entrollt, und eine solche BeHandlungsweise er- nach Frankreich warnte, wurde im vergangenen Jahr schon daraus scheint kaum glaublich. Doch wir haben direkte Zeugen von der! hingewiesen, daß auch in Frankreich viele Geschäftsbranchen dar Wahrheit der Thatsachen: der Bruder des Gemißhandelten hat niederliegen und unter der Arbeiterbevölkerung großer Nothstand ihn bei einem Besuche noch in einem Zustande gefunden, der herrsche. Seitdem hat sich dies im vollsteu Maße bestätigt. ihm Thränen der Scham und der Wuth entlockte, und ein Onkel Namentlich aus Lyon, der Hauptindustriestadt, laufen trostlose desselben schildert seinen Besuch folgendermaßen: „Am 31. Dezember v. I. reiste ich nach B., um meinen Neffen zu besuchen. Ich traf ihn gerade beim Waschen, wo er das Hemde ausgezogen hatte, und sah, daß die rechte Schulter gelb und blau war; das eine Schulterblatt war schwarz und Nachrichten ein. Der Pariser„Eoenement" bringt folgende Cor- respondenz aus Lyon(d. d. 30 Januar):„Alle Welt spricht hier nur von der Krisis, die auf unserer wichfigsten Industrie (Seidenweberei) lastet. Eine Menge von Webstühlen ruht. Die Fabrikanten haben versprochen, nach Kräften für Abhilfe zu mit Blut unterlaufen, und er selbst klagte noch sehr übermorgen; so haben sie auch schon einen bedeutenden Tyeil der Schmerzen und sagte, daß er an der Schulter schon acht Tage i Arbeit, die sie sonst auf dem Lande besorgen ließen, in die Stadt Revier gehabt habe; auch bemerkte ich noch auf dem ganzen verlegt, was für sie mit einer bedeutenden Mehrausgabe ver- Arme blaue Flecke, die nach meinem Gutachten vom Kneifen her- Kunden ist. Da indeß die Handelswelt glaubt, daß die Krise rühren können. M. S." diesmal von längerer Dauer sein werde, so sinnt man auf wirk- Kann nian sich Angesichts solcher Vorkommnisse— und sie sino! samere Mittel. Im Jahre 1848 setzte man eine Prämie für keine seltene Ausnahme, im Gegentheil, sie sind häufig— noch wun- die Fabrikanten aus, welche sogenannte„Etoffes de Placard" dern über die massenhaften Selbstmorde und Desertionen im deutschen herstellen wollten, d. i. Stoffe, welche speziell auf den exotischen Heere? Und muß es nicht jedesMenschen Pflicht sein, ftir Beseitigung l ausländischen) Geschmack oder sonst auf die Bedürfnisse fremder einer Institution zu wirken, die, um überbaupt bestehen zu Länder berechnet waren; das hat aber bei den gegenwärtigen können, die Menschlichkeit und Menschenwürde verpönt, ja ver- Verbindungen, welche die Moden von Paris aus im Nu über pönen muß? Wir dächten ja! die ganze Welt verbreiten, keinen Werth mehr, und wäre sogar sehr gewagt. Man sieht sich also auf das doppelte Auskunsts —„Die Maschine schlägt den Arbeiter todt", lautet mittel angewiesen, den Nothdürftigen in ihrer Wohnung Unter- ein bekanntes englisches Sprüchwort. Ein treffendes Schlaglicht stützungen zu gewähren und den zahlreichen unbeschäftigten Sei- wirft hierauf folgende uns gewordene Nachricht:„Einen Um- denwebern irgendwelche Arbeiten zu verschaffen. Die Lyoner schwung in der Sammtfabrikation wird eine soeben der„Schnell- Seidenweberei beschäftigt nach den competentesten Schätzungen Pressenfabrik Frankenthal Albert und Comp." in Frankenthal circa 35,000 Personen beiderlei Geschlechts. Ein Drittel davon patentirte, von ihr erfundene Sammtfärbcmaschine hervorbringen, sind Werksührer und diese können die Krise allenfalls aus eige- Bisher wurde der Sammt nämlich von der Hand gefärbt, und nen Mitteln aushalten; ein zweites Drittel dürfte einstweilen war ein dazu eigens geübter Mann im Stande, pro Tag anderweitig sein Brot finden, und es blieben dann also noch 60 Meter zu färben. Durch die neu erfundene Maschine können täglich 10 bis 12,000 Personen zu unterstützen. Der Gemeinde- dagegen pro Tag mindestens 600 Meter gefärbt werden, die rath hat am 3. d. M. 200,000 Francs votirt, nicht, wie die Farbezerreibung und Vertheilung wird viel gleichmäßiger voll- Blätter gemeldet haben, zur direkten Bertheilung unter die zogen und ist überdies ein Mann in der Lage, vier Maschinen Armen, sondern für gewisse Erdarbeiten, die nicht dringlich gleichzeitig zu bedienen und somit nahezu 2500 Meter Sammt waren und unter anderen Umständen unterlassen worden wären. besser zu färben, als dies bisher möglich war. Wir haben die Das ist aber nur eine sehr unzulängliche Hilfsquelle; nimmt Construktion dieser äußerst sinnreichen Maschine gesehen und man an, daß von jenen 12,000 Personen der Mann mindestens finden in der uunmehr ermöglichten billigen Herstellung gefärbter 1 Franc, die Frau 50 Centimen und das Kind 25 Centimen Sammte einen nennenswerthen Fortschritt für die Fabrikation pro Tag brauchen, so ist has im Durchschnitt eine Ausgabe von deutscher Sammte, welche durch diese Erfindung viel conkurrenz- 10,000 Francs täglich und 300,000 Francs monatlich, und die fähiger werden. Wie wir hören, sollen die Erfinder dieser � Krise kann sich noch sehr in die Länge ziehen. Es regte sich Maschine die Absicht haben, sofort nach Vergrößerung ihres denn auch in unserer, wegen ihres Wohlthätigkeitssinnes berühm- Etablissements den Bau mehrerer Sa.mmtfärbemaschinen in An- ten Stadt die Privatinitiative von allen Seiten." griff zu nehmen, wenn ihnen nicht günstige Gelegenheit zum Nun, die„Privatinitiative" wird nicht viel nützen. Wen» Verkauf ihres Erfindungspatentes geboten wird." Fragen mir obige Ziffern correkt sind(und da der Briefschreiber kein In- nun, welche soziale Tragweite diese Erfindung haben wird, so ist die teresse hat zu übertreiben— eher das Gegentheil— ist dieS Antwort: da die Menge des zu färbenden Sammtes unabhängig nicht zu bezweifeln), so stockt die Seidenweberei jetzt voll- von der Erfindung die gleiche bleiben wird, so werden von 40 Arbeitern 39 brodlos werden und die Fabrikanten die Löhne derselben zum Kapitalgewinn schlagen. So sinnreich diese Ma- schine ist, so wohlthätig sie in einer sozialistischen Gesellschaft wirken würde, so verderbenbringeud ist sie in der heutigen Ge- sellschaft für die Arbeiter.(„Bolkswille".) — Sind keine Staatsanwälte da? Einer der berüch tigtsten der berüchtigten Gummiartikel-Lieferanten, Herr F, W. Gärte, Hamburg, fährt fort, uns mit seinen unfläthigen An- noncen zu belästigen. Was die„Artikel" des Gärte und seiner pießgesellen sind, wissen die Herren Staatsanwälte so gut wie wir. Daß der Verkauf dieser Artikel und die Aufforderung zum Kauf derselben unter das Strafgesetzbuch fällt, wissen sie eben- falls so gut wie mir. Warum schreiten sie nicht ein? Jeder Hamburger Briefträger findet den Gärte; warum finden die Staatsanwälte ihn nicht? Und Sie, Herr Tessendorff! Haben Sic nicht Lust, dieses„Hühnchen" zu pflücken,? Daß der Gärte in Hamburg wohnt, ist für Sie ja kein Hinderniß. Geib, Auer und Derossi wohnen auch in Hamburg, und doch— Sie verstehen uns schon. Oder sollten etwa Geib, Auer und Derossi „die sittlichen Grundlagen der Gesellschaft" mehr bedrohen als dieser Gärte? Selbst Sie werden das nicht behaupten. Also frisch auf zum fröhlichen Jagen auf die Gummiartikel-Hallunken, ständig; die sämmtlichen, der Unterstützung bedürftigen Seiden- Weber aus Privatmitteln genügend zu unterstützen, ist aber ein- fach unmöglich. Und man muß bedenken, daß die Stockung des Industriezweigs, von dem Lyon wesentlich lebt, die in den übrigen Industriezweigen Beschäftigten, und namentlich auch das Kleinbürgerthum(Krämer und Handwerker) mehr oder weniger affizirt und in den Strudel der Krise hineinreißt. Seitens oer Gemeinde könnte allerdings wirksame Hilfe geleistet werden, jedoch nicht durch schlechtbezahlte Erdarbeiten, zn denen die schwächlichen Weber durchaus nicht geeignet sind. Aber den reichen Bourgeois, welche die Verwaltung der Gemeinde in der Hand haben, wird es nicht einfallen, tief in den mit„Arbeiter- groschen" gefüllten Geldbeutel zu greifen und einmal etwas Nen- nenswerthes für Die zu thun, denen sie ihren Reichthum ver danken. Die Arbeiter mögen sehen, wie sie durchkommen. Solche „Krisen" gehören eben zu unserer schönen„Gesellschafts- ordnung".(Wie wir nachträglich erfahren, wird die Angelegen- heit in den nächsten Tagen vor die französische Kammer gebracht, wohin sie auch gehört. Eine Interpellation hat bereits stattgefunden.� Haben Fürsten nicht, Paläste, Keinen Götzenaltar mehr, Keine Mord- und Schlachtenfeste Und kein ruhmgekröntes Heer!. Keine Kerker, keine Kelten, Keine Grenzen-- Brüder nur Wohnen jetzt auj diesen Stätten, Aus der Erde goldner Flur! Willst Du sein mit uns im Bunde, Nun, so sei willkommen hier!"— Froh wollt' ich ob dieser Kunde Jauchzen,--- doch da knarrt die Thür Ganz in meiner nächsten Nähe, Ich erwache, und— o weh! An dem Fensterkreuz ich sehe, Daß ich träumt' in-- Plötzensee! Julius Heiland. — Der Reichstag ist auf den 22. ds. Mts. zusammen berufen. — Die Nachwahl im Glauchau-Meeraner Bezirk wird am 22. ds. Mts. stattfinden. Die„reakttonäre Masse" hat dort den bekannten Birnbaum von Bischweiler als Durchfallcandidat aufgestellt. Eine vortreffliche Wahl. Wozu sind die Birnbäume denn da, als um geschüttelt zu werden?' — Seit Anfang dieses Monats erscheint in Halberstadt ein neues Parteiorgan unter dem Titel:„Halberstädter Freie Presse". Es ist das unseres Wissens der erste Zuwachs, welchen im Laufe dieses Jahres die sozialistische Presse zu verzeichnen hat. Das Blatt erscheint vorläufig monatlich zweimal und kostet vierteljährlich 50 Pfg. Wir wünschen der„Halberstädter Freren Presse" das beste Gedeihen. Erklärung. In Rasch's Abfertigung der„Antwort eines Deutschen:c." (Schaible's) wird(Ztr. 5 des„Vorwärts") von der gegen Karl Vogt erhobenen Anklage(daß er sich an Louis Bonaparte, resp. Etwas aus dem„Staate der Intelligenz". Die Ergeb- seil„Rothen Prinzen", verkauft) als von einer„platten und niss« der letzten Volkszählung constatirlen die Thalsache, daß etwa ein i nichtswürdigen Beschuldigung" gesprochen. Dr. Rasch hat Zehntel aller männlichen Bewohner Preußens und ein noch größerer �nbar die Marr'sche Schrift:„Herr Vogt" nicht gelesen, sonst Prozentsatz weiblicher Bewohner nn Alter von 10 und mehr Jahren � j.-- die Beschuldigung weder„platt", noch ohne alle Schulbildung ist, ia w.cht einmal lesen und schreiben kann.!.ss, /„hJL„hol mm- mic denn Unter den 18,576,801 über 10 Jahre alten Bewohnern des preußischen»Nlchtswurdlg' � n u\U nien Staates befinden sich 2,260,277 Analphabeten(des Lesens und Schrei.) auch nach dem Fall des Empire we Beweise in den Tuilerien bens Unkundige), also über 20 Proz., wovon 863,843 auf die männ- � gefunden wurden. �...... m liehe und 1,396,343 auf die weibliche Bevölkerung kommen. Am(In den offiziell, im Auftrag der Französischen Regierung schlimmsten sieht es allerdings in der Provinz Posen aus mit 1,146,668! veröffentlichten„Papiers et Correspondance de la famille im- Einwohnern und 420,090 Analphabeten; dann folgt die Provinz Preu» pönale"(„Papiere und Correspondenz der kaiserlichen Familie") ßen mit 2,323,000 Einwohnern und 769,692 Analphabeten; dann Schle---„det sich in der Rubrik der alphabetisch aufgezählten Empfän- sien mit 2, 797,0M Einwohnern und 392 406 Analphabeten; die Rhein- bonaparte'scher Gelder unter dem Buchstaben V Provinz mit 2,701,651 Einwohnern und 196,741 Analphabeten. In tLwtfirf,. der Rheinprovinz ist der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern J?'-i i•.•. w,* ia\Q l«V" bemerkenswerth; denn während die Männer nur 65,442 unter sich, 0"�t; Im est rem.s en aoüt 18a9 40,000 Fr. zählen, denen die elementarische Schulbildung abgeht, erhöht sich diese Zu Deutsch: �' Zahl bei den Frauen auf mehr als das Doppelte, nämlich auf 131,293.'„Logt; empfing lM Augusl 18v8 40,000 Francs. 'Sogar in dem altpreußijchen Stammlande, der Mark Brandenburg, S.„Bolksstaat" Nr. 31 v. I. 1871.) bleibt nur zu viel zu wünschen übrig; denn von 2,255,965 Personen. Die Replik Rasch's wurde in meiner Abwesenheit veröffent können 123,167 weder lesen noch schreiben, und selbst in Berlin, der unll jjj, Drang der Wahlagitation bis jetzt von mir über- „Mettopole der Intelligenz", existiren unter 967,937 einschlägigen Per. ionen 4103 männlichen und 9468 weiblichen Geschlechts ohne alle und jede Schulbildung. sehen. Leipzig, den Febr. 1877. W. Liebknecht. Corre�ondenzen. Zur Rachwahl im 8. schleswig-holsteinischen Wahlkreise.� »»mar, N°«d-» ,m.. wM«s Punttcn des wetten Kampfgebietes d,c Wahl, chlacht ausgetobt und zu Gunsten nach, dieses Ziel zu erreichen, als damit thatsächlich unsere Partei aus der einen oder andern Partei entschieden ist, will ich die Haupt- der letzten Position, die sie in Schleswig-Holstein noch besaß, verdrängt sächlichsten Vorkommnisse des Kampfes in unserm 19. Wahlkreise sein würde. Da wir leider auch in Hamburg nicht das erreicht haben, berichten. Ich betrachte diesen Kampf als den härtesten, den was wir erreichen wollten, so würden die norddeutschen Bourgeois um. wir hier seither bestanden haben, denn nie sind die Gegner so! so befriedigter auf die Thatsache hinweisen, daß es im Norden Deutsch- planmäßig und energisch in s Zeug gegangen als diesmal, lands der Sozialdemokratie nicht gelungen sei einen ihrer Cand.dalen �reilicb es war auck das erste Mal daß wir wcsentlick obne äußere 1X1 llcn Reichstag zu entsenden. S,e wurden diesen ihren Sieg um so Iler sieg ist deshalb für uns um so bedeutungsvoller, er hat sozialistischen Candidalen aus allen Punkten zu schlagen. Sie trium- uns jedoch auch gelehrt, nie den Gegner zu unterschätzen. Ten phjre,, denn auch schon im Voraus, indem sie nicinen, die geringe Ma- unvermeidlichen Fortschrittler Minkwitz hielten jedenfalls die>orität, mit welcher Hasenclevcr diesmal im 8. schleswig-holsteinischen Gegner selbst für abgenützt und stellten deshalb eine in der Wahlkreise gewählt wurde, leicht überholen zu können. Und in der parlamentarischen Kampfbahn völlig unbekannte Größe, den That wird es, wir dürfen uns dies nicht verhehlen, unserer größten Baumeister Uhlmann aus Stollberg, als ihren Candidchen auf.«nsttengungen bedürfen, um unS diese Position nicht entreißen zu Derselbe hat denn auch n.it einem Aufwand seiner Kräfte, der'oss-n Es.st unbedmgt noch, g. daß Jeder seme volle Schuld.gk°,t b,s .'«ai s' � zum letzten Augenblicke thue. Niemand darf sich am Wahltage abhalten einer besseren S�ch wur lg gewesen Ware, für stch und den be- iaffen>"an die Wahlurne zu treten, um seine Stimme für Georg drohten Fortschrttt gewirkt, Allgemeinen befolgte er eben- Wilhelm Hartmann abzugeben. Lasse man sich durch Nichts ab- falls die feige Taktik, entweder d,e Gegner zu seinen Bersamm- halten, dieser Pflicht zu genügen. Weder Drohungen noch Versprechungen lungen nicht zuzulassen, oder doch nicht zu Worte kommen zu dürfen uns hindern, dem Candidalen der Arbeiterpartei zum Siege zu lasse«. Bon den vielen von unserer Seite a» ihn ergangenen verhelfen. Kein Opfer darf gescheut werden und auch die Hamburger Einladungen ist er nur einer einzigen(in Stollberg) nachge- Parteigenossen müssen durch Rath und That ihren Brüdern im 8. schles- kommen, wo er von den Referenten Motteler und Franz jeden- wig-holsteinischen Wahlkreise Beistand leisten. Es bedarf aller«nstrcn- r.,.-----r, gung zum Siege— das möge Niemgnd verkennen! falls so gründlich belehrt worden ist, daß ihm die Lust zu ähn- lichen Stelldicheins vergangen sein mag. Er hatte es bei seiner Agitation hauptsächlich auf die Köderung des Kleinbürger- und Gcwerbestandes, der hier noch ziemlich stark vertreten ist, abge- sehen, indem er ihnen bessere, dem Zunftwesen analoge Einrich- hingen versprach. Daß diese Stände einem eisernen, ökonomi- Ausruf an die Schuhmacher Deutschlands! College«! Schon einmal nahmen wir Gelegenheit, Euch mitzu- theilen, daß der Herr Cohn uns einen Lohnabzug von durchschnittlich 20 Proz. zu machen beabsichtigte, worauf wir, da die meisten von uns schen Gesetze zum Opfer fallen, scheint der gute Mann nicht zu°�rath-t, mcht eingehen konnten. Collegcn! Wenn Ihr bedenkt, tnifTdi. Run wir werden bis in den närfisten Mndlen die Ou.f ss.er."-"hl1 Herrn Cohn so «te«a wi- W«w> k« äu ben M.mm. di-M.! qjg stJoesrn'iSS ichlvssc. buseä§crrn Vaumechterä m den Kopsen unserer Klein- welche Schoßarbeit machen, diese Höhe kaum erreicht hat, so werdet burgcr gründlich zerstören. Wir habe»! aber auch gesehen, daß Ihr einsehen, daß wir uns eine weitere Reduktion nicht gefallen lassen bei cincr ungcschulten, politisch urtheilslosen Masse die Taktik konnten; wir haben daher beschlossen, die Arbeit nicht eher aufzuneh- der Gegner, uns in ihren Versammlungen nicht zu Worte kommen wen, bis wir den allen Lohn wieder erhalten haben. Wir bitten da- zn lassen, für uns sehss nachtheilig ist. Ein neuer Anlaß für her den Zuzug von hier fernzuhalten und uns materiell zu unterstützen. uns, die Schulung der Massen uns recht angelegen sein zu Schnelle Hilfe thur noch, indem wir uns schon 14 Tage im Strike be� lassen, unsre Organisation zu kräftigen und auszudehnen. Die Nothwcndigkeit eines ständige» Agitators und eines Parteiblattes für hiesigen Kreis ist, im letzten Wahlkampf recht klar zu Tage ge- treten und schon vielfach von uns erörtert worden. Die Grün- dung eines Lokalblattes wird unsre nächste Sorge sein. Aus- wältige Agitatoren haben diesmal außer Motteler und Albert einmal in Stollberg und Ebert einmal in Grünhain nicht mitgewirkt. Wir sind also so ziemlich auf unsre eigenen Kräfte finden. Etwaige Unterstützungen bitten wir an den Kassirer der Al- tonaer Gewerkschaft, Herrn Petersen, Altona, Bürgerstraße 91, Hof, Saal 19, zu senden. Das Comitö. XL. Alle arbcitcrfreundlichen Blätter werden um Abdruck des Obigen gebeten. An die Parteigenossen. Durch die Annahme des Mandats für Dresden ist in meinem r alten Wahlbezirk Glauchau-Meerane eine Neuwahl uöthig geworden, mr£ gewesen. Das beliebte Manöver unserer Gegner, die Donnerstag, den 22. Februar, stattfinden soll. Parteigenosse die Wirthe zu beeinflussen oder einzuschüchtern, haben ste diesmal®. Bracke ist als Candidat abgestellt. ebenfalls an vielen Orten und leider auch öfters mit Erfolg~ angewandt. Dadurch sind uns freilich 5—6 Versammlungen vereitelt worden. Der Kampf war hier und in Stollberg, von wo bereits ein Bericht eingegangen ist, wohl am heißesten. Im Verleumden haben die Gegner Derarttges geleistet, daß oshyals den Philistern die Haare zu Berge gestanden haben mögen. Es hat aber glücklicherweise Alles nichts geholfen; sie sollen unser Joch— wie sie es nennen— nicht wieder abschütteln. Am Tage der Wahl herrschte bei uns eine wahre Hetzjagd auf den Straßen und vor den Wahllokalen. List, Ueberredung und nöthigenfalls auch ein geschickter Griff nach dem Liebknechtzettel wurden im ausgedehntesten Maße angewandt. Am besten haben die Bergarbeiter sich gehalten, denen wir hiermit unfern beson- deren Dank abstatten; Dank auch den Stollberger, Thalheimer, Lößnitzer und Schneeberger Genossen. Ein spaßhafter Vorfall sollte die Gegner in Lößnitz retten, woselbst man den Wirth des Deutschen Hauses beeinflußt hatte, so daß derselbe noch in letzter Diese Nachwahl verursacht dem Bezirk bedeutende Kosten und richte ich deshalb an alle Parteigenossen die Bitte, den 17. Bezirk durch Geldmittel kräftigst unterstützen zu wollen. Sendungen sind zu richten an Hermann Franz, Expedition der„Glauchauer Nachrichten", Glauchau. Ueber die eingehenden Gelder wird Rechenschaft im„Vorwärts" abgelegt werden. Leipzig, den 8. Februar 1877. A. Bebel. An die Arbeitcr-Gcsangvcrcine! Auf meine frühere Aufforderung zur Gründung eines deutschen Ar- beiter> Sängerbundes haben sich bis jetzt 26 Vereine angemeldet und von wlhrcren Vereinen ist die Anmeldung noch in Aussicht gestellt; aber der größte Theil steht der Vereinigung noch gleichgillig gegenüber. Der l auplsächliche Grund dazu ist in den Partikularistischen Bestrebungen, «elchci. einzelne Mitglieder und Gcsangmeister in solchen Bereinen hul- digen, zu suchen und denen sich die anderen Mitglieder unterordnen. Die deutschen Arbeiter haben soeben durch ihr inannhastes Austreten Stunde sein Lokal absagte. Als unsere Leute ihm nun an- 1 die Aufmerksamkeit der ganzen europäischen Arbciterbevölkerung aus drohten, Klage zu erheben, da sie schriftliche Zusage von ihm in � sich gelenkt und überall freudige Zustimmung erhalten. Sollten die Händen hätten, verfiel man auf folgendes Auskunftsmitttel, das Arbeiter in dieser Sache die Gcmemsamkeit unterschätzen, welche von allerdings eher einer alten Frau, als eines Mannes würdig ist:« vielen Seiten als nothwenig� anerkannt wird. Eine Stunde ungefähr ehe die Versammlung beginnen sollte wurde die Wirthin plötzlich sterbenskrank, der herbeigerufene Arzt erklärte, daß die Kranke unfehlbar sterben würde, wenn die Versammlung stattfände. Unter sslchen Umständen mußten wir natürlich von der Versammlung absehen, dafür marschirten wir aber in's Schicßhaus und eine ungeheure Menschenmenge mit uns, um dort in gemüthlicher Unterhaltung für die Wahlen zu wirken. Unser Candidat, Herr Liebknecht, hat vom 2. bis 9. Januar Versammlungen abgehalten: den 2. in Thalheim, den 3. in Aue, den 4. in Lößnitz, den 5. in Oelsnitz, den 6. in Geher und Niederzwönitz, den 7. in Würschnitz und Lugau, den Ich fordere daher alle Männer- Gesangvereine nochmals auf, mir bis zum 1. März den Namen, Mitgliederzahl und eine Adresse ihres Vereins einzusenden, worauf die Einladung zum Congreß nebst Vor- lagen an Programm, Organisation zc. erfolgen soll. Gotha. Mit Gruß Emil Sauerteig. Wahlergebnisse. Conaanz. Im hiesigen Wahlkreise erhielt Liebknecht im Ganzen 43 Stimmen. 39 in der Stadt und 4 auf dem Lande. I Ztresden-Altstadt. Genaues Resultat: Bebel 10,835, May- hoff 9925 Stimmen. Ludwigshasen. Das Resultat der Wahl im hiesigen Kreise 5,00; Cöln d. Jos. Gruber 20,00; Königsberg d. H. Arnold! 15,35; Hellmarshauscn d. Heinr. Heere 3,25; Stockholm von sozialistischen Mitgliedern des deutschen Vereins d. Posnanski (zweite Rate) 8,20; Süchteln v. Th. N. IM; Hechingcn durch Aug. Steinborn 4,00 u. 1,50 für Broschüren; Hannover durch W. Knollmann 50,00. Aus Hamburg: M. 1,00 von H. H.; 3,98 von Peters' Korbmacherwerkstelle, Billwärderdeich,' d. Wirckcrling: 6,00 d. Hotze von drei Unbekannten; 5,20 auf Liste 12 d. Werner; 1,00 d. Colportcur Mohr; 3,70 d. Pohlmann; 3,90 Parlaments wahlkasse von Joh. Fuchs; 21,95 auf Liste 4187 von Justus' Cig.-Fabrik durch Jacobs; 40,00 von den Schiffszimmerern auf Reiherstteg d. Jürgensen; 8,42 Tellersammlung vom Arbeiter- Frauen- und Mädchen-Verein Hamburg(vom selben Verein war die letzte Zahlung d. A.-F.- u. M.-B.); 4,80 von Heymanns Möbelwerkstelle; 13,10 auf Liste 3941 d. Eggers; 9,30 auf Liste 4196 d. Bräucr; 2,00 d. Emil Ramcke, St. Pauli; 3,00 vom Club Sparsamkeit; 3,10 zweite Rate der Liste 4192; 3,50 von Malern d. E. Meyer; 10,05 d. Ricck vom Schuhmacherball; 11,70 d. Eisenach do.; 1,67 d. Weißbach do. Für den Unterstützungsfonds habe ich erhalten: Hamburg M. 1,00 von W. H.; Ottensen von Nölting's Cig.-Fabrik d. Küfs 10,00; Limmer von einer Tellers, d. G. Reichenbach 15,00; Brake d. H. Stüben 4,00; Werdau d. G. Reinikc 3,05; Zeulen- roda d. K. Daßler 3,50; Hanau d. M. Daßbach 20,00. Hamburg, 7. Februar 1877. August Geib, Rödingsmarkt 12. Briefkasten der Redaktion.„Warum kein Protest erhoben gegen verschiedene Wahlen?" ftagen uns„mehrere Parteigenossen" aus Stultgart. Warum nicht? Nun, an vielen Orlen ist Protest erhoben, und an noch mchix Orten wird Protest erhoben werden. Vielleicht hilft die Anfrage dazu.— Parteigenossen in Rehden: die Correspondenz wird aufge- nommen; den Artikel senden Sie uns.— B. Wechselburg: Natürlich wird Ihr Wunsch berücksichtigt.— Ein Abonnent in Wiesbaden: Die Sendung„Rh'. Couriere" ist angekommen. Was soll damit geschehen? der Expedition. C. Penig:„N. W." kostet pr. 1. Quartal 1877 nebst Porto 1,60. Geld in Marken erbeten.— Abonnent Wies- baden: Der Jahrgang hat 18 Hefte. Jedes Heft kostet 30 Pfg., welche der Colporteür zu erheben berechtigt ist. Mehr nicht. In Wochen- nummern kostet die N.W. 1,20 pr. Qu. in Heften, also 18mal 30 Pfg. Weiteres im Briefkasten der Redaktion. Da ich setzt nicht mehr in Osterwicck a. H. bin, so möge man alle Briese,„Wähler" u. dergl. Sachen an Karl Hempel, Osterwieck a. H., Sonnenklce 441, alle Gelder für Agitation an Herrn Paul Bayer in Hagen daselbst schicken. Mt Gruß Richard Schulze. Quitttung. Hrld Nadworna Ab. 1,67. Okrt Heilbron» Ab. 3,20. Frmm Dessau Schr. 6,85. W. Erl St. Johann Schr. 15,10. Schnn Calbe Ab. 6,20. Rchnbch Limmer Ann. 0,80. Lbkncht hier Ann. 2,10. Arbeiterbild.'Ver. Mürzzuschlag Ab. 0,99. Fdlr Brockau Schr. 1,00. Stpp Geyer Schr. 6,00. Nkrchnr hier Schr. 0,72. ReichstagSwahl« comitä hier Ann. 15,00. Exped. d.„Tagwacht" Ab. 0,75..vbrkrn hier Ab. 1,20. Gßmnn Dortmund Ab. 3,20. Lnd Hamburg d. A. G. Ab. 46,00. Hß Sonneberg Schr. 3,50. Rwr Cöthcn Schr. 8,30. Bttchr dos. Schr. 3,5t. Kglmnn Hannover Schr. 3,00. Ppp Artern Schr. 1,60. Wahlfonds. Bon einigen Schriftsetzern 0,60, von Bettin, Gohlis 1,00, durch Burckhardt.10,00. Ich fordere streng auf wer noch Sammellisten oder Geld für de» Wahlfonds in Händen hat, sie an mich abzuliefern. Peter Krebs, Ulrichsgasse 00. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Montag, den 12. Februar, Abends 8 Uhr, im Thüringer Hof(Burgstraße): Versammlung. Tagesordnung: Neu wähl der Brbeitsnachweis-Commisfion.(50 Gäste willkommen. Der Bevollmächtigte. Ort-imt.i Allgemeines Lerkchrölokal. \,vl-PihlZ. Mittwoch, den 14. Februar, Abends 8 Uhr: S i N n n g der Controlcommission im Thüringer Hof. Zu dieser Sitzung werden sämmllichc Gewerkschaslsvorslände ein- geladen. Pünktliches und allseitiges Erscheinen nothwendig.(60 Der Obmann. 8. in Müssen, den 9. in Schnecberg. In Burkhardsdorf, Auer- ist für unfern Candidatcn: 1716 Stimmen. Im Jahre 1874 dach, Gernsdorf, Haßlau, Zschortau, Schneeberg, Ursprung und erhielt der sozialistische Caididat nur 693 Stimmen. Also ein Alberoda sprachen Temmler, Motteler und Albert in Stollberg, beachtenswerther Fortschritt ist zu verzeichnen. Ebert in Grünhain. Die Versammlungen haben fast durchgängig Im Akdeknau-Schirdberger Wahlkreis(Posen) wurde 1 einen ungemein günstigen Verlauf genommen, und hätten die Stimme für Bebel abgegeben. Fabrikanten ihre in der jetzigen geschäftslosen Zeit doppelt fühl- bare Macht nicht überall auf so rücksichtslose Weise angewendet, so würden wir noch ein weit glänzenderes Resultat verzeichnen können. Wie wäre es sonst möglich gcwcse», in Aue, wo wir einen so guten Stamm Parteigenossen haben, ein so geradezu für uns klägliches Resultat zu erzielen. Außer Aue hat noch Zwönitz(Stadt), Elterlcin und Schwarzbach schlecht für uns gewählt, in ersterem Orte haben wir jedoch diesmal ca. 70 Stim- iklen mehr als 1874 erhalten. Mit Hilfe eines eigenen Partei- orgvns wird es u>»s unstreitig gelingen, auch auf diesen schwachen Puntten Boden zu gewinnen und unser Banner siegreich dort auf die Zinnen zu pflanzen. Was die Gegner diesmal an Geld »nd sonstigen Anstrengungen aufgeboten habati, werden sie kaum je wieder leisten. Am Platze sollen sie uns aber stets finden. Dies gilt für uns wie überhaupt für ganz Sachsen; die Gegner haben, wie sie selbst sehr gut wissen, uns gegenüber ihre Siege Kköing-Warienöurger Wahlkreis(Westpreußen). Oekvnomie- rath O. Hausburg-Berlin(liberal) 3986 Stimmen, Dekan Bader-! Tiegenhagen(klerikal) 2904 Stimmen, Oberstaatsanwalt Dalcke. i Marienwerder(conservativ) 2202 Stimmen, Maurer Fritz Hurle-' mann-Hamburg(sozialistisch) 182 Stimmen, zersplittert 8, un- gültig 32, gültig 9282 Stimmen.— 1874 sozialisttsche Stimmen, 34, davon 83 in Marienbürg und 1(Bebel) in Elbing; jetzt 105 Marienburg, 54 Elbing, 23 Landkreis ohne Agitation. Seither wurde stets ein conservativer Abgeordneter gewählt. Bei der Sttchwahl erhielt der Liberale(Hausburg) aber über s 10,000 Stimmen, der Klerikale(Baders über 4600 Sttmmen. Nur der vierte Theil der Bevölkerung ist katholisch. Oeffentliche Quittung. jahlfonds habe ich seit dem 28. Januar er- Preetz d. H. Tellmer 26,10; Göppingen v. d. Huttnacherge- sellschaft d. Bronnenmayer 12,00; Ahrensburg Liste 981 d. Hans Bolckstedt 4,35; Mölln v. H. Pceck 1.00; Peine d. H. Bohne> 7,00; Vlotho v. Rabbenhausen d. H. Nolting 2,00; Ludwigs! Hafen d. W. Seel 10,00; Eckernförde von einer Wählervers. d. I. Reiß 12,00; Harburg v. Arbeitern d. B. u. Hertz'schcn Eisengießerei d. Steffens 15, S5; do. v. Arbeitern der Messer- schmidt'schcn Maschinenfabrik 10,30; do. v. d. Liedertafel Lasiallea Für den mit den erbärmlichsten Mitteln und durch" die Coalition aller I halten: offenen oder heimlichen volksfeindlichen Parteien errungen.— � Mit Gruß und Dank an alle Genossen von Nah und Fern schließen wir mit einem herzlichen„Glückauf". Qliittniig. Zur Agitation erhalten aus Vielau Mark 5,11, Auerbach 5,00, Ursprung 3,00, Schnecberg 24,00. Bericht und Ncchnungsablage des Ccntralcomitös erfolgt auf nächster Bezirks- couferenz. Darmstadt.(Allgemeiner Deutscher Töpferverei» und.-7—— 1 7' I..',.. m Bcrussgcnossen.) Den Milgliedcrn zur Nachricht, daß der Vorort Zimmermann oO,<)(); Biel v. deuffchen Verein Rons- zu Wiesbaden aufgelöst ist und daß die Kasse sich, bis ein neuer Vorort dorf d. Ernst Wilke 60,<10: Wiescck d. Christian Döringcr 11 gewählt ist, in Darmstadt befindet. Es werden daher alle Bevollmäch- 5,00; Plagwitz Liste 2030 d. C. Schröder 6,00; Vevey vom tiglen ersucht, ihre Adresse sowie alle Gelder an Unterzeichneten zn deutschen Verein d. eine Lotterie 8,06; A. v. I. B. 3,50; Forst senden. Alles Weitere brieflich. d Nitschke 20,00; Kirchberg i. S. durch W. Schubert 1,05: Löba.i i. S. von einigen Parteig. d. E. Böhmer 2,35; Kirch- Altona.(�. e ssen tl 1 ch e Quittun g.) Zur Nachwahl rn Altona gnuibolanden d A Blümm 4 61' Kirckibain Liste 3363 durcki find von auswärts bei den. Unterzeichnele» uachstchcude Gelder einge-- iofJShh 5<Ä 20 Nierien Lttte 302 1 gangen: Bon Parteigenossen in Harburg 50,00; Kiel d. Stark 15»,00; Z' JP � 1 � t». 7- von Cigarrenarbeitern in Lübecke d. Münze 2,60; von Cigarrenarbei- 2eus 3,00; Altenburg von einer Schneideriverkst. u Kamprach lern in Würzburg d. Spritzig 3,00; d. A. Grimm von Arbeiieru aus 5,00; Landshut von 5 Mitgliedern des aufgelösten Schuhm. Westerrade 3,50. H. Lemsch. F.- u. K.-U.-B. d. Braun 2,00; Würzburg d. Mich. Schror Limmer bei Hannover. Herrn H e n g st m a n n: �(F. 210)[80 Besprechung über ein Arbeiterfest und Gründung eines Wahlvereins. � Gesinnungsgenossen seid am Platze. H. Rcichenbach. O-vttbrm Am Dienstag, den 13. Februar, feiert der Com Vl'UvvU. munistische Arbeiterbildungsverein im Lokale..niu-e Post", Xewman Str. sein xxxvn. Stiftungsfest■ bestehend in Ansprachen, Gesang und deklamatorischen Vorträgen. Alle Gönner des Vereins sind hiermit xrenudlichst einge- laden. Es wird dringend gebeten, vor 9 Uhr am Platze zu sein, damit nicht während den Ansprachen Störungen entstehen. 3,30] DaS Comite. Volkmarsdorf. M°nt°/?°??2."F?bru-r. Abends 8>/z Uhr, in Beckcr's Restauration(schiefe Ecke): Versammlung. Taqeserrdnnng: Vortrag des Hrn. Wittich über deutsches Städtewefen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand.(50 Soeben erschienen und durch uns z» beziehen: Waldverwüstung.md Uebcrschwcmmung. Ein Kapitel der Grund- und Bodensrage. Bon Äeorg HZolkmar. Preis pro Exemplar t5 Pfennig. Die Expedition des„Vorwärts". EleganteEinbanddecken ' für die„Neue Welt" sind ü Stück M. 1,20 gegen baar oder Nachnahme(excl. Porto) durch die Buchbinderei von H. Jansen, Leipzig, Universitätsstraße 16, jk beziehen. Colporteure und Filialexpeditionen erhalten bei Partie- bezng entsprechenden Rabatt.(360 NB. ES empfiehlt sich bei Einzelbczug Einsendung von Briefmarken. «trantwortlicher Redakteur: W. Liebknechss in Leipzig. Redaktion und Expeditton FSrberstraßc 12/11. in Leipzig. Druck und Berta, der GenosjenschastSbuchdruckerei in Leipz.»