erscheint in fcipiig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Äbamiementöprcis tnl ganz Dcutichland 1 M, vo Pf. pro Quartal. Monats- AbonncincntS werden der allen deutschen Posianftalten auf den 2. und 3. Monat, und aus den N.Monai besonders angenommen! im jtönigr. Sachjen und Herzogth. Sachjen- Ailenburg auch aus den Ken Monat de» Quartals ir ds Psg. Inserate betr. Versammlungen pr. Petitzeile IvPf., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Petitzeilc S0 Pf. Vorm ärls ZZefleLunzeit nehmen an alle Postanstalten und Buch. Handlungen des In- u. Auslände!.. Fillal- Expeditionen. New-�soet: Toz.-demetr. Kenrilen- jchastSduchsruelcrci, tSS QIärissv- er. Philadelphia: P. Haß,«2» üorik Zra Street. I. Voll, lia# Charlotte Str. Chicago: A. Lansermann, 290 Division Street. San Franzis co; F. Eng, 418 v'I'ar- rell Street. Londsn: Baubitz, d Xasnnn Street, hliselleeen LoopitiA. Gentrat Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 21. Sonntag, 18. Februar. 1877. Wägen, nicht zählen soll man die bei wichtigen Veranlassungen abgegebenen Stimmen, um sich ein richtiges Ürtheil über die Bedeutung derselben zu bilden, so verlangt es eine alte bewährte Regel, so verlangen es jetzt unsere Gegner, um dadurch die bei den jüngsten Reichs- tagslvahlen von uns erzielten Stimmen, deren bedeutenden Zu- wachs sie nicht so ohne weiteres hinweg disputiren können, we- nigstens in ihrem Gewichte, in ihrer Bedeutung Herabzumindern und zu schwächen. Wägen, nicht zählen wollen aber auch wir die Stimmen der Unsrigcn sowohl, wie die der Gegner und mit vem Gewichte in der Hand eine frei- müthige, leidenschaftslose Untersuchung anstellen, um das Re- sultat möglichst unparteiisch herauszucalculiren. _ Freilich würden wir sofort und auf den ersten Blick den Kürzeren ziehen, wenn wir lediglich das Acußere der Gegner zum Maßstab nähmen! Das Acußere, wonach uns nach attge- wohnten Anschauungen der gute Rock, der wohlgefüllte Geld- beutet, das behäbige, wohlgenährte Aussehen aus eine höhere Intelligenz, auf ein reiferes Urtheil schließen lassen soll. Da wären allerdings unsere Gegner im Vortheile, da sie zumeist bei ihren Genossen alle jene äußeren Attribute constatiren können, demnach auch die größere Gewichtigkeit ihrer Stimmen; denn das Gros unserer Genossen entbehrt gar sehr jener Kennzeichen, ob aber darum die Intelligenz, die Reife des Urtheils ihnen abgesprochen werden kann und darf, abgesprochen von den Gcg- nern, die einzig und allein das Wissen und Können für sich in Pacht genommen haben wollen, das ist eine andere und hier zu- meist in Betracht kommende Frage. Wir behaupten kühn und dreist: daß auf unserer Seite die geistige Ueberlegenheit vorhanden, daß unsere Ge- nossen so schwer und mühselig es ihnen auch bei den gegebenen Berhältnisien geworden sein mag, relativ wenigstens über eine weit größere summe von Intelligenz verfügen, als es bei dem Gros der Gegner der Fall ist. Unsere Genossen, unter den drückendsten Verhältnissen aufge- wachsen, fortwährend iin Kampfe mit den größten Widerwärtig- keiten, suchni, so wie sie zu einigem Bewußtsein, zu reislichcrein Denken kommen, soviel es nur in ihren Kräften steht, die wahr- genommenen Lücken in ihrem Wissen zu ergänzen, sparen den mühselig im wahrhaften Sinne des Wortes im Schweiße ihres Angesichtes erworbenen Groschen, kargen sich das bischen der zur körperlichen Ruhe und Erholung bestimmten Zeit ab, um an ihrer geistigen Ausbildung zu arbeiten. Geschult und gereift in der Roth des Lebens gehen Jünglinge und Männer mit einem Ernste und einem Eifer daran, haben dadurch ein leichteres Ver- stündniß, ein rascheres Auffassen und finden sich bald überall zu- recht, wenigstens soweit es ihnen zur geistigen Existenz, als chlichten einfachen Männern der Arbeit überhaupt nöthig ist. Sie bestreben sich zu lernen, zu unterrichten und beschränken sich keineswegs nur auf die einseitige Lektüre der Partciblätter und Literatur, sie durchstöbern Alles von hüben und drüben, Alles was ihnen nur irgend zugänglich ist, bilden sich ein selbst- ständiges Urtheil und treten als selbständige, selbstdenkende Männer zur Wahlurne. Diese Wähler wissen gar wohl, was sie sind, was sie sollen und was sie wollen. Sic hören und prüfen mit Ernst und Ans- merksainkeit die Ausführungen ihrer Vertrauensmänner und diese wissen gar wohl, unter welch' scharfer Controle sie stehen, daß es für sie kein Schielen mit den Gegnern, keine Hintergedanken, kein Privatinteresse geben darf, wenn sie nicht sofort des Ver- trauens verlustig werden sollen. Die Stimmen dieser Wähler, wenn auch vielleicht äußerlich Uch das verwöhnte bürgerliche Auge wenig Respekt einflößend, haben Saft und Kraft, rcpräscntiren Willen und Ver- stand und darum auch Gewicht!— Wie ist es nun bei unscrn Gegnern? Der Knabe, bis zum Düngung herangereift, inacht ein in wohleingetheilten Portionen genau präpanrles Studium durch, hierauf wird ihm eine be- stimmte Brodthatigkeit zugewiesen, die ihm zu Gebote stehen- den Erholungsstundcu iverden zumeist darauf verwandt, Geld und Gesundheit loszuschlagen, geist- und gemüthsvernichtendc Allotria zu treiben, und wenn sich so ein zum Manne herange- rcifter Wähler„ausgetobt" hat, das bischen aus der Schulzeit angesammelte armselige Wissen zu einem Chaos durcheinander gerüttelt, statt ergänzt und vervollständigt, zum großen Theil verschwitzt, treibt er halb verlebt und blasirt in den Hafen der Ehe. Nun sorgt er dasür, Haus und Hof in Ordnung zu halten, der Stadt und dem Gemeinwesen sich nützlich zu machen, was zumeist darauf hinausläuft, daß er Abends nach gethancr Arbeit Frau�und Kind der Obhut der vier Wände, der Nachbarschaft, dem Strickstrumpf, der Dienstmagd überläßt, um in der Stamm- «Kipe, ain„Stammtisch" als„Stammgast" sein halb Dutzend "Stammseidel" und in gemüthlichcr Gesellschaft sein ganz -Lutzend Sozialdemokraten und sonstige Reichsfeinde zu ver- nlgen. �ine geistige Nahrung hat ihm sein Lokalblättchen den Tag über schv,, wohl zubereitet vorgesetzt, da hat er sich gelabt an ticj; Un') Keiflersrischenden Carnevals- und sonstigen Stadtge- schichten, da hat er sich erfreut an irgend einer hochschwülstigen Rede irgend eines berühmten Parteischwätzers und als Extrazu- gäbe findet er noch unter dem„Vermischten" sein„Allerlei" eine Blumenlese aus allerhand gegnerischen Blättern, die, will- kürlich aus dem Zusammenhang gerissen, ihn„gruseln" und geist- volle Glossen und Witze machen läßt. . An Sonn- und Feiertagen hat er noch sein Wochenblättchcn tvit einer Auslese von Romanen und Novellen, populärem Firle- sanz, und der intelligente Mann, der„gebildete" Wähler ist fix und fertig. Es sind das wahrlich keine übertriebenen, willkürlichen Schilderungen, schlagt in den Schriften der gegnerischen Dichter und Schriftsteller nach und ihr werdet finden, daß wir dem „Dutzcndwählcr", dem Bicrphilistcr, dein Gros des„intelligenten" Bürgcrstandes noch gar sehr geschmeichelt haben.— Wir wollen ihn nicht im Theater, im Concert und bei seinen sonstigen Ver- gnügungen verfolgen, wir wollen ihn nicht in sciucr Häuslichkeit aufsuchen, wir wollen hier überhaupt nicht ein Cultnrbild zeich- iien, wir wollen nur im allgemeinen, in großen Strichen, den Mann mit der„gewichtigen Stimme" schildern. Gehet hin in den Abendstunden in die Kneipen und hört und seht, welch' unsinnig bornirtes Geschwätz über Welt und Mensch da sich breit macht, mit welchen: Wohlgefallen man da sein„gebildetes" Licht leuchten läßt. Was hört man da von dem„Kern des Volkes" für gedankenloses Zeug durcheinander schwätzen! Von Selbstdenkcn ist da kaum was wahrzunehmen! Die dürftige, auf Leib und Seele zugeschnittene Tageslcktürc ver- sorgt unsere Gegner hinreichend, um ihnen das Selbstdenken zu ersparen, über die Schriften und Blätter der gegnerischen Par- teicn wird mit einem vornehmen Nasenrümpfen hinweggegangen — sie wissen doch Alles, Alles ganz genau nach ihrem Lcibjournal — was sollen sie sich noch bemühen, und selbst hiueinscheu, selbst hören und selbst denken? Sie erhalten schon Alles fix und fertig. Und da wundern sie sich, wenn wir ohne und gegen sie auch schon fertig werden? Sie sollen aber auch die gegnerischen Stimmen gar nicht hören, es ist das ein Gift, das die Milch ihrer frommen Denkungsart in gährend Gift verwandeln könnte.— Das zu verhüten ist das Bestreben der Herren Parteilciter, und die „Parteigelciteten" können sich sehr getrost auf ihre Führer verlassen, die keinen scharfen Luftzug auf sie kommen lassen. Sie geben ihre Stimmen ab und überlassen es getrost ihrer Vorsehung, den Führern, für sie zu sprechen und zu handeln. Man erzählt ihnen, daß es sich um Geld und Gut, um Leib und Seele handelt, sie sollen ihre Stinime steuern, um mit ihrem Gelde, mit ihren gesunden Leibern alle drohenden Gefahren der„Anarchie" zu bekämpfen. Was wissen sie von der Roth der Zeit, vom bungerudcn und frierenden Volke, von den Mühsalen und Qualen oer großen, großen Menge, von den Kämpfen und Sorgen um eine andere bessere, gerechtere Gestaltung der Dinge? Die Zeiten sind aller- dings schlecht, vielleicht gar bitterböse, Hans und Fritz müssen sich auch weidlich quäle» und plagen, und können nur mit Auf- wand aller Kräfte nur noch einen kleinen Sparpfennig bei Seite bringen. Hierin gipfelt ihr ganzes Wissen von der Lage der Verhältnisse. Und übrigens wird es auch da besser werden,„unsere Leute werden schon Abhilfe bringen"--- das ist ihre Antwort. Ihre Parteiorgane hüten sich wohlweislich, etwas von dem gräßlichen Elend verlauten zu lassen, der Nothstand wird ein fach hinweg geleugnet oder mit einigen billigen Phrasen ab- gethan. Als wenn Thatsachen, Thatsachen, die zum Himmel schrcien, mit dem Feigenblatte des Liberalismus zugedeckt werden könuten, um nicht zum Vorschein zu kommen! So wird die Weltgeschichte den Herren Gegnern, den„intclli- gentcn gewichtigen Wählern" zurechtgelegt! So wird ihnen das Urtheil über die beste der Welten iii den Mund gelegt, und so sind sie beschaffen, unsere verehrten Herren Gegner, die selbst- denkende, urthcilsvolle Menge, die keine blaße Idee haben von den wirklichen und wahren Vorgängen in und um sich; so werden sie eines Tages aufstehen und ganz verwundert um sich blicken, wenn sie einige wesentliche Veränderungen in der besten der Welten werden wahrnehmen müsse». Darum behaupten wir, so lauge wir solche Gegner gegen uns haben, daß ihre Stimmen in der Wagschale nicht von sonderlicher Bedeutung sind, daß die Stimmen der Unsrigcn ettvas mehr iu's Gewicht fallen. Kommet zu unseren Versammlungen, leset unsere Tages- blättcr und Schriften, zeiget uns, daß ihr durch eigenes Denken und Prüfen euch euer Urtheil bildet, und wir lvollen dann, aber auch nur dann, eurer gegnerischen Stimme eine Bedeutung bei- legen, eine Bedeutung, die heute und so lange ihr nur gedanken- los das aus euern Blättern zusammengelesen? als selbstständiges � Urtheil ausgebt— nicht vorhanden ist. Selbst sehen und hören, selbst denken und urthcilen! Selbst ! ist der Mann, und der Mann, der heute seine Stimme in die i Wahlurne zu legen hat, doppelt und dreifach! Katheder-Sozialismus und wirklicher Sozialismus. (Schluß.) Man erinnere sich, daß wir zu diesem Exkurs veranlaßt wurden durch die unphilosophische Methode Brcntano's, wie er durch den Hinweis auf das unbewiesene Ziel der Entwickelung die Unmöglichkeit der Lösung der sozialen Frage in unserem Sinne darthun wollte,.hätte er diese Behauptung rechtfertigen wollen, so konnte es nur in einer nach Art dieses Exkurses ver- fahrenden Auseinandersetzung geschehen. Wir haben gezeigt, daß ein Ziel der Entwickelung, an dem der Sozialismus scheitern muß, nicht existirt, wir diskutirten die Frage, vb der Fortschritt der Cultur durch den Sozialismus ge- sährdct sei, und kamen zu einem verneinenden Ziesultat; wir wollen aber jetzt Brentano fragen, ob er nicht lieber auf einen Zortschntt der Cultur verzichten würde, wenn diese immer nur einer Minorität oder wenigstens nicht Allen in ihrem vollen Maße zu Theil werden würde? Da er uns bei seinen fata- listischen Ansichten hierauf keine Antwort ertheilen kann, so wollen wir es selbst thun. Die Beantwortung der Frage ist offenbar nicht leicht und es sind an ihr Manche gescheitert. Da sie eigentlich nur eine akademische ist— wir zeigten ja, daß wir niemals vor dieser Entscheidung praktisch zu stehen haben werden— so wollen wir sie so kurz als möglich macheu. Es giebt, wenn wir von den Leuten absehen, welche hauptsächlich aus Gründen wirthschaft- licher Zweckmäßigkeit den sozialistischen Staat anstreben*), zwei Arten von Sozialisten, wenn man dieselben psychologisch be- trachtet. Die einen gehören selbst zur unterdrückten Klasse und handeln in sehr berechtigtem egoistischen Interesse, wenn sie die gesellschaftlichen Zustände, welche diese Unterdrückung bewirken, zu ändern suchen; die anderen haben zwar selbst weniger zu leiden unter den gegenwärtigen Verhältnissen, aber sie sind erfüllt von dem Gefühl der Gerechtigkeit, dem starken Trieb, die Schwachen gegen die Starken zu unterstützen; dieser Trieb hat natürlich zur Grundlage das Mitleid mit den ersteren, ist aber, wie gesagt, viel mehr ivie dieses und würde niemals durch eine bloße Besserung der Lage der unterdrückten Klasse befriedigt werden, sondern nur durch eine gerechte Lage. Es fragt sich nun, ob es einen Punkt giebt, wo die unter- drückte Klasse, obgleich im vollen Bewußtsein ihres Zustandes, aufhören wird, ihre Befreiung zu wünschen? Träte ein solcher Zeitpunkt ein, so würde auch für diejenigen, welche nicht aus egoisttschem, sondern altruistischem**), d.h. ausGcrechtigkeitsgefühldie- selbe erstrebt haben, nichts erübrigen, als sich zufrieden zu geben: man wird Niemandem gegen seinen Willen helfen wollen, i?) Ein solcher Zeitpunkt würde offenbar dann eintreten, wenn die Vor- theile, welche eine ungerechte Vertheilung der Lebensgüter mit sich brächte, mindestens gerade so groß oder größer sein würden, als diejenigen, welche durch die gerechte Vertheilung für die Unterdrückten erlangt werden könnten; bei den letzteren ist nicht zu vergessen die Aufhebung des Kummers und Umnuths über die Ungerechtigkeit. Weiiu also z. B. durch den Sozialismus der Fortschritt der Civilisation gefährdet wäre, und es würde sich herausstellen, daß durch das Fallenlassen einer gerechten Vertheilung eine solche Vermehrung der Lebensgenüsse eintreten lvürdc, die es ermög- lichte, einem Jeden ein höheres Maß derselben zu Theil werden zu lassen, als er es bei gerechter Vertheilung jemals erlangen könnte, wenn dieser Ueberschuß so groß wäre, daß er bei den ungerecht Behandelten auch jede Spur von Mißmuth und Zorn hierüber ausgleichen oder beseitigen würde, so daß diese gar keinen anderen Zustand wünschen— dann fteilich hätte der So- zialismus ein Ende(?) und zwar ein berechtigtes(?) und noth- wendiges.(?) Aber dieser Fall ist eben einfach unmöglich, und wir sind vollkommen sicher, daß niemals das Fortschreiten der Cultur in dieser Weise abhängig sein wird von der Ungerechiig- keit. Die Gründe dafür sind oben zum Theil mitgetheilt; hier erwarten wir unsere Gegner, hier ist die Arena, auf der sie versuchen müßten, uns zu besiegen! Und nun zurück zu Brentano. Wir haben behauptet, daß er zu den Arbeiterfteunden ge- hört, die zwar Mitleid mit dem Arbeiter haben, das Gefühl der Gerechtigkeit aber nicht kennen oder ihm keinen Lauf lassen und deshalb, soviel sie auch für die Arbeiter thun würden, niemals die soziale Frage lösen werden. Wir stehen jetzt vor der Auf- äabe, dies speziell an dem Programme Brentano's zn zeigen. :s läuft derselbe, wie bekannt, hinaus auf die Gewerkvereine nach englischem Muster mit Einigungskainmcrn und SchiedSge- richten. Kann diese Einrichtung, darum handelt es sich, die Befreiung von der Macht des Kapitals bewirken, kann durch sie eine gerechte Vertheilung des Arbeitsertrags herbeigeführt werden? Wer die Auseinandersetzungen Brcntano's liest, wird, wenn er auch sonst die Geschichte und Erfolge der Gewerkvereine nicht kennt, mit„Nein" antworten. Die Coalitton der Arbeiter ver- mag unendlich viel mehr als der Einzelne, kann aber nicht viel ausrichten gegen die Eoalitiou der Arbeitgeber. Die Schiedsund Einigungsämter bedeuten keineswegs, wie ein Unbefangener aus ihrem Namen folgern könnte, eine freiwillige Einigung zwischen Gleichberechtigten, sondern sie bedeuten nur, daß es für zwei Parteien, die zwar ungleich an Macht sind, aber ihre gegen- seittgc Stärke durchaus genau kennen, vernünftiger und zweck- mäßiger ist, Frieden vor dem Krieg zu schließen, als nach dem- selben. Deshalb brauchen die Friedensbedingungen noch lange keine gerechten zu sein, sondern sie sind der Ausdruck der beider- ! fettigen Machtverhältnisse. Der Schwächere stimmt wohl oder übel drückenden Bedingungen zu. Daß die Arbeiter die Schwächeren sind, ist klar; sie können weder so lange feiern wie die Fabrikanten, noch sind sie, wie mehrfache Beispiele zeigen, während der Verhandlungen selbst der Schlauheit ihrer Gegner gewachsen.***) Wenn trotzdem eine *) Und von solchen, welche aus dem<8 runde Sozialisten sind, weil sie einsehen, daß dem Sozialismus die Zukunft gehört, daß sie nichts gegen ihn werden ausrichten können und es, in ihrem eigenen Jntercise, daher besser ist, sich demselben auszuliefern, anstatt in einem ungleichen Kampfe, dessen Ausgang unzweifelhaft ist, Vieles auf's Spiel zu seßen i und großen allgemeinen Schaden herbeiführen. *') Altruistisch(Hauptwort: Altruismus), den Andern(lateinisch: alter) betreffend, für den Andern sorgend; im Gegeusax zu egoistisch, das Ich(tat.: exa) betreffend, für das Ich sorgend..„ ***) Dafür giebt eine Verhandlung, die unter Mund:lla selbst Ita.t- fand und von Brentano S. 273— 274 erzählt wird, einen drastischen Beleg. Ein Arbeiter- Delcgirter verlangte eine Lohnerhöhung von 1 Sh.— IM. auf ein Dützcnd Strümpfe und meint, der Fabrikant könnte Besserung der Lebenshaltung, wenn auch sehr langsam, herbei- handeln will, so überlasse er seine Gewerkoereinsideen Herrn! Doppelzüngigkeit. Beiläufig handelt es fich bei dem projektirten geführt wird, so ist das nicht das Verdienst der Gewerkvereine, Max Hirsch und bekenne sich von nun an offen zur sozialisti- Bcreinsgesetz nicht um eine Ausdehnung des preußischen Vereins- sondern dem Druck der öffentlichen Meinung zu verdanken, dem schen Partei! gesctzes auf'das Reich, sondern um ein ganz neues Gesetz, das die Fabrikanten nachgeben müssen. Die öffentliche Meinung__ weit„wirksamer" sein soll, als das jetzige preußische Bereuisge- verlangt aber doch meistens nur die Abschaffung zu Tage lie-_ i.• s«r nAtt I Tni a tvoroa»M»r\xrßr*/>r>o n ir w t»t. �1,4» T»-t reiteten Ziemer von einem Elenn, das noch vor Kurzem die Bjalystoker Waldungen durchstreift hatte. Hierauf folgte, von Der Sozialist will keine mühsam erkämpfte, meist nur mini- male, Aufbesserung der Lebenshaltung, die in gar keinem Ber-, hältniß steht zum Wachsthum der Lebenshaltung der Arbeitgeber, sondern er will eine nach Verdienst zugemeffene. Tie Gewcrk- vereine könncn eine solche und sollen nach Ansicht ihrer Ver- thcidiger eine solche auch gar nicht herbeiführen. Die soziale Frage wird durch sie nimmermehr gelöst. Wenn Brentano, wie es scheint, folgenden Satz des leider zu früh verstorbenen F. A. Lange acccptirt— er führt ihn als '„treffend" wörtlich an—„Wer den Menschen wirklich im vollen Sinne des Wortes als Menschen anerkennt, darf nicht zweifel- Haft darüber sein, auf welcher Seite er steht, wenn das Be- wußtscin einer höheren Bestimmung in den Massen zum Durch- bruch kommt. Es gilt für ihn nur, den Ucbergang in den neuen Zustand zu erleichtern, die Kämpfe zu mildern und von den ewigen Gütern der Menschheit hinüberzuretten, was er vermag" — wenn Brentano aufrichtig derselben Meinung ist und danach denselben auf den Consumcnten abwerfen. Ja, wenn Nottingham das Monopol des Strumpfwirkergewerbes hätte, meint Mundclla. Allein die französischen und deutschen Waaren werden auf den Tisch gesetzt. Unscrm Freunde wird klar gemacht, daß zwei Drittel der Produkle in's Ausland gehen, daß, wenn wir durch Vertheuerung des Produkts um einen Shilling die Ausfuhr verlieren, drei Männer oder mehr da sein werden, um die Arbeit von Einem zu thun" u. s. w. Daß es aber noch einen dritten Weg gicbt, nämlich den Shilling, anstatt auf den Consumenten, auf den Fabrikautcn abzuwälzen, und daß dann die Aus- fuhr nicht gefährdet sein würde, das freilich fiel weder dem Arbeiter noch Mr. Mundella ein. Darin aber steckt doch des Pudels Kern; darum dreht sich doch die soziale Frage. Eine geschichtliche Berichtigung. In dem Buche des Herrn Tavier Raspail(eines Sohns des berühmten greisen Sozialisten)„Ueber die Nothwcndigkeit der Amnestie" Seite 51 liest man folgende Zeilen:„Beyssel ging zu Ctuseret und machte ihm gerade heraus seine Eröffnungen. Er sagte ihm:„Wenn Sie das Eindringen von Truppen in Paris erleichtern wollen, so wird man Ihnen geben was Sie verlangen." Cluseret antwortete:„Ich werde viel zu gut von Bismarck und den andern bezahlt, als daß Sie mich kaufen könnten; es wird Ihnen nicht gelingen!" Ein Freund des Bürgers Cluseret hat, durch diesen Passus bestimmt, darauf bestanden, Protest zu erheben gegen diesen Satz aus dem Werke des Herrn lavier Raspail und sendet uns, um seinen Protest zu stützen, eine Notiz, welche zu veröffentlichen wir als unsere Pflicht betrachten. Anklagen von diesem Gewicht, welche die Geschichte morgen in ihre Blätter einträgt, machen eine Antwort nothwendig, da die Ehre eines Menschen sein kost- barstes Gut ist. In jedem civilifirtcn Lande, fügt der Freund des Bürgers Cluseret hinzu, erfreut sich dtr Angeklagte des selbstverständlichen Rechtes, sich zu vertheidigen, und im Namen dieses Grundsatzes werden Sie es nicht von sich weisen, die Thatsachen, auf welche hier angespielt wird, wahrheitsgemäß zu berichtigen. Niemals hat Cluseret Beyssel gesehen, noch auch Arohnson, und wenn Herr Thiers das Gegentheil geglaubt hat, so ist er das Opfer einer Täuschung. Herr Thiers schickte die Generale Fogliardi, einen Schweizer, und Frappoli, einen Italiener, zu Cluseret. Cluseret hat ersteren in Amerika kennengelernt, wo derselbe bei der Armee des Nordens die Schweiz als Bundes-Oberst vertrat, und den zweiten in Italien, als er Adjutant Garibaldis war. Beide stellten sich in offner und loyaler Weise im Auftrage des Herrn Thiers vor, nicht um irgend etwas anzubieten, sondern um anzufragen, unter welchen Bedingungen man sich verständigen könnte. Indem sie im Namen des Herrn Thiers sprachen, machten sie die Gründe geltend, die nach dessen Ansicht auf den Geist Cluserets den meisten Einfluß haben mußten. Hier sind unge- fähr textgetreu ihre Worte: /vfc/wwtvv tiiuji. iiiiv* viiivii Iii Vit» ivv-iiv �« nn'* x* v ,,•* t p** graphischen Verhandlungen zu nehmen und in Folge dessen mit bei den„llro.z kreres proventzean� ,n Paris n.cht schmack- der häufig so gefälschten Kost der Parlamentsberichte in den haster speisen kann; ausgezeichnete Cotelettes von Frisch.ng verschiedenen Zeitungen vorlieb nehmen müssen. I. A.:l Pompadour und eine Pastete von SouertoHl irnt Easan. > Galantine von lndlschcn Vogelnestern(a Pfund 530 Mark) mit getrüffelter Farce stritt nun mit Austern an rocher de Can- cal, deren jeder Caviarkörner sorgsam untcrgestreut waren, um den Vorrang und mit einer Ostender Langouate ä la proven- gale, deren mit schwarzen Trüffelschnittchen abwechselnde weiße Scheiben auf der rothen Schale ein in seinen Farben natio- naleS Gericht darstellten. 69er Chäteau d'Yquern creme und Schloß Johannisberg begleiteten diesen Gang, Chäteau Margaux und Monopole den folgenden, in welchem Wachteln, Schnepfen und schottische Rebhühner sich zusammenfanden, begleitet von einem englisch scharf bereiteten Salate. Es folgten Gemüse ä la maeddoine, die Spargel, von Basen zierlich herabhängend, Schoten, Bohnen, Morcheln, Artischocken, deren Kcrnschale wie- derum besonders gefüllt ward, während Koederer carte blanche und Heidsieck monopole das Geleite gaben. Biaquit ä la di- plomate und farcirtc italienische Birnen leiteten den Schluß des Mahles ein, welchen mit diversen Käsen, Miniatur-Butterbröt- chcn, alle denkbaren Eisarten mit Croe en bouche und Dessert bildeten, ihnen zur Seite ein 1788er Malaga und ein drei- hundertjähriger Est Est, die man genippt, geschlürft haben muß, um sie würdigen zu können."— So wird geschmaust, so wird geschwelgt und dann sagt man noch, daß auch die Sorge in den„besseren Schichten" der Bevölkerung Eingang gehalten habe. Doch das ist ja auch Nebensache— die Hauptsache ist: das Volk hungert und eine kleine Anzahl„bevorzugter" Men schen schwelgt. Noch wollen wir bemerken, daß wir es für un nöthig halten, die Fremdwörter in dem vorgeführten„Mcnu" zu übersetzen, da unsere Leser doch wohl kaum in die Lage kommen werden, jene Speisen und Weine zu bestellen. Sozialpolitische Uebersicht. — Es heißt, dem Reickistag solle ein neues Vereinsgesetz vorgelegt werden. Unsertwegen zehn. Die vorhandeneil Vereins- gesetze ynd so schlecht, daß ein ichlcchtcres nicht gemacht werden kann, und so gut wir bisher fertig wurden, werden wir's auch in Zukunft werden. Recht charakteristisch für die„Partei der politischen Heuchelei" ist, was das Fortschrittsorgan, die„Vos- fische Zeitung" zu dieser Frage bemerkt: „Wenn man bedenkt, welche Motive noch vor kurzer Zeit von Halb- und Ganzoffiziösen vorgetragen wurden, um eine ein- heitliche Regelung des Vereinswesens in ganz Deutschland zu befürworten, so kann man sich der schlimmsten Befürchtungen nicht entschlagen. Soll wirklich das Vercinsgesetz nur dazu dienen, die in Preußen üblichen Beschränkungen der Vereinsfreiheit auf die übrigen Bundesstaaten zu übertragen, um die polizeiliche UeberwackMng und Bekämpfung der Sozialdemokratie zu erleichtern, so wird es besser noch einige Zeit bei den bisherigen Zuständen sein Bewenden haben." Die„Vossische Zeitung" hat ein sehr kurzes Gedäckstniß. Es ist ihr offenbar ganz entfallen, daß die Fortschrittspartei im Sommer 1873 auf die bestellten„lltothschreie" aus Mecklenburg hin im Reichstag den Entwurf eines Reichs-Vereinsgesetzes ein- brachte, das dem Manteuffel'schen fast wörtlich abcopirt war, und den Zweck hatte,„die in Preußen üblichen Beschränkungen der Vereinsfreiheit auf die übrigen Bundesstaaten zu über- tragen". Wirklich, man wendet sich mit Ekel ab von solcher „Wenn Sie Ihre Bertheidigung fortsetzen— und wir wissen, daß Sie es thun können— so wird früher oder später das Heer einziehen und Paris wird Sedan vergessen machen Sie setzen die stehenden Heere wieder in ihre frühere Machtstellung ein; der Führer des Heeres wird Herr und Meister sein, und ich werde die Autorität nicht besitzen, die Reaktion, die von dem Militär droht, zu verhindern." Herr Thiers urtheilte richtig. Fogliardi und Frappoli ivaren seiner Meinung. Cluseret antwortete im Wesentlichen ungefähr wie folgt: „Um in Paris einzuziehen, ist es nöthig, es mit Sturm zu nehmen. Da eben erwarte ich sie---- Die Kapitulard»(Spitzname Derer, welche die Kapittllation von Paris abgeschlossen) verschreiten nicht zu einer Berennung.(Und in der That sind s fie auch nicht dazu verschrittcn; sie haben sich durch eine Thür eingeschlichen, die ihnen der Vcrrath geöffnet hat.) „Uebrigens handelt es sich nicht darum. Wir wollen ebenso wenig uns Frankreich aufdrängen, als wir uns Versailles unter- werfen wollen. Der Friede ist unterzeichnet, mögen die Versailler heimkehren, ihre Mandate niederlegen. Wir werden es ebenso machen, und Frankreich wird, ist es frei von jeder Fessel, durch neue Wahlen über seine Zukunft entscheiden." Fogliardi sagte nichts. Frappoli stimmte zu. Die Scene spielte sich ab im Zwischcnstock des Cafe Dorsay, wohin der General Cluseret die beiden Abgeordneten des Herrn Thiers be- stellt hatte. Am anderen Tage war Cluseret in Mazas(dem Gcfängniß). Eine andere Person besuchte ihn tagtäglich, ein Amerikaner Namens Mac Kean oder Mac Clean, ein Freund Washburne's, i der ihn immerwährend mit Berichten über den Erzbischof unter- hielt und ihm wiederholte:„Ton are worth a Million of dollars.1- („Sie sind eine Million Dollar werth.) Das sind amerikanische Schwätzereien ohne jedes Gewicht. Mac Clean ist nicht als eine ernste Person aufzufassen. Uebrigens bilden diese Thatsachen weder etwas Neues, noch ein Gehcimniß. Sie sind Gegenstand einer offiziellen Mit- theilung gewesen, welche von Cluseret der Commune in der Sitzung vom 21. Mai gemacht wurde, wo über ihn das Urtheil, und zwar einstimmig in freisprechendem Sinne, gesprochen wurde. Und da mal bei diesem Gegenstand bin, fügt der Ur- Heber dieser Mittheilung hinzu, so will ich möglichst gründlich sein und etwas weit zurückgreifen. Seite 944 des„Journal officiel" liest man in der zu Pro- tokoll gegebenen Aussage des Herrn Generalprokurator Thourel: „Ich hatte einen Strafantrag gegen Cluseret erlassen, dessen Verhaftung ich für nöthig hielt; er ist nicht' verhastet worden, weil er sich der Verhaftung zu entziehen wußte. Ich weiß nicht, ob er von den Preußen begünstigt wurde." Was hatten die Preußen im Jahre 1870 in Marseille zu thun? Und wenn der Herr Generalprokurator, ein verständiger, ernster Mann, nichts weiß, warum spricht er von Dingen, die er nicht weiß? Fahren wir fort mit unserem Citat: „Ich beklagte mich gegen Gent darüber, daß er nicht Mittel und Wege gefunden, seine(Cluseret's) Verhaftung zu bewerkstelligen, da ich doch einen Verhaftsbefehl gegen ihn erlassen hätte. Gent sagte mir:„Ich hätte recht gern gesehen, daß er verhaftet worden wäre, weil ich eine Depesche von Gambetta erhalten habe, die mir aufgiebt, ihn verhaften und unter dem Schein eines Prozesses augenblicklick; füsiliren zu lassen, weil er die Beweise in der Hand hätte, daß Cluseret ein preußischer Agent sei."" Ich bin überzeugt, daß in diesem Satz Herr Gent durch Herrn Thourel verleumdet ist. Gent ist es, der auf das Er- suchen Firmin's, gewesenen Maires von Celte, gewesenen Prä- sidcnten der Südliga, dem Prokurator, der erschienen war, den auf der Präsektur verbliebenen Cluseret zu verhaften, den Befehl ertheilt, mit den Nationalgarden„der Mission Frankreichs"(?) wieder umzukehren, die gekommen ivaren, nicht ihn zu ver- haften, sondern ihn zu füsiliren, und schon bis auf den Wagen, der den Leichnam auf den Kirchhof bringen sollte, alles vor- bereitet hatten. (Schluß folgt.) Die derzeitigen traurigen Verhältnisse werden durch folgende Scene, die sich im Berliner Kriminal- bureau zugetragen hat, nnd die der„Volkszeitung" von zuver- lässiger Seite mitgctheilt wird, treffend illustrirt: An einem der letzten naßkalten, regnerischen Abende meldete BS= — Die Verfälschung der Lebensmittel. Die Uebel' lofigkeit, die Grausamkeit einer Gesellschaft, die solche Zustände! überschritten haben, schon ihr kleines Arbeitspensumk Diese des herrschenden Produktionssystems, überhaupt der kapitalisti- erzeugt. In einem Blatt, das wohl noch nie von Sozialisten Mitverwendung der Kinder und eine umsichtig gegliederte Ar- schen Bourgeois- Wirthschaft äußern sich nach zwei Richtungen: als Zeuge gegen die heutige Gesellschaft aufgerufen worden ist, � beitstheilung ermöglichen es, daß dort der Gcntner verarbeiteter einerseits in derAusbeutung der Arbeit durch dasKapital im„Bazar" vom 22. Dezbr. 1873 finden wir als„Weihnachts- Spielwaaren einen Durchschnittswerth von nicht mehr als und der daraus hervorgehenden Verarmung, Knechtung und Plauderei" folgende Schilderung der Spielwaaren-Fabrikation: 15 Thalern besitzt, und was das sagen will, begreift man, wenn körperlichen wie geistigen Verkrüppelung des Volks; anderseits„-- Im deutschen Reichswald bei Nürnberg wurde schon man hört, daß von den kleinsten und leichtesten Sächelchen, deren in der Erzeugung und Verbreitung schlechter, verfälschter, ge- um 1270 von den intelligenten Nürnbergern die Holzwaaren- 180 Stück Täßchen, Schüsselchcn, Kännchen zc. mit 4 Pfennigen, mcinschädlicher, gesundheitzerstörender Waaren. Die Verfälschung industrie eingeführt, und zwar nach dem Beispiele der im Mei- der Lebensmittel bildet eine stehende Rubrik unserer Presse. � ning schen gelegenen Orte, welche diesen Fabrikationszweig bereits Den Zeitungen der letzten Tage entnehmen wir folgende zwei betrieben, und deren berühmtester die Stadt Sonneberg ist. „Fälle":„Unter den Tausenden von Spielzeug-Gegenständen, die in 1)„In Sachen Lebensmitteloerfälschung", schreibt der„West- jährlich immer neuer und größerer Fülle auf den Markt kamen, fälische Merkur,„haben die Gebrüder Stollwerck(kaiserliche Hof war es u. A. schon damals die Arche Noah, welche das Auge Chokoladenfabrik) zu Köln sich veranlaßt gefunden, eine Anzahl der Kinder erfreute, und aus dem diese, da es zu der Zeit weder Präparate, welche unter dem Namen„Chokolade" verkauft Bilderbogen noch Fibeln gab, ihre naturgeschichtliche Kenntniß werden, analysiren zu lassen. Die Herren Dr. Vöhl in Köln i von allerlei fremdem Gethier schöpften. und Apotheker Heinz in Duisburg, zwei anerkannte chemische�„Daß man selbst zu jener Zeit und trotzdem das Geld da- Autoritäten und deklarirtc Feinde der Lebensmittelverfälschung, mals ungleich höheren Werth als heute besaß, schon über die unterzogen sich dieser Arbeit. Die Resultate waren unglaub- Wohlfeilheit jener kunstlosen Holzschnitzereien sich baß verwun- lich; von siebzehn Analysen ergaben neun das vollständige Fehlen derte, geht aus einem Verslein in den alten Nürnberger Registern von Cacao; nur gemahlene Cacaoschalen und Keime, Rinder- hervor, welches lautet: talg, ordinäres, gebranntes Mehl und schlechter Zucker bildeten die Bcstandtheile der sogenannten Block-, Suppen- und Bruch- Schokoladen. In zwei Fällen hatte übrigens Zusatz von 5 resp. 10 Prozent Schwerspath stattgefunden, abgesehen von der Beimischung vegetabilischer Farben. Die Analysen von zwei der„berühmten holländischen Pnder-Sacaos" der zwei bedeutendsten Firmen Hollands ergaben eine Beimischung von 10 resp. 12 Prozent' werthloser Stoffe! Also: Warnung vor dem Ankaufe zu billiger Chokoladen!"— Und wer bürgt uns dafür, daß die theuren nicht auch verfälscht sind? 2)„Das beliebteste Manöver(lesen wir in verschiedenen Blättern) bei der Verfälschung der Butter besteht darin, daß der Verkäufer ihr künstlich eine Quantität Wasser beimischt und dadurch das Gewicht vermehrt. Während eine gute Butter nie mehr als höchstens 10 Prozent Wasser enthalten darf, gelingt es den Betrügern, ihr künstlich einen Wassergehalt bis zu 25 Prozent zu geben. Sie können dann freilich das Pfund Butter, welches der redliche Nachbar mit 1 M. 50 Pfg. verkauft, mit 1 M. 40 Pfg. und noch billiger ablassen und haben doch noch einen betrügerischen Gewinn. Meistens machen sich die Händler bei dieser Butterfälschung noch eines anderen Vergehens schuldig, auf welches wir die Aufmerksamkeit unserer Hausfrauen noch besonders hinlenken wollen. Da die Butter durch das künstliche Einrühren des Wassers eine sehr weiße Farbe annimmt und also leicht als verfälscht erkannt werden kann, geben ihr oft die Händler durch ein höchst ekelhaftes Mittel die gelbe Farbe wieder, sie verwenden dazu in Urin aufgelöste Orleans. Glücklicher- weise läßt sich so verfälschte Butter bei einiger Aufmerksamkeit leicht erkennen, Wenn eine intensiv gelbe Butter doch weiß und schaumig erscheint, wenn sie bei leichtem Drücken viel Wasser herausläßt, dann ist sie auf obige ekelhafte Weise verfälscht. Jede Hausfrau, welche eine solche Butter, gleichgültig ob auf dem Markt oder an andern: Orte, gekauft hat, ist moralisch ver- pflichtet, den Betrug zur Kenntniß der Polizeibehörde zu bringen, denn den Betrügern kann nur dann das Handwerk gelegt wer- den, wenn ihr Betrug entdeckt und mit der gesetzlichen Strafe geahndet wird." � Nun, Dieser oder Jener, der es zu arg treibt, mag ja zu fassen sein. Aber es wäre thöricht, zu hoffen, daß durch poli- zeiliche Maßregeln dem Uebcl abzuhelfen wäre. Die Waaren- Verfälschung ist eine nothwendige Folge der heutigen Bourgeois- Wirthschaft, und das herrschende System kann doch wahrhaftig nicht durch die Polizei beseitigt werden, die diesem System ja im Großen und Ganzen dienen muß. So lange die Klasse, welche die Arbeit ausbeutet und ein Interesse an der Herstellung verfälschter Waaren hat, sich im Besitz der Regierung und Gesetzgebung befindet, wird, mit derAusbeutung der Arbeit, auch die Verfälschung der Waaren fortdauern. — Spielzeug. Wem steigen nicht, wenn er an einem Spielwaarenlager vorübergeht, fröhliche Weihnachtserinnerungcn auf? Und wer wundert sich nicht über die geradezu unbegreiflich billigen Preise? Erkundigen wir uns aber nach Ursprung und Herkunft dieser Spielwaaren, nach dem Verdienst und der Lebens- Hundert und zwei Gethier fürwahr Als man zählt 1270 Jahr, Sind für acht Pfennige baar Zu hau im Krais Isar. „Noch heute wie damals ist die Wohlfeilheit der Kinderspiel- waaren nur dadurch erklärlich, daß die Holzschnitzer, Alt und Jung, unendlich emsig arbeiten und ebenso genügsam in ihren Ansprüchen an das Leben sein müssen, erklärlich ist auch die häufige Einkehr bitterer Noth, hier, wie in anderen Orten, wo um das tägliche Brod alle die Sächelchen gearbeitet werden, welche Millionen von Kindern zu erfreuen bestimmt sind. „Ehrfurcht und Mitleid müssen dem ebenso häufigen als wohlfeilen Spott über die leichte Nürnberger Waare weichen, wenn wir nähere Daten über den aussichtslosen Fleiß, die stannenswerthe Geschicklichkeit der armen Arbeiter erfahren� In Sonnenberg oder den umliegenden Dörfern Judcnbach, Stein- Heide, Hüttengrund u. s. w. verbraucht eine Arbeiterfamilie, aus fünf Köpfen bestehend, jährlich 130 Kubiksuß Nadelholz, und hat, wenn dieses zu Spielsachen verarbeitet ist, 150 bis 180 Gulden verdient. Eine solche Familie liefert beispielsweise in einer Woche einhundert Dutzend, gleich zwölfhundert Stück, Kindertrompetchen, der Arbeitslohn hierfür betrügt einen Thaler und zwanzig Silbergroschen. Die Familie muß mit sieben Silbergroschen auf den Tag leben; das kann freilich nur die rührende Genügsamkeit der armen Leute möglich machen; auch steht es thatsächlich fest, daß hier öfter ein heiterer Sinn zu finden, als bei manchen Arbeitern in großen Städten mit ungleich höheren Löhnen. _„Aus der Sonnenberger Gegend führt die durchlaufende Eisenbahn alljährlich 40,000 Centncr Spielwaaren, und wie viele kleine Spielzeuge mögen dies sein, wenn man erwägt, daß die Meining'schc Forste allein 5000 Klafter Fichtenholz ä 100 Kubiksuß feste Masse an die Fabrikanten liefern, und wenn man weiter bedenkt, daß z. B. zur Verfertigung von 4880 Dutzend Trompetchcn oder 58,160 Stück ü 1>/z Pfennig nur 136 Kubiksuß Holz nöthig sind! Auch die mit dem Bemalen der Spiel- waaren sich ausschließlich Beschäftigenden der Thüringischen Ort- schaften liefern ihre Arbeit unglaublich schnell und billig; so z. B. kostet das Bemalen von 200 kleinen Holzkoffern, welche auf fünf Seiten zu geschehen hat, 200 Pfennige; hierzu liefert der Maler alle 8 oder 10 Farben, Firniß, Lack?c. und bei alledem verdient ein Maler mit Weib und Kind in einem Tage 15 Silbcrgroschen. Aus dieser Thüringischen Gegend werden alljährlich allein für 30,000 Thaler Spielwaaren nach Amerika versendet. Im bairischen Jsarkreis ist seit dem dreizehnten Jahr- hundert Oberammergau und Berchtesgaden berühmt, besonders für feinere Sorten von Schnitzereien. Ebenso ist das Grödner- thal in Tirol wohlbekannt wegen der Zierlichkeit und Billigkeit seiner Erzeugnisse; dasselbe ist der Fall im Traunkreis in Oester- reich, in den Städtchen Ischl, Mollen und Hallstadt. In Oester- reich überhaupt zählt man 8000 Menschen, welche Spielzeuge schnitzen, und werden aus diesen Gegenden alljährlich an 20,000 Centncr fertige Waare versendet. ■ 1„Sehr bedeutend, obwohl noch trauriger situirt als die weise Derer, welche sie verfertigen, dann hören wir auf, uns j Thüringer Spielwaarenindustrie ist diejenige des säch- über die billigen Preise zu wundern, ein düsterer Schatten zieht fischen Erzgebirges, woselbst und zwar im Gcrichtsamte über die heitren Erinnerungen, und Gefühle des Mitleids und Saida im Jahre 1887 über 4600 Einwohner mit der Anfer- Zornserfüllen unsere Seele: des Mitleids mit dem lebendigen � rigung von Spielwaaren beschäfttgt waren, welche jährlich circa Spielzeug, das dieses tobte Spielzeug anfertigt und von ihm 90,000 Centner oder 4500 Klafter Holz verarbeiteten. Hier."''"Tri.".!""" C ,,wnn„n..„_ llpfipr langsam gctvdtet wnd � des Zorns über die kalte Rücksichts- liefern selbst Kinder, die erst das vierte Lebensjahr i �uglich� �128 �anderwett � Selbst --------■■——————————•■■ t. rw»,».-w* r'.f.t.___/ j. COf.'tt-V« ,i»* Si ,\v-- daß von denjenigen Schachteln, in welche die Waaren verpackt sind, 60 Stück für 28 Pfennige verkauft werden! „Was die Arbeitstheilung anbetrifft, so macht selbst derjenige Arbeiter, welcher mehrere Verrichtungen vorzunehmen genöthigt ist, jederzeit einen Gegenstand erst in größerer Menge bis zu einem gewissen Stadium fertig, bevor er weitere Operationen vornimmt. In der Hauptsache lassen sich die Gruppen der Ar- beiter in Dreher, Schnitzer, Blecharbeitcr, Maler und Packer unterscheiden, doch zerfällt jede Gruppe wieder in eine große Anzahl von Unterabtheilungen. Das Holz wird von einer be- sonderen Klasse, den Holzhändlern, in den Auktionen der Forsten entstanden und dann von den Arbeitern nach Klaftern oder Blöcken, bisweilen sogar nach Scheiten gekauft. Nachdem das- selbe vorgerichtet, d. h. geschält und getrocknet ist, wird es zer- kleinert, theils abgedreht, theils mit Sägen zerschnitten. Die wichtigste Aufgabe in der ganzen Fabrikation fällt den Drehern zu, und hier steht der Geschicklichkeit der Hand die durch Wasser- kraft, neuerdings durch Dampf betriebene Drehbank zur Seite. Manches Drehwerk enthält 20 und mehr Arbeitsstellen, die der Besitzer nach halben und viertel Tagen, bei knappem Wasser sogar stundenweise vcrmiethet. Einzelne Artikel werden bereits von den Drehbänken aus marktgängig geliefert, die meisten aber wandern erst durch die Hände der Schnitzer und Maler. „Das wenig bcneidcnswerthc Loos, welches die armen An- fertiger der„ordinären" Spielwaaren trifft, zu bessern, und zwar dadurch, daß dem Arbeiternachwuchs in Zeichen- und Mo- dellirschulen Gelegenheit gegeben wird, den Geschmack zu läutern und durch Herstellung mehr künstlerischer Waare höheren Han- delswerth zu verleihen, ist leider trotz aller Bemühungen seitens der betreffenden Regierungen bisher von wenig Erfolg begleitet worden— die Arbeiter hängen eben zu zähe am Altherge brachten. „Und dennoch wird die deutsche Spielwaarenindustrie auch an allen diesen Fabrikorten einen Läutcruugsprozeß durchmachen müssen, soll sie nicht untergehen, denn immer dringender lautet der Ruf der Neuzeit: für unsere Kinder ist das Beste gerade gut genug; immer mehr bricht sich die Erkenntniß von der hohen Bedeutung des Spielzeuges in der Hand des Kindes Bahn. Ein Beweis dafür ist das„feine" Spielzeug, dessen stets sorgfältigere Herstellung in Art und Form sich von Jahr zu Jahr mehr wirkliche künstlerische Kräfte zuwenden."— Dies die„Weihnachtsplauderei" des„Bazar". Seitdem sind drei Jahre in's Land gezogen: der„Läuterungsprozeß" ist ae- kommen in Gestalt der Geschäftskrise und hat die Löhne noch mehr herabgedrückt. Wie die Leute jetzt leben können, ist ein Räthsel für Jeden, der nicht auf derselben Stufe des Elends steht— genug: sie leben, wenn vcgetiren leben genannt wird. Und die Kinder müssen erst recht mitarbeiten, trotz der Bestimmungen der Gewerbeordnung gegen die Kinderarbeit. Freilich die mangelhafte Ernährung untergrübt die zähesten Körperconstitutionen, die Bevölkerung wird immer schwächlicher, immer ungesunder, die Lebensdauer kürzer— doch was will das bedeuten? Unsere Kinder brauchen Spielsachen; daß die Ar- beiter, welche die Spielsachen verfertigen, daran sterben, das geht die Gesellschaft nichts an. So will es die„Ordnung" in dieser„besten der Welten". — Die Jugend der Nation wird durch den Militaris- mus vielfach ins Elend gestürzt und vernichtet. Nach dem im Kriegsministerium für den Monat Dezember 1876 zusammengc- stellten Hauptbericht über die Kranken des preußischen Heeres, des sächsischen und württembergischen Armeecorps be- trug die Krankenzahl 7,, Prozent der Effektivstärke. Die Zahl der unter militärärztlicher Behandlung Gestorbenen betrug 85. Die meisten Opfer forderte der Typhus, nämlich 22, worunter ein Fall von Flecktyphus(in Liegnitz). In nicht militärärzt- licher Behandlung kamen außerdem noch 34 Todesfälle vor, davon 2 durch Krankheiten und 12 durch Verunglückung. Die Zahl der Selbstmorde betrug 21. Ferner kamen 2 Alkohol- Vergiftungen und 2 Schädclverletzungen, letztere außerhalb des Dienstes, in Guben und Ratibor vor. Im Ganzen bat das Heer somit 119 Mann durch den Tod verloren. Außer den Gestorbenen sind 82 als„invalide", 386 als„dienstun- sich auf dem Kriminalbureau eine traurige Gestalt mit einem Paar alter Stiefeln in der Hand und wünschte dem' diensthabenden Beamten vorgeführt zu werden. Vor diesen gebracht, -entspinnt sich folgende Unterhaltung: Commisiarius: Was wollen Sie? .. Vagabond: Ick melde mir mit die Stiefeln, die Hab' ick jestohlen und nu bitte ick mir inspunnen zu lassen. Com.: Wo haben Sie denn die Stiefeln gestohlen?— Die können höchstens auf einem Dunghaufen vor den Thoren gelegen haben. D:e nimmt ja kein Mensch auf. das Bauer gestohlen haben, wiederfinden? Dann werde ich�'yorde in einem Monate! � einen Beamten in Ihrer Begleitung hinschicken, damit der Be- l'wnsmus:n unserem herrlichen Deutschland treibt. stohlene festgestellt wird.— Die Willkür hat gesiegt— aber nichts gewonnen. Vag.: Na, Herr Kum'zar, heute kann ich nich mehr hin-! Am 15. d. erschien die letzte Nummer der„Menschenrechte"; finden, Sie werden mir schon hierbehalten müssen.> allein phönixgleich wird das trefiliche Blatt verjüngt wieder auf Dieser Wunsch wurde endlich erfüllt, und der Dieb findet �stehen als„Radical", in dem auch die„Revolution" Naquet's die ersehnte Ruhe auf einem Strohsack in einer Zelle der Stadt- aufgehen wird. Die erste Nummer des neuen Blatts ist auf Voigtei. Am anderen Morgen wurde mit Hilfe des Vagabonden'......~~'~ m"—*— ermittelt, daß das Vogelbauer einem Klempnermeister in der Landsbergerstraße von dem Ladencingauge gewaltsam abgerissen den 18. d. angekündigt.— Wenige Tage vor ihrer lurlstischen Erdrosselung hatten die„Menschenrechte" zur Feier ihres ersten Geburtstags ein Banket veranstaltet, welches zu einer wahrhaft großartigen Demonstration wurde. Ein Begrußungstelegramm des„Vorwärts"*) fand begeisterte Aufnahme. Um uns etwas „anzuhängen" und diesem Telegramm eine deutschfeindliche, wo nicht vaterlandsverrätherische Tendenz zu verleihen, wird ge- schrieben, Aves Guyot, der auf dem Äanlet dle Festrede hlett, habe sich entschieden deutschfeindlich ausgesprochen. Das ist em- fach gelogen, in denunziatorischer Absicht gelogen. Guyot hat keine Aeußcrung gethan, die so gedeutet werden konnte, und es will aber nicht gehen, weil dort eine heftige Zugluft herrscht,> die„Menschenrechte" waren Mit Ausnahme der„Revo U ion —''..........-...-- � vielleicht das einzige französische Journal, welches de« Chauvinismus prinzipiell bekämpfte. Vag.: Det is Allens recht jut! Aber ick habe ja jestohlen! worden. Der Meister, mit der Veranlassung der Recherche be und will ingespunnt werden. kannt gemacht, erklärte, von einem gegen ihn begangenen Dieb- Com.: Ja lieber Mann! Wenn Sie nicht sagen können, stahl nichts zu wissen, und so wurde denn auch der Thäter, von wem die Stiefeln gestohlen sind, so kann Ihrem Wunsche welcher sich nur eine Nacht des Strohsacklagers erfreuen konnte, „von wegen des Jnspunnens" keine Folge gegeben werden. wieder entlassen. Vag.: Na ick will et man jestehen: jestohlen habe ick die! Stiebeln nich, ick habe se uf's Feld jefunden. Abcrscht sehen! �......, s. i-r tx+r,* mit A-' 0-" Kumzar. w-ml Encr wie ick nu schon drei Tage lang � � j�Äunmlich dcr Bsschweile?Birnb°um veManzt w»' on. Bänke IM Asyl und Ochsenkopp jedruckt hat,— denn iejen den � es will aber nicht gehen, weil dort eine heftige Zugluft herrscht, :alin man sich da nicht mehr, weilt zu vull ist— der sehnt sich: die den Birnbaum so arg rüttelt und schütteli, daß er nicht Wurzel och mal ene Nacht uf n Strohsack zu schlafen, un da habe ick mir fassen kann. Zum Beispiel in Müssen St. Jakob wehte am Sonntag jedacht, du wirst sagen: ick habe die Stiebeln jestohlen!>:in förmlicher Orkan, der allerlei nicht ganz saubere. und nicht ganz Com.: Ja lieber Mann, dann nehmen Sie nur Ihre Stie-. wohlriechende Dinge auf dem Birnbäume hängen ließ: und der böse Sozial- feln und gehen wieder nach dem Asul dcmokrat Nauerr erkühnte sich zu beweisen, daß an dem Birnbaum Vag.: Also et is nischt, Herr Kum'iar� Na nischt vor blos bittere, gesundheitsschädliche Holzbirnen wachsen. ja er entwarf uniut denn ning i-s et besser tnnrf�n sx-Aa nnrf,' ein förmliches„Sündenregister- des Birnbaums. Jetzt geschah ein NnA®.? c 1.Z �ies ooch! l,..! Mirakel, über welches das„Chemnitzer Tageblatt" wie folgt berichtet: 'ii'e-~i. u- o" C- � el"C.r stunde kam der �iebhaber. Höchst inlercssant war es nun während der Aufzählung des Birn- w roNac!Iöfl6ir9 wieder, diesmal statt der Stiefeln ein baum'jchen Sündenregisters diesen(Birnbaum'schen— Birnbaum!), den Vogelbauer aus Draht in der Hand tragend. Mann der Wissenschaft(Holzbirnen), der Ruhe und Ordnung(Holz- _ Bog: Nu, Herr Kum'zar, bin ich wieder da, nanu werden Kirnen) zu beobachten! Mit stillem Lächeln wehrte er die giftigen sie doch mir hierbehalten? Pfeile Naucrl's ab,— ja er gewann es über sich, sie mit kei- Com.: Kerl, sind Sie des Teufels? was brinaen Sic denn Worte zn erwähnen." Hoffentlich ist Herr Birnbaum so gut NUN?! und verräth seinen Mitgründern das Rezept seines wunderwirkenden ,) s,'., mir Erbarmen haben werden UN mir hier Staatsanwälte abzuwehren, ohne nur den Mund aufzutyun. Wie learanim betreffende redaktionelle Notiz der„Droits de lHomme v.yaitcn eil NU. manchem verkannten Biedermann wäre das„stille Lächeln" ein paar mit � Tclcaramni selbst verwechselt und den Beweis seiner iranzo,- Com.: Wo haben Sie denn das Vogelbauer gestohlen? mal hundertlausend Thalcr unter Brüdern werth. Juckt Sies nichi, Schülcrliasligkeit an den Unrechten gebracht. Der ABE-)swuße Vag.: Ja, det weeß ick ooch nich. Et war so beim Alexander- Herr Birnbaum? Da ließe sich ein„Geschäft" machen, anders als.-.....—!-. vlatz.! das Bifchweiler-Spener'jche. Com.: Können Sie denn den Weg zu dem Laden, wo Sie- ♦) Ein beliebiger Quartaner oder Sparig schreibt darubn im Leivsiqer Tageblatt":„Bei dem Banket traf ein Glückwunsch der deutjcbc« Sozialdemokraten von der Redaktion des„Vorwärts in Leipzig ein. Das Leipziger Telegramm lautete:„Die Redaktion und Administration des Leipziger Sozialistenblattes„Vorwärts" senden den „Droits de l'Homme" ihre brüderlichen Grüße im Namen der deutschen Demokratie." Dabei ist dem Verfasser der Depesche der Schnitzer pas- sirt, ses salututioos kratornellez statt leurs salutations tratorneltes lU Dem Verfasser der Depesche ist kein Schnitzer passirt, wohl aber dem beliebigen Quartaner oder Sparig das Malheur, stch kolossal miren. In der Depesche kommt weder ses noch leurs dor— es pnpi einfach(auf französisch): Brüderliche Grüße».�und dann �folgen me ciien �wmeryasngreu an wen �vrack- ans Kleinparis, der den Redakteuren von Großparls stanz ösis 1 �., Unterricht crtheilen will! Köstlich! Wenn derBur,che nur erst Deutsch könnte! Ausruf an die Schuhmacher Deutschlands. College»! Schon vor mehr als dreißig Jahren ertönte in allen Gauen Deutschlands der Ruf nach Abschaffung der Zuchthaus- und Ge- fäugnißarbeit. da die Kleinmeister und Gesellen schon damals die große Concurrenz darin erblickten, die besonders in unserem Geschäfte sehr schädlich auf die Kleingciocrbtreibcnden wirkte und nur den Großkapi- talisten zu Gute kam. welche genügende Mittel besaßen, die erforderliche Kaution zu stellen, und die sich die Aufgabe stellten, die Gefangenen auszubeuten und billige Arbeit aus den Staais-Jnstitutionen(Straf- anstalten) zu beziehen, um dadurch die Kleinmeister vollständig concur- renzunfähig zu machen. Die deutschen Schuhmacher werden sich wohl schon darüber klar geworden sein, daß dem Handwerke eine große Schä« digung dadurch zugefügt wird, daß die Strafgefangenen während ihrer Haft zu geringen Preisen an die Groß- Unternehmer verpachtet werden, so daß die Kleingewerbtreibenden, die, schon lange nicht im Stande mit der Großindustrie zu concurriren, vollständig zu Grunde gehen und die Gesellen, welche der heutigen Gesellschaft in jeder Beziehung Rech- nung tragen müssen(Stcuerzahleu u. s. w), weryen dadurch arbeitslos und gezwungen, sich einen anderen Erwcrbszweig zu suchen oder durch den schweren Druck der Arbeitslosigkeit solchen Anstalten zu verfallen. Betrachten wir uns einmal einige solcher Sttaianstalten etwas näher. In dem Königlichen Ccntralgefangniß zu Cottbus werden durchschnitt- lich 80 Mann mit der Schuhmacherei beschäftigt; der Unternehmer ist Feuchtenhauer u. Söhne in Berlin. Im Gcfängniß kostet dem Unter- nehmer ein Mann 80 Pf. pro Tag, und dabei müssen die Gefangenen ihr bestimmtes Quantum monatlich liesern, sonst braucht der Unter- nehmer für den Mann nichts zu bezahlen; es sind jedoch die Einrich- tungen so getroffen, daß ein Gefangener seine Aufgabe schaffen muß. — Der„Dresdener Volksbote" erscheint seit Kurzem in sehr vergrößertem Format; der Leserkreis ist so rasch im Wachsen begriffen, daß der„Volksbote", der jetzt blos dreimal wöchentlich erscheint, sich wohl bald zu einem täglichen Blatt wird erweitern müssen. Vom 1. März an wird für den 15. sächsischen Wahlkreis ein Lokalorgan,„Der Volksfreund", vorläufig blos einmal wöchentlich, erscheinen, und zwar im Verlag der Chemnitzer Gc- nossenschaftsbuchdruckerei. Für Polen. März 1840. Das Lied vom Rhein— es klang so hell Im Süden gestern noch und Norden; Wie ist das Weiße doch so schnell In Deutschland wieder schwarz geworden! Wo stob er hin, der Sängerchor? Und warum schweigt er heut so stille? Ach! er erschien, ach! er verlor Sich— immer nach der Herren Wille. Was gestern Recht war für den Rhein, Ist's heute nicht auch Recht für Polen? Soll Polen nicht auch Polen sein, Weil wir als Räuber mitgestohlen? Ist Fürstenwort solch Zauberwort, Daß es kann Tag in Nacht verkehren? Sind Herz und Hirn bei uns verdorrt? Und läßt Vernunft fich so entehren? Vergaßet Ihr das Einmaleins, Ihr unergründlich Uesen Denker, Ihr Zionswächter unsres Rheins Und jeder fremden Freiheit Henker! O deutsches Volt, das hoffend drängt Sich an der Reichen Zukunft Schwelle, Was auch die Sterne Dir verhängt, Sei nicht des Czaren Spießgeselle! Horch auf den Sturm, der neu erbraust, Auch Deine Frucht vom Baum zu schütteln, Eh' eisige Barbarenfaust Dich wird aus Deinen Träumen rütteln! Tritt nicht, was Tu bei Dir gesä't, In fremdem Land mit Rosseshufen; Nicht Deine eigne Majestät In Völkern, die nach Freiheit rufen! Du suchst Dich selbst aus riefem Grund Der harten Knechtschaft aufzuschwingen, Willst Du Dein Joch zur selben Stund Den Andern auf den Nacken zwingen? Soll noch einmal im wilden Streit Hinmorden unsrer Kinder Lanze Die ewige Gerechtigkeit Dem alten Gleichgewichtspopanze? Weh über uns in solchem Krieg! Wir wandeln keine Ruhmesbahncn. Ich rufe: den Empörern Sieg! Und jede Schmach auf deutsche Fahnen! Georg Herwegh(„Neue Gedichte"). Correspoudenzen. Altona, IS.Feb. 9'/zAbds.fDcp.) Stadt Altona Hartmann D019, Karsten 7145. Land bis jetzt Hartmann 2779, Karsten 3227. Fehlen 34 Orte, die unS den Sieg wohl nicht mehr entreißen können.(Hartmann hatte also einen Vorsprung von 1415 Stimmen— 11,789 gegen 10,374.) Im 17. sächstschcn Waylbezirst ist die Wahlagitation in vollem Gang. Von Sonnabend bis zum Mittlvoch sind einige 20 Versammlungen angesetzt. Für Donnerstag den 22. Abends ist im Hauptort des Bezirkes, Glauchau, ein großes Sieges- fest arrangirt, denn daß Bracke siegt, glänzend siegt, steht bombenfest. Htberfetd, 13. Februar. Vor dem Polizeigericht wurde heute gegen 28 Personen verhandelt, welche wegen Theilnahme an den nach der letzten Reichstagswahl am 18., 19. und 20. Ja- nuar d. I. stattgehabten Ruhestörungen angeklagt waren. Drei- zehn Personen erhielten eine vierzehn- resp. achttägige Gefäng- nißstrafe, während den Ucbrigcn Geldbußen auferlegt wurden.— Nicht ein Sozialdemokrat war unter den Verurthcilten. Wenig- Pens war Keiner derselben als solcher bekannt, da sonst der Staatsanwalt gewiß Bezug bei der Anklage darauf genommen haben würde. Wenn der Gefangene sein sogenannie- Pensum monatlich fertig macht, bekommt er pro Tag 10 Pf. Arbeitsverdienst- Antheil, fehlen dagegen ein'ge Paar, so bekommt er gar nichts und obendrein Arrest für das faule Arbeiten. Die Beamten stehen stets zur Aufsicht da.— Im Ge- sängnisse zu Berlin werden die Gefangenen vom Schuh- und Stiefel- Fabrikanten Fürstcnheim beschäftigt.— Im Zuchthause zu Branden- bürg, wo durchschnittlich 50 Mann beschäftigt werden, sind nicht nur Stanzmaschinen, sondern sogar Maschinen zum Durchnähen vorhanden, so daß die Gefangenen blos das Einrichten und Ausputzen auszuführen haben. Solcher Anstalten sind im civilisirten Deutschland Hundertc und werden immer noch mehr gebaut. Wenn nun gesagt werden sollte, daß die Gefangenen doch arbeiten müßten, ohne Beschäftigung könnten sie nicht sein, ihre Unterhalwngs- kosten müßten sie sich verdienen, indem sie dem Staate viel Geld kosten — so wird das jeder vernünftige Mensch zugeben, trotzdem Diejenigen, welche etwas besitzen, Gerichts- und Gefängnißkosten bezahlen müssen, infolge dessen umsonst arbeiten. Sache der heutigen Gesetzgebung muß es sein, die Unzuträglichkeiten, wie sie heute in den Königlichen Staats- Institutionen betrieben werden, abzuschaffen. Daß wir, freie Arbeiter und Kleinmeister, nicht der Concurrenz unterliegen müssen, dies haben wir als Staatsbürger zu verlangen. In dieser Angelegenheit haben die vereinigten Schuhmacher Berlins beschlossen, folgende Petition an den Hohen deutschen Reichstag zu richten: .Da die Schuhmacher Deutschlands sich in gedrückter Lage befinden, die Arbeitslosigkeit sehr groß ist und das Kleingewerbe ganz darnieder liegt, so erlauben sich die Schuhmacher Deutsch- lands an den Hohen Reichstag des deutschen Reichs die Bitte zu stellen, daß durch Regelung resp. Abschaffung der Zuchthaus- und Gcfängnißarbeit die für das Schuhmachergewert geradezu erdrückende Concurrenz beseitigt werde." Die Schuhmacher Deutschlands haben schon zu wiederholten Malen pctilionirt; die große Mühe und Arbeit wurde aber stets von der Pe- titionscommission in den Papierkorb geworfen, wohin meistens die Ar- beiterpetitionen gelangen. Wir dürfen uns niemals mit solcher Wür- digung zuftieden geben und uns nicht durch die Ausführungen einiger Reichstagsabgeordneten hinhalten lassen, die keine Idee von dem durch die Concurrenz der Groß- Industrie darniederliegenden Schuhmacher- gewert haben und unsere Petitionen derartig beantworten, die Zuchr- haus- und Gefängnißarbeit solle dann abgeschafft werden, wenn die deutschen Schuhmacher einen praktischen Vorschlag machten, womit die Gefangenen beschäftigt werden sollten, oder, wie auf die letzte Petition, welche von den Schuhmachern Deutschlands 1870 eingereicht worden ist, die beiden Reichstagsabgeordncten, Regierungsrath Jakobi(Liegnitz) und Dr. Moufang(Mainz) sich geäußert haben:„Das Schuhmacher- gewerk wird noch handwerksmäßig betrieben und so wird es auch immer bleiben, cS hat ja noch einen goldenen(?) Boden!" Auf die erste Aeußerung:„Womit sollen die Gefangenen beschäftigt werden?" erlauben wir uns vorläufig den Vorschlag zu machen, daß, da heule Tausende von Schuhmachern ihrem Berufe entrissen werden, um jahrelang in den Kasernen Cvmmisstiefel zu verfertigen, und manche Familie, wenn eine Mobilmachung eintritt, eine große Niederlage durch das Verlorengehen der Kundschaft erleidet u. s. w., deshalb ebensogut auch die Militärarbeit in den Zuchthäusern und Gefängnissen angefertigt werden könnte, wo der Profit dem Staate doppelt zu Gute kommt. Die große Concurrenz wäre dann beseitigt und damit die Kleinmeister und Gesellen wieder in die Lage versetzt, ihre Steuern bezahlen zu können, was heutzutage nicht der Fall ist, da der Großkopitalist den Profit in die Tasche steckt, die Meister und Gesellen aber zusehen läßt, wie weit sie cs bringen. Auf den Vorzug, den die Schuhmacher bis jetzt gehabt haben, daß die Hälfte Soldat wurden, wollen wir gern verzichten. Was die Hand- werksmäßige Produktion und den goldenen Boden anbetrifft, welches Beides unser Gewerbe haben soll, so überlassen wir dies dem Urlheile cineS jeden Einzelnen.— Die traurige Erfahrung haben wir leider schon seit ziemlich langer Zeit gemacht, daß die Kleinmeister von Tag zu Tag immer mehr und niehr in die Reihen des Proletariats gedrängt und von den Grohkavimlisten abhängig gemacht werden. Die Roth und das Elend unter den Schuhmachern wird immer größer, die Concurrenz und Ueberproduktion immer schlimmer, Zucht- Häuser, Gefängnisse, Correctionshäuser werden immer mehr gebaut.— Mittellos und entblößt werden die Leute eingefangen; entkräftet, re- dnzirt und vielleicht mit leeren Taschen wieder nach einigen Monaten oder Jahren entlassen, wo dann dieselben nach kurzer Zeit wiederum solchen Anstalten verfallen müssen. So geht es nun Jahr aus Jahr ein, und wir haben eine immer größere Concurrenz zu erwarten, darum der gerechte Ruf in allen Gauen Deutschland«:„Abschaffung der Zuchthaus- und Ge- sängnißarbeit, denn dieselbe hat bis jetzt das Wohl und die Interessen des Volkes nicht gefördert!" Da wir in dem jetzigen Reichstage mehrere Abgeordnete haben, Hascnclever, Bebel, Liebknecht, Fritzsche, Most u. A. m., welche uns schon die Zusicherung gegeben haben, mit aller Energie für unsere Petition einzutreten, so ist es unsere Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß Tausende von Unterschriften an den Reichstag gelangen. Darum, Schuhmacher Deutschlands, ruft an allen Orten Versammlungen ein und diskutirt über diese Angelegenheit. Hauptsächlich bitten wir diejenigen College», welche in den Städten wohnen, wo solche Straf- anstalten existiren, uns statistisches Material zukommen zu lassen, wcl- ches wir ebenfalls dem Reichstage übermitteln werden. Unsere Parole muß von nun a» lauten:„Petitioniren und Protestiren, so lange wie solche Ausbeutung«- und Concurrenz-Justitute existiren!" Wir dürfen niemals indifferent und müde werden, denn es gilt, die Ehre und die materielle Lage der Schuhmacher zu heben, und wenn wir auch mehr- mals zurückgewiesen werden, so müssen wir mit noch größerem Muthc den Kampf von Neuem aufnehmen, denn durch Aerger und Noth, durch Kummer und Plage müssen wir ringend hindurch gehen, bis sich die Herren im Reichstage genöthigt fühlen, unserem Verlangen nachzu- kommen, denn dem Willen des ganzen Volkes ist keine Macht der Erde im Stande zu widerstehen. Darum nochmals, Schuhmacher Deutschlands, zeigt, daß ihr kämpf- sähig seid, und blickt muthig in die Zukunft! Die harte Schule des Leidens, de» Elends und der Entbehrungen, die wir durchzumachen haben, die Verfolgungen und Einkerkerungen, denen wir ausgesetzt sind, — dies Alles muß unS ein neuer Sporn zu erhöhter Thäligkeit sein! Hoch unsere Bestrebungen! Hoch die Männer der Arbeit! Tod der Roth und dem Müßiggang! Laßt uns werden ein einig Volk von Brüdern! Thun wir Alle unsere Schuldigkeit! Im Auftragt der Schuhmacher Berlins: Die Commisjion. XL. Indem wir das Borstehende den deutschen Schuhmachern zu beherzigen empfehlen, machen wir noch auf unser Blatt„Der Wecker", Organ für die Schuhmacher Deutschlands, aufmerksam, welches die Interessen der Kleinmeister und Gesellen vertritt. Dasselbe erscheint jeden Sonnabend, kostet vierteljährlich nur 50 Pfennig und ist durch alle Postanstalten zu beziehen. Die Unterschriften müssen vou jedem Einzelnen mit Tinte oder Bleistift auf weißem Papier selbst ausgeführt werden. Sollten die Schuhmacher in den Städten, welche von Berlin nicht allzu weit entfernt sind, eine Agitation wünschen, so find wir gern bereit, eine solche zu veranlassen, jedoch müssen wir rechtzeitig davon in Kenntniß gesetzt werden. Zum Schluß bitten wir nochmals, um zahlreiche Unterschriften zur Petition. Alle Briefe und Zusendungen von Unterschriften sind zu richten an C. H. Szimmath, Berlin, Bergstr. 80, bei Dolz. Abrechnung bei Centralwahlcomit�s für den 19., 11., 12., 13. und 14. Wahlkreis. » Einnahme: 10. Wahlkreis Mark 137,50 1>....- 12.„„ 1543,41 13. ,.... 471,73 14.„_»_ 5,<5 Summa: Mark 2158,44 AnSgabc: ; 10. Wahlkreis. Für Agitation Mark 324,93 „ An Drucksachen„ 154,00 11.„ Für Agitation„ 15,53 „ An Drucksachen„ 55,00 12.„ Für Agitation„ 568,40 „ An Drucksachen„ 253,00 1 13.„ Für Agitation„ 360,51 „ An Drucksachen„ 347,00 14.„ Für Agitation incl. Stichwahl„ 342,70- An Drucksachen„ 333,00 Gesammt-Verlege für Briefporto, Depeschen Kreuzband- sendungcn:c. für sämmtliche 5 Wahlkreise„ 98,4" Summa: Mark 2752,50- i Bilanz: Ausgabe Mark 2752,50 Einnahme. 2154,44 Defizit: Mark 508,06 Eh. Hadlich, Vorsitzender. Peter Krebs, Kassircr. Geprüft und ricbtig befunden Die Revisoren: Robert Martin. C. Pcüold. Obige Abrechnung ist veröffentlicht ohne Rücksicht aus das Kreis- wahlcomitö des 13. Wahlkreises, es hat dasselbe trotz mehrmaligen Auf- fordernS verschmäht, mit uns vereint Rechnung zu legen. Indem wir hiermit unsere Thätigkeit für abgeschlossen erachten, er- j suchen wir die Parteigenossen aller Orten, dafür zu sorgen, daß von Zeit zu Zeit Volksversammlungen einberufen werden; es muß jetzt unsere Hauptaufgabe sein, zu organisiren»nd die Agitation für unsere Zache im Fluß zu erhalten, thne daher Jeder seine Pflicht und die Wahlresultate in 3 Jahren werden zeigen, daß unsere Mühe nicht ver- geblich war.— Zuschriften und Anfragen wegen Abhaltung von Ver- sammlungen sind zu richten an C. Petzold, Vorsitzenden des Agita« tionScomilö, Burgfttaße 25, oder Expedition des„Vorwärts", Färber- straße 12. I. A. des Central.Wahlcomitös Ch. Hadlich. Berichtigung. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Lied an Fatimab in vorletzter Nummer den Berliner„Wespen" entnommen und von dem hannövcrschen Blatt blos abgedruckt war. Die Jahrgänge 1873—1876 der„Wage" sind(solid eingebunden) für 18 Mark zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. dieses Blattes. Brieftasten der Redaktion. M. K.: Die betreffende Notiz unter„Stadt und Land" nicht zu finden; das Uebrige besorgt. der Expedition. Frzl in Stollberg: Conto in Ordnung. Ann. folgt.— I. Vgl in Carlsruhe: Der ganze Jahrgang der N. W. hat i 18 Hefte, jedes Heft kostet 30 Pfg. Senden Sie also M. 3,60 und 50 Pfg. Porto in Briefmarken. Zur gef. Beachtung. Diejenigen Parteigenossen, an welche vorige Woche Postkarten, enthaltend eine Anfrage bez. des Wahlresultals, ao- gegangen sind und welche noch nicht geantwortet haben, werden ersucht, recht bald Bescheid nach Hamburg gelangen zu lassen, da gegen Ende , Februar die genaue Zusammenstellung der Wahlresultate in dem Partei- � organ gebracht werden soll. Dcrossi. ! Quittung. Crmr Penig Ab. 1,60. Ws Christophsgrund Ab. 3,30. Genossensch.-Tischl. Cöln Ann. 2,50. Dnth Oberpeila Schr 6,45. Knzl ! hier Ann. 1,00. H. u. V. hier Ann. 5,85. Trp Reudnitz Ab. 3,00. Rpp Rottweil Schr. 6,40. Albrtz Eßlingen Ab. 13.50. Gsn Mülheim Ann. 0,60, Ab. 15,00. Hllngl Nordhausen Ab. 5,60 u. 9,54. Gls Brnudbr Schr. 1,20. KllS Ihn» Liezen Schr. 3,59. Arbeilerb.-Ber. Haßlau Ab. 6,96. Ldmnn Altona Schr. 2,20. Schwnd Schw. rnll »chr. 2,64. Hngk hier Ab. 1,20. Ldg Flensburg Ab. v,80. Tpp j Hofgeismar Ab. 2,50. Expedition der„Tagwacht" Zürich Ab. 160,00. Grd Stötteritz Ab. 8,40. Cttl Apolda Ab. 8,40. Ufrt Weimar Sä>r. 1,25. Grbstn Lindenau Schr. 1,40. Grllnbrgr Nürnberg Ab..265,00. i lll Mülheim Ab. 2,40. Snm Coburg Schr. 8,50. Kurk Lnze Ab. , 5,55. Hrbg Wüzzburg Ab. 12,00. Eckrt Barmen Schr. 1,10. Wnklr Obergräfenhain Schr. 1,30. Wß Pegau Schr 3,57. Mllr Leisnig ! Schr. 5,10. Mngr Meiningen Schr. 3,00. Anzsigen 2c« �COttÄfiltrCr Arbeitcr-Sängorbund. VUiVj. Montag, den 26. Februar, Abends 7'/3 Uhr, im Lokale des Hrn. Ketclfen(Sanssouci): Stiftungsfest bestehend in Concert, Gesaofl, Theater und Ball.— Karten für- Herrcn 50 Pfg., Damen 30 Pfg., sind an den bekannten Stellen zu ! haben.— Einführung ist gestattet. Um zahlreiche Belheiligung ersucht (F. 120) DaS Comitö. 12,70- fvimtmipr Gesangverein„Ferdinand".(F. 100) Den Freunden zur Nachucht, daß unsere zweite Maskerade am Sonnabend, den 24. Februar im Saale des Herrn Meyr, Limmcrstraße 24(Linden) staltfindct, wozu freundlichst«inladet (2a) Da« Comitö. Karten sind zu haben bei Hrn. Brandes«, Wesselstroße 2 und H. Bruns, Fannystraße 23�__________ f2,Iv OrttüTt.t Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Montag, den 19. Februar, Abends 8 Uhr, im Thüringer Hof(Burgstraße): Versammlung. Tagesordnung: Sozicl« Rundschau. Referent Hunse.— Gäste willkommen.[50 _________ Der Bevollmächtigte. Utnmt.t Arbeiterbildungsvercin. Nächsten Mittwoch, Abends 8 Uhr, beginnt ein neuer Cursus in der dreifachen Buchführung(russisches System). Der Cursus wird nur 6-7 Wochen dauern und muß jeder Thcilnehmcr bereits d-.e einfache Buchführung erlernt haben. Eine Extrasteucr wird hiersür nicht erhoben. Aufnahme jeden Abend von 8>/z Uhr an im Verei:-»- lokale Rittcrstraßc 43/11. � Der Borstand|70 Weiße Watle, gut geglättet, in 4 gangbaren Sorten empfiehlt zu reellen Preisen u Dutzend 2 bis 5 Mark.. sl,20 Friedrick, Frenze!, __ Rechte Brückenstraßc, Stollberg in Sachsen. „Neue Welt". Heft Ii., 1877 ist verfandlfertig. Wir bitten um rechtzeitige Feststellung des Bedarfs,. da wir nur fcstbcflclltes liesern werden. Leipzig. Die Verlagshandlung, Färberstraße 12,11. EleganteEinbanddecken für die„Nene Welt" sind ü Stück M. 1,20 gegen baar oder Nachnahme(excl. Porto) durch j die Buchbinderei von H. Jausen, Leipzig, Universitätsslraße 16, zu beziehen. Colporteure und Filialex)»cditioncn erhalten bei Partie- bezug entsprechenden Rabatt. fZ60 XL. Es empfiehlt sich bei Einzelbczug Einsendung von Briefmarken Verantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Lewziz. Redaktion und Expedition Färberirrnßi 12/ii. in Leipzig. Druck und Verlag der Genoffenschaftsbuchdruckerei in Letpzi»