p Srschemt in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abauncncntöxreis Zür ganj Teatschiand t dt. tiO Pf. pro Quartal. Motuttö-tllboimements werden bei allen deurlchen Postanstalten aus den S. und n. Monat, und auf den S.Monat belanders angenommen: im KSnigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Wtenburg auch ans den tten Monat ded Quartals ä 54 Psg. Inserate betr. Bersammlungen yr. Pctitzeile IVPs., betr. Prrratangelegenheircn und Feste pro Petitzeile S0 Ps. Gestellungen nebmen au alle Postanstaltcn und Buch. Handlunge» des In» u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Rew-Aorl: So».- deinolr. Senosscn- schastSbuchdriuleret, 154 Eldridge 8tr. Philadelphia: P. Haß, 630 Sörth S-u stroet. 3. Boll, 1129 Charlotte Str. Chicago: A. Lanserniann, 29k Division Street. Tan Franzisco: F. Eng, 416 O'Far- rell Street. London: Saudi®, 5 Nassau Street, Uiddlecex Hospital. Hmtrat Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 23. Freitag, 23. Februar. 1877. 133 Abonnements aus den„Vorwärts für den Monat März zu öj Pfcnuig rocrbcn bei allen deutschen Postanstaltcn, für-!cipjig pro Monat zn ö0 Pf. bei der Expedition, Fürberstr. 12 tl, unserin Eolportcur Moritz Ulrich, Südstr. 12, in den Filialen: Cigarrcnladen des Hrn. Peter Krcbs, Ulrichsst. M, und Sattlcrwerkst. am Königs- platz 7; für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für "Nolkmarsliorf, �ieudnih, IIcufchöncsckd:c. bei Frau Engel, Reudnitz, Täubchcnwcg 20, 2 Tr., für Lonncwih:c. bei H ackert, Kurze Str. 10 part., für iircinjfchodkr u. Uingcgend bei Fleischer, Schloßg. 13 das., für Thonberg bei Kirsten, Hauptstr. 7, für �lenreubnih bei Zschau, 15>, für'Alagwih» Lindenau bei Frau Gräfensteln, Aurelicnstr. 3, für chogNs k. bei A. Hcrms- dorf, Lindenthaler Str. 7, für Stöttcrih bei Grude, An der Papiermühle, angenommen. Für jSerkin wird auf den„Vorwärts" monatlich für 75 Pf., irei in's Hans abonnirt, bei der Expedition der„Berliner Freien Presse", Kaiser-Franz-Grenadier-Platz ös, und bei Rüben ow, Brunnenstr. 34, im Laden. „I-e Socialisme contemporain. en Allemagne".*) Was das Sprüchwort von der Liebe sagt, das gilt von der Leidenschaft überhaupt: sie ist blind. Seit Marx exakt nach- gewiesen, daß„der Reichthum der Nationen" aus dem ar- deitenden Volke herausgcbeutelt wird, ist den behäbigen Klassen das Blut zu Kopf gestiegen. Sie finden sich an ihrem empfindlichen„Haben" bedroht und können deshalb in ökonomischen Dingen einvernnnstigesWort ivederhörcn, noch sagen, noch schreiben. Lasker holt den.Knüppel, Eulcnburg Flinten und Säbel herbei. Andere benehmen sich anscheinend civilisirter, setzen eine mächtige Brille und eine akademische Perrücke auf, wollen die Wissenschaft umkehren und die Welt mit verkleideter Gelehrsamkeit dupiren. So vor Jahren Herr v. Sybcl mit seinen„Lehren des heutigen Sozialismus und Communismus", und nun servirt das Scp- temberheft der„Uevne des ilenx mondes" denselben Thee. auf einem französischen Tabourct. � Monsieur Emil de Lnvelaye mißhandelt den zeitgenössischen Sozialismus in Deutschland und speziell dessen„oeuvre prinzipal".„das Kapital" von Karl Marx. Monsieur schreibt ernst und pathetisch und thut lammfromm, wie wenn er die Wahrheit auf dem Herzen trüge; aber Wolfsaugcn lugen unter dem Schaf- pelz hervor. Wir haben es mit einem Advokaten zu thun, der nicht untersucht, sondern die Berthcidigung von Misscthateu übernommen hat. Da trottet man natürlich auf krummen Wegen dahin; und wir müssen folgen, weil eben die wiederholte un- ablässige Verfolgung der Krummheit eine sozialdemokratische Pflicht ist. Der neue v. Sybcl beginnt, wie der alte, mit süßen Worten und kritisirt den Stil:„Das Kapital wird selbst vom Gegner als ein originelles und bemerkensiverthcs Buch anerkannt." Aber „das Werk ist ein wahrer Kopfzerbrecher, weil es die Ausdrücke gegen allen Sprachgebrauch, in eigenmächtiger Weise verwendet." Nun mag, wenn des Kritikers Kopf besonders gebrechlich, das Buch in der That ein wahrer„easse-tüte" sein; aber den Grund, den er dafür angicbt, daß Marx die Worte in eigenmächtigem sinne gebrauche, hätte er nicht unterlassen sollen au einem oder mehreren eklatanten Beispielen nachzuweise». Nachdem das in dem ganzen umfangreichen Artikel auch nicht einmal versucht ist, können wir über diesen seinen Vorwurf mit dem Manne iveitcr nicht rechten. „Das Kapital ist ein schlagendes Beispiel vom Mißbrauch der deduktiven Methode", heißt es weiter;„es geht von gewissen Axiomen aus, die widerspruchslos feststehen, deren Wahrheit unbezweifelt sein soll. Daraus zieht es seine Conscq Uenzen und kommt so bei Schlüssen an, die es für unwiderlegliche Resultate der Wissenschaft ausgirbt. Nichts ist verführerischer als diese Methode, welche die besten Geister irre leitet. In den morali- ichcn und politischen Wissenschaften bezeichnen die Ausdrücke niemals pünktlich die unendlichen Schattirungen der Wirklichkeit. Die Mathematiker können allein das, weil sie nur über das Ab- strafte spekulircn, was unabänderlich fest bestimmt ist. In der Oekonomie, wie im Moralischen und Politischen dienen die De- finitioncn dazu, eine Idee von den Sachen zu geben, die man bespricht; aber man kann sie nicht pünktlich genug umschreiben, um daraus bindeudc, unzweifelhafte Eonsequenzen zu ziehen____ Das Beste ist, man nimmt die Worte im gebräuchlichen Sinne und bedient sich conkreter Ausdrücke und vermeidet möglichst ab- strafte Wörter, welche� Mißverständnisse und unnöthige Diskus- 'sschien veranlassen. So beginnen jeden Tag von neuem die Debatten über das, was man unter Kapital und Rente zu verstehen hat. Könnte man nicht für Kapital einfach sagen: l-roviant, Maschinen, Werkzeuge und Geld, oder für Reute, Ein- rommen oder Ertrag aus Ländereien. Das würde ein wenig rHfV a'ier uuch um soviel klarer sein. Bossuet und Pascal "«"iot11 die vagen und abstraften Worte nicht an, obgleich sie deutlich heraussagten. Die Sprache des 17. Jahr- genügen, um die meisten Mißverständnisse und muhige Diskuifionen in der politischen Oekonomie zu beseifigen, ind um Bucher wie„Das Kapital" unmöglich zu machen." Ja wohl, der Herr hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Wenn man das ig. j„ � 17. Jahrhundert zurückschrauben ' Vw.'l. ol? llH!rc.�m. und der Sache seiner Klienten wohl ge- I üifo v dnjfie sich bann nicht mehr den Kopf zerbrechen er die verteuselteii Sozialisten und deren ökonomische Sub- täten.— Zur Zeit des Bossuet und Pascal wußte man nicht viel von Kapital und Lohnarbeit. Proviant wurde durch Zehnten herbeigeschafft und für Weiteres sorgten„unzweideutige" Frohn- dienste ganz fürtrcfflich. Das war noch eine Welt nach dem Herzen Gottes, und die rechte Oekonomie für die französischen und deutschen Herren v. Sybels. Unterdessen aber haben„Pro- viant, Werkzeuge, Maschinen und Geld" eine Umwandlung in der Art und Weise ihres Gebrauchs erfahren. Man überläßt nicht mehr diese ökonomischen Güter seinen Leibeigenen, Hörigen und Halfen, mit der Bedingung, dafür deni Küchenmeister der Burg oder des Klosters das Material anzufahren, sondern man geht hin und kauft sich„freie Männer", die selbst keine„Pro- viante, Werkzeuge, Maschinen und Gelder" haben, läßt sie schaffen und Übermacht ihnen vom Produkt soviel, daß sie dabei vcgc- tircn, häuft aber daneben den„Nationalreichthum" in's Uner- meßliche. Diese also veränderten, in moderner Weise behandelten „Proviante, Werkzeuge, Maschinen und Gelder" fordern nunmehr einen neuen Namen und belieben sich„Kapital" zu nennen. Das Wort ist diesmal nicht nur ein wenig kürzer, sondern auch präziser. Also, Verehrtester Herr! ist nicht nur die Sprache Boffucts und Pascals, nicht nur die des' 17. Jahrhunderts, sondern auch die sozialistische Sprache des 19. klar, verständlich und zutreffend. Daß sie die 5i'öpfe zerbricht, liegt noch weniger an den gebrechlichen Köpfen, als an der behäbigen Situation ihrer Träger. Wir leben in einem ftitischen Moment: Gefahr macht Angst und Angst kopflos. Auch was der gelehrte Herr über den Unterschied der morali- schcn, politischen und ökonomischen gegenüber den inathematischcn Wissenschaften sagt, ist unzutreffend, und bedarf diese Bourgeois- Gelehrsamkeit einer sozialistischen Zurechtweisung.„In den moralischen, politischen und ökonomischen Wissenschaften bezeichnen die Ausdrücke niemals pünktlich die unendliche Schattirung der Wirklichkeit, die Mathematiker können allein das, weil sie nur über das Abstrakte spekulircn." Aber, lieber Herr! alle Wissen- schaft, auch die moralische, politische und ökonomische speftilirt auf das Abstrakte, alle wollen nur„abstrakte" Gesetze der„un- endlich schattirteu Wirklichkeit" ermitteln. Nicht die Mathema tiker allein, auch die Chemiker, Physiker, Botaniker, Zoologen nnd Astronomen bestimmen die Wirklichkeit pünktlich(avec pricisiou). Anderseits ist nichts bekannter, als daß gerade die mathematischen„Desinitionen" eines Punktes oder einer geraden Linie„nur eine Idee von der Sache geben", aber selbst keine Wirklichkeit haben. Wohl ist die Mathematik durchaus präzis, aber sie ist es nicht allein; und wenn man von den moralischen, politischen und ökonomischen Wissenschaften dasselbe nicht rühmen kann, so begründet sich das einfach damit, daß letztere bislang noch keine Wissenschaften im kategorischen Sinne geworden waren. Erst der„Locinlisine en Allemagne" giebt den Ausdrücken „Gutes",„Böses",„Kapital",„Werth" k. die längst verlaugte wissenschaftliche Schärfe, welche die unendliche Schattirung der Wirklickikeit»est niie eine» tiirttbemntiirs»»» 9 gegen die Bestätigung der Wahl des Rechtsanwalts Julius! v. Höldcr bei dem hohen Reichstage Protest einzulegen und um' Annullirung der Wahl zu bitten mit Rücksicht auf nachfolgende z am Wahltage vorgekommene Ungesetzlichkeiten. In dem� Orte Leimfelden versuchte nach Aussage unseres| Dclegirtcn Schauer der dortige Polizeidiener, ihn, der mit Ver-; theilung der Stimmzettel für den Gegcncandidaten betraut war,| vom Wahllokal zu vertreiben. Als Schauer trotzdem nicht wich,! sah der Polizist gleichgiltig zu, wie Schauer Mittags von einer! Rotte Bauern daselbst vertrieben und bis nach dem nächsten- Orte verfolgt wurde. In Mußberg wollte der Polizeidiencr desgleichen unfern> Delegirten Ottenbacher vom Wahllokal wegtreiben. Bor dem Wahtzimmer stand der Polizeidiencr, riß den Wählern die Hill- mann schen Zettel aus der Hand, öffnete sie und händigte ihnen Hölder'sche ein. Bei der Stimmenzählung nach Schluß der Wahl wurde Ottenbachcr die Anweseuheil im Wahllokale zur Coiitrolc verweigert und derselbe ausgewiesen. In Ober- Sielmingen wurde unser Delezirter Pfeifer vom Landjäger verhaftet, weil er, der nur Stimmzettel vertheilte, mit Drucksachen Hausire. Er wurde zum Schultheiß transportirt. Pfeiffer's Berufung auf das Reichswahlgesetz veranlaßte den Schultheiß zu der Antwort:„Er frage nichts nach dem Gesetz, er sei Schultheiß, wenn Pfeifer nicht sofort das Dorf verlasse, werde er eingesteckt." In Unter-Sielmingen passirte ganz dasselbe, wie in Ober- Sielmingen und wurde auch da die Vertheilung der Stimmzettel verhindert. In Ober- Sielmingen begann die Wahl überdies statt um 10 erst um 11 Uhr und zwar wegen eines vorher stattgehabten Leichenbegängnisses. Aus Scharnhausen berichtet unser Delezirter Fink, daß ihn, als er Abends 6 Uhr in's Wahllokal kam, um die Stimmenzahl zu erfahren, ein Beisitzer angefahren:„Wie können Sie so nase- weis und keck sein uud hier beiwohnen. Sic bekommen heut Abend doch noch Schläg'." Ein zweiter Wahlbeisitzer drohte in gleicher Weise. Der Schultheiß stimmte alledem zu und gab den Beiden recht. Auch war in diesem Orte, wie noch in vielen an- deren die Urne nicht verschlossen. Als der Dclcgirtc Sam in Bothnang der Stimmenzählung anwohnen wollte, wurde er zurückgewiesen, weil er„nicht daselbft welche sich weigern, an den Kämpfen des Friedens theilzuneh men, sagen: Ihr habt uns besiegt, indem Ihr uns überraschtet wie die Legionen des Barus, beinahe unbewaffnet. Aber unsctt Kraft ist nicht erlahmt. Sie ist lebendiger denn je, und in dieses schönen Studien, auf die Ihr so stolz seid, deren Monopol Jlss Euch zuschreibt, sind wir Eure Vorgänger in der Vergangenheit Eure Rivalen in der Gegenwart, vorausgesetzt, daß wir niäii Eure Meister sind." Diesem stolzen Ausspruche folgt die w" gütigende Versicherung:„Wir suchen Eure Berühmtheiten nW herabzusetzen; Ihr habt solche, die groß genug sind, daß wss uns vor ihnen verneigen, aber für die unseren verlangen wss den Rang, der ihnen gebührt und den Ihr ihnen hartnäckig versagt." Doch bei dieser Unparteilichkeit bleibt es nicht langt- es folgt ein Register von französischen Gelehrten, mit denen si® in ihren Fächern angeblich kein Deutscher vergleichen kann, uitf dann steigert sich die Darlegung des Herrn Charles Louandss zu der patriotischen Ekstase:„Wir anerkennen, daß Ihr uns � einer gewissen Gattung unstreitig überlegen seid, um was n)i' Euch aber gar nicht beneiden. Ihr seid geduldig, Ihr lest# unsere Bücher, auch diejenigen, die wir nicht lesen; Ihr spionw sie aus, wie es zu Euren Gewohnheiten paßt und die Spionag� gebührt Euch... Die französische Seite ivird unter Eurer Hat® ein deutsches Buch, und so gebt Ihr unsere Ideen weiter, hüj� Euch dabei aber wohl, zu sagen, woher Ihr sie genommen hchj- Die Theorie vom latrvemmm honestum(dem erlaubten Dictz stahl), welcher bei den Germanen, Euren Vorfahren, einen Th�' der nationalen Erziehung ausmachte, wie Tacitus lehrt, nsik von Euch unseren Philologen, Archäologen, Orientalisten gegc?' über im Großen praktizirt, und habt Ihr diese unbarmhcrzt ausgeplündert, so orgauisirt Ihr die Verschwörung des Stw schwcigens... Das Kaiserreich hat Euer Piedestal erhöht, dem es Euch zur Mitarbeit am„Leben Cäsar's" herbeizog, dekorirtc und reichlich mit Pensionen belohnte, wie es das Mommsen und Anderen that; aber wir machen uus jetzt von dieser Vormundschaft und werden nicht mehr, wie wir' so lange und in so naiver Weise gethan haben, unsere eingebt renen Götter am Fuße des Jdoles Jrmensul aufopfern." (Schluß f.) ansässig" sei. Er ging, einen Bothnanger Wähler zu holen, als �Volkes verzweifelt; unsere ganze Zeit und Gesellschaft treibt' überraschend war das Resultat im siebenten Wahlkreis(Großem- er aber wieder kam, war die Urne bereits ausgeleert, dieselbe unaufhaltsam dem Abgrunde zu, und diese Bewegung wird nicht Hain-Meißen-Riesa). Dort stiegen unsere Stimmen um ca. 3000. war überdies den ganzen Tag unverschlossen. Ein Gemeinde- eher stille stehen, als bis Alles in Trümmern liegt. Dixi et Genosse Nauert, der erst in letzter Stunde aufgestellt worden rath, Mitglied des Äahlvorstandes, zerriß einem Wähler den snlvavi animam raeam(Ich hab's gesagt und meine Seele ge- war, hatte wacker gearbeitet und mit ihm unsere Großenhainer Hillmann'schen Zettel und händigte ihm einen solchen für Holder rettet)." Daß mit diesem„Abgrunde" die Sozialdemokratie ge- und Meiüner Genossen. 5k n Riesa, einem Orte wo Nei-samm- ' Auch wurden daselbst, wie überhaupt in den meisten Orten meint ist, geht aus dem ganzen Artikel unzweideutig hervor. "HlMM M..... M Nun, ein großer Dichter sagte einmal, daß neues Leben aus den Ruinen blüht. Wenn auch die Leute von der„Rcichspost" davon nichts wissen wollen, so sind ihnen ja die Pforten des Himmelreiches geöffnet. Einem solch hoffnungslosen Pessimismus aber sich hinzugeben, paßt doch für sie wahrlich nicht. Lebt denn der„alte Gott" etwa nicht mehr? des Oberanites Stuttgart die Hölder'schen Zettel durch Polizei diener in die Häuser gebracht. In Birkach hat nach Aussage unseres Delegirten Kraus der Polizeidiener ausgeschcllt, daß Wahlzettel auf dem Rathhaus zu haben sind, derselbe hat auch solche Hölder'sche ausgetheilt und einem Arbeiter vor dem Wahllokal seinen Zettel aus der Hand genommen und geöffnet. Ensch und Daniel Kloth sagen aus, das ihnen in Bolanden verboten worden sei, der Zählung beizuwohnen, weil sie nicht daselbst ansässig seien. Schönleber und Morlock bezeugen, daß in der Vorstadt Berg der Beisitzer Kettner vom Wahllokal Hölder'sche Stimmzettel herunter gebracht und vertheilt hat. Ein nicht in der Liste be- findlicher Wähler, der mit einem Hölderzettel in das Lokal kam, wurde nachträglich eingetragen und durfte stimmen. Im Vororte Gablenberg verbrannte die Wahlliste kurze Zeit vor der Wahl. Ohne darüber etwas zu veröffentlichen, wurde eine neue Liste hergestellt, die in Folge ihrer Mangel- haftigkeit massenhafte Abweisungen von der Wahlurne veranlasste. ' Im Wahllokal Krähenschule in Stuttgart attakirte der Polizei- diener jeden,„ob er denn auch wahlberechtigt sei". Im Wahl- lokale Rentenanstalt Stuttgart öffnete der Wahlvorsteher dem Arbeiter Hanse den Stimmzettel. In dem hier gekennzeichneten Geiste war das Benehmen der Behörden mit wenigen Ausnahmen im ganzen Wahlkreise. Eine annähernde ziffermässigc Schätzung über den dadurch dem Gegen- candidaten Hillmann verursachten Stimmenverlust ist darum gar nicht möglich und ausreichende Remedur nur durch Neuwahl zu schaffen. Für das Wahlcomite der sozialdemokratischen Partei: C. Arnold, L. Reusch, G. Wannenroth; Cigarrenmacher. — Aus Kempen wird uns ferner mitgetheilt, daß am 14. d. M. wieder ein 12 jähriger Kuabe von einem Soldaten, der behufs Fernhaltung der Rinderpest auf Posten stand, bei Gr. Machbern(Kreis Breslau) erschossen worden ist. Bei diesem Falle scheint nicht allein ein unglücklicher Zufall Schuld zu sein. Der Soldat zielte nämlich auf den Hund des Knaben und traf letzteren selbst. Es ist gewiß eine strafbare Unvorsichtigkeit, daß der Soldat auf den dicht neben den Knaben laufenden Hund schoß. — Den Gläubigen fehlt der— Glaube. Die conser- vative„Deutsche Reichspost" bringt in ihrer Nummer 3ö vom 13. Februar eine Correspondenz aus Pforzheim, die sich mit den Reichstagswahlen in Berlin und Hamburg beschäftigt. Es heißt da u. Ä., daß die Hamburger Liberalen im zweiten Bezirk allein 60,000 Mark für Parteizweckc ausgegeben haben, da der liberale Eandidat dem Sozialdemokraten gegenüber aber nur 850 Stimmen Mehrheit erhielt,„jeder Stimmzettel dieser Mehr- heit unter Brüdern 70 Mark 60 Pfg. kostet". Natürlich ist die „Rcichspost" von solch einem faulen Siege nicht sehr erbaut, sie gesteht zu,„daß im Kampfe zwischen Liberalismus und Sozia- lismus die größere Macht der Idee unbestreitbar auf Seiten des Sozialismus ist, daß, wenn der Kampf zwischen diesen beiden Richtungen lediglich auf sie allein beschränkt bliebe, dem Sozialismus der schließliche Sieg bleiben müßte." Der betreffende Artikel schließt mit dem Tröste:„Uns scheint es, es stünde bedenklich um unser Reich, wenn sie(die Liberalen) dessen einzige Stütze wären." Nun, wir haben wirklich nicht die mindeste Veranlassung, dem„Reich" darum zu grollen, wenn wenn es an Stelle der morsch gewordenen liberalen„Stütze" sich eine conservative einsetzt, was doch die„Reichspost" etwas verschämt zu verstehen giebt, dieselbe„Reichspost", welche jüngst in einem Leitartikel ausführte,„daß nichts der von Gott ge- wollten Individualität, d. h. Verschiedenheit aller Individuen in der geschaffenen Welt, weniger entspricht, nichts die thö richte Doktrin der Sozialisten von der Gleichheit aller Mcn- scheu mehr begünstigt hat, als die unbedingte Gleichberechtigung aller Staatsbürger nach dem jetzigen Wahlgesetze."— Doch fahren wir weiter fort im Texte! In derselben Nummer der „Reichspost" wird sich zu wiederholten Malen bitter beklagt über die atheistischen Vorträge unseres Genossen Dr. Dulk in Stuttgart. Dieses conservative Klagelied schliesst folgendermaßen:„Der Einsender nimmt keinen Anstand zu bekennen, daß er angesichts solcher und ähnlicher Vorkommnisse an der Zukunft unseres — Unterthanenklassen. Wie oft hat man von den libe- ralcn Oekonomen hören könneu, daß es gar keine Klassen in der Bevölkerung gebe. Tie Königin von England, resp. ihre Mi- nistcr sind anderer Ansicht, wie folgende Antwort auf eine Adresse des Parlaments beweist:„Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre loyale und untcrthänigc Adresse. Ich baue mit Zuversicht auf ernste Erwägung der Maßregeln, die man Ihnen unterbreiten wird, und ich werde stets bereit sein, mich Ihnen in dem Be- streben, die Glückseligkeit und Wohlfahrt aller Klassen mjeincr Untcrthanen zu fördern, anzuschließen."— In Eng- land ist nämlich Manches schon dem blödesten Auge sichtbar, was man in Deutschland aus Unwissenheit oder persönlichen Interesse noch zu leugnen sucht. — Ferdinand Wcidemann aus Hamburg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Tischler und verwandter Bernfsgcnossen, wurde bekanntlich in Crefeld Anfangs Januar während der Wahlagitation wegen angdblichcr Majestätsbelcidigung verhaftet und nach Düsseldorf transportirt. Das Gericht erster Instanz hat Weidemann freigesprochen; doch wurde, da der Staats- anmalt appellirtc, auf Antrag des Letzteren Wcidemann in Haft behalten, bis zum neuen Termin. Da gar kein genügender Grund zu einer Verurtheilung wegen Majestätsbeleidigung vor- liegt, wird unser Freund gewiß auch in zweiter Instanz freige- sprachen werden. Wer aber entschädigt ihn dann für die un- schuldig erlittene Haft?— Uns ist noch besonders befremdlich, daß dasselbe Gericht, welches von Weidemann's Unschuld voll- ständig überzeugt sein mußte, da es denselben freisprach, dem Antrage des Staatsanwalts stattgab, den Weidemann noch ferner bis zum Appellations-Termin in Haft zu halten. — Dr. Johann Jacoby soll, wie die„Frankfurter Zei- tung" mittheilt, bedenklich erkrankt sein. — Parteigenosse Bock in Gotha ist am 20. d. M. wegen Beleidigung eines Pfaffen zu 150 Mark Geldstrafe event. 30 Tagen Gcfängniß und in die Kostei« verurtheilt worden, und zwar, wie nicht unerwähnt bleiben darf, in contumaciani— weil er zwei Minuten zu spät zur Verhandlung eintraf. — Der alte Abgeordnete Gerlach ist überfahren worden und am 19. Februar an der bei dem Unfall erhaltenen Kopf- wunde verstorben. Die Mitglieder des preußischen Herrenhauses ehrten sein Andenken durch Aufstehen von ihren Sitzen. — Die„Neuen Gedichte von Georg Hcrwegh" sind in Berlin auf Befehl des Polizeipräsidiums mit Beschlag belegt worden. Correspondenzen. Dresden. Nachdem die Wahlen vorüber, erachte ich es für meine Pflicht, den Genossen in Deutschland ein Gesammtbild der Wahlbewcgung und der Erfolge in den ersten acht sächsischen Wahlkreisen zu geben. Schon im Juni vergangenen Jahres fand eine Eonferenz von Delegirten aus den ersten acht sächsischen Wahlkreisen statt, die sich eines guten Zuspruchs zu erfreuen hatte. Leider entspricht der Erfolg, mit Ausnahme des vierten, fünften und siebenten Wahlkreises, nicht unseren Er- Wartungen. Im ersten Wahlkreis(Zittau) haben wir sogar einige hundert Stimmen weniger als bei der vorigen Wahl erhalten. Das lag aber an lokalen Verhältnissen in Zittau. Unser eigent- lichcr Boden ist Zittau und Umgegend; nun hatte man diesmal dort einen Zittaucr, den Buchdruckereibesitzer Fränkel, als Candidaten aufgestellt; dieser that sehr arbeiterfrcundlich, verhielt sich auch der sozialistischen Agitation gegenüber in seinem Blatte, der„Zittaucr Morgenzcitung", anständig. Deshalb gingen uns also Stimmen verloren, die auf Fränkel fielen. Wir hatten bei der Stichwahl die Entscheidung in der Hand und Schreiber dieses bedauert es trotzdem, daß unsere Genossen nicht Fränkel Der Glaube an den persönlichen Teufel ist noch nicht zum Siege vcrhalfen, da es uns vor allem hätte darauf an- verschwunden; selbst die Gelehrten der„Provinzial-Correspondenz", des lammen müssen, den„erbgesessenen" Abgeordneten, einen der halbamtlichen Organs der preußischen Regierung, geben sich den«n- servilsten Natioualliberalen, Rittergutsbesitzer Dr. Pfeiffer, zu vr.rv»ttr»* rtt»f ff rA o STin i.arrtf~_____ � � 3,' V �"' 0 schein— vielleicht aber auch nur, um politische Bauernfängerei zu treiben— als ob sie an den persönlichen Teufel glaubten. In einem Leitartikel gegen die Sozialdemokratie heißt es nämlich wörtlich: „Ebenso wie der Gesellichait, haben die Sozialdemokraten aller Re- ligion Feindschaft erklärt. Auf eine Anklage wegen Gotteslästerung er- widert ihr Blatt:„„Als ob Gott, der bekanntlich gar nicht existirt, noch gelästert werden könnte!""—„„Wenn für unsere Bestrebungen Nutzen daraus entstünde,"" versichert der Sozial- demokrat Hasenclever,„„würden wir getrost die Hand des Teufels annehmen."" Ganz abgesehen davon, daß der Satz, den Hasenclever in einer verdrängen.— In Löbau haben wir gar keine Stimmen er- halten, es fehlte au jeder Verbindung. Zittau und Löbau sind nun zwei Kreise mit starker Hausindustrie; es herrscht dort großes Elend, es fehlt aber an agitatorischen Kräften wie an Geld. Diese Kreise sind zu gewinnen, wenn dort gearbeitet wird; mit Dresden existirt eine zu schlechte Bahnverbindung, als dass von da aus viel geschehen könnte.— In Bautzen-Kamenz haben wir ein halbes Tausend Stimmen mehr erhalten, als vor drei Jahren, die wenigen Jndustrieorte ergaben meist Mehrheiten für den so- zialisttschen Candidaten, aber zu diesem Kreise gehört der größte NtKäL ÄrÄ'xr»? a s sä\***«-«-ä.«* gleiche Wahlrecht, aus der Hand des Herru von Bismarck empfangen, gierungsemfluß maßgebend ist. weshalb in dlesem Kreise immer bezog, völlig aus dem Zusammenhange gerissen ist, hat derselbe doch ein sächsischer Regierungscandidat gewählt werden wird— und nur eine bildliche Bedeutung.„Das Gute mag herkommen, von wem ein solcher ist der gewählte Rittergutsbesitzer Reich„auf" Biela, es will; es wird nimmermehr schlecht werden, wenn nur die Empfänger dessen Candidatur schon zweifelhaft geworden war, weil er in gut bleiben"— das ist der einfache Sinn jener Worte, der aber auch xsnem Vergnüaungsverein Maitre de Plaisir ist und man„och iu der betreffenden Rede hmzugefügt worden war, selbstverständlich, um nicht wußte, wo Ersatz gefunden werden sollte- wenn Reich rsnÄÄ vrarsz r«rs H sönlichen Teufel herein und deducircn an dem obigen Ausspruche Reich tvlirde aufg s c gewählt..Die National- die Gottlosigkeit Hasenclevers. Der„Westfälische Telegraph" ist ganz liberalen und Fortschrittler stimmten einmuthig für Reich. Der entrüstet und schreibt folgendermaßen: frühere Abgeordnete war„Excellenz" von Nostiz-Wallwitz, Mi- „Der bekannte Parteiführer Hasenclever— leider ein Westfalc nister des Innern— unsere höchste. Instanz für„Ausweisungs- — sagt:„.Wenn für unsere Bestrebungen Nutzen daraus entstünde, angelegenheiten". Die vielen Rekursentscheidungen in Auswei- würden wir getrost die Hand des Teufels annehmen."" Muß da nicht sungsangelegenheiten mußten wohl der Excellenz die Zeit rauben, «°hldenke»de Mensch ausspucken und sich schämen, daß es in un- daß sie es aufgab, doppelt gesetzgeberisch thätig zu sein.- Geoen tf-'ef derartige �� ßoben kann.__ einmal durch Einfluß auf den Bundesrath und als Abgeordneter. ipegen die Klerikalen ist der Kulturkamp' eröffnet worden— Ware w.c„rt„e fmHon mir im «S nrchl gescheidter gewesen, denselben zunächst gegen die„Provinzial. i TT � lchlechteste Resultat hatten wir im achten Wahlkreise, Correspondenz" zu eröffnen, welche das Möglichste im Bolksverdum- Pirna k., wo wir circa 800 Stimmen verloren, d. h. wir er- mungshandwerk leistet? Merkwürdig genug ist nur, daß die„Provinzial- bi-tt-n rn und Natten vor drei e»' Ktimmen. __________________— p......... hielten co. 750 und hatten vor drei Jahren ca. 1550 Stimmen. ojt'genug'aüf höheren BKehl gegen" den Aberglauben Es wurde im Ganzen in diesem Kreis wenig agitirt, gute Kräfte waren gerade vor den Wahlen fortgezogen; wir in Dresden CorrcspondevzWW�WWWWWMWWWMHHWWWWDI (Marpinger �Wunderglauben) zu Felde zieht und nun selbst den per sönlichen Teufel an die Wand malt.— Und das schämt sich nicht brauchten unsere Kräfte für uns, trotzdem brachten wir Opfer ''mm an Geld. Der Kreis hat sehr wenig Industrie, und so kam es, daß der Wahlkampf hauptsächlich zwischen Conservativen und ailslaueren«v«.,"v vna v- a, Fortschrittlern geführt wurde, wobei Letztere siegten.— Höchst desselben zahlreich besucht werden, so übertraf doch und Meißner Genossen. In Riesa, einem Orte, wo Bersamm- lungen abzuhalten unmöglich ist, erhielten wir die absolute Mehr- heit, in Großenhain die meisten Stimmen, in Meißen wieder die absolute Mehrheit.— Als Curiosum verdient erwähnt zu werden, daß gegen den Candidaten und früheren Abgeordneten Prof. Richter aus Tharandt, der freiconservativ ist, ein National- liberaler Namens Scheller candidirte. Ludwig-Wolff förderte die Candidatur Richtcr's und veranlasste die Gewerkvereinler sogar, für Richter auf den Dörfern in Versammlungen zu agi- tiren; die Gewerkvereinler haben sich dadurch in Großenhain gänzlich todt gemacht. Ludwig-Wslff, Bürgermeister in Großen- Hain, ist so„beliebt", daß das dortige Bürgerthum, eben weil Ludwig für Richter eintrat, mehrere hundert Stimmen für Scheller abgab, während Richter eine klägliche Stimmcnanzahl erhielt. Richter konnte mit Recht ausrufen:„Gott bewahre mich vor diesem Freund!" Wird in diesem Wahlkreis in den bevor- stehenden drei Jahren tüchtig agitirt, so ist dessen Eroberung in der Zukunft nicht ausgeschlossen.— Der sechste Wahlkreis (Plauenscher Grund— Dresden Land) erfüllte unsere Erwar- tungen nicht. Wir haben wohl mehr Stimmen erhalten, aber der Candidat der Conservativen, Ackermann, hat über 2000 Stimmen Mehrheit behalten. Die Dörfer um Dresden, die sich seit 1874 in der Einwohnerzahl meist verdoppelt haben, ergaben erdrückende Mehrheiten für unseren Candidaten Auer, während wieder die Gegenden, wohin noch keine Bahn führt und die gänzlich unter Regierungseinfluß stehen, Mehrheiten für Acker- mann abgaben. Aber die Bergarbeiter haben nicht so gestimmt, wie wir erwarteten, die Mehrheiten waren zu gering,— dort wirkte der ganze Apparat der Offizianten, um die Stimmen für unfern Candidaten zu verringern. Und die Bergarbeiter sind' so abhängig und fühlen sich in Folge der Knappschaftsbanden so gedrückt, daß sie ihrer Ueberzeugung nicht gehörigen Ausdruck gaben.— Im vierten Wahlkreis(Neustadt- Dresden) war das Resultat für die herrschenden Kreise sehr überraschend— für uns nicht. Es hat in ganz Sachsen Erstaunen hervorgerufen, daß wir im Neustädter Theil die Mehrheit davontrugeil, doch konnte dies nur deshalb geschehen, weil man die Entwickelung von Dresden nicht gehörig beobachtete. Dresden-Neustadt hat ungeheuer an Einwohnerzahl zugenommen, und sind das meist Arbeiter und Kleinbürger gewesen. Dort candidirt und ist seit lehn Jahren gewählt worden das alter ego,(andere Ich) der ächsischen Regierung, der General-Staatsanwalt Schwarze, in neuester Zeit vom österreichischen Kaiser geadelt. Es fehlte nicht viel und v. Schtvarze hätte kein Mandat gehabt. Unsere Stimmen wuchsen um 2500, die v. Schwärze's nur um einige Hundert, und mit nur 1400 Stimmen Mehrheit siegte derselbe, für den die Fortschrittler aus Freundschaft für die Regierung stimmten, und die Nationalliberalen stimmten auch für denselben, war doch v. Schwarze einer der Faiseurs beim Justizcompro- miß. In den Jndustriedörfern Pieschen, Neudorf und Umgegend war die Mehrheit für unseren Liebknecht erdrückend; Berwun- dcning erregte es, daß in Kötzschenbroda, in der Lößnitz tc.— Orte, in denen sich Villa an Villa reiht— Liebknecht die Mehr- heit erhielt. Es ist dies nur zu erklärlich, dort stimmte der gesammte Kleinbürgerstand für uns, weil in solcher Gegend der Kleinbürger die Aermlichkeit seiner Existenz doppelt fühlt. Die Bauern stimmten zur Hälfte für Liebknecht, trotz aller Beeinflussungen durch die Gemeindevorstände. Aber gerade die Städte Nadeberg, Radcburg, Augustusbad und Umgegend und die prachtvoll gele- genen Elbdörfer gaben den Ausschlag für Schwarze. In den Städten lassen sich keine Versammlungen abhalten; so ist in Ra- deberg absolut kein Saal zu erhalten, in den Elbdörfern halten die Aillenbesitzer die Kleinbürger noch ganz in Abhängigkeit, und die Arbeiter, meist in Dresden beschäftigt, konnten am 10. Januar, da in Folge des Winters die Kahnvcrbindung gestört war, meist nicht bei Zeiten zur Abstimmung zu Hause sein. Der Kreis bietet trotzdem große Hoffnungen, da nach Neustadt noch eine dritte Brücke gebaut wird, ferner da durch die in der Nähe von Neustadt entstehende Kascrnenstadt sehr viel Kleinbürgerthum und Arbeiter herübergezogen werden,— überhaupt wird doirt stark gebaut und ist auf eine bedeutende Vermehrung der arbei- tenden Volkskreise zu rechnen, während die Rentiers, Pensio- näre w. immer mehr in die Elbdörfer gedrängt werden. Das geistige Leben Dresdens concentrirt sich aber in der Altstadt— auf die Altstadt- lenkten wir unsere ganze Kraft und, wie unsere Genossen ja schon erfahren haben, mit Erfolg. Noch steht Dresden unter dem Eindrucke, den die Wahl Bebel's hinterließ: die Natianalliberalen schimpfen wie die Rohrsperlinge, die Fortschrittler fangen von neuem zu arbeiten an, indem sie Vortragsabende veranstalten— ohne Diskussion— Diskussion vertragen die Herren nicht, da ziehen sie den Kürzeren. Als vor der Wahl ihr Candidat, der frühere Abgeordnete Minckwitz, öffentliche Versammlungen abhielt, wo nur„Fragen gestattet waren— gelang es dennoch mehreren Genossen und vorzüglich Kayßer und Klemich, Minckwitz auf den Sand zu setzen, und selbst unser Amtsblatt schrieb:„Die Fortschrittter halten Versammlungen— für die Sozialdemokraten." Die Conservativen, obwohl sie, da sie den nationalliberalcn Eandi- baten Mayhoff unterstützten, mitgeschlagen wurden, schmunzeln, weil sie denken, nun werde das nächste Mal ein Conservativer der Candidat der vereinigten„Ordnungsmänncr' sem— ja sie haben schon, wie ihre Blätter schreiben, einen Candidaten M Aussicht, und man munkelt, es sei der Exmimsier V. Friesen doch wir wollen es abwarten. Wir kämpfen einfach fort, vorläufig agitirt der Staatsanwalt Mit für uns. Kayser fitzt gegenwärtig, dann schweben 4 Monate Gefängniß, neulich den ihm 12 Wochen 5 Tage zudiktirt wegen Beleidigung emes Referendars und angeblicher„Anmaßung eines öffentlichen Amtes", außerdem befindet sich noch ein Prozeß in der Schwebe. So werden die Kayser'schen Handlangerdienste— Kayser wurde neulich von hiesigen Blättern„Handlanger Bebel's" genannt Sehr erfreulich ist der Aufschwung des„Volksboten". Seit Anfang Dezember wird derselbe hier gedruckt und in �olgc der Wahl Bebel's kam eine so starke Abonncntenzunahme, daß derselbe gegen früher im doppelt größeren Format erscheint. Wir haben hier viel Arbeit vor uns— wir haben aber einen guten Boden: Arbeiter, die, wenn sie sich überhaupt mit öffentlichen Fragen beschäftigen, nur zu uns gehören— hier muß also nur gerüttelt werden— ein fteisinniges Kleinbürgerthum, das m Folge unserer ökonomischen Entwickelung bis zum Kmn"n Wasser steht, und einen intelligenten Bauernstand. Für un- heißt's aber immer:„Vorwärts!" Leipzig. Sonnabend den 10. Febiwar feierte der hiesige Arbeiter-Bildungsverein sein 16. Stiftungsfest, obgleich mit Genugthuung constatiren können, daß alle vom �crcm anstatteten Festlichkeiten seitens der Mitglieder und sreunde jährige Stiftungsfest alles bis jetzt Tagcwesene, die weiten Räume der Tonhalle waren buchstäblich bis zum letzten Winkel von Festgenossen gefüllt, und mag allerdings der Umstand mit dazu beigetragen haben, daß Genosse Most nach jahrelanger Haft zum ersten Mal wieder in Leipzig als Redner austreten durfte, gab es doch eine Zeit, wo dies seitens der hiesigen Behörde nicht gestattet wurde.— Das Bildungswesen unsrer Zeit bildete das Hauptthcma der Festrede und verstand es der Redner vortrefflich, geeignete Vergleiche zwischen unseren Volks- und sogenannten höheren Schulen zu ziehen. Das Vcreinswescn der Jetztzeit kriti- strcnd wies Redner darauf hin, daß die Arbeitervereinigungcn, in welcher Form sie auch erscheinen, von hoher Bedeutung für die Kulturentwickelung eines Volkes seien, obgleich noch die mannig- faltigsten Schwierigkeiten und Hindernisse aus dem Weg zu räumen wären.— Ein Ball, an welchem sich die meisten An- wesenden betheiligtcn, vereinigte dieselben bis zum frühen Morgen. Von den Arbeiterbildungsvcrcineu zu Hamburg und Dresden liefen Glückwunschtelegramme ein, die freudig begrüßt wurden. Dem zur Vertheilung gelangten Jahresbericht des Vereins entnehmen wir folgendes: Es wurden von 23 Vortragenden 70 Vortrage gehalten. Diskussionen fanden 16 statt. Unterricht wurde ertheilt in der deutschen, französischen, englischen und russischen Sprache, Stylistik und Redeübung, im Schönschreiben, Rechnen, Buchführung und Wechselkunde, doppelte Buchführung, Stenographie, Gesang, Turnen und Zeichnen. Die Bibliothek des Vereins zählt 2040 Bände. Vermehrt hat sich die Bibliothek in dieseni Jahre um 97 Bände. Außerdem besitzt die steno- graphische Sektion eine Sammlung von 69 stenographischen Büchern und Broschüren. Das Archiv enthält 415 Schriften verschiedenen Inhalts. Im Lesezimmer liegen 49 Zeitungen aus. Die Mitgliederzahl betrug durchschnittlich pro Monat 359. Die laufende Nummer am Schlusie des Jahres war 946. Die am meisten betheiligten Berufszweige waren die Schriftsetzer mit 81, Schlosser 72, Tischler 73, Schneider 73, Schuhmacher 57, Kauf- leute 55 zc. Von außerdeutschcn Staaten gehören dem Verein als Mitglieder an: 14 Russen, 9 Oesterrcicher, 3 Schweizer, 1 Ungar, 1 Türke und 1 Rumänier. Die Bilanz der Kasse ist folgende: Einnahme Mrk. 3883,45, Ausgabe Mrk. 3535,87, mithin Ueberschuß Mrk. 347,58. Aus dem Vorstehenden läßt sich erkennen, daß der Verein auch in diesem Jahre Fortschritte gemacht hat, möge er auch ferner in so erfteulicher Weise gedeihen und wachsen. Maumvurg a. S. Wie überall, so suchen auch hier unsere politischen Gegner in kleinlicher Weise ihrem Aergcr über das siegreiche Fortschreiten und Wachsen unserer Partei Luft zu machen. So wurde kurze Zeit nach der Wahl der Frau eines unserer Parteigenossen, der sich bei der Wahlbcwcgung aner- kennenswerth hcrvorgcthan hatte, eine Aufwartung bei einem pensionirtcn Militär gekündigt. Mir erging es nicht besser. Schon seit Jahr und Tag ertheile ich stenographischen und an- deren Unterricht auch an Militärs. Da brachte mir kürzlich ein mir unbekannter Militär einen Brief, worin der Schreiber in kurzem andeutete, daß er durch Umstände gezwungen, den fran- zöstschcn Unterricht bei mir nicht mehr fortsetzen könne. Dieser Brief sah gerade so aus, als ob der Herr Oberst hinter dem Schreibenden gestanden und ihm den Brief in die Feder diktirt hätte. Der Umstand, daß der Schreiber des Briefes erst nach Tische bei mir gewesen und von da in das Bureau gegangen, berechtigt mich wohl zu dieser Annahme. Später erfuhr ich, den Leuten sei streng untersagt, je»nieder meine Wohnung zu betreten, da ich nicht nur als Sozialist, sondern auch als sozial- demokratischer Agitator bekannt sei. Die Zeit, die für andere Zwecke bestimmt und wo es mir hauptsächlich darum zu thun war, den Leuten das richtig begreiflich zu machen, was sie lernen wollten, war zu kurz, um sie mit sozialistischer Agitation auszu- füllen, und mit ein paar hingeworfenen Redensarten kann man Leute sicher nicht überzeugen.' Hütet sie nur ja recht sorgsam, die euere letzte Stütze sind und bovahrt sie vor der sozialistischen Ansteckungl Je mehr ihr den Sozialismus verfolgt, je schneller wird dies geschehen; ihr bewirkt mit eurer Verfolgung nur das Gegentheil von dem, was sie bezwecken soll. Auch auf dem flachen Lande tagt es schon! Tie Lawine, einmal im rollen, reißt unaufhaltsam Alles mit sich fort, und so wird auch die Landbevölkerung durch die sozialen Zustände mit fortgerissen werden. Aber wundern kann man sich uicht genug, daß ihr noch immer glaubt, durch so kleinliche Kniffe, wie die obigen, eine Idee bannen zu können: Druck erzeugt doch ganz natürlich Gegendruck und es ist nur die Frage, welche Sache Wahrheit und Recht für sich hat, um sagen zu können, welche Partei end- lich siegen muß! chotdap(Ostpreußen), 18. Februar. Allenthalben hat sich unsere Partei bei der letzten Wahl eines erfreulichen Zuwachses zn erfteuen gehabt; von überall liefen beim„Vorwärts" Sieges- berichte ein. Es wurde alle unsere Spannkraft aufgeboten, um dem Gegner den Sieg streitig zu machen. Unser litthauischcs Ostpreußen hat leider in dieser Hinsicht nichts oder doch wenig Erfreuliches zu bieten. Es ist bisher von allen politischen Treiben unberührt geblieben. Kein Wunder also, wenn das Volk hier zum größten Theil nicht einmal wußte, wozu das „Zettelabgeben" denn eigentlich da sei, obgleich die Steuer immer höher und die Lage der Bevölkerung immer trauriger wird. Hier sorgen schon die Liberalen und Eonservativen dafür, daß das Volk über die Wichtigkeit des Wahlaktes unaufgeklärt bleibt. Das Murren über die schlechten Zeiten wird immer lauter und das Verlangen nach besseren Einrichtungen immer driugender, so daß der Sozialdemokratie es nicht sehr schwer fallen dürfte, Ostpreußen zu erobern. Es wäre daher sehr erwünscht, wenn hier eine baldige Agitation eröffnet würde. Auch ftißt sich das Muckerwesen wie ein Krebsschaden in den untersten Schichten der Bevölkerung weiter und dürste bei weiterem Vorschreiten unser Streben etwas erschweren. Tic Gegner berathen auch schon hier über die Mittel, das rothe Gespenst zu unterdrücken. Am 15. d. Mts. hielt ein Pfaffe zum Besten— des Waisenhauses einen Vortrag über Ferdinand Lassalle, worin letzterer und unser Parteistrcben arg mitgenommen wurde. Trotz alledem fängt es auch hier schon an zu tagen. Durch Unterzeichneten find schon eine Anzahl Brochüren verbreitet, sowie 5 Abon- nentcn für die„Neue Welt" gewonnen; auch der„Vorwärts" circulirt. Bald wird hier auch eine geschlossene Parteimitglied- schaft auftauchen und energisch für unsere Prinzipien eintreten. Bei der Reichslagswahl sind ca. 10 mit dem Namen eines Sozialdemokraten„beschriebene" Stimmzettel in die Wahlurne gelangt, haben jedoch keine Aufnahme in das Protokoll gefunden.. Bei der künstigen Wahl dürste sich die Anzahl verzehnfachen, j M. S. Itzehoe, 18. Januar.(Abrechnung über die Wahlagilation � im jwleSw.-holst. Wahlkreis) Einnahme: Bon Jvehoe erste Raic 92.70; Maree d. SB. 2,05; Si. Margrethcn 17,00; Brunsbüttel d. W. 14,10; Beidenfleth 12.00; Itzehoe zwciie Rate 30,00; Burg 21,00;> Kellingbusen 50,00; Eddelack 10,25; Landen 11,50; Krempe 13,10; Itzehoe dritte Rate 72,75; Itzehoe d. Wallher 11,15; Wilster 12,00;! Itzehoe vierte Rate 15,00; Itzehoe d. Walther 35,00; Borsfleth 7,30; Itzehoe v. Johanna Lüt 40,15; Itzehoe fünfte Rate 34,00; Itzehoe v. A. U. 20,00; Hamburg d. Geib t35,00; Itzehoe sechste Rate 00,58; Hamburg d. Geib 50.00; v. Walthcr 1,40. Summa: 780 M. 03 Pf. Ausgabe: An Walcher 86,70; Matthäi 7,50; Brückmann 12,70; Walthcr 33,00; Matthäi 6,00; Walther 127,60; do. 15,00; am Tage der Wahl 41,10; an Walther 47,00; Kreutzberg 42,00; Walthcr 118,50; Möller, Buchdrucker 21,90; am Tage der Stichwahl 48,40; an Kreutz« berg 48,00; Wallbcr 39,85; Wahlcomite Itzehoe 20,00; Wahlcomits Kellinghusen 30,00; für Porto, Fracht, Brvjchüren und Schreib- maierial 98,90. Summa: 844 M. 15 Pf. Einnahme 780 M. 63 Pf. Ausgabe 814_« 15- Defizit 63 M. 52 Pf. Das Central-Wahlcvmitö: I. Clafen. Ocsfentliche Quittung. Für den Wahlfonds habeich seitdem 8. Februar erhalten: Harburg v. Schiffszimmerern d. Jürgcnsen 20,00; Ncundorf d. G. Röder 2,50: Hannover d. H. Rudolph 30,00; desgleichen d. F. Wucherpfennig 30,00; do. d. Rudolph 10,50, und zwar: 5,50 v. K.. A., K., M.. R. K. R. F.. R. M. H.; 0,50 v. Ä. L.; 3,00 v. Flügge u. 1,50 v. B.; Solingen Ueberschuß der Wahl- kasic d. R. 30, V0; Wellingdorf v. Maurer I. Arp 10,00; Artern v. Theodor Poppe 6,00; Muskau v. Moritz Wagner 10,00; Hof v. Albrccht Knott 10,00; Geislingen v. Ungenannt 5,00; Bremen v. Verschiedenen d. Rohwcr 4,00; Leipzig d. H. Jansen 6,50; do. v. Buchbindern d. Jansen 8,00; do. Liste 2103: 0,45; do. Liste 3990: 3,80; Chaux de Fonds v. Wilhelm Geloch 4,03; Sandkathcn b. Plön 4,50; Steinwärder v. Nagcl's Korbmacher- werkstelle 10,18; do. d. Scholz v. d. Guanofabrik 25,00; Zürich v. Carl Bürkly 16,00; Sühlen Liste 4391: 1,00; Ottensen v. Bergmanns Cigarrcnfabrik 12,00; Montigny v. C. Lcmoisne 1,00; Kleiner Grasbrook v. Partcigcnoffen d. Peter 10,50; Rendsburg d. C. Loßmann 100,00; Halle a. d. S. d. Carl Stamm 20,00; Vornhcim Liste 4362 d. Fleischmann 14,44; Braunschweig d. die Expedition des„Braunschw. Volksfreund" für Glauchau- Mecrane erste Rate 147,05; Lesum Liste 4354 d. Benndorf 5,25; Stollbcrg Liste 1403: 3,00; do. Liste 1397: 1,46; Schedewitz d. W. Schräpfer 9,80; do. d. A. Werner 9,00; do d. W. Hergct 5,01; do. d. L. Kunz 3,00; do. d. L. Schweigcrt 2,00; do. d. K. Schwarz 3,35; Iserlohn Liste 4250 d. Tölckc 27,65; Königsberg v. C. Grigatis 15,00; Leukersdorf d. Moritz Uhlig 3,00; Rahden v. Cigarrenmacher W. Braun 5,00; Mühlhausen i. E. v. 5 Sozialisten 5,00; Werdau gesammelt v. Ar- bcitern bei Werdau 7,40; Aschcrslebcn Liste 4347 d. Klingcn- höfcr 11,85; Vlotho Liste 4377 d. Peters 4,00; Klein-Steinheim gesammelt beim Vcrcinswirth Hcßer 1,63; do. gesammelt am Tage der Stichwahl im„Deutschen Kaiser" 3,25; do. gesammelt d. die Musik F. A. Jäger 1,50; Augsburg d. Endrcs v. Z. 2,00, v. D. 0,50, v. M. 0,50; Fm. v. B. 20,00; Gnissau d. Schacht 0,70; Langenbielau d. Kühn 3,00; Lechhausen Saldo der Listen 1249 u. 1250: 5,00; Ronsdorf d. E. Wille 15,00; Gräfrath v. einem Parteigenossen d. L. Schaub 100,00; Bernburg d. Eh. Bopel 7,00; Einsiedel Liste 2710: 3,40 und.Liste 2711: 1,90; Malente d. I. H. Wiese 6,01;(von den in voriger Quittung aus Königsberg quittirten 15,35 sind: 8,90 aus einer Werkstatt, 2,00 von 4 Parteigenossen und 4,45 von Parteigenossen). Aus Hamburg: Liste 4194 d. N. T. 19,20; v. H. Boß 2,16; v.M. Schultz 3,00;„Hartmauu muß siegen" 3,00;„Karsten muß durchfallen" 1,50; Liste 4192 dritte Rate 2,60; v. F. W. Trautvetter's Cig.-Fab. 4,17; v. N. N. 3.00; 2,20 ans Peters' Korbmacherwcrkstellc; 5,00 auf Liste 4208 d. Michael; 100,00 v. der Gewerkschafts-Agitationskasse hier d. Mentzel; 9,00 v. La- dage u. Oelke's Schneidcrwerkstclle; 5,00 v. Schcmmel's Cig.-F.; 0,50 v. Bonatter; 9,50 auf Liste 4207; 2,00 v. Peters' Korb machcrwcrkstclle, Grünerdcich; 8,90 auf Liste 4197 d. H. Breuer; 4,00 aus einer kleinen Gesellschaft d. Tcgtmeycr; 5,00 v. S. I. L.: 7,55 aus Kniefs Tischlcrivcrkstelle; 2,85 auf Liste 42,06, erste Rate; 5,20 auf Liste 252, d. G. U.; 26.65 auf Liste 4188 d. Reimers. Für den Untcrstützungsfonds gingen ein: Groß-Auhcim d. B. 6,00; Altenburg v. Ungenannt d. Thurm 3,00; Apcnradc d. Gladewitz 0,30; Gnissau d. Schacht 0,25; Leipzig gesaminclt auf dem Stiftungsfest des A.-B.- Vereins d. L. Witt 55,30. Hamburg, 17. Februar 1877. August Geib, Rödingsmarkt 12. Hannover. Sozialdemokratischer Wahlverci». onnabead, 24. Februar, Abends 8'/. Uhr, � im Lokale des Hrn. Boge, Mttielslroße Nr. 11: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Vortrag von Herrn Eikenberg über die Emann- pativn des Arbcttcrstandes im IS.'Jahrhundc'.t. s80 Der Vorstand. -. Ten Parteigcnofien diene zur Nachricht, datz das Wahl-Siegesfest am 10. März in den Sälen des Hrn. Nörten stattfindet, bestehend in Conccrt und Ball, Festrede, gesprochen von dem Reichstagsabgc- ordncicn des 4. Berliner Wahlkreises Hrn. Karlen sind zu haben bei Rudolph und Loges und in allen Ver- sammlungen.___(F 161) Das Fest Comits.[2,70 Qotmtfr Metallarbeiter-Gewerkschaft. -v-v 1�/(5 IZ. Sonnabend, den 24. Februar, Abends 8 Uhr:[60 Versammlung bei Menzel, Restaiirateur, Am Täubchenweg. Tagesordnung: Gewerkschaftliches. Aufnahme neuer Mitglieder. Montag, den 26. Februar, in Burmeistcro >�111.11[141. Salon, arrangirt von den Sozialisten Ottensens, unter gefälliger Mitwirkung des Ottensencr„Gesangvereins" und des Quarietts„Laffallea": Arbeiterfest bestehend in Concert und Ball. Festrede gesprochen von Hrn. Max Stöhr. Saalöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Karten im Voraus für Herren nebst Dame i 40 Pfg. tkasscn- preis 50 Pfg.), Damcnkarte n' 20 Pfg. sind bei den Comitä Mitglie- dcrn und in den bekannten Wirthschasten zu haben. Es bittet aus besonderen Gründen um recht zahlreiche Betheiligung 4,20)(3a) Das Comite. Ein intelligenter Mann, in Dresden wohnhaft, welcher nach- weislich seit wenigstens 1 Jahr der sozialdemokr. Partei angehört, wird zu Abschriften gesucht. Offerten£. P. 12 Clausthal postlag.[90 Dem reisenden Publikum empfehle ich meinen Gasthof. Billige und gute Speisen und Getränke, sowie ausgezeichnetes Logis sichere ich jedem Reisenden zu.(F. 40) 11,50 Äittwe Hermann Dnnckcr, Besitzerin d. Gasthofs z. Stadt Mannheim, Bremen, Sögestrasie 27. Ein politisch und ökonomisch mehrfach gemaßregelter Parteigcnosic, in den kausm. Buchführungen erfahren, der französischen und englischen Eorrespondenz mächtig, auch literarisch befähigt, sucht Stellung. Adr. sagt die Expcd. d. Bl._____[1,20 "Statistische Taicl der sozialistische» Wahlen zum dentschen Reichstage. Eine genaue Zusammenstellung der Gesammttcsultatc(sozialistische und gegnerische Stimmen) derjenigen Wahlkreise, in welchen bei dem diesjährigen Wahlgangc sozialistische Candidaten aufgestellt ivaren, unter Einschluß der engeren Wahlen zwischen Sozialisten und Eon- didatcn anderer Parteien. Für L0 Pf. zu beziehen vom Verleger August Geib, Röding». markt 12 in Hainburg, an den alle Bestellungen zu richten sind. Neue Welt Briefkasten der Expedition. G. Br. in Hcidenheim: Per Ende 1876 sal- dircn noch M. 1,60 zu Ihren Lasten. Quittung. Dnkr Bremen Ann. 1,50. Grd Stötteritz Ab. 4,00, Schr. 9,91. Dngd hier Ab. 2,40. N. Mrcv Pancsowa Ab. 6,46. Tl. Pllck Weißkirchen Ab. 7,50, Schr. 1,12. Rsch Hajos Ab. 8,22. Much Zittau Schr. 16,80. Knk Frankfurt Ab. 10,00. G. Bßlr Stuttgart Ann. 2,40, Ab. 30,50, Schr. 41,20. Fchtlr Merseburg Schr. 3,54. Mllr Plauen Schr. 1,45. Wls Lautcn-Weschnitz Schr. 1,10. Dmbrgr Worms Schr. 3,90. Bm Halle Schr. 0,30. Br Jena Schr. 3,00. Lhrg Lommatzsch Schr. 4,20. Lhmnn Psorzheiin Schr. 6,64. Ahm Lauten- thal Ann. 1,00. Trffrth Diepholz Ab. 1,05. Gew. d. Eisen- u. Mc- tallarbeitcr Wien Ab. 5,00. Lgs Hannover Ann. 3,90. Roltmnnr München Ab. 60,00. Bttchr Ab. 6,05. Engl Reudnitz Ab. 25,65. Schlz hier Ab. 3,00. Rdgr Halle 15,00. Wß Goldlauter Ab. 15,80. Brnng Delitzsch Ab. 3,60. B. Grsr Barmen Schr. 13,00. L. Glzwsk Wien Ab. 3,26. Jhnk Gaarden Schr. 2,75. Lri.tz Mosbach Schr. 1,70. Wahlfond». Bon De. P. hier 3,00. Arbeiterverein Plagwitz d. Qucnzel 3,00. Schafkopfsclub Eidam Thonberg 1,80. C. M. Dresden 1,70. B. Grsr Barmen 2,00. F. Ken Buda-Pcst 4,93. Anzeigen u<. Annoncen für die MittwochS-Nnmmcr müssen bis Mon- tag Vormittags 9 Uhr; für die FrcitagS-Nummer bis Mitt- woch-Vormittlrgs 9 Uhr; jfir die SonutagS-Nummer biö Frei- tag Vormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimm- Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsender keiu Depot bei unS hat, können eine Aufnahme nicht finden. Die Expedition deS„Vorwärts". Äss'frtir/r Sonnabend, den 24. Februar, Abends 8'/, Uhr in Kvppelmann'S Salon: Volksversammlung. Tagesordnung: Bortrag. O. Reimer.[50 OÄlttit/t Verkchrslokals-Eommission. Sonntag, den 26. Februar, Bormittags 10> z Uhr, im„Thüringer Hos- Burgitr. 20- Außerordentliche Sitzung. Zu dieser Sitzung sind sämmtliche Gcwerkschaftivorständc und die Parreiagenren dringend eingeladen. Pünktliches und allseitiges Er- scheinen sehr nothwcndig. Der Obmann.[80 ErsterZahrgang, 1876, eomplett kann erst mit Ende Mörz d. I. versandt werden. Mehrere Num- inern sind total vergriffen und ist Nachdruck nicht eher möglich, da un- sere neue Maschine früher nicht eintrifft und lausende Aufträge unsere ganze Kiaft in Anspruch nehmen. Wir empfehlen also lieferbar wie oben angegeben: Die Neue Welt. Erster Jahrgang, 1676, eomplett. Prciö: nugebundeu 5 M., in elegantem Einbände 7 M. 50 Pf. franco. Die Einbanddecken tragen in Golddruck da? große Titelbild des Hcstumschlags, darstellend: „Zlie Aefreiung der Menschheit". Diese eleganten Einbanddecken sind a 1,20 Mark gegen baar oder Nachnahme(excl. Porto) durch uns, sowie durch die Buchbtn- derei von H. Jansen, Leipzig, Universitätsstr. 16. zu beziehen. Bei Partiebezug entsprechender Rabatt.— Es empfiehlt sich bei Einzel- bestellung Einsendung des Betrages in Briefmarken. Leipzig. Dlr Expedition der„Nenen Welt". Färbcrstr. 12. II. ioeben erschien: Tie Märtyrer der Commune in Neucaledonien. Berichte zweier Entwichenen. Bon Saschas chrousset und Ar. Aourde. Preis: 30 Pfennig. Der Ertrag dieser deutschen Uebersetzung ist für die deportirten Tom- munards und deren Familien bestimmt. Ein grauenhaftes Bild menschlichen Elends und menschlicher Nieder- tracht entrollen die Verfasser. Die wenigen Bogen bilden ein unver- löschliches Denkmai der Schmach für die Henker der Pariser Commune. Verlag der Genossenschafts-Buchdruckerei in Leipzig. Färbcrstraße 12/11. Soeben ist erschienen und durch uns zu beziehen: Zur Grund- und Bodensrage von Wilhelm Liebknecht. 2. vervollständigte Auflage. Preis per Exemplar 0,75 Mark. Die Expedition des„Vorwärts". B-raniwvrlI'.cher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. Redaktion und Exveditton Färberftraßc 12/1 l. in Leipzig. Druck und Verla» der Senossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig