Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freit ag, Soitutag. für itbonncmciitspreiS Uiiii Teutichlaod 1 i'Ji, 60 S(äf. pro Quartal. Monats» Ülbonncments werden bei allen deutlchen Postanstalten aus den 2. und n. Monat, und auf den Z. Monat besonders«izcnomincn: im tkönigr. Sachsen und Hcrzogth. Sachsen- Altenburg auch aus den tten Monat de» Quartals k 54 Psg. Inserate betr. Bersamnilungcn xr. Petitzeile l0Pf., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile Z0 Ps. ZZeltellungen nehmen an alle Postanstalten und Buch. Handlungen des In- u. Auslande». Filial- Expeditione«. New-Uorl: So».- dcinolr. Genossen- schaftsbuchdruckerei, tSs QIllrill�e Ktr. Philadelphia: P. Haß,«SV Hortd z-a Street. I. Boll, 1129 Charlotte Str. Chicago: A. Lansermann, 2gg UIvI- sion Street. San FranziSca: F. Entz, 418 CPar- rell Sli?Zt. London: Banditz, 5 Kassau Street, Middlescx Hospital. GentraL Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 28. Mittwoch, 7. März. 1877. Ist es Schlechtigkeit oder Unwissenheit? (Avis für die„Vossische Zeitung".) Obige Frage muß man so häufig stellen, wenn man die Herren Gegner über die soziale Frage disputircn und die tollsten Behauptungen aufstellen hört. Ist es Schlechtigkeit oder Unwissenheit, so fragen wir, durch welche die„Vossische Zeitung", die doch sonst noch ziemlich an- ständig ist, geleitet wurde, in der ersten Beilage(Nr. 33) einen Artikel über die Sterblichkeitsverhältnisse der Berliner Arbeiter loszulassen? Man wird versucht, das Motiv in der Schlechtigkeit zu suchen, da sich die Spitze des Artikels gegen den Sozialismus richtet, und dennoch wird Wohl die Unwifienhcit den Ausschlag gegeben Haben, da die Schlechtigkeit mit solcher grotesken Tölpelei, wie wir sie hier vorfinden, wohl selten gepaart ist. Führen wir nun zunächst den Artikel in der Hauptsache voll- ständig vor. Derselbe lautet: „Das Sterblichkeitsverhältniß der Berliner Ar- beiter-Bevölkcrung soll nach den Auslassungen in verschie- denen in letzter Zeit abgehaltenen Versammlungen erheblich ungünstiger, als das der Gesammtbevölkerung der Residenz sein, so daß 1874—1875 84 Prozent aller Mitglieder der Ge- werks-Krankenkasien erkrankt 2,5 Prozent in der Charitö u. s. w. Aufnahme finden mußten und beinahe 2 Prozent gestorben seien. Obwohl die Lage der Arbeiter im ganzen Lande nicht besser sei, so hätten doch weder„Nationalliberale" noch„Fort- schrittler" zur Besserung irgend etwas gethan. In der Resi- denz sei die mirthschaftlichc Lage derartig, daß sich von 1874 bis 1875 noch 75,337 Arbeiter der Krankenkassen zu Hause ver- pflegen konnten, von 1875— 1876 sei diese Zahl auf 69,300 zurückgegangen. Diesen Auslassungen gegenüber erscheint es an der Hand der statistischen Ergebnisse von allgemeinem Interesse, der angeregten Frage näher zu treten, deren wirthschastliche Be- dcutung von selbst in die Augen fällt. Es mag bemerkt werden, daß die zwangsweise den Gewerkskrankenkassen zugehörende Be- völkcrung, die ihrer gewerblichen Stellung nach aus Gesellen, Fabrik-, Lohn- und Tagearbeiter und Arbeiterinnen besteht, der Zahl nach vier Fünftel der Gesammtheit der„Arbeitnehmer" der Hauptstadt umfaßt. Speziell das Sterblichkeitsverhältniß der Berliner Arbeiterbcvölkerung zur Gesammtbevölkerung betreffend, so erhellt aus den Akten der Gewcrbskrankenkasscn und sonstigen amtlichen Ermittelungen, daß in der dreijährigen Periode von 1874—1876 72,271„Erkrankungen" auf 92,690 Arbeitnehmer kamen. „Es kommt nun aber ein und dieselbe Person öfter vor, so daß in den Listen nur„Erkrankungen" und Krankheitsfälle registrirt sind. Nach den amtlichen Ermittelungen beträgt die Zahl der Er- krankuugen jährlich in dem dreijährigen Zeitraum von 1874 bis 1876 incl. 72, 271 beiderDurchschnittszahlvon92, 690 Arbeitnehmern im Alter von 16— 60 Jahren. Von diesen wurden, was bezüglich der wirthschaftlichen Lage dieser Bevölkerungsgruppe von Wichtigkeit ist, 69,943 Erkrankte in der eigenen Wohnung verpflegt, also 96,6 Proz. aller Erkrankten; 2323 war die häus- liche Pflege versagt und oiesc müßten Aufnahme in den Spitälern suchen, also 3,32 Prozent der Erkrankten. Von den in der eigenen Wohnung Gepflegten erfreuten sich 1036 des Trostes, daß ihnen liebende Hände die Augen für immer zudrücken konnten; 905 beschlossen in den Spitälern ihr Leben, meist in Folge von Verletzungen in der Fabrik, Werk- und Arbeitsstätte, die in vielen Fällen den unmittelbaren Tod zur Folge hatten. Die Gesammtsumme der Sterblichkeit beziffert sich demnach auf 1932 Arbeitnehmer der obigen Gruppe von 92,690 Mitgliedern oder auf 20,21 pro Tausend. Dies gewonnene Resultat mit dem einer dreijährigen Durchschnittsperiode vor einem Decennium und mit der Gcsammt- Sterblichkeit der hauptstädti- schen Gesammtbevölkerung verglichen— ist über- raschend. Für den Vergleich liegen vorzügliche ältere Arbeiten ausgezeichneter, wissenschaftlicher Kräfte vor. „Nach einer derselben betrug die statutenmäßige Mitglieder- zahl der Gewerkskrankenkassen von 1861 bis 1863 59,000 p. a. Die Zahl der in den Wohnungen Gestorbenen 1122, die der in den Spitälern 1021: also in Summa 2143 oder 1,30 Prozent der Lebenden— 12,45 pro Tausend. Es hatte sich also die Sterblichkeitsziffer dieser Bevölkerungsgruppe um 7,78 pro Mille gesteigert. Gewiß ein beachtenswcrthes Faktum, welches höchst mißlich wäre, wenn nicht eben die Sterblichkeit der Gesammt- bevölkerung gleichen Schritt damit gehalten hätte. Die letztere betrug nach den amtlichen neuesten Ermittelungen des statistischen Bureaus von 1861 bis 1863 28,06—26,72—29,79 pro Tausend, stieg dann auf 30,78—33,83— 41,23 in den folgenden Jahren, ermäßigte sich wieder in den folgenden drei Jahren auf 28,66— 34,70—30.38 und beträgt seit den letzten 10 oder 11 Jahren 34 pro Mille; ist also von der dreijährigen Periode von 1861 cry i?-? iucl. bis 1865 auf 5 Prozent per Mille gestiegen. � Differenz der Sterblichkeit der Arbeiter gegen die der Ge- iammtbi.'völkerung beträgt also 1,99 pro Mille, was in Anbetracht Qf,!», Todesfälle durch äußere Gewalt, oder in deren Folge �t) gewiß günstig zu nennen ist. Noch günstiger '"'-rgebniß des summarischen Vergleiches beider Bevölke- rmigsgruppen für die Arbeiterbevölkerung, denn sie befindet Zweifachen Vortheil. Einmal beträgt die Sterb- Uch'ett oer �otalbevölkerung 14,60 pro Mille mehr und zweitens ~cbcnobauer der Altersklassen entschieden günstiger. Letztere betragt bei der Arbeiterbevölkerung 39,43 Jahre, bei der �tatbevolkerung� 30,14 Jahre. Diesen amtlichen und wissen- - a festgestellten Ermittelungen nach erscheint die Sterb- nf* sif �cr �'beiterbevölkerung wohl nicht geeignet, ferner noch als Agitationsmittel benutzt zu werden." Unsere aufmerksamen Leser werden nun wohl sofort gefunden haben, wo der wahrhaft haarsträubende Fehler liegt, der das für-die Arbeitcrbevölkeruug so„glänzende Schlußresultat" zu Tage fördert. Für den Statistiker der„Vossischen Zeitung" und für sämmt- liche gedankenlose Redakteure, welche jene Notiz nachdruckten, müssen wir den Fehler noch besonders aufdecken. „Die Lebensdauer beträgt bei der Arbeiterbevölkerung 39,43 Jahre, bei der Totalbevölkerung 30,14 Jahre"— so sagt unser Statistiker; ob er den Unsinn wohl gleich merken wird, wenn wir folgende Gegenbehauptung aufstellen:„Die Lebensdauer be- trägt bei den Rentiers und Partikuliers 60,50, bei der Total- bevölkerung 30,14"? Unser Schlauberger hat nämlich bei der Arbeiterbevölkerung die Kinder bis zu 16 Jahren nicht mitgerechnet, während dieselben bei der Gesammtbevölkerung mitgezählt sind. Er er- klärt selbst, daß die von ihm angegebenen statistischen Wahrnch- münzen sich auf Arbeiter von 16— 60 Jahren erstrecken. Daß bei diesen das Durchschnittsalter 39'/- Jahre ist, zeigt gerade kein günstiges Verhältniß, da die Sterblichkeit progressiv nach unten, nach den Kinderjahren zunimmt und bei den Kindern der Arbeiter aus naheliegenden Gründen ciizc ganz besonders große ist. Will man aber Vergleiche hierzu anstellen, so muß man der Totalbevölkerung nicht die Arbeiterbevölkerung von 16 Jahren an entgegenstellen, sondern die Arbeiterbevölkeruna mit ihren Familien und Kindern; dann würde der Statistiker gefunden haben, daß das Durchschnittsalter der Berliner Arbeiterbevöl- kerung nicht 39'/,, sondern ein Geringes über 28'/, Jahre beträgt. Will der Herr Statistiker der„Vossischen Zeitung" nun aber seinen Vergleich„ohne die Kinder" machen, so kann er doch nur eine Parallele ziehen zwischen den 16— 60jährigen Arbei- tern und den gleichen Altersklassen anderer Stände, und da können wir ihm gleichfalls dienen. Die Prediger in Berlin werden durchschnittlich 59 Jahre alt, die übrigen höheren Beamten und reichen Leute 54, die Kaufleute 46— die Lohnarbeiter aber 39 Jahre alt; wir rechnen dann gleichfalls vom 16. Lebensjahre an, in welchem - meistens die Berufsivahl eintritt. Noch Eins wollen wir bemerken. Tie bodenlose Oberflächlichkeit und Unwissenheit in jenem ' Artikel der„Bossischen Zeitung" zeigt sich auch jnoch in der Ansicht, daß man es bei einem Vergleiche der Sterblichkeit der l Totalbevölkerung und der Sterblichkeit der Arbcitcrbevölkerung !mit zwei verschiedenen Bevölkerungsgruppcn zu thun ! habe. Als wenn die Arbeiterbevölkerung nicht schon in der Total- bevölkerung entHalen sei? Will man Vergleiche anstellen— dies erwähnen wir noch- mals—, so möge man die Sterblichkeit der Arbeiterbevölkerung zu der Bevölkerung der anderen Klassen, bei Beiden die Kinder bis 16 Jahren mitgerechnet, oder bei Beiden dieselben nicht mitgerechnet, feststellen, und man wird jedesmal ein für die Arbeiterklasse ungünstiges Verhältniß herausfinden. Ob nun wohl die„anständige"„Vossische Zeitung" von unserer Richtigstellung Notiz nehmen wird? Sozialpolitische Ueberjicht. — Ter Stern des Reichskanzlers ist sichtlich im Er- bleichen. Der Bundesrath hat bei der Entscheidung über den Sitz des Reichsgerichts gegen die preußische Anschauung des Reichskanzlers entschieden und mit Majorität gegen Berlin für Leipzig gestimmt. Ebenso ist die Stimmung in Bezug auf die Eisenbahndifierenzen zwischen Sachsen und Preußen überall zu Gunsten Sachsens umgeschlagen— man erblickt nämlich in allen Maßnahmen Preußens Hegcmoniegelüste. Daß das Auftreten des Reichskanzlers solches Mißtrauen gerade nicht abschwächt, dürfte zur Genüge bekannt sein.— Auch der sonst>o devote Reichstag ist ärgerlich auf seinen Herrn und Meister, auf den Fürsten Bismarck, weil man ihn 14 Tage zu früh einberufen hat. Es ist aber auch eine merkwürdige Ironie des Schicksals, daß der Reichstag zum erstenmale seit seinem Bestehen in der � ersten Sitzung beschlußfähig war, darauf aber wegen Mangel an Vorlagen zweimal— einmal auf 3 Tage, das andcremal auf 8 Tage— nach Hause geschickt werden mußte. Manchen par- lamentarischen Heißsporn unter den Neugewählten sahen wir bei ' dieser Wahrnehmung ein entsetzlich langes Gesicht machen und hörten ihn einen Fluch murmeln, der zum Gegenstand den Na- men eines„großen" Mannes hatte. — In die Commission des Reichstags, welcher zu- nächst die Petitionen zugehen, ist natürlich ein Arbeiter- Vertreter, ein Sozialdemokrat, wieder nicht gewählt. Be- kanntlich werden im deutschen Reichstage die Bitten, welche aus dem Volke kommen, immer recht stiefmütterlich behandelt, wäh- rend die Vorlagen, welche von Oben kommen, sich der besten Aufnahme zu erfreuen haben. Man fürchtete, daß ein Sozial- demokrat in der Petitionscommission den Hecht im Karpfenteiche i abgegeben und dem alten Schlendrian ein Ende gemacht haben würde, deshalb stand man ab von der Wahl eines solchen. Das Volk aber mag aus allen solchen Vorkommnissen ersehen, was es von seinen Bourgeoisvertretern zu halten hat, die nach oben devot, nach unten brutal auftreten. — Musterhafte Finanzminister. In der Sitzung des ' preußischen Abgeordnetenhauses vom 1. März vertheidigte Finanz- minister Camphausen gelegentlich einer untergeordneten Rcchnungs- angelegenheit des preußischen Staatsschuldenwesens sich gegen die von Lasker in der Sitzung vom 13. Februar ausgesprochene Behauptung, daß die während des„Milliardensegens" von dem Minister eingehaltene Finanzpolitik, wofür freilich auch das Ab- geordnetenhaus reichlich die Mitverantwortung trage, nicht zum Segen des Landes ausgeschlagen sei. Herr Camphausen kam jedoch nicht über den Nachweis hinaus, daß die rasche und um- fassende Tilgung der preußischen Staatsschulden in jener Zeit dem preußischen Staate„viel Zinsen erspart" und derselbe somit vom finanziellen Standpunkte aus„ein gutes Geschäft gemacht habe."„Bei den Operationen im Reiche", so fügte Herr Camp- hausen hinzu,„haben denn doch zuerst die Herren, denen die Reichsfinanzverwaltung obliegt und die Finanzminister sämmt- licher Partikularstaatcn dafür einzustehen und es wird wohl verzeihlich sein, wenn ich damals nicht klüger gewesen bin, als alle diese Herren." Ein sehr schlechter Trost für das deutsche Volk, daß„alle diese Herren", Herr Camphausen an der Spitze, nicht„klug" genug waren, die von jedem halbwegs in staats- und Volks- wirthschaftlichen Dingen erfahrenen Privatmann vorausgesehenen und vorausgesagten Folgen der Reichsfinanzpolitik zu erkennen. Hätte das Volk in Teutschland etwas zu sagen, so würde es die von Herrn Camphausen eingestandene Unfähigkeit seiner großen und kleinen Finanzminister nicht„verzeihlich" finden und„allen diesen Herren" begreiflich machen, daß derjenige Staatsbeamte, welcher das öffentliche Interesse schädigt, in jedem Falle für den angerichteten Schaden verantwortlich ist, gleichviel ob böser Wille oder Kopflosigkeit die Schuld trägt. — Die Einnahmen des Reichs für das nächste Etats- jähr sind wie folgt veranschlagt: Zölle und Verbrauchssteuern (indirekte Steuern) 253,527,080 M., Wechselstempelsteuer 6,914,000 Mark, Post- und Telegraphie 11,709,636 M., Eisenbahnen 9,940,000 M., Bankwesen 1,550,000 M., verschiedene Vcrwal- tungseiunahmen 8,960,907 M., Reichs-Jnvalidenfonds 27,987,067 Mark, Ucberschüssc aus früheren Jahren 11,528,565 M., Münz- Wesen 10,200,000 M., Zinsen aus belegten Reichsgeldern 6,175,000 M., außerordentliche Zuschüsse 96,988,009 M., Matri- kularbeiträge 97,361,428 M. — 5,130,096 Mark verlangt die Reichsregierung für das nächste Jahr mehr als früher zu Militärzwecken. 105 neue Hauptmannsstelleu, Garni;onbau und Errichtung von Unter- ofsizierschulen sind die Gründe der Mehrforderung. Und dies geschieht Angesichts des Nothstandes und Angesichts der Rath- losigkeit der Regierungen, dem hungernden Volke Hilfe zu bringen! — Neue Anleihe! Wozu? Dumme Frage.— Wozu anders, als zum Ausbau des neuen deutschen Reichs, Pardon, wollte sagen: zum Ausbau des Militarismus. Dem Bundes- rathe und dem Reichstage wird binnen Kurzem eine Regierungs- vorläge zugehen, eine Anleihe, betreffend die neue Kasernirung des deutschen Reichsheeres. —„Eile mit Weile". Der preußische Ministerrath hat vor einigen Tagen in Bezug auf den Roth stand eine Sitzung gehabt. Wohl bekomm's den Nothleidenden. — Welche Unregelmäßigkeiten und Wahlbeein- ilussungen bei den Wahlen zum deutschen Reichstage borge- kommen sind, davon giebt folgender Antrag der ersten Abthei- lung des Reichstags eine treffliche Illustration: „Der Reichstag wolle beschließen: dem Herrn Reichskanzler das bezüglich der Wahl im 2. Anhaltischen Wahlkreise am 21. Februar hier einge- gangene„Protokoll" mit der Aufforderung zugehen zu lassen, in Betreff der darin unter Nr. 3., 6. und 7. be- haupteten Thatsachcn, wonach 1) der Ortsschulze in Freckleben die durch den Pan- toffelmacher Fricke daselbst zur Bertheilung be- stimmtchi Stimmzettel für Otto Kapell fort- genommen, deren Herausgabe verweigert und solche erst nach geraumer Zeit in unbrauchbarem Zu- stände zurückgegeben haben soll, 2) nach dem Zeugnisse von Ernst Germer in Aderstadt in Plötzkau, trotz des Protestes mehrerer Wähler, die Oeffentlichkeit bei Feststellung des Wahlergebnisses ausgeschlossen worden sein soll, 3) nach dem Zeugnisse von Gottl. Röder in Neundorf in den Dörfern Amersdorf und Wermsdorf die auf den Namen Otto Kapell lautenden Stimm- zettel von den Polizeidienern aus allenHän- �ern geholt und dafür Stimmzettel für Kraaz abgegeben sein sollen, die Feststellung derselben und cveNt. wenn deren Rich- tigkeit sich ergeben sollte, die Rektifizirung der bethei- ligtcn Beamten veranlassen, auch den Reichstag von dem Resultate der getroffenen Einleitungen in Kenntniß setzen zu wollen. Berlin, den 26. Februar 1877. Tie l. Abtheilung. Albrecht(Osterode), v. Kehler, Vorsitzender. Berichterstatter." Die erste Abtheilung des Reichstages hätte jedenfalls richtiger gehandelt, wenn sie anstatt des Wortes Rektifizirung das Wort: Bestrafung zu setzen verlangte. Was heißt denn eigentlich Rektifizirung? Die Beamten auffordern, das nächste Mal die Sache richtiger zu machen. Für manchen Beamten mag � das ein Wink sein,(päter etwas vorsichtiger zu sein, für Manchen eine Ermunterung, weil die Bestrafung ausgeblieben ist und eine bloße Rektifirung grober Vergehen, groben Mißbrauchs der Amtsgewalt ohne Bestrafung leicht zu der Vermuthung Anlaß geben könnte, die Rektifizirung sei nicht sonderlich ernst gemeint. Deshalb muß, wenn obige Angaben auf Wahrheit beruhen, eine energische Bestrafung eintreten. — Einzige Rettung! Die„Deutsche volkswirthschaftliche Correspondcnz" schreibtuntervorstehenderUeberschrift:„Nothstaiids- bauten steheil volkswirthschaftlich auf einer Stufe mit Volksküchen und Armcnsuppcn; sie lindern einigen Hunger, verbannen den Nothstand aber nicht. Durchgreifende Rettung kann uns nur ein Systemwechsel bringen. Die Regierung muß mit dem Manchesterthum theoretisch und praktisch brechen; sie muß er- klären, daß fortan nationale Wirthschafts-Politik getrieben werden soll. Diese Erklärung, besiegelt durch entsprechenden Minister- Wechsel, wird das Land electrisiren, alle Widerstandskraft anspannen, alle erstorbene Hoffnung neu beleben und mit einem Schlage wieder Arbeit und Verkehr schaffen. Ohne diese geistige und moralische Galvanisirung des gelähmten Wirthschaftskörpers sind alle anderen Nsthstandsmaßregcln von geringem Werth; ja vielleicht insofern sogar schädlich, als sie die tödtliche Krankheit offiziell anerkennen und dadurch die allgemeine Angst und Läh- mung nur noch steigern. Was von den Tobten auferweckt werden muß, ist das Vertrauen. Das volkswirthschaftliche Ver- trauen heißt in Deutschland aber nicht— Camphauseu-Achen- buch.«_ Der vorstehende Erguß eines Schutzzöllnerblattes vcr- dient deshalb Beachtung, weil in dürren Worten erklärt wird, daß nur ein Systemwechsel Hilfe schaffen könne. Wir treten dieser Ansicht durchweg bei, jedoch mit der Bemerkung, daß der Systcmwechsel in wirthschaftlichen Dingen nicht den schutzzöllne- rischen Großindustriellen zu Gute kommen darf, sondern der Ar- bciterklasse und der Gesammtheit und dies geschieht nur, wenn der Systemwechsel die radikale Aenderung der Produktionsweise bedingt, wenn dieselbe aus den capitalistischen Banden er- löst wird. — Furcht. Kinder, welche sich fürchten, schreien gewöhnlich laut aus, daß sie sich nicht fürchten. Die Regierung mag sich bei der„Rordd. Allg. Ztg." bedanken, wenn man die Ansicht erhält, sie fürchte sich vor der Sozialdemokratie. Die„Rordd. Allg. Ztg." schreit nämlich, daß die Regierung vor der sozia- listischcn Bewegung auch nicht eine Spur von Furcht habe, wie denn dieses Wort überhaupt nicht in dem Katechismus des jetzigen Kabincts zu finden sei. Dagegen meint das Blatt, dem Liberalismus dürfte ein Bischen bleiche Furcht gar nicht schaden, er würde sich dann der Aufgabe entschlagen,„nach immer mehr Freiheit zu schreien, an den Maßregeln und Personen der Regierung ohne Unterlaß herumzunörgeln und deren Autorität aus Leibeskräften zu schmälern."— Weßhalb freut sich denn die„Rordd. Allg. Ztg." über die Furcht der Liberalen? Doch nur, um von denselben neue Strafgesetze gegen die Sozial- demokraten zu erhalten. Weshalb wünscht aber die Regierung neue Strafgesetze? Natürlich, lediglich ans, purem Heldenmuth. — Folgende Wahlen zum Reichstage sind, da recht- zeitige Proteste gegen die Legalität derselben eingegangen sind, der Kommission zur näheren Prüfung überreicht worden: Ham macher(1l). schlesw.-holst. Wahlkreis), Spangenberg(1. hannov.), Grumbrecht(17. dito), Hr. Löwe(5. arnsbrrger). Berger(6. dito), Weigcl(8. kasseler), Hölder(1. Württemberg), Hr. Bürlin (5. Baden), Eisenlohr(1(1. dito), Blum(12. dito), Bode 1. braunschweiger), Hasenclever(6. Berlin), Schmidt(4. stcttiuer), Schlomka(1. cösliner), Frhr. v. Skorzewski(2. bromberger), Frhr. v. Kozlowski(4. dito), Witte(9. breslaucr), v. Schalscha (4. oppelner), Götting(1. erfurter), Hcckmann-Stintzky(6. elsaß- lothringer), v. Tettau(5. königsberger), Beseler(5. schleswig holsteiner), v. Rathusius-Ludom(1. mindener), Richter(1. sächs.), Auer(22. dito), Hebting(3. badischer), Bergmann(8. elsässischer), — Das Wahlgesetz und die Militärpersonen. In Berliner Blättern lesen wir:„Die Wahlprüfungs- Com- Mission des preußischen Abgeordnetenhauses hat sich in ihrer letzten Sitzung über ein sehr wichtiges Prinzip geei- nigt, welches auch in das Präjudizien-Verzcichniß aufgenommen werden soll. Nach Artikel 71 der Verfassungsurkunde und der entsprechenden Bestimmung im Z 4 der Wahlverordnung soll auf jede Vollzahl von 250 Seelen ein Wahlmaun gewählt werden. Das preußische Regiment. In unserer.Zeit der Erfolgsanbeterci thut es einem wirklich wohl, eine feste, scharf ausgesprochene Manncsmcinung über die Dinge zu vernehmen. Dazu bietet der Prozeß gegen den Re- dakteur der„Frankfurter Zeitung" und der Kunstschriftsteller Ludwig Pfau Gelegenheit in der Verthcidigungsrede des letzteren, der in einem Artikel über die Münchcner Kunstausstellung in der „Frankfurter Zeitung" die deutschen Mittclfranken gewarnt hatte, sich auch auf dem Gebiete der Kunst die preußische Schablone aufnöthigen zu lassen: dabei hatte er den Ausdruck„preußisches Regiment" gebraucht, ein Wörtlein, welches dem preußischen Ministerium Anlaß gab, sich beleidigt zu fühlen und klagbar zu werden. In dieser Verthcidigungsrede äußert sich der An- geklagte folgendermaßen: „Jeder, der eine Idee von dem grammatikalischen und lite- rarischen Werth der Worte hat, weiß, daß die Begriffe„Mini- sterium, Regierung und Regiment" durchaus nicht identisch sind, sondern der folgende immer einen umfassenderen und abstrakteren Sinn hat, als der vorhergehende. Schon bei dem Worte Rc- gierung, das vor allem eine staatliche Funktion bezeichnet, muß man nicht nothwendig an die zufällig vorhandenen Minister denken; das Wort Regiment aber, in politischem Sinne gebraucht, bezeichnet nicht die jeweilige Regierung, sondern den Modus des Regicrens, das System; es entspricht dem französischen Ausdruck Regime, den ich auch bereits geschrieben hatte und nur wegen seiner größeren Fremdartigkeit in Regiment verwandelte. Im Uebrigen muthet sich das preußische Ministerium doch zu viel zu, wenn es das politische Regiment Preußens auf seine Schultern zu laden begehrt. Dieses Regiment, das mit dem großen Kurfürsten anfängt und mit dem Fürsten Bismarck leider noch nicht aufhören wird, hat ganz andere Faktoren als ein paar Minister, die wohl seine Trabanten sein können, aber nicht seine Urheber sind. Da ist die geschichtliche Entwicklung, die staatliche Tradition„ die gebräuchliche Rechtsordnung und das allgemeine Volksbewußtsein; da ist Heer. Bureaukratie und Landesvertretung, was alles viel wichtigere Faktoren eines politi- schcn Regiments sind, als die paar Minister von heute oder gestern. Ich bin gewohnt, für gebildete Leute zu schreiben, welche e� lieben, die weggelassenen Mittelglieder zwischen den Zeilen zu lesen, und die ganz gut verstehen, daß ich dieses Regiment ein Preußisches nenne, weil in der That die Politik, die uns heute regiert, keine deutsche, sondern eine preußische ist. Und warum sollte ich denn der Reichspolitik nicht den Ramen geben, der ihr s Nachdem nun durch§ 49 des Reichsmilitärgesetzes vom 2. Mai 1874 bestimmt ist, daß die Wahlberechtigung der aktiven Mili- tärpersonen sowohl in Betreff der Reiöhsvertretung als der ein- ! zelnen Landesoertretungen ruhen soll, so ist in Frage gekommen, ob bei der Berechnung der für die Anzahl der zu wählenden Wahlmänner entscheidenden Seelenzahl die Militärbevölkerung außer Betracht zu lassen oder mitzuzählen fei. Der Magistrat der zum 6. Potsdamer Wahlbezirke gehörigen Stadt Spandau hat sich für die erstere Alternative entscheiden zu sollen geglaubt, und die Stadt, welche eine.Cioilbevölkerung von 23,177, eine Militärüevölkerung von 3711 Seelen hat, lediglich in 16 Ur- Wahlbezirke mit 92 Wahlmännern gethcilt, während bei Mit- Zählung der Milstärbevölkernng 107 Wahlmänner, mithin 15 mehr gewählt werden mußten. Dieses Verfahren ist durch einen Protest angefochten. Die Wahlprüfunascommission hat sich nach eingehender Erwägung dahin entschieden, daß die Außeracht- lassung der Milijärbevölkerung der Verfassung und dem Wahl- gesetze nicht entspreche. Sie ist dabei von dem Gesichtspunkte ausgegangen, daß die Militärbevölkerung, wenngleich das Wahl- recht der aktiven Militärs ruhen solle, durch die zu wählenden Abgeordneten in derselben Weise vertreten werde, wie die Civil- bevölkerung, daß ferner nach der klaren und unzweideutigen Be- stimmung der Verfassung lediglich die Bevölkerungszahl zu Grunde gelegt werden solle, ohne daß eine Untersuchung der Frage, ob einem Theile dieser Bevölkerung das Wahlrecht auch nicht einmal im Prinzip abgesprochen, sondern nur ein„Ruhen" desselben bestimmt sei. Demgemäß hat die Commission das Prinzip dahin festgestellt:„bei Berechnung der Anzahl der für einen bestimmten Bezirk zu wählenden Wahlmänner nach Maß- gäbe der Seelenzahl ist die Militärbevölkerung mitzuzählen." In Consequenz dieses Prinzips beantragt die Commission, sämmtliche in der Stadt Spandau vorgenommenen Wahlmännerwahlen zukassiren, dabei einem gesetzmäßigen Verfahren des Magistrats eine ganz andere Bildung der Urwahl- bezirke hätte stattfinden müssen, mithin auch das Resultat der Urwahlen anders hätte ausfallen können. In Folge dessen wird auch die Wahl des gewählten Abgeordneten, Grafen Königsmark, ungiltig. Wir sehen uns umso mehr veranlaßt, dies Präjudiz mitzutheilen, als die entschiedene Frage für alle Garnisouorte praktisch ist."— Ganz gut. Aber was nützt es den Soldaten, daß sie mitgezählt werden, wenn sie nicht mitwählen dürfen? Der Beschluß der Wahlprüfuugscommission des preußischen Land- tags ist eine jämmerliche Halbheit: Entweder betrachte man die Soldaten als Nullen, die nicht wählen dürfen, und dann zählen sie auch nicht; oder man betrachte sie, wie das recht und billig ist, als vollberechtigte Staatsbürger, dann zählen sie nicht blos, sondern wählen auch. — Aus der Rumpelkammer. Der Laudesausschuß der sächsischen Fortschrittspartei hat das abgetragene(aber nicht ver- wachsene) Parteiröckchen aufbügeln und etwas zurechtflicken lassen, und repräscntirt sich stiem Publikum nutz folgendem„Entwurf eines Programms der deutschen Fortschristspartei": „§ 1. Die deutsche Fortschrittspartei erkennt für sich die Roth- wcndigkeit an, die bestehende Verfassung des Deutschen Reiches als Ausgangspunkt jeder weiteren Eutwickclung festzuhalten. Sie betont aber gleichzeitig das Bedürfuiß der Fortentwicklung der- selben im entschieden freiheitlichen Sinne. Die Partei will ins- besondere alle Angelegenheiten, welche, dem Wesen des Bundes- staates entsprechend, allgemeine Reichsangclegenheiten genannt werden müssen, der Gesetzgebung und Oberaufsicht der Reichs- czewalt überwiesen sehen. Die Ausführung derartiger Gesetze jedoch, sowie die Handhabung der Verwaltung soll den einzelnen Staaten zufallen,"auch sind innere Angelegenheiten der Einzeln- staaten, bez. Gemeinden, Gegenstand ihrer Sclbstrcgierung. § 2. Die Partei wird hierbei geleitet von den Grundsätzen: Der verfassungsmäßig ausgesprochene Wille des Volkes ist das oberste Gesetz des Staates. Jedem Staatsbürger gebührt bei gleichen Pflichten gleiches Recht. Die Aufgabe der Staatsgesctz- gebung ist die Wahrung der Ordnung, Sitte und Sicherheit im öffentlichen Leben. Eine parlamentarische Regierungsform mit Verantwortlichkeit ihrer Organe soll den Willen deS Volkes zum Ausdruck bringen. Mit Verwerfung des Zweikammersystems soll allenthalben eine einheitliche Volksvertretung bestehen, hervorge- gangen aus allgemeinen direkten Wahlen, die weder durch Ver- ivcigerung von Diäten, noch durch Verkümmerung des Vereins- und Versammlungsrechts beeinträchtigt werden dürfen. zukommt? Sind denn nicht der deutsche Reichskanzler und der preußische Premierminister ein und dieselbe Person? und wird Jemand behaupten wollen, der Fürst Bismarck habe als Reichs- kanzler andere Prinzipien und andere Ziele, als die, welche er als preußischer Staatsminister bcthätigt? Das heutige Deutschland ist mit einem Wort nichts als ein vergrößertes Preußen, und jede legislatorische und gesammtstaatliche Maßregel der Rcichspolitik zeigt nur das Bestreben, diese Berprcußung immer gründlicher durchzuführen. Dies kann nun einem Bewohner Pommerns oder Brandenburgs sehr erbaulich scheinen, erbaut uns andere aber nicht im Geringsten, und darum sprach ich von preußischem Regiment. Nicht den und nicht jenen, das Preußen- thum selber klage ich an, und zwar deshalb, weil sich seine Hegemonie nicht mit dem begnügt, was ihm mit Recht zukommt, sondern weil es in das Heiligthum unseres Stammeslebens dringt, nnseren Herd entweiht, unsere Penaten zerbricht, und seine unschönen Götzenbilder an die Stelle unserer wohlgeformten Hausgötter setzt.(Der Präsident ermahnt den Angeklagten zur Mäßigung.) Die Reichseinheit, welche uns als eine fest verbundene nationale Macht dem Ausland gegenüberstellt, haben auch wir von ganzem Herzen gewollt; wir brachten zur Herstellung der- selben jedes Opfer, und legten ohne Widerstreben die nationale Führung in die Hand Preußens, als des mächtigsten und in militärischen Dingen fähigsten Staates. Aber wir wollen nicht, unter dem Vorwand der Reichseinheit und allen Versprechungen zum Trotz, unsere guten, durch eine lange redliche Freiheits- arbeit erkämpften Gesetze gegen schlechte preußische vertauschen. Wir hatten eine Verfassung, eine Vertretung, welche den Schlüssel der Staatskasse führte, schon zu einer Zeit, wo man in Preußen noch Jahrhunderte lang mit dem Stock regierte, und nun sollen wir zum Dank für unsere nationalen Opfer einer Gesetzgebung unterliegen, welche in Wahrheit mit der Vertheidigung und Machtstellung des Vaterlandes nichts zu thun, sondern nur den Zw-ck hat, das ganze innere Deutschland den alten Gewalt- maximen des preußischen Systems zu unterwerfen. Die Einheit nach außen mag zu Zeiten nothwendiger sein, als die Freiheit nach innen, aber die Freiheit ist jeder Zeit wichtiger, als alle Gleichheit der inneren Einrichtungen. Eine solche Politik ist keine Politik der Einheit, sondern' der Zwietracht; und die Ge- meinschaft, die man in Eisen bindet, ist nicht die dauerhafteste. Eine Beleidignng� kann nur das sein, was von allen anstänl digen Leuten für ehrenrührig gehalten wird, wo also das Ehren- rührige nicht in der Beurtheilung der Handlung, sondern in der § 3. Getreu diesen Grundsätzen und in Anwendung der- selben betrachtet es die Partei als ihre Aufgabe, zu wirken für Erreichung wahrer Volksbildung durch gute Volksschulen für j�eden Reichsaugehörigen; Trennung der Kirche von Staat und Schule; bei voller Glaubens- und Gewissensfreiheit Unterord- nung der religiösen Gemeinschaften unter die Staatsgesetze: Be- rücknchtigung der physischeiljmd geistigen Anforderungen des Mi- litärwesens schon in den Schulen; daraus hervorgehend Ver- knrzung der Dienstzeit im Heere, sowie Herabsetzung der Präsenzziffer desselben. Auch verlangt die Partei die Unab- hängigkeit des Vorzuges kürzerer Militärdienstzeit von den Ver- mögensverhältnissen des Einzelnen. Sie erstrebt die Einfüh- rung solcher Steuern, die mehr als bisher die wahre Leistungs- fähigkeit der Steuerzahlenden berücksichtigen; für das gesammte Reich wirksame Regelung und Förderung der Hilfs- und Unter- stützungskassen; die Selbständigkeit der Gemeindeverwaltung. Nach innen und außen verlangt sie ferner die Befolgung einer ge- rechten Handelspolitik.— Wie die Partei aber die Verwendung von Staatsgeldern auf Unterhalt und Beeinflussung der öffent- lichen Presse verwirft, nicht minder als die Aufrechterhaltung, bez. Einführung des Zeugnißzwanges, so will sie alle Preß- und polirische Bergehen im ganzen Reiche von Schwurgerichten ver- handelt sehen. Z 4. Von diesem Standpunkt ausgehend, ist die Fortschritts- Partei bereit, im Interesse einer heilsamen, organischen Entwicke- lung des Vaterlandes den Zeitoerhältnissen Rechnung tragend, Zugeständnisse zu machen in Bezug auf das Maß' ihrer je- weiligen Forderungen, jedoch nur insoweit, als die Zugeständ- nisse Nichts mit den Partei-Grundsätzcn Unverträgliches ent- halten oder herbeiführen. Die Bereitwilligkeit.jedoch zur Ver- zichtleistung auf bereits freiheitliche Gesetze und Einrichtungen erachtet sie als mit ihren Grundsätzen durchaus unvereinbar." �„Herr! Dunkel ist der Rede Sinn!"— möchte man nach Lesen jener Paragraphen den Fortschrittlern zurufen. Es wird etwas im Kulturkampf gemacht, aber doch wieder den Schwarzen geschmeichelt; es sollen bessere Steuervcrhältnisse eintreten, aber fragt nur nicht, auf welche Weise; der Militarismus soll ver- ringert, aber schon in die Schulen verpflanzt werden; die Parteigrundsätze sollen aufrecht erhalten, aber den Zeitverhält- nisscn Rechnung getragen werden u. s. w. Mit einem Worte: Verschwommen ist das Programm, wie die Partei, der es gehört,„die weder Fleisch noch Fisch ist, ein widerlich Gemisch ist." — Bourgeoishumanität. Das„Panier" theilt mit, daß in dem Stahlwerke des Hüttenbesitzers v. Girnauth mit Neujahr eine Lohnreduktion von 10 Proz. eingetreten, nun aber noch ein Abzug von 10 Pfennig von der Mark bestimmt sei, dazu werden in willkürlichster Weise bei den kleinsten Versehen Geldstrafen verhängt. Ueber einen solchen Abzug von 1 Mark beklagte sich ein Arbeiter, der wegen eines Vorfalls in seiner Familie sich ein Wenig verspätet hatte: er meinte, das was ihm dann bliebe, würde nicht zum Lebensunterhalt langen. Darauf erhielt er die denkwürdige Antwort:„Schmelzt mit Nierenfett statt mit Butter! Jetzt habt ihr noch Kartoffeln, in 2 Jahren werdet ihr die Schalen fressen!" Der Herr prophezeit sehr gut, wenn— nun wenn die Arbeiter nicht endlich überall einsehen, daß sie sich zusammenschließen müssen in Gewerkschaften und ihre Solidarität der Interessen nicht nur fühlen und kennen, sondern auch prakttsch dieselbe zum Ausdruck bringen. — Ein Geburtstagch-Lesefrüchtchen. In einer Nummer der„Neuen Rheinischen Zeitung" vom Februar des Jahres 1849 finden wir folgende Notiz: „Charakteristik Harkort's. Der größte Mann unseres Kreises, der Generalsekretär der Contrerevolution Herr Friedrich Harkort von Harkorten, hat, wie Sie wissen, die rothe Erde wieder betreten, um für seine Wiederwahl zu agitiren. Ehe Herr Harkort sich wählen läßt, wäre es nicht passend, daß er über folgende angenehme Geschichte nähern Aufschluß gäbe. „Als der sehr populäre Landrath Gerstein verstorben war, beschlossen eine Anzahl kleiner Bürger und Arbeiter, ihm ein Denkmal zu setzen. Herr Harkort trat an die Spitze dieser Be- wegung oder Collekte, und es flössen, wie gesagt, meisten? aus Beiträgen der Arbeiter und kleinen Bürger, bis an achthundert Thaler in die Hände des Herrn Friedrich Harkort. Aber das Denkmal erschien nicht.'Herr Harkort zog die Sache in die Länge und verschwand eines schönen Morgens. Handlung selber liegt. Aber auch schon deshalb kann ein dia- lettisches llrtheil keine Beleidigung enthalten, weil es die moralische Schuld des Beurtheilten nicht implizirt. Es ist mir nie ein- gefallen, zu behaupten, die Vertreter des preußischen Regiments hätten das Bewußtsein oder gar die Absicht, uns zu schädigen, ich glaube im Gegentheil, daß die Minister dieses Systems ihre Pflicht gegen Gott, König und Vaterland auf's beste zu erfüllen meinen, nur erlaube ich mir, in Betreff des Vaterlands anderer Meinung zu sein wie sie, und diese Meinung auszusprechen. Dies aber stellt eine rechtsstaatliche Regierung jedem Bürger frei, und wenn sie eine Antwort für nöthig hält, so antwortet sie der Presse durch die Presse, selbst wenn ihr nicht die Hilfs- mittel eines Reptilienfonds zur Verfügung stehen. Es ist freilich bequemer, statt durch triftige Gegenbeweise mit Hilfe des Staats- anwalts zu antworten, aber es ist auch minder staatsmännisch. Solche Teüdcnzprozesse sind Nichts als politische Kctzerversol- gungen; sie stellen sich, ob sie wollen oder nicht, auf den Stand- punkt der heiligen Inquisition, die sich einbildet, die Bücher zu widerlegen, indem sie sie verbrennt und die Menschen zu be- kehren, indem sie sie mißhandelt.(Präsident: Ich muß Sie erneut zur Ordnung rufen.) Angekl.: Ich bin angeklagt, weil ich eine Kritik geübt habe, wenn man mir nicht erlaubt, dieselbe zu begründen, so ist die Vertheidigung unmöglich. Präsident: Ich werde Sie in der sachlichen Ausführung nicht beschränken, sondern muß Sie nur darauf aufmerksam machen, daß Sie sich nicht Ausschreitungen beleidigender Natur hingeben sollen. Angeklagter: Ich habe durchaus nicht die Absicht, zu belei- digen, aber die mir auferlegte Beschränkung illuftrirt am besten die Natur dieser Art von Prozessen. Sollten jedoch in der heutigen Zeit allgemeiner geistiger Verwirrung llrtheile für Thatsachcn gelten müssen, nun gut; so will ich den Beweis der Wahrheit antreten. Was den ökonomischen Ruin betrifft, so ist das eine That- fache, deren Wahrheit so offenkundig ist, daß sie Niemand zu leugnen wagen wird. Ich weiß wohl, daß gegenwärtig die Er- wcrbsquellen überall in's Stocken gerathen sind; aber bei der heuttgen Solidarität aller wirthschaftlichen Verhältnisse hat auch Deutschland seinen Schuldantheil an der allgemeinen Kalamität. Denn die Art und Weise, wie die Leiter der großen Finanz- operationen des neuen Reichs diese zu Ende führten, konnte wahrlich nicht von ersprießlichen Folgen sein. Wenn Deutsch- land nur halb so viel Geschjck im Ausgeben der Milliarden ge- „Aber Herr Harkort beabsichtigte keineswegs diese 300 Thaler ohne alle Entschädigung an sich zu ziehen. Im Gegentheil. Er ging nach Belgien und zahlte seine Schuld bei Heller und Pfennig .zurück. Nicht in Gold und Silder, sondern in Schriften; nicht in harten Thalern, sondern in klingenden Phrasen und Lebens- erfahrungen; nicht in preußischen Tresorscheinen, sondern in Lügen und Verleumdungen über die französische Re- publik. Mit einem Worte: Herr Harkort schrieb;eine„Briefe an die Meister und Arbeiter in Berg und Mark". „Diese noblen Flugblättchen waren doch wahrhaftig wohl lumpige 800 Thaler Werth! „Trotzdem giebt es niedrige Seelen, welche mit dieser Zah- lungsweise nicht einverstanden sind. Sie verlangen, der große Mann solle seine 800 Thaler in gangbarer Münze und preußisch Couraut zurückzahlen, und sind schamlos genug, ihn in den .Wochenblättchen seiner Heimath direkt dazu aufzufordern!" Sollte dieser Harkort etwa dieselbe Person sein, wie jener famose„Roheitsstatistiker" gleichen Namens, dessen 84jährigen Geburtstag unsere liberale Bourgeoisie zu einem nationalen „Ereigniß" auszupuffen sich abquält? — Unfall- Statistik. Im Monat Februar o. wurden bei der Allgemeinen Unfall-Versicherungs-Bank in Leipzig 13 Todesfälle, 3 Unfälle, die den Betreffenden Lebensgefahr be- leiteten, 8 Unfälle, die ihrer Natur nach eine totale oder theilweise Invalidität der Verletzten erwarten lassen, und 393 Unfälle, aus welchen sich für die Beschädigten nur eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit prognosticiren läßt, zusammen 419 Unfälle angemeldet. Von den 13 Todesfällen ereigneten sich je 2 in Steinkohlen- Werken und Gußstahlfabriken und je 1 in einer Papierfabrik, einer Mineralwasserfabrik, einer chemischen Fabrik, einer Baum- Wollenweberei, einer Feilenfabrik und Dampfschleiferei, einer Brauerei, einer Eisensteingrube und einem Dampfsägewerk. Von den 3 lebensgefährlichen Beschädigungen entfallen 2 auf Kalksteinbrüche und eine auf eine Argentanfabrik, während von den 8 Invaliden je 2 auf Brückenbau und Maschinen- fabriken und Eisengießereien und je 1 auf eine Baumwollspin- nerei und Weberei, eine Eiscnbahnwagenrüder- und Achsenfabrik, eine Eisen- und Stahlwaarenfabrik und auf Hafenbau kommen. — Die Agitation der dänischen Arbeiter zur Er- Wirkung von Maßregeln gegen den Nothstand sind doch nicht ganz fruchtlos geblieben. Das Ministerium sah sich veranlaßt, bei dem Reichstag die Bewilligung von 1 Million Kronen (— 1,200,000 Mark) zu beantragen,„um denjenigen Communen, welche Veranstaltungen zur Abhilfe der Arbeitslosigkeit und des Druckes der Theuerung ergreifen wollen, unter billigen Be- dingungen Darlehen geben zu können." Der Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses beantragte dagegen, die erwähnte Summe unter sämmtlichen Communen des Landes im Verhältniß zur Einwohnerzahl zu vertheilcn, um als Zuschuß zu„der Kasse der Armen" oder in Kopenhagen, wo diese Institution nicht vorhanden ist, nach der Bestimmung der Communalvcrwaltung und unter ihrer Verantwortlichkeit verwendet zu werden. Zu bemerken ist hierbei, daß Unterstützungen aus„der Kasse der Armen" nicht als Armenunterstützungen betrachtet werden und folglich der Rechtsstellung der Empfänger hierdurch kein Eintrag geschieht. Am Freitag und Sonnabend beschäftigte sich der Folkcthing(Reichstag) mit der Angelegenheit. Der Antrag des Ministeriums, den Communeu Nothstandsdarlehen zum Gesammt- betrag vyn 1 Million Kronen zur Verfügung zu stellen, wurde mit 53 gegen 4 Stimmen angenommen; die von dem Finanz- ausschusse beantragte Bewilligung der 1 Million Kronen zur Vertheilung an die Kassen der Armen nach Verhältniß der Ein- Wohnerzahl der Communen wurde, trotz der Erklärung des Ministerpräsidenten, dieselbe nicht annehmen zu wollen, mit 45 gegen 27 Stimmen genehinigt. T7 Abgeordnete fehlten bei der Abstimmung, und einer enthielt sich der Abstimmung. — Am Schandpfahl! Der Notiz über unsere Wahl- Niederlage in Altona fügen die Bourgeoisblätter den Satz zeigt hätte, als Frankreich ini Anschaffen derselben, so würde es heute weniger schlimm um uns stehen. Ueberhaupt beweist in ökonomischen Dingen die Rcichspolitik keine übermäßige Fähig- keit. So zeigt z.B. die Nichtbeschickung der Pariser Ausstellung il eine bedauerliche Gleichgiltigkcit den gewerblichen Interessen gegenüber. Denn was man hier auch in negativem Sinne vor- bringen mag, so viel steht fest, daß alle übrigen Nationen die Beschickung für nöthig erachteten und daß die große Mehrzahl der deutschen Sachverständigen derselben Meinung war. Ein Staat aber, in welchem selbst in solchen Dingen der Einzelwille entscheidet, steht finanziell auf unsicherem Grunde, denn wenn es einen Punkt ini Staatsleben giebt, Ivo der Einzelne immer unwizscnd und unmächtig ist, so ist es gerade die ökonomische Frage, die sich nicht durch Machtsprüche entscheiden läßt. Und wenn sich eine Regierung als allweise und allmächtige Vorsehung geberdct, die keinen Widerspruch zu hören und keine Kritik zu ertragen hat, dann kann sie sich nicht beklagen, wenn sie auch als Vorsehung behandelt, und für den Landschaden verantwortlich gemacht wird. Zu diesen Umständen kommt noch als schlimmster der alle Lebenssäfte aufzehrende Militarismus, und in seinem Gefolge das allgemeine Gefühl der Unsicherheit, das keine wirth- schaftliche Thätigkeit aufkomnien läßt, und das so lange nicht aufhören wird, als das bestehende System sich nicht ändert. Die Politik der Reaktion, welche heute in Europa herrscht und welche von der menschlichen Solidarität der Völker nichts weiß, welche auf der einen Seite die ideellen Aufgaben, auf der an- dern die ökonomischen Bedingungen des Staates ignorirt, deren Grundlage der nationale Egoismus, deren erstes und letztes Argument die Kanone und deren Steuer die Willkür eines Ein- zelnen ist— eine solche Politik kann nur wie ein Alp auf der ganzen civilisirten Welt liegen und muß schließlich zum Kriege «uer gegen Alle führen. Daß unter solchen Umständen der Pandel stockt, die Werkstätten feiern und der Kredit stirbt, darüber r wundern, die da glauben, die heutige Welt, mit iyren tausendfach verschlungenen Interessen, lasse sich noch durch die Gewalt der Bajonette und durch die Knebelung des freien Worts regieren. u> Was den sittlichen Ruin betrifft, so habe ich einen klassischen Zeugen, namllch den Reichskanzler in Person, welcher seiner kawojen Strafnovelle als Empfehlungsschreiben hie Motivirung mttgad: Die Verwilderung habe in den letzten Jahren so zu- wVt'V?!11'-■" kw alten Strafmittel nicht mehr ausreichen. a«™ euiem Lande, wo eine dotirte Reptilienpresse die ' isentliche Meinung corrumpirt, und der redliche Publizist durch bei(s. z. B.„Leipziger Tageblatt" vom 3. März):„Der All- gemeine Deutsche Arbeiterverein, unter der Führung Röthing's, hat die Wahl des nationalen Candidaten wirksam unterstützt." — Dienstag, den 27. Februar, Nachmittags>,z3 Uhr beschloß der Reichstag fast einstimmig, das Strafverfahren in dem bekannten Kieler Denunzianten-Prozeß gegen Liebknecht für die Dauer der Session aufzuheben; 20 Stunden später, Mittwoch den 28. Februar, Vormittags 10'/- Uhr, langte in der Expedition des„Vorwärts" ein mit dem Stempel des Kieler Kreisgerichts versehenes und an Liebknecht adressirtes Schriftstück an, dessen Inhalt nur vermuthct werden konnte, dessen Annahme aber mit Rücksicht auf den Tags zuvor gefaßten Reichstagsbeschluß verweigert werden mußte.— Wir sind neugierig, was das Kieler Kreisgericht nun thun wird: Jedenfalls hat Liebknecht so viel Respekt vor einem Reichstagsbeschluß und eine so hohe Meinung von der Würde des Hauses, daß er seinen brennenden Wunsch, sich von den Strapazen der Wahlagitation auszuruhen, wenn auch schweren Herzens zurückdrängen und— das Weitere abwarten wird. — Parteigenosse Eisengarten, Redakteur der„Glauchauer Nachrichten", ist wegen Beleidigung der Priester in erster Instanz zu 4>/z Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Erklärung. Ter„Stuttgarter Beobachter" bringt(in Nr. 46 vom 24. Februar und in Nr. 51 vom 2. März) folgende redaktio- nelle Notizen:. „Eine alte Verleumdung. Das„Deutsche Vvlksblatt" vom 27. Februar legt auch einmal wieder die längst widerlegte Liebknecht'sche Verleumdung auf, daß Karl Vogt unter dem Pack gewesen sei, welches aus den Tuilerien Stipendien erbettelt habe, und verräth durch diese heillose Wiederaufwärmung' alten Kohls nur, daß es wirklich zu der Partei der Dunkelmänner gehört, welche mit unauslöschlichem Hasse Den verfolgen, der einst:„Köhlerglauben und Wissen- schaft" geschrieben hat." ,„Carl Bogt und das„Deutsche Volksblatt". Letzteres will den Vorwurf, eine alte längst widerlegte Ver- lcumdung gegen Jenen neu aufgelegt zu haben, energisch zurück- weisen. Dabei begegnet ihm aber das große Mißgeschick, sich hinsichtlich der Behauptung, daß Vogt Geld in den Tuilerien erbettelt habe, auf eine Erklärung von Gustav Rasch zu be- rufen, die in einem ganz bestimmten Ton abgefaßt sein und im „Vorwärts" gestanden haben soll. Die Wahrheit ist ist, daß eine solche Erklärung von Gustav Rasch niemals im„Vorwärts" ge- standen hat, sondern dort im Gegentheil erwähnt ist, daß Rasch die betreffende gegen Vogt erhobene Anklage als eine„platte und nichtswürdige Beschuldigung" bezeichnet habe. Mit solchem Leichtsinn also geht das Volksblatt vor, indem es derartige schwere Beschuldigungen sich zu eigen macht. Wird es sich nun bequemen, sich schuldig zu bekennen, daß es leichtferrtig die alte Liebknechth'che Verleumdung wieder in Curs gesetzt hat?"— Die Ungezogenheit, mich der„Verleumdung" zu beschul- digen, wird nur durch die Unwissenheit und Leichtfertig- keit des Schreibers obiger Notizen übertroffen. Unwissenheit: denn er hat keine Ahnung von dem gegen Vogt vorliegenden Anklage- und Beweismaterial, sonst würde er entweder mit seiner Sympathie für Herrn Vogt zurückhaltender, oder mit dem Epitheton„Pack" sparsamer gewesen sein. Leichtfertigkeit: denn er hat übersehen, daß G. Rasch in lltr. 20 des„Vorwärts" vom 16. Februar(also 14 Tage vor Veröffentlichung der letzten der 2„Beobachter"-Notizen) mit einer nichts zu wünschen übrig lassenden Deutlichkeit erklärt, er habe sich zu seinem Be- dauern überzeugt,„daß die Anklage gegen Carl Vogt, sich an den Verbrecher des 2. Dezember und an seinen nichtsnutzigen Vetter Napoleon Bonaparte �(Jerome) verkauft zu haben, eine gerechte und wohrvcgründcte war." Und wenn die(jetzige) Redaktion des„Beobachter", mit der ich wahrhaftig keinen Streit gesucht habe, sich die Mühe nehmen will, das betreffende Material zu studircn, statt, ohne Kenntniß desselben, blind in den Tag hinein zu poltern, so wird sie zu der nämlichen Uebcrzeugung gelangen. Oder— taut pls pour eile(um so schlimmer für sie). Leipzig, den 4. März 1877. W. Liebknecht. dxn Zeugnißzwang zur Brechung seiner Ehrenpflicht angehalten wird, wie soll da die Sittlichkeit gedeihen? Den verderblichsten Einfluß haben die traurigen Rechtszustände. Unsere Gesetz- gebungen haben es im ganzen nichtfreien Eyropa soweit gebracht, daß selbst ein geschulter und urtheilsfähiger Mann beim Aus- sprechen der Wahrheit nicht mehr weiß, ob er sich in den Schlingen des Gesetzes gefangen hat oder nicht. Kein Rechts- gelehrter von Fach und Beruf vermag mehr zu sagen, was eine Verfolgung nach sich ziehen, was eine Berurtheilung herbeiführen kann, und was nicht. Das erste Gericht spricht einen Beklagten frei von Schuld, und die zweite Instanz sperrt ihn ins Ge- fängniß. Wenn die Richter selber nicht mehr wissen, was recht oder unrecht ist, wie soll der Laie noch erkennen, was er zu thun und zu lassen hat? Es ist ein Beweis des herabgekom- menen Volksbewußtscius, daß nicht Jedermann einen solchen Zustand als eine sittliche Ungeheuerlichkeit empfindet. Müssen solche Zustände nicht eine Rechtsunsichcrheit erzeugen, welche die Grenzen von Recht und Unrecht verwischt, das Rechtsbewußtsein im Volte untergräbt, und die Achtung vor allen staatlichen In- stitutionen, vor allen sozialen Einrichtungen zerstört? Wozu soll denn die Tugend noch frommen, wenn das, was alle anständigen Menschen für recht und billig halten, vom Gesetze gestraft, wenn der edelste Patriot, welcher die höchsten und heiligsten Güter der Nation vcrtheidigt, zu gemeinen Verbrechern in's Spinnhaus geschickt wird? Wie soll da dfi bürgerliche Tüchtigkeit, die erste Bedingung zum Gedeihen des Staats, nicht abnehmen, wo jeder freie Mann das Damoklesschwert eines dehnbaren Gesetzes in seinem Nacken fühlt, das ihn jeden Augenblick zu treffen bereit ist, nicht weil er etwas Strafwürdiges begangen, sondern weil sein Freimuth den Machthabern mißfallen hat? Ist es da ein Wunder, daß allgemeine Klage erschallt über das Sinken der öffentlichen Moral? So schieben im deutschen Reichstag die Parteien eine Verantwortlichkeit für soziale Zustände einander zu, die sie durch ihre Gesetzgebung doch selber verschuldet haben und man könnte diesen Herrn mit einer Parodie der Göthe'scheu Verse zurufen: Wollt ihr immer weiter schweifen? Sehl, das Schlechte liegt so nah! Was den intellektuellen Ruin betrifft, so geht dieser mit dem l sittlichen stets Hand in Hand. Schon der Umstand, daß die alles verschlingend: Kaserne den Anforderungen eines rationellen Unterrichtswesens keine Mittel übrig läßt, wäre kulturschädlich genug, selbst wenn die Abwesenheit der idealen und ethischen Motive im Staatsleben nicht ein allgemeines Verkommen von Charakter und Intelligenz zur Folge haben müßte. So haben Correspondenzen. H'aris, 25. Februar. Hier tritt die Arbeitslosigkeit immer mehr zu Tage, trotzdem sich die radikal- republikanischen Bourgeoisblätter alle Mühe geben, die wahre Sachlage zu ver- tuschen. Hätten wir hier, wie das in Deutschland der Fall ist, Journale, welche die Arbeiterinteressen vertreten, es würde noch so manches Andere bekannt werden, was bekannt gemacht zu werden verdiente. So z. B. hätte sich längst herausgestellt, daß die Arbeitslosigkeit in Lyon schon seit November vergangenen Jahres andauert, während erst jetzt, wo nichts mehr vertuscht werden kann, darüber gesprochen wird. Aber unsere radikal- republikanischen Bourgeoisblätter waren bestrebt, den Glauben an die vortheilhaften ökonomischen Verhältnisse unter der repu- blikanischen Regierungsform so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Benützen doch ohnedies die monarchisch- klerikalen, kurz alle reaktionären Blätter jede Gelegenheit, um den Arbeiter zu überzeugen, daß er in einer Republik nicht besser, am Ende sogar schlechter gestellt ist, als in einer Monarchie. Und nament- lich sind es die bonapartistischen Blätter, welche nicht genug darauf hindeuten können, daß während des zweiten Kaiserreichs jeder Arbeiter„sein Huhn im Topfe" hatte. Wenngleich dieses Manöver von dem aufgeklärten Theil des französischen Arbeiter- standes verachtet wird, so kann es doch nicht fehlen, daß Tausende und Abertausende, die jetzt Roth und Hunger leiden, dadurch angeregt werden, an die Zeiten zurückzudenken, wo sie sich besser befanden als jetzt, namentlich da die bonapartistische Propaganda mit besonderer Nachsicht von der am Ruder sitzenden, dem Namen nach republikanischen Regierungspartei geduldet wird. Also dem Selbsterhaltungstrieb der republikanischen Bourgeoisie haben wir es zu verdanken, daß man mit Besprechung der Nothlage in Frankreich so lange wie möglich zurückgehalten hat. Dann kommt noch hinzu, daß mit Ausnahme der Sozialisten jeder Franzose, er mag einer Partei angehören welcher er will, von der zweifelhaften Tugend der Vaterlandsliebe derarfig beherrscht ist, daß er die gegenwärtigen herzlich schlechten Berhältnisse so lange vertuscht, bis sie ihm über den Kopf gewachsen sind; dann wird aber auch radikal losgeschlagen. Wenigstens ist dieser Weg bis dato immer von dem französischen Volke verfolgt worden.— Doch zurück zu der allgemeinen Arbcitslssigkeit. Nicht allein in Lyon, auch hier in Paris, in Havre, Marseille, ja im ganzen Lande steht es um die Arbeitsverhältnisse schlecht. Die Privat- mildthätigkeit thut zwar vieles, auch haben die Munizipalräthe mehrerer Städte bedeutende Summen votirt, man hält Bälle, giebt Concerte zc. Aber was will das alles besagen, wo es sich um Beseitigung eines allgemeinen Nothstandes handelt? Da sind doch die vor kurzem in Berlin abgehaltenen sieben Volksver- sammlungcn mehr werth. Da ist doch frisch von der Leber weg gesprochen und klargelegt worden, wie vor der Hand zu helfen wäre. Altona. Der letzte Wahlkampf ist hier ausgefochten; wir sind unterlegen. Der Candidat der Misch-Maschpartci, Herr ztarsten erhielt 14,237, während auf Hartmann 12,803 Stimmen fielen. Wie uns mitgetheilt wird und wie auch der„Hamburgische Correspondent" bestätigt, haben in Altona die Wahlvorsteher gegen die Weisung der Regierung gehandelt und die Wahllisten bei der letzten Wahl noch geändert, so daß viele Personen, welche in den Listen standen und die am 10. Januar und 15. Februar gestimmt hatten, zurückgewiesen wurden, weil sie Armenunter- stützung empfangen haben sollen. Ein Fall liegt z. B. folgender- maßen: Der Sohn eines eingetragenen Wählers verunglückte als Lehrling und wurde durch einen Armenarzt behandelt, in Folge dessen wurde der Vater zurückgewiesen. Die hiesigen Parteigenossen werden schon deßhalb einen Protest einreichen, damit im Reichstage obige Frage eine prinzipielle Behandlung erfahre. Oelsenliirchen, 27. Febr. Es ist hier, wie der„Ess. Bz." mitgetheilt wird, die traurige Nachricht verbreitet, daß in letzt- verflossener Woche auf dem Wiehagen im wirklichen Sinne dcs.Wortes ein Arbeiter— Pole— Hungersgestorben ist, eine Frau und 7 Kinder in drückendster Roth hinterlassend. ZLresta», den 28. Februar. Das Resultat der gestrigen Nachwahl zum Reichstage ist, obwohl mir nicht als Sieger hervorgegangen sind, für uns dennoch glänzend ausgefallen. Wir haben an Stimmenzahl gewonnen, während die„Liberalen" verloren haben. Dabei arbeiteten die Gegner wieder mit allen, auch den unmoralischsten Mitteln. Die Majorität verdanken sie wir denn auch auf den letzten internationalen Ausstellungen eine schlechtere Rolle gespielt als je vorher; und unsere emst be- rühmten Lehranstalten sind nur noch Dressirschulen für die Examina des Freiwilligen und des Staatsdieners. Auf den Universitäten herrscht die dumpfe Atmosphäre des Brodstudiums, und eine traurige Mittelmäßigkeit fängt an, auf den Lehrstühlen sich breit zu machen, die früher von Forschern und Denkern ein- genommen wurden. Was schließlich die Freiheitshatze betrifft, so ist dieser mein Prozeß der beste Beweis, wie es mit der freien Meinungs- äußerung in Deutschland bestellt ist. Ein solcher Prozeß ist in einem freien Lande nicht möglich; doch hat man ihm wenigstens ein gesetzliches Mäntelchen umgehängt, wenn auch ein faden- scheiniges. Aber andere Verfolgungen kommen vor, wo sich die Behörde nicht einmal mehr die Mühe des Bemäntelns giebt. Alle Tage werden Versammlungen aufgelöst unter den nichtigsten Vorwänden, im flagrantesten Widerspruch mit den Bestimmungen des Gesetzes, und ohne daß irgendwo Rechtshilfe zu finden wäre. Angesichts solcher Thatsachen kann es nicht geleugnet werden, daß sich ein Theil der Station im Zustand der Rechtslosigkeit befindet. Ist es ein Wunder, wenn da die Sitten verwildern, wo die ausübenden Organe die Gesetze selber nicht achten? Soll ich.noch an die jüngsten Großthaten der Justizgesetzgebung er- innern, an Bestimmungen, die selbst von den Getreuen des preußischen Regiments, in offenem Reichstag, nicht nur als reaktionäre, sondern als unsittliche verdammt wurden? Soll ich an die von der Nation mit Entrüstung aufgenommene Straf- qesetznovelle erinnern, welche ihr Urheber den Wurm nennt, der niemals stirbt? Wenn das keine Verfolgung der Freiheit ge- nannt werden darf, und wenn man in solcher Verfolgung kein System erblicken soll, dann haben die Worte ihre Bedeutung verloren, und selbst die deutsche Sprache und der deutsche Ge- danke sind nur noch Kostgänger des Reptilienfonds!" Wir haben dem nichts hinzuzufügen und erinnern nur an ein Wort Jacob Grimms, eines der Göttinger Sieben, welche ihr A>nt als Professoren niederlegten, als der König von Hannover die Verfassung wieder aufhob. Derselbe sagte ungefähr:„Meine Herren, es ist nicht genug, daß es Leute giebt, die die Wahrheit erkennen, die gut und böse unterscheiden können, sondern � auch muß es solche geben, die ungescheut und ohne äußere Rückficht- nähme ihre Meinung aussprechen und ihre HandlungsweNe darnach einrichten."— Ludwig Pfau ist zu 100 Mark Geldbuß verurtheilt worden. den Doppellisten. Bald am Nachmittage wurden massenhaft Dringlichkeitsdcpeschen versandt, um die Wähler heranzuziehen. Die Liberalen haben also keinen Partei-, sondern nur Stimmvieh- sieg errungen, denn der größte Theil der Herbeigerufenen kümmerte sich wenig um Politik. Ein großer Theil des Klein- bürgcrthums ist geradezu gepreßt worden, für die Liberalen zu stimmen. Man denke sich, ein Kleinbürger, der die Absicht hat, mit uns zu stimmen, wird, che er zur Wahl geht, in den ersten Stunden des Nachmittags mit dem Besuch eines Liberalen be- glückt, für den er dann und wann etwas gearbeitet hat. Der Liberale überreicht dem Kleinbürger eine Tringlichkeitsdepesche. Dieser stellt sich indifferent. Jener spricht ihm zum Herzen im Sinne der Flunkereien der liberalen Presse. Die Frau des Kleinbürgers hört das Gespräch an und bekommt ein Gruseln vor den bösen Sozialdemokraten. Sie bearbeitet nun im Bunde mit dem Liberalen ihre stärkere Ehehälfte, um den Snzialdemo- traten den Sieg streitig machen zu helfen. An einer andern Stelle macht man eine kleine Bestellung, begleicht eine Rechnung oder stellt Arbeit oder auch neue Kundschaft in Aussicht, vergißt aber auch nicht die Tringlichkeitsdepesche an den Mann zu dringen. Wenn dies Alles nichts hilft, droht man mit Eni- ziehung der Kündschaft oder stellt andere für das Geschäft unseres Kleinbürgers ungünstige Chancen in Aussicht. Auf diese und ähnliche Art und Weise sind die Stimmen für die Liberalen er- preßt oder erschlichen worden. Die Arbeiter hingegen werden auf alle mögliche Art und Weise verhindert, ihr Staatsbürger- recht auszuüben. Nicht nur, daß man in größeren Werkstätten, wie z. B. bei der„Rechte Oder-Ufer-Eisenbahn", den Arbeitern keine Zeit gegeben hat, um wählen zu können, drohte man auch den Arbeitern mit Entlassung, falls sie für die Arbeiterkandidaten zu stimmen erklärten. Ein anderer Grund unserer Niederlage ist darin zu suchen, daß die große Arbeitslosigkeit Taufende von Arbeitern so weit entmuthigt hatte, daß sie sich von Fabrikanten und Werkführern beeinflussen ließen und gegen ihre eigene Uebcr- zeugung stimmten. Bei der nächsten Reichstagswahl werden wir hoffentlich trotz der von den Gegnern beliebten Mittel ein für uns siegreiches Resultat erringen. Das Lokal, in tvelchem das Wahlresultat verkündet wurde, war wiederum so zahlreich besucht, daß auch der große Garten von Menschen angefüllt war. Ja selbst auf der Straße wogte eine ungeheure Menschenmasse auf und ab, wodurch unfern Berichterstattern aus den Wahllokalen der Eintritt ungeheuer erschwert wurde, so daß wir erst gegen 9 Uhr das Resultat vollständig zusammenstellen konnten. („Wahrheit".) Stuttgart. Berichtigung. Im Wahlprotestabdruck(Nr. 23) haben sich folgende kleine Fehler eingeschlichen: 1) der Ort heißt Leinfelden, nicht Lcimfelden; 2) der Arbeiter, dem der Stimm- zettel in der Rentenanstalt geöffnet wurde, heißt Haase, nicht Hanse; 3) der Unterzeichner des Protestes heißt Wannewetsch; nicht Wanneroth. Gg. Baßler. IranKfurt, 1. März. Zu dem gestern im Leinwandhaus beedigten Einjährigfrciwilligen- Examen hatten sich 45 junge Leute gemeldet. Im Termin erschienen acht nicht. Von dem Rest bestanden 17, während 29 durchfielen, darunter acht, deren schriftliche Arbeiten so mangelhaft waren, daß sie aar nicht zum mündlichen Examen zugelaffen wurden.— Ein schöner Beitrag zur Bildung der Gebildeten. Hfkaucn i. fj?., 1. März. Das Ergcbniß der Reichstagswahl am 19. Januar" im 23. sächsischen Wahlkreise war bekanntlich: Neißer(soz.) 4923, Meusel(conf.) 4924, Krause(lib.) 4121 Stimmen. Da Stichwahl nothwendig war, wurde dieselbe vom Wahlcommissar sofort nach der Auszählung auf Sonnabend den 27. Januar, ein für die Arbeiter günstiger Tag, festgesetzt. Mehrere Tage später jedoch wurde die Stichwahl auf Freitag den 26. Januar eingeschrieben. Wer mag sagen, um wie viele Stimmen uns schon diese Veränderung gebracht hat?— Nach Bekanntwerden des obigen Resultates war durch den ganzen Wahlkreis das Feldgeschrei allen denkenden und geistig aufge- klärten Freunde der Arbeiterpartei:„Alles aufbieten, um zu siegen!" Man war zu der Annahme berechtigt, die Liberalen und Fortschrittler würden mit den Conservativcn doch nicht so durch Dick und Dünn gehen, wie man hie und da vermuthete, weil sie sich in unseren Bourgcoisblättern heftig bekämpft hatten. Man glaubte, ein Theil derselben würde sich auf unsere Seite schlagen. Da ferner nicht die Hälfte der Wähler sich am Wahl- akte betheiligt hatte, so konnte man hoffen, durch eine rege Agitation unsererseits, namentlich auf den Dörfern, würden noch eine Menge Stimmen für uns erworben werden. Unsere eignen Kräfte reichten jedoch hierzu nicht aus, und es vergingen acht werthvolle Tage, ehe von außen Rednerkrästc ankamen und eine Volksversammlung abgehalten werden konnte. Als nachher Alles so recht in Fluß gebracht war, standen wir vor dem Wahltage und in den meisten Dörfern konnte nur wenig agitirt werden. Inzwischen gelobten die Gegner in unseem Amtsblatte sich gegen- fcitlg die trcuesten Handlangerdienste. Die Liberalen brachten täglich die ekelerregendsten Schmähartikel gegen uns, und in Aufrufen wurden die Conservativcn aufgefordert, gegen die So- zialisten zu stimmen. Jeder wahre Volksfreund war entrüstet über dieses niedrige Treiben, und wir erhielten dadurch Stimmen von Leuten, wo wir's nicht ahnten.— Eine wahrhaft wilde Agitation, gleichviel, ob sie mit dem Gesetz in Einklang stand oder nicht, entfalteten die Gegner am Wahltage selbst. Da wurden den ländlichen Arbeitern die Mcuscl'schen Zettel auf- oktroyirt und unter der Androhung gemeinschaftlich in's Wahl- lokal geführt:„Wenn Ihr Meusel nicht wählt, büßt Ihr die Arbeit ein." In einem Ort gab's Freibier, im andern bekam der Wähler 12 Pf. Da hieß es:„Wenn Ihr Meusel nicht wählt, dann dürft Ihr Eure Hunde nicht ohne Maulkorb mehr herumlaufen laffen und Ihr müßt die schlechten Wege alle sofort bauen." Die Gemeinden haben sich zuvor durch den Vorstand geeinigt, daß Niemand Neißer wähle, und die Wirthe waren häufig nicht zu bewegen, uns einen Saal zur Versammlung zu geben. Da wurde, außer in Plauen und einigen andern Orten, nirgends Einer der Unsrigcn zum Verbleiben an der Wahlurne, am wenigsten zur Stimmenzählung zugelassen. Es würde zu wett führen, den Unfug, der gegen die Wahl unseres Candidaten verübt worden ist, hier wiederzugeben. Auffallend war diesmal die heftige Oppositton, die uns häufig von Schulmeistern gemacht worden ist. Die Opponenten möchten wir aus verschiedenen Gründen noch einnial zu Lehrer Sack in die Schule schicken. Der dunkelste Punkt unseres Wahlkreises war wieder der Amts- bezirk Markneukirchen. Er ergab für Neißer nur 62 und für Meusel 1139 Stimmen. Für diese„rühmliche Ausnahme" wurden aber auch die dortigen Wähler von unserm Amtsblatt tüchtig belobt. Hoffentlich werden ihnen auch noch die Äugen aufgehen. Das Gesammtresultat war Neißer 5599, Mensel 9129 Stimmen. Bor 3 Jahren hatten wir 2929, am 19. Januar 1877 4923, bei der Stichwahl am 26. Januar 5599 Stimmen. Obgleich'wir diesmal noch unterlegen sind, so zeigen doch die vorstehenden Zahlen, daß wir seit orei Jahren große Fortschritte gemacht haben und daß der voigtländische Boden ein günstiger ist für die Sache der wahren Volksfreiheit.(Unermüdlich wollen wir daher weiter ringen und kämpfen und uns strammer organi-I Sonntag, den 11. März, findet in den siren, damit wir in drei Jahren mit unfern voigtländischen Sälen des Gesellschafthauses Brüdern in Greiz und Reichenbach ein gemeinschaftliches Wahl- j siegesfest feiern können. Das Centralwahlcomite des 23. sächs. Wahlkreises. Fr. Forbriger, Hofer Straße 92. Nachtrag. Bezüglich der Errichtung eines Parteilokalblattes ersuche ich die Gesinnungsgenossen des 22. und 23. sächsischen Wahlfteifcs, entweder Herrn Robert Müller in Reichenbach oder mir ihre Entschließung brieflich zukommen zu lassen. D. O. y*-**■■*/»»»♦«arcn ocs vseicuiajafigamco Großes Wahlfest statt. Tasselbe besteht in Jnstrumcntal-Conccrt, Festrede gehalten vom Neichstagsabgeordneten I. Most aus Berlin, deklamatorischen Vorträgen und Gesang von.den Sängern des„Arbellerbildungs- i Vereins. Hierauf Ball.' Gesinnungsgenossen von nah und fern sind hierzu freundlichst ein- "h™(3.130) Das Fcst-Comite.[3,60 geladen. Sonnabend, den 19. März, Abends 8 Uhr, im Gescllschafts- hause: Große Volksversammlung. Tagesordnung: Die Stellung des Kleinbürgers und der Sozialis- mus. Referent Herr Reichstagsabgeordnetcr I. Most au« Berlin. (F. 130) Die Agenten.[0,70 e�AntsvilYVr Allgemeiner deutscher" Töpfervereim~ «VvlUUlUy. Donnerstag, den 8. März, Abends 8'/, Uhr, bei Hrn. Hübner, gr. Rosenstraße 37: Geschlossene Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Schluß-Bestimmung über die neue Fahne. 2. Diskussion über unsere gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse.[80 G. Klaws. Heide(5. schleswig-holsteinischer Wahlkreis). An die Central- wahlkasie sind noch eingegangen: Aus Brunsbüttel durch Walther von Uierstadt 6,00. Aus Lunden von P. Schick 40,00. Aus Heide von Sch. 5,00. Aus Heide von Gramsdorf 2,00. Heinrich Otto. Dresden.(Verein der Sattler und Berufsgenossen.) Hierdurch se� den Mitgliedern zur Kenntniß gebracht, daß sich in Elb er- seld, Gera und Döbeln Mitgliedschaften unseres Vereins constituirt haben. Die neugewählten Beamren. welche vom Borstand bestätigt wurden, sind folgende: in Elberfeld R. R. Türksheim, Vertrauens- mann, Ohlismühleustr. bei Wirth Peter Tyring; Carl Freitag, Kas- sirer, Caristr. 41, Berkehrslokal bei Friedrich Harm, Bachstr. 65. In Gera Wilh. Diekmann, Berttau ensmann; H.Jäger, Kassirer, beim Sattler Mai; Verkehrslokal„Gasthos„Zur goldenen Sonne". In Döbeln, wo die Reiseunlerstützung von jetzt ab schon ausgezahlt wird, ertheilt bis auf Weiteres jede Auskunft Hugo Kretzschmar, beim Sattlermeister Jhle. In Solingen, wohin schon die nölhigcn Utensilien geschickt wurden, kam die Mitgliedschaft nicht zu Stande, da sämmtlichc � dort arbeitenden Collegcn(3— 400) entlassen wurden. Noch vor wenigen bestehend in Conccrt und Ball. Festrede, gesprochen von dem Reichs .---.b.»-».«>■ i.«-».«--F.W.Fritzsche. schäftigung, und jetzt, ganz plötzlich, hieß es, die Arbeit sei zu Ende, Anfang: 8'/- Uhr Abends. und ohne vorherige Kündigung wurden die aus ganz Deuffchland hin- l Karten zu Concert 25 Pf., zum ganzen Fest 75 Pf. sind bei gekommenen Arbeitir entlassen Aber auch dort, wie fast überall, sind H. Rudolph und Boges und in allen Versammlungen zu haben. es die College» selbst, welche sich schädigen. Nach eingeholten Mitlhei-(F161) Das Fcst-Comite.[330 lungen hat man dort fast regelmäßig des Sonntags und Wochentags!, c---- halbe Nächte hindurch gearbeitet. Da ist es freilich kein Wunder, wenn jetzt schon wieder eine Anzahl feiernder Sattler herumziehen. Werden Sonnabend, den 10. März, in den Sälen des Hrn. Nörten: Großes Wahl-Siegesfest dieselben aber nicht bald zur Einsicht kommen? Nach uns aus Hau- nover zugegangenen Miitheilungcn sind auch dort die Zustände sehr traurig. Die Meister erlauben sich dort Uebergriffe gegen Recht und Humanität, wie sie schlimmer nicht zu denken sind. Tie Ursache mag hier vorzüglich die sein, daß nach Hannover mehr Fremde als anders wohin ihr Ziel nehmen, da es an verschiedenen Reiserouten liegt. Ter Vorstand richtet daher im Interesse der dortigen, sowie überhaupt jedes einzelnen College» an Reisende das Ersuchen, Hannover so viel als möglich zu meiden. Außerdem werden noch sämmtliche Vertrauens- männer erinnert, die Resultate d-r Abstimmung, ob, wo und wann die diesjährige Generalversammlung stattfinden soll, baldigst und spä- testcns bis zum 18. März an Unterzeichneten einzusenden. Die Noth- wendigkeit einer Generalversammlung ist in den versandten Briefen klar dargelegt worden und spricht der Borstand den Wunsch aus, daß jeder Einzelne die Mittel und Wege, die er für geeignet hält, unsere Orga- nisation zu kräftigen, zu Anträgen formulirt und rechtzeitig an den Vorstand einsendet, damit sie den übrigen Mitgliedschaften zur Diskussion und Bigutachiung unterbreitet werden können. Ferner ergeht auch an die Collegen solcher Städte, wo noch keine Mitgliedschaften unseres Vereins bestehen, die Ausforderung, zur Beschickung der Generalversamm- lung durch Del-girie. Freunde der Arbeitersache, welche Gelegenheit haben, mit Collegen unjcrcs Berufs zusammenzukommen, werden eben- salls ersucht, dieselben zum Anschluß an den Berein der Sattler und Berussgenossen zii bewegen, rejp. behufs Gründung von Mitgliedschasten sich mit Unterzeichnetem in Verbindung zu setzen. Die Interessen aller Arbeiter, gleichviel welcher Branche sie angehören mögen, sind ja so- lidarisch und kommt zuletzt jede Arbeitervcreinigung auch jedem Einzelnen Arbciter-Berein. Sonntag, 11. März, Nachmittags 3 Uhr, im „Gasthof zum Deutschen Haus": Dritte Stiftungsfeier bestehend in Instrumental- und Vokalconcert, Festrede(gehalten vom Reichstagsabgeordneten W. Blos) und Ball. Freunde und Gönner des Vereins sind hierzu herzlichst eingeladen. Karlen sind von sämmtliche» Mitgliedern des Vereins, sowie Mittwoch, den 7. und Sonnabend, den 10. März im Arbeiterbildungsvercin und Donnerstag, den 8. März in der Sozialisten-Versammlung(Thüringer Hof) zu haben.__ Das Festcomit«-.[360 Abends Donnerstag, den 8. März, „Thüringer Hof", Burgstr. 20: V,S Uhr, im Leipzig. Oeffentliche.Sozialistciiversammlung. Tagesordnung: Sozialpolitische Rundschau, Ref.: Hadlich. Der Agent.[60 rUnfitffif sofort ein tüchtiger Korbmacher auf Gestcllarbeit bei ILllZUUll(26) Hermann Marx, Saarbrücken.[0,60 Alle Diejenigen, welche dem in Offenbach verstorbenen Otto Schütte noch schulden, wollen ihre Schuld binnen 14 Tagen durch Sendung an den Unterzeichneten ordnen', da ich andernfalls auf Grund eines von Schütte erhalienea Austrages die Beträge eintreiben müßte, wodurch Kosten entstehen.(2b] Auch alle Diejenigen, welche bei mir selbst im Rückstände sind, er- suche ich dringend um Ordnung der Beträge. m 70 Braunschweig, März 1877. W. Bracke jr. zu Gute. Hauptsächlich von Breslau, Görlitz, Posen, Danzig, berg u. i.sowie im Süden von Nürnberg Augsburg Karlsruhe. Wichtig für JcdeN Geschäftsmann lt. Hewerbsqeljitftn! Mainz, Darmstadt u. s. w. erwartet der Borstand eine Betheiligung �. Z.• o■...'.. � � � im Kampfe für unsere heiligsten Rechle! Ihr Collegen daselbst könni. m" 4�1 1°'*.C ln etfä)ietl u:'? durch die Exped. es nichi l.ugnen, daß Eure Lage eine unhaltbare, irostlose unv elende des„Borwarte zu beziehen: n t. n r\ ist. Darum schließt Euch, uns an. Beherzigt endlich den Ruf, der schon Rcithgobor für GeWerbtreibende. Sprachlehre �Selds-- so unzählige Male an Euch erging. Ihr seid uns willkommen! /a,....!.„ � T �'!c' � l: Mit collegialiichcm Brudergruß ,tudu",i wr dieicnigen. welche m der Rechtschreibung n, cht fest sind. Otto Hammer, Borsitzender, Trompcterstr. 19, 711. 2) Briefsteller, welcher über 400 Br.efmustcr sur d,e G-werbtreib-n- ____________ den und außerdem alle nur denkbaren Bertrage, Dokumente, Geschäfts- aufsätze, Klagichriften ze. enthält, die bei dem Gewerbstandc vorkommen. Die soziakdcmokratischen Reichstagsabgeordnctcn Werden Es ist dadurch Jedem leicht gemacht, seine schriftlichen Arbeiten nach sich Mittwoch(den 7. ds. Ms.)"Abends 8 Uhr bei Gustavus, diesen Mustern anzufertigen. 3) Buchhaltung. 4) Fremdwörter- Dresdener Straße, in der Nähe der Prinzeustraße, Berlin, zur bnch. 5) Samml... von Gelegenheitsgedichten. 6) Die für Ge- Bcrathuiig eines Arbeiterschutzgesctz-Entwurfs-c. versammeln.- werbtrc.bende w.stensnoth.gftcu Rc,chSgesetze. 7) Notizen über ' a_ �|_'_ Gold-, Silber- u. Papie gcld, mit Wcrthangabe des Geldes aller Staaten. 8) Das neue Maaß- u. GewichtSsystem von Deutschland und allen Staaten der Erde. 9) Bricf-� Packet- und Depeschen- Portotarif.. 10> Statistische Uebersicht aller Länder der Erde. Die zahlreich an uns ergehenden Einladungen zu Volksver- sammlungen u. s. w. veranlassen uns zu. der Erklärung, daß �_______________ i �_________________________ unsere Rcdaktionspflichten, an deren Erfüllung wir durch die fi) Ortsbeschreibung der vorzüglichsten"' Städte von Deu>schwnd."Oest Wahlagitation längere Zeit hindurch vielfach gehindert worden reich, der Schweiz-c. 12) Reiserouten durch Deutschland, Oestreich, sind, uns jede auswärtige Agitation bis auf Weiteres unmöglich die Schweiz je. 13) Der Schuelltechncr beim Ein und Verkauf. machen. W. Hasenclever. W. Liebknecht. 14) Das Rcichsstrafgesetzbuch. 3. verb. Aufl. Pr.: br. 4 M. geb. 4'/, M. „Die Neue Welt." Briefkasten der Redaktion. Anonymus in Leipzig: Es ist unerläßlich, daß Jllustrirtes UttterhaltUNgsblatt. Sie die Anonymität fallen lassen.— W. H. in London: Die Todes- Wöchentlich Ih's Bogen. Preis vierteljährlich Mk. 1.29. anzeige berührt das Partciinteresse zu wenig und ist im Uebrigen auch Zn Heften ü 39 Pfg. viel zu lang gehalten, als daß wir sie anders als in Jnscratenforin tt- Ck�W-rpm/t' iVfitfl Yprn i'tUrtv OA AAA veröffenilichen könnten.— Pf. in Cassel: Die Sonnlagsnummer war-LL« �lUfulijC Uvtt oO�UÜO. fer'ig, als Ihre Correspondcnz eintraf.- G Gl in Schellenberg: Buchhandlung und H'oltanllalt nimmt Aellessungeil an. Der„Vorwärts' bringt Gedichte nur ausnahmswelie, und eine solche Die Leser unserer Partciblätter machen wir darauf ausmerksam Ausnahme können w.r m.t Ihrem Gedicht zu unserm Bedauern nicht �ß zur Einführung der„Neuen Welt" machen.— Wir bitten den Vcrfaster des Stuttgarter Wahlprotcstes" 3''%riiiftriWo um Angabe seiner genauen Adresse.-- I. B. in Plauen: Nr. 37 giebt.„ÄittUsAAlt HlOsptllt Ihnen Auskunft betreffs des ersten Berichtes. Ihren zweiten Bericht gratis versandt werden, welche ein Verzeichniß des Inhalts der ersten haben wir zurückgestellt, da uns noch ein dritter zur Verfügung stand. Nummer von 1877 und Jllusttationsproben enthalten. der Expedition. F. K. u. E. Sch.: Jedes Exemplar Nachliefe- Die Verbreitung der Prospekte in Versammlungen, Vereinen, rung der..Neuen Welt" kostet 10 Pfg. Das Porto auf 3 Nummern Werkstätten, Wirthschasten und Familien wird den Gesinnungsgeno sen kostet 10 Pfg. 1 als bestes Agitationsmittel Quittung. Jrms Philadelphia Schr. 20,00. Kchrthr Hof Ab.> dringend an's Herz gelegt. 17,85. S. Arth Mainz Ab. 49,25, 12,90, Sehe. 1,45. Mhrs Hanau Wir bitten bei Bestellung Zahl des Bedarfs und Ab. 10,40. Mllmr Magdeburg Ab. 3.00. Krchnr Reudnitz Ann. 0,60. Mnn Königswalde Schr/ 2,15. Schmdt Sora» Schr, 9,05. Kchrthr Hof Ab. 10,60. Stpp Geyer Ab. 6,00. Whrht Sulzbach Schr. 3,10. Rhr Mühlhausen Schr. 1,90. Hrbg Würzburg Ab. 2l,00, Schr. 19,25. Lrzn Tondern Schr. 1,55. Fschr Bibcrstein Schr. 4,00. Smmr Mnn- dcnheim Schr. 2,55. Schlr Frohnau Schr. 8,49. Brkhrdt hier Ab. 0,60. Grbnstn Lindenau Ab. 20,70, Schr. 13,88. Ins» hier An. 24,10. Lgs Hannover Ann. 3,00. Rdgr Halle Schr. 0,90. Th. Kll London Ab. 183,60 Psch Hannöver Schr. 10,00. Bttchr Gera Schr. 23,00. Brndt Mittwcida Ab. 12,00. Schnzlr Pest Schr. 9,72. Czrkn Stein- amanger Ab. 1,64. Hrm Elberfeld Schr. 4,00. Mllr Mannheim Ab. 25,00. Schld Straßburg Ab. 8,50. Hffnr Mainz Schr. 17,15. Kls Magdeburg Ab. 150,00. Ptzld Glauchau Schr. 1,00. anzugeben. Plakate zum Aushängen Sammellisten stehen zu Diensten. in genaue Adresse öffentlichen Lokalen und Die Genossenschaftsbuchdruckerei. _ Leipzig, Färberstraße 12/11. Statistische Tafel der sozialistischen Wahlen zum deutsche» Reichstage. Eine genaue Zusammenstellung der Gesammtresultate(sozialistische Ter Parteigenosse Condilvr Hermann Bosnansky aus Breslau, und gegnerische Stimmen) derjenigen Wahlkreise, in welchen bei dem der sich jetzt in Kopenhagen aushallen soll, wird ersucht, seine Adrejsc diesjährigen Wahlgange sozialistische Candidaten aufgestellt waren, » An«t...... unter Einschluß der engeren Wahlen zwischen Sozialisien und Can- didatcn anderer Parteien. Für 29 Pf. zu beziehen vom Berlöger August Geib, Rödings- markt 12 in Hamburg, an den alle Bestellungen zu richten sind. L rantwortlicher Redakteur: W. Hasenclever in Leipzig.' Redaktion und Expedit on Färberstraßc 12/11. in Leipzig. Dcuck und Verlag der GcnoffenschastSbuchdruckerei in Leipzig sofort an A. Matlhcs in Hannover, Neue Sttaße 45 abzugeben, da es sich um sein Zeugniß in einem Prozesse handelt. Wahlfonds. Ein donnerndes Hoch den Wählern Bebel's d. R. Müller 1,00, v. S. hier 1,00, v. R. Gohlis 0.50.