Ersäieiut in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnent entspreis für ganz Teutschland l M. 60 W. Pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten aus den i. und 3. Monat, und aus den Z.Monat bcsondersmngcnomment im ftw.igr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Alienburg auch aus den lten Monat des Quartals h 54 Pfg. Inserate betr. Bcrsammlungen pr. Petitzeile 10 Pf., betr. Prioatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile SO Pf. Vorwärts ZZestttlungtu nehmen an alle Poitanstalten und Buch» Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Rew-Norl: Soz.-demolr. Genossen- schastsbuchdruckerci, 154 Llsrisxe 8tr. Philadelphia: P. Haß, SSO North Zrd Street. I. Boll, 1129 Charlotte Str. Hobolen: F. A. Sorge. ehicago: A.Lansermann, 74 Clzrhonrne»?«. San Franziieo: F. Enz, 41« V'Narrell Street. London: Beuditz, 5 Nassau Street, hliddlesex Hospital. Gentral Grgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 40. Freitag, 6. April. 1877. Alionneilikuts-Einladung. Mt dem 1. April 1877 begann ein neues Quartal, und fordern wir deshalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchent- lich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 1 Mark KV M pro Quartal, 54 �f. pro Monat für ganz Deutschland., Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei wöchentlich dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland, Oesterreich, Helgoland und Luxemburg 3 Mark per Quartal; für die Schweiz, Serbien, Belgien, Seandinavien, Italien, die Niederlande, Großbritannien, Rumänien, Portugal, Frankreich, Spanien, Türkei und Vereinigten Staaten von Amerika 4 Mark; Couvertsendungen innerhalb des deutschen Postgebietes incl. Oesterreich- Ungarn, Luxemburg und Helgoland wöchentl. 3mal 10 Mark pr. Quartal, wöchentl. Imal 4,80 Mark pr. Quartal. Der Abonnements-Betrag ist bei Bestellung einzusenden. In dem Zeitungskatalog steht der„Vorwärts" im Nachtrag XI, unter Nr. 3770», Seite 2. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementspreis mit Bringerlohn) auf 1 Mark 80 Pf. pro Quartal und 60 Pf. pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition d. Bl. Färberstraße 12/ ll, unserem Eolporteur Moritz Ulrich, Süd- straßc 12, in den Filialen: Eigarrenladen des Hrn. Peter Krebs, Ulrichsg. 60, und Sattlerwerkstatt am Königsplatz 7; für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: Vokki- marsdorf, Reudnitz, Meuschönefeld:c.:c. bei Frau Engel, Reudnitz, Täubchenweg 29, 2 Tr.; für Connewitz zc. Hadert, Kurze Str. 10 part.; für Kteinzschochcr und Amgegend bei F. Trost das.; für tzhonverg bei Besch, Hospitalstr. 39/11. dahiar; für Zleurenönitz bei Zschau, 15 I; für chohtis ic. bei A. Hermsdorf, Lindcnthalerstr. 7; für Stötteritz bei E. Grude, An der Papiermühle; für �tagwitz-Lindenau bei Frau Grebenstein, Aurelienstraße 3. Für Aerkin wird auf den„Vorwärts" monatlich für 75 Pf. (frei in's Haus) abonnirt, bei der Expedition der„Berliner Freien Presse", Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8a und Rüben ow, Brunncnstr. 34, im Laden. Die Leipziger Abonnenten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß bei allen Stadtpost-Filialcn sowohl Quartals» als Monatsabonnements angenommen werden. Die Redaktion und Expedition des„Vorwärts". Vorwärts! ii. In Bezug auf die französische Revolution haben verschiedene Geschichtsschreiber die Frage aufgeworfen, ob die Revolution nicht durch eine energische und kluge Politik hätte vermieden werden können. Wenn man unter Revolution den gcwalt- sameu Ausbruch der elementaren Volkskraft, die gewaltsame Niederwerfung der bestehenden Staats- und Gesellschaftseinrich- tungen versteht, dann läßt sich allerdings mit Ja! antworten. Hätte Ludwig der Sechzehnte oder seine Rathgeber der Bewe- gung, welche den dritten Stand, d. h. die ganze Nation mit Ausnahme der paarmal hunderttausend adeligen und geistlichen Privilegirtcn, vollkommen freien Spielraum gelassen und den anschwellenden Wogen ein hinreichend breites Fluthbett geschaffen, so wäre ein gewaltsamer Ausbruch unmöglich gewesen und— die Revolution hätte sich friedlich vollzogen. Versteht man dagegen unter Revolution nicht die zufällige Form, sondern das Wesen und den Inhalt der Umwälzung, so kann jene Frage nur lächerlich erscheinen. Vollziehen mußte sich die Revolution— keine Macht der Erde konnte es hindern; die einzige Wirkung eines gewaltsamen Hinderungsversuchs konnte die sein, daß die elementaren Kräfte sich gewaltsam ihre Bahn öffneten. Ludwig der Sechzehnte und seine Rathgeber haben die„Milde" und die„Strenge" probirt; sie haben resormirt, sie haben rcagirt, sie haben conspirirt— alles mit dem nämlichen Erfolg des abso- luten Nicht ersolgs. Die Reformen wurden zu Waffen in den Händen der Revolutionäre; die Reaktionsmaßregeln wurden es erst recht, und die Eonspirationen richteten mit wahrhaft fatalistischer Re- yelmäßigkeit ihre Spitze gegen die Eonspirateure(Verschwörer). Es ist die alte Geschichte: die menschlichen Entwickelungsgesctze lassen sich weder durch List noch durch Gewalt lahmlegen. Man wuß sie erforschen und ihnen gemäß handeln— das ist das «u»zige Mittel, politisch-sozialen Katastrophen vorzubeugen, und Ludwig der Sechzehnte und seine Rathgeber hatten nicht das brttigeif"'"sche Zeug, dieses einzige Mittel zur Anwendung zu Statt sich an die Spitze der Bewegung zu stellen, statt die Re- it Jj£u- Ie'ten und zu organisiren, trieben sie die schlimmste aller Politiken: Experimentalpolitik— ganz wie unsere heu- thun dies gegenüber der sozialisttschen Bewegung e» hundert Jahren, vollzieht sich eine großartige sozialpolitische Revolution. Und jetzt, wie vor hundert Jahren, zeichnen die leitenden Staatsmänner sich durch ein vollständiges eikeiincii und Nichterkenncn der Zeitbewegung aus. Em fortwährendes Schwanken zwischen Gehnlassen, schwäch- lichen Rcforingelüsten, impotentem Rcpressionsrappel. Am Hose des jungen Ludwig des Sechzehnten konnte die Roth- und Plan- losigkeit nicht ärger sein. Ein gewisienhafter strenger Vergleich würde eher zu Ungunsten der heutigen Staatsmänner aus- fallen. So weit wir dieselben beurtheilen können, müssen wir an die Fortdauer der Experimentalpolitik glauben. Man wird ab- wechselnd(vielleicht ein bischen heftiger als bisher) reformiren und reagiren, und das Resultat wird sein: beschleunigte Des- organisation. Gleich den Franzosen vor der großen Revolution werden wir Sozialisten aus jeder Maßregel unserer Gegner Vorthcil ziehn: Reformen liefern uns Hebelpunkte, um das Alte aus den Angeln zu heben; eine Repressionspolitik verleiht unserer Be- wegung blos um so größere Intensität— liberale Gesetze liefern uns gesetzliche Handhaben, reaktionäre Gesetze stärken uns moralisch, weil sie den Bankrout der herrschenden Staatsmanns- schaft verkünden; und etwaige Eopien der Versailler Ordnungs- Parteipolitik, mit obligatem Satory und Neukaledonien— je nun das gäbe uns Märtyrer, und der alte Satz: Christenblut ist Christensamen, heißt in seiner neuesten Lesart: Sozialisten- blut ist Sozialistensamen. Die komischste Ausgeburt der herrschenden Rath- und Plan- losigkeit ist aber unstreitig die Idee, den Sozialismus durch eine wissenschaftliche Polemik in Flugschriften und Zeitungs- arttkeln tödtcn zu wollen. Die Unglücklichen, die dieses Projekt ausheckten, bekunden dadurch recht drastisch, daß sie von der Natur des Sozialismus nicht die entfernteste Ahnung haben. Sonst mußte ihnen klar sein, daß sie sich aus ein Gebiet wagen, auf welchem der Sozialismus unüberwindlich ist. Von zweien Eins: entweder meinen die Gegner es ernst mit der Wissenschaftlichkeit— gut, dann werden wir sie zum So- zialismus bekehren. Oder sie meinen es nicht ernst mit der Wissenschaftlichkeit— gut, dann proklamiren sie die geistige Impotenz ihres Staats- und Gesellschafts-Systems. In jedem Fall sind wir es, die den Gewinn haben. Kurz— alle Wege führen heutzutage zum Sozialismus, und die thörichten Anstrengungen Derer, welche uns die Wege ver- legen möchten, dienen mir dazu, uns schneller an's Ziel zu bringen. Der Kamps um's Dasein in der Mcnschenwelt. ii. Gehen wir nun zunächst etwas tiefer auf das erste unsrer Naturgesetze ein, das vervollständigte Darwinsche, das Gesetz von der Erhaltung. der Kraft auch im Organismus. Hiernach ist eine hochentwickelte Fortpflanzungsthätigkeit nicht ein Beweis des vollen Gedeihens eines Lebewesens, sondern ein Beweis, daß veränderte Lebensbedingungen ihm die reichliche Ernährung aller Organe außer den Geschlechtsorganen verkümmert haben. Wenn eine einzige Pflanzenart weite Bodenstrecken ganz allein besämt, so beweist dies einen für allseitige Entwickelung der- selben kargen Boden; durch die Verstärkung der Fortpflanzungs- thätigkeit tritt die Wechselwirkung ein, daß sie vielen andern, weniger fruchtbaren Pflanzenarten den Boden, die Luft und das Licht entzieht, daß aber auch für jede der zahlreichen Sämlinge die Nahrung sich mehr vcrthcilt, jeder immer einseitiger die Fortpflanzungskraft ausbildet, bis zuletzt die Nahrung sür alle zu karg wird, und diese Pflanzenart örtlich ausstirbt. So hat der Verfasser die überaus fruchtbare canadische Distel, ein kaum vertilgbares gefürchtetes Acker-Unkraut, auf einem magern Boden sich jahrelang vermehren und dann plötzlich ganz von selbst aus- sterben sehen. Diejenigen Fische, welche eine überaus große Zahl von Eiern reifen, sind alle träge, von schlaffer Bewegungskrast, von sehr geringer Gehirnentwicklung, also dumm und nicht fähig, ihren Feinden zu entgehen; die Verkümmerung der Be- wegungs- und Gehirnorgane hat die vorhandene Kraft auf das Geschlechtswesen übertragen, und die Verkümmerung selbst ist Folge veränderter Lebensbedingungen, unter welchen vielleicht die Nahrung ohne Kämpf und Anstrengung gegeben war. Nadel- holzbäume übertreffen, mit Ausnahme der Birke, alles Laubholz in Ausdauer auf dem ungünstigsten Boden, besonders der Polar- und Hochgebirgsgegenden; sie sind in Wurzeln und Blättern, Blüthenpracht und Zellengewebe des Holzes auf's Aeußerste ver- kümmert, sind aber dabei die fruchtbarsten, fortpflanzungsfähigsten aller Waldbäume. Und wenn die meisten Thiere der Gleicher- gegend bei der überreichen Nahrung nur ein Junges auf ein- mal, und selten mehrmals im Jahre werfen, ist es aus einer andern Ursache, als weil die Zeugungsfähigkeit verkümmert unter dem Nahrungsüberfluß? Die Nutzanwendung unsers Naturgesetzes auf den Menschen ergiebt sich leicht und löst uns eine Anzahl von Räthseln. Die dunkelste Rasse, die ursprüngliche, die heiße Zone bevölkernde, hat nie massenhaft nach den mehr gemäßigten Erdgürteln sich ergossen, ist nie erobernd und weitersiedelnd aufgetteten, weil sie gewöhnlich Nahrungsüberfluß und keine Uebervölkerung hatte; sie hat nur spärliche Auswanderung aufzuweisen, veranlaßt durch vorübergehenden Nahrungsmangel. Die zahlreichste aller Rassen, die gelbe oder mongolische, zeigt bei den frühsten Volkszählungen in China, welche geschichtlich überliefert sind, vor etwa 3000 Jahren, nur eine mäßige'Bevölkerung; erst seit etwa 300 Jahren ist sie auf überraschende Weise gewachsen, ganz im Verhältniß wie die Ernährung weniger üppig, die nothgedrungene Mäßigkeit größer wurde. Nicht über 2000 Jahre hinauf reichen die Berichte von jenen ungeheuren Mongolenschwärmen, welche erobernd und zer- störend westwärts drangen; denn erst seit jener Zeit nahm in- folge der Bodenhebung des ganzen Asiens die Nahrungsmenge dieser Hirtenvölker allmählig ab, die Uebervölkerung trat ein und wurde zur massenhaften Auswanderung gedrängt, welche die arischen Völker fast ganz nach Europa zusammenzwängte. Arabien hätte weder vor 3000 Jahren solche Erobererschwärme aussenden können, wie die waren, mit welchen die Kalifen den halben danials bekannten Erdkreis eroberten und moslemisch machten; noch könnte es dies heute. Die Bodenhebung und Ausdörrung des Landes hatte um Muhamed's Zeit Uebervöl- kerung erzeugt. Die fortschreitende Wüstenbildung sowohl Arabiens als der Mongolei hat endlich der Uebervölkerung durch Nahrungs- mangel einen Damm gesetzt. Eine eben solche ausgedehnte Bodenhebung hat alles Land in Nordamerika betroffen, welches zwischen den Felsengebirgen und der Sierra Nevada liegt, und wir können nunmehr die Zeit ziemlich genau berechnen, wann diese Erhebung begonnen haben mag. Denn von hier aus kamen nach allen Denkmälern und Traditionen die Azteken, welche, als sie um 1300 n. Chr. das dichtbevölkerte Mexiko er- oberten, Hunderttausende von Kriegern gezählt haben müssen. Wenige Jahrhunderte allmähliger Wüstenbildung müssen genügt haben, eine Uebervölkerung zu erzeugen, welche so große Heere lieferte, und zwar auf einer Strecke, so groß wie Deutschland und Oestteich zusammengenommen, aus welcher heutzutage noch nicht 100,000 Menschen leben könnten. Die dortige Indianer- bevölkerung nimmt jetzt nur noch ab, weil die Trockenheit zu- nimmt. Umgekehrt haben wir in Ungarn, wo Ueberfluß an Nahrung herrscht, eine ganz langsame Bevölkerungszunahme, welche durch nichts so genügend erklärlich wird, als durch eben diesen Ueberfluß; und gerade dort ist der ärmste Landestheil, die Slovakei, am dichtesten bevölkert. Der Kampf um's Dasein spielt also schon in der alten und ältesten Geschichte, da der Mensch dem Thiere noch am meisten ähnelte, nur eine eingeschränkte Rolle— er wirkt nur vorüber- gehend und stoßweise. Es tritt schon frühzeitig ein dem Menschen allein eigenes, unser zweites Entwicklungsgesetz in Mitthätigkeit. Der Mensch fühlt immer selbstbewußter seine Erhabenheit über die Thier- und Pflanzenwelt und sucht sich immer stärker über sie zu erheben, zunächst durch Zähmung der Thiere und Pflanzen, durch Hirtenleben und Ackerbau, später durch eigne planmäßige Rassenveredlung und Benutzung der Niedern Nassen als Mittel zu seinen eignen Zwecken. Mit diesen beiden Forts chrittsstufen ersteigt zugleich die Sprache die beiden höheren Stufen, welche die in der„Neuen Welt" erschienenen Artikel„Zur Ur- geschichte" bei den Mongolen und Weißen gekennzeichnet haben.(Ja, es durfte dort die Vermuthung aufgestellt werden, daß schon die ersten Affenmenschen ihre Vorfahrenschaft, die Menschenaffenart, welcher sie entsprungen, ausgerottet haben, um nicht an ihre Abstammung erinnert zu werden.) Das be- gonnene Denken muß schon ziemlich fortgeschritten sein, wenn Speiseauswahl, Gattenwahl, Turnübungen für Leib und Geist allgemeines Gesetz werden können. Der Kampf um's Dasein ist also schon hier, vor aller Geschichtsschreibung, zugleich ein Kampf um die Beherrschung und Veredlung der Natur geworden. Allerdings sind die besonderen Vorzüge des Stanimclternpaares der weißen Rasse(oder der verschiedenen Paare), welche sich nachher durch künstliche Zuchtwahl häuften und den neuen Rassen-Charakter zuwege brachten, als zufällig erworben anzusehen. Aber es findet schwerlich dabei ein Kampf um's Dasein mit andern Menschenrassen statt; die neue Rasse konnte sich nur befestigen, wenn sie ein für andere schwer an- greifbares Gebiet lange Zeit behauptete(und sie hat es bis heut- zutage behauptet). Bei der Auswanderung, welche nur aus Uebervölkerung, hervorgehen konnte, und mehrere Jahrtausende pch immer wiederholte, erscheint jede neue Mann- schaft lebenskräftiger, die Rassenveredlung muß also unausgesetzt fortbettieben worden sein. Jedes neue Volk, das aus der Wiege hervorbrach, erscheint mehr von seinem Selbstbewußtsein erfüllt, Herrscher über die Erde werden zu müssen, weil es allen andern überlegen ist. Trotzdem sind diese Auswandererschaaren schwach an Zahl, müssen lange Jahrhunderte hindurch mit Mongolen- Übermacht und mit schon ausgebreiteten nächstverwandten Völkern um ein Plätzchen kämpfen, und gerade die letzausgewanderten werden dadurch am weitesten westwärts gedrängt und erstarken durch diesen Kampf am meisten, weil sie mit immer mächtigern Reichen und einer immer kargeren Natur kämpfen müssen. Es tritt die Wechselwirkung ein, daß stufenweise mit der Aufgabe die Kraft wächst, und die stets wachsende Kraft sich kühnere Aufgaben zutraut. So wird allmählig Mann für Mann ein Held und ein Denker; der Freihcitsgeist verkörpert sich in ganzen Völkern; das Weib wird dem Manne gleichgeachtet und erzogen; die Arbeit adelt, und die Sklaverei verschwindet; kein Einzelner mehr beherrscht durch Vorzüge der Geburt eine Menschenherde; Jeder steht Jedem gleich und verläßt sich nur auf sich selbst. In dieser Verfassung lernen wir die germanischen Völker bei ihrem Erscheinen m der Geschichte und im ganzen ersten Jabr- tausend unsrer Bekanntschaft mit ihnen kennen. Es ist also die Roth nur dann ein treibendes Entwicklungs- mittel, wenn sie eben noch überwunden werden kann, wenn der Versuch, Mit Anstrengung aller Kräfte sie zu besiegen, nicht aus- sichtslos ist, weil ein genügender Kraftvorrath vorhanden ist und nur entwickelt zu werden braucht. Der Fortschritt steht ebensowohl still, wo die Roth aufhört, als wo sie für die Kraft- quelle zu groß wird— die Wechselwirkung hört auf. Deshalb kehren zwei Erscheinungen in der Geschichte so oft wieder: die mit Stillstand auf errungener Fortschrittsstufe wachsende Abnahme der Fortschrittskraft bei allen Völkern und Volksklassen, welche die Arbeit von sich auf niedere Bevölkerungen oder Klassen ab- wälzen können, und das stete Mißlingen aller Aufstände unter- � drückter Klassen, unter welchen keine Denkbildung verbreitet war. Dagegen ist das Gelingen eines stufenweisen Emporstrebens einer arbeitenden Klasse— aus Sklaverei zur bloßen Hörigkeit, aus Hörigkeit zur persönlichen Freiheit des Lohnarbeiters und von hier aus zur allseitigen Freiheit— an sich ein Beweis, daß die Denkbildung sich verallgemeinert und dieser Klasse volle Menschen- rechte und stete Vervollkommnung verbürgt. Denn daß die Denkbildung als Fortschrittsmittel mächtiger ist, als die Kenntniß von Thatsachen in auch noch so großer Fülle, das wird gerade durch die Geschichte bewiesen. In China und Japan, wo schon in vorgeschichtlicher Zeit, und wahrscheinlich früher als irgendwo, ein ausgiebiger Ackerbau Nahrung und Muße genug ließ, um Erfindungen vieler Art zu machen, also ein größeres Wissen zu verbreiten, und eine wohl mehrtausend- jährige Sicherheit vor äußern Feinden keine Roth aufkommen ließ, konnte die Denkthätigkeit nur ausnahmsweise sich entwickeln. Die Folge war übermäßige Ehrfurcht vor den Leistungen der Vorfahren, der Glaube an deren Unübertrefflichkeit und ein solches Erlahmen des Denkens, daß sogar die höchst unvollkommene Sprache sich nicht weiter ausbildete, also wechselwirkend das weitere Denken erschwerte. Das reiche vorhandene Wissen und fleißige, geschickte Können entwickelte sich deshalb nie zur Wissenschaft und Kunst, die Civilisation nie zur Kultur, die ein- mal erlangte Bewältigung der Natur nie zur wachsenden Frei- heit von ihr. Das übermäßig ausgebildete Gedächtniß verküm- merte die Vernunft. Auf dem Gegenpol haben wir die alten Hellenen, welche unter einem schönen Himmel und auf einem allseitig anregenden Boden, der aber einen Nahrungsüberfluß nie aufkommen, dagegen aber stete Gefahr vor äußeren Feinden bestehen ließ, von allen civilisirten Völkern lernten, deren todtcs Wissen und Können durch eignes Denken zur wirklichen Wissen- schaft und Kunst verschmolzen, läuterten und befruchteten und dadurch zuerst das Menschenthum erfanden und wenigstens jeden Bürger auf die höchste damals erreichbare Stufe erhoben. Die alten weißen Aegypter und ihre nächsten Nachbarn, die Araber, bieten eine eben solche Parallele. Jene mit ihrem reichen Wissensschatz, aber einem Denken, das nur im Geheimen von wenigen Auserwählten gepflegt werden durfte, weil selten die Roth dazu drängte, die Bolkskraft wachzurufen, sind früh- zeitig vertilgt, und ihr Wissen ist von ihnen selbst nicht zur Wissenschaft, ihr Können nicht zur wahren Kunst entfaltet worden; diese, von wachsender Roth zur Eroberung vieler Länder ge- trieben, lernen von allen und bilden in Spanien und Mesopo- tamien die Wissenschaft und Kunst der allen Welt zu neuem Leben fort, schaffen Kultur und hören damit erst auf, als sie wieder in die Wüsten verdrängt werden. Was bedarf es aber weitern Beweises für unfern Satz als die Thatsache, daß die Jesuiten aller Zeiten ihre Zöglinge mit Wissen überfüttert haben, um das selbstständige Denken nicht aufkommen zu lassen? An dem Unglück der germanischen Völker, welches sie seit Eroberung des Römerreichs verfolgt, ist hauptsächlich das schuld, daß sie mit einer ausgearteten Kultur, mit der römisch-griechisch- christlichen, welche das Denken verpönte, in Berührung kamen und, bei ihrer großen Lernbegier und Ehrfurcht vor Kultur, lange Zeit das eigne Denken verlernten. Sozialpolitische Uebersicht. — Zur Briefstieberei. In der(zu München erschei- nenden)„Süddeutschen Presse" war vor einigen Tagen zu lesen: „Sur Affaire Ratzinger*) verlautet, daß der Redakteur des „Volksfreund", Herr Weltpriester Jinat, dieser Tage in Rosen- heim gewesen ist, und daß das Ergebniß des Besuches in einem an die Adresse des Dr. Ratzinger gerichteten, ziemlich energischen Briefe bestand. Hinsichtlich der Beurtheilung des Falles muß mau natürlich die weiteren Instanzen abwarten." Hierzu be- merkt der„Volksfreund":„Wir waren allerdings in Rosenheim und gaben auf der dortigen Bahnpost einen eigen geschriebenen Brief an die Adresse des Dr. Ratzinger ab, der ziemlich energisch war, insofern er offen aussprach, daß kein Parteigenosse sich auf den Standpunkt des königlichen Landgerichts in Tölz stelle und in seinem Wahltreis nach wie vor das vollste Vertrauen auf ihn herrsche. Wissen möchten wir dagegen, ob königliche Post- beamte den Beruf haben, für liberale Blätter Spionir- dienste zu leisten, und darum werden wir uns beschwerend an das königliche Oberpostamt wenden. Es ist nicht viel, wenn wir erwarten, daß Herr v. Pfretzschner für die Wahrung des Amts- geheimnisses auch dann eintritt, wenn es Katholiken zu Gute komint."— Es ist nicht viel, was der„Bolksfreund" erwartet, aber doch vermuthlich zu viel. *) Der dem Centrum angehörige Reichstagsabgeordnete Ratzinger wird von kulturkämpferischer Seite— ob mit Recht oder Unrecht, das wissen wir nicht— eines unsittlichen Attentats auf eine Kellnerin be- schuldigt. N. d. V. — Die Feier des Kaisergeburtstags in Mainz ist durch eine förmliche Schlacht beschlossen worden, die sich die „Stützen" der heutigen Ordnung unter einander lieferten. Es waren Hessen und Preußen, die ihre brüderliche Zuneigung durch Anwendung von Säbel und Bajonnet bethätigten. Der Skandal brach, wie das gewöhnlich der Fall zu sein pflegt, auf einem Tanzsaal aus, pflanzte sich dann auf die Straße fort und endete damit, daß 20—25 Soldaten mehr oder weniger erheb- lichc Verletzungen davongetragen haben. Da sich das„mili- tärischc Schauspiel" am andern Tage wiederholte, sah sich der Festungscommandant genöthigt, sämmtliche Mannschaften in den Kasernen zu consigniren. Mau sieht, mit der deutschen Einheit und Einigkeit hat es noch seine guten Wege! — Der Hungertyphus breitet sich immer mehr aus. Man nennt ihn aber Flecktyphus— das klingt nicht so schlimm. Selbst die Reptilienblätter können das Uebel nicht mehr weg- läugnen. So schreibt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „Die Flecktyphus-Epidemie in Oberschlesien nimmt, wie aus den jüngsten Veröffentlichungen des Reichs-Gesundheitsamtes sowie aus übereinstimmenden Mittheilunaen der schlesischen Lokal- presse hervorgeht, eine noch immer zunehmende Verbreitung und Heftigkeit an. In Beuthen sind laut Mittbeilung des„Schweid- nitzer Tageblatt" vom 22. d. M. beide Bürgermeister an der Seuche erkrankt und der Beigeordnete bereits gestorben!, so daß die Stadt durch einen Rcgierungscoinmissar verwaltet werden muß. Im Kreise Pleß hat der königliche Landrath zur Bildung eines Nothstandscomitös eingeladen, um die erforderlichen> Geld- mittel zur Linderung des durch die Typhus-Epidemie im Kreise hervorgerufenen Nothstandes(als ob nicht umgekehrt die Typhus- Epidemie erst eine Folge des Nothstandes wäre) aufzubringen. In ärztlichen Kreisen wird vielfach der Wunsch geäußert, daß eine sachverständige Enquete veranstaltet werden möge, um die noch nicht hinreichend ergründeten Ursachen aufzuklären, welche jenen äußersten Grenzwinkel Deutschlands seit Jahrzehnten zum wiederholten Ausbruchspunkte einer verheerenden Seuche machen, deren Auftreten im ganzen übrigen Deutschland nur sehr aus- nahmsweise und sporadisch beobachtet wird." Die„Norddeutsche Allgemeine", die hier den grauenhaftesten Nothstand zugeben muß, zetert bekanntlich mit am Lautesten gegen die Partei, welche für gründliche Abhilfe des Nothstandes wirkt! — Wie man Krawalle macht. Donnerstag den 29. März wurde den Arbeitern des Maurermeisters Claus Et. in Braunschweig plötzlich eröffnet, daß sie vom nächsten Tage an für denselben Lohn elf Stunden statt der bisherigen zehn zu ar- beiten hätten; wer dieses nicht wolle, sei sofort entlassen. Unter den Arbeitern war schon einige Zeit vorher die Nachricht vcr- breitet, daß diese Maßregel von Ostern ab allgemein von den Meistern beabsichtigt sei. Wie leicht erklärlich erregte diese Nach- richt allgemeinen Ällarm unter der gesammtcn Arbeiterschaft; der größte Theil der Arbeiter legte die Arbeit nieder. Am Mittag des 28. sammelten sich am Bauplatz mehrere Ar- beiter, um die trotz der härteren Bedingungen fortarbcitenden Collegen zur Einstellung der Arbeit zu bewegen.„Herr Claus II., so berichtet der„Braunschweiger Volksfreund", dem wir nun wörtlich folgen, requirirte darauf polizeiliche Hilfe. Als gegen Abend 6 Uhr auf dem Bau der Winkelmann'schen Instrumenten- fabrik die Arbeiter Feierabend machten, blieben diese dort ver- sammelt, um ihre Collegen zu erwarten. Es bildete sich hierauf ein Auflauf von mehreren hundert Personen, und waren es gerade die Frauen, welche am lautesten ihrem Unwillen Aus- druck gaben. Die Polizei schritt ein, ohne auf Widerstand zu stoßen. Zwei Personen, darunter ein junger Bursche, der mit dem Baugewerk in gar keiner Verbindung steht(über die Person des Anderen haben wir noch nichts erfahren), wurden nach dem Polizeiamt sistirt und dort entlassen. Die Aufregung über das Vorgehen des Maurermeisters Claus wurde noch da- durch gesteigert, daß er selbst, im Waisenhaus erzogen, es schnell zu Vermögen und Wohlstand gebracht hat, und es ihm deshalb besonders verargt wird, daß er gerade zuerst mit solcher Maß- regel voranging. „Das Vorgehen des Maurermeisters Claus II. wird vom (Braunschweiger)„Tageblatt" noch als ein Akt der Humanität hingestellt. Nur um den Lohn nicht herabsetzen zu brauchen, habe er die Arbeitszeit erhöht! Die Conkurrenz im Baufach sei so enorm, daß dadurch im Allgemeinen die Preise für Bau- arbeiter herabgedrückt würden. „Das ist eine nette Logik! Als ob die Verlängerung der Arbeitszeit nicht gerade noch die Conkurrenz erhöht, da sie die Zahl der arbeitslosen Arbeiter noch vermehrt. Hieraus erklärt sich die Auflegung der Arbeiter." Arbeiterverhältnisse in dem reconstitnirteu Süden. (Schluß.) So der Erguß eines tonangebenden Blattes im Süden, des bedeutendsten in den Golfstaaten, über die hiesigen Zustände. Mit dürren Worten wird hier darauf hingewiesen, wie den ruinirten Sklavenbaronen nur durch Einführung billiger Ar- beitskraft das Vermögen gesichert werden kann. Das Lob des „frugalen und sich einschränkenden" Arbeiters steht diesem Sklaven- organ trefflich an, das, nebenbei erwähnt, seine Gesinnung noch stets feilgeboten hat. Im Uebrigen bezeichnet der Artikel genau die Anschauungen der hier machthabenden Klasse, die freilich trotz ihrer angeblichen„»marine»»"(Geriebenheit, Pfiffigkeit) das Eine nicht zu wissen scheint, daß, wenn der chinesische Arbeiter erst einmal hier ist, der Conkurrenzkampf sich bald zu Gunsten John Chinaman's*) enffcheiden wird, mancher Kapitalist dann aber das Loos seiner Collegen in Californien zu theilen haben wird, was uns allerdings gleich bliebe, wenn der Arbeiter bei diesem Prozeß nicht ebenfalls verkommen müßte— der ehemals auch der Chinesen- Emigration zujauchzte, heute dieselbe aber unter allen Umständen verboten haben möchte(s. die Anti- Kulibewegung in Californien). �, Es ist wahr, der Süden besitzt unermeßliche Hilfsquellen und bei einer rationellen Bebauung des Landes könnten weit mehr Pro- dukte erzeugt werden; von welchem Theil der Union könnte aber nicht das Gleiche behauptet werden? Was nützen alle natür- lichen Hilfsquellen den Menschen, wenn ihre Nutzbarmachung menschliche Arbeitskraft erfordert, diese aber nicht vorhanden ist? Hier aber ist sie vorhanden, und wenn der Herr Kapitalist kein Vielflaß wäre, so würden Millionen Menschen in allen Theilen des Landes beschäftigt werden können, statt daß sie jetzt in den großen Städten verkommen und die Zahl der„Paupers"(der Hilflosarmen) erheblich vermehren. Das Gewimmer der Bour- geoisiepresse von„nichtgenügender Arbeitskraft" ist deshalb eitel *) Collektiv- Spitzname der Chinesen, wie Michel der Deutschen, John Bull der Engländer u. s. w.; ausgesprochen wird's: Dschonn Tscheinämänn— Hans Chinamann. Man sieht, der Krawall war ein durchaus unvorbereiteter, und ausschließlich durch die Arbeitgeber provozirt. Vollkommen Recht hat der„Braunschweiger Volksfreund", wenn er hinzu- fügt, daß der„Auflauf" nur möglich war, weil leider die meisten Arbeiter noch nicht zum Sozialismus gelangt sind. Sie würden sonst einsehen, daß sie nur durch Einigkeit ihre Angelegenheiten fördern können, ein einmaliger Zusammenlauf aber immer noch i keine Einigkeit bedeutet. Die Arbeiter bewirken dadurch nichts anderes, als daß sich Einzelne in's Unglück stürzen und der Po- I lizei und Staatsanwaltschaft gute Arbeit schaffen. Wenn solche Krawalle friedlich verlaufen, so ist es dem Einfluß der sozia-! listischen Arbeiter zu verdanken, welche das Nutzlose und Zweck-! lose derselben einsehen. Ohne die Arbeiter zu verdammen, welche durch das Vorgehen der Arbeitgeber zu Tumulten getrieben werden, haben wir als Sozialisten, gerade weil wir Revolu- tiouäre sind, das größte Interesse, solche Tumulte zu verhüten und, wo sie vorkommen, nach Kräften zu verhindern, daß sie einen ernsthaften Charakter annehmen. Durch Putsche wird blos den Feinden des unterdrückten Volks in die Hände gearbeitet. Die soziale Revolution(erschrecken Sie nicht, Herr Staatsan-; malt! Heugabeln und Petroleum gehören nicht dazu!) ist nicht■ eine Frage des Willens, sondern� eine Frage der Macht, der Organisation. Die kindlichen Schwärmer(s. das„Bulletin" der Jurassier) die uns deutsche Sozialisten, weil wir nicht| putschen wollen, als Philister verurtheilen, und die da meinen,! man brauche nur bei einer beliebigen Gelegenheit an einem be- liebigen Ort ein rothes Läppchen aus der Tasche zu ziehen und „die soziale Revolution" zu proklamiren, mögen sehr gute j Menschen sein, sind aber unzweifelhaft sehr schlechte(Revolu- tisns-) Musikanten, die höchstens auf den Beifall der Herren! Äesellschaftsretter von Profession zu rechnen haben. Seit Bileams! Zeiten haben die Mauern der Zwingburgen nicht mehr die Eigenschaft, von der Musik lang- oder kurzohriger Schreier zu- j sammenzustürzen. — Die Lcbensmittelverfälschung nimmt mit der stei-; gendcn Conkurrenz und der Entwickelung des Kapitalismus immer bedrohlichere Dimensionen an. Bei Gelegenheit der Berathung eines Postens im Reichshaushaltsetat für das„Gesundheits-! amt" kamen erbauliche Dinge an's Licht. Und jeder Tag bringt j neue„Enthüllungen". In den„Neuen Hessischen Volksblättern"! vom 29. März findet sich z. B. folgende Notiz:„Darmstadt, 28. März. Das hiesige Polizeiamt sah sich veranlaßt, in jüngster! Zeit in hiesigen Spezerei- und Colonialwaarenhandlungen eine j größere Anzahl Proben der daselbst feilgebotenen Gewürze er- heben und auf ihre Bestandtheile chemisch prüfen zu lassen. Es hat sich hierbei ergeben, daß 46 Prozent derselben! (also beinahe die Hälfte) mit mineralischen Substan- zen, sowie mit organischen Einmengungen zum Theil! in bedeutendem Maße vermischt waren und fanden sich! Zusätze von Schwarzmehl, Hülsenfrüchten und deren Schalen, Quarzstückchen und Stärkemehl; in zahlreichen Fällen blieb bei der Untersuchung Eisenoxyd(Ocker) als Hauptbestandtheil zurück. Das Polizeiamt beabsichtigt die Lebensmittel-Controle hiernach mit aller Energie fortzuführen und für die Folge gerichtliche Strafe zu erwirken. Das Publikum möge aber, nach obigen Ermittelungen, genau im Auge behalten, aus welchen Geschäften es seine betreffenden Maaren bezieht."— Leider können wir uns, aus den flüher schon dargelegten Gründen, von Polizei- maßregeln nicht viel Gutes versprechen. Das Uebel liegt zu tief; es liegt an der Wurzel der heutigen Gesellschaft und kann nur mit dieser beseitigt werden. — Zum Rückgang der schweizerischen Uhreniudustrie. Tie„Amerikanische Schweizer- Zeitung" hält die von HcrrUz Favre- Perret angegebenen Ursachen des Niedergangs der schweizerischen Uhrenindustrie(S. Feuilleton des„Vorwärts" Nr. 26 u. 27) nicht für eine erschöpfende Erklärung, sonder»! «will es rundweg aussprechen,„daß die Krisis von den Uhren-! fabrikanten selbst heraufbeschworen wurde durch ihre! Engherzigkeit und ihren Eigennutz dem Arbeiter ge- gen über. Nicht allein die Thatsache, daß man in der Schweiz über 100 Personen braucht, um eine Uhr zu verferiigen, wäh- rend dieselbe Arbeit in Amerika mit der Maschine verrichtet wird; nicht allein das Ergebniß, daß auf einen Schweizer Uhren arbeiter blos 40 Uhren per Jahr kommen, während der ameri- kanische Arbeiter 150 per Jahr produzirt: auch nicht das Faktuw,! daß die Maschinen-Uhr besser ist als die gleiche Sorte Uhr vo» der Hand gearbeitet, nein; sondern auch die Unklugheit der Herren Schweizer Uhrenfabrikanten, sich die beste» ihrer Arbeiter von Amerikanern wegnehmen zu lasse»,! !um sich ja ein paar Franken Lohnerhöhung zu erspa»( Wind; sie weiß sehr gut, daß Arbeit in Hülle und Fülle da ist, trotzdem aber Tausende ohne das Nothwendigste ein flcudenloses und erbärmliches Leben führen. Ein Zeichen der Zeit ist es aber, daß die Chinesen-Jmpor- tation auf der Tagesordnung steht, ungeachtet der nachtheiligen Wirkungen, die dieselbe für den amerikanischen Arbcitsmarkt mit sich bringen muß. Unter den, dem Schreiber dieses zu Gesicht gekommenen englischen Blättern befindet sich denn auch nur eines, ivelches sich gegen die vorgeschlagene Jmportation ausspricht und die richtige Bemerkung hinzufügt: auch der Neger könne gebildet werden; die Unionsregierung müsse vor allen Dingen an die Besserstellung der einheimischen Arbeiter denken, ehe man der unbedachtsamen Jmportation von Chinesen das Wort redet. Solche Worte aber verhallen wie die Stimme des Predigers in der Wüste, und erst dann wird man den Schaden einsehen, wenn . nicht mehr zu helfen ist. Es liegt uns gewiß fern, dem Chinesen als Arbeiter gegen- ' überzutreten, wenn seine Existenz in Frage kommt; wenn er aber durch seine Bedürfnißlosigkeit dem weißen und schwarzen Arbeiter in der Conkurrenz den Arbeitsmarkt thatsächlich ver- schließt, so ist es Pflicht aller denkenden Arbeiter, jede Rücksicht ! fallen zu lassen und in dem Chinesen ein brauchbares Werkzeug in den Händen der Kapitalisten zu bekämpfen, da es sich einfach darum handelt, ob Derjenige, welcher noch einigermaßen Mensch- ! lichkeitsgefübl und Selbstachtung besitzt, seine Existenzflage auf ! das Spiel setzen soll, oder ob der durch Jahrhunderte währende ! Finsterherrschaft an Geist und Körper gebrochene Chinese eine ! neue Stütze für die herrschende Klasse abgeben soll. Leider gicbt es hier noch eine Masse Arbeiter, welche aus Haß gegen den Neger die Pläne der Kapitalisten unterstützen und damit ihre eigenen Interessen schädigen. Eine totale Un- kenntniß über das Wesen der heutigen Gesellschaft sowie über den wahren Charakter des Geldprotzenthums ist allgemein, des- halb nirgends ein bewußtes Handeln, kein solidarisches Zusam- menwirken, kein systematischer Kampf um die gemeinschaftlichen Interessen. ! Diese Thatsache bestätigte sich kürzlich aufs Neue in einem vondenLongshoremen(Werftarbeitern)inCharleston(Süd-Carolina) versuchten Strike, der, abgesehen von einigen blutigen Köpfen, den Arbeitern auch absolut Nichts einbrachte. Die Letzteren sind obwohl einem Vereine angehörend, der, gleichwie fast alle Ar- beitervereine, der Nothwendigkeit entsprungen ist— sich über di< anzustrebenden Ziele vollständig unklar; sie begreifen freilich- daß ihre Verbindung eine gewisse Schutzwehr gegenüber de» Kapitalisten bildet, sind aber im Uebrigen von der angebliche» Harmonie zwischen Kapital und Arbeit vollständig überzeugt Ein Traumgebild, das nock stets zu Unheil geführt hat. Heu» wollen sie ihren Peinigern das Haus über dem Kopf in Brav» stecken, morgen leisten sie Abbitte und lassen sich in ihrer Unter würfigkeit in der gemeinsten Weise traktiren. Man lese nur d>k Strafpredigten, bie_ ihnen nach der erlittenen Niederlage vo» der englischen Presse gehalten wurden: mit einer beispiellose» Frechheit wurde den Arbeitern plausibel gemacht, das Äb hängigkeitsverhältniß des Arbeiters vom Kapitalisten m üsf existiren! Nach dem Vorhergehenden muß ein jeder Urtheilsfähige ei» sehen, daß die bestehenden Arbeiterparteien zu wenig mit de» wirklichen Verhältnissen rechnen, und nach dem augenblickli» Nächstliegenden die ferneren, aber nothwendigen Folgen u» beachtet lassen. Kein Land der Welt aber ist so verschieden>» Bezug auf Klima und Menschen wie die Union. Alle Nati» natttäten, alle Berufszweige sind mehr oder minder vertrete» und so sehr auch die politischen und sozialen Gewohnheiten disfl riren, die Anerkennung(richtiger Verehrung) des amerikanisch»» Regierungssystems bleibt sich gleich. Was weiß man im Norde» Süden oder Westen davon, daß im Osten eine winzige Zad Arbeiter für die Rechte der Arbeit eintritt? Thätig muß i»� Volksleben eingegriffen werden, die Sitten und Gewohnheit» müssen kennen gelernt, die Denkweise verstanden und danach d» Anordnungen getroffen werden. Dies Kennen setzt eine ste» Aufmerksamkeit sowie die Selbstbildung der Arbeiter»oraw welche die Vorhut der Arbeiterbewegung bilden. Noch wichtigf aber ist es, diese nothweudige Bildungsarbeit auf die Allgemei» heit auszudehnen, damit immer eine genügende Zahl intelligent» Streiter gesichert ist, die unbeschadet ihrer eigenen Tüchtigt»j doch nur lm Interesse der Gesammtheit dieselbe verwerthen. Einer gesunden EntWickelung der Arbeiterbewegung müss» also die Bedingungen gesichert sein, die sie ermöglichen,»» ren, tragen die wesentlichste Schuld an der Krisis."— Merkt's(Such, Ihr Herren, die Ihr nur für lange Arbeitszeit und niedrige Löhne schwärmt! bemerkt dazu die„Tagwacht".— Bei Untersuchung des„Rückgangs" der deutschen Industrie werden wir auf ähnliche Ursachen stoßen. Nach dem Camp- hausen-Achenbach'schen Rezepte werden nur Kuren a la Eisenbart gemacht: die Industrie wird concurrenzunfähig gemacht, der Wohlstand des Landes vernichtet. — Wieder Einen hat die Nemesis beim Schöpfe gepackt! Wer erinnert sich nicht des infamen Gesellschafts- retters Gallifet, des unterhaltenen Mannes seiner unterhal- tenen Frau, dieser widerlichen Sumpfpflanze a la Richter, die aus der Kloake des zweiten französischen Kaiserreichs hervorge- wachsen,— des Scheusals, das im kaltblütigen Hinmorden der gefangenen Communekämpfer von keinem Anderen erreicht worden ist? Wohlan, der als Bertheidiger der Familie und Ehe dra- pirte Louis seiner eigenen Frau, sitzt jetzt als Meuchelmörder im Gefängniß; und unter welchen Umständen hat er sein Vcr- brechen begangen? Lesen wir, was die Blätter darüber berichten. „In Paris ereignete sich vor ungefähr zwei Wochen eine Be- gebenheit, welche allenthalben die größte Sensation hervorrief. Es ist dies ein blutiges Eifersuchtsdrama und die Heldin des- selben Niemend Geringeres, als die Schwester der Gemahlin des Präsidenten Mac Mahon, Madame de Beaumont. Dieselbe hatte ihren Gemahl verlassen und unterhielt seit ge- raumer Zeit ein Licbesverhältniß mit dem General Marquis� de Gallifet, einem wegen seiner Grausamkeiten berüchtigten Haudegen.(Falsch! G. ist der feigste Schuft!) Auf einem Balle in der Großen Oper kam es zu einem Eklat. Madame de� Beaumont, welche ihrem Verehrer bereits früher Grund zur Eifersucht gegeben hat, befand sich in einer Loge und betrachtete sich mit einer Freundin das bunte Gewoge des Opernballfestes. Da erscheint unverhofft der eifersüchtige Marquis in der Loge, zuckt auf seine Geliebte den Dolch und verwundet sie tödtlich an der rechten Brustseite. Die Aufregung, welche dieses blutige Ereigniß im Ballpublikum hervorrief, war derart, daß das Fest unterbrochen werden mußte. Es ist sehr fraglich, ob Madame de Beaumont ihrer Wunde nicht erliegen wird. Aus Rücksicht gegen Mac Mahon schweigt der ganze Chor der Pariser Journale über den blutigen Skandal, und nur„Le Ra- dical", das ehemalige Organ Rochefort's, läßt sich darüber in folgenden Worten vernehmen:„Wir leben in sehr abcnteucr- lichen Zeiten. Wir haben diesmal von einem skandalösen Er- eignisse zu berichten, welches stattgefunden hat in— Japan. Auf einem Balle in einem der Paläste des Mikado durchbohrte ein eifersüchtiger Amant(Liebhaber) mit dem Dolche den Busen feiner Schönen. Diese war eine der elegantesten Damen der Hauptstadt, lebte geschieden von ihrem Gemahl und zählte zu den nächsten Verwandten des Mikado. Ihr Othello ist als bru- taler Gamaschenknopf berüchtigt. Die japanesische Presse schweigt darüber aus Courtoisie(höfischer Rücksicht)." Ein schönes Sittenbild, welches sich uns da entrollt, nicht wahr? Die Schwägerin des obersten Staatsbeamten eine ge- meine Dirne, und einer der Haupthelden der europäischen Ord- nungspartei Maquerau(der verheirathete oder unverheirathete „Mann" einer Frau, die mit seiner Zustimmung von Prostitu- tion lebt), Ehebrecher und Mörder! Das ist die„Moralität" der heutigen Gesellschaft. Wie gefällt Ihnen die„pikante" Affaire, Herr von Unruh? Prächtig? Ihr höchstes Ideal erreicht? Was sind wir Sozia- listen doch für unsittliche Menschen, daß wir in diese— reine Gesellschaft, die schmutzige Lehre der Gleichberechtigung und Hu- manität werfen, und diese schneeweiße Unschuld mit plebejischer Seife und Bürste besudeln wollen? — Der Monstreprozeß wegen sozialistischer Pro- paganda in Rußland ist von dem Petersburger Gerichtshof in der üblichen Weise zum Abschluß gebracht worden. Mit Ausnahme von zwei wurden sämmtliche Angeklagte— 65 an der Zahl— schuldig befunden und zu Zuchthausstrafen je von 6 Wochen bis zu 10 Jahren, oder zur Verbannung nach Sibirien, oder zu Zwangsarbeit und Sibirien verurtheilt. Während die Petersburger Richter wegen Handlungen, die selbst in Deutschland nicht als Bergehen betrachtet würden, solche barbarische Strafen verhängten, fällten die Moskauer Richter in dem„Coeurbubenprozeß" gegen eine gemeine, zum Theil aus den„höchsten Ständen" rekrutirte Schwindlerbande, ein so mildes Urtheil, daß selbst ein russisches Blatt— der Petersburger „Herald"— von der Milde„überrascht" ist.— Der Kasan- kirchenprozeß hat noch nachträglich einige Opfer gefordert: zwei Advokaten, Bardowski und Nikludoff sind, weil sie in diesem Prozeß ihre Klienten nach Pflicht und Gewissen vertheidigten, ohne richterliches Urtheil nach Sibirien geschickt worden. Aecht russisch das! Und dieses Rußland will in der Türkei den Re- formator spielen!—(Anläßlich unserer Bemerkungen über den Kasankirchen-Krawall haben mehrere in der Schweiz lebende Russen eine Zuschrift an uns gerichtet, die wir in einer der nächsten Nummern veröffentlichen und besprechen werden. Für heute nur so viel, daß wir bei Beurthcilung der Handlungen nicht nach der Nationalität der Handelnden fragen, und daß wir in dem vorliegenden Fall nicht anders, höchstens noch strenger geurtheilt hätten, wenn der Schauplatz in Deutschland und die Aktoren und Aktricen Deutsche gewesen wären. R. d. B.) — Am 29. März wurde Parteigenosse Weidemann aus Hamburg von der Zuchtpolizeikammer in Düsseldorf in zweiter Instanz von dem angeblichen Vergehen der Majestätsbeleioigung freigesprochen. — Parteigenosse Reff gedenkt nach einer Mittheilung des Augsburger„Volkswille" nach sechsjähriger Abwesenheit den deutschen Boden wieder zu betreten. Wegen Ministerbeleidigung und wegen Aufreizung zu Haß und Verachtung von dem Augs- burger Schwurgericht am 16. März 1871 zu einer längeren Freiheitsstrafe verurtheilt, zog Reff es vor, statt Gefängniß- studien zu machen, die Gastfreundschaft der Schweiz in Anspruch zu nehmen, von wo er nun nach Verjährung der Strafe zurück- zukehren willens ist. Innere Parteiangelegenheiten. Zu Agenten des Vorstandes wurden ernannt für Barmbeck: Stoffel; Coburg: I. Seiler; Friedberg i. H.: I. Mateß, F. Jordes; Veddel: H. Gadow, A. Westphahl; Pieschen: E. Hane- wild, R. Tümstein; Worms: H. Günther, L. Haas; Plauen: F. Rudolph, A. Hartenstein; Steinwärder: A. Schulz; Chemnitz: L. Müller; Schwabing: C. Götz; Oberriesenthal: Aug. Obst; Mannheim: Ph. Kosch, Buttle. Hamburg, 27. März 1877. Mit sozialdemokratischem Gruß I. A.: C. Derossi. I. Auer. Pferdemarkt 37. Aus$«ri}ien, 29. März. Mit dem nahenden Frühling steigt auch das Elend der Arbeiter in Lemberg. Gegenwärtig find über 3000 Maurer und Zimmerleute, welche in der größten Noth den Winter zubrachten, hoffend im Frühjahr Arbeit zu be- kommen, beschäftigungslos. In derselben Lage befinden sich gegen 200 Tischlergesellen. In den letzten drei Jahren wurde hier viel gebaut. In den Jahren 1874 bis 1876 wurden 499 neue Bauten aufgeführt, also durchschnittlich über 165 Bauten jährlich. Für dieses Jahr sind im Äauamte nur 31(!) Bauten angesagt, hierzu gehören auch Ueberbauten, größere Reconstruk- tionen u. vgl. Im Lemberger Gemeinderathe wurde schon diese Angelegenheit in Anregung gebracht und man hat befchlosseu, an die Wiener Regierung sich zu wenden mit der Bitte, dieselbe möge die beabsichtigten Bauten eines Justiz-Palastes und des Statthalterei-Gebäudes schon in diesem Jahre und das baldigst beginnen, um den beschäftigungs- und brotlosen Arbeitern zu Hilfe zu kommen. Man bittet um gar nichts als um Arbeit, ob aber die Bitte, da es um polnische Arbeiter sich handelt, in Wien Berücksichtigung finden wird, ist abzuwarten. Auf die gegenwärtigen beklagenswerthen Verhältnisse unserer Tischler- arbeiter wirken außer dem obenerwähnten Umstände auch die politischen Verwirrungen. Nach Rußland exportirten jährlich unfere Tischler bedeutende Transporte von Möbeln ihrer Arbeit. Jetzt hat dies seit den Kriegsvorbereitunge» in Rußland aufge- hört, und selbst die der Lemberger Tischlcrgesellschaft in Ruß- land ausstehenden bedeutenden Forderungen sind nicht cinzu- bringen. Nicht besser sieht es auf dem flachen Lande aus. In den Westkreffen Galiziens hat schon der Hungertyphus an vielen Orten Opfer gefordert, in den Ostkreisen richteten Ueberschwem- münzen großen Schaden an, und die umsichgreifende Trunksucht und der jüdische Wucher bringt das Landvolk an den Bettelstab. Elend nur Elend unter den arbeitenden Klassen. Aus der Schweiz, 28. März. Als ein weltbewegendes Er- eigniß hat der Telegraph die neueste„polizeiliche Gesellschafts- retwng" in der Republik Bern am 18. März gemeldet. Mit Stolz verzeichnete die Bourgeois-Presse in der ersten Freude unter diesen steht vor allen an der Spitze die Verallgemei- nerung des Wissens unter den Arbeitern. Wird der- selben die nöthige Berücksichtiaung zu Theil, dann wird ein rapiderer Fortgang in der Geschichte der Arbeiterbewegung zu verzeichnen fein mit der Garantie des unausbleiblichen Erfolges! R. J. — Wie Einer„Ehrendoktor" wurde. Heinrich Wald. Huhn— so wollen wir den Chef einer Verwaltung eines bekannten, von China nicht weit genug entfernten Landes nennen— verfügte über ein Personal von Untergebenen so groß, wie ein„preußisches Armeecorps", ferner über einen Troß von Preßgesellen— 500,060 Teufel, treu im Dienste ihres Herrn und Meisters.— Heinrich Waldhuhn hatte unter seinen Satrapen einen, den er gern in seine Nähe ziehen und ihm einen hSheren Titel— sagen wir beispielsweise „Geheimrath"— verleihen wollte. Sein Satrap jedoch zog es vor, zu bleiben, wo er war, denn da, wo er residirte, war der Weisen einer, dem hatte er sein Töchterlein vermählt und dieser Weise war, wie man bei uns zu sagen pflegt, Professor der Universität. Unser Professor war aber nicht allein weife, er war auch schlau, dabei ein braver Schwiegersohn; denn siehe er sprach zu den andern Weisen— alias Universitätsprofessoren:„Sehet Heinrich Waldhuhn, der größten einer in unserm Lande, der da regieret 60,066 Mann mit Strenge und List, auch wohl mit schönen Worten, je nachdem, sehet ihn, der da Bücher schreibt über Länder in Afrika, die er im Fluge sich angesehen, sehet ihn den Herkules, wie er ausmistet den Augios- üall der vom internationalen Schmutz besudelten Landessprache? Ist er nicht werth, daß wir ihn nennen einen der unseren, ihn aufnehmen als l-hrcnmirza(Ehrendoktor)? Also geschah's.— Heinrich Waldhuhn wurde aus einem Schlauen zum Ehrenwcisen, alias Ehrendoktor von jl' spannt. Aus Dank machte er seinen Satrapen zum— sagen wir »eheimrath und ließ ihn in H.-«. Gvttesstreiterin hat an den gottlosen Dulk folgende >romme Epistel geschrieben(S. die Stuttgarter Correspondenz in dieser Nummer): „Nimmer länger kann ich Ihr Thun und Treiben mit anhören, ich wage die Frage an Sie zu richten, wie Sie überhaupt dazu kommen l? ort zu verläugnen. Sic alter Mann mit grauem Haar, wissen Sie denn nicht welche furtbare Strafe Ihrer harrt, wenn auch nicht mehr auf dieser Welt, es gibt noch eine andere Welt, wo kein Mensch unge« straft bleiben wird, ein solcher Frefler und Gotteslästerer, wie Sie sind, am aller wenigsten. Gottes Langmuth ist unergründlich, aber er wird Sie dennoch strafen, wenn Sie auf dieser schmutzigen Bahn weiter schreiten. Denken Sie denn gar nicht welch gränzenloses Unheil und welchen Jammer Sie unter der Menschheit anstiften und schon ange- stiftet habt. Ja Elender Mensch der Sie sind, lachen Sie nur über mich, die Strafe des allmächtigen Gottes ivird Sie treffen, so wahr ich hier sitze und diese Zeilen schreibe und sollte ich selbst sein Werkzeug werden. Der liebe Gott wird mich erhören und sein Volk von einem solchen Seelenmördcr befreien. Sie Mensch, der Sie alles so gut wissen und kennen, retlen Sie doch die Menschheit von dem Jammer und der arbeitSlosigkeit, die wirklich über Sie herein bricht, thun Sie es, wenn Sie es können, ich kenne zwar die Gründe ganz genau, die Sie vor- schieben um den Menschen begreiflich zu machen daß es keinen Gott gibt, lächerliche, niederträchtige Gründe sind es, und jeder Mensch, der auch nur ein klein wenig Verstand hat, findet heraus, daß Sie mit diesen sinnlosen Geschwätz nur Ihr eigenes Gewißen und Leben beschö- nigen und beschwichtigen wollen. Aber thun Sie was Sie wollen, spre- chen Sie so viel Sie wollen, alles ist eitler Trug und Bosheit, der Teufel an den Sie auch nicht glauben den haben Sie in Ihrem Herzen und zwar so lief, daß es Ihnen armer Mensch zum verzeihen ist, wenn Sie nicht an Ihn glauben, denn in Ihrer jetzigen G-stalr sind Sie es ja selbst. Ja wahrhaftig Sie sind ein Schandfleck der Menschheit. Nach Jahrzehnten wird man noch von Ihnen sprechen, aber nicht wie Sie sich vorstellen als von einem gelehrien und aufgelehrten Mann, nein! als von einem verächtlichen Supiekt, daß nicht wehrt ist, das es Gottes Erdboden trägt. Ja Gottes Erdboden ist es auf dem Sie wandeln, jenem allein wahren, bciligen und barmherzigen Gott im Himmel, den Sie init Ihrer frefentlichen Zunge lästern und verläugnen. Kehren Sie zurück von diesem fürchterlichen Weg noch haben Sie Zeit, wollen Sie aber in diesem Wege vort wandeln, so sag ich Ihnen, daß der Rächer sehr nahe ist, es schlägt Ihnen nicht jedes Herz entgegen, so wie ich denken noch viele Tausende und mit Freuden w rd ein einziger sein Lebe» wagen, um Tausende vom Todte zu retten. Schlägt einmal die Smnde der Rache, so denken Sie an ein gewöhnliches Bürgermädchen, daß weder vom Fanatismus noch vom Gottesläugnen befallen ist. Ihr Betragen wird streng beobachtet, wenn Ihnen Ihr alieS Leben noch lieb so ziehen sie sich zurück. Mein Entschluß ist ernst und fest." Da in diesem christlichen Liebesbrief auch Grammatik und Ortho- graphie fromm sind, so haben wir sie unverändert belassen. den Sieg, allmählig wurde sie stiller und jetzt spricht sie gar nicht mehr von dem Ereignisse. Die Arbeiter sind, das läßt sich nämlich nicht im geringsten bestreiten, vollständig in ihrem Rechte gewesen und die Polizei hat eine Gewaltthat verübt, die sich würdig den polizeilichen Heldenthaten unserer Nachbarn an die Seite stellt. Bei Beurtheilung des Ereignisses muß man streng den Rechtsstandpunkt in's Auge fassen. Im vergangenen Jahre war der gleiche Verein einer empörenden Mißhandlung durch die Berner Geldsack-Republikaner ausgesetzt, der Verein hatte es gewagt, in der Bundesstadt die rothe Fahne zu ent- rollen, das war sein Verbrechen gewesen. Die Gerichte hatten die Bourgeois, welche an dem vorjährigen Ueberfall Theil ge- nommen, bestraft und das Recht der Arbeiter, eine rothe Fahne zu führen, ausdrücklich anerkannt. Nachdem sein Recht ange- zweifelt worden, nachdem die Bourgeois gedroht, das Tragen der rothen Fahne trotz alledem nicht zu dulden, war es Ehren- fache des Vereins, bei der diesjährigen Märzfeier sich wieder derselben zu bedienen. Auf Angriffe des reichen Pöbels der Stadt war der Verein vorbereitet, und die Mitglieder, welche am Zuge Theil nahmen, erschienen deshalb nicht ganz waffenlos. An einen Angriff der Polizei selbst hatte man freilich nicht gedacht. Ruhig hatte sie den Zug nach dem Bahnhof passiren lassen, wohl in der leisen Hoffnung, daß ihr der süße Bourgeois- Pöbel Gelegenheit geben würde, neue Lorbeeren zu ernten und sich um das Vaterland verdient zu machen. Wider alles Er- warten blieben die Bourgeois jedoch anständig, und so mußte die Polizei denn selbst die Kastanien aus dem Feuer holen. Ohne jeden Anlaß fing sie den Skandal an, über dessen Verlauf der„Vorwärts" bereits berichtet hat. Die Frage ist eine all- gemeine und sie berührt alle Arbeiterkreise in gleicher Weise. Mit aller Entschiedenheit muß der Berner Gewaltthat gegenüber der Rechtsstandpunkt gewahrt werden— was heute den bakunisfi- scheu Internationalen passirte, kann morgen den Arbeiterbund treffen. Heute nehmen die Berner Bourgeois an der rothen Fahne Anstoß, morgen erblicken sie vielleicht, wenn die Arbeiter schweigen, in den sozialistischen Lehren selbst eine Provokation und bedienen sich zu ihrer Abivehr, wie am 13. März, des stets gefügigen Polizei- Apparats. Wir begrüßen es mit Genugthuung, daß die Berner Sektion des Arbciterbundcs sich in der Frage sofort mit den Angegriffenen solidarisch erklärte. Nur das ge- schlossene Auftreten der gesammten schweizerischen Arbeiterpartei vermag zu imponiren und die Wiederkehr derartiger Staats- rettungen zu verhüten. Bleibt der Arbeiterbund dagegen unthätig, dann gewinnen die gemeinschaftlichen Gegner nur Muth zu neuen Heldenthaten.— Die Communeseier ist in allen Sektionen des Arbeiterbundes begangen worden. In Zürich und Genf sprach Most über die Bedeutung des Tages; mit Begeisterung wurden seine Reden aufgenommen. Wir machen die Genfer Genossen auf einen Bericht vom 21. März über ihre Feier in den„Baseler Nachrichten" aufmerksam. Er ist in hohem Maße gehässig gehalten und verräth einen jener bornirten oder ge- kauften Dummköpfe, die der sozialen Frage gegenüber nur flegel- Haft schimpfen können. Der gute Mann schreibt:„Nach ihm (Most) betraten zwei feurige Communarden, von denen einer, was die guten Leute nicht wußten, im Solde der französischen Polizei steht, die Tribüne." Entweder hat der Correspondent unverschämt gelogen, oder die Wahrheit gesagt— in beiden Fällen haben die Genfer die Pflicht, sofort Ermittelungen anzu- stellen. Vielleicht sind sie inzwischen dein Correspondenten bereits zu Leibe gegangen. Im Uebrigen können wir nicht lebhaft genug unserem Befremden darüber Ausdruck verleihen, daß die radi- kalen„Bafeler Nachrichten", welche sonst als anständig und sogar als arbeiterfreundlich gelten, so widerlichen Ergüssen wie der erwähnten Genfer Correspondenz Raum geben.— Die ge- sellschaftliche Noth nimmt einen immer bedrohlicheren Charakter an. Der Bundesversammlung liegt eine Eingabe vor, welche in Erwägung, daß die volkswirthschaftlichen Zustände der Schweiz für Tausende von Familien die Hoffnung ausschließen, durch Fleiß und Sparsamkeit zu einem dem Grade der heutigen Ge- sittung angemessenen Lebensbedarf zu gelangen, daß die Schweiz nicht soviel Holz und Brennmaterial erzeugt, als für den häus- lichen Bedarf und die Gewerbe gebraucht wird, daß in Folge von Uebernutzung oder fehlerhafter Behandlung der schweizerischen Waldungen große Flächen guten Landes unbrauchbar geworden sind und viel größere an ihrer Fruchtbarkeit verloren haben:c., die Gründung einer großen schweizerischen Colonie vorschlägt. Antragsteller ist der in Arbeiterkrcisen bekannte Nationalrath Ivos. Wir wünschen nur, daß er es nicht bei diesem Schritte bewenden läßt, sondern die Aufmerksamkeit des Volkes auch auf neuere soziale Reformen lenkt, welche es den Zurückbleibenden ermöglicht, ohne Neid den Auswandernden nachzublicken. Das Joos'sche Projekt dürfte sich lebhafter Unterstützung erfteuen.— Ueber die organisatorische Bewegung im Arbeiterbunde ein andermal. Stuttgart, 28. März. Dr. Dulk's Vorträge über Religion, welche die„Deutsche Reichspost" neulich zu einem, in diesen Blättern wiedergegebenen, Angstschrei veranlaßten, haben Heuer wie schon voriges Jahr bei unserm in Kirchenfrömniigkcit schwimmenden Publikum übles Aufsehen gemacht, obwohl die größeren Tagesblätter, um nicht anzustoßen, sich fast jeder Notiz- nähme entzogen. Der„Schwäbische Merkur", stets das fein- fühligste Organ, wo es auf den herrschenden Wind zu passen gilt, ging selbst so weit, die Ankündigung eines solchen Vor- trags(„Die Göttlichkeit Jesu, widerlegt aus dem neuen Testa- ment") als eine„verletzende" von seinen Inseraten auszu- schließen; und das Heine'sche Wort:„Den Himmel überlassen wir den Spatzen" soll unfern Parteigenossen gelegentlich der Stichwahl, in welcher wir bei hiesiger Landtagswahl mit dem Naiionalliberalismus concurrirten, um ein Tausend Stimmen gebracht haben. Die Reklame für den Atheismus Dulk's in der Presse besorgen daher lediglich die„frommen" Blättchen, evan- gelische und'katholische, die im ganzen Lande herum ihr Wesen treiben, und die, ohne es mit der Wahrheit eben genau zu nehmen, eifrig den Teufel höllenschwarz und blutroth malen, daß es eine Freude ist. Ein wirklicher Widerstand dagegen seitens der Kirche ist bisher noch nicht aufgetaucht; und dürfte es derselben, bei dem crnst-wissenschaftlichen Gehalt der Vor- träge") auch gänzlich an Mitteln hiezu fehlen(wenn sie nicht die Polizei bewaffnet), so sehr die Vorträge auch die Wurzeln ihrer Existenz angreifen. Denn ohne irgend welche Zweideutig- keit schneiden sie mit haarscharfem Ernst in die Gegenwart ein, indein sie den Glauben an einen persönlichen Gott, sowie an ein persönliches Fortleben, radikal als Aberglauben geißeln, und al» einen Quell der intellektuellen und moralischen Verkomnienheit in der Gesellschaft darstellen; und insbesondre indem sie den Be- weis der Jnconsequenz, Bernunstwidrigkeit und— Unfähigkeit der herrschenden heutigen Kirche antreten. Das Letztere wie das Erstere hat die Vorträge zu einer für unsre Stavt ganz neuen ♦) Die Substanz derselben ist niedergelegt in Dulk's Schriften „Stimmen der Menschheit", Leipzig 1876, und„Was ist von der mristl itien Kirckie au balten?" Rurich 1877. Aufregung gemacht, weil zwar religiöse Aufregung hier seit! der Abmieiher hätte für diese Termine die Kündigung ausdrücklich an� Alters ihre reichen Heimaths- und Ablagerungsstätten hat, aber genommen/' bisher immer nur in den Conventikeln und halbunterirdischen Gemeinschaften, die, vielleicht dutzendweis, in und neben der Kirche bestehen und oft in Privathäuscrn ihre geistlichen Orgien feiern, oder in musikalischen und rednerischen Festdarstellungen von Missionspredigern, welche Hunderte und Tausende in den großen Räumen der„Liederhalle" versammeln und zu Zeiten eine wahre Völkerwanderung vom Lande herein zu Wege bringen. Religiöse Freiheit jedoch auch im entgegengesetzten Sinne, das wollte unfern Frommen nicht in den Kopf, und erst durch einen hartnäckigen Kampf, in dem auch der hiesige„Beobachter" Partei nahm, mußte sich unser Genosse die Fortbenützung der „Liederhalle" sichern, des einzigen größeren Lokals der besitzenden Gesellschaft, das, wenigstens der Tendenz nach, außerhalb reli- aiöser Parteistellung gehalten wird, obwohl es dem Sozialismus so gut wie die noch übrigen Lokale des„Bürgcrmuseums", des „Oberen Museums" und des„Königsbaus" verschlossen ist. Bei dieser Gelegenheit hat übrigens der„Beobachter" auch eine scharfe und nicht zaghafte Lanze für die Freigebung der Lieder- halle auch an die sozialistische Richtung eingelegt, und die Existenz der Sozialdemokratie, ähnlich wie der, ebenfalls der Voltspartei ungehörige, Rechtsanwalt unserer Genossen Hirsch, Burghard und Gutekunst es vor Gericht that, als eine prinzipiell und mit absoluter Nothwendigkeit in der heutigen Gesellschaft begründete verfochten. Dulk's Vorträge fanden trotz des Schreckens und des Abmahnens der Gläubigen keine Hinderung; sie begannen heuer mit etwa 300 Zuhörern und endigten mit etwa 1000, und das Auftreten eines Methodistenpredigers gegen Dulk's Atheismus — unter Ablehnung eines von dem Letzteren angebotenen öffent- lichen Gesprächs— sowie Dulk's mit ungeheurem Applaus auf- genommene Antwort darauf dienten nur, den errungenen Sieg der atheistischen Richtung in der öffentlichen Meinung zu be- festigen. Aufrufe, Erklärungen, ein Schmerzensschrei in den öffentlichen Blättern, ob denn von den vielen Prälaten und Stadtpfarrern Stuttgarts keiner sich wage(so!), dem Dr. Dulk entgegenzutreten und die Ehre Gottes zu retten, blieben ohne Folge. Die fromme Presse des Landes, voran das mit mehr als 70,000 Abonnenten versehene„Evangelische Sonntagsblatt", schüttete ihr Füllhorn christlicher Liebe auf das Haupt des Ketzers; der„Schorndorfer Anzeiger", anknüpfend an die Nach- richt, daß man auch in Hosireisen endlich zum Bewußtsein der Lage gekommen sei. von einem Minister jedoch die Antwort er- halten habe, es lasse sich gesetzlich nichts dagegen thun, erinnerte an den seligen König Wilhelm, der auch einmal eine solche Ant- wort erhalten und darauf erwidert habe: ich will aber, mein Herr Minister, oaß sich gegen solchen Unfug etwas thun lasse— und da sei es auch gegangen. Endlich that sich der evangelische Gesammt-Pfarrgemeinderath von Stuttgart zusammen und erließ eine schmerzerfüllte Ansprache, worin(ohne Nennung von Namen) das Ungeheuerliche der Verirrung gebührend betont und schließlich gefunden wurde, daß alle Frommen der Buße sehr bedürftig wären. Das Weitere ist abzuwarten. In den geschlossenen und öffentlichen Versammlungen machte Dulk zuweilen Mittheilung von den frommen Schriften und anonymen Briefen, die ihm in's Haus geregnet. Einen der letzteren, von einer hoffnungs- vollen schwäbischen Charlotte Corday, erhalten Sie im Original.*) *) Wir veröffentlichen das interessante Schriftstück im Feuilleton. An sämmtliche Maurer und Stcinhaucr Deutschlands. Kameraden! Jeder von Euch weiß, wie sich während der guten Geschäftszeit die Geldprotzen und ihre Prcßbengcl über den Strike ge- äußert haben; da konnte man täglich lesen und hören: Der Strike ist ein Diebstahl an dem Nationalreichlhum, eine Unverschämtheit dem -Brodherrn, resp. dem Meister gegenüber. Durch ein solches Lamento gelang es dann in der Regel der Bourgeoisie der Staatshilfe Iheilhaftig zu werden. Wo am Sonnabend aus dem Bau oder in der Werkstatt die Arbeit eingestellt wurde, da waren schon am Montag Morgen S»1 baten commandirt, die verlassene Arbeit fortzusetzen. Konnten die Sob baten der Anforderung nicht genügen, so wurden alle guten Bürger aufgefordert, doch Nachsicht mit dem Arbeitgeber zu haben, bis die widerspenstigen Arbeiter zu der Erkenntniß gelangt wären, daß sie Un- recht gethan hätten. Gegenwärtig aber stehen die Sachen anders: jetzt striken gewissermaßen die Arbeitgeber, wo aber hört man, daß dieser Strike das Volk an den Abgrund des Elends bringt, ja schon gebracht hat? Die Bourgeoisie mit ihrem„warmen" Herzen sieht hunderttausende von Männern des arbeitenden Volkes arbeitslos, brodlos, obdachlos— aber thut sie etwas, um der Roth zu steuern? Das Gcgentheil ist der Fall. So haben auch die Maurer- und Zimmermeister Altonas unsere Brüder, die Maurer und Zimmerer, auf das Straßenpflaster geworfen, weil sie den berüchtigten Klasscnlohn und die verlängerte Arbeitszeit nicht angenommen haben. Mit Argusaugen hat die hohe Obrigkeit die Ausgeschlossenen überwacht, und als etliche von ihnen die Gesellen, welche an ihrer Stelle die Arbeit aufgenommen hatten, zu überreden suchten, die Arbeit wieder aufzugeben, wurden diese Kameraden am IL. März wegen Bedrohung der Arbeitenden zu Gefängniß verurtheilt: drei zu je vier, drei zu je sechs Wochen und einer zu zwei Monaten. So schmachten sie nun im Kerker und ihre Familien müssen mit dem Nothwendigsten von uns versorgt werden. Auch in Nienstädten und Umgegend haben die Maurer- und Zimmermeister einen Angriff auf die Ehre und Manneswürde unserer Kameraden gemacht; der von den Bltonaer Meistern ausgeheckte Klassenlohn, verbunden mit Verlängerung der Arbeitszeit ist die Waffo, welche die Arbeiter schlagen soll, hoffent lich aber die Meister schlagen wird. Der Arbeitsausschluß hat sich so mit von Altona nach Nienstedten ausgedehnt. 31 Maurer und LSZim- merer sind dort arbeitslos; sie werden aber nicht verhungern. Der Kamps in Altona-Ottensen und Umgegend, welcher bereits die geraume Zeit von zwölf Wochen dauert, wird ttotz aller Verfolgung mit aller Energie weiter geführt; hierzu gesellt sich, wie berichtet ist, Nienstedten, in der Nähe Altonas. Nach diesen Plätzen ist der Zuzug sttenge zu mei- den. Unterstützungen sende man mit dem Vermerk:„Für die ausge- schlossenen Maurer" wie früher an H. Walther, Jacobi- Kirchhof 29, Hamburg. Mit kameradschaftlichem Gruß Tie Vcrci.. igten Maurer von Altona-Ottensen und Umgegend. Briefkasten der Redaktion. R. O. in Reichenbach i. B.: Bei einem jähr- lichen Miethzins von 159,90 und darüber hat der Miethsvertrag eine gesetzliche Dauer von einem Jahre, d. h. wenn keine anderweitigen schriftlichen Abmachungen getroffen sind; bei einem jährlichen Miethzins von unter 159,00 hat der Mielhsvertrag eine Dauer von einem halben Jahre. In den„Instruktionen für Vermiether und Abmicther in Mieth- kündigungs-Angelegenheilcn im Königreich Sachsen von Dr. Röschke" heißt es ausdrücklich: „Die Kündigung hat spätestens am 31. März oder 30. September zu erfolgen, wenn sie für den Schluß des nächsten Kalenderhalbjahres gelten soll. Es kann also in diesem Falle— bei einem Micthzinse von 150,00 und mehr— nur für zwei Termine, für den 1. April oder den 1. Oktober, nicht aber für den 1. Januar oder den I. Juli zekün- digt werden. Soll z. B. der Bbmiether am 1. April des laufenden Jahres räumen, so müßte ein halbes Jahr vorher, spätestens am 30. September des vorigen Jahres, gekündigt werden; soll aber der Miethsmann am 1. Oktober ausziehen, so hätte die Kündigung spä- testens am 31. März zu erfolgen. Der Vermiether kann aber nicht verlangen, daß der Abmiether am 1. Juli oder am 1. Januar räume, auch wenn er ihm ein halbes Jahr vorher gekündigt hätte, es sei denn, Bei einem jährlichen Miethzins von unter 150,00 gelten folgende Regeln: Die Kündigung hat spätestens am 3l. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember zu erfolgen. Hier ist also die Kün- digung nicht nur für den 1. April und 1. Oktober, sondern auch für den 1. Januar und I. Juli zulässig. P. K. in W.: Ihre crste Frage wird Ihnen das Parteisekreiariat (Derossi oder Auer, Pferdemarkt 37, Hamburg) beantworten. Ihre zweite Frage lautet:„Warum haben Sie den Ausgang des„Reichs- glocken"-Prozesses in Ihrem Blatte noch nicht besprochen? Denn daß Sie einmal denselben in ganz indirekter Weise mit drei Zeilen er- wähnten, kann doch wohl nicht genügen und entspricht durchaus nicht Ihrer bisherigen Behandlung dieser Sache. Während Ihr Blatt bisher— mit der triumphirenden Einleitung:„ER hat noch nicht geklagt"— alle Herausforderungen der„Reichsglocke" getteulich be- richtete, scheint es jetzt, nachdem der Prozeß für den Reichsgewaltigen günstig ausgegangen und angeblich dessen völlige Unschuld dargethan ist, über diesen Ausgang schweigen zu wollen. Es kann dieses Ihr Verfahren bei manchem Leser Ihres Blattes den Eindruck erwecken, als seien Sie nach dem Ausgang jenes Prozesses nicht mehr im Stande, Ihre Auffassung von dieser Affaire zu vertheidigen und wollen des- halb ganz leise den Rückzug antreten. Schon aus diesem Grunde würde es sich empfehlen, wenn Sic jenen Ausgang und die Art, wie der Prozeß geführt wurde, ein wenig kritisirten und die pomphaften Auslassungen der Reptilienblätter über diese Sache auf ihren wahren Werth zurückführten.— Ich hoffe, daß Sie diese Anftage nicht un- günstig aufnehmen werden, denn sie geschah in der besten Absicht und ich wünsche, daß unsere Partei auch in dieser Hinsicht keine Schwäche zeige." Ihr Wunsch wird nach jeder Richtung hin erfüllt werden. Wenn wir die Prozesse gegen die„Reichsglvcke" bisher nur kurz erwähnten, so erklärt sich das daraus, daß diese Prozesse in einer Weise insccnirt und geführt wurden, welche zur Verdunkelung, nicht aber zur Auf- hellung des Kernpunktes diente. Wir haben uns bemüht, Klarheit zu erlangen; allein ein abschließendes Urlheil wird erst möglich sein, nachdem Hr. v. Diest-Daber, auf den sich die„Reichsglocke" be- kanntlich stützte, zur gcrichilichcn Vorlage seines Anklagematerials ver- anlaßt worden ist. Es heißt, der Prozeß gegen ihn sei eingeleitet und werde bald zur Verhandlung kommen. Gedulden Sie sich also noch einige Zeit. Mehr können wir jetzt nicht sagen. Jedenfalls werden wir die Angelegenheit nicht aus den Augen verlieren.— Anonymus in Düsseldorf: Sie schreiben uns:„Noch vor Kurzem gaben Sie, ohne redaktionellen Vorbehalt, einem Artikel Raum, welcher die Bakunistische Richtung als eine von der heutigen, auf Wissenschast gegründeten, Soziajdemokratie streng zu verwerfende kennzeichnete. Dagegen sprechen Sie in jüngster Nummer gelegentlich der Erwähnung der Bcrncr Bourgeois- Exceffe„von unseren Parteigenossen(Baku- nistischer Richtung)"!— Von welchen Parteigenossen ist hier die Rede? Oder besser geftagt: Sind die Bakunisten Parteigenossen derjenigen Sozialdcmokralie, deren nicht nur deutsches, sondern auch inicrnatio- nalcs Organ der„Vorwärts" sein soll, oder ist nur der Verfasser jenes kleinen Artikels(im Autorenstyl) berechtigt von„unseren"(seinen) Parteiger offen(Bakunistischer Richtung) zu sprechen? Hierüber dürfte offizielle Aufklärung vielerjeits erwünscht sein! Zum übrigen Inhalt des betr. Artikels wäre noch zu bemerken, daß die Bernerische Sektion des Schweizerischen Arbeiterbundes selbst ihre Sache von derjenigen der Bakunisten trennt, und solches daher gar nicht mehr von irgend einer „gegnerischen Seite" versucht zu werden braucht.— Der heutige sozial- demokratische Gesellschaftskörper ist schon kräftig genug, eine jetzt noch geringfügige Operation zu erttagen. Daher fort mit dem Bakunismus ehe sich ein chronisches Uebel aus ihm bildet." Wir haben Ihnen hieraus zu bemerken: Man kann den Bakunis mus sehr wobl verwerfen und die Bakunisten als Parteigenossen im weiteren S i:.e, d. h. als Sozialisten anerkennen. Der Artikel und die Notiz, deren Sic erwähnen, widersprechen einander also keineswegs. Wir werden die Bakunistischen Irrlehren stets prinzipiell bekämpfen, aber den...emeinsamen Feind gegenüber auch niemals die Solidarität mit den sozialistischen Arbeitern verleugnen, die noch in diesen Irr- lehren befangen sind. Was speziell die Vorgänge in Bern betrifft, so ist das Organ des Schweizer. Arbeiterbundes, die„Tagwacht", gleich uns, zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Schuld ausschließlich den Berner Behörden zuzumessen ist.(S. auch die heutige Correspondenz aus der Schweiz.) Und wir hielten uns um so mehr für verpflichtet, unsere Ueberzeugung in diesem Sinne auszusprechen, weil gewisse Or- gane der Bourgeoisie sich anläßlich jener Vorgänge bemüßigt gefunden hatten, der sozialistischen Arbeiterpartei auf Kosten der brutal mißhan delten Bakunisten ein höchst unerwünschtes Lob zu spenden. Schließ lich noch die Versicherung, daß wir von unserer Organisation im Be- sonderen und der internationalen Arbeiterbewegung im Allgemeinen eine viel zu hohe Meinung haben, um an eine ernsthafte Gefahr durch den Bakunismus zu glauben, in welchem wir nur ein sehr vorüber- gehendes, durchaus nicht„chronisches" Uebel erblicken.— H. Br. in Ufhoren: Ihre Correspondenz kann erst dann zum Ab. druck gelangen, wenn Sie den Beweis der Wahrheit für Ihre Enl. hüllungen auch vor Gericht zu erbringen im Stande sind.— Herrn Ernst Räbiger in Dessau! Bon Deffau ist mir kein Geld zugegangen. Es sind mir jedoch zwei Postanweisungen zugestellt ohne Angabe des Ortes; eine mit 28.35 und eine mit 3,00. Zu der ersteren haben sich bereits Genossen aus Penig gemeldet. Ist die Postanwei- sung mit drei Mark vielleicht von Dessau? Auf dem Abschnitt ist der Name unleserlich geschrieben, ich habe herau« gelesen: F. Bouick, Acker- straße 3 A, und ist also auch quittirt.(Siehe Nr. 35 d. Bl.) Meine Adresse ist nicht Hamburg, sondern: H. Lensch, Holstenstt. 43, Altona. Quittung. B. Arbeiterpartei hier Ann. 3,30. Wfrlng hier Ab. 1,60. I. Wrgs Wien Schr. 14,75. W. Rw Altona Ab. 37,40. C Wehrs Hamburg Ann. 3,00. W. Schllr Dresden Schr. 93,65. W. Mllr Mannheim Ab. 20,00. Rrckr Wien Schr. 5.00. F. Stcklbrg Avignon Ab. 4,80. H. Lngndrf Barmen Schr. 9,60. R. Mchls Chi- cago Ab. 6,00. Brn Heidenheim Ab. 5,00. Csn hier Ab. 1,80. Nmz Wien Ab. 20,00. Kst Nnvc Smederewo Ab. 4,80, Schr. 25,50. Schs hier Ab. 1,80, F. Ws Christophsgrund Ab. 10,00. Ptrsn Paris Ab. 34,20, Schr. 4.80. I. Dnkr Pari« Ab. 8,00. Bchnr hier Ab. 1,20. Krtzschmr Dortmund Schr. 1,30. Ntzschmnn Ab. 2,20. Grd Stötteritz Ab. 8,80. Trst Klein-Zschocher Ab. 7,15. Glk hier Ab. 1,80. Rchnbch hier Schr. 2,30. Grtt Breslau Ann. 5,00. Stphn Werdau Sch:. 40,00. Fllrmnn Bremerhafen Ab. 20,00. Hffmnn Allstedt Ab. 1,80. Knk Düsseldorf Ab. 12,00. Hngr Bern Ab. 2,50. Srbrn Liege Ab. 4,04. Ptrn Admont Ab. 3,65. Arb.-Bild.-Berein Hüttenberg Ab. 1,32. Gnthr Großenhain Ann. 1,30, Schr. 17,64, Druck 70,00. Fschr Mylau Schr. 2.90. Gnznhn Alschwiel Schr. 1,00. Metallarbeitergew. hier Ann. 2,00. Kl. hier Schr. 1,10. Hmmtzsch Dresden Ab. 2,20. AgitatiousfondS. B. C. W. Berlin 30,00. bei Allgemeiner deutscher Töpfer-Bereiu. Donnerstag, den 5. April, Abends 8'/2 Uhr, Herrn Hübner, Gr. Rosenstraße 37: Geschlossene Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Wahl des Vorstandes.— Alle Mitglieder müssen anwesend sein._ G. Klaras.[70 (VftltrtrtKPV Sozialdemokratischer Wahlverein. «yUUUvl. vi-. Sonnabend, den 7. April, Abends 8l/j Uhr, im Lokale des Hrn. Boge, Mittelstraße Nr. 11:(F. löi) Ges chlossene Mitglieder-Vers ammlung. Tagesordnung: Abrechnung und wichttge Bereinsangelegenheiten. ftinhlt/'r Metallarbeit-rGewcrkschast. -wt l-j/giy. Sonnabend, den 7. April, Abends 8 Uhr: Versammlung. Am Täubchenweg. Restauration von Jul. Menzel. Tagesordnung: Gewerkschaftliches.[0,50 HL. Montag, den 16. April: Generalversammlung bei Obigen. QptttitA Agitations-Verein. Sonnabend, den 7. April, im Lokale des Arbeiter- bildungsvereins: Versammlung: j0,4l> Tagesordnung: Wahl eines Vorsitzenden. D. B. Für den Arbeiterbildunqsverein wird per 1. Ottober ds. I. ein paffendes Vereins-Lokal gesucht. Dasselbe muß 5—7 Zimmer, Saal, Küche und Keller ent- hatten. Offerten erbeten Rit.ersttaße 43 II._[0,60 OrvTlilt-r Donnerstag, den 5. April, Abends>/,9 Uhr, im 1�.(51�. �Thüringer Hof", Burgstt. 20: Oeffentliche Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Fragendiskujsion.__ Der Agent.(50 OotVut/t Sonntag, den 8. April, findet im Saale des Hrn. ■Vvl-j.'jly« Jakobi(Roscnthalgasse) ein Kränzchen statt, wozu wir hiermit zu zahlreichem Besuche freundlichst einladen. Anfang 7 Uhr. 2,70)(2a) Club„Morgenroth". Alle, die sich für den Bau eines größeren Vereins- Hauses, zugleich für die Genossenschaftsdruckerei ge- eignet, intereisiren, werden ersucht, sich Sonnabend, Abend 8'/, Uhr, zu einer Brsprechnng im Lokal des Arbeiterbildungsvereins einzu- finden.[0,50 Ihre am 29. März stattqefundene eheliche Verbindung zeigen an Bruno Geiser, Alice Geiser geb. Liebknecht.[120 (Unliebsam verspätet.) TodeS-Anzeige. Ich mache allen meinen zahlreichen Freunden und Parteigenossen hierdurch bekannt, daß meine Frau, geb. Behrendt, hier am 25. Februar, Morgens l/,2 Uhr, an den Folgen einer Herzkrankheit gestorben ist. Sie folgte mir vor 3 Jahren sammt Familie bereit- willigst in's Exil und mußte hier das Proletarierleben bis auf die Neige kosten, trotzdem erttug sie alle Bedrängnisse geduldig. Sie hoffte! auf bessere Zeiten, aber leider vergebens; in ihrem 34. Lebensjahre erlag sie dem gewaltigen Kampfe mit den heutigen VerhälMissen. Es ist dies eine harte und schwere Prüfung für mich, aber den- noch werde ich rastlos weiter kämpfen für die Sache der Arbeit. London, den 1. März 1877. Wilh. Hoffman», 9 Laxe» oourt Lobo I-ouckon W. Korkschneider die tüchtig in ihrem Fach und solid sind, finden dauernde Beschäftigung in der Schlesischen Kork-Fabrik. C. Rahmer. Breslau. Reisekosten werden vergütet.' Allen Freunden und Parteigenossen zur Notiz. Da ich das(F. 160) Photographische Atelier von meinem Schwager C. H. Lüdekc übernommen habe, ersuche ich hiermit freundlichst Bestellungen auf Photographien von F. Lassalle und anderer Personen der sozialistischen Arbeiterbewegung, mir ferner zukommen zu lassen. In Bisitkartenformat per Stück 15 Pfg. C. Wichcrs, 3,00) Neuer Steinweg 97, Hamburg. 0.70) fviltltrtVsPt* 0lesangvercin„Ferdinand". Den Mitgliedern zur Nachricht, daß von heute an unsere Uebungs künden bei Hrn. Hünerberg, Köbelingerstr. 53, stattfinden. 1,20)(F. 160) Der Vorstand. Geschäfts-Etablirung und Adresse-Veränderung- Meinen werthen Genoffen und Freunden zur Anzeige, daß ich so- eben ein neues Buchhandlungsgeschäft unter der Firma: »F. Franz& Co. Schweiz. Sortiments- u. Antiquariats- Buchhandlung 6. R o s e n g a s s e 6. in hier etablirt habe Dieses Geschäft ist in jeder Beziehung als von der Volksbuch- Handlung in Zürich, aus welcher ich mit 23. d. M. ausgetreten bin, vollständig getrennt zu betrachten und wolle man deshalb gef. genau darauf achten, daß Briese zc. für mich persönlich wie für dieses neue Geschäft von nun an einfach I. Kranz(resp.& Co.), Rosengasse, Zürich zu adressiren sind. Da dieses Unternehmen beabsichtigt, sich zu einem Central-Kortirnont aller oppositionellen in gewissen Ländern zum Theil verbotener und ähnlicher Bücher zu gestalten und zu diesem Zwecke neben späterem Eigen-Verlag den Verlag der Volksbuchhandlung in Zürich und des Berlagsmaaäzins Zürich, sowie auch der„Vorwärts". Expedition in Leipzig und von W. Bracke in Braunschwcig zum Bezug aus einer Hand zu vereinigen strebt, so dürfte hierauf mit Recht die Aufmerksamkeit aller Freunde einer die freiheitsfeindlichen Gcwattcn bekämpfenden Literatur zu lenken sein. Mit sozialdemokratischem Gruß Zürich, den 31. März 1877. I. FMNz. Mit Bezug auf vorstehende Anzeige deS Hrn. I. Franz empfehlen wir uns der geneigten Berücksichttgung und bemerken noch, daß in kurzer Zeit auch Verzeichnisse deS oben erwähnten Central-Sorttments gratis und franco gegen rankirte Adresien-Einsendung zu haben sein werden. Man wolle nur gefl. einstweilen verlangen! Lieferung durchaus nur gegen baar! 3. Kranz ä-(£o., Rosengasse 6, Zürich(Schweiz). XL. 20 Psg. Brief-Frankatur!! Ebenda werden für alle bedeutenderen Städte Deutschlands und Oesterreichs Agenten gegen Provision gesucht. Nebenbeschäftigung '''(15,60)(2a) D" Borstand. beute! V rantwortlicher Rcdatteur: W. Liebknecht m Leipzig. Red aktton und Exvedition Färberstraß. 12/11. in Leipzig. Druck und Veriag der Geuoffenschattsbuchdruckerei in Leipzig