* LL S g h ſe 7= 30 T= tt gr ie n, it Ita Filt es 3= 11= m rd e= re n, t itpie rs 11= e= TD Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Duartal. Monats Abonnements werden bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonderssangenommen; im Königr. Sachfen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Pfg. Inferate betr. Versammlungen pr. Petitzeile 10 Bf., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile 30 Bf. Nr. 42. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buchs handlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New York: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: B. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken: F. A. Sorge. Chicago: A.Sanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Street. London: Baubig, 5 Nassau Street, Middlesex Hospital. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Mittwoch, 11. April. 1877. Congreß der Sozialdemokraten Deutschlands. ganz selten sehen er befand sich bekanntlich auf Geschäfts- Wer die Zustimmung verweigert, stempelt sich damit zum GegenParteigenossen! Von Euch mit der Vertretung der Interessen des arbeitenden Boltes im Reichstage betraut, halten wir es für unsere Pflicht, uns mit Euch über die nun vorzunehmenden weiteren Schritte, in und außer dem Reichstage, zu verständigen. Besonders er scheint es uns nothwendig, den Plan für die weitere Agitation und Organisation der Partei festzustellen. Um dies mit Erfolg thun zu können, berufen wir, im EinJerständniß mit Parteigenossen an vielen Orten, hiermit vom 27. bis 30. Mai einen Congreß der Sozialdemokraten Deutschlands, nach Gotha. Das Congreßlokal befindet sich im Gasthof zum Thüringer Hof". Parteigenossen! Die großartigen Erfolge, welche wir bei den letzten Wahlen erzielten, haben gezeigt, daß die sozialistische Arbeiterpartei in Deutschland zu einer Macht und Stärke herangewachsen ist, gegen welche die reaktionären Gewalten vergebens antämpfen. Unsere Partei noch mehr zu festigen und vor allem ihre einheitliche Entwicklung zu wahren und zu fördern, das soll die Aufgabe des bevorstehenden Congresses sein. " 1 IV. reisen und nur bei der Abstimmung über das Reichsgericht theil eines Arbeiterfreunds". Es gilt Farbe zu bekennen. war er am Plate. Aus sozialdemokratischen Blättern haben wir Was das Reden betrifft-nun, Alles zu seiner Zeit. gesehen, daß die Abgeordneten dieser Partei selbst ein Bedürfniß Die sozialistischen Abgeordneten haben geredet, wenn sie es für fühlen, ihren Wählern eine Erklärung über ihre seitherige Pas- gut hielten, und werden reden, wenn sie es für gut halten sivität zu geben. Es stand da zu lesen, vor Ostern sei nicht und man es ihnen erlauben wird. Ueberhaupt thun sie und viel Wichtiges(?) auf der Tagesordnung gewesen, nach Ostern werden sie thun, was ihnen gefällt, und nicht was den Geg= erst komme das Wichtigere daran und die Sozialisten würden nern gefällt. Ja, wir können dem Geschäftspolitiker Richter dabei gewiß ihren Mann stellen. Nun, man wird ja sehen, was die Versicherung geben- ob man so gnädig ist, uns in ,, Comes mit dieser Versicherung auf sich hat. Vorläufig steht die misionen" zu ziehen oder nicht unsere Abgeordneten und wir Sache so, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten auch von Sozialdemokratenfinsgesammtwerden stets nach Kräften bestrebtsein, den verschiedenen wichtigen Commissionsberathungen ausge- zu thun, was unseren Gegnern möglichst mißfällt, und schlossen sind. Das kommt einfach daher, daß sie nicht das ge- forgfamst Alles vermeiden, was ihnen gefallen könnte. ringste Verlangen zur Vertretung ihrer Gruppe in irgend einer Wir sind eben Sozialdemokraten, und Sozialdemokraten haben Commission gestellt haben und daß der Reichstag nach einem feinen Beruf, pour le roi de Prusse und dessen Finanzminister früheren Vorgange natürlich keine Neigung hat, von sich aus in spe zu arbeiten. die Berücksichtigung des einen oder andern Abgeordneten dieser Partei bei den Commissionswahlen zu beschließen. Herr Motteler Der Kampf um's Dasein in der Menschenwelt. war seiner Zeit in die Commission zur Berathung des Gewerbegesezes gewählt worden, er erschien indessen nicht in einer einzigen Sigung. Ein anderer sozialistischer Abgeordneter aber thum, oder Ernährung des Einzelwesens auf Kosten der UmDiejenige Verrichtung der Organismen, welche wir Wachsnahm kürzlich keinen Anstand, zu bemerken, daß er sich noch gar gebung nennen, kommt schon in der unorganischen Welt vor und nicht mit den Bestimmungen des Haftpflichtgesetzes bekannt ge- ist nichts Neues. In der Mutterlauge wachsen einzelne Krystalle macht habe." Wenn Herr Eugen Richter die Feder in die Hand nimmt, und zwar nicht durch Aneinanderschießen mehrer, sondern, da sie auf Kosten der Lauge und andrer Krystalle mehr als andere, seht's einige Tintenflege auf die Wahrheit. Daß Rittinghausen die gesetzliche Form aller Krystalle dieser Art bewahren, durch in Lokalpatriotismus gemacht Tintenflecks. Daß Kapell un- ein örtliches Ueberwiegen der Krystallisations- Ursachen. Ja, die wahre Dinge behauptet- Tintenflecks. Daß Liebknecht in der Weltkörper wachsen auf Kosten kleinerer Weltförper( Meteorite), Kantedki- Affaire nur von Vorrednern bereits Gesagtes wiederholt welche in ihren Kraftbereich kommen. Die erste, die organische habe Tintenflecks. Daß Demmler in der Reichsgerichtsdebatte Urwelt kennzeichnende Thätigkeit oder Verrichtung, wie wir sie einige spaßhafte Bemerkungen gemacht Tintenflecks. Daß bei den" Protisten" beobachten können, ist also nicht ihr WachsUm die Vertretung nach einheitlichem System zu ermöglichen, Liebknecht gefehlt, als er in der Budgetdebatte das Wort habe thum, sondern Fortpflanzung der Art. Wir sehn solch ein wird bestimmt, daß nur die in einer und derselben Versammlaug nehmen sollen- Tintenflecks.*) Daß Motteler in keiner einzigen Urlebewesen- ein Klümpchen Schleim ohne alles Gefüge eines Ortes gewählten Delegirten auf dem Congreß Zutritt Sigung der Gewerbeordnungscommission, in die er gewählt worden, haben. Die Delegirten haben sich durch ein Mandat, welches erschienen sei- Tintenflecks. Daß ein anderer sozialistischer Abvon den Vorsitzenden und Schriftführern der Wahlversammlung geordneter" zugestanden, daß er sich mit den Bestimmungen des unterzeichnet sein muß, zu legitimiren; außerdem ist es nöthig, Haftpflichtgesetzes noch gar nicht bekannt gemacht habe**) daß der Vorsitzende der Wahlversammlung dem mitunterzeichneten Tintenflecks. Tintentleds auf Tintenflecks. Das ganze Gesudel J. Auer, Hamburg, Pferdemarkt 37, von der Wahl und dem Eugen's des edlen Ritters( vom Rückwärts- Fortschritt) ein großer Namen des Delegirten brieflich Kenntniß giebt. Wir erwarten deshalb, daß Ihr denselben zahlreich beschickt. Außerdem wird es sich empfehlen, daß Ihr über den bevorstehenden Congreß in Euren Versammlungen diskutirt, dessen Tagesordnung einer eingehenden Besprechung unterzieht und die Resultate Eurer Debatten in Gestalt von Anträgen vor den Congreß bringt. Zutritt zu dem Congreß haben solche Parteigenossen, welche von einer Arbeiter- oder Volksversammlung zu Delegirten gewählt wurden. Die vorläufige Tagesordnung des Congresses lautet: 1) Bericht der sozialistischen Reichstagsabgeordneten über ihre Thätigkeit in der ersten Session des Reichstags. 2) Bericht über Gang und Stand der sozialistischen Agitation in Deutschland mit besonderer Berücksichtigung der Wahl vom 10. Januar 1877. 3) Die sozialistischen Organisationen in Deutschland. 4) Die Parteipreſſe. Anträge zum Congreß sind spätestens bis zum 15. Mai an Auer zu senden, falls sie auf die definitive Tagesordnung des Congresses gesetzt werden sollen. Mit sozialdemokratischem Gruß J. Auer. A. Bebel. W. Blos. W. Brace ir. Demmler. F. W. Fritzsche. W. Hasenclever. A. Kapell. W. Liebknecht. Joh. Most. J. Motteler. betrübend Presse: Tintenflecks. wachsen auf Kosten seiner Umgebung, wenn es gedeihliche Nahrung findet, bis es zerreißt in zwei Wesen derselben Art, welche ein wenig weiter wachsen, um wieder zu zerreißen. Wir verfolgen nicht weiter; denn diese ist eine bloße Veränderung der Forthier die in der Reihe der Protiſten aufsteigende Entwicklung pflanzungsweise; es tritt feine neue Thätigkeit hinzu. Auf diesem nicht weiter; denn diese ist eine bloße Veränderung der FortAls Herr Richter von den großen Worten" sprach, welche organische Welt, aus der Krystallbildung in die BellenUebergangspunkt der sogenannten unorganischen in die sogenannte die Sozialdemokraten bei den Reichstagswahlen im Mund ge- bildung, ist also( nach Hegel'scher Auffassung) ein Sprung führt haben sollen, dachte er gewiß an sich selbst und seine vorhanden, welcher doch nur ein bloßer vermittelter Uebergang fortschrittlichen Mit-„ Volksbeglücker", die bekanntlich durch die ist, und durch das erstmalige Auftreten einer neuen StoffverBank gewaltige Mundhelden sind und in„ großen Worten" das ist, und durch das erstmalige Auftreten einer neuen Stoffver bindung des Eiweißes aus vorhandnen Stoffen unter Menschenmögliche leisten. Die Stellung, welche wir Sozialdemokraten dem Reichs- das Eiweiß zuerst gebildet werden konnte, das ist erst noch zu besonders günstigen Bedingungen vermittelt wird.( Wie freilich tag gegenüber einnehmen, ist so oft aufunseren Partei- Con- erforschen, indem wir selbst es künstlich bilden lernen). An greffen und in unserer Partei- Presse präzisirt worden, daß dieser neuen Stoffverbindung äußert sich von da an die KrystalliHerr Richter wissen muß, daß wir vom Reichstag weder Großes fationskraft als Bellenbildungskraft, welche zuerst blos als Forterwarten, noch dem Volt Großes versprechen können. Die " Großthaten im Reichstag" der sozialistischen Abgeordneten sind wickelt. Alle weiteren Verrichtungen mittels weiterer Organpflanzungskraft eine eigenthümliche und neue Thätigkeit ent also nichts anderes als" Großthaten" im Lügen des fortschritt- bildung bei den Protisten treten erst später hinzu. lichen Abgeordneten Richter. Doch lassen wir Das und Den. Jede weitere Ausbildung wird durch veränderte LebensDie sozialdemokratischen Abgeordneten sind in den Reichstag bedingungen erklärlich, weil wir dies fünstlich an sehr vergeschickt worden, um die Interessen des arbeitenden Volks zu schiedenen Thier- und Pflanzenarten nachweisen können. Diese vertreten, und nicht, um den Gegnern des arbeitenden Volks Veränderung kann entweder örtlich oder allgemein auftreten. Die Sozialisten im Reichstag zu gefallen. Sie haben in der Sessionshälfte vor Ostern gemäß id tönnen es den Gegnern nicht recht machen. Und das ist sehr einem Beschluß des letzten Parteicongresses, neben Im Allgemeinen zieht die heutige Naturforschung vor, nur örtliche Veränderung der Lebensbedingungen zur Erklärung der für unsere Gegner. Seit Antritt der Osterferien anderen Gesezesvorlagen, ein Arbeiterschutzgesetz entworfen, ise macht folgender journalistischer Sprößling des Geschäftspolitikers dessen Ausarbeitung mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden Vorgänge vorauszusehen, wenn sie nur irgend genügen, und Eugen Richter seinen Rundgang durch die reichsfreundliche war und eine längere Thätigkeit in Anspruch nahm, weil der zwar weil dies mehr erklärt. Es läßt sich jedoch nicht leugnen, Entwurf in den Rahmen der bestehenden Gewerbeordnung ein- daß in ſeltnen Fällen auch ganz oder ziemlich allgemein solche " Wer Gelegenheit hatte, zur Zeit der Reichstagswahlen sozial- gefügt und die gesammte internationale Fabrik- und Arbeits- also denkbar, daß die Urbildung vom Eiweiß wieder aufhörte, Veränderungen in der Urzeit vorgekommen sein mögen. Es ist demokratischen Volksversammlungen beizuwohnen und die großen Gesezgebung berücksichtigt werden mußte. Es handelte sich darum, ein Gesetz zu schaffen, das Worte zu vernehmen, welche die sozialistischen Volksbeglücker im ohne unter den Munde führten, der mußte von einiger Erwartung ob der Groß- den sozialistischen Grundsägen zu widersprechen thaten erfüllt sein, welche sie im Reichstage vollführen würden. heutigen Verhältnissen schon möglich ist. Daß dies kein leichtes Der Reichstag hat nun schon eine Hälfte seiner Session hinter Stück Arbeit war, davon kann sich Jeder überzeugen, wenn der sehr umfangreiche Entwurf vorliegt, was in den nächsten fich, es haben große Kämpfe und Debatten stattgefunden, aber die Herren Sozialdemokraten haben sich auffallend still und Tagen der Fall sein wird. Unter allen Umständen steht so viel fest, daß die sozialzurückgezogen verhalten. Die ganze Thätigkeit der sozialdemofratischen Gruppe beschränkte sich darauf, daß Herr Rittinghausen demokratischen Abgeordneten in Berlin die Hände nicht in den einen Aft des Kölner Lokalpatriotismus erfüllte, indem er einen Schooß gelegt haben. Die Majorität des Reichstags wird bald as Antrag auf Burückgabe eines Theiles der Festungswälle an die- und schwerlich zu ihrem Vergnügen gewahr werden, Stadt Köln stellte und dabei eine über Gebühr lange Rede hielt, welche Bewandtniß es mit dem„ auffallend stillen und zurückHerr Kapell in einer Rede über die in der Grafschaft Glaz gezogenen" Verhalten unserer Abgeordneten hatte. herrschenden ungünstigen Verhältnisse unwahre Dinge behauptete, Sie haben gearbeitet, statt zu schwäßen und leeres Stroh welche durch den„ Reichsanzeiger" widerlegt worden sind, wäh- zu dreschen. rend Herr Liebknecht bei Berathung des Falles Kantecki lediglich Geschäftspolitiker Richter verrathen- wird der Reichstags- bedingungen durch rein mechanische und chemische Ursachen blindDer Gefeßesentwurf unserer Abgeordneten- das sei dem Bemerkungen wiederholte, die von den vorausgehenden Rednern majorität hundertmal mehr Verlegenheiten bereiten, als hundert wirkender Art zerstörte eine Ueberzahl von Lebewesen jeder Art, schon vollständig zur Genüge gemacht worden waren, und Herr der klassischsten Brandreden" vermocht hätten. Mit ein paar und nur die zufällig unbildungsfähigen erwarben mit neuen Demmler endlich bei Berathung der Reichsgerichtsvorlage einige hochtrabenden Phrasen und Gemeinplägen läßt sich über diesen Organen allmählig neue Verrichtungen, womit sie sich ihrer ill; paßhafte Aeußerungen zum Besten gab. Bei der Berathung des Entwurf nicht wegkommen. Er ist, wie gesagt, durchaus prat Umgebung anpaßten und in geringer Bahl erhalten blieben. Etats, von dem nur einzelne Theile einer besonderen Commis- So fam zur Fortpflanzung und Bewegung die Verdauung, zu fessionsberathung überwiesen sind, ferner bei der Vorlage über tisch, und wer es ernst meint mit dem wohl per arbei- Umgebung anpaßten und in geringer Bahl erhalten blieben. Elsaß- Lothringen blieben die sozialistischen Abgeordneten stumm; allgemein anerkannter Schäden und Mißstände, muß mittels eines Nervengeflechts hinzu; bei der Weiterentwicklung tenden Klassen, wer es ernst meint mit der Beseitigung diesen dreien die Sensibilität( das Gefühl zuerst ohne, dann Herr Liebknecht, der an einem Lage als Redner vorgemerkt war, dem Entwurf im Großen und Ganzen seine Zustimmung geben. der Pflanzen wurde das Gefühl und die Bewegungskraft verfehlte, als ihm das Wort ertheilt wurde. Es scheinen sonach Diejenigen im Rechte gewesen zu sein, welche im Voraus der*) Da Herr Richter die betreffende Erklärung Liebknecht's fannte fümmert, und die vorhandne Kraft, welche nicht verloren gehen Meinung waren, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten im wie aus einer anderen seiner Correspondenzen hervorgeht so hat er konnte, vermehrte die Fortpflanzungs- und Ernährungsfähigkeit, Reichstage eine wesentlich andere Haltung als unter ihren Bar- hier mit Vorbedacht gelogen! In der erwähnten Correspondenz welche innerhalb enger Grenzen zugleich gedeihen konnten, sich feigenossen und in den Boltsversammlungen beobachten würden. meinte er, sich entschuldigend, es habe geschienen, als wolle 2. reben! aber gegenseitig verkümmern mußten, wenn die Lebensbedingungen Möglich, daß auf diese Haltung auch der Zuwachs, den die so**) Offenbar ist dies die verlogene Aufwärmung des alten Lügen die eine besonders begünstigten. Dasselbe Gesetz wirkte in der zialistische Gruppe aus dem Kreise der Rentner erfahren, ein- fohls, daß Bahlteich einmal gesagt, er habe das Hilfskassengeset Thierwelt so, daß die Lebenskraft sich auf vier bis fünf Versewirkt hat und daß die Herren Demmler und Rittinghausen nicht ganz gelesen. Bahlteich erklärte dies fofort für eine Lüge, das richtungen vertheilte, welche ihre Organgeflechte ausbildeten thren Parteigenoffen begreiflich gemacht, es bedürfe im Parlament aftpflichtgeset, aus Bahlteich einen anderen joziali- nämlich Fortpflanzung, Verdauung, Athmung, Blutbereitung und, genirt das aber einen Richter? Und aus dem Hilfskassengeset ließ sich während des ersten Theiles der Session im Hause nur Tintenfleds- Richter. iner etwas größeren Mäßigung und Zurückhaltung. Herr Bebel fischen Abgeordneten" machen – das ist eine Kleinigkeit für den Nervenleben. Einseitigkeit der Gunst der Lebensbedingungen verkümmerte auch wechselsweise die nichtbegünstigten Verrichtungen cor eue en en m= 18นะ ng uch ge= bei ofta nachdem überall die dazu nöthigen Urstoffe nur noch in Verhältnissen sich zusammenfinden konnten, welche nicht mehr Eiweiß ergeben. Damit wäre die Möglichkeit einer Urzeugung immerhin vorstellig gemacht. Von da an mußten also alle neuentstehenden Arten aus den zuerst vorhandenen, oder aus der einen allein vorhandenen durch Veränderung( örtliche) der Lebensbedingungen sich entwickeln. Dabei gingen die Einzelwesen, welche nicht einen diesen Bedingungen angemessenen Vorzug beaßen, oder nicht mehr genügendes Wachsthum gegeben fanden, massenhaft zugrunde. Die überlebenden bildeten eine neue Thätigkeit mittels neuer Organe aus, welche sich den neuen Bedingungen anpaßten- vermuthlich einfachste Bewegungsorgane, welche mehr Nahrung zu erlangen gestatteten. In dieser Weise fortfahrend vermannigfachte die Natur ihre Lebewesen ohne alle bewußte oder unbewußte Zwedthätigkeit. Jede neue gesetzliche Veränderung der Lebens auf Kosten der andern, weil die ererbte Lebenskraft nicht ver- schwinden konnte, bevor alle Lebensbedingungen zu ungünstig waren. Wir hoffen, daß diese Umbildung des Darwinschen Gesetzes in der kurzen Darstellung, welche wir hier geben, nicht mißver- ständlich sei. Wir haben hier noch zu erklären, was wir unter Zufall verstehen, weil wir uns dieses Ausdrucks öfters be- dienen. Wie kann es in der Natur, wo Alles blind strengen Gesetzen folgt, noch Zufälliges geben?— so fragt man uns. Wir antworten in möglichster Kürze: für das Einzelwesen ist Alles zufällig, was für die Natur uothwendig ist. Das ist auch so ein Hegel'scher Widerspruch, welcher wirklich vorhanden und vernünftig ist. Die Grundstoffe sind ewig unveränderlich, die Grundkraft in allen ihren Verwandlungen ist es ebenfalls, und ihre unendliche Summe ist es nicht minder. Alles aber, was aus der Zusammenwirkung verschiedener Stoffe und Kräfte her- vorgehen kann, ist endlich, veränderlich, ein Einzelwesen. Und die Mannichfaltigkeit dieser Einzelwesen ist schlechthin unendlich groß. Das ist das große allgemeinste Lebensgesetz der Natur. Weil also jedes Einzelwesen gradweise von jedem verschieden sein muß, so ist es für jedes derselben zufällig, in welchem Grade sich alle seine Daseinsbedingungen vereinigen, um ihm seine besondren und einzelnen Formen, Farben, Gewicht, Ver- änderungen und Daseinslänge:c. zu verleihen. Daß die Natur gar keinen Zweck, bewußt oder unbewußt, verfolgen kann, zeigt sich eben in ihrer sichtlichen Gleichgültigkeit gegen alle Einzel- Wesen, welche ledes auf Kosten andrer leben, um wieder in ihrer Auflösung Stoffe und Kräfte für stets andere herzugeben: in ihrer massenhaften Vernichtung Einzelner, in der genauen Roth, mit welcher die wenigsten Einzelwesen der Vernichtung entrinnen, um sich langsam neuen Lebensbedingungen anzupassen, kurz in der Grausamkeit, wenn wir so sagen dürfen, alles Fortschritts in der Natur, welcher für sie selbst kein Fortschritt ist, da sie schließlich jedes Einzelwesen wieder in die allerersten Anfänge auflösen, jede, auch die höchste Entwicklung vernichten muß. Trotzdem hat jedes Einzelwesen immer genau soviel Willkür und Selbstgenuß, als es zu genießen fähig ist. Das Gegentheil von dieser blinden Gesetzes- und Zufalls- wirthschaft, und zwar je länger desto mehr, ist der Mensch. Er kann dem Zufall nicht steuern, daß gerade er da und dann, und mit solchen Gaben und in solchen Lebensbedingungen geboren und erzogen wird, wie es für ihn der Fall ist. Aber er kann verhindern helfen, daß seine Nachkommen gleich ungünstig ge- stellt sind, und daß der Zufall die Menschenwelt blind beherrscht. Er kann die letztere mehr und mehr auf Vernunft begründen. Er kann sein Gehirn durch eignes Denken verbessern und seinen Kindern die bessere Gehirnverfassung, zusammt einer steigenden Erziehung, hinterlassen. Er kann sich mit seines Gleichen ver- binden, und die überlieferten Ersahrungen der Vergangenheit dazu benutzen, um die Natur immer besser beherrschen und seinen Zwecken anpassen zulernen. Nicht länger paßt ihn die Natur allgewaltig ihren Gesetzen an; er dreht niehr und mehr den Spieß herum und paßt sie sich an. Nicht mehr vererbt er blos die Vorzüge, welche veränderte Lebensbedingungen den überlebenden Einzelwesen zu erwerben gestatten; er schafft sich künstlich seine Lebensbedingungen und entwickelt so durch Wechselwirkung zwischen Geist und Natur sein Gehirnwachsthum und feine Naturmacht immer rascher und allseitiger. Er braucht nicht länger das Wachsthum einer seiner Naturthätigkeiten durch Verkümmerung aller übrigen zu erkaufen; er darf sie alle harmonisch ausbilden und in einer vernünftigen Menschengesell- schaft durch volle Vermenschlichung jedes Einzelnen dem Kampf um das Dasein für die Menschen mehr und mehr ein Ende machen. Und in dieser seiner zukünftigen Welt lebt kein Mensch mehr auf Kosten eines andern, sondern Jeder für Alle, und Alle für Jeden. Der Zufall spielt immer weniger eine Rolle, und Jeder wird seines Glückes Schmied. Nur in der Menschenwelt also erlaubt die wissenschaftliche Begriffsschärfe von Vervollkommnung zu sprechen, wie es in ihr auch allein Zwecke giebt, unbewußte und bewußte. Die Schopenhauer'fche Asterweisheit hat von der verachteten Hegel'schen Afterweisheit noch viel zu lernen; denn diese hat wenigstens nie von„unbewußten Zwecken" gesprochen, diesem Messer ohne Klinge und Heft. Was sie„außer sich gerathene Vernunft in der Natur" nennt, ist trotz aller metaphysischen Hohlheit doch immer noch ein entschuldbarer, dichterisch bezcich- nender Ausdruck. Und wenn Hegel findet, daß im wahrhaft denkenden(freilich nicht im blos metaphysisch spekulirenden) Menschen die Natur sich über sich selbst erhebt, einen Sprung Johann Jacoby. (Schluß.) Von einem Begräbniß wandte sich Jacoby zu einem Sterbe- bett, er ging nach Frankfurt in das Parlament. Still, tief- traurig folgte er dem Kranken(Parlament), der die Lagerstatt wechseln wollte, nach Stuttgart, wo das deutsche Reich der Frei- heit unter die Hufe der Rosse gerieth. Mit seinem Freunde Heinrich Simon ging er in die Schweiz. Als ihn dort am Genfersee die Kunde ereilte, daß er wiederum des Hochverraths angeklagt sei, hielt's ihn nicht länger in der Fremde. Der Flüchtling flüchtete sich in die Heimat; verkleidet, mit Brille und falschem Bart, eilt er durch Deutschland und stellt sich in Königsberg den Geschworenen, seinen Richtern. Diese sprechen ihn frei, die westfälische Stadt Coesfeld wählt ihn in die erste Kammer. Jacoby lehnte ab, er mochte nicht dabei sein, wo man die Reste des Festes bei Seite brachte. Es folgte eine fast zehnjährige Pause im politischen Leben. „IMnlosopiioumkll anen rnalakiaa", sagte Jacoby, wir wollen Philosophiren, ohne darüber die Thatkraft zu verlieren. Die Retorte war gesprungen, mit leichtem Stirnrunzeln ging er an die Arbeit. Er revidirte sein Glaubensbekenntniß bis zu den letzten Principien; aus jener Zeit stammen zahlreiche philoso- phifche Arbeiten, die in den letzten Jahren veröffentlicht worden sind. Es ist ein wahrer Genuß, diese Arbeiten in der Hand- schrift vor sich zu sehen, der breite Rand ist übersäet mit Ci- taten der ausgebreitetsten Lektüre, diese Citate sind aber nicht da, um zu paradiren, sie dienen nur seinem Bedürfniß, sich stets in Concordanz mit den edelsten Geistern aller Zeiten und Na- tionen zu wissen. Lessing, Schiller, Kant und Spinoza sind in erster Reihe seine Leitsterne. Wie sich Buffon zum Schreiben in Glace-Handschuhen hingesetzt haben soll, so hat Jacoby sich gleichsam geistige Glace-Handschuhe angezogen, wenn er sich ans Denken begab.. Mit dem Tode Friedrich Wilhelm's IV. kam auch an ihn wieder der Ruf, sich zu bethätigen. Er schrieb die Broschüre: „Grundfätze der Preußischen Demokratie." Wieder war es das junge Volk Ostpreußens, Junglithauen, das der verknöcherten Herrschaft Vincke's sich entgegenstellte, aber das Fundament war ein Compromiß. 1861 noch lehnte Jacoby die Candidatur im vierten, 1862 das Mandat im zweiten Berliner Wahlbezirk ab, indem er aussprach, daß er für Rücksichtnahmen nicht der Mann in's Reich der Freiheit macht, der aber zugleich durch eine blos gradweise Entwicklung zustande kommt, so entspricht diese Bezeichnung weit mehr den wirklichen Thatsachen, als die Fabel von einer in der Natur zwar unbewußten, aber höchst weisen, im Menschen dagegen bewußten, aber irrenden Vernunft. Es ist das unverbrüchliche Lebensgesetz der Naturwissenschaft, den Zweckbegriff Vollens aus der Naturerkenntniß zu verbannen, der selbst bei Darwin noch spukt, weil sie genau nur soweit wirkliche Erkenntnisse aufzuweisen hat, als sie blos Gesetzmäßigkeit nach- weist ohne alle Zwecke. Die ganze zukünftige Kulturgeschichte aber ist so zu behandeln, daß sie ans den nicht länger entstellten Thatsachen nachweist, wie in der Menschenwelt der Kampf um's Dasein, der in der bloßen Natur herrscht, durch verallgemeinertes und gesteigertes Denken zu einem Kampfe gegen die Natur wird. Dieser Kampf wird immer siegreicher, und statt des Menschen wird die Natur mehr und mehr die Sklavin des Geistes. Contra Stephan. Aus Botokudien, im März. Das eindringliche Desaveu, welches die berühmte Jnterpel- lation über die Zeugenhaft des Herrn E)r. Kantecki dem General- Postmeister eingebracht hat, dürfte kaum irgendwo einen lauteren Widerhall und eine unbedingtere Billigung gefunden haben, als bei seinen„eigenen Leuten", den Postbeamten selbst. Man be- gegnet hier bei dieser Gelegenheit stellenweise der ganzen her- vorbrechenden Gewalt eines lange und schwer verhaltenen Un- muths und einer Stimmung, welche wie an den Grenzen der Verzweiflung irrend erscheint,— wenn man diese pflichttreuen Beamten einmal nach dem etwaigen Beileid mit dem Schicksal ihres„Leiters" aus Anlaß der Reichstagsdebatte fragt. Der Herr Generalpostmeister schrieb vor noch nicht langer Zeit ein- mal an die„Düffeldorfer Zeitung" emphatisch,„daß sein ganzes Sinnen und Streben auf das Wohl der ihm Anver- trauten gerichtet sei". Wenn dieses Sinnen und Streben aber dennoch solche Verurtheilung auf Seite der„ihm Anvertrauten" zur Frucht trägt, wie sie wieder und wieder sich an's Tageslicht wagt, und wie sie Jeder hören kann, der sich an das unbe- fangene Urtheil eines einsichtigen Beamten wendet,— dann hat Herr Stephan sich gelegentlich seines„Sinnens und Strebens" in einer schön gedrechselten Phrase(wie so häusig) ergangen, oder man müßte zu der unmöglichen Annahme gelangen, seine Untergebenen wären schamlos Unzufriedene, oder bis an den Nerv der Menschenwürde wirklich verrottet und verstockt. Es muß ihm nun aber— und stände selbst der dickste Dunst eines Pascha-.Absolutismus um ihn— endlich klar gemacht sein oder klar gemacht werden, daß es doch„anders gehen muß". Möge sich doch Herr Stephan nicht einreden, daß er und etwa die Geister, welche er um sich gezogen, für das Staatswohl unentbehrlich seien. Freilich mag ihm der eiserne Arm seines großen Lehrmeisters und Gönners ein augenblicklicher Halt sein. (Der„eiserne Arm" ist inzwffchen zerbrochen. Red. d. V.) Aber auch die Selbstherrlichkeit und das persönliche Re- giment selber muß und wird durch das fortwährende Abblättern der tüchtigsten und bewährtesten Kräfte vom Baum des Staats- dienstes— man erinnere sich der Affaire v. Stosch(die sich aller- dings schließlich nicht zum„Abblättern", sondern zum Ab- ästen gestaltet hat—„der Äst, auf dem wir Alle sitzen." Red. d. V.)— in sehr bedenkliche, häßliche Beleuchtung zu stehen kommen. Es ist ein Schauspiel für die Götter und die Welt, daß ein Verwaltungsbeamter fortgesetzt und als wolle er, auf seinen Kopf gestellt, das Gewicht seines autokratischen Willens prahlerisch der Welt zur Schau hinhalten und mit demselben es gegen das allseitige Verdikt und das Ansehen von Landtag und Reichstag, sowie der gcsammten Presse aufnehmen,— bei seinem materiell allgemein gerichteten Verfahren beharren kann, ohne von seinem Posten entfernt zu werden! Seine bei dieser Gelegenheit bewiesene Handlungsweise erlaubt allein schon den Rückschluß, wie absolutistisch er und seine Werkzeuge mit den machtlosen Untergebenen umspringen mögen. Es sind deshalb auch immer Klagen theils voll tiefsten Unwillens, theils voll resignirter Bedrängniß oder dumpfer Verzweiflung, welche uns wiederholt zu Gesicht oder Gehör gekommen sind. Die Beamten würden, ihren Kundgebungen zufolge, ihren„Leiter" lieber heute als morgen verabschiedet sehen, und das Votum eines so großen Beamtenkörpers dürfte wohl Gewicht genug haben. Wenn Herr Stephan auf Durchhaltung von Disziplin und auf Schutz gegen unterminirende Elemente pochen will, so mag sei. Erst 1863 gab er der wiederholten Wahl des zweiten Be zirks nach, er meinte wenigstens bei den Wählern die Energie zu finden, nach der er dürstete, und sie war damals vorhanden, das wird Niemand leugnen, der den Enthusiasmus miterlebte, welchen seine Rede vom 13. November 1863 bei den Tausenden im weiten Saale erregte. Er sagte damals, das man nicht zu viel Werth ans Landtagsbeschlüsse unb_ Budget-Verweigerung Bismarck gegenüber legen solle, denn dieser verstände ja budget- los zu regieren, sondern selbst denken und selbst handeln müsse. Dann machte er Punkt und Gedankenstrich. Den Gedankenstrich erklärte das Criminalgericht dahin, selbst handeln heiße, das Volk solle die Steuern verweigern. Er bestritt nur, daß man dies aus seiner Rede heraushören müsse. Er wurde zum vierten Mal wegen Hochverraths angeklagt und zu 6 Monaten verurtheilt. l Inzwischen war durch Forckenbeck das Compromiß auch in der Militärfrage angebahnt worden, und nun ging es langsam abwärts. Jacoby saß in der Kammer, sagt Ziegler, wie eines der steinernen Königsbilder am Nil, aber nicht er war's an dem sie Todtengericht übten, er selbst war Todtengericht.„Seine bloße Anwesenheit in einem Staatskörper machte die Freunde sicherer, die Schwachen stärker, die Schwankenden verschämter, die Feinde vorsichttger." Im Jahre 1864 schon hatte er sich darauf beschränkt, gegen den Etat sein Nein abzugeben und kurz zu motiviren und be- zog von da an keine Diäten mehr. Noch einmal, am 22. Mai 1866, protestirte er in der Königsberger Stadtvcrordnetenver- sammlung gegen den Krieg. Wie er diesen Krieg beurtheilte, darüber gab die Adreßdebatte des unter dem Donner von Königgrätz gewählten Hauses Licht. Seine Wähler hatten die ersten Verwundeten aus der Schlacht bei Nachod jubelnd herein- geschleppt und regalirt, dann ihn wiedergewählt. Der Ein- druck seiner Rede in der Adreßdebatte läßt sich nicht beschreiben, es war ein Sieg der Wahrheit. Am Abend des Einzuges der Truppen aber gründete er eine demokratische Zeitung in Berlin. Gegen die Annexion', die Dotationen, die Verfassung des norddeutschen Bundes war er mit seinem Nein, seinem Protest auf dem Platze. Gegen letztere war er wegen der Rechtswidrig- keit ihres Entstehens, mährend die Fortschrittspartei wegen Schmälerung der parlamentarischen Rechte dagegen war. Damit kam es zum Bruch mit der Partei. Er schwieg fortan, auf er sich zuvor überzeugt halten, daß es nicht Staatsstützen heran- bilden heißt, wenn man seinen 60,006 Arbeitern ein Arbeits- Pensum auferlegt, das ihnen nicht die genügende Zeit zur Er- holung läßt, sie in der Familie fremd macht und untauglich zu geistiger Rcg'amkeit, und wenn man sie dann bei all' Diesem kaum nothdürftig sättigt. Wir meinen dies insonderheit hin- ! sichtlich der im Praktischen beschäftigten Beamten und der Unter- beamten. Es ist uns immer vorgekommen, als glaubte die Postbehörde die Reichssinanzen allein retten zu sollen. Es ist gut, wenn mit Ueberschüssen gearbeitet wird. Wenn diese aber nur durch eine rücksichtslose Belastung und Beschränkung der arbeitenden Fakto- ren zu gewinnen sind, dann müssen wir auf's nachdrücklichste protestiren. Will Herr Stephan seine Organe auskömmlich besolden und absolut mit prunkenden Ueberschüssen vor die Reichs- Verwaltung treten, so muß er seine Tarife weniger nach dem Leibe des Manchesterthums zuschneiden. Auch ein Postbeamter und Freund der Post, aber nicht des Hrn. Generalpostmeisters. Sozialpolitische Uebersicht. —„Ich bin ein kaputer Mann", sagte Fürst Bismarck vor Ostern zu einigen Freunden, und obgleich es nicht amtlich war, so hat er doch die Wahrheit gesagt. Die armen vom„Ast" und mit dem„Ast" Herabgepurzelten winseln und wehklagen noch immer; zum Theil haben sie von den Folgen des„jähen Sturzes" die sonderbarsten Fieberphantasicn, so deliriren einige von einem Reichskanzler Bennigsen. Am unglücklichsten ist wohl der Schlangentödter Dernburg, die inspirirte Egeria der „Nationalzeitung-, der verzweifelt stöhnt:„Wir finden uns gegen- über dem Unbekannten!" Ja der„Ast", der„Ast" ist gebrochen. Um das nationalliberale Völkchen vollends aus Rand und Band zu bringen, werden verstärkte Gerüchte von unmittelbar bevor- stehender Auflösung des Reichstags in Umlauf gesetzt.— Wie die„Reichskanzlerkrisis" enden wird? Vorläufig herrscht noch das vollständigste Chaos, die verschiedensten Wünsche und Meinungen durchkreuzen sich, verknäueln sich. Die Rathlofigkeit und Verwirrung lassen nichts zu wünschen übrig. Und daß das Chaos so bald nicht zu Ende geht, dafür hat ER gesorgt. „Ordnung war nicht die Sache des genialen Staatsmannes, für's Organisiren war er zu groß", so piepen schon mit obligatem „leider!" verschiedene reichsfreundlichc Spatzen, die auch auf dem „Ast" gesessen haben und im Begriff sind, sich auf einen andern zu setzen. Der„Eselstritt" kommt rascher als wir vermuthet hatten.— — Wie die heutige Gesellschaft Kunst und Wissen- schaft Pflegt. In Paris erschoß sich dieser Tage ein berühmter Maler, Marchal. Die Sehkraft versagte ihm, gespart hatte er nichts, weil er den Götzen des Tages nicht gedient, betteln wollte er nicht— so endete er, um dem Hungertod zu entgehen, sein Lebe» durch eine Kugel. Ein paar Tage vorher hatte der(auch unfern Lesern bekannte) Naturforscher und-Philosoph Spillerin Berk. Zeitungen einen Hülfruf veröffentlicht für einen„genialen" Gelehrten, der trotz„energischer schrifstellerischer Thätigkeit" mit seiner Familie in's äußerste Elend gerathen, und ohne das Almosen mitleidiger Menschen verloren war. In diesen zwei Kulturbildern spiegelt sich„die beste der Welten" getreu ab. Wem sie nicht gefällt, und wer da Zustände schaffen will, die den Mann der geisttgen Arbeit, wie überhaupt jeden Arbeiter, vor der furcht- baren Alternative des Hungertodes oder des Bettelns bewahren will— ein furchtbares Dilemma, aus dem es für den Mann von Ehre oft nur den einen Ausweg des Selbstmords gibt— der ist ein— Kulturfeind!— — Der Hungertyphus hat nun auch— nach einer Mel- dung unsres Bruderorgans„Wahrhett"— seinen Einzug in Breslau gehalten. Am Sonnabend den 31. März sind fünf derartige Erkrankungsfälle zur Anzeige der Behörde gelangt. Im Solde der Regierung stehende Aerztc bemühen sich zwar krampfhaft, den Glauben zu erwecken, daß ein eigentlicher Hunger- typhus in Schlesien gar nicht existire, und daß die Epidemie nur eine Folge der Unreinlichkeit und des engen Zusammen- wohnens der dortigen Bevölkerung sei. Aber wenn die Arbeiter- bevölkerung Schlesiens— und namentlich Oberschlesiens— wirklich unreinlich ist und schlecht wohnt, wie kommt es, daß die Epidemie nicht schon längst zum Ausbruch gelangte? Es bleibt seine Wähler aber hoffte er noch. 1868 im Januar setzte er ihnen die Grundzüge einer demokratischen Partei auseinander, er hatte vor ihnen kein Hehl, daß die Fortschrittspartei über- lebt sei. Schon diese Enthüllung wirkte auf das Heerdenbe- wußtsein erkältend und als nun die Legislatur weiter vorschritt und er nicht einmal„arbeiten wollte"— wie seine früheren Genossen klagten— er in keiner einzigen Commission tagte, da kam über die Wähler das Gefühl jenes Atheners, der dem Aristides die Vcrbannnung votirte, weil er es satt sei, jenen immer den Gerechten genannt zu hören. Und waren sie schon stutzig geworden, als er in der Rede von 1868 neben den pvli- tischen die sozialen Ziele der Demokratie als gleichberechtigt auf- gestellt hatte, so ward's zum Abfall in hellen Haufen, als er am Schlüsse der Session 1870 im Januar, über die Ziele der Ar beiterbewegung sprach. Der Umstand, daß auch die Sozial- demokraten kamen und nach ihrer Weise das Präsidium für sich begehrten, wurde zum Anlaß genommen, in Schaaren davon zu ziehen und den alten Abgeordneten seinen neuen Freunden, wie es höhnend hieß, zu überlassen. Da kam zur ersten Hälfte des Spruches, den er im November 1848 gethan, dessen zweite, nun war's auch ein Volk, das die Wahrheit nicht hören wollte. Und ebenso ruhig, wie er damals geblieben, blieb er nun auch hier, und bot, wie es im Gleichnisse von des Königs Gastmahl heißt, nun es die Andern verschmähten, den Armen und Be ladenen seine Speise.— Damit war der große Bann gesprochen; im Herbste desselben Jahres, als es zu den Neuwahlen ging, hing Jacoby's Mandat im Trödel. Ziegler hatte es abgelehnt, weil seine Ehre solche Mitbewerbung verbiete. Herr Eugen Richter war der glückliche Erwerber. 109 nur von 600 Stim- men waren treu geblieben. Und man weiß, was inzwischen geschehen war; die„Sommerftische in Lötzen", wie Jacobu selbst scherzte, die rechtswidrige Vergewaltigung durch den General v. Falckenstein, die vor dem Braunschweiger Appellhofe später ihr Urtheil empfangen hat. Jacoby wandte sich beschwerend an Bismarck, dieser antwortete mit höflichem Bedauern über die eigene Inkompetenz in dieser Sache. Der Aufenthalt in der ungesunden Feste hat einen braven Mann, Ehrenreich Eichholz, in ein vorzeitig Grab geführt, eh war auch nicht spurlos an Jacoby vorübergegangen, der von da ab das Bedürfniß milderen Klimas empfand. Seinen Freunden zur Freude, denn er trat von dem öffentlichen Leben außerhalb der Vaterstadt nun zurück. Noch einmal drohte ihm dti schon dabei: die Arbeitslosigkeit mit dem Hunger im Gefolge haben die Epidemie erzeugt, und der Hungertod ist die Münze, mit welcher die Arbeiterklasse die Zeche für die wirthschaftlichen Orgien der Bourgeoisie bezahlen muß. Doch auch jene super- klugen Staatslenker, welche die darniedcrliegende Industrie zu heben vermeinten, indem sie die Löhne zu reduziren und die Arbeitszeit zu verlängern empfahlen, tragen Schuld an dem namenlosen Elend, unter welchem die Arbeiterklasse jetzt schmachtet, — Nationalreichthum und Krieg.„Der wahre Reich- thum eines Staates besteht im Boden-Ertrag, d. h. insofern der Ertrag die Kosten des Bebauens überschreitet. Die Industrie trägt nur zur Vermehrung dieses Reichthumes bei. Hat eine Nation oder ein Staat keine Industrie, so wird auch nur das Nothwendige gepflanzt und gezogen werden, und der Ackerbau bleibt in seiner Kindheit. Was aber auch und wie groß die Industrie sein möge, dürfen doch die Staatseusgaben keine Steuern und Abgaben bedingen, die so drückend auf den Ackerbau wirken, daß der Bodenproducent sich gezwungen sieht, nur das Nothwendigste zu bauen. Ist dieses der Fall, so wird auch die Industrie den Nationalreichthum nicht vermehren und sich mit diesem verringern. Auch der Luxus muß dazu drängen, die für den Ackerbau bestimmten Summen zu erhalten oder zu vermehren, sonst ist er dem Nationalreichthum schädlich, wenn die Industrie letzteren auch zu heben scheint. „Der Krieg verringert aber augenscheinlich das National- vermögen nnd selbst die heimgeführte Beute ersetzt diesen Ver- lust nicht. Seit der Römerzeit hat keine Nation sich durch Siege bereichert. Das Italien des 16. Jahrhunderts war durch seinen großartigen Verkehr reich. Hätte Holland sich darauf be- schränkt, die spanischen Silberflotten wegzunehmen und nicht durch seinen Handel und Verkehr mit Indien seine Macht und seinen Reichthum erhalten, so wäre es zu Grunde gegangen. England verarmte mit jedem Krieg, und auch dann, als es die französischen Flotten zerstört hatte. Sein Handel und Verkehr jedoch haben die Nation wieder bereichert. Die nordafrikanischen Raubstaaten, die beständig kriegten, waren immer armselig und miserabel. Nach einem langwierigen Krieg in Europa wird Sieger und Besiegter gleich unglücklich. Der Krieg ist ein Abgrund, in wel- chen alle Kanäle des Wohlstandes sich ergießen. Das baare Geld, jenes Prinzip alles Guten und aller Uebel, von den Staatsbürgern mit Mühe zusammengeschafft und gehalten, fließt dann in die Taschen einiger hundert unternehmender Menschen, in die Säckel der Meistbesitzenden, welche anfänglich die nöthigen Summen vorschießen und sich hierdurch das Recht erwerben, die Nation zu plündern. Der Privatmann betrachtet hierdurch die Regierung als seinen natürlichen Feind, er hält sein baares Geld zurück; die gehemmte und beschränkte Circulation der Ver- kehrsmittel lähmt Handel und Gewerbe." So sprach Voltaire vor gerade hundert Jahren. Wir, die wir im Jahre des Heils 1877 leben, haben entweder Nichts gelernt, oder Alles vergessen, denn dies Uebel, gegen welches Voltaire sich wendet, besteht fort, und lastet nach wie vor auf den unglücklichen Völkern. Und wie wahr ist, nament- lich auch für die Jetztzeit, was der große Weltweise über das Elend des Siegers und Besiegten, und über die Unfruchtbarkeit der Kriegsbeute sagt. Haben die siegreichen Deutschen von dem „heiligen Krieg" etwa weniger Nachtheilc gehabt als die besiegten Franzosen? Und wer in Deutschland hat nicht den Fluch des „Milliardensegens" empfunden?— — Die verkommenen unsittlichen Franzosen. In einem zu Frankfurt a. M. gehaltenen Vortrag über George Sand sagte der urchauvinistische Literaturhistoriker Kreyssig unter Anderm:„Die Werke George Sand's, welche ihr die meisten und schwersten Vorwürfe zugezogen, behandelten durchweg und zwar in ungesunder Weise die Gewalt der Liebe als dämo- nische Naturkraft. Ihre Schilderungen hätten in der damaligen Stimmung der französischen Jugend den empfänglichsten Boden gefunden, und so sei jenes„Evangelium der Liebe" entstanden, wie es in der französischen Romantik gepredigt werde. Man dürfe jedoch keineswegs die französische Gesellschaft nach den Lieblingswendungen der Sittcnromane beurtheilen, die Familie sei in Frankreich auf außerordentlich festen Grundlagen aufgebaut und so habe man dort die Angriffe der Sand aus die Ehe viel übler genommen als bei uns."— Mit anderen Worten, in Frankreich nehme man es in punvto der Moral genauer als in Deutschland. Hätte ein Sozial- Gewalt. Im Jahre 1879 lief durch französische Blätter ein Brief, angeblich von Jacoby, voll derbster Ausfälle gegen hohe und höchste Personen. Hätte er nicht durch einen Privatbrief nachweisen können, daß er sich gegen die Autorschaft nachdrück- lich verwahrt habe, so wäre er wieder nach Lötzcn gebracht worden. Als das Leipziger Urtheil gegen Bebel und Liebknecht 1872 eine neue Aera der deutschen Justiz eröffnete, trat Jacoby dnrch offenen Brief an die Seite ver Verurtheilten. Auch ich bin— so erklärte er— von heute an Mitglied Ihrer Partei. Letzter und höchster Skandal in den Reihen der Wohlgesinnten! Aber er war Sozialist der Forderung nach schon 48 gewesen, er hatte sein Programm sozialer Reform schon 1868 skizzirt und 187(1 ausgeführt und so war's denn nur die Aeußerlichkeit, der for- melle Beitritt zu den„Petroleurs" und„Communards", an dem die heuchlerische Gesellschaft Anstoß nahm. Wie er sich die Freiheit des Urtheils innerhalb der Parteidisciplin zu wahren wußte, das hat die Wahl im Leipziger Landkreise gezeigt, die er ausschlug. Er hatte„im tattischen Interesse der Partei" eine Candidatur angenommen, aber wer seine allezeit scharfe, den Begriff streng herausschälende Ausdrucksweise kannte, wird nicht verwundert gewesen sein, daß er unter Candidatur noch keines- Wegs Mandat verstand. Er faßte seine Parteizugehörigkeit nicht so exttusiv, wie Lassalle das einst vorgeschrieben. Wenn die Sozialdemokratie das jetzt thut, so hat sie ein Recht dazu und steht auf ihrem Schein und wir dürfen uns über ihren Ehrgeiz, sich solch geistigen Besitzes zu rühmen, nur freuen. Und nun, da wir das Äcußere bewältigt, noch einige Worte über des Mannes inneres Wesen. Dieser unbeugsame Sinn, dieser hartgeschmiedete Charatter muß sich also wohl auch im privaten Leben spartanisch bewährt haben. In Bezug auf die schwarze Suppe ja, Niemand konnte einer mäßigeren, dürsttgeren Lebensweise ergeben sein, aber gerade damit festete und sicherte er sich jenes glückliche, von Stimmung nicht abhängige Gleich- maß der Seele, die einst als fürstlichste der Eigenschaften ge- priesene Serenität. Mit sich selber stets im Reinen, im Fne- den, konnte er um so mehr menschliche Bethätigung Allem widmen, was in seine Kreise trat. Die Erfahrenheit des Arztes hatte er nicht, wie so oft geschieht, mit einer Einbuße des herz- lichen Mitgefühls erkauft; wie Ernstes ihm auch Zeit und Ge schick zu erwägen gab, in den geselligen Kreis brachte er stets eine milde Heiterkeit.„Der gute, weise Nathan", so nennt chn der Mann des treffenden Wortes, Carl Mayer, der ihn am demokrat das gesagt, so wäre es eine Majestätsbeleidigung, ver- übt an dem auf seine Sittlichkeit stolzen allein sittlichen Deutsch- land, und außerdem noch schwärzester Landesverrath eines Vater- landslosen Vagabunden gewesen. — In der orientalischen Frage„großer Triumph der Diplomatie": der Protokollfriede ist unterzeichnet. Schade nur, daß ein Theil der Unterzeichner, z. B. die Engländer, sofort offen ausgesprochen haben, daß sie dem Prototollfrieden nicht trauen, der überhaupt blos ein Aprilscherz gewesen zu sein scheint— die Unterzeichnung erfolgte am 1. April. Die Türken sind so vernünftig, sich um die europäische Diplomatie gar nicht zu be- kümmern: sie setzen die Kriegsrüstungen mit verdoppelter Energie fort und scheinen entschlossen, in nächster Zeit es zum Biegen oder Brechen zu bringen.— Wenn uns der Krieg erspart bleibt, an dessen Rand die genialen und nicht genialen Staats- männer uns gebracht, so hat— wir wiederholen es— Deutsch- land und Europa dies einzig und allein den Türken zu ver- danken, die das Lügennetz der Diplomatte abgestreift, und gethan haben, was der gesunde Menschenverstand ihnen gebot. — Der Mordwaffenfabrikant Krupp in Essen hat nach einer uns zugegangenen Meldung 123 seiner Arbeiter ent- lassen, die in dem Verdacht sozialistischer Gesinnung standen (s. den Aufruf in heutiger Nummer); außerdem ist den Arbeitern verboten worden, die„Essener Freie Zeitung" zu lesen. Kann ein Arbeitgeber despotischer gegen seine Arbeiter verfahren? und kann die„Lehre" von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit schlagender widerlegt werden, als durch die Maßregelungen der Krupp'schen Arbeiter'? — Der Berliner Krawall, über den unsere Leser durch eine frühere Nummer unterrichtet worden sind, hat am 6. April sein Nachspiel vor dem Strafrichter gehabt. Angeklagt waren 17 Personen theils wegen einfachen Straßenunfugs, theils wegen Widersetzlichkeit gegen die Staatsgewalt. Das höchste Strafmaß waren 9 Monate, das niedrigste 4 Wochen; freigesprochen wurden 5. — Das„Hamburg- Altonaer Volksblatt", das noch keine vollen drei Jahre besteht, erscheint bereits in einer Auflage von 15,600 Exemplaren. Nicht wahr, Ihr Herren Sozialistentödter, das ist ein„Rückgang" der Sozialdemokratie, wie er im Buche steht? Correspondenzeu. Kamburg.(Aufruf an sämmtliche Arbeitsleute*) Deutschlands.) College»! Die Arbeitslosigkeit und der Hungertyphus greifen in allen Gauen Deutschlands immer weiter um sich, und allenthalben sind es wohl in erster Linie die Arbeitsleutc, welche bei althergebrachten niedrigen Lohnsätzen nnd nebenbei schlechter Behandlung am meisten darunter leiden. Bei den heutigen Verhältnissen, wo die meisten Gewerke den Uebergriffen des Kapitals organisirt entgegentreten, denkt Niemand an den Arbeitsmann. Vereinzelt steht er da und sieht den Kampf mit an. Er bedentt nicht, daß er in vielen Fällen die Zeche bezahlen muß. Der Arbeitsmann wird nicht geftagt, ob er 10 oder 12 Stunden täglich arbeiten will; er wird nicht gefragt, ob er mit den wenigen Groschen auskommen kann, die man ihm bietet. Der Arbeitsmann ist der Knecht des Arbeitgebers, und er muß mit dem zufrieden sein, was man ihm giebt. Ist es nicht oft genug in den letzten Jahren vorgekommen, daß die Arbeitgeber muthwillige Arbeltsausschlüsse provozirten(f. Altona). Sie verhandelten aber nur mit dem Gesellen, die Familie des Arbeitsmannes wird nicht in Betracht gezogen. Wollen wir daher unsere Rechte wahren, so muß dies anders werden. Sind wir nicht verpflichtet, der Gesammtheit unsere Kräfte zur Ver- fügung zu stellen? Sind wir nicht verpflichtet, dem Staate die Steuer zu entrichten? Sind wir nicht die größte Zahl im Staate? Warum haftet gerade auf uns der Fluch, daß wir uns als Stiefkinder der Nation betrachtet sehen müssen? Es kommt einfach daher, daß wir uns in dem Wahn befinden, daß wir untergeordnete Kreaturen sind. Befreien wir uns von diesem Wahn, und es wird mit uns besser. Dann werden auch wir im Stande sein, unsere Forderungen stellen zu können. Dann wollen *) In Norddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Taglöhner, Packträger, Hilfspersonal in Fabriken zc. Wallensee zu Simons Denkmalfeier sah, und das Wort trifft. Und wen das helle, treue Auge des Mannes sanft und sicher ansah, der mochte vielleicht Gegner sein und bleiben, eine per- sönliche Feindschaft hätte davor nicht Stich gehalten. Gutes zu denken war ihm Bedürfniß auch in die Seele der Andern hinein, die Lästerlust, die Pfiffigkeit der gewöhnlichen Welt verstummten beschämt vor seinem absoluten Nichtverständniß. „Stark im Rechte"— wenn der Wahlspruch dieser so wür- digen deutschen Stadt je sich von einem Gemeinwesen auf den Einzelnen übertragen ließ— hier ist's am Platze. Mochte er im Widerspruch sich finden mit dem herrschenden System, mit seinen Freunden, mit der ganzen Welt— nur nicht mit sich selber! Wem konnte das jedoch eine Tugend scheinen in einer Zeit, da jeder seine Ansichten wechselte wie einen Rock und seine Gedanken wie ein Hemd; je öfter, je nachdem sie schmutzig waren. Und so haben sie auch jetzt, nach dem Tode, diesen un- bequemen kalten Schwärmer damit abzufertigen gemeint, daß sie ihm vorwarfen, er habe Alles zur Sentenz zugespitzt. Als wenn sie der Glocke vorwürfen, daß sie nur im reinen Drei- klang läutet und nicht die Triller der Spieldosen mitmacht! Es ist in frischem Andenken, wie heldenhaft er sich anschickte, zu sterben. Es erschien ihm als ein Widersinn', daß die ge- sunde Seele Störungen erleiden, ja vielleicht selbst Schaden nehmen könne an den Gebrechen des Körpers. Keine Wünsche mehr und keine Hoffnungen! sagte er Freunden und der hochbe- tagten Schwester, die in ihm ihres Lebens Leuchte erlöschen fühlte, fügte er tröstend hinzy: Danken wir, daß ein günstig Geschick uns so lange Jahre im stillen Glück zusammengelassen. Danken wir, das sei auch unser Wort. Danken wir für das Gedächtniß seiner, das uns bleibt. Wie in dem Blute das Eisen, so ist in jeder Menschenseele der Magnet, der sie zur Wahrheit, zur Gerechtigkeit weist. Mag die Nadel abgelenkt werden in Sturm und Wetter, unter des Metalles Einfluß, des unedeln wie des edeln, unbeirrt weist sie, wenn die Störung be- seittgt, nach dem rechten Ziele. Und so will mir scheinen, wenn an unser bürgerlich, unser politisch Gewissen ein Zweifel tritt und wir der Steuerung sicher sein möchten': Eine Frage wird den Magnet vor jeder Abirrung schützen, die Frage: Was hätte Jacoby gethan? Dieser reinen großen Seele Atome können nicht verloren gehen;— gesegnet sei sein Andenken! 'wir den übermüthigen Landjunker veranlassen, uns anders denn als Sklaven zu behandeln; dann wollen wir den Fabrikbesitzer bewegen, die entehrenden Fabrikordnungen zurückzunehmen— kurz, dann wollen und können wir uns eine menschenwürdige Stellung erobern.— Aber um das alles zu können, müssen wir uns organisiren. Jahrhunderte sind vergangen, alle Gewerke waren und sind organisirt, nur der Arbeitsmann ist geblieben was er war— Sklave. Darum, Freunde, organisirt Euch, dann könnt Ihr für Eure Rechte, für das Wohl Eurer Weiber und Kinder wirken.— Schon einmal im vergangenen Herbst haben wir die Aufforderung an Euch ergehen lassen, einzutreten in den Bund der Deutschen Arbeitsleute. Ungefähr 2000 Mann sind diesem Ruf gefolgt. Diese Zahl ist jedoch zu klein, um den Kampf mit Erfolg zu führen. Es bedarf eben aller Kräfte hierzu. Diejenigen, welche sich der Organisation noch nicht an- geschlossen haben, dürfen nicht fürchten, daß sie von den schon Organisirten würden im Stich gelassen werden. Damm richten wir an sämmtliche deutsche Arbeitsleute nochmals den Mahnruf, einzutreten in den Bund. Der Bund ist auf fester Gmnd- läge errichtet und hat sein selbstständiges Blatt:„Der Arbeiter", welches ein treuer Wächter ist für seme Schutzbefohlenen. Der Bund hat ferner seine Central-Kranken- und Sterbekasse(einge- schriebene Hilfskasie). Darum auf! Alle Mann in den Bund!— Anfragen, sowie sämmtliche Correspondenzen sind an den Unterzeichneten zu richten. Mit Gmß Wilh. Wißmann, Specksgang Nr. 3, III. NB. Alle Arbeiterblätter Deutschlands werden um Abdruck gebeten. Aochum.(An die Parteigenossen im Kreise Bochum.) Zufolge einer Aufforderung vieler Gesinnungsgenosseu im hie- sigen Kreise, in welcher der Wunsch ausgesprochen wurde, zum Zwecks der Orgunisation und Agitation eine allgemeine So- zialisten-Versammlung für den Kreis Bochum einzuberufen, fühle ich mich veranlaßt, an sämmtliche Anhänger und Freunde der sozialdemottatischen Bewegung die freundliche Einladung er- gehen zu lassen, zu der am Sonntag, den 15. April, Nachmit- tags präcise 3 Uhr im Lokale des Herm Florian am Marktplatz und Königsstraßen-Ecke zu Bochum anberaumten Versamm- lung ohne Ausnahme zu erscheinen. Freunde und Genossen! Nachdem wir gesehen, wie unsere Gegner mit allen erdenklichen Mitteln das arbeitende Volk im hiesigen Kreise zu hintergehen im Stande waren, und dadurch ein Theil des Proletariats auf's Neue an sich und seinen Mit- brüdern bei der Wahl zum Verräther wurde, ist es für uns die höchste Zeit, die Arbeiter über ihre wahren Interessen aufzu- klären und den größten Feind, der uns gegenübersteht, die Dummheit, zu bekämpfen. Wenn wir uns auch mit dem bei der Wahl erzielten Resultat zufrieden erklären können, so dürfen wir deswegen nicht in Gleichgiltigkeit verfallen. Ich richte des- halb an Euch Alle die dringende Mahnung, ohne Ausnahme in der oben angezeigten Versammlung zu erscheinen. Zugleich mache ich darauf aufmerksam, daß eine Besprechung über den diesjährigen Congreß stattfinden wird.— Ich bin der Hoff- nung, daß die Versammlung zahlreich besucht sein wird. Ge- nassen, machet diese Hoffnung nicht zu Schanden! I. A.: H. W. Hjsen, 26. März. Die am gestrigen Vormittag im Essener Odeum stattgehabte Volksversammlung, in welcher der Krupp'sche Mas einer Beleuchtung unterzogen werden sollte, war äußerst zahlreich besucht. Nachdem das Büreau constituirt war, ertheilte der Vorsitzende zunächst dem Herrn Karl Klein aus Hagen das Wort. Redner entledigte sich seiner Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Anwesenden und erntete für seine Aus- führungen sowohl während des Referats, als auch am Schlüsse desselben den reichsten Beifall.— Nach ihm ergriff Herr Kühl aus Duisburg das Wort. Hatte Herr Klein es sich zur Aufgabe gestellt, den Krupp'schen Ukas in ernster Weise zu behandeln, so verstand es Herr Kühl, seinen Bortrag humoristisch zu würzen und die verschiedenen Punkte dieses Mas derartig Spießruthen laufen zu lassen, daß die Lachmuskeln der Anwesenden beständig in Bewegung blieben.— Nach einer kurzen Debatte über ver- schiedene eingelaufene Anträge ließ der Vorsitzende über einen Schlußantrag, deren währenddem mehrere eingegangen waren, abstimmen, und wurde die Versammlung, nachdem die große Ma- jorität dem Schlußantrage zustimmte, geschlossen. Die Nachmittags im Lokale des Wirths Plümacher tagende Versammlung, in welcher die Herren Klein und Strumpen als Redner auftraten und das Thema:„Was wollen die So- zialdemokraten?" behandelten, verlief sehr gut und zeigte, daß auch die Arbeiter dieses Distriktes für den Sozialismus empfäng- lich sind. Wünchenvernsdarf.(Stimme eines Webers über die Lage der Weber.) Die Handweberei erfordert einen Mann, der Kopf und Ellenbogen hat, denn wer heut zu Tage theorettsch wie praktisch nicht ganz Ausgezeichnetes leisten kann, verdient nicht blos weniger wie früher, sondern er kann einfach nicht mehr existiren. Vor mehreren Jahren hatten die Maschinen-Webstühle blos das zu thun, was die Handweberei nicht machte; wegen zu schlechter Löhne seit einigen Jahren aber ist das umgekehrt— heut verrichtet die Handweberei blos noch das, was auf den Maschinen-Stühlen nicht gearbeitet werden kann, weil es zu künstlich ist, zum Beispiel Musterarbeit, Mustermachen, Ketten von wenigen Ellen. Kurz die Maschinenarbeit hat die Hand- arbeit so gut wie verdrängt und verdrängt sie mehr und mehr. Bei der hiesigen Handweberei müssen Mann, Frau und Kind vom frühen Morgen bis spät Nachts tüchtig zugreifen, um etwas zu verdienen und um die vorgeschriebenen Lieferfristen einzuhalten, denn es ist, seit die Löhne gesunken sind, noch viel mehr ein- gerissen wie früher schon, daß es Arbeiter giebt, welche, sei es nun aus Roth oder aus anderen Gründen, ungeheures leisten in der Herstellung von Quantitäten. Die Folgen der Unmensch- lichen Anstrengung bleiben natürlich nicht aus, selbst bei eisen- festen Naturen nicht. Bleich wie die Leichen und mit grauen Haaren im besten Mannesalter sieht man die hiesigen Weber zumeist einherwandeln. Seit mehreren Jahren besteht hier etwas Teppichweberei, wodurch viele Weber, welche früher nach aus- wärts Lohnarbeit verrichtet hatten, ziemlich dauernde und im Anfang auch leidlich lohnende Arbeit gehabt haben. Aber nach und nach ist der Lohn gesunken infolge der Concurrenz von anderwärts, so daß man nicht mehr wie 7— 8 Mark pro Woche durchschnittlichen Verdienst rechnen kann. Dabei ist seit der allgemeinen Geschäftskrisis die Arbeit sehr unterbrochen, im letzten Winter aber wie noch nie. Aber kein Mensch, auch nicht der Staat, thut etwas zur Aufhülfe des fast einzigen Erwerbszweiges hier in der Umgegend. Dazu kommen hohe Gemeindeabgaben infolge von enormen Gemeindeschulden, welche entstanden sind durch Ablösungen alter sogenannter Rittergutsrechte, wie Lehns- recht, Frohndienste k. und das alles von— Staatswegen. Also bei anstrengendster Arbeit— geringen Lohn, hohe Abgaben und, um das Maß voll zu machen, theure Lebensmittelpreise. Iii es bei solcher Sachlage ein Wunder, wenn Jeder, dem es noch S möglich ist, sich anderwärts nach Arbeit umsieht? Ob er sie Fabrikanten) einberufenen Volksversammlung erwähnen, in welcher aber findet, ist freilich eine andre Frage. Bekanntmachung. Briefkasten J. A.: H. Gadow. sich dieselben den Vorsitz aneignen wollten. Die Versammlung Zu Pfingsten dieses Jahres findet der Congreß der SchmiedeZum Schluß sei noch das Ergebnis der hiesigen Reichstags- ließ sich aber nicht bevormunden und verlangte stürmisch die gesellen Deutschlands statt. Wo und wann der Congreß abgehalten wahlen mitgetheilt, dessen Veröffentlichung aus irgend einem Büreauwahl, aus welcher wir glänzend als Sieger hervorgingen. wird, kommt Anfangs Mai zur allgemeinen Kenntniß. Wir ersuchen Grunde bis jetzt unterblieben ist. Motteler bekam hierorts Von unserer Seite waren als Redner die Herren Hadlich und daher alle Parteigenossen, für die weiteste Verbreitung dieser Bekannt254 Stimmen, Assessor Slevogt aus Sondershausen 91, und Werner aus Leipzig und von Seiten der Gegner Herr Rektor machung Sorge zu tragen und namentlich an solchen Orten für den Geheimrath a. D. Müller in Dresden 9. Circa 100 Wähler Martin von hier in dieser Versammlung. Die Gegner erlitten Congreß zu wirken, wo eine Zunft oder ein Kassenverband der Schmiedezogen es vor, von der Wahlurne fortzubleiben. Man sieht, eine Schlappe, von welcher sie sich so leicht nicht erholen werden. gesellen existirt und wo die Schmiedegesellen keine Kenntniß von der Münchenbernsdorf gehört der Sozialdemokratie. Mag kommen was da will, man wird uns stets auf dem Posten Arbeiterbewegung haben. Parteigenossen! Ihr wißt wohl, daß die Gewerkschaftsbewegung eine große Bedeutung hat, daher thue ein Jeder Die Agenten. Delmenhorst. Ein hiesiges Kreisblatt bringt jetzt in jeder finden. seine Pflicht und bringe in allen Orten dieses zur Kenntniß der Nummer spaltenlange Artikel über den Strike der hiesigen Ci- Crimmitschau, 31. März. Auch in unserer Stadt nimmt Schmiedegesellen. Alle Anfragen resp. Vorschläge über den Ort, wo garrenarbeiter, welche von Lügen und Verleumdungen strozen. der Nothstand immer mehr überhand. Erst in letzter Zeit sind der Congres stattfinden soll, sind an die Adresse des H. Fellenberg, Einen wahrheitsgetreuen Bericht, welcher von uns eingesandt vielfach in hiesigen Fabriken, wegen Mangel an Beschäftigung, Berlin C., Auguststr. 38, Hof part. links, zu richten. wurde, wies der Redakteur des genannten Blattes zurück, weil Arbeiterentlassungen erfolgt; in einigen Fabriken ist die ArbeitsUnwahrheiten(!) darin enthalten seien. Wir beriefen deshalb zeit bedeutend verkürzt worden. Daß da bei den jetzt üblichen Zur Beachtung. am vorigen Dienstag eine öffentliche Volksversammlung ein mit Hungerlöhnen die Lage der Arbeiter nicht beneidenswerth ist, Da die Maurer und Zimmermeister in Altona und Nienstedten der Tagesordnung: Die lügenhaften Berichte des hiesigen leuchtet ein. Trotzdem werden gewisse„ Herren" den Nothstand Kreisblattes über die Arbeitseinstellung der hiesigen Cigarren- erst dann zugeben, wenn die Leute vor Hunger auf den Straßen alles versuchen, um den ausgeschlossenen Gesellen den Sieg zu vereiteln, macher." Der Herr Redakteur wurde zu dieser Versammlung umfallen. Bekanntlich sollte, um einer Anzahl beschäftigungs- so hatte gestern der Borstand und die Controlcommission des deutschen eingeladen, um die Behauptungen, welche er durch sein Blatt loser Arbeiter wenigstens in Etwas unter die Arme zu greifen, Bimmerer- Gewerks eine spezielle Sigung anberaumt, in welcher einstimmig beschlossen wurde: den Ausschluß mit allen Mitteln aufrecht in die Deffentlichkeit geschleudert, vor öffentlicher Versammlung die Ausfüllung der Rudelswalder Hohle vorgenommen werden, zu erhalten, da die Meister fich auf gar teine Unterhandlungen mit den zu vertreten und zu beweisen. Die Versammlung war sehr gut so lautete ein einstimmiger Beschluß des Raths und der Gesellen einlassen wollen." Wir bitten deshalb die Parteipreffe allüberall, besucht, doch es stellte sich leider heraus, daß der Herr Redakteur Stadtverordneten. Bis jetzt ist dieser Beschluß jedoch nicht zur den Zuzug abhalten zu helfen, sowie obigen Ausschluß bekannt zu wohl genug Frechheit besitzt, in seinem Blättchen Lügen und Ausführung gelangt, weil die betreffenden Grundbesitzer ganz machen. Geldunterstügungen für die bereits seit 12 Wochen ausge Verleumdungen gegen die Arbeiter zu fabriziren, aber nicht den under- frorene Forderungen für den abzutretenden Grund und schlossenen Zimmerer sind an August Kapell, Hamburg, St. Pauli, Muth, sie vor öffentlicher Volksversammlung zu vertreten. Partei- Boden stellen. Diese Herren sind Leute vom sogenannten„ Ge- 2. Bernhardstraße 39, zu senden. genosse Lindt, welcher das Referat übernommen hatte, erläu- meindewohl". Da tönnen mittlerweile die Arbeiter verhungern! terte zunächst eingehend die Ursachen, durch welche der Strike ( Crimmitsch. Bürger- u. Bauernfr.) hervorgerufen wurde; dann, auf die Artikel des Kreisblattes Meißen, 28. März. Am 24. März hielten wir im„ Goldeder Redaktion. Hebräisch Roth: Angekommen. Wird besorgt. übergehend, widerlegte er die darin enthaltenen Lügen und Ver- nen Schiff" eine Volksversammlung ab, die nur mäßig besucht der Expedition. Frz. Rfid, Berlin: Wir haben Ihre Rekla drehungen gründlich und unterzog dann das Verfahren des ge- war, weil wir nicht früh genug annonciren konnten. Unter- mation dem hiesigen Postamte zur Recherche übergeben, damit künftig nannten Redakteurs einer schonungslosen Kritik, wobei blos be- zeichneter wurde zum Vorsitzenden und Korth zum Schriftführer Unregelmäßigkeiten in der Auslieferung unterbleiben. Quittung. Gttr Stockholm Ab. 5,00. Grmr Halle Ab. 50,00. dauert wurde, daß dieser Herr nicht anwesend war. Auch der gewählt. Die Tagesordnung lautete:„ Vortrag über den Menzweite Redner, Herr Friedrich, verdammte in scharfer Weise schengeist und Zeitgeist." Der Parteigenosse Lehranstaltsdirektor A. Bgt. Freudenthal Ab. 10,01. Mr Sagtr Ab. 2,34. Schlr Frohman die Lügentaktik des Redakteurs in dieser Angelegenheit sowie klemich aus Dresden hatte das Referat übernommen. Der Schr. 4,40. Ritmine München Schr. 10,00. Gewerkverein der Sattler im Allgemeinen. Die Versammlung sprach schließlich fast ein- über anderthalb Stunden währende, sehr lehrreiche Vortrag des Wien Ab. 7,00. Schml Graupen Ab. 1,62. Kppf Graz Ab. 4,86. Stal Teplitz Ab. 1,62. Shm hier Ann. 6,00. Tbnr hier Ab. 3,75. stimmig durch eine Resolution ihre volle Verachtung über die Herrn Klemich fand allgemeinen Beifall. Gegner meldeten sich sichtb hier Ann. 3,00. Schinhn hier Ab. 6,25. Arbeitersängerbund Stlzl Tepliz Ab. 1,62. Hhm hier Ann. 6,00. Tbur hier Ab. 3,75. Hichld Handlungsweise dieses Redakteurs aus und erklärte ebenso ein- nicht zum Wort, trotzdem aufgefordert wurde, den Vortrag zu Flensburg Ann. 4,00. 2bg Aussig Ab. 4,80. Ptrin Amsterdam Ab. stimmig, daß sie aus den Ausführungen des Referenten die kritisiren. Zum Schluß der Versammlung wurde vom Unter- 5,00. Rchtr Haindorf Ab. 13,38. Abraht Wien Ab. 5,02. Sttin Wien Ueberzeugung gewonnen habe, daß die strifenden Cigarren- zeichneten zum Abonnement auf den Vorwärts" und die Neue Ab. 25,55. Fahverein der Tischler Wien Ab. 5,00. Frnhlz Leoberdorf T. Thieme. Ab. 3,34. Brth Mainz Ab. 67,55. Stbngr Schönberg Ab. 5,20. Brnr arbeiter in ihrem vollsten Rechte seien und die Sympathie aller Welt" aufgefordert. Zwickau Schr. 4,80. Prnz Frankfurt Schr. 29,64. Brbm Gotha Ab. ehrenhaft denkenden Männer verdienten. Aufruf an sämmtliche Parteigenossen Deutschlands. 9,00. Rttmnr München Schr. 17,90. Krbs hier Ann. 1,20. Rit KI. Herford, 23. März. Endlich wird es wohl Zeit, daß auch wir etwas von uns hören lassen. Es ist für Jedermann, der Parteigenossen! Eine Maßregelung, wie sie drastischer die Ge- Grädig Ab. 7,00. Arbeiterverein Reudniz Ann. 0,40. Volksbuchhndl. für die Verbrüderung der Menschen wirkt, erhebend, wahrzu- schichte kaum aufweist, hat hier eine ganze Anzahl alter und Bürich Schr. 240,10. Grd Stötteris Ab. 22,70. Schld Straßburg Ab. 11,60. Als Magdeburg Ab. 9,15, Schr. 11,05. Rthr Gelenau nehmen, wie das große Wert der wahren Freiheit seiner Voll- treuer Parteigenossen, von welchen viele schon seit Lassalle's Schr. 15,59. Brn Graz Ab. 5,33. Kpfr hier Ab. 3,20. Walk hier endung immer näher tritt. Auch wir sind in der letzten Wahl- Zeiten der Partei ununterbrochen angehören, betroffen. Der ab. 2,70. Red. d. Krumauer Zeitung Ab. 1,85. Ebing hier Ab. 1,80. periode nicht ganz müßig gewesen. Leider waren wir nur wenig Kanonenkönig Krupp, jener weltberühmte Industrielle, erließ vor Pich hier Ab. 2,95. Brgbl Crimmitschau Ab. 73,15. Bchhm hier Schr. Parteigenossen hier am Orte und konnten daher nur zwei Volts Kurzem an seine Arbeiter eine Broschüre, deren ganzer Inhalt 4,10. Stll Schw. Hall Ab. 30,45. Kent Frankfurt Ab. 15,00. Arg versammlungen hier abhalten. In der ersten Versammlung lediglich gegen die Sozialdemokratie gerichtet war und in welcher Mauche Ab. 3,00. Exped. d. Hamb.- Altonaer Volksblatts Hamburg Ab. referirte der Baumeister Bruno aus Bielefeld unter großem die Prinzipien wie auch die Führer derselben in schamlosester 300, Schr. 200,00. Drsin Coblenz Ab. u. Schr. 12,30. Schltnr Steyr Beifall. In der zweiten sprach Schneidermeister Zwienert aus Weise verhöhnt und verdächtigt wurden. Aufgabe und Pflicht Ab. 5,00. Arb.- Bild.- Ver. Steyr Ab. 5,00. J. P. Paris: Die bew. 39,00 find Nr. 40 quittirt und zwar 34,20 Bielefeld vortrefflich und unter stürmischem Beifall. In der unseres hier am Orte erscheinenden Parteiblattes, der„ Effener b. und 4,80 Schr. zweiten Versammlung hatten zwei Gegner den Muth, auf die Freien Zeitung", war es, dieser frechen Anmaßung des deutAnfforderung des Vorsißenden Querl hin sich zur Interpella- schen Paschas Krupp gebührend zu begegnen. Diese Pflicht und tion zu melden, sie wurden aber durch Parteigenossen Zwienert Aufgabe hat dieselbe erfüllt, und zwar in einer Weise, daß die dermaßen abgefertigt, daß sie sich schleunigst nach einem dunklen entschiedensten Gegner unserer Partei derselben ihre Anerkennung Edchen umfahen. Bei der lezten Reichstagswahl betrug die gezofft, uno es einem Herrn Krupp nicht sobald wieder einfallen Stimmenzahl hierorts mit der unseres Nachbarstädtchens Blothe wird, der Sozialdemokratie den Fehbehandschuh hinzuwerfen. Gotha. Sonnabend, den 14. April, Abends 8 Uhr in für Parteigenossen Pfannkuch: 412 Stimmen. Vor drei Jahren Was gu: nun jener weltberühmte Fabrikant? Welche Antwort Hartmann's Restauration: Sämmtliche alte Generalversammlung. hatten wir nur 68 Stimmen. Gewiß ein Beweis guten Fort- giebt er auf seine moralische Niederlage? Schritts. Ueber drei Jahre hoffen wir mit vier Zahlen unser und treue Parteigenossen werden entlassen oder auf gut deutsch Resultat mittheilen zu können. Bei der letzten Volksver- brodlos gemacht, und denjenigen seiner Arbeiter, welche unser fammlung ergab die Tellersammlung 18 Mart, welche zu Wahl- hiesiges Parteiblatt halten, direkt und indirekt angedeutet, daß zwecken und zum Broschürenankauf verwendet sind.- Ein be- die Fortsetzung des Abonnements auf dieses Blatt Entlassung 80] mittelter Parteigenosse( Fabrikbefizer) hier am Drte unterstützte aus der Arbeit nach sich ziehe. Die Zahl derjenigen, welche ung in petuniärer ſowie in sonstiger Hinsicht bei den Wahl- entlassen sind und noch entlassen werden sollen, beträgt 128 Mann, Leipzig. Wo aber sollen dieſe unſere Brüder hin, wovon sollen fie Deffentliche Sozialistenversammlung. angelegenheiten, wofür demselben unsere Anerkennung. Mit sozialdemokratischem Gruß und zwar sämmtlich Familienväter. " Agitationsfonds. 3,00 v. J. v. G. i. W. zur Jahreszeit seines Vaters. Sozialistische Arbeiterpartei. ( 2a)(.130) Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Neuwahl des Borstandes. Um zahlreiches Erscheinen und Mitbringen der Parteifarten bitten Die Agenten. Thüringer Hof", Burgstr. 20: Donnerstag, ben 12. April, Abends ½½9 Uhr, im Tagesordnung: Sozialpolitische Rundschau. Referent Nauert. Der Agent. Donnerstag, den 12. April, Abends Deffentliche Arbeiterversammlung. Tagesordnung: Vortrag. Verschiedenes. Referent Herr Kühn aus [ 80 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht B. Krowiarz. Osnabrüd. Die Parteigenossen Herfords. ihre Familie ernähren? Nirgends ist Arbeit, und materieller Burzen. Nun die Wahlkämpfe vorüber sind und die Zahl und moralischer Untergang ist ihr Loos, wenn nicht die Genossen 60] der sozialistischen Wähler, trotz aller Verleumdungen der Gegner allüberall für sie eintreten. An Euch, Barteigenossen Deutschlands, richten wir deshalb Osnabrück. 8 Uhr, in Gaale bes Brn. Ruhlmann, in der Preffe und hinter verschlossenen Thüren, von 845 im Jahre 1874 auf 3332 im Jahre 1877 gestiegen ist, jammern die Bitte, uns im Kampfe gegen den mächtigsten Fabrikanten Altemünze 21: die Gegner über das furchtbare Wachsthum der Sozialdemo- der ganzen civilisirten Welt nach Kräften zu unterstützen; an fratie, und verschiedene anonyme„ Eingesandt" forderten bereits Euch richten wir die Bitte: der Essener Brüder, die jahrelang zur geistigen Bekämpfung der sozialistischen„ Irrlehren" auf. treu zur Fahne gestanden und niemals zurückgeblieben sind, Wir fahen diesem Treiben ruhig zu, begierig der Zeit harrend, wenn es galt, für Andere ein Opfer zu bringen, im gegenwär wann der geistige Kampf beginnen würde. Doch es blieb bei tigen Kampfe zu gedenken. Besonders aber richten wir an die der Aufforderung. Und so sahen wir uns denn genöthigt, den Agitatoren und Parteileiter das Ersuchen, in allen Berjanm Offenbach- Dieburg. Den 2. oder 3. Blingsfeiertag Gegnern Gelegenheit zu geben, ihr Licht leuchten zu lassen, und lungen und Zusammenkünften Sammlungen für uns zu veranberiefen auf den 1. März eine Volksversammlung ein mit der stalten. Wird in dieser Weise allerwärts vorgegangen, dann findet in der Nähe Offenbachs ein Großes Wahlfest Tagesordnung: Die Erfolge der Sozialdemokratie bei den wird der bittere Kelch, der so manchem alten Familienvater geReichstagswahlen, und wer ist Reichsfeind und wer Reichsfreund." reicht ist, machtlos vorübergehen, dann werden sowohl die ge- statt. Festrede gehalten von Hrn. Liebknecht. Alles Nähere später. Referenten waren Lienig und Werner aus Leipzig. In dieser maßregelten Arbeiter, wie auch unsere hierdurch schwer geprüfte statt. Feftrede gehalten von Hrn. Liebknecht. Alles Nähere später. Versammlung wurde die Kampfesweise unserer Gegner genügend Presse von dieser unerhörten Verfolgung nichts zu leiden haben. gekennzeichnet und namentlich der hier erscheinende Mulden- Darum frisch auf an's Werk, es gilt einer unerhörten Maßnahme Arbeiter billiger: thaler Bote", welcher oft verleumderische Artikel über uns brachte, die Spitze zu bieten, es gilt in Anbetracht des gewaltigen arg mitgenommen. Es meldete sich auch der Redakteur des ge- Gegners die Ehre der ganzen Partei hochzuhalten. Effen, im April 1877. Alle arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Verband sächsischer Berg- und Hüttenarbeiter. ( 3a)[ 1,80 Durch alle Buchhandlungen zu beziehen, direkt vom Verleger für Duff, Dr. Albert, Stimme der Menschheit. Christliche Glaubenslehre. Ein Lehrbuch für kirchenfreien Religionsnannten Blattes( Hohmann ist sein Name und den Genossen unterricht in Gemeinde, Schule und Haus. I. Theil. im 11. Wahlkreise wohlbekannt) zum Wort. Er lallte aber solch Das Unterstützungs- Comité. Strumpen. Rer. Menne. Kritische Glaubenslehre. 1876. 8. 547 S. br. 6 Mark. unverständliches Zeug, verbunden mit persönlichen Angriffen auf den Vorsitzenden, daß es den Referenten und dem Vorsitzenden, Dr. A. Dulf ist Philosoph und Dichter; aus der innigsten VerNB. Briefe und Gelder sind zu senden an die Expedition schmelzung beider ist dieses Werk hervorgegangen, ihm verdankt es seine unter allgemeiner Heiterkeit der Versammlung, mit wenigen der Effener Freien Zeitung", Essen, Grabenstraße 14. Worten gelang, denselben so abzufertigen, daß er es vorzog, Tiefe, Klarheit und Wärme. Wer den Verfasser auf seiner schriftstelle rischen Laufbahn verfolgt hat, der wird finden, daß mit dem ersten fich zu entfernen. Wir glaubten, daß mit diesem tapfern Theile des gegenwärtig vorliegenden Werts der Anfang eines systema Kämpfer in der Presse die geistigen Kämpfer der Gegner noch tischen Abschlusses der religiösen Anschauungen gegeben ist, wie sie be nicht ganz vergriffen seien, und hielten am 6. März eine weitere Anläßlich der sich mehrenden Mitgliederzahl resp. der Ausdehnung reits in Dults großartigem Drama Jesus der Christ", das schon 1855 Volksversammlung ab mit der Tagesordnung: Die Aufgabe der Filialen, was eine Bermehrung der Obleute zur Folge hat, sind im Manuskript beendet war, und in den Schriften:„ Der Tod des Beder Gesetzgebung." Das Referat hatte Herr Hafen clever bereits an sämmtliche Obleute Invaliden- Pensions- Regulative abgegeben wußtseins"," Ob Thier ob Mensch" deutlich erkennbar hervortraten. Der übernommen. Die Versammlung war so start besucht wie noch worden, und können diejenigen Obleute, welche noch nicht im Besige des Verfasser selbst hat sich von jedem firchlichen Bekenntnisse frei gemacht; nie. Hunderte mußten umkehren aber auch die Gegner hatten holen. Ferner ist mit Rüdsicht auf Corporationen, welche, nicht unter Gliederung der Welt herausgelöst und iſolirt hat, wieder in dieſe hinein. Regulativs find, jederzeit beim Vorsigenden in Zwickau ein solches ab- er stellt den Menschen, den der Spiritualismus aus der organischen fich eingefunden. Bei der Büreauwahl schlugen die Lehteren 25, resp. 20 Mann start, dem Verbande beizutreten gewinnt sind, festge- Das Christenthum ist ihm das Menschenthum, dessen Vernunftentwicke einen Fortschrittler, Herrn Lehrer Bäumel, als Vorsitzenden stellt worden, daß dieselben nur die Hälfte des Eintrittsgeldes zu zahlen lung und Erziehung zu den höchsten Zielen als Boltsganzes wie in der vor, erhielten aber eine so verschwindende Minorität, daß sie haben. Laut gehaltener Nachfrage bei der zuständigen Behörde wird Gesellschaft sein nachgestrebtes Ideal ist. So bleibt, da Dulk den von weiteren Vorschlägen absahen. Zu unserer Freude erschien die Behändigung der Statuten baldigst erfolgen. Anfang Juni oder Stoff wissenschaftlich durchaus beherrscht, in dem Buche keine Dunkelheit, nebst Herrn Hasenclever zum erstenmale nach der Wahl unser Ende Mai soll ein gemeinschaftlicher Ausflug stattfinden, wo die Genoffen feine Schwierigkeit für das Verständniß. Leipzig. J: G. Findel.[ 250 Candidat Herr Hadlich. Derselbe richtete einige Dantesworte des Zwidauer, Chemnißer und Schneeberger Reviers sich vereinigt zuan die Bersammlung und forderte zum muthigen Ausharren auf sammenfinden, worauf wir alle Genossen, sowie die uns noch Fernstehender betretenen Bahn auf; er geißelte auch die hierorts vorgeben aufmerksam machen. Näheres findet man in dem bis Mitte Mai erscheinenden Circular Nr. 3. fommenen Maßregelungen und erntete rauschenden Beifall. Zwidau. Nachdem Herr Hasenclever in längerer, oft durch Beifall unterDie Verwaltung. ( 2a) Der Arme Conrad" Der ,, Arme 1877 brochener Rede die Tagesordnung behandelt hatte, forderte der Zur Beachtung für die Parteigenossen in Schleswig- ist wieder in ca. 300 Exemplaren broschürt zu haben. Preis 2c. bekannt. Bestellungen mit Geldsendung Die Expedition des ,, Vorwärts". Holstein. Borsitzende zur Entgegnung auf. Es meldete sich ein Herr Wernicke, der einige Fragen an den Referenten richtete, welche Die Genoffen J. H. Haß und H. Schleiß haben für Schleswig- erbeten. von demselben mit Leichtigkeit beantwortet wurden. Sonst Holstein die Colportage von sozialistischen Blättern und Broschüren wagte fich fein Gegner hervor; fie mochten eben glauben, daß übernommen, und werden die dortigen Parteigenossen daher ersucht, es doch besser sei, aus dem Versteck zu schimpfen, als sich in dieselben bei ihren Bemühungen zu unterstügen. Für die Ausbreitung öffentlicher Versammlung belehren zu lassen. Für die uns und Befestigung der sozialistischen Ideen ist die Verbreitung der ſoziavor und nach der Wahl gewordene agitatorische Unterstügung listischen Schriften von größtem Vortheile, und kann jeder Genosse sagen wir hiermit unseren besten Dank und wollen nur noch durch seine Mithilfe bei dieser Verbreitung an der Agitation theileiner vor der Wahl von Seiten der Gegner( Stadträthe und nehmen! Berantwortlicher Redakteur: W. Liebknecht in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberfiraße 12/ II. in Leipzig. Drug und Berlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig tr 111 zi S g 31 11 D