: Erscheint in Jeipiig MIltwoch, Freitag, Sonntag, AbonncmctttsprelS für ganz Deutschland 1 M, 60 Pf, pr» Quartal. Monats- Abonnements Werden bei allen deutschen Postanstalten aus den 2, und Z. Monat, und aus den S. Monat besonders angenommen: im küaigr. Sachse» und Herzogth, Sachsen- Lllenburg auch aus den tlen Monat des Quartals!t 54 Psg. Inserate betr. Versammlungen pr. Petitzeile lv Ps„ betr. Prioatangelcgenheitm und Feste xro Pctitzeile 80 Ps. Vorwärts Gestellungen nehmen an alle Postanftaltcn und Buch Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Rem-Aorl: Soz.-demolr vlenolien- schastsbuchdruckerei, lös Llilnjgxs Str. Philadelphia: P. Hast, 680 Hottii S'-i Streut I. Boll, 112» Charlotte Str. Hobolen n.J.: F. A. Sorge, 215 Waoh- in�ton Str. Chicago; A. Lanfermann, 74 ei)'dourve»vL. San Franziseoi F. Tu«.«18 O FaneU Str. London W.: E. Henze, 8 Rev Str. Golden Square. Kentrat Grgan der Sozialdemokratie Deutschtands. Nr. 53. Sonntag, ö. Mai. 1877. Staatshilfe. Seitdem der Nothstand in Deutschland ausgebrochen ist und eine so ungemeine Höhe erreicht hat, fordern viele Elemente das Einschreiten des Staates in wirthschafllicher Beziehung zur Lin- derung der Roth, die früher bei dem Worte: Staatshilfe schier in Raserei geriethen. Es ist aber auch so natürlich, daß überall da, wo des Ein- zelnen Kraft nicht ausreicht, die organisirte Gesellschaft eintreten muß; es ist ferner augenscheinlich, daß derjenige, welcher dies läugnet, ein nichtsnutziger Egoist oder ein ungemeiner Dummkopf ist. Tritt die organisirte Gesellschaft, tritt der Staat aber nicht ein, so zcigt� dies eben, daß er noch auf einer sehr unvoll- kommenen Stufe steht, daß er anders organisirt werden muß. Durch den herrschenden Nothstand werden immer weitere Kreise auf diesen Punkt aufmerksam gemacht, wenngleich es bei einem verständigen Sozialisten feststeht, daß eine Neuorganisation des Staats- und Gesellschaftswesens nicht erst durch besondere Umstände bedingt werden muß, daß dieselbe vielmehr in den Gesammtzuständen unserer heutigen Gesellschaft eine dringende Begründung findet. Doch halten wir zunächst nur die einfache, jetzt so vielfach an den Staat gestellte Forderung fest, daß derselbe durch thun- liche Gewährung von Arbeit, also nicht durch Almosen, den nothleidenden Staatsangehörigen unter die Arme greifen soll, so finden wir, daß in Deutschland die Reichsregierung noch gar nichts, die Einzelregierungen bitter wenig in dieser Hinsicht gethan haben. Trotz der Untersuchungen, die den Nothstand in wahrhaft erschreckender Weise feststellen, trotz der Gewißheit, daß die Privatwohlthätigkeit nicht ausreicht, und im Uebrigen auch de- moralisirend wirkt, trotz der Volksversammlungen, in denen„das Recht auf Arbeit" vom Volke unter Hinweis auf das Recht zum Leben verlangt wurde, trotz verschiedener Reichstagsreden— hüllen sich die maßgebenden Gewalten der„organisirten Gesell- schaft" in unverbrüchliches Schweigen und lassen Nothstand Roth- stand sein. Doch nein— dem ist nicht so. Die Staatsgewalten brechen das Schweigen, wenn der Arme leblos auf der Straße nieder- sinkt oder durch Selbstmord seinem Leben ein Ende macht, sie brechen das Schweigen, indem sie die Namen dieser Elenden in den amtlichen Organen einregistriren; sie brechen oas Schweigen, wenn der Arme bettelnd von Ort zu Ort, von Haus zu Haus geht, indem sie ihn auf die Verordnung gegen die Bettelei aufmerk- sam machen und ihn auf einige Tage in die überfüllten Gefäng- nisse sperren; sie brechen das Schweigen, wenn der Hungernde, durch Verzweiflung getrieben, das Eigenthum anderer verletzt, um im Gefängnisse Ruhe und Brod zu finden, indem sie huld- voll ihm Ruhe und Brod hinter Eiscnstäben gewähren; sie brechen das Schweigen, wenn ein Arbeiter, über die traurigen Verhältnisse ergrimmt, seiner Zunge allzufreien Lauf läßt oder wenn er gar von Roth getrieben, mit Gewalt Arbeit fordert, sie brechen das Schweigen und die Antwort lautet:„Gefängniß, Zuchthaus!" Staatshilfe! Da haben wir die Staatshilfe nach dem Herzen der Bourgeoisie, nach dem Herzen des Manchestermannes, der dem Staat nur die Rolle eines Gensdarmen oder eines Nacht- Wächters zu ertheilen, Alles Andere aber dem natürlichen Lauf der Dinge überlassen will. Nach seinen Anschauungen soll der Staat keinerlei Bevor- mundung dem Staatsbürger gegenüber ausüben und vor allen Dingen nicht die Nase in wirthschastliche Dinge stecken; ist der Staat Unternehmer(Postbetrieb, Eisenbahnbetrieb, allerlei fiska- tische Werke), so soll er genau wie die andern Unternehmer handeln und den Spuren derselben auch in Bezug auf die BeHand- lungsweise der Arbeiter folgen. Und wahrlich dies thut unser heutiger Staat auch vielfach; anstatt wirkliche Staatshilfe zu leisten, gefällt er sich in der Rolle eines Bourgeoisunternchmcrs. Kaum hat der„Kanonenkönig", Krupp, seinen berüchtigten Ukas gegen die freie Ueberzeugung losgelassen, so folgt ihm auch schon die Direktion der Saarbrückener Staatswerkstätten. Dieselbe läßt folgende Verfügung anschlagen: „Zeitungen, lowie politische Broschüren, Aufrufe und Be- kanntmachungen dürfen weder in die Werkstätten mitgebracht, noch darin vcrtheilt, verbreitet und gelesen werden.— Zu- gleich werden sämmtliche Arbeiter gewarnt, an sozialdemo- kratischen oder anderen staatsfeindlichen Agitatioinen fich zu betheiligen. Saarbrücken, den 26. März 1877. Königliche Eisenbahn-Direktion. Frün." Staatshilfe verlangen die Sozialdemokraten;„staatsfeindliche Agitationen" nennt solches die Königliche Eisenbahn- behörde. Das ist äußerst billig; damit kommt man, ohne sein Gehirn besonders anzustrengen, ohne von den alten Traditionen, die günstig für die Machthaber, ungünstig für das Volk sind, abzu- lassen» ohne die Hände besonders zu rühren zur Wohlthat und zur Hilfe, am Besten aus dem Dilemma heraus— man bietet Steine statt des Arodes. Aber alles Billige taugt nichts, sagt Professor Reuleaux in Bezug aus die deutsche Industrie; und so möchten wir auch sagen, daß ein solches Verfahren nichts taugt. Die Wunden des Volkes bluten wester— und anstatt Hilfe zu leisten, schmäht man diejenigen Bestrebungen, welche zur Hilfe wohl geeignet sind. Ein Rückfall. Man braucht nicht sofort gegen einen Naturforscher miß- trauisch zu sein, wenn er die alten Begriffe von„Zweckmäßigkeit und Schöpfung" ic., welche seit ein paar Jahrzehnten aus der Naturwissenschaft vorn hinausgeworfen worden sind, zur Hinter- thür wieder hereinläßt. Aber da dies ohne Unklarheit nicht möglich ist, so muß man immerhin den Kopf dazu schütteln und beklagen, daß alte Jrrthümcr so zählebig sind. Wenn dies solche Geister wie die aus der Schopenhauer'schen Schule thun, so braucht man sogar blos mit den Achseln zu zucken; es thun es aber neuerdings auch anerkannte Forscher, und zuletzt noch hat es der jüngst verstorbene ehrwürdige K. E. von Baer gethan, einer der Begründer der Biologie, welchem man ebenso wenig große Vorurtheilslosigkeit und Wahrheitsliebe als außerordcnt- liche Sachkenntniß absprechen kann. Die Ansichten eines solchen Mannes verdienen allezeit Berücksichtigung. Im zweiten seiner orei Bände von„Reden", vor einem ge- bildeten Hörerkreise gehalten, welcher betitelt ist„Studien aus dem Gebiete der Naturwissenschaften", spricht er es als eine feste Ueberzeugung aus,„daß wir für eine wahre Erkcnntniß der Natur einer beherrschenden Vernunft nicht ent- behren können;" daß in der Nawr alles einem Ziele zustrebe, wenngleich wir diese Ziele nicht Zwecke nennen dürfen, wie sie im Menschengeiste gefunden werden; daß aber„ein Ziel ohne Bewußtsein(des sich entwickelnden Einzelwesens) erreicht werden kann, wenn alle Einrichtungen dazu getroffen sind von einer zweckesetzenden Vernunft." Er verwirft durchaus nicht den Dar- winismus, im Gcgentheil erkennt er ihn als berechtigt und noth- wendig an; er findet ihn aber einseitig und unfähig, gerade dir Hauptfragen zu lösen. Er sagt: „Wenn in einem Wirbelthier- Embryo(nachdem das Dotter sich in zwei, vier, acht und zuletzt sehr viele Zellen gefurcht hat) auf der Rückenseite desselben zwei Wülste oder Leisten sich er- heben, die mit einander verwachsen, so ist das Ziel dieses Vor- gangs augenscheinlich; denn aus der Jnnenschicht dieser Röhre bildet sich allmählig das Rückenmark mit dem Hirn, aus den äußeren Theilen wird die Knochen- und Muskelmasse mit der Haut, welche diese Centraltheile umgeben. Also wozu dieser Vorgang dient, liegt vor Augen; aber wodurch er erreicht wird, ist noch ein vollständiges Räthsel. Dennoch zweifelt wohl kein Naturforscher, daß es physische Nothwendigkeiten sind, welche das bewirken; denn die Natur kann Ziele doch nicht anders verfolgen, als durch Wirksamkeit der Naturgesetze. Ohne sie wäre jede Wirksamkeit und jede Verfolgung eines Zieles Zauberei. Der Lebensprozeß kann nur die Naturkräste benutzen und nach seiner Norm die Borgänge beherrschen, ohne sie aber nichts produziren. Ich halte es daher für eine starke Verirrung, wenn einige Natur- forscher behaupten, weil überall nur Nothwendigkeit herrsche, könne die Nawr keine Ziele verfolgen.... Die Natur kann ebensowenig Ziele verfolgen, ohne die nöthigen Mittel anzu- wenden, als es der Mensch kann. Aber die Herren, welche überall nur auf absolute Nothwendigkeit pochen und Zielstrebig- keit für einen eingewurzelten Aberglauben erklären, können sicher die nothwendigen Wirksamkeiten nicht nachweisen, die den Embryo formen; dagegen liegt es am Tage, daß in der Reihenfolge der Organe zuerst die nothwendigen und Herr- schenden sich formen und später die anderen; zuerst die, welche das Jndiviouum als eine Sclbstheit darstellen, später die Extre- mitäten, als Mittel seiner Bewegungen in der Außenwelt..... Der Zufall kann nichts Fortgehendes schaffen, sondern nur zer- stören.... Die Gabe, Ziele oder Zwecke zu verfolgen und die Mittel dazu auszuwählen, nennen wir Vernunft.... Ist diese Anwendung des Wortes Vernunft richtig, so müssen wir zum Schlüsse behaupten, die ganze Natur wirkt vernünftig, oder sie ist der Ausfluß einer Vernunft, oder, wenn wir den Urgrund aller Wirksamkeit mit der Natur uns vereint denken: „die ganze Natur ist vernünftig." Soweit der Grundgedanke des Verfassers. Wir wollen ihm nun einmal mit allem Obigen Recht geben, wenigstens vorläufig, und wollen fragen: was wird damit erreicht?— Sind wir damit in der Nawr-Erkenntniß auch nur einen Schritt weiter gekommen? Können wir nun die nothwendigen Wirksamkeiten nachweisen, die den Embryo formen? Ist es nicht noch immer ein vollständiges Räthsel, wodurch die Rückenmarksröhre ic. sich aus lauter gleichartig geformten Zellen, und warum gerade jetzt, und warum zuerst, und warum gerade an dieser Stelle des Dotters, und warum gerade in dieser Weise bildet? Weiß der Verfasser mehr als wir Andern von dem Vorgange, d. h. giebt ihm sein Begriff der„Zielstrebigkeit" und der„vernünftigen ! Natur" eine Möglichkeit, uns tiefer in die Naturgesetze blicken zu lassen? Alle diese Fragen sind mit Nein zu beantworten. Der Ver- fasser lehrt uns mit dieser Philosophie(denn weiter ist es nichts) nicht das mindeste Neue. Allein wenn er einen neuen Weg in der Nawr-Erkenntniß entdeckt zu haben glaubt, so müßte er uns doch von dem Vorzuge dieses Weges dadurch überzeugen können, daß er Dinge, welche vorher unbegreiflich waren, der Fassung näher bringt, klarer macht, tiefer erforscht, genauer erklärt. Zeigt er etwa die Naturgesetze auf, ohne welche diese Organ- bildung im Eie„Zauberei" wäre?— Nein. Er wird sogar— trotz all' seiner ruhigen Sprache und seiner lichtvollen Auseinandersevung ungerecht. Denn er kann nicht einen einzigen Naturforscher nennen, und er nennt keinen, der „überall auf absolute Nothwendigkeit pocht und Zielstrebigkeit für einen eingewurzelten Aberglauben erklärt." Und wenn es einen solchen gäbe, so müßte er ihn mißverstanden haben; denn der Ausdruck„Zielstrebigkeit" ist Baer's eigne Erfindung. Ein neuer Name, das ist alles, was wir gewonnen haben, nicht einmal ein neuer Begriff. Denn was mit„Zielstrebigkeit" ausgedrückt werden soll, ist schon in unserem Ausdruck„Ent- Wicklung" gegeben. Entwicklung heißt ja eben jenes Wachsthum von innen heraus, jenes Mehrwerden von Weniger auf Kosten der Außenwelt, jenes Beginnen des Einzelwesens aus einem Keime und sein Streben nach einem Ziele, jenes Festhalten der Selbstheit beim allmäligen Durchgange durch mancherlei Erschei- nungsformen, welches alle Lebewesen kennzeichnet. Der Begriff Entwicklung ist also reicher an Inhalt, weniger mißverständlich und bildlich bezeichnender als der der Zielstrebigkeit. Letzterer fällt ganz und gar zusammen entweder mit Entwicklung oder mit Zweckmäßigkeit. Und leider ist es eigentlich das Letztere, was der Verfasser damit meint; denn er spricht von Mitteln, welche die Natur anwende, um ihre Ziele zu verfolgen— ganz wie der Mensch Mittel zu seinen Zwecken braucht. Er spricht von der Ver- nünftigkeit der ganzen Natust, weil sie die„Gabe habe, Ziele oder Zwecke zu verfolgen und die Mittel dazu auszu- wählen". Das ist also ein Rückfall in die Theologie, so sehr Baer sich auch dagegen wehrt und das Recht der Naturforschung anerkennt, überall bloße Gesetzlichkeit zu erforschen. Wenn die Natur„Mittel auswählen kann, um ihre Zwecke zu erreichen, weil sie der Ausfluß einer Vernunft, eines Bewußtseins ist", so wird sie menschlich gedacht, und es wird der große Unterschied wieder verwischt, welchen die neuere Forschung zwischen Mensch und Natur so mühsam festgestellt hatte, und welchem sie schließlich alle ihre ungeheuren modernen Fortschritte im Erkennen ver- dankt. Daß die Natur ihre Zwecke, zum Unterschied vom Menschen, unbewußt verfolgen, ihre Mittel unbewußt auswähle» soll, weil„alle Einrichtungen dazu getroffen sind von einer zweck- setzenden Vernunft", ist ein Rückfall in die abgethane Meta- Physik, welchen wir uns höchstens dann gefallen lassen könnten, wenn damit in der Erkcnntniß der Naturgesetze weiter zu kommen wäre. Aber eben damit ist es nichts, wie wir gesehen haben. Es ist die reine Phantasie, welche sich für Weltweisheit ausgiebt. Warum werden wir dann nicht alle Spiritualisten(Spiritisten)? Diese behaupten auch Naturforscher zu sein und alle Ergebnisse der neueren Naturforschung anzuerkennen; zugleich aber be- haupten sie einen neuen Weg der Erkenntniß entdeckt zu haben, und zwar im Verkehr mit den Geistern verstorbener Menschen. Man hat sie aber bisher vergebens aufgefordert, uns einige neue Erkenntnisse mitzutheilen, welche sie auf diese Weise er- langt hätten— nur abgeschmacktes Zeug und viel— Schwindel kam dabei heraus. Es ist ganz ebenso mit der„Vernünstigkeit der Natur". Die gesammte neuere Naturforschung erkennt eine solche an und setzt sie voraus, eben indem sie überall Gesetzlichkeit annimmt, auch wo dieselbe noch nicht nachgewiesen ist, sie überall noch zu finden erwartet und strebt. Aber sie hütet sich wohl, die vielen Lücken ihrer Erkenntniß damit auszufüllen, daß sie etwa die Vernunft der Natur zur Erklärung herbeizöge, wo sie vorläufig nicht weiter kann. Daß also z. B. aus den Dottcrzellen eines Eies, ohne daß man bislang nachweisen kann, wie? eine Rückenmarks- röhre sich entwickelt, diese Lücke in ihrer Erkenntniß wird nicht im mindesten dadurch ausgefüllt, daß man eine göttliche Ver- nunft herbeizieht, welche die neue Entwicklungsform gestalte; denn man sieht nach wie vor das Wie nicht ein. Unser Forschungs- trieb fühlt sich dadurch nicht befriedigt— er wird lediglich ab- gestumpft und verdummt. Da loben wir uns noch den alten religiösen Aberglauben, welcher überall„den Finger Gottes" am Werke sieht; für den giebt es keine peinigenden Forschungslücken, der ist geschwind fertig ohne Mikroskop, Wage, Ehemikalien und Versuche, der braucht keine streitigen Hypothesen— und was thut es am Ende, daß er die Menschheit zu einer Heerde von Schafen macht?- Freilich ist von Baer keiner von der Bande der Schafhirten und Scherer, im Gegentheil, er neigt stark auf unsere Seite, und von einem hochbejahrten Greise kann man nicht erwarten, daß er ganz mit seinem anerzogenen Gemüthsdusel gebrochen habe. Allein wer da weiß, wie lange die Forschung auf ver- alteten Standpunkten durch so berühmte Gewährsmänner wie Humboldt, Cuvier, Dubois-Raymond, von Baer ic. festgehalten zu werden pflegt, muß gerade die Denkfehler solcher Männer unerbittlich feststellen helfen. Alles, was die Menschheit errungen hat, das hat sie durch ihr Denken; alles, was sie noch werden und erringen kann, wird sie dem unablässigen Weiterdenken in iinmer größeren Kreisen verdanken. Diesem Denken ein Ruhepolster geben, in- dem man das Unerklärte auf göttliche Zwecke zurückführt, heißt es einschläfern und abtödten. Dagegen ist immer auf's Neue geltend zu machen, daß die Grenzen der menschlichen Erkcnntniß uns schlechterdings verwehren, mehr als Einzelnes, Endliches zu erkennen. Wer von Zwecken in der Natur spricht, ist verbunden, uns zuerst den Zweck des Alls nachzuweisen, von welchem alle einzelne» Zwecke abhängen müßten; da aber eben dies durchaus unmöglich ist, so hilft uns der Zweckbcgriff nichts, wenn er auf die Natur angewendet wird— er schadet uns nur. Dagegen bringt uns die Erkenntniß der Gesetzlichkeit in der Natur immer weiter, wenn auch nur Schritt für Schritt, und erst seitdem wir diesen Weg eingeschlagen haben, sind wir erstaunlich rasch vor- wärts gekommen, haben das vielfach bewährte Vertrauen ge- Wonnen, daß wir noch zahlreiche Lücken in unserer Erkenntniß werden ausfüllen und unablässig im Denken und Handeln werden fortschreiten können. Die Darwinsche Entwicklungslehre, obwohl von Baer als eine Hypothese bezeichnet, giebt unserm Forschergeiste weit mehr Befriedigung und Gewißheit, als aller Glauben an die Vernunft, die Zweckmäßigkeit, Harmonie und Einheit des Alls; denn jene können wir wenigstens stückweise vollkommen beweisen, diese können wir ewig blos glauben. Ja, dieser Glauben führt immer wieder zu unauflösiichen Selbstwidersprüchen, über welchen schon manche Denker den Verstand eingebüßt haben; jene Hy- pothcse aber leidet blos an etlichen Lücken, von denen wir schon so viele ausgefüllt haben, daß sie fast alle uns Hoffnung lassen, sie werden wirklicher Erkcnntniß weichen. Sozialpolitische Uebersicht. — Einfluß verschiedener Beschäftigungsarten auf das Auge. Es ist keine seltene Erscheinung mehr, daß Männer der Wissenschaft aus der Studirstube heraustreten und die Re- sultate ihrer Forschungen insoweit praktisch zu vcrwerthen suchen, als sie von Zeit zu Zeit die gesammelten Beobachtungen und Erfahrungen dem größeren Publikum mittheilen und so Anregung zu weiteren Forschungen, eventuell zur Abhilfe wahrgenommener Mängel und Gebrechen im sozialen Leben geben. So hat Herr Prof. Dr. Hermann Cohn in Breslau vor einiger Zeit einen öffentlichen Vortrag gehalten, worin dieser bekannte, für das Wohl der arbeitenden Klasse unermüdlich thätige Augenarzt die allgemeine Aufmerksamkeit nach einer Richtung lenkt, die bisher ganz vernachlässigt wurde. Dieser hochverdiente Gelehrte berichtete neulich über von ihm angestellte Untersuchungen von dem„Einflüsse der verschiedenen Beschäftigungsarten auf das Auge", und wollen wir hier von den höchst inkereffanten Mittheilungen Einiges wiedergeben. Zunächst ist festgestellt, daß gerade in den Elementarschulen, die von den Kindern des Proletariats besucht werden, auf das Auge viel zu wenig Rücksicht genommen wird. Halbdunkle, schlecht gelüftete Räume begünstigen Augenkrankheiten aller Art und besonders die Kurzsichtigkeit, die dann im praktischen Leben sehr störend ist. Viele Knaben und Mädchen bringen die Kurz- sichtigkeit bereits in ihren Beruf mit, der sehr häufig dazu an- gethan ist, dieselbe noch zu vermehren. Es stellt sich heraus, daß die Gold- und Silberarbeiter, sowie die Uhrmacher ver- hältnißmäßig am Besten wegkommen. Letztere, weil sie stets bei guter Beleuchtung und unter Anwendung der Loupe arbeiten, welche jede starke Accomodation des Auges verhindert und den Eintritt in die Kurzsichtigkeit hemmt. Von sämmtlichen unter- suchten Uhrmachern waren 73,6 Proz. mittel-(normal-), 12,4 Proz. über- und nur 9,7 Proz. kurzsichtig. Aehnlich stellt sich das Verhältniß bei den Gold- und Silberarbeitern und Juwelieren. Viel schlechter ergeht es den Lithographen. Von diesen waren 3? Proz. mittel-, 18 Proz. über- und 45 Proz. kurzsichtig. Zu bemerken ist, daß von diesen 45 Proz. volle 37 Proz. an der Kurzsichtigkeit erst seit ihrem Eintritt in das Gewerbe leiden. Die Schriftsetzer zeigten die regste Betheiligung bei der Unter- suchung; von den anwesenden 144 kamen 132 zur Augenbesich- tigung, gleich 91 Proz. Hier zeigten sich die traurigsten Ver- Hältnisse! 51 Emmetropen(Mittelsichtige)— 39 Proz., 10 Hyper- metropen(Uebersichtige)— 8 Proz., und 68 Myopen(Kurzsichtige) — 51 Proz., sowie 2 Augenkranke. Bon den 68 Kurzsichligen waren 17 schon myopisch, als sie in die Lehre traten, doch waren 12 während und nach der Lehrzeit nachweisbar noch kurzsichtiger geworden, 51 waren mit scharfen Augen in die Lehre getreten und kurzsichtig geworden,— 38 Proz. Von den Setzern, welche 1—10 Jahre thätig waren, waren 52 Proz., und unter denen, die 21—54 Jahre setzten, 56 Proz. kurzsichtig. Wie die Kurz- sichtigkeit bei diesem Gewerbe zunimmt, ergiebt sich daraus, daß von 1—10 Sctzerjahren durchschnittlich die konkave Brille 24, von 10—20 Jahren konkave 19, von 21— 30 Jahren 16, von 31 bis 46 Jahren konkave 13 nöthig waren.— Für Gasbeleuchtung erklärten sich 59 Proz. Durch die Gashitze würden, bemerkten sie, die Augen zwar sehr trocken, die hellere Beleuch- tung aber mache das Material vorzüglicher; für Oel waren 33 Proz., für Petroleum 8 Proz. Die Anwendung der Petit- Lettern wurde hauptsächlich als Grund der entstehenden oder zunehmenden Kurzsichtigkeit bezeichnet. Derartige Untersuchungen, wenn sie von eigens dazu berufenen Organen mit der erforderlichen Gründlichkeit und möglichst er- schöpfend geführt werden, könnten die segensreichsten Folgen haben, da die in solcher Weise statistisch ermittelten Uebelstände sehr leicht durch passende Maßnahmen beseitigt werden können. Selbstverständlich kann bei solchen Ermittelungen der Einzelne nicht viel zu Tage fördern, seine Arbeiten können nur eine An- regung zu einer systematischen Untersuchung bieten, und selbst wenn die amtlichen Organe bei großem Fleiße, bei aller ge- In der zwölften Stunde! Also der Attentäter, welcher das Postrescript in Sachen Le- dochowsky dem zum Märtyrer des Postzeuguißzwanges ge- wordenen Dr. Kantecki mitgetheilt haben soll, ist urplötzlich und — merkwürdiger Weise— in der zwölften Stunde ermittelt; er soll— noch merkwürdigerer Weise— ein Postagent sein. Bald werden die Reptile verkünden, man habe diesen Postagenten mit Milde, wenn nicht mit Vaterhuld behandelt oder noch besser Gnade für Recht ergehen lassen. Solch ein milder Regen wird den aufgewirbelten Staub dann legen und die nationalservile Presse wird gar bald wieder die Trommel für die„geniale" Excellenz aus Hinterpommern rühren. Man hätte übrigens den Attentäter in keiner Charge der ganzen Postverwaltung günstiger entdecken können; denn die Postagenten— eine der vielgeprie- senen Schöpfungen des„genialen" Postreformators, unseres „Postbismarck"— sind Beamten und auch keine Beamten oder, wie man im Volksmunde zu sagen pflegt,„nicht Fisch, nicht Bogel". Es sei ferne von uns, diesen Personen auch nur im Entferntesten zu nahe zu treten; aber die Schöpfung selbst müssen wir beleuchten. So ein Stephan'scher Postagent ist einem Versicherungsagenten zu vergleichen. Er ist eine auf Kündi- gung angenommene Privatperson, die häufig vom Postdienst blutwenig versteht. Er erhält eine kaum nennenswerthe Ent- lohnung und betrachtet daher fast durchschnittlich seine Postbe- dienstung als eine Nebenbeschäftigung, die in seiner Berhinde- rung auch Familienglieder vornehmen können. Häufig steht das Postspindchen eines solchen Postagenten in einem Zimmer, das noch allen anderen denkbaren Zwecken dient, in welchem Onkel Dorfbürgermeister, Pathe Schulmeister, Gevatter Pfarrer und Filius Vicar verkehren. In solch' einem Zimmer, da harren denn die aufgegebenen Briefe ihrer Beförderung, da liegen die angekommenen so„fest wie die Bibel auf dem Altar", bis sie abgetragen werden. Unter den Postagenten selbst befinden sich Personen aller nur denkbaren Berufsarten. Da ist z. B. ein biederer Gastwirth Postagent; der Herr Vicarius ist sein Ge- vatter und verkehrt täglich in seinem Zimmer. Dieser Mann kann ja von einem Circular a la Ledochowsky per Zufall— ganz ohne Zuthun des Agenten— Kenntniß genommen haben. Die fromme Tochter, die den Vater in seinen Agenturgeschäften unterstützen darf, könnte wohl gar das Circular in dem Beicht- stuhl verrathen, oder der gelehrte Herr Sohn einem Redakteur, � wissenhaften Thätigkeit derartige Untersuchungen anzustellen sich bemühen, finden sie aus verschiedenen Ursachen bei den interessirten Klassen keine völlige Unterstützung, ohne welche keine verläßlichen Daten zu schaffen sind. Mißtrauisch wie man schon im Publikum gegen alle amtlichen Aufschreibungen zu sein pflegt, weil man dahinter meist steueramtliche oder sonstige dem Publikum nicht sympathische Zwecke vermuthet, werden die rein amtlichen Ber- suche mehr und mehr an dem Widerstande der in Frage kom- inenden Kreise scheitern. Dagegen würden die von den sozialistischen Abgeordneten zu der Abänderung der Gewerbeordnung unter Artikel lV in Vorschlag gebrachten Gewerbegerichte im Verein mit den Fachmännern solche statistische Aufgaben mit Erfolg zu lösen vermögen.— Hier hätten wir eine Andeutung für das praktische Leben, woraus man ersieht, von welcher Bedeutung die von uns gewünschten Aenderungen des Gewerbcgesetzes werden können. — Eine Anzahl Anhänger Johann Jacoby's, Mit- glicder des ehemaligen„Demokratischen Vereins", hatte zum 1. ds., Abends in Berlin, nach dem Saale des Handwerker- Vereins eine Gcdächtnißfeier für Dr. Johann Jacoby anberaumt. Ein zum großen Theile den gut situirten Ständen angehörendes Damen- und Herren-Publikum, aber auch viele Arbeiter füllten den großen Saal und Galerien in allen Räumen; unter ihnen die Abgeordneten Bebel, Liebknecht, Temmler, Rittinghausen, Fritzsche und Most. Die Rednertribüne war mit Laubgewinden geschmückt. An der Vorderseite der Tribüne, inmitten zahlloser lichtftrahlender Kerzen erhob sich ein großes, vortrefflich gelun- genes Porträt des Verstorbenen. Der Gesangverein des Hand- Werkervereins eröffnete die Feier mit dem Liede:„Hier in des Abends traulich ernster Stille" nach der Melodie des Integer vitae. Dr. Guido Weiß hielt alsdann die Gedächtnißrede. In etwa einstündiger Rede schilderte der Vortragende das Leben und Wirken des Gefeierten. Der Gesang des Liedes„Das deutsche Herz" beendete die Feier gegen 9 Uhr Abends.— Bon den Demokraten aus Königsberg i. Pr. war ein Begrüßungs- telgramm eingegangen. — Die Gesellschaft für Verbreitung von Volks- bildung sitzt in der Klemme. Nach dem Voranschlage des Etats für das Jahr 1877 dürften die Ausgaben die Einnahmen um 1043 Mark übersteigen; es müßte daher, wenn sich der Gesellschaft nicht außerordentliche Hülfsquellen erschließen, das Stammvermögen der Gesellschaft augegriffen werden. Nun, wir zweifeln durchaus nicht daran, daß diese 1043 Mark von irgend Einem der Herren Bourgcois-Volksbildner aufgebracht werden, das Volk aber will von derartigen Bereinen nichts wissen, und welchen Nutzen dieselben bisher dem Volke gebracht, das wissen die Götter.— Auch der Redaktion des„Vorwärts" hat man einen„Bettelbrief" von Seiten des Vorstandes zugesandt; Glück hat man allerdings nicht damit bei uns gehabt. —„Der Militarismus", eine interessante Schrift von F. Wiede, welche in Zürich(Verlagsmagazin) kürzlich erschienen ist, wird von der Berliner Polizei confiszirt, das heißt wenn dieselbe ein Exemplar erwischen kann. Wir brauchen zur Em- pfehlung des Werkchens wohl kein Wort zu sagen, da„competentere Leute" in solcher Weise die Reklame besorgen. — Daß die„Civilisation" des„Erbfreundes" unter dem Donner der Kanonen gegenwärtig an dem„barbarischen" Türkenvolke erprobt wird, ist unseren Lesern wohl bekannt. Von Interesse ist auch, zu erfahren, daß nun auch Oestreich mit aller Macht darnach strebt, in dem allseitigen„civilisatorischen" Weit- streit gegebenen Falls ein gewichtiges Wort mit dreinreden zu können. So ist z. B. die erst vor einigen Jahren construirte sogenannte Uchatiuskanone jetzt soweit vervollkommnet, daß aus ihr Geschosse schwersten Kalibers anderthalb Meilen weit ge- schleudert werden können. Gewiß ein Resultat, das geeignet ist, der„Civilisation" den größten Vorschub zu leisten. — Der russische Angriff vor dem Forum der engli- schen Arbeiter. In London sind überall Plakate angeschlagen folgenden Inhalts-: „Mord! Massacre! Rußland zeigt sich nun in seinem wahren Charakter. Wir, die Arbeiter Englands, wünschen, daß die Regierung rasch handele und den mörderischen Angriff sowie auch weitere Metzeleien unter dem Mantel der Religion ver- hindere. Lügner, Diebe und Mörder sollten behandelt werden, weil die Sache möglicherweise mit seinen Rechtsanschauungen nicht übereinstimmt. Genug, die Einrichtung der Postagenturen ist eine Stephan'sche Schöpfung und deshalb„nationale Preß- tamboure!— Einen Wirbel!!!— Ihr Anderen! Präsentirts Gewehr!!! Eine andere geniale Schöpfung der genialen Excellenz aus Hinterpommern, die natürlich ihrer Zeit auch mit entsprechendem Preßreptilhurrah ins Leben trat, ist die Annahme von blut- jungen Postgehilfchen, von jungen Bürschchen, die häufig kaum der Schule,— der Dorf- oder Bürgerschule— entwachsen sind und sich an den Postschaltern in ihren Uniformen gar wunder- lich ausnehmen. Wir wollen diese jugendlichen Beamten wahr- lich nicht persönlich herabsetzen; aber das System desselben Herrn beleuchten, der mit drakonischer Strenge„Amtsgeheimnißver- letzungen" verfolgt, der Disciplinaruntersuchungen gegen Beamte einleitet, weil deren Frauen schriftstellern und dabei ehrlich genug sind, wenn auch in mildester Form, das Stephan'sche Postkind beim rechten Namen zu nennen; der 1872 die petitionirenden Berliner Postamtsassistenten nach allen Richtungen der Windrose versetzte, weil sie Collectiveingaben überreicht hatten, die ja laut Amtsblatts-Verfügungen verboten sind. Die Loyalitätsadressen, wie sie 1871 aus Anlaß einer Interpellation im Reichstage in der Hamburger Petitionsangelegenheit so fein säuberlich in Scene gesetzt wurden, und die doch auch nichts Anderes als Collectiveingaben waren, ja die wurden huldvoll entgegenge- nommen; denn„das war, Bauer, ganz was Anderes". Und sollte sich unter den„Sechszigtausend" der hintcrpom- merschen Excellcnz nicht wieder ein Häuflein Getreuer zusammen- treiben lassen, die nach den Erlebnissen der letzten Tage ihrem Herrn und Meister eine oder einige Ergebenheitsadressen in tiefster Devotion darbrächten? Es ließe sich darin, wie Anno 1871 so schön von„der stets unzufriedenen Minderheit" unter den Beamten reden, welche noch immer in den Postspar- kassen, in den postväterlichen Nähmaschinen und so weiter keine allerhöchste Huld und Gnade erblicken wollen, welche diejenigen Reichstagsmitglieder, die sich der Petitionirenden, annehmen, als solche bezeichnen, die in„eigenthümlicher Verkennung ihrer Pflichten" handeln(man sehe die Er- gebenheitsadressen von 1871). Und was ließen sich nun gar jetzt dem Halle'schen Ehrendoktor in Bezug auf die„undankbare" Presse für Trostesworte sagen? Was für Trostesworte durch Verunglimpfung der bösen Sozialdemokraten? Wir wollen den wie sie es verdienen. England hat viel ausgegeben, um die Sklaverei zu unterdrücken. Wir hoffen, es wird mehr ausgeben, um die bedrückten Polen und Andere, die in einem Zustande der Knechtschaft gehalten werden, zu befreien; daß es jeden Muselmann Indiens bewaffnen, die Russen austreiben, im Süden von Rußland eindringen und dadurch jeder weiteren Aggression Einhalt thun wird." Aehnlich denken die Arbeiter in allen Kulturstaaten. — Zum russisch-türkischen Kriege. Vom Kriegsschau- platz ist zu melden, daß die Türken sich in Asien auf die Festung Kars zurückgezogen haben, wo wahrscheinlich der erste bedeu- tende Schlag erfolgen wird. Auf der Donau gerieth ein türkischer Kriegsdampfer in das Feuer der russischon Batterien, entkam jedoch glücklich. Zwei rumänische Donau- Kriegsdampfer sind von den Türken genommen worden, da Rumänien mit den ein- gedrungenen Russen eine Convention abgeschlossen hat.— Die rumänische Regierung hat vor ihrer gänzlichen Abdankung zu Gunsten der russischen Okkupation noch ein Zeichen von Macht- Vollkommenheit gegeben, gegen welches die russischen Heerführer gern ein Auge zudrücken werden; nämlich die Suspension aller Zahlungsverbindlichkeiten rumänischer Unter- thanen für die Dauer des Krieges. Einziger Paragraph: „Es wird nichts gezahlt"— ein Gesetz, das trotz aller Ableug- nungen auch schon in Petersburg vorbereitet wird, um dem Aus- lande einen Begriff von dem festen Entschlüsse Rußlands beizu- bringen, das Loos der Christen in der Türkei zu verbessern.— Die Bewohner von Odessa sind froh darüber, daß der Be- lagerungszustand erklärt worden ist, da sie sich vor allerhand � militärischem und nicht militärischem Gesindel kaum der Haut erwehren konnten. Von einem frischen, fröhlichen Kriege ist in! Südrußland nicht die Rede; die Leute fragen sich vielmehr köpf- schüttelnd, wie das enden soll.— Das„Memorial diplomatique"> kleidet die Tragweite des russisch-türkischen Conflikts in folgende Formel:„Der eröffnete Orientkrieg ist nur in erster Linie ein s Kampf zwischen Russen und Muselmannen; in letzter Linie ist es ei» Kampf zwischen der russo-slavischen und der germa-! nischen Welt." Hat das Blatt Recht? Wenn es Recht hat,! dann trägt die deutsche Politik der letzten Jahre an der Aus- dehnung des entbrannten Kampfes einen großen Theil der Schuld.__ — Dienstag, den 1. Mai, wurde der Redakteur der„Ber- liner Freien Presse", I. Dolinski, auf Grund des§ 135 des Reichsstrafgcsetzbuchs im Redaktionslokale verhaftet. Auch hat der frühere verantwortliche Redakteur der„Berliner Freien Presse", Milke, jetzt definitiv seine Residenz von der Stadt- Voigtei nach der bekannten„Bastille am Plötzensee" verlegt, um sich dort für längere Zeit den Studien zu widmen. — Parteigenosse Will). Wolf aus Mülheim a. M. wurde wegen vermeintlicher Gotteslästerung und Bismarcksbeleidigung zu 6 Monat Gefängniß verurtheilt. Gegen dieses Urthcil wird Wolf selbstverständlich die Appellation einreichen. — Die„Wahrheit" in Breslau schreibt unter'm 1. Mai: „Trotz des Urlaubes sind die bekannten autographirten Straf- antragsformulare des Reichskanzlers v. Bismarck immer noch in Bewegung. Zur Abwechslung hat sich ein Bismarck'scher Strafantrag auch einmal nach Breslau verirrt, und zwar ist er gegen den verantwortlichen Redakteur unseres Blattes wegen der Einleitung der„Politischen Uebersicht" in Nr. 57 der„Wahr- � heit", Tagesausgabe vom 9. März d. I., gerichtet. Die Ge- sammtzahl der gegen unfern verantwortlichen Redakteur schwe- benden Prozesse beträgt gegenwärtig neun." u Berlin, 1. Mai. Gestern war ein Unglückstag für die Fortschrittspartei und was drum und dran hängt. Zu Beginn der Sitzung theilte! Forckenbeck mit, daß der Abg. Duncker sein Mandat für den 5. Berliner Wahlkreis niedergelegt habe, und im Verlauf der Sitzung kam Herr Löwe beim Heruntergehen vom Bureau zu Fall und brach einen Arm, so daß er ohnmächtig hinausgetragen werden mußte. Der Fall des Herrn Duncker ist ernsthafter: Dieser Mann, der in seinem Blatte die Sozialdemokratie auffs Rastloseste angreifen und auf's Gemeinste verleumden, ihr jede Sittlichkeit absprechen, ihren Vertretern die eigennützigsten Motive| unterschieben ließ, hat soeben, trotz der ihm seitens seiner Partei- i genossen gewordenen Unterstützung, Bankerott gemacht unter Um- Teufel nicht an die Wand malen, denn was Anno 1871 passirte, könnte auch jetzt eintreten; immerhin würden wir es als einen Fortschritt betrachten, wenn diesmal die Loyalitätsdcputationen und Trostadressen seitens etlicher Postbeamten an Hrn. Stephan unterblieben. Also ein Postagent ist es diesmal gewesen, kein blutjunges Postgehilfchen? Da braucht man ja wohl nicht zu discipli- niren, da kann man ja wohl ohne weiteres Verfahren entlassen? Ist es nicht so, Herr General-Postmeister? A. „Wir wollen wieder Prügel haben!" (Ein Aprilscherz des„Leipziger Tageblatts" im Jahre 1877.) y. Wenn sich in Nr. 110 des„Leipziger Tageblatts" wieder einmal ein Gegenstück zu der Fabel, in welcher ein Esel den andern„Langohr" schimpft, abspielte, indem ein„Eingesandt"| (NB. aber im Redaktionstheil), welches in Form wie Aus- drucksweise seinen Verfasser unbedingt nicht zu den„gebil- deten Kreisen" zählen ließ, seinen Gefühlen über die wachsende Rohheit der ungebildeten(!) Klassen unserer heutigen Gesellschaft freien Lauf ließ und unter von Krokodilsthränen feuchten Augen als alleinseligmachendes Gegenmittel„der Prügelstrafe" ein Loblied sang— nun, so konnte man dieses ungeschickte, unüber- legte Simmelsammelsurium für das Machwerk eines guten kanne- gießernden Freundes, getreuen Gosenbruders oder dergl. aus. der Reihe der Tageblattsclique halten, welcher aus Mangel an| nützlicher Beschäftigung sich mit unausführbaren Weltverbesserungs- Plänen— wohl aber eben nur zum Zeitvertreib— beschäftigte. Diesem Veilchen hätte man gewiß gern sein verborgenes Blühen gegönnt, jedoch ohne daß es von irgend Jemandem ge- sucht worden wäre, hielt man es für gut, für dieses Wunder- blümchen die Lärmtrommel und die liebe gewohnte Reklamen- trompete in einer Weise zu gebrauchen, daß der biedre Leipziger, dessen Lebensweisheit im„Tageblättchen" seine einzige Quelle findet— wie es freilich auch beabsichtigt wird— vollständig über die wahren Motive betäubt und verdummt werden soll. Aus der Losung:„Schärfere Strafe für die Rohheit" ent- wickelt sich nämlich nunmehr ganz ungenirt das unumwundene Feldgeschrei:„Der Polizei die Knute in die Hand!" Je nun, daß dieser fromme Wunsch des„Tageblatts" durch eine Leipziger Petition an den Reichstag jemals zum Reichs- ständen, die den gesellschaftsretterischen Beruf und die Familien- und Tugendschwärinerei des Herrn Duncker in einem höchst zweifelhaften Licht erscheinen lassen. Man muß wirklich an das Walten der Nemesis glauben, wenn man sieht, wie Einer nach dem Andern dieser moraltriefenden Sozialistentödter entlarvt, an den Pranger gestellt, ins Zuchthaus geworfen wird— oder, von den Furien des bösen Gewissens gepeitscht, in Wahnsinn verfällt. -- Für uns bedeutet die Mandatsniederlegung Duncker's— zwei Wahlkämpfe in Berlin anstatt eines. Die Fortschrittlcr find konsternirt und möchten die Wahlen gern bis in den Herbst hinausschieben. Abgesehen davon, ob dies gesetzlich zulässig ist oder nicht, will ich nur bemerken, daß wir jetzt bereit sind und im nächsten Herbst bereit sein werden. Von der gestrigen Sitzung selbst ist nichts, oder so gut wie nichts zu sagen. Die Bänke des Reichstags sind geleert, und die wenigen Anwesenden, die— mit Ausnahme der jeweiligen Sprecher— sich während der Sitzung in die Beschäftigungen des Gähnens, Schlafens, Essens und Trinkens(letzteres Beides natürlich nicht im Saal) theilen, erinnern lebhaft an das klas- fische Kinderliedchen: Ach ich bin so müde, ach ich bin so matt u. s. w. Und die Tagesordnung war auch keine heitere. Seennfall- gesetz— ohne Debatte genehmigt. Lasker'sches Nothgesetz gegen Kanteckisirung— langweilige Debatte. Wird genehmigt, nachdem von den Antragstellern der§ 2, welcher direkt gegen den Kantecki-Fall gerichtet war und von den Behörden als ein leises Mißtrauensvotum aufgefaßt werden konnte, freiwillig ab- geschlachtet worden war! Es geht doch nichts über parlamen- tarische Höflichkeit. Das Gesetz in seiner jetzigen Gestalt setzt fest, daß die Bestimmung der Reichsgesetze, welche die Haft wegen Zeugnißzwangs auf ein Maximum von sechs Monaten beschränkt, sofort und nicht erst im Jahre 1879 mit Einführung der Justiz- gesetze in Kraft trete. Da weder die Redaktcure der„Frank- furtcr Zeitung", noch Dr. Kantecki die Maximalzeit von sechs Monaten erreicht haben, und da kaum zu vermuthen war, daß die Behörden in Zukunft grausamer gewesen sein würden, als in diesen zwei Fällen, so dürften„die 43 Millionen Deutsche", für die Abgeordneter Lasker seiner Aeußerung nach das Gesetz gemacht hat, gerade nicht in der Lage sein, das Nothgesetz mit Jubel zu begrüßen, und die unglücklichen Redakteure, die nun „erst recht" eingesteckt werden können, und zwar sechs Monate lang, werden eher Ursache haben, das Nothgesetz sammt seinen Urhebern dahin zu wünschen, wo der Pfeffer wächst. Dritter Gegenstand: Elsaß-Lothringen. Wieder die alten endlosen Reden! Wer den Reichstag unter der Zuchtruthe dieser Elsäffer Reden stöhnen, ächzen, schnarchen— doch das können blos die glücklich Beanlagten— gehört, wird mir zugeben: Frankreich hat seine Revanche; furchtbare, tödtliche Re- vanche. Lieber einer Batterie Mitrailleusen gegenüberstehen, als diese endlosen, monotonen Elsäffer Reden der Guerber, Si- monis, Winterer— haben sicher schon Dutzende von Reichs- boten seufzend gedacht; und wahrhaftig, wenn das Haus 1871 diese Reden vorausgeahnt hätte, ich glaube, die Annexion von Elsaß-Lothringen wäre nicht beschlossen worden. Doch, wozu diese Rückblicke? Die Annexion i st beschlossen und hat uns die Elsäffer Reden und die orientalische Frage gebracht. Da haben wir keine andere Wahl: wir müssen resignirt das Haupt ver- hüllen und, möglichst gute Miene zum bösen Spiel machend, uns in das Unvermeidliche fügen— mit türkischem, wollte sagen deutschem Fatalismus. Erst um halb 6 Uhr— die Sitzung hatte um 11 begonnen — wurden wir von den Elsäffer Debatten erlöst. Und wann werden wir von der orientalischen Frage erlöst werden? Statt der heutigen Sitzung theile ich Ihnen blos die offi- zielle Tagesordnung mit: „Tagesordnung für die 34. Plenarsitzung des deutschen Reichs- tagcs, Dienstag, den 1. Mai 1877, Vormittags 11 Uhr. 1. Erste und zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Verwendung eines Theiles des Reingewinnes aus dem von dem großen Generalstabe redigirten Werke„Der deutsch- französische Krieg 1370/71— Nr. 177 der Drucksachen—. 2. Zweite Berathung des Entwurfs eines Patentgesetzes auf Grund des Berichtes der Vit. Commission— Nr. 144 der Drucksachen—. Antrag Nr. 167, 181, 184, 185, 186, 189, 194. 3. Erste und zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Erwerbung von zwei in Berlin gelegenen Grundstücken für das Reich.— Nr. 139 der Drucksachen—. Mündlicher Bericht der Petitions-Eowmission über die Petition gesetz erhoben werden könnte, das glauben wir allerdings nicht; in dieser Beziehung könnten wir daher die Quakelei des Lotalblättchens ganz unberücksichtigt lassen, dagegen wäre es immerhin möglich, daß sich Dumme finden ließen, welche mit einer solchen Petision Leipzig zu einem Reichsschilda stempeln würden. Wir können und wollen zwar Niemanden in seinem Privat- vergnügen stören, indessen die Augen zu öffnen oder vielmehr den wahren Kern einer mit finnentäuschendem Flitter ausgestatteten Comödie zu enthüllen, das soll der Zweck der folgenden Aus- einandersetzung sein. Von vornherein sei nochmals betont, daß es sich heute durch- aus nicht darum handelt, die alte Geschichte, die ewig neu bleiben wird, die Ansichten über Zulässigkeit der Prügelstrafe überhaupt und dabei die eigene Meinung darüber zu entwickeln, vielmehr gilt es, die ausgesprochene leitende Tendenz der in Aussicht gestellten Reichstagspetition und die eigenthümlichen Ansichten des„Leipziger Tageblatts" über soziale Klassenver- Hältnisse darzuthun. Die Tageblattrcdaktion hat in wenig mannhafter Weise zwar versucht, sich eine Hinterthür für die eigene Verantwortlichkeit offen zu lassen durch Vorspiegelung der Form des„Eingesandt", indessen diese Rückzugslinie markirt sich zu offen— wie bewiesen werden soll—, als daß hierauf irgend welche entschuldigende Rücksicht genommen werden kann. Der prügelbegehrende Tageblatt-Mitarbeiter giebt gleich in seinem zweiten Satze seiner Sache einen recht bedenklichen Hieb, mdem er wörtlich sagt:„Mißbrauche, die sich in bar- barischer Behandlung der amtlichen Autorität ein- gebürgert hatten, führten zu Humanitätsbestrcbungen, die im Prinzip richtig, für gebildete(?) Kreise zutreffend und dem menschlichen Gefühle(wovon der Prügelmessias wenig oder gar nichts zuhaben scheint) sympathisch, für die Mittel der Bucht aber nicht geeigenschaftet waren." Wenn hier also zugegeben wird, daß seiner Zeit zur Ab- Schaffung der Prügelstrafe Mißbrauch amtlicher Autorität zu barbarischer Behandlung führte, wer giebt denn da heute die Garantie, daß wir nicht wieder gleich traurigen Beispielen begegnen würden? Daß eine so barbarische Strafe wie die Prügelstrafe dem menschlichen Gefühl Hohn spricht, muß freilich der begeisterte Prügelfreund zugeben, aber-- sagt er: es ist das einzige(?) Mittel der Zucht. Nun, da habt ihr's.„Der des Vorstandes des deutschen Buchdruckerei- Vereins.— H. Nr. 466.— Nr. 197 der Drucksachen—. Berlin, den 30. April 1877. Präsident von Forckenbeck." Die Debatten waren so langweilig, das Schnarchen oder Plaudern der nicht redenden Mitglieder so laut, daß Niemand, Ihren Correspondcnten eingeschlossen, ein Wort verstehen konnte. Verloren ist nichts dabei. Zur Erklärung will ich nur er- wähnen, daß der Reingewinn des Generalstabswerks, von dem Punkt 1 der Tagesordnung handelt, 300,000 Mark beträgt, und daß diese Summe natürlich für militärische Zwecke verwandt werden soll. Mit dem Patentschutzgesetz, das fast unverändert nach dem Commissionsentwurf angenommen wurde, wird sich der „Vorwärts" gelegentlich zu beschäftigen haben. Und was endlich den dritten Punkt betrisst, so ist das in Rede stehende Grundstück die Decker'sche Druckerei, in der schon seit längerer Zeit die offiziellen Druckarbeiten besorgt wurden und die nun direkt in den Besitz des Reichs übergehen soll— zum großen Verdruß der Herren Druckereibesitzer, die wieder die alten Phrasen gegen die Staatsindustrie auspacken und nach Noten räsonniren. Wenn der Geldbeutel der Herren Bourgeois berührt wird, hat's mit der Loyalität, wie mit der Gemüthlichkeit ein Ende. 2. Mai. Der Reichstag ist nicht blos müde, er liegt im Sterben. Un- möglich, noch die Aufmerksamkeit zu fesseln, der Todtkranke hat das Empfindungsvermögen verloren, und kein rhetorischer Moschus würde es ihm momentan zurückgeben. Und Moschus ist es ja nicht, was dem Patienten verabreicht wird, sondern Opium, das ihn seine Qualen vergessen und glücklich hinüberschlummcrn läßt. Die Frage des Decker'schen Grundstücks, die gestern nicht mehr erledigt werden konnte und heute als erster, ich fürchte als einziger Punkt— trotz der 26 Punkte, welche die Liste noch außerdem uns vorführt— auf der Tagesordnung steht, ist freilich auch nicht darnach angethan, die obligaten Redner zu großen Leistungen anzuspornen. Wie dem nun sei: Eins müssen wir an den Rednern achten— den Muth; es gehört in der That Muth dazu, vor einer solchen Zuhörer- schaft oder Nichtzuhörerschaft zu sprechen. Drei Viertel der Plätze sind leer; sogar die elektrische Klingel des Bureaus, die von Zeit zu Zeit verzweifelt durch das ganze Haus tönt, ver- mag den Saal nicht vorübergehend zu füllen, denn die „Schwänzer" sind meistens bereits abgereist, und nur der— allerdings etwas eigennützigen— Großmuth der Reichsfeinde hat es das„hohe Haus" zu verdanken, daß nicht ausgezählt und die Beschlußunfähigkeit konstatirt wird. Niemand hört zu, ausgenommen die Zehn oder Zwölf, die selbst eine Rede zu reden beabsichtigen und darum wenigstens nothdürftig Acht geben müssen. Die Einen(Richter und Genossen) wollen keine Reichsdruckerei und halten das Grundstück für zu theucr; Andere(Hohenlohe- Langenburg und Genossen) wollen das Grundstück kaufen, aber behufs Errichtung eines Reichstagsgebäudes. Reichen- sperger macht in Aesthetik, Wehrcnpfennig, Schröder (Friedbcrg), Lasker u. s. w. bringen es glücklich zuwege, mit Hilfe des Herrn Kanzleramtspräsidenten Hofmann, ein paar stunden todtzuschlagen. Schorlemer-Alst fragt boshaft, wo denn Fürst Bismarck noch spazieren gehen solle, wenn der Reichs- tag in die Wilhelmsstraße(wo das Decker'scheGrundstück liegt) komme. Schließlich wird die Regierungsvorlage mit der Modi- fikation angenommen, daß die Druckerei nur in dem bisherigen Umfang betrieben werde, und daß die endgiltige Bestimmung über den Zweck des Grundstücks vorbehalten bleibe. So wären denn 7'/» Millionen Mark für einen noch unbestimmten Zweck, also in's Blaue hinein votirt, was zwar thatsächlich oft vor- kommt, aber vorher wohl noch niemals so ossen eingestanden worden ist. Nach Erledigung des Rittinghausen'schen Antrags(be- treffend das Terrain der Kölner Festungswerke), der trotz nachdrücklichen Eintretens des Antragstellers höflich begraben wurde, kamen zahlreiche Berichte(171) der Wahlprüfungskommission zur Verhandlung. Von, tieferem Interesse war nur der über die Wahl Pseisser's im ersten sächsischen Wahlbezirk. Die Beein- flussung wurde dort auf's Schaamloseste und en xros betrieben: die Arbeiter zu Unterschriften für den Fabrikanten-Candidaten genöthigt, kolonnenweise von ihren Arbeitgebern beziehungsweise deren Beamten an die Wahlurne geführt, Wähler mit Speck und Brod traktirt, Arbeiter mit Entlassung aus der Arbeit be- droht u. s. w. u. s. w. Und was that die Commission? „Die Commission glaubte, der behaupteten Einwirkung von Staat soll ein Zuchthaus werden" nach dem Rezept dieses Prügelsuppenkochs. Darauf nimmt der saubere Herr eine Zeitung in die Hand und entsetzt sich ob der„Brutalitäten", die von„feuchtohrigen Buben" und„elenden Strolchen"—(man erkennt den„feinen" Herrn doch gewiß schon an seinen gewählten Worten heraus)— an ruhigen Bürgern und Damen verübt werden. Darauf wirft er sich nun die tiefsinnige Frage auf: Was ist die Strafe dieser Strolche? Er giebt uns hierauf den gewiß klassischen Bescheid:„Die Antwort verbirgt sich in der Gesetzgebung." Wollte der biedre Herr nur hübsch die Nase ins Straf- gesetzbuch stecken, statt solchen Unsinn zu schreiben, er würde gewiß finden, daß der Körperverletzung gebührende Strafe zu- gemessen ist. Indessen unserem Prügelpropheten ist's ja um das liebe Volk aar nicht zu thun, sein Heiliger ist—„der Schutzmann". Er sagt nämlich:„Jeder Strolch kann einen unschuldigen Menschen schlagen und sich an einem Schutzmann ver- sündigen." Mit seinem Grundsatz, daß man sich durch thät- liches Bergreifen am Schutzmann„versündigt", erweist der biedre unverzagte Prügelpetent indessen den richterlichen Instanzen keinen besonderen Dienst, denn im Strafgesetzbuch finden sich wohl für Uebcrtretungen, Vergehen, Verbrechen Strafen, die „Sünde" dagegen überweist die menschliche Gerichtsbarkeit einer sogenannten höheren Instanz, welche sich von keinem Reichstags- beschlusse leiten läßt— wir verweisen die„Sünde", die Un- moralität, vor das Forum der Vernunft und der Menschheit selbst. Damit sind wir allerdings dem Prügelpropheten vollständig aus der Schußlinie gekommen und wollen auch weiter mit ihm nichts zu thun haben. — Unfall-Statistik. Im Monat April er. wurden bei der Allge- meinen Unfall-Versicherungs'Bank in Leipzig 10 Todesfälle, 1 Unfall, der dem Betreffenden Lebensgesahr bereitete, 9 Unfälle, die ihrer Natur nach eine totale oder theilweise Invalidität der Verletzten erwarten lassen und 424 Unfälle, aus welchen sich für die Verletzten nur eine vorübergehende Erwerbsunfähigkeit prognofticiren läßt, zusammen 444 Unfälle angemeldet. Bon den 10 Todesfällen ereigneten sich 3 in Stei- kohlenwerken und je 1 in einer Brauerei, einer Papierfabrik, einer Holz- Handlung, einer Spinnerei und Weberei, einem Kalkwerke, auf einem Arbeitgebern auf ihre Arbeiter zu Gunsten der Wahl des Abg. Dr. Pfeiffer, sei es durch kolonnenweises Führen derselben nach dem Wahllokale unter Einhändigung von Wahlzetteln, sei es durch Bedrohung derselben mit Arbeitsentziehung oder dadurch, daß man sie einen Revers unterschreiben ließ, daß sie für Dr. Pfeiffer stimmen würden, nicht ein solches Gewicht beilegen zu können, daß dadurch, falls die angegebenen Thatsachen auch erwiesen werden könnten, die Wahl als eine nicht freie ange- sehen werden müßte; sie nahm vielmehr an, daß das allgemeine direkte Wahlrecht eine lebhafte Agitation naturgemäß zur Folge habe und daß diese, falls sie sich nur in den gesetzlichen Schran- ken halte, nicht mit gesetzlich unerlaubten Mitteln zu wirken suche, und nicht auf Grund des Mißbrauchs amtlicher oder kirchlicher Gewalt geübt werde, einen Einfluß auf die Giltig- keit der Wahl nicht haben könne. Das Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter beruhe auf freier Vereinbarung; der aus diesem Verhältnisse nach der Natur der Dinge hervor- gehenden Abhängigkeit des Arbeiters vom Arbeitgeber könne sich Ersterer entziehen, indem es von seinem freien Willen abhänge, dasselbe zu lösen, auch setze das allgemeine Wahl- recht Männer voraus, welche sich durch materielle Rück- sichten nicht beirren ließen. „In gleicher Weise erschien der Commission der behauptete Umstand, daß Dr. Pfeiffer in seinem eigenen Wahlbezirke Brod und Speck vor der Wahl vertheilt habe, unerheblich, weil nicht behauptet worden, daß dies unter Entgegennahme des Ver- sprechens einer Gegenleistung seitens der Empfänger, nämlich der Wahl des Dr. Pfeiffer, geschehen sei." Ist das nicht unerhört? Es fällt schwer zu glauben, daß dies im Ernste geschrieben sei. Oder sollten die Herren der Wahlprüfungskommission wirklich nicht wissen, daß die ökono- mische Gewalt, welche der Kapitalist über„seinen" Arbeiter ausübt, weit mächtiger ist und weit leichter mißbraucht werden kann, als die„amtliche" und„kirchliche" Gewalt? Und daß die „Freiheit" des Arbeiters, ihr Verhältniß zu dem Arbeitgeber zu lösen und sich als„Männer" zu zeigen, die durch materielle Rücksichten nicht beirrt werden, auf oie Freiheit des Hunger- todcs hinausläuft? Wegen einiger anderen„Unregelmäßigkeiten", wie Stimmen- kauf, Verletzung des Wahlgeheimnisses u. s. w., wurde schließlich doch beantragt, die Wahl— nicht zu kassiren, nein, nur zu beanstanden. Bebel wies kurz aber scharf auf das Skan- dalöse der betreffenden Wahlvorgänge und auf die monströse Logik des Commissionsbcrichts hin; Lasker mußte zugeben, daß die in dem Bericht für unerheblich erklärten Beeinflussungen allerdings nicht zu billigen seien, und daß der Reichstag, wenn er den Bericht annehme, damit keine Billigung dieser Beein- flussungen ausspreche. Warum der Reichstag, wenn er diese Beeinflussungen mißbilligt, einen Bericht annehmen soll, der sie nicht mißbilligt, das vergaß Herr Lasker uns auseinander- zusetzen. Jndeß der Reichstag verstand ihn und stimmte für den Commissionsantrag. Schluß der Sitzung 53U Uhr.— Morgen soll der Rest der parlamentarischen Geschäfte Hals über Kopf abgewickelt und die Session zu Ende gebracht werden. Erforderlichen Falls will man eine Abendsitzung anberaumen. Der Reichstag tritt des- halb schon um 10 Uhr Vormittags zusammen. Die sozialisti- schen Anträge zum Schutz der Wahlfreiheit und gegen die Valentinerei sind richtig bei Seite geschoben. Nun— unsere Abgeordneten werden diese Anttäge gleich zu Beginn der nächsten Session wieder einbringen und dafür sorgen, daß dem Reichstag die Zweckmäßigkeit klar gemacht wird, den Vertretern der Sozialdemokratie das parlamentarische Bollbürgerrecht nicht länger zu verweigern. Correspondenzeu. St. Louis, 28. März. Es ist wohl für jeden Parteigenossen ermuthigend, zu hören, daß der Sozialismus hier in dem fernen Westen der amerikanischen Republik gute Fortschritte macht. Die Arbeiter, welche früher dem Rufe der republikanischen oder demokratischen Fachpolitiker folgten, treten mehr und mehr auf unsre Seite. Es ist aber auch eine tüchtige Organisation nothwendig, und hier besonders, wo diese politischen„Ringe" bestehen, um durchzudringen. Die Arbeiterpartei der Vereinigten Staaten arbeitet denn auch wacker, um die Organisation zu befestigen und zu erweitern. Es ist auch die höchste Zeit, daß wir uns rühren, denn die Verhältnisse gestalten sich immer trüber, zudem sind ja unsre heutigen Regierungen Klaffen-Regierungen, einerlei Güterbahnhofe und beim Bauunternehmen. Die eine lebensgefährliche Beschädigung kam in einer Steinkohlenhandlung vor, während von den 9 Invaliden je 1 aus ein Eisenwalzwerk, ein Baugeschäft, ein Kalkwerk, eine Locomotivfabrik, eine Drahtfabrik, eine Waggonfabrik, eine Thon- röhrenfabrik, eine Eisenhütte und auf Brückenbau entfällt. — Unfall-Statistik. Bei der Magdeburger Allgemeinen Ver- sicherungs-Aktien-Gesellschaft— Abtheilung für Unfall-Versicherung— kamen im Monat März er. zur Anzeige: 15 Unfälle, welche den Tod der Betroffenen zur Folge gehabt haben, 8 Unfälle, in Folge deren die Beschädigten noch in Lebensgefahr schweben, 20 Unfälle, welche für die Verletzten voraussichtlich lebenslängliche, theils totale, theils partielle Invalidität zur Folge haben werden, 347 Unfälle, mit voraussichtlich nur vorübergehender Erwerbsunfähigkeit, zusammen 390 Unfälle. Bon den 15 Todesfällen treffen 3 auf Zuckerfabriken, 3 auf Kohlenbergwerke, 2 auf Mahlmühlen, je 1 auf einen Steinbruch, Landwirthschaftsbetrieb, eine Ziegelei, Spinnerei, Schneidemühle, Brauerei und Mahlmühle; von den 8 lebensgefährlichen Beschädigungen 2 auf Bierbrauereien mit Landwirthschaftsbetrieb, 2 auf Papierfabriken. 2 auf Bierbrauereien und je 1 aus einen Steinbruch und eine Mahlmühle: von den 20 Jnvali- ditätsfällen 3 auf Papierfabriken, 2 auf Zuckerfabriken, 2 auf Eisen- Hütten, 2 auf Schneidemühlen und je 1 aus einen Schiffbaubetrieb, eine Holzschneiderei, Mahlmühle, Bierbrauerei, Gerberei, Metallwaarenfabrik, Papier- und Holzstofffabrik, Wollspinnerei, Blechwaarenfabrik, Engros- Weinhandlung und die Einzelvcrsicherung eines Kaufmanns. — Jüdisch-Deutfch. Mit diesem Ausdruck belegte Lassalle be- kanntlich das Zeitungsdeutsch des Volkszeitungs-Rabiners Bernstein und seiner Genossen. Der Nationalzcitung«- Rabiner Dernburg— der Name schon mauschelt den Leser an— leistet nun auch in der„Ratio- nalzeitung" folgendes treffliche Jüdisch-Deutfch: „Der Unterzeichnete wird während der nächsten vier Wochen von Berlin abwesend sein; Briefe, welche auf der Adresse den Vermerk „persönlich" wagen, werden mir jedoch nachgesendet werden. Berlin, den 28. April 1877. F. Dernburg, Chefredakteur der Nationalzeitung." Also der Chefredakteur deS leitenden Blattes der nationalliberalen Partei, der Reichstags abgeordnete Dr. und Rabbiner Dernburg kann nicht Deutsch schreiben! Jeder Quartaner weiß, daß es entweder zu Anfang der Notiz heißen muß:„Ich werde w. ic.", oder daß, wenn der Anfang lautet:„Der Unterzeichnete wird jc. jc.", es in der dritten teile heißen muß:„werden ihm jedoch nachgesendet werden".— Und ernburg ist ein großes Licht unter den Nationalliberalen und Sozia- listenfreffern! unter welcher Flagge sie segeln, sie beschützen nur die Reichen, während die Arbeiter recht- und schutzlos sind. So geht man hier z. B. damit um, die Strikes gesetzlich zu verbieten. Es liegen hier augenblicklich den Legislaturen Gesetze vor, welche die Strikes der Lokomotivenführer und Telegraphisten bestrafen sollen. Die amerikanischen Bürger können stolz auf ihre Frei- heit sein, nicht einmal dürfen sie, wenn das Gesetz angenommen würde, die Arbeit niederlegen, wenn sie es in ihrem Interesse für gut halten, und die andern Monopolisten würden das nämliche Recht haben, solche Gesetze zu fordern. Und wer bürgt dafür, daß sie ihnen nicht gegeben werden? An die Stelle der schwarzen scheint die weiße Sklaverei zu treten. Dazu kommt, daß grade jetzt, wo der Arbeiter durch unsre vielgepriesenen sozial- politischen Zustände dahin gekommen ist, arbeitslos umherzuirren, auch noch sein heiligstes Recht, das Stimmrecht, verlieren soll. Hier in St. Louis fing man damit an. Das Stimm- recht ließ man zwar für den Augenblick dem Arbeiter noch, aber Niemand, der nicht Grundeigenthümer ist, darf Com- munalbeamter werden. Aber dieses Vorgehen der Kapitalisten hat auch sein Gutes: es zeigt den Besitzlosen, daß die Kapitalisten sie auch zu einer rechtlosen Klasie herabdrücken wollen. Und in der That macht die Arbeiterbewegung hier gute Fortschritte, da die Zahl der Parteimitglieder und der Leserkreis unserer Organe täglich wächst. Die deutsche Sektion der Arbeiterpartei versammelt sich jede Woche einmal an verschiedenen Punkten der Stadt, und außerdem besteht hier auch eine englische, dänische, französische und irische Sektion.— Am 18. März veranstalteten die gesammten Sektionen zu Ehren der gefallenen und depor- tirten Pariser Communekämpfer eine Gedächtnißfeier, die unter großartiger Betheiligung von Statten ging. Es mochten gegen 2500 Personen in dem Festlokal versammelt gewesen sein, und viele Hunderte mußten wieder umkehren, da sie keinen Platz mehr fanden. Festreden wurden gehalten in englischer, fran- zösischer und deutscher Sprache. Albert Currlin, früher Mit- alied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Gießen, hielt die Festrede in deutscher Sprache unter allgemeinem Beifall. Am Schluß des Festaktes wurde ein lebendes Bild:„Die Arbeiter am Grabe der Märtyrer der Pariser Commune" aufgeführt. Der Grabstein, 8—10 Fuß hoch und mit einem riesigen Lorbeer- kränz geschmückt, wurde von zwei Festgenossen mit Gewehr bei Fuß bewacht; das Grab umgaben Jungfrauen und Kinder, welche Blumen auf dasselbe streuten. Das Fest war in Wahrheit ein internationales zu nennen, da acht Nationen auf demselben ver- treten waren; die Brüderlichkeit, welche hier zur Geltung kam, bewies recht klar, daß der Nationalitätcnhaß eine Pflanze ist, die nur dem Egoismus der Machthaber ihr Bestehen ver- dankt. I. H. Rettin, 1. Mai. Die Wahlbewegung im hiesigen sechsten Wahlkreise ist in vollem Fluß und läßt uns mit Sicherheit auf die Wiederwahl unseres„cassirten" Abgeordneten Hasenclever hoffen. In den beiden letzten Wochen haben fast täglich stets gut be- suchte Wählerversammlungen stattgefunden, in denen in der Regel einer unserer Abgeordneten unter allseitigem Beifall refe- rirte. Am letzten SonntagVormittags hielt Herr Hasenclever in einer von mehr als 2000 Menschen besuchten Versammlung einen Vortrag, der mit ungeheurem Beifall aufgenommen wurde. Die Stimmung unter der Bevölkerung des Wahlkreises ist eine außerordentlich gute; wohin man kommt, hört man das Verfahren der Wahlcassirung verurthcilen und die Wiederwahl Hasenclever's als die beste Antwort darauf bezeichnen. Schreiber dieses hat sogar Leute gesprochen, die bisher stets fortschrittlich gewählt hatten, aber durch die für die Fortschrittspartei so be- zeichnende Aufstellung der Candidatur Banks und durch das Verfahren derselben bei der Wahlcassirung bewogen sind, jetzt für Hasenclever zu stimmen. Unsere Gegner fahren noch immer fort, ihre Versammlungen hinter verschlossenen Thören zu halten und sind mit ihrem Candidaten(als welcher übrigens der hie- sige Fabrikant Ludwig Löwe bezeichnet wird) noch nicht an die Oeffentlichkeit getreten. Schon klagt die fortschrittliche„Vossische Zeitung", daß An- gesichts der rührigen Agitation der Sozialisten die Fortschritts- Partei die„Gnadenfrist", die ihr noch einmal gegeben sei, so schlecht benutze. Also ist die Entmuthigung, die noch vor kurzem in einer Versammlung von Vertrauensmännern der Fortschritts- Partei den Sozialisten zugeschrieben wurde, augenscheinlich in ihrem eigenen Lager zu finden. Für diese Muthlosigkeit der Fortschrittspartei spricht auch noch der weitere Umstand, daß sie auch hier, wie in Altona und anderswo, es nicht wagen wird, uns allein entgegenzutreten, sondern auch hier eine Vereinigung mit Nationalliberalen und Conservativen(!) unter dem Namen der„Ordnungspartei" anstrebt. Man sieht, wir haben es hier mit den Leuten zu thun, die sich nach dem Sprichwort schlagen und vertragen. Und warum auch nicht? Es gilt ja die„göttliche Weltordnung", die„Heilig- keit der Ehe", kurz alles Schöne und Ideale vor der drohenden Vernichtung zu retten. Nun, wir werden ja sehen, wie weit die Herren damit kommen werden. Nach vielen Bemühungen ist auch der hiesige Magistrat be- wogen, uns gegen Erstattung der nicht unbedeutenden Kosten eine Abschrist der Wählerlisten zukommen zu lassen, mit denen nun auch wir im Stande sind, säumige Parteigenossen am Wahl- tag an ihre Pflicht zu erinnern. So verheißt uns bei fortgesetztem Elfer Alles einen sicheren Sieg, zumal auch das reichliche Eingehen von Beiträgen für den Wahlsond einen neuen Beweis für die Opferfreudigkeit der hie- sigen Parteigenossen ablegt. In diesem letzten Punkte erwarten wir allerdings mit Zu- verficht auch die thatkräftige Hilfe der auswärtigen Parteige- Nossen, da bei der großen Wichtigkeit gerade dieses Wahl- kreises nichts gespart werden darf, wenn der Sieg ein glänzen- der werden soll. Mögen die Parteigenossen in ganz Deutschland nach Kräften dazu Mitwirkens, daß der jetzige Wahlkampf, in dem die Fort- fckrittspartei um ihre ganze Existenz kämpft und in dem auch nnsere Ehre verpfändet ist, zu einer entschiedenen und totalen Niederlage der„Ringpartei" sich gestalte, daß Berlin den Ruhm behaupte, den es sich am 10. Januar erworben hat. Unsere Losung hier ist jetzt: Glänzender Sieg im sechsten und dann bald neue Erfolge im fünften Wahlkreise. E. K. Kamöurg. Die orientalischen Verwicklungen ruhen wie ein Alp auf allen Geschäften, und werden auch im Großhandel Engagements auf„weite Sichten" nur selten eingegangen. Der ganze Handel dreht sich um den augenblicklichen Bedarf, und nur einzelne Firmen, welche mit Kriegslieferungen indirekt oder direkt in Verbindung stehen, zeigen ein lebhafteres momentanes Geschäft. Recht traurig sieht es deshalb, nachdem wir einen arbeitslosen Winter hinter uns haben, mit der Bezahlung der Miethe aus. Seit einer Reihe von Jahren sind nicht so viele Sicherheitsbefehle auf unseren Präturen von Hauseigcnthümern erwirft worden, als zu dem Umzugstcrmin. 1. Mai. Die Zahl derselben betrug auf den drei Präturen 1264, und meistens ge- hören diese Leute dem Arbeiterstande an. Aus Schleswig-KokKein.„Die Kaufleute in Sonderburg haben ein probates Mittel angewandt, um dem Unwesen der Wanderlager Einhalt zu thun. Sobald nämlich ein Handel- treibender sein Wanderlager aufschlägt, vereinigen sich einige dortige Kaufleute, transportiren einen Theil ihrer Waaren nach einem gemeinschaftlich gemieiheten Lokal und verkaufen zu den- selben Preisen, wie der Handeltreibende sie in seinem Preis- courant veröffentlicht hat. Das kauflustige Publikum geht selbst- redend zu den ihnen bekannten Kaufleuten, und das Wander- lager muß abziehen, ohne eine nennenswerthe Einnahme erzielt zu haben. Wir können diese Handlungsweise zur Nachahmung empfehlen."— So berichten triumphirend die schleswig-holstein- schen Blätter. Giebt es aber eine bessere Reklame für die Wanderlager? Die Anhänger der heutigen freien Concurrenz sollten sich übrigens schämen, gegen die Wanderlager zu eifern, besonders da dieselben, wie es hier der Fall ist, die Händler der Städte zwingen, den Consumenten gegenüber eine„billigere" Stellung einzunehmen. Kiek, 22. April. Da wir hier seit längerer Zeit keine Ver- sammlung abgehalten hatten, so beriefen wir auf den 16. d. M. eine solche in den Englischen Garten ein, welche auch recht zahl- i reich besucht war. Aus der Tagesordnung stand„Lassalle und ] die Arbeiterbewegung" als erster Punkt; zweiter Punkt war: „Verschiedenes". Nachdem das Bureau gewählt war, in welchem Stark als erster, Heinzel als zweiter Vorsitzender und Unter- zeichncter als Schriftführer fungirten, erhielt Hasselmann aus Barmen als Referent das Wort zum ersten Punkte der Tages- ordnung. Hasselmann hielt einen lehrreichen Vortrag über die jetzige Arbeiterbewegung und erwähnte auch, daß es Lassalle ge- Wesen sei, der im Jahre 1863 vor das Volk getreten und ihm die Mittel und Wege gezeigt habe, wie es aus seiner schlechten Lage sich befreien könne, und dieses könnte nur durch das allge- meine und direkte Wahlrecht geschehen. Es müßten Männer in den gesetzgebenden Körper gewählt werden, die für des Volkes Wohl eintreten. Nachdem Hasselmann seinen Vortrag beendet hatte, wurde zu Interpellationen aufgefordert, aber kein Gegner meldete sich zum Wort. Hierauf ging eine Resolution ein, welche folgendermaßen lautet:„Die heutige Volksversammlung erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und giebt ihrer Ücberein- stimmung mit dem Referenten durch Erheben von den Sitzen Ausdruck." Sämmtliche Anwesende erhoben sich.— Darnach erhielt Heinzel das Wort, um einige Verdächtigungen der Gegner zurückzuweisen.— Zum Schluß gab Hasselmann noch Aufklärung über die Arbeiterentlassungcn in der Krupp'schen Fabrik. Eine Tellersammlung zur Unterstützung der gemäß- regelten Krupp'schen Arbeiter ergab die Summe von 35 Mark. I. Pöhlsen. Affenvach. Am 29. April starb hier nach langem und schwerem Leiden im 28. Lebensjahre unser wackerer Parteige- nosse und Mitkämpfer Adam Bleß. Alle, die Bleß gekannt haben, werden ihm gewiß ein ehrendes Angedenken bewahren. Wannheim, 9. April. Gestern Abend hatten wir seit langer Zeit wieder einmal die Ehre, einen unserer Reichstagsabgeord- neten in unseren Mauern zu beherbergen. Genosse W. Blos erfreute uns nämlich mit einem Vortrage„Ueber die Gesetz- gebung im deutschen Reiche". Trotz des schönen Wetters und des für eine Volksversammlung ungeeigneten Tages hatten wir doch eine stark besuchte Versammlung. Herr Blos beleuchtete kurz und treffend das Bankgcsetz und die Gewerbeordnung, bei welcher Gelegenheit er das von unseren Abgeordneten einge- brachte Arbeitcrschutzgcsetz einer Besprechung unterzog. Ferner beleuchtete Blos die gegenwärtige Steuergesetzgebung mit deren nachtheiligen Folgen für die arbeitende Klasse, und gab dann auch einen Ueberblick über die Thätigkeit der sozialistischen Ab- geordneten während dieser Saison. Der interessante, von tref- fender Satire durchwobene Vortrag fand, ebenso wie auch die Ergänzungen des Genossen Dreesbach, allseitigen Beifall. ___ F. I. Ehrhart. Eutiu.(Abrechnung über Einnahme und Ausgabe der Wahltasse vom i. Oktober 1876 bis 31. Januar 1377) Gelammteinnahme: Kassen bestand, ordentliche und src willige Beiträge 174,84 M. Aus- gäbe: 177,69 M. Defizit: 2,25 M. Freiwillige Beiträge erhielten wir aus: Malente 12,30, Malkwitz 3.60, Quisdorf 3,30, Ncudorf 7,95, Niechel 1.83, Fissau 4,00, Gothendorf 2,50, Thürk 2,40, Bockholt y/ev, Eutin 3,00, do. 3,30, do. 1,00, do. 2,95, Haffkrug 8,06, Hassendorf 1,65, Hutzseld 2,90, Bichel 1,60, Brackrave 2,40, Klems und Umgegend 6,85, Bassau 5,60, Busendorf 0,50, Neukirchen 1,58. Sieversdorf 3,00, Söhren 0,80, Barkau und Umgegend 15,70, Liensfeld 1,75. Nachlräg- lich aus Wöbs 2,50. F. Schröder. An alle Parteigenossen und Freunde von Baden und der Pfalz! Genossen! Lange genug schon mußten wir uns von der gegnerischen Presse beschimpfen und verleumden lassen; lange genug mußten wir glelchfam mit gebundenen Händen zusehen, wie die Gegner die albern- sten Lügen über uns verbreiteten; lange genug haben wir mit unserem Vorschlage zur Gründung eines Lokal- Parteiorgans zurückgehalten. Nachdem jedoch der badisch- pfälzische Arbeitertag am 25. v. M. nach vorhergegangener reislicher Berathung den Antrag zur Herausgabe eines Parteiorgans vom 1. Oktober ab einstimmig angenommen hat, so ist es nunmehr auch unsere Aufgabe, für die Ausbringung der dazu er- forderlichen Mittel Sorge zu tragen. So fest wir davon überzeugt sind, daß«in Organ unsere Bewegung riesig fördern würde, ebenso fest haben wir uns auch vorgenommen, das Unternehmen nicht eher in's Leben zu rufen, bevor dessen Existenz nicht gesichert scheint. Mache sich deshalb jeder Genosse zur heiligen Pflicht, Beiträge zu sammeln so viel in seinen Kräften steht. Zu diesem Zwecke werden nächster Tage an alle Gewährsmänner diesbez. Sammellisten abgesandt werden. Das Comitö hat sich wie folgt constiiisirt: Für Mannheim: A. Dreesbach, Vorsitzender; F. I. Ehrhart, Schriftführer! F. Königshausen, Kassirer; Müller und F. Seffarth, Beisitzer. Karlsruhe: C. Scha er. Heidelberg: W. Bicrwirih. Lud- wigshasen: W. Seel. Oggersheim: Jos Quera. Speyer: E. Michault. Frankenihal: I. Frank. Alle Briefe, Correspondenzen zc. zc. sind an den Schriftführer F. I. Ehrhart, Mannheim, 0. 1. Nr. 17; alle Listen und Gelder sind an den Kassirer F. Königshausen, Mannheim, 0. 7. Nr. 23, zu senden. Am Pfingstmontag werden die Mannheimer Parteigenossen einen Ausflug nach Heidelberg veranstalten, zu welchem sie alle Genossen der Umgebung freundlichst einladen. Am genannten Tage wird auch in Heidelberg die erste gemeinschaftliche Sitzung der Preßcommifsion statt- finden. Mit Gruß F. I. Ehrhart. Außerdem haben der Geschäftsführer Herr Levm und der Meister Rahlfs die liebenswürdige Manier, fortwährend bei den Arbeitern herumzustehen, um darauf zu achten, daß sich keiner sein Blatt— Zu klein schneidet und zu wenig Rapper verbraucht. Welchen Eindruck solche liebenswürdige Manier auf den Arbeiter ausübt, wird Jedem klar sein. Um der Räumlichkeit zu gedenken, sei bemerkt, daß der Raum, in welchen 30 Menschen eingepfercht sind, pro Kops noch keine. 100 Cubikfuß beträgt,— ebenso schlecht ist für zweckmäßige Benti- lation gesorgt. Dies Bild in Betrachtung zu unserer Forderung(Ein- richtung von Fabriken) gestellt, ist eher der Hölle als dem Paradies zu vergleichen; trotzdem hätten wir ausgehalten, aber es sollte besser kom- men. Am Sonnabend Nachmittag um 3 Uhr bei Angabe der Stückzahl kam der Meister mit folgenden Worten:„Ich muß Ihnen hiermit be- kannt machen, daß Sie auf 1000 8 Stück übermachen müssen!" Auf unsere Frage:„Bekommen wir denn Rauch-Cigarren?" antwortete man „Nein!" Wir erwiderten:„dann machen wir sie nicht!" Hierauf sagte der Meister in strengem Tone:„Wer die Ueber- Cigarren nicht macht, muß aufhören!" Somit waren wir auf's Straßenpslaster ge- setzt. Dieses der Borfall im Wesentlichen, woran wir folgende Bemer- kung knüpfen: Trotzdem die Arbeitslosigkeit hier am Platze eine große ist, sehen wir uns doch nicht veranlaßt, solche Manieren einzubürgern, welche nur drückend auf die College» wirken können, denn wenn es bei dem Einen glückt, werden die Anderen es auch einführen, deswegen gingen wir nicht darauf ein. Der Meister äußerte hierzu:„Nun gut, mögen sie gehen, dann wird die Arbeit als Hausarbeit vergeben und ich habe es bequemer." Diese Bequemlichkeit wollen wir dem Herrn Rahlfs gerne gönnen, gewiß keiner von uns beneidet ihn um die Rolle, die er in dieser Angelegenheit spielt. Aber Euch, den Collegen, rufen wir zu: Wir haben unsere Ehre und Interessen gewahrt; dieses werdet Ihr anerkennen und danach handeln. Wir sagen: lieber acht Tage beschäftigungslos sein, als unter solchen Bedingungen sein Leben zu fristen. Wir wollen Fabriken, aber folche wie diese möge der Kukuk holen. I. Ä.: F. W. Wentzel, Thalstr. 97, Scheller, Eordel, Hartz. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck des Obigen ge- beten. An die Cigarrenarbeiter in Hamburg, Altona, Ottenftn und Umgefiend. Eine Muster- Fabrik. Am 20. v. Mts. eröffneten die Herren Heß u. Uebel in Ottensen, Rainstraße 95, eine Cigarren-Fabrik. Der bekannte Rahlfs wurde Meister! Bei der jetzt herrschenden Arbeitslosigkeit gingen viele Collegen da- hin, um etwas Bcschäft gung zu finden. Nun etwas über die Einrich- tungen in der genannten Fabrik. Sämmtliche Cigarren, selbst die zu 9 Mk., müssen mit Hülsen(sog.! Fingerhüten) gearveitet werden. Jeder, der sie kennt, weiß, wie es dem Arbeiter hinderlich ist. Genau so war e« auch mit dem Verdienst; man lefe und staune. Der Durchschnittsverdienst der 20 dort beschäftigt gewesenen Arbeiter betrug 10 Mk, dies Collegen merkt Euch! Briefkaste« der Redaktion. W.W. in Werdau: Sie können nicht gezwungen werden, Ihr Kind taufen zu lassen, desgleichen hat auch der Standes- beamte kein Recht, die Eintragung der Namen Ferdinand Laffalle zu verweigern.— W. Riegcr in Stuttgart: Einer sachlich gehaltenen Cor- respondenz die Ausnahme zu verweigern, haben wir keinen Anlaß, auch werden wir Ihnen ohne Zustimmung des Verfassers der betr. Corre- spondenz dessen Namen nicht nennen. Widerlegen Sic doch, was Ihnen in der Correspondenz nicht zusagt. der Expedition. Abonnent in Osnabrück: Reichen Sie sofort Beschwerde mit wahrheitsgetreuem Thatbestand bei der Königl. Ober- Postbehörde Leipzig ein. Die wird Wandel schaffen.— Krvwiarz in Osnabrück: Ihr einnoncendepot ist erschöpft.— M. Gutheil Schwdtz: Der„Vorwärts" kostet Imal wöchentl. gesandt 2,30 und 3mal wöchentl. 3,00 pr. Kreuzband. Weiteres ist besorgt. Quittung. Arbeiters, hier Ann. 2,40. Sbrt Cassel Ab. 3,00, Schr. 3 70. Gmbrt Osnabrück Ab. 0,85. Pnngr Bremerhafen Ab. 40,00, Schr. 13,00. Klftd Pest Ab. 6,00, Schr. 6,56. Hnk Jägern- dors Ab. 9,90. Nsslbsch Karlsruhe Ab. 6,20. Sirch München Schr. 9,91. Gßn Mühlheim Ab. 15,00. Hßnr Mainz Ab. 27,00. Schml Al cnburg Schr. 1,20. Metallarbeitergew. hier Ann. 3,50. Slbrhrn Eßlingen Ab. 14,90, Schr. 1,85. Schdwtz Käthen Schr. 7,20. Wßnr hier Ab. 0,60. Brn Heidenheim Ab. 5,00. Jnchn Brims Ab. 6,70. Sr Frankenthal Schr. 1,00. Knz Thaya Schr. 1,25. Für die gemaßrcgrltcn Krupp'schen Arbeiter in Essen: Durch G. Grbnr in Memel 3,50. Annoncen für die MittwochS-Nummer müssen bis Mon. tag Vormittags 9 Uhr; für die FreitagS-Nummer bis Mitt- woch-Borinittags 9 Uhr; für die Sonntags-Nummer bis Frei- tag Lormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimmt Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsruder kein Depot bei uns hat, können eine Aufnahme nicht finden. Die Expedition des„Vorwärts". ben 7* �ai' Abends 8 Uhr, im„Thü- Oessentliche Schneiderversammlung. Tagesordnung: 1. Die Klagen der Arbeitgeber über schlechte Ar- beitsleistung der Arbeiter. Sind diese Klagen begründet? Referent Herr Werner. 2. Neuwahl der Arbeitsnachweiscommission. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert allseitige» Erscheinen. 80) Die Einberufer. Mittwnch, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, in der „Tonhalle": Volksversammlung. Tagesordnung: Die Gewerbegesetznovelle(Arbeiterschutzgesetz). Refe- reuten W. Hasenclever und I. Motteler. 90) Der Einberufer. Für Mäiilicrchöre. Im Verlage von Emil Sauerteig in Gotha ist zu einem Lieder- CycluS erschienen: Dichter: Componist: Preis: Part, mit 4 Stim. Nr. 4 Stim. ohne Part.. 1. Bundeslied. Otto-Walster. H. Stolle 0,65 M. 0,45 M. 2. Der wahre Mensch. L. May C. Kreutzer 0,55„ 0,40„ 3. Republik und W. Hasenclever G. Scholz!, � 4. Der Arbeitsmann. Alice Rcymond I. Scheu)'"'"" 5. An Michel. A. Geib M. Carl 0,75„ 0,60„ 6 Frühlinqsgedanken. F. Glvchaucr G. Scholz 0,80„ 0,60. 7. Sänger-Marsch.— G. Scholz 1,50„ 1,00„ 8. Commerzlied und W. Käpplinger W Käpplinger!. 9. Die Arbeit. A.Scheu G. Scholz s'" Gegen Einsendung des Betrags erfolgt freie Zusendung.[2,40 Soeben erschien: Skizzen und Studien zur französischen Revolutions-Geschichte. V°nK.Bru«nem°un. Einzelpreis ü 1 Mk., bei Bezug in Partien ä 75 Pfg. per Exemplar. Versendung gegen baar oder Postvorschuß.(3c) Braunschwcig, den 15. April 1877.[2,70 W. Bracke jun. EleaanteEinbanddecken " die„Neue Welt" egcn baar oder Nachnahme(excl. Porto) durch 'Jansen, Leipzig, Universitätsstraß« 16, zu für sind ä Stück M. 1,20 die Buchbinderei von beziehen. Colportcurc und Filialexpedikionrn erhalten bei P artie- bezng entsprechenden Rabatt.[360 Es empfiehlt sich bei Einzelbezug Einsendung von Briefmarken. B rantwor ltcqn Le vz'g