Erscheint in 5eipjiz SHtttaod), Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Teutschland r M. 60 Pf. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstaltm auf den 2. und 3. Monat, und aus den 3. Monat besonders angenommen: w» tinigr. Sachsen und Herzoglh. Sachsen- Mtenburg auch auf de» itcn Monat de« Quartals i, 54 Psg. Snfcrote betr. Bersammlungen pr. Betitzeile 10 Pf., betr. Prioatangelegcnheiten und Feste pro Petitzeile 30 Pf. ZZlstellungen nehmen an alle Posianftalten und Buch. Handlungen des In- u. Au-landeu. Filial- Expeditionen. New-Dorl: So».- dcmolr. Kcnosien- schaftSbuchdruckerei,>54 bllllrillxi!!>te. Philadelphia: P. Haß, 636 Xurii» gra Strovt. I. Boll, llllS Qburlotte Str. Hoboken Zl.ll.: F. A. Sorge, St5 rVasb. ington Str. Chicago: A. Lanfermaon, 74 Ctybomn,:!>?«. San Franzisco: F. Enh, 443 O dsrrull Str. London>V.: C., 3 New tr. Golden Square. Gentrat Hrgan der Soziatdemokratie Deutschlands. Nr. 59. Der Pfingstfeiertage wegen muß die nächste Mittwochsnummer ausfallen. Der Krieg*) welcher soeben da„hinten in der Türkei" begonnen hat, ist der fünfte russisch-türkische Krieg seit dem Frieden von Kutschuk Kainardschi(21. Juli 1774), welcher die Pforte den Russen ge- öffnet und ihr bedeutende Gebietsabtretungen an die nordischen Eroberer aufgelegt hatte. Der wievielte russisch-türkische Krieg überhaupt, das läßt sich in der Geschwindigkeit gar nicht fest- stellen. Schon Jahrhunderte bevor Kaiserin Katharina auf ihrer Reise nach Südrußland(1787) an die Landstraße einen Weg- weiser mit der Inschrift setzen ließ: Weg nach Konstantinopel! übte die Wunderftadt an den Dardanellen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die Russen aus. In dem russischen Chronisten Nestor lesen wir(Buch 1, Kap. 3): „Oleg setzte(i. 1. 907) in Byzanz seine Truppen au's Land, die nach altem Kriegsgebrauche viele Häuser und Kirchen plünderten und verbrannten und die Menschen theils niederhieben, theils henkten, theils ersäuften und auf verschiedene Weise marterten." Als er dann einen Tribut festgesetzt, den die Christen ihm zahlen sollten, und seinen Heerschild zum Zeichen des Sieges am Thore von Byzanz aufgehängt hatte, zog er wieder ab, mit Plünderungs- schätzen beladen. Jeder Versuch der Christen, sich von ihren heidnischen Peinigern zu befteien, wurde durch einen neuen Berwüstungszug bestraft. So zog schon Oleg's Nachfolger, Igor, wieder gegen die Griechen, wobei es noch munterer herging als das erstemal.„Es wurden," erzählt Nestor,„von den Russen viele Kirchen und Klöster ausgeplündert und zerstört und viele Menschen theils in Stücke gehauen, theils erschossen, theils mit Nägeln, die man ihnen in den Kopf schlug, unmenschlicherweise ermordet." Die Russen waren damals noch nicht zum Christenthum über- getreten, wohingegen in Konstanttnopel das Christenthum in vollster Blüthe stand und herrschte. Dieser Umstand allein beweist jur Genüge, daß das christliche Mäntelchen, welches die Russen ihren Kriegen gegen die Türkei umzuhängen belieben, eben nur em Mäntelchen ist zur Täuschung des„dummen Volks". Prangte noch das Kreuz auf der„Hagia Sophia"(der heiligen Sophien- kirchc), wäre nie ein Türke nach Europa gekommen— Rußland würde, ebenso wie dies geschehen ist und geschieht, sich Konstan- ttnopels zu bemächtigen gesucht haben und suchen. Ein Blick auf die Geschichte Rußlands und auf die erste beste Landkarte macht dies klar. Rußland ist ein Raub- und Erobererstaat, der nach der Weltherrschaft strebt, und Konstantinovel ist„die Pforte", welche es von der Welt absperrt, und der Schlüssel, welcher ihm die Welt erschließt. Rußland gleicht dem Gefangenen, der darüber brütet, sein Kerkerthor zu sprengen und jede sich ihm bietende Gelegenheit benutzt. Es ist einfach Instinkt, der Instinkt des Raubthiers, das aus seinem Käfig ausbrechen will.„Wer in Konstanttnopel regiert, wird in Wahrheit Herr der Welt sein" heißt es im„Testament Peters des Großen", diesem mit staunens- werther Schärfe und Kühnheit entworfenen Programm der russischen Politik, welches der Petersburger Diplomatie sehr unbequem geworden ist, so daß sie es sich viel Schweiß und viel Geld kosten läßt, die Echtheit des Aktenstücks zu bestreiten. Von Peter dem Großen, der kaum die nöthige Bildung und Fähigkeit gehabt haben dürfte, ist das seinen Namen tragende �Testament" allerdings wohl schwerlich verfaßt— ebenso wenig wie die �lias und Odyssee von Homer herrühren— aber das ändert nichts an der Thatsache, daß das unter dem Namen „Testament Peters des Großen" berühmt gewordene Aktensttick das Programm der russischen Politik ist, an dessen Ver- wirklichung sie jetzt über anderthalb Jahrhunderte lang mit eiserner Tonsequenz und zähester Ausdauer arbeitet. Das Pro- gramm wird— wenn wir von unwesentlichen, anttquirten(ver- alteten) Punkten absehen— so treu und gewissenhaft innegehalten, daß ficfy auch der nicht Eingeweihte mit Hülfe dieses Ariadne- fadens in dem Labyrinth der russischen Diplomatie zurechtfinden, die Schleichwege erkennen, hinter den verlogenen Phrasen die wahren Zielpunkte entdecken kann. Militärische Lorbeeren haben die Russen in ihren Kämpfen gegen die Türken höchst spärlich geerntet; desto„erfolgreicher" war ihre Diplomatie, die sich oft das übrige Europa dienstbar ZU machen und wiederholt selbst Oestreich und England, die beiden Mächte, deren Interessen denen Rußlands am anta- gonistischsten sind, als Sturmböcke zu benutzen wußte. Im Jahre 1828 wäre die russische Jnvasions- Armee bis auf den letzten Mann verloren gewesen, wenn die Türkei nicht durch ihre„guten Freunde" und„natürlichen Alliirten"(die schon vorher bei Na- darino sie lahm geschlagen hatten) in den Frieden von Adrianopel gehetzt worden wäre. «as war der letzte glückliche Türkenkrieg Rußlands. Der «neg, welchen es 1853 vom Zaune brach— natürlich mußte vieeReligivn und Humanität herhalten— bekam den Angreifern � wurden von den Türken empfindlich geschlagen, llw©'JW! t>ie drohende Aufforderung Ocstreichs hin, Hals Donauprovinzen(Moldau und Walachei— zu- «anicn) räumen, und wurden zu einem Berthei- �(hauptsächlich in der Krim) gezwungen, der ihnen itens der Türken und deren Verbündeten: der Engländer und � anzosen(die vom Großmachtskitzel geplagten Piemontesen K?"M m.t_ ftr fie war der Krimfeldnig blos eine Pvllttsche Militarpromenade) eine ununterbrochene Reihe schwerer Ü* ei"er Extre-Beilage der„Neuen Welt" ent- Relief-Karte des Kriegsschauplatzes am Spedition z�bezichen Extra-Beilage ist für 10 Psg. durch die Niederlagen einbrachte und das Prestige Rußlands zerstörte. Im Frieden von Paris(1856) mußte Rußland auf die Donau- Mündungen verzichten und das Todesurtheil seiner Seemacht im Schwarzen Meer unterzeichnen. Versteht sich, mit dem stillschweigenden Vorbehalt, wieder an- zufangen, sobald dies thunlich. „Wir sammeln uns" sagte ein russischer Staatsmann nach dem Pariser Frieden. Die russische Regierung baute strategische Eisenbahnen, reorganisirte die Armee und wartete den passenden Moment ab. Die europäische Polittk ging nach Wunsch— sie war in den richtigen Händen. Im Herbst 1362 trat der in Petersburg wohlbekannte und hochgeschätzte Herr von Bismarck an die Spitze des preußischen Ministeriums. Oestreich, das 1854 die Russen aus den Donau- fürstenthümern getrieben und sie aus der Offensive in die hoff- nungslose Defensive gedrängt hatte, fand sich urplötzlich selbst in die Defensive gedrängt, seine Stellung in Deutschland gefährdet; die wenig verschleierten Pläne des neuen preußischen Minister- chefs gingen auf Verwirklichung der großpreußischen oder klein- deutschen Idee, d. i. Ausschluß Oestreichs aus Deutschland und Einigung des übrigen Deutschland unter„preußischer Führung". Der Dänenkrieg(1864) bereitete die endgültige Auseinander- setzung des Bismarck'schen Preußen mit Oestreich vor. Ersteres siegte. Deutschland bis an die Mainlinie wurde theils direkt, theils indirekt annektirt, die süddeutschen Staaten vorläufig laufen gelassen und Oestreich„aus Deutschland geworfen". Was das für Deutschland bedeutete, geht uns hier nichts an; für Ruß- land bedeutete es: Durchbrechung des gewaltigen Damms, den die germanische Welt von der Nordsee bis an die Adria gegen das Slaventhum gezogen hatte. Das war 1866. Noch gab es einen„moralischen" Damm: die Möglichkeit des Zusammenwirkens Deutschlands mit Westeuropa. Wohlan, vier Jahre später wurde auch dieser Damm durchbrochen— die Annexion von Elsaß-Lothringen machte das offizielle Frankreich auf Jahrzehnte hinaus zum Feind des offiziellen Deutschland und zum Bundesgenossen aller Feinde Deutschlands. Jetzt hatte Rußland was es brauchte; das siegreiche Deutsch- land hatte ihm Europa zu Füßen gelegt und sich selbst. Ruß- land zerriß den Pariser Friedensvertrag.„Es giebt ja kein Europa mehr." Die Petersburger Diplomatie hatte es nun blos noch mit der Türkei zu thun. Die anderen Mächte zählten nicht, weil sie einander aufhoben. Frankreich und Oestteich paralysirten Deutschland, Deutschland paralysirte Frankreich und Oestreich— alle drei hatten nach der Pfeife Rußlands zu tanzen. Und England, das freilich nicht unmittelbar unter diesem Bann war, wurde wenigstens in seinen Bewegungen gehemmt und daran gehindert, ein nachdrückliches Wort zu sprechen.„Das bischen Herzegowina", welches der genialen Staatsmannskunst des Fürsten Bismarck ein so glänzendes Zeugniß ausstellt, ist langsam, Jedem sichtbar, unter den Augen der civilisirten Menschheit, die den Frieden herbeisehnt, zum russisch-türkischen Krieg geworden, den die Diplomatie so lange„lokalisiren" wird, bis ihr das entfesselte Element die Finger verbrennt und vielleicht noch mehr.-- Schon regt sich's bei den„Neutralen". Nach Oestreich sind Funken hinübergeflogen, und Ungarn scheint da und dort Feuer gefangen zu haben. England rüstet, und Frankreich— hat einen von Moltke nicht sonderlich geschickt applizirten„kalten Wassersttahl" aus Berlin nöthig gemacht. Nimmt man hierzu die hartnäckig sich behauptenden Gerüchte von einer„Beobachtung" der russisch-polnischen Grenze durch preußische Truppen, so kann der simpelste Durchschnittsverstand das Utopistische der Diplomaten-Utopie vom„lokalisirten Krieg" mit Händen greifen. Werden die Russen gewinnen, oder die Türken? Wir haben keine Lust, Wahrscheinlichkeitspolitik zu treiben. Das sprichwörtliche Pech der Wetterpropheten klebt auch den politischen Propheten an. Thatsache ist: die Türkei besitzt eine sehr bedeutende Widerstandskraft und hat in jüngster Zeit Hilfs- quellen erschlossen, die ihre Kraft wesentlich gesteigert haben. Militärisch, das erwähnten wir bereits, hat Rußland sich der Türkei nie entscheidend überlegen gezeigt— seine Erfolge waren fast ausschließlich diplomatischer Art. Während des ändert- halbjährigen Prologs zu dem gegenwärtigen Krieg hat nun aber die russische Diplomatie keineswegs glänzende Leistungen ver- richtet. Sie hat sogar notorisch grobe Fehler begangen und in der türkischen Diplomatie ihre Meisterin gefunden. Midhat Pascha und dessen Nachfolger haben Gortschakoff und Consorten um ihren diplomatischen Ruf gebracht, und der Tölpel Jgnatieff ist, ähnlich seinem offiziösen militärischen Vorläufer, dem Humbug Tschernajeff, zur lächerlichen Person geworden. Der Angriffs- krieg Rußlands bezeichnet diesmal das Ende einer verunglückten diplomatischen Campagne— das ist das Neue der Situation. Durch die Revolution der Sofias und die türkische Verfassung war die russische Diplomatte vollkommen matt gesetzt. Es blieb den Gortschakosss und Consorten blos die Wahl zwischen schimpf- lichem Rückzug oder dem Versuch, den durch ihre Ungeschicklichkeit unentwirrbar verknäuelten Knoten mit dem Schwert zu zerhauen. Das Schwert war von jeher die ultima ratio, der letzte Grund der sich bankerut fühlenden Brutalität. Kein Zweifel, die Russen haben mehr Soldaten als die Türken, dafür sind die türkischen Soldaten an sich den russischen überlegen, und bei den unge- heuren Schwierigkeiten, die sich dem Vormarsch in das Herz der Türkei entgegenstellen, wird ein großer Theil der russischen An- griffstruppen unterwegs aufgerieben oder festgehalten werden. David Urquhart, vielleicht der beste Kenner der Menschen und Dinge in Rußland und der Türkei, speziell der orientalischen Frage, schrieb vor dem Krimkrieg: I-et Turkey.alone and she is sure to win! Man überlasse die Türkei sich selbst, falle ihr nicht in den erhobenen Arm, umwinde sie nicht mit der seidenen Schnur der Diplomatie, und sie wird mit den Russen fertig. „Doch die Unzuftiedenheit unter den Christen in der Türkei, die Schilderhebungen in Bosnien, der Bulgarei u. s. w.!" Gut. Das ist allerdings ein Faktor, der nicht übersehen werden darf; aber auch nicht überschätzt. Die Unzufriedenheit der türkischen Christen ist zu 99/100 eine russische Lüge, und das übrige Hundertstel ist zu 99/100 russisches Fabrikat. Daß die Auf- stände, welche vor 1", Jahren in türkischen Grenzgebieten aus- brachen, von Petersburg aus angestiftet waren, ist aktenmäßig festgestellt. Der Neid auf russische Freiheit wird die türkischen Christen gewiß nicht zur Insurrektion treiben, sind doch die Christen m der heidnischen Türkei tausendmal freier als die Christen in dem christlichen Rußland— und zwar als die Christen der Staatskirche, denn die anderen sind nicht blos unterdrückt und verfolgt, sie sind vogelfrei. Und das führt uns zu Polen. Polen, das zerfleischte, systematisch wehrlos gemachte Polen, das, im Winter 1862 auf 63 durch die Verzweiflung in den Aufstand gepeitscht, der gesammten russischen Kriegsmacht über ein Jahr lang die Spitze bot, und nur durch die„guten Dienste" des unter Bismarck's Führung seine Bestimmung erfüllenden Preußen niedergeworfen weroen konnte— ist Polen todt? Und die Völker des Kaukasus, voran die heldenmüthigen Tscherkessen, die fast ein Jahrhundert lang die russischen Armeen siegreich bekämpften, bis sie dem Verrathe zum Opfer fielen? Genug— das Spiel der„unterdrückten Nationalitäten" kann auch von Leuten, die nicht an der Newa wohnen, gespielt werden, und von allen Län- dern der Erde ist es das mit der Blutschuld so manchen Völker- mords beladene Rußland, das dieses Spiel am meisten zu fürchten hat. Was wird die nächste Zukunft uns bringen? Wie lange wird es dauern, bis der Brand unserem eigenen Dach naht, es ergreift? Wird die„europäische Schachpartte" gespielt werden zwischen Preußisch-Deutschland und Rußland einerseits, und Oestreich, Frank- reich, England und der Türkei anderseits? Werden unsere Brüder und Söhne mit Baschkiren und Kalmücken zusammengekoppelt an der Spitze der Civilisation zu marschiren haben? Was da kommen möge, die barbarischen Elemente, welche die Kriegsfurie entfesselt haben, sind — ein Theil der Kraft die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Ein Jahrhundert friedlicher Entwicklung hätte die Impotenz, die Unmenschlichkeit, die Jmmoralität, die Widersinnigkeit der modernen Diplomatie und Staatsmannschast nicht so drasttsch, so handgreiflich ans Licht der Sonnen gebracht, als dieser diplo- matische Hexensabbath der letzten 18 Monate. Und nun vorwärts auf der betretenen Bahn! Während gesunder Menschenverstand, Recht, Humanität be- schimpft, die Saaten zerstampft, die Künste des Friedens geopfert werden— plätschern am Bosporus, langsam anschwellend, die Wogen der Revolution, und an der Newa und Wolga bohrt leise, unaufhaltsam„der Wurm des Sozialismus"— der Todten- wurm der heutigen Gesellschaft. Für ewige Zeiten gilt nicht das alte: Oelirant reges xleetuntur Achivi. Die Fürsten rasen und die Völker werden geschlagen. Sozialpolitische Uebersicht. — In einen fatalen Lmdarras de kiobesses(Ver- legenheit durch Ueberfluß) ist unser genialer Generalpostmeister gerathen. Man erinnert sich, wie weiland durch einen wunder- baren Zufall just 24 Stunden vor der zweiten Kantccki-Debatte der Veröffentlicher des famosen Aktenstücks und Urheber des ganzen Skandals entdeckt, und mit welchem homerischen Gelächter die generalpostmeisterliche Ankündigung dieses wunderbaren Zu- falls vom Reichstag begrüßt wurde. Daß der betreffende Sün- der, der sich so rechtzeitig fangen ließ, nicht schlecht fahren würde, war vorauszusehen und— es ist ihm denn in der That auch nichts geschehen, mit Ausnahme eines kleinen Gehaltsabzugs. Das Verbrechen war also doch nicht so groß und wahrhaftig des Lärms nicht Werth, der darum gemacht wurde— von der viermonat- lichen Einsperrung Kantecki's ganz zu geschweigen. Doch lassen wir das. Was uns hier interessirt, ist ein zweiter wunderbarer Zu- fall, ein noch wunderbarerer Zufall als der erste. Gleichzeitig mit der Nachricht, daß der Stephan'sche äeus ex machina(Retter in der Roth) nur nominell bestraft worden(ob er auch blos nominell belohnt worden, wissen wir nicht) bringen die Zeitungen die andere Nachricht, daß sich ein Sünder Nr. 2 gefunden hat, wodurch natürlich die Aechtheit des(von Stephan produzirten) Sünders Nr. 1 in Zweifel gestellt wird. Wir wollen ruhig abwarten, wie das Räthsel sich löst. Bemerkt sei nur noch, daß der Neben- buhler und Doppelgänger des bekannten„Postagenten" ein Lehrer aus Bromberg ist, Skieretzki heißt, und seit einigen Wochen die freie Luft Amerikas athmet. — Aus der„besseren" Gesellschaft. Unweit Berlin, in der sogenannten Villencolonie Südende, hatte ein Ehepaar ein förmliches Institut für hülfsbedürftige Damen angelegt. Dieselben trafen dobt zahlreich von Berlin mit der Berlin- Dresdener Bahn ein, wurden niemals angemeldet und verließen auf demselben Wege nach vorgenommener Kur die Villcgiatur wieder. Das saubere Ehepaar ist jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben wegen§ 218 des Strafgesetzbuches(Abtteibung). Eine nicht unbedeutende Anzahl von Fällen sind bereits festgestellt und auch die Mittel, die zu dem verbrecherischen Zweck gedient haben, ausfindig gemacht.— Ein ähnlicher Fall wird aus Wiesbaden angezeigt. Die Zahl der Jnhaftirten beträgt bereits 16. Die Geschichte spielt in den höchsten Schichten der Gesellschaft. Der Rheinische Kurier" m eldet in dieser Angelegenheit:„Die Unter- suchung scheint immer größere Dimensionen annehmen zu wollen. Auch wurden wieder Äusgrabungen nach Kinderleichen in einem Garten an der Stiftstraße vorgenommen." Und diese Gesellschaft, welche in ihrer eigenen Verderbtheit umzukommen droht, wagt es, der Sozialdemokratie entsittlichende Tendenzen unterzuschieben? — Das schweizerische Fabrikgesetz hat, wie das übrigens nicht anders zu erwarten war, vor den Augen der Fabrikanten keine Gnade gefunden, und mit allen Mitteln wird jetzt von ihnen agitirt, um das Gesetz durch die Urabstimmung zu Falle zu bringen. Dieses Bestreben der Fabrikanten hat natürlich Gegen- bestrebungen der Arbeiter zur Folge gehabt(S. den Artikel: „Demonstration zu Gunsten oes schweizerischen Fabrikgesetzes" in heutiger Nummer) und, lobend sei es erwähnt, auch die Lehrer von Zürich haben durch den Mund ihres Organs Partei für die Arbeiter ergriffen, wie das aus den nachfolgenden Zeilen, die wir dem in Zürich erscheinenden„Pädagogischen Beobachter", Organ der Züricher Lehrerschaft, entnehmen, hervorgeht: „Der rechte Volkslehrcr soll überall da mithelfen, wo es gilt, das nachwachsende Geschlecht tüchtiger und glücklicher zu machen, wo man sich bemüht, statt ein Volk von Krüppeln eine Generation gesunder und denkfähiger Menschen heranzuziehen. „Bon diesem Standpunkt aus wünschen wir lebhaft, daß die zürcherische Lehrerschaft und ihre Freunde Hand in Hand mit der überwiegenden Mehrzahl unserer Repräsentanten in den eid- genössischen Rüthen und mit dem denkenden Theil der Arbeiter- schaft das Fabrikgesetz schützen und vertheidigen und daß sie auch bei der Kundgebung vom nächsten Sonntag sich aktiv betheiligen. „Der Demonstration des ausbeutenden Kapitals folge die- jenige der darbenden Arbeiter, der Diener der Humanität und der Freunde der Freiheit und Gleichheit!" Haben sich deutsche Lehrer jemals ebenso unverholen auf die Seite der„darbenden Arbeiter" gestellt? —„Auf dem sozialen Schlachtfelde", so schreibt man uns aus England,„wo fortwährend, wenn nicht unter der Fahne, so unter der Maske des Friedens, der Kamps der Arbeit gegen die Uebermacht des Kapitals geführt wird, bereiten sich hier wieder einige ausnahmsweise heiße und umfangreiche Treffen vor. In erster Linie find die Kohlengräber betroffen, welchen nun zugemuthet wird, die Folgen der mörderischen Konkurrenz der Grubenbesitzer unter sich durch Maffenförderung und Markt- Überschwemmung zu tragen in Gestalt von schweren Lohnreduk- tionen. Von allen Seiten kommt die Kunde solcher Maßregeln und wenn sich die Arbeiter an ihre Führer wenden, so wissen ihnen diese, so gut sie von der sozialen Haltlosigkeit der Angebot- und Nachfragetheorie überzeugt sind, keinen anderen Rath zu geben, als auszuwandern, oder sich anderen Erwerbszweigen zu- zuwenden, oder weniger Kinder zu erzeugen, also fortwährend auf dem beschränkten Boden des Arbeitsmarkt-Verhältnisses nach Abhilfe zu suchen. Bon dem Glauben an schiedsgerichtliche Schlichtung solcher Lohnstreitigkeiten sind Viele bald zurückge- kommen und wollen die Kraft ihrer Organisationen lieber auf die Probe setzen. So droht die abermalige lOprozentige Lohnreduktion, welche die Grubenbesitzer der Lancashire and Ches- shire Kohlenbezirke ihren Arbeitern angekündigt, einen großen Strike hervorzurufen. Die Reduktion soll am 17. d. M. in Kraft tre ten und da friedliche Verhandlungen bisher von keinem Erfolg waren, dürften etwa 10,000 Männer die Arbeit ruhen lassen. Im Fife and Clackmannan Kohlenbezirk(Schottland, nörd- liches Ufer der Forthmündung) haben die Arbeiter abermals die Ankündigung(seit 1874 die sechste) einer 10prozentigen Lohn- reduktion erhalten und sind entschlossen, dieselbe nicht anzunehmen. Sie loosten zu diesem Zwecke zwei Kohlengruben aus, m welchen zuerst gestrikt werden sollte. Die Arbeitgeber beschlossen darauf letzten Donnerstag einen allgemeinen Lockout, welcher etwa 5—6000 Arbeiter treffen soll. Da dieselben in Häusern wohnen, welche den Grubenbesitzern gehören, sind ihnen zugleich auch die Wohnungen gekündigt. Die Arbeiter haben 14,000 Pfd. St. in ihrem Reservefonds und rechnen auch auf Unterstützung von Seite der National Miner's Union. Am Freitag den 11. beschlossen die Schiffbaumeister an der Clyde auf einer Versammlung in Glasgow mit dem 19. d. eine allgemeine Aussperrung sämmtlicher auf den Bauplätzen beschäf- tigter Arbeiter eintreten zu lassen. Die Zimmerer haben nämlich seit einigen Wochen zur Erlangung einer Lohnerhöhung die Arbeit emgestellt und da sich die übrigen Arbeiter weigern, die Arbeit der strikenden Zimmerer zu verrichten und somit der ganze Produktionsapparat in's Stocken gerieth, die Herren aber in eine Lohnerhöhung nicht willigen wollen, so kamen sie zu dem Schluß,„im Interesse aller Betheiligten" die Sache kurz BBBBBBg Wider eine alte Lüge? (Fortstzung.) Hören wir nach dem Geschichtsforscher den Redakteur. Herr Dr. Bruno Mayer schreibt in der„Deutschen Warte" II. Dezember-Heft 1875 pag. 771:„Im Frühjahr 1848 zog er (Herwegh) mit einer Schaar deutsch-französischer Republikaner, meist Arbeiter, in Baden ein, entfloh aber beim ersten Zusammen- stoße mit den württembergischen Truppen unter dem Spritzleder eines von seiner Frau geführten Einspänners. Es war das am 27. April 1846 und von diesem Tage an war der Lebendige für Deutschland todt. Der Schmach von Schopfheim" ,c.-c.— Dieser Gelehrte, der im Uebrigen offenbar aus der Quelle Jäger geschöpft hat, verlegt somit zum Zeichen seiner Gewissen- haftigkeit den Schauplatz der Handlung von Doffenbach nach Schopfheim und verwandelt unterwegs den„Wagen" in einen Einspänner, als welcher sich für die selbstkutschirende Frau und für das Spritzleder besser schickt und es wahrscheinlicher macht. In diesem Fuhrwerk kann die Lüge die Reise uin die Welt machen! Auch dem Herrn L., dem Kritiker der„Neuen Gedichte" von G. Herwegh,—„Im neuen Reich", 11. Heft pax. 439— scheint sie in diesem Aufzug begegnet zu sein. Er fügt seiner auch sonst feinen und literaturkundigen Äeurthcilung der Ge- dichte frank und ftech die Bemerkung bei:„als ob es ihrem Verfasser Herzenssache gewesen wäre, das Spritzledcr von Schopf- heim lalso ebenfalls Schopfheim) nicht in Vergessenheit gerathen zu lassen." Bevor wir aber den Lügnern und Verleumdern die Maske vollends herunterreißen, wollen wir doch die offiziellen Zeugen zu Ende reden lassen. Schlagen wir die obenerwähnte Anklage- akte des Freiburgcr Hofgerichts und zwar Z 6 auf, welcher den Titel führt:„Gefecht bei Doffenbach". Hier heißt es wörtlich: „Die Vorhut, aus 30 Mann mit Gewehren bestehend, wurde von Grevö aus Mannheim geführt. Hierauf folgte ein zwei- spänniger Leiterwagen mit Herwegh, dessen Frau und einigen Kranken, sodann die einzelnen Bataillone."— Dann weiter: „Während sie(die Mannschaft) der Ruhe pflog, fielen einige Schüsse; der erwähnte Wagen fuhr, begleitet von einigen Be- zu machen und die Schiffsbauplätze zu sperren, bis die Zimmer- leute zahm geworden. Morgen wird an allen Plätzen an- geschlagen sein, daß, wenn die Zimmerleute die Arbeit nicht aufnehmen sollten, am 19. d. die Plätze für die Arbeiter ge- schloffen sein werden. Zwischen 30 und 35,000 Arbeiter würden dadurch auf's Pflaster geworfen. Die Arbeiter sollen entschlossen se n, ihre Ausdauer zu erproben, da sich ihre Fonds seit der letzten Aussperrung im Jahre 1866 wieder gestärkt haben. — Der russisch-türkische Krieg hat auf dem asiatischen Terrain eine für die Russen äußerst ungünstige Wendung ge- nommen und die Herren Christenbefteier müssen jetzt bedacht sein, sich schleunigst nach„rückwärts zu konzentriren". Sie haben aber auch alle Ursache dazu, denn abgesehen von einem gegen die Türken verlorenen Gefecht, welches ihnen 4000 Mann an Todten und Verwundeten kostete, hat der von uns in voriger Nummer schon gemeldete Tscherkessen-Aufstand nach neueren Mittheilungen sehr bedrohliche Dimensionen angenommen. Die„Bossische Zeitung" kennzeichnet die Si- tuation auf dem asiatischen Kriegsschauplatz folgendermaßen: „Wenn man die geographische Lage der vom Aufruhr erfaßten Distrikte des Kaukasus in's Auge faßt, so ist es einleuchtend, daß die Erhebung auf die Operationen der in Armenien ein- gedrungenen Operationsarmee lähmend einwirken muß. Groß- fürst Michael(Oberkommandant der russischen Truppen) sieht sich urplötzlich vom Reiche getrennt, der einzige Schienenstrang, welcher seinem Heere Proviant und Munition zuführen soll, kann jeden Augenblick zerrissen werden, die Rückzugslinien seiner Corps sind gefährdet, kurz: seinem Unternehmen ist die Lebens- ader unterbunden! Und wenn es der russischen Heeresleitung auch gelänge, die Depots und die Eisenbahnlinie durch einen starken Truppenaufwand zu sichern, so wird es ihr nie und nimmer gelingen, inmitten der Gebirge die Proviantzufuhren vor Ueberfällen zu schützen. Sowie also der Aufstand von ver- ständiger Hand geleitet wird und seine ganze Kraft der Ber- nichtung der freien Communication widmet, so ist der große Offensiv-Krieg in Armenien zu Ende und Großfürst Michael wird sich glücklich schätzen müssen, wenn er seine 150,000 Mann vor Hunger bewahren kann. Schon heute leiden seine Truppen unter Verpflegungs-Schwierigkeiten, wie erst dann, wenn sie auf die Ausbeutung ausgesogener und unwirthbarer Gegenden allein angewiesen wären!" Eine derbe Lektion könnte Rußland für den freventlich provo- zirten Krieg nichts schaden; denn das möge man Kindern und alten Weibern einreden, daß Rußland für die Befreiung der „geknechteten Christenbrüder" das Schwert gezogen hat. Nie- mand glaubt daran, der da weiß, daß es Rußland ist, welches seit Peter dem Großen achtmal, und in diesem Jahrhundert jetzt zum drittenmal die Türkei mit Krieg überzieht, wobei noch ganz davon abgesehen werden soll, daß in punoto der Toleranz gegen Andersgläubige Rußland bei der Türkei erst in die Schule gehen muß. — Der„Chemnitzer freien Presse" hat das Jahr 1876 nach einer oberflächlichen Schätzung nicht weniger als Acht Jahre zwei Monate und drei Tage Gefängniß und sieben hundert und neunzig Mark Geldstrafe eingetragen. Und welches ist der Erfolg der wahrhast fieberhasten Thätigkeit der Chemnitzer Gerichte in der Bekämpfung der Sozialdemokratie? Die beste Antwort auf diese Frage ertheilt die„Chemnitzer freie Presse" selber, indem sie sich folgendermaßen ausläßt: „Das sind die Wunden, die wir bis jetzt im Kampfe des Jahres 1876 davon getragen, unser Arm ist aber nicht erlahmt, wir konnten am 10. Januar einen glänzenden Sieg erfechten. Es sind ehrenvolle Wunden, die wir davon getragen haben. Und ninimer werden wir müde werden zu kämpfen, bis unsere Feinde am Boden liegen; denn Frieden wird es nicht eher geben, bis wir gesiegt haben, und wohlgemerkt, man lernt siegen, wenn eine solche Schule durchgemacht werden muß, wie sie uns beschieden ist." — Vor der siebenten Deputation des Stadtgerichts zu Berlin erschien am 15. Mai die Berliner Mitgliedschaft der Deutschen Schuhmacher-Gewerkschaft, vertreten durch ihre Bevoll- mächtigten Szimmath, Seidemann und Klein, angeklagt des Verstoßes gegen die§§ 8 und 15 des Vereiusgesetzes(Verbindung politischer Vereine jc.) Staatsanwalt Tessenoorff beantragte Schließung der Gewerkschaft, 6 Wochen Gefängniß gegen Szimmath; 60 Mark Geldbuße cvent. 10 Tage Haft gegen Seidemann, Klein und den ebenfalls Mitangeklagten Bock, Redakteur des„Wecker" zu Gotha. Das Urtheil lautete dahin, daß der Centralverein und dessen Vorsteher Bock freizusprechen, der Angeklagte Szimmath zu 30 Mark Geldbuße event. 5 Tage Haft, Klein zu 15 Mark event. 3 Tage Haft und Seidemann waffneten, eilig davon, und unmittelbar darauf begann der Kampf." Ferner: „Eine Patrouille von 16 Mann, unter Oberfeldwebel Köhler, bestieg eine Anhöhe und sah, wie zwei Wagen sich dem Walde näherten und von ungefähr 150 Freischärlern, in kleinen Ab- theilungen, gefolgt waren." Bon Herwegh's Verhalten bei Doffenbach ist sonst in der Anklage-Akte und speziell in Z 6 gar nicht die Rede! Was geht aber aus den beiden einzigen offiziellen Akten- stücken klarer hervor, als daß die von Nr. l im ersten Augenblick der Leidenschaft aufgestellte, jedoch gleich als unsicher bezeichnete Vermuthung resp. Behauptung, die Quelle der ganzen Verleum- dung, sich hintendrein und bei genauerer Prüfung der Sache durch Nr. II als falsch und unwahr herausgestellt hat? Nr. 1, der militärische Bericht, behauptet: daß„nach ein- gegangenen Nachrichten" Herwegh mit seiner Frau, sobald er die Annäherung der Truppen erfahren, noch vor Beginn des Kampfes entflohen sei. Nr. II, die gerichtliche Anklageschrift aber stellt fest, oder muß vielmehr auf Grund der Untersuchung feststellen: daß Herwegh mit seiner Frau und einigen Kranken bei Beginn des Treffens auf einem zweispännigen Leiterwagen unmittelbar hinter der Vorhut sich befand— daß dieser Wagen, von einigen Bewaff- neten begleitet, erst davon fuhr nachdem einige Schüsse gefallen— und daß„unmittelbar darauf der Kampf begann." Dieser letzte Zusatz enthält offenbar keine Thatsache mehr, sondern nur ein willkürliches Urtheil, eingegeben von der staatsanwaltlichen Ab- ficht, in erster Linie die Freischaaren als den angreifenden Theil erscheinen zu lassen, daneben den gehaßten Herwegh als Feigling hinzustellen und zugleich den Widerspruch zwischen dem Ergebniß der Untersuchung und dem längst veröffentlichten militärischen Bericht möglichst zu vertuschen. Vergebens! Nach gemeiner und wohl auch nach militärischer Logik hat ein Kampf begonnen, wenn Schüsse fallcu; und wenn— was die Anklageschrift nicht leugnen konnte und die Schwurgerichtsverhandlung über jeden Zweifel erhob— der Wagen erst davon fuhr, nachdem Schüsse gefallen waren, so hatte Herwegh die Ankunft der Truppen ab- freizusprechen sei. In den Gründen wurde angeführt, daß der Hauptverein nicht angeschuldigt werden könne, mit Zweigvereinen in Verbindung zu stehen, da diese sein eigenes Ich bildeten und Niemand mit sich selbst zu verkehren vermöge. Dagegen sei erwiesen, daß die Mitgliedschaften, durch Zurückbehalten eines kleinen Theils des Gesammt-Beitrages(behufs Deckung örtlicher Ausgaben), als selbstständige Vereine im Sinne des Gesetzes anzusehen seien, wie auch durch die Aufforderung des ic. Szimmath zu einer Petition für den Normalarbeitag, Politik, wenn auch eine gerechtfertigte, getrieben wurde, und daß deshalb die Mit- gliedschaft genannter Gewerkschaft zu Berlin zu schließen sei. Es ist wohl anzunehmen, daß die Verurtheilten gegen das etwas sehr geschraubte Erkenntniß appelliren werden. — Am 14. d. M. wurde der frühere Redakteur der„Ber- aischen Volksstimme", Parteigenosse Grünewald, nach Ver- büßung einer achtmonatlichen Haft aus dem Gefängniß ent-! lassen. Congrch der Sozialdemokraten Deutschlands. Als Delegirte zu dem bevorstehenden Sozialistencongreß sind 1 bis heute bei dem Unterzeichneten nachfolgende Parteigenossen i angemeldet: Altona: I. Auer; Augsburg, Lechhausen ic.: Albert Sichten- steiger; Bielefeld: Carl Baer; Bremen: W. Frick; Crimmitschau: Walther; Cöthen: A. Zwiebler; Elmshorn: Hammer; Frank- furt a. O.: I. Heiland jr.; Frankfurt a. M.: C. Frohme; Frei- berg(9. sächs. Wahlkreis): Oskar Klemich; Gera: C. Brätter; Hannover: H. Meister; Hanau: M. Daßbach, A. Frohme; Jser- lohn-Dortmund: C. W. Tölcke; Leipzig: Nauert; Lindenau(13.! sächs. Wahlkreis): M. Preißer; Meerane(17. sächs. Wahlkreis): I. Siegl; München: A. Kiefer; Osnabrück: C. Kühn; Pieschen, � Dresden und Pirna: Max Kayser; Pinneberg: Schmalfeldt; Rheda: H. Matthäi; St. Johann: H. Kaulitz; Striegau: O. Richter; Wandsbeck: F. Vogenitz; Wüstegiersdorf: R. Schuh- macher. Nach bis jetzt eingegangenen Nachrichten dürfte die Zahl der Delegirten, welche auf dem Congresse erscheinen werden, zwischen! 80 und 100 betragen. Die Mandats-Formulare sind versandt, sollte irgend eine j Adresse übersehen worden sein, so wende man sich an den Unterzeichneten. Hamburg, den 16. Mai 1877. Mit sozialdemokratischem Gruß I. A.: I. Auer, Pferdemarkt 37. Demonstration zu Gunsten des schweizerischen Kabrikgesetzes. Zürich, den 14. Mai. Nachdem nunmehr das eidgenössische Fabrikgesetz von den beiden Kammern der Bundesversammlung(National- und Stände- rath) zu Ende berathen ist und fertig vorliegt, ist auf den ersten Blick ersichtlich, daß durch die beinahe 3 Jahr andauernde Be- rathung das Gesetz, mit seinem ersten Entwurf verglichen, von Instanz zu Instanz verschlechtert worden ist. Den Wünschen der Fabrikanten hat man in den meisteu Fällen Rechnung ge-■ tragen, dem Begehren der Arbeiter aber fast in keinem Punkt.! Immerhin bietet das Gesetz gegenüber dem jetzigen Zustand' einige wesentliche Verbesserungen(z. B. die Festsetzung eines llstündigen Normalarbeitstags, Beschränkung der Frauen- und! Kinderarbeit, Haftpflicht und Einsetzung von unabhängigen Fa- brikinspektoren), die es wünschenswerth erscheinen lassen, daß dasselbe doch in Kraft tritt. Dies würde am 24. Juli d. I. der Fall sein, wenn nicht bis dahin 30,000 Bürger die Volksabstimmung verlangen. Einer Anzahl von Fabrikanten und Großindustriellen paßt es nun durchaus nicht in den Kram, daß nicht alle ihre Wünsche erfüllt worden sind, und daß ihnen die„Freiheit", die' Arbeiter und deren Familien ganz nach Belieben ausbeuten zu können, einigermaßen beschränkt werden soll. Sie haben des- halb mit der Sammlung von Unterschriften begonnen, um bei der event. Abstimmung mit allen Mitteln für eine Ver wer- fung des Gesetzes zu wirken. Durch dieses übermüthige Gebühren der Fabrikanten veran- laßt, berief der Central-Ausschuß der Gewerkschaften, Arbeiter- und Grütlivereine des Bezirks Zürich die Arbeiter für gestern zu einer Demonstration für das Fabrikgesetz zusammen, und die j Arbeiter leisteten diesem Rufe in großer Anzahl Folge. Mittags zwischen 1 Uhr und>,,3 Uhr marschirten sie, von ihren Versammlungslokalen kommend, in Reih und Glied mit Fahnen und Standarten auf den Bahnhofsplatz Zürich, und die auswärtigen Vereine, die(nicht in oorporv erscheinen konnten, gewartet, so war er nicht vor Beginn des Kampfes entflohen,� so haben die„eingegangenen Nachrichten" des Generals v. Miller- gelogen! Warum der Wagen davon fuhr und wohin er fuhr, werden wir später hören. Vorher müssen wir noch einmal den General' von Miller reden lassen. Dieser sagt vom Anfang des Gefechts: „Eine Compagnie des 6. Infanterieregiments, welche in der Frühe eine Recognoszirung nach Schwörstadt zu machen hatte,! trat ungefähr um dieselbe Zeit den Rückmarsch nach SchopfheilN an, als das Bataillon von da aufbrach. Diese Compagnie war im Debouchiren aus Niederdossenbach begriffen, als sie den größten Theil der Arbeitercolonne auf sich anrücken sah.(!) Der Hauptmann Lipp ließ seine Leute hinter Bäumen und Felsstücken in zerstreuter Ordnung Stellung nehmen, sie wurden alsbald mit Heftigkeit angegriffen(!); das gut gezielte, auf nahe Entfernung abgegebene Tirailleurfeuer machte den Feind stutzen;— nacb wenigen Augenblicken kehrte er verstärkt zurück, ward aber wiederum abgewiesen: nun verlängerte er seine Linie und suchte der Compagnie in Flanke und Rücken zu kommeiu In diesen« kritischen(sie!) Momente erschien, den Feind selbst flankirend, eine halbe Compagnie des 1. Infanterieregiments, geführt von Oberlieutenant Karl, der, ohne Befehl abzuwarten, von Schwör- stadt vorrückte, als er das Feuer hörte. Hierdurch war für den Augenblick die Gefahr beseitigt,— doch ließ der Angriff an Ungestüm nicht nach. Der Gegner war so nahe gekommen, daß Hauptmann Lipp mit dem feindlichen Anführer(dem wackeren und braven Schimmelpennig) handgemein wurde und ihn tödtete- -- Der Fall dieses Anführers entschied das Gefecht. Feinde wichen in den Wald zurück, und als nun auch da» Bataillon des 6. Regiments anrückte ic." I Ich habe den Bericht so ausführlich wiedergegeben, um dä Stellung der demokratischen Legion vor Beginn des Kampfe/ genau zu constatiren, d. h. den Beweis zu führen, daß dl* Legion sich im Walde befand, aus demselben hervorbrach um sich dann wieder in diesen zurückzog--- wie solches kloi und deutlich aus dem Berichte erhellt. Aber auch aus der AN' klageatte geht das Gleiche hervor. Sie sagt:< „In dem nahen Walde angekommen, lagerte sich die Mann hatten Delegirte gesandt. Punkt>/z3 Uhr setzte sich der Zug, ge- führt von mehreren Musik- und Trommlerchören in Bewegung, sich Bahn brechend durch eine bedeutende Menschenmasse am Bahnhofplatz und den auf dem Weg durch die Stadt von ihm berührten Straßen. Im Zuge befanden sich die Grütlivereine Zürich, Neumünster, Außersihl-Wiedikon, dann der Holzarbeiter- und Glaser- Fachverein, Metallarbeiter-Gewerkschaft, Fachverein der Schlosser, Schmiede, Wagner und Steinhauer, Schneider- Gewerkschaft, Gewerkschaft der Fabrik- und Handarbeiter Zürich, sämmtliche Buchdrucker von Zürich, Gemischte Gewerkschaft von Höngg, Lederarbeiter- Gewerkschaft, Schuhmacher-Fachverein, Fachverein der Sattler und Tapezierer(ebenfalls von Zürich), Spengler von Winterthur und Zürich u. s. w. in einer Ge- sammtzahl von ca. 2000 Personen, darunter auch einer Settion Frauen. Außer den bereits oben genannten waren noch fol- gende Grütlivereine vertreten: Niederurdorf, Affoltern a. A., Adlisweil, Thalweil, Horgen, Wädensweil, Winterthur, Töß, Uster, Elgg, Schaffhausen, Wettingen, Weinfelden, Baar, Haslen (Glarus), Bern und Chur. Die Standarten im Zuge trugen folgende Inschriften: „Gesetzlicher Schutz des Arbeiters im Interesse der Landes- vertheidigung!"(Grütlivereine). „Hoch der Normalarbeitstag!"„Verbot der Sonntagsarbeit." (Holzarbeiter). „Hastpflicht gegenüber den auf dem Schlachtfeld der In- dustrie Verletzten und Getödteten."(Metallarbeiter). „Gesetzlicher Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter." (Steinhauer). „Gesetzlicher Schutz für die Fabrikfrauen und Fabrikkinder." (Gewerkschaft der Fabrik- und Handarbeiter). „Licht in die Köpfe! Feuer in die Herzen! Mark in die Knochen!"(Buchdrucker). „Strenge Controle der Fabriken durch Fabrikinspektoren." (Lederarbeiter). Auf dem Kasernenplatz, woselbst eine Volksversammlung unter freiem Himmel arrangirt war, fanden sich weit über 5000 Menschen zusammen, die von dem vereinigten Gesangschor des Grütli- und Deutschen Arbeitervereins mit dem Liede„Wacht aus!" begrüßt wurden. Hierauf ergriff der Redakteur des„Grütlianer", Bürger Vogelsanger das Wort, um in kurzen kräftigen Worten über die Hastpflicht zu referiren. Nach einem hierauf folgenden Maffengesang bestteg der Nationalrath Professor Vögelin die Tribüne, um in längerer ausgezeichneter Rede die Arbeits- Zeitbestimmungen zu besprechen. Nach einem abermaligen Maffengesang setzte Mechaniker Mors die Nothwendigkeit der Fabrikinspektoren auseinander und am Schluß sprach Greulich in zündender Rede noch über die Wichtigkeit der Organisation. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die heute, den 13. Mai 1877 auf dem Kasernenplatz Außer- fihl tagende Massenversammlung In Erwägung: daß eine Versammlung von Spinncreibesitzern in Zürich be- schloffen hat, die Volksabstimmung über das eidg. Fabrikgesetz zu verlangen, um dasselbe zu Falle zu bringen; daß die Vorarbeiten und Berathungen über dieses Gesetz drei Jahre gedauert haben, eine Zeit, die noch keinem anderen Gesetze gewidmet worden ist, Und in Anbetracht: daß bei den Berathungen in den eidgenössischen Rathen weit mehr die Wünsche und Interessen der Herren als die der Ar- beiter zur Geltung gekommen sind; erklart: „Das Bestreben einer Anzahl von Fabrikanten, das Fabrik- gesetz zu Falle zu bringen, kann nur als Herrenübermuth be- zeichnet werden, dem gegenüber alle Arbeiter und Freunde des gesetzlichen Schutzes der Arbeiter entschieden Stellung nehmen müssen. Wir würden es als eine Schmach für unsere Republik bedauern, wenn das Vorhaben der Spinnereibesitzer von Erfolg begleitet würde. „Trotzdem wir von dem Resultat der Berathung in den cid- genössischen Rüthen nicht befriedigt sind, trotzdem das vorliegende Fabrikgesetz ein Compromiß ist, bei dem fast alle Wünsche der Herren erfüllt wurden und fast alle Begehren der Arbeiter un- berücksichtigt blieben und obgleich wir den Beschlüssen der Ver- treter des Schweizerischen Arbeiterbundes und des Schweize- rischen Grütlivereins am Congreß zu Pfingsten in Neuenburg nicht vorgreifen wollen— „Sind wir doch durch das Vorgehen der betr. Fabrikanten genöthigt, zu erklären, daß wir das vorliegende Fabrikgesetz als eine bescheidene Abschlagszahlung an die Ehre der Republik und die Begehren der Arbeiter betrachten und annehmen. Kein Ar- iiw ik- „schuft eine Zeit lang auf einem freien Platze— während sie hier der Ruhe zc.(s. o.!) Ferner: „Als die Gefangenen nach Dossenbach gebracht werden sollten, „erhob sich vom Walde her ein Hurrahgeschrei und es stürzte „ein großer Haufen Freischärler heraus, welche die Patrouille „mit Schüssen verfolgten. Diese zog sich eilends gegen Dossen- „bach Zurück, worauf das Feuer aufhörte. Als aber Oberfeld- „webel Köhler seine Leute auf günstigerem Terrain in einer „Plänklerlinie aufgestellt hatte, wurden sie zum zweiten Male „angegriffen und erwiderten jetzt(!!) mit mehreren Salven, welche „drei Freischärler tödteten.— Als nun die Freischärler in „großen Massen aus dem Walde traten und im Sturmschritte „gegen die Truppen heranrückten u. Für jeden Unbefangenen ist hiermit zugleich der Beweis ge- liefert, wohin einzig und allein der Leiterwagen mit Herwegh und Frau nebst unseren Kranken gefahren sein konnte. Offenbar tiefer in den Wald hinein.— Anders wohin konnte er gar nicht fahren. Der Bericht des Generals von Miller sagt ganz deutlich, daß nicht nur die Waldungen, sondern der ganze Dinkel- berg, theils durch die Truppen des Generals von Baumbach (Infanterie und Reiterei) theils durch diejenigen des Generals v. Miller(Reiterei und reitende Artillerie excl. der schon an- wesenden Bataillone des 1. und 6. Infanterieregiments) voll- ständig umstellt waren. Aus den beiden Berichten ist ersichtlich, wie das Commando der �.ruppen sowohl als die Staatsanwaltschaft Alles aufboten, °ei1 Vetoeis zu liefern, daß die Legion den Kampf begonnen habe.-Loch sind das Zugeständniß der Anklage-Akte, daß und ?.!!.s.n vor dem deu.Icken R.i»»taa'' unserer Sache. Eine schwere, tödtttche Krankheit hatte ihn im Gefängniß gegen die Intern. Arb.. Assoziation. Au« dem' ergriffen und, m unverantwortlicher Weise behandelt, mußte er direkt, v wran-ölii-ben überteüt von Sok««kv aus der Strafanstalt zum Arzt�der sofort dr« Operationen ihm � Fchw?-abinÄ... �.'. IS.! 15. vornahm, um einen tödtlichen Ausgang seiner Krankheit abzuwenden. Selbst nicht im Stande, sich an Euch. Parteigenossen, zu wenden, hat er mich beauftragt. Euch zu sagen, daß es ihm unmöglich sei, allen an ihn ergangenen Aufforderungen zum Abhalten von Versammlungen schon jetzt zu genügen, er dankt Euch für die zahlreichen Beweise der Zuneigung und des Beileids. Der Augenblick, der ihm die Gesundheit__ � � � � � � � � zurückgiebt, wird ihn wieder in unseren vordersten Reihen finden, um~ RerNn« «nn ,mh nnm{«„p(Züntbint,-!* in, TSpnftp hpr»rpiftpit in ffiun 1 Lassalle, F., An die Arbeiter Berlin« Krasser, Dr. F., Anti-Syllabu«(Gedicht) —— Cetenun censeo(Gedicht).. Kunst und Zozialismu?...... Langt, Arbeiterfrage....... Lassalle, F., Arbeiterfrage..... — Ueber Berfassungsweseu. 45. —. 15. HO. 50. 1.—. —. 20. -. 12. 1.—. —. 75. -. 05. 05. 16. Vereins- und Versammlungsgesetz für Sachsen.....—.10. Verfassung de« deutlchen Reiche«..........—. 75. Vogel, Apotbeken-Monopol............—.60, Volksstaat- Kalender für 1874...........—. 25. -- für 1875...............—.25. Volksstaat- Fremdwörterbuch........] �5'' gö! Volksschulgesetz für Sachsen............ 1.—. Vollmar, G., Waldverwüstung und Ueberschwemmung...—. 15. Wahre«estalt de»«hristenthum»..........—.50. Wohnungsfrage. Ein soziale Skizze.........—.20. WuttKe, Die deutschen Zeitschristen(4 Lief. 4 50 Pf.)... 2.—. Vorck» Die industrielle Arbeiterfrage.........—.25. Zimmermann, Psaffeupeitsche. 1. Bd......... 1. 60. Zeitgeist, Eine Studie.............—.25 voll und ganz seine Schuldigkeit im Dienste der Freiheit zu thun. St. Johann, 14. Mai 1877. Mit sozialdemokratischem Gruß Harry Kaulitz. NB. Briefe an R Hackenberger sind zu senden: pr. Adr.: Cölner �_ Speisehalle von F. Welter in St. Johann. Offene« Antwortschreiben — Arbeiterlesebuch........... — Arbeiterprogramm.......... — Die Wissenschast und die Arbeiter..... Eriminalprozeß, III. Instanz....... — Die Feste, die Presse»c......... — Basttat Schulze........... — Indirekte Steuern.......... — Düsseldorfer Asstssenrede........ Der Betrag für diese Tafeln ist bis jetzt aus nachstehenden Orten noch!'/'J nicht eingegangen, und werden die Empfänger dringend ersucht, diese 5eben und Ehaten de» General» Jarosla» Dombr»w»ki ......... Leipziger Kochverrathiprojetz. 4,—. -. 15. —. 20. —. 10. -. 08. -. 30 -. 10- —. 15. 30. Zur Beachtung. Statistische Tafel über die Reichstagswahlen. und werden die Empfänger dringend ersucht, Angelegenheit bald zu ordnen.,-- Achim, Apenrade, Altendorf b. E., Aachen, Altheppens, Altenburg, � Liebknecht. SB., Zu Trutz und Schutz —. 15. —. 50. -. 40. —. 20. —. 25. —. 75. Apolda, Augsburg, Breslau, Barmen, Brandenburg, Bergen a. R., Bernau, Burscheid, Barlt, Bremen, Berlin, Barmbeck, Brcmcrhafen, Bernburg. Bamberg, Ealbe a. d. S., Cöln, Chemnitz, Carlsruhe, Duis- bürg, Dreißighuben, Dörnigheim, Danzig, Dietesheim, Delmenhorst, Eilenburg. Elberfeld, Eckernförde, Elding, Eutin, Eppendorf, Eimsbüttel, Eßlingen, Finsterwalde, Flensburg, Frankfurt a. d. O., Friedrichstadt, Fechenheim, Fürth, Freiberg i. Freiburg i. B., Geestendorf, Glück- stadt, Gclsenkirchen, Güstrow, Gardelegcn. Groß-Auheim, Gelnhausen, Gotha, Göppingen, Geyer, Hannover, Hagen, Husum, Henningstcdt, teimstedt, Hohenfelde, Hohenwestedt, Iserlohn, Kl.-Krotzenburg, Kiel, l-Stcinheim, Kirchhain N.-L., Krempe, Kirchhain b. C., Limmer, Liegnitz, Lauenburg a. L., Lüneburg, Langensalza, Landshut, Lübeck, Münden, Magdeburg, Buckau. Meldorf, Mülheim a. Rh., M.-Gladbach, Merseburg, Mühlhausen i. Th.. Marne, München, Nordhausen, Neu- Münster i. H, Neustadt i. H., Nordhastedt, Nienstedten, Nienburg a. S., Nürnberg, Osnabrück. Oldesloe, Oeynhausen, Oldenburg i. H., Ober- Peila, Osterwiek, Oldenburg i. O., Oldenwort, Pommerensdorf, Preetz, Peitz, Peine, Pforzheim, Rückingen, Ronsdorf, Rostock, Regensburg, Rothenburgsort, Solingen, Solingen- Wald, Stade, Stettin, Seth, Striegau, Schleswig. Staßfurth, Süchteln. Steele, Stelling, Sonder- bürg, Schönberg b. K., Schwerin i. M., Spandau, Sühlen, Sprem- berg, Sommerfeld, Suhl, Tönning, Tondern, Triebel, Verden, Viersen, Werdau, Wandsbeck, Wüstegiersdorf, Wöhrden, Wilster, Zeitz, Bautzen, Bayreuth. Hamburg, 16. Mai 1877. August Geib, Rödingsmarkt 12. 50. 50! 10. 60. -. 25. 2.—. -. 60. 3. 75. 2. 25 -. 30. —. 60. 2.—, 6.—. -. 20. -. 20. —. 50. -. 40. -. 60, -. 40. -. 50. -. 16. -. 15. 1.—. -. 25. -. 15. 20. —. 50. 1.—. —. 60. Naitstihcndi S»rist«n find durch die Expedittou des„Vorwärts" in Leipzig, sowie durch die Expedition der„Freien Presse" in Berlin, Kaiser- sravzgrenadieiplatz 8a, zu beziehen: Armen- und Keimattzsgesetzsebung....... Mark Auerbach» Tagebuch au« Wien.....----- Ausschlüsse über die badische Revolution von 1849.... Aus de» Zluinen von Nimrut und Olympia...... Pauman«, Berechnung über das Gewindeschneiden.... »edel» A., Untere Ziele. 6. Auslage........ -- Bauernlrieg............. Aecker» Der alte und der neue Jesuiti«mu»..... -- Briefe deutscher Bettelpatrioteu. 5 Lief...... __ Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution». 1848 -- Mißbrauch der Nationalitätenlehre....... —— A. Fourier............... __ Geschichte der Arbeiter-Agitation F. Lassallc«. Ja 5Lief. 4 __ Geschichte der revoluttoudren Pariser Commune 1789—94 »eter, I. PH.. Borbote. S»;.-Pol. Monatschrist.(6 Jahrgänge, 1866—1871)...........'-- Bergmann» Ftuch. Bericht über den Delegirteuiag sächfischer Berg- und Hüttenarbeiter zu Zwickau 1874.... »las» W., Unsere Prcßzustände.........• --- Blut und Eisen od. die Entstehung d. Kriegt» von 1866 __ Zur Geschichte der Commune von Pari»..... __ Die Revolution zu Mainz 1792—1793,.... Borntlau, Religion und Sozialismus........ Bracke, W., Der Lassalle'sche Borschlag........ -- Nieder mit den Sozialdemokraten....... -- Verzweiflung im liberalen Lager....... »runnemauu, Skizzen u. Studien zur französischen Revolution«- Geschichte................ Bürgerkrieg in Frankreich............ «tzristenthum und»oiialismu». Eine religiöse Polemik.. «iniletzegesetz............... «ulturkamps und Volksfchule in Preußen....... Daniel in der Löwengrube. Gedicht........ Dedekind» Dr. Fr., Prozeß Siever» gegen Vogel v. Falkeusteiu »er arme Konrad. Jllufirnter Kalender für da» arbeitend« Volk. 1877. broch. 40 Pf. gebd....... »er Braunschweiger Ausschuß der sozial-demokrattschen Ar- beiterpartei in Lötzen und vor Gericht 1871.... Die Märtyrer der«ommune...•••••••• »ie Volksschule und die Lage ihrer Lehrer m der Provinz Preußen Btetzgen» National-Oekonomische«..........— -- Die bürgerlich» Gesellschaft......... -- Die Religion der Sozialdemokratie. 5 Kanzelredeu. -- Da« Wesen der menschlichen Kopfarbeit..... Mfidentengesetz................ »auai, Dr. A., ABC de« Wissen» für die Denkenden. 2. Aufl. --- Antwort an den Bekenner de» Thti«mu»..... -- Kindergarten u. Bollsschule al» sozialdemokr. Anstalten Bulk, A., Nieder mit den Atheisten......... «crarius, I.®.f Kampf de« großen und kleinen Kapital».. Einkommensteuergesetz............. Engels. F., Zur Wohnungsfrage. 3 Hefte...... -- Der deutsche Bauerutrieg..........—> 50. -- Soziale» au» Rußland...........— ,n Erinnerung an Hcrwegh............—.10. Irani, I., Herr Böhmert, Professor der Nationalökonomle und seine Fälschungen der Wissenschaft.....— i?" Für die franzostschen prüder...........— Erik, A., Der illormalardeitttag........->—.15. —— Gedichte....—. 50. Etiser» Forderungen de« Sozialismu» an Gegenwart u. Zukunft—. 50. Eeneralabstimmungsliste de» deutsch. Reichstag« v. 1867—73. 2. -- Nachtrag von 1873—76.......... 1. «enoffenschaftsgesetz(BundeSgesetz)......... 1. 40 «euierbeordnung sür da« deutsche Reich........ 1. 50. «efindeordnung................ 1. 50. yespräch am«achelofeu.............—.50. Kasenclever» Wilh.» Liebe,'eben, Kamps(Gedichte) 40. Kepner, Ad.» Meine S'/zjährige Leipziger Poltzetcampagn«..—. 60. Kerr v. Creitschke der Sozialtstentödter und die Endziel« de« LiberaliSmn«..............—.26. Vatzlteich, 1. lieber die politische Stellung der Sozialdemokratie.. -- Wissen ist Macht— Macht ist Wissen 2. Aufl... -- Reichstagsrede 1874........... -- Zur Grund- und Bodenfrage 2. Aufl....... Lübeck, E., die Baterlaudslofen(Novelle)....... Lommel, Jesu« von Nazareth........... — Johanne» Huß............. Luxus und Korruption. Bon G. R......... Marx» Der Eolner Cowmunisten- Prozeß. 2. Aufl..... -- Da« Kapital. 2. Aufl........... -- Der XVIIL Brumaire de« Loui« Bonaparte.... -- und Engels, Kommunistische« Manifest..... ZUiznet, Geschichte der franz. Revoluttou von 1789 bi» 1814, deutsche Uebersetzung gebd.......... Minister Eulenburg und die deutsche Sozialdemokratie... Most» Liederbuch, gbd. 40 Pf., broch......... -- Die Pariser Commune vor den Berliner Gerichten.. -- Sammlung von Reich«- Gesetzen: 1. Heft: Gewerbeordnung.......... 2. Heft: Freizügigkeit«-, Impf-, Lohnbeschlagnahme- und Haftpflicht-Gesetz........ -- Kapital und Arbeit............ -- Bastille am Plötzensee....-...... -- Der Kleinbürger und die Sozialdemokratie..... -- Die Lösung der sozialen Frage........ ©Idenburg, Was wollen die Sozialdemokraten?..... ©tto-Walster, A., Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschichte. -- Ricuzi. Drama in 6 Auszügen........ -- Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman...... -- Sine mittelalterliche Internationale. Histor, Novelle. -- Krankt Herzen............ -- SRaunschweiger Tage........... -- Schutz in den Gewerkschaften......... Photograptzien: Auer, Bebel, Bracke, Blo«, Temmler, Dietzgen, Engel», Feuerbach, Fritzsche, Geib, A. Gögg, Hasencleoer, Haffclmann, Hepner, Heß, Herwegh, Hirsch, I. Jacoby, Lassalle, Lange, Liebknecht, Marx, Most, Motteler, Ph. Becker, Reimer, Bahlteich, Walster, Uorck, Garibaldi, Llanqui, Courbet, Cremieux, DeleScluze, Dom- browski, Ferrö, Flouren», Leo Frankel, Marat Milliire, Owen, Raoul-Rigault, Rossel, Baillaut zc.; in Bifitenlartenformat 4.......... Vtzotographieu: Gruppenbilder(Tableaux) der sog. Wiener, Brauuschweiger, Leipziger und Pester Hochverräther, von der Courbet'schen Büste der„I-iberts"(Freiheit) 4 -- in Kabinetformat 4............ -- in Groß-Folio(Lassalle, Bebel, Liebknecht) 4.... Pfau» L., Da« Preußische Regiment vor Gericht..... Preußischer Schnaps im deutschen Reichstage...... Preßgesetz vom 7. Mai 1874........... Protokoll de« Stuttgarter Kongresse» 1870...... -- de» Dresdener Congresse» 1871........ -- de» Coburger Congresse» 1874........ -- des Gothaer Congresse« 1876......... -- Holzarbeitercongreß zu Nürnberg 1873..... Krotokoll, de« Schweizer Arbeiter-Congresse« zu Ölten.. -- de« Schweizer Arbeiterbunde» zu Wiuterthur.... -- de» 3. Congresse» de« Schweizer'schen Arbeiter-Bunde». proieß gegen Dr. H. TauschiuSki und 31 Genossen in Graz wegen ReligionSstörung und geh. soz.- dem. Berbiu- düngen................ prowe, John Osawatomie Brown, der Negerheiland... Kathgeber für«ewerbtreibende........... Keoidirte Landgemeindeorduung für Sachsen...... „ Ztädteordnung............. Mttngtzausru, Sozial-demokratische Abhandlungen, 5 Hefte. Ztohleder» die Pariser Commune vor der Deputirtenkammer in Bersatlle«............... Köckel» Sachsen« Erhebung und da» Zuchthau» zu Waldheim Hack, Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit.... Hchäffle» Dr. A., Quintessenz de« Sozialismus..... HaueNeig, Für Männerchöre I.«undeslied, 4 stimmig m. Partitur 0,65, ohne Partititur II. Der wahre Mensch„„ 0,55,„ III. u. IV. Republik u. d.«rbeitsmann 1,50,„ V. An Michel, 4stimmig m. Partitur 0,75,„ VI FrühlmgSgedanken„„ 0,80,„ VII. Sängermarsch„„ 1,50,„ Hchramm» Grundzüge der Nationalökonomie, 1. Abth... Ein Wort zur Lerständigung der sozialen Frage.. Hchulze»«., Der große Krach, ein Märchen für große und kleine Kinder........... geb. broch. Herno-Holowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten... Hoftalistische Theaterstücke. 'J7v. 1: Ein Schlingel(die Rolle zu 5 Expl. M. 1.50) 4 Skr. 2: Preßprozesse(die Rolle zu 7 Expl. M. 1.40) 4 Nr. 3: Em Opfer(die Rolle zu 20 Expl. M. 6.—) 4 Hpecht» Populäre Entwicklungsgeschichte de« Weltall«... —.! Htatuten der Internationalen Arbeiter- Affoztatton.... 20. 1 Statistische Tafel der sozialistischen Wahlen zum deutschen Reichstage............... Strasgesctzbuch für da« deutsche Reich........ Ltrodtmann, Die Arbeiterdichtung w Frankreich.| ��bd -- Brutu«! schläfst Du?....... j«Agh!,. Teflendors und die deutsche Sozialdemokratie...... Der Deklamator. Heft 1, 2, 3 4...... 9. 1. 20. 15. 25. 15. 75. 75, 30, 30 15. 25 50. 20. 80. 30. 30. 60. -. 25. —. 15. -. 50. —. 60. —. 50. —. 40. -. 30. —. 40. -. 80. 3.-. —. 75. 1. 2. 25. 30. 15. 10. -. 20. 1. 50. -. 20. -. 15. 10. -. 25. -. 25. -. 25. 1.—. —. 45.— -. 25. -. 25. -. 60 3.-, —. 30. -. 10. -. 25. -. 15, -. 20, -. 30. -. 80, -. 20. -. 25. -. 60. 30. 75. 60. 90. 40. 80, 30, ' 60 20. 45. 40. 10. 60, 60. 25. 20. 50. 40. 20. -. 85, -. 25. —. 40. 2. 50. -. 10. —. 20. Briestasten der Redaktion. S. F. in F.: Sie schreiben uns:„Gestatten Sie mir zu einer Mittheilung in einem Ihrer letzten Blätter einige Bemer- kungen, deren Beachtung ich Ihnen warm empfehlen möchte, Sie thei- len ein Communiquö Dernburg's in der„National-Zeitung" mit, eine Notiz, die ob ihres grammatikalischen Schnitzers mit Recht geeignet er- scheint, den Verfasser derselben als Anregung für die Lachmuskeln des Lesers zu benützen. Was Sie aber nun veranlaßt, diese Versündigung gegen die deutsche Sprache— wie sie indessen leider nicht vereinzelt in unserer Presse dasteht— auf Rechnung des Juden Dernburg zu setzen, ist mir von Seiten eines sozialdemokratischen Organs ebenso unbegreif- lich, wie es mir in gleichem Falle von der„Kreuz-Zeitung" begreiflich erschiene. Wenn Sie Dernburg's Zeitungsdeutsch mit dem Ausdruck „Jüdisch-deutsch" abfertigten, so hätte ich dagegen gewiß nichts einzu- wenden, weil damit ein Kauderwelsch verdammt worden wäre, das zwar sehr entschuldbar durch die Culturentwickelung der deutschen Juden, den- noch gerade im Interesse des Judenthums ausgerottet werden muß. Legen Sie gegen einen jüdischen Pfaffen loS, haben Sie ebenso meinen Beifall, als wenn es einem Schwarzrock einer anderen Confession gilt. Geißeln Sie aber die schlechte Ausdrucksweise eines nationalliberalen Helden damit, daß Sie sein zufälliges Judenthum ergreifen und daran alte Vorurtheile wieder auffrischen, dann ist das— wie ich glaub«— nicht sozialistisch! Oder glauben Sie, daß eine Glosse wie:„der Name schon mauschelt den Leser an' nicht Gehässigkeit gegen frühere Parias der Gesellschaft predigt, gegen Leute, von denen eine hübsche Anzahl naturgemäß unserer Partei angehört? Nebenbei bemerkt, klingt die Be- nennung„Rabbiner" nur komisch, geradeso als ob man Hrn. X. hier Pastor benamsen wollte, justement er stellenweise salbadert.— Ich be- helligte Sie überhaupt nicht mit diesem Briefe, wenn nicht, wie schon gesagt, die beregte Notiz in einem sozialistischen Blatte stände, das sei- neu größten Wirkungskreis in der Arbeiterklasse sucht, in der— so gesund ihr Sinn— Dank unserer V»lksschulverdummung noch am meisten die lächerlichsten Vorurtheile gegen Judenthum und Juden(freilich hier und da genährt durch das Borgehen Einzelner) eingewurzelt sind. Solche Notizen in Ihrem Blatte schüren mehr diese Vorurtheile als Hctzartikel der„Germania". Wenngleich Jude durch Geburt, stehe ich doch auf gleichem religiösen Boden wie Sie, muß aber von Partei- genossen verlangen, daß sie, als am meisten darauf angewiesen, nicht gegen früher Unterdrückte, heißen sie, wie sie wollen, in irgendwelcher Weise aufreizen. Das wäre ein testimonium paupertatls(Armuths- zeugniß) für die sozialisttsche Partei!! Genehmigen Sie u. f. w. Ihr zc." Sie haben mit Ihren Ausstellungen recht— das geben wir rück- haltlos zu. Die Form hätte anders sein können. Glauben Sie aber nicht, der Verfasser der betr. Notiz habe die Absicht gehabt, der jüdischen Nationalität irgend zu nahe zu treten. Es galt, Hrn. Dernburg einen Klaps zu ertheilen, und wenn dabei der jüdischen Nationalität des Mannes erwähnt ward, so geschah es nur, um das Lächerliche seines borusfisch- deutschen Chauvinismus und Nationalitäts-FanatiSmus in voller Deutlichkeit zu zeigen. Fr. G. in Großenhain: Die Broschüre ist uns zugegangen.— H. G. in Oschersleben: Sachlich gehaltene Berichte sind uns stets erwünscht. — Fr. L. in Sttaßburg: Daschner's gegenwärtiger Aufenthaltsort ist uns nicht bekannt. Quittung Expedition der„Berliner Fr. Pr." Berlin Ab. 13,50. Arbeiterpartei hier Ann. 4,20. Arb.-Partei Kiel Ann. 1,50. Sbrt Cassel Ab. 6,75. Sattler-Berein Leipzig Ann. 0,50. Cnrd Lausigk d. G. Schr. 1,40. Grs Hamburg Schr. 6,50. Hrbg Würzburg Schr. 28,60. Brbm Gotha Ab. 9,00. Zndr Brgl 9,00. Grnzg Neustrelitz Ab. 2,30. A. Gmbl Heilbronn Ann. 10,00. Schnwß Uelzen Ab. 15 00. Schrs Süchteln Schr. 3,20. Pcht Bleicherode Ab. 4,92. E. Grd Stötteritz Ab. 30,95. Für die gemaßrcgcltcu Ärupp'schen Arbeiter. Von Arbeitern d. Seifert in Erjurt 3,50. Dr. Hnrchs 0,20. Donnerstag, den 24. Mai, Abends i/,9 Uhr, im „Thüringer Hos", Burgstr. 20: Oeffentliche Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Die industrielle Arbeitstheilung. Ref. C. Licnig. Der Agent. Leipzig. Central-Kranken- und Sterbe-Kasse des Bundes der Tischler und verwandten Berufs- genossen Deutschlands. (Eingeschriebene Hilfskasse.) In der am 12. d. Mts. im Lokale des Hrn. Jacobi stattgcfundenen Versammlung obiger Kasse wurden als Bevollmächtigte R. Willecke, Marschnerstraßc 78 und H. Schiffet, Alter Amtshof 2, als Kassirer H» Nebel gewählt. Krankenanmeldungen sind beim Kassirer Nebel, von früh 8 Uhr bis Abends 7 Uhr in der Expedition der„Fackel", Kleine Fleischer- gasse 15, part., zu machen.(F. 212) sl,50 Der Bevollmächtigte. 044/z Uhr, in Burmeister's Salon: Volksversammlung. Tagesordnung: Dclegirtenwahl zum Congreß in Gotha Heerhold. l60 Stellegesuch. i.—. -. 60. 1. 60. -. 60. 1. 50. -. 40. 15. Ein junger Kaufmann, gewandter Buchhatter, Correspondent und Rechner, der mehrere Jahre in großen Bankgeschäften thättg war und sich als eifriger Parteigenosse und Mitarbeiter an Parteiblättern ausweisen kann, sucht Aeschäftigung. am liebsten an einem Parteiblatt oder an irgend einem sonstigen Partei- unternehmen. Briefe für ihn adressire man unter L. M. an die Expedition dieses Blattes.(Fl«0)(3a)(300 Herzlichen Glückwunsch unfern Wilhelm Schumann zu seinem L5jährigcn Jubiläum als Kassirer der Krankenkasse für Cigarrenarbeiter und Sortirer in Leipzig, möge es ihm noch lange Jahre vergönnt sein, sein Amt mit derselben Treue, Eifer und Pflichterfüllung zu verwalten. Im Auftrag: H. Becher. NB. In Bezug auf ObigeS werden alle Mitglieder der Cigarren- Arbeiter-Krankenkasse gebeten sich zu einer Mittwoch, den 23. Mai, Abends 7 Uhr, in Jabin'S Restanration» Turnerstraße Nr. 3, statt- findenden solenen Feier zahlreich einzufinden. D.O.(310 Verantwortlicher Redakteur: R. Seiffert in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12/11 in Leipzig. Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig.