auf gen sen nft cre baß ich Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Duartal. Monats Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen; im Königr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den 1ten Monat bes Quartals à 54 Pfg. Inserate betr. Versammlungen pr. Petitzeile 10 Pf., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile 30 Pf. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buchhandlungen des In- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- Yort: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: P. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: E. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. eale hen ge= ten, den die teivon Nr. 61. eincher nan daß den auf treu weiAbonnements auf den„, Vorwärts" tenon be ärts aus igen itten nicht rbe= Daß men igen ver= roße ohn, nem An= erüt Rittel dar hlag nur cklich prat eber cudte der Iches Erd ſchen chen. AusDurch upt Es ist e für die erden Btere reits ufen: zelne dem läne issen, der ge hr in mit ander ates: Caffen Asten ohne idern bon und gilt I der chlag dafür er die Lassen t er i da Ge - den üßen. serer eine ehen. hüren weil Für Berlin wird auf den„ Vorwärts" monatlich für 75 Pf., frei in's Hans abonnirt, bei der Expedition der„ Berliner Freien Breffe", Kaiser- Franz- Grenadier- Platz 8a, und bei Rubenow, Brunnenstr. 34, im Laden. Sonntag, 27. Mai. II. # 1877. man z. B. die Centrifugalkraft erklären, wenn man dabei nicht Die russischen Sozialisten und die orientalische zuerst von der entgegenwirkenden Centripetalkraft absehen wollte! Frage. für Monat Juni zu 55 Pfennig werden bei allen Karl Marx,„ dieser geistreiche, aber so wenig scharfsinnige deutschen Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu 60 Pf. Mann, daß er nicht im Stande ist, complizirte Erscheinungen bei der Expedition, Färberstr. 12 II, unserm Colporteur auf ihre Elemente zurückzuführen", wie sich Herr Professor" Rußland führt den Krieg gegen die Türkei im Namen der Moriz Ulrich, Südstr. 12, in den Filialen: Cigarrenladen des Roscher 1. c. Seite 46 wohl aus Revanche für die ihm von Humanität und der europäischen Civilisation. Das HumanitätsHrn. Peter Krebs, Ulrichsg. 60, und Sattlerwerkst. am Königs- Mary vorgeworfenen„ Kindereien und Beobachtungen in der gefühl unserer herrschenden Klassen ist durch die türkischen Greuel play 7; für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für Kinderstube" auszudrücken beliebt, hat diese besondere Klasse tief verlegt worden, was mit Blut gerächt werden muß." Wir Bolkmarsdorf, Reudnik, Neufchönefeld 2c. bei Frau Engel, von nicht vermehrbaren Werthobjekten noch nicht behandelt; werden hier nur zwei Thatsachen anführen, um die Humanität Reudnik, Täubchenweg 29, 2 Tr., für Connewik zc. bei Hackert, trotzdem kann nur ein oberflächlicher Leser seines Werkes ihm unserer" Herren" ins rechte Licht zu stellen. Im Jahre 1862/3 Kurze Str. 10 part., für Kleinzschocher u. Umgegend bei Trost, den Vorwurf machen, daß er diese Werthobjekte vollständig igno- standen die Polen auf, um das Joch eines fremden Volkes abHauptstr. 10/1, für Thonberg bei Bösch, Hospitalstr. 39/ II, Leipzig, rire. Er sagt darüber 1. Auflage Seite 61: zuschütteln, ebenso wie dies jetzt die Südslaven bestrebt sind zu Heureudnik bei 3schau, 15 I, für lagwik- Lindenau bei Frau" Die Preisform läßt jedoch nicht nur die Möglichkeit quan- erreichen. Es ist wohl möglich, zwischen beiden Aufständen einGräfenstein, Aurelienstr. 3, für Gohlis c. bei A. Herms- titativer Incongruenz zwischen Werthgröße und Preis, d. h. zelne nebensächliche Unterschiede zu entdecken, aber das Hauptziel dorf, Lindenthaler Str. 7, für Stötterih bei Grude, An der zwischen der Werthgröße und ihrem eigenen Geldausdruck zu, beider war: die Erringung der politischen Unabhängigkeit. In Papiermühle, angenommen. sondern kann einen qualitativen Widerspruch beherbergen, so ihrem Unabhängigkeitskampfe lieferten die Polen unzählige Be daß der Preis überhaupt aufhört, Werthausdruck zu sein, obgleich weise von Opfermuth und heißer Vaterlandsliebe, was allein Geld nur die Werthform der Waaren ist. Dinge, die an und schon genügt, um bei humanen und gerechtigkeitsliebenden Mänfür sich keine Waaren sind, z. B. Ehre, Gewissen u. s. w. können nern Sympathien für dieses Volk zu erwecken. Und dennoch ihren Besizern gegen Geld veräußerlich sein und so durch ihren hegten die herrschenden Klassen in Rußland keine Sympathie für Preis die Waarenform erhalten. Ein Ding fann daher formell das polnische Volt, sondern für dessen Henker: Muravjeff, Berg, einen Preis haben, ohne einen Werth zu haben. Der Preis- Trepoff und auch für Herrn Katkoff, den man damals für seine ausdruck wird hier imaginär, wie gewisse Größen der Mathe- mordspatriotischen Artikel besonders auszeichnete. matik oder das„ unendliche Urtheil" der Logik. Wo wir jedoch für wesentliche Produktionsverhältnisse derartige imaginäre PreisBor längerer Zeit ist die vorstehend bezeichnete Schrift des form finden, wie z. B. Preis des Grund und Bodens, obgleich Professors Schäffle in diesem Blatte anerkennend besprochen der Boden, weil keine menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht und warm empfohlen worden. Auch ich kann mich dem damals ist, auch keinen Werth hat, wird die tiefere Analyse unter der ausgesprochenen Urtheile nur anschließen und das eingehendste imaginären Form, stets ein wirkliches Werthverhältniß oder von Studium dieser Broschüre allen Gesinnungsgenossen anrathen; ihm abgeleitete Beziehung verborgen finden." sie werden darin das Material zur Widerlegung vieler landläufiger Angriffe finden, andererseits wird aber auch 10 mancher der eben citirten Stelle entstanden zu sein scheinen, war der von unseren Heißspornen seine utopistischen Ansichten über die später einmal nothwendig werdende Umgestaltung der heutigen Form des Eigenthums, des Erbrechts, der Familie und Ehe an den Ausführungen Schäffle's flären und berichtigen können. Die Quintessenz des Sozialismus. Von C. A. Schramm. I. Wenn ich nun nochmals auf diese Schrift zurückkomme, so geschieht es, weil ich das Parteiorgan für den Blazz halte, an welchem die scheinbar so wuchtigen Angriffe Schäffle's zurückgewiesen, seine falschen Schlüsse aufgedeckt und die in der sonst so flaren Schrift enthaltenen Frrthümer berichtigt werden müssen. Da dies von anderer Seite noch nicht geschehen ist, will ich mich der, meines Erachtens im Interesse der Sache unabweisbaren, Aufgabe hier unterziehen. Professor Schäffle bestreitet die Richtigkeit der Mary'schen Werththeorie, wie das alle, der französischen Schule angehörenden Dekonomen thun; er führt als Hauptargument den Satz in das Feld, daß nicht nur die Arbeit, sondern auch der Gebrauchswerth der Waaren den Tauschwerth bestimme. Hinweis auf dieselbe dringend geboten und dürfte nun auch Herr Professor Schäffle sein absprechendes Urtheil zurückzunehmen gezwungen sein. Erwähnen wir noch eine Thatsache. Was erstrebte die russische Jugend seit den sechziger Jahren? Will sie denn nicht das wohl ihres Vaterlandes? Bewies sie nicht in tausend Fällen ihren Opfermuth, ihre große Bereitwilligkeit, allen materiellen Gütern zu entsagen, nur um ihrem Vaterlande die Möglichkeit zu geben, sich vernünftiger und naturgemäßer zu entwickeln? Wie verhielt sich und wie verhält sich jetzt unsere humane, Den vielfachen Angriffen gegenüber, welche aus Unkenntniß gerechtigkeitsliebende und tonangebende Gesellschaft zu ihren eigenen Kindern, zu den Repräsentanten der nach ihr folgenden Generation? Ach, sie ist nicht nur gleichgültig gegen die barbarischen Verfolgungen, die diese Jugend treffen, sondern sie flatscht der despotischen Regierung noch Beifall und hätte nichts Denn er wird und kann doch nicht bestreiten, daß der Werth dagegen, wenn man alles, was gut und edel ist, nach Sibirien aller Güter, welche man durch Arbeit beliebig vermehren kann, verbannen würde. Und wenn wir noch dazu in Betracht ziehen, immer nur in der Arbeit zu suchen ist, und daß bei einer ge- wie unser Volk leidet und hungert, während den Herren" alle regelten, dem Bedarf angepaßten Produktion sogar der Preis Genußmittel zur Disposition stehen, so muß man sich über die dieser Güter dem wirklichen Werthe nahezu conform sein muß. unerhörte Dreistigkeit, mit welcher von der Humanität und In der heutigen Gesellschaft mit ihrer planlosen Produktion Gerechtigkeitsliebe unferer herrschenden Klassen geredet und unsere vorkommende Preisschwankungen entstehen eben nur dadurch, daß Regierung die Beschüßerin der Civilisation genannt wird, wundern. bald die Nachfrage, bald das Angebot überwiegt; diese Preis- Die Humanität, Kultur, Civilisation u. s. w., von denen die schwankungen darf man aber nicht für ein plögliches Steigen herrschenden Klassen reden, ist nichts als ein großartiger Schwindel, oder Fallen des Werthes ansehen; denn daß Preis und Werth mit welchem den Zwecken der russischen Despotie gedient werden identisch sind, wird Prof. Schäffle gewiß nicht behaupten. soll. Aber was kann denn eigentlich Rußland den Südslaven Der Werth derjenigen Güter, welche sich durch Arbeit nicht bieten? Die Serben und die anderen slavischen Stämme am vermehren lassen, besteht freilich nicht direkt in der Arbeit; Balkan und in den südlichen Provinzen Destreich- Ungarns erMary behauptet das ja aber auch gar nicht, sondern hebt aus halten ihre geistige Ausbildung meistens durch die Deutschen, drücklich hervor, daß die imaginäre Form des Werthes nur durch Franzosen und die anderen westlichen Völker. Es ist nur ein Werthverhältniß oder durch eine von ihm abgeleitete natürlich, daß die Südslaven die Kultur und die Civilisation lieber Beziehung zu erklären sei. aus direkten Quellen, als auf dem Umweg über Rußland beDerartige Werthverhältnisse und davon abgeleitete Beziehungen ziehen. Nur die russischen sozialistischen Schriftsteller üben auf sind so leicht nachzuweisen, daß man, auch ohne die Marrsche viele Serben einen wohlthätigen Einfluß aus. Analyse zu kennen, die Richtigkeit seiner Behauptung mit Händen greifen kann. Ich glaube in meinen früheren Artikeln, auf die ich hier wohl Bezug nehmen darf,*) die Marg'sche Werththeorie für Jedermann verständlich dargestellt auch das völlig Unzutreffende der von Herrn Professer Schäffle dagegen entwickelten Theorie nachgewiesen zu haben; trotzdem oder vielmehr gerade deshalb gestehe ich zu, daß der erhobene Einwand nicht ohne eine gewisse Nach allem hier Gesagten ist es klar, daß Rußland durch Berechtigung ist. den ausgebrochenen Krieg nicht die armen Rajahs befreien, sondern Es giebt ja eine große Menge von Tauschobjekten, deren Fragt man z. B. nach dem Werth eines Landgutes, so wird die Balkanprovinzen erobern will; und nur deshalb muß das Tauschwerth sich nicht auf die darin enthaltene allgemein mensch- derselbe gefunden, indem man den in Geld berechneten Rein- arme russische Volk, das selbst unfrei ist, sein Gut und Blut liche, gesellschaftlich nothwendige Arbeit zurückführen läßt. Man ertrag nach dem jeweiligen Binsfuße kapitalisirt. Beträgt der opfern. Man mißverstehe uns nicht! Die russischen Sozialisten braucht, um dies darzuthun, kein so unzutreffendes Beispiel zu Reinertrag durchschnittlich 10,000 Mark, der landesübliche Zins- sind keineswegs gegen die Verbesserung der elenden Lage der wählen, wie es Herr Professor Roscher in der 12. Auflage fuß 5 Proz., so wird das Landgut einem Kapitale gleichwerthig Südslaven; aber sie sind zugleich überzeugt, daß die Einmischung seiner Grundlagen der Nationalökonomie" Seite 433 thut, wo erachtet, welches zu 5 Proz. 10,000 Mark jährlicher Zinsen ein- der russischen Regierung in den jezigen türkisch- slavischen Kampf behauptet wird, daß Käse durch den bloßen Aufschub der Ver- bringt, der Preis wird also 200,000 Mart sein und dem Werthe diese Verbesserung nicht herbeiführen, sondern im Gegentheil zehrung einen beträchtlich höhern Werth erlangen könne". des Gutes identisch erscheinen. Denn das in die Produktion das russische Volk nur noch mehr unterjochen wird, und deshalb Der gelehrte Herr glaubt also wirklich noch an das post hoc, geworfene Kapital gewährt dem Besizer arbeitsloses Einkommen, erklären sich die russischen Sozialisten entschieden gegen ergo propter hoc!**) Möge der Herr Professor nur seinen Käse gestattet ihm die Aneignung von Mehrwerth; da nun Grund den Krieg. Die Südslaven täuschen sich, wenn sie glauben, daß sie auf Eis legen und frieren lassen, dann wird er sofort bemerken, und Boden ebenfalls als Produktions- Instrument benutzt wird, nach Abschüttelung des türkischen Joches zu besseren Zuständen daß der Aufschub der Verzehrung" nichts mit dem Besserwerden muß er dem Käufer ebensoviel arbeitsloses Einkommen abwerfen, gelangen werden. Das russische Volt aber hat kein Interesse des Käse zu thun hat; möge er alten Käse nur länger liegen als das dafür in Zahlung gegebene Geldkapital; wäre dies nicht an diesem Krieg, denn es muß sich zuerst selbst befreien, bevor lassen, als es durch die natürlichen Eigenschaften geboten ist, so der Fall, so würde der Käufer von dem ihm pekuniären Verlust es an die Befreiung anderer Völker denken kann. werden ihm die, wohl auch nur durch den Aufschub der Ver- bringenden Kauf Abstand nehmen. zehrung" entstehenden Maden die Werthvermehrung durch die Berzehrung des Käse illustriren! " 1 Wie sollte es möglich sein, fährt Herr Professor Roscher dann fort, was ein hundertjähriger Baum mehr werth ist, als der Kostenbetrag seiner ursprünglichen Pflanzung, blos auf Arbeit zurückzuführen? Man sieht, der imaginäre Werth des Grund und Bodens Aber was sollen nach dem Ausbruche des Krieges die russiläßt sich auf den Werth eines anderen Produktionsmittels zurück- schen Sozialisten thun? Diese Frage müssen wir noch kurz führen, von ihm ableiten. beantworten. Der Leser wird nun verstehen, weshalb der hundertjährige Baum scheinbar mehr Tauschwerth hat, als ein einjähriger, ob- grade jetzt ist die beste Gelegenheit geboten, für unsere Prinzipien Das Feld unserer Thätigkeit befindet sich in Rußland, und gleich zum Pflanzen beider Bäume gleich viel Arbeit verwendet erfolgreich zu wirken, obwohl wir sehr gut wissen, daß wir keine Mit dieser Frage wird der Punkt getroffen, auf den es an- worden ist. Läßt der Grundbefizer den Baum hundert Jahre großartigen Erfolge erzielen werden. Nehmen wir uns aber tommt, den auch Professor Schäffle meint, daß nämlich bei ge- lang stehen, so will er auch den hundertfachen Ertrag des jährlich ein Beispiel an unseren Gegnern, die eine jede Gelegenheit be= wissen Werthobjekten der Tauschwerth nicht aus der Arbeit ab- aus dem Boden zu erzielenden arbeitslosen Einkommens, wo- nußen, um uns zu bekämpfen. Nehmen wir uns ein noch geleitet werden fann und damit soll nun Mary vollständig möglich mit Zins und Zinseszins, im Preise des Baumes be- schöneres Beispiel an unseren Genossen in Deutschland und widerlegt sein! tommen; der imaginäre Werth des Baumes wird nun noch durch Frankreich. Was thaten in den Jahren 1870/71 die Genossen Die Herren Professoren müssen doch aber ebenso gut, wie den Umstand bedeutend erhöht, daß sich hundertjährige Bäume dieser beiden Staaten inmitten der Nationalitätsraserei, die beide ich unstudirter Laie, wissen, daß in der Wissenschaft ein Unter nicht so schnell vermehren lassen, wie etwa baumwollene Nacht- Bölker ergriffen hatte? In beiden Ländern verdammten die hüren schied gemacht wird zwischen Gütern, die sich beliebig oder doch müßen; es wird hier also ein ebenfalls imaginärer Seltenheits- sozialistischen Arbeiter den Krieg und forderten dessen schleunigste ingen nahezu beliebig vermehren lassen, und solchen, bei denen eine werth mitbezahlt, grade so, wie bei feinen, nur auf wenigen Beendigung. Auch gegen die Annexion von Elsaß- Lothringen derartige Vermehrung nicht ausführbar ist. Mary entwickelt vorzüglich gelegenen Bergen wachsenden Weinen oder bei Bildern hatten sich offen und energisch die deutschen Sozialisten erklärt. seine Werththeorie an Beispielen aus jener ersten Klasse von ausgezeichneter Maler u. dgl. Jeder Gütern; daß er auf die zweite Klasse der nicht vermehrbaren Die Gegner nannten damals die deutschen Sozialisten VaterEs ist also zu constatiren, daß Marg durchaus nicht in der landsverräther, weil sie den Krieg einen Eroberungskrieg nannten. Güter nicht eingeht, liegt in der Disposition seines Werkes und ihm angedichteten einseitigen Weise all und jeden Tauschwerth Nun, die verflossenen Wahlen haben bewiesen, daß der Sogeschieht meines Erachtens mit vollem Recht. Wird man doch aus der zur Herstellung des betreffenden Objektes gesellschaftlich zialismus in Deutschland zu einer Macht gelangt ist, die den immer, wenn man ein Gesetz entwickeln und erläutern will, zuerst nothwendigen, allgemein menschlichen Arbeit ableitet; wohl aber Gegnern zu denken giebt. Benutzen also auch wir russische von den Ausnahmen und Störungen absehen; wie könnte ist zu betonen, daß Sinn und Wortlaut der Marx'schen Werth Sozialisten den jetzt tobenden Krieg, um dem Volke die Augen erklärung auch in all den Fällen paßt, in welchen durch eine zu öffnen und ihm die wahren Absichten der russischen Regierung Dieselben sind ale Broschüre unter dem Titel„ Grundzüge der dem Bedarf nicht genügende Produktion allgemeiner Begehr nach und der herrschenden Klassen zu zeigen. Unsere Regierung, wie Nationalökonomie von C. A. Schramm" im Verlag der hiesigen Ge- besonders wichtigen Gebrauchswerthen, etwa nach den unent einst die französische, fürchtet sich vor der immer wachsenden nossenschaftsbuchdruckerei( zum Preise von 25 Pf.) erschienen. H. d. V. behrlichen Lebensmitteln entsteht, also nach solchen Gebrauchs freiheitlichen Volksbewegung, und, um diese Bewegung niederzu**) Eigentl.: Nach diesem, folglich wegen diesem die irrige Annahme, daß, weil etwas zeitlich später als etwas Anderes, es darum werthen, bei deren Erzeugung die Produktivkraft der Arbeit drücken, entfesselte sie den verderbenbringenden nationalen Chauals deffen Wirkung zu betrachten jei. durch Naturverhältnisse bedingt wird. vinismus und erklärte der Türkei den Krieg. Wir müssen mit r. genen n das leichen Tagen r hier 3. 9. janem Worte im Namen des arbeitenden Voltez eine Gegen- Zeit desselben anlangt, noch etwas schwerer als im ver- arbeitet. Es scheut ja Niemand die Arbeit, aber soviel Arbeit, bewegung einleiten und müssen Jedermann beweisen, daß unsere gangenen Sommer, und er ging wirklich schon damals über die daß sie alle Kraft lähmt, das ist doch zu viel. Und nun herrschenden Klaffen nur ihre eigenen, dem Volke schädlichen In- Kraft eines Menschen. Unsere Damen sind wahrhaftig gesund, sollen die Telegraphistinnen nicht einmal mehr ihre Tantième teressen verfolgen. fie haben nicht Zeit frank zu sein und besitzen alle eine seltene und Nachtgelder bekommen. Das ist zwar noch nicht gewiß; es Die russischen herrschenden Klassen sind sich ihrer Lage be- Energie; unsere Herren sind daneben wahre Schlafmühen und heißt, daß erst der Etat geregelt werden müsse, aber jedenfalls wußt, und deshalb schreien sie dem Czar Hurrah zu und be- Schwächlinge. Aber es ist zu thun, daß man nicht eine Minute werden sie nicht mehr als etwa die Hälfte erhalten: also Gegrüßen ihn als den Befreier. Das ist aber auch sehr leicht zur Besinnung kommt; das ist nicht übertrieben: nicht eine halts abzug und Arbeitsvermehrung. Herr P. hat als begreiflich, denn den Interessen der herrschenden Klassen wird Minute, besonders seit dem Kriege! Die Damen können nur Volontär eine sechswöchentliche Uebung, die Herren L. und E., keine Gefahr durch den Krieg entstehen, im Gegentheil, ihre im Fluge ihr Essen hinunterschlingen; ein bischen früher nach wahre Kolosse von Gestalt, sigen unten in Bureau, führen materielle Lage wird durch denselben gebessert und ihr Antheil Hause gegangen, wie sonst, wird nicht mehr. Bücher eine spielende Arbeit-, laufen umher, amüsiren sich, an politischer Macht vergrößert. Das Bolt aber muß ebenfalls" Wenn ich einmal zu Fräulein S. sagte:„ es ist doch recht die anderen Herren sind auf Bau", und die Damen sizen an seine Lage erkennen und sich als die Macht im Staate betrachten schwer;" auf die Dauer würde es doch für die Damen uner- den Apparaten. lernen, in deren Händen sich die Entscheidung über Krieg und träglich werden, dann meinte sie: Ach, mein M.'chen, Sie„ Gestern besprachen dieselben, ob man sich etwas davon verFrieden befinden sollte. Sind wir russischen Sozialisten in diesem werden sehen, wir werden es Alle aushalten, es ist ja nicht so sprechen könne, eine Bittschrift an den Postdirektor zu richten; Sinne thätig, dann wird der Sozialismus auch in Rußland gar schlimm, wenn man nur gesund ist." Jegt sagt sie:„ Man aber das ist ein schlimmes Ding; Mädchen sind in solchen Sachen bald zu einer Macht werden, mit der die russische Regierung lebt ja hier gar nicht mehr wie ein Mensch. Für nichts habe wenig bewandert, sie wissen nicht mit dem Recht Bescheid, sie wird rechnen müssen. ich mehr Interesse( nnd sie hat von Natur einen sehr lebhaften wissen nicht, was sie sagen dürfen und was nicht. Sie haben Wir wissen zwar sehr gut, daß unsere Thätigkeit in dieser Geist), ich bin nur glücklich, wenn ich ganz, ſtill ſizen kann. Bu auch keine klare Vorstellung davon, welche Forderungen aufzuHinsicht keine allzugroßen Erfolge erzielen wird; unser Volt Hause bin ich schon ganz unleidlich, ich bin empfindlich, sogar stellen wären; aber Alle haben das deutliche Gefühl, daß ihnen wird nicht in Masse gegen den Krieg protestiren, aber man muß grob und habe zu nichts Lust. Wenn ich einmal etwas lese Unrecht geschieht, und das ist auch der Fall, die Ungerechtigkeit ihm den Gedanken an die Möglichkeit eines solchen Protestes oder ins Theater gehe, kann ich die ganze Nacht nicht schlafen. liegt auf der Hand. Indessen die Antwort würde wahrscheinlich einimpfen. Man muß ihm klar machen, daß es das Recht hat, Es wäre beffer, sie gäben uns lieber Gift ein, wenn sie lauten:" Ja, was wollen Sie denn? Sie sind ja gar nicht über sein Wohl und Weh zu entscheiden. Mit der Verbreitung uns durchaus los sein wollen." angestellte Beamte; Sie sind ja nur Hilfsarbeiterinnen, Sie solcher Ideen ist schon viel gethan, und auch der jezige Krieg haben ja ganz und gar keine Rechte. Wenn es Ihnen nicht paßt, wird dem Volke die Augen öffnen helfen. Unser Losungswort bitte! die Thür steht offen. Uns sehr angenehm, wenn sei darum: Vorwärts! Sie gehen." " " Es folgt nun eine Mittheilung über die eingangs erwähnten Gerüchte bezüglich des Generalpostmeisters und dann fährt die Briefstellerin fort: Man tann freilich nicht wissen, ob dies wahr ist; es ist Was können die Armen also thun? Uebrigens dürfen sie Herr Dr. Stephan und die Frauenemanzipation. zu unserer Kenntniß kommen lassen; aber wunderbar sind die sich im Diensteid verpflichtet. Sie haben zwar alle Pflichten der sogar ziemlich unglaublich, weil man ja dergleichen nicht würde ja auch nichts sagen und fragen; dies nicht zu thun, haben sie Der Generalpostmeister ist bekanntlich ein Gegner der Frauen- in der neueren Beit getroffenen Maßregeln allerdings. Die Beamten, aber keine Rechte. Verzeih, daß ich in meinem emanzipation und hat. 3. im Reichstage erklärt, daß das weib- Tagesdienstzeit der Herren und Damen ist gleich; Nachtdienst Briefe über Dinge lamentire, die Dir und eigentlich auch mir liche Geschlecht seiner Natur nach nicht zum Staatsdienst tauge. haben nur Damen; für zwei Damen arbeitet jezt je ein Herr vollständig gleichgiltig sein könnten; aber mir thun meine ColAls er aber die Leitung des Telegraphendienstes übernahm, fand bis 11 Uhr, das ist der Nachtdienst der Letzteren! Urlaub be- leginnen gar zu leid, und diese schreiende ungerechtigkeit emer in diesem Ressort weibliche Angestellte bereits vor. Eine kommen die Herren 14, die Damen 10 Tage. Bekanntlich sind pört mich. arge Verlegenheit für den Weiberfeind! Die Maßregel seines die sogenannten Hughes- Apparate eingeführt; da dieselben so-" Fräulein S. meinte, es wäre vielleicht gut, wenn über diese Amtsvorgängers rückgängig zu machen, mochte ihm wohl als zu wohl förperlich wie geistig eine doppelt so große Anstrengung Angelegenheit etwas in öffentliche Blätter käme, etwa in die gehässig erscheinen, aber es muß bei dieser Lage der Dinge auch verlangen wie die Morse- Apparate- die Nerven müssen beim Gartenlaube"; sie ist vielgelesen und gerecht und hat sich ja verständlich erscheinen, wenn Herr Dr. Stephan sich, wie durch Gebrauch der neuen Apparate mit der Zeit zu Grunde gehen, schon der Berliner Telegraphistinnen angenommen. Aber das manches Andere, so auch durch ein lebermaß von Fürsorge denn die Apparate arbeiten mit einem Gerassel, kaum zu er- würde vielleicht die entgegengesetzte Wirkung von dem haben, für die seiner amtlichen Obhut anvertrauten Mädchen und Frauen tragen, so saßen an denselben früher nur stundenweise was die Mädchen wünschen. Der hiesige Direktor ist herzensnicht auszeichnet. abwechselnd Herren daran. Jetzt sind Damen daran beschäf gut, aber er tann nichts thun; er erfüllt höhere Befehle. Die Klagen der unteren Verkehrsbeamten über ihre Lage tigt, und zwar beständig; nur vier Damen, also immer zwei Jezt geht er auch schon wieder fort. Alle zittern! In Berlin find allgemein. Der Chef der deutschen Post und Telegraphie während des ganzen Tages. Fräulein B., ein Mädchen von erschien einmal in einer Zeitung ein Artikel, der die Telegraphenhat diese Klagen bekanntlich bei der letzten Etatberathung im zartem Wuchs, die aber große Willenskraft besitzt,- sie hat viel verwaltung angriff und der wahrscheinlich von einem Verwandten Reichstage auf die Undankbarkeit etlicher" Federbanditen" und Verstand und ist eine der tühnsten hat es gewagt, zum Auf- einer Telegraphistin ausging. Darauf fand eine strenge Unteranderer dunkeler Ehrenmänner" zurückführen zu sollen geglaubt. fichtsbeamten die Bemerkung zu machen, daß sie die Arbeit am suchung bei den Damen statt. Aber die hielten treu zusammen; Diese unüberlegten Aeußerungen haben, wie sich Jeder überzeugt Hughes Apparat ohne Ablösung nicht mehr aushalten könne. teine Verrätherin war unter ihnen, und ich glaube, in haben wird, der Gelegenheit hat, mit Subalternbeamten zu ver-" Sie müssen mir Ablösung verschaffen", sagte sie, oder ich Berlin sind hundert Damen bei der Telegraphie beschäftigt kehren, in diesen Kreisen, und zwar bei allen Amtsgattungen, arbeite nicht mehr. Ich kann meinen Eltern nicht zur Last denke nur! eine heftige Reaktion erzeugt. Man erblickt jetzt vollends in den fallen, darum muß ich dafür sorgen, daß ich nicht krank werde; ,, Glaubst Du wohl, daß es darauf abgesehen sein könnte, die unteren Post und Telegraphenbeamten die Parias unter den die Station wird nicht für mich sorgen." Darauf antwortete Mädchen los zu werden? Es wäre doch komisch. Die Damen vom Staate Angestellten, und die lange genährte Unzufriedenheit der Vorgesezte:" Wenn Sie solche Redensarten machen, werde sind vollständig leistungsfähig bei vernünftigen Ansprüchen. Sie mit dem Generalpostmeister hat sich bedeutend verschärft. Wie ich es der Station melden. Sie haben zu arbeiten und haben natürlich weit mehr Bildung als die gleichgestellten, ja erstaunlich tief aber die sicher für den Staat nicht heilsame Kluft nichts zu reden; wenn Sie krant werden, lassen Sie sich vom sogar als höher gestellte männliche Beamte; man könnte sie auch zwischen dem höchsten und den niederen Beamten im Post- und Arzt ein Attest geben, dann ist es gut!" Derselbe Beamte saß zu diesen höheren Stellen heranziehen, wenn sie denselben techTelegraphenfache geht, beweist der Umstand, daß das Gerücht neulich Eine Stunde an demselben Apparat; da warf er Alles nischen Unterricht erhielten, wie die Herren. Dabei sind sie viel aufgetaucht ist, der Generalpostmeister habe, um seine Ansichten fort und rief:" Da kann man ja den Verstand verlieren!" Das billiger, warum also sie entfernen? Und übrigens, etwas bezüglich der Anstellung von Telegraphistinnen praktisch zur Gel kleine Mädchen muß aber bis Abends 10 Uhr den Verstand muß der Staat doch für das Volk thun, oder gehören die tung zu bringen, die Oberbehörden vertraulich angewiesen, diesen behalten, und ihn am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder haben. Mädchen nicht zum Volke? Was soll aus ihnen allen werden? Mädchen den Dienst so lange zu erschweren, bis sie Vorgestern hat sie von 7 bis 1 Uhr an dem Apparat gearbeitet, Gouvernanten sind schon mehr als genug da, und jedes Mädchen denselben quittiren. Wir werden solchen Angaben keinen ohne frühstücken zu können; um 1 Uhr wurde ihr dann die Mit- ist auch nicht geschickt dazu; von den Damen auf dem Amte Glauben schenken, bis ihre Richtigkeit erwiesen ist; sie zeigen theilung gemacht, sie müsse noch bis 3 Uhr dableiben! Eine z. B. nur sehr wenige. Hinter dem Ladentische stehen auch schon aber doch, welcher Fürsorglichkeit die Unterbeamten der Post schlimme Sache ist es ja allerdings, daß im Sommer immer genug, und es ist ja schade, da soviel Geist umkommen zu lassen; und Telegraphie sich an ihrem Chef glauben versehen zu müssen! Beamtenmangel herrscht; aber warum herrscht er? Warum schon bei dem subalternen Telegraphendienst ist es schade darum. Welche Behandlung den weiblichen Telegraphenbeamten that werden nicht mehr Telegraphistinnen angestellt? Also, wie gesagt, was soll aus Allen werden? Da wäre es ja sächlich zu Theil wird, darüber liegt uns ein beredtes Zeugniß Die Dinge liegen in der That so, daß die ganze Arbeit am Ende wirklich besser, das Volk so dumm wie möglich zu Es ist ein Brief einer ehemaligen Telegraphistin an ihren in den Händen der Damen ist; die Herren find theils auf lassen: dann hegte es wenigstens keine unbefriedigten Wünsche. Bruder, die, weil sie in nicht gerade dürftigen Verhältnissen lebt, Bau", d. h. sie zählen die Stangen, welche die Arbeiter einsetzen Dann wollen wir wieder spinnen und mit Interesse Gespensternach zweijähriger amtlicher Thätigkeit diese als zu beschwerlich müssen, sie richten Stationen ein, wozu auch nicht besonders viel geschichten lauschen. selbst für ihre gesunde und kräftige Natur aufgegeben hat und Geist gehört, und haben dann auf diesen fleinen Stationen für Wir haben hier Mittheilungen und Urtheile von einer perjezt zufällig Gelegenheit hatte, wieder einmal einen Blick in die den Sommer den schönsten Aufenthalt mit lächerlich geringem sönlich Unbetheiligten. Diesmal gehen sie nicht von Leuten aus, Räume zu thun, in denen sie ehemals wenig freudenreiche Tage Dienst. Herr S., der unser Fräulein H. heirathet, geht jetzt die ihr Heil in der schlechten Presse" suchen. Der Brief verlebt hat. In diesem Briefe heißt es: auch auf Bau", um mit ihr die Flitterwochen zu verleben, und die stellerin fällt, indem sie an Zeitschriften denkt, nur die gerechte H " f โ fa Ic g g Gestern war ich auf dem Amte zur Vertretung einer früheren anderen armen Mädchen müssen arbeiten und nichts als arbeiten. Gartenlaube" ein, bekanntlich ein Hauptorgan des besitzenden Collegin und ich fand, daß alle Mädchen sehr elend aussahen Ist es ihnen da zu verdenken, wenn ein hübsches, junges, kluges Bürgerthums. Diese Quelle muß also auch Herr Dr. Stephan und so verschüchtert, daß es Einem weh' thun konnte. Eine Mädchen wie Fräulein H. den alten Obertelegraphisten S. als lauter anerkennen. Was wir aber aus ihr erfahren, ist nach der Andern schüttete mir ihr Herz aus und zwar besonders heirathet, der sie wenigstens auf Händen tragen wird, wenn lehrreich als ein kleiner Beitrag zur- Geschichte der diejenigen, die sonst die tapfersten waren und die nicht so leicht es auch eigentlich eine traurige Existenz ist, der sie entgegengeht; Frauenfrage. flagen, weil sie dazu zu stolz sind. Der Dienst ist, was die aber sie fügt sich eben eher darein, als daß sie sich zu Tode Zu einem Lorbeerkranz für den edlen Todten gestaltet sich die Schilderung, welche der Verfasser uns bietet, und die Blu men, welche er in den Kranz geflochten, sind Seufzer der Ge knechteten und ihre Hoffnungen auf Erlösung, auf eine beffere glückseligere Zukunft.d John Osawatomie Brown, der Negerheiland.*) schlossen worden. Damals hatte die Congreßakte bestimmt, daß die rechtmäßigen Ansiedler über die Grenzen heim. Ihre Landdie Sklaverei nördlich vom 36% 20 Breite nie und nimmermehr besigtitel riß er entzwei, ihre Blockhäuser brannte er nieder. Einen Märtyrer der Freiheit führt uns das Prowe'sche Buch eingeführt werden sollte und dürfe. Dafür war nur ein ein- Bei Todesstrafe mußten sie oft vor förmlichen Comités jener vor, John Brown, genanut Osawatomie, der fühne und beiges Stück, nördlich von diesem Breitengrade und rechts vom Pöbel- Armee Urfehde auf Nimmerwiederkehr schwören.- Jm geisterte Bahnbrecher der amerikanischen Sklavenbefreiung, der Mississipi, nämlich dasjenige Territorium den„ Sklavenkreuz- Norden erkannte man schnell die große Gefahr; man glaubte fie fein hingebendes Streben für die heilige Sache der Unterdrückten rittern" und zwar als ein für allemal allerletzter Beuteantheil dadurch beschwichtigen zu können, daß man freie Ansiedler mit dem Tod büßen mußte. S hinzugefügt, welches man später Missouri taufte. Missouri bil- für Kansas und Nebraska warb und sie mit Vieh, Saatkorn, dete mit Arkansas und Louisiana den einzigen Strich rechts Fuhrwert und Landbejistiteln unterſtüßte. Die Maßnahme mississipischen Landgebietes, welches nebst den zehn östlichen Süd- kam zu spät. Die Südstaaten verschmähten den ehrlichen Kampf. staaten die kompakte Masse des Sklaventerrains von Nordame- Die Wahl eines Congreßmitgliedes wurde durch 1700 bewaff rifa trennte. Zusammen waren das 13 künftige sog. Südstaaten. nete Missourier entschieden, die in vollem Kriegszuge über die Freiboden war alles Land westlich von Missouri geworden. Da Grenze marschirt waren und als gesetzliche Kansasbürger abge Die arbeitenden Klassen Deutschlands dürfen der Feier John die dreizehn Nordstaaten der Zahl nach gleich, aber an Ausdeh- stimmt hatten. Die Wahl wurde vom Congreß, den der Süden Brown's nicht fern bleiben. Die Sache, welche John Brown nung bedeutend geringer waren, so hatten die Staatsmänner von vollständig beherrschte, bestätigt. verfocht, ist eine allgemeine, ist die Sache der Menschheit, wenn 1820, selbst die südlichen, den Compromiß für gut geplant ge= Dies die politischen und sozialen Verhältnisse, unter denen ihr Schauplatz auch ein anderer Erdtheil und die Geknechteten, halten. Was zwischen den Flüssen Oregon und Missouri lag, die Söhne John Brown's von Ohio nach dem gefährdeten Kan denen sein todesmuthiges Streben gewidmet war, auch anderer war Sahara oder Gobi für die Generation von 1820." In sas zogen. Sie waren ohne Waffen gekommen und wurden von Hautfarbe sind, als wir sie tragen. Das stolze Wort des deut einem Menschenalter hatte sich das aber gewaltig geändert. Teras den marodirenden Südstaatlern angegriffen, bestohlen, geplündert schen Gedankenfürsten:„ Rechtsgleichheit alles dessen, was Men war von Mexiko abgefallen und dieses hatte alles Land bis bedroht und insultirt. Sie wandten sich an ihren Bater um Schenantlig trägt auf Erden" das uns zum Feldgeschrei in San Franzisco verloren. Am Sakramento war Gold gefunden Waffen. Das war für ihn der längst ersehnte Moment, den unsern Kämpfen geworden, war auch der Schlachtruf John und seit 1848 war in 6 Jahren die unermeßliche Fläche zwi Sklavenhaltern entgegen zu treten. Wir finden ihn auf einem Brown's. Seine Geschichte ist die eines der Unsrigen, und sein schen dem Missouri und dem goldenen Horn wie eine Poststraße Meeting, das die Abolitionisten von Newyork im Sommer 1855 Name verdient es, mit großen Lettern in die Geschichte der bekannt geworden. Dieses gewaltige Anwachsen der nordstaat- nach einem Blaze unfern der Grafschaft Essex berufen hatte. Menschheit eingetragen zu werden. lichen Macht hatten sich die Südstaaten nicht träumen lassen; In begeisterten Worten predigte er den Kampf gegen die " 1 Den Negerheiland nennt Herr Prowe unsern Helden. Wohl sie wußten die Aufhebung des 1820 geschlossenen Compromisses Sklavenhalter. Er erschien in Kansas als Borkämpfer der Frei beseelte ihn die allgewaltige Menschenliebe und der hohe Ge- durchzusetzen und einen neuen Beschluß herbeizuführen, wonach heit, um die Waffen zu erheben für das Recht seiner Mitbürger rechtigkeitssinn des Nazareners und wohl war er ein frommer die Besiedelung der zwischen Kalifornien und Missouri belegenen gemäß dem klaren Wortlaut der Unabhängigkeitserklärung Mann, doch war die Waffe, welche er gegen die Unterdrücker Territorien Kansas und Nebraska freigegeben und den künftigen vom 4. Juli 1776: " 0 schwang, nicht das Wort, sondern das Schwert und irdische Ansiedlern dieser Territorien das Recht ertheilt wurde, ihre hei-" Daß alle Menschen gleichgeboren, daß sie von ihrem Glückseligkeit das nächste Ziel, das er den Geknechteten erringen mathlichen Angelegenheiten und Einrichtungen im Rahmen der Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt sind, daß wollte. Das Land gehört dem Knecht, der es reich gemacht Constitution der Vereinigten Staaten selbst zu ordnen. 1820 zu diesen Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligteit und der Frucht seiner Arbeit beraubt ist." Das war der lei- war Missouri preisgegeben worden als Lohn für die weitsich gehöre; daß zur Sicherheit dieser Rechte unter den Menschen tende Gedanke, der ihn bei seiner kühnen Unternehmung beseelte. tige Möglichkeit: wenigstens westlich Missouris und nördlich vom Regierungen eingesetzt seien, deren gerechte Gewalten von In gedrängter Stizze wollen wir die Freunde mit John 36% für ewig die Sklaverei getilgt zu sehen, 1854 war Mis der Zustimmung der Regierten herstammen; daß alle Brown näher bekannt machen. Wir folgen dabei der Browe ſouri zum wüstesten Sklavenzüchter- Territorium geworden und mal, wenn eine Regierungsform zerstörend in diese Endzwede schen Darstellung. nun erhielt der Süden auch noch die Länder West Missouris zur eingreife, das Bolt das Recht hat, jene zu ändern ode Kansas und Missouri bilden den Schauplah des Dramas, beliebigen weiteren Infektion. Die Missourigrenzer, die Kansas abzuschaffen, eine neue Regierung einzusehen und dies in dem John Brown die Hauptrolle spielt. Im Jahre 1820 zu offupiren anfingen, waren fast der gesammte, weithin aufge- auf solche Grundsätze zu gründen und deren Gewalten in fol war zwischen Nord und Süd ein schimpflicher Compromiß ge- botene und geradezu angeworbene Abschaum des ganzen von der cher Form zu ordnen, wie es ihm zu seiner Sicherheit und z Sklaverei verpesteten Südens. Bald war kein Nordstaatler mehr seinem Glück am erforderlichsten scheint." *) John Djawatomie Brown von Dr. Browe, Direktor der Töchter schule zu Thorn an der Weichsel. Berlag von W. Bracke jr. in Kansas seines Lebens sicher. Getheert und gefedert schickte Am 4. März 1855 war ein neuer Gewaltstreich von de der in's Amerikanische übersetzte Armagnaten- Landsknecht Pöbel Südstaatlichen verübt worden, 4900 bewaffnete Missourier ware ge It 31 DO α D a 16 S t t e 224 e e r t e e 3 , It [= It ; It ie It ie Τα ch = el S ie ? ent te ont n; mt. ja Bu ge. r= er 13, ef= te en an ist er d er. ner Im fte Her rn, me pf. aff die ge Den ten an Don um den tem 855 atte bie Frei rger ung rem бар Sozialpolitische Uebersicht. Hier tommt nun unseren Reptilien die jüngste französische Krise vortrefflich zu statten. Sie wollen kein Mißtrauen erwecken behüte! wollen die gegenseitigen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland feineswegs als bedroht hinstellen behüte! aber die Sache ist doch nicht ganz ohne, man kann nicht wissen, was der Anti Kulturkampfregierung drüben einfallen kann, wir müssen auf unserer Hut sein, Moltke war doch ein kluger Mann, und es ist gut, daß die„ militärischen Ausgleichungsmaßregeln" im besten Gang sind. - M Auch diejenigen Herren Aerzte, welche für eine Verwendung und das„ Leipziger Tageblatt". Für Prof. Böhmert ist zur sich nicht bereit erklären, wollen dies in dem Schema bemerken. Beurtheilung des Arbeitsmarktes in ganz hervorragender Weise Diejenigen, welche an ein russisch- preußisches Königliches Polizei- Präsidium. die Zahl und der Inhalt der Inserate in den gelesensten LokalBündniß glauben, sind der Meinung, das Preußisch- DeutschJ. V.: v. Herzberg. blättern maßgebend; und da sich herausgestellt habe, daß die land für die Dienste, welche es Rußland leistet, in Wien sich Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot übersteige, so sei es die Zahlung zu holen habe, mit andern Worten, daß sein Lohn Ueber die Vorgänge auf dem asiatischen Kriegs- mit dem Nothstande nicht weit her. Einem wirklichen Nothstande in der Annexion Deutsch- Destreichs bestehen solle. Abge- schauplatz schreibt die" Vossische Zeitung"( die trotz ihrer aber solle man mit anderen Mitteln als durch Privatwohlthätigsehen von der allgemeinen Logit der Thatsachen" und gewissen Philisterei tapfer Front macht gegen das Knutenthum und vor keit zu Leibe gehen mit der Auswanderung. Welch' tiefe sehr auffälligen Aeußerungen von Vertrauten des Hrn. Reichs- einiger Zeit das sehr wahre Wort sprach, der Erbfreund Ruß- Weisheit! Schade nur, daß den nothleidenden Arbeitern mit kanzlers( z. B. des Hrn. Miquel, der vor einiger Zeit in land habe uns schon weit mehr Schaden gethan als der Erb- wohlfeilen Rathschlägen nicht gedient ist. Das„ Leipziger TageLeipzig sehr deutlich auf eine solche Eventualität anspielte), läßt feind Frankreich): blatt" dagegen hat herausgedüftelt, daß die Arbeit jeßt wieder es sich nicht läugnen, daß die Berliner Reptilien gegenwärtig in" In überschwänglichen Worten meldet Großfürst Michael dem flott geht, nur sei bedauerlich, daß die Preise der Waaren und einer Weise arbeiten, die den österreichischen Politikern, trotz des Kaiser die Einnahme von Ardahan, die erste Waffenthat der so auch die Arbeitslöhne mehr und mehr sinken." Wenn die mit komischem Nachdruck betonten„ Dreikaiserbündnisses" dieses Russen in diesem Feldzuge. Dieser augenscheinlich mit schweren Arbeit flott geht und die Arbeitslöhne mehr und mehr Messers ohne Klinge und Stiel- sehr verdächtig erscheinen Opfern erkaufte Erfolg steht weit hinter jenem zurück, welchen sinken, dann ist allerdings der Nothstand vorbei- d. h. der muß. An die Hezereien gegen Beust ist man nachgerade ge- die Türken durch die Erstürmung von Suchum Stale aufzuweisen Nothstand der Fabrikanten. Und in der That, was kümmert diese wöhnt, und deren plögliche Wiederaufnahme mit verdoppeltem haben. Ardahan ist zwar ein befestigter Punkt in der ersten Herren der Nothstand der Arbeiter? Viel Arbeit, wenig Lohn! Eifer hat darum an sich wenig Ueberraschendes, aber gleichzeitig türkischen Vertheidigungslinie Batum- Ardahan- Kars- Bajazid ge- so ist's recht. verbreitet man mit unverkennbarer Methode Allarmnachrichten wesen, doch bestand sein Hauptwerth eigentlich nur darin, daß - wie sich nun herausstellt nur durch einige Vorwerke Zur Arbeiterbewegung in der Schweiz. Am über die Stimmung in Destreich; es gebe dort eine Partei, die dieser 1866 nicht vergessen habe, die in den trüben Wassern der orien- modernisirte Plaz die Verbindung zwischen Batum und Kars 20. Mai wurde in Neuenburg der fünfte Congreß des talischen Frage nach der damals verlorenen Stellung in Deutsch- herstellte, im Uebrigen aber auf die Vertheidigung Armeniens schweizerischen Arbeiterbundes eröffnet; an den Berathungen des land fische und dabei auf Frankreich rechne. nur insofern Einfluß nahm, als zu dessen Beobachtung, Cernirung Congresses nahm diesmal auch der früher mehr nach rechts Von besonderer oder Belagerung ein kleines feindliches Corps festgehalten wurde. hinneigende Grütliverein" regen Antheil. Auf die Belagerung von Kars, d. h. auf Widerstand oder Fall Wichtigkeit für die fernere Entwicklung der Arbeiterbewegung in dieses verschanzten Lagers, nimmt Ardahan keinen Einfluß, und der Schweiz sind die folgenden Beschlüsse, welche auf Vorschlag wenn die Russen nunmehr direkt von Ardahan gegen Erzerum unser es wackern Genossen Joh, Ph. Becker gefaßt wurden: 1) Der vorrücken wollten, so finden sie gerade so wie auf der großen Schweizerische Arbeiterbund und der Grütliverein bilden die Straße von Kars nach Erzerum die türkische Feldarmee Mukhtar Grundlage der sozialdemokratischen Partei; 2) die Sektionen des Paschas bei Bardeß. Der letzte französische Krieg hat uns ge- Arbeiterbundes und Grütlivereins an einem durch Urabstimmung zeigt, wie die deutsche Heeresleitung den Werth so kleiner gewählten Orte ernennen ein Centralcomité, das die Oberleitung Festungen bezifferte; die unzähligen Vogesenfestungen wurden zu führen hat und mit den beiden Organisationen in steter nach Hinterlassung ganz kleiner Beobachtungscorps einfach um- Verbindung steht; 3) bestimmt, daß durch dieses Comité in allen gangen und nur jenen eine größere Berücksichtigung geschenkt, Städten und Distrikten Vollzugsorgane zu bestellen sind; 4) setzt welche wichtige Communikationen störten. Bei Mezz aber wurde fest, daß alle Ausländer gleichberechtigt sind, während 5) die Bekeine Anstrengung gescheut, dieses verschanzte Lager mit seiner Stimmung aufgenommen ist, daß die Statuten des Arbeiterbundes Armee, seinen Trophäen, seinem riesigen Artillerie- Material in und Grütlivereins nur soweit abzuändern sind, als sie mit dieser die Gewalt zu bekommen, und der strategischen Bedeutung von Organisation im Widerspruch stehen. Als Siz des Comités Mez würde ungefähr auf dem asiatischen Kriegsschauplaze Kars wird Zürich und Bern vorgeschlagen. Zur Ausführung dieser entsprechen. Vor Kars aber nur zu demonstriren, um Ardahan Beschlüsse soll in folgender Weise vorgegangen werden: Der zu gewinnen, das nach dem Falle von Kars ohne Kanonenschuß Congreß wählt einen Ort, welcher die einleitenden Schritte zu zu bekommen gewesen wäre das kommt uns wie ein Manöver thun hat. Die Commission setzt sich mit dem Centralcomité des vor, nur berechnet, die Aufmerksamkeit von Suchum Kale abzu- Grütlivereins in Verbindung, arbeitet einen Programm- und an sämmtliche Herren Civil- Aerzte. lenten und eine Waffenthat der andern entgegenhalten zu können. Organisations- Entwurf aus, welchen sie der Urabstimmung vorDa die Erfahrungen der letzten Feldzüge die Nothwendigkeit Im Wesen sind aber die beiden Affairen sehr verschieden; wäh- legen wird. ergeben haben, das Militär- Sanitätspersonal für den Fall einer rend Ardahan nur einen relativen Werth aufweist, ist die EinMobilmachung schon in Friedenszeiten möglichst sicher zu stellen, nahme von Suchum Kale ein großer politisch- militärischer Erfolg. so ist es von Wichtigkeit zu wissen, wie weit auf das civilärzt- Der Kaukasus wird insurgirt, die Verbindung Rußlands mit liche Personal im Falle einer Mobilmachung gerechnet werden Tiflis, beziehungsweise mit der Operationsarmee ist bedroht und liche Personal im Falle einer Mobilmachung gerechnet werden ein Platz gewonnen, der eine vortreffliche militärische Basis Zu diesem Behufe ersucht das Polizei- Präsidium auf Veranlaffung der Militär- Sanitätsbehörde die Herren Civil- Aerzte um gefällige Ausfüllung des nachstehenden Schemas. Die abzugebenden Erklärungen sollen nicht als ein bindender Contrakt gelten, sondern nur die Bereitwilligkeit resp. die Wünsche und Forderungen der einzelnen Aerzte ausdrücken und diejenigen Civil Aerzte feststellen, welche: Bedenkliche Symptome das! Und das plögliche Erscheinen Bismarck's in Berlin unmittelbar nach seiner Unterredung mit dem russischen Diplomat Schuwaloff ist natürlich nicht geeignet, Besorgnisse zu zerstreuen. Unwichtige Dinge haben den„ kaputen Mann" sicherlich nicht aus seiner Lauenburger Retirade gerissen. Nichts weniger als friedlich klingt auch nachstehendes Aftenstück, das, wie unser Berliner Parteiorgan meldet, am 3. Pfingst feiertag durch Polizeibeamte an die Berliner Civilärzte vertheilt ward: fönne. „ Circular- Verfügung 1. bereit sein würden a) für die Dauer des Feldzuges( als Chefärzte, ordinirende oder assistirende Aerzte), b) vorübergehend( mindestens aber auf 6 Wochen), als ordinirende oder assistirende Aerzte in einem Kriegs- Lazareth Dienste zu thun. bietet." Neuerdings haben die Türken bedeutende Streitkräfte nach Suchum Kale geworfen. 1 In Amerika macht die sozialistische Bewegung die erWie wir der letzten Nummer des freulichsten Fortschritte. Milwaukee Sozialist" entnehmen, hat sich in St. Louis ein " Arbeiterpreßverein" gebildet, der demnächst ein Tageblatt:„ Die Volksstimme des Westens" herausgeben wird. Die Vereinigten Staaten haben dann drei täglich erscheinende sozialistische Beitungen in deutscher Sprache und in größtem Format( mehr als doppelt so groß als das des„ Vorwärts"): den oben genannten Die Milwaukee Sozialist", den" Chicago Sozialist" und Volksstimme des Westens". Die Zahl der sozialstischen Wochenblätter in den Vereinigten Staaten beläuft sich unseres Wissens auf fünf in verschiedenen Sprachen: drei deutsche und zwei englische. " Vom europäischen Kriegsschauplaz„ nichts Neues". Die russische Aufstellung an der Donau geht über Erwarten langsam vor sich. Als heiteres Zwischenspiel in dieser Kriegstragödie sei erwähnt, daß das großmächtige Fürstenthum Rumänien den Krieg an die Türkei erklärt hat, und das ebenso großmächtige Königreich Griechenland ihn erklären will. Da wird der Sultan ein Compagnien mehr unter die Fahne zu rufen haben. paar dasdi Congreß der deutschen Sozialdemokratie. " Fortschritt" und" Liberalismus" zanten noch immer Als Delegirte sind weiter angemeldet: Lübeck: J. Heyer. 2) Diejenigen, welche mit einer Verwendung( als dirigirende, um den Vortritt in der Candidatenfrage bei den bevorstehenden Cottbus: D. Kappel. Bremerhafen: W. Frid. Magdeburg: W. 2) Diejenigen, welche mit einer Verwendung( als dirigirende, Berliner Nachwahlen zum Reichstag. Die„ Liberalen" Habermann. Sonneberg: H. Dehme. Strießen: W. Paschky. ordinirende oder assistirende Aerzte) bei einem Reserve- Lazareth wollen von der Aufstellung eigener Candidaten jetzt zwar absehn, Erfurt: Fr. Klute. Breslau: C. Just. Hahnenberg: H. Lange. außerhalb ihres Wohnorts einverstanden sein würden. 3) Diejenigen, welche im Falle eines Krieges in ihren Wohn- ihren Einfluß auf die Candidatenliste gedenken sie dagegen, wie Achim- Berden: Lingner. Liegnig: Alex. Schlesinger. Reichenorten die ärztlichen Funktionen( als dirigirende, ordinirende oder die Volkszeitung" zu ihrem Leidwesen eingesteht, nicht aufzu- bach- Neurode: Aug. Kühn. Harburg: J. Steffens. Greiz: J. assistirende Aerzte) bei den daselbst zu errichtenden Reserve- Laza- geben. Das mögen die feindlichen Brüder" halten wie sie Auer. Mühlheim a. Rhein: E. Weismann. Pforzheim- Carlswollen ob die Candidaten der Geldsackspartei fortschrittlich- ruhe: Chr. Lehmann. rethen zu übernehmen bereit sind. liberal oder liberal fortschrittlich angehaucht sind, das fümmert Hierbei wird bemerkt: die Berliner Kleinbürger und Arbeiter wenig, nachdem sie den fortschrittlich- liberalen Humbug durchschaut haben. ad. I. daß auch die Erfüllung angemessener Wünsche dieser Aerzte möglichst erstrebt wird, insonderheit für die in Feindesland( bei Kriegs- und Etappen- Lazarethen) verwendeten; ad. H. daß auch die jüngeren approbirten Aerzte als ordinirende Aerzte Verwendung finden können, insofern dieselben als tüchtig und zu der gewünschten Stellung qualifizirbar bezeichnet werden können. - Der Nothstand ist der liberalen Presse ein Dorn im Auge, und wenn sie zu seiner Beseitigung sonst auch nicht den kleinen Finger rührt, so ist sie dagegen um so eifriger bemüht, ihn aus der Welt zu lügen. Besonders zeichnen sich in diesem Bestreben aus die Sozial- Correspondenz" des Prof. Böhmert Ein Amulet gegen ehelichen Zwist. Blatte des oben erwähnten Redakteurs: " Hamburg, den 23. Mai 1877. Mit fozialdemokratischem Gruß J. A.: J. Auer, Pferdemarkt 37. Aus der„ Neuen Welt." San Franzisco, 25. April 1877. Bevor ich das zweite Drittel meiner gegenwärtigen Reise um die Welt, zunächst nach den Sandwichsinseln und Australien, antrete, will ich Euch zur Veröffentlichung im Vorwärts" einiges von meinen seit beinahe acht Monaten auf amerikanischem Boden gemachten Beobachtungen mittheilen. Um aber ein richtiges Bild von den gegenwärtigen Zuständen in den Vereinigten Staaten geben zu können, muß ich vergleichsweise einen kurzen Rückblick auf die Erfahrungen meiner zwei früheren Reisen in Nordamerika werfen. nach Kansas gekommen und hatten jede Wahlstätte mit Ausnahme einer einzigen besetzt( Manhattan). Sie wählten die Behörden Es sind einige Jahre her, daß ein Redakteur dem Unterzeichneten und die Legislative und diese votirte sofort die Sklaverei. gegenüber äußerte, man könne den„ Volksstaat" eigentlich nicht ohne Den Gegnern wurde das Bürgerrecht versagt, die Presse ge- Glaçehandschuhe lesen wegen der rohen Sprache, die er führe. Wir nebelt und jede Verlegung der ,, berechtigten Eigenthümlichkeit" bringen im Nachfolgenden einen Auszug von Wörtern aus einem zweides Sklavenhandels, jede Beihilfe bei einer Sklavenbefreiung undeinhalb Seiten langen Artikel der Gegenwart"( Nr. 14, Jahr mit Todesstrafe bedroht. Die Nordstaatler verweigerten den gang 1874), der unseren bekannten Johannes Scherr zum Verfasser Vor 25 Jahren, bei meinem ersten Besuche, sah es im VerGehorsam, 500 Mann start sammelten sie sich bewaffnet in hat Scherr gehört zur Zeit zu den fleißigsten Mitarbeitern an dem Lawrence, bildeten rasch ein geordnetes Militärcorps, übten sich gleich zum alten Europa, wo furz zuvor mit Hülfe der Bajonette „ Dummheit, Niedertracht, Narren, Maulesel, Corruptionshandkasse, Gewaltstreiche auf Gewaltstreiche zur Niederhaltung der freien täglich zum geschlossenen Kampfe in Schlachtordnung und flößten schmuzig, politische Zigeaner, unverschämte Phrase, kurzdärmiges Geden Missouriern solche Furcht ein, daß sie sich aus der Stadt dächtniß, Unverschämtheit, Franzosenhaut, Orakeler, Zukunftsgras, selbstständigen Entwickelung der Völker gefolgt waren, materiell in die vereinzelten also schußentblößten Ansiedlungen zurückzogen, Nasenspizen, Starrheit, Schwindel, Fastnachtsnarr, verdezemberte, be sehr günstig aus. Einheimische, wie frisch Eingewanderte tamen obgleich sie dreimal stärker waren als die Nordstaatler. Der tedeumte, zweischlächtiger Baig, Bande, vergedter, Parteibornirtheit, Un- rasch und leicht zu Verdienst und fand bei niedrigen Zöllen ein Gouverneur eilte vergeblich Frieden stiftend herbei, doch um staatsmann, Hampelmann, spanische Wand, verbrauchter Greis, Erperi- reger Verkehr zwischen europäischen, namentlich englischen, fransonst erhoben die Bürger Beschwerde über die Gewaltakte, welche mentelotterie, mittelaltersüchtigen, Petrefakt, tapetingische Tertiärperiode, zösischen und schweizerischen Fabrikaten*) und den einheimischen die Südstaatler sich erlaubt hatten der Gouverneur, ein gefü- schwenker, abgebettelten, souveräner Unverstand, souveräne Unwissenheit, damals in der Bundesregierung, sowie in den meisten einzelnen Importirer, Asinokratie, Geldjudendynastie, hinausgeschmissen, Trikolore- Bodenerzeugnissen statt. Diese Finanzpolitik war das Werk der giges Werkzeug der Sklavenbarone veranlaßte teine Unterju- reine Lächerlichkeit, bonapartistische Bande, inthronisirte, explosivischen, Staaten am Ruder befindlichen Partei der Demokraten oder giges Werkzeug der Sklavenbarone veranlaßte feine Untersuchung. Die Sache blieb in der Schwebe, vierzehn Tage lang Gloireſtrick am Nasenringe, Sonntagspugphrase, Phrasenmühle, bei Sklavenhalter, unterstützt von den Großhändlern der östlichen beobachten einander die feindlichen Parteien, die Einen plün- spielloſe Frechheit, notorische Unfähigkeit, Putscherich, Emeutenseil, Staaten und von dem katholischen, hauptsächlich äußerst zahlreichen dernd, die Andern gezwungen unthätig. Keiner fing an. Da Taschendieb, Geistesarmuth, Impotenz, gemeine Instinkte, Landsknecht erschien mit einer Waffenladung und in strammer Begleitung, schaft, Pfafferei, Volksdummheit, schlechte Musikanten, in Unterthänig- irländischen Pfaffenthum. Außer Bereicherung ihrer Parteiagenten die in Waffen starrte, John Brown. Mit Jubel wurde er be- teit ersterbende Purzelbäume verüben, Hofräthlichkeit." Amen. mit gewinnbringenden Beamtenstellen thaten diese Ausbeuter par grüßt und sofort machte er sich daran, die junge Mannschaft Ich hatte gerade vorstehenden Auszug beendet, als meine Frau excellence wenig oder gar nichts für Aufklärung und Pflege der zum sofortigen Stampfe gegen die Missouri- Abtheilung vor Law- mich ich weiß nicht mehr aus welchem Grunde zu zanken begann. Schulen, und nährten sie insbesondere den Haß gegen das von rence aufzureizen. Aber sein Bemühen, eine Entscheidung her- aut fing ich an die Scherr'schen Extrakte herunterzuleiern. Das half; der Reaktion aus dem alten Vaterland vertriebene starke Konrence aufzureizen. Aber sein Bemühen, eine Entscheidung her- vor solchen Worten verstummen selber Seraphzungen. Seit dieser Zeit tingent freifinniger, gebildeter, Turn-, Gesang- und Schulvereine beizuführen, scheiterte am Widerstande des Corpsgenerals Lane, trage ich das Manuskript als Amulet bei mir. eines sehr vorsichtigen Friedensmilitärs, und des sog. Wohlgründender Deutschen. Das ,, damned dutchman"( verfluchter fahrtsausschusses. Empört verließ er mit seiner Abtheilung diely lam Deutscher) konnte man damals bei jedem Schritt und Tritt hören. verderbengeweihte letzte Festung der Freiheit", als man mit Shanon, dem Schandgouverneur, einen schimpflichen Vertrag abteit schloß, worin man ihn als widerrechtlich gewählt anerkannte und damit den ganzen Rechtsboden völlig verschob. Als Brown aufbrach, um den Guerillakrieg zu eröffnen, sollte ihn ein Kriegsgericht verurtheilen, er aber ließ dem" General" Lane sagen: Wenn er will, daß ich fechte, braucht er's nur zu sagen; aber das ist auch die einzige Ordre von ihm, die ich befolgen werde." Der abgeschlossene Vertrag ermuthigte die Missourier nur zu neuen noch empörenderen Frevelthaten. chen 100 alle vede ber diefe fol de are ( Schluß folgt.) Ein Frühlingslied. Kurt Moot. ( Im Stil des Johannes Scherr.) Dieweil der Lenz nicht kommt, der Kerl, Inmaßen wir ihn längst ersehnt, Drumb wird in keiner Liederper!' Aus unserm Schnabel er erwähnt. Und derowegen zanfen wir Anizt in eigenster Manier, Und heben solcher Maßen an: Du Kataklysma, Kaliban, Maulesel, Schwindler, Narr, Cyklop! Und schweigen baß, eh' wir zu grob. Kurt Moot. Den Demokraten opponirte, doch ohne auch nur vorübergehend zur Herrschaft gelangt zu sein, die Partei der" Whigs", welche Erhöhung der Zölle für Schaffung einer einheimischen Industrie, Verbesserung und Ausbreitung der Schulen und Beschränkung der Sklaverei verlangten und dem eingewanderten Element freundlich und die Vorläufer der völlige Abschaffung der Sklaverei fordernden Abolitionisten waren. Bei meinem zweiten Besuche vor 5 Jahren mußte ich im höchsten Grade über den Fortschritt erstaunt sein, welchen die Vereinigten Staaten in dem verhältnißmäßig furzen Zeitraum von 20 Jahren gemacht hatten. Die Demokraten, machtlos und von den Bundesämtern verdrängt, konnten nur mit theilweiser *) Deutschland wie Italien war damals im Fabrikwesen für den Export noch sehr zurück. A. G. Llufgebung ihrer alten Grundsätze als Partei fortvegctiren und hatte sich 1860, am Vorabende der ersten Erwählung Lincolns, aus den Whigs, Abolitionisten, den Deutschen und dem Patriot tisch gesinnten Theile der nördlichen Demokraten eine große mächtige Partei unter dem Namen„die republikanische" gebildet, welche mit der Aufopferung von einer halben Million Menschen und der Kontrahirung einer Staatsschuld von 13 Milliarden Franken die Union vom Zerfalle gerettet, die Sklaverei abge- schafft, unter Lincoln eine ehrliche Verwaltung eingeführt, mit Staatsmitteln die Gemeinde zur Errichtung von unentgeltlichen konfessionslosen Schulen unterstützt und mit Erhöhung der Zölle eine für Europa gefährliche Industrie in allen Zweigen geschaffen hat. Besonders während des deutsch-französischen Krieges, der einen großen Theil der europäischen Ausfuhr verhinderte, sind die Fabriken zu Tausenden, wie aus dem Boden gezaubert, entstanden und mit Hilfe geschickter europäischer Arbeiter in Betrieb gesetzt wor- den. Die Arbeiter hatten da allerdings gute Zeiten, die während meiner damaligen Anwesenheit noch existirten, und war keiner ohne Platz, außer wenn er mit seinen Kameraden für Erhöhung der Löhne oder für Verkürzung der täglichen Arbeitszeit Strike machte. Freilich erkannte ich als Freihändler damals schon das Gefährliche der Schaffung einer künstlichen, auf die Dauer selbst mittelst Zöllen nicht haltbaren Industrie, und war es in jener Zeit ein großes Verdienst von deutsch-amerikanischen Parteige- nossen, wie Sorge, Karl, Bremmer u. A., inmitten der Strömung allgemeiner Zufriedenheit von Ncwyork aus Arbeiter- vereine mit den Grundsätzen der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei des alten Vaterlandes zu gründen und auf die Gefahren hinzuweisen, welche für die Arbeiter entstehen, wenn die Fabri- kanten bei Aufrechterhaltung des ehernen Lohngesetzcs sich mit Hilfe und auf Kosten der Arbeiter in guten Zeiten bereichern, in schlechten Zeiten aber die hilflosen Arbeiter entlassen. Um wieder auf das politische Gebiet zu kommen, war auch schon vor fünf Jahren wahrzunehmen, daß es mit der Administration unter Grant nicht mehr so ehrlich wie unter Lincoln zuging, und daß in der republikanischen Partei, gerade wie früher in der demokratischen, die„IVire-pnIIers"(Drahtzieher), die beutesüchtigen Beamten und Eisenbahn- und Bcrgwerksunter- nehmer den Präsidenten zu ihrem Werkzeuge zu machen und für ihr persönliches Interesse die Geschicke der Nation zn leiten suchten. Gegen diese Mißbrauche suchte sich, hauptsächlich unter der Führung von Karl Schurz von den Deutschen ausgehend, kurz vor der zweiten Wahl Grant- eine neue Partei, die Re- formpartei— mit Horace Greclcy als Präsidentschafts- kandidaten— zu bilden, drang aber nicht durch, weil die Masse bei den guten Zeiten noch zu sehr mit dem Jagen nach dem „allmächtigen Dollar" beschäftigt war und für Reformen in der Administration gleichgiltig blieb. Auch hatte Schurz nie die Unterstützung der Radikalen und der Arbeiter für sich, weil er keine Abänderung der Constitution zur Herstellung einer bessern Republik vorgeschlagen. So stand es hier vor fünf Jahren, und reiste ich damals mit der Uebcrzeugung nach Europa zurück, daß eine Republik trotz noch vorhandener Gebrechen und Schattenseiten mit der absoluten Freiheit der Presse und der Versammlungen, mit dem Recht und der Befugniß der gesetzgebenden Körper, auch wirklich Gesetze zu machen und zu deren Durchführung den Präsidenten und seine Minister zu zwingen, und ohne eine ncnnenswerthe Armee*) immer noch besser und ausbildungsfähigcr ist, als eine Monarchie mit einer übermäßig großen, die Hilfsquellen des Volkes erschöpfenden Heeresmacht und einem Parlamente, das aus eigener Initiative keine Gesetze machen und höchstens Re- gierungsvorlagen annehmen oder ablehnen kann. Als ich nun zum dritten Male im September vorigen Jahres den amerikanischen Boden betreten hatte, fand ich seit den ver- floffenen fünf Jahren Manches verschlechterk statt verbessert, eine Art Rückgang der Vereinigten Staaten in materieller, politischer und, ich möchte fast sagen, auch in moralischer Beziehung. Amand Gögg. (Schluß folgt.) Correspondeuzen. �erkin, 21. Mai. Die Wahlbewegung ist in den beiden letzten Wochen rüstig vorwärts geschritten. Herr Hasenclever hielt in denselben drei Vorträge, die von den nach Tausenden zählenden Versammlungen mit großem Beifall aufgenommen wurden. Am vorigen Donnerstag sprach auch Herr Liebknecht vor einer Versammlung von mehr als dreitausend Menschen über die gegenwärtige Lage Europas. Die Versammlung ver- sprach zum Schluß einsttmmig für die Wiederwahl Hasenclever's eintreten zu wollen. Zu derselben war übrigens Eugen Richter brieflich eingeladen, um seine hinter verschlossenen Thüren gegen die Sozialdemokratie und Herrn Hasenclever ausgesprochenen Verleumdungen zu beweisen oder wenigstens öffentlich zu ver- treten. Er erschien natürlich nicht. Jetzt hat Herr Hasenclever ihn nochmals selber brieflich aufgefordert, in einer diese Woche (am 24. d.) stattfindenden Versammlung seine Behauptungen zu vertreten, und man ist ungemein gespannt, ob er erscheinen wird. — Der Wahltag ist immer noch nicht angesetzt, er wird wahr- scheinlich erst in die Mitte des Juni fallen. Uns ist es gleich- giltig, wir werden nichts versäumen; wir haben nur Mitleid mit der armen Fortschrittspartei, deren Candidat, Herr Ludwig Loewe, noch nicht einmal Zeit zu einer Candidatenrede gc- funden hat und deren Zersetzungsprozeß überhaupt schneller vor sich zu gehen scheint, als selbst wir angenommen haben.— Für den fünften Wahlkreis denkt selbige Partei den Landtagsab- geordneten Zimmermann aufzustellen, doch wollen wir ihr auch hier das Leben recht sauer machen. Der obenerwähnte, von Hasenclever an Eugen Richter geschriebene Brief lautet: Berlin, den 19. Mai 1877. Herrn Reichstagsabgeordneten Eugen Richter, Wohlgeboren hier. Wie die Zeitungen berichten, haben Sie im Borsig'schen Saale in einer Versammlung der Fortschrittspartei, die Mittwoch den 9. d. M. stattfand, allerlei unbegründete Angriffe gegen die So- zialdemokratie und gegen meine Person gerichtet. Da zu jener Versammlung den Sozialdemokraten der Zutritt verboten war, so konnten Ihre Angriffe dort eine Widerlegung nicht finden. Ich fordere Sie deshalb auf, in einer auf Donnerstag, den 24. Mai c., im großen Saale der„Norddeutschen Brauerei", Chauffeestraßc 54, stattfindenden Allgemeinen Wählcrversamm- lung, zu welcher Jedermann freien Zutritt hat. zu erscheinen, um dort Ihre Angriffe zu rechtfertigen. Es wird Ihnen gleiche Redezeit und Redefreiheit wie mir zu Theil werden. Erscheinen Sie nicht, so muß jeder anständige Mensch annehmen, daß Ihre Angriffe auf Entstellung und Unwahrheit beruhen. Es zeichnet mit Achtung W. Hasenclcvcr. *) Für das ungeheure Territorium, beinahe s» groß wie ganz Europa, mit 40 Millionen Einwohnern nur 22, 000 Mann angewor- bencr, gut bezahlter Freiwilligen! jSerkin. Am letzten Dienstag fand in der Sophienstraße eine zahlreiche Volksversammlung statt, in welcher die Partei- genossen Finn, Fritzsche, Grottkau, O. Kapell, Hascnclever und Most als Delegirte zum Sozialistencongrcß gewählt wurden. Am Freitag den 18. Mai hatte in demselben Lokale eine Dis- kussion über etwaige Anträge, welche zum Congreß gestellt werden sollten, stattgefunden. Es wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß bei den Rcichstagswahlen ein Parteigenosse nur in einem „offiziellen" Wahlkreis ausgestellt werden solle, damit Doppel- wählen vermieden werden.— Ferner soll der Congreß auf eine größere Verbreitung der„Berliner Freien Presse" in den Pro- vinzen hinwirken.— Drittens sollen die längeren, Wissenschaft- lichcn Artikel, wie diejenigen Engels contra Dühring nicht mehr im„Vorwärts" Aufnahme finden; eine wissenschaftliche Beilage des„Vorwärts" möge geschaffen werden, in welcher derartige Abhandlungen abgedruckt werden. Zuletzt wurde noch der An- trag, das Centralorgan„Vorwärts" nach Berlin zu verlegen, abgelehnt. Aschersteöen. Parteigenosse Zwiebler aus Buckau referirte hier am 13. d. M. in einer Volksversammlung über folgende Tagesordnung: 1) Die gedrückte Lage der Arbeiter Deutsch- lands; 2) die Sozialdemokratie. Gleich zu Beginn des von der Majorität der Versammelten mit Beifall aufgenommenen Vor- trags machten sich einige, wie es schien angetrunkene, Gegner durch Dazwischenrufen bemerkbar, und ein Kaufmann hatte sogar die Stirn, diese Flegeleien als parlamentarischen Brauch zu vertheidigen. Aber wie an manchen anderen Orten, so hat auch hier das skandalöse Verhalten unserer Gegner der Sozialdemokratie nur Vorschub geleistet, und es kann dreist behauptet werden, daß die Sozialdemokratie in Oschersleben auf immer festen Fuß gefaßt hat. Am Schluß der Versammlung wurde Zwiebler zum Delegirten für den Congreß in Gotha gewählt. Götsch. jSraunfchujeig, 23. Mai. Ein nachahmenswerthes Beispiel wird uns aus einer Cigarrenfabrik mitgetheilt. Dort werden jetzt bereits von allen Arbeitern wöchentlich 3 Pf. zum Reichs- tagswahlfonds gesammelt. Das Geld verwalten die Arbeiter unter sich; sie bewilligen den Einzelnen auch Darlehen bis zum Lohntage, wofür ein Strafzins zu zahlen ist. Sie rechnen nun darauf, daß sie, wenn es sich um einen Wahlakt handelt, obwohl sie nur eine kleine Anzahl bilden, mit einigen hundert Mark aufwarten und die fauleren und säumigeren Arbeiter-Collegen beschämen können.(„Braunschwciger Volksfreund".) Kartsruhe, 24. Mai. Montag, den 14. Mai, wurde in unserem Parteilokale eine allgemeine Arbciterversammlung abge- halten, welche leider— da nicht genügend für Publizirung Sorge getragen werden konnte— nicht'allzu zahlreich besucht war. Als Vorfitzender wurde Unterzeichneter gewählt, als Schriftführer Herr Erb er. Herr Lehmann aus Pforzheim referirte unter allgemeinem Beifall über„die Thätigkeit der So- zialisten im Reichstage". Ter zweite Punkt der Tagesordnung, die Wahl eines Delegirten für den Sozialistencongreß in Gotha betreffend, wurde durch die einstimmige Wahl des Herrn Lehmann erledigt. Derselbe hatte auch in Pforzheim seitens der dortigen Genossen das Mandat übertragen erhalten.— Die Bewegung ist hier im Fluß, und will ich nur bemerken, daß sich hier eine Metallarbeiter-Gewerkschaft gebildet hat, welche bereits einige dreißig Mitglieder zählt. Emmerich. Hricr, 16. Mm. Endlich fängt es auch hier an, sich zu regen— hier in dieser Burg des Ultramontanismus. So sehn- lich wir auch gewünscht, daß einer unserer Redner einmal hier- her käme, so war dies doch noch nie geschehen, bis Genosse H. K a u li tz aus St. Johann energisch die Agitation hierin die Hand nahm. Gestern Abend jprach derselbe im Saale des Herrn Hirsch, wo sich Arbeiter und Kleingewerbtreibeude äußerst zahlreich ver- sammelt Hutten, über„unsere Ziele" und erörterte dabei in klarer, gründlicher Weise unser Programm, um dann nach einer längeren Pause sich noch in zweistündigem Vortrage über„Autoritäts- glauben und die Freiheit des Individuums" zu verbreiten. Stürmischer, anhaltender Beifall ward dem Redner zu Theil, der sich auf allgemeinen Wunsch auch zur Uebernahme des Mandats der Stavt Trier für den Gothaer Congreß bereit«r- klärte; dasselbe wurde ihm einstimmig übertragen. Der Stein ist ins Rollen gerathen, der Kampf aufgenommen,— möge es uns gelingen, den Schwarzen den Platz zu entreißen. Ein schwerer, heißer Kampf wird es werden, aber Sozialisten ver- zweifeln nicht. Also vorwärts für Freiheit, Gleichheit, Ge- rechtigkeit. F. Zur Beachtung. Nach allen Orten, aus welchen seit August 1870 irgend welche Geldsendungen an den Parteikassirer A. Geib in Hamburg gekommen, sind, so weit Adreffen vorhanden waren, im Laufe vergangener Woche Abrechnungen(vom 12. August 187L bis 8. Mai 1877) veriandt worden. Reklamationen sind an Geib, Rödingsmarkt 12, zu senden. Wir bringen hiermit zur Kenntniß unserer Parteigenossen, daß wir vom 1. Juli d. I. ab am hiesigen Plape ein eigenes, vorläufig einmal wöchentlich erscheinendes Blatt unter d-m Titel: „Freie Bolksstimmc� Organ für die Bevölkerung des Saar-Gebiets herausgeben werden. Der Preis ist auf 1 Mk. per Quartal(frei in's Haus) fcstg- setzt. St. Jchann-Saarbrücken, im Mai 1377. Die Redaktion und Expedition: R. Hackenberger. H. Kaulitz. Briefkasten der Redaktion. Hrn. G— tsch in Berlin: Man sagt mir, daß Sie gegen den„Vorwärts" hetzen und uns bakunistische Kukukseier in's Nest zu legen bemüht sind. Wenn Sie dabei beharren, werde ich einen gewissen Brief veröffentlichen, in dem Sie sich mit berechtigter Zer- knirschlheit als„des Vertrauens nicht mehr Werth" bezeichnen. W. L. — I. in F.: Auch Sie sind„entrüstet" über die„Mauschclnotiz". Offen gestanden— die Sache ist das Papier nicht Werth, das um sie verschrieben worden ist. Es will uns übrigens bcdünken, daß auch Sie noch im„Nationalismus" drinstecken. Wenn man der deutschen „Nation" ihre Fehler vorhält, fühlen mir uns nicht„beleidigt" oder „verletzt". Den Grund, warum Juden, die in das borussisch-chau- vinistische Horn blasen, uns besonders widerlich sind, haben wir bereits angedeutet.— Voriges Jahr war uns schon einmal Aehnliches pajfirt. Es handelt- sich um eine redaktionelle Bemerkung zu einer Phrase Bam- berger's. Derselbe hatte in einer Rede zu Dresden seine nationale Gesinnung betont, und hinter das Wort„national" hatten wir in Klammern gesetzt: Jüdisch. national oder Deutsch- national, Hr. Bamberger? Dies führte zu nachfolgendem Briefwechsel: „An die Redakiion ic. „Als herzlicher und aufrichtiger Genosse Ihrer politischen Ideen richte ich gelegentlich Ihres neulichen Berichtes über Bamberger's Rede in Dresden diese wohlgemeinten Zeilen an Sie und bitte Sie, denselben einige Beachtung zu schenken. „Unsere Partei ist seit der Verhandlung über den K 130 der Straf- geseynovelle in eine neue Entwickelungsphase getreten, indem jetzt end lich die blöde Masse, welche sich„gebildet" nennt, aufgehört hat, die Sozialdemokratie als etwas indiscutables zu betrachten, aufgehört hat,- einen Gebildeten, der sich Sozialdemokrat nennt, vornehm als einen Schwärmer zu belächeln und endlich sich herbeiläßt, nach dem Wesen und den Absichten jener Partei zu fragen. „Von mehreren Seiten ist mir gelegentlich solcher Unterhaltungen die Bitte geworden, unsere Parteiorgane bald hier-, bald dorthin zu leihen, einer Ausforderung, der ich stets gern nachgekommcn bin, doch lenkt dieser Umstand, daß unser Publikum anfängt, ein größeres zu werden, meine Aufmerksamkeit auf einen Uebelstand, vor dessen Beide- Haltung ich nicht dringend genug warnen kann: Sie zeigen z. B. in dem oben erwähnten Artikel eine unentschuldbare Feindschaft gegen das Judenthum, die der Partei von Marx und Lassalle fern liegen sollte,. und vor allem nicht in die Presse einer Partei gehört, die nur in Ver- bindung mit den edelsten, reinsten und vorurtheilsfteiesten Anschauungen gedacht werden kann. „Warum Bamberger vorwerfen, daß er ein Jude ist, warum ihn- fragen:„jüdisch-national, Herr B., oder deutsch-national?" „Unsere Partei muß selbst den Schein so niedrigen Denkens vermei- den; denn je feiner, je(verzeihen Sie den Ausdruck) anständiger unserv Presse sich zeigen wird, desto mehr haben wir auf moralische Erobe- rungen in jener Sphäre zu rechnen, welche doch nun einmal ein großer Theil des Volkes gewohnt ist, als tonangebend zu betrachten, weil sie das Kapital und die Bildung für sich hat. „Ich bitte Sie, keine meiner Bemerkungen irgendwie mißdeuten zu wollen, da sie dem reinen Interesse für die gute Sache entspringen, auch wollen Sie nicht glauben, daß ich— als Jude— pro domo sprechen will, aber ich kenne die Stimmung in den Kreisen der gebil- beten Juden und mache Sie darauf aufmerksam, um der Partei zu nützen. „Die Juden, das heimathlose Volk, dessen Sagen fern im Osten wurzeln, sie waren stets international und revolutionär, wo nur immer Zündstoff für solche Gefühle zu finden war, und wir würden uns eher nützen mit einer Besprechung„über ihren intimen Zusammenhang mit unserer Partei", als mit jener bisher leider beliebten Art und Weise der Verunglimpfung. Es ist ein Fehler, wenn wir„Juden" und„Ka- pital" idcntifiziren wollen, vor dem nachdrücklich zu warnen ist; zumal wenn wir in unserer Entwickelung zur„Bekenntnißlosigkeit" der Massen gelangen wollen, mit welcher Anschauung zu kokettiren, rathsamer wäre! Ich k. mit sozialdemokratischem Gruß Der Ihrige X." Darauf wurde erwidert: „Hochgeehrter Herr! „Jetzt erst komme ich dazu, Ihren Brief vom vorigen Monat(Datum fehlt) zu beantworten. „Sie haben die betreff. Notiz ganz und gar mißverstanden. „Die Frage:„jüdisch-national oder deutsch-national, Herr Bam- berger?" soll und kann nur den Einen Sinn haben, das Absurde des Bamberger'schen Reichs-„Nationalismus" voll hervortreten zu lassen. Wenn ein Germane in Deutsch-„Nationalismus" macht, so ist das ein- fach stupid, wenn aber ein Jude in Deulsch-„Nationalismus" macht, so ist das doppelt und zehnfach stupid oder— schuftig. „Niemand weiß besser als ich die Verdienste der Juten um die Cultur und speziell um unsere Bewegung zu schätzen; allein wenn es ein Volk giebt, das durch seine Vergangenheit und seine ge- sammlen Existenzverhältnisse auf den Kosmopolitismus angewiesen ist, so sind das die Juden. Und ich betrachte daher auch jeden Juden, der in das borussische Nationalls- mus-Horn bläst, als einen Verräther. Leipzig, 13. April 187K. W. Liebknecht." Freund X. war durch diese Autwort so befriedigt, daß er uns den Wunsch aussprach, sie zu veröffentlichen, was hiermit nachträglich ge- schehen ist— trotz der nicht ganz„parlamentarischen" Fassung, die aber bei einem Privatbrief gewiß zu entschuldigen. Eberhardt in Hamburg: Wir können Ihre Replik auf die in Nr. 57 des„Vorwärts" enthaltene Erwiderung des Hrn. Meyer nicht auf- nehmen; Sie hatten einmal das Wort, gleich Hrn. Meyer— der Streit muß nun innerhalb der Gewerkschast ausgefochtcn werden. Haben Sie sich zu beschweren, so bietet die Organisation Ihnen die geeigneten Mittel und Wege. Der„Vorwärts" kann sich unter keinen Umständen zu einer Polemik mit Behörden des Bundes der Tischler oder einer sonstigen Gewerkschaft gebrauchen lassen. Quittung. Dr. GIschwsk Wien Schr. 7,80. Hssnr Mainz Ab. 14,00. Rdl Halle Ann. 0,20. Oswld Göppingen Schr. 5,00. Trgr Dresden Schr. 25,39. Optz Graz Schr. 6.31. Brkhrdt hier Ab. 3,00. Bhm Andreasberg Ann. 1,80. Krth Limbach Schr. 5,00. Prtg Eise- nach Ann. 0,50. Exped. des„Hamb.-Altonaer Bolksblatts" Ab. 300,00. Trst Kleinzschocher Ab. 1,50. Mllr Leisnig Ab. 8,25. Lnk Pieschen Ab. 4,00, Schr. 3,85. Drp Verden Ab. 15,60. Hllng Flensburg Schr. 11,20. G. Flr Schw.-Gmünd Ab. 10,00. Brln Potsdam Ab. 7,50, Schr. 2,50. Valentin Engelhardt, zur Zeit in Itzehoe(Holstein), wird um seine genaue Adresse gebeten. Wilhelm Laurick, Hagen, Iserlohner Str. 4. Um Auskunft über die Adresse E. Fenske's, Schneider, bitten Parteigenossen Eisenachs. Anzeigen 2c* Allgemeiner denttcher Töpferverein. Dienstag, den 29. Mai, Abends 8'/, Uhr, bei Hrn. Hnbner, gr. Rosenstraßc 37: Große offemUche Versammlung sämmtlicher Töpfer von Hamburg und Altona. Tagesordnung: Der Normalarbeitstag und sein Werth für die Ar- beiter. G. KlawS.[80 Allgemeiner Deutscher Schneidcrverein. Zu unserem, am Sonntag, den 3. Juni, Abends 7 Uhr im„Eldorado" stattfindenden[210 Kränzchen ladet zu zahlreicher B-theiligung ergebenst ein �. TaS Comitö. Bund der Tischler u. verwandte Bernfögeuoffen. Die am 12. Mai gewählte Ortsverwaltung besteht aus den Genossen Rudolf Willecke als erster und Hermann Schiffet als zweiter Bevollmächtigter, Kassirer ist Franz Wuttke. Briefe und Anfragen betreffs Bundesagitation u. s. w. sind an R. Willecke, Marschnerstraße Nr. 78d. 4. Etage, zu richten. Das Reisegeld für Bundesmitglieder zahlt Schiffet, Alter Amts- Eine iutelligente Person in Dresden wohnhast, welche auf kirchlich durchaus negativem Stand- punkte steht, wird gegen!gute Entschädigung zu kleinen Dienstleistungen gesucht. � Offerten unter A. U. an die Exped. d. Bl.[1,80 Durch die Buchhandlung des„Vorwärts" ist zu beziehen: „Das preußische Regiment" vor Gericht. Rede, gehalten von Ludwig?la,t zu seiner Bcrtheidigung voir dem Stadtgericht zu Frankfurt a. M. Preis: 39 Pf. Inhalt: Vorwort.— Auszüge aus dem Münchener Kunstbericht.. — Anklageschrift.— Gerichtsverhandlung.— Rede Ludwig Pfau's.— Urlheil. �___ Verantwortlicher Redakteur: 9t Seisfert in Leipzig. Redaltion und Expedition Färberstraße 12/11 in Leipzig. D ruck und Verlag der Gcnossenschoslsbuchdruckerei in Leipzig.