erscheint in 5ei»liz Mittwoch, Freitag, Sonntag. AbonncmcntSpreis iar ganz Teutichland t M. SO Ps. tro Quartal. Monats-«bo»i«cmc»ts werden bei allen deutschen Poftanltalten aui den s. und 3. Monat, und aus den Z. Monai besouderi angenommen: im KSnigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- «ltenbura auch aus den Iren M-nat des Quartals i» äs Psg. Inserate betr. Veriaiumlunge» pr. Petitzeilc 10 Ps., beir. Privatangelegenheiten und Feste xro Petitzeile 30 Ps. Seficliungcn nehmen an alle Posianstalten und Buch. Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. New-Horl: Soz.-demokr. iNcnossen- schastsbuchdrnckerci, tS4 llllcilnilM Mir. Philadelphia: P. Hab,«30 dloetir »<-d steuet. I. Boll, 1123 Charlotte Str. Hodoien K.J.; F. A. Sorge, 213 Waub- in�l! Str. (Shicago: A. Lanfermaim, 74 s�)dvurvs»v«. San FranziSco: F. Entz, 41-8 0'�arreU Ltr. London W.: C. Henze, 3 l*�w 3tr. Goldeu Square. Kentral Grgan der Sozialdemokratie Deqtscßtands. Rr. 86. Mittwoch, 25. Juli. 1877. Die Stellung und das Programm der radikalen sozialrepublikanischen Partei in Frankreich.*) In einer Privatversammlung(r�union privöe), die vor Kurzem in Paris statthatte, hielt der Journalist Hippolyt Buffenoir einen Vortrag„über die Stellung(eig. Rolle, rüle) und das Programm der radikalen sozialrcpublikanischen Partei(än parti räpublicain radical socialiste) in der gegenwärtigen Krise." Wir geben die wichtigsten Stellen dieses Vortrags wieder und lenken chie Aufmerksamkeit unserer Leser auf das in dem- selben entwickelte Programm, auf welches die Candidaten bei den bevorstehenden Wahlen verpflichtet werden sollen. Bürger Buffenoir drückte sich ungefähr wie folgt aus: Wenn ein Fahrzeug auf klippenbesätem Meer ist, muß jeder Matrose am Posten sein und mit gewissenhaftester Aufmerksamkeit seine Aufgabe erfüllen. Wehe der Mannschaft, wenn Verwirrung herrscht, die Anstrengungen einander durchkreuzen, die Lenkung unsicher ist. Jeder hat seine Pflicht streng vorgezeichnet, das gemeinsame Ziel ist: dem Untergang, dem Tod zu cntgehn. Alle wollen das Schiff und sich selbst retten, aber die Einen werden im Tauwerk, die Andern auf dem Verdeck arbeiten, diese am Vordertheil, jene am Backbord. Von dem pünktlichen Jnein- andergreifen aller Kräfte hängt die Rettung ab. Die französische Republik gleicht in diesem Moment einem von Klippen umringten Fahrzeug. Wohin wir die Augen auch richten, erblicken wir tückische Riffe. Die Gefahr ist groß, aber wir müssen hindurchsteuern, um an das ersehnte Gestade der Freiheit zu gelangen.(Beifall.) Doch reden wir ohne Bild: Angesichts der monarchistisch- bonapartistisch-klerikalen Coalition des 16 Mai muß die gesammte rpublikanische Partei dem Feind einen unüberwindlichen Wider- stand entgegensetzen und ihre Anstrengungen vereinigen. Aber in diesem Widerstand dürfen die radikalen Republi- kaner ihr Wesen und ihre Unabhängigkeit nicht auf- geben. Es darf nicht sein, daß sie ihre Fahne, ihr Programm bei Seite legen; der überzeugungstreue Mann darf die Wahrheit nie mit einer täuschenden Maske bedecken, und mit dem Jrrthum, der Unvernunft Compromisse eingehen.(Sehr gut! Sehr gut!) Seien wir nicht die Opfer einer falschen Großmuth. Der Streich des 16. Mai war die würdige Krönung der Bourgeoispolitik, welche die sogenannte republikanische Majorität der Versailler Kammer seit dem 20. Februar d. h. seit dem Zusammentritt dieser Kammer. Anm. d. Red. d. V.) befolgt hat. Diese Majorität glaubte, daß es weise sei, durch weichliche Mäßigung und Nachgiebigkeit die Befestigung, die Begründung der Republik herbeiführen zu wollen. Sie be- gann damit, jene große von der Gerechtigkeit gebotene Maßregel der Menschlichkeit zu verwerfen, ich meine die Amnestie, die volle und ganze Amnestie, ohne irgend welche Einschränkung Dann vertagte sie alle versprochenen Freiheiten: die Preß- freiheit, das freie Vereins- und Versammlungsrecht; sie ließ die radikalen, die einzigen logisch-republikanischen Zeitungen ver- urtheilcn; sie, die sogenannte republikanische Majorität hatte die Stirn, ein jeder Vernunft spottendes Kulturbudget zu be- willigen; sie ging sogar soweit, was noch unerhörter, dem Herrn Mac Mahon, der es obendrein gar nicht verlangt hatte, eine Gehaltszulage von 300,000 Frcs. zu Votiren.(Bewegung unter den Zuhörern.) Kurz, die Majorität hat nichts, oder so gut wie nichts für die Freiheit gethan, nichts für die Befreiung des Gewiffens, nichts für die Lösung der großen sozialen Frage und das in Elend schmachtende Volk, nichts für die Erfüllung der erhabenen Aufgabe, die sich in den Worten zusammenfaßt: Re- Volution— Gerechtigkeit. Gegenüber solcher Schwachheit erhob die Reaktion das Haupt, schmiedete Ränke, machte Verschwörungen unter dem Deckmantel der Präsidentschaft; sie benutzte die Unentschlossenheit, die Achsel-! trägerei des Herrn von Marcöre, des Herrn Jules Simon; und als sie bereit war zum Handeln,. als der Bund des Elysöe (Präsidentenpallasts) mit dem Vatikan besiegelt war, trat sie mit dem 16. Mai hervor nnd vertagte die Kammer, um sie nachher aufzulösen.(Sehr gut! Sehr gut!) Bürger, wenn wir es statt mit den Nullen, aus denen das jetzige Ministerium besteht, mit ernsthasten Staatsmännern zu thun hätten, wäre das Aeußerste schon geschehn und die Republik verloren— verloren? Nein. Die Republik ist unsterblich, unzerstörbar.(Langanhaltcndcr Beifall.) Aber sie wäre auf's Schlimmste bedroht. Ehe ich weiter gebe, Bürger, kann ich nicht umhin, die jämmerliche Haltung des Herrn Jules Simon Mac Mahon gegenüber zu geißeln. In dem Antwortschreiben, das er ihm schickte, hätte er mit dem Stolz eines Demokraten, in dem Geist eines echten Freidenkers, für den er sich ja ausgiebt, zu ihm reden müssen.(Sehr gut! Sehr gut!) Aber nein; statt diese wännliche Sprache zu führen, die Herrn Jules Simon einen Theil seiner entschwundenen Popularität zurückgebracht hätte, stammelte er Entschuldigungen, schützte Unwohlsein vor— wie ein Schuljunge.(Beifall.) Mit einem Wort, er benahm sich wie ein feiger Bourgeois, und nicht wie ein steier Mann. Gehen wir weiter! Durch die Coalition des 16. Mai fühlte die so- genannte republikanische Majorität sich verletzt und sämmtltche „Linken protestirten. Die„äußerste Linke" vereinigte sich mit u„ 5fn Gruppen zur Vcrtheidigung der Republik. Gut ich will das nicht mißbilligen, aber— die kämpfende Demokratie (la democratie militante) hatte ein Recht das zu verlangen— � . ist uns aus Paris von französischer Seite in ttanzosischer Sprache zugegangen,unterausdrücklicherBilligungdes von dem„Vorwärts" in Bezug auf die KrisiS in Frankreich ein- genommenen Standpunktes. R. d B die äußerste Linke hätte ein von ihr allein ausgehendes Manifest an das Volk richten müssen. Das Manifest der 363 ist verschwommen, endlos lang, phrasenreich. Es ist leicht, den Verfaffer zu erraihen. Man hätte deutlich, fest, kurz, scharf reden, unerschütterliche Entschlüsse verkünden müssen. Es ist nicht geschehn. Der Wille der Klarheit hat gefehlt.(Sehr gut! Sehr gut!) Tie vorgeschrittene Demokratie kam im Moment der Gefahr zu den gemäßigten Republikanern. Und die Gemäßigten haben sich zu Nichts verpflichtet. Wo ist das Programm von Leuten wie Löon Rinault und Consorten(von der Sorte unserer Nationalliberalen des rechten Flügels. Red. d. V.)? Hüten wir uns, daß wir nicht die Geprellten(les ckupes) einer Allianz werden, welche die Liebe der Republik, der Haß der Reaktion uns auferlegen. Beobachten wir. die radikalen Republikaner, eine kluge Zurückhaltung und fordern wir für die gesetzliche Aktion Garantien!(Beifall.) Vergessen wir nicht, daß wir nach Bekämpfung und Nieder- werfung der Coalition des 16. Mai. die unzweifelhaft vor dem allgemeinen Stimmrecht in Staub sinken wird, jene gouverne- mentale, opportunistische(Regierungs- und Opportunitätspolitik treibende) Bourgeoisie zu bekämpfen haben werden, die uns so oft verderblich geworden ist— jene„Gemäßigten", welche die Gewalt für sich wollen und uns von unserem Ziel ab- drängen: der direkten Yegierung des Hokks durch das �olk. (Beifall.) Wir büßen schwer für die Fehler jener Halben, die stets zu Conzessionen bereit sind(oes eoneessiouaires saus Ln), die einen nationalen Klerus(Staatskirche) und stehende Heere wollen, die soziale Frage leugnen und die Allmacht des Staats predigen. Wir, Bürger, haben ein anderes Programm, dessen Durch- führung wir mit allen Mitteln erstreben. Erlauben Sie mir, daß ich es Ihnen in seinen Gruudzügen vorlege, so wie es, meiner Uebcrzeugung nach, bei den bevor- stehenden Wahlen in Paris, Lyon, Marseilles, in allen großen und kleinen republikanischen Städten zur Anwendung kommen muß, wenn die Revolution nicht Rückschritte machen soll. Folgendes sind die Punkte, auf die jeder wahrhaft republi- kanische Candidat vom Standpunkt der augenblicklichen Lage sowohl als vom Standpunkt des allgemeinen Rechts sich zu ver- pflichten hat: 1) Anwendung des Artikels 12 der Constitutionsakte vom 16. Juli 1875(dieser Artikel giebt der Deputirten- kämm er das Recht, den Präsidenten und dessen Minister in Anklagestand zu versetzen). 2) Unbedingte, vollständige und sofortige Amnestie für alle Verurtheilungen, welche im Zusammenhang mit den politischen Ereignissen sich seit dem 4. September(1870) auf französischem Gebiet vollzogen haben, ausgesprochen worden sind; Gewährung der nöthigen Existenzmittel an die Amnestirten. 3) Trennung von Staat und Kirche; Maßregeln zur Verminderung des Einflusses der Kirche: Abschaffung des Cultusbudgets, Austreibung der Jesuiten, gesetzliche Gleich- stellung der Geistlichen mit den übrigen Staatsbürgern. (Würde die Austreibung der Jesuiten nicht mit dieser „Gleichstellung" im Widerspruch sein? R. d. V.) 4) Religionslose Schulen(instniction laique); unentgeltlicher und obligatorischer Schulunterricht in Volksschulen und Fachschulen. 5) Beseitigung aller die individuelle Freiheit, die Preßfrei- heit, die Unterrichtsfreiheit, die Versammlungs- und Ver- einsfreiheit, die Freiheit der Arbeit beschränkenden Gesetze. (Ist die Unterrichtsfreiheit nicht ebenfalls mit der gefor- derten Austreibung der Jesuiten im Widerspruch? Der scheinbare Widerspruch mit den„religionslosen Schulen" läßt sich wohl durch die Annahme heben, daß es den Eltern erlaubt sein soll, sich nicht auf die Staatsschulen zu beschränken, sondern ihren Kindern nebenbei auch noch Privatunterricht, zu Haus oder in Privatschulen, crtheilen zu lassen. Oder meint Herr Buffenoir, daß nur der Unter- richt überhaupt obligatorisch sein, Jedem es aber freistehen soll, ob er seine Kinder in Privat- oder Staats- schulemschickt. Das bedürfte einer Aufklärung. Und ferner ist auch der Begriff„Freiheit der Arbeit" ein so vager und von der freihändlerischen Bourgeoisie so vielfach miß- braucht worden, daß eine nähere Definition sehr nöthig wäre. R. d. V.) : 6) Umgestaltung der Gesetze, welche die Familie betreffen; Reform der Eigenthumsgesetze, und zwar zu dem Zweck, das Privateigenthum auf seine einzig berechtigte Quelle, die Arbeit, zurückzuführen. 7) Unentgeltliche Rechtspflege; der Gerechtigkeit ent- sprechende Justiz; Rechtsprechung durch das Volk; Ab- urtheilung aller Vergehen und Entscheidung aller Rechts- fälle durch Volksgerichte, in denen jeder Staatsbürger zu sitzen berechtigt ist. 8) Abschaffung der stehenden Heere; allgemeine Volksbewaffnung; Organisation eines Volks- Heeres. 9) Organisation des Kredits und des Versicherungswesens; Staatskredit und Sicherung der Arbeitsinstrumente auf dem Gebiete der Landwirthschaft und der Industrie für Solche, welche dieselben(die Arbeitsinstrumente) direkt ge- brauchen, damit das Produkt der Arbeit Demjenigen zu- komme, der es hervorgebracht hat. 10) Abschaffung aller Monopole(in Handel, Industrie, Fl- nanzen u. s. w.). 11) Freie Selbstverwaltung für alle Gemeinden. 12) Erwählung aller Beamten durch das Volk; Abschaffung aller überflüssigen Aemter; Reorganisation des ganzen Beamtenthums. 13) Verantwortlichkeit aller Beamten, die jederzeit absetzbar sind; Herabsetzung aller zu hohen, Erhöhung aller zu nie- drigen Gehälter. 14) Abschaffung des Senats. 15) Abschaffung der Präsidentschaft. 16) Eine einzige, stets tagende Volksvertretung, welche die An- gelegenheiten des Landes zu verwalten, die Gesetze vor- zubereiten und dieselben, nachdem sie die Bestätigung des Volks erhalten, zur Ausführung zu bringen hat. Der Akt der Kriegserklärung ist als Gesetz zu be- trachten und bedarf daher der Zustimmung des Volks. 17) Rückkehr der Nationalversammlung nach Paris. (Die Verlesung dieses Programms wird von lebhaftem Bei- fall begleitet.) Bürger Buffenoir fortfahrend: Man hat gesagt, jeder Dcputtrte, der das Manifest der 363 unterzeichnet, habe damit das Patent(drevet) seiner Wiederwahl unterzeichnet. Ich weiß nicht, was die Antwort des allgemeinen Stimmrechts sein wird. Daß sie für die Feinde der Republik Vernich- tend ausfallen wird, bezweifle ich nicht. So viel steht fest: dieses Ma- nifest war kein Programm; es war ein einfacher Protest gegen den tollen Streich des 16. Mai— nichts weiter. Aber mit Protesten, und seien sie noch so vortrefflich aus- gearbeitet, legt man nicht die Grundlagen eines sozial-polittschen Systems, setzt man nicht den Uebergriffen der persönlichen Ge- walt einen unübersteiglichen Damm.(Beifall.) Die Unterzeichner des Manifests bieten mir keine genügende Sicherheit. Ich nehme einige Mitglieder der radikalen Linken aus. Es wäre freilich besser gewesen, sie hätten das Programm unterzeichnet, das ich soeben verlesen, und die ehrenvolle Auf- gäbe übernommen, es selbst mit Gefahr des Lebens zu verthei- digen. Dies ist das Patent der Wiederwahl, welches ich für unsere Abgeordneten wünsche. Am Tage, wo sie es verdient haben, ist die Republik gegründet, die Revolution vollendet, oder wenigstens auf dem geebneten Wege zur Vollendung.(Beifall.) Unsere Pflicht ist, an der Spitze zu marschiren, die reaktiv- närc Coalition energisch zu bekämpfen, aber auch Bürgschaften dafür zu erlangen, daß der Wille, das Denken und die Bedürf- nisse des Landes ihren wahrhafttgen Ausdruck erlangen. Wir müssen uns durch Männer vertreten lassen, welche mit ganzer Kraft und rückhaltlos für unsere Ideen einstehen, die keine wm- digen Utopien sind, sondern die logischen und unabweis- baren Consequenzen des großen Urprinzips der Volks- souverainetät.(Beifall.) Vergessen wir nicht, daß der Streich des 16. Mai sich Haupt- sächlich gegen den Radikalismus richtete. Am Radikalismus ist es also, den Handschuh aufzunehmen, kühn seine Fahne zu ent- falten und sich an die Vernunft des Volkes zu wenden. Die Neuwahlen, zu denen wir in Kurzem berufen sein wer- den, haben eine doppelte Aufgabe: der Republik Genugthuung zu verschaffen für den Streich des 16. Mai; und dann das de- mokratische Programm seiner prattischen Verwirklichung zuzu- führen.(Sehr gut.) Nur durch radikal- revolutionäre Wahlen können wir diesen Zweck erreichen, können wir die verlorene Zeit wiedergewinnen, die Fehler der„Gemäßigten" wieder gut machen und die für Frankreich unerläßlichen Reformen ermöglichen. Wir, das souveräne Volk, wir haben keine Losung(mot ck'oräre) zu empfangen, außer von der Vernunft. Und die Ver- nunft sagt uns: Kämpft gegen die Bonapartisten! Kämpft gegen die Klerikalen! Kämpft gegen die Sklaven der Monarchie! Krieg den selbstsüchtigen Bourgeois, den Angstmeiern(trembleurs), die keine Ideen im Hirn, keine Gefühle im Herzen haben! Krieg dem Mäßigungsdusel(modörantisme), dieser Eiterbeule der mo- deinen Republik! Krieg der Opportunitätspolitik, dieser Schande unserer Generation!(Beifall.) Die Vernunft sagt uns: Raum für die Befreiung des Ge- Wissens! Raum für ein politisches System, welches uns vor den Usurpatoren(Prätendenten, welche sich der Regierung Wider- rechtlich bemächtigen) und vor einem Staatsstreich schützt! Raum für das radikal-sozialistische Programm! Raum für die revolutionären Republikaner, welche es der Verwirklichung zuführen werden! Das ist die einzige Losung, auf welche der Wähler zu achten hat. Sie ist nicht ausgegeben von dieser oder jener Abgeord- neten- oder Senatoren- Gruppe; sie ist ausgegeben von der Ver- nunft, der Logik, der Gewalt der Thatsacher, die mächtiger ist als alle Kammern, als alle Senate, als alle Regierungen der Erde. Es gilt, uns endlich dieser Bourgeois-Republikaner zu entledigen, welche Frankreich entehren und zu Grunde richten. (Langanhaltender Beifall. Donnernde Rufe: Es lebe die soziale Republik! Es lebe die Revolution!) Dies der uns übersandte Bericht. Mit den Ausführungen und dem Programm des Bürger Buffenoir können wir uns im Wesentlichen einverstanden erklären. In dem Programm hätten wir hier und da eine präzisere Formulirung gewünscht, aber es enthält doch die Fundamentalforderungen des Sozialismus, und wir müssen bedenken, daß die Aufftellung eines festen, scharf formulirten sozialistischen Programms in Frankreich derzeit eine Unmöglichkeit ist. Genug: das Programm ist sozialistisch. Die Rede des französischen Sozialrepublikancrs beweist aber, daß in Frankreich selbst die Stellung des Volks zu der„repu- blikanischen Coalition" von unseren französischen Gesinnungsge- Nossen ähnlich aufgefaßt wird, wie von uns. " Die Prostitution in den„höheren" Ständen.' nicht umhin können, die Verantwortlichkeit für die sittlicherer fin■ i rr i n- t tr c s. i r-j.• 4. o„ Milderung der vielen mngen Mädchen ans den„Niederen" Schich- Eine höchst Interessante Tabelle findet sich in den Leipziger t£n der Bevölkernna ledialick hm Herren und Lierr-ben der „-- ff 4.■■ m r 4. fr-i 4.-4. f f � ten der Bevölkerung lediglich den Herren und Herrchen Zeitungen, welche den Berus und Stand der unehelichen ,uiusckieben Mütter der Stadt Leipzig vergleichsweise, nach Jahren geord- �°urgeol,le zuzu,cyteven. net, feststellt. Wir drucken zunächst h'~| daran einige Bemerkungen zu knüpfen: m- 4. j-•-- t- t•„u Sehen wir nun aber die zweite Rubrik an: Töchter von Wir drucken zunächst hier die �.abell*. ab,- um Handwerkern, Tagelöhnern, Oberbeamten, Advokaten zc. ze., so fällt uns sofort auf, daß verhältnißmäßig die Töchter der deutend mehr der„noblen Passion" der„freien Liebe" gehul- fernere digt haben, als die Töchter der„niederen Klassen." Dann aber erstaunen wir, daß im Jahre 1876 keine ein- zige„Tochter" mehr zu finden ist, die einen Fehltritt ge- macht hat. Doch halt! Blicken wir etwas höher auf die Tabelle, da fin- den wir, daß in den Jahren 1871 und 1875 je 5„Private" notirt sind, daß aber, während für 1876 die„Töchter" ganz- lich verschwinden, die Zahl der„Privaten" von 5 auf 67 ge- stiegen ist. Da haben wir die„Töchter" der Advokaten, Pro- fessoren, Oberbeamten, Kaufleute, Landwirthe, Künstler zc. zc. aber nicht rubricirt, nicht nach Ständen angeführt, erwischt. Unter dem Namen„Private" soll die„Schande" der„höheren" Stände verdeckt werden.--- Und wer nun weiß, wie durch eine Reise ins Bad oder ..uii feit der Ehe", von der großen Moralität, die in der Hoch- bürg des Nationalliberalismus in Leipzig herrscht und wer ferner weiß, daß gerade bei den„höheren Ständen" das„Ab- Strafobjekt der Gerichte bildet, das manchmal sich zu Monstre- Prozessen aufbauscht, der wird einen noch höheren Begriff von der„Heiligkeit der Ehe" und der„sittlichen Verwilderung" ge- Beredte Zahlen! Wer sie nur zu deuten weiß.! rade in den höheren Ständen erhalten. Die liberalen Zeitungen erzählen ihren Lesern immerfort, Daß die Sozialdemokraten, wenngleich sie in Leipzig in der daß die sittliche Verwilderung in den„untern" Schichten der Be- großen Minderheit sich befinden, an dieser Calamität Schuld völkerung immer mehr zunehmen und sie geben selbstverständlich sind, das ist natürlich— darauf schwören alle Leser des„Tage- den Sozialdemokraten Schuld an dieser Verwilderung. blattes" und der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" wenigstens Nun wissen wir allerdings nicht, ob die liberalen Herren laut und öffentlich, wenn sie auch im Geheimen vielleicht in sich die Prostitution als ein Zeichen sittlicher Verwilderung ansehen hineinkichern und über die dummen Teufel lachen, die ihrem sie sind in diesem Falle vielleicht so„liberal", daß sie ini Schwur glauben, währcudjiie dabei einem kleinen Dienstmädchen Allgemeinen nur von einer„noblen" Passion sprechen und den- jenigen Mädchen, welche den unteren Schichten der Bevölkerung entstammen und sich der Prostitution ergeben haben, jjuädiglichst Absolution ertheilen und bei ihnen nur von einem Fehler spre- chen, während sie die Ohrfeige, die der entrüstete Bruder eines verführten Arbeitcrmädchens ihrem Bourgeoisoerführer gelegent- lick applicirt, laut als ein Zeichen der öffentlichen Verwilderung verkündigen, der man nur mit Verschärfung der Strafgesetze ent- gegentreten könne. Wir sind allerdings nicht so„liberal" und erklären die Prostitution für eine sittliche Verwilderung. Da nun in Leipzig der Nationalliberalismus in � höchster Blüthe steht, so möchte es im Allgemeinen sehr interessant sein zu erfahren, daß diese Hochburg des Liberalismus in Be- zug auf die Prostitution auch eine sehr hohe Stellung in Deutschland einnimmt. Die 748 unehelichen Kinder in einem Jahre geben davon ein sehr beredtes Zeugniß und ein noch be-� redteres Zeugniß von der„Heiligkeit der Ehe" in der heutigen Gesellschaft. Sehen wir uns aber nun die Tabelle etwas genauer an, so kommen wir zu dem sehr naheliegenden Resultat, daß alle diejenigen Mädchen der„unteren Schicht" der Bevölkerung, welche mit der Bourgeoisie in fortwährende Berührung kommen— Dienstmädchen, Aufwärterinnen, Wirthschafte- rinnen ein verhältnißmäßig großes Eontingent zur Prosti- tution stcklen, während die Fabrikarbeiterinnen und Handarbeite- rinnen der sittlichen Verwilderung verhältnißmäßig weniger zum Opfer fallen. Betrachten wir die oben angeführten Zahlen, und nehmen wir dabei noch an, daß die größte Zahl der Dienstmädchen ihren Heimathsort außerhalb Leipzigs hat, nach welchem sie wieder gesandt werden, wenn sich die Folgen der Prostitution zeigen, während dies bei den Fabrik- und Handarbeiterinnen nicht in solchem umfangreichen Maße der Fall ist, so erhalten wir ein Resultat, m>t melchem die Bourgeoisie in Bezug auf ihre „noblen Passionen" wohl zufrieden sein kann, wenngleich wir Ueber die russischen Greuelthaten in Bulgarien laufen die empörendsten Nachrichten von allen Seiten ein. Der verbannte Midhat Pascha richtet aus Plombieres folgenden vom 10. Juli datirten Brief an die Redaktion der„Times": „Mein Herr! Der Telegraph verbreitet in Europa die Nach- richten über Akte der Grausamkeit, begangen von den Russen in Asien, Europa und im Schwarzen Meere, wo sie inoffensive Handelsschiffe mit ihrer Bemannung in den Grund gebohrt haben. Die Zerstörungswuth, von welcher sie ergriffen wurden, schont weder Unschuldige, noch Frauen, noch Greise, sie achtet weder Hospitäler noch Gebäude für den öffentlichen Dienst, noch die dem Gebete geweihte Zeit. Die Montenegriuer, welche die Alliirten der Russen wurden, glauben am besten ihre Mission zu erfüllen, indem sie die gefangenen Türken auf das Grausamste verstümmeln, und die Bulgaren, irregeleitet durch die Ver- sprechungen der Russen, unternehmen heute, nachdem sie vor einigen Wochen die muselmanischen Greise, die man zur Elubringung der Ernte zurückgelassen, massacrirt hatten, die Abschlachtung der Muselmairen in den Städten, welche die Russen am rechten Donauufer occupiren. Was jetzt in Bulgarien ge- schieht, das sind dieselben Ausbrüche, welche den Beginn der Insurrektion im vorigen Jahre signalisirten und die unglücklicher- weise die Muselmanen in einem Momente hochgradig aufregten, sie die reinen Selbstkosten forderte, mußte aber derartige un- lohnende Arbeiten übernehmen, um sich einen Stamm guter Arbeiter zu erhalten und nicht die Fabrik zum Stillstand zu bringen. Im Auslande hatte die Gesellschaft zwar nach langen Bemühungen gute Verbindungen angeknüpft und gewinn- bringende Austräge in Aussicht, als durch die orientalischen Wirren alle Abschlußoerhandlungen plötzlich abgebrochen wur- den. Die Gesellschaft hat daher, da sie sich zu wiederholten Ab- schreibungen auf Gebäude- und Juventarcouten veranlaßt sah, und endlich an unsicheren Forderungen allein 265,000 Mark abschreiben mußte, im Jahre 1876 mit einem Verlust von 4,660,900 Mark gearbeitet. Durch diese Abschreibungen und durch eine Reduktion des Aktienkapitals ist jedoch ein zur Zeit reeller Werth der Fabrik festgesetzt und hofft man beim Eintritt einer nur einigermaßen günstigeren Lage der Maschinenindustrie wieder mit Nutzen arbeiten zu können." Zunächst wird hier offen ausgesprochen, daß die Fabrik nur deshalb weiter gearbeitet hätte, um sich einen Stamm guter Arbeiter zu erhalten— also aus Eigennutz und nicht, wie so viele Heuchler bei ähnlichen Gelegenheiten sagen, aus Hu- manität und Fürsorge für die Arbeiter.— Die Wöhlert'sche Fabrik ist im Jahre 1872 in ein Aktiengeschäft verwandelt wor- den; als Aufsichtsrathsmitglied war auch Dr. Braun, Mitglied nach Italien oder in eine Entbindungsanstalt die„Schande" der des Reichstags, unterzeichnet.— Aus obiger Correspoudenz geht „freien Liebe" von der vornehmen Gesellschaft fortwährend ver- wahrlich zur Genüge hervor, daß die Sozialdemokratie keine deckt wird, wer da weiß, daß auch in den umliegenden Dörfern Schuld an dem heutigen schlechten Geschäftsgange hat, sondern � Leipzigs viele Kinder in das Civilstandsregister eingetragen daß die Gründer und diejenigen Personen, welche die Kriegsbe- fürchtungen in Schuld haben, die Hauptschuldigen sind. — Schulze-Delitzsches. Das„Waldbröler Kreisblatt" bringt folgende Notiz:„Die bei hiesiger Bolksbank($.®.) (deren Kassirer das Weite gesucht hat) bis jetzt ermittelte Ver- lustsumme soll sich auf circa 180,000 Mark belaufen, welche sich nach juristischem Urtheile bei einem etwa ausbrechenden Falli- ment der Bank wenigstens um das Dreifache steigern und zur Regelung der ganzen Sache einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren in Anspruch nehmen würde. Da die angegebene Ver- lustsumme die Geschästsantheile der Mitglieder der Bank und den Reservefond bei Weitem übersteigt, und einzelne Mitglieder hohe, über ihr Vermögen hinausgehende Summen von der Bank entlehnt haben, so wird die Liquidation wohl unver- weidlich sein und den ganzen wirklichen Verlust klarstellen. Das ist ein schwerer Schlag für viele Einwohner des Kreises, der ohnehin der ärmste des ganzen Regierungsbezirks Köln ist."— Hinzuzufügen ist nichts! — Eine furchtbare Anklage schleudert die Handels kammer zu Hannover den in Europa herrschenden Regierungs- systemen in's Gesicht. Die Handelskammer führt nämlich in ihrem Jahresberichte also Klage: „Wir brauchen nicht weiter auszuführen, wie bei den heu- tigen internationalen Handelsbeziehungcu jegliche politische Ver- Wickelung die ruhige Entwickelung des Geschäfts stört. Bei der fortwährenden Kampfbereitschaft der meisten europäischen Staaten, bei der Rücksichtslosigkeit, die auf dem Gebiete der aus- wältigen Politik den geschäftlichen Verhältnissen der Länder gegenüber beobachtet wird, kann dasjenige Vertrauen nicht Platz greifen, welches nothwendig ist, um endlich normale Zu- stände anzubahnen." Daß Rußland, Frankreich, und vor Allem Deutschland selbst durch diese Anklage hauptsächlich getroffen wird, ist wohl selbst- verständlich. — Zu der deutschen Studentenbewegung, welche durch die Reniooirung Dühring's hervorgerufen worden ist, bringt die „Magdeburger Zeiwng" aus Berlin folgende Bemerkung: „Wenn Herr Hasselmann von der angeblichen„Verbriide- rung" liest, welche am Freitag Abend im Saale des Hand- Werkervereins zwischen Studenten und Sozialdemokraten stattge- funden haben soll, müssen eigenthümliche Erinnerungen in ihm wachgerufen werden. In demselben Lokale war es nämlich, wo er vor genau zehn Jahren(vielleicht bis auf den Tag genau) in einer Studentenversammlung, die zum Zwecke einer Beant- wortung von Friedens- und Freuudschastsadressen der Pariser und Straßburger Studirenden berufen war, selbst noch Student, jene sozialdemokratischen Ansichten ent- wickelte, denen er sich später mit Leib und Seele ergeben sollte. Unter mehreren Hundert Hörern war damals nur einer oder zwei, die ihm beistimmten. Die letzten Borgänge haben jeden- falls gezeigt, daß die Zahl gewachsen ist." Parteigenosse Hasselmann wird sich gewiß gefreut haben, als vom Lande in die dicken Wangen kneipen.--- Doch wir wollen Leipzig nicht„schlecht machen".— So wie in dieser„Seestadt', so ist es mehr oder minder überall— dieselbe Grundlage der Gesellschaft, dieselben Ausflüsse derselben. Die„Heiligkeit der Ehe" ist durch die überwuchernde Prostitution in der heutigen Gesellschaft in Frage gestellt; dieser Prostitution kann nur durch die wahre Liebe ein Damm entgegengesetzt wer- den— und allgemein kann die wahre Liebe ohne Nebenansichten und Nebenrücksichten nur in einer sozialistischen Gesellschaft vor- handen sein. Sozialpolitische llebersicht. — Das Vereins- und Versammlungsrecht soll in Preußen noch mehr„ausgelegt" werden; den Berwaltungsbe- amten will die Regierung angesichts der Agitationen der Sozial- demokratie noch größeren Spielraum bei Beurtheilung der Frage, ob eine Versammlung direkte Gefahr bringe, gewähren. — Es nützt Alles nichts mehr, Herr v. Eulenburg, die Zeiten sind vorüber, wo man durch das Verbot von Versammlungen gegen uns wirken konnte— das sozialistische„Gift" ist bis an die Throne gedrungen, und während Excellenz den Namenszug unter das Verfolgungsdokument setzten, lächelt oer die Feder reichende Unterbeamte vielleicht verständnißinnig und spöttisch in sich hinein:„Es hilft doch nichts." — Wie traurig die Lage des Volkes in Deutschland ist, geht aus einer Berliner Correspondenz in Nr. 21 der „Zeitschrift für deutsch- österreichische Kohlen- und Coaks-, für Eisen-, Stahl- und Maschinen- Industrie" hervor. Dieselbe lautet: „Die letzte Generalversammlung der F. Wöhlert'schen Maschinenbau- Anstalt und Eisengießerei- Aktienge- sellschaft gab wiederum ein beredtes Zeugniß von der geradezu verzweifelten Lage der Berliner Eisenindustrie. Die Gesellschaft konnte während des ganzen Jahres nur Aufträge erhalten, wenn hätten verhindern können. Ich hoffe, mein Land wird aus diesem Kriege nicht zermalmt hervorgehen, wie es unsere Feinde hoffen. Es hat bereits seit einem Jahre den Beweis geliefert, und liefert ihn heute, von einer Kraft und einem Patriotismus, die sich nicht einen Augenblick verleugneten. Es wird jeden Fußbreit seines Territoriums dem Feinde bestreiten, und wenn es in dem Kampfe unterliegen sollte, wird es, wenn es auch keine Alliirten gehabt hat, doch Besiegte mit sich haben." Folgende Telegramme vom 14. Juli aus Schumla und aus Rasgrad geben Künde von erneuten Schandthaten: „Von allen Seiten laufen übereinstimmende Meldungen ein, daß in den von den Russen occupirten Gcbietstheilen die Bulgaren, von Kosaken aufgestachelt und unterstützt, mohamedanische Ortschaften plündern und entsetzliche Greuelthaten an Greisen, Frauen und Kindern verüben. So wurden beispielsweise nach offiziellen Daten 200 Flüchtlinge aus Sistowa in Tschirli größten- theils massakrirt, in Ostrantsch und Kosovo, vier Stunden vor Ruitschuk, die mohamedanische Bevölkerung, worunter 35 Kinder, von Bulgaren und Kosaken niedergemacht, in Leschbunar die Frauen geschändet, die Männer massakrirt. Zahlreiche ähnliche Fälle werden aus der Gegend von Tirnowa, Pleona und Slivno gemeldet; unter der mohamedanischen Civilbevölkerung herrscht in Folge dieser Nachrichten ungeheure Aufregung und panischer Schrecken. Alles flüchtet nach rückwärts, Hab und Gut zurück- f. wo mau der Pforte ricth, die bulgarische Insurrektion nicht ernst lasseud.�W iu nehmen und nicht mit der vollen Strenge des Gesetzes gegen„Soeben wurde der Bahnverkehr zwiichen Rustschuk und lie zu verfahren. Mau hat in Europa so viel von den türki- Z Rasgrad unterbrochen, weil sich russische Vorposten dem Bahn- scheu Grausamkeiten gesprochen, die, wenn sie selbst in einem körper bis Vetona genähert. Die Kosaken begehen im Verein größern Maße existirt haben, doch nichts Anderes waren, als mit den Bulgaren entsetzliche Greuelthaten und hoben auch bei die durch ausnahmsweise Zustände hervorgerufene schmerzliche Katzliewo sechs Dörfer verbrannt und deren Einwohner ermordet. Folge der bulgarischen Grausamkeiten, daß man schließlich dahin � Eine ganze Emigranten-Karawane, an 200 Wagen, wurde unweit gelangte, diese erste Phase der Insurrektion zu vergessen. So Biela überfallen und größtentheils getödtet. geschah es, daß die Repressionsakte der Regierung meines Landes Eine Nachricht der„Nsuen Freien Presse" vom 16. Juli und die von der Regierung gebrandmarkten und bestraften Rache- lautet:. akte Einzelner zum Thema ungerechter Angriffe gegen die Türkei„Die Russen fahren fort, in jenen Städten und Dörfern, und zum Vorwaud für einen noch ungerechteren Krieg gedient die sie besetzen, Grausamkeiten zu begehen. Sie begnügen sich haben, für einen jener Kriege, welchen gegenüber Europa die nicht damit, die muselmanischen Einwohner ihrer Habe zu be- Gewohnheit angenommen hat, mit g. kreuzten Armen zuzusehen, rauben, sondern sie begehen an Frauen und Kindern die ent- und die in allen ihren mehr ode. minder entfernten Folgen ehrendsten Schandthaten, und dies in einem Augenblicke, da eine gerade Jene erreichten, die sie zugelassen haben, wiewohl sie sie Proklamation des Kaisers Alexander den Mahomedanern Sicher- heit ihrer Person und ihrer Familien und ihres Besitzes ver- spricht. Die Einwohner von Tems bei Tirnowa flüchteten sich beim Herannahen der Russen in die Moschee, wo sie von den Russen bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Dreihundert Wagen mit flüchtigen Familien wurden von den Russen zuerst aus Geschützen beschossen. Als die Russen die Flüchtlinge ein- holten, massakrirten sie dieselben. In allen von den Russen occupirteu Ortschaften begehen die Bulgaren, von den Russen angefeuert, die scheußlichsten Greuelthaten." Und schließlich schreibt man noch dem„Daily Telegraph" Folgendes: „Eigenthümlich ist es, daß alle Dörfer in Flammen auf- gehen, daß alle mohamedanischen Dörfer von Blut und Leichen starren, wo die russischen Vorposten sich zeigen. Die Kosaken mögen nach Herzenslust plündern und manche Schandthaten ungestraft verüben; solcher Greuelthaten halte ich sie nicht für fähig. Es sind die harmlosen Bulgare», welche beim Nahen der Russen ihrem verhaltenen Groll freien Lauf lassen, so daß selbst die Mohamedaner die regulären russischen Truppen maimig- fach als Retter begrüßten. Wenn indessen die offiziellen rusfi- scheu Telegramme von einem enthusiastischen Empfang berichten, so ist dies doch nur mit einem gewissen Borbehalt aufzunehmen. Wenn man die Bulgaren fragt, wo ihr Vieh und ihr sonstiges Besitzthum geblieben sei, antworten sie nahezu regelmäßig: „Unsere Brüder, die Russen, haben uns Alles gestohlen." Nette„Humanitätsstreiter", welche wie die Bestien hausen. „Väterchen" kann stolz sein auf seine Kreaturen— Europa aber muß sich schämen, daß es solche Verbrechen duldet. — Wie dieSchweizer sichdieMacht des Fürsten Bismarck vorstellen. Unter dieser Rubrik wird der„Kö n. Zeitung" geschrieben: „Einer meiner Bekannten, der sich zu einer Kur in Ragay aushielt er- zählt mir Folgendes: Der König von Sachsen war im Hotel N. abge- stiegen und Graf Arnim wurde jeden Tag erwartet. Da es mch inier- essirte, den viel genannten ehemaligen Botschafter zu sehen, srug ich den Kellner, ob Arnim angekommen sei. Nach mehrtägigem Fragen heißt es:„Ja, er wohnt im selben Hotel mit dem König von Sachsen." Hat der König ihm auch einen Besuch gemacht?" ,El, was denken Sie, er von der schönen Versammlung las, die in Berlin stattfand und den guten Geist dokumentirte, der in einem größeren Theil unserer studirenden Jugend eingezogen ist.„Eigenthümliche Er- innerungen" beschleichen uns sämmtlich, die wir vor längeren Jahren in den Kampf für die Freiheit und Gleichheit in Deutsch- land eintraten und an das kleine Häuflein der Mitkämpfer zu- rückdenken, während jetzt die Arbeiterbataillone nach hun- derten zu zählen sind. Und hierüber freut sich Hasselmann so- wohl, als wir andern noch mehr.— Ferner freut es uns, daß die Notiz der„Magdeburger Zeitung" selbst andeutet, daß unsere Parteigenossen die ganzen Jahre hindurch treu und fest zur Fahne halten. Es ist dies ein trefflicher Gegensatz zu den früheren Fortschrittlcrn und Auchdemokraten, die sich haben rep- tilisiren lassen. — In der Dühringaffaire stecken sich alle national- servile und reptilisirte Blätter hinter die„wüste Agitation", da sie keine vernünftigen Gründe für die Remotion Dühring's anführen können. Auch die Wiener„Neue Freie Presse" klammert sich an diesen Ausdruck, indem sie schreibt:„Der blinde Gelehrte hat durch die wüste Agitation, welche zu seinen Gunsten ent- fesselt wurde, an Sympathien nicht gewonnen."— Das Alles erinnert lebhaft an Eugen Richter, der deshalb die Postunter- beamten hungern lassen will, weil die Sozialdemokraten für Erhöhung des Lohnes derselben agitiren.— Daß auch der„Ge- werkverein" in dasselbe Horn mit der Reptilienpresse in Sachen Dühring stößt, wen wird das wundern!? — Zur Gleichberechtigung der Frauen. Der Senat der Londoner Universität hat mit bedeutender Stimmenmehr- heit den Beschluß gefaßt, Frauen die Zulassung zu allen Facultätcn zu gestatten, nachdem die medicinische mit gutem Beispiele vorangegangen war. Die Universität wird nun daran gehen, einen neuen Paragraph ihrer Statuten von der Regierung zu erwirken. Bon unserm deutschen Zopf- und Zunftpro- fessorenthum, das sich in der Dühring-Affaire wieder so glänzend bewährt hat, ist natürlich nicht zu erwarten, daß es sich zu einer ähnlichen Reform entschließt.— — Aus Frankreich. Die Mittel, welche Mac Mahon und sein Anhang gebrauchen, um ein für sie günstiges Wahl- resultat zu erzielen, sind so verwerflich, sie schlagen der Freiheit derart in's Gesicht, daß man sich nur wundert, daß die biederen Republikaner nicht energischer gegen solche Bedrückungen vor- gehen. Selbst Wirthshäuser, in welchen die gegenwärtige Re- gierung getadelt wird, werden geschlossen. Man sieht, Mac Mahon thut Alles, um sich zu diskreditiren.— Das Gambetta'sche Blatt, die„Republique Franyaise", spricht sich jetzt häufig über die äußeren Beziehungen Frankreichs aus. Es ist ein Lieblingsge- danke des Blattes, sagt die„Kölnische Zeitung", wie des Herrn Thiers, daß Frankreich jeden Augenblick in der Lage sein soll, das ganze Gewicht seines politischen Ansehens in die Wagschale des europäischen Rathes zu werfen. Die„Republique Fran�aise" macht Mac Mahon und den Monarchisten den Bor- Wurf, daß sie Schuld daran wären, daß Frankreich seine Rolle nach Außen nicht gehörig spielen könne; das Blatt sagt dann wörtlich:„Wir stehen sozusagen außerhalb des europäischen Concerts; wer hat uns in diese Lage gebracht, wer hält uns darin? Das Mißgeschick, welches jetzt als seine Werkzeuge die Leidenschaften jener monarchistischen Parteien benutzt, deren Führer die Gewalt an sich genommen haben."— Die„Köln. Zeitung", die es natürlich mit den Republikanern und besonders mit Thiers hält, meint, daß Manches in den Anschauungen des Gambctta- schen Blattes richtig sei, aber andererseits scheint es dem großen rheinischen Blatte auch nicht gerade unumgänglich nothwendig, daß Frankreich jetzt„sein Gewicht in die Wagschalc Europas werfe"; es wird sich bei der Politik der Zurückhaltung und Ruhe, welche im ganzen westlichen Europa herrscht, am besten stehen, und wenn die Republikaner ihr auswärtiges Programm so formuliren wollen, daß es ihnen im In- und Auslande Freunde einbringt, werden sie am besten thun, mehr Nachdruck auf die Zurückhaltung als auf das Vordrängen zu legen.— Die„Kölnische Zeitung" hat mit solchen Anschauungen Recht— man sieht aber, daß die Thiers und Gambetta's min- destens ebenso chauvinistisch sind, als die Mac Mahon's. An den Freiheiten im Innern liegt der ganzen Gesellschaft nicht viel, wohl aber an ihren Herrschcrgelüsten und an dem prah- lerischen Glänze nach Außen. — Es wird uns aus England die erste Nummer eines Blattes, betitelt:„Tbo Soeialisf(„Der Sozialist") zugeschickt, wenn das der B smarck erführe, könnte er(der König) um seine Stelle kommen," antwortete der Kellner." — Zur Heiligkeit der Ehe. Die„Kölnische Zeitung", das große Bourgcoisblalt, bringt folgende Geschäftsannonce: „Damen! Ein tüchtiger Kaufmann von angenehmem Aeußern und gutem Rufe ist gezwungen, um das schöne, re- table Besitzthum nicht in andere Hände übergehen zu lassen, baldmöglichst eine ver> mögende Dame zu heirathen, und wird durch diese dringenden, Plötz- lich eintretenden Verhälinissc nickt auf Schönheit tc. gesehen. Offerlen unter K. IOO postlagernd Köln." — Schlaumeier. Die nationalliberale Presse druckt mit vielem Gaudium aus dem Aufruf der„Chemnitzer Fr. Pr." zum letzten Ar- beiterscst in Chemnitz zwei Stellen ob, d c sich angebl'ck in lächerlicher Weise widersprechen und obendrein die Intoleranz der Sozialdemokraten beweisen sollen. Die betr. Stellen lauten, die eine:„In jetziger Zeit, wo die eifrigsten Verfechter der.Volksrechte die Kerker bevölkern, muß die Masse sich verbrüdern, nm eine feste Phalanx gegen die Reaktion zu bilden. Diese Verbrüderung ist der eigentliche Zweck der sozia- llstischen Feste, und je trüber die Zeit, desto mehr ist es nöthig, für diesen Zweck zu wirken." Und die andere:„W r glauben doch, in einer Zeit, wo 4— üOuO M-nschen in Chemnitz Arbcitsmangel haben, Höllen die Beamten und Beitrelcr der Commune mehr zu thun, als auf ollgemeine Kosten Demonslialionen zu Gunsten der reichstreuen Partei zu veranslallen." Wenn die Herren Setzer der betr. Zeitungen die drei Worte„auf ollgemeine Kosten" gesperrt hstten, dann würden die scharfsinnigen Herren Redakteure wohl gemerkt haben, daß weder, ein Wider- fpruch, noch Intoleranz vorliegt, wohl aber eine große(den Gedankenstrich mag ausfüllen, wen's angeht), und zwar nicht auf sozia- I stiicher Seite. Richi baß die Reichsireuen Feste feiern, verargen wir ihnen; auch nicht, daß sie ein Sedansfest seiern, denn eine Mord- feier enopncht dem Bildungsgrad des Mordspatriotismus. Was wir ihnen verargen, ist, pgh rle' jhre Fxst, au f allgemeine Kosten feern; daß s,e das Bo k, daß an dem Sedanstag und allem, was drum und dran hängt, wahrlich schwer genug zu tragen hat, auch noch die Last eines Sedansestes aufbürden, und für ihr Privatver- gnugen den ösfentlichen Säckel plündern. Das ist's, worum es sich handelt. Berstanden? das in Sheffield, zunächst nur monatlich zum Preis von 2 Pence(etwa 18 Reichspfcnnig) erscheint. Wenn sich das Blatt seines Titels würdig beweiset, und nicht etwa blos ein(in diesem Fall völlig aussichtsloses) Privatunternehmen oder gar Privatspekulation ist, dann müßten wir uns Glück wünschen, daß end- lich wieder nach fast 25jähriger Pause in England das sozia- listische Banner ausgepflanzt ist. Wider die„Frankfurter Zeitung". Die prinzipielle Seite unserer Auseinandersetzungen mit der „Frankfurter Zeitung" und ihrer Partei haben wir zur Genüge in einer Reihe von Leitartikeln berührt— wir waren, wenngleich scharf, vielleicht auch verletzend, doch in keinem Aus- druck roh. Die„Frankfurter Zeitung" macht sich die Sache leichter wie wir; noch ehe wir unsere prinzipiellen Auseinandersetzungen beendet— gleich nach Nr. 2 die Rothen wider die Blauen— wurde ihr schwächlich zu Muthe, sie konnte sich nicht mehr helfen, deshalb hat sie in Nr. 198 einen Leitartikel gegen uns los- gelassen, dessen prinzipielle Seite einer besonderen Antwort nicht werth ist; deshalb wollen wir uns an dieser Stelle mit der Franksurterin abfinden. Wir wollen der„Frank- furter Zeitung" auch heute nicht in ihrer Sprache antworten doch da sie ihren Lesern erzählt, daß ivir in unseren Artikeln grob gewesen seien, so wollen wir hier nur unfern Lesern, die unsere Artikel vergleichen können, eine Blumenlese der Ausdrücke, welche die„Frankfurter Zeitung" in einem Artikel gegen uns schleudert, aufzählen, damit das zarte Be- nehmen des Verfassers desselben allseitig richtig gewürdigt werde. Die Franksurterin zieht los:„Bedenklicher Mangel pnbli- zistischer Loyalität",„giftgetränkte Ausführungen",„eine lange Verdächtigung",„leerer, verleumderischer Vorwurf",„kleinlicher Ehrgeiz einiger Führer",„es reicht nicht aus, daß man hoch- müthig einen Jeden verhöhne",„banausische Phrase und knotiges Gebühren",„horrender Widerspruch",„in perfider Weise",„Leip- ziger Jmpenalsozialist",„die schnurrige Redensart von der reaktionären Masse",„eitel Prahlerei, Dunst und Nebel",„diese rothen Blousen thun freiwillig, was die weißen Blousen ge düngen thaten",„sie haben den Muth zu dieser verbrecherischen Hanswnrstiade",„plumpe Lästerung und schaler Hohn". Diese zarten— im Gegensatze zu„grob"— Schmeicheleien werden uns in einem einzigen Artikel von der„Frankfurter Zeitung" dargebracht. Da freuen wir uns doch, daß wir grob gewesen sind und nicht derartige Zartheiten angewendet haben. Es fehlt nur noch das Wort: Sozialdemagogie in obiger Blumen- lese— dann würde in Bezug auf das Schimpfen die„Frank- furter Zeitung" vollständig auf dem Boden der„Berliner Volks- zeitnng" stehen. Die„Frankfurter Zeitung" erklärt in dem Artikel die Be- hauptung für unwahr, daß die bürgerliche Demokratie nur ein Klasseninteresse vertrete, daß sie lediglich die Politik des Geld- sacks treibe— in diesen Worten liegt ein rührendes Ein- geständiuß! Wir haben niemals behauptet, daß die bürger- liche Demokratie nur Klasseninteresse vertrete, sie kämpft ja auch gegen die Reaktion für einzelne politische Freiheiten, sie treibt nicht lediglich die Politik des Geldsacks, aber sie treibt doch die Politik desselben— die„Frankfurter Zeitung" hat dies selbst durch die Wörtchen„nur" und„lediglich" eingeräumt. Daß wir der früheren Republik Frankfurt Erwähnung thaten, das hat die brave Frankfurterin ungemein empfindlich berührt— aber konnten wir anders, wenn die„Frankfurter Zeitung" ihrer idealen Republik die Republiken Venedig und Andorra entgegen- stellte? Weshalb erwähnte sie nicht, als Gegensatz zu einer guten Republik, in welcher die Allgemeinheit befiehlt, das ihr so »aheliegende Frankfurt, da sie einmal doch untergegangene Rcpu- bliken citirte? Dann brauchten wir es nicht zu thun. Wir schwärmen wahrlich nicht für die Annexion Frankfurts durch Preußen, aber das Cliquenwesen und der Patrizierstolz in jener Freistadt hat uns gleichfalls nie imponirt. Die„Frankfurter Zeitung" schreibt nun in ihrem grenzen- losen Hochmuth— dies ist der einzige derbe Ausdruck, den wir gebrauchen wollen— zum Schlüsse noch folgendes: „Natürlich haben wir gar nichts dagegen, tyenn einige Herren Führer uns als Reaktionäre in den Bann thun.--- Das Eine aber wäre in solchem Falle Pflicht der Gegner: daß sie uns auch wirklich als zur„einen reaktionären Masse" gehörig betrachteten und weniger ausbeuteten, daß sie die Spalten dieses Blattes weniger plünderten, überhaupt weniger mit Hilfe der„eigennützigen Bourgeois" weiter zu kommen suchten." Die Redakteure des„Vorwärts" erklären zuvörderst, daß sie von„eigennützigen" oder auch uneigennützigen Bourgeois keinerlei Hilfe jemals erhalten haben; von anderen„Führern" der Sozial- demokratie ist dies uns auch nicht bekannt, deshalb sind die „eigennützigen Bourgeois" der„Frankfurter Zeitung" verpflichtet, Thatsachen anzugeben und nicht solche vage, ehrabschneiderische Verdächtigungen*) in halb verblümter Sprache hier auszustreuen. Der letzte Absatz bezieht sich nämlich nicht auf das„Plündern der Spalten der„Frankfurter Zeitung""— das überhaupt deutet auf etwas Anderes hin. Was nun das Plündern der Spalten der„Frankfurter Zeitnng" betrifft, so weiß jeder Leser des„Vorwärts", daß dieser durch den Ausspruch der Frankfuchterin nicht getroffen wird und wie es scheint auch von derselben gar nicht gemeint ist, sonst hätte sie ihn wohl bei Namen genannt. Wir haben hin und wieder positive Thatsachen dem Blatte entnommen ebenso wie anderen Blättern und daran Besprechungen geknüpft, auch hin und wieder, aber sehr selten, die Anschauungen der „Frankfurter Zeitung"mit Quellenangabe wiedergegeben, aber auch die„Frankarfter Zeitung" ist mehrmals in der Lage gewesen, unserem Blatte eine Notiz zu entlehnen. Wenn nun die„Frankfurter Zeitung" uns nicht meinen konntje, wen hat sie denn eigentlich gemeint? Welche so- zialistischen� Blätter plündern sie denn eigentlich in so gewaltiger Weise, daß ihr Aufschrei gerechtfertigt ist? Heraus mit der Sprache, sonst müssen wir die Angabe für eitel Flunkerei halten. Und sind wirklich einzelne kleinere sozialistische Organe vor- handen, welche der„Frankfurter Zeitung" einzelne Notizen ent- nehmen, so sollte sie froh sein, daß ihre Weisheit immer weiter ins Volk getragen würde. Doch gleichen wir die Sache aus— soviel als, wie wir übersehen können, die„Frankfurter Zeitüng" von der sozialistischen Presse benutzt wird, mindestens ebensoviel wird der„Vorwärts" von der kleineren bürgerlich demo- kraiischen Presse benutzt— darüber freuen wir uns und bitten jene Blätter, dies Wort an dieser Stelle nicht falsch zu deuten. Unlieb ist es uns nicht, wenn die„Plünderung" der„Frank- furter Zeitung" auf Wahrheit beruht, daß wir dann durch unsere *) Die liberalen Zeitungen machen sich schon mit Wollust über obige „Andeutungen" her! Auseinandersetzungen mit derselben bewirkt haben, daß solche „Plünderung" mehr und mehr aufhört und in den betreffenden Blättern mehr Originalleistung in Zukunft zu finden sein wird— dieserhalb der„Frankfurter Zeitung" unseren Dank für ihre, wenn auch etwas eigenthümliche, Andeutung. Wähne man nicht, daß die Originalleistungen der Lokalblatt- redakteure nicht überall ebensogut seien, als der event. Abdruck aus irgend einer anderen Zeitung; was von Herzen kommt dringt zu Herzen, und ein offener Kopf mit etwas schwerer Feder ist uns lieber, als ein seichtes Hirn mit flotter schriftlicher Wiedergabe.--- Die prinzipielle Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Demokratie war nothwendig, wir haben deshalb gern das unsrige dazu beigetragen; an die heutige mehr persönliche Aus- einandersetzung mit der„Frankfurter Zeitung" sind wir ungern gegangen— sie war aber auch nothwendig den hochmüthigen Schlußsätzen der Frankfurterin gegenüber— und deshalb mußte sie erfolgen. Wir erklären aber nochmals: Wo die„Frankfurter Zeitung" im Kampfe gegen die Reaktion ihre Schuldigkeit thut. und sie thut ja dieselbe in hohem Maße, da werden wir ihr unsere Anerkennung nicht versagen; aber wir werden uns auch durch Niemanden beirren lassen in unserm Kampfe wider die Reaktion und die Kapitalmacht— wir sind und wir bleiben roth. Correspondenzen. ZZabeu-Aaden. Es wird die Leser des„Vorwärts" in- tercssiren, auch einmal von hier— dem bekannten Badeort, wo sich die sogenannte Noblesse aller Länder aufhält, um von ihren „Strapazen" auszuruhen— etwas zu hören. Schon vor zwei Jahren gelang es dem Genossen Hackenberger, durch rastlose Thätigkeit die hiesigen sozialistischen Elemente zu sammeln. Durch hierauf öfters abgehaltene Volksversammlungen nahm die Sache bald einen Fortgang, der zu den besten Hoffnungen berechtigte. Jedoch durch die bald darauf erfolgte Festnahme Hackenberger's verlor die Partei ihre größte Stütze. Und durch die Abreise vieler tüchtiger Mitglieder, sowie dadurch, daß wir wegen Mangel an Referenten keine Volksversammlung und infolge dessen auch keine Mitglieder mehr heranziehen konnten, ging die Bewegung wieder bedeutend zurück. In letzter Zeit hatten wir nun wieder das Vergnügen, einige Redner bei uns sprechen zu hör�u.— In einer am 10. Juni abgehaltenen, recht zahlreich besuchten Volksversammlung referirte Genosse Lehmann über das Thema: „Was wollen die Sozialdemokraten?" Redner legte in trefflicher, beinahe zweistündiger Rede das Wirken und Streben der Partei auseinander, oft von lebhaftem Beifall unterbrochen, in ivelchen selbst die einstimmten, welche sicher nicht in dieser Absicht hin- gekommen waren. Auch ließen sich Viele in die Partei auf- nehmen.— Eine zweite Volksversammlung fand am 5. Juli statt. Genosse Dreesbach hielt in populärer Weise einen Vor- trag über„Die wirthschaftliche Lage des schafsenden Volkes." Derselbe wurde von der stark besuchten Versammlung, worunter diesmal die Bourgeoisie stark v rtreten war, sehr beifällig auf- genommen. Obwohl den anwesenden Gegnern das Wort zur etwaigen Widerlegung wiederholt angeboten wurde, meldete sich doch Niemand dazu, wahrscheinlich aus Furcht vor einem Fiasko. Diese beiden Versammlungen haben uns recht deutlich gezeigt, daß es nur der Aufklärung bedarf, um dem Volk die Furcht vor dem rothen Gespenst, welches ihm von unfern Gegnern vor- aemalt wird, zu nehmen. Es ist zwar nicht zu leugnen, daß den hiesigen Verhältnissen entsprechend die Bewegung stärker sein könnte, da es wohl selten einen Ort wie Baden-Baden giebt, wo sich die Gegensätze so scharf gegenüberstehen. Doch soll uns dieses Mißverhältniß nicht zurückschrecken, es soll uns im Gegen- theil ein Sporn sein, die gerechte Sache möglichst zu verbreiten, und wenn wir nur einigermaßen in agitatorischer Beziehung unterstützt werden, so wird auch Baden-Baden von Jahr zu Jahr mehr Kämpfer für den Sozialismus stellen können. M— H. Zur Beachtung! Sonntag, den 5. August d. I., Vormittags 11 Uhr, findet im Lo- kale des Herrn Müller(Volkshalle) in Itzehoe die Versammlung statt, in welcher die Genossenschafts- Buchdruckerei zur Herausgabe der Schleswig-Holsteinischen Voikszeitung" gegründet werden soll. Alle Diejenigen, welche Genoffenschasisantheile gezeichnet haben, werden er- sucht, Delegirte zu dieser die Genoffenschasi constituirenden Vetsamm- lung zu sendew Sollien in einzelnen Ortschaften die Antheilzeichner zu gering an Zahl sein, um selbstständig Jemand zu delegireu, so empfiehlt es sich, daß mehrere Ortschaften zusammentreten. Als Tagesordnung ist fistgestellt: 1> Berathung des Statuts; 2) Wahl des Vorstandes und des Aussichtsraths. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird vom Unterzeichneten Bericht über d:n Verlauf der bis dato gepflogenen Verhandlungen erstattet. Einzelne Staiutenvorlagen werden nach den Hauptorten dieser Tage versandt, damit dieselben schon vorher in Versammlungen durchberathen werden können. Die Delegirten müssen aber spätestens bis zum 4. August bei C. Kreutzberg, Itzehoe, Siebertstraße, a»ge- meldet werden. Altona, den 20. Juli. Mit Gruß I. A.: H. Walther, Wjlhelmstr. 59 III. Die Parteigenossen in Thüringen werden ersucht, von jetzt an alle Briefe in Agitationsangelegenheiten an Unterzeichneten zu senden. Leipzig, den 20. Juli 1877. Fr. Nauert, Frankfurlerstraße 31 IV. Den Partei- und Gesinnungsgenossen Thüringens und der Provinz Sachsen zur Kenntnißnahme, daß ich am 25. ds. von Thüringen nach der Nie- derlausitz übersiedle. Briefe, die Agitation in Thüringen betreffend, sind zu richten au Hrn. Nauert in Leipzig, Frantsurterstraße Nr. 3t IV. Erfurt, den 20. Juli 1877. Mit sozialdemoktratischem Gruß F. H Klute. Nachstehende Sckrist-n find durch die Expedition des ,, Vorwärts' in Leipzig, sowie durch die Expedition der„Freien Presse" in Berlin, Kaiser- franzzrenadie. platz 8-t, zu beziehen: �rmen- und Zieimathsgesetzgebung....... Mark 1, 50. Auerbach, Tagebuch an« Wien...........—.70. Ausschliisse über die babische Revolution von 1849.... I. 50. Au» de» Puinen von Nimrut und Olympia......—.10. Paumann, Berechnung über das Gewindeschneiden.... 1. 60. tzebel, A.. Unsere Ziele. 6. Auslage........—.26. —— Bauernlrieg............. 2.—. Zecker, B., Der alte und der neue JcsuitiSmu«.....-. 60. —— Briefe deutscher BettelPatLioteti. 5 Lies...... 3 v5 -- Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution o. 1»4S 2. 25 -- Mißbrauch der Natisnalitätenlehre....... l' TV -- K. Fourier............... -- Geschichte der Arbeiter-Agitation F. Laffalle'�5 Lies. 3—. -- Geschichte der revolutionären Pariser Commune 1789— 94 2.—. Becker, I. PH., Vorbote. Soz-pol. Monatschrift.(6 Jahrgänge 1866— 71).............. -- Wie und Wann? Ein ernstes Wort über die Fragen und Ausgaben der Zeit.......... —— Le Precursenr. Organe dämocratique social des associations des travailleurs(Janvier— Mars 1877). Vergmani.i Zluch. Bericht üder den Delegwknlag säcostlcher Bei z- und Hüttenarbeiter zu Zwickau 1874.... �I»s, W., Unsere Preßzustände.......... —— Blut und Eisen od. die Entstehung d. Kriege» von 1866 —— Zur Keschichie der Eommune von Pari»..... —— aiie Revolulion zu Mainz 17S2— 1793..... Jiscuttau, Religion und Sozialismus........ kracke, W., Der Laffalle'sche Borschlag........ —— Ni-tcr mir den Sozialdemokraten....... -- Verzweiflung im liberalen Lager....... Srunntmnnn, Skizzen u. Studien zur sranzöfischen RevolutionS- Gischichle................ kürgerkrieg in Frankreich............ fhrillcnthum und Sozialismus. Eine religiöse Polemik.. Eivilehegesetz............... Eulturkampf und Zlolksschulc in Preußen....... Ztaniel in der Löwengrube. Gedicht........ Dedekind, Dr. Fr., Prozeß SwverS gegen Bogel v. Falkenstein Ler arme Konrad. Jllustrirter Kalender für da» arbeitende Boll. 1877. b.och. 40 Pf. gebd....... Per Braunschweiger Ziusschuh der sozial-demokratischen Ar- Heiterpartei in Lützen und vor Gericht 1871.... vir ZNärtgrer der Commune........... Bit parlamentarische Shätigbeit de« deuischeu Reichstages von von 1871 74............. Die Botb-ischuie und die Lage ihrer Lehrer in der Provinz Preußen Bietzgen, National-Oekonomisches.......... —— Die bürgerliche Gesellschaft......... -- Da» Wesen der menschlichen Kopfarbeit..... Kissidentengeseh................ Pouai, Dr. A., ABT des Wissen« für die Denkenden. 2. Aufl. -- Antwort an den Bekenner de» Theismus..... —— Kindergarten n. Volksschule als sozialdemokr. Anstalten Pulk, A., Nieder mit den Atheisten......... Scrarius, I. G, Kamps des großen und kleinen Kapital».. —— Eine» Arbeiter« Widerlegung........ Sinkommeiisteuergeseh............. Engels, F., Zur Wohnungsfrage. 3 Hefte...... -- Der deutsche Bauernkrieg.......... —— Soziale« au« Rußland........... Engländer, Sigm, Geschichte der französischen Lrbeiter-Asio- ziationen. 4 Bände, compl.......... Erinnerung an Herwegh............ Erinuernng an Böine............. Kränz, I., Herr Böhmert, Professor der Nationalökonomie und seine Fälschungen der Wissenschaft..... Zur die lranzösischen Brüder........... Seid, Ii., Der Normalardeirstag.......... —- Gedichte............... Seiser, Forderungen des Sozialismus an Gegenwart u. Zukunft Seiieralabflimmungslisie de» deutsch. Reichstags». 1867—73. --- Nachtrag von 1873—76.......... «enossenschaftsgeseh(Bundesgesetz)......... Gewerbeordnung für da« deutscht Reich....... aiesindeordnung................ Kespräch am Kachelofen............. Lreulich, H., Der Staat vom sozialdemolratifchen Standpunkte aus. Erne Auseinandersetzung mit den Anarchisten. Zascnclever, Wilh., Liebe, Leben, Kamps(Gedichte).... K cpuer, Ad., Meine 3>/,jährige Leipziger Poltzeicampagne.. Zserr». Treitschlre der Sozialistentödter und die Endziele des Liberali«mn».............. lhiümanu, Die iuteruat. Arbeiter-Assoziatton 1864—71, ihre Geschichte, Programm und Tbätigkeit...... -- Praktische lÄnanzipatiouSwinke........ -- Die Organisation der Massen........ Hilssbassengesetz, 3 Hefte, ü 0,15 M......... Hirsch, Di« angeblichen sozialen Theorien und die wirtlichen Bestrebungen de» Herrn Bakunin....... -- die P�rteipresse, ihre Bedeutung und Organisation. Zacobi, L, Es werde Licht(Poesien)......... —— Die Idee der EntWickelung. 2 Bde ä..... Zacoby, Zoh., Da» Ziel der Arbeiterbewegung..... Knappschaftsbassenwesen vor dem deutschen Reichstag... Kouiplot gegen die Intern. Arb.- Assoziation. Au» dem Französische» übersetzt von Kok»»kh...... Honig, Schwarze Kabinette............ Hrasser, Dr. F., Anti- Shllabu»(Gedicht)....... —— Ccterum censeo(Gedicht)......... Hunst und Sozialismus............. Lange, Arbeiterfrage.............. fo fallt, F., Arbeiterftage............ -- Ueber Berfassungswesen........... — e— An die Arbeiter Berlin».......... -— Offenes Antwortschreiben.......... —— Arieiterlesebuch............. —■— Arbeiterprogramm............ —— Die Wissenschaft und die Arbeiter....... —— Erimtnalprozeß, HI. Instanz......... -- Die Feste, die Presse rc........... -- Bastiat Schulze............. --- Indirekte Steuern............ -- Düsseldorfer Assissenrede.......... -- Fichte'» Philosophie............ Leben und Thaten de« Geuerals Jarosla» Dombrowski.. Leipziger Hochverrathsprozesj............ Liebknecht, W., Zu Trutz und Schutz........ -- Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie.. -- Wissen ist Macht— Macht ist Wissen. 2. Aufl... -- ReichsragSrede 1874........... -- Zur Gruod- und Bodenfragt 2. Aufl....... Lübeck,(£,, die Baterlandslofeu(Novelle)....... Lommel, Jesu« von Nazareth...../...... — Johanne« Huß............. Lnkus und«orruption. Von G. R......... Plan, Der Eölner Tommunisten- Prozeß. 2. Aufl..... -- Da» Kapital. 2. Aufl........... —— Der XVI 11. Brumaire de» Loui« Booapane.... -- t- und«ngels, Kommunistische» Manifest..... Mignet, Geschichte der franz. Revolution von 1789 bis 1814, deutsch« Uebersetzuug gebd.......... Minister«Ulenburg und die deutsch« Sozialdemokratie... Most, Liederbuch, gbd. 40 Pf., broch......... -- Die Pariser Commune vor den Berliner Gerichten.. -- Sammlung von Reich»« Gesetzen: 1. Heft: Gewerbeordnung.......... 2. Heft: Freizügigkeit»., Impf-, Lohnbeschlagnahme- a r m,b Haftpflicht-Gesetz........ --»üb'Arbeit............ -— Basttlle am Plötzens.e... r...... -- Der Kleinbürger und die Gozialdemokratie..... -- Die Lösung der sozialen Frage........ ZU-ralt, F.«, Arbeiterkrankheiten. 1. Schädliche Gase. 2. Schädltche Dämpfe, als Krankheitsquellen.... «tdenburg, Was wollen die Sozialdemokraten?..... »tto-W-lster, A., Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschtcht«. ..— Rienzi. Drama in 5 Aufzügen........ -- Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman...... -- Eine mittelalterliche Internationale. Histor. Novell«. 5, 2.—, —. 60, 10. 10 50. 40. 60 40 50. 15. 15. 15 15. —, 10 50. 1.—. —. 60. 1. 25. —. 30. —. 1U.| 10. 10 05 10 50. 20. 15. 10. 25 25. 15 40 30. 50. 15. 2. 1. 1. 1. 1. 10 20. 80. 15. 15, 60 50 20 40 50. 50 50. 25. 40. 60. 20. -- Kranke Hirzen............ —— Braunschweiger Tage........... -- Schutz in den Gewerkschaften......... Photographien: Au-r, Bebel, Bracke, Blos, Demmler, Diepgen, Engels, Feucrbach, Fritzfche, Geib, A. Gögg, Hasenclever, Hassclman», H-pncr, Heß, Herwegh, Hirsch, I. Jacoby, Lassalle, Lauge, Liebknecht,. Marx, Most, Motteler, Po. B-cker, Reimer, Bablteich, Walster, Aorck, Garibaldi, Blanqui, Conrbct, Cr�mieux, DeleScluze, Dom« brv'nski, Ferrä, Flourenz, Leo Frankel, Marat Mtlliäre, Owen, Raoui-Rigault, Rossel, Baillant sc.; in Bifitenkartenformat 4.......... Photographien: Gruppenbilder(Tableaux) der sog. Wiener, Braunschweiger, Leipziger und Pester Hochverräther, von der Courbet'scheu Büsti der„Liberte"(Freiheit) a -- in Kabtnetforma: ä............ -- in Groß«7olio ft'assalle, Bebel, Liebknecht) 4.... psau, L., Das Preußische Regiment vor Gericht..... preußischer Schnaps im deutschen Reichstage...... preßgeseh vom 7. Mai 1874.......... Protokoll des Stuttgarter Kongresses 1870...... -— de« Dresdener Conzresse« 1871........ -- des Coburger Tongreffes 1874........ -- des Ä-lhue: Eongreffes 1876......... —— des Goihaer Conaresses 1877........ -- Holzarbeitercongreß zu Nürnberg 1873..... Protokoll, des Schweizer Arbeiter-Eongresse« zu Ölten.. —— de« Schweizer Arbeiterbundes zu Wiuterthur.... — des 3. Tongresse« des Schweizer'sche» Arbeiter-Bundes. Prozeß gegen Dr. H. Tanschinsk: und 31 Genossen in Graz wegen Relegionsstörung und geh. s»>.- dem. Berdin« düngen................ prowe, John Osawatomie Brown, der Negerhetlaud... Pathgeber für«ewerbtreibende........... Ueoibirte Landgemeindeorbnunz für Sachsen...... „ Städteordnung............. Mttmghauseu. Sozial-demokratische Abhandlüngeu, 5 Heft«. Kohiedcr, die Pariser Eommune vor der Deputirteukammec in BersailleS............... Aöckel, Sachsen« Erhebung und das Zuchthau» zu Waldheim, Sack. Unsere Schulen im Dienste geqeu die Freiheit.... Schäfte, Dr. A, Quintessenz des Sozialismus..... JSeuerUtg, Für Männerchöre I. tmvdeSlied, 4 stimmig nt. Partitur 0,65, ohne Partituur II. Der im ort Mensch„„ 0,55,„ s III. u. IV. Republik u o. llrbeusmann 1,50,„ V.«n Michel. 4st:mmig m. Partitur 0,75,„ VI. FrüblmgSgedauken„„ 0,80,„ VII, Sängermarsch„„ 1,50,„ Schramm, Grundzüge der Nationalökonomie, 1. Abth... —— Ein Wort zur Verständigung der sozialen Frage.. Schulze, S., Der große Krach, ein Märchen für große und i kleine Kinder........... geb. broch.) Serno-Soiowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten... Sozialistische Theaterstücke. Nc. 1: Ein Schlingel(die Rolle zu 5 Expl. M. 1.50) 4 Nr. 2: Preßprozesse ftdie Rolle zu 7 Expl. M. 1.40) 4 Nr. 3: Em Opfer(die Rolle zn 20 Expl. M. 6.—) 4 Specht, Populäre Entwicklungsgeschichte des Weltall»... Statuten der Internationalen Arbeiter-Assoziation.... Statistische Tafel der sozialistischen Wahlen zum deutschen Reichstage............... Strasgesehbuch für das deutsche Reich... Strodtman», Die Art«lterdit Ii o t /r Metallarbeiter-Gew erkschaft. trifft) ly. Sonnabend, den L8. Juli, Abends 8 Uhr, in Menzels Restauration am Täubchenweg: s50 Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1) Centralisation und Lokalverein. Referent Hr. Söhler aus Braunschweig. 2) Die Differenzen zwischen Leipzig und der Vorortsverwaltung. 3) Beschlußfassung wegen Austritt der Leip- zigcr Mitglieder aus der Centralisation.(2a) slOO Im Auftrag der Borortsvcrwaltung in Braunschweig: R. Ludwig, Bev. Ootliot/V Donnerstag, den 26. Juli, Abends Vzg Uhr, im ■vvl-fJgly. Soale des Hrn. Michael, gr. Windmühlenstr. 7: Oeffentliche Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Sozialpolitische Rundschau. Referent F. Nauert.. Der Agent. Donnerstag, den 26. Juli, Abends 9 Uhr, in �IleNseN. Burmeister's Salon: Sozialisten-Versammlung. Tagesordnung: Constiwirung des in der letzten Versammlung bt- schlossenen Ottenser Arbeiter, Vereins. Sämmtliche Parteigenossen werden ersucht zu erscheinen. s80 F. Heerhold. 20. 10 20 10. 75. 75 30. 30 15. 26 50.' 20. 80. 30, 30, 60. —. 25. —. 15 50, —. 60. —. 50. —. 40. —. 10. —. 30. —. 40, 30. 3.-. —. 75. Briefkasten der Redaktion. B. in Zürich: Sie meinen, das Jurasser Organ der„bewaffneten Spaziergänger" sei in neuester Zeit etwas vernünftiger geworden. Nun, die letzte Nummer wird Sie eines An- deren belehrt haben. Damit auch dem größeren Publikum der heitere Erguß nicht verloren geht, drucken wir ihn, in möglichst getreuer Ueber- setzung hier ab. Den Anlaß bietet der spaßige Culturkampf, den die Coburg- Goihaer Regierung gegen die Sozialdemokratie eröffnet hat, und der betr. Passus lautet„Genau genommen, wird die Lektüre dieser (sozialistentödtcrischen) Schriften den Arbeitern von Coburg- Gotha weniger Schaden thun, als die Lektüre gewisser sogenannter sozia- listischen Zeitungen; denn Schmähschriften gegen die Arbeiter- bewegung haben gewöhnlich die Wirkung, Diejenigen, welche sie lesen, gegen die Bourgeoisie zu erbittern, und sie so für den Sozialismus vorzubereiten; aber der Arbeiter, welcher seine Weisheit aus einem Blatt schöpft, das ihm den„Volksstaat"(die Gänsfüßchen gehören dem wälschen Autor, der vor dem„Staat" überhaupt und dem von der deutschen Sozialdemokratie geforderten„Bolksstaat" im Besonderen einen heiligen Schauder empfindet-, und sich, so oft er das Ungeheuer nennt, dreimal bekreuzigt, was durch die Gänssüßchen angedeutet wird) also: das ihm den„Volksstaat", die gesetzlichen Mittel, den bedach- tigen(lent) Fortschritt, und den Haß gegen die Revolutionäre predigt, sich fälschlicherweise für einen Sozialisten hält, weil er in sei- ner Dummheit(das Original detement— ist noch etwas weniger fein) auf das Wort einiger Führer hört, während er in Wirklichkeit nur ein Fanatiker(kanatigue) ist, welcher sein Ohr der Diskussion und seinen Geist jedem Gedanken verschließt, der nicht das amtliche Siegel der Parteileitung empfangen hat." Nicht wahr, ganz hübsch? Vielleicht hat unser unfreiwilliger Mitarbeiter(der uns hoffentlich recht oft mit ähnlichen Pröbchen erstellen wird, die Güte, gelegenttich das Räthsel zu lösen, wie„der bedächtige Fortschritt" zum „Fanatiker", oder der Fanatiker zum bedächtigen Fortschritt kommt.— Den deulschen Arbeitern, die in dein nicht ganz schmeichelhaften Zeugniß, welches der Urheber obiger Expektoration ihnen ausstellt, etwas„Brüder- lichkeit" vermissen sollten, sei hier— und zwar allen Ernstes— bemerkt, daß die„bewaffneten Spaziergänger" im Grund genommen eS gar nicht so schlimm meinen, als sie thun, und durchaus ehrliche Leute sind, die es unzweifelhaft mit der Zeit noch so weit bringen werden, zwischen Kinderstreichen und männlicher Arbeit zu unterscheiden. Sunt pucripueri, pueripuerilia tractant(Knaben sind Knaben, Knaben treiben Knabenstreiche)— man muß tolerant sein, und, wie„der alte Fritz", Jeden nach seiner Fa?on selig werden lassen.— Sch. in Bremerhaseitt Empfangen. Sie werden Bescheid erhalten. Die Ver- öffentlichung dieser Notiz, die von L. rechtzeitig gegeben war, wurde durch einen ZufaL verzögert. Beide Man. befinden sich in den Händen der Redaktion.— W. Seel in Ludwigshafen: Wenn bei Abstimmungen im Reichstage durch Ausstehen und Sitzenbleiben da» Resultat dem Bureau unsicher erscheint, so erfolgt nach der Geschäftsordnung die Abstimmung durch Zählung. Alle Abgeordneten verlassen dann den Osnabrück. im Saale des Hrn. Hillebrand, Altemünze 21: Ätttglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1) Bortrag. Verschiedenes. Um recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht f30- Der Vorstand. Ein Korbmachergesellc auf feinere Sessel, Blumentische u. Kinder» wegen, welcher accurate und solide Arbeit mackt, wird gesucht von 90](F. 80) Fr. Frankcn-Köller, Düsseldorf. Un.erzeichnclc erklären hierniit, daß sie mit der„Inbrairic internationale Züricli", von deren Existenz a's solche hier übrigens nichts bekannt, nicht das Mindeste gemein haben und jede Solidarität mit deren Unternehmungen und den dahinter stehenden Perjonen, welche wahrscheinlich auch keinem parteigenössischen Kreise angehören, zum Voraus ganz entschieden ablehnen müssen. Zürich, den 12. Juli 1877. pp. Volksbuchhandlung: Rob. Seidel, Hottingen-Zürich. I. Franz& Co., Schweiz. Sortiments-».Antiquariat». Buchhandlung, Rosengasse 6, Zürich. Die Neue Welt. Jllustrirtes Unterhaltungsblatt für das Volk- Abonnementspreis vierteljährlich M. 1,29. In Heften(Z Wochen-Nnmmern enthaltend) 4 99 Pf. Inhalt der Nr. 29(20. Juli 1877): Baters Liebling. Von F. Klinck. (Fortsetzung.)— Girolamo Savonarola(mit dessen Portrait, Klosterzelle und Martyrium).— Bon der unteren Donau. Licht- und Schattenbilder von Carl Stichler. III.— Kleinere Mit- th eilungen: In der Klosterküche(mit Illustration).— Zur Feuer» bestatlung.— Eine Leistung der Buchdrnckerkunst.— Briefkasten- Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß als Entgegnung auf einen in der„Neuen Welt" veröffentlichten, für die Impfung in die Schranken tretenden Artikel des Herrn Dr. Stiebeling in New» Bork eine wissenschaftliche Abhandlung über die Impf» frage von Seiten eine? Jmpfgegners m der„N.W." erscheine!» und daß die Redaktion des Blatte» unausgesetzt bemüht sein wird, wissenschaftlich hochstehende Jmpfireunde sowohl als Jmpfgegner zur Darlegung ihrer Ansichten in der„N. W." zu bewegen, damit ihre Lejer- zur Fällung«ine» felbstständigen und wissenschaftlich begründeten Ur- theils in dieser hochwichtigen und brennenden Frage besähigt werden- Die Expedition. FSrberstr. 12 in Leipzig. B rantwortbichi« Nedatt.-ur: R. Seiffert'n Leipzig. Redebton urd Exped>t.su Färberftr-ße 12/ IL in Leipzig. £ u Le pz g,