es En ei D.. 6 En 2. S 0. er 0. 0. m に ent 30 r, 50 18 t. n.. zu 10 f= er 10 1). 1. m 70 im 0) Fe= 60 in zu 3. 3= ft es r's d= er e. te er nt 11. ie " e= 1. h= <= er er es ir h Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 m. 60 Pf. pro Duartal. Monats Abonnements werben bei allen deutschen Postanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen; im Königr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Pfg. Juferate betr. Versammlungen pr. Petitzeile 10 Bf., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Pf. Nr. 91. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buch handlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- York: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: P. Haß, 630 North 3rd Street. 3. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Laufermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: E. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Die Vorgänge in Amerika. Sonntag, 5. August. 1877. den„ Aufruhr" nicht verantwortlich machen würden. Schon in vor dem Jahre 1873 gezahlt wurde. Wer damals 15 Dollars der letzten Nummer in der sozial- politischen Uebersicht haben verdiente, bekommt jezt 5-6 Dollars. Die Unzufriedenheit Den 1. August. Noch immer keine vollständige Klarheit wir mitgetheilt, wie die Blätter der Bourgeoisie hezen, heute war daher allgemein, und nur zu erklärlich ist es, daß sich diese werden wir nicht vor Eintreffen der amerikanischen Bei- müssen wir nachtragen, daß weder Klugheit, noch Vernunft diesen größere Massen den Strikenden anschlossen, daß die Unruhen tungsberichte, und namentlich der Berichte in unseren Partei- Blättern Einhalt gebieten, durch infame Lügen den Klassenhaß allgemeiner wurden, besonders als durch die Schuld der Bourgeoisie das erste Blut geflossen war. blättern ei langen aber immerhin doch so viel Klarheit, daß weiter zu schüren. wir sagen können, die Telegramme, mit welchen wir im Laufe Nochmals aber verweisen wir unsere Leser auf direkte Nachder vorigen Woche überschwemmt wurden, haben, theils durch richten unserer Parteigenossen in Nordamerika, denen wir in Entstellungen, theils durch Uebertreibungen ein vollkommen fal- kürzester Zeit entgegensehen. sches Bild der Vorgänge in den Vereinigten Staaten gegeben. In wie weit hier die sprichwörtliche Gestaltenseherei der Furcht, das geschäftsmäßige Haschen nach sensationellem" Neuigkeitsstoff Ueber den ,, Strike" in Nordamerika Für die sozialistische Bewegung in den Vereinigten Staaten werden diese Unruhen insoweit von Interesse sein, als dieselben die, bis jetzt nichtpolitischen Gewerkvereine( Trades- Unions) auf politisches Gebiet treiben und so dem Sozialismus resp. Communismus in die Arme führen werden. Würden in Amerika die sozialistischen Ideen in solchem Maße und politische Berechnung thätig gewesen sind, läßt sich jetzt noch geht uns von einem Parteigenossen, der jahrelang in der ameri- berbreitet sein, als in Deutschland, so würde durch die gegenwärtige Bewegung der sozialistische Staat entstehen. Alle Bornicht beurtheilen und unterscheiden. Genug wir sind getäuscht fanischen Arbeiterbewegung stand, folgendes Schreiben zu: bedingungen dazu sind in den Vereinigten Staaten vorhanden. worden. Kein Zweifel, es sind ernste Ereignisse, die sich seit Dresden, den 31. Juli. 14 Tagen in den Vereinigten Staaten abspielen, aber ein Auf- So weit man die neuesten Vorgänge in den Bereinigten Die kapitalistische Produktion ist so weit entwickelt, daß sich nur stand ist es nicht( wir haben deswegen auch unseren Titel Staaten schon jetzt beurtheilen kann, ist es klar, daß von einem England noch mit Amerika gleichstellen kann. Ein Mittelstand verändert). planmäßigen Vorgehen, einer geheimen Verschwörung", wie es existirt nicht, braucht also auch nicht erst zu Grunde zu gehen. Unsere ursprüngliche Auffassung hat sich im wesentlichen als die Reptilienpresse darzulegen sucht, nicht die Rede sein kann. Das Eigenthum iſt ſtellenweiſe in ganz wenigen Händen conrichtig erwiesen. Der Strike der Eisenbahnarbeiter bildete den Würde dieses der Fall sein, und die Verschwörer hatten eine centrirt. Der Staat selbst besitzt noch ungeheure Länderstrecken. Anlaß zu Demonstrationen der unbeschäftigten Arbeiter über- solche Stärke, wie sie in den stattgehabten Kämpfen gezeigt haben, Mit der Enteignung der vielen Aktiengesellschaften, Eisenbahnen, haupt, und die Conflikte, zu denen es leider an verschiedenen so würde in den Vereinigten Staaten keine Macht im Stande Bergwerks, Del- Compagnien u. s. w. würde der weitaus größte Orten tam, wurden vom Lumpenproletariat ausgenügt. Nir- sein, das Vorgehen der Arbeiter aufzuhalten, vorausgesetzt, daß Theil des Eigenthums in Händen des Staats sein. Die poligends auch nur der leiseste Anhalt dafür, daß jene Conflikte im dieselben von einer Idee, wie etwa der sozialistischen, beseelt tischen Freiheiten sind vorhanden, die ökonomische Gleichheit würde bei einer so hohen Entwicklung der Produktion nicht lange Plane der Arbeiter gelegen hätten. Nirgends auch nur der wären. leiseste Anhalt dafür, daß Seitens der Arbeiter, welche den Den Anlaß zu den Unruhen gab, wie ja auch der Vor- auf sich warten lassen. Einen sozialistischen Anstrich kann die Bewegung möglichenStrike und die Demonstrationen machten, ein Bruch der Landes- wärts" bereits ausführte, der Strike oder richtiger Ausschluß gejeze und Gewaltthätigkeiten geplant waren. Kurz es fehlen der Eisenbahnarbeiter. Durch diesen Strike und die damit ver- falls annehmen in Chicago, St. Louis, Louisville und Cincinalle zu einem„ Aufstand" gehörigen Momente. Wie es tam, bundene Einstellung von Arbeiten in verschiedenen Fabriken, die nati, theilweise auch in Newyork und San Franzisco. Beson daß an verschiedenen Orten blutige Conflikte statt hatten, das ihre Produkte nicht befördern konnten, wurde der Funke in's ders in ersterer Stadt ist durch jahrelanges Agitiren durch Rede läßt sich jetzt noch nicht mit genügender Sicherheit erkennen. Bulverfaß geworfen; der Zündstoff war genügend vorhanden, und Preffe ein gutes Theil, besonders des deutschen Elements, sozialistischen Lehren zugängig geworden. Wenn wir auch nicht Vollkommen gewiß aber ist, daß, wo Blut floß, die Arbeiter und der Brand loderte hoch auf. nicht die Angreifer gewesen sind. Der Umfang der Bewegung, Es ist unzweifelhaft, daß besonders die Erbitterung, welche hoffen, daß sich unsere Genossen an einem Kampfe betheiligt ihre Ausbreitung über die meisten Staaten der Union kann Nie- unter den Kohlenarbeitern in Pennsylvanien über die Ermordung haben, der von vornherein aussichtslos war, so kann man manchmanden Wunder nehmen, der die Intensität und die allgemein ihrer Genossen( Molly Maguires) durch die Bourgeoisrichter mal mit dem besten Willen nicht zurückhalten, man wird ge= verheerenden Wirkungen der Krisis bedenkt, die nun bereits in's herrscht, ein gutes Theil zu der großen Ausbreitung der Un- wissermaßen gewaltsam hineingezogen, ohne daß man den Willen fünfte Jahr Handel und Industrie in Amerika lähmen. Der ruhen beigetragen hat. Nimmt man hierzu den Zustand, in dazu gehabt. Wir haben es hier mit einer Bewegung zu thun, die, der Nothstand unter der gesammten Arbeiterbevölkerung ist entseg- welchem gerade die Kohlenarbeiter leben, welcher von der Sklalich, und wenn Bourgeoisblätter behaupten, trotz der Lohnre- verei kaum zu unterscheiden ist, so kann es nicht wundern, wenn kapitalistischen Produktion ihre Entstehung verdankend, ein Vorpostengefecht eines größeren Kampfes ist, eines Kampfes, dessen duftionen der letzten Beit seien die Löhne noch immer ganz statt dieselben zu Gewaltthätigkeiten ihre Zuflucht nehmen. lich und hätten die Arbeiter keine Ursache zu klagen, so ist das Der pennsylvanische Kohlenarbeiter führt ein elendes Dasein; Resultat die Vernichtung des modernen Staates, der modernen entweder das alberne Geschwätz der Ignoranz oder eine perfide alle Arten der Ausbeutung, welche das auf die Spike getriebene Produktionsweise sein wird. Entgegne man mir nicht, daß in Tendenzlüge, denn nach amtlicher Statistik haben sich in den Bourgeoisregiment mit sich bringt, werden gegen ihn angewandt. den Vereinigten Staaten dieser Kampf nicht nöthig sei, daß, Jahren 1860 bis 1873 die Löhne zwar um 60 Prozent er- Nicht genug, daß die Löhne herabgedrückt werden, wo nur immer weil Amerika alle politischen Freiheiten habe, es durch allmählige höht, sind dafür aber in der gleichen Zeit alle Lebensmittel- möglich, nein, auf die perfideste Art wird er noch durch das Entwicklung in die sozialistische Gesellschaft übergeleitet werden preise um durchschnittlich 92 Prozent gestiegen, so daß Trucksystem, welches in den pennsylvanischen Bergwerken zur könne. Die kapitalistische Produktion hat ein Element geschaffen, also der Arbeiter mit seinem erhöhten Lohn von 1873 nicht höchsten Ausbildung gelangt ist, besonders ausgebeutet. Das welches weder ein Klasseninteresse hat, noch sonst durch eine so viel Lebensmittel taufen fonnte wie mit dem nie- Cottagesystem, durch welches der Arbeiter an die Scholle ge- Idee zusammengehalten werden kann; es ist dieses das Lumpendrigen Lohn von 1860. Und das Jahr 1873 war das der bunden wird, gleich dem Leibeigenen des Mittelalters, ist in den proletariat. Dieses ist nirgends stärker ausgebildet, als in höchsten Löhne und das letzte der Prosperitätsperiode, der Krach Kohlenregionen Pennsylvaniens allgemein. Die Eisenbahngesell- Amerika; und wir können überzeugt sein, daß die durch das brach herein, und mit ihm die Lohnreduktionen, ohne Re- schaften, welche zu gleicher Zeit Besitzer der Kohlenbergwerke Kabel gemeldeten Brandstiftungen und Morde, wenn überhaupt duktion der Lebensmittelpreise. Man sieht ein, es war find( nebenbei auch ein Erklärungsgrund für die Betheiligung nicht erlogen, auf Rechnung dieses Elements zu sehen sind. Die eine Lebensfrage, es war Kampf um's Dasein", wenn sich der Kohlenarbeiter an dem Strike der Eisenbahnarbeiter), haben amerikanische Bourgeoisie scheut nicht vor Blut zurück, und sie die amerikanischen Arbeiter den Lohnreduktionen widersetzten. den ganzen Grund und Boden der Kohlenregion für sich in wird, wenn sie ihre Machtstellung, ihre Herrschaft gefährdet Allein Diejenigen, welche die reduzirten Löhne, die Hungerlöhne Besitz genommen. Den Arbeitern werden Häuser( Cottages) ge- sieht, nicht davor zurückschrecken, dieses Lumpenproletariat zu beziehen, sind noch relativ gut daran. Hunderttausende von Ar- baut, welche sie nach und nach abzubezahlen haben, und zwar kaufen und gegen die sozialistischen Arbeiter marschiren zu lassen. beitern in Amerika die Bahl läßt sich augenblicklich nicht fest- so, daß ihnen von dem ohnehin färglichen Lohne wöchentlich Die Gewalt ist die Geburtshelferin jeder alten Gesellschaft, die stellen haben absolut teine Arbeit. Unter solchen Um- Abzüge gemacht werden. Im Besitz eines solchen Hauses ist der mit einer neuen schwanger geht." Auch in Amerika wird sich H. Schlüter. ständen erscheint der Strike der Eisenbahnarbeiter ebenso natür Arbeiter nicht im Stande, einen andern Arbeitgeber zu suchen, dieses bewahrheiten. lich, als die massenhafte Betheiligung der übrigen Arbeiter an als gerade die Compagnie, welche dort, wo er sein Haus stehen den Hungerdemonstrationen, die sich an diesen Strike geknüpft haben. hat, den Grund und Boden besitzt, der wohlweislich nicht mit verkauft wird. Will nun der Arbeiter sein Haus, für das er jahrelang Sozialpolitische Uebersicht. Die Ursachen der Verwilderung. Ein Staatsanwalt Was anfangs von communistischen oder sozialistischen Hezereien gesagt wurde, hat die Bourgeoispresse selbst zurücknehmen zahlte, nicht verlieren, so muß er seinen Arbeitgebern, den Koh- und ein Gerichtsdirektor in Ostpreußen haben im Laufe der müssen. Sie wäre damit wohl nicht so flink gewesen, hätte sie lenbaronen, zu Willen sein, muß ihnen so billig arbeiten, wie letzten Jahre constatirt, daß die Rauflust und die Rohheit vielnicht zu fürchten, daß von anderer Seite Alles, was sie den diese es verlangen. Mit Thränen in den Augen sagte dem fach aus den Kriegen herrühre ihnen ist auch nicht widerSozialisten in die Schuhe zu schieben suchte, mit Leichtigkeit und Schreiber dieses ein alter irländischer Kohlengräber, als ihm sprochen worden. Jezt taucht auf einmal ein Gerichtsdirektor obendrein mit tausendmal mehr Recht den Gewerkvereinen vorgestellt wurde, er solle doch, da er so sehr gedrückt würde, in Gera auf und hält einen Vortrag in einem Verein aufgehalst werden könnte. Woran wir beiläufig nicht denken, in die Stadt ziehen:„ Ich kann nicht; jahrzehntelang habe ich doch lassen wir die liberalen Zeitungsberichte sprechen: weil wir in den offen zu Tag liegenden Verhältnissen die ge- mich um mein Haus geplagt, ich muß bleiben, und wenn ich hier" In der letzten Sigung des Gewerbevereins zu Gera hielt nügende Erklärung des Geschehenen finden und überzeugt sind, verhungern sollte." Kreisgerichtsdirektor Hirt einen bedeutsamen Vortrag über:„ Die daß auch ohne den Gewerkverein der„ Schienenmänner" der Kein zweites Land der Welt ist so sehr von der herrschenden zunehmende Verwilderung unserer Jugend." Die Ursachen des Riesenconflict zwischen Arbeit und Kapital erfolgt wäre. Krise ergriffen worden, hat so sehr unter derselben zu leiden Sinkens der Moralität im Allgemeinen fand er in der auf den Nur ein Flachtopf oder Polizeispizzel sucht in solchen Fällen gehabt, wie die Vereinigten Staaten. In allen Städten sind gröbsten Materialismus gerichteten Zeitströmung, in den Umnach geheimnißvollen, von dunkeln Hinterstuben aus die Men- Tausende schon seit Jahren arbeitslos; Tausende ziehen im sturzbestrebungen der Sozialdemokratie, in der allge= schen und Dinge lenkenden Verschwörern. Lande umher, hier etwas verdienend, dort etwas erbettelnd, um meinen Genußsucht, in dem Unmuthe der minder Begünstigten Im Ganzen lauten die neuesten Nachrichten aus Amerika so ihr fümmerilches Dasein zu fristen. Die von Stadt zu Stadt gegen die besitzenden Klassen, in der Leugnung jeder göttlichen ziemlich beruhigend". Außer der Mezelei in Chicago, wo die Wandernden( tramps) waren so zahlreich, daß in Rhode Island und menschlichen Ordnung." Behörden, offenbar aus kindischer Angst vor dem„ Rothen Ge- ein besonderes Gesetz erlassen wurde, nach welchem alle tramps Das hätte Victor Böhmert oder auch Franz Duncker oder Spenst", wahre Bestialitäten verübt haben, wird kein ernsthafter in Arbeitshäuser gesteckt werden und für den Staat arbeiten auch Pastor Hengstenberg oder Hegel Alles ebensogut sagen das haben sie Alles schon gesagt, und der Herr Busammenstoß gemeldet. Wohl aber sind zwischen den Eisen- sollten. Die Bourgeois- Natur unseres modernen Staates ver- können bahnarbeitern und den Eisenbahndirektionen Verhandlungen an- leugnete sich auch hier nicht. Es wurde die eingesperrte Arbeits- Gerichtsdirektor hätte somit nur nachgeplaubert. Ueber die unbe geknüpft worden, die auf mehreren Bahnen schon zur Wieder- kraft an Contraktoren vergeben, die natürlich ein gutes Geschäft wiesenen Anklagen und Absurditäten deshalb kein Wort. Wir aufnahme der Arbeit geführt haben. Dagegen erfahren wir, daß machten, da sie den Arbeitern außer dem Essen einen Lohn von können auch nicht wissen, was auf Kosten des Gerichtsdirektors oder auf Kosten des liberalen Referenten kommt, denn hätte der Strike der Bergarbeiter in Pennsylvanien sich mehr 25 Cents pro Woche gaben. man höre und mehr ausdehnt. Alle diese Tausende von Arbeitslosen hofften seit Jahren der Herr Gerichtsdirektor in Wirklichkeit derart deduzirt, so beEin sozialistisches Arbeitermeeting in Newyork war schon darauf, daß es losgehe". Ohne sich flare Vorstellungen dauern wir alle Angeklagten, die mit ihm zu thun haben, er nach Telegrammen von 10,000 Personen besucht, es muß sonach von dem„ Wieder losgehen" zu machen, trugen sie sich mit dem würde jedes vernünftige Argument mit seiner verzweifelten Logik eine imposante Demonstration gewesen sein. Daß Newyork bei Gedanken, daß durch eine gewaltsame Erhebung all ihr Elend todtschlagen können. Nur Folgendes zum Beweise: Der Herr der Gelegenheit nicht à la Thomas in die Luft gesprengt, nicht und Unglück verschwinden werde. Dazu kommt noch, daß der Gerichtsdirektor hält unzweifelhaft, die Leugnung jeder göttlichen einmal mit Petroleum gesalbt und angezündet wurde, will ver- amerikanische Arbeiter, besonders der in den großen Städten, und menschlichen Ordnung" für ein Beichen großer Unmoralität, schiedentlichen alten Weibern beiden Geschlechts gar nicht ein- glücklicherweise sich in seinen Bedürfnissen noch nicht so weit ja diese Leugnung selbst ist bei ihm Unmoralität und dennoch herunterdrücken ließ und auch niemals läßt, als seine Brüder fagt er, sie sei die Ursache des Sinkens der Moralität; ebenso Leuchten. 2. August. Die Arbeiterbewegung nähert sich ihrem Ende. in Deutschland. Er macht noch Ansdrüche an's Leben; er ver- sind bei ihm ganz gewiß die Umsturzbestrebungen der SozialUeber Zusammenstöße ist keine neuere Nachricht erfolgt; die langt täglich seine guten Mehlspeisen, sein Fleisch, überhaupt demokraten unmoralisch, und nun sollen sie wieder die Ursachen Eisenbahnarbeiter haben auf den meisten Strecken ihre Arbeit eine gute, fräftige Kost. Die arbeitslose Beit, für welche er der Unmoralität sein. So geht es wie Kraut und Rüben durchwieder aufgenommen. naturgemäß und mit vollem Recht seinen Arbeitgeber verant- einander; Ursachen, Wirkungen, Erscheinungen Alles wird hübsch zusammengerührt und dann den„ gebildeten" Zuhörern Wir haben übrigens den Bourgeoisblättern sehr unrecht ge- wortlich macht, wurde daher um so mehr von ihm gespürt. than, wenn wir oben behaupteten, daß sie die Communisten für Die Löhne betragen nur noch den dritten Theil dessen, was zum Genießen vorgesetzt. D, armer politischer Verbrecher", über den vielleicht einmal der gestrenge logische Herr Direktor zu Gericht sitzt, und wenn es gar ein Sozialdemokrat ist— dann wehe, wehe, wehe! Nicht allein ist die Sozialdemokratie die Unmoralität selbst, sondern sie ist auch nochjne Mutter derselben— Tochter und Mutter zugleich, welch' Scheusal! — Zur Reichsjustizgesetznovelle wird die Fortschritts- Partei in der nächsten Rerchstagssession folgenden Antrag stellen: „Zum Referendar ernannt wird Derjenige, welcher das Abi- turienten-Examen auf einem Gymnasium oder einer Real- schule bestanden hat und in einer Prüfung darthut, daß er die für einen Referendar bestimmungsmäßig erforderlichen juristischen Kenntnisse hat." Auf einem Gymnasium oder einer Realschule werden be- kanntlich gar keine juristischen Kenntnisse erworben. Wes- halb nun diese Beschränkung? Natürlich, um für die Bourgeois- söhnchen die juristische Carriere nach wie vor allein offen zu halten. Will man dies, so mag auch der dreijährige Besuch der Universitäten bleiben— entweder, oder! Entweder, das Refe- rendariatsexamen wird nur an bestimmte Kenntnisse gebunden, damit jeder Fähige dasselbe machen kann, oder der Besuch der Universität bleibt beibehalten, damit von der Vergünstigung nur ein kleinerer Bruchtheil der Besitzenden getroffen wird.— Bei dieser Gelegenheit fällt uns ein, daß die Fortschrittspartei aus lauter„Demokrätzerei" die Befugniß zum Einjährig-Freiwilligen- dienste ausdehnen möchte auf diejenigen Wohlhabenden, die sich selbst equipiren und beköstigen können, und welche nur eine „geringere" Schule, als Gymnasium, Realschule erster Ordnung w., besucht haben. Auch hier sind wir anderer Meinung. Demo- kratisch(nicht„demagogisch"!) ist das Verlangen, daß alle Militärpflichtigen die gleiche Zeit unter den Waffen stehen; ist aber schon eine Ausnahme vorhanden, wie in Deutschland bei dem Einjährig- Freiwilligen-System, so ist es mindestens für einen Demokraten(nicht„Demagogen"!) taktvoll, wenn er derartige Ausnahmen einer möglichst geringen Anzahl Staatsbürger zu- wendet, besonders da dieselbe auch bei möglichster Erweiterung immer nur einem kleinen Bruchtheil der Bevölkerung zu Gute kommt. — Charakteristisches Zeichen der Zeit. Der liberalen „Bonner Zeitung" entnehmen wir Folgendes: „Von der Sieg, 23. Juli. Die Geschäfte in unserem sonst so industriellen Siegthale beginnen auch nach und nach immer mehr bergab zu gehen. Einzig und allein flott gehen die Ge- schäfte auf der königl. Geschoßfabrik und einigen chemischen Fabriken. Der Geschäftsgang auf den Militärpulverfabriken ist ausgezeichnet und können die Fabrikanten auf dm Mühlen in Schladern, Wissen, Hamm:c. fast nicht alle die zahlreichen Bestellungen effektuiren. Das Pulver geht per Bahn nach dem Kriegsschauplatz. Per Achse kommen auf der Siegener Chaussee fast täglich Fuhren aus dem Dhünthale mit sogenanntem prismatischem Pulver, welches auf den oben bezeichneten Fabriken erst fertig gemacht wird. Da der Andrang von Leuten zur Pulverfabrikation wegen der Gefährlichkeit nicht sehr stark ist, so werden sehr hohe Löhne bezahlt." Bedürfen diese Worte eines weitschweifigen Commentars? Während Handel und Wandel durch den Gründerschwindel und die heutige planlose Produktionsweise lahm gelegt sind, blüht nach wie vor die Industrie für den Massenmord. Und trotz solcher unnatürlicher, haarsträubender Erscheinungen ist man noch unverschämt genug, von„göttlicher Weltordnung", von„Reichs- Herrlichkeit" und von ähnlichen Wahnvorstellungen, die nur in dem müßigen Gehirn von Thoren existiren, zu sprechen? Sch. — Ein kirchlicher Trost. In der vorigen Nummer haben wir die Notiz gebracht, daß auf einem Uebungsmarsche bei Potsdam am Hitzschlag verschiedene Mannschaften verunglückt sind; in ihren Tornistern mußten die Soldaten löpfündige Sand- säcke schleppen. Ein Füsilier ist verstorben, ein Katholik Namens Bügler. Der katholische Pfarrer Beyer hielt die Leichenrede und suchte die umstehenden Soldaten dadurch zu trösten, indem er sagte, sie sollten nur geduldig bei einer Uebung schwer tragen, Christus hätte ja auch sein Kreuz nach Golgatha schwer tragen müssen.— Wir können wirklich nicht sagen, ob dies Ernst oder Spott sein sollte— doch es kam aus eines Priesters Mund und wird deshalb wohl bitterer Ernst gewesen sein. — Todtmarschirt. Man schreibt uns unter'm 28. Juli aus Erfurt:„Auch wir in Erfurt haben Gelegenheit zu der Rubrik:„O, welche Lust u. s. w." einen Beitrag zu liefern. In den hiesigen Blättern stand am 26. ds. eine Todesanzeige, durch Das Alter der Ehemündigkeit und das'Derbst der Khefchtießnng ohne Erlaubnik der militärischen Dorgesetzten. Ein praktischer Fall und verwandt- Studien führten mich darauf, obige Punkte— von welchen die durch das Reichsgesetz vom 6. Februar 1875 eingeführte Festsetzung der Ehemündigkeit auf die Vollendung des 20. Lebensjahres für Männer und des 16. Lebensjahres für Frauen dem Volke wohl kaum noch recht zum Bewußtsein gekommen ist— einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Dabei suchte ich die in dem Werke von Stölzel: Deutsches Eheschließungsrecht, mitgetheilten Angaben über das Alter der Ehemündigkeit in den europäischen Staaten nach Klassen zu ordnen, und ergab sich daraus die nachfolgende— für verglei- chende Rechtswissenschaft, Nationalcharakter, freiheitlichen Zustand u. s. w. gewiß höchst interessante— Uebersicht. I. Niedriges Alter— ohne Dispens. a. Körperliche oder geistige Reife. Es entscheidet nämlich: die Geschlechtsreife in der Türkei, die Confirmation(constatirt religiöse Reife) in Nor- Wegens außerdänischem Rechtsgebiet. Auch für die Juden in Ungarn isf keine Altersgrenze anerkannt. I). Das niedrigste fixirte Alter(14 Jahre für Männer, 12 Jahre für Frauen) besteht für Griechenland, Portugal, Spanien(welches zugleich, wie nach canonischem Rechte, Zeugungssähigkeit erfordert), Großbrittanien, Ungarn für die(römischen und griechischen) Katholiken. Hieran schließt sich Oesterreich an, welches für Mann und Frau 14 Jahre erfordert. c. Ein etwas höheres Alter besteht für: Kaukasien, nämlich 15 resp. 13 Jahre, die Jonischen Inseln, 16 resp. 14 Jahre, Lappland(russisches und schwedisches), 17 resp. 15 Jahre. Ohne Dispens? die dcr plötzliche Tod eines Soldaten Freigemuth angezeigt wurde. Der Sachverhalt ist kurz folgender: Am vergangenen Dienstag fand bei der großen Hitze ein Uebungsmarsch des 71. Regiments statt, zu welchem Regiment besagter Freigemuth als Reserve-Unteroffizrer eingezogen war, und ist derselbe in Folge der großen Hitze vom Schlage getroffen worden unMo- gleich gestorben. Seine alte Mutter hat die Leiche unter großem Jammer nach ihrem Heimathsorte abgeholt, um sie dort be- erdigen zu lassen. Der Verstorbene war Referendar am hie- sigen Kreisgericht. Außerdem sollen noch einige andere Soldaten in Folge dieser Anstrengung im Lazareth liegen."— So fordert der Militärismus alljährlich seine Opfer, und er wird sie so lange fordern und auch erhalten, so lange das Volk nicht einsieht, daß der Militärismus der bitterste Feind des Volkes ist. — Harte Strafe! Wie unser Dresdener Parteiblatt er- fährt, ist vom Kriegsgericht zu Dresden der Vicewachtmeister M..... des Gardereiter-Regiments, welcher durch seine bru- tale Behandlung der Untergebenen den vor einigen Wochen er- folgten Selbstmord des Gardisten Müller herbeigeführt haben soll, zu— man höre!— acht Wochen gelindem Arrest ver- urtheilt worden! Genannter Vicewachtmeister, der schon zweimal wegen schlechter Behandlung, resp. Mißhandlung Untergebener, das letzte Mal mit zwei Wochen ebenfalls gelindem Arrest be- straft wurde, soll erst vor kurzem wieder eine Säbelklinge an einem Gardisten zerschlagen haben; auch habe er, wie uns ver- sichert wird, den armen Gardisten Müller am Tage seines Selbstmordes eines'kleinen am Steigbügel vorgefundenen Rost- fleckens wegen derart mit einem Obergurt geschlagen, resp. von einem eigens dazu commandirten Gefreiten schlagen lassen, daß Müller blutete. Gerade dieser letzte Akt der Brutalität habe bei Müller das Maaß voll gemacht und ihn unmittelbar in den Tod getrieben. Und dafür acht Wochen gelinden Arrest! Ein „Gemeiner", der einen Vice-Wachtmeister nur„schief ansieht", erhält schärfere Bestrafung. — Aus Freiberg bringt unser Chemnitzer Parteiblatt fol- genden Bericht:„Nothstand und überall Nothstand schallt der Schrei von einem Ende Deutschlands zum andern, und wenn der„Freiberger Anzeiger und Tageblatt", resp. Amts- blatt, noch so dreist leugnet, so ist doch auch hier die Roth bis auf die äußerste Spitze gestiegen, das beweisen schon die vielen Selbstmorde. Wir hatten, bei einer so geringen Einwohnerzahl, fünf Selbstmorde in einer Woche. Davon drei an einem Tage, und alle kamen sie im Arbeiterstande vor, mit Ausnahme des einen, welcher noch eine Folge des„Darlehenskraches" war. Man möchte fast glauben, daß die Herren Bourgeois, da sie jetzt keine Freude an deutschem Kriegsgetümmel und an Bruder- leichen auf dem Schlachtfelde haben, ihre Freude an den Er- hängten und Ersäuften finden müßten, denn sonst wäre es ihnen unmöglich, diese colossale Roth, welche zu den Selbstmorden führt, so gänzlich hinwegzuleugnen. Man sollte sich überzeugen, in welcher Weise z. B. die Bergleute für ihr Nöthigstes sorgen. Des Nachts arbeiten sie auf der Grube und am Tage bieten sie ihre Kraft noch für ein Spottgeld aus, wobei sich die Angehörigen der besitzenden Klasse sehr wohl befinden." — Abgeblitzt ist der östreichische Tessendorf, Graf Lame z an in Wien, bei seiner neuesten Razzia auf unsere dortigen Ge- sinnungsgenossen. Vorigen Freitag mußten fämmtliche Berhas- teten wegen Mangels eines strafbaren Thatbestandes m Freiheit gesetzt werden und ist jedes weitere Verfahren eingestellt.— Erwähnt mag noch werden, daß die östreichischen Arbeiter trotz der gegenwärtigen Nothlage ihre Opferwilligkeit wieder glänzend bewiesen haben, indem sie in wenigen Tagen an 400 Mark zur Unterstützung der Familien der Jnhaftirten aufbrachten und auch ihre Parteiorgane, die momentan aller Beamten beraubt waren, über Wasser zu halten wußten. — Uane e lavozo!(Brod und Arbeit!) So erscholl auch in dem schönen Florenz vor einigen Tagen der Ruf der hun- gernden Masse des Volkes. Die liberalen Zeitungen schreiben mit Genugthuung darüber, daß die„Ruhestörung" sofort unter- drückt worden sei und daß 11 Verhaftungen vorgenommen wurden.„Ruhestörungen"— gewiß, wenn der Ruf des hungernden Volkes an das Ohr des behäbigen Bourgeois schlägt, so wird er aus seiner Ruhe gestört; sie unterdrücken die„Ruhe- störung", der Bourgeois schwelgt weiter, das Volk hungert weiter. O, die beste der Welten! — Der Gerant der„Lanterne" zu Paris ist am 27. Juli II. Hohes Alter— mit Dispens. ä. Viele Länder erfordern für die Ehemündigkeit ein Alter von 18 resp. 15 Jahren: Frankreich, Belgien, Italien, Rumänien, Ungarn für Protestanten.— Mit Dispens? Russisch-Finnland(mit Ausnahme von Lappland): für Landleute in der Armee oder mit fester Beschäftigung. — Mit Dispens? oder ein Alter von 18 resp. 16 Jahren: die Niederlande, Schweiz, Rußland(ohne Kaukasien und Finnland). o. Das höchste Alter(20 resp. 16 Jahre) erfordern: Norwegen im dänischen Rechtsgebiet, Dänemärk, das deutsche Reich. Hieran schließen sich Schweden(außer Lappland) und(Mit Dispens?) Russisch-Finnland(außer Lappland) für die oben nicht genannten Personen an, mit dcr Ab- weichung: daß bei Männern 1 Jahr mehr, bei Frauen 1 Jahr weniger(also 21 resp. 15 Jahren) erfordert werden. Bezüglich der Dispens ist Folgendes hervorzuheben: Ob in den oben näher(Ohne Dispens? Mit Dispens?) bezeichneten Ländern Dispens ertheilt wird oder nicht, ist nicht bekannt. In den übrigen Ländern der hohen Altersstufe(ck und e) findet Dispens durch das Landesobcrhaupt statt,— mit folgenden Maßgaben: 1. in Italien nur bei Männern über 14 und bei Frauen über 12 Jahre; 2. in Rußland(ohne Kaukasien und Finnland) nur inner- halb der letzten 6 Monate, und zwar durch den Bischof; 3. in Dänemark durch den Justizmiinster; 4. im deutschen Reiche durch das von der Landesregie- rung bestimmte Organ. Dies ist(Bergl. Hinschius, Reichs- gesetz vom 6. Februar 1875, 2. Auflage, S. 102): a. der Landesherr in Baiern, Württemberg, Hessen, Olden- zu 5000 Francs Strafe verurtheilt worden, weil er unter dem Zeichen X...� Berichte von Henri Rochefort veröffentlicht habe. — Aus Petersburg theilt man der„Berliner Fr. Presse" eine Abschrift folgenden Aktenstückes mit: „Ministerium des Innern, Kanzlei des St. Petersburger Gouverneurs. Tisch 3, Nr. 20, 14. Juni 1877. Ganz geheim! An die Herren Jsprawniks;(Kreishauptmann. Landrath). Der Herr Minister des Innern theilt mir zur geeigneten Verfügung mit, daß einer dcr Gemeinderäthe unseres Kreises, indem er sich zur Aufgabe machte, in der ländlichen Bevölkerung das Interesse für die gegenwärtigen politischen Ereignisse zu erwecken durch Verbreitung von Zeitungen in den Dörfern zu sehr billigen Preisen oder gar umsonst, in Verbindung getreten ist mit meh- reren Personen in Petersburg, die es übernommen haben, den erwähnten Gemeinderath mit Zeitungsnummern, die in Redaktionen nach Verkauf übrig bleiben, zu versehen. Dabei ist zur Kenntniß gelangt, daß dieselben Personen sich auch an andere Gemeinde- räthe mit der Bitte gewendet haben, sie für den angegebenen Zweck mit schon gelesenen Zeitungsnummern zu versehen. Dieser Fall bedarf daher einer genauen geheimen Erforschung, und es müssen Maßregeln getroffen werden, daß diejenigen Gemeinde- räthe, bei denen dieser Gedanke einer Theilnahme begegnet hätte, nicht zugelassen werden, ein solches ihnen gar nicht zukommendes und durch die Gesetze nicht gewährtes Recht, sich um die poli- tische Entwickelung des Volkes zu kümmern, sich anzu- eignen. Indem ich Mittheilung davon mache, verordne ich Euer Hochwohlgeboren sich zu bemühen, bei Auftauchen einer der- artigen Absicht in dem Ihnen zugetheilten Regierungskreise, sich davon rechtzeitig und genau zu unterrichten, die Ausführung derselben zu hindern und von dem Vorfall mich in Kenntniß zu setzen.(Gez.) I. V. des Gouverneurs: der Vice-Gouverneur Wolkow. Kanzleidirektor: I. V.: Rajewsky." Daß„Väterchen", wie lo viele andere Väter, seine Kinderchen in Dummheit zu erhalten trachtet, ist allzunatürlich. Daß seine Helfershelfer aber nicht mehr„sicher" sind, da bis tief in die Beamtenkreise die Unzufriedenheit gedrungen ist, das ist sehr günstig für„die politische Entwicklung" im heiligen Rußland, und daß jenes Aktenstück einem sozialistischen Blatte mitgetheilt worden ist, dies ist bezeichnender für die„politische Entwicklung", als das Aktenstück selbst gegen dieselbe. — Die englische Regierung hat eine Reihe von Akten- stücken veröffentlichen lassen, welche die russische Kriegführung als wahrhaft bestialisch hinstellen, und das Schlimmste bestätigen, was von den Türken behauptet worden war. Für uns, die wir das offizielle Rußland kennen, bedurfte es dieser Bestätigung freilich nicht. Und wenn wir der Sache hier erwähnen, so ge- schieht es wegen der hohen politischen Bedeutung, welche der Veröffentlichung beizulegen ist. Die Verstärkung der englischen Flotte und der englischen Besatzungen im Mittelmeer, die Flotten- demonstration an der türkischen Küste— das waren blos Be- weise dafür, daß die englische Regierung sich auf gewisse Even- tualitäten vorbereitete, aber es waren keine Akte der Feindselig- keit. Die Veröffentlichung dieser Aktenstücke, durch welche Ruß- land dem Haß und der Verachtung jedes anständigen Menschen überliefert und mit dem Brandmal scheußlichster Barbarei ver- sehen wird, ist ein Akt der Feindseligkeit. Es ist eine moralische Kriegserklärung— wann die politische Kriegs- erklärung nachfolgen wird, kann, falls die Russen nicht von den Türken allein über die Donau zurückgeworfen werden, nur eine Frage der Zeit, und nicht langer Zeit sein. Auch in O estreich nehmen die Mobilisirungsgerüchte eine immer festere Gestalt an. Wir sind an einen Wendepunkt an- gelangt; schon die nächsten Tage können uns militärische und politische Entscheidungen bringen. Da die Niederlage der Russen bei Plewna nicht weg- zuleugnen ist, so soll sie von der Rubelpresse wenigstens zu einer Großthat der russischen Armee aufgebauscht werden. Kein Zweifel, die russischen Soldaten gingen tüchtig ins Feuer, aber kein Zweifel auch, daß sie sich den Türken, die in der Minderzahl waren, nicht gewachsen zeigten. Die„Vossische Zeitung" hat ganz recht, wenn sie, als Resultat der bisher gemachten Er- fahrungen, sagt:„Wo die Kräfte gleich sind, werden die Russen regelmäßig geschlagen; sie siegen nur, wo sie mit doppelter oder dreifacher Üebcrnmcht auftreten." Die militärische Tüchtigkeit der Türken ist, außer von unwissenden und unehrlichen Zeitungs- schreibcrn, niemals bestritten worden, während die der Russen von jeher sehr großen Zweifeln ausgesetzt war. Die englischen Soldaten, die, 8000 Mann stark, in der Schlacht bei Jnkermann (1854) von 40,000 angreisenden Russen fast 8000 tödteten(also bürg. Braunschweig, Sachsen-Altenburg, Sachsen- Co- burg-Gotha, Anhalt, Reuß ältere und jüngere Linie; b. der Reichskanzler in Elsaß-Lothringen; o. das Justizministerium in Preußen(auch im ehemaligen Herzogthum Lauenburg), Baden, Mecklenburg- Schwerin, Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Schwarzburg- Rudolstadt, Schwarzburg-Sonderhausen, Waldeck; ü. der Minister des Innern im Königreich Sachsen; e. das Ministerium in Lippe; f. die Landesregierung in Mecklenburg-Strclitz; g. die Regierung in Schaumburg-Lippe; b. der Senat in Lübeck, Bremen, Hamburg. Wir sehen also, daß Preußen und die übrigen Staaten des deutschen Reiches zu den wenigen Ländern Europas gehören, welche für die Ehemündigkeit das höchste Alter verlangen. Während das Reichsehegesetz vom 6. Februar 1875 durch Festsetzung dcr Ehemündigkcit auf das vollendete 20. resp. 16. Lebensjahr für einige Gebiete des deutschen Reiches(Mecklen- bürg, Königreich Sachsen, Hamburg, Anhalt) ein geringeres Alter gegen früher erfordert, ist dasselbe für den größten Theil des Reiches erheblich erhöht worden. Hierzu kommt aber noch folgender Umstand. Im veuffchen Reiche beginnt die Militärpflicht mit dem ersten Januar des Kalenderjahres, in welchem der Wehrpflichtige das zwanzigste Lebensjahr vollendet,— also bevor er die Ehemün- digkeit erreicht. Nun bedürfen aber die Militärpersonen des Friedensstandes nach Z 40 des Reichsmilitärgesctzes vom 2. Mai 1874 zu ihrer Verheirathung der Genehmigung ihrer Vorgesetzten ins- besondere(nach§ 38 Art. 3) die Freiwilligen und die ausge- hobenen Rekruten von dem Tage, mit welchem ihre Verpflegung durch die Militärverwaltung beginnt, Einjährig-Freiwillige von dem Zeitpunkte ihrer definitiven Einstellung in einen Truppen- theil an, sämmtlich bis zum Ablauf des Tages ihrer Entlassung aus dem activen Dienste. Nach K 60 Nr. 4 bedürfen auch die in die Heimath beurlaubten Rekruten und Freiwilligen zur Berheirathung der Genehmigung der Militärbehörde. Die active Dienstzeit beträgt aber drei Jahre, wenn nicht etwa— was vielfach von dem Gutachten des Unteroffiziers oder Feldwebels abhängen wird— das dritte Jahr erlassen wird. 1 = r g r t ze S= де e 910 た = er 1, It at T= en er it 3= ent en in 10 0= ; en It, g= es en, rch 16. en res eil ten Das Lin des rer ns= ge= ing Jon en cer . 4 und rde. icht der Es starb bei einer Einwohnerzahl von " " " " 1 " " " 24,1 und mehr auf ein Haus Einer von 27,46 Menschen 18,51 bis 24 15,1 bis 18,50 von 15 und weniger ,, Einer von 28,61 " " " ungefähr jeder Engländer tödtete einen Russen), pflegt en zu aber obendrein nur vorläufig eine Pflicht, die wir schon eher sehen muß, daß bei einer derartigen Sterblichkeit schon im 2. sagen:„ Die Russen ließen sich abstechen wie die Schweine." hätten erfüllen sollen. Dr. Jäger, durch seine Schrift:„ Der oder 3. Jahre kaum noch ein Mensch übrig sein könnte! Der russische Soldat gehorcht blind, maschinenmäßig, marschirt moderne Sozialismus" der Mehrzahl unserer Leser bekannt, Auch die Tabelle über die vermehrte Sterblichkeit in Folge auf Commando in den Tod, steht wie eine Mauer". Letzteres nennt sich selbst einen Conservativen und seine Anschauung läßt übervölferter Wohnungen ist falsch abgeschrieben; sie lautet thut der Türke aber auch; und weil er( was freilich gegen die sich als christlich- soziale bezeichnen. Aber der Mann ist richtig: landläufige Vorstellung, allein nichtsdestoweniger die Wahrheit durch und durch ehrlich und von echt wissenschaftlichem Geist ist) den russischen Soldaten durchschnittlich an Körperkraft und beseelt. Seine Forschungen durchbrechen jeden Moment den Selbstständigkeit weit übertrifft, findet er sich stets im Vor- Ring seiner Anschauungen, und nie verleugnete er die Wahrheit. theil, wenn es zum Handgemenge, zum Kampf Mann gegen Amica ecclesia, magis amica veritas. Die Kirche mit dem daran Einer von 32,10 Mann kommt. Wie bei Plewna, so hat diese Ueberlegenheit der hängenden conservativen Staat steht ihm hoch, aber höher steht Einer von 38,65 Türken sich bei allen Schlachten im jüngsten armenischen Feldzug ihm die Wahrheit. Schon sein Buch über den Sozialismus gab Ihr mir gänzlich unbekannter Correspondent wird bei seinen gezeigt. Ueberall tritt die größere Kriegstüchtigkeit der türkischen Gelegenheit, uns hiervon zu überzeugen. Bei wesentlich gleichen Zusammenstoppelungen gut thun, sich auf genaue Abschrift des Soldaten zu Tag. Wenn die Russen, um ihre dortigen Nieder- Anschauungen ist Jäger weit bedeutender als Todt, dessen Opus: Originals zu beschränken, da falsche Zahlenangaben in statistiLagen zu beschönigen, von einer Üebermacht der Türken reden," Der radikale deutsche Sozialismus"*) so viel besprochen wird, schen Mittheilungen die Statistit selbst in Mißkredit bringen so ist das eine Lüge, denn nach den amtlichen Angaben der während die Jäger'schen Schriften planmäßig todtgeschwiegen müssen. Russen selbst, nicht ihrer eigenen ordre de bataille verfügten sie werden. Nun, was an uns liegt, soll, wenn auch verspätet, Berlin, den 31. Juli 1877. C. A. Schramm. in diesem Feldzug über eine, um mindestens ein Drittel größere geschehen, um diesen Plan zu nichte zu machen. ( Anmerkung der Redaktion: Wir bringen die Berichtigung Armee als die Türken. Auf dem europäischen Kriegsschauplatz Der erste Band der Geschichte der sozialen Bewegung und unseres Parteigenossen Schramm um so lieber, da uns der beist die Schlacht bei Plewna die erste große Aktion. Aus den des Sozialismus in Frankreich" reicht bis zur französischen Re- treffende Berliner Correspondent nicht näher bekannt ist auf vorliegenden, noch sehr unvollständigen Berichten erhellt, daß der volution und enthält eine überraschende Fülle von Material, die Prüfung der Zahlen haben wir uns bei Aufnahme des ArKampf zum Theil mit dem Bajonnett geführt wurde. vieles davon dem, der nicht in die französischen Quellen hinab tikels nicht eingelassen, da die Tendenz des Artikels eine gute Es liegt in der Natur der türkischen und russischen Soldaten, steigen konnte, ganz neu, alles wohl geordnet, nirgends durch war. Wir konnten ferner nicht wissen, daß wir es mit einer daß bei ihren Kämpfen das Bajonnett eine große Rolle spielt. die„ Tendenz" entſtellt. Die Parteistellung des Verfassers theilweisen Abschrift aus der früheren„ Demokratischen Zeitung" Ein russischer Stabsarzt, der auch den deutsch- französischen Krieg drängt sich uns nirgends auf; als Mann der Wissenschaft und zu thun hatten.) mitgemacht hat, schrieb neulich, beim Donauübergang in den Geschichtsschreiber steht er auf einer höheren Warte, als auf Kämpfen vor Sistowa seien mehr Bajonnettwunden vor der Binne der Partei", und der Parteimann wird eigentlich nur Sozialistenprozeß in München. Sonnabend, den gekommen, als während des ganzen Krieges von 1870/71. Der aus sehr vereinzelten Bemerkungen kund, welche den Inhalt indeß 28. Juli wurde das Urtheil des Appellationsgerichts gegen 43 betreffende Arzt hatte damals die russischen Ambulanzen unter niemals alteriren, geschweige denn fälschen. Münchener Genossen verkündet, die sich gegen das Vereinsgesetz sich, schrieb also nicht nach Hörensagen. Wenn man bedenkt, Wir werden uns mit dem gediegenen Werk, welches zugleich vergangen haben sollen dadurch, daß sie einen geschlossenen daß das, was in Bulgarien bisher geschehn, blos Vorspiel war, kann eine sehr gute, wohl die beste vorhandene Einleitung zur Ge- Verein fortgesetzt hätten. Nur drei der Angeklagten wurden man sich einen annähernden Begriff davon machen, welches ent- schichte der französischen Revolution bildet, sobald unsere Zeit freigesprochen. Verurtheilt wurden: 1) Pröbstl F., 2) Strauch es erlaubt, eingehend beschäftigen. Nach dem Gesagten haben R., 3) Gerstmaier N., 4) Gerstacker, 5) Ernst Franz je 3 Mosetzliche Blutvergießen auf dem Schlachtfeld uns noch bevorsteht gleich der Massenniedermezelung der friedlichen Einwohner wir nicht mehr nöthig, es zu empfehlen. Höchstens dem Schreier nate 15 Tage; 6) Ernst May, 9 Monat mit Einrechnung der alles im Namen der Humanität und Civilisation. Treitschke und dessen„ liberalen" Mitschreiern, die daraus sechsmonatlichen Haft, 7) Rottmanner, E. 2 Jahr 3 Monat. lernen mögen, wie man von gegnerischem Standpunkt über 8) Eichensehr, 9) Englert, 10) Ellwanger, 11) Fuhr, 12) Gassel- Die Türken haben in den letzten Tagen Siege eine, der Neuzeit ihr Charakterzeichen aufdrückende Kultur- dinger, 13) Heindl, 14) Hutterer, 15) Hofmann, 16) Huber, 17) über Siege erfochten dies steht jetzt unzweifelhaft fest. bewegung schreibt, wenn man den Geist der Wahrheit und der Huber Jakob, 18) Jäger, 19) Jäger Conrad, 20) Kraus, 21) Die Montenegriner sind am 30. Juli bei einem Angriffe auf Wissenschaftlichkeit hat, und nicht ein ignoranter Flachkopf und Kastenmüller, 22) Carl Johann, 23) Leinfelder, 24) Penzkofer, Niksic derart zurückgeschlagen worden, daß die Türkei, nachdem literarischer Klopffechter im Dienst einer Clique ist, die vor 25) Ruprecht, 26) Schlosser, 27) Steinberger, 28) Stirner je auch eine bosnische aufständische Truppe zerstreut worden ist, allem das sacrificium intellectus das Opfer des Intellekts 2 Monat; 29) Jung, 30) Kiefer A., 31) Dehme H., je 1 Monat jezt fast sämmtliche Truppen von der Grenze Montenegro's von ihren Werkzeugen erheischt. 15 Tage; 32) Gröner, 33) Grüneberg, 34) Huttler, 35) Lippl, 36) Münch, 37) Schmid, 38) Weindl je 1 Monat; 39) Poth zurückzieht und nach Bulgarien sendet. Am 25. Juli griffen Dr. Rüder. Wie wir hören, soll die seinerzeit an das Joh., 2 Monat, 40) Weigl 2 Monat. Zusammen wurde also einige russische Regimenter in Kleinasien die Türken bei Wisnitw an, erlitten aber bedeutenden Verlust und zogen sich zurück. sächsische Ministerium des Innern eingereichte Beschwerde gegen auf 101 Monat Gefängniß erkannt! Der Sieg Gurto's über Suleiman Pascha, der vor acht Tagen das Verbot der freiwilligen Geldsammlungen in Volksversamm- Was nun weiter? Eine Anzahl Sozialdemokraten ist zwar gemeldet wurde und der den Türken 2000 Gefangene und lungen durch Dr. Rüder in Leipzig für begründet erachtet und verurtheilt und wird auch ins Gefängniß wandern, aber die 10 Kanonen gekostet haben soll, entpuppt sich nicht allein als das Verbot aufgehoben worden sein. Herr Rüder hat es aber Sozialdemokratie ist geblieben und sie wird sein und bleiben, eine rumänische Ente, sondern das gerade Gegentheil ist der bis jetzt noch nicht über sich gewinnen können, den Beschwerde- selbst wenn die Münchener Staatsanwaltschaft die Parforcejagd Fall gewesen. Die Russen haben bei Eskisaghra am 30. Juli führer von dem Entscheide in Kenntniß zu setzen weil die auf die Sozialdemokratie noch leidenschaftlicher fortsetzen sollte ein entscheidendes Gefecht gegen Suleiman verloren, so daß ihre Angelegenheit noch einmal in einer Plenarsizung des Rathes als es gegenwärtig geschieht. ganze Armee, welche südlich des Balkans stand und Adrianopel verhandelt werden würde. Wenn sich die Sache wirklich so verbedrohte, sich in den Balkan zurückgezogen hat und die Balkan- hält, dann dürfte sich zu dem Geldsammlungsfiasko noch ein pässe befestigt dort steht es aber mit dem Fouragiren sehr gehöriger Rüffel gesellen, denn eine ministerielle Verfügung bleibt schlecht und nachdem am 31. Juli Tirnowa von den Türken eine ministerielle Verfügung und duldet keinen Widerspruch, am wiedergewonnen worden, ist jede Verbindung der russischen Balkan- wenigsten von einem Rüder. armee mit der Hauptarmee abgeschnitten Gurko fizt in den Balkanpässen wie ein Bär im Zwinger. Osman Pascha hat die Russen, welche die Scharte bei Blewna wieder auswegen wollten und ihn mit Energie angriffen, in zwei bedeutenden Gefechten zurückgeworfen; gelingt es ihm, sich bei Plewna gegen den überlegenen Feind zu halten, so wird dadurch den Angriffen Mehemed Ali's auf die russische Hauptarmee bedeutender Vorschub geleistet, wie ja die Einnahme von Tirnowa schon beweist. Die Russen hatten einen Sieg über Ejub Pascha am Lomflusse gemeldet gleichfalls eine Ente, denn die Verbindung zwischen Schumla und Rustschuk ist seit einigen Tagen wieder frei, ein Beweis, wie schlecht es mit den Russen steht. Zum Ueberflusse wird noch gemeldet, daß Osman Pascha, nachdem er, wie oben erwähnt, zweimal die Russen zurückgeschlagen habe, selbst zum Angriff übergegangen sei und zwischen Plewna und Bulgarena den rechten Flügel der Russen in entscheidender Schlacht bis zur Vernichtung geschlagen habe 6000 Todte und 15,000 Verwundete sollen die Russen verloren haben. 1 - Eine Berichtigung. Der Leitartikel in Nr. 88 des „ Vorwärts" enthielt in seinem legten Theile mehrere falsche Angaben und eine statistische Ungeheuerlichkeit, zu deren Richtig: stellung ich mich um so mehr berechtigt halte, als dieser Theil der Correspondenz nichts weiter ist, als die noch dazu ungenaue und fehlerhafte Abschrift eines von mir in Nr. 23 der Demokratischen Zeitung" vom 28. Januar 1872 veröffentlichten Artikels über die Armuth in Berlin. Die richtigen Angaben lauten bei mir: Es starben 1870 von 1000 Einwohnern im 33. Polizei- Revier 18,79 Personen 38. " " 18,78 " 2. 〃 " 19,63 " 8. " " 55,77 " " 43. 10. " " 1 57,35 60,72 " " " Correspondenzen. Nürnberg, 22. Juli. Die prinzipiellen Auseinandersetzungen des Vorwärts" mit der Frankfurter Zeitung" über den Werth der Bourgeoisrepublik haben zur Folge gehabt, daß nun auch die sogenannte Volkspartei, auf deren linkem Flügel die„ Frankfurter Beitung" bekanntlich steht, sich der Frage bemächtigt hat. Es ist selbstredend, daß die" Volkspartei" den Standpunkt des Vorwärts" nicht theilt. Sie ist republikanisch, soweit die Republik die Interessen der Bourgeois versicht und unterstügt bis zu einem gewissen Grade auch die Forderungen der SozialDemokratie; man muthe ihr aber bei Leibe nicht zu, sich für eine Republik zu erwärmen, in welcher nach sozialistischen Grundsägen regiert wird. Die Staatsform mag noch so radikal zugestuzzt sein, an dem Wesen des heutigen Staates, an der ökonomischen Interessenzersplitterung, an der Ausbeutung des einen Theiles des Volkes durch den andern darf nicht gerüttelt werden, sonst hört die Gemüthlichkeit auf. Und die Gemüthlichkeit hat jezt wirklich aufgehört und das ist gut. Denn offen gestanden, die Rücksichtnahme, welche unsre Presse gegen die" Volkspartei" seither beobachtete, fing nachgerade an unheimlich zu werden, Ihr Correspondent, der von Statistik nichts zu verstehen und auch unsre Agitation wurde nicht unwesentlich gehemmt scheint, läßt die gesperrt gedruckten Worte weg, schreibt statt nur um des lieben Friedens" willen. Jetzt ist das plöglich 1870 seit 1871" und fügt dann den Sazz hinzu: ,, Und dies anders geworden dem ,, Vorwärts" unsern Dank dafür. Was die ,, Volkspartei" ferner thun wird, um sich über Wasser Verhältniß hat sich bis dato nicht gebessert, ja in einzelnen Medizinal- Bezirken ist die Differenz noch größer als 42 Prozent!" zu erhalten, weiß ich nicht und interessirt mich auch vorläufig Der Herr glaubt also, daß jährlich von hundert Personen nicht. Zur Stunde jedoch giebt sie sich die erdenklichste Mühe, mehr als sechszig sterben können, während doch jedes Kind ein- um den Folgen vorzubeugen, welche eine rücksichtslose Aufklärung des Volts über ihren wahren Werth etwa haben könnte. So Wir werden in nächster Zeit eine Besprechung bringen. R. d. 2. war zu Sonntag den 15. Juli nach Erlangen ein Delegirtentag Daraus ergibt sich nun das Resultat: daß die jungen für die Geistlichen seiner Confession das freiwillige Joch und teure ein Buch vom Küssen" für die Bourgeoistöchter liefert Männer des deutschen Reiches regelmäßig vor fast Opfer der Ehelosigkeit abschütteln will allen jungen Män- Falle dasselbe auch anständig ist, es fördern derartige Tändeleien immerso ist solches Beginnen, ähnlicher" dem vollendetem 23. Lebensjahr ohne staatliche Genehmi- nern des deutschen Reiches bis zur Vollendung des 20. Jahres hin die freie Liebe" Beschüzen der freien Liebe", als das ernste Auftreten der Sozialgung nicht heirathen dürfen, trotz der Einwilligung der und, wenn sie militärpflichtig sind, in der Regel bis fast zur demokratie. Weiter haben wir nichts in unserer Notiz gesagt und sagen Eltern oder Vormundschaft. Vollendung des 23. Jahres die Ehelosigkeit ohne staatliche Er- wollen; fühlt sich das Leipziger Dunderblättchen noch tiefer verlegt, laubniß als gesetzliche Zwangspflicht aufzuerlegen bean- so ist das seine Sache. tragte und diesen Antrag in dem sogenannten liberalen Reichstag und bei dem Bundesrath durchsetzte! Geschichte der sozialen Bewegung und des Sozialismus in Frankreich.*) Wir erfüllen hiermit endlich, *) Geschichte der zc von Dr. Eugen Jäger. Erster Band. Frankreich bis zur großen Revolution. Berlin, Verlag von G. van Muyden 1876. 510 Seiten. " M. " " " " im Diese Genehmigung wird bis zum Eintritt in den Militärdienst vom Landesherrn oder von den höchsten Behörden ertheilt, meist aber auf das Gutachten der untersten Gerichte, die sich daUeber den von uns immer vorausgesagten Rückgang des bei wohl in der Regel auch auf die Ansicht der Polizeibeamten Mögen die Männer, welchen die hohe Aufgabe zu Theil ge- Altkatholizismus bringt die Frankfurter Beitung" folgende Zustüzen werden. Nach dem Eintritt in den Militärdienst ent- worden ist, den Entwurf für ein deutsches Civilgesetzbuch auszu- sammenstellung: scheidet der militärische Vorgesezte, bei welcher Entscheidung die arbeiten, diesen Punkten eine besondere Aufmerksamkeit zuwen- lichen Nachrichten mehr. So hat dieser Tage der altkatholische Pfarrer „ Aus Baden kommen jezt für den Alkatholicismus keine erfreuAnsicht des Unteroffiziers oder des Feldwebels wohl auch nicht den und den Uebelstand zu beseitigen versuchen. Krieger von Epfenhofen ihm Valet gesagt, und die Katholiken wegen ohne Bedeutung erscheinen wird. des ihnen gegebenen Mergernisses um Berzeihung gebeten. Ferner wird Begründen diese Schranken einen angemessenen Zustand für Zum Kapitel der freien Liebe" und der Heiligkeit aus Freiburg berichtet, daß Professor Michelis wegen seiner Streitigdas deutsche Volk? Wohl kein Einsichtiger wird dies bejahen der Ehe in der heutigen Gesellschaft. Das„ Altonaer Tage- feiten mit dem altkatholischen Pfarrer Riets von Heidelberg, der dort können. Auf die Folgen hier einzugehen, würde zu weit führen. blatt" enthält in seiner Nr. 144 vom 22. Juni mit fettgedruckten Lettern den Altkatholischen Boten" herausgiebt, Baden wiederum verlassen Es müßte insbesondere die Statistik nicht nur der unehelichen wörtlich folgendes Inserat:( Warnung.)" I warne hiermit das Dienst- will. Die neueste Nummer des Deutschen Merkur" enthält einen mit Geburten, sondern auch der kaum minder verderblichen unehe- mädchen Christiana Rave aus Aale in Jütland, geboren den 17. Aug. Namensunterschrift versehenen Brief von Michelis, in dem er sich bitter 1857, sich nicht zu unterstehen, den Verlobungsring meines beklagt über das Verhalten des Altkatholischen Boten", insbesondere lichen Erzeugungen herangezogen werden. Wodurch sind diese Schranken in die deutsche Gesetzgebung Mannes zu tragen, noch mit meinem Manne länger Arm in Arm über die Art und Weise, wie von Seite desselben„ die Agitation für auf der Straße zu gehen, überhaupt binnen acht Tagen unseren Fabriks- unzeitige und unreife Reformen auch nach der Synode getrieben wird." hineingekommen? Im Gebiete des Allgemeinen Landrechts galten früher 18 boden zu verlassen, da ich sonst andere Maßregeln zu ihrer Fortbrin- Gegen den altkatholischen Pfarrer von Stühlingen ist auf Antrag seiner gung ergreifen werde. Ich bin weder von meinem Manne geschieden, Gemeinde durch Bischof Reinkens Untersuchung eingeleitet worden. Auch resp. 14 Jahre, unter der Herrschaft des französischen Rechts noch lasse ich mich von ihm scheiden. Ueberhaupt nimmt es sich doch anderwärts steht es nicht grün. So wird der Köln. Volkszeitung" 18 resp. 15 Jahre, überall noch mit Dispensationsrecht. fomisch aus, daß mein Mann öffentlich mit einem 20jährigen aus Düsseldorf geschrieben: Wie bekannt, hatte der hiesige DivisionsFür ganz Preußen stellte das Gesetz vom 21. Dezember Mädchen ausgeht, während unsere Tochter bereits 17 Jahre pfarrer Dr. Raiser vor längerer Zeit durch Beziehungen zu Herrn 1872 die Vollendung des 18. resp. 14. Jahres auf, ohne Ge- alt ist. Frau Claussen, Ehefrau des Viktor Claussen, Dompfsägerei- Dr. Reinkens und den„ Altfatholiken" mannichfach Anstoß erregt. Wir ftattung von Dispens. Diese Normirung hatte auch die Reichs- besiger, Bergstr. 166." Ein Dampfsägereibefizer gehört doch wohl sind in der Lage, zuverlässig mittheilen zu können, daß Herr Dr. Kaiser regierung in dem Entwurfe des Reichsehegefeges festgehalten. zur Bourgeoisie; außerdem hat bei den letzten Wahlen sich Herr Viktor das gegebene ergerniß lebhaft bedauert und den Beschlüssen des BaFerner wird Wäre dieser Entwurf durchgegangen, so hätte der junge Claussen im Interesse der Fortschrittspartei für die Wahl des ticanischen Concils sich vollständig unterworfen hat." Herrn Karsten sehr hervorgethan. Wir sagen: sehr bezeichnend aus Wiesbaden gemeldet: Nach dem Nassauer Boten" erklärte Herr Mann doch wenigstens vom Beginne des 19. Lebensjahres an dunckerisch! Die Leipziger Volkszeitung", welche obige Nachricht Pauly von hier vor einigen Tagen, daß er seine Namensunterschrift bis zum Eintritt in den Militärdienst heirathen können ohne be- auch bringt, leitet dieselbe mit dem Ausruf:„ Auch nicht übel!" ein aus der Lifte der Altkatholiken zurückgezogen hat und der römischhördliche Genehmigung. muß ihr also wohl sehr gefallen, das Späßchen von der freien katholischen Kirche angehört. Inzwischen sind wiederum drei andere Diese Entwurfsbestimmung der Reichsregierung war aber Liebe". Mitglieder der hiesigen alikatholischen Gemeinde zur katholischen Kirche zurückgekehrt. Endlich aus Köln: In der neuesten Nummer des den sogenannten Liberalen zu liberal. Der altkatholische Professor v. Schulte und Genossen brachten einen Antrag ein, wonach Das Blättchen der Leipziger Fortschrittspartei ist ärgerlich Deutschen Merkur" wird offiziell mitgetheilt, daß Herr Pfaffrath seine die jetzigen Normen angenommen wurden, und es war somit für darüber, daß es die Sozialdemokraten zu Beschügern der freien Stelle als Kaplan der altkatholischen Gemeinde niedergelegt habe. Hier Liebe" legthin wieder zu stempeln versuchte, weil solches Beginnen gehen sonderbare Gerüchte um. Nach dem einen soll Herr Langermann die rewähnte Zwischenzeit vom vollendeten 18. Lebensjahr bis von uns bestraft wurde. Der Fall Dunder ist noch nicht vergessen, die sich auf einer Reise nach Rom befinden; nach einem anderen Gerüchte zum Eintritt in den Militärdienst die Freiheit vom behördlichen Statistik ist den Bourgeoisparteien in Bezug auf die freie Liebe" auch soll Herr Ritter von Schulte über den Anschluß der Altkatholiken an Ermessen glücklich beseitigt. nicht günstig und wenn die Leipziger Volkszeitung" immer noch die Union in Berlin Unterhandlungen führen." Seltsamer Umstand, daß ein altkatholischer Professor " der den Fall Duncker„ todtschweigt", wenn ferner einer der Herren Redak c) Wahlsonds. Hamburg von Schimmel's Cig.- Fab. f. d. Hoffmaun 2,52. Hamburg, 1. August 1877. August Geib, Rödingsmarkt 12. Briefkasten der ,, Volkspartei" berufen, an welchem aus verschiedenen Ort-| Erlanger Versammlung) sowie durch die eingeleitete Polemik 0,40; Leipzig d. Hadlich von mehreren 98,74; Baden- Baden d. schaften 60 Delegirte theilnahmen. Unserm hiesigen Parteiorgan, gegen das sozialistische Nürnberger Blatt gethan. Es dürfte zu J. Kusters 1,30; Braunschweig d. Richard Schulze 3,00; Oberdem ,, Nürnberg- Fürther Sozialdemokrat", ist über diesen Dele- weit führen, Ihnen des Ausführlichern über die Inkonsequenzen, lungwig von einem Gesinnungsfreund 0,50; do. vom Spaziergirtentag ein Bericht zugegaagen, aus welchem ersichtlich ist, daß falschen Angaben und verleumderischen Beschuldigungen, sowie gang nach Ursprung 3,10; Tuzing v. Werno 0,50; Harburg d. dort nicht alles so glatt abgegangen ist, als es die Macher" die gemeine Kampfweise des„ Nürnb. Anz." mittheilen zu wollen. D. Steffens vom Boltsfest 18,52. der Volkspartei" gern gewünscht hätten. Ja ein gewisser So viel hat jeder unparteiisch Urtheilende hier selbst gefunden, Häberlein erklärte sogar rundheraus, er für seine Person stehe daß es kein Schade für die demokratische Bewegung" ist, wenn voll und ganz auf dem Standpunkte der Sozialdemokratie, und mit solch verkommener Demokratie gründlich aufgeräumt wird. es würde ihm die größte Freude bereiten, wenn sobald wie Diese Leute möchten sich gern Demokraten heißen, haben jedoch möglich eine Vereinigung der beiden Parteien stattfände. Das kein demokratisches Prinzip. Unsere Partei kann nur gewinnen, war deutlich gesprochen, fand aber die Zustimmung verschiedener wenn diese Clique sammt und sonders dahin geht, wohin sie anderer Redner nicht, die von einem Zusammengehn mit der gehört: zu den vereinigten Reaktionären. Sozialdemokratie gar nichts wissen wollten, und nur im äußersten Nothfalle und wenn es absolut sein müßte, höchstens einen Compromiß zulassen wollten. Schließlich einigte man sich und nahm folgende Resolution an: Die heute tagende Versammlung erklärt, an dem Programm der Volkspartei festzuhalten, und sich solange gegenüber allen anderen Parteien nach Erforderniß consequent zu verhalten, bis von Seite des Landesausschusses, dem das Programm zur Revision unterbreitet werden soll, Erweiterungen und Ergänzungen des Programms festgestellt sind." " der Redaktion. Sch. in Linz: Der Artikel behandelt ein Thema, Wir sind hier der Ansicht, daß es gut sein dürfte, dem welches in längeren oder fürzeren Ausführungen fast in jeder Nummer Vorwärts" über diese Vorkommnisse zu referiren. Was hier des" Borwäris" erörtert wird; er ist außerdem auch viel zu lang geals Volksverein" sich Demokratie nennt, ist es keineswegs. halten. Y. in Berlin: Au! Der rothe Aujust. Diese Sorte Demokraten ist nicht einmal berechtigt mitzureden, der Expedition. C. Henze London: Wenden Sie sich an die viel weniger angreifend aufzutreten gegen eine große, thatkräftige Redaktion der Pipe" direkt nach Stockholm. Sie wird der Post daPartei, die sich seit ihrem kurzen Bestehen durch unerhörte Ver- selbst schon bekannt sein. folgungen und Erfolge das politische Bürgerrecht erworben hat. verein Bochum Ann. 0,80. Sievers Limmer Ann. 0,60. Schtt DüsselQuittung. Arbeitersängerbund Kiel Ann. 2,00. Arbeiterwahl Wir danken für eine Republik, wie sie etwa diese Herren dorf Ann. 1,50. Hrhlo Ottensen Ann. 20,00. Stffns Harburg Ann. anstreben; ein solches Ding ist nicht werth, daß ein freigesinnter 2,40. J. Bft Mainz Ab. 58,05, Schr. 0,86. Schlbch Liege Ab. 6,05. Mann die Finger darum rührt. Sbrt Cassel Ab. 12,00. Frnt Frankenthal Ab. 7,70. Ottrbch Stutt Ueber den Verlauf der Versammlung läßt sich der Bericht- Leipzig, 29. Juli.( Bum Kapitel: Freiheit der Wis- gart Ab. 5,40. 21s hier Ab. 1,20. Bich hier Ab. 6.30. J. Frnz erstatter des ,, Nürnberg- Fürther Sozialdemokrat" folgendermaßen senschaft.) Das„ Leipziger Tageblatt" bringt in Nr. 209 einen Jägerndorf Schr. 5,00. J. Mrtn Schmölln Ab. 3,50. H. Schltr aus: Es zeigte sich, daß hauptsächlich die Führer der Volks- Artikel betreffend die Adresse, welche den Ausschluß von den Dresden Schr. 3,80. H. Ntsch Newyork Ab. 79,99. Arld Erfurt partei diejenigen sind, welche sich mit allen ihnen zu Gebote Vorlesungen der an hiesiger Universität sich dem medizinischen Schr. 0,30. stehenden Mitteln gegen eine Vereinigung der beiden Parteien Studium widmenden Damen bewirken soll. Damit nun auch in stemmen." Das wird dem Berichterstatter Jeder auf's Wort weiteren Kreisen die Wahrheit in dieser Angelegenheit bekannt glauben, denn ein Bourgeois- und das sind die Führer der werde und das Publikum nicht durch Entstellungen, wie sie das seine Adresse zukommen zu lassen. ,, Volkspartei" alle kann nie unter dem Banner der Sozial-„ Tageblatt" bringt, getäuscht werde, so gestatten Sie mir Foldemokratie marschiren. Darauf kommt es aber auch gar nicht gendes zu bemerken. Zunächſt iſt zu conſtatiren, daß eine solche Düsseldorf. Sonntag, den 12. Aug., Ragnitios 4 Uhr: an. Worauf es uns ankommen muß ist, daß die hinter diesen Adresse leider wirklich verfaßt und unterzeichnet wurde, welche Großes Arbeiter- Volksfest Führern einherlaufenden Arbeiter, Bauern und Kleinbürger die Vertreibung der weiblichen Studirenden der Medizin ver überzeugt werden, daß es nur eine wahre Volkspartei giebt langt; jedoch ist zu bemerken, daß diese Adresse von einem Stu- im Tivoli. Concert, Festrede, Vorträge 2c. u. Ball.- Entrée die Sozialdemokratie. Und hierzu haben die Artikel des Vor- denten in's Werk gesetzt wurde, der überhaupt gar nicht Me- 25 Pf., Damen frei, Herren, die am Ball theilnehmen, zahlen 50 Pf. Das Festcomité.[ 180 wärts": ,, Nieder mit der Republik" und„ Die Rothen wider die diziner ist, und außerdem unter den nach mehreren Hunderten Blauen" nicht wenig beigetragen. zählenden Medizinern nur etwa 30 Unterschriften erlangte, die " Herr Wüdert in Dresden wird ersucht, mir freundlichst nochmals Adorf. M. Zöllner. extra. 70] ( 80) Allen Oeffentliche Versammlung. E B 11 -te K II b (.166) fi 31 zur Nachricht, M Nürnberg. Der Kampf zwischen dem„ Vorwärts" und ebenfalls nur von solchen Studenten herrührten, welche noch mit Frankfurt a. M. u. Umgegend. en Genoffen der Frankfurterin" hat auch dem„ Nürnberger Anzeiger" Muth dem eigentlichen medizinischen Studium so gut wie nichts zu daß Wochen- und Monats Abonnements auf alle sozialistischen Zeitungen: gemacht, seinem langgenährten Groll gegen die Sozialdemokratie, thun haben, d. h. nur Anatomie und Naturwissenschaften studi- liner Freie Presse", Hamburg- Altonaer Volksblatt" ,,, VolksVorwärts", Neue Welt" ,,, Rundschau"," Rothe Fahne", Ber speziell gegen den„ Nürnberg- Fürther Sozial- Demokrat", Luft ren; bei den Studirenden, welche die Kliniken besuchen, also die freund" u. 1. w. zu jeder Tageszeit angenommen und pünktlich besorgt zu machen. Der„ Nürnb. Anz.", dieser echte Ritter von der Bezeichnung Mediziner" mit Recht beansprnchen können, fand werden. Ferner mache ich darauf aufmerksam, daß bei mir Aufträge Mancha, hat seine edle Rosinante gesattelt und gezäumt, seine die Adresse keine einzige Unterschrift, wohl aber in Schrift und auf Drucksachen aller Arten, z. B. Adreßkarten, Visitenkarten, Rechnungen, alten verrosteten und stumpf gewordenen Sporen an die Füße Wort nur Aeußerungen der verdienten Verachtung und Verspottung. Circuläre u. s. m. angenommen werden. Alle Drucksachen werden billig geschnallt und stürmt mit eingelegter Lanze muthig gegen seinen Wenn in dem betreffenden Artikel des Tageblattes" behauptet und nach Wunsch schnell und bestens besorgt. Gegner los, der ihm die Ehre schenkt, ihn zu beachten. Armer wird, daß den Damen die nöthigen Vorkenntnisse, die das W. Knoke, Kl. Eichenheimerstraße 45. Teufel, was wird dein Loos sein? Höchstens wird es dir gehen Studium der Medizin erfordert, abgehen", so erinnere ich nur NB. Den geehrten Abonnenten des Vorwärts" zur Nachricht, daß [ 130 genau wie deiner Vorgängerin. an die von Studirenden und Profefforen der Medizin allgemein das Abonnementsgeld Montag, den 6. August, erhoben wird. Bekanntlich oder besser gesagt, höchst unbekanntlich, denn beklagte Thatsache, daß die Vorkenntnisse, welche sich die Sozialdemokratischer Arbeiter- Verein. wer weiß auswärts etwas pavon exiſtirt hier ſeit einer Reihe Studirenden der Medizin zu ihrem Lebensberufe auf unseren Halle. Dienstag, 3. Auguft, Abends& Uhr, 3. Wallstraße 24: von Jahren ein harmloser Klub, der sich einst bei momentaner deutschen Gymnasien erwerben können, fast gleich Null find; Geistesabwesenheit in einer unbewachten Stunde den pomphaften dies gilt insbesondere von den Naturwissenschaften, noch mehr Namen„ Volksverein" beilegte nnd sich von da an für einen von der Medizin selbst; somit haben die Unterzeichner der Theil der deutschen Volkspartei" hält. In wahrhaft idyllische famosen Adresse gewiß sehr wenig Ursache, sich jenen Damen Zustände versunken, wußte dieser Klub zu allen Zeiten sich fern gegenüber auf ihre medizinischen Borkenntnisse" zu steifen: dies zu halten von jeder radikalen politischen Anstrengung. Nach muß in der That Jedem, der die Verhältnisse genauer fennt, circa 10 Jahre langer, höchst intensiver und thätiger Agitation mehr als lächerlich erscheinen. Wenn außerdem noch die sozialwar es ihm gelungen, bei seinen Sizungen die imposante Zahl demokratische Gesinnung einer Dame, sowie deren Unterschrift von 12 zu erreichen, und in freudiger Aufregung über so riesigen unter die Dühring'sche Adresse im„ Tageblatt" hervorgehoben Erfolg nannte man sich von Stund an: die 12 Apostel. Die wird, so muß es jedem anständigen und gebildeten Menschen neidischen Sozialdemokraten waren zwar der Ansicht, daß diese nur verächtlich vorkommen, daß Dinge besprochen werden, die industrie. riesige Ausbreitung nur herzuleiten sei von den vielen versuchten durchaus in keinem Zusammenhange mit der betreffenden Coalitionen mit allen möglichen Elementen: mit Conservativen, Angelegenheit stehen, und daß sich dabei eine Gesinnung zeigt, Leipzig u. Umgegend. en nabend, Abends Reaktionären und Ultramontanen, doch war diese Ansicht nicht die bestrebt ist, persönliche Denunziationen zu veröffentzu beweisen, da die verschiedenen Coalitionen des Nürnberger lichen, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Zur näheren Be- 8 Uhr, Versammlung bei J. Menzel, Täubchenweg und Kurze Boltsvereins immer nur zu speziellen Zwecken gemacht wurden. leuchtung der ganzen Sache noch einige Worte: Es ist noch nie straßen Ede. Ad hoc nannten sie's. Die Lorbeern, die die blaue Frankfur- das Geringste beobachtet worden, was auf die Persönlichkeiten Jeden Sonnabend Aufnahme neuer Mitglieder. terin sich in ihrem Kampfe gegen die„ Rothen" erwarb, ließen der weiblichen Studirenden ein ungünstiges Licht werfen könnte; die Nürnberger blauen 12 Apostel nicht mehr schlafen. Auch wir jeder Mediziner, der, wie der Schreiber dieser Zeilen, Collegien Wahlkreis Calbe- Aschersleben. Um 12. august soll eine Con müssen vorgehen gegen die ,, Rothen", verständigten sie sich unter- mit denselben besucht, kann dies bezeugen; wohl aber haben sich ferenz stattfinden. Ich ersuche daher, mir aus jedem Orte dieses einander, und ad hoc schloß sich ihnen der berühmte Dr. Land- Studenten der Medizin" den genannten Damen gegenüber Kreises die Adresse eines Gesinnungsgenossen, der offen unsere Sache mann in Fürth, das größte lebende parlamentarische Genie", in einer Weise betragen, die man anstandshalber nicht gut be- vertritt, zukommen zu lassen. ( 26)( 210)[ 50 Leopoldshall b. Staßfurt. C. Bönsch, Karlsstr. 2. wie er von einem gewissen Jemand gern bezeichnet wird, an. schreiben kann.- Die Adresse selbst, die fast nur Unwahrheiten Ad hoc arrangirte man eine Parteibesprechung nach Erlangen, und Entstellungen statt stichhaltiger Gründe enthält, macht dem hiermit bringe ich den auswärtigen sowie hiesigen Gesinnungsgenossen 11 Augenblick, auch auswärtige Volksparteiler im Kampf gegen So- abgefaßt, der jedem Quintaner eines Gymnasiums die Note Tagesordnung: Kapital und Arbeit. Referent H. Rödiger. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Allgemeiner deutscher Töpferverein. Hamburg. Dienstag, den 7. August, Abends 812 Uhr, bei Hrn. Hübner, gr. Rosenstraße 37: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Vortrag über das Kleinhandwerk und die GroßG. Klaws.[ 70 " bi C h 1 [ 50 um Stellung gegen die„ Rothen" zu nehmen. Der günstige Verfasser keine große Ehre; denn dieselbe ist in einem Style mein Gast- und Logirhaus zialiſten zu finden, durfte ja nicht verpaßt werden. Der Re-„ ungenügend" eingetragen hätte. Wenn es um alle„ Borkennt in gütige Erinnerung. Achtungsvoll C. Meins, 288 dakteur des„ Nürnb. Anz." hatte das Referat übernommen und nisse für sein Studium", welche der Verfasser besitzt, so bestellt 1,50]( 36) Durch uns ist zu beziehen: Preis pr. Expl. 10 Pf. Altona, ( 2a)[ 1,50 Auszug aus den gefeßlichen Bestimmungen über die Landtagswahl Schlesinger, Max, Eine Reise nach Utopien. Preis pr. Expl. 10 Pf. Expedition des ,, Vorwärts". Die Neue Welt. Illustrirtes Unterhaltungsblatt für das Volk. Abonnementspreis vierteljährlich M. 1,20. war in fleinlicher Weise gegen die Sozialisten Löwenstein und ist, wie mit seinen stylistischen, so brauchen sich die weiblichen Ein durch polittische Maßregelungen ruinirter, kaufmän. gebildeter Grillenberger persönlich geworden. Schließliches Resultat der Stubirenden vor einer solchen Concurrenz nicht zu fürchten. Es Geschäftsmann, mit technischen Kenntnissen und einigem Vermögen, sucht Besprechung war der Beschluß, ein Strohfeuer anzuzünden und soll und kann Niemandem benommen werden, über das medi- mit in gleicher Lage befindl. Partgenossen bez. Errichtung einer Pro dasselbe so lange brennen zu lassen, bis der jeweilige Vorrath zinische Studium der Frauen zu denken, wie er will, nur soll buktiv- Genossenschaft in Verbindung zu treten, resp. sonstige Unterkunft. von Stroh verbrannt sei. Das heißt, in's Volksparteiliche über- man persönliche und politische Verhältnisse und Ansichten nicht Gefl. Offerten an die Expedition des„ Vorwärts". setzt, in Zukunft energisch und selbstständig in die Wahlagitation geltend machen, wo dieselben absolut nicht am Blaze sind. als selbstständige Partei mit eigenen Candidaten einzutreten. Bum Schlusse möchte ich noch hervorheben, daß vor wenigen Tagen Kampf! Kampf! Kampf! war der endgiltige Beschluß. Kampf! erst der Senat der Universität London mit großer Stimmendazu sollte sofort Rath werden. Unter den Mitgliedern des mehrheit beschlossen hat, die Frauen zum Besuch der Vorlesungen Volksvereins ist auch ein Nürnberger Spezereihändler Namens aller Fakultäten zuzulassen, nachdem die medizinische schon seit Bröbster, zugleich Magistratsrath hiesiger Stadt. In politischer mehreren Jahren mit diesem Beispiel vorausgegangen war; Beziehung Reaktionär vom reinsten Wasser und inconsequent, in der Schweiz und in Nordamerika ist den Frauen ebenfalls haßt dieser Rückschrittler Alles, was wahrhaft demokratisch und schon seit Jahren das medizinische Studium ermöglicht und selbst freifinnig ist. Trotzdem liebt er es doch, dann und wann demo- in Rußland ist in neuester Beit eine besondere Fakultät für die fratische Gesinnung zur Schau zu tragen. Wie weit indeß diese Ausbildung weiblicher Aerzte gegründet worden. demokratische Gesinnung dieses Mitglieds des Nürnberger Volksvereins her ist, beweist die Thatsache, daß Herr Pröbster Gelder für den Sedanstrubel mitbewilligte, überhaupt im Magistrat bei allen reaktionären Maßregeln mithilft. Ferner hat Herr Pröbster bei der Stichwahl zum Reichstag ein Pamphlet gegen die Sozialdemokratie mit unterschrieben, worin dieses die bekannten, zu hundert Malen widerlegten Vorwürfe, betreffs der Ehe, Sittlich- Kellinghusen d. F. Dertel 5,00; Neumünster d. D. Rig 8,00; feit, Moral, Eigenthum u. s. f. wieder aufwärmte. Aus der Mitte Goldap v. Szymmat 0,70; Rendsburg d. A. C. Loßmann 10,00; des Volksvereins heraus wurde nun vor Kurzem der Antrag Elmshorn d. D. Popp 6,00; Kiel d. H. Walther 24,00; Gaarden gestellt, Herrn Pröbster wegen seiner undemokratischen Gesinnung do. 2,50; Pinneberg d. Schmalfeldt 4,00; M. von Traubenauszuschließen, dieser Antrag wurde jedoch wieder zurückgezogen, blüthe" 10,00; Leipzig von mehreren d. Hadlich 4,30; Rothenda, wie der„ Nürnb. Anz." angiebt, die Statuten des Volks- burgsort v. W. B. d. Grabbert 3,00; Schleswig d. J. Bauvereins teinen Paragraph enthalten, wonach ein Mitglied wegen stian 3,00. solcher schwerer Fehler", in schwacher Stunde" begangen, ausEin Mediziner. Oeffentliche Quittung. Seit dem 15. Juli habe ich erhalten: a) Agitationsfonds. b) Unterstügungsfonds. " In Heften( 3 Wochen- Nummern enthaltend) à 30 Bf. Inhalt der Nr. 31( 3. August 1877): Vaters Liebling. Von F. Klind. ( Schluß.) Ueber Lungenkrankheiten. Von H. Schm.( Mit Illuftrationen.) Emil Adolf Roßmäßler.( Schluß.) Ein neuer Feind. Von Hugo Sturm.( Mit Illustration.)- Instinkt, Lebenskraft und Vererbung. Von Dr. A. Douai. Kleinere Mittheilungen: Erlauben Sie gütigst!"( Jllustration.) Eine Vorahnung des Telegraphenverkehrs und ein Vorläufer des elektrischen Telegraphen. Räthsel.- Briefkasten. Die Expedition. Färberstr. 12 in Leipzig. Bekanntmachung. " Der vormalige Redakteur des Volksstaats" Herr Hermann Rindt und der Schuhmacher Herr Johann Friedrich Wilhelm geschlossen werden könnte! Der„ Nürnberg- Fürther Sozial- Hamburg v. Thieß' Werkstelle d. Blume 1,70; do. v. E. Prey vom Jahre 1875, und zwar in dem zur Behandlung politischer Ver Leuschke gen. Adam sind wegen der in Nr. 109 des Volksstaats" Demokrat", dem davon Mittheilung gemacht war, hatte den 1,80; do. Lusttour der Tischler d. Döscher 22,52; do. Lusttour brecher überschriebenen Artikel enthaltenen Beleidigungen von Aufnicht vollzogenen Ausschluß des genannten Reaktionärs aus dem der Arbeitsleute d. Schmidt 9,12; do. Lusttour der Küper d. fichts- und Verwaltungsbeamten des Königlichen Kreisgerichts Naumdemokratisch sein wollenden Volksverein mit vollkommener Be- Rath 24,73; do. Lusttour der Töpfer d. Klaus 16,00; do. von burg auf Grund der$$ 185, 186 und 73 des Reichsstrafgesetzbuches, rechtigung einen Spektakel genannt. Dies und verschiedene Be- X. 6,20; do. d. F. Löding 13,10; do. d. Nagel Lusttour nach sowie§ 20 des Reichspreßgesezes ein Jeder zu sechs Wochen Gefängniß merkungen des„ Nürnberg Fürther Sozial- Demokrat" über die Elmshorn 56,82; Mittweida d. Ed. Eims 3,60; Lübeck d. Hart- und Tragung der Hälfte der Untersuchungskosten rechtsfräftig verurtheilt Einladung zur obenerwähnten Erlanger Versammlung und über mann vom Fest 34,50; Reutlingen d. Carl Starc 6,41; Striegau worden, was in Gemäßheit des§ 200, Abs. 2 des Reichsstrafgesetzbuches diese selbst brachten den„ Nürnb. Anz." dermaßen in Harnisch, d. D. Richter von einer Gesellschaft auf der Kynsburg 1,50; hiermit bekannt gemacht wird. Leipzig, den 31. Juli 1877. daß er eine sehr heftige Polemik gegen die Ausdrücke des„ Nürn- Mannheim Stiftungsfest der Schuhmacher durch Tümkäs 3,00; berg- Fürther Sozial- Demokrat" begann, welche nur die Folge Ottensen v. Nölting's Cig.-F. d. Hohnsen 3,12; do. d. Herold hatte, die undemokratische Gesinnung derer, die vorgeben, in vom Fest im Schützenhof 8,00; Elberfeld d. P. Hüttenberger Nürnberg die reine" Demokratie zu repräsentiren, flarzulegen. 3,80; Achim d. Gottlieb Schwarze 13,80; Barmen d. W. Z. Mehr hätte sich der„ Nürnb. Anz." nicht blamiren können, als 13,00; Glauchau Liste 2436 d. Schwerdtner 0,75; do. Liste 2438 er dies durch den Kampf, den er gegen die ,, Rothen" in einigen 0,85; Stuttgart v. F. Frey 6,00; Altenburg i. S.-A. von BuchArtikeln, betitelt: Die Blauen und die Rothen( Referat über die druckern d. Albin M. Wazz 16,06; Bothnang d. Roggenbauch Königliches Gerichtsamt im Bezirksgericht, Abtheilung für Strafsachen. Bieler. Berantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reudniz- Leipzig. sedation und Expedition ärberstraße 12/ II. in Leipzig. Dene und Bering ber Genesenia tabuchdrudere in Leipzig d C b