Erscheint in Leipzig Mi!tw°ch, Freitag, Sonntag. AbonacmcnlspreiS tä? s-nz Tentichland 1 M. 60 Pf. pr, Quartal. Monats. Abounrmcnts »erden bei allen dcntfchen Postanstalten aus den S. und n. Monat, und auf den 8. Mona! besonders angenommen: im trtmzr. Sachsen und Hcrzogth. Sachsen« Altenbnrg auch auf den lren Monat ded Quartals k 64 Pfg. Inserate bete. Lerfamnllnngcn t>t. Petitzeile lOPf., betr. Prioatangelegenheiten und Feste xr» Peritzeile SO Pf. VorV arl Gestellungen nehmen an alle Postanstalten und Ducht. Handlungen des In- u. Auslandes. Filkal- Expeditionen. New-Aort: Soz.-demokr. Genossen- schastSbuchdruckerei, 154 Str. Philadelphia: P. Haß, eLv iKortl» Ircl Street. I. Voll, 112» Charlotte Str. hobolen K.J.: F. A. Sorge, Sld Vasst. in�ton Str. Chicago: A. Lansermann, 74 Ciybourneavc. Can Franzis�: 2f.(£nH, ilSO'Farrell Str. London C. Henze, 8 ülev''tr. Cvläeu Square. Gentrat Grgan der Sozialdemokratie Deutschtands. Nr. 100. Sonntag, 26. August. 1877. Monnements aus den„Vorwärts für Monat September zu 55 Pfennig werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu 60 Pf. bei der Expedition, Färberstr. IL tl, unserm Colporteur Moritz Ulrich, Südstr. 12, in den Filialen: Cigarrenladen des Hrn. Peter Krebs, Ulrichsg. 60, und Sattlerwerkst, am Königs- platz 7; für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für P«tkmarsdorf, Steudnitz, Neufchonefetd rc. bei Frau Engel, Reudnitz, Täubchenweg 29, 2 Tr., für Ksnnewih:c. bei H ackert, Kurze Str. 10 pari., für Kleinzschocher u. Umgegend bei Trost, Hauptstr. 10/1, für Thonberg bei B ösch, Hospitalstr. 39/11, Leipzig, Neureudnih bci Zfchau, 15 1, für �lagwitz-Lindenau bei Frau Hräfensteln, Aurelienstr. 3, für Köhlis:c. bei A. Herms- dorf, Lindcnthaler Str. 7, für Stötteritz bei Grude, An der Papiermühle, angenommen. Für Berlin wird auf den„Vorwärts� monatlich für 75 Pf., frei in'S Hans abonnirt, bei der Expedition der„Berliner Freien Presse", Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8s, und bei Rubenow, Brunnenstr. 34, im Laden. Eigenthum und Erbrecht. Immer und immer ertönt in der gegnerischen Presse das Geschrei, die Sozialdemokraten wollen das Eigenthum, sie wollen das Erbrecht abschaffen, und Hoch und Niedrig, ja vielfach selbst die ärmsten Handwerker und Arbeiter stimmen ein in dasselbe, sie rufen den Herrgott und die Polizei zugleich an ob solcher Verruchtheiten. Wir haben nun allerdings schon oft genug nachgewiesen, daß es gar nicht in der Absicht des Sozialismus liege, das Privat- eigenthum schlechtweg abzuschaffen. Es handelt sich einfach darum, daß alle Produktions- instrumente, alles Kapital, welches zur Herstellung von Werth- gegenständen dient, und sämmtlicher Grund und Boden aus dem Einzelbesitz in den Gcsammtbesitz übergehe, daß aber im- merhin auch in einer sozialistischen Gesellschaft Einzelbesitz an Genußmitteln, an Gebrauchswerthen vorhanden sein kann. Das Erbrecht an Grund und Boden, an Produktionsinstru- menten hört demgemäß von selbst auf, während dasselbe an Gebrauchswerthen(Möbeln, Bildern, Büchern ze. jc.) wohl bestehen bleiben kann. Aber darüber wollten wir heute nicht reden; wir wollten vielmehr an all' die Schreier einmal die Frage stellen, ob es denn wirklich so schlimm wäre, wenn Eigenthum und Erbrecht sogar völlig abgeschafft würden? Wie viele Menschen haben denn nennenswcrthes Eigenthum? Wie viele Menschen können denn ihren Kindern etwas hinter- laffen? Können es die Handwerker, die kleinen Bauern, die niederen Beamten, die zahlreichen Lohnarbeiter in Stadt und Land? Gewiß nicht! Weshalb denn plötzlich solches Interesse an dem Eigenthum der wenigen Bevorzugten, weshalb solches Ge- schrei für das Erbrecht der Wenigen? Die verkehrte Erziehung, die unrichtige Bildung, die niederträchtige„geistige" Speise, welche die Mehrzahl der heutigen Zeitungen und Schriften dem Volke bietet, sie haben den gesunden Menschenverstand demora- lisirt und die Begriffe verwirrt. Und übt denn das Eigenthum in der heutigen Gesellschaft einen wohlthätigen Einfluß aus? Nein! Es schlägt die Mehrzahl der Menschen in Banden, es hält die Lohnsklaverei aufrecht, es bewirkt, daß Noch und Elend bei der großen Masse des Volkes tägliche Gäste sind. Aber die Besitzer sind glücklich? Wenn man es glücklich sein nennt, wenn Jemand in Glanz, Fülle und Ueberfluß dahinleben kann— dann ja. Aber wir nennen es kein glückliches Dasein, wenn� das Eigenthum eine Erziehung bewirkt, daß der Besitzer mit Hochmuch von oben herab auf die ärmeren Mitmenschen blickt; wir nennen es kein glückliches Dasein, wenn durch den Besitz das Herz verhärtet wird und das Gemüth verdorrt, und erst recht nennen wir es kein Glück, wenn der Besitzer in der heutigen Zeit der wilden Conkurrenz nicht weiß, wie lange ihm der Besitz noch gelassen wird, wie lange sein äußerliches„Glück" noch dauert. Betrachten wir nun das Erbrecht. Wie mancher Bursche aus den„besseren" Ständen bleibt dumm und thöricht, weil er und seine Eltern meinen, daß er das Lernen doch nicht nöthig habe; wie mancher Neffe denkt täglich und stündlich daran, daß es doch endlich seinem Herrn Onkel gefallen möge, sich zum Sterben niederzulegen. Und oft genug wird auch bei den Kindern selbst der Gedanke einkehren, es sei doch bald an der Zeit, daß die Eltern ihnen nicht mehr im Wege ständen. So lesen wir in den„Jtzehoer Nachrichten" folgende be- zeichnende Annonce: „Heiraths-Gesuch. Eine Dame, 29 Jahre, welche von ihrem sehr alten Vater mehrere tausend Mark erbt, wünscht sich wieder zu verheirathen. Adressen unter' L. c. 02863 an Haasenstein 6 Vogler in Hamburg." Der„sehr alte Vater" ist sehr bezeichnend, und unwill- kürlich muß Jedermann an die sittliche Macht des Eigenthums und des Erbrechts denken. Eine trefflichere Veranschaulichung, wie sie in jener Annonce enthalten, ist wohl kaum zu denken. Und hunderte und aber hunderte ähnlicher, wenn auch nicht gleich drastischer Beispiele könnten wir anführen, doch sind wir überzeugt, daß solche jedem unserer Leser in seiner nächsten Um- gebung reichlich»u Gebote stehen. Die meisten Verbrechen sind Eigenthumsverbrechen, Dieb- stahl und Raub, die raffinirtesten Morde hängen mit dem Erbrecht zusammen— der Fall Tourville liefert wieder davon ein beredtes Zeugniß. Wenn man nun aber die geistige und körperliche Arbeit zu- sammenfaßt, den Muth und die Geschicklichkeit, welche all oie Eigenthumsfrevel erfordern, wenn man dann wieder die zur Behütung des Eigenthums gemachten Anstrengungen betrachtet, dann die in den Zuchthäusern und Irrenhäusern eingesperrten Sünder wider das„heilige Eigenthum", die Diebe und die Be- stohlenen, die Mörder und die Gemordeten, ja, wenn man alles Elend und die niederen Leidenschaften zusammennimmt, alles das, was das„heilige Eigenthum" und das„heilige Erbrecht" über die Welt gebracht, so muß jeder verständige und humane Mensch die Ueberzeugung gewinnen, daß die Aufhebung des heutigen Eigenthums und des Erbrechts die größte Wohlthat für die Menschheit sein würde. Vergegenwärtigt man sich dabei noch, daß in einer sozia- listischen Gesellschaft weder Eigenthum noch Erbrecht völlig auf- zuhören brauchen, daß sie nur ihre ausbeutenden und demoralisirenden Eigenschaften verlieren; ja, daß sie auf alle Menschen ausgedehnt werden, daß Jeder Eigenthum wenn auch nur in mäßiger und beschränkter Weise, auch sogar zum Vererben besitzen kann, dann sollte man eine solche Ge- sellschast schon allein deshalb herbeisehnen. Warum nicht? i. Es läßt sich kaum ein Werthgegenstand nennen, der nicht irgendwo und irgendwann einmal besteuert worden wäre. In nichts ist der Erfindungsgeist der Staatsleute geschäftiger und fruchtbarer gewesen als in der Erdenkung neuer und möglichst ergiebiger Steuergegenstände. Wir könnten ganze Seiten aus- füllen mit Aufzählung der verschiedenartigen Steuern, welche schon einmal auf jeden möglichen Berbrauchsartikel, jedes mög- liche Arbeitsmittel, jede denkbare Berufsart, jede Einwohnerklasse auferlegt worden sind. Nur einen Gegenstand giebt es, der noch nie besteuert worden ist, die Lohnarbeit, oder vielmehr der Mehrwerth, welchen sie in den Händen der Arbeitgeber läßt, und welcher wohl selten im Durchschnitt weniger als das Doppelte des Lohnes selbst beträgt. Wir fragen also billig: Wie kommt es, daß die Arbeitgeber noch nirgends eine Steuer auf den Mehrwerth, welchen ihre Lohnarbeiter in ihren Händen lassen müssen, zu entrichten gehabt haben?— Ist der Grund vielleicht der, daß überhaupt noch Niemand auf den Gedanken verfallen ist, die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft zu besteuern?— Allein dieser Gedanke besteht und ist in voller Anwendung in allen Gefängnissen und Strafanstalten, wo die Arbeitskraft der Sträflinge vertragsmäßig an Privat-Unternehmer von Gewerbszweigen verpachtet wird. Er besteht überall, wo die Heeresverwaltung das Recht hat und übt, Soldaten zur Arbeit in Privatanstalten, wenn auch nur aushülflich, herzuleihen und neben deren Lohne für sich einen Gewinn herauszuschlagen. Er besteht und wird weithin ausgeübt in der Lizensiruug von Prostitutionshäusern. Er bestand schon zur Zeit der Sklaverei und der Frohuarbeit, indem die Arbeit der dem Staate Dienstpflichtigen an Privat- Arbeitgeber verpachtet wurde. Er bestand in den englischen Arbeitshäusern, in welchen Erwachsene und Kinder so behandelt wurden. Oder ist dieser Gedanke blos deshalb nicht auf alle Arbeits- ausbeutung angewendet worden, weil eine Scheu und Scham davor, die freie Arbeit und den freien Arbeiter als Eigenthum des Staates zu betrachten, daran verhinderte?— Allein wir bemerken in ganz verwandten Fällen keine solche Scheu und Scham. Wenn der Staat Soldaten braucht, so nimmt er den freien Arbeiter, wo er ihn findet, und macht ihn zu seinem zeit- weiligen Eigenthume; er beutet selbst seine Arbeitskraft aus, ohne ihm dafür nur entfernt einen Glcichwerth zu geben, wäh- rend er andernfalls Soldaten oder ihre Dienste um den vollen Marktpreis kaufen müßte; ja, er nimmt ihm zeitweilig seine Bürgerrechte und durch den Krieg und was damit zusammen- hängt wohl gar Gesundheit, Leben, Familie ze. ohne volle Entschädigung. Oder geschieht es im Interesse des Volkswohlstandes, daß er dem Lohnherrn die Ausbeutungssteuer erläßt?— Aber dann müßte er auch folgerechterweise alle Pachten auf Privatausbcuwng von Staats-(Gemein-) Eigenthum unterlassen. Er dürfte Staats- Landgüter, Bergwerke, Salzquellen, Fischereien, Wälder und die Obstbäume an seinen Landstraßen nicht verpachten, sondern nur unentgeltlich an Privat-Ausbcuter auslassen. Wenn es für den Volkswohlstand besser wäre, daß weder er selbst, noch die Lohn- arbeiter ihre Mehrarbeit vergütet erhalten, so ist es auch ein Gewinn für alle Theile, wenn er seine Domänen von dem ersten besten Privatunternehmer ausbeuten läßt ohne allen Entgelt. Da dies in dem einen Falle nicht geschieht, so ist es auch im unsrigen kein Volkswohlstand, der maßgebend wäre. Denn wenn man etwa geltend machen wollte, daß durch die unbesteuerte Arbeitsausbeutung seitens der Privatunternehmer der Großbetrieb mächtig gehoben werde, welcher eine Quelle alles Segens für ein Volk sei, so müßte entgegnet werden, daß der Großbetrieb viel mächtiger durch Staatsuntcrnehmung befördert werden könne, weil der Staat seinen ganzen Reingewinn zur Erweiterung des Großbetriebs verwenden kann, während die Privatunternehmer desselben durch luxuriöses Leben doch einen ansehnlichen Theil ihres Reingewinns wieder in's Geschäft zu stecken verhindert werden. Außerdem muß doch der Staat im Stande sein, wirthschaftlicher zu wirthschaften, weil er alle Wissen- schaft und Kunst im Lande aufbieten könnte, die Verschwendung derjenigen Güter verhindern könnte, welche der rasende Mit- bewerb unter den Unternehmern verdirbt oder im Werthe ver- ringert, und endlich, weil er am besten es vermag, sich Arbeiter heranzuerziehen, welche zum allgemeinen Besten nicht minder als zum eignen arbeiten. Bedenkt man nun vollends die ganz ungeheuren Steuer- summen, welche aus einer Steuer auf die Ausbeuter des Mehr- Werths der Lohnarbeit erzielt werden könnte, während jetzt alle Staaten in steter Gcldnoth sind, und die wichtigsten Staatszwecke im größten Nothstande schmachten, so begreift man die Großmuth nicht, mit welcher alle Staaten ihre reichste Domäne— die Aus- beutung der Lohnarbeit— wegschenken. Es giebt keinen modernen Staat, in welchem der Ertrag der Mehrarbeit nicht die gesammte Staatseinnahme vielfach überstiege. Während der Staat die Seele der Bevölkerung um 10 Mark besteuert, erhebt das Privat- kapital von der Seele der Lohnarbeiter mindestens einige Hun- dert Mark. Gesetzt er nähme eine Hälfte, oder auch blos ein Drittel, ja selbst nur ein Viertel des der Lohnarbeit erpreßten unbezahlten Mehrwcrths dem Arbeitgeber als Steuer ab, so ergäbe das eine Summe, mit welcher nicht nur alle jetzigen öffentlichen Ausgaben bestritten werden könnten, sondern auch eine reichliche Lebens- Versicherung aller Lohnarbeiter, ein Ruhegehalt für jeden alten und arbeitsunfähig gewordenen Arbeiter, und dann bliebe noch immer genug übrig, um die allgemeine Volkserziehung und qlle edleren Staatszwecke zehnfach besser als jetzt auszustatten. Unser Erstaunen über die ganz unbegreifliche Großmuth des Staates, welcher solche Riesensummen wegschenkt und dann wieder bei allgemeinen Nothfällcn(wie die ostpreußische Hungersnoth, die Ostsee-Ueberschwemmungen ze. k.) beim Publikum betteln geht, unser Erstaunen wird fast sprachlos. Was in aller Welt kann es sein, das ihn verhindert, seine beste Einnahme einzu- streichen? Wäre etwa solch' eine Ausbeuter-Besteuerung schwer durch- zuführen?— Aber wieso?— Es kann doch nicht leicht ver- heimlicht werden, daß und wieviel ein Ausbeuter Lohnarbeiter beschäftigt? Und der Betrag der Ausbeutung in jeder Art Ge- schäft ist doch mindestens eben so leicht festzustellen, als der Gesammtbetrag aller Ausbeutung im Lande, welchen z. B. Ge- Heimrath Engel auf das Doppelte der gezahlten Löhne für das neue Reich berechnet? Die Steuerbeamten aller Länder sind doch so geschickt darin, Steuerpflichtiges zu entdecken, wo andere blöde Augen gar nichts sehn können!— In unserem Falle würde es obencin ganz im Interesse jedes Arbeiters liegen, seinem Arbeitgeber die unbezahlte Mehrarbeit nachzurechnen und den Steucrbeamten richtige Aufschlüsse oder Winke zu geben!— Gewiß, diese Art Steuer könnte nicht hinterzogen werden, oder doch weniger als jede andre, und wäre in der Erhebung am mindesten kostspielig. Man könnte sie recht wohl zur einzigen Steuer erheben— an Stelle der in unserm Programm empfoh- lenen direkten progressiven Einkommensteuer als einziger Steuer. Also wer löst uns dieses quälende Räthsel?— Niemand? Doch ja, die Herren Nationalökonomen werden uns einwenden, daß jeder Staat, welcher diese Art von Steuer einführte, dadurch andern mitbewerbenden Ländern einen großen Vortheil auf dem Weltmarkte einräumen würde, wenn, oder weil diese nicht die- selbe Art Besteuerung einführen würden. Der Kapitalprofit sei ja die einzige Belohnung für den Unternehmungsgeist, welcher die Industrie hebe und das Land bereichere; diesen Profit in einem Lande durch die Steuerschraube stark vermindern, ohne daß es in allen ebenfalls geschieht, heiße die Industrie dort ersticken. Zugegeben! Allein vielleicht ließe sich durch Staatsverträge dahin wirken, daß überall dieselbe Besteuerungsart eingeführt würde, welche erst dem Staate seine volle Souveränität sichern und die Quelle aller zukünftigen Revolutionen verstopfen würde. Und wenn nur drei der vorzüglichsten Großbetriebstaaten die Maßregel übereinstimmend einführten, müßten alle anderen folgen. Denn jeder solche Staat hätte es in seiner Macht, wenn andere Staaten seinen Industrien zuviel Mitbewerb machten, den Großbetrieb selbst zu übernehmen, also allen Mitbewerb auszustechen. Also wer beantwortet uns diese Frage? wer erklärt uns die beispiellose Großmuth aller unsrer Kapitalstaatcn?— Wenn es Niemand auf andre Weise kann, so können wir nicht umhin zu schließen, daß eben das Kapital nicht besteuert werden soll, sondern dieArbcit; daßeben der Staat zuseinem Hauptzwecke den hat, das Kapital zu ermächtigen und beschützen, um die Arbeit auszubeuten durch riesige Privatbesteuerung, und daß alle seine andern Zwecke mehr Vorwände sind. Wir fordern alle Nationalökonomen auf, uns eines Besseren zu belehren! Wir möchten doch nicht gern Jemand Unrecht thun, am wenigsten der geheiligten Staatsgewalt. Viel- leicht kann man unsere Schlußfolgerungen als irrig nachweisen und uns dadurch wieder zu loyalen Unterthanen und gehorsamen Gläubigen machen. Unfern Staatsanwälten muß es doch viel lieber sein, uns durch einen klaren Nachweis der Grundlosigkeit unserer obigen Ansichten zu Patrioten zu machen, als sich selbst den Schmerz zu bereiten und die grausame Pflicht üben zu müssen, welche die gerichtliche Verurtheilung unserer falschen Gedanken ihnen auferlegt! Da wir jedoch auf eine Widerlegung etwas lange werden warten müssen, so wollen wir in einem zweiten Artikel aus- einandersetzen, warum wir selbst die Ausbeuterbesteuerung nur bedingungsweise vorschlagen. Sozialpolitische Ueberftcht. — Warnung. Wir erhalten vom Cap der guten Hoff- nung(Aftika) folgenden Brief eines Arbeiters durch Vermitte- lung eines Parteigenossen zur Veröffentlichung: „Blanko, den 17. Juli 1877. Geehrter Freund und Gesinnungsgenosse! Ich ergreife die Feder, um Dir mitzutheilen, wie es mir in Aftika gefällt und was ich bis jetzt erfahren habe; allerdings zu meinem größten Leidwesen nichts Erfreuliches. Du wirst mir deshalb auch verzeihen, daß ich Dich so lange habe warten lassen, doch ehe man etwas schreibt, muß man sich erst umsehen, wie es im Geschäft und im Lande steht. Was die Reise anbe- trifft, so kann ich Dir mittheilen, daß diese wohl das beste war was ich bis jetzt erlebt habe. Nach dreißig Tagen sind wir glücklich hier angelangt. Im Geschäft sieht es hier aber eben so schlecht aus, wie in Deutschland, was für uns� um so peinlicher ist, da wir durch die Ärbeitsstille in Deutschland veran- laßt, unsere Heimath verlassen haben. Nun finden wir hier eine wüste und wilde Gegend, wo es wenig regnet, die auch nicht von Flüssen durchzogen wird, die das Land bewässern und fruchtbar machen. Das peinlichste ist wohl der Holzmangel. Das Holz ist hier sechsmal so theuer wie in Deutschland, oie Lebensmittel und Kleidung sind hier drei bis viermal so theuer, überhaupt ein Leben nach deutscher Art ist hier nicht für Geld zu bekommen. Nun wirst Du Dir auch erklären können, wo die 8 Pfund Sterling hinkommen, die hier den nie- drigsten Monatslohn bilden, womit aber eine Familie gar nicht auskomnlen kann oder sie müßten den Mund in Deutschland lassen was hier so recht zu der Gesetzesordnung passen würde. Wer hier einen Contrakt in englischer Schrift und mit englischem Stempel abgeschlossen hat, der ist hier gerade so viel wie in Deutschland ein Zuchthaussträfling und wird bei der kleinsten Zuwiderhandlung mit 1 Pfund Sterling oder 1 Monat Gefäng- niß bestrast, ob er im Recht oder Unrecht ist, das bleibt sich gleich. Bon den Herren Morilla kann ich Dir mittheilen, daß sie hier in der Eap-Colonie keine Arbeiter mehr bekommen können, obgleich die Arbeiter auch hier im Ueberfluß vorhanden sind, weshalb sie ihre Sclaven aus Deutschlad beziehen, wo sie von H. E. Rosenhahn eingeschläfert werden und erst wieder erwachen, wenn sie in Afrika sind, wo es dann leider zu spät ist. Ueber die Fabrikpreise für Schuhmacher kann ich Dir fol- gendes mittheilen. Für Herrenstiefeln zum Aufzwicken gibt es 10 Mark per Dutzend, für Frauenstiefeln 8 Mark, fürs Ausputzen per Dutzend 6 Mark für Frauen- und 7 Mark für Herrenstiefeln. Du wirst jetzt selbst urtheilen können, was ein Mann die Woche verdient. Für solche Preise müssen die Leute arbeiten, ob sie wollen oder nicht. Ich glaube, so lange wir hier sind, sind noch keine zehn Tage vergangen, wo kein Streit und Spektakel gewesen ist, welcher gewöhnlich erst vor dem Ma- gistrat endigt; aber das hilft alles nichts, die Arbeiter müssen .für den Preis, den ihnen die Herren Morilla bezahlen wollen, arbeiten. Wer wieder zurück nach Deusschland will, dem kostet es 33 Pfd. St., die er nicht erschwingen kann. Die Gebrüder Morilla haben in Afrika einen solchen schlechten Namen, daß ich es unter meiner Würde halte, Dir noch mehr von diesen Blut- saugern mitzutheilen. Doch erfülle Deine Pflicht, sobald Du diesen Brief erhälst; theile nämlich die Zustände hierorts der deutschen Schuhmachergewerkschaft mit, und sorge für die Veröffentlichung resp. Warnung im„Vorwärts" und in der „Berliner Freie Presse"(MB. sorge dafür, daß alle Arbeiterblätter Obiges aufnehmet, damit nicht noch mehr Leute ins Unglück gestürzt werden). Im Fall, daß mein Name zur Wahrung der Wahrheit noth- wendig ist, bin ich gern bereit, ihn zu geben, ich will alle Ver- antwortung übernehmen. In der Hoffnung, daß Dich diese Zeilen überzeugen werden, wie schlecht es den Auswanderern in Afrika gehh, schließt mit Gruß und Handschlag an alle Freunde und Gesinnungsgenossen Gustav Herrman M." Der Schreiber dieses Briefes ist von dem in dem Briefe ge- nannten Herrn Rosenhahu angeworben worden. Folgende Annonce stand am 18. August in dem„Mainzer Anzeiger": „Stellenantrüge. Eine Schuhfabrik am Cap vergüten Hoffnung(Süd-Afrika), mit Maschinen- und Wasserkraft-Be- trieb, sucht zum sofortigen Eintritt 6 Zwicker, 6 Ausputzer, 2 Zuschneider, militärfrei. Freie Reise, 50 Mark Handgeld, Accordarbeit mit 30—40 Mark Wochenlohn, Jahresprämie, freie Wohnung und 4 Morgen Gartenland. Besitzer und Leiter, sowie die meisten Arbeiter sind Deutsche,— schöne und gesunde Lage, billige Lebensweise. Nur fleißige und in ihrem Fache durchaus erfahrene, nüchterne Arbeiter, welche be- reits in einer größeren mechanischen Schuh-Fabrik mit Erfolg thätig waren, wollen. ihre Offerten unter Mittheilung ihrer persönliche» Verhältnisse und bisheriger Thätigkeit mit der Aufschrift 8. F. 8693 Blanco bei der Expedition dieses Blattes niederlegen." Diese Annonce, die in gleicher oder ähnlicher Weise auch in An die Herrschenden! Am 24. Juli d. I. fand in Antwerpen eine große Arbeiter- Versammlung statt, in welcher nachstehende Anschauung zum be- redten Ausdruck kam. Wir freuen uns noch besonders über solche Anschauung, weil sie derjenigen der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands nahe steht und alle anarchischen Be- strebungen verurtheilt. Die Rede, welche wir nach dem„Mi- rabeau" geben, lautet: „Ihr Großen der Erde erklärt nns doch die greifbaren Fehler und Widersprüche unserer heutigen Gesellschaft! Wo ist heute die Gerechtigkeit, wo die von der Natur geschaffene Gleich- heit alles dessen, was Menschenangesicht trägt? Verdammt nicht die Gesellschaft den Producirenden zum Elend? Stürzt Ihr nicht ihn, den Anfang, die Gegenwart und die Zukunft der Menschheit ins Elend, um auf seine Kosten zu leben? Seht Ihr ihn nicht von Eurer Höhe herab mit Verach- tung an und gesteht ihm nicht einmal das Recht zu, sich selbst vertheidigen zu dürfen? Wenn er Euren Beistand fordert, Brod für sich und seine Kinder verlangt, von der Gesellschaft verlangt, für die er sich opfert, setzt Ihr ihm dann nicht bewaffnete Macht, rohe Gewalt entgegen? Oeffnet Ihr nicht das Gefängniß, die Kerker, um jene muthigen und intelligenten Arbeiter hineinzuwerfen, welche wagen, die abscheuerregenden Wunden der Gesellschaft bloszu- legen; welche sich erkühnen, den Vorhang zu lüften, um ihren Arbeitsgenossen zu zeigen, wo die Ursache ihrer Leiden zu suchen ist; welche wagen, die Einigkeit und Brüderlichkeit anzurathen, um den zahllosen Ausbeutungen eine Grenze zu stecken; welche sich gegenseitig unterrichten über die Bestimmung des Menschen, seine Pflichten und seine Rechte; welche sich darüber klar zu werden suchen, was sie als Arbeiter und Producirende von der Gesellschaft verlangen können, um sich und ihre Familien vor dem Elende zu bewahren; welche endlich darüber berathen, wie man sich gegenseitig helfen müsse bei Arbeitsmangel und über die Möglichkeit, die Arbeit einzustellen, sobald den Rechten der Arbeiter zu nahe gekommen werde?! Was würdet Ihr von einer Gesellschaft sagen, welche, wenn Ihr Eure unantastbaren Rechte beanspruchtet. Euch Bewaffnete entgegenschickte, um Euch in's Gefängniß zu schleppen, von der- selben Gesellschaft, zu deren Nutzen Ihr 30—40 Jahre nur um anderen Blättern stand, beruht obigem Briefe nach auf Schwin- del. Wir warnen deshalb die deutschen Arbeiter vor Auswan- derung nach dem Caplande und bitten die befreundeten Blätter Notiz von unserer Warnung zu nehmen. — Zuweilen erhellt ein Licht die reakttonären Finsterlinge in der gegnerischen Presse. So besprach die„Nattonal-Zeitung" vor Kurzem in einem längeren Artikel unser Steuersystem und kam zu dem Resultat, daß durch Erweiterung der Erbschafts- stemer, indem dieselbe auch auf die direkten Erbschaften über- tragen und dann im Allgemeinen erhöht werden soll, eine gerechtere Steuervertheilung zu Gunsten des arbeitenden Volkes entstehe. In Preußen beträgt die Erbschaftssteuer nur etwas mehr als 4 Millionen Mark, während dieselbe in Eng- land 115 Millionen Mark ausmacht. Dort werden auch die di- rekten Erbschaften besteuert. Wenn in ganz Deutschland solche Erbschaftssteuern eingeführt, wenn daraus eine deutsche Reichs- steuer entstände, so brauchte man nicht immer an die Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer zu denken, die ja besonders das ar- bettende Volk drücken würden. Wir sind mit der„Nattonal- Zeitung" also endlich einmal einverstanden und es werden so- gar die sozialistischenReichstagsabgeordneten wahrscheinlich für diese Reichssteuer stimmen, selbstverständlich vorausgesetzt, daß eine gleich hohe Summe von der Salzsteuer u. s. w. gestrichen würde. — Das Drängen der sozialistischen Reichstagsab- geordneten hilft doch manchmal. Wie man nämlich der„Köl- nischen Zeitung" mittheilt, hat der Reichskanzler den Direktor des Reichs-Gesundheitsamtes, Geheimrath Dr. Struck, beauftragt, unter Mitwirkung des Reichs-Justtzamtes, Staatssekretär Dr. Friedberg, einen Gesetzentwurf zur Abhilfe gegen die Verfäl- schung und gesundheitswidrige Anfertigung von Nahrungs- und anderweitigen Gcbrauchsmitteln auszuarbeiten. Es darf mit Be- stimmtheit erwartet werden, daß der Entwurf den Bundesrath und den Reichstag in der bevorstehenden Session beschäfttgen wird. — Eine Seeschlange. Jedes Jahr geht die Notiz durch die Zeitungen, daß die Kaiser von Deutschland und von Oester- reich bei ihrer Zusammenkunft, im Bade Ischl sich die Hand darauf gegeben hätten, gemeinsam die Sozialdemokratie zu ver- nichten. So meldet auch jetzt wieder das Berliner„Montags- blatt", daß die beiden Kaiser in Ischl ihre frühere Verabredung zur gemeinsamen Einschränkung und Unterdrückung des Sozia- lismus erneuert hätten.— Aus dieser sich immer wiederholen- den Notiz, mag die darin enthaltene Thatsache auf Wahrheit beruhen oder nicht, geht nur das Eine zur Genüge hervor, daß der Bourgeoisie mit sammt ihrer Böhmert'schen„Wissenschaft" schon längst das Latein ausgegangen ist und daß sie sich nach Hilfe umsieht bei den Gebietern über Kanonen und Bajonette. Daß sie sich auch hier verrechnet, ist ja selbstverständlich. — Eine schöne Culturkampfsblüthe. In einem kleinen Oertchen in Westfalen verlobte sich kürzlich ein evange- lisch er Kaufmann mit einer Katholikin. Bald darauf er- ließen in dem dorttgen Kreisblatte die Eltern und Geschwister des Bräutigams folgende Annonce: „Wir sind entschieden gegen die jüngst publizirte, hinter unserem Rücken und ohne unser entferntestes Wsssen stattgefun- dene Convenienz-Berlobung unseres bis dahin friedlich bei uns lebenden Bruders resp. Sohnes... mit einer Katholikin, verbitten uns daher etwaige Grawlationen sowohl, als auch ir- gend welchen Besuch der Braut nebst deren Angehörigen." Der Spieß hat sich umgedreht. Früher kam es wohl vor, daß Katholiken sich sträubten, die Verwandtschaft eines Pro- testanten anzuerkennen, weil die katholische Religion ohne beson- dere Erlaubniß die Verlobung, resp. Verheirathung mit Anders- gläubigen nicht zuläßt; die Protestanten spotteten über solche Orthodoxie. Jetzt hat es der Culturkampf, jetzt haben es die Herren Falck, Bismarck und ihr liberaler Anhang glücklich so- weit gebracht, daß der confesfionelle Hader auch in den pro- testantischen Familien hochauflodert. — Der zwölfte deutsche Journalistentag war am 19. und 20. d. M. in Dresden versammelt; die Theilnahme war nur eine sehr geringe. Man faßte in Bezug auf die BeHand- lung der wegen politischen und Preßvergehen Verurtheilten fol- gende Resolution: „Es ist Pflicht der gesetzgebenden Faktoren des deutschen Brod gearbeitet hättet? Hier giebt es keinen Ausweg, hier heißt's entweder— oder! Entweder beweise man uns, daß die Arbeit an und für sich unnütz ist oder daß die Kapitalisten von Haus aus den Arbei- tern überlegen sind und daß somit die Gleichheit der Menschheit eine Fabel ist! Ihr Ansbeuter, Ihr bietet uns als einzige Erleichterung die Entsagung, die Geduld, die Sparsamkeit. Es ist Euch leicht, den Andern Entsagung zu predigen, während Ihr selbst aus Kosten des armen Arbeiters lebt. Gebt der Arbeit, was ihr zukommt; gebt Jedem, der zum Wohlbefinden der Gesellschaft beiträgt, seinen Bedürfnissen, seiner Roth gemäß und den heil- samen menschlichen Principien entsprechend. Sprecht nicht von Eurer„Wohlthätigkeit"! Denn, liegt ihr nicht ein eütehrendes und eitles Prinzip zu gründe? Zu geben, um den zu ehren der giebt, heißt denienigcn demüthigen, welcher empfängt, heißt einen Unterschied zwischen den Menschen machen, heißt sie die Arbeit verachten lehren. In der That ist das, was Ihr gebt, ein Staubkörnchen im Vergleiche zu dem, was die Arbeiter für Euch producirt haben, und Ihr heißt es Wohlthätigkeit; die beste und einfachste Wohlthat aber wäre, der Arbeit ihren Lohn zu geben und die„Wohlthat" durch Gerechtigkeit zu ersetzen. Was die Sparsamkeit betrifft, so wißt Ihr recht gut, daß dieselbe nur für eine sehr kleine Zahl ausführbar ist. Wie könnten die großen Massen Sparsamkeit üben? Das Elend drückt sie Alle darnieder; ihr Einkommen ist unzureichend. Wie wollt Ihr den Menschen lehren, mit 50 Centimes auszukommen, wenn er thatsächlich eines Francs bedarf? Was den Lasterhasten betrifft, so lehrt ihm gute Sitten, verschafft ihm das leibliche Wohlsein und das Laster wird machtlos. Nein, ihr Großen der Erde, suchet nicht die soziale Frage von Euch fortzuschieben; sie drängt sich von selbst auf. Denket nach und blickt rings um Euch her. Sucht nicht so sehr nach Theorien, durchstöbert nicht die großen Bücher, die Bibeln, die Korane. Geht heraus aus Euren großen Salons, aus Euren Boudoirs; kommt inmitten unserer Hütten, in unsere unglücklichen Wohnungen, kommt mit uns zur Arbeit 12, 14, 16 und 18 Stunden des Tags; steigt mit uns in das Innere der Erde, durchlauft die Welten und die Meere, kommt mit uns, all den Reiches, bei der bevorstehenden gesetzlichen Regelung des Ge- fängnißwesens dahin zu wirken, daß die Behandlung der Wege« politischer und Preßvergehen Verurtheilten im Gefängniß eine gleichmäßige, den Anschauungen unserer Zeit über politische und Preßvergehen entsprechende, wie des Berufs der Jnhafttrten würdige sei." Alles Uebrige, was die Herren dort beriethen, war ziemlich gleichgültig. Bezeichnend nur war eine Aeußerung des Vertreters der„Gartenlaube", des fortschrittlichen Reichstagsabgeordneten Träger bei Berathung über Abänderung des deutschen Preß- gesetzes. Er sprach nämlich die Ueberzeugung aus, daß eine Revision der Preßgesetzgebungen im freiheitlichen Sinne nicht so bald zu erhoffen sei. Durch den Culturkampf und den Kampf mit der Sozialdemokratie sei in der öffentlichen Meinung eine ungünstige Stimmung gegen eine vergrößerte Freiheit der Presse entstanden; ein Umschlag könne nur nach Entscheidung dieser beiden Kämpfe erwartet werden. — Dann kann Herr Träger aber lange warten!— Wir wollen zugeben, daß der Culturkampf seinem Ende naht, weil nach dem bekannten Ausspruch:„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich"— die Liberalen und die Clericalen bald schon Handschlag und Küsse austauschen werden. Aber der Kampf der heutigen Ge- sellschaft gegen die Sozialdemokraten dauert so lange, bis der Sieg für letztere erfochten sein wird, und so lange dauert auch Preßknebelung und allerlei Unterdrückung des Geistes, weil man glaubt, dadurch die gerechten aber unbequemen Forderungen des Sozialismus eine Zeitlang noch hinhalten zu können. — Der Emporkömmling Gambetta hat sich in eine sehr unangenehme Lage gebracht. Bekanntlich wurde der Ex- deputirte Ordinaire(Radikaler) wegen unlauterer Speku- lationen aus der Liste der 363 gestrichen und„Republique fran?aise" ging am schärfsten mit ihm zu Gericht. Dafür hat er jetzt Rache genommen und in einer Vertheidigungsbroschüre Gambetta in der schärfsten Weise angegriffen. Ordinaire be- hauptet, Gambetta habe sich während seiner Diktatur die Taschen gefüllt. In der Broschüre heißt es:„Gam- betta war ein armer Student des Quartier lattn, ohne Geld, ohne jeden Besitz, der nur den Zutritt zum Ministerium der Justiz suchte. Von Zeit zu Zeit erhielt er von Laurier Geld zu seinen Reisen, und auf einer dieser Fahrten war der starre und unfehlbare Republikaner, der Gast der Familie Orleans. Jetzt ist er reich, hat ein Hotel, eine Equipage und setzt mit I Lächeln auf eine Karte 25 Louis. Er scheint jährlich 100,000! Franken auszugeben."— Ob man Gambetta auch wohl wegen unlauterer Spekulationen von der Liste der„berühmten" 363 streichen wird? Ganz bestimmt nicht— man haut sich näm- lich nicht gern selbst auf den Mund. — Auf dem europäischen Kriegsschauplatze herrscht! Ruhe; dieselbe wird nur von kleineren Scharmützeln unterbrochen, welche meist zu Gunsten der Türken ausfallen. Besonders be- währen sich die Tscherkessen als bedeutend bessere Kavalleristen wie die Kosacken.— In Armenien gewannen die Türken unter Muckthar Pascha eine bedeutende Schlacht am 17. August, i« welcher die Russen gegen 1200 Mann Verluste hatten. In dieser Schlacht zeichnete sich der Sohn des berühmten Tscherkessen- Häuptlings Schamyl, der Pascha Ghazi Mehemed rühmlich aus. — Die erneute Aushebung in Polen erregt dort die Gemüther; hundertweise desertiren die Polen über die preußische oder öfter- reichische Grenze; die Erbitterung hat eine solche Höhe erreicht, daß in russischen Kreisen ein Aufstand befürchtet wird.— Die deutsche Regierung hat Beranlassnng genommen, auf Grund der ihr vorliegenden amtlichen Berichte über die gegen russische verwundete und gefangene Soldaten von türkischen Truppen verübten Grausamkeiten, bei der Pforte die Bestimmungen der Genfer Convention vom 22. August 1864, welcher die Türkei bekanntlich im Jahre 1865 beigetreten ist, in Erinnerung zu bringen, und gleichzeitig bei den übrigen europäischen Mächten angeregt, ob dieselben ähnliche Schritte in Constantinopel thun wollen. Und welche Schritte hat die kaiserliche Regierung, so fragt die„Vossische Zeitung" recht naiv, bei der russischen Regierung gethan bezüglich der ebenso sicher constatirten russi- schen Grausamkeiten?— Wir wollen anstatt der kaiserlichen Regierung die Antwort geben:„Ja Bauer das ist ganz etwas Anderes!" — Aus Nordamerika. Der„Times" wird aus Phila- delphia vom 12. August berichtet:„In verschiedenen Theilen des Landes sind Versuche gemacht, eine politische Arbeiterpartei ermüdenden, erschöpfenden Arbeiten beizuwohnen und vergleichet das Resultat Eurer Arbeit mit der unsrigen; kommet mit uns z in die verpesteten Löcher und Ihr werdet dort Mütter, Kinder und Arbeiter auf einer Handvoll Stroh ausgestreckt und mit Lumpen bedeckt finden! Ihr werdet dort Mütter finden, von unschuldigen Geschöpfen umringt, Mütter, welche statt aller Ant- wort Thränen des Kummers vergießen. Ihr werdet dort Opfer der Arbeit finden, welche genöthigt sind, die Hand auszustrecken, um sogenannte Almosen zu empfangene Ihr werdet dort Arbeiter finden, welche aus Ehrlichkeit, im Gefühle nichts zu beanspruchen, was sie sich nicht verdient haben ein Märtyrerthum erleiden, ihr Elend auf jede mögliche Weise zu verbergen suchen und eher dem Tode zu lächeln, als sich zum Betteln entschließen. Ihr Aussehen jedoch wird Euch die Wahrheit sagen. Ihr werdet dort alles Elend des Unglücklichen finden, ein wahrhaftiges Bild, welches Euer Herz bluten machen muß, wenn Ihr es am rechte« Flecke habt. Einige Monate in dieser Schule werden Euch Vieles lehren, werden Euch klar und deutlich die UnVollkommenheiten des gegen- wärtigcn sozialen Zustandes kennen lernen. Kehrt in Eure Salons, in Eure Boudoirs zurück und wenn edlere Gefühle Euch bewegen, werdet Ihr Euren Glücksgenossen sagen, was Ihr ge- sehen und gehört habt. Ihr werdet sie die Gesellschaft in ihrer wirklichen Gestalt kennen lehren und beifügen, daß wir nicht wollen, daß Ihr mehr Sklaven werdet, als wir, aber daß wir uns unsre Rechte erkaufen, indem wir unsre Pflichten ersülle«- Unser Ziel ist der Triumph der Arbeit, und haben wir erst diesen Triumph errungen, so werden wir schnell einer bessere« Zukunft entgegengehen. Die Trägheit, das Laster, der PaN' perismus, die übertriebene Opulenz, die ungerechte AusbeutunS seines Nebenmenschen werden nach und nach verschwinden. D� Gesellschaft wird dann nicht nur den oberflächlichen Schliff del Civilisation zur Schau tragen, sondern die wirkliche Civilisatio« Fürchten wir uns nicht vor der Macht und dem Einfluß unserer Gegner; unser Zusammenhalten wird sie ohnmächüß machen. Unnöthig, nutzlos ist's, sich der Waffen zu bediene«! die Einigkeit, die Brüderlichkeit können das Problem lösen. müssen uns eng verbinden, uns gegenseitig belehren, uns nich in thörichte Unternehmungen einlassen, welche oft durch unrichtig' Mittel angeregt werden; wenn wir während unseres Dasel«» unabhängig von jeder andern regulären Partei zu bilden. Die Arbeiter errangen in Louisville vergangene Woche mit großer Mehrheit einen Wahlsieg. Sie stellten einen Candidaten für ben Gouverneurposten in Ohio mit einer ganzen Liste von Staatsbeamten auf. Vorbereitende Versammlungen behufs Bil- dung der Partei wurden in Cincinnati, Columbus, Baltimore, Philadelphia und New-Kork abgehalten. Die Bewegung erregte Aufmerksamkeit? man glaubt, daß die Partei infolge des durch die jüngsten Eisenbahnunruhen gegebenen Anstoßes furchtbar sein werde. Die Versammlungen haben sich für unmittelbare Ver- tretung der Arbeiter im Congreß, in den Staats- und Stadt- tegislaturen, für den Widerruf aller Arbeiterbedrückungsgesetze und die Fassung von arbeitschützenden Gesetzen ausgesprochen."— Wir enthalten uns vorläufig noch jedes Urtheils über diese Nachricht.__ — Der Kampf gegen die Sozialdemokratie wird in Saar- brücken mit wahrer Wuth fortgeführt. So wurde Sonntag den 19. d. M., Nachmittags 1 Uhr, der vierte Redakteur der dortigen„Freien Volksstimme" verhaftet und als Untersuchungs- gefangener in das Kantonalgefängniß abgeführt. Die Verhaftung erfolgte angeblich wegen Vergehen gegen die 110, 130 und 131 des R.-Str.-G.-B., die in den Nrn. 6 und 7 der„Freien Bolksstimme" begangen sein sollen; in Wahrheit aber verbirgt sich hinter den Gesetzesparagraphen die brutale Gewalt, welche unter deiy Deckmantel der Gesetzlichkeit den Vernichtungskampf gegen die Sozialdemokratie führt. Ludwig Kossuth hat sich jetzt auch in einem Briefe an seinen Freund, den ungarischen Abgeordneten Molnar, über die orientalische Frage ausgesprochen. Wir bringen nachstehende bezeichnende Stelle: Man sagt: der Czar hat sein Wort gegeben, daß er nicht erobern wolle. Und der Czar ist ein wackerer Mann(Lrutus ia an honorable man), lassen wir ihn also wirthschaften, dort im Osten; die österreichisch-ungarische Monarchie hat jetzt nur die Aufgabe, sich in„Bereitschaft" zu setzen,(freilich auch das nur dort nach Süden, wo wir dem Türken wohl schaden können, dem Russen aber in keiner erdenklichen Weise); in Aktion zu treten, wird dann erst an der Zeit sein, wenn bei den Friedens- Verhandlungen sich zeigen sollte, daß der Czar sein Wort nicht hält und erobern will. Oh! dann werden wir auf unfern Säbel schlagen und Europa wird mit uns sein und es wird Das und Jenes geschehen. Möge sich die Nation vor diesem Netz hüten. Es ist ein gar gefährliches Netz. Denn erstlich sage ich: Wenn der Czar aus diesem Kriege siegreich hervorgeht, dann wird das Wiener Kabinet nicht mehr zu dem Zweck auf den Säbel schlagen, um den Czar an der Eroberung zu hindern, sondern nur um sich an der Beute zu betheiligen.— Zweitens sage ich: Wenn auch das Wiener Kabinet den Willen haben wird, dann die russischen Eroberungen zu verhindern, dann wird es nicht einen einzigen Bundesgenossen mehr in Aussicht haben bei der schwie- rigeren Aufgabe des Umsturzes der vollendeten Thatsache, als es sich jetzt sichern könnte— wenn es wollte—, zu der leichtern Aufgabe, daß die Dinge nicht zu vollendeten Thatsachen werden. Der Preuße würde aus dem einen, der Franzose aus dem zweiten, der Italiener aus einem dritten Grunde gegen den Russen auch dann nicht vom Leder ziehen; das ist gewiß. Das Wiener Kabinet würde also nicht mehr Bundesgenossen haben, sondern es würde nur einen mächtigen Bundesgenossen weniger haben, welcher unter den gegebenen Verhältnissen mehr Werth ist, als jeder erdenkliche Bundesgenosse: und das ist der Türke, diesen würden wir mit jener umgarnenden Politik jedenfalls verlieren, ohne statt seiner einen anderen zu gewinnen. Wir würden ihn verlieren, weil die Einlösung oder Nichteinlösung des Czarenwortes nur mit dem Eintreten eines von zwei Fällen constatirt werden könnte. Entweder wenn er, Heer auf Heer gegen den von Allen verlassenen Türken führend, diesen schließlich vernichten würde; dann würde die Möglichkeit eines Bündnisses mit der Türkei natürlich wegfallen; oder wenn der Türke, des häßlichen Spieles überdrüssig, welches Europa und insbesondere das Wiener Kabinet mit ihm treibt, sich entschließt zu sagen: Wenn Europa und insbesondere das Wiener Kabinet sich um mich nicht kümmert, dann kümmere ich mich auch nicht um sie— und mit dem Russen einen Separatfrieden abschließt. Diese Politik also, welche auf die Einhaltung des Czarenwortes lauert, ist entweder böse Berechnung oder Verrechnung; ein Ver- brechen, oder eine Ungeschicklichkeit, wie es beliebt. Allein für uns giebt es eine noch entscheidendere Rücksicht als diese. Und diese ist: daß die die österreichisch-ungarische Monarchie bedrohende Gefahr damit keineswegs beseitigt wäre, wenn der Czar sein gegebenes Wort einlösen, und nicht erobern würde; denn wenn er auch nicht erobern, sondern nur den Krieg siegreich beenden würde, so würde ihm letzterer Umstand allein jene Führermacht, jenen diktatorischen Einfluß sichern, welchen er sich bei Entfaltung des Banners der„slavischen Sache" zum Ziele ausgesteckt hat. Für die österreichisch-ungarische Monarchie ist es aber keine größere Gefahr, wenn der Czar im Orient durch Eroberupg sich ausbreitet, als wenn er mit seinem Siege beweist, daß er der „slavischen Sache" eine feste Burg sein kann und seine Macht, seinen Einfluß solcherweise ausbreitend, über die Ostslaven und die sich mit ihnen verbinden,— sei es in unserer Nachbarschaft zur Rechten, oder in unserer Nachbarschaft zur Linken, oder endlich in unserem eigenen Vaterlande— als Führer, als Herr, als Beschützer verfügen kann. Die moskowitischen Blätter machen gar kein Geheimniß mehr daraus, daß, nachdem die Fahne der „slavischen Sache" entfaltet ist, nach der„slavischen Sache" der Türkei die„slavische Sache der österreichisch-ungarischen Mo- narchie" folge— und das ist kein leeres Wort. Es ist Logik. In der That ist für uns und Oesterreich die letztere Art der russischen Expansion noch gefährlicher, als die Länder-Eroberung. Diese letztere gewinnt nicht, sondern entfremdet vielmehr Denjenigen, den sie erobert. Russischer Unterthan zu sein ist kein Wünschenswerther Zustand und die Eroberung ist im schlimmsten Falle eine Loa coustrictor, mit der man schließlich kämpfen kann, aber die andere, das ist der Polyp; hat sich der einmal an unfern Körper geheftet, so ist aus seinen Fangarmen mit heiler Haut keine Retwng mehr möglich. Die erfolgreiche Art der Abwendung der von den russischen Aspirationen unserem Vaterlande und Oesterreich drohenden Gefahr ist also nicht in dem thatlosen Abwarten, daß der Czar sein Wort halte, nicht bei dem geräuschvollen Finale der Friedensverhandlungen zu suchen, sondern nur darin und einzig nur darin, daß wir, so lange es nicht zu spät ist, mit den Türken Hand in Hand gehen, damit durch die siegreiche Abwendung des russischen Angriffes die Integrität und Unabhängigkeit des ottomanischen Reiches bewahrt, und die russische Machtverbreitung in jeder Form ver- hindert werde. Cornipcmdsuzen. Minterthur, den 18. August. Der„Tagwacht" entnehmen wir folgende Correspondenz:„Plötzlich und oft unerwartet for- dert der Tod seine Opfer. Vor circa 8 Tagen begab sich unser Freund und Bundesgenosse Heinrich Meyer, Lehrer in Belt- heim, in seine Heimathsgemeinde Regensdorf, ohne zu ahnen, daß keiner seiner Freunde ihn wieder sehen sollte. Er fand bei einem Ausflug nach Baden den Tod in der Limmat, ob durch einen räuberischen Anfall oder durch Zufall, ist bis heute noch nicht aufgeklärt. Bon seinen Schülern wurde er geehrt und geachtet und sie bewiesen ihm die letzte Ehre dadurch, daß sie iym noch einen prächtigen Kranz zu seinem Begräbniß schickten. Von seinen Freunden von Veltheim und Umgebung hatten sich gleichfalls eine ziemliche Anzahl zum Begräbniß ein- gefunden und hat überhaupt Regensdorf jedenfalls lange kein so großes Leichenbegängniß gesehen. Meyer war im letzten Jahr Mitglied des Bundescomitös. Suchen wir Alle durch verdoppelte Anstrengung für Ausbreitung der sozialdemokratischen Ideen diese Lücke wieder auszufüllen; dadurch werden wir un- seres Freundes am besten gedenken." Stötteritz, 21. August. Sonntag den 19. d. M. begingen wir hier ein Arbciterfest, wie es in solcher Weise wohl kaum je im 13. sächsischen Wahlkreise gefeiert worden sein dürfte. Aus allen Theilen des 13. Wahlkreises, aus Leipzig und auch aus verschiedenen entfernter liegenden Orten, waren Festtheil- nehmer erschienen— nach oberflächlicher Schätzung etwa 10,000. Stötteritz selbst bot einen überraschenden Anblick dar; in wahrem Wetteifer hatte Jedermann, der es mit der Sozialdemokratie hält— und das ist in unserem Orte die übergroße Mehrzahl— Alles daran gewendet, um dem Orte ein festliches Gewand an- zulegen. Fahnen, Guirlanden, Kränze, Inschriften, Transpa- rents, Ehrenpforten mit bezüglichen Sinnsprüchen, Bilder Las- salle's, Marx' und Gruppenbilder wechselten in bunter Mannigfal- tigkeit ab und trugen mit dazu bei, die Festesstimmung zu erhöhen. Auch der Himmel hatte Einsicht genommen und seine sonst jeden Tag geöffneten Schleusen für diesen Tag wie auf Commando geschlossen. Kurz, alle Umstände waren gegeben, nicht Nutzen daraus ziehen, so haben wir wenigstens unsre Pflicht erfüllt. Beachten wir keine anderen Parteien mehr; wenn>vir uns selbst nicht zu vertheidigen vermögen, so bleiben wir ihre Sklaven. Laßt ernsthaften und aufgeklärten Menschen uns die Hand reichen und arbeiten wir mit Vernuuft und Energie. Beweisen wir der Welt, daß wir, weit davon entfernt eine beschränkte, ungebildete Masse zu bilden, intelligente und aufgeklärte Menschen sind, daß unsre Grundsätze wahr und unbeugsam und unsre Ge- fühle die edelmüthigsten sind. Beschäftigen wir uns nicht viel mit Personen. Die Personen, die Menschen sind nichts— die Prinzipien Alles! Vermeiden wir Uneinigkeiten und kleine Zwistigkeiten und beaufsichtigen wir die Feigen und Heuchler. Laßt unsre Herzen im Eifer für den gegenwärtigen Kampf erglühen und einer Zukunft zusteuern, deren Grundlagen die Wissenschaft, die Wahrheit und die Ge- rechtigkeit find! — Zum Arbeiterrisico. Am 22. August brach in dem Kohlen- bergwerke Borussia bei Dortmund ein Grubenbrand aus, dem 15 Ar- beiter zum Opfer fielen. — Kartoffel-Einlage und Zuckerrüben-Deckblatt.� Mit diesem Beiwort pflegt man eine Cigarre von mehr kräftigem als angenehmem Geruch zu bezeichnen, wie jedem Raucher wohl be- kannt ist. Daß aber der erstere Artikel in Massen in Frankreich zu dem angegebenen Zwecke gebraucht und der Bedarf aus Deutschland eingeführt wird, hat sicher Mancher nicht gewußt. Eine Verordnung des Präsidenten Mac Mahon läßt uns darüber nicht im Unklaren. Der- selbe erläßt soeben ein Einfuhrverbot auf Kartoffeln aus Deutschland, welches sich auch„auf die dürren Blätter" der Kartoffel erstreckt. Die Herren Franzosen werden ihm dankbar sein, wenn er ihnen das Material zu den Liebescigarren damit vom Leibe hält. Kr« — Kreuzzeitungs-Kindisch-s. Die„Kreuzzeitung" schreibt: „Einer unserer Leser sendet uns Nachklänge vom Tübinger Jubiläum. Wir mögen es uns nicht versagen, aus der Schilderung des Königs- festes in Bebenhausen die Mittheil'ung hier vorwegzunehmen, daß der König Carl, welcher sich in leutseliger Freundlichkeit mitten unter den von ihm bewirtheten Studenten bewegte, zu einem anwesenden Theo- logen die Aeußerung that:„Es sind ernste Zeiten; das Beste ist, den kindlichen Glauben festzuhalten."— Aus„indirekten" Gründen wollen wir die gebührenden Bemerkungen für uns behalten. — Ein Delinquent, der sich selber hinrichtet. In Amerika wird das„Hängen" in der Regel so ungeschickt gehandhabt, daß die Delinquenten oft eines langsamen und qualvollen Todes sterben. Ein Mörder, Namens Guidry, der in Neworleans am 25. Juli gehängt wurde, war indeß glücklich genug, augenblicklich zu sterben, infolge des Umstandes, daß er die Anordnungen für seine Hinrichtung persönlich beaufsichtigte. Als Guidry, der ein merkwürdig intelligenter Mörder war, das Schaffet bestieg, besichtigte er sofort den Strick, mit welchem er gehängt werden sollte, und fand, daß derselbe nicht lang genug sei. „Der Fall"— sagt er zu dem Sheriff—„wird nicht genügen. Ich wünsche einen gehörigen halsbrechenden Fall von etwa zehn Fuß Tiefe." Der Sheriff traf sofort die nöthigen Schritte, um diesem Gesuche zu willfahren, und der Strick wurde demgemäß verlängert und dem De- linquenten um den Hals gelegt. Guidry machte sodann nach einigen spöttischen Bemerkungen darüber, daß mau in Amerika nicht einmal' zu hängem verstehe, den Sheriff darauf aufmerksam, daß der Strick zu dicht zusammengezogen und der Knoten an der unrechten Stelle sei. Der Sheriff traf die nöthigen Abänderungen und zog dem Delinquenten die Kappe über das Gesicht. Guidry brach hieraus in ein unbändiges Ge- lächler aus, weil, wie er sagte, die Kappe so dünn sei, daß er durch i dieselbe sehen könnte. Als endlich die Klappe fiel, starb der Delinquent (augenscheinlich ohne Schmerz oder Todeskampf, weil er sich, wie der „Newyork Herald" bemerlt, das Geschäft selber besorgt und dadurch die erste gründlich erfolgreiche Hinrichtung, die seit langer Zeit in den Ver- einigten Staaten staltgesunden, gesichert hatte.— Wir haben obiges Geschichtchen nur nacherzählt, um zu zeigen, welche Roheit und Ent- sittlichung in der Todesstrafe liegt. — Ein offenes Eingeständniß. Ein evangelischer Pfarrer in Kischenew, Namens Faltin, erzähll im„Evangelischen Kirchenblatt" über den Berräther Hassan Pascha, der Nicopolis den Russen über- antwortet hat und sich nun in einer rubelisirten Gefangenschaft befin- det. Wir bringen unseren Lesern den interessanten Schlußsatz:„Mit sichtlicher Freude nahm er das Evangelium in türkischer Sprache an, und liest sehr fleißig in demselben. Die Hälfte hat er bereits durchge- lesen. Möge dasselbe ihm zum Segen sein. Ich fürchte aber, daß es ihm so gehen könne wie dem Tscherkcssenhäuptling Schamyl, der, als er in seiner sürstlichen Gefangenschast in einem Prachteinbande das Neue Testament in seiner Sprache erhielt und es mit großer Aufmerksamkeit durchgelesen hatte, antwortete;„Ich habe euer Religionsbuch durchge- lesen und finde, daß euere Religion eine großartige und schöne ist, aber das eine ist mir ausgefallen, daß ihr eben gar nicht nach diesem Buche lebt. Wenn ihr danach leben werdet, werden auch andere sich zu dieser Religion bekehren."— Das klingt gerade so wie der bekannte Spruch:„Thuet nach meinen Worten, nicht nach meinen Werken." I UM das Fest zu einem recht gelungenen zu machen. Zum Fest- platz war der Mothes'sche Kirschgarten erkoren, in dem ein ' Musikchor und vier Gesangvereine abwechselnd sich produzirten. ;Die Festrede hielt Genosse Liebknecht, der sich nach der „Fackel" folgendermaßen äußerte: Festgenossen! Wenn es mir heute an Stoff zu einer Festrede gefehlt hätte, ich würde ihn auf dem Wege hierher gefunden haben. Schon von der Ferne sah ich die Flaggen in Stötteritz wehen; ich fragte den Genossen, der mit mir ging: Ist das ein Siegesfest, was hier gefeiert wird? Es sieht so aus, wie ein Fest, das unsere Gegner feiern— wie das Sedanfest. Doch, wie wir näher kamen, da sah ich, daß zwischen dieser Feier und der des Sedan- tages denn doch ein großer Unterschied ist. Da standen nicht Inschriften, mit denen die bluttgen Tage eines Schlachtfeldes gefeiert werden, da standen Wahrsprüche, in denen die Arbeit und die Freiheit verherrlicht wurde. Wohlan, das Fest, das wir feiern, ist ein Siegesfest, aber es ist nicht die Feier eines Sieges, der erfochten ist mit den brutalen Waffen von Eisen auf blutigen Schlachtfeldern za Gunsten dynasttscher Interessen, sondern es ist die Feier eines Sieges, erfochten mit den Waffen des Geistes, erfochten für eine große Sache. Am 10. Januar ist dieser Sieg erfochten. Auf der einen Seite standen die Kämpfer für Freiheit, auf der andern die Kämpfer für Volksunterdrückung. Hier in Stötteritz und in diesem Wahlkreise hat der Kampf der Geister ärger getobt als irgendwo in Deutschland— die Männer der Arbeit haben den Sieg davon getragen. Festgenossen! Bei diesem Kampf haben wir so recht sehen können, worin eigentlich die Kraft der Arbeiterpartei liegt. Gegen uns Alles; die Gegner, ausgerüstet mit allen Machtmitteln der Erde— die Männer der Arbeit allein mit ihren nackten Armen, aber bewaffnet mit den Waffen des Geistes traten sie in den Kampf und sie haben gesiegt(Beifall.) Wie war es aber möglich, daß die Söhne der Arbeit den übermächtigen Gegner haben werfen können? Wir, lieben Freunde, wir wissen es, aber für unsere Gegner ist es noch ein unlösbares Räthsel. Jeder Sozialdemokrat ist auch ein muthiger und begeisterter Kämpfer für die große und gerechte Sache, er tritt für sie mit ganzer Kraft ein, die Gegner sind blos einzeln auf dem Platze und kämpfen mit Geld, wo nur die Begeisterung zum Siege führen kann.— Woher aber kommen die Schaaren der Sozial- demokratie?— Seit vier Jahren lastet die Krisis au» Deutsch- land. Da muß Jeder fragen, wenn er die hungernden Men- sehen, das zerstörte Familienglück schaut, woher dies Unglück? Muß das sein? Sind die Menschen zum Elend geboren? Zu sagen, die Menschheit sei zum Elend geboren, ist eine elende Blasphemie! Die Menschheit hat sich durch Arbeit emporge- rungen, sie hat der Natur mehr und mehr Schätze abgewonnen, — aber die Vertheilung der Erträgnisse ist eine ungerechte. Mit den Fortschritten der Cultur haben leider die gesellschaftlichen Einrichtungen nicht Schritt gehalten. Daher schwelgt ein kleiner Theil der Menschen in Wohlergehen; die große Masse des ar- bettenden Volkes liegt im Elend! Müssen wir da nicht eine andere Ordnung der Dinge schaffen, die solche Zustände unmög- lich macht? Ein anderes Bild, meine Freunde! Jeder von Ihnen liest täglich von Thaten, die ihn mit Grauen erfüllen müssen. Dort in der Türkei werden im Namen der Humanität, im Namen des Christenthums, im Namen der Civilisation, alltäglich Tausende von Menschen geopfert— das gebildete Europa, es steht thaten- los da und gebietet dem Morden nicht Halt! Genossen! Eine solche Civilisation hat sich gerichtet; das alte Europa, es hat sich das Todesurtheil gesprochen durch die Vorgänge auf dem asiatischen und europäischen Kriegsschauplatze, gerade so, wie die ökonomische Ordnung der Dinge verurtheilt worden ist durch die Krisis und das Elend der Massen. Freunde, es gilt zu kämpfen, um diese Zustände zu besei- tigen. Der Tag, den wir heute feiern, hat gezeigt, was geleistet werden kann, wenn das Volk aufKitt im Massenaufgebot. Es gilt, das eroberte Land frisch zu bebauen, nicht die Früchte des Sieges wieder preiszugeben. Jeder neu eroberte Punkt muß zu einer Festung der Sozial- demokratie ausgebaut werden, die uneinnehmbar ist. Von diesen Festungen aus inüssen die Züge in's Land ausrücken, um neuen Boden zu gewinnen. Stötteritz ist. eine Festung; es ist eine Burg des Sozialismus im 13. Kreise. Nie soll sie uns genom- men werden! Hier müssen neue Kräfte gesammelt werden, den Kampf und die Arbeit in den Wahlbezirken auf's Neue wieder aufzunehmen. Zu solchem Kampf muß das Fest, das wir heute feiern, Sie alle ermuthigen. Unser Fest ist gleichsam eine Heer- schau der Sozialdemokratie, und wahrlich, Jeder kann stolz darauf sein. Da sind Männer, Frauen und Kinder, da sind die Familien versammelt, da steckt die Sozialdemokratie nicht blos in einzelnen Köpfen, sie steckt in Volke! So laßt uns denn fortringen und weiter kämpfen, neuen Siegen entgegen! Die Sozialdemokratie— das müssen unsere Gegner lernen— wird erst aufhören zu kämpfen an dem Tage, an welchem alle ihre Forderungen durchgesetzt sind. Darum hat Jeder die Pflicht, bis zum letzten Athemzug zu ringen. Und so schließe ich: Thue Jeder seine Schuldigkeit!(Stürmi- scher, langandauernder Beifall.) Nach einer kurzen Pause ergriff Bebel das Wort. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß neben den Tausenden von Männern, die gekommen wären, um hier ein Volksfest zu feiern, sich auch Tausende von Frauen und Jungfrauen eingefunden hätten. Es berechtige diese Thatsache zu der angenehmen Hoff- nung, daß auch in Frauenkreisen die Erkenntniß immer mehr Platz greife, den Freiheitsbestrebungen der Männerwelt nicht indifferent gegenüberzustehen, sondern mit theilzunehmen am Kampfe zur Befreiung des ganzen Menschengeschlechts. Redner fährt fort:„Das heutige Fest hat auch insofern eine hohe Bedeutung, als es uns allesammt auf's Neue ermahnt und' begeistert, auf dem einmal betretenen Wege fortzuwandeln. Möge man uns auch verfolgen, wie man will, möge man uns in's , Gefängniß werfen, so lange man will____"(Minutenlang an I haltender Beifall.) Bebel fortfahrend:„Verehrte Festgenossen! Noch hat man keine Idee mit Gewaltmitteln zu unterdrücken vermocht, noch keine mit kleinlichen Polizeichikanen todt gemacht— über alle diese gehen wir zur Tagesordnung hinweg, wir nehmen sie hin als kleine Mückenstiche, über die wir uns wohl momentan—" (Donnernder Beifall.) Polizeikommissar Winkler: Ich rufe hiermit den Redner zur Ordnung und veranlasse ihn... ich entziehe ihm das Wort! Ich erkläre die Versammlung für aufgelöst! Mehrere Stimmen: Das ist ja gar keine Versammlung! Polizeikommissar: Das Weitersprechen verbiete ich aber. (Zum Vorsitzenden des Festco mites gewendet): Daß ich die Versammlung für aufgelöst erklärt habe, wollte ich Ihnen blos ! sagen. Auf die Einwendung des Vorsitzenden, daß hier keine Ver- sammlung stattfinde, erklärte der Polizcikommissar wiederholt: „Das Weitersprechen verbiete ich aber!" und verließ unter nicht endcnwollendem„Hurrah" den Festplatz. Mit Ausnahme dieses durch das unqualifizirbare Benehmen des Herrn Polizeikommiffars veranlaßten Zwischenfalls verlief das Fest in der würdigsten Weise, wie das übrigens auch nicht anders zu erwarten war. Das„Leipziger Tageblatt" will erfahren haben, daß die „Ausschreitungen" für deren Urheber noch ernste Folgen haben würden. Mag sein. Aber es muß hier von vornherein gegen die etwaigeAnnahmeBerwahrung eingelegtwerden, als ob„dieUrheber" der„Ausschreitungen" auf Seite der Festtheilnehmer zu suchen wären. Zur Beruhigung des obengenannten würdigen Blattes bin ich dagegen in der Lage, mitzutheilen, daß gegen den Po- lizeikommissar Winkler Beschwerde erhoben worden:st. Warten wir also das Weitere ab. Erwähnt sei noch, daß der greise Vertreter des 13. sächsischen Wahlkreises im Reichstage, Temmler, ein Begrüßungstele- gramm gesandt hatte, welches, mit donnernden Hochrufen auf- genommen, sofort telegraphisch beantwortet wurde. Potsdam, 20. August. Als köstlichen Gegensatz zu dem Be- richt aus Stötteritz, der ein Fest unserer Partei schildert, bringen wir hier nach der reichstreuen Berliner„Bolkszeitung" einen Bericht über ein Fest des reichstteuen Kriegervereins:„Gestern bot unsere Stadt das Bild eines recht lebhasten Verkehrs, in dem aber lei- der die lächerliche Seite die vorherrschende war. Der 4. Brandenbur- gische Provinzial- Kriegertag tagte nämlich hierorts und es be- gann schon am frühen Morgen das Trommelgewirbel und Trom- petengeschmetter der vom Bahnhofe ankommenden auswärtigen Vereine. Die„Kreuzzeitung", welche sich bekanntlich darüber aufhielt, daß der deutsche Journalistentag in Dresden durch die Anberaumung einer Sitzung während der Gottesdienststunden die Sonntagsweihe verletze, würde in Potsdam sicher aus der Haut gefahren sein, wenn sie den fortwährenden Skandal, den die Kriegervereine, die bekanntlich gut patriottsch sind, während des Gottesdienstes verursachten, mit angehört hätte. Der hiesige Magistrat hatte schon vor einigen Tagen die Einwohner auf- gefordert, zu Ehren des Tages die Häuser zu schmücken, doch scheint dieses, sowie ein Artikel im Jntelligenzblatt, der die Kriegervereine als bestes Gegenmittel gegen die So- zialdemokratie hinstellt, nicht recht gezogen zuhaben, denn nur hier und da wehte ein bescheidenes Fähnlein, worunter, ob aus Ironie, mag dahingestellt bleiben, auch ein schwarz-roth- goldenes, von den Häusern hernieder. Um halb 12 Uhr sollte der Festzug beginnen, doch scheint die militärische Pünstlichkeit den Herren vollständig abhanden gekommen zu sein, denn ziem- lich eine Stunde später konnte sich der Zug erst in Bewegung setzen. Voran marschirte der hiesige Verein ehemaliger Waffen- geführten, dann folgten die auswärtigen Vereine, zuerst die uniformirten Berliner und Charlottenburger, dann biedere ländliche Vereine, deren Mitglieder in langen Röcken und Cylinderhüten. Im Ganzen gewährte es einen drastischen Anblick, der sogar auf die Offiziere hiesiger Garnison seinen Eindruck nicht verfehlte. Der Kaiser war von Schloß Babels- berg nach dem Stadtschloß, wo er den Zug vorbeipassiren lassen wollte, gefahren, doch kehrte er, ohne dieses gcthan zu haben, wieder nach Schloß Babelsberg zurück, weil die Herren Krieger zulange auf sich warten ließen, trotzdem ein Unteroffizier, mit Aufforderung sich zu beeilen, abgesendet war, nicht zur Zeit erschienen. Mir zählten circa 300 Theilnehmer, die bei dem Festmarsch bereits mehr oder weniger an- geheitert waren, woher es möglich, daß die Ordnung eine sehr mangelhafte und der Eindruck, den das Publikum empfing, ein höchst lächerlicher gewesen." So der Bericht der„Volkszeitung". Wenn man mit den bezechten Mitgliedern der Kriegervereine die begeisterten Mit- glicder der Sozialdemokratie bekämpfen will, so— so— geht das noch über den Böhmert! Kagen. Unser hiesiges Parteiorgan,„Hagener Volksfteund", findet mehr und mehr Eingang in die Arbeiterkreise; aber auch die Kleinbürger fangen an, sich mit unseren Bestrebungen zu befreunden, was namentlich die uns bekämpfenden gegnerischen Blätter am bittersten empfinden dürften, da sicherem Vernehmen nach deren Abonncntenzahl in rapidem Rückgang begriffen ist. Die Wuth dieser Blättchen kennt daher auch keine Grenzen, und wahrhaft komisch nehmen sich deren Versuche aus, die Sozial- demokratie aus dem eroberten Terrain zu verdrängen. Hier nur ein Beispiel von vielen aus der„Ennepthal-Zeitung". Die- selbe läßt sich folgendermaßen berichten: „Gevelsberg, 30. Juli. Gestern Nachmittag fand im Hackenberg'scheu Saale cme Arbeiterversammlung statt, zum Zwecke der Errichtung einer Arbeiter- Krankenkasse. Die Veran- stalter hatten zu ihrer Unterstützung den bekannten Sozialdemo- kraten Klein kommen lassen, und dieser benutzte die günstige Gelegenheit, um in der bekannten Weise für seine Partei zu agitiren. Wir erinnern uns ähnlicher Versammlungen,!die vor zehn Jahren stattfanden. Damals sagten unsere Arbeiter:„Was will der fremde Mann hier? Wir wissen selber was uns fehlt!" — Heute ist es anders. Als der Agitator die Arbeiter mit ausgequetschten Citronen verglich, wurde er nicht, wie es sich gebührt, an die Luft gesetzt, sondern noch beklatscht— ein Zeichen, daß die zustimmenden Arbeiter die darin liegende große Beleidigung nicht begriffen haben und ihrerseits nicht mehr zu dem alten Ennepsträßer- Stamm gezählt werden können." Ja, ja— der Stamm fängt bedenklich an zu wanken, und die„Ennepthal-Ztg." mag sich hüten, daß sie als dürres Aestchen an diesem Stamm nicht zu Boden fällt. Daß die„Hagener Zeitung" in der Sozialistenbekämpfung nicht zurückbleibt, braucht wohl kaum erst erwähnt zu werden. Hrefekd. Die Nummer 17 des hier erscheinenden Partei- organs„Freie Niederrheinische Zeitung" ist confiscirt worden. Anlaß zu der Confiscation hat eine Crefelder Correspondenz ge- Seben, in welcher die hierorts projcktirte Denkmalsetzung für den Komponisten der„Wacht am Rhein" besprochen wurde. In scharfen Worten verurtheilt der Correspondent alle Kriege, welche zu dynastischen Zwecken auf den Befehl Einzelner unternommen werden, und namentlich führt er den Nachweis, daß der Krieg von 1870—71 dem deutschen Volke trotz des Sieges nur neue Lasten aufgebürdet und die frcundnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich auf lange Jahre hin in bittere Feiudschaft verwandelt habe. Anstatt daher, heißt es in der Correspondenz, dem Sänger der„Wacht am Rhein" in den Anlagen der Ostallee ein kostbares Denkmal zu setzen, sollte man die Summe zu einem anderen, besseren Zweck verwenden. Cre- feld's Wohlstand wird nicht durch Errichtung eines Denkmals gehoben, wohl aber durch baldige Anlage einer Wasserstraße, welche den Rhein mit der Maas verbindet!— Wenn Carl Wilhelm, der Componist der„Wacht am Rhein", den militärischen Nationalstolz Deutschlands entsacht hat durch die musikalische Ausschmückung der Strophe: „Wir Alle wollen Hüter sein", so gehört dies der Vergangenheit an, die Gegenwart aber soll realeren Grundsätzen prakttschen Ausdruck geben. Aber diesen Festtheilnehmern(deren Zahl auf mindestens 6000 geschätzt Fehler des irrenden Componisten kann die Nachwelt gut machen, wurde) Abwechslung aller Art, namentlich der große„Reichs- wenn sie sein Denkmal an dem Crefelder Hafenplatz des projek- bär" errregte ungeheure Heiterkeit, als er aus der Reichsme- tirten Rhein-Maas-Canals ausstellt, mit dem Geficht nach Frank- nagerie aus den Festplatz gebracht, seine tollen Sprünge aus- reich hingewendet, und im Postament die corrigirten Worte ein-! führte. Selbstverständlich fehlte der unvermeidliche Ball nicht, gemeißelt: der namentlich von der jüngeren Generation stark frequentirt „Wir Alle wollen Brüder sein!" war.— Den Glanzpunst des Festes bildete aber die schwung- Asnaörück. Sonntag den 12. August fand hier ein Ar-'volle Festtede unseres Genossen Vahlteich aus Chemnitz, dessen beiterfest statt, welches durch seinen großarttgen Verlauf sowie' zündenden Worte lauten Wiederhall fanden in den Herzen der die es begleitenden Umstände eine Erwähnung im„Vorwärts" ungeheuren Volksmenge. Vahlteich wurde einer fteimüthigen verdient. Das Fest, ein Einigungsfest im eminentesten Sinne Rede wegen bekanntlich zu 18 Monaten Gefängniß verurtheilt. des Worts, war von den verschiedenen Gewersschasten und Kran- Liberale Zeitungen freuen sich darüber, daß der beliebte, aber kenkassen veranstaltet, und wünschten die Theilnehmer einen Fest-„gefährliche" Volksredner auf lange Zeit unschädlich gemacht zug durch die Stadt abzuhalten, um dem Publikum zu zeigen, worden ist. Unsere Gegner hätten nur sehen und hören sollen, daß die Arbester anständige Menschen find und nicht Rauf- und wie ihm zugejubelt wurde, dem„gefährlichen" Agitator.— Trunkenbolde u. f. w., als welche sie immer darzustellen die Lörrach i. W. Vergangenen Freitag fand im Gasthaus liberale„Osnabrückcr Zeitung" die Liebenswürdigkeit besitzt.„Zum Schwan" eine ziemlich stark besuchte Volksversammlung Genannte Zeitung hatte sich vorher auch genug bemüht, einen � statt, in welcher die Herren A. Drecsbach und F. Miede- starken Petroleumduft um das Fest zu verbreiten, und dasselbe mann aus Mannheim über die Tagesordnung:„Die heuttge indirekt der Polizei zu denunziren; die Gute hätte so gern ein Krifis, ihre Ursachen und Wirkungen" sprachen. Auf den Vor- Verbot desselben herbeigeführt. Die Polizeidirektion, welche trag näher einzugehen, gestattet wohl der Raum dieses Blattes schon seit Jahr und Tag wohl bei Turnerfeuerwehrfesten, Sedan- nicht, es sei deshalb nur erwähnt, daß derselbe von der über- feier u. dergl. Festzüge erlaubt, nicht aber bei Arbeiterfesten, großen Majorität der Versammlung mst großem Beifall auf- hatte auch den unsrigen verboten, mit der klassischen Motivirung: genommen wurde. Am Schluß der Versammlung traten noch „weil ein Bedürfniß für denselben nicht vorliege"!!! Wir ließen 29 Arbeiter der Partei bei. Der provisorische Agent: uns indeß nicht so leicht abschrecken, sondern richteten eine so I. G. B---- wohlangebrachte Beschwerde an die königliche Landdrostei, daß————.——--—.— r-- man uns schon am dritten Tage den Zug freigeben mußte. Wie 2ln die Partergenostcn in Rheinland und Westfalen. immer, hatten alle diese Chikanen kräftig für uns agitirt, und � Im Aufwage der Parteigenossen der Wahlkreise Bochum. Dortmund, hatten wir die Genugthuung. den Zug aus mindestens 1500 �.sburg Mn und A en°-J!-rl°hn lade ich d-.e Parte-g-now Rhem- Personen, nebst 9 Fahnen und 5 Emblemen bestehen zu sehen. Ianbä unl> Westfalens ferner � � Der Zudrang zum Festlokale war ein so enormer, daß trotz der � mlä)t am Sonntag, den 2. September, von Bormittags Größe desselben Hunderte keinen Platz bekommen konnten. Trotz n uhr ab, im Lokale des Herrn Otto Werth, Beekstraße, statt- dieser ungeheuren Menschenzahl verlief das ganze Fest ohne finden wird. den kleinsten Zwischenfall in der friedlichsten und brüderlichsten Tagesordnung- 1. Parteiprefie; 2. Agitation. Weise. Der Gesammteindruck des Festes war der, daß es ein! Zahlreiche Betheiligung in Person oder durch Delegirtc ist noth. für unsere Stadt noch nie dagewesenes, schönes war. Die Ar- j wendig. Bei Ankunft der Vormittagszüge sind Führer mit rothen bester haben gezeigt, daß sie einig sein können, wenn sie wollen; 1877 mögen sie diese bcherzigenswerthe Lehre nie vergessen, und es Iserlohn, 18. August 1877. � � wirb besser werden für uns Alle! � Carl Kühn.' j;b. Die rheinisch- westfälischen Parteiblätter werden um Verö'ffent» Ahka«. In dem Kampf der hiesigen Ctgarrenarbetter gegen lichung dieser Einladung ersucht. die Fabrikanten ist die Entscheidung noch nicht gefallen; um aber-- u Zeigen, daß die Arbeiter die Schuld nicht treffen kann sollte An die Parteigenossen der Provinz Preuße«. X Konflikt ausbrechen, braucht wohl nur das nachstehende Zur Verbreitung der„Königsberger Freien Presse- ist es noth. Schreiben, welches die Arbeiter an den Fabrikanten Deter ge- richtet haben, veröffentlicht zu werden. Das Schreiben lautet: „Herren Cigarrenfabrikanten Gebr. Detcr. wendig, daß in den im vorigen Auftuf genannten Orten Bersamm- lungen abgehalten werden. Die Parteigenossen werden daher ersucht, Versammlungen zu bewerkstelligen und sich dieserhalb mit dem Partei- Wir erlauben uns Ihnen hiermit folgendes Schreiben zu genossen Kräcker in Königsberg, Unterrollberg 17, in Verbindung setzen unterbreiten: Die von Ihnen in Ausficht gestellte Schließung ihrer Fabrik den 18. d. M., veranlaßt uns folgendes Gesuch an Sie zu richten, in der Hoffnung, das dasselbe Berücksichtigung finden möge: Die Unterzeichneten sind beauftragt, von den Mitgliedern des Deutschen Tabakarbeiter- Vereins, welche auf Ihrer Fabrik arbeiten, Ihnen die Folgen vor Augen zu führen, welche, wenn Sie Ihr Projekt ausführen, für die Betheiligten sich zu wollen, derselbe wird überall, wo es verlangt wird, in den Ver» Sammlungen erscheinen und sprechen. Die Gelegenheit, einen Redner unserer Partei m der Provinz zu haben, ist da, nun vorwärts, ohne Kampf kein Sieg! Königsberg i. Pr., 21. August. Die Zeitungs-Eommission. Briefkasten der Redaktion. H. Kröplien: Gedicht nicht verwendbar.— der Erpedition. Rudolf, Hannover: So viel wir wiffen ist V W Vahlteich in letzter Zeit nicht in Hannover gewesen.- Tappendorf, entwickeln, und«le daher ergebenü zu eryichen, von der �. Soeben erbalten wir Mittbeiluna von der Ervedition de» Mhrhnn Barmen Ab. 159,00. Kchnrtr Hof Ab. 15,59. Stlzl Teplitz Ab. 1,68. Ebrhrdt Wiesbaden Schr. 9,99. Wdlr Darmstadt Schr. 5,90. Byr Ulm Schr. 1,85. Lpp Halberstadt Schr. 4,15. Lhmmt Pforzheim Schr. 26,13. Frck Preetz Schr. 2,55. Ottrbch Stuttgart Ab. 4 09. Schlr Frohnau Ab. 4,20. Schr Schumburg Schr. 9,96. Gthl Schweidnitz Schr. 4,90. Hßnr Mainz Ab. 38,90. Wlnd Kiel Ab. 9,19. Metallarbeiter-Gewcrkschaft hier Ann. 9,59. C. Trpp Friedberg Schr. 1,29. F. Gnth Lautlingen 9,50. Mr'g Colditz Schr. 3,25. E. Brggmr Seesen Ab. 11,19. I. Endrs Augsburg Schr. 39,99. C. Schndt Linz Schr. 9,15. Qunzl Plagwitz 9,79. L. Schnfr Rümingen Schr. 9,89. I. Mrtz Speier Schr. 9,33. Schuhmacher-Ge- werkschaft Hannover Ann. 2,49. Grbstn Lindenau Schr. 19,99. Hnnr Niederbronn Sch 2,99. Schntzr Karlsruhe Schr. 11,73. Schlr Frohnau Schr. 2.36. Exped. d.„Volksfreund" Frankfurt Schr. 25,99. Lngr Baden-Baden Schr. 9,18. Exped. d.„Freien Zeitung" Duisburg Ab. 5,09. K. Mllr Graz Schr. 1l,2I. H. Brlngr Stuttgart Schr. 91,90. F. A. Schrschmdt Meerane Schr. 19,15. R. Hß Sonneberg Schr. 15,99. F. Zhliir Darmstadt Ab. 27.89. W. Albrtz Eßlingen Ab. 11,59. Zglr Schöllkrippen Schr. 1,90. H. Lgs Hannover Ann. 1,20, Schr. 0,79. C. Ulrch Offenbach Ann. 2,90. H. Rdlph Hannover Ann. 5,90. Annonce« für die Mittwoch S-Nnminer müssen bis Mon- tag Vormittags 9 Uhr; für die FreitagS-Nnmmer bis Mitt» woch-Bormittags 9 Uhr; für die Sonntags- Nummer bis Frei- tag Vormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimmt Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei uns hat» können eine Aufnahme nicht finden. Die Expedition des„Vorwärts". «uroitmn, uno oayrr ergrven,» Hamburg: Soeben erhalten wir Mittheilung von der Expedition des Schließung Ihrer Fabrik Abfand zu nehmen. Wir brauchen„Hamb.-Alt. Volksblattcs" über die von Ihnen für Annonce der Ci- Sie wohl nicht m längeren Ausführungen erst darauf auf- 1 garrenarbeiter-Commission an die Expedition bezahlten Mk. 1,69 und merksam zu machen, in welche Roth und Elend die Betreffenden haben das Annoncenconto nunmehr beglichen. versetzt werden, wenn sie ohne Beschäfttgung sich befinden, aber Quittung. Bck Gotha Schr. 6,90. Krsch Frohburg Schr. 2,30. das Motiv, welches Sie zur Schließung Ihrer Fabrik veranlaßt, a' �------..... zwingt uns, dasselbe— weil eine Jnteressenfrage in Betracht kommt— einer kurzen Betrachtung zu unterziehen. Der größte Theil der auf Ihrer Fabrik Beschäftigten hat sich vor kurzer Zeit veranlaßt gesehen, sein persönliches Jnter- esse in einer vom Staate erlaubten Vereinigung zü versichern, um sich gegen besondere Arbeitslosigkeit, sowie Krankheits- und Sterbefälle zu schützen. Wir glauben, daß Sie Ihre Härte doch wohl nicht soweit treiben wird, die Arbeiter Ihrer Fabrik in ihrer persönlichen Freiheit soweit zu schädigen, daß sie plötzlich arbeitslos werden sollen, weil dieselben ihr Interesse versichern wollten. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß Sie Ihre Humani- tät bestimmen wird, von der Schließung Ihrer Fabrik Abstand zu nehmen, damit solch eine schreckliche Katastrophe vermieden werde und glauben, daß die Unterzeichneten in letzter Stunde bemüht gewesen sind, eine friedliche Lösung dieser Angelegen- heit anzubahnen. Wir bitten, wenn Sie unser ergebenes Gesuch berücksich- ttgen, einen Bescheid bis 15. d. M. und erklären uns gern bereit, in weitere Unterhandlungen mit Ihnen einzutreten. Mit Ergebenheit Ohlau, 13. August 1877. I. A.: O. Zimmermann, Vorsitzender, Briegerstraßc bei Kristen." Eine Antwort auf dieses Schreiben haben die Arbeiter nicht erhalten; aber am 14. wurde durch den Werssührer Klose den Arbeitern verkündet, daß sofort alle aufhören müßten. Am andern Morgen beim Lohnholen wurde ihnen jedoch bedeutet, sie sollten bis zum Sonnabend, den 18., noch arbeiten. Eine solche unverschämte Handlungsweise verdient die gebüh- rende Züchtigung, und diese besteht darin, daß die Arbeiter bis aufs Aeußerste ausharren. Das können sie aber nur, wenn sie sich auf die Arbeitsgenossen allüberall verlassen können. Man vergesse also die Ohlauer Cigarrenarbeiter nicht. Briefe und Geldsendungen sind zurichten an Paul Zimmermann, Brieger- straße bei Kristen. Krimmitschau, 20. August. Begünstigt vom prächtigsten „Kaiserwettcr", durch keinen Mißton gestört, ist das gestrige Volksfest von Statten gegangen. Schon im Laufe des Vor- mittags waren die„Reichsfeinde" in hellen Haufen von Nah und Fern herbeigeeilt, so daß den reichsfeindlichcn Spießern un- screr guten Stadt Crimmitschau Himmelangst geworden sein mag. Der imposante Festzug, an dem ca. 4000 Genossen theilnahmen, bewegte sich, überall von der freudigenJMenschenmenge begrüßt, vom Meister'schen Theaterlokale resp. Schützenanger aus durch die Schützenstraße, Leipzigerstraße, über den Markt:c.:c. nach dem Festplatze. Vertteten waren Meerane(massenhaft), Glauchau, Zwickau, Werdau, Chemnitz, Treuen, Lichtenstein-Callnberg, St. Micheln, Wildenfels, Reichenbach, Netzschkau, Mylau, Auerbach, Elsterberg, Schneeberg, Gomla, Zeulenroda, Greiz, Gößnitz. c*\ i Kirchberg, Neudörfel, Vielau, Zschortau, Gera, Altenburg. Ronneburg Großenstein Schmölln IWustleis Fraureuth,„�n aufgefordert, den schuldigen Betrag sofort einzusenden.(3c) Camsdorf, Haßlau, Planitz, Schedewitz, Trünzig, Stöcken, Lan- Altona- Bau- Land- und Erdarbeiter 0,99; Metallarb.-Gew. 0,69p genbernsdorf, Mannichswalde, Gablenz, Rudelswalde, Lauen- Cöln a. Rh.: Wahlvcrein 1,89; Mülheim a. Rh.: Wahlver. 0,69; Hain, Grünberg, Hoyersdorf und noch viele kleinere Orte.— Neuschönefeld: Arb.-Bcr. 1,29; Thonberg: Wahlfcst-Comitö 1,29. Auf dem Festplatzc entwickelte sich bald ein reges Leben und Leipzig, 14. August 1977. Treiben. Der geistigen und leiblichen Genüsse gab es in Hülle_______ Die Expedition des„Vorwärts". � und Fülle, wenn nur das" öth ige Geld ni cht gefehlt hätte, zz�g�twortlicher Redafteur: Hermann Helßig in Reudnitz- Leipzig Sehenswürdigkeiten, Glucks- und Schießbuden ic.-c. boten den r.thatvn und Exped r»n Färb rinaß 12/11. in Leipzig. Druck und B'-r'.sg i'X G ii»�-nsch«trt buchdruckerei in Lepztg, Am Juli 30. verstarb Hierselbst Carl Scharr, Schneider, im Alter von 27 Jahren. Gebürtig zu Edenkoben in der Pfalz. Desgleichen am 13. August Johann Wrbik, Schneider, im Alter von 33 Jahren. Gebürtig zu Ungarisch-Brod in Mähren. Beide waren eiftige Sozialisten und fand daher deren Be- gräbniß unter zahlreicher Betheiligung von Parteigenossen statt. Dieses allen Bekannten und Freunden derselben zur Nachricht. London, im August 1877. 5,79 Im Austrag deS Communistischen Arbeiter-Bildungs-Vereins: I. Boß. Hödere Fachschule der Residenzstadt Sondershausen. Vorbereitung zum Einj.-Freiw.-Examen. Be- ,,., ginn äes Semester» am 10. Oetober. Pro- Masehincnteclmiker Rramm p.atig un(i franco durch(4b)[2,10 und Jen OberbürgermeiBter, den Direktor Bautechniker. Kath Laue J' Kathke.