Nr. 105. Freitag, 7. September. 1877. erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. AbonuemeiltspreiS für ganz Teutfchland 1 IK. 60 Ps. pro Quartal. Monats- Abonnements »erden bei allen deutschen Postanstalten ans den 2. und 3. Monat, und aus den Z.Mona! besonders angenommen: im Wnigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Altenburg auch aus den llen Monat deb Quartals k 51 Psg. Inserate betr. Versammlungen pr. Petitzeil- 10 Ps., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile Z0 Ps. Kentrat Grgan der Sozialdemokratie restcllunlzcn nehmen an alle Vostanstalten und Vuch� Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Ncw-Vork: Soz.-demokr. Genossen- schaftsbuchdruckerei, 154 Llclriäg'ö 8tr. Philadelphia: P. Haß, eso Xortd Zrä Ltreet. I. Voll, 1129 Odarlotte 8tr. tzobok en».5.! F. A. Sorg-, 2l5 Vranh- ington Str. Chicago: A. Lanscrmann, 74 l�lvdvurnvQVL. San Franzisco: F. Entz, 418 O'k'arreU Str. London W.: C. Hcn�c, 8 Xew"Jtr. Golden Square. Deutschlands. Warum nicht? Die im„Vorwärts" angeregte Frage, ob Progresfiv-Ein- kommensteuer oder Ausbeutungssteuer, scheint allerdings einer eingehenden Erörterung würdig, nur wird ein großer Theil der Parteigenossen(und nicht mit Unrecht) fragen: Warum jetzt dieses Kopfzerbrechen? Jetzt, wo die Evenwalität, daß wir eine ungefähre Mehrheit hätten, noch in so weiter Ferne ligt? Dieser Umstand jedoch darf uns nicht abhalten, in so gewichtige Punkte Klarheit zu bringen. Jedenfalls haben die Ausführungen unseres Genossen A. D. viel für sich, die Behauptung aber, daß in unserem Programm an Stelle der Progressiv-Einkommensteuer eine Ausbeutungs- steuer treten sollte, audernfalls aber die Progressiv-Einkommensteuer zu streichen, ist zum Mindesten verfrüht. Unfern Gegnern die Ueberzeugung beizubringen, daß unsere Uebergangsmaßregeln friedlich, nicht gewaltsam und über- stürzend ausfallen müssen, ist eine schwierige Aufgabe und jedem Sozialisten ist zur Genüge bekannt, daß wir von den heutigen Machthabern ein Entgegenkommen nicht zu erwarten haben. Der Verfasser sagt nun selbst, daß bei einem wie beim an deren Steuersystem der Großbetrieb geschwächt wird und daß derselbe nur nach Uebernahme durch den Staat im größten Maaße zur Entfaltung gelangen könnte, trotzdem aber verlangt er Aenderung des Programms. Weshalb denn das? Für uns ist die Hauptsache die: Welches Steuer- system gereicht dem arbeitenden Volke zu größerem Nutzen? Nach Ansicht des Verfassers natürlich die Ausbeutungs- steuer, weil dadurch der Werth der Arbeit und der Arbeits-Er- Zeugnisse gehoben würde-c. Ich vermag nun nicht einzusehen, wie die Arbeits- Erzeugnisse durch Besteuerung der Ausbeutung gesteigert werden können, wohl aber nehme ich an,„daß jeder Ausbeuter die ihm aufgebürdete Steuerlast von sich und auf die Schultern der Arbeiter wälzen würde!" Denn wenn heute ein Fabrikant 18 Mark Lohn zahlt, wird er nicht anstehen, falls ihm durch die Ausbeutungssteuer die Hälfte seines„Entbehrungslohnes" entzogen würde, diesen Ausfall da- durch zu begleichen, daß er den Lohn von 18 auf 15 Mark re- duzirt, den Rest aber würde er durch höhere Verkaufspreise zu decken suchen, was wiederum der großen Masse des Volkes zur Last fällt! Was wären wir dadurch gebessert? Oder ist wirklich anzunehmen, daß die Großkapitalisten, um dieser Steuer zu entgehen, ihre Fabriken mit den Arbeitern zu- sammen genossenschaftlich unter Staatsvertrag betreiben würden? Das wäre wohl das letzte, was dieselben thäten! Ob die Pro- gressiv- Einkommensteuer nie folgerecht durchgeführt werden kann, bleibt abzuwarten; Hintertreibungen dürften ebenso bei dem Ausbeutungssteuersystem vorkommen, oder mußte besser bei gründlicher Organisation der betr. Behörden in jedem Falle unterbleiben. Zudem hat das Progressiv-Einkommensteuer-System den Vor- theil, daß nicht nur Großindustrielle, sondern auch privatisirende Kapitalisten, Coupon- Abschneider ic. herangezogen, was bei der Ausbeutungssteuer nur indirekt der Fall ist! Unsere Gegner werden sich der Einführung des einen wie des anderen Systems so lange als irgend möglich widersetzen und nur, wenn wir die Majorität haben, gesetzlich gezwungen werden, die allmählige Confiskation des Kapitals über sich ergehen zu lassen; daß dies auf die friedlichste Weise von der Welt vor sich gehen kann, wird jeder vernünftige Gegner zugeben, die Einwendungen der unvernünftigen aber können und dürfen uns nicht irritiren! Lassen wir also das Programm beim Alten! R. Die Gewerlschastspreffe. Die Nummer 93 des„Vorwärts" enthält einen Artikel über die Schäden und Mängel der Gewerkschaftspresse und kommt dessen Verfasser zu dem Schlüsse, daß nur ein Centralorgan für sämmtliche Gewerkschaften die in jenem Artikel erwähnten Uebel beseitigen könne. Es kann nicht unsere Absicht sein, den falschen Vergleich, welchen der Verfasser zwischen Lokalpresse und Ge- werkschaftspresse anstellt, hier zu wiederlcgen; vielmehr halten wir es für unsere Pflicht, den Nutzen oder auch(unter den jetzigen_ Verhältnissen) den Schaden eines Centralorgans und der Beseitigung der kleinen Gewerkschaftsblätter zu besprechen, sowie auch diejenigen Mittel anzugeben, welche wir für die ge- deihliche Entwicklung unsrer Gewerkschastsbewegung für praktisch finden, und zwar ohne daß dieselben der politischen Bewegung hinderlich sind. Wir glauben nicht erst nöthig zu haben, uns gegen den Vorwurf der Sonderbestrebung verwahren zu müssen, ist doch die Schuhmachcr-Gewerkschaft und deren Verwaltung immer voran gewesen, wenn es galt, zu centralisiren. Wenn wir nun heute gegen jenen Artikel Stellung nehmen, so geschieht dies, weil der Vorschlag zu unrechter Zeit gemacht und der Sprung zu groß ist. Wir stimmen mit dem Verfasser darin vollständig überein, daß der Kastengeist, wie er in dieser oder jener Branche recht sehr zu Hause ist, bekämpft werden muß, soll nicht durch das Gehenlassen die ganze Gewerkschaftsbewegung darunter leiden. Tie gesammte Arbeiterklasse hat in ökonomischer Beziehung ein und dasselbe Interesse, und Pflicht und Klugheit gebieten ein enges AneinanderschUeßen in dem Kämpfe für eine bessere Lebens- stellung, denn nur in der Centralisation liegt die Möglichkeit zur Erringung und Erhaltung einer besseren Existenz. Den besten Beweis für diese Behauptung geben uns die Gegner, die Dessen- dorffe ic., welche mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln die Centralisirung der Arbeiter in Organisationen zu hindern suchen— Beweis genug, daß wir auf der richtigen Fährte sind. Die Richtuncj, welche wir für das Gedeihen der Gewerkschafts- bewegung einzuschlagen für nothwendig halten, ist folgende: Zunächst hätten sich die verwandten Branchen wie Zimmerer, Tischler, Glaser, Maurer, kurz Bauhandwerker, ferner die Schuh- wacher, Sattler, Gerber zc. in einer Korporation nach einem gemeinsamen Statut oder wenn dies noch nicht möglich, doch unter einer Verwaltung zu einigen und ein gemeinsames Blatt zu halten. Die Verwaltungen dieser größeren Gewerkschafts- Verbände müßten zusammen an einen Ort verlegt werden und durch Cartellverträge unter einander verbunden sein. Nur hier- durch allein würde dem Kastengeist und der Decentralisation wirksam begegnet und ein Schritt ohne Gefahr zur größeren Centralisation gethan werden können. Diese Gcwerkschaftsver- bände könnten ohne materiellen Nachtheil ein eignes Blatt sehr wohl unterhalten und trotzdem noch so viel erübrigen, um eine gute Redaktion zu installiren. Aber auch die Interessen dieser zusammengehörenden Branchen könnten genügend in einem solchen Blatt behandelt werden, was bei einem Centralorgan, daß den Maurern, den Schneidern, den Zimmerlcuten, den Tapezierern re. zugleich dienen soll, niemals möglich sein wird. Den Verfasser jenes Artikels leitet ganz besonders die Ansicht, daß der materielle Nachtheil für die kleinen Gewerkschaften durch Unterhaltung von eignen Blättern zu groß sei, was auch wir zugeben; derselbe schreibt aber weiter:„Sollte eine einzelne Verwaltung einen besonderen Alp auf dem Herzen haben, so kann sie sich davon in Cirkulären befreien." Dadurch aber würde der gewünschte Zweck nicht erreicht, denn wenn das Centralorgan Gcwerschafts-- Bekanntmachungen, Abrechnungen ic. nicht aufnähme, so würden die Verwaltungen außer dem Centralorgan noch regelmäßig Cirkulare drucken lassen müssen und der gehoffte Bortheil fiele nicht nur weg, sondern die materiellen Opfer würden noch größer werden. Gewerkschafts-Bekanntmachungen, Abrechnungen u. s. w. dürften aber schon um deswillen keine Aufnahme finden, weil sonst der Raum eines solchen Centralorgans, und erschiene es selbst zweimal wöchentlich in der Größe des„Vorwärts", doch von der ersten bis zur letzten Seite davon gefüllt würde; und dabei haben wir nur das Nothwendigste im Auge. Ein Blick in den„Pionier" bestätigt dies, und doch ist dieser nur das Organ zweier Gewerkschaften. Außer den allgemeinen Angelegenheiten gibs es aber auch noch Sachen in dieser und jener Branchef, welche in der Presse besprochen werden müssen, welche aber die Allgemeinheit sehr wenig interessiren. Ferner ist die Entwicklung der verschiedenen Industriezweige auch wieder sehr verschieden; denn während die eine Branche der Großindustrie schon gänzlich verfallen ist, hat eine andere den ganzen Entwickelungsgang erst durchzumachen. Würden sämmtliche Gewerkschaften unserer Richtung den hier vorgeschlagenenen Weg betreten, so hätte die Gewerkschafts- bewegung einen guten Schritt vorwärts gethan. Allein damit scheint es noch gute Weile zu haben, denn außer den Buch- druckern, welche in jüngster Zeit eine Verbindung sämmtlicher Gewerkschaften betonten, zeigen die übrigen Gewerkschaften durch- aus keine Neigung hierzu, vielleicht so lange, bis dieselben die trüben Erfahrungen der Buchdrucker hinter sich haben werden. Trotz alledem glauben wir uns nicht zu täuschen, daß die Buch- druckcr auf ihr Organ, den„Correspondent", am letzten zu Gunsten eines Centralorgans verzichten würden; ganz dasselbe gilt von den Cigarrenarbeitern. Solange jedoch diese größeren Gewerkschaften sich nicht mit einem Centralorgan einverstanden erklären, würde ein solches den kleineren Gewerkschaften in materieller Beziehung eine weit größere Last aufbürden als ihre kleinen Blätter, und daß dies jetzt von Nachtheil wäre, wird Niemand, auch der Verfasser nicht, bestreiten. Hätte der Verfasser jenes Artikels die Gewerkschaftsbewegung genau verfolgt, so müßte ihm auch noch im Gedächtniß sein, wie vor einem Jahre der letzte Rest der von Th. Aorck angebahnten Centralisation, die von ihm selbst gegründete Holzarbeitergewerk- schaft, dem Kastengeist zum Opfer fiel. Der Kastengeist wurzelt eben noch zu tief, als daß derselbe mit einen: Schlage sich be- festigen ließe, und trauen wir auch einem Centralorgan nicht die Wunderkraft zu, ihn radikal zu beseitigen. Aus alledem geht hervor, daß die kleineren Gewerkschaftsblätter sich größerer Sympathie bei den eignen Genossen erfteuen, weil dieselben die Schäden bloslegen, welche denselben zunächst liegen, und wenn nun hierdurch die Genossen besser als durch theoretische Artikel zum Anschluß an die Gewerkschaft zu bewegen sind, so halten wir dies für keinen Fehler, wohl aber für einen Beweis, daß die kleinen Blätter ihre Aufgabe als Agitatoren und Werber sehr gut erfüllen. Nur dürfen hierbei die erfahreneren und intelli- genteren Genossen nicht vergessen, daß das nicht genügt, sondern daß die Aufgabe an sie herantritt, der Eigenliebe, dem Kasten- geist innerhalb der Organisation nach allen Richtungen in ver- nünftiger Weise entgegenzutreten und die Neugeworbenen mit den allgemeinen Bestrebungen der Arbeiter vertraut zu machen. Wirken die kleinen Blätter und alle Genossen in dieser Weise, dann dürfte dem Kastengeist, welcher die Arbeiter zu ihrem eignen Schaden noch auseinanderhält, sein letztes Stündlein geschlagen haben und wir von dem Ziel einer Arbeiterunion mit einem Centralorgan nicht weit mehr entfernt sein. Es hat eben Alles seine Entwicklung, so auch die Gewerkschaftsbewegung. Wir finden es deshalb aber auch nicht gut angebracht, diese kleinen Pioniere, und wären manche auch nur eine Hand groß, mit scheelen Augen anzusehen. Vor geistiger Versumpfung und Oberflächlichkeit ist uns schon im Hinblick auf die Parteipresse nicht bange, dagegen können wir uns dieser Befürchtung nicht ganz bei Einführung eines Centralorgans unter den jetzigen Verhältnissen erwehren. Wie schon erwähnt, müßte ein solches Centralorgan ftir sämmtliche Gewerkschaften mindestens ebenso groß und so oft als der„Vorwärts" erscheinen. Der Preis würde sich in Folge dessen nicht viel niedriger stellen lassen als der Preis des„Vorwärts", dadurch würde aber ein großer Theil Arbeiter abgehalten noch ein politisches Blatt neben dem Centralorgan zu halten, anderntheils würden Viele sich in den Glauben einlullen, ihr lest ja ein großes, gutes Arbeiterblatt und bedürft eines weiteren nicht mehr; und die so sehr gefürch- tete politische Halbbildung würde auch in Deutschland ihren Einzug halten. Ganz anders verhält es sich mit den kleinen Gewerkschafts- blättchen zu dem Preise von 50 bis 75 Pfennig pro Quartal. Ein solches Blättchcn genügt dem etwas vorgeschrittenen Arbeiter nicht; seine geistigen Fähigkeiten werden zwar angeregt, aber nicht ganz befriedigt, und er wird sich immer noch ein politisches Blatt beilegen, was er ohne große materielle Opfer thun kann, indem das Gewcrkschaftsblättchen ja höchst billig ist und zudem genügend auf die politische Presse aufmerksam gemacht wird. Ich bin der Meinung, daß das jetzige Vcrhältniß der politischen und Gewerkschaftspresse der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung gleich förderlich ist. Wir sind keineswegs Gegner eines Centralorgans, nur glauben wir, daß in demselben Augenblick, wo eine nicht geringe Zahl Gewerkschaften mit großen Opfern sich Blätter geschaffen hat und mit allen Fibern daran hängt, der Ruf zur Beseitigung derselben nicht angebracht und die Gründung eines Centralorgans nicht von Vortheil für jene Gewerkschaften ist. Auch wir wollen Reform und Centralisation der Gewerkschaften, warnen aber an- gesichts der bitteren Erfahrungen nachdrücklichst vor Uebcr- stürzung. W. Bock. Aus Nordamerika. Newyork, 18. August. Der Zustand der Arbeitersache ist jetzt in Kürze folgender: Das große Kapital hat vorläufig gesiegt— aber es gilt von diesem Siege, was von denen des Pyrrhus galt: noch ein vaar solche Siege, und es ist verloren. Der Uebermuth, den cs bei und nach der Unterdrückung des Ausstandes bewiesen hat, nimmt ihm rasch den Rest seines Halts im stimmgebenden Volke. Der Eigenthümer der„Newyorker Centralbahn", Vanderbilt, schenkt seinen Arbeitern 100,000 Dollars zur Anerkennung dafür,„daß sie gegen ihn loyal gewesen sind", mit andern Worten, sich auf seine beruhigenden Versicherungen hin dem allgemeinen Ausstande nicht angeschlossen und diesen dadurch schachmatt gemacht hatten. Ein Geschenk aber hatten die Arbeiter nicht erwartet, sondern ihr Verdientes, und das nächste Mal werden sie sich nicht gegen die gemeinsame Sache bethören lassen. Der König der Pennsylvania-Bahn, Scott, hat angekündigt, daß er in Pitts- burgh keine weitläufigen Gebäude mehr bauen und der Stadt möglichst wenig Vortheile von der Bahn zukommen lassen wird, hat den Schaden beim dortigtln Brande berests einzuklagen An- statt gemacht(nach den Gesetzen wüßte ihn Stadt und Graf- schaft vergüten) hat, trotz des Verlustes die regelmäßige Divi- dende erklären lassen und sich Bundcsmilitär genug verschafft, um auf den Widerstand der Arbeiter gerüstet zu sein. Die De- laware-Lackawanna-Western-Bahn, hat die Milizen, welche den Ausstand der Arbeiter dieser dritten Hauptlinie verhinderten, so großmüthig ausgenützt und dabei hungern lassen, daß dieser Sippschaft kein Milizsoldat von New-Jersey wieder Hilfe leisten wird. Ueberhaupt ist es das einstimmige Zeugniß der Presse aller Parteien, daß die Bürgermiliz schlechterdings unbrauchbar sei gegenüber einem wirklichen Volksaufstande, und die Republi- kaner verlangen eine Vermehrung des stehenden Heeres, weil diesmal vor diesem die„Friedensbrecher" Respekt bewiesen hätten. Sie vergessen, daß dieses stehende Heer überwiegend aus Jrlän- dern und Deutschen bestehen würde, welche der Hunger unter die Fahne getrieben hätte, und welche gegen Bürger ihre Waffen nur zum Scheine gebrauchen würden. Auch ist im nächsten Congreß, thcils aus Mangel an Geld, theils wegen der Erbärmlichkeit der neuen Administration(deren eigene Partei ge- spalten ist) keine Aussicht auf Vermehrung, sondern auf Ver- Minderung der Truppen, von denen jeder Mann dem Lande 1000 Dollars das Jahr kostet, und die es nicht einmal gegen die Indianer genügend schützen können. Es steht fest, daß der Respekt vor den Bundestruppen ein sittlicher ist, ein Respekt vor der Republik und ihren Vertretern, vor der Selbstregierung und der Schutzwehr, welche sie noch immer gegenüber dem Kapitalismus zu bieten vermag, wenn das Stimmrecht besser angewendet wird. Und aus demselben Grunde wird die bevorstehende Wahl in Ohio, Pennsylvanien, Indiana und Illinois einen großen Umschwung der Dinge zeigen. Ein Vorspiel davon lieferte vorige Woche die Legislatur-Wahl im Staate Kentucky, dem ärgsten Zopfstaatc der Union. Eine so eben erst gebildete Sektion der Arbeiterpartei erwählte von sechs in der Stadt Louisville zu wählenden Vertretern deren fünf, und in Conington einen, zum nicht geringen Erstaunen aller Welt. In Pennsylvanien haben die bestehenden Gewerkschaften sich vereinigt(zunächst noch ohne sich der Arbeiterpartei anzu- schließen, um in die Staats-Legislatur nur Arbeiter zu sen- den, und sie werden wahrscheinlich großen, wenn auch nicht durch- schlagenden Erfolg haben. In New-Jersey(wo so eben eine neue Wochenzeitung,„Vorwärts" von den Unseren gegründet worden) ist die Wahlbewegung ebensowenig mehr zurückzuhalten als in Ohio, Indiana, Illinois und Wisconsin. Natürlich suchen auch die alten Parteien und die Greenback- und Jndependent- Partei die neue Volksbewegung zu ihrem Vortheile auszubeuten, indem sie einzelne Punkte unseres Programms sich aneignen— das kann aber auf die Dauer nur der Arbeiterpartei zu Gute kommen. Die allermeisten Mitglieder derselben, welche während der Julitage auf elende Vorwände hin verhaftet worden waren, sind wieder ohne Anklageerhebung freigelassen, ja, möglicherweise alle, und ihre grundlose Verhaftung, die Polizeiübergriffe, nachdem alle eigentliche Ruhestörung beschwichtig war, besonders die Ver- böte des Versammlungsrechtes in Chicago, St. Louis, Phila- delphia und anderwärts haben böses Blut gemacht. Noch sind gewaltsame Vorfälle an verschiedenen Orten, besonders in den Kohlenbezirken Pennsylvanins, wo eine starke Besatzung von Bundes- trnppen andauert, nicht unmöglich, wenn die Habgier und der Uebermuth der großen Monopole so fort schaltet; doch ist es wahrscheinlicher, daß die Entscheidung am Stimmkasten vorgezogen werden wird. Sozialpolitische Uebersicht. — Das große heilige Rußland liegt in militärischer Hinsicht gedemüthigt vor dem Herrscher der„ohnmächtigen, ver- rotteten" Türkei; in moralischer Beziehung aber zu den Füßen der ganzen gesitteten Welt. Die neueren militärischen Nieder- lagen bringen wir in einer besonderen Notiz vom Kriegsschau- platze— die neuesten moralischen Niederlagen wollen wir hier registriren. Die Bedingungen, unter welchen Kaiser Alexander die„Cooperation" der Rumänen erwirkte, sind demüthigend. Fürst Carol hat sich das Obercommando über einen Theil der russisch-rumänischen Armee ausbedungen und so wurde er denn zum Befehlshaber des„Wcstdetachements" vor Plewna ernannt. Diese„Cooperation", über deren militärischen Unwerth uns die nächste Zukunft belehren wird, ist sehr theuer erkauft und es ist der bis dahin unerhörte Fall eingetreten, daß ein beträchtlicher Truppentheil einer Großmacht unter das wenn auch nur nomi- nelle Commando eines kleinen souceränen Fürsten gestellt wurde. — Wie grenzenlos demüthigend aber die„Cooperation" mit Rumänien ist, geht noch aus folgender Nachricht, die aus Berlin stammt, hervor:„Die königlich preußische Ostbahn sendete Loco- Motiven leihweise nach Rumänien auf Rechnung der dortigen Regierung, die ihrerseits deren Rückgabe versprochen, sobald die von ihr in deutschen Fabriken bestellten Locomotivcn abgeliefert sein würden."— Aus dieser Nachricht geht hervor, wie elend es in Rumänien aussieht, von dem das großherrliche Rußland Hülfe verlangt— Hülfe auch von Serbien, von Montenegro, von Griechenland— von vier Kartenkönigen, die wahrlich nicht vermögen, das russische Kartenhaus zu stützen. Ein Bankrotteur sucht Hülfe bei Bankrotteurs; eine nette Gesellschaft!— Daß Rußland dem Bankerott nahe ist, geht aus einer Notiz der russenfreundlichen„Weserzeitung" hervor, welche lautet:„In Finanzkreisen befürchtet man, Rußland werde angesichts der Unmöglichkeit der Beschaffung von Baarmitteln seine Zinszahlung für ausländische Anleihen bis nach dem Kriege vertagen."— Diese Nachricht wird jetzt von allen Seiten bestätigt, also— der Anfang vom Staatsbankerott. Die verspotteten„Türkenlose" werden steigen und die russische Anleihe bis Null sinken.— Die Demoralisation in Rußland ist immense; so werden jetzt Commissionen eingesetzt, um die Mißbräuche bei der Armeeverpflegung zu un> ersuchen. In Rasdjelnaja zum Beispiel fand die Commission 3993 Säcke zu fünf Pud und 71 Tschetwert Mehl unbrauchbar. 2679 Säcke und 71 Tschet- wert sind ganz verfault und das Uebrige ist in Folge über- mäßiger Vermengung(um das Doppelte mehr als gestattet) mit Gerste, wildem Hafer u. s. w., unbrauchbar. Von 500,(XX) Pud Heu fehlen 180,(XX) Pud. Das größte Untergewicht, das zu lässig ist, sind 25 pCt. und sind somit 60, 000 Pud verschwunden. Das Heu ist sehr schlecht und außerdem bedeutend mit Stroh und Steppengras gemischt. Das ganze Quantum von 11,600 Tschetwert Hafer ist ebenso untauglich; d,e Gerste, deren Quantum noch nicht festgestellt ist, kann unter keiner Bedingung zum Gei brauch für die Truppen verwendet werden. Die Aufbewahrung der Borräthe war gleichfalls eine höchst unachtsame. Alles wurde feucht und faulte.— Also Alles faul im Staate Rußland!— Wenn man dagegen die Begeisterung in der Türkei sieht, wenn man aus die großartige Volksbewegung blickt, die selbst einen phlegmatischen Sultan, wie Hamid einer ist, mit eniportragen konnte; wenn man jetzt erfährt, daß aus allen Ecken und Enden des weiten türkischen Reiches die freiwilligen Streiter herbeiströmen, daß selbst die sonst gerade nicht kriegslustigen Juden in Jerusalem zwei selbständige Compagnien zum Kampfe für den Halbmond gebildet haben; dann bleibt kein Unbefangener nur einen Augenblick im Zweifel, welches von beiden Reichen, das russische oder türkische, die größere Existenzberechtigung hat. Und wenn auch sicherlich nicht Alles in der Türkei gerade glänzend genannt werden kann, so ist es doch einfach lächerlich, wenn ein Stockblinder einem Einäugigen die Wege zeigen will. — Frauen- und Kinderarbeit in den belgischen Kohlenbergwerken. Ueber dieses grausige Kapitel lesen wir in einem Berliner Blatte, zu dessen Gewohnheiten es sonst nicht gehört, die Dinge beim rechten Namen zu nennen, Folgendes: „Im Jahre 1870 waren im Durchschnitt jährlich bei der Ausbeutung der Kohlen in drei dortigen Distrikten 13,934 Weiber und Mädchen, worunter 9122 im Innern der Bergwerke und der Rest oberhalb derselben beschäftigt. Im Hennegau allein wurden im Jahre 1873 5383 Mädchen, darunter Kinder von 8—10 Jahren, in den Kohlenwerken verwendet. Diese Zustände verhindern nicht nur die moralische und physische Entwicklung der unglücklichen Kinder, sondern wirken auch auf die Lebens- weise der Eltern höchst nachtheilig ein, welche ihre Kinder bei- nahe als Lastthiere betrachten, die ihnen mittelst ihrer schonungs- los in Anspruch genommenen schweren Arbeit ihre Einkünfte er- höhen müssen und in den Gruben verkümmern, während die El- tern selbst häufig in den in der Nähe der Gruben befindlichen Kneipen ihre Zeit zubringen. Mittlerweile treiben sich die jungen Mädchen inner- und außerhalb der Gruben ohne die ge- ringste Uebcrwachung umher und sie fallen in dieser Weise den größten Lastern anHeim, zumal sie völlig ohne Unterricht ge- blieben sind und ihr religiöser wie sittlicher Sinn ganz vernach- lässigt ist.— Das elfjährige Mädchen, heißt es unter anderm in einem ärztlichen Bericht, wird in die Grube geschickt, in wel- cher es, Sonntag ausgenommen, mithin während des überwie- gend größten Theiles des Jahres das Tageslicht fast gar nicht erblickt, denn es verläßt den häuslichen Heerd um 3 Uhr Mor- gens, um erst um 6 oder 8 Uhr Abends dahin zurück zu kehren. Die physische Kraft kann sich natürlicher Weise bei zehn- bis vierzehnstündiger schwerer Arbeit um so weniger entwickeln, als diese meistens in einem geschlossenen Raum, unter einer den Athem erschwerenden unreinen Lust verrichtet werden muß. „Der Einfluß der Grubenarbeit auf die Leibesbeschaffenheit zeigt sich auch in der bedauernswerthesten Weise, denn im Allge- meinen sind die„Grubenmädchen"(filles des fosses), wie man sie zu nennen pflegt, bleich abgehärmt und von niedrigem Wuchs. Sie werden meistens Mutter, bevor sie wegen ihrer Jugend ihrer mütterlichen Pflichten bewußt sein können. Die Zahl der todtgeborenen Kinder ist auch weit größer als in anderen Ge- genden.„Ich habe, klagte eine 48— 50jährige Frau, zwölf Kin- der auf dem Friedhofe. Jetzt sind mir nur noch deren drei übrig geblieben und wer weiß, ob ich sie zu erhalten im Stande sein werde." Soweit der Auszug aus dem bewußten Berliner Blatte, dem obige schreckliche Schilderungen aus Brüssel zugingen. Aber wie heißt wohl das Blatt, das der Wahrheit so mannhaft ins Antlitz schaut?— wunderbar, es ist der„Gewerkverein" des Herrn Max Hirsch, desselben Mannes', der die Sozialdemokratie befehdet, weil sie Zustände aus der Welt schaffen will, wie sie oben geschildert sind, und der trotz solcher grauenhasten Zustände sich erkühnt, die Arbeiter nach wie vor mit seiner Harmonie- lehre zu langweilen. Aber wo die Thatsachen so beredt für die Bestrebungen der Sozialdemokratie plaidiren, da wird die Har- monielehre auch von dem kleinen Bruchtheil Arbeiter, der jetzt noch aus sie schwört, bald als das erkannt werden was sie ist — nämlich als eitel Harmonieheuchelei. — Ueber Fabrikantenhumanität berichtet unser Zü- richer Parteiorgan, die„Tagwacht", daß vor ungefähr IV, Iah- ren ein Herr Honegger in Siebnen(Kanton Schwyz) eine Kinderbewahranstalt errichtet habe. Es wurde das von Anfang an als eine Wohlthat angesehen und man sagte, die Kinder werden dort allerlei erlernen können. Heute kann über die „Wohlthat" etwas näher Auskunft gegeben werden. Die Kinder werden nämlich auf drei bis vier Jahre angenommen und in der Spinnerei und Weberei des Herrn Honegger beschäftigt. Dazu aber kommt noch, daß die Kinder Hunger leiden müssen. Der Schreiber dieses hat selbst solche Kinder weinen und klagen gehört, daß sie statt des Frühstücks Prügel bekämen. Schon einigemal sind Kinder dieser„Versorgung" entflohen und betteln gegangen, um Nahrung zu erhalten. So werden die armen Geschöpfe unglücklich gemacht unter dem heuchlerischen Deck- mantel der Humanität. Die Anstalt ist allerdings eine„wohl- thätige", aber nicht für die Kinder und die Bevölkerung, son- dern für den Herrn Honegger; sie schafft ihm wohlfeile Sklaven und entzieht den Erwachsenen die Arbeit, resp. drückt deren ! Lohn herunter. Das bedenken leider Diejenigen nicht, die ihre Kinder dazu hergeben. Vor vierzig Jahren haben die Bürger von Siebnen dem Herrn Honegger den Grund und Boden für die Fabrik unentgeltlich gegeben, und heute wird ihnen der Lohn herabgedrückt und der Verdienst entzogen. Ja, die durch die Arbeit der Bevölkerung reich gewordenen Fabrikanten gehen noch weiter, sie schreiben den Arbeitern bereits vor, was sie denken und lesen sollen. Wie in dem monarchischen Oester- reich, so ist auch in Siebnen den Fabrikarbeitern die „Tagwacht" verboten! Man fürchtet, daß die Arbeiter denken lernen, man fürchtet, daß die Bevölkerung über das Treiben der Fabrikherren aufgeklärt werde.„Haben unsere Ahnen dafür die österreichischen Landvögte hinausgejagt, damit ihre Nach- kommen ein halbes Jahrtausend später noch weit mehr geknechtet seien?"— So fragt in berechtigtem Zorne zum Schlüsse die „Tagwacht". — Die Bersailler Ordnungsbanditen an der Ar- beit. Wieder ist ein Communard zum Tode verurtheilt wor- den! Nach 6>/, Jahren ist also der Blutdurst der Herren Ge- sellschaftsretter noch nicht gestillt. Freilich, nach den bisherigen Leistungen, hat das nichts Ueberraschendes. Was den vorliegen- den Fall besonders gehässig macht, ist die Art und Weise, wie er dem Publikum aus getischt und zur Verbreitung der infamsten Lügen über die Commune benutzt wird. Man lese nur den Be- richt, welcher durch die gesammte liberal- und conservativ-reak- tionäre Presse geht. Derselbe lautet: „Paris, 31. August. Julius Lyaz, genannt Bon-Coeur, 62 Jahre alt und schon stüher einmal zu zehnjähriger Depor- tation verurtheilt, seines Zeichens Schreiber bei einem Huissier, der gestern vor dem 3. Kriegsgerichte von' Paris erschien, war mit seinem Spießgesellen Philippe unter der Commune der Schrecken der Vorstadt Bercy. Philippe, ein Zuhälter von Straßendirnen, welcher in Bercy als Maire der Commune schal- tete und nach dem Eindringen der Bersailler Truppen die Mairie und einige andere öffentliche Gebäude des 12. Arrondisscments niederbrennen ließ, wurde auf frischer That erschossen. Lyaz, sein Adjunkt und unzertrennlicher Begleiter, entkam hingegen und blieb lange unentdeckt, um erst sechs Jahre nach seinen Missethaten der Behörde in die Hände zu fallen. Er hatte als Adjunkt von Bercy mit einem Gehalt von 300 Frcs. monatlich vorzugsweise das„Schulwesen" unter sich und verfuhr damit auf seine Art. So hielt er am 12. April in einer von Nonnen geleiteten großen Mädchenpension im Passage Corbes eine Haus- suchung, confiscirte 300 Frcs. und eine Anzahl silberner Me- daillen, die er da vorfand, verjagte die Nonnen und hielt die Erwachsenen von den Schülerinnen zurück. Es sollen sich hier Scenen zugetragen haben, welche, wie der Vorsitzende des Kriegsgerichts, Oberst Desandrö, versicherte, alle anderen Misse- thaten der Commune noch in Schatten stellten. Philippe und Lyaz stellten den Auswurf der weiblichen Bevölkerung an die Spitze der Anstalt und wenige Tage darauf sah man die zurück- gebliebenen jungen Mädchen schwer berauscht und auf das ent- setzlichste verwahrlost in den Höfen mit den Föderirten herum- liegen. Als der Sieg der regulären Armee diesen Orgien ein Ziel setzte und die Nonnen in ihr Institut wiederkehrten, fanden sie darin eine scheußliche Epidemie: mehrere Mädchen erlagen ansteckenden Krankheiten, fünf waren von einer heftigen Augen- entzündung ergriffen und fünfundvierzig hatten den Aussatz auf dem Kopfe. Wie weit Lyaz an den Brandlegungen Phillippe's betheiligt war, läßt sich nicht feststellen, dagegen bekundete ein Zeuge, daß er ein Frauenbataillon rekrutirt hat, welches aus- schließlich die Aufgabe hatte, auf die jungen Leute Jagd zu machen, die sich dem Militärdienst unter der Commune entziehen wollten, zahlreicher anderer Greuelthaten nicht zu gedenken. Das Kriegsgericht verurtheilte Lyaz zum Tode." Dies der infame Waschzettel. Nichts ist daran wahr, als daß die Bersailler Mordgesellen abermals ihre Bestialität ge- zeigt, und nicht zufrieden damit ihre Opfer Physisch zu tödten, sie auch moralisch zu meucheln versuchen. Das Letztere wird ihnen aber nicht gelingen. Die Thatsachen reden zu laut. Was speziell den verurtheiltcn Lyaz betrifft, so kennen wir ihn nicht; wir wissen aber, daß die Commune ihr möglichstes ge- than hat, die Unsittlichkeit des Kaiserreichs und der Bourgeoisie auszurotten, daß sie der Prostitution nachdrücklichst gesteuert und namentlich auch die Nonnenklöster, die wahre Bordelle waren, erfolgreich gesäubert hat. Von einem dieser Klöster, die meist mit Pensionaten verbunden waren, ist in obigem Wasch- zettel die Rede, und die Verthcidiger der alten faulen Gesell- schaft haben wieder einmal ihr altes faules Kunststückchen ge- Midhat Pascha, dessen Rückberufung nach Konstantinopel unmittelbar bevorzu- stehen scheint, beantwortete vor einigen Tagen zu Paris eme Adresse der dortigen„Positivisten"(etwas Aehnliches wie unsere „Freidenker") mit folgenden Worten: „Meine Herren! Ich schätze mich glücklich, von Personen umgeben zu sein, die keinen Religions- und Racenhaß kennen. Die Umstände rechtfertigen das Gefühl, dem ich hier Ausdruck verleihe, vollkommen. Seit zwei Jahren wohnt Europa dem Schauspiele bei: eine christliche Macht, Rußland, die mit einer muselmännischen Macht, der Türkei, befreundet und verbündet war, hat offenkundig auf dem Gebiete dieser letzteren Unruhen gefördert. Ihre Botschaft in Konstantinopel und ihre Consulate in den Provinzen waren die Herde, wo Jntriguen gesponnen und das Losungswort ausgegeben wurde, in Folge dessen der Aufstand auf verschiedenen Punkten zugleich ausbrack. Dieselbe Macht hat Montenegro und Serbien gegen ihren Oberherrn be- waffnet; sie hat ihre Soldaten und Offiziere dahin abgesandt, um mit der Türkei, mit welcher sie nach wie vor offizielle Be- Ziehungen unterhielt, einen öffiziösen Krieg zu führen. Die Türkei hat den Aufstand bewältigt und die Empörung ihrer Vasallen zurückgedrängt, ohne daß sie ihren Sieg zu mißbrauchen suchte, sie hat Serbien und Montenegro den Frieden angeboten und den christlichen Bevölkerungen die politische Gleichheit geschenkt. Auf der einen Seite die Unredlichkeit und Feindseligkeit in allen Gestalten, auf der anderen Langmuth und Mäßigung im Siege. Angesichts dieses Schauspiels haben sich aus dem Schooße des civilisirten Europas gewiß sehr berufene Stimmen erhoben, um wen zu verdanimen? Die Türkei! diejenige der beiden Mächte, welche angegriffen worden war, während die berühmten Redner gegen den Angreifer nicht ein Wort der Entrüstung fanden. Wie muß man sich das erklären, meine Herren? Sie wissen wohl, daß, wenn die Türken Christen wären, die Dinge eine ganz andere Wendung genommen hätten. Es ist traurig, es sagen zu müssen: das religiöse Gefühl hat die Vernunft verdunkelt und den Begriff der Gerechtigkeit und denjenigen verhüllt, deren Geist hoch über allen Vorurtheilen hätte stehen sollen. Was nützt die Religion, wenn sie den Menschen nicht zur Gerechtigkeit führt? Ist nun aber die muselmännische Religion, der so viel Mißtrauen entgegengebracht wird, wirklich eine in Starrheit versunkene, allem Fortschritt und aller Gesittung feindliche Re ligion? Vor einigen Monaten benutzte ich meinen nothge- drungcncn Aufenthalt in Europa, um Spanien zu besuchen. Hier traten mir auf Schritt und Tritt die Trümmer jener wun- dervollen Civilisatton entgegen, welche die Araber eingeführt hatten. Nicht ich brauche Ihnen zu sagen, ob Spanien und die Civilisation dadurch gewonnen haben, daß das Christenthum den Jslamismus aus der Halbinsel verdrängte. Die Geschichte läßt hierüber keinen Zweifel. „Niemand kann aufrichtiger als ich die herrlichen Resultate bewundern, welche in anderen Theilen Europas in moralischer sowohl als materieller Hinsicht erzielt worden sind. Vor Allem bewundere ich die steisinnigen europäischen Institutionen als die höchste Bürgschaft des Fortschritts und des Wohlergehens der Nationen. Ich habe hier nicht zu untersuchen, ob diese Jnsti- tutionen in Europa mit dem Beistande des Christenthums oder seiner ungeachtet zu Stande gekommen sind. Das aber kann ich sagen, daß die Verfassung in der Türkei unter dem Schutze und der Mitwirkung unserer Ülemas eingeführt worden ist. Und nicht ein Zufall hat uns diesen Beistand verschafft. Diejenigen, welche bei uns beaustragt sind, die Moral der Religion zu lehren, waren von jeher von diesem Geiste beseelt. Man würde staunen, wenn man sich in Europa die Mühe gäbe, den Geist des Js- lamismus aus der Zeit der Abassiden und der Eyubis zu er- forschen, als der Jslamismus im Orient die ersten Grundsteine der Demokratie und der Freiheit legte. „Meine Herren, gestatten Sie mir noch ein letztes Wort. Das Mißtrauen, das die europäischen Christen noch gegen den Jslamismus hegen können und das sich gewiß auch noch zer- streuen wird, ist uns fremd dem Christenthume gegenüber, dessen Stifter wir verehren und dessen ungeheuren Einfluß auf die Besänftigung der Sitten ich anerkenne. Was die Christen der Türkei betrifft, so wollen wir in ihnen nur Brüder, nur Os- manen gleich uns erblicken, welche dieselben Pflichten und die- selben Rechte haben, wie wir. Getrennt durch Religion und Abstammung, wollen und können wir einig sein in der Liebe zum Vaterlande. „Das, meine Herren, wollte ich Ihnen als Antwort auf einen Theil Ihrer Adresse sagen. Ich brauche wohl kaum hin- zuzufügen, daß ich tief gerührt bin von der Versicherung der persönlichen Sympathie, die Sie mir entgegenbringen. Diese Gesinnungen, die mir überall seitens der ausgezeichnetsten Män- ner zu Theil werden und auf die ich um so mehr stolz bin, als sie sich über mich hinweg an mein Land richten, sind mein süßester Trost. „Und Sie, mein Herr, der Sie mich die männliche Sprache der edlen ungarischen Nation haben vernehmen� lassen, in deren Namen Sie das Wort ergriffen haben, sagen Sie Ihren Lands- leuten, daß Sie an mir einen Landsmann mehr in Paris haben und daß fortan jeder Osmane ein solcher für sie sein wird. Unsere beiden Nationen haben einander frühzeitig auf den Schlachtfeldern bewundern gelernt. Heute lieben sie einander. Möge ihr Bund die strafbaren Anschläge vereiteln helfen, die unter unseren Augen gegen die allgemeine Sicherheit und gegen den letzten Rest des europäischen Gleichgewichts gerichtet werden!" Sehr treffend ist, was Midhat Pascha über die relative Culturbedeutung des Jslamismus und des Christenthums sagt. So viel steht fest, daß der Islam im Großen und Ganzen zum mindesten kein größeres Hinderniß des menschlichen Fortschrittes ist als das Christenthum, und daß der Islam wenigstens auf eine Periode hinweisen kann, in welcher er die Civilisation gefördert, Künste und Wissenschaften gepflegt hat(zur Zeit der Mauren in Spanien), während man in der Geschichte des Christenthums vergeblich nach einer solchen Periode sucht. Nur unwissende Menschen oder russische Soldschreiber können den Türken in deren Eigenschaft als Muselmänner die Culturfähigkeit absprechen. Wer sich eingehender über dieses Thema unterrichten will,-der lese die einfchlägigen Kapitel in„Kolb's Culturgeschichte". — Sterblichkeitsstatistik und Gesundheitsverhält- nisse. Gemäß den Veröffentlichungen des Reichs- Gesund- heitsamtes sind bis zu der am 18 August cr. beendeten dreiund- dreißigsten Jahreswoche von je 1000 Bewohnern(auf den Jahres- durchschnitt berechnet), gestorben: in Berlin 32,2, in Königsberg 28,3, in Köln 33,7, in Hannover 22,9, in Magdeburg 34,2, in Breslau 35,4, in Stettin 27,5, in Altona 26,6, in Straßburg 31,4, in München 34,3, in Augsburg 46,2, in Dresden 26,1, in Leipzig 31,8, in Stuttgart 24,2, in Braunschweig 30,6, in Karlsruhe 23,7, in Hamburg 25,3, in Frankfurt a. M.—, in Chemnitz—, in Wien 25,3, in Budapest 41,2, in Prag 23,8, macht: den Schmutz der Bourgeois- ihrer Gesellschaft auf die Sozialisten zu übertragen, ihre eigenen Sünden uns anzulügen. Beiläufig stimmt die Schilderung, welche der Mac Mahon'sche Oberst Desandrs von dem Zustand der„Anstalt" zu Bercy nach Niederwerfung der Commune gegeben hat, so ziemlich Wort für Wort mit dem Bericht überein, welche von Communebeamten über die greulichen Zustände in gewissen Nonnenklöstern erstattet, mnd auf Grund welcher Berichte die definitive Schließung der unmittelbar nach dem 18. März provisorisch geschlossenen Klöster und geistlichen Erziehungsanstalten seitens der Commune erfolgte. Der Herr Oberst hat sich also nicht einmal die Mühe genommen, originell zu sein. Er hat einfach statt Ordnungs- Partei Commune gesetzt und auf Conto der Commune ge- schrieben, was als Verbrechen der Ordnungspartei, atten- mäßig von der Commune festgestellt und unterdrückt worden ist. Leichter kann man fich das Lügen nicht machen! — Der französische„Heldengreis", welcher die Mit- I glieder der Commune und die Pariser Arbeiter hinschlachten ließ, Herr Thiers, ist am 3. September plötzlich am Schlage gestorben. — Vom bulgarischen Kriegsschauplatz ein Gewirre von Nachrichten, aus denen nur so viel ersichtlich, daß die con- centrischen Angriffsbewegungen der Türken fortdauern und die Lage der Russen, welche die Lomlinie verloren haben, eine sehr prekäre, wo nicht geradezu verzweifelte ist. Die Operationen Suleiman Pascha's haben den Doppelerfolg gehgbt, den Russen ihr einziges Ausfallthor nach Rumelien zu verrammeln und ein ganzes russisches Armeekorps in die Falle zu locken. Daß der Schipkapaß kür die Russen verloren ist, d. h., falls das nicht schon geschehen, von ihnen aufgegeben werden muß, wird jetzt selbst von den russischen Preßkosaken eingestanden. Der Vorstoß Osman Pascha's von Plewna aus wurde mit großer Kraft ge- führt und hat den Russen, ihren eigenen Bülletins nach, bedeu- tende Verluste gebracht; natürlich leugnen sie ihre Niederlage. Wie die Dinge stehen, hat die Nachricht, daß das russische Heer demoralisirt sei und den Rückzug nach der Donau begonnen habe, durchaus nichts Unwahrscheinliches. — Aus Nordamerika erhalten wir die Siegesnachricht, daß im Staate Kentucki bei den Landtagswahlen die Arbeiter von 7 Candidaten 5 durchgebracht haben. Dies ist der erste praktische Erfolg, den die durch den großen Strike hervorgerufene großartige Arbeiterbewegung errungen hat. — Aus Gent vom 1. September erhalten wir folgende, den Congreß der Sozialisten aller Länder betreffende Zu- schrist: Werthe Parteigenossen! Bis heute sind aus fast allen Städten Belgiens Delegirte der Abtheilungen der Internationale, der sozialistischen Arbeiter- Partei oder der verschiedenen Gewerkschaften angemeldet. Aus Italien erscheinen: der Redakteur des„Jl Povero", Zarnardella aus Palermo"; Enrico Begnami und Mauro Gan- delfi, Redakteure des„La Plebe" aus Mailand. Aus der Schweiz: Greulich und zwei Deputirte der Föde- ration der Jurassier. Aus Ungarn-Oesterreich: Leo Frankel aus Pest. Aus Frankreich: Buffenoir, Petit und Guesde. Aus Holland ist aus verschiedenen Städten schon «ine Anzahl Delegirter angemeldet, so von den Dortrechter Ge- werkschaften H. de Jong und Andere. Aus Deutschland: W. Liebknecht(Leipzig). Noch machen wir alle Congreßbesucher auf die große Volks- Versammlung aufmerksam, welche Sonntag den 9. September Bormittags 9 Uhr stattfindet. Mit sozialdemokratischem Gruß I. A.: Edmond van Beveren, Rne Conrle du Bateau 5. Gent(Belgien). — Parteigenosse Vahlteich in Chemnitz hatte aus geschäft- lichen Rücksichten im Interesse der von ihm bisher vertretenen Chemnitzer Genossenschaftsbuchdruckerei eine Hinausschiebung feines Haftantrittes bis zum 1. Oktober beantragt. Dieses Ge- such ist jedoch abschläglich beschieden und hat Vahlteich somit am 1. September die Haft von 1>/, Jahren angetreten. — Der Sozialismus ist eine strafbare Gesinnung� in Basel 19,1, in Brüssel 25,3, in Paris 20,6, in Amsterdam—, in Rotterdam—, im Haag—, in Kopenhagen 26,0, in Stock- Holm—,—, in Christiania 17,7, in Warschau 32,7, in Bukarest 25,5, in Odessa 30,4, in Turin—, in Rom 32,8, in Neapel 27,7, in London 19,3, in Glasgow 21,5, in Liverpool 27,1, in Dublin—, in Edinburgh 1,00, in Alexandria(Egypten) 45,3, in New-Uork 34,7, in Philadelphia 25,0, in Athen—, in San Franzisco 16,8, in Calcutta 17,4, in Madras 117,4, in Bombay 53,5, in Boston—,—. Unter den Todesursachen traten die Infektionskrankheiten im Allgemeinen etwas seltener auf, namentlich ist die Zahl der Opfer an Masern und Keuchhusten geringer. Scharlachfieber und Diphtherie sind nur in Berlin zahlreicher, dahingegen ist die Zahl der Unterleibstyphen namentlich in Berlin und Ham- bürg eine größere geworden. Todesfälle an Flecktyphen wurden aus keinem deutschen Orte gemeldet. Auch die akuten Ent- Zündungsprozesse der Athmnngsorgane find seltener geworden. Die Zahl der Todesfälle an Darmkatarrhen ist etwas größer, die der Brechdurchfälle etwas kleiner als in der Vorwoche. Borzugsweise heftig traten diese Epidemien in den Städten des sächsisch märkischen Tieflandes, Görlitz, Magdeburg, Spandau, Charlottenburg auf, während speziell Berlin eine erhebliche Min- derung der Todesfälle an diesen Krankheiten aufweist. Auch die Städte der Nordseeküstengruppe, Hamburg, Hannover, Braun- schweig zeigen bedeutende Abnahmen der Darmkatarrhe, während in Breslau die Zahl derselben wieder eine größere geworden ist. Aus Wesel wird von häufigerem Erscheinen der Dysenterie be- richtet, die jedoch anscheinend mit mildem Verlaufe auftritt und bis jetzt noch keinen Todesfall verursucht hat. Aus Hamburg und Osnabrück ist je ein Todesfall an Cholerine gemeldet und den Brechdurchfällen zugezählt worden. Die Zahl der Pockentodes- fälle in London, Wien, Pest, Prag, Paris ist eine kleinere, in Petersburg eine größere geworden.— Die Zahl der Todesfälle an Unterleibstyphus ist in Pest größer, in Petersburg wesentlich geringer. Die tödtlichen Darmkatarrhe der kleinen Kinder for- ocrn auch in den außerdeutfchen Großstädten noch immer zahl- reiche Opfer, doch scheint die Epidemie in den meisten Orten ihren Höhepunkt erreicht zu haben, da in vielen Städten, wenn auch nur geringe Remissionen dieser Krankheiten bemerkbar werden. Aus London, Petersburg, Christiania, Chicago werden einige sporadische Todesfälle von Cbolera nostras gemeldet. wenigstens hat dies der Assessor Wolf in Dresden ausgedrückt in einem Erkenutniß gegen die Herausgeberin der„Blätter für geistigen Fortschritt", Frau Klemich. Dieselbe ist wegen einer Grabrede zu 15 Mark Strafe auch in zweiter Instanz verur- theilt worden, und es wurde ausdrücklich anerkannt, daß eine Grabrede an sich ein Vergehen gegen§ 360 al. 11(grober Unfug) nicht bilde, wohl aber, weil dieselbe einen„sozialpoli- tischen Charakter" trug. Gegen dieses Erkenntniß ist von unserer Genossin Nichtigkeitsbeschwerde erhoben worden. — Die„Frankfurter Zeitung" vom 30. August schreibt: Frankfurt, 29. August. Das Central- Wahlcomitä der sozialistischen Arbeiterpartei hat es für gut gefunden'), die von ihm anläßlich unserer Polemik mit dem„Vorwärts" mit uns geführte Correspondenz im„Vorwärts" zu veröffentlichen, woran das genannte Blatt die Schlußbemerkung knüpft:„Wir erwarten nun von Seiten der.Frankfurter Zeitung' Weiteres." So aufgefordert, für die nachbarlichen Dienste Spezialitäten nachzuweisen, begnügen wir uns, auf die Anfrage des Wahl- comites der sozialdemokratischen Arbeiterpartei mit der Gegen- frage zu antworten: Hat das genannte Comitä nichts davon gewußt, daß bei Gründung sozialdemokratischer Blätter(„Chem- nitzer Freie Presse",„Mainzer Volksstimme",„Kölner Volks- stimme"-) u. s. w. von Mitgliedern der demokratischen Partei finanzielle Beiträge ohne viele Umstände verlangt und gegeben wurden, und ist es dem Comitä so ganz unmöglich gewesen, zu erfahren, daß bei Gelegenheit der Wahlen für sozialdemokratische Candidawren(Jacoby im Leipziger Landkreis, Frohme in Hanau, Hasenclever in Berlin u. s. w.) von Mitgliedern der demokratischen Partei Beiträge zu den Wahlkosten ebenso willig gegeben als angenommen worden sind?�) Diese Beziehungen geben uns, meinen wir, ein Recht darauf, zu verlangen, daß die Führer der sozialdemokratischen Partei nicht blos innerlich, son- dern auch äußerlich ihre nahe Berührung mit der demokratischen Partei anzuerkennen hätten, statt daß sie uns mit großen Worten zu der„reaktionären Masse" werfen, um uns nur dann wieder zu holen�), wenn sie uns nöthig haben. So viel nach dieser Seite. Wenn die„Nationalliberale Corresp." und alle Blätter, welche aus dieser Quelle ihre dürren Kanäle speisen, auf die Enthüllungen gespannt sind, welche bei dieser Gelegen- heit bezüglich der„reichen Mittel", aus denen bisher die sozial- demokratische Agitation geflossen ist, herauskommen werden, so bedauern wir sehr, die gehegten Erwartungen nicht erfüllen zu können. Es handelt sich, �vie die„Magdeburger Zeitung" ganz richtig bemerkt, um keine Summen von Belang, am allerwenig- sten um solche, die allein von sich aus die Bedeutung und den Umfang der sozialdemokratischen Agitation erklären könnten. Die ungefähre Schätzung, die wir ohne ziffermäßige Belege wagen zu dürfen glauben, wird die Summe von tausend Thalern schwerlich übersteigen, die zudem nicht, wie man unterstellen könnte, von einem Einzelnen, sondern von verschiedenen Mit- gliedern der demokratischen Partei hier in Frankfurt und an anderen Orten einzig zu den oben bezeichneten Zwecken aufge- bracht worden sind.__ Zu den durch Ziffern bezeichneten Stellen des obigen Schrift- stücks haben wir Folgendes zu bemerken: 1) Wir haben es für„gut befunden", weil auch wir gewohnt sind, den„Weg der Oeffentlichkeit"(siehe Brief der„Frankfurter Zeitung" in Nr. 93 des„Vorwärts") zu gehen und weil wir uns bewußt waren, daß wir bei den in Aussicht gestellten„Spe- zifikationen" nichts zu fürchten hatten. Wie zutreffend diefe unsere Annahme war, zeigt wohl am besten die nun erfolgte Erklärung der„Frankfurter Zeitung" selbst. 2) Die„Unterstützung" der„Chemnitzer Freien Presse" be- steht laut Erklärung Bahlteich's(siehe Gothaer Congreßprotokoll von 1876, Seite 50) in einem Darlehen im Betrage von 150 Mark, welches im Jahre 1874 gegeben und gleich jedem anderen Darlehen verzinst wird. Wie weit die Mainzer„Bolksstimme" und die„Kölner Freie Presse"(eine Kölner„Bolksstimme" hat unseres Wissens nicht existirt) von dortigen Anhängern der demokratischen Partei unterstützt wurden, ist uns unbekannt; soviel glauben wir aber behaupten zu dürfen: von der„Frankfurter Zeitung" ist den genannten Blättern keine Unterstützung geworden. Des Uebrigen sind diese Angelegenheiten auf dem vorjährigen Congreß zu Gotha auf Anregung Frohme's besprochen und im Protokoll und den Parteiblättern veröffentlicht worden und dem- nach etwas längst und allgemein Bekanntes. Die geheimniß- — Der Sedansdusel und-Fusel war dieses Jahr wo mög- lich noch duseliger und fuseliger als in ftüheren Jahren. Zum Teufel ist der Spiritus und nur der Fusel ist geblieben. Ganz spiritussreier Fusel. Man betrachte nur die Sedansgedichie! Schaudernd verhüllt die Muse ihr Haupt— und nicht blos die Muse, auch der gesunde Menschenverstand und die Grammatik. Nur zwei Pröbchen aus nächster Nähe. In Leipzig hat ein Herr A. Schürmann ein„treffliches und markiges"(nach Hüttner-Leonhardt) Festlied verübt, in welchem folgende Verse vorkommen: „Deutsche Hiebe, regelrecht Zinsten das Erdulden Wälschen Schimpfs seit alter Zeit— Säkulare Schulden! Deutsche Hiebe hageldicht Auf'ein toll und schnöd' Gezücht Eitler Histrionen." Säße der Verüber dieser„Verse" in Quarta, würde sein Lehrer ihm die deutsche Schul- Grammatik um die Ohren schlagen. Ditto in Leipzig hat„Müller von der Werra"(bettelpattiotischer Vergangenheit und— Gegenwart) eine Festode geleistet, in der eine der drei Strophen also lautet: „Es stürzt der Feind, der alte, böse, Der nach uns krallte(!) oft verrucht, Er sank als eine eitle Größe, Der höher erst den Flug versucht. Bus seinen Trümmern ist entstanden, Wie aus der Asch' dem Phönix gleich, Befreit von Schlacken und von Banden, Em neues deutsches Kaiserreich." Daß das deutsche Kaiserreich aus den Trümmern des„Feindes" Frankreich entstanden, dürfte dem Leser bisher neu gewesen sein. Welche Summe von Fusel mußte sich in dem Müller'schen Hirn angesammelt haben, ehe es zu obiger Leistung befähigt war. — Von den Anstrengungen, welchen sich der Kaiser auf seiner demnächst vom 1.— 25. September bevorstehenden Manöverreise unter- zieht, erhält man erst einen klaren Begriff, wenn man das Reiseprogramm nach gewissen Rücksichten ordnet und zusammenstellt. Zwar bleibt der Kaiser auf der ganzen Reiie nur eine, die erste Nacht im Eisenbahn- Waggon und legt nie mit einem Male große Entfernungen zurück. Da- für besteigt er aber die Bahn 41 Mal und verweilt 40 Stunden und 15 Minuten darin. Außerdem macht er ca. 20 Spazier- und Um- fahrten, nicht gerechnet die Fahrten zur und von der Eisenbahn. Was aber noch mehr ist: er nimmt 3 Paraden, 2 Uebungen und 12 Manöver ab. Hierbei erscheint er nämlich zu Pferde und hat also das volle Form, mit der die„Frankfurter Zeitung" Enthüllungen in Aussicht stellte, war also zum mindesten höchst ungeschickt. Was das„u. s. w." in der Erklärung der„Frankfurter Zeitung" bedeuten soll, ist uns räthselhaft. Wir haben Be- weise verlangt und nicht ein„u. s. w.", welches nur den Mangel an Beweisen beweist. 3) Unterstützung bei den Wahlen.— Die von einzelnen Personen an die Wahlcomitäs eingesandten Gelder sind überall öffentlich quittirt worden; niemals aber hat die demokra- tische Partei als solche, oder gar die„Frankfurter Zeitung" derlei Unterstützungen bei den Wahlen geleistet. Die Personen aber, die uns Wahlbeittäge geliefert haben, können wir mit Fug und Recht als zur sozialdemokratischen Partei gehörend oder wenigstens mit ihren Zielen einverstanden ansehen. Insbesondere gilt dies von den demokratischen Freunden Jacobys, der bekanntlich deklarirtes Mitglied unserer Partei war. Auf alle Fälle stehen die Demokraten, welche Beiträge zu den sozialdemokratischen Wahlfonds geliefert haben, uns näher als der Demokratie, wie sie durch die Herren Retter«nd Payer— von Oechsner gar nicht zu reden— im Reichstag vertteten ist, welche Herren einen so heiligen Abscheu vor Allem haben, was von Seite der Sozialdemokraten kommt, daß sie sich sogar weigerten, den gewiß nicht nach Pettoleum riechenden Arbeiterschutzgesetzentwurf zu unterstützen. Daß aber auch ein Mitglied unserer Partei zu der Wahl des Herrn Holthof in Frankfurt eine namhafte Summe bei- steuerte, wird der Redaktion der„Frankfurter Zeitung" gewiß bekannt sein. Also derlei Dienstleistungen haben sicherlich auf Gegenseitigkeit beruht. 4)�„Geholt" haben wir die demokratische Partei niemals. Wir sind bei engeren Wahlen und wo sonst es nöthig war, mit ihr auf Grund unserer Congreßbeschlüsse zusammen gegangen und werden dies— unserem Programm gemäß— auch künf- tig thun. Welcher von beiden Theilen dem anderen dabei die größeren Dienste geleistet, das ist eine Frage, welche zu beantworten die Herren der„Frankfurter Zeitung" wohl am besten in der Lage sind. � Wir erinnern sie nur daran, daß weder Herr Sonnemann 1874 noch die Herren Holthof und Retter im gegenwärtigen Jahre in den Reichstag gekommen sein dürften, wenn nicht unsere Parteigenossen bei den Stichwahlen für die demokratischen Candidaten gesttmmt hätten; und Carl Meyer säße schwerlich im württembergischen Landtage, wenn ihm nicht unsere Eßlinger Genossen ihre Stimmen gegeben hätten. Doch das rechnen wir uns nicht als besonderes Verdienst an; wir stimmen bei Stichwahlen für den radikalsten unserer Gegenkandidaten und ebenso werden es auch die Demokraten thun. Diese Taktik bei den Wahlen kann uns aber nicht hindern, oder vielmehr sie macht es erklärlich, daß wir in wirthschaft- licher Beziehung Jeden, der der Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital nicht offen und entschieden entgegentritt, als zur reaktionären Masse gehörig betrachten. Hamburg, den 31. August 1877. Das Centtal-Wahlcomitä der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. G. W. Hartmann. H. Brasch. August Geib. C. Derossi. I. Auer. CorrejpondeRzen. St. Touis, 6. August. Genosse Ferdinand Lingenau ist am Sonnabend den 4. August Abends um 9 Uhr nach kur- zem Leiden gestorben. In ihm verlor die Sozialdemokratie einen ihrer besten Anhänger und Vertheidiger. Heute früh, sMontag, fand die Beerdigung statt, bei welcher die Parteigenossen sich recht zahlreich betheiligten. In wohlgeordneten Reihen setzte sich der Zug in Bewegung, bei welchem viele deutsche Damen in Kutschen ein Hauptcontingent stellten. Zwölf Mann mar- schirftn auf beiden Seiten des Leichenwagens als Ehrenbegleiter und eine rothe und eine Vereinigten-Staaten-Fahne begleiteten den Zug. Nach Pickits Graveyard, auf welchem Friedhofe auch Cabet ruht, brachten wir den Todten, und nachdem hier von unserem Gesangverein ein passendes Lied vorgetragen war, hielt Genosse Currlin die Leichenrede. Der Kernpunkt der Rede war die Hervorhebung des Guten, was Ferdinand Lingenau in seinem Leben stets gewollt. Ueberall, wo es galt, die Rechte der Armen zu beschützen, da sei er immer als Solcher aufgetreten und sei sich consequent geblieben bis zu seinem Tode. Am Schlüsse ——— Roß 17 Mal für längere oder kürzere Zeit zu besteigen. Doch nicht genug. Mit den militärischen Uebungen hängen noch andere unver- meidliche Anstrengungen zusammen: zwei Zapfenstreiche, ein Fackelzug jc. Sechs Mal hat der Kaiser außerdem Empfang zu gewähren, acht Mal Serenaden, Musik- und Gesangsvorträge anzuhören, ver- fchiedene Umfahrten, Besichtigungen und die Grundsteinlegung auf dem Niederwalde vorzunehmen. 12 Mal giebt der Kaiser selbst ein Diner, ein Mal einen Thee, zwei Mal nimmt er von anderen Personen ein Dejeuner, fünf Mal ein Diner entgegen, drei selbst- ständige Feste sind für ihn in Borbereitung. Aus alle Fälle aber ist der hohe Herr während voller fünfundzwanzig Tage nicht in seinem Heim und wechselt acht Mal das Nachtquartier, sowie ja auch Jeder- mann weiß, daß die gewöhnlichen laufenden Arbeiten während solcher Reise nicht ruhen, vielmehr noch außerordentlich wachsen. Um beispiels- weise nur Eins anzuführen, so laufen auf jeder Station, in jedem Orte ganze Körbe voll Briefe, Gesuche und Anliegen aller Art ein, die der Kaiser sammt und sonders mit eigener Hand öffnet und sofort durchsieht.(„Leipziger Tageblatt" vom 2. September.) — Beitrag zur Unfall-Statistik. Bei der„Magdeburger Allgemeinen Bersicherungs-Actien-Gesellschaft"— Abtheilung für Unfall- Versicherung— kamen im Monat Juli 1877 zur Anzeige: 15 Unfälle, welche den Tod der Betroffenen zur Folge gehabt haben, 9 in Folge deren die Beschädigten noch in Lebensgefahr schweben 48 welche für die Verletzten voraussichtlich lebenslängliche, theils totale, theils par- tielle Invalidität zur Folge haben werden, 376 mit voraussichtlich nur vorübergehender Erwerbsunfähigkeit. Summa 443 Unfälle. Von den 15 Todesfällen treffen 3 auf Baugewerke, je 2 auf LandwirthschastSbe- triebe, Schneidemühlen, Papierfabriken, je einer auf eine Maschinen- fabrik, Eemenlfabrik, Zuckerfabrik, Färberei, Holzhandlung, Mahlmühle; von den 9 lebensgefährlichen Beschädigungen 4 auf Baugewerke, je 1 auf einen Steinbruch, eine Papierfabrik, Mahlmühle, Ziegelei, Spin- nerei mit Färberei; von den 48 Jnvaliditätsfällen ti auf Brauereien, 5 auf Baugewerke, je 3 auf Landwirthschaftsbetriebe, Schneidemühlen, je 2 auf Mahlmühlen, Maschinenfabriken, Zuckerfabriken, Zündhütchen- fabriken, Spinnereien, Zimmereigewerke mit Schreinerei, je einer auf einen Steinbruch, einen combinirten Mahl- und Schneidemühlenbetrieb, eine Papierfabrik, Schuh- uns Stiefelfabrik, Spiritus brennerei, Seffen- fabrik, Holzstoffsabrik, Färberei, Gas-Anstalt, Tabaksfabrik, chemische Fabrik, TafelglashüOe, Lohmühle, Eisenbahnbedarfsartikelfabrik, Baum- wollspinnnerei, Tuchfabrik, Ziegelei, Zimmerei mit Schneidemühle und ein Steinkohlenbergwerk. Tmhm Redner im Namen der Sozialdemokratie Deutschlands und der übrigen Länder und seiner Freunde in St. Louis Abschied von dem Dahingeschiedenen. Nachdem Currlin geendet, trat noch ein Arbeiter auf, welcher auch in erhebendster Weise die guten Eigenschaften des Dahingeschiedenen schilderte und die Anwesenden anfeuerte, sich solche Lorbeeren zu erobern, wie Ferdinand Lingenau es gethan, nämlich uneigennützig zu sein bis zum Tode. Ein paffendes Lied, vorgetragen vom Gesang- verein, schloß die Feier.(Milwaukeer Socialist.) jßresfa«, 31. August.(Am Grabe Laffalle's.) Es hatten sich heut viele Arbeiter auf den jüdischen Kirchhof begeben, um, wie alljährlich, im Namen der Brcslauer Arbeiter einen Lorbeer- kränz auf Laffalle's Grab zu legen. Dies geschah gewiß im Geiste sämmtlicher sozialistisch gesinnten Arbeiter Deutschlands, ja wir können sagen, der Sozialisten der ganzen Erde. Das Auflegen des Kranzes wurde nicht verhindert, doch war wie in früheren Jahren oie Anordnung getroffen worden, daß nicht mehr als 3 Personen gleichzeitig am Grabe verweilen dursten. Zu diesem Zwecke war eine große Anzahl von Polizeibeamten auf dem Kirchhof postirt, doch wurde ihnen keine Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Thätigkeit geboten. Erwähnt muß auch noch werden, daß unser hiesiges Partei- organ, die„Wahrheit", vom 1. November ab in der eignen Druckerei gedruckt wird. Sollten auswärtige Genoffen das Unternehmen noch durch ein Darlehn unterstützen wollen, so sind dieselben gebeten, das schleunigst zu thun. Von der Expedition der„Wahrheit", Schuhbrücke 42, erfolgt für gezahlte Tarlehne umgehend Quittung. Aerlin, 3. September.(Laffalle's Todtenfeier; Sedanstag.) Unser Berliner Parteiorgan schreibt:„Die Feier des 31. August fand am vergangenen Freitag Abend unter riesigem Zudrang der hiesigen Arbeiter in den mit rothen Fahnen, Guirlanden, Emblemen, Büsten rc., Dank der Thätigkeit der hiesigen Sozia- listinnen, wundervoll dekorirten Lokalitäten des großen Saales der Frau Ostheeren(Sophienstraße 15) statt. In der vom Rcichstagsabgeordneten Fritzsche gehaltenen Gedächtnißrede fan- den namentlich Laffalle's Privatleben und Charakter eine ein- gehende Beleuchtung. Der Redner citirt viele Stellen aus Briefen, die Heine, Freiligrath, Herweah und Andere an Laffalle gerichtet hatten, und aus denen die Verehrung zu ersehen war, welche die Genannten dem großen Sozialisten zollten. Die Verleumdungen, welche über Laffalle, namentlich betreffs des so- genannten„Kassetten-Diebstahls", verbreitet worden sind, wies der Vortragende mit Entrüstung zurück, und zum Schluß trug er das schöne Gedicht von Herwegh an Lassalle vor, das un- willkürlich zu allgemeinem Beifall hinriß. Nach einer Pause, die nun, schon der schrecklichen Hitze halber, eintreten mußte, deklamirten Männer, Frauen und Kinder feurige Gedichte, welche an Laffalle erinnerten; mehrere Gesangvereine trugen freiheitliche Lieder vor und ernteten dafür allgemeinen Beifall; die Volks- menge sang mit Begeisterung die Marseillaise und stimmte auf's Kräftigste ein, als der Vorsitzende(Genvffe Greifenberg) ein dreifaches Hoch auf die Sozialisten aller Länder ausbrachte, um so das Fest würdig zu schließen. Kein Mißton störte die Feier, und ernstlich gelobten die Festtheilnehmer, auszuharren im schweren Kampfe um die Menschenrechte." Die reichs- und sedanfreundliche„Volkszeitung" bringt folgen- den kläglichen Bericht über die Sedanfeier in Berlin vom 2. September:„Der gestrige offizielle Sedantag ist für Berlin fast ganz spurlos vorübergegangen; die sämmtlichen königlichen Gebäude hatten geflaggt, auch mehre Hoflieferanten, sowie ein- zelne Privaten, letztere aber nur ganz vereinzelt, schlosseu sich der Ovation an, im übrigen war aber von einem Feiertag nichts zu bemerken, wenn man nicht die Feiern in den höheren Schulen, die den unteren Klassen einen freien Vormittag einbrachten, noch dazu rechnen will. Die Gerichte, die Posten, auch die Steuer- kaffen amtirtcn wie an anderen Tagen, auch die städtischen Be- Hörden haben die Sedanfeier auf den heutigen Sonntag hinaus- geschoben, und gedenken sie denselben mit der Beflaggung des Rathhausthurmes, mit einer Mittagsmusik vom Balkon mit der bekannten abendlichen Beleuchtung der Fa�ade zu begehen." Das Laffallefest so glänzend— die Theilnehmer in hoher Begeisterung; das Sedanfest so bocksnüchtern, so theilnahmslos— das ist brav von der hiesigen Bevölkerung. Ktt«na. Die Nr. 101 des„Vorwärts" enthält eine Cor- respondenz aus Hamburg, in welcher die Rede ist von einem seitens�eines Fabrikanten ausgestellten Bilde, das zwei arbei- tende Schuhmacher veranschaulicht. Der Eine der Ardeiter quält sich bei Pfriemen und Pechdraht ab, während der Andere mühe- los an der Maschine hantirt— und meint nun der betreffende Correspondent, daß dieses Bild den Sieg der modernen Jndu- strie bedeute, während er doch bester von einem Siege des Fabri- kantenthums hätte reden sollen. Aber wer ist der Fabrikant? Derselbe eröffnete seinen Laden mit lauter Zuchthausarbeit und zugleich auch eine Äerkstelle mit Standarbeit, für welche er aber nur die Hälfte des ortsüblichen Lohnes zahlt. Dem geringen Lohn entspricht natürlich auch die Qualität der Arbeit, trotzdem der Fabrikant 1000 Mark Belohnung für den Nachweis aus- bietet, daß seine Arbeit keine reelle sei. Kann die Arbeit aber reell sein, wenn für ein Paar Mädchenstiefcln 40 Pf. Lohn angeboten werden, während bei anderen Meistern M. 1,20 ge- zahlt werden? Also der Fabrikant produzirt nach moderner Schablone: billig und schlecht.— Wenn der Correspondent ferner meint, die Zünftler erblickten in dem Bilde mit Unrecht eine Verhöhnung, so meine ich, der ich kein Zünftler bin, daß es dem Fabrikanten weder um eine Verhöhnung des Zünftler- thums, noch um eine Versinnbildlichung des Fortschritts, sondern darum zu thun war, die Vervollkommnung der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft vor Augen zu führen. Das scheint mir des Pudels Kern zu sein. Uebrigens wurde in Altona die Ausstellung des Bildes nicht gestattet. O. W. Aarmstadt, 29. August. Eine Volksversammlung, die am 4. d. hier abgehalten wurde, nahm folgenden„Oeffentlichen Protest gegen die Fortdauer der Stadtrath-Bezirkswahlen in Darmstadt" an, für welchen bereits zahlreiche Unterschriften innerhalb der Bürgerschaft gewonnen find: l) In Erwähnung, daß durch Bezirkswahlen zu sehr und nur der Viertelsgeist zum Ausdruck und event. zum Nachtheil des Gesammtwohls zur Geltung gelangt; 2) In Erwägung, daß nur durch eine allgemeine Wahl, analog der Reichstagswahl, der Gesammtwille der Wähler zur richtigen Geltung kommen kann; 3) In ffitm&gung, daß insbesondere die jüngste Reichstags- wähl in Darmstadt eine hohe und fast allgemeine Unzufrieden- heit über die bestehende Ordnung der Dinge in hiesiger Stadt an den Tag gelegt hat; 4) In Erwägung, daß die Schwesterstädte Worms, Mainz, Offenbach, Gießen und andere, die bisher bestandenen Stadt- rath-Bezirkswahlen durch Gesammtwohl ersetzen; 5) In Erwägung, daß ein von der hiesigen sozialistischen Arbeiterpartei an den Stadtrath gerichteter, auf Einführung der Gesammtwahl zielender Antrag von einem Mitglied des- selben, in öffentlicher Sitzung vom 5. Juli c., abgewiesen worden ist, weil angeblich jede Neuerung durch den Stadtrath selbst oder ein Mitglied desselben befürwortet sein müsse; beantragt und beschließt die heutige Volksversammlung 1) Den nämlichen Antrag, betreffend die Aufhebung der Bezirkswahlen durch die Stadt cirkuliren zu lassen, um der gesammten Einwohnerschaft Gelegenheit zu geben, durch Unter- schrist ihre Zustimmung zu demselben kund zu thun; 2) An den wohllöblichen Stadtrath zu Darmstadt ein Ge- such um Aushebung der Bezirkswahlen zu richten. Das Gcsammtintcresse der Stadt erfordert die schleunige Aufhebung der Bezirkswahlen. An deren Stelle haben allgemeine, den ganzen Stadtbezirk umfassende Wahlen zu treten, damit die durch Neuwahl zu ergänzende Anzahl der Stadträthe in Zukunft aus der Mehrheit der Wahlstimmen Hervorgehn. Tie Unterzeichneten drücken hiermit die Hoffnung aus und erwarten, daß diesem gegenwärtigen Gesuch Folge gebend, der für Vornahme der hiermit beantragten Reform erforderliche Antrag baldthunlichst und rechtzeitig, aus dem Kreise der der- zeitigen Stadtverordneten selbst, gestellt werde. Happingen.(Fromme Selbstlosigkeit.) In Schwaben (Stuttgart) erscheint bekanntlich ein Muckerblatt—„Evangelisches Sonntagsblatt"— welches allgemeine Verbreitung hat, welcher Umstand wohl auch an der Aufklärung, die unter dem größten Theile unserer ländlichen Bevölkerung herrscht, schuld haben mag. Dieses Organ der Frommen erfreut sich einer Auflage von 86,000 Exemplaren, was bei einem Abonnementspreis von 1 Mrk. 56 Pf. jährlich auf eine Einnahme von 134,160 Mrk. schließen läßt. Nun ist aber das fragliche Blatt zugleich In- sertionsblatt für„werktägliche Anzeigen", und um den Brüdern wahrscheinlich das Bedürfnis, sich von den weltlichen Blättern gänzlich loszureißen, zu erleichtern, setzt man eine Einrückungs- gebühr von nur 40 Pf. für die gespaltene Zeile an; macht wieder bei jeder Nummer im Durchschnitt 90 M. und jährlich 4992 M., somit Gesammtsumme 139,152 Mark. Rechnet man hiervon auch die Herstellungskosten ab, so muß dennoch ein ganz erkleck- lichcs Sümmchen Ueberschuß vorhanden sein. Wir glauben, daß man mit diesem aus christlicher Liebe wohl manches kümmerliche Dasein erträglicher gestalten könnte, wenn man eben nur wollte. Aber gewöhnlich hat bei derartigen Unternehmungen der prin- zipienlose Heuler und Schönschwätzer(der jedoch wenigstens noch „gottesfürchtig" ist) die Nutznießung, während Demjenigen, dem sein Charakter nichts Unlauteres erlaubt, selbstverständlich nur „Unsegen" gehört.— Natürlich bekämpft das Blatt auch in eifriger Weise die Sozialdemokratie, und wirklich ergötzlich ist oft die Art, wie dies vor sich geht. Kürzlich erfand es das Mittel zur Lösung der jetzigen miserablen industriellen Lage, indem es vorschlug, die Arbeiter sollen ihren Lohn reduziren zu „Gunsten ihrer Herrschaften", in Anbetracht des„Risikos der- selben"; damit wären also mehr Finanzen vorhanden und ein Geschäfts-Aufschwung möglich. O Jammer!— Die wärmste Sympathie hegt das christliche Blatt auch für das„heilige" Rußland und in dieser Beziehung leistet es„Noch nie Tage- wesenes". In jeder Nummer weiß es seinen ftommen Lesern von haarsträubenden Greueln der barbarischen Türken, begangen an den armen Christen, zu erzählen, und weist, ganz in Äußer- achtlaffung der Mahnung:„Liebet euch unter einander", in klarer Weise nach, daß die orientalische Frage nur durch vollständige Ausrottung der Heiden gelöst werden könne. Vor kurzer Zeit verstieg es sich zu folgenden pomphaften Versen: „Was Rußland treibt zur Donau nieder, Was in die Hand das Schwert ihm zwingt— 's ist Sympathie für seine Brüder, Des Volkes christlicher Instinkt. Gott selber hat es auserkoren Zu dieser heil'gen Mission." U. s w. u. s. w. Nun, diesmal sind wir mit der göttlichen Vorsehung ganz einverstanden und der allgütige Vater hat jedenfalls weise ge- handelt, wenn er seinen Auserkorenen eine tüchtige Tracht Prügel zu Theil werden ließ. Jetzt augenblicklich ist das„Evangelische Sonntagsblatt" mäuschenstill und in seinen Spalten machen sich nur noch Stoßseufzer über die„dunklen Wege", die der All- weise die Russen bei Plewna geführt, bemerkbar. Vielleicht, wenn bulgarische oder russische Marodeurs wieder einige Türken abfangen, hat er dennoch„Alles gut gemacht".— Dieses Blatt erfteut sich natürlich der Protektion aller einflußreichen Kopf- Hänger und ist deshalb, und wohl auch seiner Billigkeit wegen, vielfach in den Dörfern die einzige Lektüre. Aaset. Die am 14. ds. M. von dem hiesigen Buchbinder- verein einberufene öffentliche Buchbinderversammlung mit der Tagesordnung: 1. Woher kommen die schlechten Arbeiter in un- serer Branche? 2. Organisation der schweizerischen Collegen, Referent H. Tell, wurde eine noch um so besuchtere, als uns die beiden Genossen Dreesbach und Weidcmann aus Mann heim auf ihren Agitationsreisen im badischen Oberland mit einem Besuch beehrten und sich erboten, im Anschluß an den ersten Referenten auch ein Referat abzugeben. Erster Redner sprach zur Zuftiedenheit aller Anwesenden, energisch fürs Fabrik- gesetz zu agitiren. Sämmtliche Redner ernteten großen Beifall, und ist mancher in unsere Reihen eingetreien und fester hat sich das Band geschlossen; mögen uns öfter solche Genossen besuchen, so wird die Basler Arbeiterschaft bald aufgeklärt. An uns Ge- noffen ist es nun: Auf zur Agitation! auf daß unsere Reihen stark werden, daß Basel einmal der Vorort der Bewegung wird. Thue ein jeder seine Pflicht, so bleibt uns der Sieg auch hier in Basel nicht aus. Karlsruhe, 2. Sept. Anläßlich der am S. d. in Mannheim statt- findenden ersten Generalversammlung des badisch-pfälzischen Prcßvereins mache ich den Genossen in Baden und der Pfalz den Borschlag, an Stelle des§ 3 des Statuten• Entwurfes folgenden Paragraphen zu setzen: 3. Die von der Gesellschaft herausgegebene Zeitung führt den Titel: „Ter Freie Bolksbotc". Organ für das arbeitende Volk in Baden und der Pfalz. Motto: Gleiches Recht für Jedermann. Dieselbe soll jede Woche ein Mal, und zwar am Samstage erscheinen zum Abonnementspreise von 75 Pf. pro Quartal incl. Postgebühren. Ein öfteres Erscheinen und Erhöhung des Abonnementspreises kann nur in einer Generalversamm- lung mit Zweidrittel-Majorität beschlossen werden." Der in dem Entwurf angenommene Titel„Pfälzisch- Badischcs Volksblatt" ist ein wenig schwerfällig, während der von mir vorge- schlagcnc—„Der Freie Volksbote"— eher populär werden dürste. Ich publicire Dieses deshalb, damit die Genossen sich vorher in den Partciversammlungen für einen dieser Titel entscheiden und ihren Tele- girten mit dem Ausdruck ihrer Meinung auf der Generalversammlung beauftragen können.— Einige andere Statutenänderungen werde ich beantragen; sie hier mitzmheilen würde den Raum des„Vorwärts" zu sehr in Anspruch nehmen. K. E. Allgcmeincr Arbciter-Sänger-Bund. Frankfurt a. M., 26. August. Heute fand der erste Sängertag des Maingau-Arbeiter-Sänger- Bundes statt. Es waren vertreten von Frankfurt 6, Bornheim 2, Mannheim 1, Darmstadt 1, Offenbach 1, Dörnigheim 1, Hanau 1, Bockenheim 1 und Bergen 1, zusammen 15 Bereine. Nach einer lebhasten Debatte wurde der Anschluß an den Allgemeinen Arbeiter- Sänger- Bund einstimmig beschlossen und aus An- trag von Hanau eine Conferenz auf den 23. Septbr. in Frankfurt a. M. festgesetzt, um die näheren Bestimmungen resp. Abänderungen des Statuts zu berathen. Alle Arbeiter-Gesang Vereine des Maingaues werden hiermit eingeladen, durch Delegirte sich vertreten zu lassen. Nachmittags fand im Schützenhof zu Bornheim das erste Sängerfest des Maingaubundes statt. Nach einem Prolog, gesprochen vom Vor» sitzenden des Maugaubundes, Herrn Flemming, wurden theils ge- meinsame Lieder, theils Einzellieder von den Arbeiter-Liedertafeln vor- getragen; dieselben waren gut gewählt und wurden präcise ausgeführt, sodaß das Fest ein würdiges zu nennen war. Den Schluß bildete ein Ball, der die Festtheilnehmer bis zum stühen Morgen stöhlich bessam- men hielt. Kein Mißton störte dieses schöne Fest. Mögen überall die Arbeiter- Gesangvereine zu Provinzial- oder Gauvcrbänden zusammentreten, nur dadurch kann für den Allgemeinen Arbeiter-Sänger-Bund agitiN und der Zweck erreicht werden, der Aus- schuß ist stets zur Auskunft bereit und wird rathend zur Seite stehen. Aufforderung. Die Parteigenossen Maurer Priemet und Balnus, deren jetziger Aufenthaltsort unbekannt ist, werden ersucht, ihre Adresse an den Unter- zeichneten schleunigst gelangen zu lassen, um über den von ihnen hier anhängig gewesenen Prozeß, der zu ihren Gunsten entschiedeu ist und infolge dessen sie Gelder zu empfangen haben, Näheres zu erfahren. G. Gerlach in Dortmund. Düppelstraße 54. Briefkasten der Redaktion. F. W. in Mannheim: Der in der„Rhein- und Neckarzeitung" genannte Hasen clever ist der im Jahre 1853 ver- storbene Maler Johann Peter Hasenclever; unser Parteigenosse heißt Wilhelm Hasenclever. Das neue Maier'sche Conversations-Lexicon ent- hält kurze Biographien von Beiden.— Auf verschiedene Anstagen: Die Asressen Liebknechts und Hasenclever's sind einfach: Redaktion des „Vorwärts" in Leipzig, Färberstr. 12/11.— C. C. K.: Die Möglich- keit ist nicht vorhanden.— F. I. in M.: Die Corrcspondenz ist ein- troffen und konnte nur wegen Raummangels bis jetzt nicht veröffent- licht werden.— D. in Berlin: Brief an L. angekommen.— I. M. in Mainz: C. Derosfi, Pferdemarkt 37, Hamburg, wird Ihnen Aus- kunft geben können. Wenden Sie sich an diesen.— L. H. in Z.: Sie werden ohne Gnade und Barmherzigkeit in den„bunten Rock" gesteckt. Betreffs Beantwortung der anderen Fragen müssen Sie einen ameri- kanischen Consul angehen. der Expedition. O. Schmidt, Forst: Bestellte Hefte nebst Porto kosten M. 1,70.— Siegst. Orb an Goldlauter: Bestellte Schr. nebst Porto kosten M. 6,35. Cassa erwartet.— Eh. Wz. Rtlg: Gesetzlich können die Arbeiter nicht gezwungen werden für die llnfall-Vcrsiche- rung zu steuern. DaS ist Sache der Prinzipale, welche mit Rücksicht aufs Haftpflichtgesetz ihr Personal zu versichern ein Interesse haben. Die Allgemeine Unfallsversicherung-Bank Leipzig ist gut renommirt. Quittung. Dckmnn Kiel Ann. 1,40. F. Lud Hamburg Ab. 100,00. A. Schmdt Hannover Schr. 75,00. Slbrhrn Eßlingen Ab. 12,77. Lnk Pieschen Schr. 20,00. Wßlr hier Ab. 0,60. Knstr Frohburg Ab. 3,60. Dltmnn Dieburg Ab. 1,00. Bschdt Veldes Ab. 3,42. Engl Reudnitz Ab. 1,80. Sbrt Cassel Ab. 15,40. Rb Cottbus Ab. 3,80. Mllr Leisnig Ab. 4,00. Wlz Reutlingen Schr. 8,20. Mllr Glauchuu Schr. 3,60. Grbnstn Lindenau Ab. 18,00. Jntsch Durmersheim Schr. 0,50. Grßr Reichenau Schr. 1,00. Edm Waldenburg Schr. 12,25. Tchr Gera Schr. 12,00. Anzeigen tc* Annonce« für die Mittwoch s-Nnmmer müssen bis Mo«- tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags-Nummer bis Mitt- woch-Bormittags 9 Uhr; für die Sonntags-Nummer bis Frei- tag Vormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimmt Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei nnS hat. können eine Aufnahme nicht finden. Die Expedition des„Borwärt»". CRTrtttÄktitv/t Sozialdemokratischer Arbeiterverein. �ItUöüiUg. Montag, den 10. September, Abends 8 Uhr„ im Vereinslokal:'(F. 125) Mitglieder-Versammlung. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwcndig. D. B.(60 Sozialdemokratischer Wahlverein. oPflUUvutl. Sonnabend, 8. September, Abends 8'/, Uhr, im Vereinslokole, Mittelstraße Nr. 11: l80 Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Fortsetzung der Vorträge über die zehn Gebote voir H. Meister.(F. 163) Der Borstand. Den Parteiaenossen zur Anzeige, daß am Sonn- OjU.lUiWz.1.« abend, den 8, September, im Saale des Herrn Winter,„Zum König von Hannover", Hildesheimerstr., das(2,10 Stiftungsfest der Allgem. Arbeiter-Krankcn- n. Sterbekasse stattfindet. Anfang 8 Uhr Abends. Es ladet dazu steundlichst ein Lohrberg.(F.164) Den Freunden und Parteigenossen empfehle ich «VlllUivOlT. ich mich zur Anfertigung von Herbstauzügen und Wiutcrüberzieher von 43 Mk. an unter reeller Bedienung und' er- suche ich recht stühzeitig die Bestellungen machen zu wollen.(3a) 1,50) H. Rudolph, Schneidermeister, Mittelstraße 11. Hainichen u. Umgegend. nem°n uÄ7.--sSs „Vorwärts" werden freundlichst ersucht, sich nächsten Montag, den 10. September, Abends 8 Uhr, im Webermeister-Haus zu einer Be- rathung behuss weiterer Verbreitung des obengenannten Blattes ein« finden zu wollen. Das Agitations-Comit».(60 Gcwerkschafts-Krankenkafse der Metallarbeiter für Leipzig und Umgegend. Jeden Sonnabend Abend l/29 Uhr, Versammlung bei Menzel, Kurze-Straße. Tagesordnung: Bortrag. Aufnahme neuer Mitglieder. 80) R. Ludwig. Borsteher. xb. Sonntag, Borstandsfitzung der Krankenkasse. Montag, den 8. Oktober, Generalversammlung. Gesuch. Arbeiter-Bereinc, welche dem HilfSkassengefetze angepaßte Jnva lidenkassen besitzen, werden freundlichst ersucht, ein Statut derselben zur Borlage einer ins Leben zu rufenden Jnvalidenkasse für die Glas« arbeiter an Unterzeichneten einzusenden.(80 G. Horn, Borsitzender des GlaSarbeiter-Bundes. Löbtau-Dresden, Wilsdrufferstraße 50, I. Verantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reudnitz- Leipzig- jisitu:■- u: fc Elpedit»n FSrb-rstri f> 12/11. m Leipzig. ttts* urd 8 r.v.« k«t G!«» l nsch«it