Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Duartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen; im Königr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den 1ten Monat bes Duartals à 54 Bfg. Inserate betr. Bersammlungen pr. Betitzeile 10 Pf., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Pf. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buch handlungen des In- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- York: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: P. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: C. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Für b= ng, 0% Lug End Be ge= Der er= Behlt ige gen ist and Inst= ifel Be Das icht onwird res Doch ückerte ter gs Ge wird 2C. ung mit tirt ters ver geht res rend Nr. 106. Die Halbbildung und der Sozialismus. Sonntag, 9. September. 1877. der Demokratie anzuknüpfen. Wenn die unterschiedslose Masse sie wirklich waren. Sie waren weder eine große Revolution, nach demokratischer Lehre der Quell der Weisheit und Gerechtig- mit wirklichem Umsturz und wirklicher Zerstörung verknüpft, noch „ Die Halbbildung ist der Boden, aus welchem der Radikalis- feit ist, so läßt sich in der That die Folgerung nicht abweisen, gar etwas wie ein Bürgerkrieg. Sie waren ein colossales mus und in's besondere der Sozialismus emporwächst," zetert daß diese Masse auch Herrin der Eigenthumsordnung sein muß. Pronunciamento, ein Krampf, der jene Schichten seiner Bees seit einigen Wochen auf der ganzen reaktionären Schlachtlinie. Es sind sonderbare Unfolgerichtigkeiten, zu sagen, wie völkerung durchschauderte, welche dieses Land unter dem Namen Pfaffen, Nationalliberale, Conservative in diesem Punkt in einigen Ländern gesagt wird: die Republik steht der Misera contribuens plebs( das arme steuerzahlende ausgefind sie Alle einig; verschieden sind sie blos in der Zumessung über dem allgemeinen Stimmrecht; und wie in Deutsch preßte Volt) früher nicht kannte, die aber ein volles Lustrum der Schuld, und ergöglich ist, wie eine Partei schadenfroh die land gesagt wird: die in diesem Jahrhundert zur Ein-( Beit von 5 Jahren) schlechter und schlechtester Zeiten und die anderen für die Wurzel des Uebels verantwortlich macht: die führung gelangte Eigenthumsordnung steht über dem mit jedem Jahre ärger werdende Schiefheit unserer volkswirthPfaffen und Conservativen die Liberalen, die Nationalliberalen allgemeinen Stimmrecht. Wenn nicht noch sehr vieles schaftlichen Verhältnisse jezt zum glücklichsten Wettbewerb mit die Fortschrittler, die Fortschrittler die Nationalliberalen und die andere über dem allgemeinen Stimmrecht steht, so sind den staatlichen Gemeinwesen der alten Welt gezeitigt hat. Es preußische Regierung. Wer hat Recht? Alle und Keiner. diese Ausnahmen vergeblich und selbst komisch. Es tann ist die soziale, oder einfacher gesagt, die Arbeiterfrage Was ist Halbbildung? Und was verstehen die Gegner nicht wundernehmen, wenn die Herrschaft der Masse, welche bei welche sich in diesen Tagen proklamirt hat. Es ist der des Sozialismus unter Halbbildung? Schroffer Geltung der Eigenthumsordnung zum Hauptzug des vierte Stand, der plöblich seinen Feldruf ausgestoßen, Halbbildung ist ungenügende, einseitige, unharmonische Bil- Volkscharakters die smartness"( Pfiffigkeit), die hartherzige und der dies bei dem Rechte, was er dazu hatte, noch in undung; das heißt: ungenügende, einseitige, unharmonische Ent- Ueberlistung macht, vielen weniger einladend erscheint als die gleich leidenschaftlicherer Weise hätte thun können, ohne das faltung der Fähigkeiten des Individuums in körperlicher, geistiger Herrschaft der Masse, die wenigstens durch den Grundsatz der Land, und namentlich seine großen Städte, in ein kurzes Bacund sittlicher Beziehung. chanal der Gesetzlosigkeit zu reißen, wenn nicht seine Bewegung Bruderliebe gelenkt wird." So aufgefaßt ist die Halbbildung das allgemeine nothwendige Die Logik der Provinzialkorrespondenz" ist unwiderlegbar. sofort durch den Mob( Pöbel, Janhagel, Lumpenproletariat) Produkt der herrschenden Staats- und Gesellschaftsverhältnisse. Wer A gesagt, muß auch sagen. Die Logit richtet sich aber aufgegriffen und verfälscht, so wie durch die Rathlosigkeit der Wir haben nur Halbbildung. Wirkliche Bildung, Vollbildung gegen die Partei der" Provinzialkorrespondenz" ebenso wie gegen zunächst aufgerufenen Autoritäten( Staatsregierungen ist heutzutage einfach unmöglich. Alles wirkt darauf hin, eine die der Volkszeitung" und" Nationalzeitung". Das Prinzip und Milizen) in fast tragikomischer Weise gefördert worharmonische Entfaltung der Fähigkeiten unmöglich zu machen. der Volkssouveränität, des allgemeinen Stimmrechts einmal zu den wäre. Wahrhaft gebildete Menschen können, wie die Dinge jetzt gegeben, so folgt der Rest von selbst. liegen, nur seltene Ausnahmserscheinungen sein. Die ungeheure Bildung oder Halbbildung: die herrschenden Klassen mögen Mehrzahl, reich und arm, Regierer und Regierte, Ausbeuter und thun, mögen lehren, was sie wollen, es wird uns, den SozialAusgebeutete, sind durch die Bedingungen, unter denen sie leben, demokraten, zu Gute kommen. zur Halbbildung, wo nicht geradezu zur Un bildung, für so lange bestimmt, als diese Bedingungen in Kraft bleiben. Also, wenn wir die Halbbildung in ihrem richtigen Sinne nehmen, so kann feine Partei, welche sich auf dem Boden der herrschenden Staats- und Gesellschaftsverhältnisse bewegt, die Vaterschaft von sich weisen. Allein das verstehen die Herren Reaktionäre nicht unter Halbbildung. Jeder von ihnen glaubt selber im Besitze der wahrhaften Bildung zu sein und spricht die Halbbildung seinem politisch- sozialen Gegner zu. Dieses mit eben so viel Recht, wie jenes mit Unrecht. „ Allerdings ist es schwer zu sagen, wo die Grenze zwischen dem Arbeiter und dem Mob liegt. Aber wie toll und massenhaft sich auch der Lettere entwickelte, die erste Hilflosigkeit derer, gegen die sich seine Ausbrüche- namentlich in Chicago und Nicht daß wir behaupten, die Sozialdemokratie sei im Besitz St. Louis richtete, lieferte seine beste Kraft. Sobald sie der der Bildung, aber sie erstrebt die Bildung, die volle, die ganze Sammlung und Organisation wich, war auch die Revolte geBildung. Wir sagten vorhin:„ Die ungeheuere Mehrzahl der brochen, verpuffte die vulkanische Eruption als Strohfeuer, dessen Menschen, reich und arm, Regierer und Regierte, Ausgebeutete Qualm zuerst freilich auf ganz andere Nahrungsstoffe hatte und Ausgebeutete, find heutzutage durch unsere verkehrte Staats- schließen lassen. So genügte in Newyork, wie bereits an dieser und Gesellschaftsorganisation zur Halb bildung, wo nicht geradezu Stelle berichtet wurde, das Consigniren der Milizen in ihren Armories( Casernen) und das bloße Vorhandensein der Polizei, zur Unbildung verurtheilt." Wohlan: die Ursachen der Halb- und Unbildung wegzu- um jeder Ruhestörung vorzubeugen. So fanden die Chicagoer räumen, jedem einzelnen Individuum die Möglichkeit voller und Schreckenstage gleichfalls durch das energische Vorgehen der Poharmonischer Entfaltung aller seiner Kräfte, also der Bildung lizei( die beiläufig den ganzen Skandal verschuldet hat R. d. V.) im höchsten Sinne des Wortes zu geben, das ist das Ziel der ein Ende freilich um den Preis von elf Menschenleben. So wurde in St. Louis King Mob( König Janhagel) in völlig unDer komischste Zwischenfall der Halbbildungspolemik war der Sozialdemokratie, der Partei der Bildung. verblümte Angriff der nationalliberalen Nationalzeitung" auf In einer Reihe von Artikeln über die Agitationsmittel der blutiger Weise durch eine einfache Bürger- Oganisation ,, annidie fortschrittlichen Halbbidungsfabriken: Zeitungen, Handwerker- Sozialdemokratie" macht der Hamburgische Correspondent" hilirt"( vernichtet), nachdem er drei Tage lang eine Art Allmacht gespielt, in welcher er sich selbst bis zu dem Versuch, die vereine u. f. w. Dadurch fühlte sich der jüngst zum Ehren- folgende Bemerkung: Doktor freirte Rabbi Bernstein in seiner Doktor- Ehre gekränkt Zwischen der sozialdemokratischen Methode der Agitation Beitungen zu vergewaltigen, hinreißen ließ. Wirklich tragisch und suchte in der Volkszeitung" in langen Leitartikeln den und der Agitation der übrigen Parteien besteht ein fundamentaler steht nur die Pittsburgher Katastrophe da. Aber auch dort Beweis zu liefern, 1) daß er wahrhaftige Bildung verzapft habe Unterschied, der nicht ernsthaft genug in Betracht gezogen werden waren kaum zwei Wochen vergangen, und aufs Neue gingen die und verzapfe, und 2) daß die von ihm verzapfte Bildung durchaus kann: während die alten Parteien es nur mit den politischen Züge über die Zerstörungsstätte sicher wie in den sichersten Zeiten, unschädlicher Natur und nicht im Geringsten darauf berechnet Anschauungen ihrer Jünger zu thun haben, sucht die sozial- waren ohne Zugeständnisse der bekriegten Eisenbahnmacht, die sei, der Sozialdemokratie Vorschub zu leisten. Der erste Theil demokratische Propaganda den ganzen Menschen in Bediensteten der Bahn in ihre Stellungen, die Arbeiter zu ihrer des Beweises ist dem neubackenen Herrn Ehren- Doktor aufs Beschlag zu nehmen, in gleicher Weise auf seine staatlichen, Thätigkeit zurückgekehrt. ,, Was sind nun die nächsten Folgen dieses Pronunciamentos Gelungenste mißlungen; und sogar mit durchschlagendem Erfolg religiösen und gesellschaftlichen Meinungen Einfluß zu gewinnen, in den Beweis des Gegentheils„ umgeschlagen"; ziemlich gut ist wie seine Privatexistenz, sein Familienleben, die Art seines Arbeits- der amerikanischen Arbeiterbevölkerung gewesen? Der unverkenn= aber der zweite Theil des Beweises gelungen. Kein Zweifel, betriebes und seiner Erholung zu bestimmen. Darin liegt das barste Eifer auf allen Seiten, der Sachlage klar ins Gesicht zu Herr Bernstein und die von ihm und seinen Helfershelfern aus eigentliche Geheimniß der sozialdemokratischen Erfolge. Der sehen, von den eben erhaltenen Lehren Nutzen zu ziehen. Kaum geschänkte„ Bildung", in Gänsfüßchen, sind nichts weniger als deutsche Sozialdemokrat ,, wie er sein soll", ist ein von der Ge- war der Gewaltausbruch mit Gewalt niedergeschlagen, als auch revolutionärer Natur. Herr Bernstein und Compagnie sind mit sellschaft völlig abgelöster Mann, der seine Welt für sich hat." die Presse des Landes, während der Striketage selbst auf das einer Gründlichkeit, die sogar den alten Gerlach hätte rühren Ja, Herr Dannenberg hat das ,, eigentliche Geheimniß der heftigste und uneingeschüchtertste gegen die„ Strifers und Rioters" können, an sich und ihrer Bildung" zu Stopzen*) geworden, Sozialdemokratie entdeckt das Geheimniß unserer Unbesiegbar- fämpfend, fast ausnahmslos in der versöhnlichsten, und wenn und haben sich, seit sie die Gefahren der„ Bildung" erkannt, ja keit: die Sozialdemokratie sucht den ganzen Menschen in Beauch mit affenartiger Geschwindigkeit„ rückwärts fonzentrirt", so schlag zu legen, und bezweckt ihn zu einem ganzen Menschen daß z. B. der Ehren- Doktor, dessen wissenschaftliche" Arbeiten zu machen. durchaus materialistischer Tendenz sind, feierlich den Materialismus und Atheismus abgeschworen hat. Ganz falsch aber ist es, wenn Herr Bernstein meint, der 11 Aus Nordamerika auch nicht verständigsten, doch wenigstens in einer nach Verständniß ringenden Weise die Rechte und Anforderungen der Aus- und Aufständischen zu discutiren begann, ohne andererseits auch nur einen Augenblick die Nothwendigkeit der Errichtung einer stärkeren Gegenwehr für die Zukunft aus den Augen zu verliereu. In der Arbeiterwelt selbst aber hat sich die gewonnene Erkenntniß, daß hier gerechte Biele in ungerechter und ungesetzlicher Weise hatten erzwungen werden sollen, sofort dadurch dargethan, daß man sich zu organisiren begonnen, um auf ist. Wir lassen den Liberalismus die Grundlagen schaffen, und ,, Seit einigen Tagen ist man auf dieser Seite des Oceans im politischen Wege anzustreben und zu erreichen, was mit Gewalt bauen darauf fort; er liefert uns die Prämissen, wir ziehen Besitz der transatlantischen( europäischen) Zeitungen und ihrer nun einmal nicht erreicht werden konnte. Die Arbeiter haben die Consequenzen, unbekümmert um seine Abschwächungs- und Berichte und Betrachtungen über die Arbeiter Unruhen, welche das Bewußtsein erlangt, daß sie es sind, auf welche die Nation Fälschungsversuche. während der letzten beiden Juliwochen die Union in so beträcht- in diesem Augenblick ausschließlich sieht. Sie und ihre AngeDer Eulenburgischen Provinzalforrespondenz", deren Re- liche Aufregung versetzten. Daß die ersten Nachrichten eine ins legenheiten werden im nächsten Congreß im Vordergrunde stehen. daktion etwas mehr Sitzfleisch bekommen zu haben scheint, gibt Ungeheuerliche übertriebene Auffassung drüben finden Der Hinblick, wenn auch nicht die Rücksicht auf sie, wird an zu, daß die moderne Bildung unter den obwaltenden Staats- würden, war vorauszusehen. Machte doch die Plöglichkeit, allen öffentlichen Maßnahmen seinen Antheil haben. „ Auch in den bevorstehenden Wahlen werden die Arbeiter und Gesellschaftsverhältnissen unvermeidlich zum„ Radikalis- daß völlig unvorhergesehene, ja, Ungeahnte des Ausbruchs und mus" führen müsse und sagt dann: die unheimliche Geschwindigkeit, mit welcher die auf der Balti zum ersten Mal ein eigenes Wort sprechen. Wie sehr dies der Die Sozialdemokratie ist die verbreitetste, aber keineswegs more Dhio- Bahn emporgeschlagene Flamme als Feuersbrunst die Fall, dafür liefert das Vorgehen der Republikaner von Ohio die einzige Form des Radikalismus. Die sozialdemokratische colossalen Linien und Netze der Pennsylvania- und der Erie- den besten Beleg. Das so eben von ihnen für die bevorstehende Lehre ist auch keineswegs eine selbständige Erfindung aus dem Bahn ergriff, auch hier zu Lande Jedermann erstaunen und zu- Gouverneurswahl ihres wichtigen Staates aufgestellte Programm Vorstellungskreise derjenigen Klassen heraus, welche die körperlich sammenschrecken. Aber Staunen sowohl wie Schreck währten enthält einen fast ans Demagogische streifenden Bugeständnißschwersten Arbeiten verrichten. Sie ist vielmehr der Sammel nur ein paar Tage. Die Pittsburger Gewaltthaten vom Sonn- Paragraphen an die Arbeiter des Staates, dem noch durch die punkt aller auf dem Boden der Halbbildung entstandenen radi- abend und Sonntag, die sich nur wenige Tage nach dem Aus- mündlichen Auslassungen des Gouverneurs- Candidaten, West, talen Strömungen. Wer das Bestehende haßt, wer ohne Geduld bruch des großen Strikes in Baltimore zutrugen, bezeichneten und die Haltung des Ohioer Bundes- Senators Stanley Mat und Arbeit zur Geltung und zu einem oftmals nicht aufrichtig auch schon die faktische, der bis zur Harmlosigkeit ruhige thews verstärkter Nachdruck gegeben werden. In den verschiegeglaubten Biele der Besserung gelangen will, der wird heute Verlauf des großen Massen- Meetings des Newyorker denen großen Städten der Union haben bereits Versammlungen Sozialdemokrat. Daß die radikalen Strömungen mehr und mehr Internationalen und Communisten am darauf folgenden Statt gefunden, deren ausgesprochener Zweck die Bildung einer in der Sozialdemokratie zusammenlaufen, hat darin seinen Grund, Mittwoch die moralische Krisis des ganzen Ausbruchs. Was eigenen, von den bisherigen politischen Organisationen unab daß der Radikalismus das offenste Ohr findet, wenn er die dann noch in Chicago und St. Louis geschah, war noch ein hängigen Arbeiterpartei war. Ja, in Kentucky hat dieselbe beDreistigkeit hat, als Arzt wirklicher schwerer Leiden aufzutreten. Nachspiel, war nur noch eine Nothwendigkeiten, mit wel reits in jüngst gehaltenen Lokalwahlen am Stimmkasten verDenn der Leidende verliert am leichtesten die Besinnung, die ihn chen hier zu Lande jede Sensation, die im Osten lebendig wird schiedene direkte Erfolge gehabt. Daß hier die Anfänge einer vor den Verlockungen des Schwindels bewahren sollte. Es ist( sei es eine Revolte, eine religiöse Bewegung oder eine Mode), großen politischen Bewegung vorliegen, wird Niemand leugnen nüßlich, sich immer fest zu vergegenwärtigen, daß die Sozial- ihren Weg westwärts nimmt, bis ihre letzten Aeußerungen den können. Auch ihre Berechtigung wird kein billig Denkender verdemokratie nicht etwas Eigenthümliches und Unerhörtes, sondern Pacific und das schon lange nicht mehr glückliche Californien kennen dürfen, eben so wenig aber auch die Gefahren, welche eine Form des Radikalismus ist. dieser Bewegung in sich selbst wie von außen her drohen. Unter den ersteren steht die Verwechslung ihrer Interessen mit denen der Internationale und jeuer sozialistischen Elemente, welche so eben aus einem Arbeits- Ausstand eine Revolte machten(? Wo waren diese Elemente? Oben sprach der Correspondent noch von dem bis zur Harmlosigkeit ruhigen Verlauf" der Demonstrationen der Sozialisten und„ Communisten", R. d. V.) obenan. Dicht Sozialismus habe aus der liberalen Wissenschaft und Bildung bringt die„ Kölnische Zeitung" eine höchst interessante Correteine Vortheile gesogen. Der Sozialismus ergänzt einfach diese spondenz( d. d. Newyork, 16. August), die wir nachstehend zum halbe Bildung, indem er die andere Hälfte beizufügen bemüht Abdruck bringen: erreichten. Es gab eine Zeit, wo der Sozialismus als eine Art Misti-„ Mit obigen Bemerkungen soll das Bild der Erregung des zismus auftrat. Schon der heutige Name ,, Sozialdemokratie" fieberhaften Ausnahme- und Gewaltzustandes, welches die Union zeigt, daß er gelernt hat, an die längst geläufigen Vorstellungen während der Zeit vom 16. Juli bis 1. August bot, nicht vertuscht und künstlich abgedämpft werden. Es waren außerordent *) So heißt eine russische Religionssekte, deren Mitglieder sich ent- liche und in ihrer Art schreckliche Tage. Aber sie waren es un gleich mehr durch das, was sie bedeuteten, als durch das, was mannen. qaneben die Möglichkeit, den Fach- und Parteipolitikern in die Hände zu fallen. Wird doch bereits der Name Benjamin But- lers als der eines nationalen Führers für die neue politische Organisation genannt! „Mögen die amerikanischen Arbeiter, welche eben erst durch die strenge Schule so ernster und blutiger Lehren gegangen, sich dieser Gefahren wohl bewußt sein und bleiben! Daß es ihnen an Jnstinct dafür, oder richtiger gesagt, an Jnstinct gegen die Handwerks-Politikcr und Partei-Faiseurs(Parteimacher) nicht fehlt, haben sie auf ihrer vor zwei Tagen in Cincinnati abge- haltenen Massenversammlung bewiesen, auf der sie dem oben er- wähnten verlockenden Wahlprogramm der Republikaner von Ohio und den communistisch-demagogischen Auslassungen des Gouverneurs- Candidaten West in nicht weniger unceremoniöser Weise den Rücken gekehrt haben, wie es kurz vorher ihre Phila- delphiaer Genossen in ihrer Massenversammlung mit den Jnter- nationalen gethan hatten." Dies die Corrcspondenz, in der wir nur einen einzigen albernen Satz gestrichen haben, nämlich das von dem sonst ver- nünftigen Schreiber beim Pittsburgher Krawall gesehene „Grinsen der Septemberbriseure(!) und gehörte„Heulen der Petroleuse"(!). Es soll uns lieb sein, wenn das über die Stimmung der Bürgerklassen in den Vereinigten Staaten Gesagte sich als wahr erweist; wir hegen indeß bescheidene Zweifel. Von den Arbei- tern Amerikas aber erwarten wir mit Zuversicht, daß sie aus den Vorgängen der letzten Juliwoche gelernt haben und, dem Rufe der Sozialisten folgend, in planmäßiger politischer Orga- nisation und prinzipiellen Bekämpfung der Grundlagen des Ka- pitalismus das Heil suchen werden. SozklpvlMsche Ueder cht —„Unter so vielen Byzantinern der einzige Rö- mer!" so hat, wie die„National-Zeitung" uns erzählt, ein„be- rühmter" Staatsmann(welcher?) den verstorbenen Thiers gc nannt. Mit den Byzantinern, wenn man das französische Pro- letantat und die Helden der Commune ausnimmt, mag der „berühmte" Staatsmann wohl Recht gehabt haben, aber mit dem Römer Thiers— das ist zum Lachen. Der Römer mit dem Parapluie! Doch halt, vielleicht hatte der„berühmte" Staats- mann doch recht mit seiner Aeußerung. Betrachten wir uns einmal den Römer Nero. Derselbe war feige, wie Thiers; ein Heuchler, wie Thiers; ein Commödiant, wie Thiers und blutdürstig, wie Thiers. Also doch ein Rö- mer, wenn auch nur ein Nero! Die deutsche Bourgeoispresse, von der amtlichen„Provinzial Correspondenz" und der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" bis zur„National-Zeitung", von dieser bis zum„Frankfurter Beobachter" und zur„Frankfurter Zeitung" feiern diesen mo deinen Nero in den begeistertsten Leitartikel-Gesängen— gönnen wir ihnen allesammt diesen Helden. Und was für ein Held Herr Thiers war, das geht hervor aus einem Artikel der„Sozialdemokratischen Correspondenz", welcher aus der Feder unseres Parteigenossen Carl Hirsch aus Paris herrührt, und dem wir folgende Stelle entnehmen: „Während seines ganzen achtzigjährigen Lebens bewies sich dieser Mann als ein geschworener Feind jedes politischen und sozialen Fortschrittes. Auf allen Gebieten des öffeut- lichen Lebens hat er unermüdlich für die Reaktion gearbeitet. Er bekämpfte die Abschaffung der Todesstrafe, die Einkommen- steuer, die Verminderung der Zölle, die Herabsetzung der Dienstzeit, das allgemeine Stimmrecht, die confeffionslose Schule, die Unabhängigkeit Italiens, die Zulässigkeit der Ehescheidung, die Freizügigkeit, die Preßfreiheit, das Vereins- und Versammlungsrecht,— kurz es genügte, daß etwas gerecht und vernünftig war, um von ihm beschimpft und hintertrieben zu werden. Da- bei zeigte er eine absolute Rücksichtslosigkeit in der Wahl seiner Mittel, Sophistik, verbunden mit der plattesten Trivialität, in seiner Polemik, Perfidie und Wortbruch in seinen Erklärungen und zu Alledem jene„politische Heuchelei", die ein bekannter Staatsmann als die wesentliche Eigenschaft aller Staatsmänner bezeichnet hat. Kein Wunder, daß die französische Bourgeoisie in diesem Männchen ihr Ideal erblickte und es an ihre Spitze stellte, als es galt, die bedrohte Gesellschaft, d. h. das Monopol Allerlei aus der Reichshauptstadt. Berlin, 3. September. 5'' Sauregurkenzeit stand im höchsten Flor. Trotz des türkiiq- russischen Krieges, dem man schon mehr als die Hälfte des Blattes eingeräumt hatte, waren die Redaktionen in Ver- legenheit, womit sie den übrigen Theil der Zeitung füllen sollten. Mehr als einmal täglich konnte doch unmöglich ein junges Mädchen sich ertränken, ein Paletot gestohlen werden, oder eine 120jährige, noch rüstige Frau sterben, und Neues zu erfinden ist so sehr schwer. Da in der höchsten Roth erschien„Most contra Mommsen" und alles Leid hatte ein Ende. In Leit- artikeln und Correspondenzen wurde an Entstellung der That- fachen und an hochmüthigen Redensarten das Menschenmögliche geleistet, indessen Herr I. Stettenheim, ein äußerst windiger Witzbold, der in den Spalten der„Tribüne" und der„Wespen" sein Unwesen treibt, die geistreichsten Scherze über Buchbinder- gesellen und Kleistertöpfe vom Stapel ließ. Und das Alles, weil unser Genosse Most sich erlaubt hatte, über den Cäsaris- mus und die sozialen Revolutionen im alten Rom eine andere Meinung zu haben, wie der seither auf diesem Gebiet als Dalai- Lama betrachtete Herr Professor Mommsen, der übrigens zur Zeit des Conflikts, z. B. beim Twesten-Fall, sehr schöne Reden hielt. Der Schreiber dieser Zeilen konnte leider nur zwei Mosfschen Vorträgen beiwohnen, da ihn eine Krankheit überfiel. Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht unerwähnt lassen, was für einen grausamen Spaß die„Post" gegenüber ihren Col- leginnen vom linken Flügel sich gemacht hat. Die„Post" also, ein recht gut fundirtes freiconservatives Blatt, welches bei Ausstellungen, Festlichkeiten in anderen Städten und ähnlichen An- lässen immer sehr gute Berichte bringt, wurde von den liberalen Blättern stets über dem Strich benergelt, im Feuilleton aber unverschämt bestohlen, und beschloß, sich zu rächen. Sie ließ sich zu dem Ende einen kleinen Jdiotcnhans kommen und dele- girte ihn unter Aufsicht eines Erwachsenen zur Berichterstattung in die Most'schen Versammlungen. Unser Hans war nämlich kein so dummer Peter wie seine cretinösen Collegen; er hatte Etwas gelernt, er konnte lügen, schreiben, Gedrucktes lesen und mens» beinahe ganz fertig dekliniren. Daß er, wie Einige behaupten wollen, sogar Gymnasialbildung mit Rcifezeugniß für Quinta besäße, muß ich zunächst als unbewiesenes Gerücht be- zeichnen. Was nun Most in seinen Vorträgen für eine römische Stadt hielt, hielt Häuschen seinerseits für ein böhmisches Dorf, und so kam es denn, daß in einem anderthalb Spalten langen des Kapitals, zu retten; kein Wunder, daß auch die Bourgeoisie der andern Länder, und namentlich die deutsche, mit Wohlge- fallen auf den„feinen Kopf" blickte, unter dessen Leitung die Versailler, begünstigt von deutscher Seite, das ausgemergelte Paris zum zweiten Male bombardirten, 30,000 Arbeiter nieder- metzelten, 100,000 weitere deporttrten oder verbannten und so die„Ruhe und Ordnung" wiederherstellten. Mit ungeheurer Blutschuld bedeckt, wurde Thiers von den Monarchisten, denen er als Werkzeug gegen die republikanischen Arbeiter ge- dient hatte, auf die Seite geschnben und spielte seit 1873 die Rolle eines„conservattven Republikaners."— Das also ist der geniale Herr Thiers! Fügen wir noch hin- zu, daß er den Professor Mommsen gar in der Geschichts- fälschung übertraf, daß er ferner in seinen Werken den Chauvi- nismus und den Deutschenhaß in einer Weise pflegte, die nur von den zügellosesten deutschen Nationalliberalen in umgekehrter Richtung erreicht worden ist— dann haben wir den ganzen glorreichen Helden der französischen und der deutschen Bour- geoisie— und wie schon gesagt, gefeiert von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken. Das Proletariat und die Sozialisten aller Länder werden durch die allgemeine Beweihräucherung ihres Todfeindes nur immer mehr in ihrer Annahme bestärkt, daß sie ganz allein auf sich selbst bauen müssen, daß sie keinerlei Compromiß schließen dürfen, bei welchem sie in Abhängigkeit von einer anderen Partei gerathen. Die französischen Arbeiter aber insbesondere werden die Lehre beherzigen, welche ihnen die einhellige Bewunderung des Mörders der Commune von Seiten aller republikanischen Blätter ertheilt, sie werden selbständig vorgehen und eine Re- publik zu errichten suchen, die auch solchen Namen verdient, mit einem Worte— eine sozialistische Republik. Die nächsten Wahlen müssen dazu benutzt werden; ist auch der Sieg dann noch nicht möglich, so wird doch das Klasscnbe- wußtsein der Arbeiter immer mehr gestärkt, welches so leicht in der Verbindung mit andern Parteien verloren gehen kann. — Zur Bildung im Jntelligenzstaat Preußen. Die im Jahre 1876 stattgehabte Volkszählung gibt folgende Zahlen an: Der preußische Staat besaß 18,576,801 Einwohner im Alter von zehn Jahren und darüber; unter diesen befanden sich ohne jede Schulbildung(Analphabeten)nicht weniger, als 2,260,277, das sind über zwanzig Prozent, wovon 863,843 auf die männliche und 1,396,343 auf die weibliche Bevölkerung kamen. Es kann hiernach ein Zehntel ungefähr aller männlichen Be- wohner Preußens und ein noch größerer Prozentsatz aller weib- lichen Bewohner im Alter von zehn und mehr Jahren weder lesen noch schreiben und besitzt überhaupt auch nicht die Anfänge der elementarsten Schulkenntnisse.— Betrachten wir die einzelnen Provinzen, so hat die Provinz Posen 1,146,668 Einwohner über zehn Jahren und darunter 420,090 Analphabeten; die Provinz Preußen 2,323,000 Einwohner über zehn Jahren, darunter 769,692 Analphabeten; Schlesien 2,797,050 Einwohner über zehn Jahren, darunter 392,406 Analphabeten. Die Provinzen Schleswig-Holstein, Rheinland, Sachsen, Hessen-Nassau und die Stadt Berlin kommen am Besten weg— ein neues Zeichen für unsere alte Behauptung, daß wo die Sozialdemokratie auch die Bildung blüht. — Seitdem die Sozialdemokratie und ihre Presse sich angelegentlichst mit der Frage der Verfälschung der Lebens- mittel beschäftigen, seitdem sind auch die anderen Parteien und die Behörden mobil geworden. Ueberall wird die Frage an- geregt, überall werden die Fälscher besttaft. So kam noch kürz- lich in Cleve ein Fall zur Verhandlung, wo einem Metzger nach- gewiesen wurde, daß er seine Würste aus krepirten Schweinen fabrizirt hatte. Leider erhielt der Betreffende nur vier Wochen Haftstrafe. — Die süddeutsche Baumwollindustriellen haben am 3. September in Stuttgart, wo sie in einer Zahl versammelt waren, die 12,000 Webstühle repräsentirte, den Beschluß gefaßt, eine weitere Beschränkung der Produktion durch Entlassung von Ar- beitern eintreten zu lässen und zugleich die Elsaß-Lothring'schen Fabrikanten zu veranlassen, diesem Beschlüsse beizutteten.— Es war am 3. September, am Tage nach der Sedanfeier, an welchem dieser katzenjämmerliche Beschluß gefaßt worden ist. — Die türkische Regierung ist im Gegensatze zu un- serem„Erbfreund" hochanständig; kaum sind ihr einige Vor- würfe gemacht worden, daß ihre irregulären Truppen die Genfer Convention verletzt hätten, so ordnete sie folgende Maß- regeln an: „Alle Corps-Chefs wurden angewiesen, sämmtliche Kriegsge- fangenen nach Konstantinopel zu dirigiren. Achmed Mukhtar Pascha ist, entsprechend den Befehlen der Hohen Pforte, gegen jene Kurdenführer, welche die ottomanische Armee durch ihre Räubereien und Missethaten entehrt hatten, summarisch vorge- gangen. Suleiman Pascha hat die Baschibozuks der regulären Armee einverleibt und sie somit einer strengen militärischen Dis- ciplin unterworfen. Die Genfer Convention wurde nicht nur ins Türkische übersetzt, sondern auch allen Regimentern der re- gulären Armee erklärt. Suleiman Pascha hat auch strenge Maßregeln gegen die Tscherkessen ergriffen, und werden diese ir- regulären Truppen strengstens besttaft, wenn sie Excesse begehen sollten." Was aber thut das christliche Rußland, welches sich noch obendrein ganz besonders in den Mantel der Humanität hüllt? Es läßt seine Kosacken und Bulgaren weiter morden, weiter sengen, weiter schinden, ohne auch nur mit Sttafe zu drohen— und deutsche Blätter jauchzen Rußland zu oder vertheidigen es wenigstens, während sie die Türkei verdammen. Bericht der„Post" die Eigennamen mit unleugbarem Geschick sämmtlich falsch geschrieben waren. Die liberalen Zeitungen aber, im Vertrauen auf die oft erprobte Zuverlässigkeit der „Post", druckten jene Berichte ab und erst an dem Hohngelächter der gerächten Postredakteure sahen sie, daß sie in eine Falle ge- gangen waren. Jetzt will es die„Post" natürlich nicht wahr haben, aber die Geschichte ist authentisch. Unter der Firma„Augustconferenz" findet sich hier alljähr- lich eine Muckergesellschaft zusammen, welche die Nothwendigkeit von der Umkehr der Wissenschaft predigt und untröstlich darüber ist, daß sie noch kein Mittel besitzt, die Menschen innerhalb 24 Stunden völlig in den Zustand der Urdummheit zurückver- setzen zu können. Recht heiter ist bei dieser Gelegenheit wieder das Gebühren der„liberalen" Presse, welche, statt dieser wider- wältigen Erscheinung ein Ende zu machen, indem sie in corpore am richtigen Fleck den Hebel einsetzt, sich damit begnügt, zu ver- sichern,„daß es jenen Muckern und Zeloten nicht gelingen wird, ;ur Herrschaft zu gelangen".„Denn", fährt man selbstgefällig ort,„wir haben ja in den Trägern des Cultusministeriums und des„liberalen" Oberkirchenraths Bürgschaft für ein stets frei- sinniges Kirchenregiment"' Hin! Hm! ich entsinne mich einiger Belege für diese Behauptung. Bon dem an die Synode Wies- baden gerichteten kaiserlichen Handschreiben und dessen Inhalt, sowie von der vor versammeltem Staatsministerium gehaltenen Rede schweige ich. Auch den quf Grund kaiserlicher Einwirkung zwischen dem„liberalen" Oberkirchenrath Herrmann und dem „orthodoxen" Oberconsistorialpräses Hegel hergestellten modus vivendi übergehe ich mit Schweigen. Wie aber steht es denn mit den skandalösen Austritten: Krafft, Rhode, Hoßbach?? Ja, wir haben ein sehr liberales Kirchenrcgiment, nicht einmal mehr Kranz-Ohrfeigen, und schon Civilehe, natürlich, wie ja auch der Name besagt, nur für's Civil--. Das Volk vergißt seine Tobten nicht. Den Beweis hierfür lieferte der am Sterbetage Ferdinand Lassalle's abgehaltene Gedenktag für die Tobten, welche für die Sache der Befreiung und Veredlung des Proletariats seit Beginn der Culturepoche gelitten und gestritten haben. Der durch Arbeiterfrauen auf's Prächtigste mit Guirlanden, Fahnen und Topfgewächsen ge- schmückte Saal, den an der Rednerbühne die von hochstämmigen Lorbeeren umgebene Büste Lassalle's zierte, gewährte den sehr zahlreich erschienenen Parteigenossen einen außerordentlich feier- lichen Anblick. F. W. Fritzsche hielt die Gedächtnißrede.— Nach der Rede folgte eine längere Pause, welche durch deklamatorische und musikalische Vorträge recht ansprechend ausgefüllt wurde. Ein kurzes Schlußwort Greifenberg's, dem ein Hoch auf die — In Saarbrücken dauern die„gesetzlichen" Gewaltthätig- leiten gegen die Sozialdemokratie fort. Wie Hackenberger und Kaulitz sollen nun auch die Mitglieder der Preßkommissio» der„Freien Volksstimme" unter Anklage gestellt werden wegen Verstoßes gegen das Vereins- und Preßgesetz. Es ist klar, und wir wiederholen hier nur früher Behauptetes, daß die denun- ciatorischen Orgien in Saarbrücken, denen unsre Genoffen Hacken- berger und Kaulitz u. A. zum Opfer fielen, zum Zweck hatten, das Erscheinen unseres dortigen Parteiorgans„Freie Volksstimme" unmöglich zu machen. Der Streich scheint denn auch gelungen zu sein, denn schon seit etlicher Zeit kommt uns keine Nummer des betteffenden Blattes zu Gesicht. Um nun den Saarbrücker Sozialistenfreffern den Spaß zu verderben, macht die„Chemnitzer Freie Presse" folgenden sehr acceptablen Vorschlag:„Jedes größere Parteiblatt sendet allwöchentlich eine Anzahl seiner Exemplare nach Saarbrücken zur unentgeltlichen Bcrtheilung in den Restaurationen, Werkstätten und Privathäusern. Saarbrücken muß mit sozialistischer Literatur förmlich überschwemmt werden, und die Partei ist stark genug, dies durchzusetzen, trotz der sonderbaren Staatsrettereien." Wir schließen uns diesem Vorschlage voll und ganz an, meinen aber, daß das sozialistische Central-Wahlcomits die Sache einleiten müßte. — Sozialistischer Wahlsieg. In Langen, einem grö- ßeren Orte bei Darmstadt, siegten unsere Parteigenossen bei den Gemeinderathswahlen mit großer Majorität. — Der von uns erwähnte Cigarrenarbeiterausschluß zu Ohlau ist beendet; am 4. September sind die Feiernden wieder aufgenommen worden unter der ausdrücklichen Versiche- rang des Fabrikanten Deter, daß sie fürder in ihrer Coalitions- freiheit nicht mehr beeinträchtigt werden sollen. Es verbleiben übrigens noch 20 Personen, welche unterstützt werden müssen. — Parteigenosse H. Schmidt in Forst wurde am 4. ds. von dem Criminal- Senat des Appellations-Gerichts zu Frankfurt a. O. wegen„Vergehens" gegen ß 131 des R.-Str.-G.-B., be- gangen in einer Rede, zu 3 Monat Gefängniß verurtheilt. Der erste Richter fand in der Rede des Angeklagten das Requisit der Strafbarkeit nicht und erkannte auf Freisprechung. Genosse Schmidt will nun noch das Obertribunal zur Entscheidung an- rufen. Die Genfer Convention und der Graf Andrassy. Aus Ungarn, den 1. September. Es ist interessant, einmal die schmähliche Rolle näher zu betrachten, welche das österreichisch- ungarische Ministerium des Aeußern gegenüber den Ereignissen im Oriente zu spielen Proletarier aller Länder folgte, endigte die schöne Feier in würdigster Weise. Gestern war St. Sedan und natürlich Hohenzollernwetter. Warum sollte auch kein Hohenzollernwetter sein? Wenn die dummen abergläubischen Bauern in Marpingen und Diet- richswalde ihre Muttergotteswunder haben, warum sollen die aufgeklärten Nationalliberalen nicht ihr Kaiserwetter haben? Dies ist nicht etwa Wunderglaube, beileibe nicht, aber die Herren gehen von der sehr richtigen Annahme aus, daß die gemeinhin unwandelbaren Wind- und Wettergesetze an Hohenzollerntagen wissen, was sich schickt. Es hat aber schon recht häufig bei Paraden zc. geregnet, na das waren dann gewiß himmlische Jrrthümer.— Nun erwarten die Leser wohl eine Schilderung all' der Herrlichkeiten, die das Auge des Beschauers erfreuten. Hiermit kann ich leider nicht dienen, denn obwohl ich die Stadt nach allen Richtungen der Windrose durchfuhr, vermochte ich doch nichts Besonderes zu bemerken. Etwa 500 Fahnen waren die ganze Ausbeute. Wenn man nun bedenkt, daß die vielleicht schon von Alters her im Besitz der Familie befindliche Fahne doch auch verbraucht werden muß, so ist der Werth dieser Art Festesjubel ein nur sehr fadenscheiniger. Im Uebrigen sah Berlin aus, wie alle Sonntage. Unter den Linden ging eine große Anzahl Staatsbnmmler beiderlei Geschlechts spazieren, der ewige Gardelieutenant schnarrte mit seinen Kameraden umher und Cohn und Silberblatt fuhren in ihren eigenen Equipagen nach der Siegesavenue. Abends hatten die Hoflieferanten ihre Gassterne angezündet und Magistratus hatte es sich nicht nehmen lassen, die Front des Rathhauses zu illuminiren und die Thurmspitze bengalisch zu beleuchten. Das Späßchen kostet den Steuerzahlern jedesmal 3000 Mark und bringt vielleicht mit der Zeit den Bürgermeistern oder Stadt- Vätern einen Orden ein. Bald hätte ich vergessen, Ihnen zu melden, daß die uniformirten Kriegervereine einige Fastnachts- streiche verübten und daß Herr Rudolph Hertzog„des National- festtags wegen sein Geschäft und seine Büreaus geschlossen" hatte. So annoncirte Herr H. mit großen Lettern in der„Vossischen Zeitung". Und dabei war gestern Sonntag; der arme Mann ist noch immer nicht Commerzienrath. Zum Schluß erlauben Sie mir noch, Ihnen einen kurzen Ueberblick über die Leitartikel unserer Tagespresse zu geben: Allen voran galoppirt natürlich die„Tribüne", welche den Sedantag mit dem Tage der Unabhängigkeitserklärung in der amerikanischen Union vergleicht und behauptet, alle denkende» Franzosen räumten auch bereits die Berechtigung des Sedantags am sich"nicht entblödet und welche es nicht einmal dann übernehmen durfte, wenn es glaubte, es würde dadurch das Fortbestehen der Monarchie sichern. Es ist traurig, wenn eine Nation sagen muß:„Alles ist verloren, nur die Ehre nicht," doch auszurufen: „Alles ist gerettet, nur die Ehre nicht," dies ist ein Preis, um welchen ein Mensch von Ehrgefühl, eine Nation, die sich selbst achtet, nicht darf leben wollen. Hat es denn wirklich keine Wahl zwischen dem Leben und der Ehre der österreichisch-ungarischen Monarchie gegeben? Aber eine solche Alternative hat die Lage Europas uns nicht einmal gestellt. Doch selbst wenn dies der Fall wäre, mußte Andrassy wissen, was von Beiden er wählen müßte, um die Nationalitäten der Monarchie zufrieden zu stellen. Angenommen, daß die österreichisch- ungarische Monarchie einem vom Sturme hin und her geschleuderten Schiffe zu vergleichen wäre, welches untergehen müßte, wenn es von seiner Last nicht erleichtert wird— wie würde die Welt von einem Schiffscapitän urtheilen, der, um seine aus Wolle, Steinkohlen oder Guano bestehende Ladung zu retten, Paffagiere und Schiffsmannschaft über Bord würfe? Wenn die österreichisch- ungarische Regierung ein solches Schiff ist, dann hat Andrassy das Kostbarste über Bord geworfen, um Das zu retten, was demselben an Werth nicht gleich kommt, und er hat dies aus Freundschaft für Rußland gethan. Jener halboffizielle Wiener Brief, in welchem das Ministerium am Ballplatze die entrüstete öffentliche Meinung zu beschwichtigen trachtet, indem es sein Miteinstimmen in das vom Berliner Kabinet bezüglich der angeblich von den Türken an russischen Kriegsgefangenen verübten Grausamkeiten erhobene Veto beschö- nigt, ist ein so elendes Armuthszeugniß, wie gewisse Erklärungen, .welche einem öffentlich Geohrfeigten von seinen Freunden aus- gestellt zu werden pflegen. Als das österreichisch-ungarische Ministerium dem Aufrufe des Berliner Kabinets sich anzuschließen beeilte, um den Türken ein barsches:„nicht erlaubt" zuzurufen, während es bei den von den Russen verübten Schandthatcn stumm blieb, war von der„Er- füllung internationaler Pflichten die Rede, welchen sich die öfter- reichisch- ungarische Regierung nicht entziehen durfte, denn die Genfer Convention vom 22. August 1865 bestimmt die Pflichten der neutralen Parteien mit Bezugnahme auf die Behandlung kriegsgefangener Soldaten." Die österreichisch- ungarische Regierung beruft sich auf diesen einzigen Punkt den Genfer Convention, als ob nur dieser einzige Punkt der internationalen Abmachungen bindende Kraft besäße, die andern aber als nicht existirend betrachtet iverden dürften. Es ist allerdings wahr, daß jener Punkt der 1865er Genfer Convention es nicht sagt, welcher Theil der feindlichen Bevölkerung wirklich als Feind betrachtet werden müßte und daß nur diejenigen dafür zu halten seien, welche mit bewaffneter Hand einander gegenüber stehen; es ist nicht minder wahr, daß in diesem Punkte der Convention nicht gesagt wird, daß die fried- lichen, harmlosen, unbewaffneten Bewohner auch als Feinde an- gesehen werden müßten, noch endlich, daß Kreise, Kranke, Weiber und Kinder, welche zu den Familien der Kriegführenden gehören, während des Krieges wohl die Lasten desselben vermehren, nicht aber die Widerstandskraft, daß es also einerseits ein strategischer Unsinn ist, diese zu ermorden, auszurotten und ihr Eigenthum zu verheeren, andererseits aber ein an der Menschheit begangenes abscheuliches Verbrechen, welches dem Zwecke eines Krieges durch- aus nicht förderlich ist. Es ist wahr, daß davon in dem vom österreich ungarischen Ministerium als Entschuldigung angeführten Punkte nichts gesagt wird, doch ist davon in den anderen Punkten der Genfer Confention die Rede, welche eben so bindend sind wie jene. Nicht dieser einzige Punkt ist es, welcher die kriegführenden Völker zur Schonung, die neutralen aber zum Protestircn ver- pflichtet, wenn von den Ersteren keine Schonung beobachtet wird. Unter allen Rechten steht das Völkerrecht auf der reinsten ratio- nellen Basis. Es wird auf den Universitäten sammt dem Natur- rechte öffentlich vorgetragen. Eine so absurde Bestimmung der Vernunft aber ist nicht denkbar, welche befiehlt, das eine krieg- führende Macht zu größerer Schonung jener Mitglieder der gegnerischen Partei verpflichtet sei, die sie bewaffnet, in Uniformen und kämpfend in ihre Gewalt bekommt, als diejenigen, die sich friedlich vom Kampfplatze entfernt halten, mithin weder den Willen, noch die Fähigkeit besitzen, um schaden zu können. Als die Convention vom Jahre 1865 das Prinzip aussprach, man müßte den gefangenen Soldaten menschlich behandeln, war es damals schon ein allgemein anerkanntes internationales Gesetz, daß Nichtsoldaten und Solche, denen nicht nachgewiesen werden kann, daß sie feindlich gesinnt sind, weder in Bezug auf ihre Person, noch auf ihr Eigenthum als Feinde zu betrachten sind, sie folglick geschont werden müssen. Noch keine kriegführende Partei— außer den einzigen jedes menschliche Gefühl verleugnenden Russen— hat es jemals ver- säumt, in ihren Proklamationen die friedfertige Bevölkerung eines bekriegten Landes ihres Schutzes zu versichern und es auszu- sprechen, daß sie gegen ihre gegnerische Armee, nicht aber gegen die Nation einen Krieg führte. Doch der offiziöse Brief sagt auch:„Deutschland und der Graf Andrassy würden eben so gehandelt haben, wie sie es ge- than, wenn erstens die Russen an den kciegsgefangenen Türken solche Greuel verübten, wie sie es möglicherweise an Unbewaff- neten verübt hatten, zweitens, wenn es so unzweifelhaft bewiesen wäre, wie dies der Bericht eines preußischen Majors über die Niedermetzelung der russischen Kriegsgefangenen durch die Türken zu Kasanlik außer Zweifel stellt." Dies ist ein eines Winkeladvokaten würdiges Plaidoyer. Das österreichich- ungarische Ministerium des Aeußern erniedrigt sich von der Höhe der erhabensten Naturrechtsaxiome zu juristischer Rabulisterei. Weshalb hat hat also das Ministerium des Aeußern dafür nicht gesorgt, daß die Regierung auch im türkischen Lager ihre amtlichen Organe habe, um in eben so authentischer Form über russische Grausamkeiten, wenn solche verübt werden, zu be- richten? Es hat deren drei im russischen Lage, im türkischen keinen einzigen. War es aber sein eigener Militärattache, der diesen un- bczweifelbaren Bericht erstattet? Nein. Wozu also die drei Attaches, wenn sie dort nichts thun? Wenn solche Grausamkeiten, wie sie der preußische Major Liegnitz in seinem Bericht angiebt, von den Türken wirklich begangen wurden, dann muß man die österreichischen Attaches zum Teufel schicken, die nur dahin gehen, um an der Seite ihrer russischen Kameraden zu kämpfen und von Plewna nach Sistowa rennen zu lernen, was sie wohl schon bei Sadowa, Solferino, Magenta und an sehr vielen ungarischen Plätzen gethan haben. Diese haben also nichts berichtet, sondern nur ein preußischer Major. Und diesen Bericht hält das österreichisch-ungarische Ministerum für glaubwürdiger, als den von 20 unparteiischen französischen, englischen, deutschen und ungarischen Augenzeugen unterzeich- neten.— Mit einem Worte, der Graf Andrassy ist nichts als ein Satellit des Fürsten Bismarck. Es hat es ja schon offen ein- gestanden, als er den Delegationen berichtete, er reisete„mit ge- bundener Marschroute"; ja wohl, an Händen und Füßen ge- Kunden und in den Bock gespannt. Er thut, was ihm aus Berlin befohlen wird. Und hierbei verfährt er höchst consequent. Vorerst hat er Ungarn zur Provinz Oesterreichs gemacht, dann die österreichisch-ungarische Monarchie zur Provinz Preußens und wenn er an Bismarck's Stelle sich befände, würde er trachten, Deutschland zur russischen Provinz zu machen. Dies ist der Mann, der es der Türkei zu verdanken hat, daß er einst nicht gehenkt*) worden ist. Die Gnade der Mächte, welchen zu Liebe er sich selber in solcher Weise abthut, würde ihn vor einem so schmachvollen Tode nicht geschützt haben. EorreZposdbÄM Aerkin, 3. September.(Was die Statistik lehrt.) Wie einem Theile der Leser bekannt sein wird, tauchte vor einigen Tagen zuerst im„Berliner Tageblatt", sodann in allen übrigen Zeitungen eine Nachricht auf, wonach der hiesige Magistrat von Herrn Regierungsrath Boekh, dem Chef des städtischen stati- stischen Amts, ein Gutachten darüber eingefordert habe, wieviel täglich zum auskömmlichen Lebensunterhalt für eine Arbeiter- familie gehöre. Herr Boekh, so hieß es weiter, habe unter Zu- ratheziehung erfahrener Aerzte und zuverlässiger Vertrauens- Personen sein Gutachten dahin abgegeben, daß für einen Arbeiter 1 Mark, für eine einzelne Frau 70 Pfg., für ein Ehepaar jedoch *) Andrassy wurde in efiigie gehenkt, während er im Jahre 1849 in der Türkei eine Freistätte erhielt. ein. Ob Gambetta das wohl Herrn Dr. Liepmann„confidenticll" mitgetheilt haben mag? Das Organ für Jnseratenwesen, Spezialität Kuppelei und Rubelannahme,„Berliner Tageblatt", nennt die Franzosen dünkelhafte Patrone, Hans Dampf in allen Gassen:c., hält uns zwar nicht ohne Weiteres für Narren, findet aber, daß unsere Weisheit kindischer Unverstand sei.— Es wäre doch ein zu herbes Geschick, wenn wir Ehren-Mosse's(heißt eigentlich Moses) Gefallen erregt hätten... Die„Nationalzeitung" macht den Vorschlag, fest zu Kaiser und Reich zu halten und fortgesetzt an der Förderung der Volks- bewaffnung zu arbeiten.„Bei den Zeiten" gewiß sehr zweck- mäßig; wir haben's ja dazu-- gehabt. Die„Bürgerzeitung" hält den Sedantag für so ungeheuer wichtig, daß sie bereit wäre, ihn gegen einen weniger wichtigen Feiertag einzutauschen.— Ist vielleicht der Büß- und Bettag gemeint? Uebrigens kann ich nicht umhin, zu bemerken, daß genannte Zeitung neulich in einem Leitartikel ganz klipp und klar bewies, wie die Russen eigentlich sehr viel, beinah zu viel Freiheiten hätten. Unter dem„Vermischten" befand sich die rührende Notiz, daß der Kaiser(d. h. der unsere) geweint habe, als ihm der Ausgang der Schlacht von Plewna gemeldet wurde, und noch drei Tage lang tief traurig war.— Der Rubel auf Reisen! Der Börsen- Demokrat, wollte sagen-Courier, weiß nicht recht, was er will. Anfangs heißt es: Nimmer soll es den Sozialisten und Mömlingen gelingen u. s. w., und am Schluß heißt es: Aber wir sind krank, und Kranke dürfen keme Feste seiern. Im lokalen Theil wird constatirt, daß der Sedantag an der Bevölkerung spurlos vorübergegangen sei.— Auf der Börs' schwankte es gewiß wieder einmal und Bendavid ließ daher auch seine Sedangeschichten schwanken. Merkwürdig kühl läßt sich die„Vossische Zeitung" aus. sie ist zunächst der Ansicht, daß das Sedanfest völlig seines imli- tänschen Beiwerks entkleidet werden müsse, um ein Nationalsest werden zu können. Dann fährt der Artikel fort, indem er be- tont, Preußens Hauptaufgabe sei es, mit allen Kräften das Eni- stehen eines russischen Uebergewichts zu verhindern, damit wir nicht im Osten einen scheelsüchtigeren Nachbarn wohnen haben, als dies ini Westen jetzt der Fall ist. Der Artikel schließt mit der Hoffnung, daß Kaiser Wilhelm, der jetzt, umgeben von einem Glänze sonder Gleichen, am Rheine weile, am nächsten Sedan- tage, wie er verheißen, als ein Mehrer des Reichs in den Künsten des Friedens dastehen möge.— Mit der Nichtbeschickung der Pariser Weltausstellung ist ja schon der Anfang dazu geniacht. Zum Schluß muß ich noch unsere Hauptfreundin, die „Staatsbürgerzeitung", anführen. Man dürfe nicht nach der blasirten Stimmung der Hauptstadt fragen, in welcher die Apathie der Arbeiterbevölkerung in unerquicklichem Gegensatz zu der beflissenen Liebedienerei der Hoflieferanten stehe. Das Sedanfest sei durch- aus nöthig, und wenn sie, die„Staatsbürgerzeitung", auch in früherer Zeit gegen die Wahl des Tages geeifert habe, so sei sie doch viel zu vernünftig, um aus bloßer Rechthaberei die Güte der für den Tag sprechenden Gründe noch länger anzu- zweifeln. Da Herr Mehring keine Gründe zu wissen scheint— seinen Lesern wenigstens verschweigt er dieselben— so kann ich ihm vielleicht ein wenig auf die Sprünge helfen. Die„Staats- bürgerzeitung" hat nämlich im Ganzen etwa noch 5000 Abon- nenten, deren Zahl sich jedoch von Monat zu Monat verringert. Kein billig denkender Mensch, der die Neigungen dieses Herrn kennt, wird demselben verargen, daß er den Schauplatz seiner Thaten wieder einmal wechselt und sich in den rechten Flügel zu lanciren sucht.— Neidlos und von christlicher Feindesliebe er- füllt, mache ich alle dauernd zahlungsfähigen russischen oder deutschen Reptilienblätter, aber auch nur solche, auf diese schätzbare Acquisition aufmerksam. Herr Mehring ist in allen „Branchen" der Politik zu Huuse, er schreibt rechts, er schreibt links, tief, brillant und genialisch. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich durch vorstehende Empfehlung unserem Staatsbürger- Schmock ein vortheilhaftes Engagement verschafft hätte. Das wäre die Revue der Tagespresse am Sedantage. „Doch den Sänger vermiss' ich, den Bringer der Lust!" Auch hierfür ist Rath. Die„Staatsbürgerzeitung" sowohl als die„Tante" enthalten zwei sehr schöne neüe Lieder von H. Grieben und A. Rheinisch. Da ich aber ein Sonntagskind bin, so weiß ich, daß die Gedichte nicht von den vorgenannten Personen her- rühren, und durch den Schleier der Pseudonymität erblicke ich � den wirklichen Verfasser. Dieser ist kein Geringerer als unser berühmter„Originaldichter" Queva, der Sänger der erhebenden Lieder„Aujust sollst mal runter kommen" und„Immer rin in de Kiepe". Der Schalk, sich so zu verstellen. Uebrigens warne ich hierdurch Jedermann, die obigen Gedichte, angeblich von H. G. und A. R., hinter einander zu lesen, da sonst sehr leicht Seekrankheit eintreten könnte. Mit dieser Warnung schließe ich für heute; wird's ge- wünscht*), plaudere ich ein andermal weiter. D. *) Gewiß! R. d.„B." nur 1 M. 50 und für jedes Kind 30 Pfg. pro Tag als zum Unterhalt ausreichende Verpflegungssätze anzusehen seien. In Folge dieser Nachricht begab sich Genosse Paul G rottkau am Sonnabend persönlich zu Herrn Boekh, um ihn über jene un- geheuerlichen Angaben um nähere Auskunft zu bitten. Der ge- nannte Herr empfing Grottkau sehr freundlich und theilte ihm mit, daß erstens jene Angaben des„Tageblatt" nur durch Ver- letzung des Amtsgeheimnisses in dessen Besitz gelangt, und daß dieselben überdies total gefälscht seien. Die Herren scheinen, so sagte Herr Boekh, nur Dasjenige genommen zu haben, was ihnen für ihre Interessen tauglich erschien, denn thatsächlich ist dem Magistrat folgende Aufstellung zugegangen: Ein Arbeiter- Ehepaar braucht zur Anschaffung der nöthigen Nahrugsmittel allein täglich 1 M. 70 Pfg., für jedes Kind unter 5 Jahren 30 Pf., über 5 Jahren 40 Pfg., wenn die Familie gesund und die Eltern arbeitsfähig bleiben sollen. Hiernach braucht eine Familie mit 3 Kindern, davon eins über 5 Jahre alt, täglich 2 M. 70 Pf., also jährlich.... M. 985,50 Dazu muß man aber noch rechnen: Miethe.„ 200,00 Bekleidung w.:c........... 150,00 Feuerung und Licht........„ 72,00 Krankenkassenbeiträge........„ 18,00 Einkommen-, Gewerbe-, Klassensteuer..„ 24,00 Für Handwerkszeug........„ 36,00 Bücher, Lehrmittel, Schulgeld.....„ 18,00 im Ganzen M. 1503,50. Zieht man nun von den 365 Tagen des Jahres 57 Sonn- und Festtage ab, so bleiben noch 308 Arbeitstage; um nun das oben angeführte Jahreseinkommen zu erarbeiten, welches nach amtlicher Auskunft des königl. Regierungsraths Boekh zu ge- nügender Ernährung und Unterhaltung unumgänglich noth- wendig ist, müßte der Arbeiter einen täglichen Lohn von 4 Mark 72 Pf. gezahlt erhalten. Einen Arbeiter jedoch, der diesen Tagelohn bezöge, findet man heute in unseren, lieben Vaterlande nirgend. Die an der Berliner Kanalisation beschäf- tigten Arbeiter erhalten aber nur einen Tagelohn von 2 M. 25 Pfg., an der Ramme gar nur 2 M., haben Familie und leben auch(?). Herr Regierungsrath Boekh überhebt mich der Lösung dieses Räthsels. Der genannte Herr erklärte nämlich Grottkau gegenüber, daß, weil die Arbeiter nirgend den zu ihrem Unterhalt nöthigen Lohn erhielten, auch ihre Ernährung unzureichend sei, daß wiederum in dieser völlig unzureichenden Ernährungsweise der einzige und wahre Grund für die schreckliche Sterblichkeit der Arbeiterkinder zu suchen sei, und daß schließlich bei Fortdauer jener Hungerlöhne eine völlige Degeneration der Arbeiterklasse stattfinden müsse. So weit Herr Boekh, der also genau diejenigen Ausfüh- rungen bestätigt, die Ferdinand Lassalle vor 14 Jahren im Frankfurter Saalbau über den allmäligen Hungertod und die immer mehr zunehmende körperliche und geistige Verkrüppelung des Arbeiterstandes machte. Damals erhob sich die ganze Meute liberaler Zeitungskläffer gegen diese von der Wissenschaft längst festgestellten Thatsachen und nannte den Verkündiger derselben einen Halbwisser, Abenteurer, Charlatan, Anwalt der Tagediebe und was derlei Ehrentitel mehr waren. Und Tausende von Arbeitern glaubten den Verleumdern und glauben ihnen heute uoch. Wann endlich werden alle deutschen Arbeiter einsehen, wo sie ihre wahren Freunde zu suchen haben? Bei der Partei der„liberalen" Zeitungen gewiß nicht. Denn daß jene gestoh- lenen und gefälschten Nachrichten des„Tageblatt" doch nur den Zweck hatten, den Fabrikanten den Rath zu geben, die Arbeits- löhne noch tiefer herunterzudrücken, wird wohl auch dem blö- besten Auge klar sein. Darum mögen sich die deutschen Ar- bester, ehe sie und ihre Familien der oben geschilderten Aus- beutung und Vernichtung ganz zum Opfer gefallen sind, sich ermannen und in den Reihen der sozialdemokratischen Partei ihren Platz einnehmen. Diese Partei allein ist es, die, durch die Vereinigung der Proletarier gewaltig erstarkend, sehr bald im Besitz aller Machtmittel sein wird, um ihren Angehörigen den unverkümmerten Genuß der sozialen und politischen Freiheit zu gewährleisten. D. Merlin, 5. September. Die meisten hiesigen Blätter widmen dem todten Thiers schmerzcrfüllte Nachrufe und singen seinen Ruhm in allen Tonarten. Es ist sehr charakteristtsch für die Bourgeoisie, daß sie diesen kalten Bösewicht in ihr Pantheon Ludwig Würkert's letztes Gedicht. Nun öffnet sich dennoch der Kerker, und zwischen Gilter und Schloß, Da wird der Alte sitzen, auf Mildensteins Felsenkoloß; Da wird durch seine Seele wohl zieh'n ein klagender Schrei, Aber dennoch bleibet dem Greise das Auge des Geistes frei. Er blick, auf Galilei, blickt auf eine große Schaar Und ruft mit diesen Geistern:„Die Wahrheit bleibt ewig doch wahr!" Und wirft man die Bücher in Ketten, und wirft man Propheten in'S Joch; Propheten und Bücher verkünden:„Und sie bewegt sich doch!" So wird der Alte zwar denken und rufen, doch Taufende klagen ihm zu: „O Mann Du alter. Du armer, bald legt Dich der Tod wohl zur Ruh- Warum denn so nah vor dem Grabe fetzt man in den Kerker Dich ein?" „Laßt geh'n doch— spricht still er durch's Gitter— das wird ja ein Ostertag sein!" Und doch die Tausende klagen, weil Sachsenlands Söhne sie sind; Und der alte Gefangne muß darben, ein altes Sachsenkind. Und weil man im Lande der Sachsen das Licht einst hatte so lieb; Und jetzt gesangen ein Dichter, weil er ein Osterlied schrieb! — Die anständigeren liberalen Zeitungen erzählen, daß der S ed ans- tag immer mehr seines kriegerischen Beigeschmacks entkleidet würde, daß an ihm jetzt schon lediglich eine friedliche Feier stattfinde zum Gedächtniß der wiedererstandenen deutschen Einheit. Wenn wir nun auch nicht viel auf diese Einheit ohne Freiheit geben, so würden auch wir es mit Freuden begrüßen, wenn die betreffenden liberalen Zeitungen Recht hätten, daß der Sedanstag von feiner chauvinistischen Gehässigkeit ent- kleidet würde oder gar schon wäre. Daß dem aber nicht so ist, zeigt uns schon die„Sedanspoesie", von der wir in der vorigen Nummer einige Proben mittheilten. In der widerwärtigsten Weise wird ein großes Nachbarvolk, dem wir in freiheitlicher Beziehung so viel zu danken haben, verunglimpft. Die„deutschen Hiebe" und der„deutsche Gott" werden besungen,„der deutsche Gott, der uns den Sieg verlieh"— was der spanische Gott an dem Tage gemacht hat. wird uns nicht mitgetheilt.— Wenn es einer Anzahl von liberalen Zeitungen aber Ernst ist damit, daß der Sedanstag nicht mehr als Herausforderung einer anderen Nation und als Persiflage der ge- sunden Vernunft dienen soll, dann müssen gerade sie auch dem an diesem Tage cultivirten Blödsinn entgegentreten— thun sie dies nicht, dann ist ihr sonstiges ftiedliches Gebühren nur Phrase. — In der„Kölnischen Zeitung" finden wir folgende Annonce: „Einen kräftigen Sedaner zeigen hiermit sehr erfreut an H. A. Froitz- beim, Constanze, geb. Eschbach. Cöln, den 2. September 1377." Nette Elternliebe das, die den Sohn bei der Geburt schon dem Kriegs- moloch zum Opfer weiht! Oder sollten sich die Leutchen nichts bei dem Inserat gedacht haben? Auch möglich— der Sedansdusel verkleister ja so manches Gehirn. versetzt und die Genialität rühmt, mit der er Frankreich binnen betheiligten. Es waren im Ganzen 26 Orte durch 67 Delegirte worauf Sendung abging. Reft folgt, da zweiter Jahrgang erst mit wenigen Jahren fünf Milliarden auszupressen verstanden hat, vertreten. Tölcke wurde beauftragt, einen eingehenden Bericht Ende September complett ist. Unterschrift undeutlich, deshalb an Dornnachdem er zuvor hunderttausend der besten Pariser Arbeiter über die gepflogenen Verhandlungen und gefaßten Beschlüsse auf adressirt. L. Str. St. Arnual: Vorwärts wurde noch immer an erschießen, einferkern, deportiren und verbannen ließ. Vielleicht auszuarbeiten und diesen Bericht sodann dem Central- Organist Nichts. Erkundigen Sie sich dort. Nachricht erbeten, da Abrechnung das Speditionsgeschäft von H. Klz in S. abgesandt. Zurückgekommen wird ihm irgend ein Blatt auch als ein besonderes Verdienst„ Vorwärts", sowie den in Rheinland- Westfalen bestehenden Lokal- hierher fehlt. Dank für Adressen. Gruß! anrechnen, daß er sich vom Staate die Wiederherstellung seines Parteiblättern zur Veröffentlichung zu übersenden. Quittung. H. Lgs Hannover Ann. 2,90. Arbeiterver. Flensburg während der Commune zerstörten Hauses mit einer Million Bandsbeck, 31. August. Seit einigen Wochen existirt hier ann. 0,50. Nmz Wien Schr. 5,00. Mrkve Pancsowa Ab. 1,62. Wgnr bezahlen ließ, obgleich der Bau notorisch weit weniger gekostet ein von den hiesigen Gesinnungsgenossen gegründeter Wands- Wien Ab. 20,00. J. Bst Mainz Ab. 66,90. Hrbg Würzburg Ab. hat. („ S.-D. C.") becker Volksverein", welcher bezweckt, seine Mitglieder, sowie 20,00. Dehm hier Ann. 0,80. Trst Kl.- Bschocher Ab. 4,20. Grd Samburg, 2. September. Unser Parteiorgan schreibt: Ge- auch die den freiheitlichen Bestrebungen der Sozialdemokraten Stötterig Ab. 18,90. W Bischofsgrün Ab. 3,10. Kettl Apolda Ab. noffe Otto Kapell, der seine wegen Beleidigung des Berliner noch fernstehenden Bewohner Wandsbecks und Umgegend auf 30,00. Bmgrin Wilhelmshaven Ab. 16,00. Hrm Elberfeld Ab. 2,40. Bolizeipräsidenten und der siebenten Deputation des Berliner allen Gebieten des Wissens, vornehmlich denen der Volkswirth- Kreisgericht Bernburg Ann. 11,10. Ufrt Weimar Schr. 3,00. Schr. Stadtgerichts ihm zudiktirte vierwöchentliche Gefängnißstrafe am schaft und Politik in staatlicher wie in communaler Be- Schr. 6,25. Bitchr Gera Schr. 30,00. Womnn Lauban Schr. 4,00, Schmöt Meerane Schr. 0,70. Bd Gotha Schr. 0,30. Mir Stuttgart 30. August, verbüßt" hatte, konnte sich trotzdem der erhofften ziehung durch Wort und Schrift aufzuklären und so zur Schn Göppingen Schr. 18,00. Pl Kettwig Schr. 3,10. Schlz Zwenkau Freiheit nicht erfreuen, da bereits am vierten Tage nach Antritt geistigen wie materiellen Hebung der Mitglieder des Vereins Schr. 6,42. Grd Stötterip Schr. 3,40. der eben erwähnten Haft ein neues Strafmandat, gleichfalls auf und des Volkes im Allgemeinen beizutragen. Die Mitgliedervier Wochen lautend, zu welcher Strafe ihn dieselbe Deputation Versammlungen des Vereins finden regelmäßig jeden Dienstag Adam Glabe( Buchbinder) aus Kassel, früher in Hannover, wird wegen Uebertretung des preußischen Vereinsgesetzes verurtheilte, Abend im Billardzimmer des Schwarzen Bären" statt. Der um seine Adresse gebeten. eingetroffen war. Der Bruder des Verurtheilten telegraphirte monatliche Beitrag eines Mitgliedes beträgt 25 Pf. Es braucht auf Anrathen des hiesigen Polizei Inspektors Herrn Schröder wohl nicht erst gesagt zu werden, daß es Pflicht eines jeden in an die genannte Deputation des Berliner Stadtgerichts, um Wandsbeck wohnhaften Sozialdemokraten ist, welcher es wirklich Für Delitzsch sind alle Briefe in Angelegenheit der Sozialdemo einen Strafaufschub von einigen Tagen zu erbitten, behufs Re- ernst mit der Sache meint und dessen pekuniäre Verhältnisse es kratie an den Unterzeichneten zu senden. Robert Günther, Schulstraße. gelung von Familienverhältnissen. Dieser Bitte wurde jedoch nur irgend erlauben, Mitglied des Wandsbecker Volksvereins nicht entsprochen, denn ein zwei Tage später von Berlin ein -e-- 11gehendes Telegramm lautete:" Strafaussetzung nicht bewilligt." Mithin mußte Otto Kapell im Gefängniß verbleiben, um die neue über ihn verhängte vierwöchentliche Strafe„ abzubüßen", obgleich seine Anwesenheit im Hause nur auf wenige Tage dringend nothwendig gewesen wäre.- Das tennzeichnet die vielgerühmte Humanität des preußischen Gerichtswesens. zu sein. " 1 Th. M. Wieger, Wiesbaden, Schachtstr. 30. Für die ausgeschlossenen Cigarrenarbeiter in Ohlau. Durch Willecke v. Bund der Tischler Mt. 12,00. Von einigen Klempnern Mt. 1,10. Arbeiter helft, die Noth ist groß. Eibenstock, 31. August. Am 28. v. M. ging der Maschinensticker Krauß aus unserem Städtchen mit noch drei anderen Männern auf Holzdiebstahl aus. Nachdem sie mit Holzbündeln Peter Krebs. beladen an dem sogenannten„ Nonnenhäuschen" angelangt, befanden sich in der Nähe der Forstgehilfe Dittrich und ein WaldAnnoncen für die Mittwoch 8- Nummer müssen bis Mon wärter auf dem Anstande. Die Holzfrevler wurden angerufen; tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags- Nummer bis Mitt da dieselben jedoch die Flucht ergriffen, schoß Dittrich ihnen nach. woch- Bormittags 9 Uhr; für die Sonntags- Nummer bis Frei Der Schuß ging dem Krauß in den Rücken, und zwar in seiner tag Bormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimmt vollen Ladung von 52 Schroten; der Tod trat alsbald ein. Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag niche Dittrich, der Waldwärter und die drei übrigen Diebsgenossen beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei uns hat, sind gefänglich eingezogen worden. Und das Alles um ein können eine Aufnahme nicht finden. Die Expedition des ,, Vorwärts". Stückchen Holz! beizu- Würzburg, 1. September. Der Redakteur des klerikalen Straßburg i. E., 27. August. Ich fühle mich veranlaßt, den Parteigenossen über die Handhabung des Vereins- und Versammlungsgesetzes am hiesigen Orte einiges mitzutheilen.-Am Dienstag, den 21. d. M., erhielten wir von den Parteigenossen Dreesbach und Weidemann die Anzeige, daß sie hier eine Volksversammlung abzuhalten gedächten. Wir waren darüber erfreut denn auch fragen. Ein entsprechendes Lotal hatten wir bald gefunden, und „ Frant. Boltsblattes", perr Gusangel, welcher bei Anwesenheit Gaarden. Mittwoch, den 12. Geptember, Übends 8 Uhr, in 1 Eingabe ein flares Bild zu geben. Wir hatten nämlich die Prügelgesellen bellen nur, sie beißen nicht sie werden also schickte Arbeiter auf Reisekörbe. A. Keitel, Korbmacher in Coburg, Nägeleiersgasse, sucht 2 geSersdorf, 1. September. Die Unmöglichkeit, während des Außerordentliche Generalversammlung der Genossenschaftsbuchdruckerei zu Kiel Lokale des Hrn. Müller in Jhehoe. Tagesordnung: Formelle Aenderung des§ 1 und der das Rechnungswesen betreffenden§§ des Statuts. Kiel, den 5. September 1877. Der Borstand: St. Heinzel. H. Diedman. H. Walther. für We 31 3.9 25 Bef bet Nr 11 Beit berei blatt bekä Kaif berei nach zurü Thei T Fein Pots War " dorf Kaise die F dem Wirt zu ve näm Ordn ( F. 65)[ 60 2 mung Reid rechn dorf der S gesch [ 3,30 bor den nicht man einar hat verdr ist al Leib wette Tage phili respo unjer Gaarden, 1. Septbr. Allen Parteifreunden, beſonders den hiesigen Casſenconto-& MitgliederbeitragsBücher wurde uns auch selbiges sogleich zugestanden aber die hoch- des deutschen Kronprinzen in Würzburg seinem Unmuthe über der Alhambra", öffentliche Mitgliederversammlung.(. 130)[ 40 Jedemann hat Zutritt. weise Polizei wußte unser Vorhaben zu hintertreiben. Als wir die bestehenden Verhältnisse ungeschminkt Ausdruck gab, und die Der Vorstand. nämlich die nöthigen 7 Unterschriften zusammen hatten( das Theilnehmer an den dem deutschen Kronprinzen bereiteten Festfranzöſiſche Geſet fordert dieſe 7 Unterschriften zur Einberufung lichkeiten scharf angriff, wurde wiederholt in öffentlichen Lokalen Hannover. Den Freunden und Barteigen offen empfehle ic Parteigenossen von Versammlungen) machte ich mich auf den Weg zur Polizei; insultirt und mit Mißhandlung und Hinauswerfen bedroht. Herr Winterüberziehern von 48 Mt. an unter reeller Bedienung und er hier angekommen durchwanderte ich erst 2 Bureaus, von hier Fusangel erklärt nun im Fränk. Volksbl.", daß er, im Fall- suche ich recht frühzeitig die Bestellungen machen zu wollen.( 3b) wurde ich nach einem dritten geführt, hier erhielt ich denn den man ihm mit schlagenden Gründen auf den Leib rücke", sich 1,50] H. Rudolph, Schneidermeister, Mittelstraße 11. Bescheid, über den Zweck der Versammlung durch eine spezielle energisch vertheidigen werde. Das ist brav! Diese liberalen Tagesordnung: 1) Die Rechte und Pflichten des Volfes; 2) die mit dieser einfachen Erklärung schon genug haben. gegewärtige Arbeitslosigkeit, aufgestellt und wollten dieselbe durch Plakate veröffentlichen. Die Polizei schien es gar nicht für mög- letzten Wahlkampfes im 17. Bezirk hier eine Versammlung ablich zu halten, daß es hier Arbeiter wagen könnten, eine Volts- zuhalten- eine solche, die einberufen war, sprengten die ,, Libeversammlung abzuhalten. Noch am Abend selbigen Tages reichte ralen" bei der Bureauwahl in der brutalſten Weise veranich die gewünschte Eingabe der Polizei ein. Am andern Tage laßte uns für vorigen Sonntag eine solche einzuberufen, in der am Sonntag, den 30. September d. J., Vormittags 11 Uhr, im sollte ich mir den Bescheid holen. Am andern Morgen wurde unser früherer Vertreter im Reichstag, Herr Bebel, über die jedoch Herr E. Schilde auf Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr Ziele der Sozialdemokratie referirte. zum Polizei- Direktor gerufen( Schilde hatte sich nämlich auch Die sehr gut besuchte Versammlung nahm einen Verlauf, wie unterschrieben und den schien die Polizei besser zu kennen als er besser nicht gewünscht werden konnte und werden die hiesigen mich). Ich ließ mich jedoch nicht hindern, ebenfalls hinzugehen. Genossen dafür sorgen, daß der ausgestreute Same gute Früchte Nach vielen Bemühungen gelang es uns endlich, den Herrn bringt. Direktor, der angeblich mit seiner Frau ausgefahren war, zu Vierzehn Tage früher hielt Genosse Bebel eine VolksverGeficht zu bekommen. Derselbe fragte, was, woher und wie alt sammlung über das gleiche Thema wie in Gersdorf in Penis Für Lokal- u. Gewerkschafts- Vereine wir wären; und wer denn die Beiden wären, die an uns ge- ab, die gleichfalls ganz nach Wunsch verlief. jeder Art passend sind praktisch eingerichtete schrieben hätten: ob es Redner seien und welcher Parteirichtung fie angehörten, und ob sie nur in Arbeiterversammlungen sprechen wollten. Als wir nun alle diese Fragen beantwortet hatten, er- Lesern des Vorwärts", die erfreuliche Nachricht, daß sich hierselbst am flärte der Polizei- Direktor, die Bersammlung könne nicht statt- 29. August ein Arbeiter- Wahlverein gebildet hat. Parteigenossen! Wir finden. Auf meine Frage, was der Versammlung entgegen stände haben uns gesagt, daß nur unsere Organisation im Bunde mit der am 1. Oktober erscheinenden Schleswig Holsteinischen Volkszeitung" im und ob selbige überhaupt stattfinden könne, wenn die Hindernisse Stande ist, die Scharte, die wir am 10. Januar an der Wahlurne er zum Selbstkostenpreis à 50 Pfg. zu beziehen. Porto beseitigt wären, erhielt ich zur Antwort, daß überhaupt nichts litten haben, wieder auszuweßen. An Euch, Parteigenossen, ist es nun, für das Paar 10 Pfg. Bestellungen sind zu machen zu beseitigen wäre, und daß Volksversammlungen zu denen aus- uns fräftig zu unterstüßen. Es muß sich jeder Arbeiter zur Pflicht wärtige Redner erschienen, und selbst wenn es hiesige wären, machen, in unsern Verein einzutreten. Denn nur, wenn wir organisirt bei A. Geib in Hamburg, Rödingsmarkt 12. nicht erlaubt würden, wenn dieselben von sozilistischer Seite ein- sind, fönnen wir planmäßig und mit Erfolg agitiren und so unseren Nach dem Beschlusse des diesjährigen Congresses der deutschen Soberufen seien; als ich darauf antwortete, daß im Jahre 1874 Ideen immer mehr und mehr Eingang in das Volk verschaffen, dann schon derartige Versammlungen stattgefunden hätten, meinte der werden auch immer größere Massen in den Kampf für Wahrheit und zialisten erscheint vom 1. Oftober ab in Berlin: Herr Polizei- Direktor: die habe ich sogar selbst genehmigt. Nun, Recht eintreten. erwiderte ich, warum kann denn dann unsere Versammlung nicht genehmigt werden? Da erklärte der Herr Direktor nach einigem Schweigen:„ Ich sehe in der Versammlung durchaus keine Gefahr, aber ich gebe Ihnen die Erlaubniß nicht; übrigens, fügte NB. Unsere nächste Versammlung findet am 12. September, Abends er hinzu, was sollen auch die Leute von Hamburg hierher kommen 8 Uhr, in der„ Alhambra" zu Gaarden, statt. und ihr Geld verreisen? was die Ihnen sagen können, das lesen Der Vorstand. Sie ja in ihrem Voltsstaat", sollte heißen Vorwärts"." Auf meine Entgegnung, daß dann von Rechten des Volkes keine Rede sein könne, erwiderte der Herr Direktor, er könne sich hier nicht Alle Mitglieder, die Antheilscheine gezeichnet und noch nicht eingein akademische Auseinandersetzungen einlassen. Und damit waren zahlt haben, werden hierdurch aufgefordert, im Laufe dieses Mowir abgefertigt. Schriftlichen Bescheid erhielt ich am andern nats ihren Verpflichtungen nachzukommen. Es ist wünschenswerth, Tage durch einen Schußmann zugestellt, der sich also ausnimmt: daß Jeder, dem es irgend möglich ist, einen Antheil voll erwirbt, denn nur für volle Antheile wird Dividende gezahlt. Ferner ist es noth" Straßburg, 22. August 1877. wendig, daß jedem Mitgliede das Statut zum unterzeichnen seines Namens vorgelegt wird. Diejenigen Parteifreunde, an welche die betr. Statuten zur Unterzeichnung gesandt sind, ersuche ich deshalb im Bunde mit Denen, die Mitglieder gewonnen haben, das Einsenden von Geld und der unterschriebenen Statuten in nächster Zeit zu besorgen und zwar nach Kiel, Holstenstr. 14. Nothwendig aber ist, daß jeder Geldsendung ein Brief folgt, in welchem der volle Name, Stand und Gewerbe Desjenigen, der eingezahlt hat, sowie ob die Einzah lung auf einen oder mehrere Antheile gemacht, verzeichnet ist. Wenn dies nicht geschieht, ist feine Controle zu üben. Um es bei dieser schlechten Zeit jedem Arbeiter möglich zu machen in unsern Verein zu treten, haben wir den monatlichen Beitrag auf nur 15 Pf. gefeßt. Tretet also zahlreich in unsere Reihen und der Sieg wird bei der nächsten Reichstagswahl unser sein. Genossenschaftsbuchdruckerei zu Kiel. Auf den Antrag vom 21. d. M. erwidere ich ergebenst, daß die nachgesuchte Genehmigung zu der beabsichtigten Volksversammlung auf Grund des Gesetzes vom 25. Mai 1868 nicht er theilt wird. Der Polizei Direktor: ( Name unleserlich.)" So, Ihr elsässer Arbeiter, da habt Ihr das Recht, Euch zu versammeln und gemeinschaftlich über Eure Lage zu berathen. Das ist die deutsche Freiheit, welche Ihr an dem Bußen der Mutter Germania genießt. Ihr sollt wieder deutsch werden, und Ich hoffe, daß jeder Betheiligte seiner Pflicht nachkommen wird. dennoch knebelt man Euch mit dem französischen Vereins- und Mit Gruß Walther, Kiel, Holstenstr. 14. Versammlungsgesetz, desgleichen mit dem Preßgesetz den Mund. NB. Ich mache schon jetzt alle Parteifreunde, sowie unsere ColporDie Freiheit aber, deutsche Steuern zu zahlen, die Freiheit teure darauf aufmerksam, daß der Vertrieb der Broschüren, sowie der steht Euch zu. Doch gemach. Das Volt vom Elsaß wird bei der Neuen Welt" und der des„ Armen Conrad" für Schleswig- Holden nächsten Reichstagswahlen beweisen, daß es für diese Art stein von der Genossenschaftsbuchdruckerei zu Kiel besorgt wird und von Freiheit keinen Sinn, kein Verlangen hat. zwar von Mitte September ab. C. Arold. " Briefkasten D. D. Die Zukunft. Sozialistische Revue. Die hervorragendsten sozialistischen Schriftsteller des In- und Aus landes haben ihre Mitwirkung zu diesem Unternehmen zugesagt, dessen Aufgabe es ist, das Wesen und die Ziele der Sozialdemokratie in wissenschaftlicher Weise darzulegen und zu vertheidigen. Die Zukunft" erscheint elegant ausgestattet monatlich zweimal in der Stärfe von 1/ 2-2 Bogen Lexikon- Format. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich: beim Bezug durch die Post( Zeitungs- Preisliste Nr. 4394a) und den Buchhandel M. 1,25, ohne Bringerlohn; bei direkter Zusendung unter Kreuzband: für das Inland und die Länder des Weltpostvereins M. 1,90; bei Zusendung unter verschlossenem Couvert M. 2,50. Bestellungen auf die Gratis- und Franco- Zusendung der am 15. September erscheinenden Probenummer wolle man an eine Buchhandlung oder an die Expedition richten. Die Expedition der„ Zukunft". Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadier- Plaz 8a. Durch uns ist zu beziehen: Zur Die sehr IT berei trunt Weg glied Verg tönne auf Mär nicht herv „ Ger raft Cont tungs die G zial Reim Aeu wird enthi Mun daß gew lam den auf Zeitu berei den Oper dahe Herr hilfre berei Beru nehm müffe eritat wir auch funge fönne 2 Bun Genu Grund- und Bodenfrage von Wilhelm Liebknecht. 2. vervollständigte Auflage. Preis per Exemplar 0,75 Mark. Die Expedition der ,, Neuen Welt". Färberstr. 12. II. Vom Protokoll Sozialisten- Congresses Stief, 2. September. Am Freitag, den 31. August, am Sterbetage F. Lassalle's, hatten wir hierselbst zu Ehren Lassalles der Redaktion. P. Sch. in St. Moriz: Gedicht schon im Hineine Bersammlung im Englischen Garten" einberufen, die zahl- blick auf den Staatsanwalt nicht brauchbar. M. in Basel: Wenden reich besucht war. Tagesordnung war:" Lassalles Leben und Sie sich an die Redaktion der" Tagwacht" in dieser Frage: der Artikel Wirken, und seine Bedeutung für die Sozialdemokratie". Nach- war von H. Greuli.ch- J. H. in Cöln: Sie mißverstehen völlig die Aufgabe des Vorwärts". Die beiden ersten Artikel mit der Ueberdem das Bureau gewählt war, erhielt Herr Hörig aus Ham- schrift:„ Warum nicht?" stammen aus der Feder eines unserer tüch des zu Gotha stattgehabten burg das Wort zur Tagesordnung und schilderte in trefflicher tigsten Parteigenossen; die Redaktion war auch nicht mit den darin enthal Weise das Leben und Wirken des großen Todten. Gegner mel- tenen Ausführungen einverstanden, doch wünschte der Verfasser, wie er deten sich nicht zum Wort. J. Pöhlsen. am Schlusse seiner Artikel ja ausspricht, ausdrücklich eine Diskussion. Duisburg, 3. September. Am gestrigen Tage fand im Wird diese nun geführt, wie in voriger Nummer durch den Einsender Werth'schen Lokale eine Conferenz der Sozialisten Rheinlands R., so ist dieselbe erquicklich, wie sie dieselbe aber führen wollen, so ist ist noch eine kleine Partie vorräthig. Preis 25 Pfg., bei Bezug von und Westfalens statt. Hauptgegenstand der Berathung auf dieser dieselbe für uns nicht annehmbar. Hätte übrigens unser R.- Correspon- mindestens 5 Exemplaren 20 Pfg. Versendung nur gegen baar oder Conferenz bildeten die Parteipresse und die Agitation in Rhein- dent dem Genossen A. D. nicht in der betreffenden Frage geantwortet, Nachnahme unter Beifügung von 10 Pf. Borto für je 5 Exemplare. Bestellungen sind zu machen bei C. Derossi, Hamburg, Pferdeland- Westfalen. Der Wichtigkeit dieser beiden Punkte war es so würde es die Redaktion des„ Vorwärts" selbst gethan haben. denn auch wohl zuzuschreiben, daß sich die Genossen dieser beiden 2. Str. in St. Arnual bei Saarbrücken: Brief von Dreesbach ist martt 37 III. Provinzen zahlreich eingefunden hatten und mit sichtlichem In- der Expedition. G. Dornauf Keltheim: Sendung mit 4 M. teresse den Berhandlungen, die von dem Genossen Tölcke aus Nachnahme abgegangen. Außer Karte vom 24./8., worauf wir sofort Berantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reubniz- Leipzig Iserlohn geleitet wurden, folgten bezw. sich an den Debatten bei Ihnen anfragten, haben wir nur noch Brief vom 30./8. erhalten, angekommen. Atbahion and Expedit an Härberfaße 12/11. in Leipzig. Dad umb Beties Sex Ganolfanfchaftsbusdruckerei in Beibaig Hierzu eine Extra- Beilage: Prospekt r, Zukunft. Sozialistische Revue"