erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Tonntag. AbannementSprelS str ganz Teutichland 1 M, 60 Pf. pro Quartal. Monats- Abonnements «erden bei alle» deutichen Postanftaltea auf den e. und Z. Monat, und auf den ».Monat besonders angenommen: im trinigr. Zaditen und Herzogth. Eachfen- Altenburg auch auf den llen Monat des Quartals i» Ss Pfg. Inserate betr.Lerfammlungen pr. Petitzeile lOPf., betr. Privatangelegendeiten und Feste pro Pctitzeile 30 Pf. Gestell nngen nehmen an alle Poftanstalten und Buch. Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditione». New-Aor!: Soz.-demolr Kenoslen« fchaftSbuchdruelerei, 154 Eldridgo Str. Philadelphia: P. Haß, 630 Kurth 3-4 Street. I. Boll, 1120 Charlotte Str. Hodoken K.J.: F. A. Sorge, 215 Wash- iuxlou Str. Chicago: A. Lansermann, 74 Clyliourne«v«. San Franziico: F.Entz, 4l8 0'FarreU8tr. London W.: C. Henzc, 8 Kev Itr. Goldea Square. Kenirat Grgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 108. Freitag, 14. September. 1877. Unsere gewerkschaftliche Presse. Als ich vor mehreren Wochen auf's Neue für die Centrali- sation der gewerkschaftlichen Presse in die Schranken trat, wußte ich, daß man mich mit Wenn und Aber werde heimzuschicken suchen. Wie unsere politischen Gegner in dem Rufe nach Centralisation sofort Gefahr witterten und darüber leitartikelten, so kamen einzelne meiner Freunde, im„Vorwärts", in Briefen und mündlich, um mir zu sagen, daß ich über's Ziel hinaus- schösse. Freund Bock meinte sogar, ich hätte die Gewerkschafts- bewegung nicht genau verfolgt, bezieht sich dabei aber Unglück- licher Weise auf Ereignisse, welche sich in der Holzarbeiter- Gewerkschaft theilweise unter meinen Händen vollzogen, da ich bekanntlich nach Jorck's Tode der Leitung genannter Gewerkschaft längere Zeit hindurch nicht fern stand. Doch das thut nichts zur Sache. Bin ich auch kein Hufschmied, so kenne ich doch das Zeitungswesen, weiß wie es hier und in andern Ländern aus- ficht und prüfe, wie es dem Sozialismus am besten zu dienen vermag, kenne aucb— in aller Bescheidenheit sei es von dem Verfasser mehrerer Gewerkschafts- und Hülfskassen- Statuten ge- sagt— die gewerkschaftliche Bewegung in Deutschland. Meine beiden offenen Gegner, Rick und Bock, sind eigentlich keine Gegner. Sie erkennen an, daß die Centralisation ein un- erläßlich Gut sei, verwechseln gelegentlich die Centralisation der Gewerkschaften mit der gewerkschaftlichen Presse und legen mir so weitgehende Forderungen unter, daß ich allerdings vor meinem Vorschlag nach ihrer Schilderung erschrecke. Aber ich will weiter nichts als für diejenigen Gewerkschaften, welchen ein eigenes Organ nur schwere Bürde bereitet, keineswegs aber geistiger Vorkämpfer ist, ein gut redigirtes Centralorgan. Ob dies Organ vorerst von sechs oder zwölf Gewerkschaften zum Centralblatt erhoben wird, ist mir Nebensache— Hauptsache ist, daß ein solches Organ sich endlich Bahn breche und ungestört seine Anziehungskraft ausüben kann. Weder auf die Buchdrucker, noch auf die Cigarrenmacher rechne ich jetzt dabei, obgleich das Organ der letzteren mehr einem Tirculair, als einer Zeitung gleicht, wohl aber denke ich, daß schon heute die Zimmerer, die Tischler, die Küper, die Glaser, die Schneider, die Metallarbeiter, die Maurer, die Tapezierer, die Maler, die Goldarbeiter, die Bau- und Erdarbeitev, die Schneider und, um das Buchhändlerdutzend vollzählig zu machen, auch die Schuhmacher ein gemeinsames Gewerkschaftsorgan zu begründen vermögen. Durch solches ge- meinsame Organ wird weder die separate Verwaltung, noch die eigene Versammlung, noch die übrige Selbstständigkeit der ein- zelnen Gewerksorganisationen gefährdet. Jede Gewerkschaft geht hier, so weit sie will, ihre besonderen Wege. Und dies steht durchaus nicht im Widerspruch mit dem Centralorgan. Letzteres ist im Leitartikel und der sozialpolitischen Rundschau für alle Leser eins, während in den Spezialrubriken den einzelnen Ge- werken für Bekanntmachungen, Besprechungen und Berichte aller Art Raum gegeben wird. So kommt weit mehr Wissen unter die Leser, als wenn zwölf Organe vorhanden, welche in ihrer Dürftig- kcit meist nur dürftiges zu bieten vermögen oder das Bessere sich gegenseitig nachdrucken, so daß für einen guten Artikel oft vier und fünf Mal Satz und Druck bezahlt werden muß. Aber, so heißt es, nicht für alle Einsendungen wird Platz und folglich bald Streit sein. Die Metallarbeiter müssen dabei als Beweismittel dienen, obgleich ein solcher Beweis kein Beweis ist, da die Schreibseligkeit einzelner Verwaltungen nur darthut, daß sie oft mehr in der Tinte, als an wirklichen Organisations- arbeiten sitzen. Ferner werden die Zeiten citirt, da die politischen Centralorgane zugleich Hauptblätter der Gewerkschaften waren. Dies Verhältniß sollen die Gewerkschaften nach und nach quittirt haben, während es umgekehrt war. Die politischen Organe wollten fich frei machen von dem Gewerkschaftsmaterial, sie brauchten ihre Spalten selbst und handelten darnach. Die Gewerkschaftsbewegung war so stark geworden, daß sie ihrer Hülfe nicht mehr bedurfte— fie sollte sich selbstständig machen. Das that sie denn auch, aber wie? Gewerkschaftsconferenzen fanden statt, doch sie führten zu nichts weiter als todtgeborenen Commissionen, welche an sich selbst nicht glaubten und dem Sondergeist nichts, nicht einmal ihre Leiche, in den Weg legten. Wäre die Commission von 1875 lebendig geworden, hätte sie viel Mißgriffe verhüten, viel un- nützer Arbeit vorbeugen können. Sie hätte nicht nur Cartell- Verträge zu Stande gebracht— und das wäre vor 2 Jahren viel, sehr viel werth gewesen—, sondern sie würde auch ein Centralorgan für die meisten Gewerkschaften gegründet haben. Uebrigens will ich nicht zu viel Steine auf diese Commission werfen; sie sah die harte Nuß, welche die Vereinigung der Arbeiterfraktionen im Uebergangsstadium zu knacken hatte und suchte im Srüchwort„Gut Ding will Weile haben" Trost. Gerade so wie diese Commission machen es nun meine Wider- sacher. Das ist schlimm. Soll denn„Gut Ding" ewig Weile haben? Mir scheint die Zeit zum Beginn da zu sein. Die be- drängte Lage mancher Gewerkschaft, die Nothlage der Arbeiter überhaupt, mahnt zur durchgreifenden Änderung. Allerdings meint Genosse Bock, ein großes Gewerkschaftsblatt koste zu viel, softe im Abonnement mehr als ein kleines. Das ist ein Jrrthum im Hinblick auf die beiderseitigen Leistungen und Auflagen. Hat i- B. der„Pionier" 20,000 Abonnenten, so kann er, weil durch- lchnittlich weit billiger herzustellen als zehn Organe mit je 2000 Abonnenten, in der doppelten Größe seines heutigen Formats vierteljährlich mit achtzig Pfennigen franco geliefert werden, ohne auf erkleckliche Ueberschüsse verzichten zu müssen. Ja, er ist zu dieser Leistung schon bei 15,000 Abonnenten be- fähigt, kann dann zwei Redakteure anstellen und noch manchen tüchtigen Beitrag extra honoriren. Der Großbetrieb wirkt eben Wunder, auch bei Zeitungen. Aber— ein neues„Aber"! Die Gewerkschaften müßten angesichts eines Centralblattes manches Circulair verschicken und sich Kosten machen. Das ist nicht gefährlich. Vertrauliche Circulaire gehören schon heute nicht in die Blätter und die Quartalsabrechnungen kosten keineswegs so viel, daß sie für jede Gewerkschaft eine eigene Zeitung rechtfertigen können. Veran- schlagen wir solche Quartalsabrechnung auf 125 Mark einschließ- lich Porto, macht jährlich 500 Mark. Das ist dann jedoch eine große Abrechnung. Diese 500 Mark kann die Verwaltung des Centralblattes, wenn es wie oben angegeben erscheint, alljährlich als Dividende an die betheiligten Gewerkschaften, ohne sich wehe zu thun, herauszahlen, etwa so, daß auf 3000 Jahresabonne- mentz 500 Mark berechnet werden. Ferner wurde mir entgegen gehalten, ein gutes Gewerkschafts- blatt mache die politischen Zeitungen entbehrlich, schade daher den letzteren. Auch diesen Einwurf kann ich nicht gelten lassen. Wer nur an Gesangbuch und Katechismus gewöhnt ist, der liest nichts weiter; die Lektüre beider Bücher erweitert seinen Gesichts- kreis nicht, regt nicht neue Gedanken an. So geht es auch den Lesern unbedeutender Blätter. Die geistige Dürre der einen verkümmert den Geschmack der andern. Der Stempel der Beschränktheit ist beiden nur zu bald auf die Stirn gedrückt. Anders steht es mit den Lesern eines Centralorgans, das zugleich soizal- politisch aufmuntern, fachgewerkschaftlich aufklären und mit den Meisterorganen der verschiedenen Arbeitszweige polemisiren kann. Wer solches Blatt liest, der verlangt noch mehr, der lernt etwas, dem wird das Lesen der politischen Blätter zur willkommenen geistigen Speise. Nicht lange währt es und er ist frei vom Kastengeist, trotzdem er sich zur Berathung fachgewerklicher Zwecke mit seinen Arbeitsgenossen versammelt und abschließt. Im weiteren Verfolg dieses Gedankens zeigt es sich, daß es viel richtiger ist, ein Centralblatt zu schaffen, als verschiedene Corporationen mit verschiedenen Arbeitsangelegenheiten, ver- schiedener Arbeitszeit und verschiedener Lebensweise zu einer Organisation zu vereinigen. Dieses Beginnen kann nie gelingen. Man denke an Aorck, der doch die Sache mit Ausdauer be- handelte. Die Metallarbeiter, die Böttcher, dk Fabrikarbeiter, die Maurer, sie alle lösten sich von der Gewerkschaft der Holz- arbeiter los, sobald sie sich kräftig genug zum Anschluß an ihre spezielle Gewerkschaftsorganisation fühlten. Da hals kein Zu- reden— es war sonnenklar, daß sich der Maurer zum Maurer gesellte und so fort. Nicht eine unmögliche Centralisation wolle man anstreben, das wäre utopistisch, sondern eine naheliegende, in der Luft liegende. Und in der Luft liegt außer dem Ber- langen nach Cartellverträgen die Forderung nach einer tüchtigen gewerkschaftlichen Presse. Lange genug haben wir uns in Deutsch- land mit diesem Ei des Colnmbus herumgetragen. Zaudern wir nicht länger; die Losung sei, die Gewerkschaften materiell durch Gegenscitigkeitsverträge einander näher zu rücken und eine aufrichtige Verbrüderung ihrer Mitglieder, das bewußte Streben nach einem Ziele, durch ein großes gewerkschaftliches Central- organ zur Wahrheit zu machen. August Geib. Max Hirsch und„seine" Gewerkvereine. � Wenn man das Toben der Anhänger des Hrn. Dr. Max Hirsch gegen die Sozialdemokratie betrachtet, so wird mancher Unbefangene fragen müssen, was gerade diese Leute für ein be- sonderes Interesse haben, den Sozialisten so ungemein gehässig gegenüber zu treten, um der Welt den Glauben beizubringen, sie— die Max Hirsch und Comp.— sind die einzig Berufenen, der Sozialdemokratie den Garaus zu machen. Jndeß„da steckt noch etwas dahinter, dahinter, dahinter"— was diese Gesellschaft veranlaßt in der Arbeiterfrage zu machen. — Die Nr. 30 des„Gcwerkverein" vom 27. Juli d. I. bringt uns über so Manches Licht, was uns eigentlich„verborgen" bleiben sollte. Wir finden zwei hochinteressante Mittheilungen darin, die eine über den„Rechnungs-Abschluß" pro 2. Quartal 1877, betr. des Blattes„Gewerkverein", welches bekanntlich obligatorisch von den Mitgliedern der Gewerkvereine gehalten werden muß, und einen zweiten„Rechnungs-Abschluß" der Ber- bandskasse pro 2. Quartal 1877, einer Kasse, zu welcher alle, sich noch am Leben befindenden Orts- resp. Gewerkvereine steuern, um— nun um— die Macher dabei zu ernähren!— Die Abrechnung über das Blatt„Gewerkverein" zeigt uns das ganze Gerippe der so viel Halloh machenden, vor den Ministern schweifwedelnden, allein selig machenden Arbeiter-Bourgeois-Ver- bindung. Nach derselben betrug die gesammte Einnahme, ohne Kassenbestand, im 2. Quartal— wir wollen der Kürze halber Pfennigbruchtheile nicht mitrechnen— M. 4448,00, welche von 5930 obligatorischen Abonnenten ä Quartal 75 Pfg. aufgebracht sein müssen, wenn die Abrechnung, welche 24 Orts- resp. Ge- werkvereine als Einnahmequelle angibt, nach den Abonnements- Bedingungen, wie diese am Kopf des Blattes unter Bezug von mindestens 3 Exemplaren angegeben sind, stimmen soll. Sodann finden wir noch 120 Postabonnenten, welche sich aus der Ein- nähme von M. 96,20 etwa ergeben, sowie 75„Privat"-Abon- nenten, die sich aus einer Einnahme von M. 75,05 offenbaren. Danach beliefe sich die ganze, zum größten Theil aus„obliga- torischen" gezwungenen Abonnenten bestehende Mitgliederzahl der„Deutschen Gewerkvereine" auf 6125 Mann, welche etwa ein Dutzend Leute, die ihren Beruf verfehlt haben— ernähren. In der Ausgabe für den„Gewerkverein" finden wir nun sonderbare Posten verzeichnet. So sind für Druck, Satz und Papier, also für Herstellung des Blattes in der Druckerei, im 2. Quartal, also für 13 Nummern, M. 2863,64 ausgegeben worden. Rechnen wir zu den herausbekommenen 6125 Abon- ») Auf vielseitigen Wunsch bringen wir diesen Artikel aus dem „Pionier" zum Abdruck. nenten noch allerhöchstens 875 Exemplare, die gedruckt werden hinzu, so beträgt die Druckauflage rund 7000 und kostet pro Nummer 220 M.!— Der„Pionier", der etwas kleiner ist, kostet dagegen bei 8000 Auflage nur 142 Mark pro Nummer in der Druckerei, also netto 78 M. weniger— trotz seiner 1000 Exemplare mehr. Aber das Schönste kommt noch. Die Redaktion und Expe- dition des„Gewerkoerein" kostet nach eigener Angabe im 2. Quartal an Gehalt, Bureau-Unkosten u. s. w., sowie Expedi- tionsporto M. 2398,77 oder etwa rund pro Monat M. 800! Die Redaktion und Expedition des„Pionier" kostet dagegen pro Monat incl. Expeditionsporto und aller anderen Ausgaben— ohne Herstellung in der Druckerei— etwa 320 M., oder monat- lich 480 M. weniger als die des„Gewerkoerein".— Wir fin- den, daß das Expedittonsporto des„Gewerkverein", also doch hier nur die 6005 Exemplare, nach Abzug der 120 Postabonnenten, nicht weniger als M. 792,95 beträgt, also für jede Nummer 61 M.!— Das Expeditionsporto für 7000 Exemplare des„Pionier"(1000 bleiben in Hamburg)— wie viel vom „Gewerkverein" in Berlin, also ohne Expeditionsporto, ver- bleiben, haben wir nicht einmal abgerechnet— beträgt pro Nummer durchschnittlich 33 M. oder 28 M.(beinahe die Hälfte) weniger als die des„Gewerkverein"!— Es ist uns ein Räthsel, weshalb diese..Portokosten" beinahe noch einmal so theuer sind, als wir fie per Briefmarkenfrankirung bei der Post bezahlen müssen!— Dabei hat die Expedition des„Pionier" wöchentlich 180 Kreuzbänder und Packete, die alle frankirt werden müssen, u versenden, ob die Expedition des„Gewerkverein" mehr hat, czweifeln wir bei dem geringen Abonnentenstand, denn von den oben angegebenen 5930 entfallen allein auf den Gewerkverein der Maschinenbau- und Metallarbeiter 2963 Mann, während der Rest von 2962 sich auf die übrige Herrlichkeit vertheilt. Oder sollten etwa die Berliner Briefmarken theurer sein als die Hamburger? Nun zur„Verbandskasse". Die Einnahme im 2. Quartal betrug— selbstverständlich ohne Kassenbestand— von 22 Orts- resp. Gewerkvereinen M. 1839,60. Also pro Monat ohne Bruch M. 620 oder pro Tag— der Monat zu 30 Tagen— 202/, M. Die Ausgaben nur für Gehalt und Berwaltungskosten betragen laut Abrechnung im 2. Quartal M. 1189,17— oder etwa rund pro Monat M. 390, welches wiederum auf den Tag M. 13 Verwaltungs- kosten macht! Jndeß hören wir weiter. Für diese 202/, M., welche durch- schnittlich täglich eingehen, giebt es bei der„Verbandskasse" einen„Verbandskassirer" pro Tag mit 1 M. 66-/, Pfg. Besol- dung. Einen„Berbandscontrolleur" mit 2 M. pro Tag Be- soldung: einen„Bureaugehilfen"— es ist zum Todtlachen— mit 3 Mark pro Tag Besoldung!— macht bis jetzt täglich 6 M. 662/, Pfg. Sodann kosten diese unglücklichen täglichen 202/, M. vierteljährlich unter„Vertretung des Verbandes"— M. 216,40. Das scheint wohl der„Herr" selbst zu sein?— Miethe und Micthssteuer pro V, Jahr— 125 M.— und das Andere geht drauf für„Drucksachen"!—„Buchbinderarbeiten"(Einbinden der Fünfmarkscheine?)—„Heizung"— im 2. Quartal!— Bureauutcnsilien!— Revisorenrebbach!— Centralräthliches!— und endlich„Reinigung" und„Aufwartung". Ob unter Letzte- rem das Stiefelwichsen der Herren„Angestellten" miteinbegriffen ist, oder die Seife, welche nach dem Ausdruck des alten Harkort für Hrn. Dr. Max Husch dazu gehört, um sich von den Walden- burger Strikes zu reinigen, ist nicht angegeben. Stellen wir nun eine Analyse an, so ergiebt sich nach der Einnahmequelle, daß 24 Orts- oder Gewerkvereine an diese Ver- bandskasse Beiträge zahlen. Oester als einmal im Monat in- deß zahlt keine Kasse an die Verbandskasse. Daraas folgt, daß alle 5 Tage viermal je 1 Posten Geld eingeht, also nicht mal jeden Tag einmal, und für dieses Einnehinen, Quittiren und in den Kastenlegen pro Tag Unkosten: Dreizehn Mark!!! Wahrhaftig, die Herren können am besten vom„Theilen" mitsprechen) denn die verstehen es am besten. Wann werden den genasführten Arbeitern, welche in den Fingern sslcher Leute stecken, einmal die Augen aufgehen, wann werden sie erkennen lernen, daß der ganze GewerkoereinSkram weiter nichts ist, als eine Existenzquelle der bezeichneten Leute? Und diese Leute, deren ganze Handlungsweise schon hundert Mal von der sozialistischen Presse aufgedeckt ist. diese Gesellschaft, welche es so„vortrefflich" versteht„ehrliche Abrechnung" zu geben, scheute sich nicht, in der gemeinsten Tonart die von Polizei und Staatsanwalt mit Kerker und Gefängniß verfolgte sozialistische Arbeiterpartei zu be- schimpfen!— Wahrhaftig, Freund Auer hatte Recht, als er in Gotha auf dem Congreß sagte: Lumpen suchen ihren Bortheil nicht bei den Verfolgten, sondern bei den Verfolgern. Nun, die Herrlichkeit dieser„nahrungsuchenden" Menschen wird auch ihr Ende erreichen. Zum ersten Male können wir der Gesellschaft nach ihrer eigenen Abrechnung nachweisen, was hinter dem ganzen Vorhang steckt! Kümmerliche, durch Jnva- liden- und Krankenkassen geknebelte Arbeiter, denen das Abon- niren auf em arbeiterfeindliches Blatt zur Pflicht gemacht ist. Und diese kümmerlichen 6000„deutsche Gewerkveremler" sind ef. welche von ihrem„Anwalt", dem Dr. Max Hirsch, der Welt als Muster zur Vertilgung der Sozialdemokratie, und neuer- Vings auch der Ultramontanen— wer lacht da— auf die Bretter geführt werden. Wie oft hat nun schon diese Clique mit gebeugtem Buckel versucht in den Vorzimmern der Minister bekannt zu werden. Permanent betteln ja diese„Gunstmacher" um„staatliche Anerkennung des Gewerkoereins", aber die Re- gicrung ist noch nicht auf den„gewerkvereinlichen" Leim ge- gangen. Betrachten wir dagegen das System der sozialistischen Ge- werkschaften, deren Einrichtung, Fleiß und verhältnißmäßige Be- soldung der Verwaltungs-Beamten, so mögen die deutschen Ar- beiter einen Vergleich zwischen beiden anstellen und der Unter- schied wird ihnen nicht schwer fallen. Wir aber haben noch das letzte Wort mit Hrn. Hirsch und seinen Existenzspekulanten nicht gesprochen, wir werden ihnen stückweise die arbeiterfreundliche Maske herunterreißen. Sozialpolitische UeberKcht, — Als zu Anfang der gegenwärtigen Krisis die So- zialdemokraten immer und immer wieder die Ueberproduktion und den dieselbe fördernden Milliardensegen als Ursache der- selben hinstellten, wie wurden sie da von den„Reichstreuen" gehöhnt, wie wurde da der Spieß umgekehrt und die Arbeiter und Sozialdemokraten für die Krisis verantwortlich gemacht. Auch Fürst Bismarck in seiner hohen Weisheit schob in einer Reichstagsrede den Niedergang der deutschen Industrie den So- zialdemokraten in die Schuhe— Valentin schützte ihn bekannt- lich vor einer Zurechtweisung. Was wir sofort behaupteten, wird jetzt, da es zu spät ist, von den verschiedensten Seiten an- erkannt; so äußerte selbst der deutsche Kaiser auf seiner jetzigen Rheinreise zu den Vertretern der Crefelder Handelskammer: „Wir litten wohl an Ueberproduktion, es ist wohl zu viel in den verflossenen Jahren Produzirt worden."— Ob nun auch wohl die liberalen Helden den Muth haben, diesen kaiserlichen Worten entgegenzutreten? Wir glauben nicht! Jetzt ist das Wahrheit, was bei ihnen früher Lüge war— aber die Wahrheit ist die Wahrheit, gleichviel aus welchem Munde sie kommt. — Briefgeheimniß. Wir machen die Parteigenossen dar- auf aufmerksam, daß in letzter Zeit mehrfach Briefe, die aus Polen nach der Schweiz gingen, auf der preußischen Grenze str- öffnet angekommen, dort amtlich verschlossen und dann weiter befördert sind. Allen Anschein nach wittert die russische Polizei eine Verschwörung und dürfte deshalb die größte Vor- ficht in der Correspondenz am Platze sein. Wahrscheinlich wer- oen Briefe, die aus dem Auslande nach Polen gehen, gleichfalls polizeilich geöffnet. — Der 18. Verbandstag deutscher Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften hat kürzlich in Wiesbaden stattgefnnden; einige fortschrittliche und„demokratische" Zei- tungen loben die dortigen Verhandlungen und den alten Herrn Schulze aus Delitzsch, den man sonst auch gelegentlich schon den„verwrangelden" nannte— im Uebrigen aber kümmert sich die Welt wenig um die an Altersschwäche, an Kassirerverflüch- tigung und Schulzianismus leidenden Vereine. Der Glanz- punkt des Verbandstages war übrigens nach den einmüthigen Berichten sämmtlicher Zeitungen die Sauferei, welche statt- fand. Die„Elberfelder Zeitung" ist davon ganz entzückt und schreibt:„Immer heiterer wurde die Stimmung, nament- lich als die altdeutsche schöne Sitte des„Umtrunkes" wieder ein- mal in Uebung kam. Der berühmte Pokal, der s. Z. dem hoch- verdienten Gründer der deutschen Genossenschaften, Dr. Schulze- Delitzsch, verehrt wurde, machte mit dem köstlichen Golde des Rheingaues gefüllt die Runde um die stattliche Festtafel."— Und die„Vossische Zeitung" ist noch Entzückter— übrigens zur Ehre sei es ihr nachgesagt— weniger über den alten Schulze, als über den alten Wein, dem der Berichterstatter auch wo- möglich zugesprochen haben mag. Die alte Tante nämlich schreibt:„Es ward in dem berühmten goldenen Pokale, der s. Z. Hermann Schulze-Delitzsch gestiftet worden, mit dem kost- barsten Rheingauer Hochgewächse der„Umtrunk" gehalten. Das Comits hatte zu diesem Ehrentrunke den feinsten Rüdes- heimer aus dem Keller des Gutsbesitzers A. Wilhelmj zu Hatten- heim auserwählt. Der Wein aber, welcher die höchste Be- geisterung hervorrief, hatte folgende Etiquette: 1868. Rüdesheimer feinste Auslese: „Schulze-Delitzsch" aus dem A. Wilhelmj'schen Keller. Ein Trunk, so feurig und so mild, Ein Trunk, des besten Mannes Bild, Der sanften Herzens, stark im Geist, Als Tröster sich und Freuud erweist: Allerlei Conservatives. Frankfurt a. M., den 8. Sept. fjWir haben schon hier und da einmal zu Nutz und Frommen unserer Leser denselben die in Frankfurt erscheinende„Deutsche Reichs- Post" vorgeführt. Heute mag ein Gleiches geschehen— schaden kann es jedenfalls nicht. In der Nummer vom 4. September finden sich, wie selbst- verständlich, außer einem halben Dutzend Artiel über die Reisen Sr. Majestät des Kaisers und des Kronprinzen auch schon vier Artikel über die Feier des— nun des glorreichen Tages des glor- und ruhmreichsten Krieges gegen den wälschen Nachbarn, vulgo„Erbfeind". Einem Stuttgarter Correspondenten steigen am Schlüsse seines salbungsvollen Berichtes folgende— borribill dictu— Gedanken auf, die eigentlich nur dem giftdurchtränkten Gehirne irgend eines blut- oder feuerrothen„Umstürzlers" ent- springen sollten. Man höre:(„Nachdem er noch den Segen Gottes über das Vaterland herabgefleht hatte, legte der Vor- stand des Kriegervereins einen Lorbeerkranz am Denkmale nieder, und stimmten die Sänger das klassische„Ehrenvoll ist er gefallen" an, worauf die zahlreiche Versammlung ernst und stille von der Todtenstätte schied")—„Mancher gewiß nicht ohne Seufzen und mit der bangen Frage: Ist das Ergebniß dieser Blutsaat wirk- lich eine Freudenernte geworden? Haben uns biejnit dem Blute unserer Söhne erkämpften Milliarden wirklich Segen ge- bracht? Unwillkürlich wird man angesichts der reellen Folgen des Kriegs und Siegs an die Sage von der Drachensaat und die Gaben der Pandora erinnert. Gott besser's!"„... Mit Stillschweigen können wir nicht übergehen, daß ein großer Theil des Volks die Feier der Friedensschlusses der des Schlacht- tages von Sedan vorziehen würde."— Ein Münchener Correspondent schiebt die Schuld,„daß zwar die öffentlichen Gebäude ec. mit Fahnen reich geschmückt, aber an Privathäusern deren nur wenige zu sehen sind," dem„in Strömen nieder- fallenden Regen" in die Schuhe.„Ein süßer Trost ist ihm ge- blieben", dem guten Correspondent, und wir wollen ihm diesen Trost nicht rauben!— Aus Karlsruhe wird zwar die große „Einbürgerung" der Sedanfeier„bei uns in Stadt und Land" berichtet, doch zugestanden, daß„die schlimme Zeitlage ihr einen gedämpfteren Ton verleiht." Wirklich? Den„wirthschaftlichen und sittlichen Rückgang unserer Nation" will der Herr Corre- spondet aus Karlsruhe dadurch beseitigen,„daß die Gottesfurcht wieder unser Fundament wird, und statt des gewissenlosen Egois- Nur Ihm gebührt der Trunk allein-- Doch trinken wir ihn im Verein! Am„Umtrunk" prüft die Kraft des Weins: „In treuer Liebe sind wir eins!"— Cursaal zu Wiesbaden, 4. September 1877. Aus alledem geht hervor, daß der Pokal und der Wein das eigentlich treibende und begeisternde Element war, während der „verwrangelnde" Schulze nur die Dekoration abgab. Trefflich ist der Vers in der Etiquette:„Nur ihm gebührt der Trunk allein."— Wir wissen, daß der Angesungene mit diesen Worten sehr einverstanden ist, und daß er mit dem„Umtrunk" nicht so sehr einverstanden gewesen wäre, wenn er nicht vorher schon Wilhelmj's Wein weidlich„geprüft" hätte. — Weil die türkische Regierung ihre christlichen Unter- thanen unterdrückt, deshalb wollen die Russen daS Kreuz und die Schnapsflasche auf die Hagia Sophia zu Konstantinopel auf- pflanzen— gut nur, daß von dem Wollen zu dem Vollbringen ein sehr weiter Schritt ist. Daß aber gerade die russische Re- gierung solchen Grund als Kriegsursache anführt, das muß jeden anständigen Menschen empören und beweiset, daß geradezu die Unanständigkeit der Grund der in Deutschland so vielfach Herr- sehenden Russenliebe ist. Durch verschiedene Zeitungen geht nämlich die Nachricht, daß man in den letzten Tagen in der Warschauer Citadclle mehrmals jenen bedeutsamen Knall ver- nahm, der der Außenwelt verräth, daß wieder einmal einem Menschenleben ein Ende gemacht ist. Die russische Regierung hat die Gewohnheit, die Namen ihrer Opfer nicht zu veröffent- lichen und bewahrte auch diesmal über die Hinrichtungen das tiefste Geheimniß. Deshalb glaubte man in Warschau anfänglich, es wären Offiziere erschossen, die sich geweigert hätten, in den Krieg gegen die Türken zu ziehen. Zuletzt aber kam es durch Tradition von Mund zu Mund doch heraus, daß vier Untaten(christliche Andersgläubige) aus Podlachien erschossen waren. Dieselben waren beschuldigt, mit den Waffen in der Hand sich gegen russische Soldaten verthei- digt zu haben, welche den Auftrag erhalten, sie mit dem Ba- jonnet zum orthodoxen Glauben zu bekehren.— Und diese bestialische russische Regierung will im Namen der Humanität und des Christenthums eine andere Regierung zur Raison bringen? Solcher Unfug wäre lächerlich zu nennen, wenn er nicht so verderblich wäre.— Aus Jassh wird uns berichtet, daß sich ein bossojener Kosack vor einigen Tagen dermaßen trak- tiren ließ, daß er schwer angetrunken wurde und nunmehr na- türlich ungemeinen Unfug anrichtete. Man wollte den Rasen- den verhaften, doch gelang dieses der hierzu commandirten Po- lizei nicht, deshalb mobilisirte man eine ganze Compagnie ru- manischer Soldaten, um den einen Kosacken zu fangen; doch der Russe in Verachtung seiner Kampfes brüder, setzte sich zur Wehre und konnte seine Verhaftung erst bewerkstelligt werden, nachdem er 26 rumänische Soldaten verwundet hatte.— Dem Czaren und dem Großfürsten fängt es an auf den bulgarischen Leichen- gefilden unheimlich zu werden; selbst solchen„milden"(zu deutsch: verhärteten) Gemüthern wird schließlich der Blut- und Leichengeruch zuwider; sie wollen deshalb in den nächsten Wo- chen nach Petersburg zurückreisen, der Triumphzug nach Kon- stantinopel ist in einen Trauerzug nach Petersburg umgeschlagen. — Eine Proklamation hat der Großfürst kürzlich an seine Sol- baten erlassen, in welcher er„das einzelne Herumtreiben der Soldaten" verbietet, weil dadurch die Bewohner beschädigt würden; nur Commandoweise sollen die Soldaten das Lager nunmehr verlassen dürfen, um den„Ungehörigkeiten", die bis dahin vorgekommen sind, ein Ziel zu setzen. Durch diese Pro- klamation gesteht der Großfürst im Wesentlichen die Bestialitäten ein, welche seine Soldaten in Bulgarien verübt habe»— er will ihnen jetzt auch einen Damm entgegensetzen, jetzt, wo die Einwohner fast sämmtlich bestohlen oder ermordet find, jetzt wo es zu spät ist— weshalb nicht eher? Weil jetzt der Kosack, nach- dem nichts mehr zu rauben ist, auch von selbst im Lager ge- blieben wäre, und man durch die Proklamation doch noch einen Fetzen der„Humanität" retten wollte!— Daß die russischen Soldaten doch nicht so ganz gemüthliche Leutchen find, wie uns oft von der rubilisirten Presse mitgethcilt wird, das geht lnicht allein aus dem oben mitgetheilten, jedenfalls von unserm Gewährs- mann etwas überttieben dargestellten Kosakenstückchen hervor, sondern es meldet auch die„Kölnische Zeitung" aus Odessa, daß dort ein zum Tode verurtheilter Jnfanteriesoldat zu zehn- jähriger Zwangsarbeit„begnadigt" worden ist. Dabei wird mus der Geist der brüderlichen Hingebung erstarkt, die Redlich- keit an die Stelle des Schwindels, die Gesittung an die Stelle der Rohheit, der Gehorsam an die Stelle der Unbotmäßigkeit, die Solidität und Mäßigkeit an die Stelle der üppigen Genuß- sucht tritt." Das ist Waizen mit Spreu vermengt! Ob die schlesischen Weber auch„solider" und„mäßiger" werden sollen, wer dieses überhaupt zu werden nöthig hat— darüber schweigt des Sängers Höflichkett!!!— Eine Correspondenz aus Baden in der Nummer vom 6. Sept. berichtet über Lingenau's Vermächtniß,„der ein in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat gewesen sein muß." Nach Anführung der Schlußworte des Testamentes heißt es: „Wir vermuthen nur, daß selbst dieses kleine„Sandkörnchen" schwerlich zum Bau des„Prachtgebäudes" wird verwendet werden können, da bestimmte Namen, wer das Vermögen aus den Händen der Testamentsvollstrecker empfangen soll, nicht genannt sind, die „Sozialdemokraten der ganzen Welt" sowohl wie die einzelnen Vereine aber unseres Wissens wenigstens in Deutschland keine Korporation oder juristisch erbfähige Person bilden. Der Nach- laß dürfte reichliches Advokatenfutter abgeben. Vielleicht meldet sich auch noch ein erbfähiger Verwandter deS geheimnitzvollen Mannes, unter dem man sogar einen Freiherrn vermuthete, und macht den„Sozialdemokraten'der Welt" oder dem erbhungrigen Staatsfiskus den Nachlaß streitig. Immerhin dürfte aber dieses Testament Manches zu denken geben und manchen Nicht-Sozial- demokraten beschämen." Leider hat der„Vorwärts" in seiner Nummer vom 5. Sept. die kindliche Freude der„Reichspost", die gewiß auch schon an dere Leute„getheilt" haben und somit eine doppelte Freude ist oder war, ein wenig gedämpft.*) Unser Frankfurter Organ hat auch bereits der„Reichspost" zu Gemüthe geführt,„daß diese letzte Behauptung in demselben Grade wahr, wie die ihr vorher- gehende„Vermuthung" grundlos ist." Daß sich die„Reichs- post" über Lingenau's Handlungsweise gerade nicht freut und Sandkörnchen, sowie Prachtgebäude in Gänsefüßchen stellt, soll uns nicht wundern! Die„Rcichspost" hat vielleicht im selben Momente„vermuthet", daß überall in dieses Prachtgebäude mit„Reichspost"- Gänsefüßchen Helles Sonnenlicht und Wärme dringt, es somit keine finsteren, dumpfen Winkel gibt, die sich Nachtvögel mit Vorliebe zu ihrem Aufenthalt wählen, daß dann *) Der Dämpfer in der heutigen Nummer wird wohl endgültig wirken. D. R. der Vorfall mitgetheilt, welcher die Bestrafung hervorrief. Der Soldat durchzog mit zwei Kameraden bei Nacht die Stadt als Wache zur Sicherheit der Einwohner. Diese Wache traf unter- wegs einen schwer Betrunkenen an und wurde Szirba(so heißt der Verurtheilte) bettaut, denselben zur Polizei zu führen. Da- gegen führte Szirba den Arrettrten an einen abgelegenen Ort, schlug ihn mit dem Kolben nieder und raubte ihm 25 Rubel.— Wenn so etwas aber im eigenen Lande schon geschieht, wie wird es da in Feindesland erst aussehen. — Die Nachrichten vom Kriegsschauplatze sind bis jetzt(Dienstag Nachmittags) sich widersprechend. Aus dem Wüste derselben geht hervor, daß am Balkan Ruhe herrscht; daß in Asien und an der� Lomlinie die Türken bedeutende Vortheile errungen haben, daß hingegen die Armee Osman Pascha's bei Lo- wac und Plewna einige Verluste erlitten hat. Plewna aber ist von den Russen nicht erobert; die Türken beherrschen die Höhen. Sie werden allerdings mit einer doppelten Uebermacht und der dreifachen Kanonenzahl angegriffen. Nebensächlich ist zu be- merken, daß die kleine türkische Bergfeste Nicsic sich den Mon- tenegrinern ergeben hat; auf einer anderen Seite sind die Hammelräuber hingegen von den Türken weidlich geprügelt worden. — Die Chinesenfrage taucht in Australien jetzt mit derselben Heftigkeit auf, als in Californien. Die Kulis machen den fteien Arbeitern die verderbenbringendste Concurrenz; man beabsichtigt nunmehr von jedem einwandernden Chinesen eine Steuer von circa 200 Mark zu erheben. Diese chinesischen Ar- beiter werden truppweise von besonderen Unternehmern nach Queensland geschafft, sie werden einquartirt und abgefüttert, wie Soldaten, erhalten ihre geringe Löhnung— die Unternehmer- gesellschaft nimmt den Löwenantheil— und so hat man es ge- wissermaßen mit der Concurrenz von Sklavenarbeit gegenüber der freien Arbeit zu thun. Es dauert nicht lange, so wird auch dort, wie schon so oft in Californien, diese Frage einen blutigen Charakter annehmen. — Daß wir unseren Gegnern diesseits und jenseits des Oceans ihre hämische Freude verderben müssen, ist uns schon wegen des Andenkens unseres edlen verstorbenen Freundes Lin- genau sehr lieb, welches man in den deutschen und amerika- nischen Zeitungen auszuhöhnen versucht hat, indem man sich i über den unpraktischen Schwärmer lustig machte, der die So- zialdemokratie aller Länder so schlichtweg zur Erbin seines Ver- mögens eingesetzt habe, ohne zu bedenken, daß diese Sozialdemo-!> kratie keine juristische Person sei; die nordamerikanische Union werde nunmehr die Erbschaft antreten, die Sozialdemokratie aber habe das Nachsehen.— Wir sind nun in der Lage, den ju- ristisch beglaubigten Wortlaut des Nachtrags zu dem Testa- ment mittheilen zu können, aus welchem hervorgeht, daß unser verstorbener Lingenau sehr praktisch gehandelt hat und daß die Freude unserer Gegner verfrüht war. Das Schriftstück lautet: „Nachtrag zu meinem letzten Willen vom 18. März 1876. Damit die Vollziehung meines letzten Willens keiner gericht- lichen oder gesetzlichen Schwierigkeit unterliegt, ernenne ich hierdurch als meine Testamentsvollstrecker die Herren: 1. Johann Philipp Becker, Schriftsteller, in Genf lebend, Schweiz: 2. August Bebel, Reichstagsabgeordneter, in Leipzig lebend, Sachsen; 3. Wilhelm Liebknecht, Reichstagsabgeordneter, gleichfalls in Leipzig lebend; 4. Wilhelm Bracke Muior, Verlagsbuchhändler in Stadt Braunschweig; 5. August Geib, Reichstagsabgeordneter und Buchhändler, in Hamburg lebend; 6. Karl Marx, Schriftsteller in London, England, lebend, 41 Maitland Park Road 81V. und gebe ihnen die Vollmacht über meinen Nachlaß zu ver- fügen. Sie werden Alles, Mobiliar, Geld, Bücher, Handschriften, Alles ohne Ausnahme in ihren Besitz nehmen, ganz als ob sie meine eingesetzten Erben wären, und ich überlasse ihnen die Sorge, all meinen Nachlaß zu vertheilen nach ihrem Gewissen „Candidaten des Jenseits" zu„Studenten des Diesseits" werden und an Stelle der„Gottesfurcht" die wahre Menschenliebe tritt, deren höchstes und edelstes Gebot ist:„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."— Eine frühere Correspondenz aus Baden ist verschnupft über das in Mannheim ins' Leben tretende sozialistische Organ und über den„neuen Aufschwung", den„auch anderwärts die sozial- demokratische Presse zeigt". Nachdem„neben zwei neuen wissen- schaftlichen Wochenschriften" eine„neue politische Zeitung für die Provinz Schleswig-Holstein" und die„Königsberger Freie Presse", sowie der in Münster(wo es einem alten Liede zufolge doch „finster" ist) vom 1. Oktober ab erscheinende„Sozialist", sowie die„Zukunft" und die zweite Nummer der„Rundschau" erwähnt, lamentirt der Herr Correspondent:„Neben dieser Energie der Zerstörenden nimmt sich freilich die Thatttaft der Bauenden und Erhaltenden noch sehr bescheiden aus." Wir können getrost acceptiren, sogar ohne Lamento!"„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen," sagt Schiller, und:„Alles was entsteht, ist Werth, daß es zu Grunde geht," sagt Goethe.— Doch wir wollen unser„Allerlei" würdig beschließen und zur Ehre der„Reichspost", sowie zum Beweise ihrer trotz der Eingangs erwähnten Auslassungen ächt patrio- tischen und loyalen Gesinnung auf die von der Milch der frommsten Denkungsart durchflossenen Berichte über des deutschen Reiches Kaisers und Kronprinzen Reisen hinweisen. Als Muster- leistung verdient allen wahren Patrioten, und solchen, die es werden wollen, ein der„Kölnischen Zeitung" entnommener und mindestens ebenso, wie weltberühmte„Kölnische Wasser" duftender Festbericht in Nummer 210 vom 8. September empfohlen zu werden. Derselbe datirt von Düsseldorf, 5. September, füllt beinahe zwei„Reichspost"- Spalten oder genau zweihundert � Zeilen. Man bekommt darin nicht nur Alles bis zur kleinsten Kleinigkeit verrathen, sondern erfährt auch andererseits die Reihen- folge der Allerhöchsten und höchsten Herrschasten an der Tafel, sowie daß der Kaiser„mancher Speise tapfer zusprach". Damit des Guten nicht zu viel werde, breche ich für heute ab mit der Bitte an die Leser:„Nichts für ungut." — o— — Die Heiligkeit der Ehe. Daß die Sozialdemokraten die Ehe vernichten und„freie Liebe" einführen wollen oder schon eingeführt haben, ist schon eine alte Geschichte; wem sie allenfalls noch neu sein < i intb freien Willen in vollem Vertrauen, daß sie es nach meinen Absichten thun werden. Genf, Schweiz, am 18. März 1876. Unterschrift: Johann Carl Ferdinand Lingenau." — Parteigenosse Liebknecht wurde vom Kreisgericht in Reichenbach in Schlesien zu 30 Mark Geldstrafe verurtheilt. Näheres in nächster Nummer. — Eine sozialistische Communeverwaltung. Bei der am 10. d. M. in Crimmitschau stattgefundenen Stadtraths- Wahl ist Genosse E. I. Schlegel mit 12 Stimmen gewählt worden. C. F.Oberländer erhielt 11 Stimmen. Vor etlichen Tagen schon wurde Genosse Lässig zum Stadtrath gewählt. Der Vorsitzende des Stadtverordnetencollegiums ist unser be- kannter Genosse Ludw. Mehlhorn. Aus Rumänien. — 8. September. Die Truppenbeförderung nach dem bulgarischen Kriegsschau- platz will noch immer kein Ende nehmen; schon seit 5—6 Wochen sehen wir hier täglich unzählige, endlose Waggonzüge Truppen aller Waffengattungen ein- und ausladen; hier wird meist kurze Rast gehalten, und hier sammeln sich die per Bahn und zu Fuß anlangenden Truppen, um weiter dirigirt zu werden. Es sind mitunter gar sonderbare Gäste, die wir da zu be- Herbergen haben und an die letzten von voriger Woche wird so mancher zeitlebens denken. Don'sche Kosaken waren es, die ihren Quartiergebern das letzte Mal gar übel mitgespielt. Man hat sich alle Mühe gegeben, den Vorfall zu vertuschen, aber die Thatsachen hat man damit nicht mehr ungeschehen machen können, wenn man auch den Betroffenen alle mögliche Genugthuung ver- sprachen hat, um nur keinen Lärm zu schlagen. Die Gäste, unsere braven Verbündeten, haben hier während der paar Tage Rast vandalisch gehaust. Die Quantttäten Wutky, die ihnen von den Quartiergebern geboten wurden, reichten lange nicht hin, um ihren Durst zu stillen, und so nahmen sie ihn dort, wo sie welchen vorfanden, ohne viel Federlesens; nahmen aber auch andere ihnen convenablen Gegenstände, bedrohten mit den Waffen diejenigen, die sich gegen solche Eigenmächtigkeiten zu widersetzen versuchten, übersielen die Schenken, tranken sich voll, griffen in die Kassen und hausten eben wie Kosaken in Feindesland, verübten an Frauen und Mädchen die scheußlichsten Schandthaten und heißt es sogar, daß einige solcher Mißhandelten gestorben sein sollen. Natürlich besorgt man die Einquartierungen in den entlegendsten Stadttheilen bei armen Leuten und da nimmt man, wie überall, von Vorgängen, die solche Leute betreffen, wenig Notiz, da wird nicht so genau eruirt, da geht man in den„besseren" Kreisen leicht darüber hinweg.---- Die nächsten Gäste, die wir hatten und noch haben, sind dafür aber ganz ander Leute. Die fein herausgeputzte, glänzend uni- formirte Garde ist es, die wir zu beherbergen die Ehre haben; es find das Leute von großer, imposanter Erscheinung; auch mit Geld scheinen sie, aber freilich weniger von der Kriegskasse als von Muttern her, versehen zu sein, denn sie leben gut, fahren in den Droschken in der Stadt herum, machen allerhand Ein- käufe, und man würde endlich einmal mit dieser gar nicht üblen Abwechslung hier schon zufrieden sein, wenn man nicht gerade durch andere ernste Dinge in so üble Laune versetzt würde. Und gar ernstliche Dinge sind es, die man erst jetzt so recht zu fühlen beginnt, seitdem alle jungen Leute die man ohne viel Formalitäten von der Straße weg erfaßt, direkt zum Bahnhof treibt, um sie nach dem Kriegsschauplatz als Kanonenfutter zu befördern. Wieder sind es natürlich nur die kleinen Leute ohne Protektion, die dieses Schicksal zu erleiden haben, seitdem unser Carol es durchgesetzt, ein russisches Commando zu erhalten. Ohne eingekleidet zu sein, ohne eine Stunde abgerichtet zu werden, nimmt man die Leute und treibt sie wie das Vieh nach dem Kriegsschauplatz; den Jammer zu schildern, der jetzt in vielen Familien herrscht, ist unmöglich; die Szenen die sich täglich am Bahnhof abspielen, sind herzzerreißend--- ich unterlasse es, daran sozial politische Bemerkungen zu knüpfen— so nackt wie sich hier die Thatsachen präsentiren, ergeben sich die Schlüsse von selbst. In Deutschland helfen die Nationalliberalen, die vor lauter Dankbarkeit in Ergebenheit vor den Russen ersterben, sollte, der lese folgenden Ausschnitt aus der zu Frankfurt a. M. erscheinende»„Deutschen Reichspost": „Das Heiraths-Bureau m Darmstadt. Das alle Wort:„Die Ehen werden im Himmel geschlossen" bedarf einer Correktur:„Die Ehen werden in Darmstadt geschlossen" muß es heißen. Dort hat sich seit Jahren ein Heiraths-Bureau etablirt unter dem dreifachen Motto: „Allen Völkern auf Erden zum Heil und Segen. '.Tempora mutantur et nos rnutamur in illis. Hony soit qui mal y pense." Die Anstalt behauptet, die„einzige und altetablirte internationale Anstatt Deutschlands für Ehevermitlelungen zu sein" und scheint ihr Geschäft in großartigem Maßstabe zu betreiben. Ihr Programm leitet sie mit einem ernsten und zum Theil wirklich guten Wort über die heilige Ehe ein, das ordentlich erbaulich zu lesen ist. Leider ist vor Nachdruck besonders gewarnt, sonst könnten wir den Lesern die Be- trachtung über das Glück der Ehe mittheilen. Man begnügt sich nicht damit, denen Rath und Hilfe zu gewähren, die darum nachsuchen, son- dern man sendet in geschäftlich- bettiebsamer Weise das Programm denen zu, von denen man annimmt, daß sie Gebrauch davon machen könnten. So erhielt vor Kurzem eine junge Erzieherin, die sich zu- fällig in einem Bade aufhielt und also aus den Badelisten zu erfahren war, das freundliche Anerbieten jenes Heiraths-Bureaus zugesendet. Dem Programm lag ein Berzeichniß der bis jetzt vorgemerkten Candi- baten bei. Verzeichnet sind auf derselben 3 Fürsten, 8 Grafen, 91 Ba- rone, 250 Rittergutsbesitzer, 320 Offiziere,«00 Beamte und Lehrer, 120 Gelehrte, Aerzte und Künstler, 240 Großhändler und Fabrikanten, 1400 Kaufleute, 2Ü0 Landwirlhe, 1700 Industrielle, 110 Private und Rentiers(selbstverständlich lauter Sozialdemokraten!) Gewiß ist das «in reichhaltiges Lager, in Summa 5302 Ehestandscandidaten. Es würde interessant sein, zu erfahren, ob auch das Lager im weiblichen Artikel eben so gut versehen ist. Wenn die Zahlenangaben aus Wahr- heit beruhen, so bekennen wir offen, daß wir vollkommen erstaunt und überrascht sind. Wir haben etwas der Art nicht für möglich gehalten. — Es ist nicht nöthig, diesen Mittheilungen auch nur ein Wort anzu- fügen. Dies Zeichen unserer Zeit ist an sich deutlich genug. — Russische Cultur in Berlin. Unser Berliner Parteiorgan «rzählt folgende» delikate Geschichtchen:„Die in der Reichenbergcrstraße beschäftigten Russen geriethen am vergangenen Montag mit einander in eine kleine, gemüthliche Balgerei. Bei dieser Gelegenheil biß einer der Rausenden seinem Collegen die Nase vollständig ab. Alles Suchen nach dem abgebissenen Gliede blieb erfolglos, so daß nur angenommen werden konnte, daß der Wütherich dasselbe hinuntergeschluckt haben muß. Darüber beftagt, gab der liebenswürdige College nicht nur diese Mög- lichkeit, sondern selbst die Wahrscheinlichkeit dafür zu, er fand dies so- gar ganz natürlich. solchen Dingen ein Mäntelchen umhängen— die Dinge an sich aber sind darum nicht minder wahr. Deutschland ist einig, groß und stark, die erste Militärmacht der Welt, und das Alles haben wir dem großen Mann, der jetzt die Geschicke dieses großen Reiches in seiner festen Hand hält, zu verdanken. Ich höre noch wie heute den„großen" national- liberalen Professor Dr. v. Treitschke— in den 60er Jahren war es— klagen über die Erniederung, die Schmach, die das zer- rissene Deutschland Jahrhunderte lang erfahren, wie Deutschlands Fürsten die Werbetrommel aufstellten, die Leute vom Pfluge, von der Arbeit, von der Straße wegschleppen ließen, um sie an ftemde Mächte Stück für Stück für so und soviel wie das Vieh zn verkaufen, auf daß diese bedauernswerthen Leute für ftemde Interessen fremden Boden mit ihrem Blute düngen sollen. Mit einer Entrüstung sondergleichen schloß der Herr Ge- schichtsprofessor seine Expektorationen über diese traurige Episode der deutschen Geschichte, und heute glaube ich noch den Mann vor mir zu sehen, wie er sich in die Brust warf und mit nationalliberalem Selbstbewußtsein ausrief:„Gott sei Dank, heute ist das anders, heute kann das nicht mehr vorkommen." Auch einen anderen Professor der Leipziger Universität, einen vielberufenen, nationalliberalen Durchfallcandidaten, einen Sozia- listenfresser eomme il kaut, der das Laffall'sche eherne Lohngesetz über den Haufen geworfen haben will, auch diesen glaube ich noch vor mir zu sehen, wie er mit wenig Witz aber viel Wohl- behagen über das große, starke Deutschland, das alle Jnstitu- tionen eines großen, freien Külturreichs besitzt, sich stolz und freudig äußerte und seine Entrüstung aussprach über das Gebelfer der„vaterlandslosen Gesellen" der Sozialdemokraten, die man mit dem Knüppel niederschlagen soll."— Nun, ein kleines Geschichtchen sei den Herren hier erzählt, eine einfache, klare, nackte Thatsache, an der auch Hans, der kleine Sohn des großen Vaters, seine Freude haben wird, und sie niögen sich äußern, wie es um das große Kulturvolk steht, das Gott sei Dank solchen Menschenschacher, wie es das vorige Jahr- hundert gebracht, nicht mehr kennt.— Ein Paffagierzug fuhr gestern in den Bahnhof ein, einige Soldaten(Unteroffiziere) sttegen aus und erbaten sich von meinem Gewährsmann in deutscher Sprache einige Auskünfte. Erfteut, einen deutschsprechenden Mann gefunden zu haben, baten sie ihn, sie nach der Militärintendanz zu bringen und dort zugleich ihr Dolmetscher zu sein. „Aber Sie werden sich doch mit Ihren Vorgesetzten ver- ständigen können?" „Nein, wir verstehen kein Wort russisch!" „Sind Sie denn nicht Russen, ich denke, weil Sie deutsch und ohne ftemde Ausspraches reden, daß Sie Deutsch-Russen, Cur- oder Finnländer sind, die müssen doch aber auch russisch reden?" „Nein, mein Herr, wir sind Deutsche." „Und was machen Sie hier und in Uniform?" „Wir sind 2000 deutsche Unteroffiziere und Soldaten auf dem Wege nach Bulgarien!" „Freiwillige wohl?" „I, Gott bewahre, von unserer Regierung dazu be- ordert!" So weit mein Gewährsmann. Den Vers machen Sie sich zu diesem Freundschafts- Neutralitäts-Leihgeschäft gefälligst selbst. Es ist mir im Augenblick noch nicht möglich, mich über diese Angelegenheit näher zu unterrichten, die Sache selbst wird hier lebhaft besprochen. Was einige Tausend Mann deutsche Sol- baten auf bulgarischem Boden zu suchen, und welche deutsche Interessen sie dort zu vertreten haben, ist mir unerfindlich. Puisvurg, 2. September.(Conferenz der Parteige nossen Rheinlands und Westfalens.) Zu der heutigen Conferenz waren 67 Delegirte erschienen, welche 30 Orte ver- traten, nämlich: Altendorf, Barmen, Beek, Bochum, Crefeld, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, Gelsenkirchen, Harzopf, Hebrum, Heissen, Iserlohn, Kalk, Kettwig, Königsteele, Kray, Meiderich, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Rott hausen, Schalke, Solingen, Speldorf, Steele, Swckum, Hecken� dorf und Witten. Gegenstände der Verhandlungen waren: die Parteipresse und die Agitation. In das Bureau wurden gewählt: Tölcke(Jser- lohn) Vorsitzender, Strumpen(Duisburg) Stellvertreter, Gilles(Duisburg) Schriftführer. Der Vorsitzende schilderte zunächst kurz und bündig die großen Verdienste Lassalle's um die Sache des arbeitenden Volkes, welchen die Sozialdemokratie Deutschlands ihre jetzige Bedeu- tung vorzugsweise zu verdanken habe. Der Aufforderung, zur Erinnerung an den Todestag und zu Ehren der Manen Las- salle's sich von ihren Sitzen zu erheben, leisteten die Versam- i melten einmüthig Folge. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende ferner darauf aufmerksam, daß die gesammte gegnerische Presse die heutige Conferenz mit einer„großen Katholikenversammlung" in Verbindung bringe, welche gleichzeitig in Vörde, einem kleinen obscuren Dorfe des westfälischen Sauerlandes, stattfinde. Die gegnerische Presse wolle daraus den Beweis herleiten, daß„auch die Sozialdemokraten den 2. September zu einer großen De- monstration benutzen wollten". Die Sozialdemokratie habe selbst- verständlich Besseres zu thun, als Demonstrationen zu machen gegen pure Kindereien der reaktionären und der sogenannten „liberalen" Bourgeoisie, welche fteilich den traurigen Zweck hätten, die Jugend Deutschlands zur Kriegslust und zum Kriegshand werk zu erziehen. Für die heutige Conferenz sei zuerst der 26. August bestimmt gewesen, und nur weil für die Veröffentlichung der Einladung die erforderliche Zeit gefehlt habe, sei die Conferenz auf heute einberufen worden. Es sei einfach lächerlich, daß die„liberal"- reaktionären Gegner aus den geringfügigsten Dingen und Zu- fälligkeiten eine Verbindung der Sozialdemokratte mit den Ul- tramontanen zu irgendwelchen Zwecken herzuleiten suchten. Die ultramontane Partei stehe in der ersten Linie der gesammten reaktionären Masse, gegen welche die Sozialdemokratie den Kampf führe. Der Streit der„liberal"- reaktionären Parteien mit den Ultramontanen werde von beiden streitenden Tbeilen i fälschlicherweise als„Culturkampf" bezeichnet; auf beiden � Seiten handele es sich nur um die Alleinherrschaft über die große Masse des Volkes, um das Vorrecht zur Verdummung derselben zum Zweck ihrer Ausbeutung in den verschiedensten Formen. Unwiderlegliche Beweise seien auf der einen Seite außer der Anordnung der„Sedanfeier" in sämmtlichen Lehranstalten die Einführung pietistisch-reaktionärer Lesebücher in den Volksschulen, wie solche selbst unter den erzreaktionären„Cultus"- Ministern v. Raumer und v. Mühler und unter der Herrschaft der berüch- tigten Stiehl'schen Schulregulative unerhört gewesen seien,— auf der andern Seite der wahrhaft grauenhafte Wunderschwindel, welcher vor dem sogenannten„Culturkampfe" seit einem Jahr- hundert in Deutschland kaum so schamlos betrieben worden sei, wie gerade jetzt. Ein wirklicher Culturkampf werde nur von der Sozial- demokratie geführt gegen die gesammte reaktionäre Masse ein- schließlich der Ultramontanen durch völlige Aufklärung des Volks in allen politischen, sozialen und religiösen Dingen. Uebrigens genüge— so schloß der Vorsitzende unter allseitiger Zustimmung seine Ausführungen— diese Hinweisung auf die Sachlage voll- ständig, um die absurde Behauptung mit Verachtung zurückzuweisen, daß die Sozialdemokratie mit den Ultramontanen zu irgendwelchen Zwecken Hand in Hand gehe; eines förmlichen Beschlusses der Conferenz hierüber bedürfe es durchaus nicht. Hierauf begannen die Verhandlungen der Conferenz, welchen eine Borlage des Borsitzenden Tölcke zu Grunde gelegt wurde. Nach sechsstündiger gründlicher Debatte, an welcher sich die meisten Delegirten betheiligten, wurde die Vorlage mit einigen unwesentlichen Abänderungen in folgender Form einstimmig angenommen: „Zur Herbeiführung eines bessern Erfolges der sozialistischen Partei- Agitation in Rheinland und Westfalen beschließt die Eon- ferenz Folgendes: I. In Betreff der Parteipresse. 1. Ein Parteiblatt darf dem andern keine Conkurrenz machen. Deshalb ist die Abgrenzung von Bezirken nothwendig, in wel- chen die Verbreitung der betreffenden Lokalblätter betrieben wer- den soll, wobei es den Parteigenossen selbstverständlich freisteht, auch noch auf andere Lokalblätter zu abonniren. Als solche Bezirke bestimmt die Conferenz: a) für die„Bergische Volksstimme" und deren Filialblätter die Wahlkreise Barmen-Elberfeld, Lennep-Mettman, So- lingen und Hagen; b) für die Duisburger und Essener„Freien Zeitungen" die Wahlkreise Duisburg, Düsseldorf und Essen; v) für die„Freie Niederrheinische Zeitung" den linken Nieder- rhein bis zur belgisch-holländischen Grenze, namentlich die Wahlkreise Crefeld, Kempen, M.-Gladbach und Aachen; ä) für die„Westfälische Freie Presse" die Wahlkreise Dort- mund, Bochum, Altena-Iserlohn und die übrigen westfä- tischen Wahlkreise mit Ausschluß des Wahlkreises Hagen; e) für die„Kölner Freie Presse" die Wahlkreise Stadt- und Landkreis Köln, Mühlheim a. Rh., Wipperfürth, Ahrweiler und rheinaufwärts bis Coblenz. 2. Der Beschluß des diesjährigen Congresses in Betreff der Gründung neuer Lokalblätter(Protokoll Seite 75) ist genau zu beachten. Blätter, welche ohne Zustimmung des Cen- tral-Wahlcomitö erscheinen, dürfen von keinem So- zialisten, weder durch Abonnement, noch in anderer Weise, unterstützt werden. 3. Für jeden der unter Nr. 1 bestimmten Bezirke sind, je nach Bedürfniß, ein oder mehrere in jeder Beziehung durchaus zuverlässige und tüchtige besoldete Colporteure anzustellen. Das Gehalt der Colporteure muß von den betreffenden Wahlkreisen durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden. 4. Die Colporteure dürfen keinen Preisaufschlag erheben (Congreßprotokoll Seite 51). Die Preise sind auf den einzelnen Druckschriften zu vermerken und von Zeit zu Zeit durch die Blätter bekannt zu machen. 5. Die Colporteure sind verpflichtet, vorzugsweise für die möglichst massenhafte Verbreitung a) des„Vorwärts", b) der „Rundschau", c) des betreffenden Lokalblattes, ä) des„Armen Eon- rad", e) der„Neuen Welt", f) der„Zukunft" zu wirken. Pho- tographien lebender Sozialisten dürfen die Colporteure nicht verkaufen(Congreßprotokoll Seite 55). 6. An den Hauptorten der unter Nr. 1 bezeichneten Wahl- kreise sind von den Parteigenossen Zeitungs-Commissionen zu bilden, welche die ganze Colportage leiten und die betreffenden Zeit- und Druckschriften bestellen, für deren Preis die Commis- sionsmitglieder persönlich haftbar sind. Die Zeitungs- Com- Missionen ernennen die Colporteure und vereinbaren mit den- selben deren Gehälter, controliren deren Geschäftsführung, nehmen Beschwerden über dieselben entgegen und entscheiden darüber. Die Commissionen sind berechtigt, Colporteure abzusetzen und andere an deren Stelle zu ernennen. Die Namen der ange- stellten Colporteure sind in den betreffenden Lokalblättern be- kannt zu macheu. 7. Die Colporteure sind verpflichtet, nach Beendigung einer jeden Geschäftstour, mindestens allwöchentlich, die vereinnahmten Gelder an den Kassirer der Commission abzuliefern, der auch die freiwilligen Beiträge in Empfang zu nehmen hat. 8. Die nähere Regelung der Geschäftsführung der Zeitungs- Commissionen bleibt den Parteigenossen der betreffenden Orte überlassen. 9. Die Conferenz empfiehlt den Sozialdemokraten Deutsch- lands die Diskussion der Iserlohn- Dortmunder Anträge zum letzten Congreß(Nr. 112 bis 116 der Vorlage, Protokoll Seite 14 und 72) und die Annahme derselben auf dem nächsten Eon- gresse. Gründe: a) Die für die Partei schädliche, unerfteuliche Finanzlage mehrerer Parteiblätter; b) die Wahrung des sozialistischen Prinzips durch die absolut nothwendige radikale Beseitigung des spekulativen Lokal-Sozialismus. o) Eine etwaige Renitenz der Genossenschaften wird und muß der Congreß durch den Beschluß brechen,„daß kein So- zialdemskrat ein Blatt in irgend einer Weise unterstützen darf, welches sich den Beschlüssen des Congresses nicht fügt." 10. Blätter, welche innerhalb Jahresfrist sich nicht so heraus- gearbeitet haben, daß sie ohne Zuschuß lebensfähig sind, sollen eingehen dadurch, daß kein Sozialdemokrat weiter auf sie abonniren wird. Ausnahmen können aus agitatorischen Rücksichten nur vom Central-Wahlcomitö gestattet werden. 11. Die Controlirung des Finanzwesens der Lokalblätter ist Sache der Genossenschaften, und wo diese nicht bestehen, der Zeitungs-Commissionen. II. In Betreff der Agitation. Beim augenblicklichen Mangel geeigneter Persönlichkeiten zum Betriebe der sogenannten stabilen Agitation in Rheinland und Westfalen und mit Rücksicht darauf, daß genügende agitatorische Kräfte in beiden Provinzen vorhanden sind, empfiehlt die Eon- ferenz den Parteigenossen in benachbarten Bezirken, sich gegen- seitig mit Rednern zu unterstützen. Genosse Köln(Duisburg) beantragte: Die Conferenz möge sich darüber aussprechen, wie die Parteigenossen sich der Hassel- mann'schen„Rothen Fahne" gegenüber zu verhalten hätten. Stach Erläuterung des Sachverhalts durch die Genossen Strumpen und Tölcke, welche an dem diesjährigen Congresse Theil ge- nommen hatten, ging die Conferenz mit Rücksicht auf den die Angelegenheit betreffenden Congreßbeschluß zur Tagesordnung über. Der Antrag des Delegirten Wiener(Ueckendorf), die Ver- Handlungen der Conferenz mögen in Broschürenform gedruckt und verbreitet werden, wurde durch den Beschluß erledigt, daß das Conferenzprotokoll durch den„Vorwärts" und die rheinisch- westfälischen Parteiblätter veröffentlicht werden soll. Nach eindringlicher Ermahnung des Vorsitzenden zu treuem, festem Zusammenhalten im gemeinsamen Kampfe gegen die ver- bündcte Reaktion und zu rastloser, unermüdlicher Agitation schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemo- kratie aller Länder, in welches die Versammelten begeistert einstimmten,' gegen 6 Uhr die Conferenz. Mit sozialdemokratischem Gruß Tölcke, Borsitzender. Strumpen, Stellvertreter. Gilles, Schriftführer. Wannheim, 4. September.„Wenn Jemand eine Reise thut, so kann er was erzählen", so dachte auch ich, als ich, nach einer vierwöchentlichen Agitationsreise vom badischen Oberland zurück- kehrend, auf Wunsch mehrerer Gesinnungsgenossen einen Abstecher nach Saarbrücken machte. Nach Saarbrücken, wo„Milch und Honig fließt", die in der Form von Gefängnißsuppe jahrelang den Redakteuren sozialistischer Zeitungen gratis verabreicht wird. Nachdem ich mein Testament gemacht, schüttelte ich den Staub von meinen Füßen und benutzte den nächsten Zug, der mich Abends 7 Uhr nach St. Johann brachte. Nach einigen Irr- fahrten gelang es mir, einen Sozialdemokraten anzutreffen, der im Begriff war, sein Messer zu wetzen. Doch galt seine Rache nicht etwa einem reichen Bourgeois, sondern— nur einem Stückchen Wurst, das er zu seinem Abendbrod verzehren wollte. Mit wenigen Worten legte mir dieser Genosse die Situation in der Saargegend klar. Man hat eben den Vernichtungskampf ! legen die Sozialdemokratie beschlossen. Das sozialistische„Gift" oll nicht eindringen in die Herzen der Arbeiter der königlichen Bergwerke. Ob man sich dabei von der Ansicht leiten läßt, daß es dieses„Giftes" nicht bedarf, weil sich so wie so schon schäd- liche und explosionsfähige Gase in Masse dort angesammelt haben? Mit einer nie gekannten Erbitterung wird hier der Kampf ge- führt. Sieben Nummern der„Freien Bolksstimme" sind er- schienen, und schon vier Redakteure sind dingfest. Zwei sind zu je 21/j Jahren Gefängniß verurtheilt und einer dem Militär eingereiht, der vierte sieht seiner Verurtheilung entgegen. Auf jede Nummer 1 Jahr Gefängniß, das ist du Bilanz. Die Arbeiter werden gemaßregelt und den selbstständigen Gewcrktrei- benden die Kundschaft entzogen, um sie so kirre und gefügiger zu machen. Es fehlt nur noch, daß man den Metzgern, Bäckern, Wirthen u. f. w. verbietet, irgend etwas an Sozialisten abzu- aeben. Wie mir mitgetheilt wurde, ist auch wirklich ein solcher Versuch gemacht worden. In einer Wirthschaft(Zeugen stehen genug zur Verfügung), in welcher die inhaftirten Genossen viel- fach verkehrten, erschien eines Tages der Polizeikommissar Wirtz von St. Johann und machte der Wirthin Vorwürfe, daß sie ffolche Lumpen in ihrem Lokal dulde und ihnen Speisen und Getränke verabreiche. Auf den Vorhalt, daß diese Leute immer anständig gewesen und regelmäßig bezahlt hätten, erwiderte der Herr Commissar:„Ei was, andere Leute, und wenn sie auch nicht bezahlen, sind mir immer noch lieber als diese Lumpen, wenn sie gleich zahlen." Andern Tages ging ich nach Saarbrücken in's dortige Ge- fängniß, um Zutritt zu dem Genossen Kaulitz zu erlangen. Aber vergebens. Ein ebenfalls dort anwesender Herr(der sich später als der Herr Commissar Wirtz entpuppte) erklärte mir, daß ein Besuch bei Kaulitz nichts fruchten könne, da derselbe sein Verlagsrecht schon desinitiv überttagen habe, ich sollte mich nur zum Bürgermeister von St. Johann bemühen, dort würde ich das Nähere erfahren. Der sehr ehrenwerthe Herr legte über- Haupt eine so genaue Kenntniß von meinem Aufenthalt und meinen Bemühungen in St. Johann an den Tag, die mich, wenn man nicht schon mit der Vortrefflichkeit der Polizeiorga- nisation bekannt wäre, in Erstaunen hätte setzen können. Sein freundliches Anerbieten, mich zu begleiten, wurde selbstredend vor der Hand ebenso freundlich abgelehnt. Beim Bürgermeister von St. Johann angelangt, erfuhr ich zunächst, daß die Angaben des Herrn Polizeicommissars irrige seien, daß Kaulitz das Verlagsrecht noch besitze, und ohne eine spezielle Vollmacht von Kaulitz das Forterscheinen der Zeitung inhlbirt werde. Im Laufe der Unterredung erklärte der Herr Bürgermeister wörtlich Folgendes:„Ich will Ihnen meine Stel- lung sowie die Stellung der hiesigen Behörde mit wenigen Worten klar legen und können Sie davon nach Belieben Ge- brauch machen. Ich betrachte die bloße Existenz der So- zialdemokratie als strafbar und ungesetzlich." Auf meine Erwiderung, daß dieselbe doch in ganz Deutschland, ja selbst im deutschen Reichstage vertreten sei, entgegnete er:„Wenn in Berlin, Leipzig u. s. w. die Sozialdemokratie geduldet werde, so sei dies nur eine Unterlassungssünde der dortigen Behörden, die man sich hier nicht zu Schulden kommen lassen wolle." Meine Erklärung, daß dies ein Terrorismus, eine Unter- drückung der Willensfreiheit von Hunderttausenden wäre, schnitt der Herr Bürgermeister mit den Worten ab:„Ei was, das sind Phrasen! Sie werden doch Keinem zumuthen wollen, daß er in seinem eigenen Heimwesen eine Bande von Räubern und Mördern dulde?" Das war mir denn doch ein etwas zu starker Tabak. Ich stellte mich vor den Herrn Bürgermeister hin und fragte ihn, ob er mich etwa auch für einen Mörder und Räuber ansehe, worauf er erwiderte: Das gerade nicht, aber die Sozialdemokratie verfolge dergleichen Ziele, das habe er in der„Freien Volksstimme" gelesen. In welcher Nummer und in welchem Artikel, hat er natürlich nicht gesagt, es dürfte ihm wohl auch etwas schwer werden. Ich habe die„Freie Volksstimme" aufmerksam gelesen und habe mir die größte Mühe gegeben, von einer Aufforderung zu Raub und Mord oder von einem bloßen Hinsteuern zu diesen Zielen etwas zu ent- decken, habe aber mit dem besten Willen nichts finden können. Selbst aber wenn in einem Blatt Ungesetzlichkeiten begangen sein sollten(oder, wie das Saarbrücker Urtheil lautet, begangen sind) hat man dann das Recht, eine ganze Partei für rechtlos zu erklären? Man bestrafe den Uebelthäter, der sich gegen die denn das Reiseziel dieser Leute sei, erhielt ich zur Antwort— Marpingen. Da wurde es plötzlich hell vor meinen Augen. Ich befand mich im Lande der Wunder! Jetzt auf einmal be- griff ich, was bis dahin mein beschränkter Unterthanenverstand nicht fassen konnte: wie die Existenz des Himmels die Existenz der Hölle voraussetzt, so muß auch bei Marpingen, dem Gnaden- ort, ein--- Doch für heut genug von Diesem. Wie ich in einer hiesigen Zeiwng lese, wurden vor etwa 14 Tagen in St. Arnouet Zaun und Gartenthür eines hiesigen eines hiesigen Fabrikanten in abscheulichster Weise beschmiert und im Garten selbst zwei junge Bäume unmittelbar an der Krone abgestoßen. In dem Garten eines andern Eigenthümers wurde ebenfalls grober Unfug verübt. Als Thäter werden ein Stein- Hauer und ein Maurer bezeichnet, die man— und das ist das Infame bei der Sache— wegen dieses groben Unfugs frischweg zu den Sozialdemokraten rechnet. Beide leugneten vor Gericht die That und wurde der Eine zu 15 Mark Geldbuße verurtheilt, während der Andere freigesprochen werden mußte. Der Verur- theilte hat appellirt, er behauptet unschuldig zu sein und will Zeugen stellen. Man sieht an diesem Fall, daß der Haß gegen die Sozialdemokratie den Gegnern noch das bischen Vernunft, welches man ihnen allenfalls noch zugestehen konnte, zu rauben droht. Dreesbach. München, den 6. September. Genosse Ernst hat das Ge fängniß in Nürnberg nach sechsmonatlichem Aufenthalt verlassen um mit ungebeugtem Muthe den Kampf für die Rechte des ar- bettenden Volkes fortzusetzen. Bei dieser Gelegenheit erinnern wir daran, daß unser Parteigenosse Ernst als„Prehverbrecher" im Nürnberger Zellengefängniß 6 Monate mit Maske und Sträflingsanzug, wie früher Kiefer und kürzlich noch Baumann, mit Dütenkleben und Schachtelpappen beschäftigt wurde, während jetzt der Dr. Rittler, der unter dem Schutze des Krummstabs die katholische Fahne schwingt, in der Feste Oberhaus bei Passau ebenfalls als Preßverbrecher alle Annehmlichkeiten genießt, wohl deshalb, weil er als demüthiger und vielleicht reuiger Christ sich vor den Thron warf und um Gnade flehte. Eine Rechtfertigung dieses Verhaltens ist das Justizministerium bis heute noch immer schuldig geblieben. Der„Zeitgeist" ersucht nun wiederholt dar- um, öffentlich darzulegen, wie sich diese Verschiedenheit der Strafvollstreckung für dasselbe Vergehen vor dem natürlichen Gerechtigkeitsgefühl des Volkes verantworten läßt. Würzen, 5. September. Am 3. ds. Mts., Abends 6 Uhr, hatten wir hier eine Volksversammlung, in welcher Ufert unter großem Beifall über das Thema:„Presse, öffentliche Meinung und Feste" einen Vortrag hielt. Als Gegner trat— Kaufmann Sparig aus Leipzig auf. Wer noch nicht so glücklich war, Biertischschimpfereicn auf die Sozialdemokratie mit anhören zu können, an diesem Abend wäre er übergenug befriedigt worden. Die Versammelten unterbrachen Herrn Sparig fortwährend, sie hatten eben eine andere Ansicht von dem„Kampf mit geistigen Waffen" als Sparig, der der Meinung zu sein schien, eine Volks- Versammlung sei eine lustige Kneipgesellichaft, in der man sich schon etwas erlauben darf. Die hiesigen Arbeiter dachten na- türlich anders und verbaten sich durch energisches Protestiren zede weitere„Belehrung" durch Herrn Sparig, so daß schließlich der überwachende Polizeibeamte die Versammlung schloß. Oldenburg, 6. September.(Metallarbeitergewerks genossen- schaft.) Sonmag, den 2. September, hielt die unterzeichnete Gewerks- genossenschaft eine Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: „Diskussion über die Correspondenz in Nr. 93 deS„Borwärts". Cen tralisation der Gewerkschaflspresse." Die Versammlung kam nach kurzer Vcrathung zu dem Resultat, daß nicht allein die Centralijalton der Gewerkschaftspresse zu wünschen, sondern daß sie dringend nothwcndig sei, weil daraus für die Betheiligten direkte materielle Vortheiu er- wachsen würden, denn jedes kleine Organ kostet doch schon viel Geld, ein Centralorgan aber ist verhältnißmäß ig doch viel billiger herzustellen, wie so viele kleine Organe, aber der Hauptvortheib wäre, daß den M.t- gliedern durch ein größeres Centralorgan bedeutend mehr geistige Nah- rung gereicht werden könnte, als durch ein kleines Organ. Unsere Hauptaufgabe ist ja gerade: Aufklärung in's Volk zu bringen, denn das Volk muß erfahren, ob die jetzigen wirthschaftlichen Zustände ge- sunde sind oder nicht, und je länger das Volk in der Dummheit hin- gehalten wird, je länger dauert auch das jetzige soziale Elend. Wir finden durchaus keinen Grund, daß wir länger auf dem jetzigen Wege weiter wandeln müssen, wohl aber, daß wir sobald wie möglich den Weg der Centralisation resp. Bereinigung einschlagen müssen und das je eher je lieber, denn dann handeln wir wenigstens nach unseren Sta- tuten, in denen es heißt:„Proletarier aller Länder vereinigt Euch." Darum fordern wir die Mitglieder uud besonders die Bevollmächtigten sämmtlicher Gewerkschaften auf, diese wichtige Angelegenheit in jeder Versammlung zu discutiren. Verbannt den Kastengeist, wo er noch vorhanden ist. Wir werden den Tag der Centralisation der Gewerk- schaftspresse mit Freuden begrüßen. Die Mitglieder der Metallarbeiter-Gewerksgenossenschaft. I. A.: H. Meyer. Wcrthe Genossen! heutige Ordnung vergangen hat(und das ist ja zur Genüge geschehen), aber, ftage ich nochmals, woher nimmt man die Berechtigung, eine Partei, die so großen Anhang in Deutschland hat, die bei den letzten Wahlen über 600,000 Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigte, die 12 Vertreter in den deutschen Reichs- tag entsendet hat, als völlig rechtlos, als Räuber und Mörder hinzustellen?— Wo bleibt da der§ 130? Nach mehreren vergeblichen Versuchen, mit dem verur- theilten Genossen Kaulitz in Verbindung zu treten, um über das Forterscheinen der„Freien Volksstimme" zu verhandeln, übertrug ich diese Angelegenheit einem Saarbrücker Genossen und trat meine Heimreise an. Ter Eisenbahnzug. der mich über Neunkirchen nach Mannheim führen sollte, war ungewöhnlich stark besetzt und zwar meistens von festlich geschmückten Arbeitern und Landleuten aus der Umgegend. Auf meine Frage, was Ueber die letzten Ereignisse unseres Arbeitsausschlusses fühlen wi. uns verpflichtet. Euch den wahren Sachverhalt mitzuiheilen, insbeson- dere da von unseren Gegnern die verschiedensten Lügenberichte darüber verbreitet werden. Zu Anfang des Arbeitsausschlusses kam die Sache für uns sehr günstig, jedoch fiel es uns auf, daß trotz Aufforderung eine Anzahl weiblicher Cigarrenarbeiter(ca. 10) sich nicht an unseren Zu- sammenkünften betheiligte. Unsere Vermuthung, daß diese Personen unsere Sache schädigen wollen, fand ihre Bestätigung darin, daß die Betreffenden sich mehrere Male zu dem Fabrikanten sowie Werkführer begaben und um Wiedereröffnung der Fabrik baten. Eine bessere Ge- legenheit als diese konnte dem Herrn Detcr nicht geboten werden, um folgendes Machwerk— wodurch er sich die Schuld des Arbeilsaus- schlusses vom Halse wälzen wollte— in Szene zu setzen. Herr Deter erklärte nämlich Denjenigen, welche sich ihm unter allen Umständen preisgaben, daß er nicht abgeneigt sei, die Fabrik wieder zu öffnen; jedoch müßte eine größere Anzahl zu ihm bitten kommen. Infolge dieser Erklärung des Fabrikanten gaben sich diese Abtrünnigen die größte Mühe. Unzufriedenheit unter Denjenigen zu erregen, welche treu zu unserer Sache hielten, und sie benutzten namentlich zu ihren In- triguen den Unterstützungsbetrag, welchen die Nichtmitglieder erhielten ohne den Borstand vorher in Kenntniß zu setzen— in die Fabrik und unterschrieb, ohne sich um den Inhalt deS Schriftstücks zu kümmern. Jedoch circa 20 der Arbeitslosen zogen es vor, sich nicht gleich nach der Fabrik zu begeben, sondern erst den Vorstand zu beftagen, was zu thun sei. Dieser bemühte sich auch, die Sache uäher zu untersuchen und es gelang ihm am nächstfolgenden Tage, nachdem bereits die Unter» schriebenen die Arbeit aufgenommen hatten, den Inhalt des Schriftstücks genau zu ermitteln. Trotz aller Interventionen des Vorstandes war es nicht möglich, die in Arbeit Getretenen eines Besseren zu belehren Da wir auf diele Weise durch das kopflose Handeln des größten TheilS der Ausgeschloffenan eine theilweise Niederlage zugestehen müssen, so hoffen wir doch von Euch, daß Ihr uns in der Stunde der Roth nicht verlassen werdet. Dreißig haben die Stadt bereits verlassen, zwanzig Andere verbleiben, welche es unter ihrer Würde halten, dieses Schriftstück zu unterschreiben und fest entschlossen sind, sobald wie mög» lich den Ort zu verlassen. Wir bitten daher nochmals, da wir ge- zwungen waren, Gelder zu leihen, um die NichtMitglieder zu unter- stützen und wir vor unserer Abreise noch AlleS ausgleichen möchten, die für uns bestimmten Gelder uns zukommen zu lassen. Gleichzeitig theilen wir mit, daß der wegen des„Auftufs" ange- klagte Borstand, nachdem der Staatsanwalt 1 bis 4 Wochen Gefängniß beantragt hatte, vom Gerichtshof freigesprochen wurde. Oh lau, den 8. September. Der Ortsvorstand der Cigarrenarbeiter. I. A.: P Zimmermann. An die Abonnenten und Leser der sozialistischen Zeitungen. Parteigenossen! Mit dem 1. Oktober beginnt das erste Winter- Quartal. Da wir gewohnt sind, daß das Abonnement im Winter be- deutend stärker ist, wie im Sommer, so muß es jetzt unsere Aufgabe sein, die Abonnentenzahl vom neuen Quartal an auf's Doppelte, wenn nicht auf's Dreifache zu bringen. Besonders mache ich die Abonnenten darauf aufmerksam, daß sie rechtzeitig ihre Bestellungen machen. Gleichzeitig ersuche ich Diejenigen, die mit ihren Abonnementsgeldern im Rückstände sind, ihre Pflichten baldmöglichst zu erfüllen. In der Erwartung, daß ein Jeder seine Schuldigkeit thut, sehen wir dem neuen Quartal hoffnungsvoll entgegen. Flensbnrg, den 7. September. Im Austrage der Zeitungscommilsion: Th. H. Leiding, Plankemay 861. Auch auf die vom 1. Oktober ab dreimal wöchentlich in Kiel erscheinende„Schleswig-Holsteinischc Bolkszeitung" nehme ich Bestellungen entgegen. Gleichfalls bringe ich in Erinnerung, daß mir für Flensburg und Umgegend die Annoncen-Beförderung übertragen ist. D. O. Das„Hamburg-Altonaer Volksblatt" wird um Abdruck gebeten. Aufruf! Parteigenossen. Am 24. d. Mts. findet hier im II. hannöverschen Wahlkreise eine Nachwahl zum Reichstage statt. Da aber der hiesige Kreis sehr arm ist, so ersuchen w.r die Genossen, uns in dem Wahl- kämpfe nach Kräften mit Geldunterstützungen beizustehen. Am 10. Ja- nuar haben die hiesigen Arbeiter schwere Opfer gebracht, aber jetzt sind sie dazu außer Stande, denn vielfach wird hier nur 5 Tage in der Woche gearbeitet, wodurch das Einkommen wesentlich geschmälert wird. Also Parteigenossen, wer nur einigermaßen kann, der lasse uns sein Scherflein zukommen. Von unserer Partei ist Hurlemann aufgestellt. Gelber wolle man gefälligst an untenstehende Adresse schicken. Johann Hassenpflug, Cigarrenarbeiter. Auf der Freiheit bei Osterode. SW* Den verschiedenen Reflektanten hierdurch zur gefl. Kenntnißnahme, daß es uns gegenwärtig leider unmöglich ist, irgend Jemanden unterzubringen. Sämmtliche Stellen sind besetzt. Leipzig, den 11. September. Genossenschaftsbuchdruckerei. Brieflasteu der Redaktion. Hugo Speyer in Bielefeld: Ihr Schreiben ist nach Hamburg gesandt.— Fr. A. in Hohen-Schönhaufen: Uns scheinen Ihre Angaben nicht genug erwiesen zu sein, als daß wir eine Berich- tigung erfolgen lassen könnten.— E. G. in New Pork: Bismarck ist allerdings Papier- und Schnapsfabrikant, unbekannt ist uns aber, ob er fürs Reich oder für Preußen Papier und Schnaps liefert. der Expedition. C. H E in Schedewitz: Bis jetzt kein Ver- kauf möglich, lleberall Ebbe. Weiteres deshalb unmöglich.— H. Grießer Reichenau- Senden Sie den unbrauchbaren Kalender hierher zurück zum Umtausch. Parteigenosse H. Karge, 1875 in Lübeck, wird gebeten, seine Adresse entweder im„Borwärts" oder mir direkt bekannt zu geben. Herm. Grießer, Schreiner in Reichenau bei Constanz(Baden). Adam Glaba(Buchbinder) aus Kassel, früher in Hannover, wird um seine Adresse gebeten. Th. M. Wieger, Wiesbaden, Schachtstr. 30. Quittung. Hrn Löbtau Ann. 0,80. I. Bll Philadelphia Ab. 50,00. Brggmr Seesen Ab. 11,30. Hllngl Nordhausen Ab. l1,80. F. Ws Chnstophsgrund Ab. 13,00. Arbeit erbildungsverein Leipzig Ann. 3,30. Bich hier Ab. 5,25 Ullrch hier Ab. 5,40. M. Kbsch Dresden Ab. 88,25. H. Prß Meidling Schr. 8,53. Hnrch Arzberg Ab. 1,19. Schltr Dresden Schr. 25,00. Fllrmnn Bremerhafen Ab. 20,00. W. Albrtz Esslingen Ab. 15,35. Wgnr Wohlau Schr 0,93. Hrt Wiesbaden Schr. 4,00. Zmmrmnn Hersseld Schr. 2,90. Bmgrtn Schönstädt Schr. 0,30. Smmck Kempen Schr. 0,30. Lmp Quittels» dorf Schr. 3 30. Hsnr Karlsruhe Schr. 6,40. Orbn Goldlauter Schr. 6,85. A. Mnz Lüdbecke Schr. 5,75. Sozialdemokratischer Wahlverein. «�UUUvVvT. Sonnabend, den 15. September, Abends halb 9 Uhr, im Vereinslokal, Mittelstraße Nr. 11:(F. 164) Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Fortsetzung der Borträge über die zehn Gebote von H. Meister.(SO Der Vorstand. 1 GewcrkschaftS-Krankenkasse der Metallarbeiter für Leipzig und Umgegend.(Eingetr. Genossenlchaft.) uno der die erste Woche» Person S Mark betrug, sie suchten ihnen einzureden, daß sie die nächsten Wochen auch nicht mehr erhalten wür den und. lieber Herrn Deter bitten möchten, die Fabrik zu öffnen; jedoch erzielten sie hiermit keinen wesentlichen Erfolg, indem sich Niemand ihnen anschloß, infolge dessen wurde nachstehende Ueberrumpelung in's Werk gesetzt. Am Montag, den 3. d. Mts. frühmorgens, erschienen wiederum die oben Angeführten in der Fabrik, um um Arbeit zu bitten. Es wurde ihnen bedeutet, daß wenn eine schriftliche Erklärung unter- zelchnet würde, daß sie sich„durch die Sozialdemokratie hätten irre führen lassen", Herr Deter die Fabrik öffnen würde. Diese Jndi- viducn hatten nun nichts Eiligeres zu thun, als sofort ein Schriftstück zu unterzeichnen, so zwar daß die erste Seite nur mit ihren Namen bedeckt wurde. Sie begaben sich nun eiligst in die Wohnungen der anderen Ar- beitslosen und erklärten, daß die Fabrik wieder geöffnet werde, wer anfangen wolle, solle sich dahin begeben und unterschreiben. Selbstver- ständlich verschwiegen sie den Inhalt des Schriftstückes und betonten noch, daß Niemand aus dem Deutschen Tabakarbciter-Berein auszutteten brauche, sowie daß keine Lohnabzüge gemacht werden. Infolge dessen begab sich auch der größte Theil der Arbeitslosen— Jeden Sonnabend Abend>/,9 Uhr, Versammlung bei Menzel, Ecke der Kurze-Straße. Daselbst werden immer neue Mitglieder aus- genommen. Montag, den 3. Oktober, Generalversammlung. 70) R. Ludwig, Vorsteher. ftenlzz-err Sonnabend, 15. September, Abends halb Uhr, findet im Arbeiterbildungsverein, Ritterstr. 43 Ii., eine Besprechung der Mitglieder der Metallarbeitergewerkschaft statt. Zahlreiches Erscheinen Pflicht. I. A.: R. T. 160 Stellungsgesuch. Ein junger, gesinnungshalber entlassener Parteigenosse, sucht ent- weder als Schriftsetzer, oder anderweitig Beschäftigung. Offerten bis Ende September zu adrtssiren an G. Schön, neben der Synagoge, Göppingen i. W.— Suchender qualifizirt sich zur Agitation und wäre auch zur Mitarbeiterschaft an einem Parteiblalt geneigt. Die be- freundete Presse wird frdl. ersucht, diese Annonce gratis weiterzuver- breiten. Die Exped. d.„B." Verantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reudnitz-Leipzig, .nedat-« tfuck und un» Glped k.o» Färb-rst ß iL/ll. w. Lmp-- B-ro« G n»»kta tSbuwdrucker»- n Lei S- v»>« Hierzu die„Wissenschaftliche Beilage" Nr. 6.