Lehr nge olgt ind ren N. Sie ält Vift en. Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Quartal. Monats Abonnements werden bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen; im Königr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Pfg. Juferate Betr. Versammlungen pr. Petitzeile 10 Bt., betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Bf. iffe für Sie Nr. 112. M.: igt, Sier ds., " ชิ นะ hier tein Ab. Inn. , 30.. gr wg zur en BorBerIfs= ache aller nire und noch 20. fein für ende Ar [ 80 al Der aße 00 ends 164) bon [ 80 für .) Orn. [ 80en tellt rg rei bat errn 3,60 im Con ozu ge= [ 80 bon Oder e. rde zig.. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buchhandlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- York: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia:. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N.J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eny, 418 O'Farrell Str. London W.: E. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Oktober 1877 beginnt ein neues Quartal, und ordern wir deshalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentordern wir deshalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Duartal; Sonntag, 23. September. 1877. fleißes auch heute noch in dem Kleingewerbe ruht und daß die letzten Wahl Kapital zu schlagen? Sonst benutte man ja jedes behauptete Aufsaugung des letztern durch den Großbetrieb nichts Wort, das eine Handhabe bot; und hier hatte man das„ rothe als eine Redensart ist. Von einer Zahl von 1,667104 Betrieben Gespenst" ächt und unverhüllt. Aber man hütete sich, es in nahm das Kleingewerbe nicht weniger als 97 Prozent, d. h. Contribution zu sehen, denn alles in der Schrift Ausgesprochene 1,623591 Betriebe in Beschlag. Allerdings war in den 43513 ist derart motivirt, daß seine Berechtigung Jedem klar wird. großen Betrieben eine ganz erhebliche Kopfzahl beschäftigt. Beiläufig hat die Nationalliberale Correspondenz" den BeDer Preis beträgt 1 Mark 60 Pf. pro Quartal, 54 Vf. Immerhin aber betrug diese Bahl nur 38 Prozent sämmtlicher schluß des Genter Congresses gar nicht verstanden. Die Gemeinpro Monat für ganz Deutschland. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements Erwerbthätigen, während 62 Prozent oder in Zahlen 2 Million schädlichkeit des Privateigenthums an Grund und Boden braucht Menschen in dem Kleinbetriebe beschäftigt waren. Die Gewerbe- auf einem sozialistischen Congreß nicht mehr dargelegt zu werden: entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband statistik hat auch klar gelegt, woher dieses ueberwiegen des Klein- das, worauf es in Gent antam, war den reaktionär- utopistischen beziehen, wird dasselbe bei wöchentlich dreimaliger Busendung in gewerbes rührt und warum es auch in Zukunft sich nicht zu Gruppen- Phantastereien der sogenannten Anarchisten entgegenGunsten der Großbetriebes ändern kann. Es sind eben ganz zutreten, und zu betonen, daß der Sozialismus nicht einen Rückfolgender Weise berechnet: bestimmte Geschäftszweige, welche am vortheilhaftesten im Groß schritt aus der modernen Großproduktion in die mittelalterliche für Deutschland, Helgoland und Luxemburg 3 Mark per betriebe ausgeübt werden, wie z. B. Berg- und Hüttenwerke, Bunstwirthschaft, sondern umgekehrt einen Vorschritt aus der Rübenzuckerfabriken 2c.; und wiederum eine Reihe von andern, Privat- Großproduktion in die konzentrirte, aufs Aeußerste gesteifür die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien, Italien, die der Natur der Dinge nach niemals in den Großbetrieb gerte sozialistische Großproduktion durch den Staat will. Der die Niederlande, Großbritannien, Rumänien, Portugal, übergehen können, sondern die lokalen Bedürfnisse in lokaler Beschluß war also ein wesentlich polemischer, und der ganze Frankreich, Spanien, Türkei und Vereinigten Staaten Begrenzung auch in Zukunft befriedigen werden, als da sind die Nachdruck liegt auf dem Worte" Staat", im Gegensatz zu dem von Amerika 4 Mark; von den Bakunisten befürworteten Arbeiter- Gruppen, welche Couvertsendungen innerhalb des deutschen Postgebietes Schneider und Schuhmacher, die Bäcker, Fleischer, Tischler 2c. incl. Desterreich- Ungarn, Luxemburg und Helgoland, Ebenso den Thatsachen entgegengesetzt ist nun die Behaup- den Ackerbau, wie alle übrigen Arbeitszweige besorgen sollen. Nun zu etwas Anderem. wöchentl. 3mal 10 Mart pr. Quartal, wöchentl. 1mal tung, daß die mittlern und kleinen Bauern allmählich von dem Die Nationalliberale Correspondenz" sucht zu bestreiten, daß Großgrundbesize verschlungen würden und sich ihm gegenüber 4,80 Mark pr. Quartal. Der Abonnements- Betrag ist bei Bestellung einzusenden. nicht mehr halten könnten. Seit der Stein- Hardenberg'schen die Großindustrie die Kleinindustrie( der Großackerbau den KleinIn dem Zeitungskatalog steht der Vorwärts" im Agrargefeßgebung, welche einen freien Bauernstand in Breußen acerbau) verdränge und behauptet, die bei Gelegenheit der letzten erst schuf, hat das Uebergewicht des Großgrundbesizes über den Volkszählung aufgenommene Gewerbestatistik habe den schlaNachtrag XI, unter Nr. 3770a, Seite 2. mittlern und kleinen Besitz nicht zu-, sondern abgenommen. genden Beweis geliefert, daß die Hauptkraft des Gewerbsleißes Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementspreis mit Wenn in einigen Provinzen Bauernstellen verschwunden sind, so auch heute noch in dem Kleingewerbe ruht." Entweder verübt Bringerlohn) auf 1 Mark 80 Pf. pro Quartal und 60 Pf. pro sind im großen und ganzen dagegen weit mehr kleine Eigen- die Nationalliberale Correspondenz" hier einen Sophismus, Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition d. Bl. thümer entstanden, als 1815 eristirten. Ja in den schlechten oder sie schlägt der Wahrheit ins Gesicht. Richtig ist, daß in Färberstraße 12/ II, unserem Colporteur Moriz Ulrich, Süd- Zeiten, welche die Landwirthschaft besonders in den letzten zehn Deutschland die Mehrzahl der Gewerbtreibenden die Lohnstraße 12, in den Filialen: Cigarrenladen des Hrn. Peter Jahren durchgemacht hat, war es ein allgemein anerkannter arbeiter eingeschloffen noch dem Kleingewerbe angehört, richtig Krebs, Ulrichsg. 60, und Sattlerwerkstatt am Königsplatz 7; Saz, daß sich verhältnismäßig am besten noch der kleine Besizer ist aber auch, daß das Kleingewerbe stetig an Boden verfür die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: Bolk- stehe, der seine eigene Arbeitskraft in seinen Besitz hineinwerfen liert. Mit einer einmaligen statistischen Feststellung ist da gar marsdorf, Reudnik, Renschönefeld 2c. 2c. bei Frau Engel, könne und die theuern Arbeitslöhne nicht zu zahlen habe. Die nichts festgestellt. Es bedarf einer regelmäßigen, periodischen Reudnitz, Täubchenweg 29, 2 Tr.; für Connewih c. Hackert, neuern Maschinen, die künstlichen Düngemittel 2c. haben auch die Feststellung; nur durch eine solche läßt sich die ökonomische Kurze Str. 10 part.; für Kleinzschocher und Amgegend bei deutschen Bauern bereits für sich nußbar gemacht, indem sie sich Bewegung erkennen und konstatiren. Leider fehlt uns bis jezt F. Trost Hauptstr. 101; für Thonberg bei Bösch, Hospitalstr. 39/11 zu gemeinschaftlichen Anschaffungen afsoziirten. Die Maschinen in Deutschland eine derartige Statistit; das hindert indeß nicht, dahier; für Neurendniß bei 3schau, 15 1; für Gohlis 2c. find überall sichtbar thätig, wo der gebirgige Charakter des daß wir einen Ueberblick über den Stand des deutschen Kleinbei A. Hermsdorf, Lindenthalerstr. 7; für Stötterik bei E. Bodens oder die bisher noch nicht durchgeführte Zusammenlegung und Großgewerbs, einschließlich des Ackerbaues, gewinnen können. Brude, An der Papiermühle; für Flagwik- Lindenau bei Frau der Grundstücke das nicht verhindern. Die realen Verhältnisse Es ist eine tausendfach erwiesene Thatsache, daß der KleinGrebenstein, Aurelienstraße 3. entwickeln sich also genau in der engegengesetzten Richtung, wie betrieb in Industrie und Ackerbau die Conkurrenz mit dem Großdie Sozialdemokraten zur Motivirung ihres communistischen betrieb nicht auszuhalten vermag. Die Redakteure der„ NatioProgramms behaupten. nalliberalen Correspondenz", die offenbar in wirthschaftlichen Für Berlin wird auf den Vorwärts" monatlich für 75 Pf. ( frei in's Haus) abonnirt, bei der Expedition der Berliner Freien Presse", Kaiser- Franz- Grenadier- Plaz 8a und Rubenow, Brunnenstr. 34, im Laden. Die Leipziger Abonnenten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß bei allen Stadtpost- Filialen Quartalsabonnements angenommen werden. werde. An die Leser des Vorwärts"! " " Bei diesen Beschlüssen der Baseler, Stuttgarter, Genter 2c. Dingen von rührender Naivetät find, sollen nur einmal ihre Congresse scheint uns Eins am merkwürdigsten, nämlich das respektiven Schuhmacher, Schneider, Tischler u. s. w. fragen, wie doppelte Spiel, welches die sozialistischen Führer unter sich und es um das Kleinhandwerk steht, und sie werden eine Antwort gegenüber dem Volt treiben. Auf ihren Congressen sind sie bekommen, daß ihnen die Augen übergehen, und die Schuppen reine Communisten, schaffen das Eigenthum an Grund und von den Augen fallen. Wir wetten, der Schneidermeister oder Boden und an allen Arbeitsinstrumenten auf das gründlichste ab Schuhmacher des Herrn Wehrenpfennig, des leitenden Geistes und, was daraus von selbst folgt, auch die Ehe und Familie. der Nationalliberalen Correspondenz", wird in viertelstündiger In ihren Wahlagitationen aber hüten sie sich wohl, von diesem Vorlesung den staatsmännischsten der nationalliberalen StaatsDas Kaiserliche General- Postamt zu Berlin hat verfügt, Programm etwas zu verrathen. Sie beschränken sich vielmehr männer zur Einsicht bringen, daß der Großbetrieb in Gestalt daß die bisher bestandene Ausnahmebestimmung, wonach gewisse auf allgemeine radikale Phrasen, ja es gelingt ihnen mit ebenso von Confektionsanstalten, Schuh- und Stiefelfabriken mit MaZeitungen auch auf einen Monat nur, innerhalb Sachsens durch viel Dreistigkeit als Glück, vor der Masse der Wähler ihr eigent schinerie auch auf Gebieten, welche die„ Nationalliberale Corredie Post bezogen werden konnten, von jetzt an aufgehoben liches Programm zu verstecken. Man darf wohl behaupten, daß spondenz" gegen die Uebergriffe des Großkapitals gefeit glaubt, die Klarlegung dieses Programms vor dem kleinsten Gewerb dem Kleinbetrieb die Schlinge bereits um den Hals geworfen hat. Es werden daher vont 4. Vierteljahre ab in Gemäßheit der treibenden in der Stadt, dem kleinsten Besitzer auf dem Lande, Es liegt dies auf der Hand: Das Großkapital dehnt sich Allgemeinen Bestimmungen außer den Vierteljahrsbestellungen ja dem Arbeiter und besonders der Arbeiterfrau die Folge haben immer mehr aus; es bemächtigt sich eines Gebiets des wirthnur Zeitungsbeftellungen auf den 2. und 3. Monat zusammen, würde, daß die sozialdemokratischen Agitatoren mit Schimpf und schaftlichen Lebens nach dem andern, erst derjenigen, auf denen sowie auf den 3. Monat jeden Vierteljahres besonders, an- Schande aus den Wählerversammlungen hinausgejagt würden. der Großbetrieb sich am leichtesten einführen läßt, dann, die genommen, bezw. aufgegeben werden. Aber es wird eben nicht klar gelegt, sondern verhüllt, und an Fang- und Saugarme stets weiter ausstreckend, der Reihe nach seine Stelle werden allgemeine Schlagwörter über die Noth der jener Gebiete, auf denen die Einführung des Großbetriebs mit unterdrückten Bolfsklassen gesetzt. Wie sehr die sozialistischen größeren oder geringeren Schwierigkeiten verbunden. Nicht ein Führer diesem Doppelspiel vertrauen, zeigen von neuem die Be- Gebiet kann auf die Dauer dem Großkapitalismus widerstehen. schlüsse des Genter Congresses. Wäre es möglich, dieselben der und daß das Großkapital dem Kleinkapital im Conkurrenzkampf Masse des deutschen Boltes allgemein zum Verständniß zu überlegen ist, daß 100,000 Thaler im Conkurrenzkampf mit bringen, so würde an diesem Tage die deutsche Sozialdemokratie 10,000 oder gar 1000 Thaler ebenso sicher und leicht fertig werden, wie eine Armee von 100,000 Soldaten im Waffenkampf in ihrer Macht vernichtet sein." Die Redaktion und Expedition des Vorwärts". Ueber den ,, sozialdemokratischen Congreß" in Gent bringt das offizielle Organ der nationalliberalen Partei, die ,, Nationalliberale Correspondenz", einen Artikel, dessen wir schon in voriger Nummer erwähnten, und den wir hier vollständig folgen lassen: So weit die Nationalliberale Correspondenz". Wir haben mit 10,000 oder gar 1000 Soldaten, das werden die Gelehrten bereits darauf aufmerksam gemacht, daß die Behauptung, die der Nationalliberalen Correspondenz" wohl begreifen. Dazu " Der Congreß der Sozialdemokraten in Gent hat den Be- Sozialdemokratie scheue sich, bei der praktischen Agitation Farbe braucht man keine nationalökonomischen Studien gemacht zu schluß gefaßt, daß dem Elend und der Aushungerung des Volkes zu bekennen, habe sozusagen ein doppeltes Programm: eins für haben. Was insbesondere den Ackerbau betrifft, so hat die Statistik nur abgeholfen werden könne, wenn der Staat Eigenthümer des die Eingeweihten( auf Congressen) und eins für das große Grund und Bodens und der übrigen Arbeitsinstrumente würde. Publikum( bei Wahlen zc.), eine alberne von gänzlicher Unkennt jeder Flunkerei und Faselei den Boden entzogen. Sie sagt Dieser Beschluß legt wieder Zeugniß dafür ab, daß die moderne niß unserer Bewegung zengende Verläumdung ist. Die Ver- und an dem Wort der Statistik läßt sich weniger deuteln als Sozialdemokratie rein communistisch ist. Allerdings ist dies handlungen und Beschlüsse unserer Congreffe, der internationalen an dem Wort eines Königs oder Kaisers sie sagt: der nichts Neues. Schon auf dem Baseler Congreß beschlossen die sowohl als der deutschen, werden stets der weitesten Deffentlich Kleinackerbau kann die Conkurrenz mit dem GroßaderSozialdemokraten, daß das Ackerland in gemeinschaftliches Eigen- feit übergeben, und was speziell den Beschluß in der Grund- bau nicht aushalten; der Kleinackerbau steht auf dem thum verwandelt und der Boden von Staatswegen an Ackerbau- und Bodenfrage betrifft, welcher die Entrüstung der„ National- Aussterbeetat. Wir würden den Gelehrten der Nationalliberalen Corregenossenschaften verpachtet werden müsse. Die französischen liberalen Correspondenz" erregt hat, so ist derselbe nicht nur, Sozialisten warnten vor diesem Beschlusse. Sie fürchteten, daß wenn auch nicht in gleichem Wortlaut, doch gleich in der Sub- spondenz" gern mit den beweisenden Biffern aufwarten, aber es die französischen Bauern davon Wind bekommen und daß es stanz, auf verschiedenen Congressen( in Brüssel 1868, in Basel ist für die Herren vortheilhafter, wenn sie sich die Ziffern selbst dann den Sozialisten in Frankreich gelegentlich übel ergehen 1869 und in Stuttgart 1870) gefaßt, sondern auch, seinem Wesen aufsuchen; es haftet dann fester. Wissen sie die Quellen nicht zu könne. Die Deutschen aber klatschten Beifall, denn, meinte Herr nach, in das Programm der sozialdemokratischen Partei auf- finden, nun so mögen sie sich an den ersten besten Sozialdemo Zum Exempel an ihren Schuhmacher- oder Bebel, als er auf dem ersten Congreß der sozialdemokratischen genommen, und obendrein in verschiedenen, massenhaft verbrei- frat wenden. Arbeiterpartei zu Stuttgart die Baseler Beschlüsse vertheidigte: teten größeren und kleineren Broschüren begründet und als Schneidermeister, der, wir wetten 100 gegen 1, ein Sozialdemodie Wissenschaft habe sich auch bereits über die Grund- und ökonomische Nothwendigkeit erwiesen worden von hunderten, krat ist, weil je nun, weil er von den ökonomischen Vorgängen Bodenfrage ausgesprochen und die Unmöglichkeit des Parzellen- die Grund- und Bodenfrage im Sinne jenes Beschlusses behan- und dem Verhältniß des Großbetriebes zum Kleinbetrieb, durch betriebes der mittleren und kleinen Bauern nachgewiesen. Wie deinden Zeitungsartikeln in der sozialdemokratischen Presse gar die Erfahrung gewißigt, mehr weiß und ein flareres Verständniß der kleinbürgerliche Handwerksbetrieb, so sei auch der kleinere nicht zu reden. hat, als die Gelehrten der„ Nationalliberalen Correspondenz". " Nationalliberale Politik und eine sozialdemo= fratische Studenten- Adresse. Münster, den 16. September. landwirthschaftliche Betrieb nicht mehr möglich. Wie dort die Bei der legten Reichstagswahl suchten die Gegner durch den Großindustrie das kleine Gewerbe, so erdrücke hier der Groß- Theilerei"-Wauwau auf die Bauern zu wirken, allein wo immer grundbesitz mehr und mehr den kleinen Ackerbau, und das müsse unsere Agitatoren auftraten gelang es ihnen, ohne daß sie ein so sein, da ein rationeller Betrieb eben nur im großen durch Jota des Prinzips zu opfern brauchten, den Argwohn der LandBenutzung der Maschinen 2c. noch möglich sei. bevölkerung zu entwaffnen, und die Bauern zu überzeugen, daß " Bekanntlich steht diese Vorstellung durchaus im Widerspruche die sozialistische Lösung der Grund- und Bodenfrage auch in Ihren Wunsch, Ihnen dann und wann einige Nachrichten mit" den wirklichen Thatsachen. Die Gewerbestatistik, welche bei ihrem Interesse sei. Warum hüteten sich unsere Gegner, aus über„ Finstermünster" zukommen zu lassen, kann ich schon jetzt wieGelegenheit der letzten Reichszählung veranstaltet wurde, hat den der, die äußersten Consequenzen des Sozialismus aussprechenden der erfüllen. Gerade hatte ich einem armem verheiratheten Eisenschlagenden Beweis geliefert, daß die Hauptkraft des Gewerb- Schrift Liebknecht's über die Grund- und Bodenfrage bei der bahnarbeiter, dessen Lohn ohne Grund von 16 Sgr. auf 15 Sgr. herabgedrückt worden, einige vorzügliche Führungs-Atteste ge- ordnet und abgeschrieben, als ein Freund mir die neuesten Zei- tungcn brachte. Auf den ersten Blick bemerkte ich, daß Ludwig Glaser abermals einen dummen Streich gemacht hatte. Es ist zu natürlich; in einer Stadt, die von den Ultramontauen ge- knechtet wird, muß auch dem Leithammel der Liberalen die Kaplansdefensive in den Knochen stecken: Gibt dir Jemand einen Streich auf die linke Wange, so reiche ihm auch die rechte dar. Eben noch hat die„Westfälische Provinzial-Zeituug" eine Ohr- feige erhalten für eine Gemeinheit, die sie auf sozialem Gebiet verübt, und deren Motive, wie ich zu ihrer Ehre annehmen will, nicht in ihrem Charakter, sondern in ihrer bornirten Unwifsen- heit zu suchen sind, so begeht sie eine neue Dummheit auf dem Gebiete der Politik. Dieselbe besteht in einem Leitartikel, der wahrscheinlich nicht von dem Redakteur Glaser geschrieben, denn dazu soll ihm die geistige Begabung fehlen, sondern aus einem jener bekannten Berliner Leitartikel-Bazare bezogen ist und auch das Abzeichen jener Fabrikate trägt: Billig und schlecht. Erlassen Sie es mir, Stellen aus demselben zu citiren; ich will aus den sechzig gelogenen Zeilen nur die Quintessenz mit- theilen.—„Die erlauchte Person des russischen Kaisers will keine Eroberungen machen, sondern nur die Christen von dem Joche des Islam befreien. Deutschland muß das glauben. Unser Volk muß den Russen sogar dankbar sein, daß sie so lange(sie!) den Angriffen der Türken widerstanden haben. Denn— siegen die Türken, so werden sie erst recht nicht aus Europa gehen."— Mit den letzten Worten hat der Verfasser eine Masche seines Schwindelnetzes fallen lassen. Die Türken sollen also doch aus Europa gejagt werden? Ist das die Vor- bedingung zur Befreiung der Christen, die Garantie, welche Kaiser Alexander fordert? Und wenn die Türken fort und die Christen frei sind, was wird aus der europäischen Türkei? Die „geistreiche", gut unterrichtete„Provinzial-Zeitung" wird natürlich prophetisch voraussagen können, daß der Kaiser, wenn die paar Christen ihm etwa sagen werden: Der Mohr hat seine Ar- beit gethan, der Mohr kann gehen— mit seinen dccimirten Regimentern gemüthlich nach Hause marschirt, getragen von dem süßen Bewußtsein, die Humanität gerettet zu haben. Sie kann versichern, daß der Czar und Pabst aller Neuffen die Christen nicht mit der Knute in die orthodoxe Giftbude peitschen, die neuen Provinzen nicht russifiziren und mit russischen Großsürsten besetzen, die Fürsten von Serbien und Rumänien nicht zu seinen Vasallen machen wird, und daß der russische Doppelaar viel zu besonnen ist, um schließlich in die slavischen Länder Oesterreichs einzufallen, selbst wenn es Deutschland ihm erlauben sollte. Wenn von Berlin aus an Carol die Ordre ergeht, die Russen zu unterstützen, j und diese die rumänischen Bundesgenoffen bei Plewna vor die Alternative stellen, den russischen Kugeln sicher, den türkischen wahrscheinlich zum Opfer zu fallen, so geschieht diese Pulverisirung einer Armee nicht, um dem Volke das mili- tärische und politische Selbstbewußtsein zu rauben und es zum gefügigen Werkzeug slavischer Politik zu machen, sondern nur — um die Chnsten zu befreien. Gorlschakow ist ein viel zu schlauer Staatsmann, um nicht einsehen zu können, daß der Be- sitz von Konstantinopel für den russischen Handel werthlos ist, daß es vollständig unsinnig ist, die Stadt am goldenen Horn, den wohlgeschürzten Knotenpunkt zweier Welttheile,' als das Diamantschloß des osmanischen Reiches zu betrachten. Und sollte dem Leiter Rußlands wirklich einmal in einem schwachen Augen- blicke der Appetit nach einem Stückchen„Vaterland" kommen, so wird er sich auf die Knie werfen und Gott im Namen des europäischen Gleichgewichts anflehen:„Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von cchlem Uebel. Amen." Das Alles kann man zwischen den Zeilen des offiziösen oder offiziellen Artikels lesen, dessen Abfassung ebenso von Berlin aus commandirt wurde, wie das Losschlagen Rumäniens. Wenn der Schreiber desselben nur etwas vorsichtiger zu Werke ge- gangen wäre und sich nicht selbst verrathen hätte. Er hat seinen Artikel in den Styx stählender Heuchelei und Servilität getaucht, daß derselbe förmlich davon trieft, doch wo die Hand der wahren Gesinnung ruhte, ist er verletzbar geblieben: Türken 'raus!— Mehr Interesse wie die verkommene Politik der Liberalen bietet die Aufnahme, welche die bekannte sozialdemokratische Adresse einiger Studenten unserer Hochschule bei den biederen Münsteranern gefunden hat. Die Wirkung derselben, als sie be- kannt wurde und in alle größeren Blätter der Provinz überging, war wirklich groß. Solch' freie, lichttrunkene Worte waren in Noch allerlei Conservatives. Frankfurt a. M., 16. September. Vor acht Tagen schied ich von den geehrten Lesern mit der Bitte:„Nichts für ungut." Wenn ich ihre Aufmerksamkeit schon heute wieder für ein paar Minuten in Anspruch nehme, so hat dies nur seinen Grund in der allzugünstigen Gelegenheit, sie einmal von conservativen Worten auf di!to„Thaten" schließen zu lassen. Dg kommt mir nachträglich die Nummer der„Deutschen Reichspost" vom 2. September zu Gesicht. An der Spitze des Blattes figuriren 72 Zeilen Poesie:„Zum 2. September." Ein Herr, der den ominösen Namen Müller führt, weiß zu er- zählen von„des Reiches Herrlichkeit", vom„Tag der Gottes- räche",„Festesjubel", von„der Feinde Tücke" k. „Das Band der Treue soll uns fest umschlingen Zu unserm Gott und unserm Vaterland!" Da können wir ebenso wie in Nr. 106 des„Vorwärts"„unterm Strich" fragen:„was der spanische Gott an dem Tage wohl gemacht hat?" Doch weiter im Texte! Auf der zweiten Seite finden wir „Sozialdemokratisches" und— Berliner„August- Conferenz". Ein Correspondent aus Hamburg macht seinem christlich-conser- vativen Herzen mit einem gewaltigen Stoßseufzer Luft. Das Ding verdient den Namen:„Bekenntnisse einer conservativen Seele" und ist wahrlich Werth, den Lesern wortgetreu präsentirt zu werden. Also: „Durch die deutsche sozialdemokratische Presse geht ein Schreckens- und Entrüstungsschrei über die Schwere des Urtheils, welches zu Saarbrücken über zwei Agitatoren gefällt worden ist. Wir können nicht umhin, diese Entrüstung der sozialdemokratischen Organe nicht nur erklärlich, sondern in gewissem Sinne auch berechtigt zu finden. Es ist vollkommen wahr: ganz dasselbe was die beiden Redner den Zeitungsnachrichten zufolge gesagt haben, sagt in mehr oder weniger abweichender Form jede Num mer der verschiedenen Parteiblätter, sagt jeder, bei Festen oder in Volksversammlungen auftretende sozialdemokratische Redner, liegt jeder sozialdemokratischen Resolution oder sonstigen öffent- lichen Kundgebung zu Grunde. Wie kann man nun das Näm liche, was in unzähligen Fällen ganz straflos, ja unbeachtet bleibt, in diesem einen Falle mit solcher Schärfe ahnden? Und doch ist es eine innige, herzliche Freude, ist es ein förmliches Aufathmen, mit dem man die Nachricht von solchen Urtheils- „Finstermünster" unerhört, ein Ereigniß, ein unerwarteter Schlag. Aber nicht ein plumper Faustschlag der Staatsgewalt, auch kein jesuitischer Fußtritt, sondern eine von kräftiger Studentenhand elegant geschlagene, prächtig sitzende Tiefquart. In allen Kneipen sprach man von den kühnen Studenten und forschte nach ihren Namen. Verblendet betrugen sich namentlich die ultramontanen Collegen. Ein liberaler Akademiker erzählte mir, es sei wahr- Haft zum Erstaunen, was seine Kameraden, die keine blasse Ahnung von dem Wesen des sozialdemokratischen Prinzips hätten, zusammenflunkerten. Die Einen röchen Petroleum und glaubten an Massenmordmaschinen a la Thomas, die Andern meinten, nun solle es womöglich gleich am kommenden Morgen losgehen; Baron Romberg und Commerzienrath Petersen z. B. würden auf den Markt geschleppt und müßten ihre Reichthümer in gleich- werthigen Theilen an die 30,000 Bewohner Münsters abgeben. Was für einen Begriff müssen die Leipziger und Berliner Studenten von solchen Commilitonen bekommen! Dr. Stender scheint Recht zu haben; solche Knaben können gefährlich werden. Die„Westfä- lische Provinzial-Zeitung" war vor Schrecken ganz„paff" und konnte nur einige Worte der Neugierde stammeln. Die„Köl- nische Volkszeitung" hält eine Mystification, worauf das„Myste- rium der Religion" hindeute, für möglich. Sie begreift nicht, daß das Wort„Mysterium" jedes Mal in ironischem Sinne ge- braucht ist. So kommen die sozialdemokratischen Studenten noch in den Geruch, fromme christliche Sozialisten zu sein. Schlau sind die Ultramontanen doch! Am originellsten hat sich der„Westfälische Merkur", das Or- gan der clericalen Adelspartei, benommen. Wenn man ein Pfäfflein, das sich während langer, langer Zeit auf das Strengste kasteit hat, plötzlich in ein Faß süßen, edlen Weines taucht, und im Wein ist Wahrheit, so kann es nicht possirlicher und beut- licher sprechen, wie der„Merkur" zum Oberpräsidenten v. Kühl- Wetter. Das Mönchlein schmazt mit den schmalen, weinfeuchten Lippen, streichelt sich den dürren Leib und bespöttelt, mephisto- phelisch lächelnd, Herrn v. Kühlwetter also: „So lange in der jetzigen Weise fortregiert und fortgewirth- schaftet und culturgekämpft wird, da wird die Sozialdemokratie immer mehr Anhang finden, da helfen gegen sie weder Roß noch Reisige, weder Gesetzesparagraphen noch Polizeireglements. Viel- leicht denkt aber Herr v. Kühlwetter, daß das Auftreten der Sozialdemokratie unter der akademischen Jugend nur Folge von jugendlichen, unreifen, unklaren Ideen und daß hier durch gründ- liche Belehrung abgeholfen werden könne. Dann wäre freilich nichts nothwendiger, als daß dem Professor der Staatswissen- schaft, von dem man an gewisser Stelle soviel Heil erhofft, der aber bekanntlich seit Jahren kein Colleg zu Stande bringt, cnd- lich einmal zu Zuhöreru verholfen würde. Gewiß, wenn dieser die Studenten in richtiger Weise begeisterte für die großen Ideen von der Erhabenheit des allmächtigen Staats, von der Unüber- trefflichkeit des Polizei- und Säbelregiments, von der Nothwen- digkeit der Steuerschraube, von der Vortrefflichkeit Manchester- licher Handelspolitik und der unbeschränkten Gewerbefreiheit, dann würden sie ohne allen Zweifel nicht mehr so despectirlich über die Gesellschaft sprechen, welche„vor dem Mysterium der Monarchie sich auf den Bauch wirft", und„den Helden des Sä- bels Monumente baut", dann würden sie mehr Achtung gewinnen vor der„Culturwaffe der Hinterlader". Es scheint also von ungeheurer Wichtigkeit zu sein, daß der Professor der Staats- Wissenschaft fortan viele Zuhörer gewinnt. Vielleicht empfähle sich zu dem Zwecke, daß Staatssttpcndicn nur solchen ertheilt würden, welche bei dem Professor der Staatswissenschaft Vor- lesungen hören, oder daß für die Studenten ein Examen in der Staatswissenschaft eingeführt würde, oder daß man ein Seminar für Staatswissenschaft einrichtete mit hohen Remunerationen für die Mitglieder. Doch wir wollen keine weiteren Vorschläge ma- chen, sondern den Herrn Curator nur auf die Wichtigkeit der Professur der Staatswissenschaft aufmerksam gemacht haben und das Uebrige getrost seiner umsichtigen Fürsorge überlassen." Ich wiederhole es: in vivo veritas. In nüchternem Zustande jedoch befällt den„Merkur" die alte Schwerfälligkeit und Dumpfheit seines Geistes. Dann poltert er mit deni Curator herum, weil derselbe die Jesuiten verscheuchte, das theologische Concil auflöste, den einflußreichen Bischof beseitigte, einige neu- protestantifche Professoren anstellte und so den katholischen Cha- rakter der Akademie aufhob um ihr einen modernen, Wissenschaft- licheren zu verleihen. Diese Reform habe das Entstehen der — Sozialdemokratie begünstigt! Der arme Oberpräsident und seine Professoren dauern mich; sie haben diesen schrecklichen Vor- sprächen wie dem Saarbrücker begrüßt, und kann man, trotz des sehr gezwungenen Humors, mit welchem die Sozialdemo- kraten Herrn Tessendorf als ihren„besten Agitator" bezeichnen, diesem Manne nicht dankbar genug dafür sein, Laß er die An- wendbarkeit der bestehenden Strafgesetze den frechen sozialdemo- kratischen Agitationen gegenüber zuerst gezeigt hat. Die Sache ist die, daß es allerdings thöricht wäre, von strafrechtlichen Ver- urtheilungen das Erlöschen oder auch nur eine merkbare Schwächung der Sozialdemokratie zu erwarten, und daß man es den Sozialdemokraten so wenig wie den Vertretern anderer Richtungen verwehren kann, für ihre Behauptungen und Lehren Propaganda zu machen; daß es aber für die Art und Weise, wie diese Propaganda betrieben wird, eine Grenze giebt, deren Ueberschreitung die Staatsgewalt nicht zu dulden braucht, die jedoch thatsächlich von den sozialdemokratischen Blättern und Agi- tatoren seither in einem Umfange mißachtet worden ist, den man kaum für glaublich halten sollte. Neuerdings beginnen nun die Staatsbehörden sich aufzuraffen und, sagen wir es gerade heraus, eine nur zu lange versäumte Pflicht zu thun. Was dieser Pflichterfüllung aber einen gehässigen Charakter verleiht, das ist, daß sie nicht systematisch und allgemein, sondern nur hier und da und gelegentlich geübt wird. Die Sozialdemokraten haben kein Recht, zu verlangen, daß man sie noch weiterhin in so kind- licher Weise gewähren lasse, wie dies bis vor Kurzem der Fall war, und es auch ferner gewiffermaßen als ein Privilegium der Sozialdemokratie anerkenne, die öffentliche Aufhetzung mit den verwerslichstenMitteln straflos betreiben zu können, während die Ange- hörigen anderer Parteien zuweilen für die harmlosesten Aeuße- rungen in schwere Strafen genommen werden. Insbesondere kann das Geschäft des Lügens, Verleumdens und Verdrehens, welches von den sozialdemokratischen Blättern mit ebenso großer Raffinirtheit wie Unermüdlichkeit geführt wird, nicht beanspruchen, daß die Staatsgewalt sich nicht um dasselbe kümmere oder nichts Anderes darin erblicken soll als die„Stimme des Volkes". Aber wenn man Etwas thun will, so thue man es auch ganz: denn sonst kann nicht nur die Wirkung, eine der schärfsten Waffen der Sozialdemokratie zum Mindesten bedeutend abzustumpfen, nicht erzielt werden, sondern die Sozialdemokraten haben sonst auch, wie gesagt, ein gewisses Recht, über Bedrückung und Rechtsun- gleichheit zu klagen. Es wäre ein wahrer Segen und würde sehr zur Klärung der öffentlichen Meinung beitragen, wenn ein- mal nur in allen den Fällen, an denen offenbar eine grobe Ge- fetzesverletzung von jener Seite vorliegt, das Gesetz auch ge- 'Wurf nicht verdient. Weder die philosophischen und mathema- tischen Vorlesungen der Neuprotestanten, noch die von Teufels- furcht befreienden Vorträge des Dr. Karsch, weder die bis zur Langweiligkeit objektiven Geschichtsvorträge Lindner's, noch der optimistisch selbstgefällige, vom realen, determinirten, freud- und leidvollen Leben sich abwendende Pantheismus des sonst edlen und phantasievollen Denkers Dr. Spicker, auf den man es be- sonders abgesehen hat, können speziell zur Sozialdemokratie füh- ren. Ich erinnere den„Merkur" daran, daß ein tausendmal radikalerer Philosoph, wie Spicker, David Strauß, in seinem „Alten und neuen Glauben" das Dogma von dem„Mysterium" der Monarchie proklamirte, um den sonderbaren Einfluß, den die Monarchen auf das(dumme) Volk ausüben, begreifen zu können; und fürchtet sich etwa Stroußberg vor irgend einem Teufel? Die Studirenden hat eben das Leben, das harte, grausame, in Contrasten, die spitzer, wie Bajonette, sich stoßende und bre- chende Leben und Sterben aus dem unbarmherzigen Me- chanismus der Monopolisirung geistiger und leiblicher Güter in die allumfassenden, liebevollen Mutterarme der Sozialdemokratie getrieben. Die großartigste und gerechteste Moral der Weltentwicklung, Sozialdemokratismus, hat die stu- dirende Jugend nicht, mit ein oder zwei Ausnahmen, aus öden und trockenen Vorlesungen, in denen sie lernt, daß sie nichts lernt, geschöpft, sondern aus dem außerhalb der Hörsäle wogen- den Kämpfe um das Sein oder Nichtsein, dessen mächtige Tragik sich überall vor ihren Augen entfaltet. Der Oberpräsident mag daher nur ruhig sein; der Curator hat die bösen sozialdemokra- tischen Studenten nicht auf dem Gewissen. Der„Merkur" zürnt aber nicht nur dem Oberpräsidenten, sondern auch den Studenten, daß sie vor den Nachtwächterhun- den des modernen Staates sich nicht unter die verdunkelnden Flügel der alleinseligmachenden Kirche geflüchtet. Es geht ein finst'res Wesen um, das nennt sich Jesuit und möchte gar zu gern die Studenten in lange, unbequeme Priestertalare stecken und in akademischen Congregationen und theologischen Convicten behüten, allwo Stagnatton, Versumpfung und dicke Finsterniß herrscht. Die Studenten wollen nichts davon wissen, wollen nicht, daß das arme Volk christliche Demuth übe und sich Gottes unerforschlichem Rathschluß füge, wenn es von übermächtigen Fürsten, Grafen und Geldbaronen mißhandelt wird, wollen nicht einmal dem Kaiser geben, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist— nein, alles Gott, d. i. der ganzen Menschheit. Sie schlagen die Kirchenthüren donnernd hinter sich zu und stür- men jubelnd in die herrlichen Eichenwälder der Sozialdemo- kratie und schlürfen durstig die herzschwellende Frühlingsluft der jungen Freiheit. Darob ist das Kaplansblatt erbost und in seinem Grimme belügt es sich selbst, hält das für schier unmöglich und nennt die Studenten— platonische Schwärmer. Diesen Namen darf die Studentenschaft allerdings nicht von sich weisen, sie theitt ihn sogar mit den Ultramontanen. Auch die Sozialdemokraten schaffen heute noch mit Wort und Schrift, die Ausübung ihrer geforderten Rechte würde vereitelt werden durch Staatsanwälte und Mausergewehre. Der Gegenstand ihrer Schwärmerei ist noch nicht Fleisch und Blut geworden, der Gott noch nicht in Brod verwandelt, er ist noch ein Ideal, man kann sagen, eine Seelen- braut. Aber es ist dieses Ideal kein Phantom, kein goldgerän- dertes Wölkchen, flüchtig flatternd hoch oben am Himmel— sondern eine schwere Wolke, dunkel und ernst, die sich tief, tief herniedergelassen und entweder befruchtenden Regen, oder ver- nichtenden Wetterstrahl senden wird. Die neue Aera wird heranrücken mit dem milden, friedfer- ttgen„Selig seid ihr", oder mit dem zürnenden„Wehe euch", entweder sie kommt als Demokratie oder„Dämonkratie". Wie? das haben unsere Gegner zu bestimmen! Das metaphy- fische Spintifiren hat sich vor dem scharfen Hauch der Erkennt- niß verkrochen und die Philosophie ist vom Himmel auf die Erde gekommen; so zerstören wir die Mythe vom Wohnort der Seligen und tragen all das Glück und Heil des Leibes vom Himmel auf die Erde. Aller Augen werden es sehen, Aller Ohren werden es hören, in aller Menschen Herzen wird es dringen, was Gott Denen bereitet hat, die ihn lieben: Glück- seligkeit des Geistes und des Leibes. Mit einem Worte, und damit will ich meine Correspondenz schließen:„Realität su- chender und findender Idealismus" ist die Losung der Sozialdemokratie. Ja, für diese schwärmen die deutschen Stu- deuten auch in deß Wortes wörtlichster Bedeutung; sie schwärmen — zu Tausenden. M. Br. handhabt würde. Bis jetzt ist das entschieden nicht geschehen; und das Saarbrücker Urtheil wirkt nur darum in manchen Kreisen so verblüffend, weil man sich an die unglaublichsten Dinge so gewöhnt hatte, daß man deren Gesetzeswidrigkeit gar nicht mehr beachtete." Ob der Hamburger Correspondent der„Deutschen Reichspost" unserem Freunde Tessendorf ob der ihm schon wiederholt ge- spendeten Anerkennung eifersüchtig ist— wer will das entscheiden. Jedenfalls können wir ihm die Versicherung geben � daß er uns — vielleicht aus Nächstenliebe— für heute die„öffentliche Auf- hetzung" erspart hat!„Zahlen beweisen", sagt Benzenberg, und „Thatsachen beweisen", sagen wir im Hinblick auf vorstehende „Reichspost"-Leistung!!— Hier sei nur die kleine Einschaltung erlaubt, daß jüngst in diversen Leitartikeln der„Reichspost" von einem„süddeutschen Richter", der jedenfalls die Weisheit eines Salomo in den Schatten zu stellen trachtete,«ans pbraso die Einführung der Prügelstrafe empfohlen wurde! Mancher Leser wird vielleicht ungläubig den Kopf schütteln und denken, ich habe etwa Nachts einmal vom Mittelalter geträumt. Pardon, Du irrst, ich habe es mit meinen höchsteigenen Augen gelesen, bin zwar ein So- zialdemokrat, kann aber heute, in Erinnerung an die Grund- steinlegung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald, unmöglich das„Geschäft des Lügens":c. betreiben. Nummer 213 vom 12. September bringt als Leitartikel: „Einige Bemerkungen über den Aufschwung der sozialistischen Presse." Es muß doch nicht mehr gehen mit diesem Todtschwei- gungssystem, wenn man bereits hieraus einen Leitartikel von 96 Zeilen fabrizirt. „Die Führer der sozialdemokratischen Bewegung haben längst ihre Presse, d. h. die fortwährende Bearbeitung der Massen durch Schriftwerke, als das wirksamste Mittel zur Förderung und Erreichung ihrer Zwecke erkannt, und deshalb widmen sie derselben unausgesetzt die größte Aufmerksamkeit. Der reißende Aufschwung, den die sozialistische Literatur in den beiden letzten Jahren genommen hat, ist eine der beachtenswerthen Erschei- nungen unserer Zeit und beweist auf das Unzweideutigste die vortreffliche Organisation und die centralisirte Leitung der Partei." Die große Verbreitung des„Armen Conrad", sowie die Aus- lassung des„Vorwärts", daß er nur bei„Massenverbreitung" feine„Mission"(!) erfüllen könne, scheint der„Reichspost" nicht fehr zu behagen. Gänsefüßchen und Ausrufzeichen hätten übri- Sozialpolitische Uebersicht. — Entweder— oder! Dem„Pester Lloyd" wird aus Wien die Mittheilung gemacht, daß Fürst Bismarck geäußert habe:„Entweder haben wir noch vor dem Winter den russisch- türkischen Frieden oder unmittelbar nach dem Winter den all- gemeinen Krieg." Das Blatt fügt dem hinzu, daß dieser Ausspruch nicht gerade auf eine unbedingte Enthaltung respektive auf strikte Neutralität des deutschen Reichs hindeute,„aber", so fährt es fort,„zum Glück für die Welt ist der liebe Gott so gütig, das Wettermachen— auch das politische— noch immer selber zu besorgen und dasselbe nicht der Laune oder dem auto- kraten Willen des Fürsten Bismarck zu überlassen."— Wir stützen uns nun bei dieser Frage vielmehr auf die Türken, als auf den„lieben Gott"; wenn die ersteren nämlich� den Russen noch weitere entscheidende Schlappen beibringen, so dürste es Äem Herrn von Bismarck wohl keineswegs gelüsten, an der Seite des so weidlich geprügelten„Erbsteundes"„den allgemeinen Krieg" zu entzünden, um auch für Deutschland die dann wahr- lich verdienten Schläge zu holen. Um Uebrigen glauben wir, daß in diesem Falle selbst das so demüthige deutsche Volk etwas halsstarrig werden würde. —„Dienstboten haben keinen Zutritt"— so stand es auf den gedruckten Einlaßkarten zu einem Erntefestball zu lesen, der kürzlich in dem Dorfe Groß-Warnitz bei Oldesloe in Holstein gefeiert wurde. Angesichts solcher Agitation zur Er- regung von„Klassenhaß" müssen wir Sozialdemokraten uns bescheiden zurückziehen, dagegen sind wir doch wahre Stümper. Der„gesunde Sinn" der Landarbeiter braucht nicht erst durch die„sozialistischen Irrlehren" vergiftet zu werden, er wird durch solche Manifestation der Klassengegensätze erst recht mit sozia- listischem Gifte durchtränkt. Hoffen wir, daß das Gedächtniß der„Dienstboten" unter der holsteinischen Landbevölkerung nicht schwach ist, so daß sie bei den nächsten Reichstagswahlen, bei welchen sie Zutritt haben, des bösen Wortes gedenken: „Dienstboten haben keinen Zutritt!" — Der Staatsstreich in Frankreich ist von Mac Mahon ,n Scene gesetzt; er hat ein Wahlmanifest erlassen, in welchem er mit der rohen Gewalt droht— der Soldat ist in den Vordergrund getreten. In dem Manifeste heißt es: „Feindliche Wahlen würden den zwischen den öffentlichen Gewalten bestehenden Conflikt verschärfen, den Gang der Ge- schäfte hindern, die Agitation forterhalten, und Frankreich würde inmitten dieser neuen Verwickelungen für Europa ein Gegenstand des Mißtrauens werden. Was mich anbetrifft, so würde meine Pflicht wachsen mit den Gefahren. Ich würde nicht ge- horchen können den Aufforderungen der Demagogie, ich würde nicht werden können ein Werkzeug des Radikalismus, noch würde ich den Posten verlassen können, auf welchen die Constitution mich gestellt hat. Ich werde auf demselben bleiben, um mit der Unterstützung des Senates die conserva- tiven Interessen zu vertheidigen und die treuen Beamten energisch zu schützen, die in einem schwierigen Zeitpunkte durch leere Drohungen sich nicht haben einschüchtern lassen. Franzosen! Ich erwarte mit vollem Vertrauen die Kundgebung Eurer Gefühle. Nach so großen Prüfungen will Frankreich die Stabilität, die Ordnung, den Frieden. Mit Gottes Hilfe werden wir ihm diese Güter sichern. Ihr werdet auf dasWort eines Soldaten hören, der keiner Partei und keiner revolutionären oder retrograden Leidenschaft dient und der nur aus der Liebe zum Vaterlande Euer Führer ist." Da haben wir's! Was nun? so fragt sich Jeder. Werden sich die Bourgeois-Republikaner schlagen für ihr Recht, welches Herr Mac Mahon so schnöde mit Füßen tritt, indem er erklärt, auf seinem Posten zu bleiben, die Wahlen mögen ausfallen wie sie wollen? Wir glauben, daß sie sich nicht schlagen werden— sie sind zu feige dazu. Aber wohl werden sie versuche�, die Arbeiter zu bewegen durch glatte Redensarten, durch allerlei listige Ver- sprechungen, sich für die Bourgeoisrepublik zu schlagen. Doch auch die Arbeiter werden sich für die Bourgeoisrepnblik nicht schlagen— alle unsere Mittheilungen aus Paris deuten darauf hin—, sie werden an 1848 denken, wo ihnen die Bourgeoisie statt Brod Blei gab; sie werden an 1871 denken— und„Ge- wehr bei Fuß" den Zeitpunkt abwarten, wo sie ihre conserva- tiven und liberalen Gegner zusammen besiegen und die soziale Republik aufrichten können. gens..gespart" werden können; denn nimmt man etwa Heyse's Fremdwörterbuch zur Hand, so ergiebt sich, daß mit einer Mis- sion gerade nicht unbedingt die Bekehrung der armen Kaffern-:c. Seelen zum Christenthum zu verstehen ist.— Weiter heißt es: „Unverkennbar hat die sozialdemokratische Bewegung, deren einheitliche Leitung in unseren Tagen mit nichts zu wünschen lassender Klarheit(wirklich?) sich offenbart, den größten Theil unseres Vaterlandes mit einem von Vereinen und Zeitschriften gewebten Netze umgeben und ihren Getreuen eine Organisation gegeben, die nur in dem Ultramontanismus eine Parallele sindet. Keiner Partei ist die durch unser Preß- und Vereinswesen ge- währte Ungebundenheit besser zu Statten gekommen, als der so- zialdemokratischen." Dann erfahren wir noch als Neuigkeit, daß„die Liberalen von den Sozialisten schon bei weitem überflügelt" find. Doch auch die Moral von der ganzen Geschichte. Sie lautet folgen- dermaßen:..» „Obgleich schmerzlich berührt von den gehässigen Verdäch- tigungen einer reaktionären Tendenz, muß gerade sie(die con- servative Partei) doch unter den heutigen Verhältnissen den Jammer üder die Unzuträglichkeiten und Schäden des Preß- und Vereinsgesetzes einstweilen dem Liberalismus allein über- lassen, und die von ihr angestrebte Reform der Gesetzgebung auf das dringlichste, auf eine Revision der Gewerbegesetzgebung und ähnlicher für das praktische Leben hochwichtigster Cardinalpunkte beschränken.". Lieber Leser, merkst du was?— So was von Freiheit mit Gänsefüßchen?, Die Nummer der„Reichspost" vom heutigen Tage beschäftigt sich verschiedentlich mit den Sozialdemokraten. Aus Bielefeld wird der in einer Sozialistenvcrsammlung gefaßte Beschluß ge- weldet, daselbst spätestens am 1. Januar k. I. eine„sozialde- wokratischen Zeitung" in's Leben treten zu lassen. Dann wird mit schlecht verhehltem Aerger unter Dresden berichtet: „Ein Eldorado der Sozialdemokraten muß jetzt die städtische Verwaltung der sächsischen Stadt Crimmitschan sein. Bei der am 10. d. M. dort stattgehabten Stadtrathswahl wurde der Sozialdemokrat Schlegel gewählt und einige Tage früher wurde sein Gesinnungsgenosse Lässig mit demselben Amte betraut..Der Vorsitzende des dortigen Stadtverordnetencollegiums ist der be- kannte Sozialdemokrat Ludwig Mehlhorn. Wenn diese Herren nun wirklich etwas auf dem Gebiete der Verwaltung leisten kön- ven, dann haben sie in Crimmitschau hinreichende Gelegenheit, — Der Sozialistenfresser, Bismarckoerehrer und Geschäftspolitiker Karl Schurz, dessen sauberes Treiben wir wiederholt an den Pranger gestellt, hat jetzt in der ameri- kanischen Presse wegen seiner etwas zu weit getriebenen poli- tischen Erwerbsthätigkeit Spießruthen zu laufen. Zur Charak- teristik des genannten Herrn, der von unserer nationalliberalen Presse zu einem großen Staatsmann und Politiker aufgepufft worden ist, theilen wir mit, was der— sozialistenfeindliche— „Freidenker" von Milwaukee über die Sache schreibt: „Karl Schurz in der Patsche. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes� werth. So ist es auch durchaus nicht auffällig, daß Karl Schurz, welcher als Stumpredner(Volksversammlungs- redner) sich eines außerordentlichen Rufes erfreute, für die Dienste, welche er bald dieser bald jener der um die Beute streitenden Parteien leistete, sich anständig, ja sehr anständig bezahlen ließ. „Er durfte füglich seine Anforderungen höher stellen, als seine zungcndrescherischen College» anglo-amerikanischer Abkunft, denn als Redner war er ihnen überlegen und dann ließ er sich als Vertreter der deutsch-amerikanischen Stimmgeber behandeln, über welche ihm eine lange Zeit und mit einigen Einschränkungen jetzt noch eine Art von bedingungslosem Verfügungsrecht zugetraut wurde. Also Schurz, der Stumpredner par excellence und der Schutzpatron und Führer desjenigen Theils der Bürgerschaft, welcher auf seine Abstammung von der Nation der Denker so große Stücke hält, ließ sich für seine polittschen Irrfahrten und demosthenischen Anstrengungen bezahlen und zwar gut bezahlen. Er opferte Zeit und Mühe nicht umsonst, er setzte seine Gesund- heit durch Ueberanstrengung, beständigen Ortswechsel und die Gefahren einer launischen Witterung nicht umsonst auf's Spiel; sein Patriotismus gipfelte sich nicht zu jener Glühhitze, in welcher man auf alles Ziechnen verzichtet und seine und seiner Familien Interessen auf dem Altar des Vaterlandes aufopfert. Ist da etwas bedenklich zu finden? Haben deswegen amerikanische Po- litiker Ursache, einen Stein auf ihn zu werfen? Gewiß nicht. Und dennoch sitzt Karl Schurz in der Patsche! Warum? Weil er auf einen Heiligenschein Anspruch machte, der ihm nicht ge- bührte. Weil er, als sich Stimmen erhoben, welche auf die Kostspieligkeit seiner Stumpreden hinwiesen, sich nicht entblödete, zuerst jede Entschädigung in Abrede zu stellen, und dann sich entschuldigen zu müssen glaubte, indem er die Sache so darstellte, als wenn er sich nur die ihm entstandenen Unkosten hätte ver- güten lassen. Schurz war hier nicht ehrlich— jedes Kind oder doch wenigstens der Geringste unter der Zunft der politischen Drahtzieher und Wettermacher wußte, welche Bewandtniß es mit besagten Unkosten habe. Ein ehrliches Geständniß Hütte sofort jedem weiteren Gespräch ein Ende gemacht, so wollte er scheinen, was er nicht ist, und so rief er die Geister, die er nicht mehr bemeistern kann. „Schurz irrte sich sehr, wenn er meinte, seine Ministerstelle schütze ihn vor jedem Bemängeln seines Wortes, bewahre ihn vor Nachforschungen betreffs der Wahrheit desselben. Er mußte wissen, daß es ihm an Feinden und Neidern nicht fehle, die sich über jede Blöße, die er sich gab, freuen und welchen es ein Hochgenuß sei, ihn einer Lüge, oder doch eines bewußten Um- gehens der Wahrheit zu überführen. Es gelang ihnen nur zu gut. In eine Sackgasse gedrängt, gestand Schurz endlich, daß er sich seine Unkosten bezahlen ließ. Unkosten? Ein dehn- bares Wort. Herr Schurz hatte immer überall freies Quartier, außerdem in der Regel auf den Eisenbahnen freie Fahrt. In der Wahlcampagne von 1868 spielte er im Staate Pennsylvanien während drei Wochen den Nothhelfer. Das freie Quartier und die freie Fahrt sind nachweisbar. Außerdem erhielt er aber für jede Woche noch die runde Summe von 500 Dollars, natürlich nur zur Entschädigung für gehabte Unkosten, z. B. für Zahn- stocher, gelegentliches Stiefelputzen u. f. w. Noch theurer war aber Herr Schurz im gleichen Herbste im Staate New- Jork. Hier weilte er als Commis voyagem- seiner Partei 11 Tage. Das mit ihm abgeschlossene Arrangement ging dahin, daß seine Ausgaben resp. Auslagen ersetzt werden sollten. Seine Rechnung belief sich für diese elf Tage auf 2700 Dollars. In dieser einzigen Wahlcampagne wurde ihm also bis jetzt für eine Arbeit — nennen wir es so— von nur 3 2 Tagen ein Einkommen von 4200 Dollars nachgewiesen. Dafür wurden nur zwei Staaten, Pennsylvanien und New-Uork, tributpflichtig gemacht; er opferte sich aber auch noch in einer Reihe anderer Staaten für das Vaterland und die hehren Prinzipien der republikam- ihre Prinzipien zur Geltung zu bringen und die Welt kann mit Spannung auf die Entwickelung dieser industriereichen Stadt des schönen Sachsens blicken." Ferner heißt es aus Stuttgart:„Die Sozialdemokraten agitiren lebhaft gegen die neuen Consumsteuern und haben zu dem Zwecke in Eßlingen eine große Volksversammlung veran- staltet." Hm, die Sozialisten sind doch nach den Aussagen vieler glaubhafter Leute höchst unpraktische Schwärmer, Utopisten, und befassen sich mit dergleichen praktischen, greifbaren Dingen!? Wie reimt sich das zusammen? Endlich lesen wir noch aus Nürnberg, daß der bisher wöchentlich dreimal erscheinende„Nürnberg-Fürthcr Sozialdemo- krat" vom 1. Oktober an täglich erscheint.„Somit hat jetzt die sozialdemokratische Partei zwei täglich erscheinende Organe." Ja, liebe„Reichspost", verhülle ob all dieser Zeichen der Zeit („Finger Gottes" würde man im entgegengesetzten Falle sagen) dein Angesicht und bete zum Allmächtigen, bete, bete, bete! Und bete immer lauter und inbrünstiger, denn es sind nicht zwei, i sondern zwölf täglich erscheinende Organe, welche die sozial- demokratische Partei Deutschlands besitzt! Aus Darmstadt berichtet die„Reichspost" nicht etwa von den bösen Sozialisten, nein von den Vorbereitungen zum Em- pfange des Kaisers.„Zum Empfang Sr. Majestät werden, wie wir erfahren, mindestens 1000 Mitglieder der hessischen Krieger- vereine und etwa 6000 Schulkinder von hier und aus dem Kreise Spalier stehen." Gar nicht übel! doch daß sich„liberale" Häuser- besitzer, sowie— Langfinger die schöne Gelegenheit, auch„etwas herauszuschlagen", nicht entgehen lassen, beweist der Schlußsatz: „Daß schon jetzt einzelne Fenster in der Rheinstraße von speku- lativen Besitzern um theures Geld für den Empfangsnachmittag vermiethet werden, ist ebenso wenig auffallend, wie die Nachricht, daß neben anderen Gästen auch eine Anzahl von Taschendieben unsere Stadt für die Zeit der Kaisermanöver zu beehren ge- denkt." Eine schöne Gegend! Nicht wahr? Doch halt! da kann ich gleich noch mit einem ähnlichen Ar- tikel aufwarten. Dem heutigen„Jntelligenzblatt" entnehme ich wörtlich folgendes„Lokale":„Ein hiesiger Rentier ist wegen Borenthaltung von Eigenthum und Erpressung angeklagt,� weil derselbe einen Stoßkarren, den ein Flaschenbierhändler in seinen Hof eingestellt, eingeschloffen und nicht eher zurückgegeben haben soll, bis ihm 5 Mark Entschädigung gezahlt wurden." Nun aber, lieber Leser, lebe wohl! Vielleicht sehen wir uns gelegentlich wieder! schen Partei auf und es ist anzunehmen, daß cs auch da nicht ohne Schmerzensgelder abging.--" So weit der„Freidenker". Eines Kommentars bedarf die Notiz nicht. Wir wollen blos darauf aufmerksam machen, daß unsere, die sozialdemokratischen„Agitatoren", die für einen Tag der Agitation 2 bis 2Vs Thaler Diäten bekommen von der Bourgeoispresse als Ausbeuter der Arbeiter, Vergeuder der Arbeitergroschen geschmäht werden, während Herr Schurz, der sich für den Tag ein paar hundert Thaler bezahlen läßt, von denselben Blättern als ein Muster von Tugend gepriesen wird. Leider sind unsere Agitatoren zu bescheiden, um sich, durch An- nähme des Schurz'schen Tarifs oder des„Honorar"-Satzes anderer Bourgeois-Agitatoren, die— Achtung der Bourgeois- presse zu erwerben. — Vom bulgarischen Kriegsschauplatz, wie das nach Katastrophen der Fall zu sein pflegt, nur wirre Nachrichten, aus denen sich bloß drei Thatsachen herausschälen lassen: 1) die voll- kommene Akttonsunfähigkeit der russischen Hauptarmee, die den Angriff auf Plewna hat aufgeben müssen, sich aber vor den türkischen Werken zu behaupten sucht, um Osman Pascha dort festzunageln: 2) die Hülflosigkeit der russischen Jantraarmee, gegen die Mehemed Ali Pascha operirt; und endlich 3) der theil- weise Mißerfolg Suleiman Pascha's, dem die Forcirung des Schipkapasses noch nicht gelungen. Das Weitere sind Gerüchte. Sollte es sich bestätigen, daß das russische Hauptquartter nach Sistowa, also an die Donau verlegt worden, so würde dies den Rückzug der Russen über die Donau bedeuten. Unsere Vermuthung, daß am 15. d. keine Schlacht vor Plewna geschlagen worden, hat sich als richtig erwiesen. Am 11. und 12. September wurden die Russen so furchtbar zugerichtet, daß sie den Kampf nicht wieder aufnehmen konnten. Die Verluste an diesen beiden Tagen, von denen der erste nur durch rubel- begeisterte Schönfärber zu einem russischen Siegestag gestempelt werden kann, waren so entsetzlich, daß es nicht übertrieben ist zu sagen: ein großer Theil der Armee hat aufgehört zu existiren.— — Zwei neue amerikanische Parteiorgane. Am 1. September ist die Probenummer der in St. Louis erscheinenden „Volksstimme des Westens" herausgegeben worden, die einen sehr günstigen Eindruck macht und verspricht, daß der neue sozialistische Kämpfer muthvoll seinen Platz ausfüllen werde.— Die bis dahin der bürgerlich-demokratischen Richtung angehö- rende„Buffalo Tribüne" stellt sich jetzt völlig auf Seite der sozialistischen Arbeiterpartei, welches wir gleichfalls mit Freuden begrüßen. — Die Probenummer eines neuen Parteiorgans:„Pfäl- zisch-Badisches Volksblatt", ist uns zugesandt worden. Das Blatt, dem wir schon jetzt ein gutes Fortkommen wünschen, er- scheint vom 1. Oktober ab in Mannheim wöchentlich einmal und kostet vierteljährlich durch die Post bezogen 95 Pfennige. — Wegen Richterbeleidigung wurden der Redakteur und der Drucker unseres Stuttgarter Parteiorgans, der„Süddeutschen Volkszeitung", am 16. September zu 3 Monaten, beziehentlich zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt. Correspondenzen. Kusu«, 7. September. Mit welchem Erfolg die Pfaffen zu agitiren verstehen, darüber einiges zur Notiznahme. So finde ich z. B. in einer alten Nummer des„Sonntagsblatt fllr's Haus" vom Jahre 1874, daß damals für 3000 Thlr. Schriften jährlich vertrieben wurden. Wie viel werden es jetzt sein? In jedes Haus kommen die Colporteure uud bieten die„geistlichen" Schriften an, und wenn man sie nicht kaufen will, bekommt man sie geschenkt. Mit ihrem„Neuen Kalender" für 1878 sind die „frommen Herren" schon überall gewesen, so daß der liberale „Schleswig-Holsteiner Hauskalender" und der partikularistische „Landeskalender" das Nachsehen haben, was uns freilich einerlei sein kann; aber wir sehen doch daraus, wie rührig unsere „Seelenhirten" sind. Sogar im Eisenbahnwagen wurde, wie mir ein Genosse Hierselbst erzählte, eine Broschüre gratis ver- theilt, die den Titel trug:„Sozialdemokratie". Offenbar ist das Meine Mittel erlaubten mir nicht, die Grundsteinlegung zum Nationaldenkmal auf dem Niederwald durch meine Anwesenheit zu verherrlichen, obwohl ich gar kein schlechter Patriot bin. Doch „Auch Fürst Bismarck hat gefehlet, Und ist mehr als du", sage ich mir. Um aber meine gehobene patriotische Stimmung nicht etwa„im Schatten kühler Denkungsart" umkommen zu lassen, gehe ich in Pfuhl's Bierhalle zur allgemeinen Versamm lung sämmtlicher Gewerbtreibender Frankfurts, die als Tages- ordnung aufgestellt hat: 1) Die industrielle Zuchthausarbeit und ihr schädlicher Einfluß auf das Kleingewerbe, und wie ist dem- selben abzuhelfen: 2) Beschlußfassung über eine diesbezügliche Petition an den Reichstag. Noch, lieber Leser, will ich Dir verrathen, daß in des „Klapperfelds" heilige Hallen laut„Bolksfreund" vom 12. zwei Sozial- und ein einfacher Demokrat eingezogen sind, um einem schon dort residirenden„politischen Verbrecher" Gesellschaft zu leisten. „Lieb Vaterland, kannst ruhig sein!" Und zum nochmaligen Beweise, daß es nirgends an Kra- kehlern fehlt, führe ich eine im„Volksfreund" an den Herrn Polizeipräsidenten Hergenhahn gerichtete Frage an:„War am 1. und 2. September d. I. das Gesetz, Verbot des Schießens betreffend, aufgehoben?" Eine solche Frage müßte von Rechts wegen schon strafbar sein! Ja, wenn wir nicht so heidenmäßig viel Freiheit hätten! — Llltre uous Bourgeois! T. O. Weigel's Buchhandlung in Leipzig offcrirt in einem 154 Seiten starken Catalog 4839 diverse Werke. Bei 4336 Büchern verschiedenster Wissenschaften und Fächer be- gnüzt sie sich bezüglich der Jnhaltsbezeichnung mit einfacher Angab« des Titels; unter Nr. 4557 u. 4558 jedoch empfiehlt sie Keunitz's En- cyklopädie, 26 Bände, extra mit den gesperrt zugedruckten Sätzen:„Eni hält eine 226 Seiten starke Abhandlung über das Wort: Hure." u: d „Enthält längere Abhandlungen über Liebe, Liebeswuth-c." Welche dankenswerthe, gutangebrachte Aufmerksamkeit für ihre„seine" Kund- schaft! Wie gründlich kennt sie deren Geschmack an..pikanter" Lektüre! Wer hätte hinter dem trockenen Titel so„saftigen" Inhalt vermuthet?! Wie werden sich bis zum 22. Oktober die Gebote häufen für Encyklo- pädien mit mehreren hundert Seiten Abhandlungen über„Hure" uro „Liebeswuth"! So was findet reißend Abnahme„eutro nous Bourgeois!" Arbeiter- Wahlverein. Mitglieder- Versammlung. Verschie [ 80 Der Vorstand. fie wird schon genug zu thun haben mit der Bekämpfung der den Vorwurf: die Sozialisten wollten die Ehe und Familie zer: 2 gute Korbmachergesellen Emmerich a. N.-R. bei H. Hartmann. Brachtvoll und solid gearbeitete Einbanddecken [ 90 wet dieser zum„ Rothen Löwen" statt. Aus allen unliegenden Ortschaften Osnabrück. Donnerstag, den 24. Septbr., Abends 82 Uhr outtag beregner, we suppen zu laufen. Rührigkeit der Pfaffen ist es also gar nicht zu verwundern, daß waren die Landleute herbeigeströmt, und auch aus Butzbach hatte unsere Partei in Schleswig- Holstein, namentlich in Schleswig, sich eine beträchtliche Anzahl Gegner eingefunden, kurz, die Ver- im Saale des Hrn. Hillebrand, Altemünze 21: nicht die Fortschritte macht, die sie machen sollte. Wollen wir sammlung war eine großartige. Genosse Ulrich von hier hatte weiter kommen, so müssen wir von unsern Gegnern lernen, wir das Referat über die Ziele der Sozialdemokratie übernommen Tagesordnung: Wahl eines Vorfizenden. Fragekaften. müssen, wie sie, mehr Gewicht legen auf das gedruckte Wort. und mochte etwa 10-20 Minuten gesprochen haben, als plötzlich denes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Zwar wird demnächst die ,, Schleswig- Holsteinische Volkszeitung" der anwesende Gensdarm Arz aus Rodenberg aufsprang und erscheinen, aber ob sie allein ausreicht, ist sehr die Frage, denn die Versammlung für aufgelöst erklärte. Eben war Ulrich dabei, liberalen Partei, aber in die Leserkreise des ,, Sonntagsblatt für's stören, zurückzuweisen und klarzulegen, daß gerade die Gegner des Haus"( Auflage 8-9000) wird sie schwerlich eindringen, da die Sozialismus schon jetzt thatsächlich der Prostitution Thür und ,, Volkszeitung" vierteljährlich 2 Mart 25 Pfg. tostet und das Thore geöffnet haben und daß die höheren" Stände die Ehe ,, Sonntagsblatt" nur 30 Pfg. und mit den ,, Missionsblättern" als bloßes Geschäft betrachten und völlig geschäftsmäßig ab50 Pf. Deshalb wäre ein kleines Parteiorgan zum Preise und schließen, somit nicht die Sozialisten die Zerstörer von Ehe und im Format des ,, Sonntagsblatt" sehr nothwendig. Gegenwärtig Familie seien, sondern Jene, welche es ihnen vorzuwerfen die aber können wir an die Gründung eines solchen Blattes nicht Kühnheit hätten. Das allgemeine Bravo, durch welches die( Goldpreffung) für die denken. Aber um doch einigermaßen den Schwarzen entgegen Ausführungen belohnt wurden, war kaum verklungen, als das Neue Welt" Jahrgang 1876 u. 77 zutreten, möchte ich vorschlagen, daß von der Partei einige Col- Machtwort des Gensdarmen erscholl, und die ganze Versamm!! porteure für Schleswig- Holstein ausgerüstet werden, um ebenso lung voll Staunen den Wächter des Gesetzes und der Ordnung sind à Stück M. 1,20 gegen baar oder Nachnahme durch die Buchwie die Pfaffen auf jeder Landstraße, in jeder Arbeiterwohnung, anstarrte. Entschlossen verlangte der Redner, daß der Gensdarm binderei von H. Jansen, Leipzig, Universitätsstraße 16 zu be in jeder Bauernhütte sozialistische Schriften zu verbreiten. Die die Gesezesstelle angebe, auf Grund welcher er die Auflösung ziehen. Colporteure und Filialexpeditionen erhalten bei Partiebezug entsprechenden Rabatt. Porto zu Laſten der Empfänger. Kosten werden ja lange nicht so bedeutend sein, wie die der der Versammlung vornehme, doch das schien der Gesetzeswächter entsprechenden Rabatt. Porto zu Laſten der Empfänger. NB. Bestellungen hierauf werden entgegengenommen und effektuirt mündlichen Agitation. Diese Verbreitung sozialistischer Schriften, selbst nicht zu wissen, denn die Antwort lautete einfach: Im von der Expedition der ,, Neuen Welt", Leipzig, Färberstr. 12 II. verbunden mit der ,, Schleswig- Holsteinischen Bolkszeitung" und mit Namen des Gesetzes 2c. Entrüstet über diesen offenbaren MißSoeben erschien und ist durch alle Buchhandlungen, sowie direkt häufigen Versammlungen würde uns unzweifelhaft zum Ziele brauch der Amtsgewalt, protestirte der Redner gegen diese Will21, zu beziehen: führen. Offensen, 16. September.( Situationsbericht.) Nachdem der diesjährige Gothaer Sozialisten- Congreß stattgefunden und auf demselben bezüglich der Organisation und Agitation für die Die Auflösung der Versammlung hat uns jedenfalls mehr Provinz Schleswig- Holstein beschlossen wurde, die Regelung der- genügt als zwei ruhig verlaufene Versammlungen und wiederselben der Neumünster Conferenz zu überlassen, haben, nachdem holt sagten einzelne Landleute:" Da haben wir es ja! Wir die Regelung vor sich gegangen, die Ottenser Sozialisten ihre sollen nichts hören, wenn einer anders denkt, als die hohen Thätigkeit begonnen, welche darauf gerichtet ist, Organisation Herren und will er seine Gedanken aussprechen, so bekömmt er und Aufklärung unter die Arbeiter zu bringen. Nicht nur Die- den Mund gestopft." Kurz, wir können dem Arz für seine jenigen, welche Parteigenossen sind und sich von dieser Thätigkeit Agitation für uns danken, denn wir sind überzeugt, daß die ausgeschlossen haben, auch Diejenigen, welche mit zu den demnächst stattfindende Versammlung noch stärker als die auf1700 Männern gehören, die für die Sozialisten ihre Stimme gelöste besucht sein wird. in die Wahlurne legten, seien auf folgendes aufmerksam gemacht. <-n Die Neumünster Conferenz beschloß: Bezüglich der Organisation " diesbezügliche Beschwerde an das Kreisamt event. auch selbst an das Ministerium des Innern in Aussicht. für, erklärte der Gewalt weichen zu müssen, und stellte eine vom Verlags- Institut in Leipzittenbilder. Der Allgemeine Arbeiter- Sänger- Bund Eine Erzählung aus der Gegenwart bon Hieronymus Bitterklee. „ Des Hasses bin ich stolz, Des Hohnes zufrieden!" Shelley. Elegant broch. Preis 2 Mark 40 Pf. In überaus fesselnder Darstellung ein lebenswahres Bild der gesellschaftlichen Zustände in der Reichshauptstadt gebend, wird obiges Werk, dessen spannende und die verschiedensten Seiten des Berliner Lebens umfassende Handlung sich vorzugsweise in den höchsten Gesellschaftskreisen bewegt, nicht verfehlen, die gebührende Sensation zu machen. ( Den Lesern der„ Neuen Welt" wurde Obiges unter dem Titel: Im Banne Mammons" vorgeführt.) [ 450 Speben erschien in neuer Auflage und ist durch uns zu beziehen: Die bürgerliche Gesellschaft. Ein Vortrag Elberfeld- Barmen von eine Kreisorganisation zu schaffen, betreffs der Agitation das besteht noch nicht ganz sechs Monate, hat sich aber in dieser kurzen Erscheinen der Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" vom Zeit schon erfreulich entwickelt, ein Beweis der Erkenntniß, daß die 1. Oktober ab in Kiel.- Die Ottenser Sozialisten nahmen von Zusammengehörigkeit der Arbeiter auch auf diesem Gebiet nur von einer Kreisorganisation aus praktischen Gründen Abstand, und Nußen sein fann. Freilich stehen dieser Verbindung gerade die großen gründeten stattdessen einen Verein für Ottensen unter dem Namen Städte gleichgültig gegenüber, ja Hamburg hat auf eine Anfrage von ,, Ottenser Arbeiterverein". Obgleich der Verein erst 212 Monat Seiten des Ausschusses ablehnend geantwortet und dann sich zu einem besteht, so ist der Fortschritt desselben doch ein erfreulicher. Die partikularistischen Hamburger Sängerbund vereinigt. Hoffentlich suchen Zahl der Mitglieder beträgt bereits über 200. Jedes Mitglied auch diese Arbeiter- Gesangvereine noch eine Ehre darin, dem Allgemeinen Bruderbund anzugehören. Es sind in Deutschland mehrere Gauverbände zahlt 10 Pfennig Beitrag pro Monat. Die rege Betheiligung in Gründung begriffen und auch in Amerifa und der Schweiz bilden gehalten vor freireligiösen Arbeitern des Wupperthals in ist wohl der beste Beweis, wie nothwendig eine Organisation für sich Arbeiter- Sänger- Bunde. Ottensen war. Daß der Verein seinem Zweck entspricht, beweist Der Ausschuß mußte in seiner legten Sigung am 9. September sich der Besuch der Versammlungen. Der Verein bezweckt laut§ 1, zum Theil neu constituiren. Richard Späßel und Ernst Wizel waren Absatz 1, was folgt: Der Verein beabsichtigt 1) möglichste Klar aus Geschäftsrücksichten aus der Arbeiter- Liedertafel ausgetreten, für heit und Theilnahme in politischen, sozialen und communalen welche diese den Schriftseger D. Wohlfarth und den Tischler G. ForAngelegenheiten zu fördern. Daß die Mitglieder des Vereins derung als Ersag gewählt hatte. Der Ausschuß hat den Schriftsezer bestrebt sind, möglichste Klarheit und Theilnahme in politischer ichus theilt noch mit, daß mehrere Vereine in der Gründung begriffen D. Wohlfarth zum Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt. Der Ausund sozialer Beziehung zu erlangen, befundet ein kürzlich ge- find, die dem Bund noch beitreten wollen, und daß die Agitation erst, faßter Versammlungsbeschluß, nämlich: ,, daß über sämmtliche wenn Mittel vorhanden sind, mit noch größerem Erfolg betrieben werLassalle'sche Agitationsschriften, beim ,, Offenen Antwortschreiben" den kann. beginnend, in nächster Zeit Vorträge gehalten werden sollen." Der Ausschuß fordert die Gesangvereine noch auf, mit dem AbonAn den sozialistisch gesinnten Arbeitern Ottensens liegt es nement auf die Liedersammlung nicht mehr zu säumen, da mit der mun, zu beweisen, ob fie ruhig zusehen wollen wie das Mords- ſelben der Zwed erfüllt wird, der darin besteht, daß ein weitglied, Für Lokal- u. Gewerkschafts- Vereine patriotenthum alle Elemente um sich schaart, sei es in liberalen welches einen Gesangverein verläßt und in einen anderen eintritt, nicht Vereinen für Volksbildung, sei es in Krieger- oder Kampf- erst alle Lieder neu zu lernen braucht. Der Ausschuß: genossen- Vereinen, oder sei es, wie ich kürzlich in der ,, Hamburger Emil Sauerteig, Vorsitzender. Reform" las, in Infanteristen- Clubs. Alle diese Vereinchens bildeten bei der Reichstagswahl nichts als das Stimmvieh der Berichtigung. In meiner Erklärung in Nr. 110 befindet sich ein vereinigten Bourgeoisie, das Stimmvieh der Reaktion!- Dem Druckfehler. Es muß heißen: von je zweien 35 M. statt 25 M. gegenüber muß man es mit Freuden begrüßen, daß die Ottenser Köln, den 19. Septbr. Georg Schumacher. Sozialisten einen Verein mit dem Prinzip der Freiheit", ,, Gleichheit“ und„ Brüderlichkeit" gegründet haben, dem anzugehören jeder Ottenser Arbeiter sich zur Pflicht machen sollte. der Redaktion. J. v. A. in Gotha: Muthen Sie uns nicht zu, Vorwärts, trotz allen denen, die der Arbeiterbewegung daß wir gegen Menschen polemisiren, die ein Flugblatt gegen die hinderlich in den Weg treten; vorwärts, trotz des persönlichen bewandert sind, daß sie nicht einmal wissen, wer die Verse gemacht: Sozialdemokratie herausgeben und in der deutschen Literatur so wenig Egoismus Einzelner! Des Arbeiterstandes Losung heißt: un-„ Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spazen" und gebeugten Muthes vorwärts! Emil Hoffmann. Brieffaften ,, Ein Fluch dem Gotte, dem blinden, dem tauben, Zu dem wir vergebens gebetet im Glauben, Auf den wir vergebens gehofft und geharrt, Er hat uns gefoppt, er hat uns genarrt!" Joseph Diekgen. Preis 10 Pf. Die Expedition des ,, Vorwärts". ,, Rundschau" Nr. 3 ist erschienen und an diejenigen Orte zur Versendung gelangt, deren Filial- Expedienten über Nr. 2 abgerechnet haben. jeder Art passend sind praktisch eingerichtete Casfenconto-& MitgliederbeitragsBücher zum Selbstkostenpreis à 50 Pfg. zu beziehen. Porto für das Paar 10 Pfg. Bestellungen sind zu machen bei A. Geib in Hamburg, Rödingsmarkt 12. zialisten erscheint vom 1. Oktober ab in Berlin: Nach dem Beschlusse des diesjährigen Congresses der deutschen SoDie Zukunft. Sozialistische Revue. Berlin, 19. September. Aus einer Statistik, die von den hiesigen kirchlichen Behörden über die Theilnahme der Bevölkerung an firchlichen Dingen angestellt wurde, ergibt sich die erfreuliche Thatsache, daß das geringste kirchliche Leben" gerade Nicht zu wissen, daß diese Verse von einem der größten deutschen in den Gemeinden der Hauptstadt anzutreffen ist, welche die Dichter verfaßt sind diese Unwissenheit ist geradezu horrend. Die hervorragendsten sozialistischen Schriftsteller des In- und Aus meisten sozialdemokratischen Stimmen abgegeben haben. Im bei der Post Reichenau direkt ordnen. Jedenfalls wird Bringerlohn Aufgabe es ist, das Wesen und die Ziele der Sozialdemokratie in der Expedition. J. Frzl Norwitg: Ihr Anliegen müssen Sie landes haben ihre Mitwirkung zu diesem Unternehmen zugesagt, dessen 4. Reichstagswahlkreis( Abgeordneter Fritzsche), welcher 127,000 in's Haus berechnet. Kalender folgen per Nachnahme. erwachsene parochirte Gemeindemitglieder zählt und 10,769 soQuittung. H. Lgs Hannover Ann. 0,80. Nmz Wien Schr. 5,00. wissenschaftlicher Weise darzulegen und zu vertheidigen. ,, Die Zukunft" erscheint elegant ausgestattet monatlich zweimal zialdemokratische Stimmen abgab, betragen die Trauungsunter- Bster London Ab. 5,00. Schrtr Dürkheim Ab. 2,80. Dmmng Riesa, laffungen mehr als 83 Prozent und nur 7 von 100 Erwach- Ab. 4,00. Gglr hier Ab. 1,50, Schr. 6,25. Schh Düsseldorf Ann. in der Stärke von 1½- 2 Bogen Lexikon- Format. Der Abonnements senen stellten sich zur Communion ein. Aehnlich verhält es sich 1,50. Sbrt Cassel Ab. 5,20. Frgich Dahme Ab. 2,40. Expedition preis beträgt vierteljährlich: mit dem 6. Bezirt, welcher mit 12750 Stimmen für Hasenclever der„ Fr. 3tg. Bremen Ab. u. Schr. 118,87. Grd Stötteris Ab. 18,90. votirte. Das sind allerdings Erscheinungen, die den frommen Duns Dirmstein Schr. 5,00. Gnthr Hannover Schr. 3,00. Mr OldenSeelenhirten nicht geringe Besorgnisse verursachen werden, die burg Schr. 3,85. Grbnsin Lindenau Schr. 3,00. aber andererseits auch lautes Beugniß dafür ablegen, daß der Sozialismus es allein ist, der aufklärend wirkt, daß er allein Bstr London 3,20. Bhrnwald Hannover 1,20. es vermag, an Stelle des den Verstand ertödtenden Glaubens Plagwig- Lindenau 1,05. Gewerkschaft der Holzarbeiter Erfurt 41,59. die Ueberzeugung und das Wissen zu sehen. Wir hatten hier Sonntag, den 23. September, Vormittags Fonds für Gemaßregelte. Arbeiterverein kürzlich die„ Ehre", den Gründerfürsten Strousberg in unsern Düsseldorf. halb 11 Uhr, im„ Tivoli", am Wehrhahn: Mauern zu beherbergen, und man kann sich leicht denken, daß alle Gründerherzen dem vielbewunderten Mann, der Millionen aus dem Boden zu stampfen, besser aus den Taschen des arbeiGroße Volksversammlung. Referenten: Herr Rittinghausen, Reichstagsabgeordneter, Köln, Zur Deckung der Tagestosten wird ein Eintrittsgeld von 10 Pf. [ 80 Gewerkschafts- Krankenkasse der Metallarbeiter für Träger, Thiem'sche Brauerei, Tauchaerstraße Nr. 12: Sonnabend, den 22. September, Abends halb 9 Uhr, bei Hrn. tenden Volkes zu ziehen verstand, entgegenschlugen. Man sorgt und Herr H. Lange, Redakteur, Barmen. fich jetzt ab, wie man dem Mann wieder zu einer Stellung verhelfen kann, in der er sich um die Industrie„ verdient" machen erhoben. fann. Also den einen Hauptgründer hätten wir wieder, dafür aber ist ein anderer Gründer gegangen angeblich nach dem Leipzig. Leipzig und Umgegend.( Eingetr. Genoffenschaft.) Süden. Es ist der Fürst Putbus, der mit einer Passiva von 4,000,000 Mart, die er im Börsenspiel einbüßte, seine Zahlungen einstellte. Da der Mann, wie es heißt, plöglich ,, nach dem Süden abgereist ist", so wird wohl etwas faul sein im ,, Staate Dänemart". Worms, den 29. September. Gestern hatten wir hier eine Volksversammlung, welche sehr zahlreich besucht war. Referent Versammlung. Zahlreichem Erscheinen sieht entgegen NB. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. ( 2a) beim Bezug durch die Post( Zeitungs- Preisliste Nr. 4394a) und den Buchhandel M. 1,25, ohne Bringerlohn; bei direkter Zusendung unter Kreuzband: für das Inland und die Länder des Weltpostvereins M. 1,90; bei Zusendung unter verschlossenem Couvert M. 2,50. Bestellungen auf die Gratis- und Franco- Zusendung der am 15. September erscheinenden Probenummer wolle man an eine Buchhand ung oder an die Expedition richten. Die Expedition der Zukunft". Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadier- Plag 8a. Abonnements- Einladung. Mit 1. Oftober beginnt der 3. Jahrgang des in einer Auflage von 40,000 Exemplaren erscheinenden illustrirten Familienblattes Die Neue Welt. Wöchentlich 1% Bogen. Preis vierteljährlich Mr. 1,20! In Heften à 30 Bfg. Alle diejenigen Gesinnungsgenossen, welche Gelegenheit haben, die binnen Kurzem erscheinenden Prospekte in Versammlungen, Bereinen, [ 80 Werkstätten, Wirthschaften und Familien zu verbreiten, werden dringend um sofortige Angabe ihrer Adresse und der Zahl der ihnen zu sendenden Prospekte gebeten. Eine entsprechende Subscriptionsliste( Abon nenten- Sammellifte) wird in mehreren Exemplaren der Sendung beiwar Genosse Dreesbach, der unter allgemeinem Beifall über Leipzig. Nächsten Sonnabend: Arbeiterbildungsverein. ſammlung nicht. In der„ demokratischen"" Wormser Zeitung" Außerordentl. Generalversammlung. ,, die Presse" sprach. Gegner traten nicht auf, d. h. in der Verdagegen suchen sie sich durch allerlei Unfläthigkeiten, die sie dem Genossen Dreesbach anhängen, zu rächen. Nun den Eselstritt haben sie billig, er genirt Dreesbach aber gerade soviel wie den Mond das Bellen des Mopses. Offenbach, 11. September. Bisher waren wir im Hessenlande nicht gewohnt, unsere Versammlungen durch Afte polizei licher Wiükür beeinträchtigt zu sehen. Seit vorgestern hat dieses stolze Bewußtsein einen gewaltigen Stoß bekommen. In Münzenberg, im Kreise Friedberg, fand am Sonntag eine durch Blätter der Wetterau bekannt gemachte öffentliche Versammlung im Saal Es liegt im Interesse aller Mitglieder zu erscheinen. Leipzig. Der Vorstand. Central- Gewerkschafts- Krankenkasse Metallarbeiter. [ 60 Jeden Montag, Abends 19 Uhr, im Arbeiterbildungsverein, Ritter straße 43- II.: Versammlung. Jeden Montag Aufnahme neuer Mitglieder. Alseitiges Erscheinen erwünscht [ 80 J. A.: R. Z. gefügt. Die Freundschaft und Anhänglichkeit unserer so großen Leserzahl begleitet uns in das neue Jahr unserer Wirksamkeit und wird uns noch weitere Voltskreise erschließen helfen darauf meinen wir mit Sicher heit rechnen zu dürfen. Redaktion und Verlag der ,, Neuen Welt". Leipzig, Färberstraße 12 II. Berantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reubniz- Leipzig diebation und Expebihen Farberstraße 12/ II. in Seipzig. Dead and Boring bes Goueffenicaftsbagbruderst in Lepas I