T 0 6 3 ie 427 be 1, m コー 0 or 48. 00 te B= 3. fre Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Quartal. Monats Abonnements werden bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen; im Königr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den 1ten Monat bes Quartals à 54 Pfg. Inserate betr. Bersammlungen pr. Betitzeile 10 Bf., betr. Brivatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile 30 Bf. Nr. 116. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Postanstalten und Buchhandlungen des In- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- York: Soz.-demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: P. Haß, 630 North 3rd Street. J. Bell, 1129 Charlotte Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermain, 74 Clybourne ave. San Franzisco:. Eny, 418 O'Farrell Str. London W.: C. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Die Parteien und die Wissenschaft. " 1 " " Mittwoch, 3. Oftober. 1877. forschen, desto weiter entfernen wir uns davon insofern, als wir didatur für eine Beleidigung des größten Theils der Pariser in allen Entwickelungsperioden lauter Menschen finden, die ebenso Bürger. Ein Redakteur der Gambetta'schen„ République Immer schärfer vollzieht sich die Vereinigung aller Parteien wie wir sind. Es fehlt den aufgefundenen Menschenüberresten Française", Herr Quentin, trat diesen Ausführungen entgegen. gegenüber der sozialistischen in eine einzige reaktionäre Masse, jedes Merkmal einer andern Entwickelung ,, als die unsrige ist, Wir geben das Resumé seiner charakteristischen Rede nach den immer schwieriger wird es für die Freunde wahrer Freiheit, daß wir nun gerade nur die größten Genies aus der Pfahl Bourgeoiszeitungen. " Ich will hier, so äußerte er sich, weder Candidaten beeiner andern Partei anzugehören als der sozialdemokratischen. bautenzeit u. s. w. noch finden sollten, ist wohl nicht anzunehNicht nur auf politischem und sozialem, auch auf wissenschaft- men. Einen entwickelteren Affenschädel aber haben wir noch kämpfen noch Candidaten unterstützen. Aber die Personenfrage lichem Gebiete zeigt sich dieselbe Erscheinung. Einen neuen Be- nicht gefunden." ist die Prinzipienfrage. Ich selbst war der von diesem Bezirke weis für diese schon oft constatirte Thatsache bietet die Rede, Der berühmte Gelehrte Virchow scheut sich also nicht, um defignirte Candidat, um Euren jezigen Deputirten zu ersetzen, welche der große Fortschrittsmann Virchow bei der Versamm- seine Sophistereien plausibler zu machen, sich zwei Blößen zu aber ich habe mich nach dem 16. Mai beeilt, meine Candidatur lung deutscher Naturforscher in München gehalten. geben, die jeder Laie ihm nachweisen kann. Herr Virchow scheint zurückzuziehen. Sie wissen, mit welcher Energie ich 1876 die Nachdem er den Muth gehabt, angesichts der jüngst erfolgten in seinem Eifer für die Kirche ganz in die theologische Denk Candidatur des Herrn Duprat bekämpft habe. Aber da die Remotion Dühring's zu behaupten, es sei heutzutage leicht, über weise sich verrannt zu haben, sonst konnte es ihm kaum einfallen, Auflösung der Kammer ein Aft der persönlichen Gewalt gegen die Freiheit der Wissenschaft zu reden, wo sie faftischer Besitz die Affentheorie" mit der Descendenztheorie zu identifiziren. die Erwählten der nationalen Souveränität war, ist es geboten, sei, fährt er fort, man müsse sich im Gebrauche dieser Freiheit(?) Letztere bleibt aufrecht, mag nun der Mensch vom Affen oder daß dieselbe auf diesen Aft antwortet, indem sie diejenigen wiemäßigen(!), um sich die Sympathien der Nation nicht zu ver einem andern Thiere, meinetwegen einer Fledermaus, abstammen. Der ernennt, welche man fortgejagt hat. Es eristirt ein republischerzen. Es ist ein großer Unterschied zwischen persönlichen Der Einwand des Fehlens fossiler Uebergangsstadien ist aber kanischer Bund. Denselben zu sprengen hieße unsern Gegnern Problemen und demjenigen, was wir als wirkliche Wissenschaft ein so alter und längst widerlegter, daß ein Mensch, der mit nüßen. Paris muß der Provinz mit demi guten Beispiel voranim strengsten Sinne des Worts ausgeben, und für welches wir den Naturwissenschaften nur einigermaßen sich beschäftigt, Be- gehen. Im Jahre 1830 lag dieselbe Frage vor. Auch damals allein, meiner Meinung nach, die Gesammtheit der Freiheiten denken tragen sollte, ihn zu wiederholen. gab es unter den 221 Candidaten verschiedene, die man gern fordern können, welche als, Freiheit der Wissenschaft, als Frei- Was das Fehlen fossiler Reste anbelangt", sagt Darwin in beseitigt hätte und die trotzdem von Paris mit einer ungeheuren heit der wissenschaftlichen Lehre" bezeichnet werden kann." seinem Werke„ Die Abstammung des Menschen und die geschlecht- Majorität wieder gewählt wurden. Erinnern Sie sich, was Sie Ein Jesuit kann nicht besser eine Sache wenden und verliche Zuchtwahl"( übersetzt von Carus, I, 205)," welche den am 8. September gethan haben. Sie haben den Sarg des drehen, als Herr Virchow es gethan. Persönliche Probleme und Menschen mit seinen affenähnlichen Urerzeugern zu verbinden Mannes( Thiers) gegrüßt, der Sie die, vile multitude"(„ ber wirkliche Wissenschaft! Wo fängt das Eine an, wo hört das dienen, so wird Niemand auf diese Thatsache viel Ge- gemeine Blebs") genannt und sich dann aufrichtig der Republik angeAndere auf? Durch eine solche Wendung ist der Willtür Thür wicht legen, welcher Sir C. Lyell's Erörterung gelesen hat, schloffen hat. Bürger! wir müssen heute nur daran denken, daß und Thor geöffnet: was den herrschenden Klassen past, ist worin er zeigt, daß in sämmtlichen Klassen der Wirbelthierreihe Herr Duprat zu den 363 gehört und deshalb für uns geheiwirkliche Wissenschaft im strengsten Sinne des Wortes", alles die Entdeckung fossiler Reste ein äußerst langsamer und vom ligt ist." Andere find persönliche Probleme"! Bufall abhängiger Vorgang gewesen ist. Auch darf man nicht Das ist das Rezept, nach welchem für die„ 363" gearbeitet vergessen, daß diejenigen Gegenden, welche am wahrscheinlichsten wird. Ein Theil der Versammelten ließ sich indeß durch diesen solche Reste darbieten( Asien, Afrika), die den Menschen mit Appell an die Gefühlsduselei nicht irr machen, und hatte Chairgend einem ausgestorbenen affenähnlichen Geschöpfe verbinden, rafter und Logik genug, die Candidatur Duprat's zu verwerfen, die allerdings mit bedeutender Majorität" angenommen wurde. bis jetzt von Geologen noch nicht untersucht sind." Nach alledem kann man nicht länger zweifeln, was für Herrn Ueber Letzteres dürfen wir uns nicht wundern, da die Reorga Virchow die Aufgabe der Schule ist. Will er wirklich, daß ihr nisation der sozialistischen Partei kaum begonnen hat, die Zweck dahin gehe, den Menschen zu einem selbständig denkenden meisten Arbeiter sich der Politik noch fern halten und zahlreiche Wesen zu machen, um ihm eine geistige Grundlage zu geben, auf dem Sozialismus zuneigende„ Radikale", wie z. B. Naquel, der der er selbstthätig weiter bauen kann? Das kann er nicht wollen. auch in dieser Versammlung auftrat, das Zusammengehn aller Er muß wissen, daß ein Dogma nie zum Denten anregt, wohl Republikaner im Intereffe der Republik für nöthig halten. Nun, aber eine Hypothese, ja, daß selbst ein richtiges Dogma die ehrlichen Republikaner, die in das Garn der" 363" geflogen den Menschen verbummt, selbst eine falsche Hypothese sind, werden nach den Wahlen zu Verstaud kommen. Vielleicht ihn hebt. Er muß ferner wissen, daß, wenn es sich um die auch schon früher. Denn die Einigkeitsprediger werden im Vers Wahl zwischen der Kirchenreligion und der Descendenzlehre han- dächtigen und Beschimpfen der prinzipientreuen Sozialisten und delt, dieselbe keinen Augenblick schwanken kann: auf der einen Demokraten so frech, daß sie den Zorn eines jeden, der SoziaSeite das, was die größten Denker des neunzehnten Jahrhun- lift und Demokrat ist, erregen müssen. Buffenoir z. B., dessen derts gefunden, auf der andern die verknöcherten Anschauungen politische und private Integrität weit unbestrittener ist als die eines barbarischen Jahrhunderts. Herr Virchow muß das wissen des Hrn. Gambetta, wird auf eine perfide Aeußerung des Herrn Die Optik ist natürlich von dem Schulunterricht ausgeschlossen, und warum entscheidet sich doch der enragirte Culturkämpfer" Gambetta hin zum„ clericalen Agenten", von Anderen zu einem denn die Vibrationshypothese ist durchaus nicht über allen Zweifel für die Kirchenlehre? Weil auch er der reactionären Masse Agenten Bonapartes" gestempelt. Wer nicht durch dick und erhaben; ebenso wenig die mechanische Wärmetheorie, so daß die angehört, für welche die Schule blos ein Werkzeug ist, Dünn mit den 363" läuft, ist ein Söldling der Realtion, ein Wärmelehre auch nicht in die Schule gehört. Was soll mit der gute Staatsbürger zu drillen. Nicht umsonst hat dem Agent Mac Mahon's und wie die liebenswürdigen Ausdrücke Chemie geschehen? Die dynamische Hypothese ist unhaltbar, die Freiheitsmann" Virchow der anwesende Minister von Pfretsch sonst lauten. Wir in Deutschland haben schon ganz Aehnliches ge atomistische aber auch nicht absolut sicher richtig. Von der ner seine Befriedigung ausgedrückt. erlebt. Als die sozialistische Bewegung ernstlich in Fluß fam, Elektrizität darf man natürlich keine Ahnung haben, da weder Es ist weit gekommen mit den Fortschrittlern! Jetzt sind denuncirte die gesammte liberale Preffe die Sozialisten, Lassalle die Theorie Franklin's, noch die Symmers', noch die Häckel's auch sie dabei angelangt, die Kirche als das einzige Rettungs- voran, als Werkzeuge der Realtion, welche bloß die große über jeden Zweifel erhaben sind. Die Coulomb'sche Theorie über mittel in den sozialen Stürmen anzusehen. Die Kirche ist der liberale Partei" spalten wollten, um Bismard zum Sieg zu den Magnetismus ist falsch, aber ist die Ampère's richtig? Ja Hort der Freiheit, die Wissenschaft ist freiheitsfeindlich!" rufen sie verhelfen. Ein paar Jahre später fielen die liberalen" Deselbst die Mechanik ist etwas sehr Bedenkliches, da die Gravi in demselben Augenblick, in dem zwei sozialistische Zeitschriften nuncianten dem reaktionären Junker Bismarck um den Hals und helfen ihm seitdem eifrig in der Hezjagd auf die Sozialisten. tationstheorie Newton's im Grunde genommen doch nur eine erscheinen, bestimmt, die Wissenschaft dem Volte mitzutheilen. zu Hypothese ist. Die Spaltung, die sich im politischen und sozialen Leben kund Statt Bismarc jeze man Mac Mahon, statt der großen libeAber auch die Geschichte darf zu den Lehrgegenständen nicht gegeben, möge sich denn auch im Wissenschaftlichen vollziehen: auf ralen Partei" die" 363" und wir haben ein treues Bild der zugelassen werden. Ist es denn erhaben über jeden Zweifel, der einen Seite die Anhänger des Wahlcensus, der Volksknebe- politischen Gegenwart und nächsten Zukunft Frankreichs. Die daß Friedrich II. von Preußen ein edler Regent, Karl der Große lung, des Kapitals, des Militarismus, der Kirche, der zünf- 363" werden, eine verschwindende Minorität ausgenommen, ein Genie, Thomas Münzer eine Bestie war? Und gar die tigen Wissenschaft auf der andern die Verfechter des allge- ihren Frieden mit Mac Mahon machen, und die ehrlichen SoPsychologie! Wer fann für die Psychologie eintreten, da sogar meinen Stimmrechtes, der Preß- und Vereinsfreiheit, der Ab zialisten und Demokraten werden die Kosten bezahlen. an der Logik bedenkliche Blößen bemerkbar werden. schaffung der stehenden Heere, die Verfechter der Arbeit und der Das„ republikanische Wahlmanifest" ist eine Schwergeburt Ich habe hier natürlich die Mittelschulen im Auge, um welche demokratischen Wissenschaft keine dritte giebt es zwischen und wird eine Fehlgeburt sein. Man kann keine Fassung entdecken, es sich doch bei Einführung der Descendenzlehre in die Schule diesen zwei Parteien, jede ihrer Forderungen ist mit den andern die so chamäleonhaft ist, daß jede der republikanischen Fraktionen hauptsächlich handelt. innig verknüpft, wer die eine will, muß, wenn er consequent ist, ihre Farbe darin finden kann. Ebenso bezeichnend, wie diese Aber auch die anderen Wissenschaften- dürfen sie gelehrt auch die andern wollen; wer die einen haßt, muß auch die an- Thatsache, ist die andere, daß in der letzten Ausschußfizung der dern haffen. So wie die Männer der Unterdrückung, der Aus- vereinigten republikanischen" Parteigruppen beschlossen worden Wenn man der Sache streng auf den Grund geht, was ist beutung, der Verdummung sich naturgemäß die Hände reichen, ist, in Paris möglichst wenige Wählerversammlungen denn eigentlich über allen Zweifel erhaben, außer der Mathe- so müssen sich auch naturgemäß die Männer der Freiheit, der einzuberufen," damit die noch immer zahlreichen Inmatik? Nichts! Also weg mit allem Zweifelhaften, nur Ma- Arbeit, der Wissenschaft eng aneinanderschaaren, um einig gegen transigenten möglichst wenig Gelegenheit finden, die thematik darf in der Schule gelehrt werden, und Religion! den gemeinsamen Feind vorzugehen. Sind sie einmal einig, dann Union der 363 anzugreifen." at nt al.. ( x mf nb er ers ig. E no απ ters nt Daß Herr Virchow die Sache so auffaßt, zeigt er uns gleich an der Descendenztheorie, die natürlich unter die persönlichen Probleme gehört, denn denken Sie sich die Descendenztheorie im Kopfe eines Sozialisten!" Mit diesem Ausrufe hat Herr Virchow sich verrathen, und alles folgende Phrasenwerk ist nicht im Stande, diesen Pferdefuß zu verdecken. Virchow ist allerdings so freundlich, zuzugeben, wir müßten,„ troß dieses schlimmen Bundesgenossen( des Sozialdemokraten), sie( die Descendenzlehre), wenn wir deren Richtigkeit als über allen Zweifel erhaben er achteten, ohne Bedenken in's Leben einführen, sie nicht blos jedem Gebildeten, sondern jedem Kinde zur Grundlage unserer (? soll wohl heißen: seiner) Vorstellungen über Welt, Gesellschaft und Staat machen." Hinter diesem Zugeständniß steckt ein weiterer Pferdefuß. Also nur das darf gelehrt werden, was über allen Zweifel er haben ist? Nun frage ich den Herrn Virchow, was dann von der ganzen Wissenschaft übrig bleibt? Besteht dieselbe nicht fast ausschließlich aus Hypothesen? werden? " Herr Virchow, der freisinnige Kulturkämpfer, will es so. Jeder kann man nicht lange unentschieden bleiben, welchem Theil der Versuch, unsere Probleme ohne Weiteres als Grundlage des Sieg zufallen wird. 衍 Bf Unterrichts einzuführen, der Versuch insbesondere, die Kirche zu depossediren und sie ohne Weiteres durch die fDescendenzreligion( sic!), die uns Häckel in Aussicht stellt, zu ersehen diese Versuche müssen scheitern, und sie würden Symmachos. Sozialpolitische Uebersicht. " 1 " 1 " Man sieht, das revolutionäre Frankreich ist noch nicht entmannt; und die„ 363" haben Furcht vor dem Volke. Bravo! Beiläufig sei bemerkt, daß die Haltung des Vorwärts" die Aufmerksamkeit des französischen Ministeriums des Inneren auf sich gezogen hat. Dasselbe hat direkt ein Exemplar unseres In Frankreich kommt die Wahlbewegung in Fluß Blattes bestellt, und weiß unsere Verdienste um die Reaktion" in ihrer Verwirklichung die höchste Gefahr für die und zu unserer lebhaftesten Freude stellt es sich von Tag zu( der uns sonst sehr werthe" Frankfurter Beobachter" toppelt uns " Freiheit mit sich bringen." mehr heraus, daß das sozialistische Proletariat und Alles was collegialisch mit dem Lump Granier aus Cassagnac zusammen, Die Kirche ist also die Schutzwehr der Freiheit, ihre Lehren mit ihm geht, sich selbständig zu organisiren sucht und ent- weil wir nicht staatsmännisch genug sind, dafür zu wirken, daß find erhaben über jeden Zweifel! Es ist so unumstößlich, wie schlossen ist, nicht den schweifwebelnden Schweif der" 363", die Söhne und Brüder der Ermordeten von 1871 ihren Mör daß zweimal Zwei Vier sind, daß Gott die Welt in sechs Tagen dieser sehr gemischten Gesellschaft, zu bilden. Von der Bildung dern gerührt in die Arme sinken) und speziell um Herrn Mac erschaffen; daß er am vierten Tage die Sonne schuf, am ersten eines sozialistisch- republikanischen Wahlcomités ward schon in Mahon so gut zu würdigen, daß der„ Vorwärts" seinen Pariser Tage aber schon Abend und Morgen waren; daß Noah mit letter Nummer berichtet. Heute erfahren wir, daß sich die So- Abonnenten nur noch höchst unregelmäßig zukommt. Herr Mac allen Thiergattungen der Erde friedlich über 9 Monate in einem zialisten bereits energisch zu regen beginnen. Am 25. ds. hatte Mahon scheint von unserer Freundschaft" nicht so fest überSchiff gelebt habe; daß Jakob, Gottes Auserwählter, durch im 17. Arrondissement von Paris, in Batignolles eine von un- zeugt zu sein, als die Redaktion des" Frankfurter Beobachter". To gelangt u. dergl. Betrug seines Vaters und Schwiegervaters zu seinem Wohlstande gefähr 3000 Wählern besuchte Versammlung statt, in welcher( Nachdem Vorstehendes bereits gesezt war empfingen wir die Wiederwahl des bisherigen Vertreters, Pascal Duprat, eines nähere Nachrichten über die Wählerversammlung in Batignolles. Dieses erbauliche Zeug hat Virchow den Muth, der Ent- der" 363" diskutirt wurde. Es erhob sich vielfacher Wider- Diesen zufolge war die Bahl der anwesenden Intransigenten" wickelungstheorie gegenüberzustellen. Aber er geht noch weiter. spruch. Herr Duprat, ein Bourgeoisrepublikaner vom reinsten so groß, daß das vorgeschlagene Vertrauensvotum für Pascal Damit die Kirchenlehre an Ansehen gewinne, scheut er sich nicht, Wasser, fanatischer Sozialistenfeind, systematischer Verlästerer der Duprat nicht durchgedrückt werden konnte, und die Macher die Glaubwürdigkeit der Descendenzlehre herabzusetzen, ja fälsch- Commune, hat in der vorigen Kammer u. a. gegen die Am- fich damit begnügen mußten, das Prinzip der Wiederwahl aklich herabzusehen. 3war glaube ich kaum, daß heute ein Na- nestie gestimmt. Dies bildete den Hauptgegenstand der Angriffe. Klamiren" zu lassen. Daß es die Mehrheit war, welche ,, aktlaismit irgend einem Wirbelthier glaubſammenhang des Menschach Wiederwahl eines solchen Reaktionärs für unmöglich, ſeine Can- daß es nicht die Mehrheit war, denn hätten die„ 363" er, turforscher nicht an" einen gewissen Zusammenhang des Menschen zwei sozialistische Redner, Gregoire und Burgogne, erklärten die mirte" wird nicht gesagt. Wir dürfen sogar getrost annehmen il 4 die Majorität gehabt, so würden sie sicherlich auf einer Ab- stimmung bestanden, und nicht zu dem bescheidenen Surrogat einer„Akklamation" ihre Zuflucht genommen haben.) — Der Gründer Strausberg hat an die„Berliner Börsenzeitung" eine Zuschrift gerichtet, in welcher er die gesammte deutsche Presse in weinerlichem Tone mit der Bitte angeht, ihn ferner nicht„zum Gegenstande ihrer unausgesetzten Beobachtung zu machen". Er wünscht,„ruhig und den Verhältnissen ent- sprechend thätig zusein" und ersucht, ihn„vorläufig als gänz- lich für die Presse uninteressant und für das Publikum unbe- deutend zu betrachten." Er ertheilt ferner der Presse väterliche Rathschläge, wie sie sich zu verhalten habe, um ihn in seiner Thätigkeit nicht zu behindern und ist gern bereit, der Redaktion der„Berliner Börsenzeitung" und anderen„Fachblättern" Rede und Antwort zu stehen, falls sie sein Thun und Lassen besprechen wollen. Was den letzten Punkt betrifft, so steht außer Zweifel, daß die„Fachblätter" von dem Anerbieten Strousberg's aus- giebigen Gebrauch machen werden, ist doch Strousberg immer noch ein Mann, der eine Zukunft hat, und mit solchen Leuten pflegen es die„anständigen" Fachblätter nicht gern zu verderben. Wir aber, die wir auch vom„Fache" sind, werden nach wie vor fortfahren, den Gründern aller Art auf die Finger zu sehen, wir werden fortfahren, dem arbeitenden Volke zu beweisen, daß die ganze heutige kapitalistische Gesellschaft eine dem Gemeinwohl schädliche Gründung ist. — Bravo! Zweihundert deutsche Maurergesellen, welche in Folge des Strikes der Londoner Bauhandwerker zur Aushülfe dorthin gebracht waren, kehrten, nachdem sie den Grund er- fahren, weshalb man sie engagirt hatte, nach Deutschland zurück. So hat man hier in bravster Weise das internationale Prinzip der Arbeiterbewegung gewahrt—„arm am Beutel, gesund im Herzen" und im Bewußtsein, ihre Pflicht erfüllt zu haben, werden die deutschen Maurer den Heimathsboden wieder be- treten haben. — Der„Fortschritt" ist am 1. Oktober gestorben. Nicht der Fortschritt in der Fortschrittspartei, der schon lange todt war, sondern ein Blatt, der„Fortschritt", welches von den Pforzheimer Fabrikanten lediglich zur Bekämpfung der Sozial- demokratie gegründet worden war. Es hatte eine muckerisch- liberale Tendenz. Schuster-Eulenburg war sein Leitstern. — Russisches. Die Expedition der„Zukunft" hatte an die„St. Petersburger deutsche Zeitung" eine Annonce zur Ver- öffentlichung übersandt. Die Verleger der Zeitung schicken die Annonce mit dem Bemerken zurück:„Die hiesige Eensurbehörde verweigert vorläufig die Druckerlaubniß, da sie das Werk noch nicht gesehn." So sieht es bei unserem„Erbfteundchen" aus, welcher sich mit aller Gewalt die Civilisation vom Leibe halten will. In der Türkei, das mögen sich alle Türkenfeinde sagen, gehört ein solches Knutenstückchcn zu den längst überwundenen Standpunkten. — Die vergangene Woche hat auf dem Kriegsschau- platz keine Metzeleien on gros gebracht. Gefechte, in denen ein paar Hundert Menschen getödtet und verwundet werden, er- wähnt man heutzutage nicht mehr. Es muß in die Tausende gehe,,_ sonst ist's unserer famosen Mordkultnr nicht würdig. Nicht Vernunft, nicht Humanität hat den Massenschlächtereien ein Ziel gesetzt, sondern die force majeure(keinen Widerspruch duldende Kraft) des„Himmels": die Witterung, der nahende „General Winter". Ob er noch eine vierte, verbesserte Auf- läge von Plewna erlauben wird? Ob ein Winterfeldzug mög- lich, oder ob Winterquartiere bezogen werden müssen? Und wenn letzteres der Fall, ob die russische Armee ihre Winter- quartiere in der Bulgarei oder in Rumänien beziehen wird? Das sind die Fragen, welche sich jetzt aufdrängen. Damit das an Sensationsnachrichten gewöhnte Publikum sich nicht langweile, wird die Pause mit Waffenstillstands- und Vermittelungsge- rächten ausgefüllt. Daß dieselben im gegenwärtigen Stadium des Kriegs nichts sind, als fromme Wünsche oder müßige Er- findungen, und jeder ernsthaften Grundlage ermangeln, das brauchen wir unseren Lesern nicht erst zu sagen. — Parteigenossen! denkt an die gemaßregelten und in den Gefängnissen sich befindenden Brüder.— Organisirt überall freiwillige Sammlungen und sendet die Beträge an A. Geib, Rödir�Zmarkt 12, in Hamburg. Ein Stuck Geschichte. Defension(Bertheidigungsschrift) in der Untersuchungssache wider Wander. Vom Justizrath Robe(d. S. 9. September 1845). Motto:„Es ist der Fluch der Könige, von Sklaven bedient zu sein, die jeden Wink von Oben als ein Gesetz erkennen, und die Meinung drohender Majestät errathen wollen, schon wenn sie einmal finster blickt." (Shakespeare, König Johann.) Ich beantrage die Freisprechung des Angeschuldigten, und hoffe, daß dieser gehorsamste Antrag am Schluß meiner Bertheidigungsschrift völlig gerechtferttgt erscheinen wird. Die neueste Zeit, an politischen Anklagen reich überhaupt, hat keine häufiger gebracht, als die: durch Tadel der Gesetze und Anordnungen des Staates Mißvergnügen und Unzufrieden- heit der Bürger gegen die Regierung veranlaßt zu haben. Hier ist abermals eine. Ein wackerer Lehrer, ein für die Erkräftigung des gesammten Volksschullehrerstandes einflußreicher und von allen Fachleuten hochgeschätzter Schriftsteller, ein braver, ein in jeder Beziehung in seinem Amts-, Privat- und Fami- lienleben untadelhafter und deshalb von seinen Mitbürgern und Allen, die ihn kennen, ohne Ausnahme geachteter Mann ist auf Grund dieser Anklage vor den Richter gestellt. Sein Ankläger aber ist jener Stieber, Kammergerichts- Referendarius und Polizeiagent, der für das wahnsinnige Projekt des Tischlers Wurm/ zur Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen eine Verschwörung zu machen, in den besseren Ständen einen Bater und Pathen suchte, und sie in Schlöffet und Wand er ge- funden glaubte. Mit blindem Vorurtheil nahm er unerhörte Maßregeln gegen diese beiden Männer; er störte die Sicherheit ihres Hauses, er schleppte sie in's Gefängniß. Und siehe, gegen Wand er fand man schon nach drei Tagen keinen Grund, nicht einmal zu einer Anklage, und Schlöfsel, der auf Hochverrath zum Tode An- geklagte, ist nach geschlossener Untersuchung seiner Hast entlassen. Seine Entlassung ist em Zeichen, daß nach dem vernünftigen Ermessen der Richter kein Beweis gegen ihn vorhanden und daß seine Freisprechung erfolgen wird.*) Todesschuldige Hochver- ♦) Ist bekanntlich erfolgt. Vgl.: Mein Prozeß wegen Anklage auf Hochverrath, von F. W. Schlöffet. Heidelberg, I. Groos, 1846. — Ueber die Wahl Liebknecht's in den sächsischen Land- tag, deren angebliche Ungültigkeit und die Folgen einer eventuellen Ungültigkeitserklärung cirkuliren in der Presse die unrichtigsten und haltlosesten Angaben. Die Zeitungen, amtliche und halb- amtliche mit inbegriffen, entwickeln einen förmlichen Wetteifer in Ausstellung ihrer Sach- und Gesetzesunkenntniß. Falsch ist, daß dieUngiltigkeit der WahlLiebknechts bereits erklärt sei. Laut Art. 3 der Reichsverfassung, ist, wie wir in voriger Nummer ausführten, die Wahl durchaus gültig. Eine Un- gültigkeitserklärung wäre gleichbedeutend mit der Beiseitesetzung der Reichsverfassung zu Gunsten eines sächsischen Partikular- gesetzes, das mit Wortlaut und Geist der Reichsverfassung im Widerspruch steht. Die Frage der Gültigkeit der Wahl: mit anderen Worten, ob in Sachsen die Reichsverfassung mehr gilt oder ein Partikular- gesetz wird in letzter Instanz der sächsische Landtag zu ent- scheiden haben. Daß die Mehrheit des Landtags im Allgemeinen die Reichsverfassung über das Parttkulargesetz stellt, unterliegt keinem Zweifel; und ebensowenig unterliegt es einem Zweifel, daß die sozialdemokratische Gesinnung des Gewählten kein Grund ist, die Reichsverfassung nicht in Anwendung zu bringen. Falsch ist ferner, daß im Fall der Ungültigkeitserklärung der Wahl, die für Liebknecht abgegebenen Stimmen einfach auf Grund des§ 28 des sächsischen Wahlgesetzes für ungültig erklärt, und der Gegencandidat, welcher nach Liebknecht die meisten Stimmen erhalten, als gewählt proklamirt werden würde.§ 28 handelt von solchen Stimmen, die während der Auszählung, also vor festgestelltem Wahlresultat, als ungültig erkannt werden. Das trifft aber hier nicht zu. Liebknecht ist gewählt; seine Wahl ist ihm amtlich mitgetheilt worden und er hat die Wahl angenommen. Erst nach vollendetem Wahlakt sind die Zweifel an der Wählbarkeit des Gewählten aufgetaucht; und hier treten 8K 32 und 48 des sächsischen Wahlgesetzes in Kraft, nach welchen, falls die Ungültigkeit definitiv ausgesprochen wird, eine Neu- wähl vorzunehmen ist. — Unser Redakteur Hasenclever ist am letzten Freitag wegen angeblicher Beleidigung der Postbehörde zu Finsterwalde, geschehen durch den„Vorwärts", zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Es handelte sich um die Auslieferung des „Wähler" an die Polizeibehörde. Berufung ist eingelegt. — Eine sozialistische Reichstagswahlabrechnung. Am Sonntag den 23. September legte das Berliner sozia- listische Arbeiter-Wahlcomitö vor einer zahlreich besuchten Volksversammlung in der„Bundeshalle" Rechenschaft ab über die Einnahmen und Ausgaben für die letzten Reichstags- wählen. Berlin hat bei der letzten Reichstagswahl in seinen sechs Wahlkreisen, durch engere und Nachwahlen veranlaßt, zehn Wahlgänge durchmachen müssen. Bei allen Wahlen hat sich die Sozialdemokratte lebhaft betheiligt. Die hierzu er orderlichen Geldmittel wurden durch freiwillige Sammlungen seitens der Arbeiter aufgebracht. Das Ergebniß dieser während 43 Wochen fortgesetzten Sammlungen betrug in Summa 15,700 M. 41 Pf. Ueber jeden einzelnen Posten ist seiner Zeit bereits in der„Berliner Freien Presse" öffentlich qnittirt worden. Daß die ge- sammelten �Gelder die zweckmäßigste Verwendung gefunden haben, beweisen folgende, in oer Versammlung gemachten Mittheilungen. Es wurden in der Allgemeinen deutschen Associations-Buch- druckerei, Kaiser Franz Grenadierplatz 8a, gedruckt: 261 verschie- dene Sorten Plakate in einer Gesammtauflage von 68,480; 87 verschiedene Versammlungseinladungen in 156,000 Exemplaren; 11 verschiedene Säulenanschläge in 1990 Exemplaren, 13 ver- schiedene Wahlaufrufe mit einer Gesammtauflage von 556,000 Exemplaren; Stimmzettel zu 10 Wahlgängen, Gesammtauflage 473,000; 83 verschiedene Wahleinladungszettel mit 57,600 Exem- plaren; Postkarten und Wahlmahnzettel, zusammen 18,000 Stück; alsdann Zählzettel zur correcten Angabe des Wahlresultats 1075 Stück und schließlich zu sechs verschiedenen Festlichkeiten vor der Wahl wurden gedruckt und umgesetzt, 14,000 Festprogramme. Summa der Drucksachen-Exemplare 1,346,145. Verbreitet wurden diese Drucksachen fast ausschließlich unentgeltlich und hat sich hier der Opfermuth des Proletariats auf das Allerglänzendste bewährt. Es haben seit dem 15. September v. I. bis zum 15. September d. I. durch das Wahlcomitä veranstaltet 307 Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten berathen wurden, stattgefunden. Neben diesen 307 Versammlungen, in denen also Vorträge gehalten wurden und Discussionen statt- fanden, haben noch 144 Wahl-Hilfsmänner-Versammlungen ge- tagt. In diesen öffentlichen, resp. politischen Versammlungen räther entläßt man nicht, wenn eine Verurtheilung in Frage steht. In Dem aber, welcher vorurtheilsvoll diese, alle Gesetzlich- keit überschreitenden Maßregeln genommen hatte, entstand das Bedürfniß, sie irgendwie, und wenn auch nur scheinbar, zu rechtfertigen. Die gegenwärttge Anklage halte ich für frivol und kann sie daher nur auf Rechnung dieses Bedürfnisses, oder des ungemessensten Vorurtheils stellen. Weil Herr Stieber nicht nachweisen konnte, daß Wander ein Hochverräther, so wollte er doch wenigstens darthun, daß er ein Solcher sei, zu dem man sich einer hochverrätherischen That versehen könne. Das römische Recht hat viel Schlimmes nach Deutschland Sebracht; ein Gutes haben wir nicht mit aufgenommen,— der lnkläger mußte nach römischem Rechte in crimen subseridere, d. i. sich verbindlich machen, auf den Fall, daß er den Ange- klagten nicht überführen würde, die Strafe selber zu leiden, welche auf das angeklagte Verbrechen gesetzt war. Unsere Gesetze über falsche Anklage ersetzen das römische nicht, indem sie erst gegen den falschen Ankläger den Nachweis fordern, daß er wis- sentlich und ohne Grund beschuldigt habe. Seine Unwissenheit dient dem Ankläger zum Versteck, besonders in Sachen des Urtheils wie hier. Da ich das ungesetzliche Gebahren Stieber's in der Wurm- scheu sogenannten Verschwörung für die Veranlassung der gegen- wärtigen Denunziation halte, so muß ich auf diese Verschwörung näher eingehen. In dem Warmbrunner Tischler Wurm, einem Menschen ohne Bildung, aber von natürlichen geistigen Anlagen, der aber weit über diese Anlagen hinaus auf sie eitel ist und von sich selbst aussagt, daß er mit„ungewöhnlichen" Gaben begabt sei, war durch die Lettüre von mancherlei Schriften, ins- besondere aber durch die Lektüre des Lubojatzky'schcn Romans „1830", verbunden mit dem gegebenen Beispiel der Weberun- ruhen in Langenbielau, eine romanhafte Lust entstanden, zur Abhilfe der Roth der arbeitenden Klassen, welchen gegenüber er die Besitzenden und Gebildeten als Feinde ansah, eine Revolu- tion herbeizuführen. Wie er ausdrücklich gesagt hat, es sollte, auf einen neuen„Bauernkrieg" hinausgehen. Er mochte sich in seiner Eitelkeit schon als Helden in die Geschichte einge- zeichnet sehen. Seine Projekte waren nach Zweck und Mitteln wahrhaft wahnwitzig. Vorläufig beschränkte er sich auf die Entwerfung, haben Vorträge gehalten: Most 40, Grottkau 38, Baumann 29* Bernstein 26, Fritzsche 26, Rackow 23, Hasenclever 21, Lossau 18, Rathenau 7, Dolinski 6, Liebknecht, O. Kapell und Schramm je 5, Bebel, Finn, Keitel, A. Paul und Fl. Paul je 3, Auer, Stamm, Bäthke, Hasselmann, Heiland, Vahlteich, Wolf, Wölky, H. Adam und Reimer je 2, Adam, W. Bong, Jörrissen, Beck, Bracke, Fischer, König, Geib, Henke, Winnen, A. Kapell, Wiß- mann, Motteller, Blos und Rittinghausen je einen. Summa: 307 politische Vorträge. Auf die verschiedenen Wahlkreise vertheilen sich diese Ver- sammlungen wie folgt: 9 auf den ersten, 26 auf den Zwesten, 80 auf den dritten, 66 auf den vierten, 28 auf den fünften und 98 auf den sechsten Wahlkreis. Von den 15,700 Mark 41 Pf. Einnahme war das Comitä noch im Stande nach auswärts Unterstützungen gewähren zu können. So z. B. wurden nach Barmen-Elberfeld zur Unterstützung der Wahlagitation abze- führt 300 Mark, dem Comitc in Hamburg wurden überwiesen 420 Mark, für Altona wurden in zwei Raten gezahlt 800 Mk., für die Agitation in der Provinz wurden verausgabt 706,20 Mark und auf die allgemeine Agitatton wurden verwendet 1844,71 M. Trotz der riesigen, immer mit Geldkosten ver- knüpften Agitation, welche hier in Berlin entfaltet worden war, konnte dennoch der auswärtigen Genossen gedacht werden, Be- weis genug, daß das Comitä mit den anvertrauten Geldern haushälterisch umgegangen ist; die Versammlung erklärte sich denn auch mit den Leistungen des Comitös vollkommen einver- standen. Beschlossen wurde noch, eine Prüfungscommisfion, aus 6 Personen bestehend, zu erwählen, welche die vorgelegte Abrechnung zu revidiren und einer demnächst einzuberufenden Volksversammlung über das Resultat ihrer Revision Bericht zu erstatten hat. Nachdem diese Commission gewählt war, trennten sich die Versammelten mit dem Bewußtsein, für die sozialistische Sache ihre Schuldigkeit gethan zu haben. — Bekanntmachung. Der ehemalige Redakteur Hr. Jak. Chr. Marbach ist wegen der in den Nummern 60, 61 und 62 des da- mals unter seiner verantwortlichen Redaktion erschienenen Blattes „Volksstaat" vom 24, bez. 26 und 28. Mai 1876 unter der Ueberschrift„Von Rechtswegen" enthaltenen Beleidigung der Richter des Königlichen Landgerichts zu Saarbrücken in Be- Ziehung auf ihren Beruf in Gemäßheit'Z§ 185, 186, 73 und 196 des Strafgesetzbuchs für das deutsche Reich in Verbindung mit§ 20 des Reichspreßgesetzes vom 7. Mai 1874 zu drei Mo- naten Gefängniß und Tragung der Untersuchungskosten rechtskräftig verurtheilt worden. Solches wird auf Grund des§ 200 des gedachten Strafgesetzbuchs antragsgemäß hierdurch bekannt gemacht. Leipzig, am 19. September 1877. Königliches Gerichtsamt im Bezirksgericht, Abtheilung für Strafsachen. Bieler. Ueber die russische Kriegskunst bringt die„Bossische Zeitung" unter dem Titel:„Der russische Feldherrenkrach" folgenden interessanten Artikel: „Plewna! Ein Donnerwort, bei dessen Nennung jeder Russe erbeben muß. Bei Plewna, dessen Weichbild mit dem Blute von 30,000 Soldaten getränkt wurde, hat Großfürst Nikolaj die militärische Ehre Rußlands begraben. Plewna hat uns das große Rußland in seiner ganzen Ohnmacht, die russischen Feld- Herren in ihrer ganzen Unfähigkeit gezeigt; Plewna hat uns ge- lehrt, daß auch die großartigsten Mittel moderner Kriegstechnik fast werthlos werden, wenn dieselben von rohen und unwissenden Massen gehandhabt und von stupiden Generälen ausgebeutet werden sollen. Vor Plewna ereilte ein grandioser Krach das ganze russische Militärsystem. Es stellt sich heraus, daß das militärische Rußland noch in den Kinderschuhen steckt und nicht im Stande ist, die hochtrabenden Pläne seiner Polittker zu unter- stützen und durchzuführen. Die russische Politik will die Türkei aus Europa hinauswerfen, russische Vasallenstaaten an der Donau erstehen lassen, Armenien erobern, das Schwarze Meer be- herrschen, sich das entscheidende Wort im Westen vorbehalten, nöthigenfalls erzwingen. Zu allen diesen Unternehmungen ge- hört der Nachdruck einer riesigen, allezeit schlagfertigen Armee. Diese Armee wurde geschaffen und mit einem Aufwände von einigen Milliarden organisirt. Gewisse westeuropäische Politiker ließen sich durch die äußeren Erscheinungen und durch gedruckte militärische Tabellen täuschen und verhöhnten zu Beginn des Krieges Jene, welche die russische„Promenade nach Konstante Umarbeitung und Ausfeilung einer Proklamation, welche gleichzeitig einen Bundeseid und Verhaltungsregeln für die Ver- schworenen enthielt. Diese Proklamation zeigte er mehrere» Unglücklichen, die nicht wußten, daß das Gesetz sie zur Anzeigt dieses Unsinnes verpflichtete und deren Unterlassung hart be- strafe. Einen Eid nahm er Keinem ab, theilte auch die Pro- klamation nicht abschriftlich mit, sondern gab sie nur zui» Lesen. Die Kunde von diesem Getreibe war zu den höchsten Be Hörden gedrungen, welche zur Ermittelung der Sache einen Po lizei- Bedienten nach Hirschberg sandten. Die Wahl fiel leidet auf den, wie es vielfach ersichtlich geworden, ganz un befähigten Stieber. Er kam gegen Ende des Monats Fe bruar d. I. hier an, gab sich für einen Maler Schmidt aus drängte sich in Tabagien und an öffentlichen Orten an allerle Leute, und war offenbar wie Wurm, nur von einer entgegen gesetzten Phantasie, ergriffen. Er ist der Herausgeber der„Bei träge für das Gelingen der praktischen Polizei" und wollte un> sollte nun seine Theorien praktisch bethätigen. Man erkennt s» gleich sein Interesse„für das Gelingen" seiner Mission; j wichtiger die Verschwörung, desto wichtiger sein dem Staat g« leisteter Dienst. Herr Schmidt oder Stieb er fing sein Geschäft damit a» daß er zwei Gebrüder Hermann in die Jdeen�des ihnen H reits näher getretenen Wurm eingehen hieß. Sie mußten w seine Weisung sich freiwillig zu dem Bundeseide erbieten, dek Wurm gar nicht verlangt hatte. Dieser biß gierig darauf a» denn solche Eiferer für seine Tollheit, so gespannte Hörer fü seine wahnwitzigen Projefte als diese betrüglichen hatte er bi dahin noch nicht gefunden. Was sie gehört, theilten sie des Polizeiagenten treulich mit, vielleicht auch mehr; denn einer diesi* Brüder log, wie es polizeilich ermittelt ist, vor etwa 6 Woche* daß zwei der Verschwörung angehörige Verniummte ihn ein» Abends überfallen und ihn zu einem Teich geschleppt hätten, n* ihn zu ertränken... Der Wahnsinn der Wichtigmacherei ist ansteckend; die unwi kürlich rege werdende Hoffnung auf außerordentliche Belohn»* stachelte auf; die einmal irregeleitete Phantasie verwechselt Z* letzt den Traum mit der Wirklichkeit. ' War diese Verleitung zu unnöthigen, moralisch in kein) Weise zu billigenden Eiden ein Kunstgriff der prakttschen Polst' nopel" als ein überaus schwieriges Ding auffaßten und vor den Fähigkeiten der russischen Armeeleitung wenig Respekt zeigten. Da begannen die Operationen. Die Russenfreunde waren überrascht, entzückt. Der Uebergang bei Galatz war ein„Meiste- stück", der Uebergang bei Sistova ein„Bravourstück", das Bom- bardement, welches eine Strecke von 70 Meilen einbezog und beide Donauufer von Widdin bis Ismail nutzlos verwüstete, war „großartig". Und als die Russen auf dem rechten Donauufer standen, da begann unter allseitiger Bewunderung das Sturm- laufen der Kosaken gegen Süden. Bulgarien wurde von Ost nach West und von Nord nach Süd durchzogen; die Dobrutscha war bald in den Händen Zimmermanns, dessen Kolonnen vor Silistria, Basardschik und Mongolin erschienen. Der Großfürst Thronfolger wurde zum Strategen ernannt und sollte Rustschuk schleunigst zu Falle bringen; seine Kolonnen reichten von Pirgos bis Osman Bazar, die Jantra, der Lom, Rasgrad— Alles wurde besetzt, die Kosaken waren überall. Die Kolonnen des Großfürsten Rikolaj, der bereits in Kischeneff zum Strategen er- nannt worden war,„eroberten" Plewna, Lowatz, Selvi, Tirnova, Gabrowa, Schipka, Hoinköi. Abdul Kcrim Pascha lag rezungs- los mit seiner Armee bei Schumla. Also vorwärts! General Gurko wurde zum selbstständigen Strategen ernannt und mit 40,000 Mann nach Thracien entsendet. Neue Siege, neue Er oberungen; Kasanlyk, Jeni- und Eski-Zagra, Karabunar waren bald besetzt. Die Russenfreunde klatschten in die Hände und riefen enthusiastisch: Meisterhaft! und der schlaue Jgnatieff glaubte schon, daß der Moment der Niederwerfung gekommen sei.— Die Situation war äußerlich über alle Maßen glänzend. Man hatte nur ein paar Tausend Türken bei Sistova und Noko- polis geschlagen, und war schon im Besitze des nördlichen Bul- gariens, des Balkans, eines Theiles von Thracien. Wie stellte sich aber diese äußerlich so vortheilhafte Sachlage bei eingehender und näherer Betrachtung dar? Die Administration war elend, die Lerzettelung der Streitkräfte eine beispiellose, die Brücke von Sistova eine ungenügende Verbindungslinie, die Operationslinie viel zu lang, die Angriffsfront zu breit, die Rückzugslinie nicht gesichert. Die russischen Strategen hatten an Alles gedacht, nur an den Feinds nicht! Die Politik war allein maßgebend, die militärischen Erwägungen waren Nebensache. Das Bulgarenvolk wurde insurgirt, das türkische Eigenthum verwüstet, Fürst Tscher- kasky war Gouverneur. So lange kein Türke in Sicht war, bewährte sich die russische Strategie unvergleichlich. Da kam Mehemed Ali, dann Osman, endlich Suleiman, und mit dem Auftreten dieser drei Männer hatte es mit den Eroberungen und mit der russischen Strategie seine guten Wege. In Plewna zeigten sich„einige" Türken; ein Paar Brigaden wurden dahin entsendet, um die rechte Flanke frei zu machen und diesen wich- tigen in Folge der famosen Balkanoperation aber wieder auf- gegebenen Straßenknotenpunkt zu„säubern". Siehe da! die russischen Brigaden kamen mit blutigen Köpfen nach Bjela. In Folge dessen wurden zwei Corps gegen Plewna dirigirt, aber auch diese erlitten eine furchtbare Niederlage. Wie kam das? Die russischen Feldherren hatten vergessen, daß die türkische Armee ihren linken Flügel in Widdin hatte, sie hatten keine Ahnung, daß Osman gegen Plewna aufgebrochen ist, sie wußten nicht, daß 50,000 Türken ihren rechten Flügel bedrohen. Die Eni- täuschung war bitter; es begann eine allgemeine Rückwärts- concentrirung, das Hauptquartier ging mit gutem Beispiele voran, alle Nachschübe wurden gegen Plewna dirigirt, die ganze Armee mobilisirt, die Garde aus ihrer süßen Ruhe aufgescheucht, die Armee Zimmcrmann's reduzirt und an den Trajanswall zurück- gezogen, wo sie unter dem entsetzlichen Klima hinsiecht! Während die russischen Strategen ihre Aufmerksamkeit Osman Pascha zu- wendeten, wurde Gurko von Suleiman Pascha aus Thracien hinausgeworfen, und zu allem Ueberflusse erschien auch Mehemed Ali, um die verzettelten Streitkräfte des Czarewitsch in einer Reihe von Gefechten zu schlagen, über den Lom und schließlich an die Jantra zu werfen. Ohne daß sie es recht wußten, waren die russischen Generäle in die unnatürlichsten und gefährlichsten Positionen gedrängt, eine Frontveränderung folgte der anderen und heute stehen zwei russische Heere Rücken an Rücken zusammengedrängt an der Jantra und vor Plewna, während ein Theil der Armee die schmale Linie Bjela- Tirnowa- Gabrowa- Schipka in der denkbar ungünstigsten Defensivstellung zu be haupten hat. Die Armee des Großfürsten Thronfolgers wurde in kleinen Kämpfen geschlagen, die Armee vor Plewna erlitt große Niederlagen und das eigensinnige Bestreben der Behaup- tung des Schipkapasses kostete 10,000 Mann und wird unzweifel- Haft ebenfalls zur schmählichen Niederlage führen. so wollen wir hoffen, daß die ihr zum Grund: liegende Theorie nur die des Herrn Stieber und ihm ausschließlich angehörig sei. Ungesetzlich ist der mildeste Ausdruck, den man für dies Versah- ren brauchen kann. Man sieht aber daraus, zu welchen Hand- lungen der Eifer für sein Ziel den:c. Stieber zu verleiten vermochte. Auf die Aussagen der Eidesleister wurde Wurm arrctirt. Die bei ihm gefundene Proklamation, ein Machwerk von hohlen Redensarten, schien dem:c. Stieber ein geistvolles Werk, und «r gründete darauf sogleich die für die Vergrößerung der Wich- tigkeit seiner Entdeckungen sehr ersprießliche Präsumtion, daß für den Wurm'schen Wahnwitz in den gebildeten Ständen versteckte Theilnehmer vorhanden sein müßten. Er sah sich um nach geeigneten Leuten dazu. In hiesigen Schenken, die er fleißig besucht hatte, und in welchen viele invalide Urtheile zum Besten gegeben zu werden pflegen, hatte er von einem hier bestehenden Gewerbeverein gehört und nicht minder von Schlöffel's und Wander's darin gehaltenen Reden. Sie sollten nach dem Ausspruch von Leuten, deren Sprachwiffenschaft kaum die richtige Bedeutung der Worte kennt,„revolutionär" gewesen sein. Schlöffet, der in dem Ruf eines freisinnigen Mannes steht, hatte sich überdies neuer- lichst durch eine bei dem gerade versammelten schlesischen Pro- vinziallandtag eingereichte Petttion um Beantragung der Auf- Hebung der Disziplinargesetze vom 29. März 1844 und um Ertheilung einer Habeas-Corpus-Akte stark in's Gerede gebracht. Was war also natürlicher, als bei dem Suchen nach einem Bor- steher der Wurm'schen Verschwörung*) auf Herrn Schlöffet zu verfallen. . ich mich 1853 in Hermsdorf a. N. niedergelassen hatte, traf ich bei einem Handwerker, bei dem ich etwas bestellen wollte, einen Mann, im Gespräch begriffen. Ich wartete dies ab und fragte den Handwerker, wer der Mann sei. Ich war überrascht, von dem Mann in einfacher Arbeiterkleidung so richtige Urtheile in einer so gebildeten Sprache zu vernehmen.„Es war dies", lautete die Antwort,„der bekannte Tischler Wurm aus Warmbrunn. Ee lebt jetzt hier und be- �"Len eine kleine Pension." Hier sprach ich denn den Mann, dessen Name dama!« so viel genannt wurde, zum ersten Mal; aber eS erwachte sogleich der Gedanke in mir, mich einmal mit ihm zu unterreden, um zu versuchen, ob ich einiges Licht über zweifelhafte Punkte erhalten könnte; ober ein unmittelbarer Berkehr hätte ja nur Aus allen Operationen leuchtete der nackte, ungeschminkte Dilettantismus hervor. Die Russen haben keinen einzigen Stra- tegen; die Generale sind Haudegen, welche das Menschenmaterial gar nicht schonen, den Werth des Mannes nicht zu schätzen wissen. Tausende und Tausende durch gänzlich verfehlte Taktik nutzlos zur Schlachtbank führen. Bravour geht ihnen über Alles, Verstand, Ueberlegung, militärisches Wissen— sind die Dinge, welche dem russischen Hauptquartter ganz fremd sind. Die Truppen sind brav und muthig; sie verstehen aber nicht von den neuen Waffen Gebrauch zu machen. Ihre Waffe ist das Bajonnet, bis sie aber zum Gebrauchs desselben kommen, sind ihre Reihen durch das mörderische Feuer des kaltblütigen Gegners niedergeworfen. Die Artillerie hat gute Geschütze, bedient die- selben aber schlecht, so daß die türkische Artillerie mit halben Mitteln einen größeren Erfolg erzielt. Woran liegen diese Fehler? An der geringen Jntellegenz der Massen, welche die Wirkungen und Bortheile der neuartigen Waffen gar nicht be- reifen, und an den Offizieren, welche insgesammt eine mangcl- afte fachmännische Bildung genossen haben. Aus diesem Offiziers- corps sind theils im Wege der Protektion, theils„durch Dienst- zeit" die russischen Feldherren von heute herausgetreten, die in den Geist moderner Kriegführung nicht eingedrungen sind und das Höchste geleistet zu haben wähnen, wenn sie das Exerzier- reglement kennen und einige militärische Bücher gelesen haben. Das echte Talent, das durch andauernde Studien geläuterte und geschärfte Urtheilsvermögen, der richtige durch praktische Versuche geübte Blick fehlt ihnen. Nicht jeder Großfürst oder Prinz muß ein Feldherrngenie sein, und die alten Sieger aus dem Kaukasus und aus Polen, vom Amour und Tschakend sind mit der Zeit nicht vorwärts gegangen und leben nach wie vor in den Er- innerungen der Stoßtaktik und des Bajonnetangriffs. Sie finden sich in neuen Situationen nicht zurecht, und seitdem die türkischen Paschas unerwartete Operationen vornehmen, wächst die Ver- wirrung im russischen Hauptquartter. Gegen einen Osman Pascha, der sich ganz unbemerkt an den Großfürsten Nikolaj heranschlich, der das Terrain mit vollendeter Geschicklichkeit ausnützte, von der modernen Waffe einen groß- artig wirkungsvollen Gebrauch machte und die taktischen Fehler des Gegners mit Erfolg auszunützen verstand, sind die Herr- schaften in Poradim Zwerge. Und gegen einen Mehemed Ali, der es verstand, auf allen Punkten durch glänzend ausgeführte Flankenmärsche und Concentrirungen mit Uebermacht zu erscheinen und den Gegner ohne Hauptschlacht, sondern nur durch kleine Nadelstiche, aus allen Positionen hinauszuwerfen und zu einer fortgesetzten„Concentrirung nach rückwärts" zu zwingen, sind die russischen Generalstäbler jugendlich unerfahrene Cadetten. Jn�Afien wie in Europa hat die russische Strategie Bänke- rott gemacht und die russische Militärmacht ist auf ein Viertel- jahrhundert, vielleicht auf ein halbes Jahrhundert zertrümmert. Correspondenzen. Aerkin, 26. September. Gestern Abend hielt Parteigenosse Grottkau im Saale des Handwerkervereins vor einer sehr zahl- reichen Versammlung einen Bortrag über die Grund- und Bodenfrage. Redner führte aus, daß die Arbeit und der Grund und Boden mit seinen natürlichen Produkten die noth- wendigen Quellen aller Werthe seien. Der Privatbesitz des Bodens bilde also ein Monopol gegenüber Denen, die keinen Theil an diesem Besitze haben. Die höhere Cultur des Bodens rechtfertige den dauernden Besitz desselben nicht, wie man behauptet habe, denn diese höhere Cultur mache sich schon durch den höheren Ertrag bezahlt. Redner zeigte sodann, wie auch die Errichtung von Produktiv-Assoziationen(im Privatbesitz) nichts an dem Charakter des Monopols ändern würde. Jede neue Erfindung, jeder Culturfortschritt erhöhe den Werth des Bodens, also den Privatbesitz. Unter den heutigen Verhältnissen erhöhe ferner die Verdichtung der Bevölkerung alle zehn Jahre den Werth des Bodens um ein Drittheil. Bei einer eventuellen Expropriation des Privatbesitzes am Boden würde sich also der Gesammtwerth (Expropriationspreis) des letzteren durch die stete Verbesserung der Cultur und die Verdichtung der Bevölkerung höchstens in 30 Jahren rcproduziren. Diese Idee der Umwandlung des Privat- besitzes von Grund und Boden in Gemeingut sei übrigens weder neu, noch erfordere ihre Verwirklichung eine Aenderung der Gesetz- gebung, da jeder Staat das Expropriationsrecht im Prinzip bereits besitze, dessen Anwendung nur verallgemeinert, rcsp. dem gegebenen Zweck entsprechend modifizirt zu werden brauche. Redner zeigte, daß bereits bei vielen alten Völkern(Griechen, Wurm wurde also von?c. Stieber vernommen und mit eini- gen Suggestivfragen alsbald darauf gebracht, Schlöffeln, den er persönlich gar nicht kannte, als denjenigen zu bezeichnen, den ihm ein verstorbener Verschwörer, ohne Schlöffel's Namen zu nennen, blos unter der Bezeichnung eines„Fabrikbesitzers" als Mitverschwornen genannt habe. Daraufhin hielt der Herausgeber der„Beittäge für das Gelingen der praktischen Polizei" eine Haussuchung bei Schlöffe!, nahm dessen sämmtliche Papiere in Beschlag und bewirkte sogar dessen Verhaftung; er, der Polizei- agent, auf eigene Gefahr, ohne Zuziehung eines richterlichen Beamten, ohne Gefahr im Verzuge. (Fortsetzung folgt.) — Ueber den Sparapostel Schulze- Delitzsch wird dem Chemnitzer Parteiorgan folgende Mittheilung gemacht: Es war kurze Zeit, nachdem mittelst einer Dotation dem ehemaligen Kreisrichter von Delitzsch aus Bolksmitteln eine Villegiatur in einer der schönsten Straßen der nächsten Umgegend Potsdams geschenkt wurde, als es Letzterem ge- fiel, diese seine Besitzung zum Schutze gegen das profane Einblicknehmen anderer Sterblichen mit einer hohen Maurer nach allen Sellen zu um- geben. Ein Maurerpolier und mehrere Gesellen waren mit der Aus- führung dieser Arbeit betraut worden. Schulze-Delitzsch überwachte mit ziemlicher Gewissenhaftigkeit den Beginn und Schlug der Arbeiten an jedem Morgen und Abend, munterte auch durch geistreiche Hindeutung auf andere fleißige Arbeiter die Leute auf, stets pünktlich um 6 Uhr Morgens zu erscheinen und controlirte Abends um 7 Uhr das Ver- lassen der Arbeit. Einmal— es war ein schöner Sommerabend, den Arbeitern lief infolge mehr als angestrengter Thätigkeit der Schweiß von der Stirne— tritt gegen 6 Uhr Schulze-Delitzsch zu den Leuten heran und giebt dem Maurerpolier Schulze zehn Silbergroschen mit den Worten:„Maurer, es ist heute ein so schöner Tag, lagern Sie sich im Kreise und lassen Sie sich einen kühlen Trunk von diesem Gelde Gerüchte erzeugen können; es sollte gelegentlich geschehen. Aber Wurm starb nicht lange darauf, und ich habe ihn nie wieder gesehen, aber von einem Gespräch, das ich ihn habe führen hören, die Ueberzeugung gewonnen, daß der Mann viel zu gescheidt war, um eine schlesische Republik, zwischen Oesterreich und Rußland, machen zu wollen. Ich zweifle auch, daß eS in irgend einem schlesischen Jrrenhause einen ein- zigen Insassen giebt, der solche Zwecke verfolgt. Wenn der Gedanke nicht in Stieber's Kopf entsprungen ist, so ist er doch gewiß der ein- zige praktische Polizist, der ihn glaubt. Solcher Aberglaube macht der „praktischen Polizei" wenig Ehre. W. I. • Juden, Germanen) der Boden Gemeingut war. Dieses Prinzip herrschte noch im Anfang des Mittelalters und Spuren desselben gehen bis in die Gegenwart hinein. Zum Schluß entwickelte Redner die nothwendigen Folgen der Privatausbeutung des Bodens: entweder Großbetrieb mit steter Verminderung und dabei Knechtung der Ackerbauarbeiter, oder aber Kleinbetrieb unter stetem Kampf mit Hunger und Elend.— Lebhafter Bei- fall wurde dem Redner am Schlüsse seines Vortrags zu Theil. Bertin, 22. September. Wir empfangen nachstehende Zu- schrift: In Nummer III bringen Sie unter sozial- politischer Uebersicht einen Artikel, woselbst Herrn Professor Böhmert das ehrende Zeugniß ausgestellt wird, einmal einen vernünftigen Gedanken gehabt zu haben, indem derselbe die Mitwirkung der Frauen bei Versammlungen und Festen als beilsam für die Männerwelt hinstellt. Sie knüpfen hieran die Bemerkung, daß die Sozialdemokratie diesen Umstand schon längst erkannt habe; nur die preußische Polizei resp. das preußische Versammlungs- recht nicht. Dieser letztere Passus bedarf einer Berichtigung in- sofern, als hier in Berlin die össentlichen Versammlungen, welche von Sozialdemokraten einberufen, sehr stark von Frauen besucht werden, welche den Verhandlungen mit gespanntester Aufmerksam- keit folgen, und es übt deren Anwesenheit in den Versammlungen die von Ihnen bezeichnete Wirkung aus.— Inwieweit die Behörden in den Provinzen den Anforderungen der Neuzeit und des Gesetzes in dieser Beziehung Rechnung tragen, mag man aus dem Umstand ersehen, daß in vielen Fällen erst unter un- gemeinen Schwierigkeiten die„Erlaubniß" resp. Bescheinigung zu einer Versammlung zu erhalten ist, an denen sich nur Männer betheiligen dürfen. Ich brauche wohl nicht erst hervor zu heben, daß die„Vergünstigung", daß Frauen in den Versammlungen anwesend sein dürfen, erst unter vielen Schwierigkeiten erobert wurde, daß viele Versammlungen deshalb aufgelöst worden sind, aber die Sozialdemokraten waren wie immer so auch in diesem Fall hartnäckig und behaupteten das Feld. Infolge dessen be- suchen die Frauen schon seit Jahr und Tag die Versammlungen und wir haben durch die Anwesenheit derselben ein dankbares Publikum.— Mögen die Behörden in den Provinzen in dieser Beziehung von dem Berliner Polizeipräsidium lernen und dem- selben nachahmen. H. G. Stettin.(Dienstboten haben keinen Zutritt!) so lautet der Anfang einer Notiz in Nr. 112 des„Vorwärts". Wunder- bar oder aufsehenerregend kann die dort mitgetheilte Thatsache aber keineswegs sein, denn was dort aus Groß-Warnitz bei Oldesloe mitgetheilt, ist z. B. in Pommern, und nicht nur auf dem Lande, sondern auch in den Städten, vollständig gang und gäbe. Jeder, der Kotzebue's„Unsere Kleinstädter" für ein Phantasiegebilde hält, dem kann die Unrichtigkeit dieser Ansicht ad ocuIos demonstrirt werden.— Während z. B. dem Unter- offizier, und wäre er vorher sonst was gewesen, der Zutritt zu allen„Vergnügen" freisteht(mit Ausnahme der der aristo- kratischen Kreise), liest man dort fast jedesmal bei Arrangements von Concerten:„Dienstmädchen haben keinen Zutritt!"„Knechte und Gesellen" weiß man sich auf andere Weise fern zuhalten, ohne es ausdrücklich zu verbieten. Einmal haben diese ihre„Geliebten" (ohne die geht es nun einmal nicht ab) aus dem Kreise der „Dienstmädchen", andererseits ist aber auch das Entree(gewöhn- lich 50 Pf.) so hoch, daß es zu dem Verdienste dieser Leute in keinem Verhältnis steht, denn ein Lohn von 6—7 Mk. wöchent- lich, bei freier Kost und Logis, d. h. einer Schlafstube unter dem Dache, ist dort etwas außerordentliches. Die Gesellschaften, Clubs und Vereine selbst wissen sich„diese Elemente" fern zu halten, entweder hat der Borstand allein zu entscheiden, ob Je- mand aufnahmefähig ist oder nicht, oder es existirt in diesen Ge- sellschaften die Ballotage, und in den meisten Fällen gehört eine Zweidrittelmajorität dazu, aufgenommen zu werden. Der einzige Ort, wo„diese Elemente" aufnahmefähig sind, sind Krieger- vereine, denen die„CrLme der Gesellschaft", soweit sie Soldat gewesen, gemeinhin als„Ehrenmitglieder"� aus denen häufig auch der Vorstand gewählt wird, angehören. Wie gesagt, in keinem Theile Deutschlands ist der Klassen- unterschied, oder richtiger gesagt der Kastengeist, so ausgeprägt, wie gerade in Pommern. Ist es doch Thatsache. daß z. B. der„Handwerkcrverein" in Stolp in Pommern, nachdem er eine Mitgliederzahl von circa 6—800 erreicht hatte, das Eintrittsgeld erhöhte, um den Ein- tritt zu erschweren, trotzdem der Majorität jener Versammlung, in welcher dieser Beschluß gefaßt wurde, ausdrücklich von Seiten der Minorität entgegen gehalten wurde, daß man mit diesem Beschlüsse nur den Arbeitern und Handwerkern den Eintritt er- schweren wollte, sonst Niemandem. Ist es doch ferner Thatsache, holen." Da? waren die Worte des komischen Onkels. Gleich darauf erschien eine vorher angekündigte Deputation des Handwerkervereins aus der Sophienstraße in Berlin, zu welchem Zwecke, hat der Schreiber dieses nicht erfahren können, bei Schulze-Delitzsch und eS machte angesichts der lagernden Gruppe der Sprecher der Deputation die Bemer- kimg:„Seht, daZ ist der richtige Volksmann, so behandelt er die Ar- beiter, während andere im Schweiße des Angesichts Sklavendienste ver- richten müssen. Ein Hoch Herrn Schulze-Delitzsch!!"— Tief gerührt hört es der Volksbeglücker an, weint Krokodils-Thränen und vermeint wirklich ein guter Mann zu sein.— Doch die Kehrseite des Tableaus! Es ist unterdessen 8 Uhr Abends geworden. Die Deputation ist nach Hause zurückgekehrt. Mit den Worten:„So, Maurer, jetzt wollen wir das Versäumte nachholen!" veranlaßte Schulze-Delitzsch d«e armen sich erholt Habenden bis circa 9 Uhr nachzuarbeiten. — Verfall des Kleingewerbes und des Handwerkes. Be- deutsam ist die Thatsache, daß nicht allein eine große Zahl Bemittelter Gewerbe betreiben, die sie nicht erlernt haben, sondern daß eine be- deutende Zahl Handwerker zu Beschäftigungen gegriffen, die ihrer „Zunftehre" sehr entfernt stehen, z. Ä. Kamm- und Bürstenmacher, welche es vor einigen Jahren noch unter ihrer Würde hielten und von dem Gewerk ausgeschlossen wurden, wenn sie in einer Fabrik arbeiteten. Namentlich zeigt das die Zusammensetzung des Personals des Berliner Droschkenfuhrwcsens und des Institutes der Dienstleute: Unter den ca. 4009 Droschkenkutschern ist nur der vierte Theil„professionirter Rosse- lenker", dagegen gehört die Hälfte dem Arbeiterstande an. Bon den Dienstleuten und Droschkenkutschern sind 450 Handwerker; und zwar: 11 Bäcker, 14 Schlächter, 16 Seifensieder, 9 Gerber, 24 Schuhmacher, 13 Sattler, 12 Seiler, 16 Tischler, 15 Hutmacher, 18 Stellmacher, 11 Böttcher, 7 Drechsler, 12 Schmiede, 24 Schlosser, 13 Klempner, 2 Conditoren, 20 Schneider, 16 Buchbinder, 14 Weber, 8 Zinngießer, 4 Kammmacher, 4 Goldschmiede, 3 Müller, 10 Ziegler, 4 Kalkbrenner 3 Gürtler, 6 Kupferschmiede, 4 Gelbgießer, 8 Buchdrucker, 8 Glaser. 5 Gärtner, 6 Schiffer; der Rest gehört anderen Handwerken an. Kunst und Wissenschaft hat ein Contingent von 11, die Juristerei von 2, der Handel von 6 Köpfen gestellt. Da die Bureaukratie in mehreren, der niedere Adel in einigen und das Priesterthum in einem Exemplare ver- treten ist, so repräsentiren die Droschkenkutscher und die Dienstleute der Residenz alle Stände der sozialen Gesellschaft. Immerhin ist das „Rosselenkerwesen" ein ehrlicher Erwerb und besser als das Betteln, Betrügen und Stehlen. Man ersieht aber hieraus, wohin unsere schöncn, als golden erhofften Zeiten führen. Die liberalen Blatter, welche an den Verfall des Handwerks und der Kleingewerde nicht glauben wollen, können sich diese Ziffern hinter die Ohren schreiben. daß in jenem Verein mit circa 200 gegen 50 Stimmen be- gemacht zu haben, so passirt es nicht selten, daß der gestellte A. Jdl Meran A5. 4,23. Irgns Crottorf Ab. 3,20. Blzn London schlossen wurde, dem Vorstande allein die Entscheidung zu über- Gedingepreis nicht ausgezahlt wird. Wer es allerdings versteht, Ab. 4,08. Urbn Linden Ann. 1,50. lassen, ob Jemand aufnahmefähig sei oder nicht, ein Recht, den sogenannter Fuchsschwänzer" zu machen, der fährt besser. welches früher endgültig der Generalversammlung zustand. Ist Auch gibt es Arbeiter, welche um ihren Krankenlohn„ geschnellt“ Linden- Hannover. Hiermit mache ich den geehrten es doch endlich auch Thatsache, daß man es sich in jenem Verein werden. So ist z. B. einem Arbeiter auf Schacht„ Elisabeth" hornstraße Nr. 9 in Linden ein Kohlengeschäft übernommen habe und Parteisenossen bekannt, daß ich Postganz ruhig gefallen ließ, daß man die Mitglieder in selbst- 14 Tage Krankenlohn zurückgehalten worden. Ein anderer halte ich mein Lager in guter westphälischer Flamm- und Nußkohle ständige"( b. h. solche, die ein Geschäft für eigne Rechnung be- Arbeiter aus Großschirma hat ebenfalls 14 Tage Krankengeld bestens empfohlen. Auf prompte Bedienung und reelle Preise werde treiben oder festangestellte Beamte sind) und in nicht selbst eingebüßt, ein Arbeiter in Freiberg 8 Tage, und so wären noch ich stets halten. ständige" theilte, und die Letzteren von allen Aemtern ausschloß, viele derartige Notizen zu veröffentlichen, wo den Leuten das trozdem das Statut davon kein Wort enthält. Der Vorstand statutarisch zugesicherte Geld vorenthalten wurde und der GrubenHochachtungsvoll [ 210 E. Urban. Donnerstag, den 4. Oktober, Abends Uhr, im nahm sich einfach das Recht, die Mitglieder ließen es sich ge- tasse zu Gute kam. Es darf da auch nicht Wunder nehmen, Leipzig. Saale des Hrn. Michael, gr. Windmühlenſtr. 7: Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Die Bedeutung der Lokalpresse. Fragekastendebatte. Arbeiterverein. Der Agent. Oeffentliche Versammlung. [ 70 fallen, und damit Basta! Es ist in jenem Verein auch vorge- wenn jährlich ca. 900 Mt. Strafgelder vom Lohn abgezogen kommen, daß gegen Jemand, der dem Vorstande Opposition in werden. Was sagt man z. B. dazu, wenn einem Arbeiter auf der legalsten Weise in einer Generalversammlung machte, ein Schacht ,, Alt- Elisabeth" für 24 Stunden Arbeit vom Untersteiger Antrag auf Ausschließung eingebracht wurde. Man wird vielleicht kein Lohn bezahlt wird? Und ist das etwa recht gehandelt, 60] fragen: Wie ist denn das Alles möglich? Nun, einfach deshalb, wenn seitens der Beamten den Arbeitern für vierwöchentliche weil das Gefühl der Menschenwürde unter der großen Masse Arbeit im Gedinge die Ausbeute von 6-9 Mt. zurückgehalten Ottensen. Donnerstag, den 4. Oktober, Abends halb 9 Uhr, des Volkes durch unser jetziges Erziehungssystem so ziemlich er- wird? Und nun noch eins: Scit längerer Zeit schon rathet und stickt ist. Lehren wir die Menschen sich selber achten und Dinge, thatet man an der Verkürzung der bisher üblichen Pension. Hat in Burmeister's Salon, 1. Treppe: wie sie oben von mir geschildert, sind einfach unmöglich. ein Arbeiter, welcher 30 Jahre angefahren ist, nach dem jezigen Saarbrücken. Die Verfolgungswuth, mit welcher die hiesigen Knappschaftsregulativ pro Woche M. 3-3,50 erhalten, so sollen Srzialdemokraten heimgesucht werden, kennt keine Grenzen jest pro Woche 6 Mt. gezahlt werden bei 40 Jahren Dienstalles, was beamtet und besoldet ist, vom Richter und Staats- zeit; unter 40 Jahren Dienstzeit allerdings nur Mt. 1,80. anwalt bis herab zum Nachtwächter, alles fühlt sich berufen, den Daß die Arbeiter darüber unwillig werden und die Knappschaftsbösen Feind" Sozialdemokratie auszutreiben. Selbst die hiesige tasse nicht als Unterstüßungs-, sondern als Sparkasse betrachten, Schüßengesellschaft kann dem Drange nicht widerstehen, wider die welche mehr dem Beamtenthum als dem Arbeiter zu Gute kommt, Sozialdemokratie zu Felde zu ziehen, wie nachfolgende Kund- ist nicht zu verwundern. Wenn bisher die Hüttenarbeiter der machung beweist, die dem Bäckermeister, Mitglied der Schüßen- Freiberger Bergreviere sich leidlich besser standen als die BergTagesordnung: Vortrag und Fragekasten. F. Heerhold. Genossenschaftsbuchdruckerei Augsburg. ( Eing. Genossenschaft in Liqu.) Sonntag, den 7. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, im Saale des Hrn. Bierbrauer Wolf( Jakobervorstadt): gesellschaft und Mitglied der Breßkommission der„ Freien Bolts- Leute, so hat sich das jetzt auch schon gewaltig geändert. Wären Außerordentl. Generalversammlung. ftimme", Karl Pabst seitens des Vorstandes der Schüßengesellschaft zugestellt worden ist und die also lautet: Hiermit theilt Ihnen der Vorstand der Saarbrücker Schüßen gesellschaft mit, daß Sie in Folge Thres agitatorischen Auftretens als Sozialdemokrat in der gestrigen Generalversamm lung nach§ 7 unserer Statuten von der Mitgliederliste ge strichen worden sind. Den gezahlten Beitrag pro 1877 mit 6 Mark empfangen Sie anbei zurück, und bitten wir um gefällige Empfangsbescheinigung. Der Vorstand. J. A.: J. Schmidt." Der§ der Schüßengesellschaft lautet folgendermaßen: „ Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden, wenn es durch sein Betragen der Gesellschaft Anstoß gibt, sich den Anord nungen des Ausschusses widersetzt, oder wenn es die feftgesezten Beiträge und Strafen nicht entrichtet." Da der also„ Gestrichene", der sich über die Streichung hoffentlich keine grauen Haare wachsen lassen wird, in der be fagten Generalversammlung nicht zugegen war, verlangte er brieflich, daß in nächster Generalversammlung nochmals über den Fall verhandelt werden möge, in welcher Versammlung er per sönlich anwesend sein will, um seine Sache zu vertreten. Ueber das Resultat der Verhandlungen in der fünftigen General versammlung wird dem Vorwärts" Bericht erstattet werden, falls der Vorstand der Schüßengesellschaft es überhaupt über sich gewinnt, die Sache des„ Gestrichenen" nochmals auf die Tagesordnung zu setzen. allerdings alle Beamten so rücksichtsvoll als der Betriebsdirektor unseres Bergbaues bei„ Himmelfahrt", dann würden 1) Bericht über den Stand der Genossenschaft. wir weniger resp. gar nicht klagen. Und daß dem so ist, wie 2) Endgültige Beschlußfassung über den Verkauf des Geich mitgetheilt, können außer den Bergleuten die Bürger Frei- schäftes. bergs bestätigen. Es wäre nun wohl an der Zeit, wenn die der Genossenschafter dringend geboten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen Bergknappen und Hüttenarbeiter dieses so drückende Joch durch [ 4,20 Erstrebung befferer Zustände abzuschütteln suchten. Hoffen wir, Die Liquidations- Commission. daß es bald geschieht. E. D. Altenburg, 24. September. Mit dem ersten Oktober erscheint Für Lokal- u. Gewerkschafts- Vereine jeder Art passend sind praktisch eingerichtete voran die Altenburger Zeitung, Caffenconto-& MitgliederbeitragsBücher hier das„ Volksblatt für das Herzogthum Altenburg". Die Brobenummer wurde schon am 8. September ausgegeben, was im gegnerischen Lager große Bestürzung hervorgerufen hat. Einige liberale Lokalblättchen, voran die Altenburger Zeitung", brachen in ein wüthendes Geschimpfe aus, was indessen nicht uns, sondern nur die Schimpfer selbst an den Pranger stellt. Die Leser des Vorwärts" im Herzogthum möchte ich nur ermahnen, denselben nicht fallen zu lassen, denn wie unser Blättchen zum Selbstkostenpreis à 50 Pfg. zu beziehen. Porto auch immer schreiben mag, den„ Vorwärts" wird es nicht ersehen bei 1-2 Paar 20 Pfg.; 3 Paar 30 Pf.; darüber können. Ich hoffe sogar, daß unser„ Volksblatt" das Bedürfniß 50 Pf. Bestellungen sind zu machen bei A. Geib nach sozialistischer Lektüre erheblich steigern und dem„ Vorwärts" noch mehr Leser zuführen wird. Wenn es Einem zu viel ist, in Hamburg, Rödingsmarkt 12. beide Blätter zu lesen, so möge er Mitleser zu gewinnen suchen, wodurch die Ausgaben verringert werden. Es wird dann sowohl Nach dem Beschlusse des diesjährigen Congresses der deutschen So der Sache, wie den Einzelnen gedient sein. Zur Einführung zialisten erscheint vom 1. Oktober ab in Berlin: des" Volksblatt" werden jetzt in den Hauptorten des Herzogthums Volksversammlungen abgehalten. Vor acht Tagen sprach hier Nauert über die Bedeutung der Presse" und zwar im Linden vor Hannover. Seit mehr denn 50 Jahre betreibt Rautenkranz", da man den Wirth der„ Eremitage", der uns die Firma J. Egestorff in Linden vor Hannover mehrere Salt- einmal sein großes Lokal zur Verfügung stellte, schon beeinflußt brennereien neben noch anderen Etablissements als: Knopffabrik, hat. Somit herrscht die" Lokalsperre" nach wie vor. Das Salinen, Blaufabrik, Lokomotiv Bau- Anstalt, Kohlenbergwerke, schadet uns nun aber nicht mehr, denn es läßt die ganze ErDekonomie u. s. w. Die Arbeiter der Kalkbrennereien, etwa 50 bärmlichkeit unserer Gegner und ihre Furcht vor uns erkennen, an der Zahl, sind nun meist Leute, welche 20, 39, 40 und sogar es ist ein sicheres Zeichen für das Gedeihen unseres Blattes.schon 48 Jahre in denselben beschäftigt sind. Da mit einem Zu der Versammlung ist noch zu bemerken, daß sich die Herren Male wird zum Schrecken der Arbeiter verkündet, daß der Be- Gegner diesmal fernhielten; sie scheinen den Versuch, unsere Antrieb eingestellt werden soll und zwar am 15. September d. J. hänger uns untreu zu machen, aufzugeben und sie ziehen verDer 15. September kam heran und sämmtliche Arbeiter dieser muthlich vor, den Kampf mit geistigen Waffen" gegen uns in Branche wurden erbarmungslos auf's Straßenpflaster gesetzt, der Kneipe fortzuführen. Nauert's Vortrag war übrigens trefflich resp. entlassen. Beim Abgange erhielt ein Jeder ein gleich- und fand den verdienten Beifall. lautendes Zeugniß, welches folgendermaßen lautet: " Inhaber dieses, der Kalkbrenner pp., hat bei uns... Jahre gearbeitet und sich während dieser Zeit fleißig, treu und gefällig betragen, so daß wir Ursache haben, demselben das beste Zeugniß zu ertheilen. Gez.: J. Egerstorff's Erben." So, dieses Zeugniß ist der Lohn für die jahrelange Arbeit, die den Fabrikherren Reichthümer über Reichthümer eingebracht hat. Arbeiter, erkennt endlich, daß Ihr Euch selbst helfen müßt, was Ihr aber nur am besten dadurch könnt, wenn Ihr Euch insgesammt der Sozialdemokratie anschließt, die die wahren Interessen des Proletariats vertritt. G. B. " 1 Die Verwaltung des herzoglichen Hofgartens hat sich noch immer nicht veranlaßt gesehen, den äußerst niedrigen Gehalt des Gärtnergehilfen im Hofgarten zu erhöhen. H. Grunwald. An die Freunde unserer Bestrebungen in der Provinz Brandenburg. Gesinnungs- Genossen! Seit Jahren ist es Euer Aller sehnlichster Die Sozialistische Revue. Zukunft. Die hervorragendsten sozialistischen Schriftsteller des In- und Aus landes haben ihre Mitwirkung zu diesem Unternehmen zugesagt, dessen aufgabe es ist, das Wesen und die Ziele der Sozialdemokratie in wissenschaftlicher Weise darzulegen und zu vertheidigen. in der Stärke von 12-2 Bogen Lexikon Format. Der Abonnements ,, Die Zukunft erscheint elegant ausgestattet monatlich zweimal preis beträgt vierteljährlich: beim Bezug durch die Post( Zeitungs- Preisliste Nr. 4394a) und den Buchhandel M. 1,25, ohne Bringerlohn; bei direkter Zusendung unter Kreuzband: für das Inland und die Länder des Weltpostvereins M. 1,90; bei Zusendung unter verschlossenem Couvert M. 2,50. September erscheinenden Probenummer wolle man an eine BuchhandBestellungen auf die Gratis- und Franco- Zusendung der am 15. ung oder an die Expedition richten. Die Expedition der„ Zukunft". Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadier- Plaz 8a. Soeben erschien das 1.( Probe-) Heft der Zeitschrift: Die Neue Gesellschaft. Monatsschrift für Sozialwissenschaft herausgegeben von Dr. F. Wiede. Der Charakter dieser Zeitschrift ist ein entschieden soziaWunsch, daß die Agitation in unserer Provinz von Berlin aus einbeit lich geregelt werde, und daß Ihr insbesondere darauf rechnen könnt, von Zeit zu Zeit einen Referenten aus Berlin bei Euch zu sehen. Ihr Provinzial Congreß eine endgiltige Regelung erfolgen sollte, daß aber wißt auch, daß auf dem im verflossenen Sommer von mir einberufenen ein pol zeilich- ministerieller Machtspruch uns die Abhaltung dieses Congreffes untersagt hat. Ich sehe mich daher genöthigt, mich direkt an Euch mit der Bitte zu wenden, an allen Orten für eine einheitliche listischer und streng wissenschaftlicher, was durch die hervorAgitation Gelder zu sammeln, damit von Berlin aus Euren Wünschen ragendsten sozialistischen Gelehrteu auf dem Gebiete der SozialGenüge geleistet werden kann. Denket daran, daß nur durch ein ein- ökonomie und Statistik, Sozial- und Naturphilosophie, Rechtswissenmüthiges Zusammenstehen Aller etwas Großes geleistet werden kann! schaft, Culturgeschichte, Hygieine und Pädagogik etc. etc. gewährIch selbst werde späterhin von Neuem versuchen, dennoch eine öffent- leistet wird. machen. liche Zusammenkunft von Gesinnungs- Genossen der Provinz möglich zu Mit brüderlichem Gruß NB. Alle Geldsendungen in dieser Sache sind an Genossen Arndt, Schuhmachermeister, Bernau, Berlinerstraße 148, alle Briefe 2c. bis auf Weiteres an A. Keitel, Berlin N., Stettinerstraße 35, zu senden. Julius Heiland. Baden- Baden. Genosse Dreesbach referirte vor kurzem in einer Voltsversammlung über das Arbeiterschutzgeseh", und fand die klare und leichtfaßliche Bergliederung desselben bei den zahlreich Versammelten ungetheilten Beifall. Als Redner schließlich der Petition an den Reichstag, die Zuchthausarbeit betreffend, einige Worte besonders widmete, war fast keiner unter den Anwesenden, der mit seiner Unterschrift zurückstehen wollte. M. Freiberg. Ein altes Sprüchwort sagt:" Der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht." Von dem hiesigen Erzbergbau aber fann man sagen: so lange er noch Glanz" und sonstige cuch nur halbwegs gewinnbringende Produkte gibt, wird der Arbeiter trotz seines Hungerlohnes zur erhöhten Arbeit angetrieben, und alles das nur um des Gewinnes, um der Tantième willen, welche den einzelnen Herren in die Tasche fließt. Auf Grube Himmelfahrt" nebst den anderen Schächten, wie z. B. Berichtigung. Die Notiz: Ausschließungserklärung, den Genossen Alt- Elisabeth"," Thurmhof", Ludwigschacht" 2c., werden die Lampel in Harburg betreffend, in Nr. 114 des Vorwärts" ist irr Arbeiter von den Ober- und Reviersteigern oftmals sehr hart thümlich aufgenommen worden. Die Redaktion war durch den Namen gedrückt, zumal bei der Gedingearbeit, wo die Doppel- und Lehr- derselbe sich mit dem Central- Wahl- Comité vorher in Verbindung gedes bewährten Genossen Steffler irregeführt worden und glaubte, daß häuer im Gedinge stehen und vom Ansteiger rastlos angetrieben fegt hätte. werden, nur recht viel vornehmlich Glanz zu schaffen. Daß die Arbeiter einen siechen Körper davon fragen, wenn die- Berichtigung. In meinem Artikel:„ Unsere Gewerkschafts- Presse" selben über ihre Kräfte arbeiten müssen, daß viele krank werden hat sich ein Fehler insofern eingeschlichen, als es an einer Stelle heißt: und ein vorzeitiges Invalidenthum unter den hiesigen Berg- Wir Schneider würden 500 Mart im Jahre ausgeben" ich wollte arbeitern durch derartige Ueberanstrengung entsteht, das genirt sagen:„ Wir Schneider würden an 5000 Mart im Jahre mehr ausdie Herren Beamten, insbesondere die Herren Obersteiger, nicht; geben." haben dieselben doch außer ihren 50 Mart Wochengehalt und Gießen. Sem 5-600 m. betragenden„ Christkindchen" noch die auf ihre Aux entfallende jährliche Tantième. Ja, wenn manche der ,, großen Herren" wüßten, wie es thut, in die nächtlichen Tiefen zu fahren und im Schweiße des Angesichts mit drohenden Gefahren das kümmerliche Brod zu verdienen, wenn sie das Unrecht sähen, mit welchem man uns täglich, stündlich entgegentritt, Hainstadt, mir seine Adresse zukommen zu lassen. wahrlich, man würde nicht tagelang im gefeßgebenden Körper herumdebattiren, wie es seinerzeit geschehen was mit dem beim Erzbergbau in Sachsen erzielten Ueberschuß anzufangen Quittung. W. Kts Magdeburg Ab. 220,00. Drflr Linz Ab. 4,50, fei. Wenn so ein 10-20 3oll mächtiger Erzglanz" sichtbar Schr. 4,00. W. Rgr Brüssel Ab. 4,00. Lgs Hannover Schr. 15,50. wird, hei, wie wird da commandirt, damit in die offenen und Wndt Berlin Ab. 3,80. Klngr Rumburg Ab. 1,65. Cznck Böhm. nimmersatten Taschen der Herren" eine reichliche Tantième Leipa Ab. 5,68. Wir hier Ab. 1,20. Ditmnn Dieburg Ab. 1,00. fließt, und wenn es einmal nicht scharf genug mit der Arbeit Engl Reudnik Ab. 51,30, Schr. 12,50. Wind Kiel Ab. 2,20. W Gr Osnabrück Ab. 9,50. Kttl Gotha Ab. 30,00. Brbm Gotha 8,20. geht, dann wird flugs eine Strafschicht verfügt. Ist dann die Christophsgrund Ab. 11,70. Stalbrg Bordeaux Ab. 4,00. Rw AlBeit herum und es sind so und so viele Meter aufgefahren, so tona Ab. 39,00. Kel hier Schr. 1,00. Wllbrcht hier Ab. 1,80. Sgk daß die Arbeiter in dem Wahne leben, einige Groschen Ausbeute Reudniß Schr. 3,00. Schfr Gohlis Ab. 7,90. Withr Kiel Ab. 24,00. Briefkasten Klerg. Vorstandsbeschluß keine Aufnahme finden. der Expedition. Carl Emmerich Carlsruhe: Annonce fann laut -WissenDas 1.( Probe-) Heft der ,, Neuen Gesellschaft" enthält: Vorwort vom Herausgeber. Die Strömung in der Gesellschaft wider den Sozialismus von Dr. A. Dulk. Ueber die natürliche Zuchtwahl in der menschlichen Gesellschaft von Dr. A. Schaeffle. schaftliche Ketzerverfolgungen der Neuzeit mit Rücksicht auf die Zukunft der deutschen Universitäten von Dr. Ludwig Büchner. Zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Oesterreich von Joh. Most. Die Halbheit des juristischen Studiums von Dr. M. L Die medizinische Wissenschaft und die Sozialreform von Dr. Aug. Theod. Stamm. 3 bis 4 Bogen stark in Lexikon- Oktav. Die Zeitschrift erscheint monatlich in elegantester Ausstattung Abonnementspreis pro Quartal 3 Mark. Zu beziehen direkt durch die Expedition der ,, Neuen Gesellschaft" in Zürich( ohne Portoberechnung), sowie durch alle Buchhandlungen. Zürich, Herbst 1877. # G82.3 K a in 90 a fo ho be du ſe 111 al de de be De fa be fo fo je be fä tr üE di ge be K A ru sa ei We fä R 6 an ih me We no P be tre me ift A un ftu te wi B Set lic eir der 233 Ar ni für ift fit fie te 77 fei ba T Er ze Fr we eig B Fo Verlag der„, Neuen Gesellschaft". 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