«rscheint in Itipjiz »och, Freitag, Tan nntag. reig Aittla lür ganz Dcntichland 1 M, so Pf. pro Quartal. MonatS> Abonnements werden bei allen deutfchen Poftanstaltcn i den Z. und Z. Monat, und auf den ». Manal besonder» angenommen: im «nigr. Sachsen und Herzogth. Sachfen- Lltenburg auch aus den lten Monat d& Quartals ä 54 Pfg. Inserat« betr. Bersammlung en pr. Petitzeile 10 Pf,, betr. Privatangelegenheilen und Feste pro Petitzeile Z0 Pf. VorVärts nehmen an alle Poftanstalten und Buch» Handlungen des Zn» u. Auslandes. Filial> Expeditionen. Rew-Norl: Toz.-demolr Genossen- schaftSbuchdruckerei, 154 ülchriilxo Str. Philadelphia: P. Haß, diortd Zea Streut. I. Boll, 112g Charlotte Str. bod ol en N.J.: F. A. Sorge, 215 y? ash- ington Str. Chicago: A. Lansermaun, 74 Olybourne.v«.. San FraNziSco: F. Eich, 41» O'Farrell Str. London W.: C. Henze, 8 New otr. Golden Square. Gentrak Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Rr. 123. Freitag, 19. Oktober. 1877. Herr Teffendorff hat sich durch Anstrengung des Flinte-schießt-Säbel-haut-Prozesses um die Sache der Preßfreiheit unstreitig ein Verdienst erworben, das dadurch nicht geringer wird, daß es kein freiwilliges ist. Man wird sich erinnern, daß namentlich in Preußen wiederholt der Versuch gemacht wurde, Preßerzeugnisse von der Rechtsregel, daß für jedes Delikt nur ein Gerichtsstand sein kann, auszu- nehmen und durch Begründung mehrerer Gerichtsstände für ein und dasselbe Preßerzeugniß, die Presse zwischen den ver- schiedenen Gerichten hindurch förmlich Spießruthen laufen zu lassen. Die Justizcommission des Reichstags beschäftigte sich mit der Frage, und gab den betreffenden Paragraphen der neuen Justizgesetze eine Fassung, welche die Möglichkeit eines solchen, den einfachsten Forderungen der Gerechtigkeit und dem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufenden Versahrens ausschließen sollte. Allein das paßte nicht in den Kram unserer„liberalen" Reichsregierung; Fürst Bismarck erklärte den Commissionsantrag, welcher bereits in zweiter Lesung die Majorität gehabt, für unannehmbar und der Antrag wurde mit den anderen„zu liberal" befundenen Commissionsanträgen und Reichstagsbe- fchlüssen zweiter Lesung nach dem bekannten skandalösen „Compromiß" in dritter Lesung von dem fügsamen Reichstag über Bord geworfen. Das Damoklesschwert des willkührlichen doppelten und mehrfachen Gerichtsstandes schwebte nach wie vor über der Presse. Zum Glück wachte Herr Tessendorff. Im Februar des vorigen Jahres veröffentlichte die in Leipzig erscheinende„Neue Welt", welche die Aufmerksamkeit unseres Gesellschaftsretters auf sich gezogen hatte, ein— beiläufig vortreffliches— Gedicht, das die famose Phrase des Grafen Eulenburg:„die Flinte schießt, der Säbel haut" scharf geißelte und u. A. mit Hinweis auf den 18. März 1848 und die— Entfernung des Prinzen von Preußen, jetzigen deutschen Kaisers aus Berlin, die geschichtliche Lehre ver- kündete, daß die„Flinte schießt, Säbel haut-Praxis" den Macht- habern mitunter nicht gut bekomme. Daß die„Neue Welt" nicht in Berlin verlegt wird, konnte einen Tessendorff nicht geniren; hatte er ja doch von Berlin aus seine Arme und Finger— bei Schließung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, der sozialdemokratischen Arbeiterpartei u. s. iv.— schon über ganz Preußen ausgestreckt; warum sollte er mit so langen Armen und Fingern nicht auch in das benach- barte Sachsen greifen und sich einen lange ersehnten„Reichs- feind" aus dem reichstreuen Leipzig„herholen" können? Gedacht, gethan. Die„Neue Welt" wird in Berlin als Sonntagsbeilage mit der„Berliner Freien Preffe" ausgegeben; ausgeben und herausgeben ist Eins; jedenfalls ist Berlin ein „Ort der Verbreitung" orsso hat die„Neue Welt" auch in Berlin ihren Gerichtsstand. Der Redakteur der„Neuen Welt", Liebknecht, wird nach Berlin vor die bekannte 7. Deputation des Stadtgerichts zitirt. Im vorigen Herbst war erster Termin, der indeß wieder aufgehoben wurde. Hatte man, in Anbetracht der heikeln That- fachen, die bei Erörterung der Märzereignisse an's Licht kommen mußten, ein Haar in der Sache gefunden? Oder dachte man des bekannten Sprüchworts:„Was lange dauert, wird gut"? Freilich der weise Volksmund hat den fatalen Nachsatz hinzu- gefügt:„oder gar nichts nutz". Am 12. Juni dieses Jahres, also nach fünfvierteljährigem Hinschleppen, kam es endlich zur Verhandlung in Berlin. Liebknecht, der von Anfang an die Competenz des Berliner Stadtgerichts bestritten hatte, erhob sofort den Competenz- einwand. Herr Teffendorff gab sich die größte Mühe, den Nachweis zu liefern, daß Berlin Ort der Verbreitung, Ort der Ausgabe und folglich Ort des Gerichtsstands sei. Seine Ausführungen wurden in allen Punkten von dem An- geklagten bekämpft. Liebknecht entwickelte— nach Widerlegung der sehr primitiven juristischen Deduktion des Hrn. Tessendorff— die vollständige Hinfälligkeit der Anklage. Er zeigte, daß, wenn die Tessendorff'sche Auffassung gerichtlich bestätigt werde, das Gesetz über den Gerichtsstand für die Presse aufgehoben und die Presse vogelftei erklärt sei. Der Umstand, daß die„Neue Welt" von der„Berliner Freien Presse" als Sonntagsbeilage aus- gegebeu werde, berühre den Standpunft, das Prinzip gar nicht. Die„Neue Welt" werde in ähnlicher Weise noch von anderen Blättern als Beilage ausgegeben und jeder Zeitung stehe es frei, das zu thun. Auf diese Weise erhielte die„Neue Welt" Dutzende und hunderte von Gerichtsständen. Und ebenso jedes andere Blatt. Das sei schon monströs. Aber, wenn man zu dem eigentlichen Kernpunkt dringe, trete die Monstrosität erst recht hervor. Das wesentliche Moment, welches nach den Ausführungen des Herrn Tessendorff den Gerichtsstand con- stiwire, sei die Verbreitung; ob die Verbreitung eines Preß- erzeugnisses— außer am Ort der Herausgabe— durch Filial- expeditionen oder durch einfache Colporteure oder durch Brief- träger und die Post geschehe; ob die Zahl der verbreiteten Exemplare groß oder klein sei, das thut absolut nichts zur Sache; Verbreitung sei Verbreitung, und consequenter Weise habe jedes Blatt an jedem Ort, wo auch nur ein einziges Exemplar verbreitet werbt, seinen Gerichtsstand. Welch herrliche Aussichten für strebsame Staatsanwälte, die dann die Zeitungen' des gesammten Reichs vor ihr Forum laden und der strafenden Justiz überliefern könnten! Freilich, das Ding habe seine zwei weiten. Während reichsfreundliche culturkämpferische Staats- anwälte von ihrem Gesichtspunkt aus in Deutschland Polizei übten, könnte es einem reichsfeindlichen Staatsanwalt, etwa in Oberbayern, der einem nicht für den Culwrkampf begeisterten Gericht attachirt ist, einfallen, mit der kulturkämpferischcn Presse ein Hühnchen zu rupfen, und sich dann und wann einen gut reichstreuen Redakteur z. B. aus Berlin„zu langen". Daß es bei solchen Rechtszuständen eine Ironie wäre, von Preß- fteiheit, ja nur von einer Presse zu reden, das läge auf der Hand. Es gelte hier das: prinvipiis obsta; man darf nicht dulden, daß der Keil des Unrechts und der Unlogik eingeschoben werde. Wenn der Gerichtshof dem Antrag des Hrn. Tessendorff Folge leiste und von dem Grundsatz, daß jeder Staatsbürger und jedes Vergehen nur einen, fest definirten Gerichtsstand habe, abweiche, so entferne man sich von dem Boden des Rechts nicht allein, sondern auch der Vernunft, und gelange zu geradezu un- geheuerlichem Nonsens(Unsinn). Die Ausführungen Liebknecht's wurden, nach längerer Debatte zwischen diesem und Hrn. Tessendorff, von dem Gerichtshof accevtirt und sind durch alle Instanzen als zutreffend anerkannt worden. Für' Preußen ist es nun festgestellt, daß ein Preßerzeugniß bloß einen Gerichtsstand haben kann, den des Erscheinungs- orts. Und desgleichen ist festgestellt, was unter„Erscheinungs- ort" zu verstehen ist. Im übrigen Deutschland, wo ohnehin dieser Grundsatz bisher unseres Wissens nicht bestritten wurde, wird die Rechtsauffassung des preußischen Obertribunals auf keine Opposition stoßen. Das Verdienst des Hrn. Tessendorff um die Presse wird hiernach Jedem einleuchten. Was der deutsche Reichstag in seiner Knechtseligkeit versäumt, das hat der große Berliner Staats- und Gesellschaftsretter Tessendorff glücklich bewerkstelligt: er hat durch seine juristische„Genialität" in den Bismarck'schen Compro- miß ein Loch gemacht und der vogelfreien deutschen Presse einen festen Gerichtsstand verliehen. Dank ihm! An unserem Dank wird er sich's wohl genügen lassen müssen. Denn einen Orden bekommt er gewiß nicht. Die Motive des Sozialismus. Ein Wort wider„christliche" Beschuldigungen, von F. R.*) In Nr. 110 des„Vorwärts" hatte ich einige Thesen ver- öffentlicht, die ein Herr Pfarrer Hager in einer Conferenz unter dem Beifall der Versammelten losgeschossen hat. Darin wird behauptet, wir beriefen uns auf eine angebliche Gleichheit aller Menschen; wir wollten eine völlig gleiche Vertheilung aller Güter und Lebensgenüsse; diese Meinung sei eine„intellektuelle" und, weil„unlauteren" Motiven, als„Genußsucht, Habsucht, Neid, Klassenhaß entspringend, auch eine„unmoralische Ver- irrung". Da die sozialistischen Pläne nur gewaltsam durch- eführt werden könnten, widersprächen sie dem Geist des Chri- stenthums und seien daher„weniger durch Gewalt als durch moralische Mittel", mit dem Geist christlicher Liebe und Milde zu bekämpfen. Zu diesem Geist„christlicher Liebe und Milde" giebt der Herr Pfarrer durch seine Beschuldigungen, von denen auch nicht eine begründet ist, eine ansprechende Illustration. Wir könnten sie sehr kurz abfertigen mit der Bemerkung, der Herr Pfarrer möge die Grundlagen der Ideen des Sozialismus einmal ernst- lich aus anderen Schriften, als etwa der von Pfarrer Schuster, studiren; indeß obige Vorwürfe sind in einem solchen Grade der Typus des Gedankengangs einer ungeheuren Zahl unsrer Gegner, daß es sich lohnen mag, sich ausführlicher mit ihnen zu beschäf- tigen, als das Thema einer Spezialconferenz es im Allgemeinen verdient. Es ist eine eigenthümliche, heutzutage recht kraß hervortre- tende Erscheinung, daß gerade die„gebildeten" Klassen sehr früh in hergebrachten oder in ftischerer Jugendzeit erdachten An- schauungen verknöchern, und dann rein unfähig werden, irgend etwas, und sei es das Einfachste, zu begreifen, wenn es sich nicht in den Kreis ihrer Anschauung zwanglos fügt. Leuten, die innerhalb ihres eigenthümlichen Gesichtskreises mit ganz erklecklichem Scharf- sinn denken, geht gleichsam aller Verstand aus, wenn auch die einfachste Frage den Anspruch stellt, aus sich heraus verstanden u werden. Die naivsten, schülerhaftesten Mißverständnisse, die odenlosesten Behauptungen über den Sozialismus stammen aus dieser Quelle. Nicht selten ist es gerade diese Art geistiger Be- schränftheit, welche Borwürfe zu Tage fördert, die der rascher Urtheilende dem bösen Willen der Betreffenden zuzuschreiben geneigt ist. *) Herr Pfarrer H. hat in Nr. 117 des„Vorwärts" auf meinen in Nr. 110 enthaltenen Bericht entgegnet, und mir Fälschung seiner Thesen vorgeworfen. Als Verfechter christlicher Milde und Liebe hätten Sie, Herr Pfarrer, nicht gleich auf diese Erklärung meiner Abweichungen vom richtigen Texte Ihrer Thesen verfallen sollen, da diese doch einfach den Grund haben, daß mir die„Ev. Blätter" nur zufällig und im Vorbei- gehen zu Gesicht kamen und ich in großer Eile abschrieb. Ich bitte Sie indessen, einmal genau zuzuschauen, ob durch Auslassung des Ar- tikels„die" ic. wirklich der Sinn gefälscht ist. Und zwecklos„fälscht" man nicht. Auf meine beiläufigen Bemerkungen haben Sie mehr Werth gelegt, als ich selber. Da Sie dieselben indeß so heftig angreisen, er- widere ich Folgendes: Die Gleichheit ist etwas Angebliches nach Ihrer Anschauung; wir werden unS aber doch nicht auf ein Angebliches be- rufen, wie Ihre These uns nachsagt. Das Gleichniß vom Fuchs kann ich die„boshafte Welt" ruhig auslegen lassen. Ich lebe der frohen Ueberzeugung, daß die Erkenntniß des Sozialismus Ihnen und Ihres- gleichen die Seelen der Menschen mehr und mehr unzugänglich macht, den Füchsen also den Hühnerstall verschließt— Die von Ihnen söge- nannte wirthschastliche Berirrunz Von dieser Art der Urtheilslosigkeit sollten, theoretisch be- trachtet, die Diener einer Religion frei sein, welche gebietet: Prüfet Alles, und das Beste behaltet. Dem„Geist" des Christenthums entspricht es, theoretisch nur das rücksichtslose Streben nach Wahrheit, praktisch nur das liebevolle Suchen nach dem besten Wege, der zur möglichsten Beglückung aller Menschen führt, als Prinzip auf die Fahne zu schreiben. Die weit über- wiegende Mehrzahl der Pastoren scheint aber nicht geneigt, ihren in Wahrheit unchristlichen Glauben zu verlassen, nach welchem ein bestimmter Glaube als Wahrheit, ein bestimmter Weg als der allein zur Glückseligkeit führende gelehrt, und jeder Zweifel, der nicht wieder zu diesem Glauben zurückführt, als Sünde verflucht wird. Begreiflich wird das allenfalls aus ihrem Entwickelungsgang, vermöge dessen sie von Jugend auf in jenen Standpunkt mehr und mehr einrosten, bis ihnen ihre spezielle Lehrmeinung als unumstößlich wahr und als Maßstab für alle Erscheinungen des Lebens gilt. Wird dieser Maßstab nun bei Beurtheilung des Sozialismus angelegt, so muß selbstverständlich das Gleiche herauskommen, wie bei Gevatter Schneider, der seines Nachbars Milchkühe mit der Elle maß, um ihre Ergiebigkeit zu prüfen. Danach kann es uns nicht einfallen, Herr Pfarrer, zu hoffen, daß die folgende Auseinandersetzung Ihnen das Recht des So- zialismus völlig erweise. Aber vielleicht bekommen Sie doch eine leise Ahnung davon, daß Ihre Elle nicht genügt, um uns zu messen, und unterlassen in Zukunft wenigstens, unfern Charakter als Partei moralisch herabzuziehen. Jedenfalls aber dürfen wir nicht müde werden, gegnerische Vorwürfe zurückzuweisen, so lange eine Logik wie die Ihrige noch Einfluß auf die Massen zu üben vermag. Zunächst, Herr Pfarrer, berufen wir uns nicht auf eine angebliche Gleichheit aller Menschen. Eine solche Ab- furdität wagte uns selbst Herr Professor Gareis in Gießen nicht zu imputiren, der in seinem sonst von ähnlichem Vorurtheil wie Ihre Thesen beherrschten Schriftchen eine derartige Anficht für unmöglich hält, daß er uns mit derselben ack absurdum z« führen glaubt. Es heißt da S. 36:„Endlich wird angestrebt die Beseitigung aller Politischen und sozialen Ungleichheit— auch Die aller natürlichen Ungleichheit unter den Menschen. Das wird und kann man nicht,— darum(!) wird auch immer die soziale und politische Ungleichheit bleiben." Wie verkehrt das letztere auch sei, Professor Gareis ist doch so einsichtig, uns die Sinn- losigkeit nicht zuzutrauen, deren Sie uns in einer grundlegenden These beschuldigen. Sie sind im Jrrthum, Herr Pfarrer! Damit Sie es besser glauben, setze ich einen Satz eines unserer Vorkämpfer, einen Satz Ferdinand Lassalle's hierher, den ich seiner Schrift:. Die Wissenschaft und die Arbeiter", S. 16, entnehme: Wären wir alle gleich reich, gleich gescheit, gleich ge- bildet(d. h. wir find es nicht, Herr Pfarrer!), so möchte diese sittliche Idee(die der Bourgeoisie, daß dem Individuum nichts als die unbehinderte Entfaltung seiner Kräfte zu garantiren sei) eine ausreichende sein. Da aber diese Gleichheit nicht statt- findet und nicht stattfinden kann, da wir nicht als IM- vlduen schlechtweg, sondern mit bestimmten Unterschieden des Besitzes und der Anlagen in die Welt treten, die dann auch wieder entscheidend werden über die Unterschiede der Bildung, so ist diese sittliche Idee noch keine ausreichende. Denn wäre nun dennoch in der Gesellschaft nichts zu garantiren, als die un- gehinderte Selbstthätigkeit des Individuums, so müßte das in seinen Consequenzen zu einer Ausbeutung des Schwächeren durch den Stärkeren führen tc. Die Anlagen, mit denen wir also in die Welt treten, sind /■Sl ♦ rt X ,1 V* aivtVv r*A n W. 1 �___ 4 r jr.' 4. t r 19 t sv*. als Genus dürfte doch wohl in eine intellektuelle'(s. Species) und eine moralische(2. Species) naturgemäß Außerdem leben wir nur llnaleiclib-!!-., Riie„„t zerfallen. Indeß(den Triumph darf ich Ihnen wohl gönnen!) Sie � wie Sie d�S es manch-m Nakt� � �t S, Ä wl, haben mich überzeugt, daß auch Ihr Gedankengang sich rechtfertigen•,~ �!L, � � � x läßt. Ich hoffe Ihnen mit diesem Eingeständniß ein Vorbild zu geben, 9'r. JS i", ma.$!en' wahrend � der einen ähnlichen Eindruck machen mußte, als es Ihnen machen würde, wenn ich behauptete, die Bibel erkläre Adam für einen König der Juden. Ich kann mir zwar denken, wie Sie zu Ihren Boraus- setzungen kommen, da ja solche bei Ihrer Partei durchaus nicht unerhört sind XS. H. v. Treitschkc contra Schmoller, in Schmol- ler: Grundfragen des Rechts und der Volkswirthschaft). Sie haben gewiß einmal gelesen, daß alle Menschen gleich geachtet werden müßten; oder haben das Fichte'sche Wort von der Gleich- heit alles dessen, was Menschenangesicht trägt, in einem sozialistischen Schriftstück verwandt gefunden. Was sollen diese Sätze wohl bedeuten? Es muß immerhin befremden, daß ein Mann, der Worte auszulegen hat, wie Math. 23, 8: Ihr aber seid alle Brüder, oder Luc. 22, 26: Der Größeste unter euch soll sein, wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener; daß ein solcher Mann auf Grund von Stellen wie die genannten uns das Berufen auf eine„völlige" Gleichheit aller Menschen un- terstellen kann. Die einzige Gleichheit, die wir— mit Ihnen, Herr Pfarrer, wie ich denke— annehmen, ist die Gleichheit als Menschen und die daraus herfließende Rechtsgleichheit;„die angeborene Gleichheit, d. i. die Unabhängigkeit, nicht zu mehrerem von andern verbunden zu werden, als wozu man sie wechselseitig auch verbinden kann."(Kant, Metaphysik d. Sitten; das ange- borene Recht.) Der Unterschied, der uns von Ihnen trennt, w>rd, wie ich glaube, der sein, daß wir die Frage, was Rechts glelchheit sei, sorgfältiger untersucht und genauer präzisirt zu haben meinen, als Sie. Außerdem sehen wir nur Ungleichheiten. für den Fall Sie, wie wohl jeder Mensch einmal, in die Lage kommen andere sie aus dem Stegreif spricht; wir wissen, daß der Um- sollten, sich im Unrecht zu fühlen. stand, daß ein Pfarrer die Annehmlichkeiten der Residenz genießt, während der Herr Amtsbruder auf dem hinteren Vozelsberg neben seiner traurigen Umgebung noch das Vergnügen hat, die Erziehung seiner Söhne in der Stadt doppelt theuer bezahlen zu müssen, eine für Letzteren recht schmerzliche Ungleichheit bildet; wir wissen ferner, daß man in Neapel keine Seehundsfelle und in Grönland keinen Sommerbuckskin trägt; wir wissen endlich, daß diese Ungleichheiten sich nicht abstellen, sondern höchstens in ihren Folgen minder empfindlich machen lassen; wie ja jetzt bereits eventuell die Schmerzen des Herrn Amtsbruders vom Vogelsberg durch Stipendien gelindert werden. (Fortsetzung folgt.) Sozialpolitische Uebersich:» — Zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Unter diesem Titel bringt die ministerielle„Provinzial- Correspon- denz" eine warme Empfehlung der Victor Böhmert'schen„Sozial- Correspondenz" und preiset dieses Jammerblatt als eine geistige Waffe gegen den Sozialismus. Graf Eulenburg, der die „Provinzial-Correspondcnz* inspirirt, war bekanntlich in seiner Reichstagsrede gegen die Sozialdemokratie auf den Schuster gekommen, nun vollendet er sein Geschick und kommt gar auf den Böhmert. Zeit ist's, daß er sich recht bald von seinem Minister- Posten entfernt. Nachdem die„Provinzial- Correspondenz" das Lob Victors gesungen hat, stellt sie übrigens auch uns ein unverblümtes Zeugniß aus, indem sie schreibt:„Während aber der erklärte und unversöhnliche Todfeind der bürgerlichen Gesellschaft von Jahr zu Jahr an Geschick im Angriff, an Macht und Zu�- verficht gewinnt, wird von den Vertretern des Bürgerthums nichts gethan, um die Gesellschaft mit Waffen des Geistes zu vertheidigen." Die„Provinzial- Correspondenz" vergißt ihren Lobgesang auf die geistigen Waffen Böhmerts, oer doch gewiß viel als Ber- treter des Bürgerthums thut. Sie fährt dann fort:„Es gibt im Augenblicke für die ge- mäßigten Parteien keine dringendere Aufgabe, als den weiteren Fortschritten der unterwühlenden sozialdemokratischen Lehren Ein- halt zu thun: die hierzu von erprobter sachkundiger Hand dar- gebotene Hilfe wird für die Mehrzahl der Blätter von Werth sein." Die sachkundige Hand Böhmert's soll den Karren des Bürger- thums wieder aus dem Schmutz holen. O Eulenburg, was bist Du für ein Menschenkenner: Schuster und Böhmert! — Das Oberverwaltungsgericht fällte jüngst eine Ent- scheidung, die für die ländlichen Arbeiter von besonderer Wich- tigkeit ist. Ein Arbeiter nämlich, der für die Saat- und Ernte- zeit gegen Wochenlohn, fteie Wohnung, Kost und Naturalbezug angenommen war, hatte dies Vertragsverhältniß einseitig gelöst und ward polizeilich zwangsweise in dasselbe zurückgeführt, weil angenommen war, daß das Gesetz vom 24. April 1854 der- gleichen ländliche Arbeiter dem Gesinde gleichstelle. Ein solches Zwangsverfahren ist nun aber als ungesetzlich verworfen worden, weil ein Haupt-Begriffsmerkmal des Gesindes, nämlich der Zu- sammenhang, die Zugehörigkeit zu der Familie des Arbeitgebers in dem fraglichen Berhältniß fehle.— Die Zugehörigkeit des Ge- sindes zur Familie des Arbeitgebers ist natürlich, wie der Ent- scheid auch sehr richtig betont, nur als Begriff auszufassen, in Wirklichkeit ähnelt diese„Zugehörigkeit" der Sklaverei wie ein Ei dem andern. — Zwei Versammlungen, die der Erwähnung Werth sind, tagten jüngst in Dresden— eine Generalversammlung des sächsischen Lehrervereins und ein sächsischer Gemeindetag. In der Lehrerversammlung wehte ein reaktionärer Wind, so reaktionär, daß man sich beim Durchlesen der Verhandlungsbe- richte schier nach Rußland versetzt fühlen könnte, wo bekanntlich die Knute der pädagogischen Unfähigkeit der Volkserzieher zu Hilfe kommen muß. Auf der Tagesordnung stand nämlich als zweiter Punkt das„Z ü cht igungs recht", dessen Erweiterung durch die Annahme folgender Thesen seitens der sächsischen Lehrer gefordert wird: „Der Vorstand des Lehrervereins wolle ein Gesuch an das Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts richten, um dasselbe zu bewegen, dahin zu wirken, daß den§Z 223, 230 und 332 im deutschen Strafgesetzbuche eine für die Lehrer gjin- stige Form gegeben werde und dabei als Material folgende viers—Einen Rückgang— aber keinen sozialistischen mit Gänse- Thesen zu verwenden: füßchen, sondern einen wirklichen liberalen Rückgang habe« „1) Die durch die körperliche Züchtigung eines Schülers von wir heut zu verzeichnen— nämlich der„Hamburger Bolksfteund, Seiten des Lehrers erzeugten Schwielen oder Anschwellungen anti- sozialdemokratische Zeitung für Stadt und Land" ist in sind keine„Körperverletzungen im Sinne der§Z 223, 234 uud seinem zweiten Jahrgang am 1. Okober selig entschlafen. In fg. des Strafgesetzbuches für das deutsche Reich und daher cri- einem Cirkulair, welches die Redaktion an die edlen Gönner und minell nicht zu verfolgen. Gründer des„Volksfreund" versandt hat, werden die Ursachen „2) Die etwa vorkommenden Ueberschreitungen der Strafbe- aufgezählt, welche dem Blatte das Lebenslicht ausbliesen— fugnisse eines Lehrers find keine Criminalverbrechen, sondern es sind„vorwiegend materielle", soll wohl heißen: pekuniäre entweder Unglücksfälle oder Disciplinarüberschreihmgen und daher nicht nach Abschnitt„Sieben"§ 223 u. fg. des mehrer- wähnten Strafgesetzbuchs zu behandeln und zu bestrafen. „3) Da die wirklichen Ueberschreitungen beim Züchtigungsverfahren eines Lehrers nur Disciplinarvergehen sind, so sind dieselben nicht von den Gerichts- sondern von den Schulbehör- den zu be- und vexurtheilen und nur mit Geldstrafen zu be- legen. „4) Dies kann nur unter Zugrundelegung eines amtlichen ärztlichen Zeugnisses eines k. Bezirksarztes erfolgen." Hoffen wir, daß diese Prügeltheorie die gesetzliche Sanction nicht erhält. Ist die„körperliche Züchtigung" aus der Schule nun einmal nicht zu bannen, so soll sie doch im humanen Sinne ohne obligate„Schwielen" und„Anschwellungen" geübt werden, das ist dem Stande der Lehrer würdiger und dem Zwecke des Bildens ohne Zweifel'entsprechender.— Aus den Verhandlungen des sächsischen Gemeindetages ist besonders die Stellung hervorzuheben, welche die ziemlich zahlreich erschienenen Ge- schaftsgrößen" und„den Rückschritt in den Aufklärungspflichten meindevertreter in der gegenwärtig überall auf der Tagesord- der Naturwissenschaften", drei Themata, welche wohl geeignet nung stehenden Frage über die Verfälschung der Lebensmittel sind, öffentlichen Erörterungen unterzogen zu werden; besonders einnahmen. Man war allgemein der Ansicht, daß dem Unwesen der letzte Punkt dürfte durch die Affaire Häckel-Virchow von dem Ursachen. Ja, so ist das liberale Geldsackspack— es will die Sozialdemokratie bekämpfen und versteht keine Opfer zu bringen. Das Cirkulair, von welchem uns ein Exemplar in die Hände gespielt worden ist, nennt auch die Namen derer, die an dem Blatte mitgearbeitet haben und zwar unentgeldlich. Es find die Herren: Moritz Müller sen., Pforzheim, Landtagsabgeordneter. Dr. Bruno Mertelmeyer, Chefredakteur des„Berliner Börsen- Courier" in Berlin. Albin Kutschbach, Chefredakteur der „Dortmunder Zeitung" in Dortmund. W. Liesenberg, Generell- Sekretär des liberalen Reichstagswahlvereins in Hamburg. C. Trede, Oberlehrer in Ottensen. Pastor Klinkhardt, Thum in Sachsen. H. Klein,*) Redafteur des„Flyvebladet" in Kopen- Hägen. — Zur Pflege der freien Wissenschaft wird vr. Düh- ring noch im Laufe des Monats Oktober drei Vorträge halte« über„die Freiheit der Wissenschaft",„die Verfolgung der Wissen- der Lebensmittelverfälschung energisch gesteuert werden müsse und nahm die Versammlung schließlich folgende Resolution an: „Der Gemeindetag erkennt im Anschluß an das über Lebens- mittel-Verfälschung gegebene Referat als nothwendig an, daß der Verfälschung von Nahrungsmitteln und dem Berkauf ver- dorbener oder gesundheitsgefährlicher Nahrungsmittel durch die Gesetzgebung und geeignete Maßregeln seitens der Geineindebe- Hörden mit Nachdruck entgegen gearbeitet werde. „Die Aufgabe der Gesetzgebung würde insbesondere sein: die Regelung der Zulässigkeit der Confiscation und der Veröffent- lichung sowie der Organisation." Auf Antrag von Ludwig-Wolf aus Großenhain soll obige Resolution zur Kenntniß des Reichskanzleramts und der säch- ischen Staatsregierung gebracht werden. —„Gleichheit vor Gott." In Gumbinnen kam neulich olgendes„Schreiben" vor dem Bataillon zur Verlesung:„Der ogenannte Regierungsstand in der altstädtischen Kirche ist nur ür Beamte der Regierung und Offiziere der Garnison bestimmt und nicht für Personen des Unteroffizierstandes." Die kürzlich erst entbundene Frau eines Feldwebels hatte nämlich die orga- nische Ständegliederung der Gesellschaft dadurch in ihren Grund- esten untergraben, daß sie bei dem starken Besuch der Kirche auf einer noch halb unbesetzten Bank nahe dem Altar Platz ge- nommen und dadurch augenscheinlich dem Erlasser des„Schrei- bens", dem Landwehrmajor„ein Aergerniß" gegeben hatte! Liberaler Jesuitismus. Hat da ein vr. Konitzer, der der Erpressung angeklagt war, einen interessanten Blick thun lassen auf die Rüstkammer der Liberalen. Seinen Aussagen ent- nehmen wir nur folgendes: Konitzer war für einen festen monatlichen Gehalt als Agent des„Deutschen Vereins" angestellt, unter dessen Vorstandsmitgliedern Herr v. Sybel, Professor Endemann, Professor Held und Herr Classen-Kappelmann nach Angabe des Angeklagten sich befinden. BesagterKonitzer hatte die Funktion, allerlei Erkundigungen über näher bezeichnete Personen einzuziehen zur Berwerthung in der„Deutschen Vereinscorrespondenz". In Münstereifel, wo er den Bürgermeister Kemp bespionirt hatte, kam die Geschichte an's Licht; der Ehrenmann war vom„Deutschen Verein" entlassen worden und drohte nun dem Kemp, seine über ihn gesammelten Notizen zu veröffentlichen, wenn er ihm nicht 600 M. Schweigegelder gäbe. Der Bedrohte schritt zur Anzeige und Freitag am 12. dieses wurde vor dem Bonner Zuchtpolizeigerichte dem Schuldigen sein Urtheil: ein Jahr Gefängniß und zwei Jahre Verlust der Ehrenrechte verkündigt. Da kämpfen die Sybel ec. mit Hilfe solcher Subjefte den Kampf für Kaiser und Reich; wer indet zwischen dieser KampfeSwcisc und den vielverfluchten Kniffen und Ränken der Jesuiten einen Unterschied? rößten Interesse sein. Außerdem faßt man die Angelegenheit oes beabsichtigten„Vereins für freie Pflege der Wissenschast" wieder lebhaft in's Auge, welche durch die akademischen Ferien einigermaßen in den Hintergrund getreten war. Falls an dem Prinzip, daß Wissenschaft und Volk zusammen gehören, festge- halten wird, dürfen wir diese Bestrebungen, in die weitesten Kreise Aufklärung in den Natur- und Culturwissenschaften zu tragen, nur mit Freuden begrüßen, da sich dann ein thatsächlich-r Nutzen für die Gesammtheit aus dem Unternehmen ergeben würde. — Auf die französischen Wahlen richtet sich die all- gemeine Aufmerksamkeit, und man darf wohl einigermaßen ge- spannt sein auf das Resultat. 375 Wahlen(von den 534, welche die Kammer zusammensetzen) sind vollzogen; 248 Republikaner und 117 Conservative, von den„363" sind 227 wieder gewählt. Darauf folgten weitere Drahtnachrichten. Die Wahlen sind bis auf 12 bekannt, es wurden 195 Conservative gewählt, 14 Sttch- wählen, diese stehen meist günstig für die Conservativen; die Kammer zählt bis jetzt 314 Republikaner und 201 Conser- vative. Von den„363" sind übrigens sieben nicht wieder wähl- bar gewesen, weil sie mit Tode abgegangen sind.— Die Wahl- betheiligung soll den Telegrammen nach eine außerordentlich be- deutende gewesen sein, aber keinerlei Unruhen haben irgend welche Störung verursacht; die Truppen in Paris waren während deS Wählsonntags alle in ihre K-sernen consignirt. Im großen. ganzen darf man wohl sagen, daß beide Parteien, die Repuli- kaner sowohl, welche nach Gambetta in einer Stärke von 400 Mann in die Kammer zu treten gedachten, als auch die vereinigten„conservativen" Parteien, wie sie jetzt heißen, in ihren Hoffnungen und Berechnungen sich getäuscht haben. — Das schweizerische Fabrikgesetz gelangt, nebst zwei anderen Gesetzen, am 21. d. M. zur Urabstimmung. Daß es die Fabrikanten an erlaubten und unerlaubten, an ehrlichen und unehrlichen Mitteln nicht fehlen lassen, um das Gesetz zu Falle zu bringen, braucht kaum gesagt zu werden. Natürlich sind auch die Arbeiter auf dem Platze und ihre Agitation für das Gesetz ist wahrhaft großartig zu nennen. Versammlungen über Ver- sammlungen werden einberufen und in den meisten erklärt sich die Majorität für das Gesetz. Ueber den muthmaßlichen Ausfall der Urabstimmung läßt sich mit Bestimmtheit nichts vorhersagen — insofern aber steht die Sache der Arbeiter günstig, als auch aus bürgerlichen Kreisen viele Stimmen für das Gesetz ein- treten; und wenn man den Kundgebungen einzelner ultramon- *) Ueber die Persönlichkeit dieses Klein bitten wir unsre Kopen« Hagener Genossen um Aufklärung. R. d. ,.B." Ein Stück Geschichte. Defension(Verthcidigungsschrift) in der Untersuchungssache wider Wander. (Pom Justizrath Robe(ä. d. 9. September 1845.) (Fortsetzung.) Wäre sie das, so wäre sie aber für einen preußischen Unter- than doch immer noch nicht der Geßler'sche Hut, vor welchem Tell ein Compliment machen soll. Uns geht die Germania selbst in diesem Fall so wenig an, wie der gelbe Drache des Kaisers von China. Die Beziehungen Preußens zum Zollverein und zum deutschen Bunde sind ledig- lich eine Sache der Regierung; im Bundes, im Zollverein stehen die deutschen Regierungen, nicht die deutschen Völker. Die Völker nehmen nur Theil an den Vortheilen des Bundes und Zolloereins, soweit es ihnen ihre Spezialregierungen gestatten, und nehmen nicht Theil, wo sie es nicht gestatten. Die Unter- thanen haben auch keine Pflichten gegen den deutschen Bund; denn, wenn unsere Regierung aus Rücksicht auf ihre Verpflich- hingen gegen den Bund auch uns Pflichten gegen ihn auferlegt, so erfüllen wir sie nicht als Pflichten gegen den Bund, sondern als Pflichten gegen unsere Regierung. Noch aber hat unsere Regierung uns die Verehrung der Ger- mania nicht zur Pflicht gemacht. Insbesondere aber ist sie weder ein preußisches Gesetz, noch eine preußische Staatsanord- nung, ja nicht einmal ein preußisches Symbol. Wenn man sie tadelt oder verspottet, so wird das preußische Volk schwerlich einen Anlaß daraus nehmen, mit seiner Regierung unzufrieden zu werden. Jedenfalls aber muß man zugeben, daß das Bild der Ger- mania immer nur eine Personification der deutschen Nation sein kann, und als solche weder einseitig die Regierten allein, noch die Regierenden allein, sondern beide zugleich symbolisirt, weil beide in der Nation aufgehen. Was also von ihr ausge- sagt ist, würde ausgesagt sein sowohl von Regierten als wie von Regierern. So ist auch Wander's eigene Auslegung. Stieber will aber die Germania offenbar als Symbol der Unterthanen in den deutschen Bundesstaaten im Gegensatz zu den Regitz* rungen aufgefaßt wissen, sonst könnte er nicht von Wander's Worten die von ihm versuchte Auslegung machen; er könnte sonst nicht die Regierung als ein Hinderniß des Volksfortschritts auffassen. Wer aber hat je die Germania so einseitig blos als Symbol der Unterthanen aufgefaßt? Die Einseitigkeit, welche Stieber behufs der Denunciatton unterlegen will, ist also will- kürlich und gar nicht vorhanden. Sie ist untergeschoben, nur um einen Gegensatz als hemmendes Prinzip zu gewinnen; damit dies fälschlich und unwahr herbeigezogene hemmende Prinzip aber den Redner strafbar mache, nennt' Stieber es Regierung. Sieht man hiernach die Denunciation genau an, so erhält man a) einen unsträflichen Wander'schen Satz; b) zwei Stieber'sche verdächtigende Erfindungen. Wenn Wander wirklich unter der Germania nur das deutsche unterthänige Volk verstanden, und es als betrübt, fortschritts- los und stumm stillsitzend geschildert hätte, so kann man Stieber doch nicht das Recht einräumen, Wander's Rede willkürlich zu ergänzen, und zu behaupten, Wander habe die Schuld davon der Regierung aufgebürdet, er habe gesagt, die Regierung betrübe das Volt, die Regierung sei es, welche den Fortschritt hemme, die Regierung, welche ihm den Mund verschlossen halte. Wan- der sagt, Germania sitzt und schreitet nicht, sie schweigt; aber er läßt unerörtert, ob sie freiwillig oder gezwungen still sitze, ob sie aus innerer Trägheit, aus Schlaffheit und so zu sagen aus Maulfaul- heit oder aus Ueberlegung schweige; ob sie trüb aussähe, weil siege- kränkt worden, oder aus angeborner Grämlichkeit. Der eine Grund liegt der Möglichkeit und. Wahrscheinlichkeit nach so nahe wie der andere. Uebrigens kommt man auf die Stieber'sche Auslegung erst durch mehrere Zwischenfragen. Wander fragt, warum sie nicht schreite, und wenn man auch antworten wollte, weil sie gehindert sei, so gehört doch immer erst noch wieder eine weitere Frage: wer sie hindere, dazu, um nur endlich die von Stiebcr gewünschte Antwort geben zu können, die aber auch eine ganz andere sein kann. Stieber ist nicht be- rufen, irgend eine ihm beliebige Antwort für die Antwort Wan- der's auszugeben. Stieber kann nicht in den Seelen der Menschen lesen. Und, wenn er es könnte, so fehlt, da Niemand mitlesen kann, erstens der Beweis dafür, daß er richtig gelesen, und zweitens ein Strafgesetz für verschwiegene Reden. Gedanken liegen dermalen noch außer dem Bereich der Polizei. Wären Stteber's Unterschiebungen aber auch alle wahr und nachweislich unverschwiegene Wander'sche Reden, so müßte er doch erst die preußischen Gesetze oder Staatsanordnungen nach- weisen, welche dem Volke verbieten, lustig auszusehen, vorwärts zu schreiten und zu reden. Nur gegen diese würde sich selbst nach Stieber's künstlicher Unterschiebnng Wander's angeblicher Tadel gerichtet haben können. Stieber mag wissen, ob es der- gleichen gibt, ich kenne sie nicht. Die große Wander'sche Sünde gegen das für uns Preußen ganz gleichgültige Symbol der Ger- mania geht eben auf nichts hinaus als auf einen Scherz, ge- richtet gegen den Superintendenten Nagel und alle Diejenigen, welche erklärt hatten, daß es unmöglich sei, an der Germama etwas zu finden, was Nagel unerklärt gelassen hätte. Es wäre gar zu künstlich, aus Wander's Scherz ihm ein Verbrechen zu machen. Im weiteren Verfolg des Vortrages geht Wander auf einige bei den Versammlungen bemerkte Mißstände über, namentlich auf den Mangel an Raum für die vergrößerte Zahl der Zu- Hörer. Unter diesen hatten sich auch mehrere junge Leute und Handwerksgesellen eingefunden. Einigen Mitgliedern, die de« Zweck des Vereins mißkannten, war dies nicht angenehm. Wan- der erinnerte deshalb daran, daß nach den bei der Gründung des Vereins gefaßten Beschlüssen„jeder nach Fortbildung Stre- bende, in den Formen des geselligen Anstandes sich Bewegende" Zutritt haben solle„ohne Unterschied der Feinheit seines Rockes". Er erkannte das Erscheinen der jungen Leute im Verein eben als einen Beweis dafür, daß sie nach Fortdilbung Verlangen trügen, daß sie„Empfänglichkeit für die Hochgedanken des Le- bens" hätten. Der Verein aber dürfte die jungen Leute nicht von sich weisen, denn andrerseits sei es ein„Erziehungsaft", wenn der Verein sie„von leeren Zerstreuungen ab- und auf ernstere Lebenszwecke hinlenken und eine tüchtige Gesinnung in ihnen bilden" könnte, damit„die Zukunft in Dorf, Stadt und Staat" Männer nach ihrem Bedürfniß bekäme. Aber, wendet er ein, bloß jung an Jahren sein, sei nicht schon die rechte Ju- gend. Die rechte Jugend sei:„seiner Zeit angehören, von ihren Ideen bewegt, ergriffen fein, ihre Leiden mitleiden, für ihre Hochgedanken kämpfen, an ihren Hoffnungen sich erfrischen. Wer nach dem durch Preußens Leidens- und Ruhmesgeschichte zu Grunde gerichteten Grundsatze des Philisterthums: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, nichts mache als essen, trinken, schlafen und Abgaben geben, ohne zu wissen, welche Lebensfragen die Zeit seinem Volk, seinem Jahrhundert zur Beantwortung gestellt habe, der zähle, wie hoch er gestellt sein möge, nur im Steuer- register, aber die Locomotive der Zeit nähme ihn nur als Bal- last mit." In dieser Erklärung der rechten Jugend, und wohl hauptsächlich wegen der Verweisung der Ruhe als erster Bürgerpflicht in das Philisterthum sieht Denunciant den„offenbaren" Willen taner Blätter trauen darf, so werden auch die Ultramontanen für das Fabrikgesetz Votiren. Nur ein Beispiel, in welch' drasti- scher aber jedenfalls auch wirkungsvollen Weise die Ultramon tanen das Gesetz vertheidigen, möge hier angeführt sein. Auf die Frage, wie sich die Katholiken zu dem Gesetz stellen sollen, antwortet ein ultramontanes Blatt:„Hatte nicht im alten Bunde der Gott Israels selbst durch Moses wie zur Schonung des Ochsen und des Esels, und zwar des vierfüßigen, auch ein Gesetz zum Schutze der Bogelbrut erlassen? Dies ist im alten Testamente nachweisbar. Im Evangelium aber heißt es:„Seht an die Vögel unter dem Himmel.... Seid ihr nicht mehr, als sie?" Wir fragen nun im Hinblick auf jene evangelische Stelle: Hat man in der Schweiz ein Gesetz zum Schutze und zur Schonung der Vögel ohne Widerspruch angenommen und gutgeheißen, sollte dann ein Gesetz zur Schonung der Fabrikarbeiter, die hoffentlich doch als Menschen angesehen werden, nicht auch gerechtfertigt erscheinen? Ja, wir finden das Fabrikgesetz vom Standpunkt der Humanität, vom christlichen Standpunkt aus betrachtet, an- nehmbar; jedenfalls ist es nicht das schlechteste, was die Bundes- gesetzgebung seit Jahren geschaffen."— Nach solchen Auslassun- gen ist es sehr wahrscheinlich, daß die Ultramontanen zum großen Theil für das Gesetz eintreten werden, natürlich weniger aus „christlicher" Liebe zu den Arbeitern, als um dem liberalen Fabrikantenthum für seine Unterstützung des„Culturkampfs" Eins auszuwischen. — Klerikale„Wirthschaftspolitiker" in Italien! Wenn Crispi, der gegenwärtige Rundreisende Italiens, der an fremden Höfen seine Karte abgiebt(auch in Wien that er es), sagte, in Italien gebe es keine Sozialisten, noch Arbeiter- und Landbevölkerung, die sich um Politik kümmerten, so scheint ihn der Congreß, den in Bergamo die Klerikalen abhielten, eines Besseren belehren zu sollen. Normalarbeitstag, Gründung katho- lischer Arbeitervereine, Arbeiter- Sparkassen sind die Fragen, welche unter anderen diskutirt wurden; sie sorgen dafür, dem Volk Sand in die Augen zu streuen, dieses aber wird sie öffnen und sehen lernen, bis es der Schwarzen als Führer in seinen eigensten, seinen wirthschaftlichen Angelegenheiten, nicht bedarf. — In Bologna soll ein Arbeitercongreß stattfinden, welcher von den verschiedenen italienischen Arbeitervereinen beschickt wird und zu dem mancherlei Vorbereitungen an Vorlagen:c. wirth- schaftlicher und politischer Natur getroffen sind. — Vom Kriegsschauplatze liegen Nachrichten von Wich- tigkeit nicht vor, da beide Theile in Folge der durch anhaltendes Regenwetter herbeigeführten Grundlosigkeit der Wege zur Un- thätigkeit verurtheilt sind. Erwähnen wollen wir spaßeshalber nur einer über Bukarest und Wien zu gleicher Zeit losgelassenen Depesche, die den Zustand der türkischen Armee in Plewna als einen wahrhaft trostlosen schildert. Nach der Depesche sollen türkische Deserteure nämlich ausgesagt haben, daß es den Trup- 'Pen Osman Pascha's an Proviant, Kleidungsstücken und Muni- tion fehle; die Soldaten wollten kapituliren und nur Osman Pascha weigere sich dessen hartnäckig. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß es den türkischen Soldaten nicht so wohl gehen wird, wie den Fabrikanten der erwähnten Depesche, aber der Umstand, daß es den Russen trotz des Aufgebots riesiger Kaval- leriemassen nicht gelingen will, die ununterbrochen jerfolgenden Zufuhren nach Plewna zu verhindern, läßt zur Genüge erkennen, welche Bewandtniß es mit der Glaubwürdigkeit der Depesche hat. Uebrigens lauten die Mittheilungen über die Verpflegung der russischen Soldaten auch nicht sonderlich günstig, wohingegen die Armeelieferanten es ganz prächtig verstehen, ihr Schäfchen in's Trockene zu bringen. Man lese nur Folgendes aus dem „Neuen Wiener Tagblatt": „Aus Bulgarien sind entsetzliche Nachrichten über die Lage der russischen Armee den Familien der auf dem Kriegsschauplatze Befindlichen zugekommen. Die meisten Abtheilungen, namentlich aber jene an der Jantra, leiden derartig an Lebensmittelmangel, daß sie oft Tagelang ohne einen Bissen Brod bleiben. Oft wird Zwieback vertheilt, welcher absolut ungenießbar ist. Die Truppen um Biela haben große Mengen von solchem Zwieback vernichtet. Bei Tirnowa hat ein Bataillon den Gehorsam verweigert, weil es vier Tage ohne Proviant gelassen wurde und jeder Soldat sich nur durch Betteln bei den Bulgaren nothdürftig erhalten konnte. An der Jantra und im Schipkapaffe erhält die Mann- schaft kaum den dritten Theil der gewöhnlichen Rationen. Die Proviant-Transporte gelangen sehr unregelmäßig an die Be- Wander's,„die Zuhörer aufzumuntern sich in die politischen Kämpfe der Zeit zu mischen und nicht in einem friedlichen Bürgerleben zu verharren." (Fortsetzung folgt.) — Das Dresdener königl. statistische Bureau kann seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Es hat vorzüglich den Zweck, die Staatszustände zu erforschen. So hätte es besonders jetzt die Aus- gäbe, damit der sächsische Landtag Unterlagen für eine event. Revision des Einkommensteuergesetzes gewinnt, festzustellen: Wie hoch beläuft sich der Ertrag der Steuern, wie hoch der der einzelnen Steuerklassen, wie stellt sich die Besteuerung des Gewerbes zum Grundbesitz ec. Alle diese Fragen sind brennende für die Steuergesetzgebung. Wie nun die„Dr. Nachr." in einer das Ministerium w?hl gestreist habenden Notiz mit- theilen, konnten die Arbeiten vom statistischen Bureau nicht fertig gestellt werden. Warum das nicht möglich, wird sofort klar, so sagt unser Dresdener Parteiorgan, wenn man bedenkt, daß Herr Böhmert, der Herausgeber der„Sozial- Correspondenz", Direktor des genannten Bureaus, und Herr Arthur von Stübnitz Hilfsarbeiter dort ist k. Bezahlen aber die sächsischen Staatseinwohner Herrn Böhmert dazu, daß er die Arbeiter und deren Bestrebungen beschimpft, verlästert und verketzert und ganz Deutschland— in der Zeit der jetzigen Lebensmittel- Verfälschung-- durch seine„Correspondenz" geistig verfälschte Nahrung bietet, oder dazu, daß er und sein Bureau ihren Verpflichtungen nach- kommen können? — Zur Demoralisation der heutigen Gesellschaft. Eine Annonce aus dem„Amtsblatt des königl. Bezirksgerichts, des Rathes und Polizeiamtes der Stadt Leipzig". In seiner Nummer vom 9. Ok- tober bringt dieses Blatt Folgendes:„Ein vermögender älterer Herr von auswärts, welcher wöchmtlich zweimal Leipzig geschäftshalber be- sucht, sucht die Bekanntschaft einer anständigen(!), jungen(!), unab- hängigen(!) Wiltwe zu machen, um mit ihr gemeinschaftlich Theater und Concerte zu besuchen, und gute Unterhaltung zu pflegen. Geehrte briefliche Offerten bittet man in der Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig snd S. K. niederzulegen."— So Wird die Prostitution zu einem öffentlichen Institut erhoben! preußischen Kassenanweisungen von den Jahren 1854, 1856 und 1861 verlieren am 39. März k. I. ihren Werth. Jeden- falls werden die Inhaber solcher Cassenanweisungen, namentlich die im fernen Auslände und besonders außereuropäischen Ländern, gut thun, diese Präclusivstist nicht zu versäumen, da mit Ablauf derselben das erwähnte Papiergeld durchaus werthlos ist und bleibt. stimmungsorte. Drei Dioisionäre erklärten, sie können nur dann für die Attionsfähigkeit ihrer Truppen einstehen, wenn der Höchst- commandirende ihnen erlauben werde, selbst die Verprooianti- rung zu besorgen. An warmen Kleidungsstücken fehlt es gänz- lich. Bedeutende Sendungen von Mänteln gerathen regelmäßig „in Verstoß". Am Lom sollen bereits Todesfälle durch Kälte vorgekommen sein. Die Unordnung, welche in der Verwaltung der Intendanz herrscht, soll eine ungeheure sein. Ganze Convois von Proviant, Kleidungsstücken ic. verschwinden spurlos. Die moralische Verfassung der Armee ist daher eine desperate. Offiziere wie Soldaten murren laut und stoßen täglich Drohungen gegen die Führer aus. Dieser Stimmung ist es zuzuschreiben, daß sogar Desertionen vorkommen. So wird erzählt, daß die Vorposten von Kaceljewo in's türkische Lager übergegangen seien. Die Generale selbst äußern sich in Folge dieser Zustände sehr kleinmüthig und haben nur noch wenig Hoffnung auf einen gün- stigen Ausgang." Wir dächten, obige Schilderungen genügten zur Kennzeich- nung der wahrhaft jammervollen Zustände, in welchen sich die rus-> fische Armee befindet. — Wegen Theilnahme am allgemeinen Sozialistencongreß in Gent wurde Parteigenosse Leo Frankel in Pest vor die Po- lizei geladen, um Auskunft zu geben darüber: 1) in wessen Auf- trage er den Congreß besucht habe und 2) wer die Kosten zu der Reise getragen habe. Die Pester Polizei, welche offenbar glaubte, Frankel habe im Auftrage eines„Geheimbundes" an dem Congreß Theil genommen, wurde von Frankel dahin be- lehrt, daß er nicht im Austrage einer nicht zu Recht bestehenden Partei, sondern als Vertreter der ungarländischen Sozialdemo- kraten den Congreß besucht habe und daß die Reisekosten durch freiwillige Beiträge, über welche in der„Arbeiter-Wochen-Chronik" Ausweise vorlägen, aufgebracht worden seien. Der Liebe Müh' war also umsonst. — Wir erhalten aus Frankfurt folgende Zuschrift: „In Nr. 98 Ihres Blattes bringen Sie eine Notiz: Vaterlandsdank. In der„Königsberger Hartung'schen Zeitung" finden wir folgende Notiz:„Der einzige noch lebende sehr alte Schill sche Volontair-Offizier, Herr Meske, der in Allenburg lebt, in Folge seines hohen Alters ganz erblindet ist und ein sehr dürftiges Leben führt, wird den 12. August er. seinen 91. Geburtstag als unglücklicher Blinder armselig feiern. Möchten doch recht viele wohlwollende mitleidige Herzen an seinem Geburtstag wohl- wollend denken, sein Alter, seine Verdienste, die er sich beim Schill'schen Corps mit seltener Bravour erworben hat, zu ehren und achten.— Den resp. Herren Offizieren in der Provinz dürfte es zur Ehre gereichen, dem alten unglücklichen blinden Kameraden an seinem Geburtstage aus mitleidigem Herzen eine kleine Unterstützung zu Theil werden zu lassen, um während der wenigen Tage seines unglücklichen, kummervollen Lebens, die schon gezählt werden können, seine Sorgen und Roth zu mildern."— Hierauf schickte ich am 25. August er. drei Mark an die „Härtung' sche Zeitung" in Königsberg, welche ich gestern zurück- erhielt mit der Motivirung, daß der Aufruf für den 91jährigen Offizier auf Schwindel beruhe. Als Beleg füge ich den Abfchnitt der Postnachweisung hier bei. Ein Abonnent des„Vorwärts". (Wir drucken einfach obige Zuschrift ab mit dem Bemerken, daß man sich in dieser Zeit der Fälschungen und des Schwindels nicht genug in Acht nehmen kann. Ob die„Königsberger Hartung'sche Zeitung" ihren Aufruf, wozu sie verpflichtet war, öffentlich widerrufen hat, wissen wir nicht, da sie uns nicht regel- mäßig zu Gesicht kommt. R. d.„V.") Manifest an die sozialistischen Arbeiterorganisationen aller Länder. In Folge des allgemeinen Sozialistencongreffes, der vom 9. bis 15. Septbr. d. I. in Gent abgehalten wurde, haben die De- legirten der sozialistischen Arbeiterorganisationen Englands, Frankreichs, Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, der Schweiz, Italiens eine allge- meine Union der sozialistischen Partei constituirt und nach- stehenden Pakt unterzeichnet: „In Erwägung, vaß die soziale Emanzipation von der poli- tischen untrennbar ist; „in Erwägung ferner, daß das Proletariat als selbstständige, mit allen von den besitzenden Klassen gebildeten Parteien in Op- Position stehende Partei organisirt, jedes politische Mittel er- greifen muß, welches zur Befreiung aller seiner Glieder führen kann; „in Erwägung, daß der Kampf gegen jede Klassenherrschaft weder lokal, noch national, sondern universell ist, und daß der Erfolg von der Verständigung und dem Zusammenwirken der Organisation der verfchiedenen Länder abhängt; „haben die Delegirten des zu Gent tagenden Allgemeinen Sozialistencongresses beschlossen, daß sich die von ihnen ver- tretenen Organisationen in allen ihren ökonomischen und poli- tischen Bestrebungen gegenseitig moralisch und materiell zu unter- stützen haben. „Zu diesem Zwecke wird ein Bundesbureau gebildet, welches bis zum nächsten Congreß seinen Sitz in Gent hat, dem auch die Aufgabe überlassen wird, den nächsten Congreß einzuberufen und zu demselben die bezüglichen Vorarbeiten zu machen. „Alle Organisationen, welche dem gegenwärtigen Pakt beige- treten sind oder beitreten werden, sind gebeten, ihre Zeitungen und sonstigen Publikationen regelmäßig dem Bundesbureau zu- zusenden." (Folgen die Unterschriften der Delegirten obengenannter Länder.) Wir verkünden die Nothwendigkeit der polittschen Aktion als eines mächtigen Mittels der Agitation, der Propaganda, der Volkserziehung und der Gruppirung(Organisation). Die gegenwärttge Gesellschaftsorganisation muß gleichzeitig von allen Seiten und mit allen Mitteln, über die wir verfügen, bekämpft werden. Die Politik, die Gesetzgebung, die Verwal- tung der öffentlichen Angelegenheiten bilden eine dieser Seiten, und die Reform der Gesetze, die Entsendung von Sozialisten in die Parlamente, die Wahlagitation, öffentliche Kundgebungen zur Erlangung ökonomischer, politischer, bürgerlicher Rechte, sind ebenso viele Waffen, die es eine Thorheit wäre in den Händen unserer Feinde zu lassen. Weg drum mit der politischen Enthaltung! In allen Ländern, wo die Arbeiter das Recht haben, an den Wahlen theilzunehmen, müssen sie sich als poli- ttsche Partei constituiren, um in die Parlamente und Gemeinde- Vertretungen Delegirte zu schicken; und in den Ländern, wo die Arbeiter das Wahlrecht nicht haben, müssen sie Alles aufbieten, um sich dieses Recht zu erringen. Ist das Parlament nicht eine Tribüne, von welcher herab der sozialistische Abgeordnete zu dem ganzen Lande spricht, und so das Bürgerthum und die Arbeiter sich mit der sozialen Frage zu beschäftigen zwingt? Und die Wahlbewegung, die öffentlichen Diskussionen über die sozialistischen Candidaturen— bringen sie nicht die soziale Frage vor die ganze Gesellschaft, selbst wenn der sozialistische Candidat unterliegt? Und verdankt nicht die deutsche Sozialdemokratie wesentlich dem Umstände, daß sie auf allen Gebieten: dem der Politik, der Wissenschaft, der Oekonomie u. s. w. den Kampf führt, ihre großartige Organisation, die geistige Regsamkeit, durch welche sie sich auszeichnet? Alle unabhängigen und denkenden Menschen wollen, daß die Unwissenheit auf immer ausgerottet werde, daß die Ungerechtig- keit und das Privilegium von dieser Erde verschwinden, daß Elend und Hunger nicht mehr das Loos derjenigen seien, welche arbeiten, und Wohlbefinden und Ueberfluß nicht mehr das Loos derjenigen, die nichts produziren. Wohlan, um zu dieser Lage zu gelangen, welche das große Ziel des modernen Sozialismus ist, müssen die lebenden Ge- schlechter— das ist ihre heilige Pflicht— die Hindernisse vermindern, die Schranken, welche den Weg absperren, niederwerfen, und provisorische Einrichtungen, welche uns dem Ziel näher bringen, begründen oder annehmen. Der Sozialismus soll nicht blos eine reine Theorie, eine Spekulation über die wahrscheinliche Organisation der künftigen Gesellschaft sein, sondern er soll sein eine lebende und reelle Sache, soll sich kümmern um die thassächlichen Bestrebungen, um die unmittelbaren Bedürfnisse, um die täglichen Kämpfe der arbei- tenden Klasse gegen die Monopolisten des gesellschaftlichen Kapitals, welche auch die Monopolisten der gesellschaftlichen und staatlichen Gewalt sind. Der Bourgeoisie ein politisches Vorrecht entreißen; bisher iso- lirte Arbeiter in Assoziationen organisiren; durch Arbeitsein stellungen oder Gewerkschaften eine Verminderung der Arbeits- stunden erwirken— das heißt ebenso gut an dem Bau der neuen Gesellschaft arbeiten, als wenn man tiesinnige Nachforschungen über die gesellschaftlichen Einrichtungen der Zukunft anstellt. Mögen die Arbeiter, die noch nicht gruppirt sind, sich zusam- menschließen und organisiren! Mögen die, welche blos auf öko- nomischem Gebiet organisirt sind, in die polittsche Arena herab- steigen! Sie finden dort die nämlichen Gegner, das nämliche Ringen; und jeder Sieg, der auf dem einen Kampfplatz er- fochten wird, ist das Signal eines Triumphs auf dem andern. Möge bei jedem Volk die Klasse der Enterbten sich als große, von allen Bourgeoisparteien scharf abgegrenzte Partei consti- tuiren, und möge diese sozialistische Partei Hand in Hand mar- schiren mit der sozialistischen Partei aller übrigen Länder! Es gilt den Kampf um all' Eure Rechte, es gilt die Ver- nichtnng aller Privilegien! Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Im Namen der allgemeinen Union der sozialistischen Partei Das Bundesbureau. Der correspondirende Sekretär: E. van Beveren, Uns Courts du Bateau 5, Gent. Für das Comitä der Genter Arbeiter-Assoziationen Der Sekretär: E. Anseele. ' Für die affilnrten Gesellschaften Cigarrenarbeiter: K. Rouck. Spinner: De Backer. Junge Sozialisten: Coryn. Metallarbeiter: Vanderheggen. Flachsspinner: Beke. Maler: P. De Smet. Genter Sektion der sozialistischen Partei: P. De Witte. Weber: P. De Wächter. Nachschrift: Alle Zeitungen, denen wir das obenstehende Manifest zuschicken, werden gebeten, es abzudrucken, und die Blätter, in denen dies geschehen ist, dem korresondirenden Schrift- führer E. van Beveren, Bus Courts du Bateau 5, Gent, zuzuschicken. Correspondenzem — v— Krankfurt a. M., 30. Sept. Eine Correspondenz in Nr. 110 des„Vorwärts" aus Halle a. S. unterzog sich der war keineswegs angenehmen, aber desto zeitgemäßeren und ankenswerthen Aufgabe, allen jenen— Ehrenmännern, die so viel von der Untergrabung der Sittlichkeit durch die Sozialisten zu erzählen wissen und oft vor lauter sittlicher Entrüstung ihre eigene— Sittlichkeit nicht sehen, einen Spiegel vorzuhalten. Es werden da zahlreiche Illustrationen zum Thema jener„Sittlich- keit" geliefert. Wir Frankfurter haben nicht nöthig, erst auf dem Halle'schen„Viehmarkt" Rundschau zu halten— wir können das z. B. auch alljährlich zweimal hier während der Messe thun. Dann sind auch noch eine oder ein paar„Riesendamen" zu einer stereotypen„Sehenswürdigkeit" geworden. I» puncto„Sittlich- keit" brachte auch die„Deutsche Reichspost" vor acht Tagen eine Correspondenz aus Stuttgart, die als Ergänzung der Halle- scheu„Biehmartts"-Bilder hier einen Platz finden möge. Die- selbe lautet: „Unter 21 Fällen, welche demnächst vot dem Schwurgericht Tübingen verhandelt werden, sind 10 Vergehen wider die Sitt- lichkeit. Unter 14 Fällen, welche das Schwurgericht in Heilbronn abhandeln wird, sind 9 solche Bergehen. In Ellwangen ist unter den drei zu behandelnden Fällen ebenfalls einer ein sittliches Vergehen. Welche schreckliche Progression der Unsittlichkeit weisen diese Zahlen auf I Wie unthätig aber bleibt gleichwohl Polizei und Regierung gegenüber der Errichtung von Schankwirthschaften, Singhallentheatern und anderen Dingen, die in dieser Massen- haftigkeit nur dann bestehen können, wenn sie zu unsittlichen Lockmitteln greifen und so indirekt dem Laster Vorschub leisten. Wer einmal solch ein Caf6 ehantant gesehen und die dort zum Vortrag gekommenen Lieder gehört hat, kann nicht begreifen, daß diesem Unfug, der unserer Jugend das seelenverderblichste Gift der Unterhaltung bietet, nicht gesteuert wird. So hat die königliche Regierung eben in diesen Tagen die Eröffnung eines Singhallentheaters in Canstatt ohne Umstände eoneessionirt." Der von dem eonservativen Blatte gerügte sog. Tingeltangel- Unfug florirt, wie so manche andere moderne Culturblüthe, hier wie in allen größeren Städten, und ist wohl schon, Dank unsrer ja alle Welt beleckenden Cultur, bis nach Krähwinkel und Schild- bürg, wo einst der ehriame Hieronymus Jobs sein ruhmreiches Leben als Nachtwächter beschloß, gedrungen. Man muß schon einmal in einem solch' modernen„Vergnügungs"orte gewesen sein, muß gehört haben, wie, wenn die Stimmung eine„ge hobene" wird, auch die„Vorträge" jener meist dunklen Exi- stenzen männlichen und weiblichen Geschlechts„freier" werden. um zu begreifen, daß es sich kaum noch �der Mühe verlohnt, wenn die Sozialisten zur Abschaffung der Sittlichkeit Hand an'. Werk legen. Heutzutage hat man Wichtigeres zu thun, als Un- sittlichkeits- Unkräuter zu vertflgen. Was braucht's Moral— laßt uns lieber„mit vereinten Kräften" die Feinde des R-ichs, hauptsächlich die„Petroleumsbummler"— wie der be— rühmte! Sendbote, der den etwas sonderbaren Namen„Hinkender� Bote" führt, mit gewiß unübertrefflicher Geistreichigkeit die So- zialisten nennt— niederknüppeln! Noch ein kleines Sittlichkeitsbild— im Anschluß an den neu- lichen Artikel des„Vorwärts":„Das Verbrecherthum in der Tagespreffe." Der hiesige„General-Anzeiger", dessen Auflage sich nach eigener Angabe auf 18,000 Exemplare beläust und der seinem Inhalte nach nur aus Anzeigen und in der mit ihm ver- bundenen„Extrabeilage" aus Lokalnachrichten und Feuilleton besteht, bringt, wie alle hiesigen Blätter, regelmäßig Berichte von der hiesigen Strafkammer. Was soll man nun davon halten, wenn in einem solchen Blatte, das seiner Natur nach gerade hauptsächlich vom weiblichen Geschlecht und wohl auch von vielen unerwachsenen Leuten beiderlei Geschlechts gelesen wird, ganz ungenirt— als wenn etwa von einem gestohlene» Apfel die Rede wäre— folgende Sttafkammer- Fälle vom 22. September mitgetheilt werden: „August Erckel aus Witzcnhausen ging mittellos zu einer Dirne in die Rosengasse. Als er bezahlen sollte, kam es zu einem Skandal, der die Nachtwächter herbeilockte. Dem einen derselben bot er, falls er ihn nicht sofort, sondern erst des andern TagS anzeige, später für seine Freilassung, 6 Mark. Des Bestechungs- Versuchs ohne mildernde Umstände für schuldig befunden, erhielt er einen Monat Gefängniß.— Johann Astner von München, wegen Diebstahls schon mit drei Jahren Gefängniß bestraft, ist eine jener catilinarischen Existenzen, von welchen man weiß, daß sie da sind, aber nicht wovon sie leben. Dagegen, Louis zu sein, wehrt sich der Beklagte, gleichwohl wird er häufig in Gesellschaft von Dirnen als Cavalier betroffen. Seine Ritterlichkeit trieb er jüngst, als er von der Allemannia eine Vestalin heimführte, so weit, daß er für sie mit seiner Person gegen einen Schutz- mann einsprang, und deren Verhaftung wegen Uebertretung der Controlvorschriften nicht zulassen wollte. Bei seinem Transport griff er mehrmals mit der Hand nach der rechten Brusttasche, wurde aber jederzeit am Erfassen des darin befindlichen Gegen- standes, der sich ipäter als Dolch herausstellte, verhindert. Im Hinblick auf die Gefährlichkeit des Individuums wurde auf zwei Monate Gefängniß erkannt." „Die Sozialisten untergraben die Sittlichkeit", schreien unsere „Ritter vom Geiste". Ja, sie haben vollkommen Recht, ein-, zwei-, dreimal Recht, diese Art von„Sittlichkeit" soll und muß abgeschafft werden.„Der Sozialismus ist eine Sumpf- pflanze!" Wieder Recht! Legen wir den Sumpf trocken, fegen wir mit frischer Kraft den Schlamm weg, damit die Pflanze Luft bekommt! Atochum, 2. Oktober. Der Redaktion des„Vorwärts" wird es vielleicht angenehm sein, von Zeit zu Zeit etwas über die Verhältnisse in unserem Jndustriekreise zu vernehmen(Natürlich R. d.„V."), obwohl es gerade nichts Erfteuliches ist, was dar- über zu berichten ist. Wenngleich der Kreis Bochum vielleicht mehr als alle an- deren des rheinisch-westphälischen Kohlenreviers unter dem Druck der Verhältnisse zu leiden hat, sind die hiesigen Arbeiter doch noch wenig zu der Erkenntniß ihrer Lage gekommen. Die Lage derselben ist in der That eine traurige, denn auf den hiesigen Gruben, welche die meisten Arbeiter beschäftigen, beträgt der Durchschnittslohn pro 8— llstündige Schicht 22'/? Sgr., sodaß, wenn man wöchentlich 1 bis 2 Feierschichten in Abrechnung bringt, ein monatlicher Verdienst von ca. 15 Thlrn. übrig bleibt, wobei ein Familienvater, der alle Lebensbedürfnisse für baares Geld kaufen muß, doch nothwendig Hunger leiden muß. Trotz- dem aber sind die von den Parteigenossen hier anberaumten Volksversammlungen bisher wenig besucht worden, was aller- dings vielfach seinen Grund darin haben mag, daß die Agita- tion hier lau betrieben worden ist. Erst seitdem Parteigenosse Kühl in Dortmund hier Versammlungen abgehalten, scheint mehr Leben in die Sache zu kommen, da derselbe es meisterhaft versteht, durch begeisternde Reden die Arbeiter aus ihrer Lethar- gic aufzuwecken. Auch die„Westfälische Freie Presse" findet im hiesigen Kreise immer mehr Verbreitung, selbst m solchen Orten, von denen man es nicht erwarten konnte. Wem aber die hie- sigen Verhältnisse bekannt sind und wer da weiß, wie abge- schmackt die hier erscheinenden liberalen Blätter sind, der wird es begreiflich finden, daß der logisch denkende Mensch sich nach besserer Lektüre umsieht. Wahrlich, wenn man diesen colossalen Blödsinn liest, den die hiesigen„reichstreuen" Blätter ihren Lesern häufig auftischen, so begreift man nicht, wie es noch Leute geben kann, die sich daran erbauen können. In Folge des auf der rheinisch. westphälischen Conferenz in Duisburg gefaßten Beschlusses haben die Parteigenossen des Kreises Bochum einen besoldete» Colporteur angestellt, der für die Verbreitung sozia- listischer Schriften in Stadt und Land zu sorgen hat und steht zu erwarten, daß durch diese Maßnahme der Sozialismus auch in solche Kreise eindringen wird, denen er bisher verschlossen war.— Etwaige Ansichten hierüber nimmt Unterzeichneter gern entgegen, auch erklärt derselbe sich bereit, die Ordnung der Angelegenheit zu übernehmen. Mit sozialdemokratischem Gruß B. Klerx. Gießen, Neustadt D. 201. NB. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Oessentliche Quittung. Seit voriger Quittung find nachstehend verzeichnete Gelder bei mir eingegangen: a) Agitationsfonds. Hof v. Joh. Wächter M. 5,00; Magdeburg d. L. Wille 16,95; Stötteritz d. E. Grude Ueberschuß v. Arbeiterfest 414,17; Glückstadt d. A. Doutinü 5,00; Johanngeorgenstadt d. Sttobel 1,00; Kellinghusen d. Auer 11,00. b) Unterstützungsfonds. Hamburg: Lusttour der Stellmacher d. Fördig 17,34; von Klempnern 13,00; von R. Praast 2,40; vom Stiftungsfest der Maler d. Eggers 27,00; von einer ftöhlichen Zusammenkunft bei Geib 9,05; von Bartels' Tischlerwerkstelle d. Kleiner 4,25; vom Stiftungsfest der Töpfer d. Bahr 16,40; d. Fischer 8,00; Conventgarten-Versammlung d. Repe» 4,89; d. Frau Feil vom Fest des Arbeiterfrauen- u. Mädchenvereins 17,29; vom Maurer- ball d. Staning 29,23; von C. Martens 4,00; vom Ver- einigungsfest der Metallarbeiter u. Klempner d. Deisinger 23,75; von Martyr 50,00; von Justinianus 20,00; von Mercurius 20,00; von Silvanus 20,00; von Vulcanus 10,00; d. Juhls v. Schneidervergnügen 10,20; von H. L. beim Spiel 1,20. Otten- sen v. Lange's Cigarrenfabrik 15,00; Steinwärder v. Ball d. Aug. Kerl 16,31; Verden d. Günter Ueberschuß v. Arbeiterfest 20,00; Rothenburgsort v. Concert u. Ball 13,00; Lübeck d. Haase 23,84; Hannover gesammelt in Loges' Keller 2,00; Mee- rane d. F. Voigt 5,00; Fuhlsbüttel d. Langloh 7,72; Stötteritz gesammelt auf dem Arbeiterfest 105,94; Iserlohn v. P. 1,00; Groß-Auheim d. A. Kronenberger 20,00; Offenbach a/M. von der Todtenfcier d. C. Bauer(Gesangverein Lassallea) 5,50; Dresden„dem großen Zweck ein kleiner Dienst" von den Xylo- graphen, Echo einer frohen Stunde 6,00; Forst v. N. 20,00; Braunschweig d. L. Bosse 15,00; do. v. K. d. Bracke 5,80; Ottensen v. der Todtenfeier 11,95; do. v. Pinneberger Fest der Lassallea 12,55; Frankfurt a/M. v. E. Lehm 5,00; Frammers- bach v. Dr. K. Mook 5,00; Biebrich d. Th. Devaque v. Bie- bricher und Schiersteiner Genossen 5,61; Barmbeck d. Frau Cohrs v. Sommerfest des Arbeiterftauen- und Mädchenvereins 14,58; Eimsbüttel d. Frau Kröger v. Arbeiterfrauen- u. Mäd- chen-Berein 16,00; Tutzing v. Werno 0,50; Eppendorf d. W. Wulf v. Arbeiterfest 16,60; Glückstadt d. A. Doutinä v. Fest 30,00; Essen gesammelt von 8 Parteigenossen 6,30; Stollberg v. Richard Frenze! 0,50; Johanngeorgenstadt d. F. Strobel 1,00; Lehe d. PH. Krebs 6,20; Apenrade d. Gladewitz 1,00; Altona v. Carlson 2,00. o) Wahlfonds. Hamburg v. W. H. 4,00; Hannover v. L. B. d. Loges 3,00 und d. denselben v. Cigarrenarbeitern 1,00; Hamburg v. N. N. 0,70. Hamburg, 15. Oftober 1877. August Geib, Rödingsmarft 12. Briefkasten der Expedition. Limmer b. Hannover, Comitö zum Kränzchen: Sie schulden noch für Annoncen Mk. 1,80.— Steinach, P Ed. Weh- der: Wir ersuchen um nähere Bezeichnung ihres Wohnortes, da es 6 Orte desselben Namens gibt.— M. Moll., Hof: Wenden Sie sich zunächst an doriige Post oder direkt nach Dresden an die Redaftion der betr. Blätter Die Adr. genügt.— Mttlr Barmen: W. B.'s Aufenthalt war zuletzt Sttaßburg. Quittung. Wlbrcht hier. Ab. 1,20. Wllhr Kiel Schr. 78,85. Ar- beiterbildunge verein hier Ann. 2,70. Hsnpflg Gera Ab. 3,20. Bsch hier Ab. 3,40. Bmgrten Wilhelmshäven Ab. 16,00. Klsch Steltin Ab. 3,60. M. Ullrch Ab. 190,00. Brg Zeitz Ab. 3,90. F. Zhtnr Darmstadt Ab. 9,60. Schltr Dresden Schr. 25,00. Rdm Großenhain Schr. 32,00. Oßinnn Erfurt Ab. 22,40. Gßn Mülheim Ab. 2,00. Mhrs Hanau Ab. 29,05. Wßmnn Altona Ann. 0,90. Bglr Lunzenau Schr. 0,28. Krtzschmr Meuro Ab. 1,00. Schfr Gohlis Schr. 3,00. Dk Danzig Schr. 4,75. Hlbg Menburg Schr. 6,00. Colporteur Mathies in St. Johann-Saarbrücken wird um A»t- wort ersucht, ob die am 12. d. Mts. hier abgesandten Drucksachen zur Agitation angekommen sind. Hamburg. W. Rudolph. „Der arme Conrad." Jllustrirter Kalender für das arbeitende Volk pro 1878. (Dritter Jahrgang.) Gegen die Vorjahre bedeutend vergrößert(132 Seiten stark). Trotz der gediegenen und reichhaltigen Ausstattung kostet der Kalender geheftet nur 40 Pfg., gebunden und mit gutem Schreib- papier durchschossen 60 Pfg., gegen baar oder Postvorschuß. Den Bestellern von Einzel- Exemplaren ist anzuempfehlen, für jedes Exemplar drochirt 50 Pf., gebunden 70 Pf., einzusenden, wofür. wir es franco per Kreuzbano zusenden. Die Lieferung des Kalenders erfolgt nur gegen baar oder Postnachnahme. Irei-Eremplare werden nicht abgegeben. Auf Posten von 1 Dutzend aufwärts berechnen wir brochirt 25 Pf. pro Stück I„„„„ gebunden 40„„„| nctt0 �-n baar. Expedition des„Vorwärts", Leipzig, Färberstraße 12/IL Eirpedition der„Aackel", Leipzig, Kleine Fleischergasse 15. Absatz bis 15. Oktober 20,000 Exemplare. Es erschien und ist sowohl direkt wie durch alle sozialistischen Zei- tungsexpeditionen zu beziehen: Volkskalender für 1878. 13 Bogen gr. 4. Schön illustrirt. Preis: geheftet 50 Pf., gebunden und mit Schreibpapier durchschossen 75 Pf. 10 Stück geheftet 4,00, 100 Stück 30,00, bei direktem Bezüge gegen Baar oder Postvorschuß. Znhait: 1878(Gedicht). Neuer Kalender und Erklärung desselben. Chrono!. Charakteristik des Jahres 1373 und Festrechnung. Die Jahreszeiten von 1378. Die Finsternisse und der Merkur- Durchgang von 1378. Jüdische Feste. Büß- und Bettage. Wetterprophezeihungen. Kalender- zeichen. Kalendarium, mit Messen und Märkten, Schreibkalender, Planetenerscheinungen, Wetterprophezeihungen, Anekdoten. Unser Planen-■ system. Kernsprüche aus„Der freie Mensch" von Joh Jacoby. Sinn- gedichte von Lessing. Die Stiefelchen, eine Geschichte aus dem Klein- meisterleben von A. Otto-Wasster. Schutz den Vögeln! Kanon, von Chamisso. Weit über's Meer, von Wilh. Bios. Kuckuck, von Glaß- brenner. Was ein guter Lehrer kann und was ein schlechter Lehrer nicht zu verantworten hat, von Ed. Sack. Der Gang um Mitternacht, von Herwegh. Die Sklaven-Emanzipation, von Glaßbrenner. Eine seltsame Geschichte. Vom Bau der Pflanzen. Die seltsamen Menschen, von Lichtwer. Nachts, von Prutz.„Heil Dir im Siegerkranz", ein Beitrag zur Geschichte der Volkshymnen, von Ed. Sack. Die Eni- stehungsursache des Keuchhustens. Abenteuer eines Grafen mit seiner Milchschwester, von B. Becker. Der Stein der Mutter oder die Gua- Hiba-Jndianerin, von Chamisso. Das große Loos, von Langbein. Die Diebe, von Glaßbrenner. JnsektemGeschichten. Lied von dem deutschen Philister— Flora Germanica— Persönliche Sicherheit, von Hoffmann von Fallersleben. Die abgestellte Hungersnoth, von Rückert. Nieder mit den Fälschern!„Hütekinder", von Ed. Sack. Blumen von Eis. Der Krieg im Orient. Testament Peter's des Großen. Drei helle Köpfe: Lessing, von W. Bracke; Joh. Jacoby, von S. K.; Karl Marx, von F. Engels. Der deutsche Reichstag, von einem sozialistischen Ab- geordneten. Die Städtebevölkerung des deutschen Reichs. Tabellen: Portotabellc, Banknotenverzeichniß, Depeschen- und Wechselstempel- Tarif, Korn- und Fruchtrechnung, Trächtigkeitstabelle. Am Schlüsse befindet sich ein vollständiges Verzeichniß der Messen und Märkte für die be- treffende Ausgabe. Den nach der Nordseeküste gehenden Exemplaren wird die Ebbe- und Fluthlabelle der Nordsee beigelegt. Illustrationen: Titelbild. Monalsbilder. Erde und Mond. Die Planeten. Die Sonne und die Planeten. Durchgang des Merkur 1710, der Venus 1761. Nistkästen. Pflanzenzellen, Markzellen, Holzzellen mit Ver- dickungsschichten, Zellen der Nadelhölzer, Längsschnitt eines Gefäß- bündels. Baumwolle, Flachsfaser, Wollenhaar, Seidensaben. Palmen- gruppe. Landschaft in Sibirien. Der Upasbaum. Die drei Grazien, kalifornische Mammouthbäume. Tropischer Palmenwald. Mangrove- Wald im Tieflande von Ecuador. Ameisen, von einem Raubzug zurück- kehrend. Ameisen, im Bau eines gedeckten Weges gestört. Schnee- kristalle. Lessing's Denkmal zu Braunschweig. Portraits: Gotth. Ephr. Lcssing; Johann Jacoby; Karl Marx. Sitzungsaal des deutschen Reichstages. Der Kalender dient der Aufklärung und der Sache des BolkS. ' Bestellungen werden erbeten von Braunschweig, 1. August 1877. AI ÜBtllrfC jt — Bei der am Dienstag, den 16. Oktober, stattgrfuudenen Stichwahl in Gera erhielten Brätter(soz.) 222 St., Förster (fortschr.) 134 Stimmen; also Brätter gewählt. 19. sächsischer Wahlkreis. An die Partei- und Gesinnungsgenossen gelangt hierdurch die Nach- richt, daß den 28. Oktober d. I. in der Gärtnerei in Lößnitz eine Eon- serenz stattfinden soll. Als hauptsächliche Tagesordnung ist zu betrach- ten, die weitere Berathung des ftüher angeregten Projekts und die! Neuwahl des Centralortes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen (11 Uhr Bormittags) ift dringend nothwendig. Geyer. Für das Centralcomite: C. Demmlcr H. vcepmann. An die Vorstände der deutschen Gewerkschaften. Anläßlich der vom Genoffen A. Kapell ergangenen Einladung zu eincr Conferenz der Gewerkschaftsvorstönde sieht sich Unterzeichneter zu nachstehenden Auslassungen genöthigt: Es ist richtig, daß die Angelegenheit durch den„Vorwärts" nicht zu Ende geführt werden kann, aber daraus ergiebt sich nicht die Roth- wendigkeit einer Conferenz. Von einer Conferenz kann ich mir unter l'en gegenwärtigen Umständen nicht viel versprechen; man könnte sich dort nur über eine Vorlage einigen, welche einem allgemeinen Gewerk- jchaftscongreß unterbreitet werden müßte. Diese Vorlage würde aber, wollen wir eiwas schaffen, was den allgemeinen Interessen entspricht, wieder öffentlich discutirt werden müssen. Ich mache daher den Vor- 'chlag. von einer Conferenz abzusehen, dagegen aber soll die Angelegen- heit der öffentlichen Discussion übergeben werden. Um dieses zu er- möglichen, wird eine Beilage zu den Gewerkschastsblättern gegeben, welche zwei Seiten stark, im Format des„Pionier", alle 14 Tage Imal und so oft erscheint, als sich Gewerkschaften an dcm Unternehmen be! heilig, n. Jede Gewerkschaft bezahlt eine Auflage. Die Fertigstellung uöcrnuumt der, welcher hierzu durch Vorschlag der einzelnen Gewerk- ich asten mit relativer Majorität bestimmt wird, unentgeltlich. Die Bei- aze enthält nur aus diese Angelegenheit Bezug habende Kundgebungen. 'lls Unterlage zu den Discussion-n sind die Vorschläge vom Genossen Kapell zu empfehlen, welche an und für sich beachtenswerth sind. Ich glaube bestimmt, daß wir hierdurch einen Gewerkschastscongreß vorbereiten können, von dem wir etwas Ersprießliches erwarten dürfen. M t dcm Geld, welches uns eine Conferenz kosten wird, können wir ies Unternehmen vollständig bezahlen.. Fonds für Gemaßregelte. V. Jacob u. Willecke hier 0,40. Bei einer Abschiedsfeier d. W. 3,62. Sozialdemokratischer Wahlverein. jpUUUvVvt. Sonnabend, den �0. Oktober, Abends halb 9 Uhr, im Vereinslokal, Mittelstraße Nr. 11:(F. 164) Oessentliche Versammlung.(60 Tagesordnung: Vorlesung der Brochüre von B. Becker: Lassalle's tragisches Lebensende. Der Borstand. Sozialdemokratischer Wahlverein. Jeden Montag, Abends halb 9 Uhr: Mitgliederversammlung wozu Jeder freien Zutritt hat.(m)(0,50 Oeve'M-zl/'r Arbeiterbildungsverei«. Mpzig. Querstraße 24. Nächsten Sonnabend, den 20. Oktober, Abends halb 9 Uhr: - Eröffnungsfeier. Mitglieder und Freunde laden wir hierzu ein.(0,90 Nächste Woche beginnen in fast allen Unterrichtsfächern neue Curse. Alles Nähere durch Inserate und Plakate. Der Borstand. Arbeiter-Wahlverein. �JöllUl-aUU. Montag, den 22. Oktober. Abends 8'/, Uhr, im Saale des Hrn. Hillebrand, Altemünze 21: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: Bortrag. Erniedrigung des Beitrages. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht(80 Der Vorstand. Prachttzoll und solid gearbeitete Einbanddecken (Goldpressungl für die „Nene Welt" Jahrgang 1876 u. 77 sind ä Stück M. 1,30 gegen baar oder Nachnahme durch die Buch- binderei von H. Janseu, Leipzig, UnivcrsitätSstraße 16 zu be- ziehen. Colporienre und Filialcxpeditionen erhalten bei Partiebezug entsprechenden Rabatt. Porto zu Lasten der Empfänger. tili. Bestellungen hierauf werden entgegengenommen und effektuirt von der Expedition der„Reuen Welt", Leipzig, Färberstr. 12 II. Soeben ersebien das 1.(Probe-) Heft der Zeitschrift: Die Neue Gesellschaft. Monatsschrift für Sozialwissenschaft herausgegeben von vi. F. Wieste. Der Charakter dieser Zeitschrift ist ein entschieden sozialistischer und streng Avlssenschaftlicher, was durch die hervorragendsten sozialistischen Gelehrten auf dem Gebiete der Sozialökonomie und Statistik, Sozial- und Naturphilosophie, Kechtswissen- schaft, Culturgeschichtc, Hygieinc und Pädagogik etc. etc. gewährleistet wird. Das 1.(Probe-) Heft der„Neuen Gesellschaft" enthält; Vorwort vom Herausgeber.— Die Strömung in der Gesellschaft wider den Sozialismus von Dr. A. Dnlk.— Ueber die natürliche Zuchtwahl in der menschlichen Gesellschaft von Dr. A. Schaeffle.— Wissenschaftliche Ketzerverfolgungen der Neuzeit mit Rücksicht auf die Zukunft der deutschen Universitäten von Dr. Ludwig Büchner. — Zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Oesterreich von Joh. Most.— Die Halbheit des juristischen Studiums von Dr. M. L. — Die medizinische Wissenschaft und die Sozialreform von Dr. Aug. Theod. Stamm. Die Zeitschrift erscheint monatlich in elegantester Ausstattung 3 bis 4 Bogen stark in Lexikon-Oktav. Abonnementspreis pro Quartal 3 Mark. Zu beziehen direkt durch die Expedition der„Neuen Gesellschaft" in Zürich(ohne Portoberechmmg), sowie durch alle Buchhandlungen. Zürich, Herbst 1877. _ Yerlag der„Neuen Gesellschaft". Neue Welt Heft 1 Jahrgang HL(mit dem 1. Oktober a; c. beginnend) ist versandtfertig und wird nur auf ausdrückliche Bestellung geliefert. Wir bitten also, rechtzeitig Nachricht hierher zu geben. Leipzig, den 10. Oktober 1377- Dre Expedition der„Neuen Weltt'. Färberstr. 12. H. Verantwortlicher Redakteur: Herinani Helßig in Reudnitz-Leipjij- Redaktion und Expedition Färber straße 12/11. in Leipzig. Druck und Verlag der Genossenschastsbuchdrnckerei in Leipzig.