Erscheint in Leipzig Wl'ttoDd!, grcitng, Sonntag. Y�xSfflsi jiSonnectcntäpctiä U!- TeutZZlud l TO. 69 Pf. pr- iM> Quartal. Monats- ttdonncmeniS »erten bri allen deutschen Postanstalten- -,o? een i. und 8. TOonat, and aus den TOvnat besonders angenommen: im DWsM.-Z 5-bmar. Sachsen und Herzogth. Sachsen- slltenburg auch aus den Iten Monat de! Quartals ä S4 Psg. jKaKj Inserate detr. Bersammwngen vr. Petitzeile 10 Pf,. dA d-« Pr-oatangclegenheiten und Feste pro P Petitzeilc 80 Pf. Nr. 134. Kriegselend und Jnvalidenpension. Daß das Militärinvalidengesetz kaum den dürftigsten An- sprüchen genügt, niöchte schon daraus erhellen, daß der Militär- invalidenfond kaum die Zinsen, die er erzielt, für die Invaliden verbraucht. Dann aber auch ist es sehr bezeichnend, daß die Kriegsinva- lidenpension nur Denjenigen zu Theil wird, welche nachweislich während des Krieges und zwar in Folge des Krieges, oder während der Zeit von zwei Jahren nach dem Kriege und natür- lich wieder in Folge des Krieges verletzt, krank und untauglich zur Arbeit geworden sind. Eine der häufigsten Folgen der Kriegsstrapazen aber ist er- Wiesenermaßen die Lungenschwindsucht, und diese tückische Krank- heit liegt bekanntlich vor ihrem sichtbaren Ausbruch erst einige Zeit im Körper verborgen und tritt meist erst nach längerer Zeit auf, und zwar später als in der pensionsbercchtigten Frist. Und gerade der oeutsch- französische Krieg hat eine überaus große Anzahl von Schwindsuchtsfällen im Gefolge gehabt. Es ist eine Thatsache, daß von den Soldaten der deutschen Armee, welche den Krieg 1870/71 mitgemacht, nach ihrer Eni- lassung 612/io Prozent der Verstorbenen der Lungenschwindsucht erlegen find. Die Ursache des Vorwiegens gerade dieser Krank- heit ist in den allgemeinen Kraft- und Wohlstands- resp. Er- nährungs- und Wohnungsverhältnissen zu suchen. In den ersten beiden Jahren starben an dieser Ltrankheit nur 2,4 resp. 2,9 Prozent. Die Armee ist noch kräftig und ans Leuten zusammen- gesetzt, welche bei Ansang des Krieges als gesund zu betrachten waren. Die tägliche Bewegung im Freien, die meistens und im Ganzen ausreichende Ernährung, der fast un- geschmälerte Rothweingenuß, hilft vorläufig noch hinaus über die Folgen des vermehrten Anspruchs an die Leistungen des Körpers. Dann kommt das Jahr 1872 schon mit 13,6 Prozent To- desfällen an Schwindsucht. Der Mann ist nach Hause zurück- gekehrt. Dort Kitt ihm Mangel und Elend entgegen. Die trau- rigen Folgen des Krieges haben sich hineinerstreckt in die Hei- math des Soldaten. Der häusliche Besitz hat sich vermindert, die kleine Flur, welche sonst für den täglichen Unterhalt das Nöthige bot, konnte nicht bestellt werden. Der tägliche Verdienst ist herabgesunken, oder es fehlt an Arbeit, und der materielle Versall der früher vielleicht wohlstehenden Familie ist unabwend- bar eingcketen. So erwartet den vorher noch rüstigen Krieger der Kummer und die materielle Roth mit ihren Beigaben, dem Hunger, der schlechten Ernährung, der ungesunden Wohnung, und nun kommen schließlich die Wirkungen der Strapazen des Feldzuges zu Tage und die Krankheit niacht sich bemerkbar. Die Berichte der„Kaiser-Wilhelm-Stistung", die wohl von unseren Gegnern nicht angezweifelt werden, geben über diese Wahrheit in taufenden gleicher Bilder einen klaren und genauen Aufschluß. Das Jahr 1873 zeigt diese Verhältnisse noch in höherem Grade: es starben 22,4 Prozent an Schwindsucht. Dann hat der Tod schon aufgeräumt und die Prozent- zahl vermindert sich von Jahr zu Jahr, so daß sie im Jahre 1876 schon die Höhe der Sterblichkeit an Schwindsucht von 1871 (2,9 Prozent) kaum noch überschreitet.— Man sieht gerade an dieser Zusammenstellung, daß das deutsche Jnoalidengesetz vielfach Diejenigen, welche in Folge des Krieges am schwersten geschädigt sind, nicht berührt, daß diese der Roth, dem Elend und schließlich der Krankheit zum Opfer fallen. Sie haben ihre Gesundheit dem Vaterlande geopfert, und nun ist dies Vaterland so undankbar, trotz dem„Vaterlands- dank", daß es seine Kämpfer dahinsiechen, daß es sie trostlos untergehen läßt. Und da will man noch von„Vaterlandslosen" sprechen, von „Reichsfeinden", wenn Vaterland und Reich seine Söhne derart behandelt? Jedenfalls ist es dringend nothwendig, die Frist von 2 Jahren, welche das Jnoalidengesetz für die unterstützungsberechtigten Krank- heilen annimmt, den tausendfach gemachten Erfahrungen gemäß zu erweitern. Wir glauben versichern zu dürfen, daß unsere Abgeordneten einen Antrag in diesem Sinne stellen werden. Die geistigen Erfolge der Sozialdemokratie. Breslau, den 8. November. Zweierlei Art sind die Erfolge, die die Sozialdemokratie in kaum Vh Jahrzehnten in Deutschland erzielt hat, Erfolge, denen gegenüber die„praktischen" Erfolge eines Schulze-Delitzsch von verschwindender Geringfügigkeit sind. Erstens hat sie den deutschen Ärbciterstand geistig und materiell außerordentlich gehoben, vorzugsweise natürlich insoweit und in dem Grade, als er von der Sozialdemokratie ergriffen wurde. Die politische und allgemeine Bildung des Arbeiters ist Haupt- sächlich durch die sozialdemokratische Agitation bedeutend gewachsen, seine Kenntnisse, seine Urtheilsfähigkeit find gestiegen, eine große Anzahl von Rednern, selbst Schnststellern, ist aus dem Arbeiter- stände hervorgegangen. Aber damit nicht genug. Das Selbst- bewußssein der Arbeiter ist erwacht, sie haben angefangen sich als Menschen, ja als Grundlage unserer ganzen Gesellschaft zu suhlen. Sie haben aufgehört willenlose Maschinen zu sein, mit denen man nach Belieben umspringen kann, sie leisten Widerstand, sie beanspruchen, sie fordern. Dadurch haben sie sich zwar nicht die Liebe, aber die Achtung, wenn nicht die Furcht, der anderen Klassen erworben. Die herrschenden Klassen müssen heute schon auf die Arbeiter Rücksicht nehmen, sie müssen mit ihnen als einer Macht rechnen, Mittwoch, 14. November. sie können nicht mehr die schreiendsten Mißstände vornehm igno- riren. Und diese Achtung gebietende Stellung hat nicht nur die Arbeiterklasse als Ganzes gewonnen, auch der einzelne Arbeiter fängt immer mehr an, sich als gleichberechtigt und selbstbewußt dem einzelnen Bourgeois, vor allem seinem Arbeitgeber gegen- über zu fühlen. Der zweite Erfolg— und auf diesen wollen wir heute eingehen— ist mindestens ebenso wichtig. Die Sozial- demokratie hat angefangen, die Geister zu erobern, die allge- meinen Anschauungen— wenn man will, die öffentliche Meinung — ins Schwanken zu bringen und zu ihren Gunsten umzuge- stalten. Vor 10 bis 15 Jahren herrschten allgemein die An- schauungen der Manchesterschule. Heute ist die Manchesterschule wissenschaftlich und in der öffentlichen Meinung todt, ihre eigenen Anhänger wagen es nicht mehr, sich offen und ganz zu ihren Lehren zu bekennen. Die Staatshilfe, die zu Zeiten Lassalle's allgemein als das verwerfliche Ziel der Sozialdemokaten ver- schrieen war, sie klingt heute von allen Dächern herab. Jede auch noch so behutsame Diskussion über eine Veränderung der jetzigen Eigenthumsordnung war verpönt. Und heute wird nicht blos in wissenschaftlichen Werken, nein selbst in für die bürgerlichen Familienkreise bestimmten Unterhaltungsblättern, die Veränderung des Eigenthums im sozialistischen Sinne als das Ziel unserer Kulturentwickelung hingestellt. Hier das neueste Beispiel! In der letzten Stummer des von dein bekannten Kritiker Paul Lindau herausgegebenen, in Bourgeoiskeisen sehr verbreiteten Journals „Nord und Süd" findet sich ein Aufsatz:„Gemeinwirthschaft und Privatwirthschaft von I. Baren in Berlin." Zu bemerken ist, daß Baren Professor der Jurisprudenz an der Berliner Universität ist. Er„kann sich des Gedankens nicht erwehren, daß unsere gesammte Volkswirthschaft in den letzten Jahrzehnten einen gewisseu gemeinwirthsa,'■ Charakter erlangt, und, wo er schon vorhanden war, ihn gezu.. Er behauptet im Anschluß an Lassalle, daß eine immer gr»,,"nzahl von Dingen aus Privateigenthum öffentliches Eigenthun.''d, ja er er- Westert die Lassalle'schen Anschauungen. Er führ, ste das in den Reden und Schriften der Sozialdemokraten tägru, geschieht, Post, Telegraphen, öffentliche Straßen, Reichsbanken, Staats- forsten-c.:c. als schon heute bestehende communistische, d. h. gemeinwirthschaftliche Einrichtungen an, die, wie einst die Re- formationsversuche vor Luther, nur den Anfang bilden zu einer umfassenden Umwälzung der heutigen Eigentbumsverhältnisse. Dem Rittinghausen'schen Vorschlag, daß der Staat das Ver- sicherungswesen in die Hand nehme,„kann er nicht umhin, bei- zutreten." Auch bei ihm„ist es die Unvereinbarkeit der Privat- Unternehmung mit dem öffentlichen Zweck, welche uns immer mehr in die Gemeinwirthschaft hineintreibt." Auch er weist auf die Gefahren der Privatindustrie hin und führt das Beispiel der Petroleumprinzcn an, die in einem Vierteljahr den Petroleum- preis von 25 Pf. aus 60 Pf. Kieben. Wenn er zum Schluß sagt:„Nicht dem Communismus ziehen wir entgegen, die For- derung der Abschaffung des Grund- und Kapitaleigenthums, welche heut die Sozialdemokratie unablässig verlangt(sie!), wird ewig eine Utopie bleiben, aber unser Eigenthum wird immer mehr aus der Privatwirthschaft herausfallen und die gemeinwirthschaft- liche Gestalt annehmen," so ist klar, daß die Zurückweisuug der „sozialdemokratischen Utopie" blos eine Opt-rtio benevolentiae, eine Liebäugelei mit den herrschenden Klassen ist, denn thatsächlich ist ja diese sozialdemokratische„Utopie" nichts anderes, als die von ihm anerkannte Umgestaltung des Privat.igenthums in Gemein- eigenthum(und wird auch so definirt. R. d. V.), und er selbst giebt zu, daß damit die Kultur und die Sittlichkeit einen wesent- lichen Fortschritt machen würde. Jedem sozialen Fortschritt ist ein Fortschritt in den Ideen, eine Veränderung der allgemeinen Anschauungen vorangegangen. Mit jeder neuen öffentlichen Anerkennung des sozialistischen Grundaedankens rückt die Stunde seiner Verwirklichung näher. R. K. Sozialpolitische Uebersicht. — Die preußischen Westprovinzen, Rheinland und Westfalen, haben noch keine neue Kreis- und Gemeinde- ordnung erhalten, während dieselbe in den östlichen Provinzen schon seit einigen Jahren existirt. Der Freund des Herrn Ko- nitzer, der Abgeordnete v. Sybel, der große Geschichtsfälscher ist daran Schuld, weil er regelmäßig, wenn ein Antrag auf Ein- führung der Kreis- und Gemeindeordnung in Rheinland und Westfalen vorlag, die Regierung warnte, dem Antrage zuzu- stimmen, weil durch die Einführung der neuen freisinnigeren Ordnung die Macht des Clericalismus in jenen Provinzen ge- stärkt werde. Aus reinem Parteihader werden also die intelli- genten Männer des Rheinlandes noch hinter die Kassuben und Wasserpolacken und die Hommerschen Einwohner von Schön- Hausen und Varzin gestellt.— Am 7. November lag dem preu- ßischen Abgeordnetenhause wieder ein derartiger Antrag vor. Der Abgeordnete Reichensperger traf gewiß den Nagel auf den Kopf, wenn er sagte, daß es eine Verletzung des Staatsrechts sei, wenn einseitig der preußische Staat in zwei Hälften getheilt werde. Der Antrag auf schleunige Einführung der Kreisord- nung in den westlichen Provinzen wurde mit fast an Einstim- migkeit grenzender Majorität angenommen— die Ko nitzer- affaire hatte alle Gegner desselben stumm gemacht; selbst Sybel schwieg in der Debatte. Dieselbe hatte aber ein höchst interessantes Nachspiel. Als Correferent ergriff Schorlemer-Alst zum Schlüsse das Wort und brachte den Konitzer auf das Tapet. Ueber die diesbezügliche Rede bringen wir den Auszug aus der liberalen„Kölnischen Zeitung": „Bei den früheren Verhandlungen waren es die von Herrn v. Sybel vorgebrachten Gründe, die sich der Einführung der Reformgesetze in den westlichen Provinzen hindernd in den Weg stellten, und ich muß annehmen, daß diese Gründe noch fort- bestehen. Das schlimmste aber ist, daß die Regierung diesem einem Manne, entgegen dem fast einstimmigen Votum der Lan- desVertretung, geglaubt hat. Man kann nicht verkennen, daß Fürst Bismarck in der Wahl seiner Vertrauensmänner einen ganz besonderen Geschmack hat.(Zischen.) Man kann sagen, wenn man sie durchgeht von Wagener bis auf Hrn. v. Sybel, es ist beinahe eine ganz berechtigte Eigenthümlichkeit des Fürsten Bismarck.(Sehr gut! Heiterkeit.) Das was uns Hr. v. Sybel an Gründen vorgetragen hat, waren vorwiegend Märchen. Naturgemäß konnte das, was er hier vorbrachte, nur Trübes sein, da die Quelle, die er sich in dem Deutschen Verein für seine Berichterstattung präparirt hatte, eine trübe war. Es ist ein trauriges Zeichen, daß in unserer Zeit ein Verein, der sich wahrlich nicht zur Ehre des deutschen Namens deutsch genannt hat, bestehen konnte, in welchem die Denunciation und die Spionage vollständig organisirt gewesen ist, und daß die Regierung, die sonst das Vereinsrecht mit Keulen- schlügen auf alle anderen Vereine niederfallen läßt, selbst Be- amten den Eintritt in diesen Verein nicht untersagt hat. Daran sieht man, wohin die Blindheit des Culturkampfes geführt hat. (Sehr richtig.) In der Erklärung, welche der Vorstand und die Geschäftsführer des Deutschen Vereins am 12. und 23. Oktober erlassen haben, ist die Denunciation und Spionage ausdrücklich als ein berechtigter Gedanke hingestellt. Die Geschäftsführer des Vereins sind vorwiegend Amtmänner, Kreis- und Lokal-Schul- inspektorcn, Elementarlehrer:c. Diese sollen darüber urtheilen, ob es angemessen ist, daß die Reformgesetzgebung auf die Rhein- Provinz ausgedehnt wird. Herr von Sybel hat gesagt, daß er seit zwei Jahren mit dem Vorstande und der Leitung des Ver- eins nichts mehr zu thun habe. In einem Bericht über eine Versammlung des Deutschen Vereins am 29. April d. I. lese ich aber: Herr von Sybel kam zur Abhaltung der Versaw-nl'-� aus Berlin herüber und redete dieselbe mit folgenden an: Verehrte Vereinsgenossen! Im Namen des Vorstandes des Deutschen Vereins heiße ich Sie in unserer diesjährigen Ver- sammlung herzbcy willkommen! Wir stehen heute an einem ge- meinsamcn Abschnitt unserer gemeinsamen Thätigkeit!(Hört, hört!) Thatsächlich ist Herr v. Sybel auch heute noch Ehren- Präsident des Deutschen Vereins! Nun, meine Herren, ist in den Er- klärungen des Herrn v. Sybel hervorgehoben worden, daß von Seiten des Deutschen Vereins niemals Denunziationen gegen Beamte gemacht worden sind. Im Frühjahr 1875 hat aber der Deutsche Verein ein Circular erlassen, worin die Mitglieder des Vereins ausgeforderr werden, im Interesse der Sache solche Handlnngcn, welche sich zu gerichtlichen Verfolgungen eignen, zur Kcnntniß des Vorstandes zu bringen(Rufe: Pfui! Pfui!) Selbstverständlich sollten die Namen der Angeber verschwiegen werden(Rufe: Pfui!). Auch in dem Urtheile der ersten Instanz, welches in der zweiten Instanz vollständig bestätigt wurde, heißt es ausdrücklich, daß die Hauptthätigkeit des Dr. Konitzer für den Deutschen Berein aufs Ausspioniren und Denunziren gerichtet war, und endlich hat auch der Vertheidiger des Angeklagten darauf hingewiesen, daß die Spionagedienste im Interesse des Vereins nicht weggeleugnet werden könnten, aber was sei schlimmer und verwerflicher, das Werkzeug oder der Autor resp. die Hand dessen, welcher das Werkzeug führt? Der Dichter Hoffmann von Fallersleben bezeichnet in einer seiner Dichtungen als schänd- lichste der Listen, die ärger sei als Feindesliste, die Conduiten- liste! und die Conduitenlisten eines Spionirvereins sind es, die wir hier wieder haben. Ich bin der Ansicht, daß eine Regierung, die auf die Mittheilungen eines Vereins, von dem man dreist und kühn sagen kann, daß als Devise ihm aufgeschrieben ist: eorrumpere et comirnpi! irgend welchen Werth legt, selber keinen Funken von Ehre mehr im Leibe haben müßte! Und denjenigen, die dem Verein angehören, möchte ich in Erinnerung bringen, daß ein liberales Journal dem Verein den Stempel der Infamie aufgedrückt hat! Das war also der Verein und das waren dessen Organe, denen wir mit unseren berechtigten Wünschen auf Ausdehnung der Reformgesetzgebung unterlegen sind.(Lebhaftes Bravo!)" Herr v. Sybel erhält zu einer persönlichen Bemerkung das Wort— er sucht sich und den„Deutschen Berein" weißzubrennen, macht sich dabei aber selbst immer schwärzer; er gleicht dem Schornsteinfeger, der sich mit der berußten Hand über das berußte Gesicht fährt. Er gestand schließlich ein,„daß der„Deutsche Verein" die Beamten kennen lernen wollte, die das Centrum begünstigten." Natürlich, Herr v. Sybel, nur deshalb, um dieselben bei ihren Vorgesetzten zu denunziren? Nein, bei Leibe nicht, nur um ihr Verhalten öffentlich in der Presse zu beleuchten— das ist keine Denunziation, sagte der edle„Märchenerzähler", vulao Geschichtsschreiber. Daß der Vorstand eines klerikalen Vereins früher einmal in ähnlicher Weise gehandelt habe, kann den„Deutschen Verein" nicht rechtfertigen, und erklärte von Schorlemer-Alst meiner per- sönlichen Replik auch das Verfahren des Vorstandes des katholi- schen Vereins für infam. Und wenn's dem Professor Sybel noch so sehr zu Herzen geht: „Der Konitzer hängt ihm hinten!" — Der Kampf mit geistigen Waffen gegen unsere Partei wird bekanntlich von der„Magdeburger Zeitung", in welcher der Biedermann Mehring sein Wesen treibt, ganz be- sonders eifrig geführt, nicht blos im politischen Theil, sondern auch im Feuilleton. Schwer macht die Magdeburgerin es sich Genirat Hrgan der Sozialdemokratie ZZksteiimigcn nehmen an alle Postanstalton und Buch». Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. New-Yor!: Soz.-dcmvkr.(«enotkn* s chaftsbuchdruckerei, 154 Eldrid�e Str. Philadelphia: P. Haß, 6�0 RortK Srd Street. I. Boll, 112p edarloUe Str. Hoboken N.J.: F. A. Sorge, 215 Wit-dr- ingrton Str. Chicago: A.Lanfermavn, 74 Clyboumc av«. San Franzisco: F. Elch, 418 O'Faapell Str. London Vf.: E. Henze, 8 Neiv tr- Golden Square. Deutschlands. nicht. In einer der letzten Nummern bringt sie». B. einen langen Feuilletonartikel:„Commiaiistische Gruppenbilder u. s.».*, welcher wie folgt beginnt: „Herr Maxime du Camp erheitert neuerdings im„Moniteur" sein Schauergemälde der Commune, dem wir schon manche düstere Episode entnehmen konnten, durch einige humoristische Züge. Besonders ergötzlich ist die von ihm geschilderte Wuth dieser Sozialdemokraten, sich noch lange vor jeder Aktion in einer heroischen Stellung als Freiheitskämpfer photographiren zu lassen. Diese Sucht, sich gestochen, in Holz geschnitten oder mindestens photographirt zu wissen, haben natürlich auch unsere Sozial- Demokraten. die ja in allen Stücken die getreuen Spiegelbilder der französischen Communisten sind. Auf dem letzten Congreß in Gotha wurde zwar ein Beschluß gefaßt, welcher gegen diesen Bilderschwindel gerichtet war, aber es geschah dies nur, um nothdürftig den Schein zu wahren. Nach wie vor kann ma« die Bilder dieser Schauspieler angepriesen finden, nach wie vor liest man in den sozialdemokratischen Blättern Ankündigungen gleich der folgenden: Im Verlage von..... Nürnberg ist erschienen und von der„..... Genofsenschaftsbuchhandlung"(E. G.) zu haben: Gruppenbild der Rcichstagsabgeordneten des arbeitenden Volkes Deutschlands. Stahlstich in Folioformat. Ein Kunstblatt in des Wortes voller Bedeutung. Da der bedeutenden Kosten wegen auf Massenabsatz gerechnet werden muß, so ist auch der Preis dem entsprechend niedrig gestellt und kostet das Blatt nur 60 Pfennige. Die Pariser Communisten führten nun in dieser Vorliebe, sich der schaulustigen Mit- und Nachwelt in theatralischen Gruppen- bildern vorzustellen, allerhand possirliche Scenen ans. So wurde am 24. März, also wenige Tage nachdem die rechtmäßige Re- gierung so ruhmlos, ohne Schwertstreich auf dem Montmartre unterlegen war, in der Hauptstraße der Borstadt Bclleville zum großen Erstaunen der Einwohner eine riesige Barrikade aufge- führt; man pflanzte darauf eine rothe Fahne, bildete um die- selbe eine pathetische Gruppe, die sich der Leser leicht vorstellen kann, und rief den nächsten Pbotographen herbei. Sobald er das Bild aufgenommen hatte, schaffte man die Pflastersteine, Karren, Leitern ruhig fort und stellte den Verkehr in der Straße wieder her. Im großen Maßstabe wiederholte sich diese Narrcthei später, als der Schuster Gaillard in der Rue de Nivoli, auf dem Vendümeplatze. vor dem Stadthause oder wo dieser gemein- gefährliche Monomane sonst einen„strategischen Punkt" entdeckt haben wollte, himmelstürmende und dabei in ihrer Zierlichkeit an'Nürnberger Spielzeug gemahnende Barrikaden aufgeführt hatte. Da gab es nicht das windigste Commune-Lieutenantchen mehr, welches sich nicht in märchenhaft besticktem Waffenrock vor den photographischen Spiegel gestellt hätte, um als sterbender Fechter, als moderner Spartakus auf die Nachwelt überzugehen. Die Auslagen der Kunst- und Papierhändler waren mit diesen Heldenportraits und tragischen Gruppen bedeckt, in welchen man alle Mitglieder, Delegirten und höheren Offiziere der Commune abconterfett finden konnte. Mehr als einem dieser Faschings- römer hat seine Eitelkeit hier einen schlimmen Streich gespielt; denn die Photographien wurden natürlich in Versailles sorg- fältig gesammelt und dienten später häufig zur Feststellung der Identität der Angeklagten." So weit das Feuilleton. Alles recht schön, schade nur, daß es nicht wahr ist— freilich ein sehr geringer Fehler in den Augen des Mehring'schen Organs. Herr Maxime du Camp, der als Gewährsmann herhalten muß, ist notorisch ein literar: scher Lump, der für Geld von Jedem zu haben ist— gleich anderen Leuten, und der seine Moniteur- Skizzen über die Com- mune einfach aus den berüchtigten Cloaken des Figaro, Paris- Journal:c., und— aus seiner nicht minder cloakenhaften Phan- tasie schöpft. Das Barrikadengeschichtchen, mit dem was drum und dran hängt, ist von A bis Z. erlogen und obendrein recht dumm erlogen. Die Männer der Commune hatten in ihrem Verzweiflungskampf wahrhaftig Anderes zu thun. Mit derselben Wahrscheinlichkeit könnte die Rubelprcffe schreiben, Osman Pascha und seine Offiziere amüsirten sich in Plewna damit, photo- graphische Possen zu machen. Wie bodenlos gemein der Versuch ist, politische Gegner, die nach heldenmüthigem Widerstand die Opfer einer furchtbaren Katastrophe und beispielloser Grausamkeit geworden sind, der Verachtung und Lächerlichkeit preiszugeben, das sei nur nebenbei angedeutet. Was endlich die Bemerkungen des Magdeburger Feuilleton- schreibers über den seitens deutscher Sozialisten getriebenen „Bilder hwindel" anbelangt, so ist es, milde ausgedrückt, eine BundeSgeselz betreffend die Arbeit in den Fabriken. (Vom 23. März 1877.) (Schluß.) Art. 13. Nachtarbeit, d. h. die Arbeit zwischen 8 Uhr Abends und 6 Uhr, beziehungsweise 5 Uhr Morgens(Art. 11) ist bloß ausnahmsweise zulässig und es können die Arbeiter nur mit ihrer Zustimmung dazu verwendet werden. In jedem Falle, wo es sich nicht um dringende, nur einma- lige Nachtarbeit erheischende Reparaturen handelt, ist die amt- liche Bewilligung einzuholen, welche, wenn die Nachtarbeit länger als zwei Wochen dauern soll, nur von der Kantonsregierung er- theitt werden kann. Bei Fabrikattonszweigen, die ihrer Natur nach einen un- unterbrochenen Betrieb erfordern, kann regalmäßige Nachtarbeit stattfinden.. Unternehmungen, welche diese Bestimmung für sich ansprechen, haben sich bei dem Bundesrath über die Nothwendigkeit un- unterbrochenen Betriebes auszuweisen und mit ihrer Eingabe gleichzeitig ein Reglement vorzulegen, aus welchem die Arbeits- ordnung und die auf die Arbeiter entfallende Arbeitszeit, welche unter keinen Umständen für den Einzelnen 11 Stunden wäh- rend 24 Stunden überschreiten darf, ersichtlich ist. Die Bewilligung kann bei veränderten Verhältnissen der Fa- brikation zurückgezogen oder abgeändert werden. Art. 14. Die Arbeit an den Sonntagen ist, Nothfälle vor- behatten, untersagt, ausgenommen in solchen Etabliffementen. welche ihrer Natur nach ununterbrochenen Betrieb erfordern und hiefür die in Art. 13 vorgesehene Bewilligung des Bundesrathes erlangt haben. Auch in den Anstalten dieser Art muß aber für jeden Arbetter der zweite Sonntag frei bleiveu. Der Kantonalgesetzgebung steht frei, weitere Festtage zu be- stimmen, an denen die Fabrikarbeit, wie an den Sonntagen untersagt sein soll. Diese Festtage dürfen jedoch die Zahl acht im Jahr nicht übersteigen. Immerhin können solche Feiertage durch die kantonale Ge- setzgebung nur für die betreffenden Confessionsgenoffen als ver- biudlich erklärt werden. Ungezogenheit, den angeführten Congreßbeschluß als einen nur zum Schein gefaßten zu bezeichnen. Die offiziellen Organe der Partei, obenan der„Vorwärts", beweisen, daß jener Be- schluß auch durchgeführt wird. Wenn einzelne Lokalblätter trotzdem derartige Annoncen bringen, so kann man dafür unmöglich die Partei verantwortlich machen. Unsere Partei ist, ihrem ganzen Prinzip nach, eine entschiedene Gegnerin des Per- sonenkultus; sie ist die einzige Partei, welche den Personen- kultus systematisch bekämpft. Diejenige Partei aber, welche von allen am wenigsten berechtigt ist gegen den Personenkultus anderer Parteien zu eifern, das ist die Partei, welche das schmutzige Hutfutter Bismarcks als Reliquie verehrt, vor Bis- marck's Hund sich ehrfurchtsvoll verneigt(„Hunde sind wir ja doch!") und Bisniarck's Kürassierstiefel inbrünstig küßt. — Seit einigen Tagen sind die französischen Kam- mern versammelt. Die Situatton ist aber noch ganz unver- ändert. Der Plan, ein„Geschäftsministerium" zu bilden, ist vorläufig gescheitert— Mac Mahon steht a la Bismarck da: J'y suis suis, j'y roste— hier bin ich, hier bleib' ich— und überläßt es den„Republilanern", ihn von seinem Platze zu verdrängen. An einen Staatsstreich denkt er nicht: er hat was er will und steht obendrein, da der Senat für ihn ist, formell auf gesetzlichem Boden. Wollen die„Republikaner" ihr Ziel erreichen, so müssen sie eine Revolution machen, und das fällt den Mördern der Commune nicht ein. Die Fußtritte und Insulten, welche der unverwundete Held von Sedan ihnen ap- plizirt, find die erste Abschlagszahlung der Revanche für den Mai 1871. Auch der Rest wird auf Heller und Pfennig be- zahlt werden müssen.— Inzwischen befestigt sich im französischen Volk immer mehr die Republik und vollzieht sich raich eine Schwenkung nach links, welche wir mit lebhaftester Freude be- grüßen. Die letzten Generalraths-Wahlen(Wahlen für Depar- temental- Vertretung), welche am Sonntag vor acht Tagen statt- fanden, haben dies noch deutlicher zum Ausdruck gebracht, als die Wahlen zum gesetzgebenden Körper, welche durch die Losung der Wiederwahl der„363" vielfach entdemokratisirt wurden. — Ein schweizerisches Urtheil über die Komödie zu Gera. Die conseroative„Allgemeine Schweizer Zeitung" schreibt über den Congreß des Dr. Max Hirsch: „Ein derartiges rein negatives Borgehen gegen die Sozial- demokratie ohne irgend einen neuen zündenden Gedanken, der im Gemüth des Volkes Wurzel schlagen kann, ist kaum etwas anderes als das Dreschen von leerem Stroh. Durch ein so ledernes, verstandesgemäß zusammengeschustertes Programm werden die bösen Geister der Sozialdemokratie jedenfalls nicht ausgetrieben....... Vor zehn Jahren vielleicht hätte ein derartiges Zugpflaster aus der Hausapotheke des fortgeschrittenen(?) Liberalismus seine Dienste noch gethan. Jetzt aber, da der vierte Stand die Vertretung seiner Interessen selbst in die Hand ge- nommen hat und die Massen einmal in Bewegung gesetzt sind, müssen ganz andere Mittel als die des Geraer Antisozialisten- congresses angewendet werden, um den unheildrohenden Sturm zu beschwören." ���3! Uebrigens hat auch W.e" Schweizerpresse die Spie- lercien des Herrn s Hirsch nicht ernst genommen. — Bor una Alles beim Alten. General Skobeleff, der ungF. Held des 11. und 12. September, versuchte eine kleine Ueaerrumpelung, wurde aber von den Türken, die nach den russischen Berichten von rechtsioegen längst hätten verhungert sein müssen, mit blutigem Kopf heimgeschickt. Auch auf dem asiatischen Kriegsschauplatz haben sich die Russen, durch ihre jüngsten Erfolge üppig gemacht, zu übereilten Streichen verleiten lassen und sich verschiedene Schlappen geholt(vor Erzerum, Kars und Baium). — Ein interessantes Urtheil. Die Bedeutung der in Sachen Motteler gegen Freitag getroffenen richterlichen Eni- scheidungen, welche wir in letzter Nummer veröffentlichten, ist so in die Augen springend, daß wir einen Commentar für über- flüssig erachten. Die dem Erkenntniß zu Grunde liegende An- schauung wird uns bei den künftigen Wahlkämpfen zu Gute kommen. Es versteht sich von selbst, daß die nämliche Freiheit, deren die Gegner eines Candidaten genießen, auch dem Candidaten und dessen Anhänger nicht vorenthalten werden kann. Wenn das wichtige Erkenntniß nun auch zunächst blos für Sachsen Gültigkeit hat, so schafft es doch auch für die übrigen deutschen Wer an weiteren kirchlichen Feiertagen nicht arbeiten will, soll wegen Verweigerung der Arbeit nicht gebüßt werden dürfen. 1l. Beschäftigung von Frauen in Fabriken. Art. 15. Frauenspersonen sollen unter keinen Umständen zur Sonntags- oder zur Nachtarbeit verwendet werden. Wenn dieselben ein Hauswesen zu besorgen haben, so sind sie eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu entlassen, sofern diese nicht mindestens 1>/, Stunden beträgt. Vor und nach ihrer Niederkunft dürfen Wöchnerinnen im Ganzen während acht Wochen nicht in der Fabrik beschäftigt werden. Ihr Wie- dereintritt in dieselbe ist an den Ausweis geknüpft, daß seit ihrer Niederkunft wenigstens sechs Wochen verflossen sind. Der Bundesrath wird diejenigen Fabrikationszweige be- zeichnen, in welchen schwangere Frauen überhaupt nicht arbeiten dürfen. Zur Reinigung im Gange befindlicher Motoren, Trans- Missionen und gefahrdrohender Maschinen dürfen Frauensper- sonen nicht verwendet werden. III. Beschäftigung von minderjährigen Arbeitern in Fabriken. Art. 16. Kinder, welche das vierzehnte Altersjahr noch nicht zurückgelegt haben, dürfen nicht zur Arbeit in Fabriken verwendet werden. Für Kinder zwischen dem angetretenen fünfzehnten bis und mit dem vollendeten sechszehnten Jahre sollest der Schul- und Religionsunterricht und die Arbeit in der Fabrik zusammen elf Stunden per Tag nicht übersteigen. Der Schul- und Religions- Unterricht darf durch die Fabrikarbeit nicht beeinträchtigt werden. Sonntags- und Nachtarbeit von jungen Leuten unter acht- zehn Jahren ist untersagt. Bei Gewerben, für welche die Roth- wendigkeit des ununterbrochenen Betriebs gemäß Art. 13 bundes- räthlich erstellt ist, kann der Bundesrath, sofern die Unerläßlich- keit der Mitwirkung junger Leute gleichzeitig dargethan ist, zu- mal wenn es im Juteresse tüchtiger Berufserlernung derselben selbst förderlich erscheint, ausnahmsweise gestatten, daß auch Knaben von vierzehn bis achtzehn Jahren hierbei verwendet werden. Der Bundesrath wird jedoch in solchen Fällen für die jungen Leute die Nachtarbeit unter die Maximalzeit von elf Stunden festsetzen, Abwechslung, schichtenweise Verwendung und dergleichen anordnen, überhaupt nach Erdaurung der Sachlage jede für diese ausnahmsweise Bewilligung im Interesse der jungen 'Staaten ein gewichtiges Präzedenz, das unsere Parteigenossen sich nicht werden entgehen lassen. Noch eine Bemerkung. Was die, in der Nichtigkeitsbeschwerde erwähnten Vorgänge in Glauchau angeht, so will es uns be- dünken, daß unsere Glauchauer Genoffen, die dort angeklagt und bisher stets hart bestraft wurden, im Rechte gewesen wären, wenn sie gestützt auf§ 70 der Strafprozeßordnung das Glau- chauer Gericht als urtheilendes Gericht abgelehnt hätten.§ 70 gestattet dem Angeklagten einen Richter abzulehnen, wenn er Gründe anzugeben, und, wenn nöthig, zu bescheinigen vermag, daß er dem Richter kein ungeschwächtes Vertrauen schenken kann. Die Begründung einer solchen Ablehnung dürfte sich in der notorischen Thatsache finden, daß zahlreiche Angehörige des dor- tigen Gerichts sich bei den letzten Reichstagswahlen sehr aktiv an der Agitation betheiligten und darnach wohl dem Verdacht sich aussetzten, in Anklagen, die gegen Mitglieder der gegnerischen Partei infolge der Wahlagitation derselben erhoben wurden, nicht ganz unparteiisch zu sein. In der Nummer des„Schönburgischen Anzeigers" vom 22. Febr. d. I. figurirt u. A. ein Aufruf für Prof. Birnbaum, der unterzeichnet ist von folgenden am dorttgen Bezirksgericht thätigen Personen: Bezirks-Gerichts-Direktor Bollert, Staatsanwalt Döhler, Bezirks-Gerichts-Botenmeister Eichfeld, Be- zirks-Gerichts-Controlleur Reuter, Bez.-Ger.-Rendant Roßner, Bez.-Ger.- Expedient Leipziger, Bez.- Ger.- Expedient Wettley. Darnach läßt sich auf die nicht objekttve Stellung des dor- tig» Gerich spersonals leicht ein Schluß ziehen. Zur Affaire Konitzer. Wie beispiellos gemein die Spionage des„Deutschen Vereins" war, zeigen die Aufzeichnungen Konitzcr's, aus welchen die „Germania" folgende interessante Probe bringt: „Flamersheim. Landrath Wolff, bei Regierung nicht gut angeschrieben, wenig liberal, verkehrt viel mit Geistlichen. Nach- theiliges sonst nichts zu berichten. Bürgermeister Thegarten, protestantisch und liberal, könnte etwas strammer auftreten, besonders gegenüber den Ortsvor- stehern. Ortsvorsteher Marx in Flamersheim, Bäcker, ist seiner Stel- lung nicht gewachsen und verwaltet Amt höchst nachlässig. (Spritze und Anlage für den Friedhof.) Selbst Beschlüsse des Gemeinderathes bleiben unausgeführt liegen. Ultramontan ge- wählt. Evangelischer Lehrer sehr gut, liberal; katholischer Lehrer gar nicht tüchtig, abgenutzt, aber liberal. Evangelischer Pastor Pönsgen, Mitglied(des„Deutschen Vereinss, sehr tüchtig und liberal, in jeder Beziehung ausge- zeichnet. Der katholische Vikar Cremans aus Köln spricht nie über Culturkampf, es läßt sich mit ihm leben. Bevölkerung noch vollständig zurück und finster. Bei poli- tischen und kommunalen Wahlen maßgebend nur die Religion: „Wir wollen keine Geusen haben!" Furchtbarer Fanatismus, genährt durch die Geistlichkeit:„Die Religion soll vernichtet werden." Abgeordnetenwahl: Rath liberal, Candidat für zweite Klasse. Ein Mitglied des Deutschen Vereins wählte ultramontan, drei Andere entfernten sich vom Wahllokal, ohne ihre Stimme abge- geben zu haben. Wohl noch nicht dagewesen. Armenunterstützung nur von den bemittelten Evangelischen, trotzdein keine„Geusen"! Es geschieht zu viel für die Armen. 12 Landgemeinden(Bürgermeisterei Kuchenheim), 5 Vorsteher liberal. Pastor in Houverath. Jagdfrevel etwa vor drei Monaten, zwei Leute aus Houverath, Freunde des Pastors einer sogar im Kirchenvorstand; auf Abel's Jagdterrain. Gesellschaftsjagd. Förster zeigt an u. s. w. Kirch heim, wegen ungenügenden Gehaltes ein Aspirant an der Schule für etwa 230 Kinder, die Lehrerin auch nicht viel Werth. Urtheil über Lehrer: Faullenzer, weil vor 7 Uhr mit der Pfeife spazierend. Ausgesprochen von einem Gemeinderach- mitgliede. Schweinheim. Reichstagswahl 14 für Bleibtreu, nach- träglich versuchte Kontrole per Liste vom Gutsbesitzer Fischenich, erzultramontan, um erklären zu lassen, für-wen die Einzelnen gestimmt hatten. Rheinbach. Landrath Wolff, Mitglied des Deutschen Vereins, tritt jetzt liberal auf, sein Verkehr mit Geistlichen hat Leute und ihrer Gesundheit nöthige Vorschrift und Garantie der Bewilligung beifügen. Der Bundesrath ist ermächttgt, diejenigen Fabrikzweige zu bezeichnen, in welchen Kinder überhaupt nicht beschäftigt werden dürfen. Ein Fabrikbesitzer kann sich nicht mit Unkenntniß des Alter? oder der Schulpflichtigkeit seiner minderjährigen Arbeiter ent- schuldigen. IV. Bollziehungs- und Strafbestimmungen. Art. 17. Die Durchführung dieses Gesetzes, welches sowohl auf bereits bestehende als auf neu entstehende Fabriken Anwen- dung finden soll, und die Vollziehung der in Gemäßheit des Gesetzes vom Bundesrath ausgehenden Verordnungen und Wei- jungen liegt den Regierungen der Kantone ob, welche hiefür ge- eignete Organe bezeichnen werden. Die Kantonsregierungen haben dem Bundesrathe Verzeich- nisse der auf ihrem Gebiete bestehenden', sowie später der neu entstehenden und der eingehenden Fabriken einzusenden und über deren Verhältnisse, soweit sie von dem gegenwärtigen Gesetze be- rührt werden, nach den vom Bundesrath hiefür aufgestellten Vorschriften die nöthigen statistischen Angaben zu machem Die Regierungen erstatten dem Bundesrathe am Schlüsse jedes Jahres über ihre Thätigkeit behufs Vollziehung des Ge- setzes, über die dabei zu Tage getretenen Erscheinungen, über die Wirkung des Gesetzes u. s. w. einen ausführlichen Bericht, über dessen Anordnung vom Bundesrath das Nähere festgestellt wird. Ebenso geben sie ihm, beziehunasweise dem hiefür bezeich- neten Departement oder andern Igesetzlich aufgestellten Organen in der Zwischenzeit jede wünschenswerthe sachbezügliche Aus- kunft._ Art. 18. Der Bundesrath übt die Controle über die Durch- führung dieses Gesetzes aus. Er bezeichnet zu diesem Zwecke ständige Inspektoren und setzt die Pflichten und Befugnisse der- selben fest. Der Bundesrath kann überdies, soweit er eS für nothwendig erachtet, Spezialinspektionen über einzelne Industriezweige oder Fabriken anordnen. Er verlangt zu diesem Zwecke von der Bundesversammlung die nöthigen Credtte. Art. 19. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen diese« Gesetzes oder gegen die schriftlich zu ertheilenden Anweisungen der zuständigen Aufsichtsbehörden sind, abgesehen von den civil- nachgelassen. Im September vorigen Jahres hat er bei Ge- legcnheit seines 2öjährigen Jubiläums die Deputation der Ge- meinde(Fackelzug) Flarzheim sehr scharf angelassen:„Wenn sie ihm ihre Anhänglichkeit bezeugen wollten, so hätten sie ihn in den Kirchenvorstand wählen sollen, aber sie ließen sich von ihren Geistlichen blindlings leiten." Wohlwollender Freund und eis- riger Beschützer der Lehrer. Gleichstellung der Lehrer in Ge- Haltssätzen mit den Lehrern in den Landkreisen Bonn und Köln durch ihn veranlaßt und befürwortet, thut überhaupt für Schule viel. Nimmt Lehrer gegen die Pastoren in Schutz. Kreissekretär Esser erst drei Wochen da, noch kein Urtheil. Früher in Köln bei der Regierung. Bürgermeister in Rheinbach, nicht Mitglied,„steht über den Parteien"! Mehrere Male an den Wahlen nicht betheiligt. Bei der letzten Wahl zum Abgeordnetenhause Wahlmann und als solcher liberal gewählt. Für Schule thut er viel. Mit Geistlichen hat er nie Verkehr gehabt, wohl aber häufig mit ihnen im Kampfe gelegen. Handelt nach dem Buchstaben, nicht im Geiste der Gesetzgebung. Friedensrichter Vogt, tüchtiger Beamter, früher auch nicht an Wahlen betheiligt, bei den letzten liberal gewählt. Seiner Gefinnung nach liberal. Kein Verkehr mit den Geistlichen. Be- sucht nicht die Kirche, entschiedener Gegner der Unfehlbarkeit; Beides gilt auch von dem Bürgermeister. Gcrichtsschreiber Langerath, eingefleischter Ultramontaner, früher Bezirksfeldwebel in Bonn. Sparkassenrendant Röttgen vollständig ultramontan. Notar Pfahl liberal aufgetreten, von den Liberalen als Stadtrath gewählt. Rektor der höheren Schule, Dr. Ungermann, durchaus liberal, die Lehrer größtentheils auch; gehören alle bis auf zwei, dem Deutschen Verein an; der eine, Religionslehrer Brüll, hält sich still, der andere ist sonst liberal, aber ruhig. Lokalschulinspektor Wilms(Pastor), alter Herr, 50j ähriges Jubiläum vor 4V2 Jahren gefeiert, verhält sich ruhig. Der geistliche Agitator für Rheinbach und Umgegend ist Vikar Vernikel, Vorsitzender des Bürgeroereins, früher Filiale des Mainzer Katholikenoereins. Mitgliederzahl hat entschieden ab- genommen. In den letzten Jahren ist Bernickel sehr zahm geworden. Im Allgemeinen verhält sich die Geistlichkeit ruhig. wie auf Verabredung. Ueberschreitungen kommen nicht mehr vor. Stadtrath: Mehrzahl ultramontan, 12 Mitglieder, Vz liberal, letzte Wahl liberal, vier Eandidaten durchgebracht. Selbstverwaltung: Sybel'scher Standpunkt. In zehn Landgemeinden Vorsteher zum Theil ultramontan. Alle Lehrer der hiesigen Bürgermeisterei gehören dem Deutschen Bereine an, mit Ausnahme von drei, wovon ein Aspirant, ein junger Lehrer, der vor Kurzem eingetreten ist, der dritte ein alter Mann, der nicht eingeladen worden ist. Lehrerinnen! Rheinbach. Wunderknabe— Pfarrer Wilms nnd Eon- sorten 18. April freigesprochen beim Friedensgericht in Rheinbach, und nach Verwerfung dieses Urtheils durch Kassationshof in Berlin abermals Freisprechung durch das Friedensgericht in Zül- pich; wiederum Kassationsrekurs. Am 22. April führte der Handwerkerverein„Joseph und seine Brüder", biblisch-historisches Schauspiel in fünf Akten mit Musik und Gesang von Behrle, auf." Soweit die Konitzer'schen Aufzeichnungen. Der Abgeordnete Ratzing er ist wegen einer kleinen Liebes- affairc aus der bayerischen Kammer hinausgedrängt worden — man sagt, er habe sich als katholischer Geistlicher mit einer Kellnerin abgegeben. Die sittliche Entrüstung unter den Herren liberalen Abgcord tteten duldete solche„Schandthat" nicht. Der Ehrenvorsitzende des„Deutschen Vereins", Herr Pro- sessor Sybel hingegen, der den Konitzer bezahlt hat, ist noch immer Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Correspondenzen. Wie« 2. November. Die Gewerkschaft der Schuhmacher am hiesigen Orte ist durch Erlaß der Statthalterci vom 22. Ok- tober aufgelöst worden. Die Zwangsgenossenschaft hat das ihrige zu dieser Auflösung redlich beigetragen, aber die Zukunft wird lehren, ob sie recht gethan hat. KamSnrg, den 7. November. Im liberalen Reichstags- wahlverein hielt der früher in Mainz wohnhafte Handels- kammersekretär Herr Julius Schulze, jetziger Sekretär der hie- figcn Gewerbekammer, bekannt durch seine Denunciationen gegen die Sozialdemokratie in der selig entschlafenen„Concordia" und anderen liberalen Blättern seinen ersten Vortrag in der Aula rechtlichen Folgen, mit Bußen von 5 bis SOO Franken durch die Gerichte zu belegen. Im Wiederholungsfall darf das Gericht außer angemessener Geldbuße auch Gefängniß bis auf 3 Monate verhängen. V. Schlußbestimmungen. Art. 20. Die Bestimmungen kantonaler Gesetze und� Verordnungen, welche dem gegenwärtigen Gesetze widersprechen, sind aufgehoben. Art. 21. Der Bundesrath wird beaustragt, auf Grundlage der Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. Brachmonat 1874, betreffend die Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse(A. S., neue Folge 1., S. 116), die Bekannt- machung dieses Gesetzes zu veranstalten und den Beginn der Wirksamkeit der einzelnen Bestimmungen desselben festzusetzen. — Zum Roth st and. In verschiedenen Kreisen, in denen man selbst keine Roth verspürt, hält man die Nothstandsberichte vielfach für sozialdemokratisches„Machwerk", um durch allerlei Lügen und llebertreibungen die Gemüther in den„unteren Schichten der Bevölkerung' aufzureizen. Uns liegt nun eine Schrift vor, welche den Nothstand in der Stahl- und Eisen- industrie den Lesern vorführt. Der Titel lautet:„Geschäfts- Ergebnisse von 103 Aktien-Gesellschasten der Eisen- und Stahl- Industrie nach den Bilanzen in den Jahren 1874 bis 1876, zusammengestellt von dem Verein der deutschen Eisen- und Stahl- industriellen." Hierbei ist zu bemerken, daß unter 170 Aktien- Gesellschaften nur von 103 Gesellschaften Nachrichten zu erlangen gewesen, so daß auch diese im Jahre 1877 ausgegebene Bericht- «rstattung über die betreffende gegenwärtige— seitdem unzweffel- hast wesentlich verschlechterte- Geschäftslage noch keinen voll- ständigen Ausschluß gewährt. Nach dieser Zusammenstellung steht fest, daß diese 103 Gesellschaften zusammen im Jahre 1876 resp. 1875/76 nicht nur nichts verdient, sondem noch 98,779,844 Mrk. gleich 6,32 Proz. zugesetzt haben. Nach den für 94 Werke vor- handenen Notizen haben auf diesen 34750 Arbeiter, gleich 36.2 Proz. entlassen werden müssen und wird an Löhnen jetzt 3,595,901 Mrk. pro Monat(48,1 Proz.) und 45,150,817 Mrk. pro Jahr weniger gezahlt. Das durchschmtstiche Arbeitslohn betrug im Jahre 1873 pro Monat 77,5 Mrk., im April 1877 des Schul- und Museums-Gebäudes vorm Steinthor', unter dem Titel:„Abriß der Sozialpolitik und der obschwebenden sozial- politischen Hauptfragen". Der Redner erkannte in seinem Bor- trage alle die von sozialistischer Seite in Bezug auf die wirth- schaftliche EntWickelung gemachten Voraussetzungen, sowie die Kritik der heutigen Zustände an. Er gab zu, daß in der söge- nannten„Cultur" nur ein Scheinfortschritt stattgefunden, daß die persönlichen Beziehungen des Menschen zum Menschen ge- lockert, daß selbst der Leibeigene des Mittelalters zu seinem Herrn in einem innigeren Verhältnisse gestanden habe, als heute der Arbeiter zu seinem Arbeitgeber, da nichts herrsche, als die nackte Concurrenz der Herzlosigkeit des Weltmarktes. Er räumte der Entwickelung des Kapitals eine alles umgestaltende Macht ein, betonte aber auch, daß die Massen zum Bewußtsein ihrer Macht gekommen. Ein Ausfluß des herrschenden Egoismus sei der Mißbrauch der Frauen- und Kinderarbeit, die entsetzliche Zusammendrängung der Massen in den engsten Quartieren, die rücksichtsloseste Verfälschung von Nahrungsmitteln, die schauder- erregende Zunahme der Sittenverbrechen u. s. w. Zu verwun- dern sei es wahrlich nicht, wenn der Egoismus derart in den besser situirten Klassen herrsche, daß auch der Arbeiter unter seinem Einflüsse stehe. Am schlimmsten aber sei das Elend, das durch Muth- und Hoffnungslosigkeit befruchtet werde und als einzigen Tröster den Branntwein kenne. Auch die sich fortwäh- rend entwickelnde Concentration des Kapitals gab Redner voll- ständig zu. Nach dem„Correspondent" äußerte er sich wie folgt: Die fortschreitende Kapitalbildung habe eine Kapital-Centrali- sation im Gefolge gehabt. In England seien 3U der steuerzah- (enden Bevölkerung mit einem Jahreseinkommen bis zu 1000 Mark eingeschätzt und nur 1>/« Million mit 2000 M. und dar- über; 240,000 Menschen in England versteuerten ein Einkommen von 6000 M. und darüber. In Belgien erhalte>/« der ganzen Bevölkerung Almosen. In Preußen vereinnahmen 27 pCt. der Einwohner unter 420 M., 500 Thlr. und darüber vereinnahmen wenig mehr als 5 pCt. der Bevölkerung, nämlich nur 365,000 Personen. In Hamburg haben im Jahre 1862 25 pCt. des Gesammteinkommens aus Einkommen über 12,000 M. bestanden, im Jahre 1877 aber 47-/, pCt., die Zahl der Personen, welche sich eines derartigen Einkommens erfreuten, sei aber von 3,86 pEt. im Jahre 1862 auf 3,39 pCt. im Jahr 1377 gefallen, habe sich also erheblich verschlechtert. Zu dieser Verschlechterung trage nicht nur unser Militär- und unser Steuerwesen, sondern, abgesehen von manchen anderen Umständen, auch der geringe Zins bei, der für Ersparungen vergütet werde; die Sparkassen glaubten allerdings viel zu thun, wenn sie den Unbemittelten für ihre Sparpfennige 4 pCt. vergüteten, kein Kapitalist oder Geschäftsmann werde jedoch geneigt sein, sein Geld zu einem der- artigen Erträgnisse arbeiten zu lassen. Nicht blos das Elend der Arbeiterklassen sei es, welches uns entgegen trete, der Mittel- stand und somit der Handwerkerstand verschwinde thatsächlich und meistentheils aus äußeren an ihn herantretenden Gründen. Wenn in der Neuzeit sogar in England die Frage discutirt war- den sei, chinesische Kulis zur Arbeit einzuführen, so daß aus jenen Kulis auf's Neue ein reines Arbeitervolt geschaffen wor- den wäre, dann allerdings�aftlichendje Klagen über das soziale Elend gewiß Niemand in Eruu�-igert h>7.— Man sieht, alle Boraussetzungen, welche der Sozialis..--?ßere Ä?ezug auf die Ent- Wickelung der heutigen Gesellschaft aufgestew. wirb der Redner zu, aber wie es gewöhnlich diese Herren vonrt, nloge Julius Schulze machen, sie erkennen nicht die Schlußfot'gch.�gen an, welche die Sozialisten aus diesen Zuständen als naturgemäß sich hcrausentwickelnd ziehen. Während die heutige Wirthichafts- Politik es ist, welche eben die geschilderten llebelstände geschaffen, steigt Jul. Schulze auf den Moralitätsgaul und sagt, daß eine Abhilfe, eine wirkliche Abhilfe nicht möglich sei ohne eine Rückkehr der Menschen zur Religion, d. h. eine Unterwerfung unter ein Höheres, das zwar nicht bewiesen werden könne, an das ein Volk aber glauben müsse, wenn es die soziale Frage lösen wolle. Der Herr Doctor giebt also schließlich den Arbeitern eine An- Weisung auf den Himmel, nachdem er zuvor zugegeben, daß die heutige Wirthschaftspolitik die Lage derselben verschlechtert hat. Das ist selbst der Tante„Reform" zu arg, welche im Uebrigen die von Dr. I. Schulze anerkannten Uebelstände mit fortschrttt- licher Ignoranz bestreitet. Sie sagt:„Herr Jul. Schulze ge- steht selber zu, daß er die Religion, für die er spricht, nicht be- greift. Es ist die„Religion" daher seine Gefühlssache, und da- her scheint es uns weit angemessener zu sein, daß er sie für sich behalte, denn das, was man nicht erklären kann, gehört nicht auf die Rednerbühne einer politischen Versammlung; es würde sonst schließlich irgend ein anderes Gcmüth auch die„Jungfrauen" von Marpingen und Lourdes mitsammt der blutenden 63,4 Mrk. Der Coursverlust von 248 Millionen Mark Aktien beträgt heute 183,698,619 Mrk., gleich 74 Proz.— Dabei darf wohl kaum bezweifelt werden, daß es bei denjenigen Gesell- schaften, von welchen keine Auskunft zu erlangen gewesen ist, noch wesentlich schlechter steht. Ebenso sind alle bezüglichen Privat-Anstalten ganz außer Ansatz geblieben. Um dabei auch noch einige speziellere Data anzuführen, geben wir noch die Ab- schlüsse einiger der hervorragenden Gesellschaften: 1) Wöhlert, Berlin, gegr. im Jahre 1872 mit 9 750,000 Mrk. Arbeitskräfte April 1874 1626, April 1877 307, weniger 1319 und Löhne weniger pro Monat 163,388 Mrk.— 2) Phönix in Westphalen, gegr. mit 16,200,000 Mrk., beschäftigte April 1873 4945 Ar- beiter, April 1877 dagegen nur 3291 und zahlt monatlich an Lohn heute weniger 163,950 Mrk.— 3) Die Bochumer Gesellschaft. Gründungskapital 15 Millionen Mark. Beschäftigte Ar- beiter April 1873 6224, April 1877 3559 und zahlt jetzt Löhne weniger 447,692 Mrk.— 4) Dortmunder Union, Gründungs- kapital 41,400,000 Mrk., beschäftigte April 1873 10,496 Ar- beiter, April 1877 dagegen nur 5387. Löhne früher monatlich 889,398 M., jetzt weniger 532,372 M.— Borstehend ist die Lohn- reduktion mit Zahlen nachgewiesen, die einen düstern Einblick in die Arbeiterverhältnisse in Deutschland gewähren. — Wir bringen nachstehende„adlige" Stilprobe, die als flie- gendes Blatt versendet wurde, ohne jede weitere Bemerkung zum Abdruck:„An den Redakteur der.Dresdener Presse'. Ihre Mittheilung unter dem Titel:.Der Jude Totleben' ist eine so dumm-dreiste Erfindung, wie sie jemals aus der schmutzigen Feder eines literarischen Pinkeljuden geflossen ist. So wahrhaft jüdisch abgeschmackt dieselbe für Jeden klingen muß, welcher weiß, daß zu der Zeit, da Herr v. Totleben sich die Offiziers- Epauletten verdiente, ein Be- schniitener nicht einmal zum Range eines Corporals in der russischen Armee zugelassen wurde, sehe ich mich als Neffe des berühmten Generals doch veranlaßt, Sie zu folgender Berichtigung aufzufordern: Es ist zwar wahr, daß die in Ruß-and und Polen lebenden Juden, als die Abkömmlinge der wegen ihres Wuchers und schmutzigen Schachers im Mittelalter mehrfach aus dem Deutschen Reiche en ma8s« hinausgejagten Juden, die deutsche Sprache und damit auch den jüdischen Sprach» gebrauch beibehalten haben, als Ausdruck der Zärtlichkeit an Freundes- namen oder BerwandtschaftS-Benennungen das Wort.leben' anzuhängen, als.Vaterleben',.Jtzigleben' u. dgl., und es mag sein, daß ein Jude Namens Tot von seinem Freunde Schmul oder seiner Kalle mit.Tot- Louise Lateau hinaufbringen."— So wird Jul. Schulze von seinen Freunden behandelt. Der„Reform" wollen wir übrigens in etwas aus ihrem Dilemma helfen: Herr Jul. Schulze hat sich vor ungefähr einem Jahre in einer Stadt Sachsens als „Atheist" legitimirt, heute ist er„religiös". Dem haben wir nur noch hinzuzufügen, daß der ehrenwerthe Herr früher ein „Demokrat" war und sogar demokratische Blätter redigirte. Er thut in Bezug auf die Jnconsequenz nichts anderes als die„Re- form", welche heute die Wahl von Sozialisten in die Bürger- schaft ganz vernünftig findet und andern Tags, wie dies z. B. in der Mittwochs-Nummer der'„Reform" geschieht, wird von den Sozialisten erzählt, daß sie große Hoffnung hätten, den Racker von Staat mit Dynamit in die Luft zu sprengen. St. Johann, 6. November. Am 2. d. M. wurde Genosse Matthies, der sich noch immer in Haft befindet,„wegen Eon- travention gegen die Gewerbe- und Hausirordnung sowie wegen Zuwiderhandlung gegen die§§ 43 und 366 I. der Gewerbeordnung", zusammen 6 Klagen, zu 186 Mark Geldbuße resp. zu 52 Tagen Haft verurtheilt. Die Herren Slaatsretter hätten also vorläufig ihren Zweck, den Vertrieb sozialistischer Schriften zu verhindern, erreicht. Das haben sie aber auch sehr billig, ist doch die Gewalt auf ihrer Seite, von der sie ja auch den ausgiebigsten Gebrauch zu machen verstehen. Aber trotz aller Gewaltmaßregeln ist der Sozialismus aus St. Johann-Saar- brücken nicht mehr zu bannen; er hat hier seinen Einzug ge- halten und er wird fortleben trotzdem und alledem.— Was den famosen Polizeikommissär Wirtz betrifft, über dessen moralisches Vorleben nicht die günstigsten Gerüchte in Umlauf sind, so hat derselbe an einem hiesigen Correspondenten der„St. Johanner Zeitung" einen warmen Fürsprecher gefunden. Der Herr Cor- respondent spricht in einer Zuschrift an oben genanntes Blatt von„ehrlichen Männern" und meint im Hinblick auf die Corre- spondenz von Pauly in Nr. 124 des„Vorwärts", daß dieselben mit anständigen Waffen kämpfen und die Verbreitung von Un« Wahrheiten und Verleumdungen verschmähen sollten. Darin hat der Mann ganz recht; aber wenn man in einem Glashause steckt, sollte man auch zusehen, daß man nicht mit Steinen ge- worfen wird, womit nur gesagt sein soll, daß die Waffen, mit welchen die Sozialdemokratie in St. Johann- Saarbrücken be- kämvft wird, in den meisten Fällen nicht zu den anständigen zu zählen find, und speziell der Polizeikommissär Wirtz soll erst noch den Beweis liefern, daß er gegen die Sozialdemokratie nicht unanständig gewesen ist. Am Schluß der Zuschrift heißt es dann: „Daß Herr Kommissär Wirtz ebenso wie jeder andere an- ständige Mann„zu den Unmöglichkeiten" im sozialdemokratischen Zukunftsstaate des Pauly gehört, bezweifeln wir keinen Augen- blick; ebenso wenig vermögen wir aber auch den Gedanken zu unterdrücken, daß Herr Wirtz dem Vauly in der That„eins versetzen wird", und zwar recht gründlich versetzen wird; denn auf Grund zuverlässiger Informationen können wir den Bericht des„wahrheitsliebenden und wahrheitsagenden" Pauly als ein Gewebe von Unwahrheiten bezeichnen. Herr Polizeikommissär Wirtz ist niemals in Wetzlar gewesen, er hat niemals im rhei- nischen Jägerbataillon in Wetzlar gedient und konnte demnach auch niemals eine Charge als Oberjäger eingenommen haben und Borgesetzter des früheren Jägers, jetzigen Sozialdemokraten P. I. Pauly gewesen sein. So viel zur Steuer der Wahrheft; wer endlich Herrn Wirtz kennt, wie wie ihn kennen, der wird sich mit Verachtung von Verleumdungen wenden, wie sie in der Correspondenz des„Vorwärts" enthalten sind, er wird aber auch zugleich deren Urheber von Herzen den Lohn gönnen, der ihm für seinen„ehrlichen" Angriff hoffentlich zu Theil werden wird." Gut, Polizeikommissär Wirtz ist ein Ehrenmann, das will er vor Gericht beweisen. Abwarten! Ohne nun der gerichtlichen Reinwaschung vorgreifen zu wollen, drängt es mich aber doch, den Herrn Polizeikommissär Wirtz zu fragen, ob er einen ge- wissen Cigarrenhändler Hisserich, der sich jetzt in Brüssel auf- hält, kennt; und wenn das der Fall ist— ob er auch weiß, unter welchen Umständen dessen Frau, nachdem das Geschäft ge- schlössen war, unter dem Namen Anna Freisberg in einem Hause in Brüssel Aufnahme gefunden hat, das näher zu be- nennen, der Anstand verbietet. Um Antwort wird gebeten. Kelle, 4. November. Wir halten es für unsere Pflicht, auch einmal über die Bewegung am hiesigen Ort Bericht zu erstatten, dabei müssen wir selbstredend auch der Mittel gedenken, mit wel- chen wir bekämpft werden. Vor den Wahlen glaubten unsere Gegner, daß sie uns gänzlich todt gemacht hätten, jedoch dieser Glaube wurde ihnen durch die Wahl gründlich benommen, denn wir haben auf unseren Eandidaten(O. Reimer) das Doppelte leben' angeredet wurde; der große Ingenieur-General aber entstammt einer alt-evangetischen Adelsfamilie Estylands, ist niemals beschnitten worden, hält, wie jeder frei von Ueberstürzung Urtheilende, die Juden- Emancipation für die größte Thorheit d«S Jahrhundert« und sieht mit Zuversicht dem Augenblicke entgegen, wo, und zwar diesmal im groß- artigen Style unserer Zeit, Europa sich des.auserwählten Volkes' ent- ledigen und die ganze Judensippschaft in'S, gelobte Land' zurückjpediren wird. M. von Stahl." — Eine für alle Militär-Jnbaliden hochwichtige Ent- scheidung hat der Civil- Senat des Berliner Kammergerichts in einem Prozeß gegen den Reicks-Militärfiskus dieser Tage gefällt. Es handelte sich im vorliegenden Falle um die Frage, ob bei dem Kläger eine Per- siümmelung vorliegt oder nicht. Der Tischlergeselle Rex, welcher zur Zeit de« französischen Kriege» beim 1. Garde- Regiment stand, erhielt in der Schlacht bei St. Privat einen Schuß in das linke Bein. Durch die unternommene Kur ist auch das rechte Bein in Mitleidenschaft ge- zogen worden, so daß nach Beendigung derselben das linke Bein sich nicht nur als kürzer herausstellte, sondern auch, daß der Verwundete auf dem rechten Fuß nicht mehr austreten konnte, wie bisher. Nach der damals vorgenommenen militärärztlichen Untersuchung wurde Rex für §anz invalide erachtet und erhielt als solcher die Jnvalidenpension von 1 Mark, eine BerwundungSzulage von K Mark und die Berstümme- lungszulage von 18 Mark monatlich. Im Jahre 1873 wurde Rex militärärztlicherseitS einer neuen Untersuchung unterzogen und ihm in Folge de« Resultats derselben die Berstümmelungszulage entzogen. Der davon Betroffene setzte dem Gutachten des Militärarztes das von nam- hasten Civilärzten entgegen, unter denen sich einige Autoritäten der Medizin befanden, aber vergeblich. So schritt er zur Klage gegen den Reichs-Militärfiskus. Auf Grund des vom hiesigen Stadtgericht erfor- derten Gutachtens der Militär- und Civilärzte, welche sich diametral gegenüberstanden, sowie de« Medizinal-Lollegiums der Provinz Bran- denburg wurde der Verklagte zur Zahlung der Berstümmelungszulage verurtheilt. Hiergegen hat der Militärfiskus die Appellation eingelegt. Zum Audienztermin vor dem Kammergericht war Kläger in Person erschienen, für den verklagten FiskuS, Rechtsanwalt Winterfeld. Kläger, der sich nur mühsam fortzubewegen vermag, machte in der That den Eindruck eines Krüppels. Der Anwalt des Verklagten überreichte dem Gerichtshof ein Gutachten deS Militär-Medizinalcollegwms, das, wie er den Austrag zu erklären habe, mit dem bei den Akten befindlichen Gut- achten deS Medizinalcollegiums der Provinz Brandenburg im schreiendsten Widerspruch stünde. Er müsse daher beantragen, ein Superarbitrium einzufordern. Der KammergerichtShof vermochte in den beiden Gut- achten den behaupteten schreienden Widerspruch nicht zu finden und be- stätigte daher das erste Erkenntniß. an Stimmen aufgebracht, als vor drei Jahren. Dieser Erfolg zog uns auch neue Verfolgungen zu, über welche hier so kurz wie thunlich berichtet werden soll. Am 9. Februar begab ich mich zu dem Hrn. Kreishauptmann v. Arnim(genannter Herr ist auch gleichzeitig Polizcidirektor) und meldete eine Volksver- sammluug auf Sonntag, den 11. Februar, Abends halb 6 Uhr, im Lokal des Hrn. Stvffregen in Westcrcelle an mit der Tages- ordnung: 1. Die Reichstagswahlen und die Stellung der Par- teien; 2. der wirthschaftliche Nothstand und die Gesetzgebung; 3. Verschiedenes. Referent war Herr Kokoski aus Braun- schweig. Die Versammlung machte guten Eindruck und führte uns mehrere Anhänger zu. Gleichzeitig hatte ich auch eine Versammlung auf Montag, den 12. Februar, im Lokale des Hrn. Küneke auf hiesiger Neustadt, angemeldet. Doch am Mit- tag desselben Tages erhielt ich von der hiesigen Polizeidirection eine Verfügung, durch welche die Versammlung verboten wurde, weil sie eine Fortsetzung der Thätigkeit der für Preußen ge- schlossenen sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands bezwecke. Ich wandte mich beschwerdeführend an die Landrostei in Lüne- bürg— vergeblich; ich ging weiter an das Ministerium nach Berlin— aber auch mit demselben Mißerfolg. Und so wären wir denn hier in Celle richtig dahin gelangt, ohne Vereins- und Versammlungsrecht zu cxistiren. Die Gegner frohlocken natür- lich, wie das so ihre Art ist, wenn die Sozialdemokratie von den Gewaltmaßregeln der heutigen Machthaber betroffen wird. Wenn sie nur nicht zu ftüh frohlockt haben. Wichtendahl. An Obiges anschließend muß ich noch über Folgendes be- richten: Ich hatte am 18. Februar für Westercelle erne Volks- Versammlung angemeldet, desgleichen eine für Celle am 19. Febr., Abends halb 9 Uhr, zur Gründung eines sozialdemokratischen Wahlvereins für den 14. hannoverschen Wahlkreis. Jedoch wie die Stunde der Versammlung herannahte, bekam ich wie Wich- tendahl dieselbe Ukacbotschaft, daß die Versammlung nicht statt- finden dürfe, sogar die Versammlung zur Gründung eines Wahl- Vereins wurde untersagt. Nun noch Einiges über die BeHand lung, welche mir von der Polizei widerfahren ist. Es hatte nämlich auf denselben Abend sowie in demselben Lokal ein Ci- garrenarbeiter C. Kricbbe eine Volksversammlung angemeldet, wogegen ich die meinige l'/e Stunde später anberaumt hatte. Es ging aber Genosse Kriebbe ebenso wie uns, auch er bekam ein Verbot. Ich begab mich zur Zeit der angesetzten Stunde nach dem Versammlungslokal, woselbst sich schon die Polizeibeamten in den verschiedenen Räumen vertheilt hatten, hauptsächlich hatten sie aber den Saal besetzt; ich ver- fügte mich in eines der Gastzimmer und bot Broschüren aus. Da fragte einer der Gäste, ob die Versammlung noch nicht er- öffnet wäre, worauf ihm mit nein geantwortet wurde. Hierauf wurde geftagt, weshalb es denn nicht geschehe, da erhob sich Kriebbe und theilte mit, daß er ein Verbot von der Polizeidirek- tion bekommen und er wollte den Ukas einmal vorlesen. Wie er jedoch anfing zu lesen, wurde ihm das Vorlesen von einem anwesenden Schutzmanne untersagt. Kriebbe meinte, daß er, wenn er nicht weiter lesen dürfe, doch wohl die Sozialdemokratie hoch- leben lassen könne und brachte hierauf ein Hoch auf dieselbe aus. Kaum aber daß das Hoch verklungen war, stürzte der Polizei-Commissar in das Zimmer mit den Worten:„Ich for- dere Jeden auf, das Lokal zu verlassen. Während die Anwesen- den den Saal verließen, stand ich draußen in der Hausflur. Als mich aber einer von den Schutzleuten bemerkte, sprang er er auf mich zu und schob mich mit Gewalt der Thür zu, wo- bei es nicht ohne Püffe und Stöße abging. Doch erreichten diese Liebenswürdigkeiten an der Thür ihren Höhepunkt, denn ich konnte nicht sogleich durch dieselbe, weil ich in der einen Hand eine Büchertasche und in der anderen einen Stoß Bro- schüren hielt, unter dem Arm hatte ich einen Regenschirm, wel- cher die rasche Beförderug durch die Thür hinderte, weil nur der eine Flügel der Thür offen war. Hier wurde ich nun erst noch gehörig vorgenommen und zwar vTsetzte man mir Faustschläge an den Kopf und in's Genick, auch Rippenstöße fehlten nicht. Draußen stand der Commissar und rief mit lauter Stimme:„Verhaften Sie! verhaften Sie!" und auf diesen Be- fehl wurde ich sofort von drei Gesetzesdienern abgeführt. Trotz meiner Bitte, mich doch erst meine Mütze von der Erde auf- heben zu lassen, welche mir bei den Schlägen entfallen war, ging es vorwärts, nicht einmal meine Broschüren wurde mir ge- stattet in die Tasche zu stecken, um sie vor Nässe zu schützen. Ich hatte als Begleiter die oben erwähnten Schutzleute, wovon der eine mich hinten am Kragen, von den andern jeder an einen Arm gefaßt hatte, der eine hatte mir sogar eine Schnur um das Handgelenk gelegt. Etwa auf der Hälfte des Weges wurden wir ebenfalls von einem Arrestanten eingeholt und zwar vom Genossen C. Kriebbe, der in dem Augenblick, wo er sich mit einigen Freunden von dem vorerwähnten Lokale entfernen wollte, auf öffentlicher Straße arrctirt wurde. Später wurde noch ein Genosse eingebracht. Am andern Morgen wurde ich durch einen Schutzmann aus dem Gefängniß nach dem Polizei- Bureau geführt, wo mir der Polizei Commissar Reifing die Mittheilung machte, er habe mich verhaften lassen, was ich na- türlich recht gut wußte; aber auf die Frage„warum", gab mir der Herr die Antwort:„Nur um die Ruhe aufrecht zu erhalten, denn auf Ihre Person wird Gewicht gelegt". Ich entgegnete ihm, daß ich durchaus keinen Anlaß zur Unruhe gegeben hätte, wiewohl solche aus seinem Vorgehen hätte entstehen können. Von den mir von den Schützleuten bewiesenen„Liebenswürdig- keiten" wollte der Herr nichts wissen. Zu guter letzt machte er mir noch bekannt, daß keine Anklage gegen mich erhoben wäre. Hiermit war ich entlassen. Nach mir wurde Kriebbe vorgeführt, welchem er so ziemlich dieselbe Mittheilung machte, jedoch fragte er denselben noch, ob er Mitglied von der sozialitstischen Ar- beiterpartei Deutschlands gewesen wäre? Ob er den„Wähler" auch hielte u. s. w. Ich hatte anfänglich die Absicht, gegen die Polizei klagbar zu werden, da ich aber einen Anwalt, ohne den ich nicht durchgedrungen wäre, nicht bekommen konnte, habe ich den Weg der Oeffcntlichkeit betreten, um das Benehmen der Polizei zu brandmarken. H. Schleiß. Greiz, 7. November. Während fast die ganze liberale Presse sich von jener Komödie in Gera, die man lügnerischer Weise „Arbeiter- Congreß" nannte, losgesagt hat, bleibt die„Greizer Zeitung" flott dabei, obwohl man den ganzen„Congreß" live- ralerseits als ein„Unternehmen der Fortschrittspartei" hinge- stellt hat. Bei der Wahlniederlage am 10. Januar hat die „Greizer Zeitung" fürchterlich über die Fortschrittspartei ge- schimpft. Das nennt man Eonsequenz. Aber das nicht allein. Kaum ein anderes Blatt hat noch je den Mund so voll genom- men, wie die„Greizer Zeitung", wenn es über die Sozial- demokratie herging und wenn es hieß, daß die„Sozialisten- führer" von den Arbeitergroschen lebten. Wenn ein sozialdemo- kratischer Redner Fahrgeld und eine kleine Entschädigung nahm, so wurde ihm das sofort zum Verbrechen gemacht. Man höre nun und staune! Auf dem Geraer„Congreß"— der Redakteur der„Greizer Zeitung" saß im Büreau— wurde beschlossen, daß die Agitatoren der neuen Partei, wenn sie auf Agitation! nach den letzten Rcdekämpfen mit unseren Genossen Wiemer, gingen, täglich 10 Mark und das Fahrgeld zweiter Klasse Temmler und Stolle, welche vor mir dort Versammlungen ab- haben sollten. Also täglich 10 Mark und zweite Klasse! Ter hielten, die Trauben zu sauer, oder hält der Herr seine Person Redakteur der„Greizer Zeitung" ist mit in das Comitö gewählt vielleicht für so wichtig, daß man ihm jedesmal eine spezielle worden, welches der Congreß gebildet hat; er ist auch„Agitator" Einladung schicken soll?— Da es den Schwarzenberger Genossen der neuen„antisozialistischeu" Partei" und wenn er auf Agi- nicht möglich gewesen war, in dem für den nächsten Tag in Aus- tation geht, erhält er also täglich zehn Mark Diäten und fährt ficht genommenen Dorfe Breitenbrunn einen geeigneten Einberufer zweiter Klasse auf Kosten der armen Arbeiter der Gewerkoer- zu finden, so ward statt dessen am Sonntag den 4. November eine, welche für diesen Unfug zahlen und leider nicht wissen, in Johanngeorgenstadt noch eine Volksversammlung arrangirt, was sie thun. So gehen der Redakteur der„Greizer Zeitung" welche ebenfalls gut besucht und vom besten Geiste beseelt war. und seine Cumpane mit den Arbeitergroschen um! Und dabei Jedenfalls dürfte auch diese Agitation zur Ausbreitung unserer hat der Mensch die Stirn, ein Halloh in seiner Zeitung anzu- Grundsätze das ihrige beigetragen haben und möchte ich nur zum stimmen, wenn einmal ein Sozialist einige Groschen oder Mark Schlüsse die Genossen allerorts dringend ersuchen, den ausge- Entschädigung bekommt. Wo ist der Sozialdemokrat, der auf streuten Samen namentlich durch Verbreitung unserer Presse zum Kosten der Arbeiter Agitationsreisen per zweite Klasse macht und Blühen und Gedeihen zu bringen; die tausendfältige Frucht wird dabei noch zehn Mark Diäten bezieht? Der ist nirgends zu finden. Ohnehin lebt Niemand so direkt von„Arbeitergroschen", wie der Redakteur der„Greizer Zeitung". Bekanntlich deckt die „Greizer Zeitung" ihre Kosten nicht; was fehlt, wird zusammen- ge— sammelt und der Ertrag dieser Sammlungen, den die Fabrr dann jedenfalls nicht ausbleiben. H. Oehme. Lübeck, 8. November.(Metallarbeitergewerkschaft.) Durch das Vorgehen des Meisters in der Schetelig& Nölck'schen Eisengießerei i_________________ o.............. a___ r____... �____ sehen sich die Former, welche sämmtlich Mitglieder der Metallarbeiter- kanten doch von dem Ertrag der Arbeit ihrer Arbeiter nehmen, Gewerkschaft sind, gezwungen, die Gewerkschaft um Hilfe anzurufen. Die muß mit den Gehalt des Redakteurs der„Greizer Zeitung" ff-ch-»erhalt ftch folgendermaßen: Vor v.er Monaten wurde bZd-"-„Arbeitergroschen" hinten und vorn! Und da Jll � Ä ZT sich das Mannlem noch über Andere beschweren! Ohnehin haben fo dachte der Meister, ein Braunschweiger mit Namen W.. m.t den Ab- wir dieser Tage gehört, wie ein Liberaler sich gar nicht freundlich zügen fortfahren zu können, so daß der Former durchschnittlich nur noch darüber ausdrückte, daß man Den(den Redakteur) auch noch 9—10 Mark verdienen kann. Der Meister meinte noch obendrein, daß auf dem Halse habe. dieser Verdienst bei jetziger Zeit noch viel zu hoch sei. Die Gewerk- Leipzig, 7. November. In Nachstehendem erlaube ich mir ichaft arbeitete hierauf einen Akkordtarif aus. welcher auch von den den Parteigenossen einen gedrängten Bericht über eine von mir Fabrikanten angenommen wurde. Der Meister erklärte aber, daß die in voriger Woche ins Erzgebirge unternommenen Agitationsreise bodJ me|!»etbienen, sondern die Ze.t verlausen sollten. „,,f on„„fA' i Die Former stellten hierauf den Meister zur Rede, welcher erklärte� * airitV C dortigen Genossen, roetin �icht damit zufrieden seien, sollten sie machen, daß sie davon den Wühlereien und Schimpfereien der Brauer'schen Clique, die �men.(Die Former erhielten nämlich keine Arbei?) Jeder denkende sich Allgemeiner deutscher Arbeiterverein nennt und m dortiger Mensch wird einsehen, daß die Former nicht muthwillig die Arbeit ein- Gegend noch einige Anhänger zählt, entgegen zu treten. Ich gestellt haben, sondern von arbeitgeberischer Seite gezwungen wurden, reiste in Folge dessen Montag den 29. Oftober von Leipzig ab die Arbeit zu verlassen. Unter den Ausgeschlossenen befindet sich auch und traf am Nachmittage desselben Tages in Gelenau ein. Von der Bruder des Meisters und sämmtliche Former sind Familienväter. dort wanderte ich in Begleitung einer Anzahl Genossen nach Dieselben sind entschlossen. den Kampf durchzuführen. wenn die aus- dem dreiviertel Stunden entfernten Städtchen Thum, wo für Collegen nur den Zuzug fern hallen und uns einigermaßen Zbend desselben Tages von Seiten der Bräuer'! chen eine ��.'udergruß Rud. Schröder, Lederstraße 146a. öffentliche Versammlung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins_____'°_ z_' p__ einberufen war. Zu unserer Verwunderung und zum großen Durch ein bedauerliches Rechnungsversehen ist im Leitartikel der Leidwesen der Einberufer zogen es jedoch die aufgestellten Refe- gestrigen„Sozialdemokratischen Correspondenz" gesetzt worden:„nur renten, der Präsident I. Röthing und der große Agitator �anz unbedeutend- um-/s M." statt:„nur um etwa 3 pCt." An Bergner aus Leipzig vor, durch Abwesenheit zu glänzen. Wahr-""n eme 9"®are n'e®en:" e' öroße Winftch hatten ihnen die großen Erfolge in den vorher in �ertin.' den 11. November 1877. Chemnitz und Gruna abgehaltenen, von 10— 1o Personen be- �--- suchten Versammlungen die Lust zu weiterer Agitaton in dortiger Gegend benommen. Um nun die gut besuchte Versammlung nicht resultatlos auseinandergehen zu lassen, erklärte ich mich auf das Ersuchen des Vorsitzenden bereit, über die drei Punkte der auf- gestellten Tagesordnung: Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein und seine Gegner, die orientalische Frage und die nationale Einheit Deutschlands, natürlich in der von mir beliebten Weise zu sprechen, und legte dann in einem anderthalbstündigen Vor- trage die Taktik des sogenannten Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins klar, ging dann zu den hauptsächlichsten Forderungen des Sozialismus über und gab zum Schluß noch einen kurzen Abriß der Geschichte des orientalischen Krieges und unserer Stellung zu demselben, und empfahl dann noch als bestes Agitations- und Bildungsmittel hauptsächlich die Verbreitung unserer Presse.— Da sich weder Gegner noch sonstige Redner zum Wort meldeten, wurde hierauf die Versammlung geschlossen und dürfte es für die Zukunft Herrn Röthing und Consorten wohl ziemlich schwer werden, dort für ihre Agitation noch Boden zu finden. Da es in Ehrenfriedersdorf, hauptsächlich aus Furcht vor Maßregelungen, nicht möglich gewesen war, einen den gesetzlichen Vorschriften genügenden Einberufer zu finden, so konnte für diesmal dort nichts geschehen und fand deshalb die nächste Versammlung Mittwoch den 31. Oktober in Gelenau statt. Diese Bersamm- lung war ebenfalls trotz des schauderhaften Wetters und des am äußersten Ende des Dorfes gelegenen Versammlungslokals, da ein anderes für uns nicht zu haben war, verhältnißmäßig gut besucht und folgten die Anwesenden meinem zweistündigen Vor- trage über„die politische und wirthschaftliche Lage des Volkes und die Sozialdemokratie" mit gespannter Aufmerksamkeit. Am Tage darauf, den 1. November, wanderte ich dann im herrlichsten Regenwetter nach dem 3 Stunden entfernten Zschopau, und hier sollte es mir endlich gelingen, die so heiß ersehnte Opposition zu finden. Der ganze Generalstab der National- liberalen, ihren Führer, den Herrn Seminardireftor Israel an der Spitze, hatte sich bereits eine Viertelstunde vor Beginn der sehr stark besuchten Versammlung eingefunden, und als ich meinen anderthalbstündigen Vortrag über„die heutige Wahlgesetzgebung und die Sozialdemokratie" beendigt hatte, meldete sich zunächst der Herr Seminardirektor zum Wort, nicht um mich, wie ich erwartet hatte, zu widerlegen, denn dazu hätte derselbe, wie er naiver Weise meinte, wenigstens die dreifache Zeit, wie ich zu meinem Vortrage, gebraucht, sondern nur um einige Unrichtig- keiten, welche ich vorgebracht haben sollte, richtig zu stellen. Der Raum des„Vorwärts" ist selbstverständlich viel zu kostbar, um hier alle Ausstellungen, welche der Herr an meiner Rede zu machen hatte, wiederzugeben, es genüge zu constatiren, daß der sehr gelehrte Herr von den anwesenden Arbeitern wegen des ganz unpassenden und unmotivirten Zeuges, welches derselbe Die Redaktion der .Sozialdemokratischen Correspondenz" Fr. Milke. Briefkasten der Redaktion. W. Breitling in Mannheim: Ich erinnere mich nicht, von einem Begrüßungstelegramm aus M. etwas gehört zu haben. Erkundigen Sie sich doch bei E. van Beveren, Körte Schipgracht 5, Gent, Belgien. Mit sozialdemoft. Gruß W. L. der Expedition: H. Schnfld Müssen St. Nikias: Privatannonce kostet die Zeile 30 Pfg., Arbeitsgesuche zc. die Zeile 10 Pfg. Einmal wird Ihre Annonce gratis aufgenommen.— C. Lemoisne Mainz: Sie haben wahrscheinlich in Montigny bei der Post abonnirt. Sie müssen also dieser Postexpedition unter Anlage einer 10 Pfg. Freimarke als Ueberweisungsgebühr mittheilen wohin Sie nunmehr die bestellten Zei- tungen haben wollen. Wir können nichts in der Sache thun.— Hell» wig, Flensburg: Zu dem Betrag Ihrer heutigen Annonce kommen noch 20 Pfg. Porto für unfrankirt gesandten Brief. Quittung. M. Frnkl Budapest Ab. 17,08. F. A. Schmdt Hau- nover Ab. 76,35. M. Ullrch hier Ab. 70.00. H. Exnr Wien Ab. 6,80. I. Endrs Augsburg Ab. 100,00. I. Drv Verden Ab. 6,80. R. Willcke hier Ab. 2,70. A. Tmpl Jonsoorf Schr. 5,00. Esngrtn hier Schr. 1,25. Fonds für Gemaßregelte. Bund der Tischler hier 7,11. Flensburger Arbeiter-Sängerbund. Montag, den 1!». November, Abends 7'/z Uhr: Älicliduntcrhqltilllg im Colossenm bestehend in Eoncert, Gesang, deklamatorischen Vorträgen und Ball. Karten für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. sind zu haben an den bekannten Stellen. NichtMitglieder haben Zutritt. Um zahl- reiche Betheillgung ersucht Das Comite.(330 Metallarbeiter-Gewerkschaft. »yvUUlVvvl-. Sonnabend, den 17. November findet in den neuerbauten Sälen der„Marienhalle" das Stiftungsfest mit Ball statt. Karten sind zu haben im Cigarrcnladen bei Thie- mann, Marienstraße Nr. 17. Freunde können eingeführt werden. 2,40) Das Comitö. Donnerstag, den 15. November, Abends V,S Uhr, im Saale des Hrn. Michael, gr. Windmühlenstr. 7: Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Sozialpolitische Rundschan. Referent Werner. Der Agent.(60 „Der arme Conrad." Ein gcmaßregelter Parteigenosse(Schriftsetzer) sucht Stellun an einem Parteiblatt gleichviel ob als Setzer, Expedient oder Redak- «..chtt/m.W.ch m ausgetobt würbe«„b„w-»«<■ kungen über die Arbelterverhältmsse von sonst und setzt energifchen--------------—-- Widerspruch fanden. Es meldeten sich dann noch eine ganze Anzahl von Lehrern, Kaufleuten ec. zum Wort, von denen sich ein Seminar-Oberlehrer Kießling durch einen salbungsvollen. �~,....,.... s. cn„iQ7ß Sermon zu Gunsten der von mir verurtheilten Sedanfeier be- Jftustrirker �taleuder slir das avoeitende �>0ir pro lo'ö,. sonders hervorthat. Es war mir selbstverständlich ein Leichtes,!(Dritter Jahrgang.) in meinem Schlußwort die seichten und unbegründeten Einwürfe Gegen die Borjahre bedeutend vergrößert(132 Seiten stark). der Gegnerschaft vollständig zu widerlegen, und war es mir nur Trotz der gediegenen und reichhaltigen Ausstattung kostet der Ka-- bedauerlich, bei so hoch gebildet sein wollenden Leuten eine so lender gehestet nur 40 Pfg.. gebunden und wit gutem Schreib' mangelhafte Kenntniß unsrer politischen und ökonomischen Zu- V-V'-r durchschossen 60 Pfg., gegen b°°r oder P°st°°r!chuß. stände zu finden, so daß im Kampfe mit solchen Gegnern wirklich Exe�Mar brochirt 50 Ir SÄn TO Pf einzusenden, wofür nicht viel Ruhm zu holen war.. Die dortigen Genossen wünschen Z�es franco Kre?zbaä?usenden. �' nur, daß recht bald wieder eine solche Versammlung stattfinden~ 9. möge, damit die- liberalen Herren gezwungen werden, entweder sich wirklich auch einige nationalökonomische Kenntnisse anzu- 1 eignen, oder von der bis jetzt behaupteten Führerschaft im öffent- liehen Leben zurückzutreten. Nachdem ich am folgenden Tage einige geistige Erhvlungs- stunden mit Freund Kegel in Chemnitz verlebt hatte, reiste ich am 3. November nach Schwarzenberg, um dem Rufe der dor- ttgen Genossen zu folgen. Die sehr stark besuchte Versammlung, in weicher ich über„den Sozialismus und seine Gegner" sprach, verlief ohne jede Störung und gelang es mir leider nicht, einen Gegner zu finden. Der Haupthahn der Liberalen im dortigen Kreise, Fabrikbesitzer Holzmann, Wiemer's Gegencandidat bei der Verantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig m Reudn.tz- Leipzig.. Reichstagswahl, war wohl in Schwarzenberg anwesend, doch �Redaftion und Expedition Färb-rstraße 12/1.. in Leipz:g. nicht in der Versammlung erschienen. Wahrscheinlich sind ihm Druck und Berlag der Genoßemchaf.sbucki ruckerei ,n Leipzig. Die Lieferung des Kalenders erfolgt nur gegen baar oder Postnachnahme. Irei-Kremptarc werden nicht aögegeben. Auf Posten von 1 Dutzend aufwärts berechnen wir SiL. A f T T!«"■----- Krpedition des„vorwärts", Leipzig, Färberstraße 12/11. Expedition der„Zacket", Leipzig, Kleine Fleifchergasse 15. Erpedition der„Zreien presse", Berlin, Kaiser Franz- Grena- dierplatz Nr. 8 a