«rschtint in 5ei»!iZ Atttwoch, Freitag, Sonntag. Abonnemcnlspreis > TeuNchl-nd 1 e« Ps. pro jir ganz Quartal. Monat»- Abonnement? «erden bei allen deutlchen Postanstalten «N den 2. und Z. Monat, und aus den » Monat besonder» angenommene im Mnigr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- »ltenburg auch aus den Iren Monat Des Quartals ä 51 Psg. Inserate ietr, Bersammlungen pr, Petitzeilc 1» Ps�, Ssetr. Privatangelegendeiien und Feste pro Petitzeile»0 Ps, vorm ärts ZZesttllungc» nehmen an alle Postanstalten und Buchhandlungen des In- u. Auslandes. Filial< Expeditionen. New-Horl! Soj.-demolr Genossen- schastsbuchdrullcree, 154 Dlllrillxo Nr, Philadelphia! P, Haß, 630 North 3r Individuen zu Schanden macht. Und nach der unerbittlichen weiter entwickelt oder vermanmgfacht werden. Das„Wunder" «ersuch der Arbeitgeber, ausländische Conkurrenzarbeit einzu- Logik der Thatsachen sieht sich die englische Arbeiterbewegung vor ist nicht größer als dort- alle Verwandlungen in der Natur V,™..-S. 5- I den Hörnern des Dllemmas: sind gleich sehr, d. h. gleich wemg ein Wunder, sobald man d,e Kulis oder internationale Sozialdemokratie. Uebergangsstufen alle durch Beobachtung festgestellt hat. Und Knechtung durch die internationale Organisation nicht das ist eine Schranke unseres Erkenntnißvermögens, daß des Kapitals wir das Warum der Verschmelzung äußerer Eindrücke mit un- oder fern Nerven in innere Rückwirkungen nie begreifen können— Befreiung durch die internationale Organisation denn es ist daran nichts zu begreifen, weil es einfach eine That- der Arbeit. fashe�ist. Sondern das ist unsere Schranke, daß wir noch nicht führen, an dem Klassenbewußtsein und Solidaritäts�efuhl der für das Experiment ausersehenen deutschen Maurer und Stein- Hauer scheiterte. Durch dieses Mißlingen haben sich aber die Herren Kapitalisten nicht abschrecken lassen. Nach allen Rich- tungen hin warfen sie ihre Angelhaken und Netze aus, und ihre Menschenfischcrei ist auch— wesentlich Dank den„schlechten Zeiten"— in Amerika, Dänemark, Schweden, Deutschland und anderen Ländern nicht ohne Erfolg geblieben. Das einzige Land, welches dem kriegführenden Kapital kein Kanonenfutter lieferte, ist Frankreich: nur ein französischer Arbeiter ließ sich bethören, und dieser Eine kehrte, als er den Sachverhalt erfahren, sofort wieder um. Die später importirten Deutschen haben den guten Ruf, welchen. die zuerst importirten unserer„Nationalität" verschafft hatten, zu unserem Bedauern nicht gerechtfertigt. Ein Theil hörte zwar auf die Stimme der Pflicht und der Vernunft, aber auch nur ein Theil; und es sind so viele deutsche und außerdem auch amerikanische ic. Maurer und Steinhauer auf den Leim gegangen, daß die Arbeitgeber vorläufig den dringendsten Aufträgen ge- nügen können. Der theilweise Erfolg der Londoner Bauunternehmer ist auf die übrigen englischen Arbeitgeber nicht ohne Einwirkung ge- blieben. Der Ruf nach importirtcr Arbeit behufs Unterdrückung der einheimischen Arbeit wird immer allgemeiner; und das letzte Wort ist: der Chinese, der Kuli— das Ideal des„geduldigen", „zufriedenen",„bedürfnißlosen" Arbeiters, richtiger zweibeinigen Lastthiers. Durch dieses Treiben ist der bekannte Professor Beesly, ein Freund der englischen Gewerkvereine, und soziali- stischen Grundsätzen zugeneigt, zu einem längeren Schreiben an das englische Centraigewerkschaftsorgan, die„Jndustrial Review" bestimmt worden, welches die allerdings etwas bornirte Ueber- schrift trägt:„England für die Engländer", und u. A. folgende Kraftstellen über Bourgeoispatriotismus enthält: „Man redet viel von dem Patriotismus unserer reicheren Klassen. Was sie darunter verstehen, das ist China vergewal- tigen, Indien tyrannisiren, Irland unter die Füße treten, kurz englisches Blut und englisches Geld für die Aufrechterhaltung eines Staatswesens verwenden, das für alle Welt verderblich und nur für eine winzige Minorität von Vortheil ist. Von dem Patriotismus, welcher darin besteht, das Privatinteresse dem öffentlichen Interesse zu opfern, wissen sie nichts. Unsere Groß- kapitalisten wurden England mit Deutschen und Chinesen be- Völkern, wenn sie es als profitabel erkennten, und— wenn wir es erlaubten. „Wären die sinkenden Steinhauer auf gewöhnlichem Weg mit ehrlichen Mitteln niedergeworfen worden, so würde ich mich in die Sache nicht einmischen. Dann wäre bewiesen worden, daß sie unklug gehandelt, und die Erfahrung würde ihnen wahr Idealismus was ist's damit? Bon A. Douai. III. Seitdem das große Grundgesetz des Weltalls erkannt ist, nach welchem Kraft weoer entsteht, noch vergeht, sondern in allen ihren Ursachen und Wirkungen sich nur verwandelt, so daß die Summe aller Kräfte sich immer gleichbleibt, grade wie auch die Summe alles Stoffes sich gleichbleibt, seitdem hat der theore- tische Idealismus den Gnadenstoß erhalten. Dieser Satz beruht ebensosehr auf dem Sinnenzeugniß als auf unwiderleglichen Gründen. Es ist bewiesen, daß man keinen Stoff und keine Kraft vernichten kann, und daß jedes scheinbare Entstehen eines Stoffes oder einer Kraft eine bloße gleichwerthige Verwandlung ist. Man hat sich bisher zu sehr damit begnügt, diesen Satz bloß in der Physik und Chemie anzuwenden; sobald man ihn aus die orgamicke Welt anwendet, wird aller theoretische Jdea- liSmus verbannt. Der ganze Darwinismus ist eine stillschwei- gende Berufung auf diesen Satz; denn wenn jede organische Bildung eine Entwicklung ist aus weniger entwickelten Gebilden; wenn aller Gedanke an Schöpfung, weil er nichts erklärt, fern- zuhalten ist, um die Art und Weise des Hervorgehens eines Lebewesens aus dem andern erfahrungsgemäß nachzuweisen, wo- mit allein die Bedürfnisse unseres forschenden Geistes befriedigt werden: so kann der Menschengeist keine Ausnahme von diesem Gesetz machen. Wenn wir sehen, daß ein ganzer Riesenbaum sich aus unorganischen Stoffe aufbaut, welchen sein iwinziger Keim sich angeähnlicht hat. und daß der Keim selbst an einem andern Baume aus angeähnlichten unorganischen Stoffe entstan- den ist; wenn wir sehen, daß der ganze thierische Leib und der Beginn des verständigen Thuns im Thiere aus dem Pflanzen- reiche stammt, mit Boraussetzung freilich eines thierischen be- fruchteten Eies, welches aber mit allen seinen Vorfahren auch aus dem Pflanzenleben herkommt; wenn wir ferner sehen, daß der Menschenleib aus dem Thierreiche hervorentwickelt erscheint, und sein Geist mit der Entwicklung des Leibes Schritt hält, so ist der letzte Wunderspuk, das letzte„Ding an sich", das letzte Unbegreifliche verschwunden. Es gilt jetzt, dieses allmälige Ent- stehen des Geistes zu erklären nach beweisbaren Naturgesetzen, t.*• 0-.------......., nichts weiter hinter seiner Erscheinung zu suchen, sondern die scheinlich für die Zukunft zu Statten kommen. Aber die syste- ganze Erscheinung in ihrer Reihenfolge von Stufen durch Be- matischc Einfuhr ausländischer Arbeiter ist ein Umstand, auf den obachtung festzustellen. Etwas erkennen kann hinfort nichts an- sie nicht rechnen konnten, und der überhaupt nicht hätte eintreten, dereS mehr sein, als sein Entstehen und Vergehen auf bereits sollen. Es gilt die Möglichkeit einer solchen Unterdrückungs- bekannte Naturgesetze zurückführen. Und da ein Naturgesetz von Methode zu beseitigen. Ein Appell an die Reichen würde nichts ans da angenommen wird, wo wir dieselbe Erscheinung in glei- helfen. Noch weniger haben wir von der Gesetzgebung zu hoffen, chxx Weise ausnahmslos wiederkehren sehen; und da ferner unser Die Arbeiter müssen sich selbst helfen, wie sie es bisher AM volle Befriedigung empfindet, wenn die Ursachen dieser gethan haben. Die Trades Unionisten Englands müssen ins- Erscheinung ebenfalls auf Naturgesetze zurückgeführt find, so ist gesammt gemeinschaftliche Sache mit den Stemhauern machen, xZ thöricht, für alle Naturgesetze selbst eine nicht gesetzliche Ur- damit dieselben nicht zu erliegen brauchen."-- jfl�e ai|0 �wa eine reingeistige erste Ursache, einen außer ihnen Soweit Professor Beesly. Was er von dem englischen liegenden Zweck, eine allweise Weltordnung suchen zu wollen, zu Blindheit." BourgeojKpatrj�tjzaius sagt, gilt, mutstis mutandis(mit Ab- deren Erkenntniß wir weder ein Bedürfniß, noch irgend welche anderung nebensächlicher Punkte) vom deutschen, vom französi- Mittel haben. schen und sonstigem Bourgcoispatriotismus. Daß die Vater- Schwefel und Quecksilber, m gewissen Gewichtsverhältni,sen landSliebe der Bourgeoisie dlos so weit geht, als das Interesse innig gemischt, erzeugen Zinnober, wobei alle Eigenschaften bei- ihres Geldbeutels, und daß Mord« Patriotismus und Prozent- der Körper wunderbar in ganz neue Eigenschaften des dritten vatriotismus blos zwei gleichbedeutende und gleich richtige Aus- � verwandelt sind(und so bei fast jeder chemischen Verbindung). drücke für Bourgeoispatriotismus sind, das Weiß nachgerade jedes Da dies ohne Ausnahme sich wiederholt, haben wir ein Natur- Kind.„esxtz erkannt, über welches wir uns bald zu wundern verlernen. alle Stufen beobachten konnten(was immerhin möglich bleibt), auf welchen unorganischer Stoff organisirter Stoff, dann Thier oder Pflanze mit den ersten Empfindungsäußerungen, dann ver- ständiges Thier, d nn Mensch in seinem langsamen Wachsthume i vom sinnlosen Embryo bis zum Weltweisen wird. Wir erstaunen über das Endergebnis dieser ungemein langen Entwicklungsreihe blos deshalb, weil wir die vielen Zwischen- stufen derselben gar nicht, oder mangelhaft kennen, gerade wie wir die Taschenspieler- Kunststücke anstaunen blos so lange, bis wir sie naturgesetzlich vom Anfang bis zu Ende erklärt finden. Der theoretische Idealismus ist also ein Ueberbleibsel jenes mittelalterlichen Aberglaubens der Scholastiker, welche allen Ernstes glaubten, daß es außer allen bekannten Sorten Obst auch noch„Obst an sich", welches das eigentliche Wesen, den stofflosen Extrakt alles Obstes enthalte, geben könne. Sie verlangen das Lächerliche, daß das stofflose Wesen des Geistes aufgezeigt und anerkannt werde, welches ollen geistigen Erscheinungen zu Grunde liege. Sie verlangen das Warum dieser Erscheinungen, zu erkennen, anstatt deren Naturgeschichte. SozialpoliwHe Übersicht. — Ueber den Kulturkampf bringt die Berliner„Volks- zeitung" einen Artikel, dem wir folgende Sätze entnehmen; „Warum schweigen die liberalen Katholiken Preußens in allen Distrikten, wo die katholische Religion die der Mehrheit der Bevölkerung ist? Weshalb spielen bei uns die sogenannten Staatskatholiken eine so nichtige Rolle, daß man kaum ihrer noch gedenkt, wenn man die Reihen der Kämpfer mustert? Die Antwort auf diese Frage ist Jedem klar, der der Zeiten einge- denk ist, wo man noch keinen Kulturkampf in's Leben gerufen hatte. Damals war das Centrum in der Volksvertretung immer nur ein kleines Häuflein gegenüber den anderen Parteien, wo die Confesfion keine Scheidewand bildete. Erst mit dem söge- nannten Kulturkampf und seinen unerquicklichen Scenen wurve es anders. Erst von da ab, wo man mit Gensdarmen, Poli» zisten, Exekutoren, Gefängnißschließern, Sondergerichten und Ausweisern für Kultur zu kämpfen meinte, erst da zog sich jeder liberale Katholik zurück und überließ das Feld den Ultramon- tanen, die allein das Centrum bilden."— Mit dem Grundge- danken in jenen Sätzen sind wir völlig einverstanden. Auch wir haben zu wiederholten Malen erklärt, daß diejenigen, welche den Kulturkampf geschaffen, auch die ultramontane Partei in ihrer großen Kraft geschaffen haben; ja, die ultramontane Partei ist nicht das Werk der Herren Mallinkrodt, Windthorst und Reichensperger, sondern das ureigenste Werk des Herrr v. Bis- marck. Im Uebrigen wollen wir in Bezug auf die liberale Partei, die durch ihr Verhalten im Kulturkampfe— und die Fortschrittspartei trägt mit die Schuld— die liberalen Katho- liken zurückgestoßen hat, den alten klassischen Spruch citiren: „Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit — Sie sind überall dieselben— unsere guten Li- beralen. In Fried berg in der Wetterau trat im Februar d. I. ein„liberaler Wahlverein für den zweiten oberhessischen Reichstagswahlkreis" in's Leben. Der Berein, der den Zweck hat,„durch Wort und Schrift aufklärend und belehrend in freiheitlichem Sinne zu wirken und alle reichs- und staats- ------ ctdiiuii, uoci....—..... o....................... i feindlichen Bestrebungen zu bekämpfen", hat bisher schon in drei Ganz recht hat Professor Beesly, daß er den englischen Ar Aus Zinnober stellen wir den Schwefel und das Quecksilber wie- ganzen Orten Versammlungen abgehalten und im Mai 10,000 beitern sagt, sie müßten sich selbst helfen. Allein weiter hat er der her, und bei der letzteren, wie bei der elfteren Verwandlung nicht minder ganze Flugblätter verbreitet. In Folge dieser gewiß auch nicht recht. Er sagt: die Arbeiter müssen sich selbst helfen, bleibt das Gesammtgewicht dasselbe, zum Beweis, daß dabei we- j nicht allzugroßen Anstrengung wird nun folgendermaßen in hessi- wie sie es bisher gethan haben. Wenn sich die englischen der an Stoff, noch an Kraft etwas verloren geht. Es fällt> schen Blättern zum Angriff geblasen:„Gut Ding will Weile Arbeiter s o helfen wollten, wie sie es bisher gethan, würden keinem Chemiker ein, zu fragen, warum dies so ist; er weiß haben" ist ein Sprichwort, welches unserer oberhessischen Be- sie sich nicht helfen. Hätte die bisherige Taktik der englischen aus Erfahrung, daß ihm auf diese Frage nie eine Antwort wer- völkerung ganz besonders zur Richtschnur dient. Kein Wunder Arbeiter geholfen, dann wäre der Steinhaucrstrike mit allen: den kann. Und in dieser Unmöglichkeit einer Erkenntniß des daher, wenn es der liberale Wahlverein in dem halben Jahre was drum und dran hängt nicht ausgebrochen. Tann wären die Warum des Gesetzes liegt keine UnVollkommenheit des mensch- seines Bestehens noch nicht weit gebracht hat» da auch heut noch Kapitalisten nicht im Stande gewesen, den Arbeitern so frech Trotz lichen Erkcnntnßvermögens. Es ist dies keine Schranke unseres(wie es in seinem Flugblatte heißt) der größte Hemmschuh bei zu bieten und zu solchen Mitteln der Unterdrückung ihre Zuflucht Geistes, sondern dessen Schranke liegt vielmehr in unsrer(einst- Erfüllung seiner Aufgabe die Gleichgiltigkeit der Partei- zu nehmen. Und was soll mit der Unterstützung der Steinhauer weiligen) Unfähigkeit, den Schwefel und das Quecksilber, welche genossen im eigenen Lager ist, der Widerwille, der Sache durch die übrigen Gewerkschaften noch groß bezweckt werden? Elemente sind, in noch einfachere Bestandtheile mit noch weniger zu Liebe ein Opfer an Geld— und sei es auch»och so klein (Jg iCl«.. fuXs- CP*»« A /S: i.- 1<_____- f i..4 r» r,. nr*.* r*..- 1 1 öttimrttl_»1» Yiv*v»aa»«»»•♦■«».C�»««4«4»» X.4Ä CYJ«4. gefeierten Vorbilder der deutschen Sozialdemokratie an der Arbeit" die Thaten eines gewissen C.(Name ungenannt) geschildert. Diese Thaten sind nun leider höchst harmloser Natur. Besagter C. stand mit den Mönchen von Auteuil auf keinem guten Fuß, krümmte ihnen jedoch kein Haar. Eines schönen Tags kam er mit zwei anderen Communarden, um einen Keller unter dem Kloster zu untersuchen. „Die drei Communisten", erzählt die Magdeburgerin nach ihrem'sauberen Gewährsmann,„verlangten Licht und begaben sich in die am Morgen ausgeräumten Keller, nachdem fie das!— Nachspiel des Diest-Daber-Prozesses. einzige kleine, hoch über dem Boden befindliche Fenster, welches fische Zeitung" bringt folgende Erklärung: am Morgen durch einen Kolbenstoß zertrümmert war, mit Bret-„Herr von Bismarck-Kniephof sendet der„Bosfischen Zeitung" kern und Erde verschlossen hatten. Der Prior machte sie darauf und„Kreuzzeitung" eine Berichtigung gegen das Referat in aufmerksam, daß dies Fenster auf den unbewohnten Hof ginge; Nr. 274 des ersteren Blattes. Wenngleich in der Fassung, welche fie bestanden aber barsch auf ihrem Willen. Sie wollten bei jenes Referat und Hr. von Bismarck wählen, eine Berichtigung, ihrer Arbeit nicht beobachtet sein. Als Pater Duvinot sich ent- eine gewisse Berechligung hat, so habe ich nur hier die Frage fernen wollte, befahlen sie ihm zu bleiben. zu stellen: warum ist oer stenographische Bericht— trotz der „Dann wurden mehrere Kannen Wasser auf den Kellerboden, Anwesenheit von 9 Stenographen, auch denen der„Kreuzzeitung" der aus der in Paris üblichen Cementlage bestand, gegossen und und„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung"— bisher unterdrückt hat das geistreichste und bestredigirte Organ des deutschen Na- ttonalliberalismus seine fünf Sinne gehabt?(Jui mange du Pape en meurt, lautet ein altes franzöfisches Wort: Wer vom Papst ißt, stirbt daran— nun, was da vom Papst gesagt wird, scheint heut in etwas veränderter Form von den Sozialisten zu gelten. Wer den Sozialismus verspeisen will, sich auf die So- zialistenfresserei wirft, verliert zwar nicht das Leben, aber, was schlimmer, den Verstand. Die„Bos- beobachtet, ob durch irgend einen Spalt das Wasser schneller als auf dem übrigen Theil des Bodens verschwände. „Nun wurde dem Subprior klar, was jene Drei beabsichtig- ten; sie suchten versteckte Werthsachen oder Waffen. „Da er wußte, daß nichts dergleichen zu finden war, so lehnte er sich mit gekreuzten Armen an den Thürpfosten der Kellerthür und betrachtete mtt stiller Ironie die Arbeitenden. „Diese mußten fest überzeugt von dem Vorhandensein ge- heimer Verstecke in dem„Mönchskloster" sein, denn sie begannen in der That an einer Stelle, wo das Wasser schneller ver- schwunden zu sein schien, den dünnen Estrich zu durchbrechen und mit Elfer die Erde aufzuwühlen. Nachdem sie ungefähr eine halbe Stunde gearbeitet, schlug der eine der Arbeiter auf einen harten Gegenstand, der zweite hob jubelnd den schweren Steinbrecher und führte einen gewaltigen Schlag auf den ver- meintlichen Tops, den er vor sich sah. „Zischend fuhr ein dicker Strahl brauner, trüber Flüssigkeit in die Höhe. Der Thor hatte die etwa einen Meter im Durch- messer haltende Röhre der Abflußleitung, die von den hohen But.es herabführte, durchschlagen. „Im selben Moment aber krachte die Thür des Kellers in's Schloß, schnappend schlug die am Morgen erst hinreichend mit Oel getränkte Feder ein. Der Prior war ver- schwunden. „Als am anderen Tage daS die Straße überschwemmende Wasser die Bewohner der Nachbarhäuser aufmerksam machte, und man die Schlußthür der Röhren oberhalb öffnete, fand man die drei Communisten in Gesellschaft zahlreicher Ratten er- trunken im Keller. „Das Stiftshaus der Mönche aber war leer. Die Mönche hatten sich bei Zeiten aufgemacht, um der Ermordung(!) zu ent- gehen, welche ihnen zugedacht war." Und das wird erzählt, um die Communarden anzu- schwärzen! Man traut seinen Augen nicht! Die drei Beamten der Commune, die ihre einfache Amtspflicht erfüllten, wie jeder Polizeibeamte sie z.B. auch in Magdeburg zu erfüllen hat, und denen der Feind auch nicht die geringste Gewaltthätigkeit nach- sagen kann, werden in Ausübung ihres pflichtmäßigen Berufs von einem Pfaffen feige und heimtückisch ermordet, und zwar einem furchtbar martervollen Tod überliefert— und nicht der Mörder wird als der schuldige Theil verurtheilt, sondern die Opfer des Mörders! Das zeigt, wie vollständig unseren Geg- nern alle Moralbegriffe abhanden gekommen sind. Der Versuch, den Mord zu einem Akte der Nothwehr zurechtzulügen, läßt, Zur Erziehung des Menschen. Vor nicht langer Zeit erklärte der„Hamburgische Corre- spondent", daß die sozialdemokrattsche Propaganda den ganzen Menschen in Beschlag zu nehmen und somit auch auf das Familienleben der Bevölkerung Einfluß zu gewinnen suche. Darin liege das eigentliche Geheimniß der sozialistischen Erfolge. Es ist nun nicht zu leugnen, daß die Sozialdemokratie solches Bestreben hat, und zwar sucht sie den ganzen Menschen in Beschlag zu nehmen, um ihn zu einem ganzen Menschen zu machen. Schon oft ist deshalb in der sozialdemokratischen Partei der Gedanke aufgetaucht, auch die Jugend, die Kinderwelt, welche jetzt mit allerlei Bibelsprüchen und Ammenmärchen geistig auf- gepäppelt wird, für bessere Ideen zu gewinnen— aber bis jetzt blieb es immer nur beim guten Vorsatze. Doch nunmehr ist der Gedanke zur That geworden. Die Genossenschaftsdruckerei'zu Leipzig hat im Einverständnisse mit der Parteileitung ein„Bilderbuch für kleine und große Kinder" verlegt unter dem Titel: „König Mammon und die Freiheit." Dasselbe zerfällt in zwei Theile, von denen der erstere den König Mammon und sein Heergefolge, der zweite die Freiheit und ihre Wohlthaten für die Menschheit versinnbildlicht. Betrachten wir nun das sehr vorzüglich ausgestattete Büch- lein etwas näher und zwar mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß wir hier nicht ein vollendetes Künstwerk, sondern nur den Anfang des großen Bestrebens, die Kinderwelt schon zur sozia- listischen Weltanschauung zu erziehen, vor uns haben. Der erste Theil führt das bezeichnende Motto von Göthe: „Nach Golde drängt, am Golde hängt Doch Alles." Wir sehen dann den König Mammon in höchsteigener Person, mit einem Geldsack als Reichsapfel, die Zacken der edelsteinge- schmückten Krone mit Zwanzigmarkstücken geziert, und mit einem Scepter, an welchem gleichfalls die Rundungen und Verzicrun- gen die verdächtigen Goldstücke zagen. Und unter dem Bilde worden? Der Wortlaut desselben würde eine gewisse Klarheit in die Sache gebracht haben. Berichtigungen auf Zeitungsreferate erscheinen mitunter nicht unerwünscht. Hoffentlich wird der durch die Nichtigkeits-Jnstanz herbeigeführte Wahrheitsbeweis die ob- jektive Wahrheit, auf welche nach meiner Auffassung der Fürst Bismarck durch eigene Vernehmung unter Vorlage der Bücher längst hätte dringen müssen, klarstellen. Berlin, den 3. Dezember 1877. von Diest-Daber." Wir fürchten, die Hoffnungen des Herrn Diest-Daber auf Herbeiführung des Wahrheitsbeweises durch die Nlchtigkeitsinstanz werden sich nicht erfüllen. — Aus Frankreich. Bei den bevorstehenden Gemeinde- rathswahlen beabsichtigen die Pariser Arbeiter selbstständig aufzutreten und sich nicht mehr mit der Ehre, durch einen bür- gerlichen Demokraten vertreten zu sein, abthun zu lassen. Be- kanntlich ist die Stadt Paris in zwanzig Arrondissements ein- getheilt, von denen jedes wiederum in vier Stadtviertel resp. Wahlbezirke zerfällt, was mithin achtzig Gemeinderäthe ergiebt. Unter den letzteren entsprechen viele, namentlich in den äußeren Arbeitervierteln, durchaus nicht den radikalen Gesinnungen ihrer Wähler. Das ist besonders im stark von Arbeitern bevölkerten Belleville- Viertel, in welchem fast alle Revolutionen ihren An- fang genommen haben, der Fall, da dasselbe bisher den Herrn Barbarei zum städtischen Vertreter hatte, der sich der Freund- schaft Gambetta's rühmen kann. Gegen diesen Herrn wird nun der sozialistische Candidat de Castelnau auftreten, der seines Faches Arzt ist und s. Z. Mitredakteur des von Deles- cluze herausgegebenen„Reveil" war. In dieser tapferen Zei- tung, die man nicht mit der gegenwärtigen gleichnamigen des Herrn Viktor Hugo verwechseln wolle, zeichnete er seine Ar- ttkel mit„Dr. Lux." Was den„große» Conflikt" betrifft, so stehen wir wieder einmal„auf der Schwelle des Bürgerkriegs"— wenn man den „republikanischen" Maulhelden glauben wollte. Die Budget- commission hat die Verweigerung des Budgets beschlossen— was beiläufig noch nicht einmal Steuerverweigerung ist. Jndeß, wie dem auch sei, wäre es ernst gemeint, wäre anderseits Mac Mahon durch Annahme dieses Beschlusses in die Nothwendigkeit versetzt, entweder zu Kreuz zu kriechen oder einen Staatsstreich zu machen. Nun ist aber keins von beiden der Fall. Nimmt die Kammer den Antrag der Budgetcommission an, so wird ein- fach die Auflösung der Kammer erfolgen, ein Schritt, zu welchem Mac Mahon gerade so berechtigt ist, wie sein Borbild Bismarck Ihr lieben Kinder, der hier steht Mit Scepter, Krön' und Stern, Ist König Mammon, wie Ihr seht, Der mächtigste der Herr'n. Der ist gar grausam, wild und bös', Schon am Gesichte steht man es, Wer ihm nicht still gehorcht und stumm, Den bringt er ohne Gnade um. Auch seine Diener sind schlimme Gesellen, D'rum will ich fie Alle vor Euch stellen. Nun spazieren sie sämmtlich in Bild und Wort an der Kin- derwelt vorbei. Die Diener des Königs Mammon, die er auf die arme Menschheit hetzt: Der Hunger zuerst mit der Knute, dann die Heuchelei mit dem zweideutigen Geficht, es folgt die grause Roth und der blutige Haß, der Geiz und die Zwie- tracht, die Habsucht und der Neid, die Rache und der Krieg. Besonders ist der Neid ausgezeichnet persouifizirt; und der Krieg in seiner grauenvollen Wildheit wird jedem Kinderherzen den Wunsch einflößen, daß er baldigst von der Erde verschwinden möge. Wird solcher Wunsch allseitig, wächst er zur Forde- rung, so wird die Menschheit den wilden Mordgesellen schon vertreiben,— Der zweite Theil führt sich mit dem Motto von Anastasius Grün ein: „Freiheit ist die große Losung, Deren Klang durchjauchzt die Welt." Wir sehen auch schon auf dem ersten Bilde die Freiheit mit dem Flammenschwert, das Licht und Bildung verleiht, mit der rothen Fahne, dem Banner der Liebe und der Menschheit, und die phrygische Mütze auf dem Haupte vor uns, und be- wundernde Kinderblicke werden aufschauen zu dem schönen Wesen. In rechter Hand das Flammenschwert Und links die rothe Fahn', Das schöne Weib da ist es Werth, Ihr seht's Euch richtig an. u*" weiland zur wiederholten Auflösung der preußischen Conflikts- kammern, und— das Ende vom Lied wird genau dasselbe sein. Also hüte man sich vor den Sensationsnachrichten aus Paris, die zum Theil nach Pulver und Blut riechen. So schlimm ist's nicht. Die Herren Bourgeois in der Oppositton pflegen be- kanntlich, theils aus Furchtsamkeit, theils aus Renommisterei, hinter jedem Busch„Steifleinene" zu sehen, und in jeder Wind- mühle einen dräuenden Riesen zu erblicken. Da sie von den eingebildeten„Steifleinenen" nicht todtgeschlagen, und von den Windmühlen nicht aufgefressen werden, so sind sie dann große Helden. Die französischen„Republikaner" huldigen jetzt nach Herzens- lust dieser schönen Gewohnheit— lassen wir ihnen das Ver- gnügen. Am Schluß des Stücks wird der Vorhang über keinen Leichen fallen— der dicke Gambetta hat so wenig das Zeug zu einem Märtyrer, wie der dicke Löwe-Calbe. — Der kräftig aufstrebenden Arbeiterbewegung in Nordamerika versuchen die Gegner jetzt durch ein bischen poli- tische Heuchelei ein Schnippchen zu schlagen; und zwar sind es zur Abwechselung diesmal die den Republikanern mehr und mehr den Rang ablaufenden Demokraten, welche sich plötzlich erinnern, daß für die Arbeiter etwas geschehen müsse. Sie, die Demokraten nämlich, haben das durch eine Ensscheidung des Bundes- Obergerichts thatsächlich aufgehobene Achtstunden- Arbeitsgesetz, welches vor zehn Jahren durch die Republi- kaner deshalb zur Einführung in den Staatswerkstätten ange- nommen wurde, weil man die Arbeiter für sich gewinnen wollte, aus der gesetzgeberischen Rumpelkammer wieder hervorgeholt und es zum Gegenstand einer Interpellation an den Marmeminister gemacht, wonach derselbe Auskunst geben soll, ob er das Acht- stundengesetz in den Regierungswerkstätten noch ausführe oder nicht. Selbstverständlich handelt es sich bei der demokratischen Partei auch nur um ein Wahlmanöoer, das aber, wie die Dinge jetzt liegen, völlig erfolglos bleiben wird. — Auf verschiedenen Punkten des bulgarischen Kriegsschauplatzes ist in den letzten Tagen hefttg gekämpft worden. Während die Russen an einzelnen Punkten Bortheile errungen und sich wichtiger Posittonen bemächtigt haben, wird anderseits ein bedeutender türkischer Waffenerfolg(durch Sulei- man Pascha) gemeldet, dessen Tragweite sich indeß noch nicht abschätzen läßt. Die Hoffnungen der Russen auf Aushungerung Osman Pascha's, der reichlich mit Proviant versehen sein soll, beginnen zu schwinden, und man redet wieder von einem Sturm- angriff.— Die Serben, welche schon im Ausmarsch begriffen waren, haben plötzlich Gegenbefehl erhalten— ob in Folge englisch- österreichischer Drohnoten, wie die Einen behaupten, oder in Folge ungünstiger Nachrichten vom Kriegsschauplatz, wie Andere behaupten, das lassen wir dahingestellt sein.; — Parteigenosse Bebel hat sich nach allem, was uns zu Ohren kommt, einer besonders aufmerksamen Behandlung seitens der Direktion des Gefängnisses am Plötzensee mcht zu erfreuen. So z. B. hat es den Anschein, als ob man ihm die geisttge Be- schäftigung, ohne die ein gebildeter Mensch nun einmal nicht existiren kann, unmöglich machen wollte, wenigstens läßt der Um- stand diese Annahme zu, daß man es Bebel verweigert hat, die von ihm verfaßten beiden Broschüren:„Die parlamentarische Thätigkeit des deutschen Reichstag«" zu einer einzigen zu verschmelzen, wozu er von der„Allgemeinen deutschen Assoziationsbuchdruckerei" in Berlin den Auftrag erhalten hatte. Ferner gestattet sich die Direklion, unter den Bebel Besuchenden eine förmliche Auswahl vorzunehmen, indem sie alle Diejenigen— Most ist es z. E. so gegangen—, deren Besuch Bebel besonders angenehm sein könnte, zurückweist. Rechnen wir zu diesen Thatsachen noch hinzu, daß Bebel auch nicht mit dem am Plötzensee sich befin- denden Genossen Dolinski während der Freistunden verkehren darf, so scheint es fast, als ob die Direktion in Plötzensee gerade Bebel gegenüber in der minuttösesten Weise die Gefängniß- reglements zur Ausführung zu bringen gedächte. Es ist freilich schlimm, daß es in der Gewalt der Direktion liegt, politische Ge- fangene in dieser Weise zu behandeln, zumal es feststeht, daß bei Spitzbuben und Bankerotteuren in liberalerer Weise ver- fahren mird. — Parteigenosse Klute wird am 7. Dezember in Zeitz eine Haft von 11 Monaten antteten. Von diesen 11 Monaten ent- fallen 8 auf eine Bismarck- und 3 auf eine Landrathsbeleidi- gung. Ferner sind die Parteigenossen Lätzsch, Ravior und Es ist die Freiheit brav und gut, Mit frischem Geist und raschem Muth, Sie machte gerne Alles schön, Möcht' alle Menschen glücklich seh'n. Auch sie hat Diener und treue Collegen, Wollt' sehn, ob sie Euch gefallen mögen! Mit obigen Versen führt sich die Freiheit ein. Schauen wir nun auch nach ihren Dienern und Collegen. Da nahen sie und stellen sich hübsch und brav der Kinderwett vor: zuerst die blumenspendende Liebe, dann der lichte Frie- densenael und der wahre Heldenmuth, der kein Opfer für eine große Idee scheut, die Gerechtigkeit, nicht mit der Binde vor den Augen, sondern freien und offenen, edlen Angesichts; die Wahrheit, gleichfalls frei und offen; der Ruhm, den Triumph des Geistes bezeugend, der Fleiß, die Wissenschaft, auch sie leisten der Freiheit Heerfolge, und zuletzt nahen braut- lich geschmückt und Arm in Arm die Einigkeit und der Wohlstand. Eine brave, tüchtige Arbeit haben wir vor uns; und hätten wir vielleicht gewünscht, daß einzelne Diener im Heergefolge des Königs Mammon etwas maßvoller in der Zeichnung gehalten wären, so wird aber Jeder nach Anblick des zweiten versöhnen- den Theils das Bilderbuch mit großer Befriedigung seinen Kindern anverttauen. Und nun dabei die reiche Fülle des Textes: m der schönsten Abwechselung die besten Blüthen deutscher Poesie und Prosa, eine Auswahl, welcher wir des liebevollen Fleißes willen, der bei derselben gewaltet hat, unsere besondere Anerkennung nicht ver- sagen können. Weshalb aber besprechen wir dieses Kinderbüchlein so ausführlich? Weil wir, wie schon oben gesagt ist, darin einen weiteren und entscheidenden Schritt der Sozialdemo- kratie erkennen, den ganzen Menschen zu erfassen, um einen ganzen Menschen zu bilden. — Wir erhalten aus Berlin folgende, leider anonyme Zuschrift: „Ihr Artisil im„Vorwärts" über die Gummifabrikation Voigt in Zeitz vom dasigen Kreisgericht zu je 25 M. verur- theilt worden, weil dieselben ihre Eigenschaft als Vorstandsmit- glieder des neugegründeten Zeitungsvereins nicht rechtzeitig an- gemeldet hatten. Und als Letzter im Bund: fimirirt Parteigenosse Kokosky in Braunschweig, der wegen Beleidigung eines Gemeindevorstandes durch den„Braimfchweiger Volks- freund" zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt wurde. Die Sozial-Korrespondenz im Dienste des sozialistischen Prinzips. Die neueste Nummer der Sozial- Torrespondenz(Böhmert) bringt an erster Stelle einen Artikel über„hohe Löhne und die Sozialdemokratie." Derselbe beginnt mit den inhaltlosen, phrasenklingenden Sätzen: „Welcher Menschenfreund, ja welcher Mensch überhaupt sollte nicht wünschen, daß die Arbeitslöhne stets so hoch sein möchten, als nur irgend möglich, d. h. als der Produktionsaufwand und die Kaufkraft der Abnehmer gestattet? Auch die Arbeitgeber, wenn sie anders ihr Interesse richtig verstehen, müssen diesen Wunsch theilen, denn in einem Lande mit Freizügigkeit, Coa> litionsfteiheit u. s. w. zieht ein flottes Geschäft das Steigen der Löhne ebenso nothwendlg nach sich, wie ein Sommerregen das Wachsthum der Pflanzen. Jndeß der Satz: keine Regel ohne Ausnahme, gilt auch für die Ersprießlichkeit der Lohnsteigerungen. Wie allzu reichlicher Regen, besonders auf morastigem Boden, leicht ein geiles Aufschießen, ja sogar Faulen der Gewächse zur Folge hat, so ist es auch mit den höheren Löhnen, wenn der sittliche Boden nicht entsprechend, nicht gleichsam auffaugungs- fähig genug ist. Insbesondere ist ein langsames Wachsen und stetiges Festhalten der Löhne dem plötzlichen Aufschnellen und dem dann unvermeidlichen Zurückgehen der Löhne vorzuziehen. Plötzlich und unvermittelt eintretende hohe Löhne wirken wie Lotteriegewinne, von denen das Sprichwort:„Wie gewonnen, so zerronnen" gilt." Also: Die Löhne müssen so hoch steigen, wie es der Pro- duktionsaufwand und die Kaufkraft der Abnehmer gestattet. Was heißt denn das?! Produktionsaufwand soll doch wohl die- jenige Summe sein, welche die Produktion kostet? Kaufkraft das- jenige, was der Consument für das Produtt der Arbeit im günstigsten Falle ausgeben kann? Der Consument ist aber in den zahlreichsten Fällen zugleich auch Produzent und die Höhe seines Lohnes hängt also von seiner eigenen Kauflraft ab, und er mag sich drehen und wenden wie er will, aus diesem Ber- hältniß, in welchem er wie in einem unlösbaren Banne steht, kommt er nicht heraus. Aber dieser Beweis wird uns noch leichter gemacht werden. Hohe Löhne liegen ferner auch im Interesse der Arbeitgeber— d. h. wenn mit dem Lohne auch der Unternehmergewinn sich verdoppelt—, sind sodann in einem Lande der verschiedenen wirthschaftlichen Freiheiten— Concur- renz drückt aber bekanntlich die Preise herunter— eine Folge des flotten Geschäfts, überfördern schließlich wie ein Sommer- regen das Wachsthum der Pflanzen. Aber— keine Regel ohne Ausnahme: Nicht allzureichlich, nicht zu plötzlich dürfen sie steigen. Als ob die große Klasse des arbeitenden und des «rbeitsuchenden Volkes unter der Höhe seiner Löhne seufzte, als ob das Berhältniß zwischen den Löhnen und der Kaufkraft ein anderes werden könnte, wenn es sich langsam, als wenn es sich schnell veränderte. Der Satz von dem„sittlichen Boden", von der„Aufsaugungsfähigkeit" ist eine hohle Phrase. Wo ist denn der sittlichere Boden? etwa da, wo die allerdings unbestreitbare größere Amfsaugungsfähigkeit sich findet. Wenn man sich doch nur nicht immer auf die Sittlichkeit beriefe, wo man vor lauter Prangern und Schandsäulen kaum noch die Unsittlichkeit zu sehen vermag. Das Blatt bringt nun für seine oben citirten Sätze Belege herbei, und beruft sich behufs dessen auf den„Jahresbericht für die Fabrikinspettoren für das Jahr 1876", und da besonders auf den„belehrendsten und sorgfältigsten des Fabriks- inspettors für den Regierungsbezirk Düsseldorf", aus dem er zunächst einige anerkennenswerthe Berichte für den „arbeiterfreundlichen Sinn des Verfassers" herbei- bringt.„Besonders eingehend, heißt es sodann wört- lich, verbreitet sich derselbe auch über die sittlichen(!) Zu- stände der dortigen Arbeiterbeoölkerung, namentlich das Kost- oder Quarttergängerwesen der ledigen Arbeiter und dessen demo- ralisirende, das Familienleben der Kostgeber im tiefsten Grunde verheerende Wirkungen. Und hier ist es nun, wo er auf die gegen 1872 eingetretene Erniedrigung der Löhne und Accord- sähe jugendlicher Arbeiter in der Eisenindusttie und den ver- macht— das werden Sie selbst von Ihren Parteigenossen hören — den Eindruck einer Reklame für die betteffenden Waaren, fumal Sie ja Adresse, Preis und Waare vollständig angeben, o daß die Bestellung erfolgen kann! Ihr Publikum wird das Geeignete ja entnehmen. Sie sprechen so viel von der Verderb- niß der besseren Klassen. Sprechen Sie doch auch von dem neuesten Berliner Mörder Lack und erzählen Sie, wo er— der Bräutigam, der zwei Tage darauf Heirathen wollte!— in der Nacht nach dem Morde gewesen ist! Er hat, in allen Zeitungen können Sie es lesen, die Nacht mit einer Dirne zugebracht. Sollte wohl Lack ein„Bourgeois"(wie Sie es geschmackvoller Weise nennen!) sein? Ich glaube, vor acht Tagen hätten Sie ihn als Sozialdemokraten reklamirt, als Mitglied des„werkthä- tigen" Volks. Mit Thürolf und wie die Mörder neuen und alten Datums heißen, ist es dieselbe Sache— lauter Sozial- demokraten! Hören Sie auf, die Stände der Verbrechen schuldig zu erklären! Wollen Sie es aber, so kommt auf Ihr Conto doch die nngcheure Mehrzahl und das ist auch Ihren Gummi- Artikeln zu danken. Mit sozialdemokratischem Gruß Ihr ergebenster M. M. B., früher Sozialdemokrat, jetzt„Bourgeois"." Die Handschrift des Schreibers ist eine flüssige und correcte, die den„gebildeten" Flegel erkennen läßt. Der frühere „Sozialdemokrat", jetzt„Bourgeois", auf dessen Renegatenthum sich unsere Gegner viel einbilden mögen und den wir dem Herrn Victor Böhmert wiederum herzlich gern zur Ausbeute überlassen, hängt uns den Lack und den Thürolf— zwei Raubmörder aus dem Arbeiterstande— an; nun gut: wir dienen mit dem Tho- mas und mit dem jetzt zu 18 Jahren Kerker begnadigten Herrn von Tourville, den Massen- und Gattinnen-Mörder! Doch was sollen wir uns den Thürolf und den Lack aufbürden lassen; diese Leute haben aus Egoismus und Roth geraubt und gemordet— Egoismus und Roth aber werden in der heutigen Gesellschaft groß gezogen! Dann aber auch, um in der Sprache des Briefstellers zu reden, haben jene Mörder aus dem Prole- tarierst ande Bourgeois g es innung.— Daß wir in unserer Notiz Adresse, Preis und Waare vollständig angaben, geschah deshalb, um die Staatsanwaltschaft in Bewegung zu setzen! wandten Branchen zu sprechen kommt und dieselbe als eine Maßregel bezeichnet, welche unbedingt nothwendig war, wenn nicht die körperliche und sittliche Kraft der jüngeren Arbeitergeneration unbedingt vernichtet werden sollte. Dieses auf den ersten Blick überraschende Urtheil wird durch eine große Reihe von Thassachen und amtlichen Schilderungen belegt, die hier jedoch wiederzugeben zu weit führen würde; wir verweisen auf pna. 270—275 des Buches." Diese Entdeckung, daß niedrige Löhne die sittliche und körperliche Kraft der jüngeren Arbeitergeneration erhalten, ist ganz einzig! Während man so ziemlich allgemein zuzugeben sich gezwungen sieht, daß die Löhne vor 1870 allerdings zu niedrig waren, daß sie nicht einmal mehr den„nothwendigen Lebens- unterhalt" zu decken vermochten, während man den jammervollen Prozeß tagtäglich sich vollziehen sieht, daß zu niedrige Löhne namenloses Elend zur Folge haben, und daß dieses die Brut- stätte der Vernichtung der physischen wie der sittlichen Kraft ist, während man auf der anderen Seite sehr gut weiß, daß die Lüder- lichkeit von oben herab„gegründet" wurde und wird, die oberen Schichten der Gesellschaft tief durchfressen hat und da- her naturnothwendig— wenn auch nicht in gleichem Maße wie in den Wein- und Austernkellern und in den Boudoirs der feinen Gesellschaft und in den Corpskneipen unserer Hochschulen — auch nach unten hin ihre wuchernden Wurzeln schlagen mußte; während hier alle Thatsachen diametral entgegenstehen, wagt man es, diesen ins Gesicht schlagend, die endliche Aufbesserung unserer Arbeiterverhältnisse für eine hier und da vielleicht größere Lüderlichkeit verantwortlich zu machen. Das ist allerdings ein „überraschendes Urtheil"! Und jetzt zu dem Dienste, den die„Sozial-Correspondenz" dem Sozialismus in ganz eklatanter Weise leistet. Das Blatt schließt seinen Artikel: „Nur Eines führen wir noch an. Der Bericht constatirt, daß die sämmtlichen Löhne sich immerhin noch über dem Stand der Jahre vor 1870 gehalten haben, die Lebenslage der Ar- beiter aber hierdurch um nichts besser als 1869, sondern schlechter geworden sei, da die Steigerung des Einkom- mens in keinem Verhältnisse stehe zu derjenigen der Ausgaben. Diese letztere aber wiederum sei bedingt theils durch die höheren Lebenspreise, theils aber„durch die größeren Ansprüche der Arbeiter auf wirkliche oder vermeintliche Bedürf nisse, hervorgerufen durch die zügellose, verdienstreiche Glanzzeit der 70er Jahre und durch die alle edleren Beziehungen und Bedürfnisse des Familienlebens ruinirenden Ein- flüsse der sozialdemokratischen Anschauungen, die in den Arbeiterkreisen weite Verbreitung gefunden haben". „Ein solches und so motioirtes Verdict über die Sozial- demokratie ist weder neu, noch vereinzelt, aber aus einem so competenten und arbeiterfreundlichen Munde gewinnt es ver- stärkte Bedeutung. Und den Organen der Partei wird es zwar sicher nicht an Phrasen und Schimpfreden wider dasselbe fehlen, aber Thatsächliches zu seiner Entkräftöng wird sie ebenso sicher nicht vorzubringen wissen." Mit oer wieder nnd wieder ohne Beweis beigebrachten Be- schuldigung über die Einflüsse der Sozialdemokratie haben wir hier nichts zu thun, uns interessirt nur der Satz, daß die Auf- besserung der Löhne die Lebenslage der Arbeiter nur verschlechtert hat. Das heißt also mit andern Worten nichts anderes, als, daß dem Arbeiter durch Steigen seines Lohnes nicht zu helfen ist, daß der letztere doch ewig nur„für den nothwendigen Lebensunterhalt" ausreicht, und leider bei der großen Mehrzahl— man sehe in die Fabriks-, Bergwerks- und namentlich in die Weberdistrikte— auch das noch nicht ein- mal. Geholfen muß aber der großen Masse des arbeitenden Volkes werden, das verlangen sogar die Fabrikinspektoren; den Ertrag ihrer Arbeit muß sie erhalten, wenn nicht wirklich ihre sittlichen und physischen Kräfte vollständig ruinirt werden sollen. Das ist aber nur möglich, wenn das herrschende Wirthschafts- system der Privatwirthschaft, das eben zugestandenermaßen keine Hilfe zu gewähren vermag, durch ein besseres er- setzt wird, und als solch besseres erscheint der sozialdemokratischen Partei eben das System der Staats- und Collectivwirth- schaft, in welchem dieses Mißverhältniß zwischen Kaufkraft und Produktionsaufwand total beseitigt und ersetzt wird durch ein richtiges Berhältniß zwischen Arbeit und Consum. I-. Correspondenzen. Uraunschweig.(Situationsbericht). Da schon seit geraumer Zeit über die hiesigen Verhältnisse im„Vorwärts" nicht berichtet worden ist, so sehe ich mich veranlaßt, selber daran zu gehen. Zunächst muß ich da des Unistandes erwähnen, daß sich unsere guten Braunschweiger Genossen zwar herzlich freuen über jeden Sieg, der anderswo errungen wird, aber sie thun herzlich wenige dafür, daß solcher Siege mehr werden. Man lese nur die Berichte über eingehende Gelder an das Central-Wahl-Comitä und man wird sofort erkennen, daß-ch Recht habe— unsere allgemeine Liebe geht hart bis an den allgemeinen Geldbeutel, aber nicht weiter. Da unsere wöchentlichen Arbeiterversammlungen in der letzten Zeit schwach besucht waren, so haben wir, um die Be- wegung wieder in Fluß zu bringen, uns daran gemacht und sind, wer es noch nicht war, Mitglieder des hiesigen demotta- tischen Wahlvereins geworden. Die Sache hat freilich auf den ersten Blick einen„etwas blauen" Anstrich, aber weit davon entfernt, sind wir entschieden„roth" gesinnt. Nenne man es meinetwegen blau-roth, das schadet nicht. Ein echter, ein wah- rer Demokrat, ist nur Der, welcher sozialische Gesinnnng hat, und da wir die haben, so haben wir auch das Recht, einem Vereine beizutreten, der statutarisch verpflichtet ist, darnach zu streben, daß im Braunschweiger Lande demokratische Kandidaten bei den Stadt-, Land- und Reichstagswahlen durchgebracht werden. Da in den Versammlungen des Wahlvereins auch lokale Angelegen- heiten zur Besprechung gelangen, so kommt es dann und wann auch vor, daß diese Elemente mit den Bestrebungen der Sozial- demokratie vertraut gemacht werden können, und daß sie die „Vernichter" der Ehe, des Eigenthums zc. zc. von Angesicht zu Angesicht kennen lernen. Im Großen und Ganzen sei noch er- wähnt, daß die Gegner durch ihre bodenlose Charatterlosigkeit vieles dazn beitragen, daß die Sozialdemottatte in Braunschweig mehr und mehr an Anhängern gewinnt. Schönebeck, 1. Dezember. Der Kasfirer des hiesigen Vor- schuß- und Sparkassen- Vereins(Schulze-Delitzsch) hat sich eine Unterschlagung von, wie man sich erzählt, nahezu 210,000 Mark zu Schulden kommen lassen. Darob herrscht natürlich große Auftegung unter der hiesigen Bevölkerung, da die vielen Spar- einleger, unter denen alle Kategorien der Bewohner vertreten find, um ihre Ersparnisse zu kommen befürchten. Bei der Höhe der unterschlagenen Summe ist diese Befürchtung nicht ganz un- begründet, obgleich die Vereinsmitglieder gesetzlich verpflichtet find, mit ihrem gesammten Vermögen für den Ausfall zu haften. Daß der betrügerische Kasfirer inzwischen dingfest gemacht ist, und daß man den Controleur als Complicen des Kasfirers eben- falls hinter Schlaß und Riegel gebracht hat, ändert an der Sache wenig. Das Geld ist hin und die Sparer können von Glück reden, wenn sie ihre Einlagen zurückerhalten. So wäre denn wieder einmal eine Schulze- Delitzsche Gründung durch die Un- rcdlichkeit ihrer Beamten in Frage gestellt. Es muß doch etwas „faul sein im Staate Dänemark", da das Unterschlagen und Flüchten der Kasfirer der Schulze-Delitzschen Gründungen form- lich epidemisch auftritt. Isrankfnrt a. M., 1. Dezember.(Liberaler Fortbil- dungssch windel.) In der„Deutschen Reichspost" vom 24. Mo- vember finden wir einen längeren Artikel„Aus württembergisch Franken", 21. November, der die Winter-Abendschule be- handelt. Die darin niedergelegten Ansichten sind zwar von uns, den Sozialisten, schon vor Jahr und Tag ausgesprochen worden; allein gerade zum Beweise, daß auch aus einem gewiß unver- dächtigen conservativen Hirne sozialistisch angehauchte— Pardon, mit den Ansichten der Sozialisten übereinstimmende— Gedanken entspringen können, mag oer Artikel hier folgen, umsomehr. daß sich diese handgreiflichen— wir wollen einmal recht anständig sein— Uebelstände nicht auf württemb. Franken beschränken dürften. Der Artikel lautet also: „Der„Staatsanzeiger" vom 20. November berichtet, daß die Zahl der Winterabendschulen von 579 auf 546 gefallen ist— wirklich eine erfreuliche Nachricht. Es scheint sich also doch all- mählig die Erkenntniß Bahn zu brechen, daß man mit diesem Schooßkind liberaler Residenz- und Regierungsmänner, die es liebten, einen Streifzug ins Gebiet der Schule zu machen, häufig Schwindel getrieben hat. Denn diese Winter-Abendschule war erstens eine schwere Plage für die Lehrer, die meist an überfüllten Schulen arbeiten. Solche großen Schulen kosten Zeit zur Vorbereitung und zur Durchsicht der schriftlichen Ar- betten. Kaum ist der Lehrer damit fertig geworden, so wartet seiner die Abendschule, die schwere Anforderungen an die didaktische und pädagogische Tüchtigkeit des Lehrers macht. In einer Zeit, wo des Lehrers Geist und Nerven der Ruhe und der Sammlung bedürfen, muß er sie, sie mögen noch so abgearbeitet sein, wieder anstrengen, bis— die Kräfte versagen, die Elastizität erlahmt, der Lehrer durch Ueberanstrengung zum bloßen Stundentzalten herabgesetzt wird. Es wäre sehr zu wünschen, daß solche Herren, die am grünen Tisch sich für die Winter-Abendschule erhitzen, selbst einmal die Last eines Winterschuttages von Morgens 8 bis Abends 9 Uhr über sich nehmen. Daß manche Lehrer trotz der vielen schlaflosen Nächte, welche die Winter-Abendschule ihnen bringt, sich dennoch alljährlich dazu hergeben, ist einerseits ein sehr ehrenvolles Zeugniß für ihren Diensteifer, andererseits sehr natürlich. Den schönen Nebenverdienst, den diese Schule giebt, läßt man nicht gerne neben hinaus. Auch für unsere Jugend ist diese Winterabendschule keineswegs so segensreich, als man denkt. Wenn man die müden, abgearbeiteten jungen Leute sieht, die man an den Winterabende» in der Schule sitzen sieht, wie ihnen die Augen unwillkürlich zufallen und sie zusammenknicken wie ein Schnappmesser, da möchte man wünschen, unsere schul- dilettanten, die so sehr für diese Schule gewesen und sie mit allen Mittelchen der Bureaukratie beförderten, sollten auch ein- mal von Morgens 5 Uhr an den Dreschflegel schwingen oder auf der Stör sitzen oder an der Feueresse stehen müssen und dann Abends um 7 Uhr— zum Nachtesien reichts oft kaum— laufen müssen und geistig arbeiten. Sicher wäre dann die Winterabendschule schon nach 14 Tagen wieder aufgehoben worden. Ja wer einmal eine Stunde in der Winter-Abendschule gesessen bei meist spärlicher Beleuchtung, dumpfer Lust und ziemlicher Wärme, und hat Lehrer und Schüler beobachtet, dem ist die Frage sicher gekommen: Warum giebts nicht auch Menschenschutz- vereine? Man sagt, die Winterabendschule soll dem verderblichen Einfluß der Fechtstuben des Wirthshauses ic. entgegenwirken. Als ob sie das wirklich könnte, als ob unsere hoffnungs- volle Jugend nicht jetzt erst recht den Drang fühlte, sich aus dem Zwang in die wilde Freiheit, aus der Schulstube in die Wirths- Hausstube zu stürzen, das durch die Ueberanstrengung hervor- gerufene Bedürfniß der Stärkung jetzt erst recht durch Unmaß im Trinken zu befriedigen! Die Winterabendschule, welche die Leute aus dem Haus auf die Gasse nöthigt und ihr Nerven- system überreizt, ist das trefflichste Beförderungsmittel des jugend- lichen Wirthshausbesuches. Dagegen hilft kein Einfluß des Lehrers, kein Einfluß des Geistlichen, keine Macht der Polizei. Endlich aber an den Früchten sollt ihr sie erkennen. Was find denn die llnterrichtserfolge der Winterabendschule? Wer einmal die Prüfungsarbeiten der Winterabendschüler aus einem ganzen Bezirk genau durchgesehen hat, wie der Einsender, der bekommt wahrhaftig Mitleid mit den Lehrern, die ihre gute Zeit, ihre Kraft, ihre Gesundheit daran wenden und am Schluß des Kurses sich aufs bitterste enttäuscht sehen müssen, wenn sie sehen, wie in den Prüfungsarbeiten oft der haarsträubendste Unsinn zu Tage tritt und zwar oft in wirklich sonst guten Schulen mit tüchtigen Lehrern. Will man mit der Fortbildung unserer con- firmirten Jugend Ernst machen, so muß man sich nicht mit dem unglücklichen Institut der Winterabendschule zufrieden geben, sondern auch den Muth haben, eine wöchentliche Halbtagschule zu fordern, aber nicht am Sonntag, der so oft die willkommene Beute liberaler Experimente ist." Sollen wir dem noch was hinzufügen? Nun, wir dächten es wäre überflüssig!— o— Göppingen.(Agitationsbericht.) In Nachstehendem erlauben wir uns, den Parteigenossen in möglichster Kürze einen Bericht über unsere Thätigkcit zu geben. Das hiesige Organ für Metzel- suppen und Langenbrezeln hatte den Einfall, gelegentlich des Genter Congresses uns Eins anzuhängen, zu wessen Vortheil das zeigte sich gar bald. Schrieb da irgend ein Waschzettel- fabrikant, daß die Sozialdemokraten nächstens ihre Wünsche und Forderungen prattisch in Scene setzen würden, wobei natürlich die bösen Absichten auf das Eigenthum der Bauern so grell ge- schildert wurden, daß es selbst den Leichtgläubigsten zu arg lvurde. Flugs wurde dieses Machwerk von allen Amts- und sonstigen Blättchen nachgedruckt und selbstredend durfte auch unser hiesiges Philisterorgan nicht nachstehen. Für uns war das die beste Ge- legektheit, eine Reihe von Volksversammlungen in den umliegen- den Ortschaften abzuhalten; zuerst jedoch forderten wir den Re- dakteur des„Göppinger Wochenblattes" auf, uns hier in öffent- sicher Versammlung Rede zu stehen, was derselbe natürlich vor- sorglich unterließ, war es ihm ja doch nur ums Verläumden zu thun, eingedenk des Spruches:„Verläumde nur kühn, es bleibt doch stets was hängen." Es fanden Versammlungen statt: in Albershausen, Heiningen, Faurndau, Zebenhausen, welche sämmt- lich gut besucht waren, und in welchen unsere Forderungen, wie sie unser Progamm aufstellt, klargelegt wurden. Ein nicht geringes Quantum von Brochüren wurde bei dieser Gelegenheit abgesetzt und werden dieselben ihre Wirkung nicht verfeylen, deß sind wir sicher. Heber uns waren haarsträubende Borurtheile verbreitet, und man sagte uns nicht selten, daß man von gegnerischer Seite, wie es sich jetzt zeige, blos das von uns gesagt hätte, was wir nicht wollen, und das was wlr wollen, hätte man verschwiegen. Wir aber wissen nur zu gut, daß der � eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu werden. In Berlin!?! Tretet also unserem Verbände bei! Zeigt, daß die Berg- und weitaus größte Theil unserer Gegner selbst nicht weiß, was wir wurde in diesen Tagen ein Kaufmann wegen eines Angriffs auf Hüttenarbeiter Sachsens hinter ihren Kameraden in anderen Ländern wollen. Am Sonnabend, den 10. ds. Mts. traf nun Genosse junge Damen zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Es nicht zurückstehen in dem Strebem ihre Lag- zu verbrssern. Schließt Wiemer hier ein, der auf seiner Agitationsreise durch Württem- wäre zu wünschen, daß man gegen unsere Leipziger Rouss mit S � s'', cn«unb äei9l' berg sich hier zum ersten Male den Genossen vorstellte. Es derselben Schonungslosigkeit verführe." daß Jhr W.ll-ns se.d�den Druck. der auf Euch lastet, zu entfernen und fand Sonnabend hier eine Volksversammlung, Sonntag in Groß- Die„Leipziger Volkszeitung", der wir diese Notiz entneh Eißlingen und Montag in Reichenbach eine solche statt, welche mcn, bedenkt nicht, daß die Polizei wichtigere Dinge zu thun sämmtlich gut besucht waren. Es mag genügen zu sagen, daß hat; täglich werden mehrere Dutzend arbeitslose„Vaga- Wiemer seiner Aufgabe sich meisterhaft entledigt hat. In fesseln- bunden" eingeliefert, und außerdem hat die Polizei auch so un- der, klarer Rede verstand er es, unsere Grundsätze zu entwickeln, endlich viel zu thun, ihre Autorität vor Beleidigungen zu nebenbei die gegnerischen Parteien kritisirend und Streiflichter schützen. auf unsere gegenwärtige Gesetzgebung werfend. Es war nur Wytau i. F. Seit längerer Zeit wird in den meisten eine Meinung, nämlich die: hier am Orte einen solchen Genossen hiesigen mechanischen Webereien wie wahnsinnig drauflosgearbeitet, zu haben, und es würde die hier noch herrschende Lethargie bald> als gelte es, die ganze Welt mit Webartikeln zu versorgen; die ein Ende haben. Zum Glück brauchen wir hier, wie in andern Arbeitszeit dauert von Morgens 6 bis Abends 10 Uhr; Sonn- Gegenden, nicht zu befürchten, daß uns die Lokale verweigert und Festtage machen in der Regel keine Ausnahme. Wer da werden, im Gegentheil, hätten wir nur die nöthigen Referenten, aber glauben sollte, daß die Lage der hiesigen mechanischen Weber Arbeit würde es genug geben und der Erfolg wäre ein nicht zu deshalb eine einigermaßen erträgliche sei, der irrt gewaltig, denn unterschätzender wenn wir planmäßig aus die Bevölkerung ein- für's erste besteht das Arbeitspersonal zumeist aus jugendlichen wirken könnten. Gegner finden sich keine, wenigstens hat sich in Arbeitern beiderlei Geschlechts, dann aber ist der Arbeitslohn sämmtlichen Versammlungen nie ein solcher gezeigt. 8. auch ein so geringer, daß die sprüchwörtliche Genügsamkeit eines KohcnsteM'Krnflthak. In dem„Anzeiger für Ernstthal" Webers dazu gehört, um bei demselben zu existiren. Während befand sich zu Anfang Oktober in Nr. 114 eine aus Zwickau datirte nicht uninteressante Notiz über Arbeits- und Erwerbs- Verhältnisse. Die Notiz lautet wörtlich:„Die wie anderwärts, so auch hier, aus Anordnung der Königl. Staatsregierung durch den hiesigen Stadtrath angestellten Erhebungen über die Arbeits- und Erwerbsverhältnisse der Arbeiterbevölkerung haben das Resultat ergeben, daß eine Arbeitslosigkeit in keiner Branche vorhanden, der Geschäftsgang und damit die Nachfrage nach Arbeitern vielmehr eine ziemlich lebhafte ist, und nur die Preise und Löhne gegen früher erheblich gedrückt erscheinen. Aber auch in diesem Punkt ist anscheinend der Höhepunkt der Krisis über- schritten und allmählige Aufbesserung wahrzunehmen." Dieses der Wortlaut der Not-z. Wäre die Erhebung nicht auf Anordnung der königlichen Staatsregierung geschehen und natürlich auch veröffentlicht, so müße man zu dem Glauben ge langen, ein müßiger Scribifax habe sich einen schlechten Scherz erlaubt, den die liberale Presse pflichtgetreu, um die Arbeiter sowie die betreffenden Behörden über den wahren Stand der Dinge zu täuschen, weiter colportirte. Betrachten wir uns die Sachlage etwas genauer, so wollen wir durchaus nicht bestreiten, daß in einzelnen Branchen Aufträge in Folge des Bedarfs für die Armeen Rußlands und der Türkei einlaufen, die momentan einen kleinen Aufschwung erkennen lassen. Fassen wir aber die Weberbranche ins Äuge, so kommen wir zu einer ganz anderen Ueberzeugung, wir finden da durchaus keinen Ausschwung, son- dern eine stabile Arbeitslosigkeit. Sollte auch hier die bohe Staatsregierung durch ihre Erhebungen zu dem Resultat gelangt sein, es sei ein Aufschwung eingetreten, dann müpten wir an- nehmen, dieselbe sei entweder getäuscht worden, oder diejenigen, welche die Erhebungen vorgenommen haben, sind keilte fach- verständigen Männer gewesen. Beleuchten wir nun die Zustände der Weberei sachlich und ohne Vorurtheil. Seit ungefähr 15 Jahren hat die Weberei eine bedeutende Aenderung erfahren, nämlich den Uebergang von der Handarbeit zum Maschinen- b> irieb. Nun ist es aber Thatsache, daß die Dampskraft Menschen- Hände überflüssig macht, und vorzugsweise bei der mechanischen Wiberei, wo die Stühle meistentheils von Frauen und Mädchen bedient werden, und somit die männliche Arbeitskraft überflüssig wird. Daß die Fabrikanten lieber weibliche Arbeiter anstellen, ist leicht erklärlich, denn erstens ist deren Arbeitskraft billiger und auch fügsamer, und ist die natürliche Folge davon, daß die männliche Arbeitskraft zurückgewiesen wird zur Hausindustrie. Dieser Umstand ist es, der die Weberei heruntergedrückt hat auf die Stufe eines namenlosen Elends, und es wäre wahrlich an der Zeit, Maßregeln zu ergreifen, um zu verhüten, daß in kurzer Zeit ein großer Theit der Weberarbeiterbevölkerung zu Grunde geht. Das zu verhindern ist Pflicht des Staates. Das Wie? hier zu erörtern, ist nicht am Platze. Nur eines sei hervor- gehoben: wenn in der mechanischen Weberei ein Aufschwung zu verzeichnen ist, und wenn die betreffenden Herrn Fabrikanten die Austräge nicht fertig stellen können, warum nimmt man nicht die Hausindustrie zu Hülfe? Zur Beseitigung des Nothstandes in der Weberbranche würde die Einführung eines gesetzlich geregelten Normalarbeitstags wesentlich beitragen, dann müßte auch die Sonntagsarbeit abgeschafft und die Frauen- und Kinderarbeit beschränkt werden. Und wie steht es denn mit den Löhnen, die gezahlt werden? Wir finden auch in dieser Hinsicht nicht, wie die„Erhebung" ergeben hat, daß die Krisis überschritten und allmählig eine Aufbesserung eingetreten ist. Wir nehmen blos die Löhne an, die hier gezahlt werden, glauben aber bestimmt, daß dieselben anderwärts auch nicht besser sein weiden. Bei uns arbeitet ein Theil der Weber nach Glauchau und Meerane, der andere Theil für hiesige Fabrikanten. Der erste Theil fertigt Kleiderstoffe, welche nicht direkt von den Webern, sondern durch Mittelspersonen, durch sogenannte Faktoren, dahin abgeliefert werden; von diesem Theil ist seit langer Zeit nur wiederum der achte Theil beschäftigt, und unter welchen Verhältnissen, kann man daraus ersehen, daß sich die Faktore selber schämen zu sagen, wie hoch die Löhne sind. Der Verdienst eines Webermeisters in dieser Kategorie ist für ein Stück von 68 Ellen(d. h. Brabanter Ellen) 7 M. 60 Pf., und er muß ein tüchtiger Arbeiter sein, wenn er es in einer Woche fertigen will, davon gehen ab 2 M. 50 Pf. Auelage für Nebenarbeiten, bleiben 5 M. 10 Pf. Ist das vielleicht die Aufbesserung? Der zweite Tbcil arbeitet für die hiesigen Fabrikanten, und zwar meistentheils Decken. Früher wurden bei besserer Qualität der Garne für ein Dutzend 9 M. gezahlt, jetzt zahlt man 5 M. bis 5 M. 40 Pf. Dazu kommt noch das sogenannte Franzenknüpfen, was früher vom Geschäft bezahlt wurde. Und bei diesen Hungerlöhnen erfährt der Ar- beiter auch noch eine Behandlung, die man beim allerbesten Willen keine humane nennen kann.— So sieht es um die Aufbesserung au?, welche nach den„Erhebungen" hier eingetreten sein soll. Mehrere Arbeiter. Leipzig, 2. Dezember. Ueber die Hochburg des National- liberalismus, über die an„Reichstrcue" vorragendste Stadt des „Reichs der Gottesfurcht und frommen Sitte", mit einem Wort, über Leipzig selbst, bringt ein Leipziger Blatt folgende be- zeichnende Notiz: „Pöbel in Glacähandschuhen. Wer in der letzteren Zeit in der Lage gewesen ist, eine jüngere Frau oder erwachsene Tochter am Abend allein nach Hause gehen lassen zu müssen, wird sehr oft von diesen Damen die Klage vernommen haben, daß sie auf der Straße von feingekleideten Herren insultirt und mit unzüchtigen Anträgen behelligt worden sind; nie aber hört man, daß einer dieser Störer der öffentlichen Sicherheit, der ohne Zweifel weit gefährlicher ist, als ein Dutzend Säufer und wir also bei der mechanischen Weberei wieder ganz gemüthlich einer Ueberproduktion zusteuern, ist dagegen bei den Handwebern völliger Arbeitsmangel, fo daß viele von ihnen nicht einmal im Stande sind, ihre Gemeindeabgaben zu entrichten. An Steuer- resten für das Jahr 1876 find nicht weniger als 5000 Mark einzutreiben, zu all der Roth und dem Elend wird also noch der Exekutor mit seiner unbarmherzigen Pfändung kommen. So sieht's bei uns mit der Weberei aus, wo anders wird's kaum besser sein. Liegnitz, 28. November. Parteigenosse Klute aus Forst sprach hier am vergangenen Sonnabend über„die soziale Frage und wie ist deren Lösung möglich." Dem Referenten wurde von der zahlreichen Versammlung zum Schluß seines Vortrages lebhafter Beifall gezollt. Der Vorsitzende des hiesigen Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereins, Herr Seibt, suchte durch theil- weises Herausreißen einzelner Stellen aus dem Vortrage den Referenten zu widerlegen; er wurde indeß von demselben gründlich abgewiesen. Am Sonntag sprach Herr Klute in einer Versamm- lung in Goldberg, welche indeß sehr schlecht besucht war. Ursache dieses schlechten Besuches mochte die schlecht gewählte Zeit(Vor- mittags 11 Uhr) sein, andererseits konnte der Todtensonntag Schuld daran sein, zumal die Bewohner Goldbergs noch sehr von religiösem Wahn befangen find. An demselben Tage refe- rirte Herr Klute noch in Hainau, wo Herr Essigsabrikant St inner(ultramontan) gegen ihn auftrat. Endlich legte Ge- nosse Klute noch in Liegnitz am Montag„die Stellung des Kleinbürgerthums zur Sozialdemokratie" klar. Diese beiden letzten Versammlungen waren sehr gut besucht. In allen Ver- sammlungen wurden Resolutionen und zwar mit Einstimmigkeit angenommen, dahin lautend, daß man sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden erklärte.' Stuttgart, 1. Dezember. Allen Metallarbeitern bringen Unter- zeichnete zur Kenntniß, daß die laut Beschluß der Generalversammlung nach Maßgabe de« HilfSkasiengesetzes gegründete Central- Kranken- und Stcrbekasse der Metallarbeiter- Gewerkschaft von der Königl. Kreis- regierung genehmigt wurde und unter Nr. 2 des Registers der einge- schriebenen Hilfskassen eingetragen ist. Bis heute ist die Betheiligung an dieser Kasse eine sehr rege. Wir hoffen, daß Alle uns noch fernstehenden College» sich dieser Kaffe an- schließen, damit dadurch baldigst dem leidigen Fal>rik-Krankenkassen-Un- wesen ein Ente gemacht werde. Die Verwaltung: C. Strobel, Geschäftsführer PH. Koch, Hauptkassirer. Einrichtungen zu treffen, die Euch und Euren Mitmenschen nur Ehre machen. Gedenkt der täglich mehr oder minder vorkommenden Un- glücksfälle, durch welche Euer Leben, Eure Gesundheit bedroht wird; wer ist Euer Helfer in der Roth? Ihr habt Niemandem oder selten Jemandem, der Euch ohne Geld zu Recht verhelfen kann— zu Recht tl- verhelfen wird. Darum nochmals: tretet ein in unseren Verband, 0.0"- unsere auf Gegenseitigkeit beruhende Hilfsgesellschast; meldet Euch der einem am nächsten Orte wohnenden oder bekannten Obmann oder sonstigen Verwaltungsbeamten zum Eintritt, nehmt Statuten und Quittungsbücher in Empfang und helft so eine Sache fördern, die unser Aller Bestes will. Vorort Zwickau und Lugau-Würschnitz, im Dezember 1877. Mit kameradschaftlichem Glückauf-Gruß Der Vorstand. Die Controllcomission. Die Hauptverwaltungs-Expedition befindet sich in EberfK Restaurant in Schedewitz bei Zwickau. KB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Leipzig. Auf mehrseitigen Wunsch wird der bekannte Charakter- darstellet Herr Alois Wohlmuth einen volksthümlichen, detlamatorischnr Vorirag halten. Herr Wohlmuth hat wiederholt in Wien und Münchnr mit derartigen Vorträgen ganz besondere Erfolge errungen. Diese Thai- fache im Berein mit einer sorgiälligcn Auswahl der zum Vortrag kom- Menden Deklamationen(Szenen aus Richard III. von Shakespeare, Ge- dichte von Heine, Freiligrath, Chamisso, Bürger ff.) gewährleistet den Besuchern einen großen geistiaen Genuß. Dabei ist der Eintrittspreis so mäßig gestellt, daß ein sehr zahlreicher Besuch erwartet werden darf. Briefkasten der Redaktion. C.B.(od. L.) in Stuttgart: Die„Nachgelassenen Werke M. Robespierre's", Kassel, bei Balde, sind schon Werth, gekauft- zu werden, obgleich die Uebersctzung sehr schlecht ist und die Auswah» des Inhalts gar viel zu wünschen übrig läßt. Wenn Sie die„Werke"' (d. h. zum'ist Reden) gelesen haben und dann Anfragen an uns richten, sind wir gern zu näherer Auskunft bereit.— P. H. in Magdeburg: Sie schreiben uns:„Heute(5. Dezember) fand im hiesigen Gemeinde- hause der freien Religionsgesellschaft die Aeltestenwahl statt und wurde bei dieser Gelegenheit der Fragekasten erledigt, wobei folgende Frage" zur Verhandlung kam: Warum ist Herr Sachse nicht zum Geraer Congroßt" gereist? Herr Sachse erklärte, er sei zwar geneigt gewesen, auf eineiz.i Tag zur Religions- und Unterrichtsfrage nach Gera zu reisen, doch fetsio er infolge angestrengter Thä.igkeit von Unwohlsein ergriffen und da-, durch an der Reise behindert worden. War Herr Sachse in Gera.' g, oder nicht?" Wir können Ihre Frage nicht beantworten; aber vielleicht" ist einer unserer Geraer Genossen im Stand.— der Expedition. E. We-ß in Mülhausen; Schon in voriger Nril\' theiltcn wir auf verschiedene Anfingen an dieser Stelle mit, daß die'yt Bilder„Triumiid of Order" von London noch nicht angelangt sind. Quittung. Festeomitö Hannover Ann. 2,10. Wlz Reutlingen Schr. 20,66. I. Jsdz München Ab. 1,60. Gglr hier Ab. 24,75, Schr. 0,75. Rsl Giengen Ann. 3.00. I. M. i. M. 100,00 erh. Gr. UllrH hier Ab. 5,25. H. Knstmann Erlangen Ab. 18,00. Bnschdt Trieft A. 6,81. Trst Zschocher Ab. 4,20, Schr. 0,50. Dtn Verden Ab. 9,0" Prbst Arnswalde Ab. 1,50. Klsn Rendsburg Schr. 1,10. Lpplt Bie 1% selb Schr. 1,30. Kglmnn Hannover Schr. 3,30. Brtlng Mannhe ....... Wicht i Schr. 26,40. Rhlwrs Oldenburg Schr. 3,55. Fbg Liegnitz Schr. Abends nnmlnti� ton q m m 9 m Ira i• Marl Kapital, und es mehren sich die Mitglieder wie der Kapitalstock Abends, namentllch von 9— 10 Uhr, die scharffte Wachsamkeit laaiäglich. Je eher der Verband Tausende von Mitgliedern zählt, desto geübt, so wurden m kürzester Zeit jene Feinde der guten Zucht eher ist eine Regelung und nachhallige Berbefferung in allen berg- wie und Sitte, wenn auch nicht beseitigt sein, so doch aufgehört haben, hültenmännischen(Fabrik- und Knappschafts-) Einrichtungen möglich. An die Berg- und Hüttenarbeiter Sachsens! Kameraden und Berussgenossen! Schon seit Monat September 1876 hat sich der Verband sächsischer Berg- und Hüttenarbeiter gebildet und hat, trotz der G-schästskr-sis, welche so empfindlich auf dem Bergbau lastet, stetig, wenn auch langsam, an Mitgliedern zugenommen. Die Betheiligung an d esem Verbände ist aber im Verhältniß zu der großen Zahl von Bergleuten eine geringe. Wir glauben den Grund dieser Lau- heit gegen den Berein nur darin finden zu können, daß die meisten Kameraden und Bcrufsgenossen über Zweck und Bestrebungen desselben unklar sind. Wir erlauben uns daher hier anzuführen, daß der Ver- band sächsischer Berg- und Hüttenarbeiter im wahren Sinne des Wortes ein Unterstützungsverein ist, und den Zweck hat, durch eine einheitliche Organisation(eine über ganz Sachsen ausgedehnte Vereinigung) die materiellen Interessen seiner Mitglieder zu wahren und zu fördern. Der Verein sucht dies zu erreichen, indem er die Berg- und Hütten- arbciter(also KnappschastSgenosse») zu einem großen Bunde zu ver- einigen strebt, um gegen jedwede Unterdrückung und ungerechtfertigte Anforderung anzukämpfen. Zu diesem Behufe werden regelmäßige Bei- träge, die Jeder zu leisten im Stande ist, gezahlt, wofür in Fällen un- verschuldeter Roth, Krankheit oder Jnoalid.tät Unterstützung gewährt wird; desgleichen leistet er Hilfe in Fällen der Arbeitsunfähigkeit, in Rechtsstreüigkelteu, z. B. in Haftpflichlsachen, bei Differenzen zwischen Arbeiter uno Arbeitgeber, falls das Recht auf Seiten des Arbeiters— Mitgliedes— ist, und giebt Vorschüsse zur Deckung der Prozeßkosten. Der Verband ist seit dem 1. November 1877 eingelragene Genossen- schaft, und besitzt als solche das Recht einer juristischen Person und hat seinen Sitz m Zwickau. Der aus 9 Mitgliedern zujammengesetzie Vor- stand hat, um den Statuten sowohl als den Miigliedern allenthalben vollständig Rechnung tragen zu können, einen lüchligen Rechtsanwalt, zug-eich Kön>gl. Roiar, als juristischen Vertteter zur Seite. Der Ver- band soll ein Schutzwall für seine Mitglieder sein, indem er nach dem Grundsatz:„Alle für E.nen und Einer für Alle", das geschädigte In- teresse oder dd» geschädigte Ehre eines jeden Einzelnen wieder herzu- stellen sich für verpflichter hält. Allmonatlich erscheint eine„Circular- Correspondenz" unentgeltlich für die Mitglieder, worin die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen, bergbauliche und knappschaftliche resp. für Beig- und Hüttenarbeiter bezügliche Interessen erörtert und diskutirt werden, nebst den nölhigsten Bekanntmachungen, Bersammluugsannoncen, Abrechnungen u. dgl. Aus dieser ,C rcular-Correspondenz" später eine Zeitschrift für Berg- und Hüllenaibeiter erstehen zu lassen ist der Wille der meisten tüchtigsten und besähigsten Mitglieder. Kameraden! Ihr seht, daß der Zweck, den unsere Verein— der Verband oder die Ver- bandsgenossenschasl— verfolgt, ein guter, ein löblicher ist; Ihr begreift, daß er seine Aufgabe am besten, dann aber auch voll und ganz, er- füllen kann, wenn jeder Kamerad sich für verpflichtet hält, ihm beizu- treten. Bedenkt Kameraden, daß wir Arbeiter von Niemand Schutz und Hilfe erwarten dürfen, als durch uns selbst; bedenkt, daß wir dieses auch sicher können, wenn wir Alle Hand in Hand gehen. Sind wir gegenwärtig auch noch etwas gehemmt in unseren Be- strebungen, so haben wir gigenüber anderen ähnlichen eingetragenen Genossenschaftsvereinen doch die weitgehendsten Statinen inclusive Organisation; und daß wir unsere Statuten zu erweitern bemüht sind, daß wir es nicht daran fehlen lassen, uns größeren Hilfsgesellschaften ebenbürtig zur Seite zu stelleu, dafür spricht die wohlorganisirte und stets sich verbessernde Geschäftssührung. Als der Verband im Entstehen begriffen war, zählte er 40- 50 Mitglieder und man fieute sich des ----*...... m m (a>mfmv.T Allgemeiner deutscher Töpfervertin." «yuUUUliy» Dienstag, den 11. Dezember, Abends 8>/, Uhr» bei Herrn Hübner, gr. Rosenstraße 37: Geschlossene Älittglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Innere Organisationsfiagen. Es ersucht d e Mitglieder zahlreich zu erscheinen. G. Klaws. -— kstork !g. Arbeiterbilduugsverein. Sonnabend, den 8. Dezember, Abends 8'/, Uhr,, im Saale des Hrn. Jacobi, Rosenthalgasse: von Hrn. Liebknecht über Gäste willkommen. und Dühring. m 'auf- * Qfc' 3Kto RfrC Montag, den 10. Dezember, Abends 8'/t Uhr»-t si�vUUvlUvi. im Saale des Hrn. Hillebrand, Altemünze 21:"s Oessentliche Arbeiter-Versammlung. Tagesordnung: Vortrag. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. [70 Es finden von jetzt ab alle Montag abwechselnd'.... �äv'vUUvI'UU.. Versammlungen statt, eine Milglieder-Versammlung des Arbeiter-Wahlverein und eine öffentliche.[30 Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- u. Handarbeiter Deutsch- lands(Sitz Crimmitschau). Den 25., 26. und 27. D-zember a. c. wird obengenannte Gewerkschaft in Gera ihre ordentliche Generalversammlung abhalten. 60)(F. 65) Für die Verwaltung: (3b) C. Uhlmann. inen » zu c Ho. Üj Wir empfehlen als besonders geeignet zu Festgeschenkeu Die Nene Welt. Jahrgang 1876 u. 1877. Preis: ungebunden M. 5,00 franco. In elegantem Einband M. 7,50 franco gegen baar. Die Kinöanddeken tragen das große Titelbild des Heft- Umschlags in Golddruck, darstellend: Die Befreiung der Menschheit.* ft" Bei Partien- Bezug entsprechender Rabatt. Kleinere Beträge in Briefmarken erbeten! Leipzig. D« Expedition der„Neuen Welt". Färberstr. 12. n. Prachtvoll und solid gearbeitete Erfolges. Heute zählt der Verband gegen 800 Genossen nebst 1200 Einbanddecken (Goldpressuna) für die „Neue Welt" Jahrgang 1876 u. 77 sind in Schwarz ä Stück M. 1,20, in Roth M. 1,50 gegen banr oder Nachnahme durch die Buchbinderei von H. Jansen, Lnpzig� UniverfitätSstraße 16 zu beziehen. Colporteure und Filialexpeditronen erhalten bei Partiebezug entsprechenden Rabatt. Porto zu Lasten der Empfänger. HL. Bestellungen hieraus werden entgegengenommen und effekwirt von der Expedition der„Neuen Welt", Leipzig, Färberstr. 12. Berantwvrtticher Redakteur: Hermann Helßig in Reudnitz-Leipzig. Redaktion und Expedition Färbersttaße 12/11. in Leipzig. Druck und Lerlag der GenossenschaftSbuchdruckerei in Leipzig.