Nr. 85. Abonnements-Kedingungen: Abonnements-Pret» pränumerando: «ierleljährl. ZL0 Ml., monatl. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei in» Hau». «inielne Nummer S Pfg. Sonntag»- Nummer mit tlluNrleriec Sonntagt- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofl- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post-Zeitung», Preisliste für 1000 unter vr. 7071. Unter Kreuzband für Teutlchland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Autland 3 Marl pro Monat. 17. Jahrg. «rschewil lüglich«uger Zvoukng«, Devlinev Volksbl�tk. Die Instrttons-GrbShr beträgt für die fechtgespaltene Kelonet» zetle oder deren Raum«0 Pfg., für poltitsche und gewerlschaftliche Verein«- und Versammlung»- Zlnieigen 20 Pfg. „Ziletne Anfeigen" jede» Wort S Pfg. ec Konstatierung, daß eine Auf- lösuug des Reichstags sicheren Erfolg haben würde, wenn sie er- folge, weil wesentliche Teile des Flottenplan-Z abgelehnt worden wären. „Aber eine Auflösung wegen Meinungsverschiedenheiten über die Dcckungsfrage oder gar. weil der Reichstag, statt sich mit Resolutionen zu begnügen, die allgemeinen Grundsätze . für die Deckung in GesetzcSform festgelegt wissen will, würde nicht die geringste ZlnSsicht auf Erfolg haben." Die Geschäftsjorge verfeinert den politischen Sinn der„Post Sie erkennt klar die Aussichtslosigkeit eines Wahlkampfs, der unter dein Zeichen der Deckungsfrage stehen würde, und darum will das Blatt, das die Regierung dräuend an den Mißerfolg der Kanal vorläge erinnert, einen annehmbaren Kompromiß in der Dcckungs frage.— Zum Flottenrnmniel! In der„Düsseldorfer Eisen- und Drahl-Jndnstrie" wird den Arbeitern eine Petition an den Reichstag zur„freiwilligen" Unterschrift vorgelegt. Selbstredend„ohne" Druck von oben! Aber man weiß ja, wie das Verhältnis— leider— noch der meisten Arbeiter zu den Meistern zc. und wie so leicht nicht die Arbeiter derlei Vctitionen von sich iveisen, aus Furcht, anf'S P f l a st e r zu fliegen! So wird man wohl demnächst vernehmen können, daß auch so und so viel Düsseldorfer Arbeiter die Flottem Vorlage„begeistert" gutheißen! Auch ein kleines Mittel. Bekanntlich hat die Staatsregicrnng beschlossen, die Ncalgymnasial- Abiturienten zum uicdizinischcil Studium zuzulassen. Nach der„V. Z." soll nunmehr auch die Frage erwogen werden, auch den Abiturienten des Kadetten corps das gleiche Recht einzuräumen. Die„V. Z. ist der Meinung, daß die Kadetten, da ihr Lehr plan im wesentlichen mit dem der Rcalgymnasic» identisch sei, wohl auch die nämliche wissenschaftliche Qualifikation besäßen Sie macht aber auf ein andres Bedenken aufmerksam. In den Kadcttenanstalten, führt sie aus. würden zahlreiche Söhne von Offizieren gratis beherbergt und unterrichtet. Würden diese auf Staatskosten ihre Ausbildung genießenden 5kadettcn sich später dem Studium der' Medizin widmen. so stelle dnS_ eine ganz unzulässige Unterstiitznng der militärischen Kreise dar. Es müßte deshalb zum mindesten die Bestimmung getroffen werden, daß die auf Staatskosten erhaltenen Zöglinge der Kadettenanstalten den mit Gymnasial- und Real gymnasialbildung ausgestatteten Söhnen der bürgerlichen Kreise keinen unlauteren Wcttbcivcrb machen könnten. Die Bedenken der„V. Z." sind durchaus gerechtfertigt. Es liegt absolut keine Veranlassung vor. den in Frage komincndcn Offiziers kreisen zu neuen Sondcrbcgnnstignngcn zn verhelfen. Schon die durch das sehr verbreitete Freistellenivcscn in den Kadcttcnanstaltcn angestrebte militaristische Reinkultur enthält eine Gefahr für den modernen bürgerlichen Staat.— Wirtschaftlicher ZickzackknrS iu Preustc». Die„Kölnische eitung" bringt ein indirektes Dokument dafür, daß die preußische cgiernng binnen Jahresfrist ihre Stellung zur U ni s a tz st e u e radikal geändert habe. Sie schreibt: „Damals war die Regierung selbst gegen die Besteuerung des Umsatzes, den sie ein Jahr daraus in der dem Abgcordnetcnhausc vorliegenden Vorlage empfiehlt. Wie»roß die Schwenkung der Regierung innerhalb Jahresfrist gelvesen ist. ergicbt sich aus einer Mitteilung in der Sitzung der Düsseldorfer Handelskammer vom 9. Marz. In dieser Sitzung nahm die Handelskammer einen Be schluß gegen die Warenhausstener und insbesondere gegen eine Bcstcucruiig nach dem Umsätze an mit folgender Begründung: „Dieser Maßstab für eine Steuer(bdr Umsatz) ist schlechter dings unbrauchbar und niemand hat das besser bcivicseu. als die Rcgicning, die in der Begründung zu einem ersten Gesetzcntwurf über die Warenhausstcucr, der nicht der O e f f c n t l i ch k e i t und dein Abgeordnetenhause vorgelegen hat, die Unisatz stcuer als den denkbar bedetzklichsten Steuer maß- st ab in moralischer und st r a k t i s ch e r H i n s i ch t b e- zeichnet hat." Wenn das Reich im ivundcrlichstcn Zickzackkurs umherschwankt warum sollte Preußen nicht auch seinen Zickzackkurs haben? Das Vertrauen in die Weisheit der Regierung lvird durch derartige gesetz gebcrische Vcrlvandlungskünstc allerdings nicht gefestigt.— Prinz Hohenlohe gegen daö Arbciter-KoalitionSrccht. AnS dem Elsaß wird uns geschrieben: In Mülhausen hatten die Mitglieder deS seit einigen Mo naten polizeilich genehmigten Teztilarbeiter-VerbandS vor kurzem eine öffentliche Fabrikarbeiter-Versammlung geplant, in der über die Lage ihrer Bcn>fsgenossen und die Notwendigkeit der Organi- sation verhandelt werden sollte. Die Veranstaltung ivurde rechtzeitig bei der Behörde angemeldet und von dieser den Einbcrufern gegen Entrichtung von einer Mark Stempelgebühr Bescheinigung hierüber ausgestellt. Zwei Tage später traf jedoch vom Kreisdirektor ein zweites Schriflstück ein des folgenden Inhalts: „Ich benachrichtige Sie ergebenst, daß die auf den 8. d. M. anberaumte öffentliche Volksversammlung von dem Herrn Bezirkspräsidenten in Colmar auf Grund des Artikels 13 Abs. 2 des Gesetzes vom 6. Juni 1868 vertagt ivorden ist." .Der Bezirkspräsident des Obcrelsaß zu Colmar, der in dieser Entscheidung seiner Achtung vor der Majestät der Reichsgesetze Ausdruck verleiht, ist Prinz Alexander v. Hohenlohe, der Sohn des Reichskanzlers. Die französische Gesetzesbestimmung, auf die er sich in scinein EntrechtungSukas beruft, handelt von der' Nicht- genchmigung oder Verschiebung von Versammlungen im Fall voraussichtlicher Ordnimgsstörungen. Ganz abgesehen davon, daß durch die Anwendung dieser Bestimmung auf Ver- einigungen und Versammlungen im Sinn des K 152 der Gewerbe- Ordming die Aus nützung dies er reichsgcsetzlich garan- Herten Freiheiten völlig von dem polizeilichen Belieben ab- hängig gemacht wäre, dürfte es dem Bezirkspräsidenten des Oberclsatz auch sehr schwer fallen, ans der Geschichte der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung Mülhausens auch nur ein einziges Vorkommnis anzuführen, mit dem er die Anwendung jenes französisch-rcchtliche» Knebelungsparagraphen auch nur notdürftig rechtfertigen könnte. Seine Entscheidung kommt in ihren Konsegnenzen für Elsaß- Lothringen einer völligen Aufhebung jcneS K ISS der Reichs- Gewerbe-Ordnung gleich, mit dem die gewerkschaftliche Bewegungs- sreiheit unsrer Arbeiterschaft steht und fällt.— Ihren Kampf um ein PlutokratischercS Einkommensteuer- Gesetz setzt die„Köln. Zeitung" trotz des ministeriellen Kaltwasser- strahls„unentwegt" fort. Das rheinische Organ der Baare-Männcr leugnet, daß seine Wünsche auf eine Begünstigung der Steucr- defraudationen abzielten. Auch dann, wenn nur alle zehn Jahre die Selbsteinschätzung zu erfolgen brauchte, würde es den Steuerbehörden möglich sein, die Vermehrung der Vermögen auch der reichsten Leute annähernd zutreffend einzuschätzen. Weiiii Herr Miguel, der seine Pappenheimer aus seinem früher sehr intimen Verkehr mit ihnen kennt, die Wahrheit dieser Behauptung bezweifelt, so haben wir erst recht Ursache, Skeptiker zu sei». Die Wut der„Köln. Zeitung" richtet sich ja gerade gegen die„unnützen Kontrolle n", die„viel- f a ch zu d r i n g'l i ch e n Fragestellungen" zc.„Unnütz" und „zudringlich" ist diese Kontrolle eben nur für die, die etlvaszu v e r h c i m l i ch e n haben.— Ausland. Oestreich- Ungar». Durch einen Prozeß. AuS Halbasien. Durch einen Prozeß.. der kürzlich in der galizischen Stadt Sambor gegen einen Polizeisergeanten und neun Polizisten stattfand, erfuhren die schauderhaften Zustände der Ver ivaltung Galiziens. insbesondere die Korruption der Polizei, eine bengalische Beleuchtung. Die zehn Musterpolizistc» verfuhren mit den in ihre Hände Gefallenen nach Art der mittelalterlichen Justiz. Um sich weitläufige Verhöre zu ersparen und aus den Schuldigen— oder auch Unschuldigen— Geständnisse zu erpressen, setzte mau die Ver- hafteten den haarsträubendsten Folterqualen äuS: Wenn der Arrestant leugnete, ivurde er zuerst mit F a n st schlagen bearbeitet, dann entkleidet und mit Stockhiebe blutig geschlagen? wenn dies nichts half, ivurdcn Ketten um seine Hände geschlungen und durch das Einschieben von Stäbchen immer enger geschnürt. Ueberdies gebrauchten Rabiej und Gcnosjcn D a u m s ch r a n b e n für Finger und Zehen und andre Marterinstruiiiente. Die Tortiircn fanden gewöhnlich des Nachts im Gemeinde-Arrest oder im Nathauskcller statt und währten schon seit Jahren. Im.Januar 1892 wurde ein gewisser Michael S z a l a der gegenwärtig eine fünfjährige Kerkerstrafe verbüßt, unter dem Verdächte verschiedener Diebstähle von Rabiej verhaftet. Bei Ziacht führten der Sergeant Rabiej und der Polizist Hreczuch den Ver haftete» in den RathauSkcller, und da Szala nicht alle ihm zur Last ae legten Diebstähle cingcstchen ivollte, wurden ihm die Hände gefesselt und beide Daumen mittels einer Maschine z u s a in m e n geschraubt, bis cr ohnmächtig wurde. AlS der Gefolterte zu sich kam, wurden ihm die Hände unter den Knien zusammen gebunden, ein Stab durchgeschoben und in dieser Lage wurde der Gefangene an einen Haken aufgehängt, bis er wieder bewußtlos wurde. Schließlich gestand er alles, was verlangt wurde Dies ein Beispiel auS der langen Reihe von Missethaten, welche Rabies und Genossen viele Jahre hindurch ungestraft verübte» Das schändliche Treibe» kam dadurch auS Tageslicht, daß der Polizist M a t y g a infolge eines Streits gegen seine Genossen die Anzcig erstattete. ««. Uoksles. Besuchsankündigung. Der Kaiser hat folgende Depesche an den Oberbürgermeister Kirschner gesandt:„Oberbürgermeister von Berlin! S. M. der Kaiser Franz Josef hat mir die hoch- erfreuliche Mitteilung zugehen lassen, daß er beabsichtige, in den ersten Tagen des Mai die Kaiserin und mich zu besuchen. Ueberzeugt, daß die Bürger meiner Residenzstadt in treuer Ver- chrung und warmer Zuneigung zu dem hohen Gast emporblicken, der einst ein treuer Freund unsres unvergeßlichen großen Kaisers war, teile ich Ihnen den bevorstehenden Besuch mit. damit meine Berliner frühzeitig in der Lage seien, die Stadt würdig zu schmücken zum Willkommen für meinen verehrten, treuen Verbündeten. Wilhelm I. K/ Diese an Herrn Kirschner gerichtete Mitteilung des Kaisers ist wohl als Betonung des privaten, unpolitischen Charakters auf- zufassen, die die Reise des ruheliebenden alten Herrn offenbar tragen wird, der von Wien nach Berlin kommt, und den deutschen Kaiser und seine Frau zu den, Familienfest der Großjährigkcit ihre? ältesten Sohns zu beglückwünschen. Daß der Ober-Bürgcr- mcistcr und vielleicht auch der bis dahin möglicherweise schon bestätigte zweite Bürgermeister zu den Festlichkeiten als Gast! geladen sind, läßt sich gleichfalls aus dem Inhalt des Telegramms schließen, ändert aber auch nichts an dem unpolitischen Charakter der dynasli- scheu Veranstaltung. Als eine solche, die die an Hoffeierlichkciten ja auch nicht besonders interessierte Mehrheit der Bevölkerung nicht weiter berührt, werden unsre Parteigenossen im Roten Hause den Fall auffassen. wenn der Oberbürgernicister ihn ans Anlaß de§ Telegramms am Ende doch in der Stadtverordneten- Versammlung zur Sprache bringen wird. Sollte weiter in vielleicht mißverständlicher Austastung des Telegramms unser Magistrat der Stadtvcrordncten-Vcrsaminlung nnt Forderungen zur Ausschmückung von Straßen und Plätzen komme», so werden unsre Genossen gewiß nicht verfehlen, des ferneren darauf hinzuweisen, daß eine solche Vorlage ihres in die Politik ein- greifenden Charakters ivegen große Bedenken hat und unangenehme Folgen heraufbeschwören kann. Aus der Angelegenheit des Denkmals für die Märzgefallenen und aus den Hindernissen, die der Minister 1895 der Absendung jener gegen die Umsturzvorlage gerichteten Petition in den Weg zu legen suchte, ist ja sichtbar, daß die Regierung immer, wo Dinge in Betracht kommen, die entfernt nach politischer Be- thäligung aussehen könnten. sich peinlich bemühen wird, die kommunalen Behörden in Schranken zu halten. Ganz gewiß wird daraus die nötige Lehre gezogen werden müssen. Die nächste Sitzung der Stadtvcrordneten-Vcrsammlung wird sich, wie wir erfahren, mit einer seltenen Angelegenheit zu be- fassen haben. Es soll nämlich die Frage beraten werden, ob die Stadtverordneten-Versammlnng dem ältesten Sohn des deutschen Kaisers zu seiner Großjährigkeit, die nächstens eintritt, gratulieren soll. Die neueste Postreform hat sich bis heute noch wenig Freunde erworben. Das Publikum fühlt sich durch das nichts iveniger als prompte Funktionieren der jetzigen Einrichtungen zu heftigen Be- sch werden veranlaßt, und die Stimmung der Beamten und N n t e r b e am ten, welche durch die Neuorganisation ihre Arbeits- lesttung erheblich erhöht sehen, wird hierdurch nicht verbessert. Fast täglich laufen bei den Postanstalten zahlreiche Beschwerden ein»nd in den weitaus meisten Fällen betreffen diese die verspätete Zu- stcllung der Briefschaften und Zeitungen. Auf einzelnen Postämtern sucht man dieser Verspätung, die lediglich durch den Mangel an Beamten gegenüber der enormen Vermehrung der zu befördernden Postsachen entsteht, dadurch entgegeuzutreten, daß ein großer Teil der schon für die erste Post einlaufenden Zeitungen und Drucksachen für den zweiten und dritten Bestellgang zurückgestellt wird. ES iverdcn also bci� diesen Acmtern zunächst nur die Briefe sortiert, von den eingetroffenen Zeitungen aber nur diejenigen für den ersten Bcstcllgang mitgegeben, die schon mit dem Rainen des Empfängers haben versehen iverdcn können, da auch für diese Arbeit zu wenig Beamte vorhanden sind. Am meisten unter dieser neuen �„Postrcform" zu leiden haben wieder die Vororte, für welche die kurze Freude des prompteren Brief- Verkehrs mit Berlin und den Nachbarorten, wie er seit November borigen Jahres bis jetzt infolge der veränderten Briefkastenleerung und Postsachciiabsertignng namentlich in Berlin endlich einmal ein- getreten war, seil dem 1. April wieder zu Wasser geivorden ist. Denn während in den fünf glücklichen Monaten Postsachen, die abends um'/s12 Uhr dem Briefkasten entnommen waren, z. B. in Steglitz, Charlottenburg, Rixdorfzc. bereits mit der ersten Bestellung an ihre Adressaten gelangten, sind sie jetzt z. B. nach Steglitz volle zwölf Stunden unterwegs, bevor sie dort be stellt iverden; ja am letzten Sonnabend sind sogar Post sendungen, die am Freitag noch vor 12 Uhr nachts am Postamt „Potsdamer Bahnhof" selbst in den Briefkasten gesteckt wurden, noch nicht einmal um 12 Uhr mittags in den Häiiden der Empfänger gewesen, während andrerseits Zeitungen, die in Steglitz am Sonnabendabend noch vor 8 Uhr zur Post gegeben wurden, am Sonntagmorgen in Schönebcrg noch nicht zur Bestellung gelangten, sondern mit 24 stündiger Verspätung erst am Montagmörgen!'Aus R i x d o r f werden gleiche Verspätungen gemeldet. Alles in allem genommen, hat die neueste„Reforni" dem Publikum nicht nur keine Verbesserung, sondern sogar eine ostenbare Verschlechterung gebracht. Die Besuchsziffer der Realschulen Berlins hat, nachdem sie bisher unausgesetzt gestiegen war. in den letzten Jahren Neigung gezeigt, wieder herunterzugehen. In das jetzt abgelaufene Winter« Halbjahr 1899/19(X1 konnten die 12 Realschulen nur mit einer Besuchs- ziffec von 5188 Schülern eintreten, während sie da? Winter- Halbjahr 1398/99 mit 5239 Schülern und das Winterhalbjahr 1897/98 mit 5293 Schülern eröffnet hatten. Der Winter 1897/98 bezeichnete den Höhepunkt; bis dahin war keine Unter- brcchung der Zunahme des Besuchs eingetreten. Die Ursache des Rückgangs, der sich seitdem bemerkbar gemacht hat, ist darin zu suchen, daß die Bewohner der Vororte die Berliner Realschulen jetzt weniger in Anspruch nehmen, weil die Vororte zum Teil ihre eigenen Schulen mittleren und höheren Grades bekommen haben. Zurückgegangen ist thatsächlich nur die Zahl der auswärtigen Schüler. Sie stellte sich zu Beginn des Winterhalbjahrs 1899/1909 nur noch auf 429, während sie drei Jahre vorher»och ziemlich 899 betragen hatte. Die Zahl der Berliner Schüler dagegen ist bis in das letzte Schuljahr ununterbrochen gestiegen. Eine weitere, sehr erhebliche Zunahme wird voraussichtlich in den nächsten Jahre» ein- treten, ivenn die dreizehnte Realschule in Moabit(am Schleswiger Ufer) eröffnet sein wird. Bon dem Sommerfahrplan der Eisenbahndirektion Berlin ist soeben der endgültige Entwurf ausgegeben worden. Abgesehen von einigen kleinen Veränderungen bringt er neu gegen den bereits im Auszug mitgeteilten ersten' Entwurf eine Reihe von Sonn- und Feiertagsziigen im Vorortverkehr. So sind von der Stadtbahn �»ach Potsdam im ganzen sechs Sonntagszüge neu vorgesehen. Sie verlassen den Schlesischcn Bahnhof um Igvo, 12", i«8, ki'i 710 m,j) 742 Die Gegenzügc verlassen Potsdam um I�S. 52", 3°', 830 und 19�, wovon der letzte nur bis Charlottenbnrg fährt. Auch nach Spandau und Nauen sind eine Reihe von Sonntagszügen neu eingelegt. Nach Spandan gehen vom Lehrter Bahnhof 9�, 300 und 10 25 Züge, vom Schlesischen Bahnhof über die Stadtbahn im ganzen 19. von 12vv bis 9� abends unter Einführung der entsprechenden Gegcnzüge von 1� bis 11� abends. Nach Nauen sind 2 Sonntagszüge vorgesehen, lO® und 3®. Der Sonntagsfahrplan nach Erlner bringt 19,»ach FrUdrichShage» außerdem 2 Züge. Sie verkehren nach Erkner vom Schlesischcn Bahnhof 7W,(jw, IlM, 1953, II12, II38, 1222 und l15, von Charlottcnburg außerdem 8�, II31 und 1°*; nur nach FriedrichShagcn verkehren vom Schlesischcn Bahnhof Züge»in 8>3 und von Charlottcnburg 8�. All' diese Sonn- und Fciertagszüge laufen nur bis zum 8. September. Für die Wannfeebahn endlich werden Sonderzüge dem Vcrkehrsbednrfnis entsprechend an Sonn- und Feiertagen neu angekündigt. Neue Strecken der Großen Berliner Straßenbahn. Der Magistrat hat bei der Stadtverordneten-Versanimlung die Zustim- mung nachgesucht, daß der Großen Berliner Straßenbahn zum Bau und Betriebe folgender Ergänzungsstrccken ihres Bahnnetzes die Ge- nehmigung erteilt werde: i. Küstriner Platz— Königsbergerstratze bis Frankfurter Allee, 2. Friedrich Karl-Ufer zwischen Straße Alt- Moabit und Karlstraße. 3. Vinetaplatz— Swincmünderstraße— Ramler- straße, 4. Göbcn-— Pallasstraße, 5. Kommandantenstraße von Linden- bis Bcuthstratze, 6. Grünanerstraßen-Brücke, 7. Kolonie- straße— Drontheimerstraße— Weichbildgrenzc, 8. Huttenstraße, 9. Wienerstratze am Sprcewald-Platz, 19. Glogaucrstraße zwischen Reichenbergcrstraße und Kottbuser Ufer, 11. Thielen- Brücke, 12. Stendaler- und Salzivcdclerstraße. Für sämtliche Strecken sollen die Bedingungen des Bctricbsumwandlungs-Vertragcs vom 2. Juli 1897 bis 19. Januar 1898 mit folgenden Erweiterungen Platz greifen: a) Für die unter 1, 2 und 3 aufgeführten Strecken hat die Gesellschaft die Mitbenutzung unabhängig von dem im§ 39 des genannten Vertrages vereinbarten Mitbenutzungsrecht und ohne die daselbst unter Nr. 1—3, sowie hinsichtlich des Maßes aufgeführten Beschränkungen zuzulassen, jedoch ist der Magistrat berechtigt, an Stelle der Mitbenutzung nach seiner im freien Ermessen stehenden Wahl auch die Ucbereignnng der sämtlichen Anlagen dieser Strecken zu verlangen. In diesem Fall sind der Gesellschaft die ihr er- wachsencn Herstellungskosten abzüglich in ordnungsmäßig ab- geschriebenen Beträgen zu erstatten und sie behält das Recht auf Mitbenutzung, d> als eine Gegenleistung für die lleberlasiung der Strecke zu 19(Gloganer Straße) hat die Große Berliner Straßen- bah» das unbeschränkte Mitbenutzungsrecht für diese Strecke als auch für die bereits vorhandenen Gclcisanlagen in der Holzmarkt- straße von der Straße An der Stadtbahn bis Lange Straße und in der Prenzlaucr Allee von Josty- bis Saarbrücker Straße ein- zuräumen. Auf dem Bahnhof Tiergarten hat sich der 25 Jahre alte Bnchhandlungsgehilfe Gustav Johl erschossen, der seit zwei Jahren in der Buchhandlung von Nanck in der Friedrichstr. 52/53 beschäftigt ivar und in der Prcnzlauerstr. 47 bei einem Fräulein Michaelis ein möbliertes Zimmer bewohnte. Der junge Mann war seit Freitag voriger Woche nicht mehr im Geschäft niid in der Wohnung. Der Selbstmord soll mit Familienangelegenheiten zusammen hängen. Die Mutter JahlS traf gestern, DicnStagmorgen, hier ein. In der Angelegenheit Tuttas-Böttrich, über die wir Sonn- abend nach der„Berliner Zeitung" berichteten, erhalten wir folgende Zuschrift: Die Nr. 82 des„Vorwärts" vom 7. d. M.. Beilage 2, enthält die Mitteilung unrichtiger Thatsachen, deren Berichtigung ich. soweit sie meine Person betreffen, beanspruchen darf. Gemäß Z 11 des PreßgesetzcS ersuche ich uni Aufnahme folgender Berichtigung: ES ist unwahr, daß ich in dem Prozeß deS Heizers Tuttas gegen meinen Sohn, den Oberlicutenaiit Büttrich, Schriftsätze eingereicht und dem Kläger einen Vergleich angeboten habe. Leipzig, den 9. April 1999. Böttrich, RcichSgcrichtsrat. Die Nachforschungen nach den Mörder» der SchiffcrSfran GraSnick, die eine große Anzahl von Polizeibeamteu unausgesetzt beschäftigt haben, sind bisher leider erfolglos geblieben. Als dringend verdächtig war, wie wir seiner Zeit mitteilten, der Schlächter Gensicke auf einen von, Staatsamvalt bei einer Ortsbesichtigung und einer umfangreichen Zeugenvernehmung an der Mordstclle ans- gefertigten Hastbcfehl nach Moabit in Untersuchungshaft gebracht worden. Es ist dem Verdächtigten jedoch gelungen, einen uiiantast- baren A l i b i b e w c i S zu führen, und man bat ihn daher wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein gewisicr Paul Günther, der nach der vorläufigen Festnahme Gcnsickcs noch gesucht wurde, ist ebenfalls ennittelt worden. Gensicke und Günther waren in Königswusterhausen zusammen. Jener ging dann nach Schmöckwitz zu. aber, ivie jetzt erwiesen ist, erst nach der Zeit, zu welcher der Mord verübt sein muß. Günther wandte sich nach Münchcberg und legte den Weg dorthin teils mit der Bahn, teils zu Fuß zurück. Er wurde in Münchcberg bei Verwandten ermittelt und ein gehend verhört, aber auch er konnte nachweisen, daß er zur Zeit deS Mords in der Gegend der Mordstelle nicht gc- ivesen ist. Nunmehr hat der Regierungspräsident von Potsdam die auf die Ermittlung der Mörder aus» gesetzte Belohnung auf 8999 Mark erhöht. Aus ver- schiedcnen Orten deS Kreises Teltow sind Gendarmen zusammen- gezogen worden, die den Ermittclungsdienst in bürgerlicher Kleidung versehen. Auch die Berliner Kriminalpolizei ist mit der Angelegen- heit noch fortwährend beschäftigt. Ihre Thätigkeit zur Aufklärung des abscheulichen Verbrechens ivird vom Kriminalkommissar Damm geleitet. Zu den Unterschlagungen in einem Hamburger Export- hause, über die wir gestern berichteten, ivird mitgeteilt, daß es sich um daS Hamburger Haus Moritz R 0 s e n b l u m handelt. Die beiden Angestellten, die zweifellos gemeinsam die Betrügereien ver- übten, sind der in Hamburg ansässige Prokurist der Firma Namens W i e d e h 0 l d und der hier in der Schützenstr. 46/47 wohnhafte Ver- treter des Rosenblninschen Hauses, Julius Hammer, dessen Geschäftsräume einstweilen polizeilich geschlossen sind. Ein großer Eierdiebstahl ist Montagnachmittag in der Holz- marktstraße verübt worden. Der Eierhändler Pape aus Schöneberg holte mit seinem Einspänner vom Schlesischen Bahnhof 19 Kisten Eier im Wert von 899 M. ab. Auf den, Heimwege fuhr er gleich bei dem Kaufmann Jürgens in der Holzmarktstraße vor und lud Hierselbst eine Kiste ab. Dabei hielt er sich ungefähr 19 Minuten auf. Als er wieder auf die Straße kam. waren Wagen und Pferd mit der Ladung verschwunden. Drei jugendliche„Kinderfrenndc" sind durch das energische Eingreifen mehrerer Lehrerinnen der 187. Gemeindeschule in der Lüneburgerstraße(Moabit) dingfest gemacht worden. Die viel- versprechenden Jünglinge, von denen der Aelteste höchstens siebzehn Jahre zählte, wurden von den Lehrerinnen einem Schutzmann über- geben. Feuerbericht. Einer seltenen Feuersicherheit erfreut sich Berlin seit mehreren Tagen. Alarmierungen erfolgten nur vereinzelt und waren außerdem meistens auf blinden Lärm zurückzuführen. So war eS auch Dienstag bei einem Rufe der Wehr nach Georgenkirch- play 1 und nach Reinickendorferstr. 18a. Montagabend war bei Buggenhagcn am Moritzplatz der Fußboden in Brand geraten, der jedoch mit einigen Eimern Wasser erstickt werden konnte. Eine Ausstellung von Schülerarbeiten veranstaltet die 4. Fort- bildungöschule Heinersdorferstr. 18 am 15., 15., 17. April vormittags von 9—1 Uhr. Sie giebt Zeugnis von den Fertigkeiten, die sich die Schüler, Kaufmanns- und Handwerkcrlehrlinge, angeeignet haben. Die sachliche Aus- bildung finden die Schüler in den Fachklafseil für Schlosser, Maschinen- bauer, Mechaniker, Tischler, Lithographen und Maler, und besonders diese Abteilungen der Ausstellung zeige,» den Besuchern den Fleitz der Schüler und das Bestreben der Lehrer, daS Praktische im Unterricht zu betonen. AlS eine Neuerung ist die Auslage von Schülcrheften in der Stenographie sowie ein Lehrgang in der, Kurzschrist in Verbindung mit Maschinenschreiben zu bemerken. Der Direktor der Berliner Sternwarte, Prof. Dr. Wilhelm Förster, beging gestern das 25 jährige Jubiläum als Ordinarius an der hiesige» Universität. In der„Urania" ist gestern eine Rciseschilderung aus Kamerun, die ein deutscher Arzt, Dr. Krüger, zu Papier gebracht hatte. von dem Rhctor des Instituts, Herrn Cotta, vorgetragen worden. Der Vortrag enttäuschte. Er bestand aus Schilderungen, wie sie ein Main», den der Zufall eii»ige Tage Tropenluft schnappen ließ, i» Schiida daheim am Biertisch zuin Besten giebt. Wir er« ftihren, daß in Madeira der vulkanische Boden so glatt ist, daß man alif Schlitten fährt, daß die Führer dieser Vehikel die Fremden prellen, daß die Kakaoplantagcn in den deutschen Kolonien sich bald gut rentieren werden, daß die Agenten der Hamburger Handels- hänser in ihren einsamen Niederlassungen sich über den Besuch der Fremden freuen, nnd was dergleichen mehr ist. Von einein Eingehen ans das, was»ins Deutsche vor allem intcressicrcn»miß. auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in Kamerun, auf die Beziehungen der An« sicdler zu den Eingeborenen, auf die Zukunft der Kolonie k. fand sich in dem Geplauder kaum eine Spur. Bald wurde klar, daß der Vortrag nichts andres sein sollte und infolge der wenigen Augen- blicke, die Herr Krüger an der afrikairischen Küste zugebracht hat, wohl auch nichts andres sei» konnte, als das oberflächliche Glossarinn» zu einer stattlichen Anzahl allerdings wohlgelungener und in ihrer farbigen Beinalung durchaus wirksamer Photographien, die mit Geschick von den» Reisenden aufgenommen ivordcn sind. Wegen einer solchen, für das Kaiser-Panorama vortrefflich geeigneten Bildersens aber das wissenschaftliche Theater der Urania bcinühen, geht eigentlich ein bißchen Ivcit. Theater. J»»„ S ch i l l e r- T h e a t e r" ist die Besetzung der Haupt- rollen in de»» heute zum erstenmal neu einstudiert in Scciie gehenden dramatischen Gedicht„Brand" von Ibsen folgende: Brand: Ferdinand Gregori; seine Mutter: Agnes Werner; Einar: Georg Päschke; AgneS: Marianne Wulf; Voigt: Leopold Thurncr; Doktor: Max Patcgg; Probst: Enden; Gerd: Grete Meyer; Zigcuncnveib: Allvino Wicckc.— Im „Deutschen Theater" tritt am Ostcrniontag Georg Engels nach seiner Rückkehr von einen» längeren Urlaub zum erstenmal wieder ans; er spielt in der Nachniittags- Vorstellung den„Kollege Crainpton". Im übrigen gestaltet sich der Feiertags-Spielplan folgenderniaben: Sonntag- nachmittag:„Der Meister vo» Palmyra"; Sonntagabend:„Winterschlaf", hieraus:„Paracelsus"; Montagabend:„Der Prodekandidat"; DiciiStag- nachniittag:„Die versunkenc Glocke"; Dienstagabend:„Der Biberpelz".— „tz 184". schwank in 3 Akten von Ralph Gobbins ist der Titel der nächsten Novität im Belle-AIliance-Theater.»nit welcher die Sonnner- saison eingeleitet werden soll.— Die„Deutsche Volksbühne"(Direktion Victor Laverrenz und Robert Wach) hat mit der Direktion des Belle- Alliancc-TheaterS einen Vertrag abgcichlossen, wonach erstere eine Reihe von Nachinittags-Soiideruorstcllungen aus der genannten Bühne veranstaltet. Die erste dieser Aufführungen findet am Donnerstag, den 12. April, und zwar ausnahmsweise abends 8 Uhr statt. Zur Darstellung gelangt daS bürgerliche Trauerspiel„Maria Magdalena" von Friedrich Hebbel mit Marie Holgers in der Titelrolle und Herrn Hosschauspieler Albert Heine und Ewald Bach vom Schiller-Theater alS Gast. Druckfehler-Berichtigung. In den gestrigen Artikel„Die Streikklausel" haben sich einige grobe Druckfehler eingefchlicheiV Zeile 18 von unten nniß es heißen„das ist nichts als eine Farce" statt„Form" und Zeile 24 von unten„Streit" statt„Streik". Ans de» Nachbarorten. Die Schöncberger Stadtvcrordnctcn-Vcrsainmlnng nahm in ihrer Sitzung vom 9. April eine Vorlage des Magistrats betr. die A» st e l l u n g eines T e l e g r a p h c n in e ch a n i k e r s bei der städtischen Feuerwehr mit dem' Vorbehalt an, daß für die Zukunft bei Besetzung ähnlicher Stellen eine öffentliche Ausschreibung statt- zufiiideii habe. Eine längere, oft heftige Debatte zeitigte der Bericht deS AuS- fchufscs über die E n t s ch ä d i g n n g s ä n s p r ü ch e der Frau Klüt h. Dieselbe verlangt, wie wir schon mitgeteilt haben, für ein 3l2 Quadratnieter großes Vorgartenterrain,'welche? zu Schank- zivcckcn diente»nd»nnniehr zwecks Verbreiterung der„Prachtstraßc" abgetreten werden soll, die respektable Summe von 14 999 M. Diese Forderung ivar selbst uiisren Stadtvätern„starker Tabak" nnd ein zu diesem Zivcck eingesetzter Ausschuß hatte den Auftrag erhalten, die ganze Sachlage noch einmal zu prüfen. Hierbei stellten sich nun ganz cigcntliinliche Verhältnisse heraus. Vom Referenten wurde festgestellt, daß eine Konzession z»»»» Schankbetriebe für den Vor- garten 11 i e erteilt worden ist; ferner ist die Anlage eines Vor- garten? nur uiiter der Bedingung gestattet, daß derielbe sorgfältig miaelegt und gepflegt wird. Die unentgeltliche Beseitigung hat je- doch zu erfolgen, sobald dies aus größeren V e r k e h r S rii ck- sichten verlangt ivird, aiich ist im Fall der später etwa»otwcndig werdenden Verbreiterung der Straße daS erforderliche Terrain von» Grundstück beziehungsweise Vorgarten frei« zulegen. Berücksichtigt man dies, so erscheint die hier geforderte Sumnie' exorbitant hoch. Unter großer Ver- wundcrnlig der Stadtverordneten erklärte der erste Bürgermeister den Inhalt eines B a>» f ch c i n S für rechtlich nicht maßgebend und ersuchte um Annahme der Forderungen. Dem»vidersetzte sich nntrr Zustimmung der Vcrsamineltcn der Stadtv. H a a s e, indem er an der Hand'eines reichen Materials den Nachweis führte, daß diese Eigentümerin durch Wegnahnie deS Vorgartens bedeutend höhere MietSeiimahmci» zu verzeichnen nnd daß sich der Wert des HanfeS nach Urteil Sachverständiger»nn 59 999 M. gehoben habe. Er be- zeichnete die Forderung von 14 999 M. für viel zu hoch und hält 1499 M. für reichlich bemessen. Die Sachlage stellte sich»ach Einsichtnahme der Akten derartig kompliziert dar, daß die weitere Beratung in geheimer Sitzung fortgesetzt lvnrde und mit A b- l e h n u>1 g der Vorlage endete. Die von den Stadtverordneten bei Erlaß von Polizei« Verordnungen verlangte Mitwirkung lvnrde von dem Stadtvcrordncten-Vorsteher G. Müller»nit dc>n Hinweis be- gründet, daß es sich empfehle, bei Erlaß wichtiger, in das Gcwerbslebei» tief eingreifender Bestimmungen, ähnlich wie in Berlin, erst die Stadtverordnetcn-Verfaminlung, in der praktische Männer säßei», zu hören. Der Bürgermeister erwiderte, daß seines Wissens die Berliner Stadtverordneten nur bei der Verordnung der Kinderarbeit, weil ihrer Initiative entsprungen, gehört»vurde». Eine Resolution iin Sinn der Antragsteller wurde angenomincii. Sodann beschloß die Stadtverordneten-Versammlnng eine Anzahl Straßen nmpflastern zu lassen. Die Kosten für die neuen Straßenbauten belaufen sich auf 342 999 Mark. Es sollen»nit Asphaltpflaster in diesem Jahre noch versehen werden: die Sponholzstraße im Friedenauer Ortsteil, die Feurig- und Albertstraße in Alt-Schöneberg und die Verlängerung der Neuen Winterfeldtstraße am Victoria-Lnisenplatz, während die übrigen Straßen bezw. Stratzenteile, darunter auch die Stubenranch« und Neue Culmstratze sowie die neue Steglitzer Grenzstraße Reihen- stein-Pflaster oder, solveit diese Straßen'strecken erst neu hergestellt werden, provisorische Pflasterung erhalten werden. In Lichterfclde stand die Lehrerin R. vor einigen Wochen bekanntlich unter dem Verdacht, in der HauShaltnngSschnle, wo sie angestellt war, sich der Brandstiftung schuldig gemacht zu haben. Da an der geistigen Zurechnungsfähigkeit der Lehrerin Zweifel be« stehen, hat der Staatsanwalt, der ein Untersnchungsverfahren gegen sie eingeleitet hatte, nunmehr das Verfahren in der Sache eingestellt. Durch einen Sprengschnß schwer zn Schade» gekommen ist gestern der Steinhauer Wilhelm K l a u sch aus der Zicthenstr. 36 m R i x d 0 r f. Die Finna Brick u. Tolle läßt zur Zeit an der Frankfurter Chaussee Ausschachtungsarbeiten vornehmen, wobei auch einige Steinblöcke zu sprengen sind. Mit dieser Arbeit war Klau sch veauftragt. Als derselbe nun gestern vorinittao eine Sprenaunq vornehmen ivollte, ging der Schuß zu früh loS und fuhr die ganze Ladung dem Bedauernswerten in die linke Hand, die schwer verbrannt wnrde. .. ßj*1 Grunewald fit der Nähe von Schildhorn erschossen hat sich ein unbekannter, dem Arbeitcrstand angchörigcrMann, dessen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten. Der blevolvcr, mit Ivelchem der Selbstmord verübt worden, lag auf der Brust der Leiche und enthielt noch fünf Schuß. Der Unbekannte ist ungefähr SO— SS Jahre alt, ca. i,7S Meter groß und ist bekleidet mit braunem Jackcttanzug. schwarzen Schnürschuhen, weiß und rot gestreiftem wollenen Hemd und blauem Chemisett mit roten Sternen. Vvvmifchkes. Hochwaster-Nachrichtcn. Infolge der starken Ncgcngüsse der lehtcu �.agc ist in Leipzig Hochwasser eingetreten.' Die Elster uiib deren Nebenflüsse sind in rapidem Steigen begriffen. Im B o g t l a n d e sind neue Schneefälle niedergegangen.—- Iii Luudenburg au der Nordbahn in Mähren herrscht eine U e b e r s ch w e m m u n g. wie sie seit undenklichen Zeiten nicht dagewesen ist. Die Gefahr ist sehr groß. Um 2 Uhr nachts waren alle Bewohner der Stadt wach. Die Lundenburger Feuerwehr leistet unter persönlicher Leitung des Bürgermeisters Strigl große Dienste.— Aus Oedenburg wird depeschiert: In- folge des Hochwassers sind in Cseprcg und Fertv-Szent-Miklos m e h r e r e H ä u s e r e i n g e st ü r z t. In Oedenburg selbst wurden mehrere Brücken und die Schwimnischnle fortgcichwcnimt; der Kabolder Damm ist durchbrochen.— Aus Prag meldet ein Tele- gramm: Infolge des Hochwassers stürzte, kurz nachdem ein Personen- zug passiert hatte, der dreißig Meter lange B a h n d a m in der böhmischen Nordbahn auf der Strecke Politz-Landan ein. Der Ver- kehr mußte eingestellt werden. _ Durch die Strandmig deS PostdampferS„Rex" an der Külte Nügens sind auch die Boeren in Mitleidenschaft gezogen worden. Der„Rex" hatte nämlich auf seiner letzten Fahrt fünf Kisten rauchschwaches Pulver im Gewicht von 330 Kilogramm an Bord, die später als Wrackgut geborgen und mit dem Dampfer „Suca". der vorläufig an die Stelle des..Rex" getreten ist, nach Trcllcborg zurückbefördert wurden. Diese Pulvcrgeschichte wird übrigens noch die schwedischen Gerichte beschäftigen, da der Ab- sendcr, ein Pnlverfabrikant in Landskrona, die Sendung als explosive Waren 2. Klasse bezeichnet hat, während der Staatsanwalt sie für solche 1. Klasse erachtet, die nicht mit einem Passagierdampfcr ver- sandt werden dürfen. Deshalb hat der Staatsanwalt die Kisten mit Beschlag legen lassen und Auflage erhoben. Zur Pariser Weltanöstellung. Die französische Negiening hat angeordnet, daß am 14. April, dem Eröffnungstage der Aus- stcllnng, alle öffentlichen Gebäude Frankreichs und Algeriens flaggen und abends beleuchtet werden sollen. Auf dem A n s st e l lu n g s- platz herrscht inzwischen große Verwirrung; 1100 Güterwagen für das M a r s f e l d harren vergebens der Ausladung, da die nach der Ansstellung führciidcn Linien unzureichend sind. Die Verlegenheit der Eisenbahngcsellschaftcn wurde noch durch den Befehl des Direktors der Ausstellung vermehrt, daß vom 11. bis zum 18. April keiiierlei Wagen auf dem Ausstcllungsplatz zugelassen würden. Die Eisenbahngesellschaften, die ihr rollendes Material dringend gebrauchen, erheben ebenso wie die Aussteller Beschwerde. Selbstmord begangen hat in einem Anfall von Geistesgestört- hcit der frühere Bürgermeister von A r n s w a l d e, Klauke. Seit- dem er im Herbst vorigen Jahres, nach Ablauf seiner zwölf« jährigen Wahlperiode nicht wiedergewählt worden, war er tief- sinnig geworden. Er war früher Gcrichtsbeamter. Der Unglückliche hat sich in einein der Stadt benachbarten See ertränkt. Zu dem Doppelmord in Roveredo wird gemeldet, daß in Wien eine verdächtige Persönlichkeit verhaftet worden ist, deren Name bisher von der Polizei nicht bekanntgegeben wurde. Der Verhaftete ist 33 Jahre alt. in Dcutschböhmcn geboren und bisher iiubescholten. Er beteuert seine Unschuld. Er wohnte zuletzt bei einem Nordbabn-Bedicnsteten in der Nordwestbahnstraße. Der Bc- treffende soll sich um die Hand der ermordeten Nichte des Dr. Alton beworben haben, aber wegen seiner wenig einkönimlichcn Stellung zurückgewiesen worden sein. Abcrglaubcn in der bornehmen Welt London». Das Westend Londons beschäftigt gegenwärtig die Verhandlung gegen „Madame Z u l e i k a", olks Zulcika Cavalier, die angeklagt ist, gew ahrsogt zu haben. Bei den früheren Verhandlungen waren eine Anzahl Zeugen erschienen, die ihre Erfahrungeii mit der schwarzen Knust Madame Zulcikas erzählten. Unter andern wurde ein Brief eines Offiziers in Südafrika vorgelesen, der sich darin bitter über Zulcika beschwerte, da sie ihm nicht prophezeite, welches Unglück sein Rcgi- mcut betreffen werde. Vor Eröffnung der gestrigen Verhandlung war die Galerie mit Damen der vornehmen Welt angefüllt. Madame Zulcika selbst trug ein pompöses orientalisches Gewand von roter Seide, an den Armen, die bis zum Ellbogen entblößt waren, sechs massivgoldne Armbänder mit Juwelen besetzt, die Finger waren mit Ringen besteckt. Zunächst wnrde eine An- zahl von Briefen vorgelesen, die im Hanse der Wahr- sagerin gefunden worden! waren. Die Anforderungen, die darin an Zulcika gestellt waren. ließen an Mannigfaltigkeit nichts zu wünschen übrig; die eine wollte einen bestimmten Mann haben. der andre wissen,' wer bei dem nächsten Derby gewinnen werde. Das Contobnch wies miS, daß die Dame im Jahr 1899 19 000 M. ver- dient hat. Eine Zeugin erklärte, daß Znleika eine sehr gute und mächtige Dame sei und Hunderten gute Dienste geleistet habe. Der Verteidiger sagte, daß Zuleika keine Wahrsagerin sei, vielniehr habe sie durch sorgfälliges Studium die Fertigkeit erworben, die Veranlagung jeder Person zu erkennen. Sie glaube durchaus an ihre Macht, habe jedoch nie behauptet, mit den Geistern zu verkehren. Sic habe vielen Dienste erwiesen, eine Dame habe ihr geschrieben:„Sie haben mich von der„Stella* seinem im Kanal gesunkenen Dampfer) gerettet und ich danke Ihnen. Ich vermache Ihnen 1000 Lstr. und segne Sie." Lebhafter Beifall der Ladies im Publikum unterbrach hier den Ver- tcidiger. Der Slichter kam nichtsdestoweniger zu dem Schluß, daß die Angeklagte sich strafbar gemacht habe und verurteilte sie zuSOOM. Geldstrafe und 200 M. Kosten. Tic Pest. In Sydney sind 93 Erkrankungen an der Pest und 29 Todesfälle amtlich gemeldet worden. Im Zeitalter der„lfrnsts". In Amerika wird man schließlich weder essen, noch trinken, noch sich kleiden, noch irgend etwas konsumieren können, ohne irgend einem„Drust," einen Tribut zu zahlen. Darauf weist ein New Aorker Blatt in humoristischer Form hin, indem es die Beschreibung eines Diners giebt. Der Kellner bringt den„cocle-tail", dessen Hauptclcmeut, der Whisky, sich unter der„Kontrolle" des„IVbislrv-Trust," sKapital: 125 Million Dollar) befindet. Die Suppe hängt von dem„Bssk Trust" in Chicago (100 Millionen Dollar) ab; die Austern von dem jüngst gegründeten „Ctyster Trust"(5 Millionen Dollar). Man verlangt Nebcngerichte („bors d'oeuvre"): Radieschen. Sellerie, Olsven. und wird von dem„E'ann and Daily Product Trust"(15 Millionen Dollar) besteuert. Beim Fisch erscheint der»Rsfi Trust"(10 Millionen Dollar); beim Braten der„Pcnvls Trust"(20 Millionen Dollar). Nun kommt der Nachtisch: der Pudding ist ein Produkt der»American ITIeur Co."(120 Millionen Dollar); die Kuchen kommen von der„.Amsriean Bakers Co."(120 Millionen Dollar); das Obst von der»American Prüft Co."; die Biskuits vorn»National Biscuit Trust"; die Schlagsahne von der»American lee Cream Co." Man will eine Tasse Kaffee trinken und eine Cigarre rauchen: man darf das„Coffee Syndicate"(60 Millionen Dollar) und den„Todacco Trust" (75 Millionen Dollar) nicht vergessen! DaS sind wirklich etwas viel „Trusts" auf einmal. In Amerika können sich wenigstens die Arbeiter ohne Polizeischerereien den Unternehmern gegenüber koalieren I Marktpreise von Berlin am 9. April IUOO nach Erinittlimgen des tgl. Pollzcipräudiniiis. »)Metzcii D.-Ctr. �Roggen FuUer-Gcrße, Hafer gut „ mittel „ gering Nichlstroh» Heu stiSpeisebohiieii, flümitn, Kartoffeln, neue Nindileisch, Keule 1 kg to. Bauch, ) Enuiltelt pro 15,0ö| 14,25 14,10 14,50 14,20 13,80 4,50 7,20 40,- 45,— 70,- 7,- 1,60 1,20 Tonne 15,— 14,20 13,90 14,30 14,- 13,70 4,00 4,80 25,— 25,— 80,— 8,- 1,20 1- von Schwemesleisch Kalbfleisch Hamiuelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechle Barsche Schleie Bleie Krebse 1kg L0 Slück 1 kg per Schalt 1,60 1,60 1,60 2,60 4, 2,20 3,— 2,60 1,80 1,80 3,- 1,20 12,- !,— 1,— 1,- 2,- 2,40 1,20 I- I ,- 1,- 0,80 1,20 0,80 3,50 der Centraistelle der Preutz. tland- wirtschastslaiuiuerii— Notierungsslelle— und umgerechnet vom Polizei- prähdiuiu für den Dvppelceutner. st) Kleinhandelsvreiie. Prodiiktenmarkt vom 10. April. Auch heute zeigte sich vermehrtes Augebot in effektiver Ware, doch war Kauflust nicht vorhanden. Die schwache Tendenz des Effektivgeschiists kam jedoch in der Preisgestaltung nicht zum Ausdruck, da Fefligkeit der Stimmung für Lieferungen einen Rückgang ver- hinderte. Jni LieseriwgShandel setzten Weizen und Roggen tni Anschlnb an höheres Paris und gebeperte Schlutzpretfe in Nordamerika fest ein, schwächlen sich späierhin bei ausgedehnter Luftlosigleit des hiesigen Marktes wieder ab, erholten sich jedoch nochmals, da Pest 20 Kreuzer höher kam, und schloffen 0,25 bis 0,50 M, besser als gestern. Hafer lag still aber entschieden fest im Einklang mit Brotgetreide, Mais nominell unverändert: ebenso Rüböl.— Am Spiritus markt wurde 70er loco mit 48(ff- 0,t0) ge- handelt.— Weizen mit Anöschlnh von Rauhwetzen per 1000 Kilo loco märkischer mittel 146 M,, do. guter 148 M.. to. seiner 152 M. ab Bahn. Normal- gewicht von 765 Gr. 151,50— 150,<5 Abnahme im Mai, do, 155,50—155,25 Abnahme im Juli, do, 158—158,75 Abnahme im Scpteiuber mit 2 M, Mehr- oder Miuderwert. Abgeschwächt.— Roggen per 1000 Kg. Mär- lischer, guter, 141,50, 142,50 ab Bahn, Normalgewicht von 712 Gr. 145,75 bis 145,50 M Abnahme im Mai, do. 144,50—144,75—144,50 Abnahme im Juli, do. 142,75—142,25 Abnahme im September mit l.SO M. Mehr- oder Minderwcrr.— Hafer toco per 1000 Kilo, feiner ponimericher 137—144, mittel 133—136 poiener mittel 132—135, schlesischer mittel 132—135, feiner mecklenburgischer 138—145. mittel 133—137 ab Bahn. Normalgewicht 450 Gr. Abnahuie im Mai. Mais: Amerik. Mixed loco 119—120, frei Wagen. Mehl: Weizenmehl 00: 18,50—21,50 M. Roggenmehl Nr. 0 und 1 18,40— 19,80 M. Rüböl auf Abnahinc im Mai 56,60, im Ottober 57,00 bis 66,80- 66,80 M._ Briefkasten der Kedaktwn. Die juristische Sprcchftniide findet Montag, TienStag und Freitag von 7—9 llhr abends statt. Zeitgeist, Wien. Seslinsle, Berlin, Fürstenstr, 22. «vitiernugSnbersicht vom 10. April I»00. morgens 8 Uhr Ifeej»Iii ,»« |e«§ 2'-e* Stationen§«)f Welter ol! S- g Iga (c-l|5l i« Sluinemde! 757 SSW j Haiiibnrg 756 SSW Berlin j 758 SSW Wiesbaden 758 W! München Kien 1 759.29 i 758 NW 3 wolkig 2 bedeckt 3 wolkig 1 bedeckt 3h>b,bed, 3 bedeckt Wetier- Prognose für Mittwoch, den Mild, jedoch vorherrschend wollig mit etwas lichen Winden. Berliner Wetterb u reo n. Siailonen tzaparanda Petersburg Cork «berdeen Paris SS SS aü s- 760 30 767{SO 701'- 746© Wettet 4woMg 1 bedeckt 4 wolkig 6hlb,bed öS SS � i ö «?= -1 1 8 7 11. April 1900. Regen und mäßigen süd, MM! III. Wahlkreis. Mtinig (Süd-Osteu.) Sonntag, den 15. April(I. Osterfeiertag), im„K onzerthaus Sanssouc i*(, Kottbuserstrasse 4a: — Matinee— veranstaltet von den Parteigenossen. Auftreten der„Hoifmanuschen Norddeutschen Sänger". Kasseneröffnnug II Uhr.— Billct 30 Pf. Anfanff prilci.e IL LThr. Om zahreichen Besuch bittet_ 215/4 Programm gratis. Das Komitee. Ich habe meine Wohnung ! vom Moritzplatz(Aschinger-Haus) j �achPriiWsstchM. 59 oerlegt. 272b Dr. Ammei, I Specialarzt f. Haut- u. Harnleiden.| �s�MnevZM.«n. Teilzahlung gestattet. Reparaturen in 2 Std. Plombleren von 1 M. an. Zahnziehen schmerzlos. Gprechz.8— 3. w Ortitae Btumeiistraste*5, Jl. Hllllgt, Ecke MarkiiSstraße. IlöutLeliei'liolisi'beitki'-Vei'bgnl!. (2!al>lstelle vorlin.) TonnerStag, den IS. April, abends SVs Uhr: bei Herrn Kellvr, Koppcnstrafte L9. T a g es-O rdnung: Bericht über die bisherigen Verhandlungen durch die Achtzehner-Kommission. Stellungnahme zum 1. Mai. Ausgabe eines Flugblatts. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Berbandsbuch mit Vertrauens- Männerlarle legitimiert. Die Ortsvcrwnitung. Für dl« ausgesperrten Tischler gingen folgende Beträge ein: F. Kirchner, Echöuleinstr. 33, 1,40. Ucberschuß d. Sranzspeude Geldschrankfabrik Bad- straße 4,80. Kranzüberschub von den Arbeitern der Schranbenfabrtk Gbr. Noll 4,—, lleberschuh d. Kranzspende v. Gebr. Bolzant 3,35, Sarafabrtk Klee, Stralaner Alice, 2. Rate, 2,50. Unbekannt durch Z. 3,— Tffchlcrei Lnkat 3,—. Gesangverein„Frohe Stunde", 2. Rat«, 5,—. Werkstatt Rothermnnd Bieiprozeute 11,35. Verband der Schlächter Berlins und Umgegend 8,85. Tischlerei Trost, Dresdenerstr. 87, 10,—. Bergolder von Müller 3,85. Werkstatt Kämmling, Hagelsbergerstr. 62, Bierprozeute 12,35, Chemnicus, Paris, 12,80. Typ ogf raphla. Die Sänger werde» ersucht, zu der hrute(Bkittwoch) stattfindenden Probe behufs Mitwirkung bei der EröffnnngS- feier des GewerkschastShaules am Sonnabend, desgleichen Matinee am Montag, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Arbeiter-Bildungsschnle. Donnerstaff., tm Lokal„Enelischer Hof* den 12. April, abends Viö Uhr, Nene Rossstrasse Jffo. General•Versammlung. 8: Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, des Lehrerkollegiums und der Revisoren. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Anträge. 4. Neuwahl des Vorstands und der Revisoren. 5. Verschiedene». 4/14 RltglicdHbncb legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Charlottenlmrgs. Der„Socialdemokratifche Wahlverein" veranstaltet am Karfreitag einen Ansflng nach Schlachten see. Treffpunkt früh 8 Uhr bei v�srnlckc, BiSmarckpr. 34. 250/6 Der Vorstand. Metallarbeiter des Ostens. Unterzeichnete laden hiermit die Kollegen des Ostens zum Frühschoppen nach dem Lokal l»a»I Lltfln, Lichtenberg. SlNPodienstrassc 1, viL-a-vis der Firma Eckert, zum Freitag, den 18. April. 8 Uhr, ein. Die Vertrauensleute der Firma (federt. 433b «arfreitag und Osterfrtertage: Sprechstunde mir 10—12 Uhr vorm. Dl. i uuuupiif� homöop. Arzt, Siemldtit s.Hdiit-il.ßm- ltidell, zrailtnkriliikhetttll, "' crstr. 27. Ich bin nach Alexaudrinenftr. vv (Ecke Kürassierstrage) verzogen. s435b _ Dr. Crotjahn, Arzt. Falbe 44 Elsasserstr. 44 (am Oranienburger Thor), Bchandl. aller Haut-, Harn- u. Blasenleiden ohneBeriifs- stöning, ohne»chädl. bttttel u, Litte. 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Mittwoch, abends 8 Uhr: Reu einstudiert: Urand. Dramatisches Gedicht in ä Aufzügen v. Henrik Ibsen, übers, v. L. Passarge, bcarb. v. Raph. Löwenseld. Donnerstag, abends 8 Uhr: vranck. Freitag(Karfreitag): __ Geschlossen._ (C rutun l-Clicntci; Tireklion: Jo»ä Forencry. Die Puppe.(La Poup�e). Operette in 3 Akten und einem Vorspiel von Ed. Andrau. Donnerstag: Die Puppe. Sonnabend, den 14. April.(Er- öfsnung der Souimer-Saison.) Berlin nach Elf. Große Ausstattungspo sfe mit Gesang und Tanz. Ofler-Sonntagnachm. zn halben Preisen Ter Bettclstudent. Oster-Montagnachm. zu halben Preisen Der Zigcunerbaron. Abends: Berlin nach Cts. rdaUs-'rkkater. Tat. AmtIVa 6440. Dretdenerstr. 72/73 Drittletzte Woche vor der A b r e i s e nach Hamburg Täglich: Nieseulacherfolg l Im Himmelhof. Thomas, Thielscher, Helmerdittg Jnnkerinann, Paulmüller. Anfang 7r/z Uhr. Morgen und folgende Tage: Im Hininiclhof. Freitag den 13. April(Karfreitag). abends 7'/, Uhr: Oratorium-Auf- sührnng„rllian" von Mendelssohn. Unsnis 1'»,,lt»viinti'a!,«v-IS/IU. Im Theater abends 8 Uhr: „Von den Alpen znm Vesuv." Um 5 Uhr; Dasselbe.(Ermässigte Preise.) Im Hörsaal: „Die Boeren-Kepubliken.'' Invuliilcnatr. 57/(12: Tagt. Stcniwsirte. Kachmlltags 5—10 Uhr. W. Noacbs Theater, Vriiiineiistrabc 10. Bom 9. bis 1ö. April Geschlossen. 1. O-itcr-FcIcrtag;; Das Schloß am Meer. «chauspiel in 5 Akten von Walther. CarlW elss-Theater Gr. Fraiiksurierstrafsc 13X. Täglich: _ m Transvaal. Anfang 8 Uhr. Borziigsbillets haben Gültigkeit. Donnabendnachmittag 4 Uhr: Siuder-Borstellung. Knecht Ruprecht n. die ungezogencu Königskinder Deutecke Konzerlhallen Spandaner Uriicke S. Einzig in feiner Art. Ohne jede Konkurrenz. Billigste Familien- Unterhaltung. Woche»:, abends 8 Uhr freies Entree. Massen-Konzerte. Italien. Janttscharen- Bande Rocco. Tyroler Alpensänger Michel Hopp. Rumänisches Orchester Laser. Oestrcichische Damenlapelle Hangard. Theater-Abteilung: Abends TV, Uhr. "Passage-Panopticii; Heut Mittwoch, den 11. 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In» lv Iii»»-: Die Franenporade aus der Operette „Verkehrte Welt" Anfang an Wochentagen 8 Uhr, an Sonn- und Festtagen TV, Uhr. Rauchen in allen Räumen gestattet. Itiiscli. Heute, abends T'/z Uhr: Vorletzte Vorstellung. Letzter»igt» l.ir« üveotng. Unverkürzte Aufführung der grandiosen Pantomtuie„Die C a m o r r a" Außerdem Dir. Busch m. f. unerreicht dastehenden Original- Meister-Dressnrc». U a. die berühmten 16 Hengste. Die phänoni. Special Shadow BrothcrS, moderne Gladia- toren. Signor Farini, Jongleur par escellenoe. Die weihe Dame. Maria Dors. Ledllmslln. Morgen, Donnerstag, den 12. April Dank- und AbschicdS-Vorstellung. Heute. Mittwoch, den 11. April, abends präc. 7»/, Uhr: Drsode sotröe equöslre. Zugleich Ehren-Abtilb heg Direktors Albert 8clittiiiaiin. Die glänzendste Vorstcllnng der Saison mit extra hierzu reserviertem Programm. Revue sämtlicher Artisten sowie mehrmaliges Austreten des Direktors Alb. Schumann mit seinen anerkannt unerreicht dastehenden, in der Bollendung hier noch nie g e- e h e Ii e n Original- Schul- und FreiheitSdreffure». Morgen. Donnerstag, den 12. d. M.: Dank- und Abschieds-Vorstellung. Kottvnnoi-oto. 4». Heute geschlossen. Nächste Borstellung: Sonntag, den 15. April 1. Osterfeiertag. An den 3 Osterfeiertagen: Gr. Eitra-Vorstellnngen mit darauf folgendem Imlträniedeii. Apollo-Theater. Das grossartige April-Programm. Kassen- Eröffnuno; 7 Uhr. Anfans: 8 Uhr. Tlctorlu-Theater, Alexanderplatz. AbendS 3 Uhr: Eniemble- Gaßspiel des Wilhclm-Theaters: Die Cirkns-Fee. Operette in 2 Akten von E. Fclsch. Musik von H. Schcibenhoser. Vorher: Das Versprechen hinterm Herd. Nandl.. Fran Dccker-Segisscr a. G. kisionstisUsli. Täglich: Stvttlnoi? Siingoi- Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Borverkans 40 Pf. 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Da ich nun verschiedene HauShaltungSgigeustände nötig habe, so bitte ich Sie, mir gefälligst Ihren neueste» Hauptkatalog zu senden, damit ich auswählen kann," Versand gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages. Was nicht gesällt, nehmen wir zurück, zahlen Betrag retour oder liesern Ersatz dafür, also für den Besteller kein Risiko i ottistiiiltiik Montag, den 16. April(2. ßsterieiertagj, iiiclimittags pünktlich 2V2 Uhr, im T Jih! ia-Xheater, Dresdenerstrasse 72: Extr a" V or Stellung. 's üuälerl. ToIksatUck mit Gesang In 5 Akten von C. Horpe. Karten a 1 M. still. Programm sind biS Karfreitag in nachstehenden Zahl, stelle» auch slir Nichtmitgliedcr zu haben: Norden: ll.linipp.Nest., Grünthalcr- straßc 5: ll. Scdmldt, Rest,, TreSckowftr. 22: LiShr, Acfctflr. 38, II. Nordoste»: W Schrolle, Friseur, Landwehrstr. 3; H. Neft, Georgenkirchstr. 24a, 1 Tr. Nordwesten: Herrn Becker, Gotzkowskhstr. 9. Westen: Arendt, Steinmetz- stkaße 57,?Tr. Südwesten: C. Werllng. Zoffenerstr. 32; J. Pech, Möckernstraße 120(Schuhgeschäst), Süden: H. Bodslen, Kounnandantenstraße 62. Südosten: 71, Stampelll, Mariannenstr. 28:>1. KBhn, Rest., Naunynstr, 85; H. Kaufhold, Wrangeistr, 52. Osten i Aug. Belke, Rest., Nüdersdorferstr�l8 (Ecke Koppellstrahe), �50/8 Der alte Freund empfiehlt bei Herreupartien und Ausflügen zum Karfreitag eiuen guten und irästigeu Frühstücks- und Mittagstisch. __»«MUMM Gäste willkoinmen. MM—___ V. Warlichs Paradiesgarten. 181. Schönhanser Allee 131. gwy tsur FrUITniing der diesjährigen Sommep-Salson in mcstiem vollständig renovierten Gartea-l-okal am 1., 2. und 3, Ost»-Feiertag: GfGSSGS KODZeFt bei freiem Entree, VoltksbctuSigttttgen aller Art. Düte und dabei sparsame Küche erzielt man mit Gluten-Kakao.......... Gemüse' und Kraftsuppen Bouillon-Kapseln Suppen-Würze zu haben bei aichard Lader, Fr le dnehsberg, Frankfurter Chaussee 87. MAGGI �nknnl Vollständig fchmerzl. Plombieren U. Zahn- Rlinsllicnß /DDDD> zieh» Bequeme Teilzahlungen. 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