Erscheint in Leipzig Mittwoch. Freitag, Sonntag. ÄbonnemcutsPretZ ckr„aaz Teutichland 1 M. 69 Pf. pro Quartal. Monats- Abonnements Äerdcn bei allen deutfchen Postanstalten >mi den 3. und 3. Monat, und auf den t Monat besonders angenommen! im Vinigr. Sachfen und Herzogth. Sachsen- bvtenburg auch aus de» tten Monat des Quartals k 54 Pfg. Inserate ietr, Bersam, Angen pr. Petitzeil« 10 Pf� betr. Privatangelegenheiten und Feste prii Petitzeil- ZV Pf. GentratHrgan Nr. 2. Sonntag, 6. Januar. 1878. Ein Zeichen der Zeit. Bei der letzten Gewerbezählung in Preußen� hat fich eme sehr naturliche, abrr doch sehr bezeichnende und zuglelch die unhalibaren gegenwärtigen Zustände dokunientlrende �hatsache enthüllt, nämlich daß die Zahl derjenigen Menschen, die den Tauschverkehr vermitteln, im stet.gen Steigen begriffen ist, day die Zahl derjenigen aber, welche die Produkte erzeugen, sich immer mehr verringert.....,.. Mit anderen Worten Hecht dies, daß sich an dem todtkranken Gesellschaftekörper die Ichmai otzerthiere immer mehr ansammeln und ihn vollends zu Grunde richten--o Auf 73 Bewohner im preußischen Staate kommt ein Erwerbs- thätiger in der Bekleidungsbranche(Schneider, Schneiderin, Putz- macherin, Näherin, Kappenmacher, Hutfabrikation, Handschuh- fabrikation k.:c.), also in der Branche, welche bekanntlich eine ungemein große allgemeine Arbeitsleistung erfordert; auf 7>i Bewohner aber kommt schon ein Waarenhandlungsbeflissener, während z. B. ein Schuhmacher erst auf 126 Bewohner gezählt wird. Der Geld- und Kredithandel beschäftigt nebenbei gesagt mehr Personen, als der Buch-, Kunst- und Musikalienhandel. Dabei kommt es aber noch vor, daß Waaarenhandel, Agentur zc. vielfach als ein Nebengeschäft betrieben wird und nicht bei der Gewerbezählung aufgenommen worden ist, so daß sich die Zahl derjenigen Personen, die vom Zwischenhandel leben, noch be- deutend steigert. Der Geheimrath Engel, der bei der Gewerbezählung beson- ders thätig war, spricht sich über diese bedenkliche Erscheinung folgendermaßen aus: „Die Rechen der produktiv Thätigen lichten sich und die der distributiv(vertheilend) Thätigen füllen sich. Je mehr das über das nothwendige Maß hinaus der Fall ist, desto theurcr müssen die Maaren werden, weil sie, über ihre unschmälcr- baren Produktionskosten hinaus, den zur Erhaltung der Distri- buenten nöthigen Aufschlag zu tragen haben. Ein gesteigerter Umsatz vermag diesen Uebelstand nicht auszugleichen; denn die Umsatzmenge kann sich, unter übrigens gleichen Umständen und so weit der eigene Staat dabei in Betracht kommt, dadurch nicht vermehren, daß die Zahl der Produzenten ab- und die der Dlstribuenten zunimmt. Wer diese» Zeichen der Zeit richtig zu deuten versteht, wird fich manche unerfreuliche Erscheinung m der Gegenwart erklären können." Eine richtige Deutung dieses„Zeichens der Zeit" ist gar so schwer nicht. Die produktive Arbeit wird in Hinsicht auf den Kräfteoerbrauch, den sie erfordert, allzugering entschädigt; jeder Mensch, der sich ihr entziehen kann, thut es, und nicht mit Un- recht, und wenn ihm als Krämer, als Wirth rc. zc. auch oft nicht mehr Lohn erwächst, wie als Lohnarbeiter, so verbraucht er auch lange nicht so viel an Arbeitskraft, und wenn er auf die Dauer auch fem„Geschäft" nicht aufrecht zu erhalten Der- u>ag, so steht es ihm ja immer wieder frei, sich als Lohnarberter anzubieten. Daß die Gründerperiode, die Schwindelperiode auch zu diesem Reichen der Zeit" beigetragen hat, wer möchte das bestreiten? j � ftud ja wiederum jene Schwindelzeit und die jetzige Roth !0"Jb1 die legitimen Kinder der heutigen Gesellschaft, daß, wenn sie eoen gestorben, flugs neue ähnliche geboren worden. So sind der heutrge Gesellschaftszustand, die heutige Produktions- Werse und Gutervertheilung doch immer in erster Linie die Hauptschuldigen auch an ob.gem ,, Zeichen der Zeit". Je mehr Zwischenhändler in der Gesellschaft aber sind und je schlechter es diesen geht, desto mehr Maaren- und Lebens- mittelvcrfälschungen, desto mehr Verschlechterungen der Waaren und Lebensmittel stehen der Gesellschaft bevor— die Leute wollen eben auch leben. Und stoctt dabei noch die Produktion, so wird's desto schlimmer— der Arbeiter muß dann, da er vielfach bei den Zwischenhändlern in Abhängigkeit geräth, mit den verschlechterten und verfälschten Waaren sich zufrieden geben. Eonsumvereine, Consumvereine— so wird man nun rufen— sie können retten.— Wir find ja bekanntlich keine unbedingten Gegner der Consumvereine, und wo sich für einen oder den an- dern Arbeiter Gelegenheit bietet, dieselben zu benutzen, da soll's uns freuen; aber mit solchen Mitteln die gesellschaftliche Unord- nung ausheben zu wollen, das ist eben kindisch. Die meisten bestehenden Consumvereine werden von den ärmeren Lohnarbeitern gar nicht frequentirt, ihnen fehlen die Mittel zur Anzahlung, sie find noch abhängig von ihren Krämern werden es auch bei solchen Zeiten, w,e wir sie jetzt haben, nieil'ö,e h;auen den Consumvereinen auch schon deshalb nicht, m,ii J,?!'. jährlich eine größere Anzahl zusammenkracht und tmvcketi'Tn Concurrenziampf durchaus das, was sie ver- � Dock ÄA" l-ist-n vermögen. Ai» ö n n- � e Consumvereine auch einzeln immerhin Gutes nerhr A. t.,,,iirt)en ste hingegen, wenn sie alle Zwischen- handler verdrangt h�ten, bei der heutigen Produktionsweise unter der � sihaft des ehernen ökonomischen Lohngesetzes den glerch Null wäre ernb herniederdrücken, so daß ihr Nutzen Es kann also nichts anderes diesem„Zeichen der Zeit" wirk- sam entgegentreten, als die staatliche Organisation der Produftion und der Conjumtlon. mit emem Worte: die sozialistische Ge- sellschaft. Die heutige Gesellschaft ist so krank, so sterbenskrank, daß schon die Schmarotzertylere. wie wir oben sagten, zahllos an ihr sich mästen; lassen wir sie sterben, aber zugleich eine neue Gesellschaft gründen mit kräftigem, jugendfrischem, unvergänglichem Körper, die all den feindlichen äußeren Einflüssen siegreich wider- steht und die Menschheit zu größtmöglichstem Glücke führt. Rück- und Ausblicke. (AuS der Schweiz.) II. G. Der Wendepunkt, an dem ein altes Jahr unserer bürgerlichen Zeitrechnung scheidet und ein neues beginnt, wird in d-r Regel von jedem Einzelnen, der nicht in Gedanftnlosig- keit sein Leben verbringt, dazu benutzt, auf die zurückgelegte Bahn einen Ueberbück zu werfen und aus dem gewonnenen Re- sultate auf die Zukunft zu schließen. Was der Einzelne thut, das soll auch eine Parteigemeinschaft thun, und wohl ihr, wenn sie es ruhig und ohne Vorwürfe thun kann, wie wir es können. Das Jahr 1877 ist in der Geschichte der sozialen Bewegung kein verlorenes. Inmitten einer allgemeinen Krise, die in manchen Ländern, wie z. B. in unserer Schweiz, ihren Höhepunkt noch nicht einmal erreicht hat, bietet das stete Anwachsen des So- ziati-mus ein wahrhaft erhabenes Bild. Und dieses Anwachsen der Bewegung kommt nicht auf Rech- nung der ökonomischen Krise. Diejenigen unter uns sogar, die ihre revolutionären Hoffnungen auf die außergewöhnliche Roth setzten, haben eine Täuschung erlitten. Außergewöhnliche Roth mag wohl zu Thaten der Verzweiflung führen, aber sie fördert nicht die Erkenntniß, die Vorbedingung jeder sozialen Bewegung — sie stumpft im Gegentheil ab. Ein Volk in großem ökono- mischen Elend kann seine Bedrücker blutig vernichten, aber es wird seine Ketten nicht brechen, wenn ihm nicht schon die Er- ftnntnlß innewohnt, wo die Ursachen seines Elendes wohnen und wo die Mittel und Wege zu seiner Befreiung sind. Wenn nun trotz dieser Krise und des Elends die soziale Be- wegung gewachsen ist, dann zeigt sich darin die Macht der so- ziallstischen Idee und die geistige Kraft der sozialdemokratischen Bewegung. Und sie hat fich gezeigt in Deutschland, dessen Sozial- demokratie der Centralpunkt der heutigen sozialen Bewegung ge- worden ist. Trotz aller Verfolgungen oder gerade durch diese Verfolgungen ist die Partei zu einer Macht geworden, die man nicht mehr todtschweigen kann. Und dabei besteht die Partei, trotzdem im weitaus größten Theile Deutschlands die einheitliche Organisation verboten ist. Sie besteht, und ihre Kampfmittel mehren fich von Tage zu Tage. Die Zahl 7>er Lokalblätter und die Zahl ihrer Leser wächst von Vierteljahr zu Vierteljahr, und die von der Partei ins Leben gerufene wissenschaftliche Revue, die„Zukunft" wird ein Sammelplatz für die sozialistischen Schrift- steller aller Länder. In Oesterreich hat die Partei sich nach einer schweren Krise wieder gesammelt und wird ohne Zweifel bald wieder auf- blühen— sie hat ihre Kinderschuhe gründlich abgetreten. In Frankreich ist leider der Aderlaß von 1871 noch nicht verschmerzt, aber doch sind auch von dort viele Anzeichen eines Wiederauflebens vorhanden; die„Egalitä" wird zur Sammlung der Bewegung das Ihre beitragen und hoffentlich werden die zur Pariser Weltausstellung von 1878 reisenden Arbeiter eine kräftige sozialdemokratische Partei dort antreffen. In England geht man— belehrt durch die Vorkommnisse beim Steinhauerstrike— jetzt mit allen Kräften daran, einerseits ein Band zwischen den großen Gewerkschaften dieses Landes und den organisirten Arbeitern des Continents herzustellen, anderseits die sozialistische Bewegung zu organisiren und zu verbreiten. Verschiedene Versammlungen dieser Art haben bereits in London stattgefunden und versprechen einen guten Fortgang. Wir treffen unter den dort auftretenden Rednern und Organisatoren die alten Kämpen von der Internationalen Arbeitcr-Assoziation. Mit großer Energie geht die Bewegung in Belgien vor- wärts, und zwar ist es der vlämische Theil, der sein Schwergewicht hineinlegt. Eine Stadt um die andere wird von der Sozialdemokratie erobert, der letzte Vierteljahrescongreß hat auch in die alte Stadt Löwen Bresche geschossen. Jetzt beginnt nun auch die Polizei der Bewegung Dienste zu leisten, indem sie bei unfern Freunden in Antwerpen und Gent nach gefähr- lichen Schriftstückin Haussuchung hielt. An der stets wachsenden vlämischen Bewegung richtet fich allmählig auch die holländische auf. Glück auf! Ihr wackeren Niederländer! Hoffen wir, daß die französisch sprechende Brabanter Ar- beiterpartei bald glückliche Erfolge in den wallonischen Landes- theilen aufzuweisen habe. In Dänemark befindet sich die Partei noch in einer Krise, aus der sie um so bälder herauskommen wird, als die alten Parteien, an deren vorgeschrittenste Richtungen sich ein Theil der Sozialdemokraten lange noch angelehnt hat, im vollen Ver- fall begriffen sind und das Vertrauen des Volkes schmählich ge- täuscht haben, indem sie sich vor dem reaktionären Ministerium duckten. Solche Zwischenstadien müssen eben fast überall durchge- macht werden. Auch in Ungarn bereitet sich nun eine förmliche Parteiorganisation vor, doch wird sie in diesem vom Nationalitäten- Hader schwer zerrissenen Lande, das durch die Folgen des orien- talischen Krieges noch mehr aufgeregt werden wird, noch harte Kämpfe durchzumachen haben, um das Banner der interationalen Sozialdemokratie rein und unbefleckt aufrecht zu erhalten. In Italien haben sich in diesem Jahre die sozialistischen Elemente, welche auch auf politischem Grbiet kämpfen wollen, ge- sammelt und agitiren hauptsächlich in den industriellen Gegenden Oberitaliens. Der größte Theil der vereinigten Arbeiter Jta- liens befindet sich noch im Schlepptau der Bourgeoisie, doch wird die Unfähigkeit der herrschenden Klassen zur Abschaffung auch nur der drückendsten Uebelstände bald auch dort die zurückge- bliebenen Arbeiter ins sozialistische Lager treiben. Für die Länder romanischer Zunge, hauptsächlich Italien und Spanien, wird übrigens das Wiederaufleben der sozialdemokra- tischen Bewegung in Frankreich von entscheidendem Einfluß sein. — Am überraschendsten aber ist ohne Zweifel der großartige Aufschwung, den die sozialdemokratische Bewegung in den Ver- einigten Staaten von Amerika genommen hat. Während vor noch nicht langer Zeit die beiden Parteiorgane„Borbote" (Chicago) und„Arbeiterstimme"(Newyork) ihre Kosten noch nicht deckten und die Partei ihrer Zahl nach ganz unbedeutend war, hat sich seit dem großen Eisenbahnstrike die Sachlage ganz ver- ändert. Eine ganze Reihe von großen Lokal-Pae.eiblätteru ist entstanden und die Zahlen, welche die Arbeiterpartei bei den Wahlen auf sich vereinigt, find sehr respektabel— die Bourgeois- presse wurde dadurch gezwungen, der Bewegung ihre Auftnerk« samkeit zu schenken. Tritt erst das angloamerikanische Element mchr in die Be- wegung ein, dann dürfte die Sozialdemokratie in den Vereinigten Staaten bald der mächtigste und erfolgreichste aller sozialdemo- kratischen Armeekörper werden. Die Vorbedingungen sind wohl in keinem Lande so gegeben wie in Amerika.(England doch wohl ausgenommen. R. d. V.) -je-jc * Der Allgemeine Sozialistencongreß von Gent hat einen Solidaritätspakt zwischen den verschiedenen Landesorgani- sationen der Sozialdemokratie zur Folge gehabt. Der Kampf für die Befreiung des arbeitenden Volkes kann nicht in einem Lande ausgefochten werden— er ist international wie die Unter- drückung und Ausbeutung des Volkes. Und mag das Band, das die verschiedenen Landes- Abtheilungen der kampfenden So- zialdemokratie zusammenhält, auch nur mehr geistiger Natur sein, cs muß festgehalten werden, in ihm beruht der höhere mensch- heitliche Gedanke der sozialen Bewegung, der uns in der Mi- sere des täglichen, oft kleinlichen Parteikampfes begeistern muß. Einige Jahre noch gleicher Wirksamkeit wie bisher und die Heersäulen der Sozialdemokratie überragen an Zahl und Macht bald die stehenden Heere und sonstigen Vertheidiguagsinstitute der alten Gesellschaft. ** * Und nun noch einen kurzen Rückblick auf die soziale Bewe- gung in der Schweiz. Da sind es hauptsächlich zwei Punkte, welche der Erwäh- uung Werth sind: die Annahme des Fabrikgesetzes und die Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der Schweiz. Die Annahme des Fabrikgesetzes ist der erste größere Erfolg der schweizerischen Sozialdemokratie. Es ist richtig und soll nicht vergessen werden, daß eine Anzahl Männer dazu mitge- Holsen haben, die sich nicht unter unsere Parteifahne stellen. Nichtsdestoweniger find wir berechtigt zu sagen, daß dieser Er- folg nicht zu verzeichnen gewesen wäre ohne das zähe Fordern und Andrängen, ohne die jahrelange ehrliche und harte Arbeit der Sozialdemokratie. Daß dieser Ersolg uns anfeuern muß, zähe und energisch weiter zu arbeiten und der Gesammtentwicklung des Volkes vor- zugehen, ist selbii verständlich und liegt naturgemäß in unserer Aufgabe. Wir hätten gar keine Berechtigung in der gährenden. Entluicklung. wenn wir nicht als die Pioniere vorangehen. Die beiden großen Arbeiter-Organisationen der Schweiz— Arbeiterbund und Grütliverein— stehen nunmehr als die so- zialdemokratische Partei in der Schweiz da. Damit ist uns ein großes Feld der Thätigkeit eröffnet worden. Der Himmel ist keineswegs wolkenleer und an Gegnern dieser gemeinsamen Porteithäligkeit fehlt es durchaus nicht. Es wird viel Begeiste- rung. Geduld und Ausdauer brauchen, bis wir in der That und Wahrheit eine einige, fcstgeschlossene sozialdemoftatische Partei in der Schweiz haben. Nur zu oft geschieht es in unserer Republik, daß Grundsätze verwässerr und verflacht werden, die Einsicht in die Lage der Dinge und die Kenntniß unserer Ziele und Mittel ist noch sehr wenig entwickelt und verbreitet. Wir sind, trotz achtjährigem Kampfe der„Tagwacht" noch am Anfange unserer Partei- thätigkeit. Umsomehr müssen wir arbeiten und wirken. Nicht immer wird der augenblickliche Erfolg unfern Mühen entsprechen— — Anfeindung aller Art wird uns nicht ausbleiben— aber doch ist der Sieg unserer Sache gewiß, wenn wir uns nicht be- irren lassen. Mögen Aengstliche und Verstockte noch so sehr zweifeln und drohen— die Zukunft gehört uns! Mit diesem ftöhlichen Bewußtsein begrüßen wir das Jahr 1878, es wird und muß eine weitere Stufe auf unserer Sieges- laufbahn sein!(»Tagwacht.") Ursirrficht. — Die Baßgeigen, welche in der lieblichen Weih- nachtsw'oche am nationallibcralen Himmel hingen, find am Tage vor Sylvester krachend heruntergefallen, und bestürzt, ver- blüfft wie das Milchmädchen, stehen die um ihre Hoffnungen so schnöde geprellten„Realpoliiiker" vor den herumliegenden Trüm- mern. Das Entsetzliche ist geschehen: die goldenen Aepfel, die Tantalus sckon zwischen den Zähnen zu haben glaubte, sind plötzlich zurückgeschnellt und Tantalus hat das traurige Nach- sehen. Am Abend des 29. v. M., wo Herr Bennigsen von seiner „Mission" zurückkehrte, theilte er betrübten Herzens den be- trübten Genossen die schlimme Mähr mit. Da an der Bereit- Willigkeit der Nationallibcralen, zur Erlangung von Minister- Portefeuilles auf jede Bedingung einzugehen, unmöglich gezwei- felt werden kann, so scheint es, als ob Fürst Bismarck noch nicht, oder nicht mehr in der Lage wäre, Minister-Portefeuillcs zu vergeben. der Sozialdemokratie siegclluiizen nehmen an alle Postanstaltal nnd Buch. Handlungen de» In- u. Auslandes. Filial-Eepeditione«. Ziew-Borl.- Eoz.-demokr Aeiwiien» ichajtsbuchdrnlkerel,.ls» Eldridse Str. Philadelphia- P. Haß, 680 Kortd 3'8 Street I. Boll, 113« Charlotte Str. Hphoken K.J.: F. A. Sarge, 316 Washington Str. Ehicago: A.LanIermann, 74 Ciybourne.r», San FranziSco- F. Enh, 418 O'Farrell Str. London W.: C. Hcnze, 8 New tr Golden Square. Deutschlands. —„Kampf mit geistigen Waffen."„Eine Hauptforde- rung der Sozialisten ist bekanntlich die gleiche Berthei- lung des Grund und Bodens. Nach statistischen Ausweisen kämen in Deutschland auf jede Familie 3 Acker Land bei einer solchen Vertheilunq; 7 Acker gehören aber mindestens dazu, eine Familie nothdürftig zu ernähren. Die Folge würde sein, daß jeder Haushalt neben der Landwirtschaft noch irgend ein Ge- werbe betreiben müßte, wie dies jetzt der kleinere Grundbesitz thut, um das Leben kümmerlich zu fristen. Wirkung hiervon: gänzliche Herabdrückung auf das Durchschnitts-Nioeau, nir- gends jener Wohlstand, welcher den Luxus, die Kunst pflegt und hierdurch Erwerb schafft, den Fortschritt ermöglicht. Der Großgrundbesitz hingegen zwingt, wie dies England beweist, den Boden zu größerem Ertrage durch rationelle Bewirth- schaflung und durch schnelle. Aneignung aller Verbesserungen. Wirkung: Ueberschuß im Ertrage, Beförderung des Fortschritts hierdurch auf allen Gebieten."— Also steht's geschrieben.„Bekanntlich" wollen die So- zialisten das Gemeineigenthum an Grund und Boden, und bekämpfen prinzipiell die Zwergwirthschaft(ob mit„gleicher Vertheilung" oder nicht) aus denselben Gründen, welche der fragliche Sozialistentödter— nur etwas konfus— hier vorbringt. Und wer hat diesen Blödsinn verübt? Da es weder Herr Böhmert, noch der Berliner Fortschritts- Richter ist, so kann es nur Herr Birnbaum gewesen sein, Professor der(Un- wissenheit in) Land- und Bolkswirthschaft und der Dritte im deutschen Ignoranten- Triumvirat. Und Der ist's auch wirklich gewesen. Thatort: M'erane, Lokal des„städtischen Vereins", Zeit: 28. Dezember 1877, Zweck: Sozialistentödtung und Beförderung der durch die Weihnachtsstrapazen etwas ge- störten Verdauung einiger Dutzend Bourgeois. Das Schönste ist, daß Herr Birnbaum für gewöhnlich selbst ein eifriger V-r- theidiger der Zwergwirthschaft ist und gegen den landwirthschaft- lichen Großbetrieb eifert. Statt den Sozialismus hat er also nur seine eigene Lehre„getödtet". Und diesem Pröbchen ent spricht der Rest der anderthalbstündigen letzten Birnbaumelei. — 9,500,000 Mark Mehrforderung für den Marine- etat, das ist ein prächtiges Seitenstück zu den 10,000,000 Mehr- forderung im Militäretat. Kommt nun noch der Bayrische Militäretat hinzu, so mag Wohl die Gesammtmehrforderung für die deutsche Kriegsmacht im nächsten Jahre auf 25,000,000 M. sich belaufen— allerdings bei einer Gesammtausgabe für Militär und Marine von circa 400,000,000 Mark eine„unbedeutende" Steigerung. Doch hört man, daß ein Pferd, welches 30 Centner einen Berg hinauf zu ziehen vermag, in dem Moment, wo man 31 oder gar 32 Cenwer aufladet, entweder nicht mehr anzieht oder zusammenstürzt. —„Zur sozialpolitischen Literatur" bemerkt die „Nationalliberale Correspondenz" in einer der letzten Nummern: „Em Zeichen der Zeit mit ihrem Drängen und Gähren auf sozialem Gebiet ist die wachsende Zahl der Preßerzeugnisse, die den ausschließlichen Zweck verfolgen, eine Reform unserer gesell- schaftlichcn Zustände, je nach dem Standpunkte der Verfasser, zu bewirken. Die sozialdemokrattsche Partei breitet mit jedem Jahre ihre literarische Thätigkeit mehr aus; von der politisch-sozmlen Tagespresse bis zum Kalender und Kalenderbilderbuch herab muß Alles dem großen Zwecke dienen, die V rwerflichkeit der be- stehenden Staats- und Gesellschaftsordnung zu einem immer »erbreiteteren Glaubenssatz zu machen. Als neue literarische Waffen zu den alten haben sich vor einigen Monaten zwei periodische, mit dem Anspruch und dem äußeren Gewand der Wissenschaftlichkeit auftretende Zeitschriften gesellt, die in den Kreisen der Gebildeten für die sozialdemokratischen Grundsätze Propaganda machen sollen. Es war Zeit, daß auch von Seiten derjenigen Parteien, die auf dem Boden der heutigen Staats- ordnung stehen, mehr Rührigkeit im literarischen Kampf gegen die Bestrebungen des sozialen Umsturzes entfaltet wurde. Es find in dieser Beziehung m jüngster Zeit erfreuliche Fortschritte(?) zu verzeichnen. Wenn auch der Ultramontanismus in der Sozial oemokratie einen viel zu brauchbaren Bundesgenossen(!) erkennt, als daß er ernstlich dagegen auftreten sollte, so sind doch die liberalen wie die conservatwen Parteien eifrig bemüht, die Trug- lehren der Sozialdemokraten zu bekämpfen; ihre Presse widmet den sozial-wirtbschaftlichen Fragen und Vorgängen eine stets wachsende Beachtung, und es iit zu hoffen, daß die sozialistische Agitation, die unläugbar durch die Gleichgültigkeit and-rer Par- Goethe als Sozialdemokrat in den Wander- jähren. Philologisch- sozialistischer Versuch von A. Prowe. (Fortsetzung.) Scheint aber meinen Lesern diese Vergleichung unserer Dios- kuren mit den beiden vergötterten Religwusstiftcra des Occidents und des Orients gar zu phantastisch: nun wohl, so genehmigen fie eher vielleicht diese Schlußfolgerung.... Gvlthe's Werke werden noch manches Jahrtausend, wie die Kalidasa's und Sophokles', wenigstens so lange noch als die deutsche Sprache auf Erden besteht, gelesen und durchstudirt wer- den. Gerade dem Studium aber bieten sich die beiden vorge- nannten Greisendichtungen. Faust zweiter Tbeil und die Wand r- jähre, so recht als die beftgeeigneten Gegenstände tiefgrübelnder Forschung dar. Ihr geheimnißdunkler orphischer Inhalt wird noch oft von Adepten weltdurchdringender Weisheit geprüft und wieder und wieder zergliedert werden. Reih'n wir uns diesem Forschen und Grübeln an! Ich meine: unser Andenken verweht mit unserm Leben selbst. Das Gedächtniß kaum der nächsten G neration haftet no? däm- mernd an uns; aber sie, diese komme, ide Generation, die den Pro- phetien Goethe's die Wirklichkeit sich wird mehr und wehr annähern sehn, und noch manch' ein folgendes Menschengeschlecht wird mit dem sich bescväst'gen. was heute uns zur Betrachtung vorliegt. Wer daher nicht so ganz frivol ist, um ernsterer Sttmmung über- Haupt unfähig zu sein— oder so völlig blasirt, um nur noch über Welt- und Menschheitsgeheimniß ironisch �zu lächeln— wahrlich dem muß es eine feierliche und hohe Sache des hei- ligsten Ernstes sein, den Gedankenstoff eines kommenden Jahr- tausends in demuthsvoller Andacht hier sich vorführen zu hören. Ich bitte Sie daher, Ihre Aufmerksamkelt dem einj'g in aller Weltliteratur dastehenden Werte unseres größten Nationalpro- pheten zuzuwenden. Nur Eines noch zum Schluß dieses Vorworts. Eine Greisendichtung nennt man allgemein die Wanderjahre — und— wie den zweiten Theil des Faust— hat der ästhe tische Wahrspruch— ein wabrer Wahnspruch � nnserer landläufigen Kritikasterei das erhabene Werk der Nation zu verleiden sich bemüht. Eine Gr isendichtung ist auch nach Ueberlieferung des grie- chischen Alterthums der Oedipus auf Colonos von Sophokles. Wer aber fühlt nicht in diesem Dichterwerk den Zauber sophvk- leischer Poesie so voll und ganz wie in seinen Jugendwerkeu? teien zu der heuttgen Macht und Ausdehnung gelangt ist, durch die thätigere Gegenwehr von Seiten der die heutige Staatsordnung anerkennenden Parteien in engere Schranken gewiesen werde. Freilich die beiden neuesten literarischen Unternehmungen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, die uns von Neujahr ab in Aussicht gestellt werden, müssen ihre ersprießliche Wirksamkeit erst noch erweisen und werden bis dahin mit einem starken Mißtrauen zu kämpfen haben. Wenn der„Staatssozialist" soziale Reformen auf religiöser und constitutionell- monarchischer Grundlage anstrebt, wenn er ein Vertrauensoerhältniß zwischen Monarchie und Arbeiterstand herstellen, wenn er die sozialdemo- kratischen, republikanischen, atheistischen und materialistischen Strömungen bekämpfen will, so sind dies gewiß anerkenncns- werthe Bestrebungen, aber einstweilen können wir in diesem Programm nur verschwommene Phrasen erblicken und ver- missen klare, positive praktische Grundsätze. Und eben so wenig wird man verlangen können, daß dem von dem fort- schrittlichen„Deutschen Arbeitercongreß" beabsichtigten literari- schen Unternehmen, die„soziale Frage", unter Leitung des Dr. Max Hirsch von vornherein großes Vertrauen entgegen- gebracht wird. Die Wirksamkeit dieses Mannes, der noch vor Kurzem von seiner eigenen Parteipresse angeklagt wurde, selbst ein versteckter Sozialdemokrat zu sein(Au!), auf dem Gebiete der sozialen und Arbeiterfrage ist bisher eine so zweifelhafte und unglücklich- gewesen, er hat überall, wenn nicht bewußt uuv absichtlich, so doch thatsächlich der Sozialdemokratie so erfolgreich in die Hände gearbeitet, daß man seinem löblichen Vorsatz,„die zersetzenden Lehren und die verderbliche Agitation der Sozial- demokraten mit steter Aufmerksamkeil zu verfolgen und alle Jrrthümer zu widerlegen," nicht mit unbedingtem Zutrauen wird entgegensehen können. Je anerkennenswerther an sich d,eser wachsende Eifer zur Bekämpfung der sozialdemokrattschen Agi- tation ist und je geneigter wir sind, im Kampf gegen den ge- meinsamen Gegner von allen sonstigen polittschen Gegensätzen abzusehen, umiomehr bedauern wir es, wenn wir befürchten müssen, daß die Abwehr gegen die Gefahr des Sozialismus nicht in die richtigen Wege geleitet wird. Die Zukunft wird lehren, ob das weitverbreitete Mißtrauen gegen diese neuesten Blütheu der sozialpolitischen Literatur gerechtfertigt war." Zu diesen amü>anten und charakteristischen Auslassungen be- merkt die„Magdcburger Zeitung"— ein Bourgeoisblatt oomme il kaut, also in den Zielen mit Max Hirsch einverstanden: „Wir unserseits haben über den sozialistischen Charlatan Herrn Dr. Max Hirsch niemals anders geurtheilt als es hier geschieht. Daß der alte Harkort es war, der aus Anlaß des Waldenburger Strikes, dessen Geschichte die Betheiligten sich jetzt vergebens falsch darzustellen bemühen, äußerte, Herr Hirsch sollte erst dann wieder wagen, in politischen Dingen mitzusprechen, wenn er Seife genug zu finden ver- möge, um seine Hände rein zu waschen, haben wir schon bei einer früheren Gelegenheit mitzetheilt. Auch über den famosen Geraer Congreß haben wir uns von vornherein im obigen Sinne geäußert." Sozialistischer Charlatan! Nicht übel. O Mäxchen! — Proletarierleben. Die„Chemnitzer Freie Presse" vom 30. Dezember enthält folgende Zuschrift: „Werthe Genossen! Vor zwei Monaten war ich nach kurzer Unterbrechung wieder genöthigt, meine Thätigkeit als Sirumpf- Wirker auszuüben. Ich wanderte deshalb nach Zeulenroda zu meinem Fabrikanten(Firma Heinrich Schopper) und bat um Arbeit, die ich auch erhielt. Als ich für meinen Sohn auch solche verlangte, da wurde mir gesagt, daß ich ihn nur solche Arbeit ansiitigen lassen solle, wie ich sie lieferte, nämlich Strümpfe von dreifachem 50er Garn. Nun war ich gezwungen, da ich keinen Zweiten Stuhl hatte, mir einen solchen zu kaufen. Am 11. d. M. lieferte ich und erhielt unterm 18. d. meinen Arbeits- lohn nebst dem lecren Sack zurück mit der Bemerkung:„Di- je Waare häuft sich zu sehr, als daß ich könnte noch länger fort- arbeiten lassen, gehen Sie zu den Faktoren, die haben wieder Arbeit." So die Nachricht des Fabrikanten. Die Faktore haben nun allerdings Arbeit, aber blos für 30:r Stühl«. Nun machte ich mich auf und reiste nach Zeulenroda, stellte Herrn Schopper die Sachlage vor und sagte ihm, ich würde mich nicht weigern, die 30er Waare zu machen, wenn ich nur das Werkzeug dazu hätte. Er habe mir ja vor zwei Monaten gesagt, daß er keine feinere und keine stärkere Waare gebrauchen könne. Schopper gab mir ganz einfach zur Antwort:„Wenn Sie keine 30er Cervantes war, als er den- Don Quixote, den Unsterblichen, schrieb, genau so alt wie Goethe, da dieser die Wanderjahre be- gann. Dante war älter beim Concipiren der Göttlichen Comödie als Goethe beim ersten Entwurf der Helena. Man nennt die letzten Hauptwerke des greisen Dichters nun unverständlich— verworren und dunkel, ia grillenhast. Man verhöhnt besond.rs die Wanderjahre. Wer aber selbst, unbeirrt durch das Volksgerede, mit nur einiger unbefangenen Jnmgkeit sich in die Lektüre dieser söge- nannten Greisendichtung ernstlich vertieft, und still auf sich wirken läßt die wie ferne Musik ihn umhallendcn leisern Ac- corde der ahnungsvoll tief-träumcrischen, sinnigen Zukunftsphan- tasten mit all ihrem liebedurchglühten die Menschheit umfangen- den hoffnungstrunkenen Wohlmuth und Behagen- den er- wärmt gewiß die Intention des Dichters hinreichend, um sich über die mangelnde Ausführung des Endes zu ttösten, ja um wohl gar, wie bei allen im strengeren Reim endelosen Dichter- werken, die ins Unendliche sich d-hnende Perspektive gerade entzückend zu finden. Ich wenigstens konnte mir bei Jean Paul's und Lorenz Sterne's Humorschöpfungen gar nicht denken, wie man ein Ende verlange! Die Wanderjahre sind aber nicht ohne Ende, ini ästhetischen Sinn schließen fie mit der herrlichen Scene, da Wilhelm wirklich zum ersten Mal vor unfern Augen seine ärztliche Kunst bewährt, und zwar an seinem eigenen Sohne. Doch lassen Sie uns jetzt vie ganze Conceptlvn im Großen betrachten. Ein reicher junger Kaufmann gesellt sich aus Theaterenthu- siasmus zu einer Schauspielergesellschaft, die auf das Residenz- schloß eines wunderlich pietistischen Grafen geladen ist.(Man findet in dieser Persönlichkeit den Grafen von Werthern, der mit einer Schwester unseres großen Staatsmannes Freiherrn von Stein verbeirathet war.) Die Ehe des Kinderlosen ist nicht S'lcklich. Die junge schöne Gräsin schenkt ihre Neigung dem üchternen Anbeter Wilhelm, erschrickt aber vor sich selbst und vereinigt ihn ,chließlich mit ihrer noch schöneren, geistig höheren Schwester N talie. Diese beiden Schwestern hab-n nun zwei Brüder, Lothario und Friedrich, Spiegelbilder des weimar'schen Fürstenpaars Carl August und Prinz Constantin. Letzterem gleich, entfliebt Friedrich mit der Schauspielerin Philine. Lothario aber hat durch Abkehr von einer anderen anfangs geliebten Schauspielerin, Aurelie, deren unglückliches Ende verschuldet und wird deshalb vom romantisch ritterlichen Wilhelm Meister zur Verantwortung gezogen. Die Rechtfertigung des edlen Majo- Strümpfe machen können, lassen Sie's sein." Das ist das Preisdiplom �für die 22jährige Arbeitskraft, denn so lang- habe ich für das Haus gearbeitet, und ich bin mit in die Reihen der Arbeitslosen gestellt worden. Werther Genosse, da ich nun ganz brodlos geworden und Vater von vier Kindern bin, so ersuche ich Sie, diese Mittheilung in Ihr Blatt aufzunehmen. Ich hoffe, daß ich durch den Abdruck dieser Mittheilung aus Ihrem Leserkreise Bestellungen erhalten werde, sei es nun auf Strümpfe oder als Anwirker. Haben Sie die Güte:c. ac. W lhelm Müller, Strumpfwirker in Geyerhaus bei Brambach i. B." Ein Commentar ist überflüssig. — Exekutionen hat das Berliner Stadtgericht im Jahre 1877 nicht weniger als 538 898 vollstreckt; 147,139 Prozeßsachen sind dort in demselben Zeiträume abgewickelt; 48.844 Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen sind anhängig gemacht, resp. ist die Untersuchung darüber eröffnet worden. 1,331,273 Briefe. S chriftsätze:c. ac. wurden im Annahmebureau abgegeben.— Man steht, daß das Berliner Stadtgericht seine liebe Roth hat, aber man sieht auch, wie es auf der Besten der Welten eigentlich bestellt ist. — Frage und Antwort. Die in Bonn erscheinende „Deutsche Reichszettung", klerikales Organ, fragt am Schluß eines Leitartikels über„die Freimaurerei in Berlin"(Nummer vom 30. Dezember):„Seit Jahren müssen(Müssen?..Es hat's Euch ja Niemand geheißen." Altes Volkslied.) wir die sozial- demokratische Presse Deutschlands durchgehen. Wie kommt es, daß sie die volle Schale des Hasses auf die Orthodoxen, Je- suiten und Ultramoutanen ergießt(Herr Dernburg, Sie schwarz- rother Schlangentödter, was sagen Sie dazu?) nie ein Ster- benswörtchen gegen die Freimaurerei wagt, ja sogar, wenn sie nach Vereins-Freiheit auch für ihre„Genossen" ringt, noch niemals auf die privilegirte Vereins-Freiheit der Frei- maurer hingewiesen hat?" Antwort: Wir, d. h. die Sozialdemokraten, betrachten die ganze Freimaurerei als jämmerlichen Schwindel und Humbug, den wir unmöglich ernst nehmen können, und bedauern alle die- jenigen, die sich mit diesem Quark beschäftigen und ihre Zeit, die sie nützlicher gebrauchen könnten, daran verschwenden. Hätte die Redaftion der„Deutschen Reichszeitung" unsere Blätter, die sie lesen„muß", wirklich gelesen, so wäre ihr die alberne Frage erspart worden. Was die Schlußbemerkung angeht, so erledigt fie sich durch die einfache Thatsache, daß wir die Frei- maurer, obgleich sie— kläglich genug!— mitunter in Politik machen, doch nie als politische Gesellschaft im Sinne des Ver- einsgesetzes betrachtet haben. Und nun wird wohl die Wißbe- gier der„Deutschen Reichszeitung" befriedigt sein. — Strafe muß sein. In Dresden mußte bekanntlich das dortige Organ der„sächsischen Fortschrittspartei", die„Dres- dener Presse", vor Kurzem das Zeitliche segnen. Außer von dem Häuflein der„Foitschrittler" wurde dieses Ereigniß von Niemand bemerkt. Mehr bemerkt wurde ein Aufruf, welcher dem(für die Betheiligten) sehr traurigen Ereigniß auf dem Fuße folgte, und in welchem die Führer der„sächsischen Fortschritts- Partei" die Welt im Allgemeinen und ihre Gesinnungsgenossen im Besonderen von der wichtigen Thatsache in Kenntniß setzen, daß sie die— Berliner„Voltszeitung" zum Organ der„säch- fischen Fortschrittspartei" ernannt haben. Da in Leipzig bereits ein Organ der sächs. Fortschrittsvartei, die„Leipziger VolrSzeitung", besteht, und zwar ein Organ, das Abonnenten außerordentlich gut brauchen kann, so mußte dieser Schritt natürlich auffallen. Jndeß hat er au fond nichts Auffälliges: die„Leipziger Volkszeitung" hat sich einfach der Ehre, die Fortschrittspartei zu vertreten, un- würdig gezeigt: fie hat wiederholt demokratische Anwandlungen gehabt, schwärmt davon, daß die Fortschrittspartei eine demo- k ratische Partei sei, hatte vor Kurzem die Impertinenz, die sächsischen Kammerfortschrittler wegen ihres Votums gegen den Freytag' schen Antrag auf Einführung des allgemein»» Wahl- rechts für den Landtag leise zu tadeln— Grund genug, das ungerathene Kind zu enterben! Die Fortschrittspartei für eine demokratische zu halten, und als Forschrittler Demokrat ohne Gänsfüßchen sein zu wollen, das verdient frellich exemplarische Strafe. — Ein Frauenstrike. Der„Sozialdemokratischen Cor- ratshcrrn. des Kampfgefährten von George Washington, ist voll- ständig und Wilhelm wird sogar auf dem Schlosse Lothario's in den Geheimbund dieser Geburts- und Geistesaristokratie durch den Starkgeist Jarno aufgenommen. Zugleich erfährt er hier, daß der ihm von Aurelien hinterlassene Knabe sein und Mari- annen's, der Frühverklärten, Kind sei. Mit diesem Vaterrecht und der Vaterpflicht beginnt aber seine männliche Reife und schließt die Zeit der Lehrjahre ab. Die Wandeijahre nun geben die Entwicklung nach beiden Seiten hin: 1) die Erziehung des Sohnes durch Vater, Lehrer und Jugendfreundschaft bis zur ersten Liebe. 2) Die Bewährung des Aristokratenbundes im Dienste der Arbeiterklasse. Der Roman führt den Nebenttt-l: Die Entsagenden. Felix nämlich, Wilhelm's und Mariannen's Sohn, liebt leidenschaftlich eine bedeutend ältere Dame vom höchsten Adel Süddeutschlands, Herfilie; Wilhelm selbst hat sich mit der hochadeligen Natalie nur unter der Bedingung einer mehrjährigen Entfernung von einander verloben dürfen; Friedrich, der junge Baron, will von seiner Philine nicht lassen; sein Bruder Lotbario muß die Irr- liebschaflen der ersten Jugendjahre bitter büßen durch lange Ent- behrung der wahrhaft ihm congenialen, sein Wesen ergänzenden Therese; diese selbst ist aber nur eine natürliche Tochter— so haben wir schon vier Paare, die durch Standesabstand und zum Theil auch Altersunterschied wenig für einander passen. Noch deutlicher tritt dies bei dem Mann von fünfzig Jahren herv-*- der im ersten Jrrthum des Interesses mit seiner jugendlichen Nichte sich verlobt, während ihn die Braut seines Sohnes, die schöne Wittwe, zum Gatten begehrt. Auch dieses zwiefachen Paares falsch verschlungenes Doppelkreuz muß in dos richtige Verhältniß gebracht werden, und die beiden unrichtig je einem widersinnigen Bräutigam anverlobten Bräute flieh» beschämt für einige Zeit„der Entsagung" nach Italien. Di- heuende Macht der Ferne,„des Manderns", bewährt sich an allen sechs Paaren im räumlichen wie zeitlichen Sinne; desgleichen an der Neigung des adeligen Jarno zu Lothario's fluchtiger Liebschaft Lydia, dem Leidenschaft glühenden Gegenstück der leichtlebigen Philine. Das sind schon sieben Biautpaare. die erst auf Irrwege» zur wahrhast geziemenden rechten Gemeinschaft, je nach ihrem Zu- sammenpassen. gelangen können. m r, Arhnlich ist es mit dem achten Berhaltniß: dem zwiichen Hersilien's Vetter Lenardo, jenem weitgereisten industrieverstän- digen Edelmann, dem Erben wahrhaft fürstlicher Landcomplex in Amerika, und seiner ältesten Jugendgespielin„dem nußbraunen Mädchen", einer armen Pachterstochter, die mit ihrem veitae» respondenz" wird aus Mailand geschrieben, daß in Biella (Hauptstadt der gleichnamigen Provinz sBiellas im früheren Königreich Sardinien)„ein Strike ausgebrochen ist und zwar in den Fabriken der Herren Zella und Trombetta, wo man mit mechanischen Webstühlen arbeitet; und da dort nur Frauen arbeiten, so haben wir einen Frauenstrike. Früher wurde mit Hand- Webstühlen gearbeitet, die eine größere Arbeiterzahl erforderten; nun haben die Fabrikanten mit Dampf oder Wasser getriebene Webstühle, können große Reduktionen im Arbeiterpersonal ein- treten lassen und thun dies auch. Das ist also der Grund des Ausstandes. Der Ausstand hat nicht geringes Aufsehen gemacht: einmal, weil in jener Gegend bis jetzt dergleichen nie vorge- kommen, und er ganz von selbst entstanden ist; sodann, weil die Bevölkerung die Strikenden eingeschlossen, ganz unter dem Ginfluß der bürgerlichen gemäßigten Partei steht, zu deren hervorragenden Vertretern die Brüder Sella gehören; bekannt- lich war Quintino Sella selbst Minister und ist noch das legale Haupt der sogenannte« lZonsorteri» moderata(gemäßigten Clique.)" — Eine Reminiscenz. lieber den Czar Alexander I. (ebenfalls„der milde Czar" genannt), dessen lOOjähriger Geburtstag am 23. Dezember in Petersburg gefeiert wurde, wobei überschwengliche Anpreisungen seiner Freundschaft zu Friedrich Wilhelm III. von Preußen eine große Rolle zu spielen hatten, schrieb Gneisenau: � „Dieser Alexander ist zu Preußens Unglück ge- boren. Im Jahre 1805 läutet er die Sturmglocke, bevor Alles zum Kriege vorbereitet ist. Mit Uebermuth wird der Krieg angekündigt. Mit Uebermuth geht er nach Oesterreichs Unfällen in Mähren vor— mit Kleinmuth zurück, nachdem er sich seine Lektion geholt hat. Sodann läßt er seine Truppen auseinander- gehen, den nahe ausbrechenden Krieg nicht ahnend. Seine Hilfe ist späterhin(1806 und 1807), da er uns schützen will, ebenso verderblich wie des Feindes Angriff, und er endigt damit, daß er seinen Bundesgenossen plündern hilft. Ich frage, ob dieser Alexander, wenn er Preußens bitterster Feind gewesen wäre, stch sinnreicher hätte benehmen können, um unseren Unter- §ang zu befördern, als er gethan hat, indem er sich unseren weund nannte!" Das ist vor fast 70 Jahren geschrieben. Heute regiert in Rußland wieder ein Alexander. Aber in Deutschland fehlt der Gneisenau. Er würde vom„Erbfreund" Aehnlichcs, wo nicht Schlimmeres zu sagen haben. In England fangen die Arbeiter an, gegen das Knutenthum zu demonstriren, während die Bourgeoisie eine Bewegung für den„Frieden um jeden Preis" zu insceniren sucht. Daß die ungeheure Mehrheit des englischen Volks einer Aktion gegen Rußland geneigt ist, unterliegt nicht dem leisesten Zweifel. — Die Cultur, welche Rußland in die Türkei bringt, vr. Master, den der englische Unterftützungsausschuß m die Bulgare: geschickt hat, berichtet gräßliche Dinge. Die Abjchlachtung der 129 oder 150 Weiber und Kinder, unter gräßlichen Verstümmelungen und Grausamkeiten, in der Nähe von Muftis, worüber kürzlich in den Zeitungen berichtet wurde, scheint keineswegs als russisch-bulgarisches Blutbad allein dazu stehen. Ganz Äehnliches meldet Master aus Oflande, wo in- dessen Männer die Opfer waren und ihre Frauen und Kinder huflos zurückgelassen wurden; hier zählte Master auf einem Viertel Acre nicht weniger als 75 Leichen. Weiter aus Esover, nahe dem Schlpkapaß, wo 129 Männer grausam abgeschlachtet wurden, während ein bulgarischer Richter wie zum Hohn Gebete verlas und den Tod des letzten durch ein„Lang lebe der Zar!" feierte. Master berichtet, daß er seit dem 26. September mehr als 3000 bedürftigen Frauen und Kindern Hilfe gespendet hat.— Aus und über Plewna schreibt der russenfreundliche Correspondent des englischen Russenblatts„Daily News" unterm 17. Dez mber: „Seit den schrecklichen Pestilenzen vergangener Jahrhunderte ist eine solche Fülle unbeschreiblicher Greuel und fürchterlicher Leiden nicht auf einem so kleinen Erdenfleck zusammengedrängt gewesen. Menschliche Wesen liegen gleich dem Bich auf der .�"chnaine füllen die Häuser, hunderte von Jammer- g pauen strecken mit Aufgebot ihrer letzten Kraft die Hand nach Äater in die Gebirgsthäler der Schweiz geflüchtet und! dort einem s sbendeu reichen Jüngling vermählt ist. Diese „lungfr�liche Äittwe überläßt die vom jungen Gatten auf seinem Todteichctt ihr vererbten großen Fabriken einem Geschäfts- fuhrer, der sich um ihre Hand bemüht, nun aber in der Schwä- aerin des sogenannten Gesch. rrfassers die passende Lebensg-- fährtm gefunden hat.* Es treten endlich nach des Dichters ursprünglicher Intention. außer diesen vielen(schon 10) Brautpaaren auch noch jene zwei dazu, die in der eingeschobenen Novelle..Wer ist der Berräther?" aus ähnlichen Verwicklungen erst allmählig sich passend zusammen- gefunden haben. Die Zwölfzahl ist damit erreicht. Aber Goethe will das vielgestaltige, buntoerworrene Menschen- leben auch noch an dem geschiedenen Ehepaar, wie von einer Kehrseite der bräutlichen Verhältnisse her. zur Darstellung bringen. Odoardo verläßt Weib und Kinder, da er mit der Prinzeß Sophronia, seine Gattin mit ihrem Hausfreund Lelio, m irrthümliche Herzensverwickelungen geräth. Ganz abgeschlossen erscheint zu allerletzt in der pilgernden Thörin die Doppclliebe von Bater und Sohn zu dieser geheim- nn'a0Sen Mädchengestalt, in der ich Lydia, Lothario's und Jar- S �"din zu finden mir einbilde. über"?®aitJrn achtzehn Paare und außerdem noch melcken einzeln bestehende Figuren des Romans, von Lebriabren«„ Personen allen dem ersten Theil, den tbnrio Fri'edrick T0l®enbe angehören: Wilhelm und Felix, Lo- K;.«66? kÄ"«'»l'«. 3«tno, z,dl-. Philim-«d Oid. Ä. d°-«»»d--.»'d!Ä.»l,° j-h» neu aufgetreten, und diese Menge ver dige flüchtige Leser&af'Un0 beS®anien»"hl viele ungedul c�. ganz überflüssig einge- schaltet sind: d e gefäMe Wette und- Sie neue Melusine, diese übrigens ein reizend liebliches Märchen Wr... y; nAniipff»«„t,., �ueu�ra. der einem Stückchen Brod oder einem Tropfen Wasser aus, und keine Hilfe ist nahe, um diese Leiden zu mildern und die Acrm'ten von einem qualvollen Tode zu erretten. „Als die Türken ihren Ausfall machten, blieben die Kranken und Verwundeten, mehrere Tausend an der Zahl, ohne Wartung zurück. Die wenigen Krankenpfleger, die überhaupt vorhanden gewesen waren, schlössen sich dem Heere an, um mit diesem wo möglich zu entkommen. Der Tag der Schlacht und die darauf folgende Nacht vergangen. Um die armen, in Plewna liegenden Dulder beküm- merte sich Niemand, sie blieben ohne Speise und Trank ihre Wunden ohne Pflege. Am nächsten Morgen rückten die Russen in die Stadt und feierten die Ankunft des Kaisers und seines Gefolges. Ihnen mag die Festfreude kurz erschienen sein. Nicht so den hilf- losen Kranken, welche vergebens ihre abgemagerten Hände gen Himmel streckten und um ein Stückchen Brod, einen Tropfen Wasser flehten. Weder Freund noch Feind kam, um ihre Leiden zu mildern oder ihnen das Wenige zu reichen, dessen sie be- durften, um einem schrecklichen Tode zu entgehen. Sie starben zu Hunderten, und ehe der Morgen des dritten Tages heran- brach, machten die Todten den Lebenden in jenen schmutzigen, verpesteten Häusern den Raum streitig. „Am Morgen des genannten Tages erst fanden die Russen Zeit und Gelegenheit, sich um jene armen Geschöpfe zu kümmern. Zunächst schieben sie die Todten von den Lebenden, dann sorgten sie für die letzteren. Der erste Raum, den ich in einem dieser Sterbehäuser betrat, enthielt etwas über 90 Türken. Davon waren 37 schon gestorben und viele andere dem Tode nahe. Angstvolles Stöhnen entquoll den fast.erstarrten Lippen. Da- zwischen ertönten herzzerreißende Rufe nach Wasser, und hier und da bat einer durch Zeichen um Nahrung. Ein paar von den Armen, die sich noch einige Kraft bewahrt hatten, richteten sich auf und hefteten ihre ttefgrsunkenen Augen mit solch flehent- lichem Blick auf Die, welche gekommen waren, sie von der Ge- sellschast ihrer todten Gefährten zu befreien, daß auch das härteste Herz vor Mitleid erweicht worden wäre. Nur spärliches Licht drang durch eine hoch oben angebrachte Scheibe auf die Menge wild durcheinanderliegender, theils starrer, theils seltsam bewegter menschlicher Formen. Die Luft war mit Fäulniß geschwängert, so daß selbst kräftige Männer, die sich hineinwagten, von Hebel- keit und Ohnmacht befallen wurden. Aehnlich sieht es in noch fünfzig anderen Häusern und in den Hallen der Moscheen aus. „Es kann weiter nichts geschehen, als die Todten hinauszu- schleppen, Licht und Luft hereinzulassen und Wasser und Nahrung den Ueberlebenden in der Hoffnung zu reichen, daß einige von ihnen gerettet werden können. Nur gering aber ist die Zahl der Leute, welche mit dieser schrecklichen Aufgabe betraut sind, und wie unzureichend ihre Hilfsmittel! Nur drei offene Ochsen- karren find verfügbar, um die Todten wegzu,ahren, und nur fünfzig Soldaten damit beschäftigt, die Leichname aufzuladen und sie draußen in langen Gräben einzuscharren. So rasch wie möglich wurde Brod und Wasser vertheilt, um das die abgemagerten Jammergestalten untereinander mit ihrem letzten Lebens- athem kämpften. Nur zu oft war es wirklich ihr letzter, denn der Anstrengung, einen Bissen hinabzuwürgen, waren fie nicht mehr gewachsen und stürzten zusammen, während ihre noch lebenden Nachbarn zur Rechten und zur Linken dem Sterbenden den übriggelassenen Bissen aus der erstarrenden Hand rissen, um vielleicht selber zusammenzubrechen, ehe sie ihn noch hinab- würgen gekonnt. „Die drei offenen Ochsenkarren sind noch, während ich schreibe, mit der Wegschaffunz der Todten beschäftigt. Die Reinigung der Spitäler indeß bewerkstelligte sich schnell, und nach den ersteil beiden Tagen wurden die Bulgaren gezwungen, die Soldaten in der Arbeit des Wegschaffens und Begrabens der Leichen ab- zulösen. Mit welcher Rohheit sie die verhaßte Arbeit thun, ist schrecklich zu schauen. Bei den Füßen schleppen fie die Leichen treppab, daß die Schädel auf jede Treppenstufe aufschlagen, dann hinaus durch tiefen Morast in den Hof und hinauf auf die Karren, von deren Seiten die Köpfe und Glieder herabhängen. Die Gespräche, die sie bei der Arbeit führen, sind wo möglich noch scheußlicher,- gleichviel ob einer der Leiber noch warm sei und der Herzschlag in ihm sich noch fühlen lasse.„Hol ihn der Teufel! sterben muß er ja doch; also fort mit ihm!" rufen die Bulgaren, laden die Lebenden mit den Todten auf und werfen sie in ein gemeinsames Grab. Dergleichen habe ich mit eigenen Augen gesehen, und der mtt der Reinigung der Hospi- täler betraut ist, sprach gegen mich seine Ueberzeugung aus, daß Von di sen zwei Novellen abgesehen ist aber die Entwicklung erste Theil der Wanderjahr Wanderzahre speziell nichts allzuschwcr übersehbar. finden, und durch einen seltsam neckischen Buben verlockt, ge- rathen Bater und Sohn in die Besitzung eines praftisch thätigen alten Edelmanns, der nach dem oben geschilverlen Gemälde be- haglich stiller Beschränkung, im vollsten Gegensatze dazu, auf seinen Gütern die weitumspaunende Perspektive einer allgemeinen höheren Voltsbildung der fernen Zukunft eröffnet. Als schon gegenwärtig erreicht wird hier dargestellt: wie ge- steigert intensiver Landbau, mit wahrhaft humaner Gemeinsam- keit der Pflichten und Rechte, ein glückliches Gesammtleben ganzer Völkerschaften herbeiführen könnte! Nach Zacharias Becker's und Friedrich von Rochau's zahm philantropischen Ideen vom vorigen Säculum muthet es unS hier an wie eine Vorwegnähme der Gedanken vom künftigen Bolksstaat, die unser Jahrhundert ausarbeitet. Doch höher hinauf geht nun die Bahn. Eine ganz allge- meine gleichmäßige Volkserziehung zeigt uns der wundersame Zukunftstraum der„pädagogischen Provinz", in die Wilhelm seinen Felix führt.— Nachdem er dann dem Grabe der früh verklärten Mignon, dieses hochpoetischen Aethergebildes, den Zoll stillgerührter Erinnerung geweiht hat, ergreift ,hn endlich wie in Begeisterung die Idee von der Herrlichkeit des Menschenleibes, dieses göttlichcu Tempels ewig unbegreiflicher Geisteskraft, und die Borstellung von der Hoheit des Berufs: eben diesem er- habensten Geb Ide der sichtbaren Schöpfung als Wundarzt hei- lend und wieder herstellend sich dienstbar zu machen. Anregend ! hierzu war seines Felix Sturz vom Pferde in Hersilien's Gegen- wart, gleichsam eine Vorahnung der schönen Schlußscene des ganzen Romans. Wilhelm schildert ausführlich den Gedankengang, der ihn zum Entschluß, Chirurgie zu lernen, gebracht hat in dem unnachahm- lich vollendeten Briefe an seine Braut Natalie, diesem Briefe, i der allein schon alle Krittler belehrt haben müßte, wie thöricht sie Goethe Abnahme poetischer Gestaltungekraft nachweisen wollten. Mit diesem Briefe schließt das zweite Buch und der (Forts, f.) solcher Fälle mehrere im Tage vorkommen. Dieses herzlose Verfahren vollzieht sich inmitten der mit Männern, Weibern, Kindern, Soldaten, Kranken und Vermundeten erfüllten Straßen. Da dieses Schauspiel aber schon mehrere Tage hintereinander dauert, hat sich das Gefühl dafür abgestumpft. „Jetzt erst wird die Krankenpflege rasch in ein System ge- bracht. Daß dergleichen vorkommen konnte, dafür giebt es keine triftige Entschuldigung. Die Russen wußten, daß Plewna fallen mußte, dasi Tausende von Verwundeten, Kran- ken und Hungernden in der Stadt zusammengepfercht waren. Demgemäß hätten sie ihre Vorsichtsmaßregeln treffen müssen. Unverzeihlich ist es, daß für die Wegschaffnug der Leichen blos drei Ochsenkarren, für ihre Bestattung blos zwanzig arbeitsscheue Bulgaren beschafft wurden. „Aber die Schrecknisse von Plewna beschränken sich nicht auf das Weichbild der Stadt. Kaum minder gräßlich sieht es draußen auf der Ebene am Widflusse aus, wo 15— 20,000 G-fangene halberfroren und halbverhungert um elende Brodrationen untereinander kämpfen, wo Hunderte von Todten noch unbe- graben liegen, wo andere, die nur nothdürftig verscharrt worden waren, von gierigen Hunden theilweise aus den Gräbern herausgewühlt und in schauderhafter Weise angefressen worden sind. „Ganz Plewna ist ein ausgedehnter Schindanger, dessen Schrecken jede Vorstellung übersteigen."-- Von den gefangenen Türken ist seitdem ein großer Theil erfroren.„Hülfe unmöglich!" telegraphiren die Willensvoll- strecker des„milden Czaren". — Weder vom militärischen noch vom diplomatischen Kriegsschauplatz liegen bedeutende oder doch zuverlässige Nach« richten von Bedeutung vor. — In Lippe ist am 30. v. Mts. der Führer der dortigen Fortschrittspartei und Reichstagsabgeordnete Hausmann ge- storben. Wie man uns schreibt, wollen unsere Parteigenossen das freigewordene Mandat zu erkämpfen suchen. Der Boden ist günstig. — Es liegt uns der Prospekt eines neuen sozialistijchen Arbeiterorgans vor, das in Brüssel ein Mal wöchentlich erscheinen wird. Das Blatt führt de» Titel:„Im voix de rourrier,' Organe des associations ouvriäres beiges."(„Die Arbeiterstimme, Organ der belgischen Ärbeiterverbindungen.") Das Abonnement beträgt halbjährlich 4 Frcs. Man subscribirt bei Herrn Louis Bertrand, 130 nie Jolly in Schaerbeck- BruxelleS. — Der vornialige verantwortliche Redakteur des„Vorwärts", Herr Wilhelm Hafen clever hier, ist anläßlich eines in Nr. 27 des„Vorwärts" vom 1. Dezember 1876 zum Abdrucke gelangten, mit den Worten:„Die Briefe sind bei der Post so sicher"'be- ginnenden Artikels wegen Beleidigung von Beamten des Kaiser- lichen Postamts zu Finsterwalde auf den Seiten der Kaiserlichen Oberpostdirektion zu Frankfurt a. O. gestellten Strafantrag nach §§ 135, 186, 196 und 73 des Reichsstrafgesetzbuchs zu vier Wochen Gefängniß rechtskräftig verurtheilt worden, was nach § 200 Abs. 2 des angezogenen Reichsgesetzes antragsgemäß hier« mit bekannt gemacht wird. Leipzig, am 29. Dezember 1877. königl. Gerichtsamt im Bezirksgerichte, Atheilung ll B. Bieler. Ortmann. — Der verantwortliche Redakteur der hier erscheinenden Zeitschrift„Vorwärts", Herr Rudolf Benjamin Seiffert, ist anlaßlich des in Nr. 82 der gedachten Zeitschrift von diesem Jahre abgedruckten, mit der Ueberschrift„Beamt-nwillkür" ver- sehenen Artikels auf Grund des von dem evangelisch-lutherischen Landeskonsistoriums zu Dresden gestellten Strafantrags wegen öffentlicher Beleidigung einer Behörde in Beziehung auf ihren Beruf in Gemäßheit§§ 185, 194, 196 des Reichs-Strafgesetz- buches mit sechs Wochen Gefängniß bestrast worden, was dem weiteren Antrag gemäß nach§ 200, 2 des angezogenen Gesetzes hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. Leipzig, am 29. Dezember 1877. Königl. Gerichtsamt im Bezirksgericht das., Abth. II B. Bieler. Wenck. Wilhelm kommt mit Felix in äduoeii wo er �karno trifft, und das höchste Glück der Beschränkung im idealverklärten fast religiös geweihten Fammenleben St. Josephs des Zweiten findet und als Vorbild seiner eigenen Zukunft anschaut" Dies M die heilige Familie, ein unnennbar zartes aus Lust und Himmelsglanz gewobenes Abbild alles Edelsten, das die Mensch« heit ihr Eigen nennt. Im Gebirge verirrt, wo sie ein geh-imnißvolles Schatzkästchen — Zur Bierverfälschung. Bor kurzem tagte in Berlin eine � Bierbraueroersammlang, in welcher ein«nlrag gestelll wurse, oas Reichsgesundsheilsaml zu criuchen, dahin zu wirken, daß gesetzlich fest- gestelll werde, daß zur Bierbereitung nur Malz und Hopsen, �Hese und Wasser verwendet werden dürfen und die Anwendung aller Surrogate und sonstigen Zusätze verboten sein sollen. Dieser Antrag wuroe von den anwes nden Brauern natürlich abgelehnt. D)e„Bojsisch- Zeunng", die viese Nachrichl auch brachte, ei hielt infolge dessen ein Schreiben deS Besitzers der No>ddeutschen Brauerei in Berlin, desjenigen Lokals, in welchem vor der Nachwahl im 6. Berliner ReichStagswahlkreise die großen Bolksoersammlungeu seitens unserer Partei abgehalten und auch das Wahlresultat von den Tausenden und aber Tausenden freudig ernsten Proletariern bekannt gemacht würbe. Deshalb besonders inlerechrt auch uns das Schreiben; ei lautet:„In der-etzten Sonntaasnummer Ihres Blattes Ichreiben Sie von Bejchlüsi n einer hier in Berlin gs- halienen Sitzung deutscher Brauer, in welcher es heißt, daß-in Be- schluß, dem Reichstag eine Petition einzureichen bezüglich Bereitung deS Bieres, abgelehnt wurde. Ich erlaube mir hierzu die Bemerkung zu machen, daß ich zu obiger Versammlung keine Einladung erhalten, überhaupt nicht gewußt habe, daß eine solche Versammlung hier tagen würde; dasselbe wird mir auch von einigen mir befreundeten College» versichert. Sleichzeitig theile ich Ihnen mit, daß vor einiger Zeit, auf meine Anregung, von den«criin.-r Brauereien dem Reichstag eine Petition eingereicht i't, mil der Bitte, bei dem ReichSkanzleramt dahin zu wirken, daß gesetzlich sestgestelll werde, daß Bier nur aus Hovfen und Malz(natürlich auch Wasser und Hefe) gebraut werden dürfe, und das Verwenden alier Surrogate bei Strafe zu ver« bieten oder aber gesetzlich zu bestimmen, welche Surrogate in Anwen- dung kommen dürfen, in diesem Falle aber solche mit der höchstmöglichen Steuer zu belegen. Ich bitte von dieser Millheitung in Ihrem werthen Blatte Notiz nehmen zu wollen und zeichne u. s. w. Flehinghaus, Brau- mcister und Brauereibesitzter."— Das nenuen w r eine vernünftige Petition, die der Herr Flehinghaus veranlaß! hat, und eS wird dieselbe gewiß auch von den sozialipischen Abgeordneten energisch unteistützt werden, llebrigens ist uns auch noch wohl erinner!. ch, daß das Bier in der Norddeutichen Brauerei in Berlin im vorigen Sommer ein durchaus gutes war. Cklteeln8il,v de Libre-Penseur par Edgar Monteil*) Katechismus des Freidenkers von Edgar Monteil. Der V-rfasser des vorliegenden Buchs, eines gut ausgestat- teten Bands von 253 Seiten ist, durch zahlreiche Schriften be- kannt, in denen er für die neuen Ideen der Menschenbefreiunz aus politischem, sozialem, wissenschaftlichem Gebiete eintritt und namentlich dem Pfaffenthum scharf zu Leibe geht. Der„Ka- techismus" ist sehr klar und durchaus verständlich; und wenn auch verschiedene Definitionen uns Deutschen einigermaßen fremd vorkomme», so sind sie doch immer lehrreich. Jedenfalls können unsere französisch. lesenden Parteigenossen keine bessere Gelegen- heit finden, sich über die Anschauungen und Auffassungen der französischen und belgischen Freidenker zu unterrichten, als sie in ' dieser Schrift geboten ist; und es sei darum dieselbe hiermit beneus empfohlen. «) Covers chez Hees& Cie., Irnprimeura- Editeurg(Antwerpen, Verlag von Mees u. Comp.) 1877. Der berühmte Maler Courbet, der muthig auf Seite« der Pariser Commune focbt und bekanntlich den Sturz der Ben- domesäule in Paris veranlagte, ist nach längerer Krankheit'm Exil gestorben. Mit Courbet ist einer der wenigen Künstler dahingeschieden, die die Kunst um ihrer selbst willen und nicht des schnöden Gewinnstes wegen übten— Grund genug für das arbeitende Volk, dem Verstorbenen, dessen Bedeutung als Kunst- ler auch von den erbittertsten Gegnern nicht bestritten werden kann, ein ehrendes Andenken zu bewahren. Correspondenzen. München, 19. Dezbr. 1877.(Da haben wir's!—) Wer konnte es aber auch wissen, daß unser liebwerther Agitationsbeipand, der Herr Polizeikommissär Gehret, von dem wir Ihnen vor kaum 3 Wochen berichtet haben, gar so bescheiden ist!? Die Nr. 146 des„Vorwärts" hatte wenige Tage erst den geweihten hiesigen Boden betreten, als unsere löbliche Polizeidirektion schon das lebhafteste Verlangen hegte, das kulturhistorische Material zu vervollständigen, dessen gewissenhafte Sammlerin sie seit lange schon gewesen ist. Man erzählt sich nämlich in sozialisti- schen Kreisen, daß von sämmtlichen Nummern des„Zeitgeist", in welchen der„Sozialistische Stammbaum" des Herrn Gehret von der Expedition des„Zeitgeist" zum Berkauf ausgeboten wurde, je 1 Exemplar für die husige Polijeidirektion(— natürlich gegen Baar—) eingeholt worden sein toll. Auch die Nr. 146 des„Vorwärts" soll gewünscht worden, aber leider schon ver- griffen gewesen sein. Daß wir an unseren polizistischen Interessenten und Abonnenten eifrige„Vorwärts"- und„Zeitgeist"- Leser haben, ist bekannt. Niemand von ihnen wollte, so scheint's, seiner Exemplare entrathen. Offenbar hatte die besondere Er- Werbung der begehrten Blätter nur den Zweck, zur Vervollstän- digung des kulturhistorischen Materials zu dienen, das, wie gesagt, für unsere Polizei- und Staatsarchive eifrigst zusammen- getragen wird. Das ist sehr lobenswerth, gewiß! Denn„die Weltgeschichte ist das Weltgericht", das solcher Akten am Tage der„inappellablen" Rechtsprechung besonders bedürfen wird.— Bis dahin haben wir Muße, uns zu freuen, daß unser großer Zeitgenosse Gehret so bescheiden war, nicht selbst dafür zu sorgen, daß sei» neuester Ruhm in unseren Archiven verewigt werde.(Wie es scheint, überließ er dies seinem Herrn Borge- setzten.) Oddr— sollte er den Entschluß gefaßt haben, ganz „incognito" ein großer Manu zu werden, sollte er dabei von dem Wunsche beseelt gewesen sein, in dem dustigen Gewölke einer sagenhaften Legende, statt auf der Leiter geschäftlicher Reklame, vom schlichten Distrikts-Gensdarm emporzuklimmen auf die Höhen unserer rechtskundigen„Polizeidir-- Nein! Wir vermögen das Wort nicht auszuschreiben. Ein Mann von erwiesener Selbstverleugnung, ein Denker und Forscher von dem Scharf- sinn unseres Herrn Gehret, verschmäht die plumpe Selbstver- hcrrlichung. Er überläßt es getrost der Mit- und Nachwelt, ihm nach Verdienst seine Stellung anzuweisen. Auch wir er- warten geduldig den Augenblick, wo uns der letzte Entscheid auf die im Sozialistenprozeß eingel-gte Nichtigkeitsbeschwerde das Recht verleiht, ebenso eingehend über den„Kronzeugen" Gehret als über den Sozial- Autodidakten gleichen Namens Kunde zu geben. Daß die Redaktion des„Vorwärts" in unserm Bericht über den Gehret'ichsiu.„Stammbaum der sozialistischen Entwicklung", gewiß unabsichtlich, zwei seiner Glanzpunkte durch Torr.ktur verdunkelt hat, zwingt uns, um Ricktigstellung zu bitten. Herr Gehret nennt nämlich die Polen nicht blos kurzweg„die Sol- baten der Revolution", sondern„die Soldaten der sozialen Revolution", auch titulirt er Lassalle nicht kurzweg„Ferdinand Lassalle", nein, er hat ihn mit einem„v." als„F rdinand von Lassalle" aufgeführt. Sie sehen, unser Geschichtsmaler liebt es, besondere Charakteristika hervorzukehren, und sein kritischer Geist hat die Geschichte Polens mit demselben Erfolge studirt, wie den Stammbaum unseres Lassalle. Was an dem Gerüchte ist, daß gewisse hohe Personen im Reich sich mit dem Wunsche tragen, das Geschlecht Dessen gele- gentlich in den Adelstand zu erheben, der heute schon hier unter unseren großen Zeitgenossen als Beamtenproletarier„Weltge- schichte machen" hilft, wissen wir nicht. Aufgefallen ist uns nur, daß in unseren Versammlungen nicht mehr so regelmäßig wie sonst das„Dioskurenpaar" Gehret und Göhler, sondern ab- wechslungsweise mit dem Einen oder Anderen neue Polizeibe- flissene erscheinen. Wahrscheinlich von wegen der„Schule".— Zweierlei wäre hieraus zu folgern: entweder es wird raschestens Ernst mit der SchriftsteUerlaufbahn unseres Gehret, und dann muß er würdig abgelöst werden, oder auf Grund seines ersten wissenschaftlichen Erfolges hat eine„höhere" Eifersucht beschlossen, seine Lorbeeren nicht in den Titularhimmel hineinwachsen zu lassen. Dahin führt ja bekanntlich der Weg über die Wissen- schaftlichkeit, zu der unser Gehret sich zu entfalten droht. Und wir verlören so viel an dem thatkräftigen Manne mit der bescheidenen Firma:„Biertelskommissär". Unsere Sprache ist in diesem Worte doch etwas zu prol- tarisch angelegt! Denn wodurch unterscheiden sich von ihm unsere deutschen Haupt- Sozialisten-Bertilger, die Herren Stromer, Rüder, Pfister? Durch nichts als ihr„von"(soweit Rüder außer Betracht bleibt) und ihre Titel. Drum, mag es auch kommen, wie es will: Der Männer sind es fortan drei, die wir vor Allen küren, Wenn wir der deutschen Polizei zum Neujahr gratuliren. „Bon Stromer" heißt der erste Mann,'s ist Nürnbergs Bürgermeister, Sodann kommt unser Münchner d'ran, und„Herr von Pfister" heißt er. Direktor, Rath der Polizei ist er, wie Leipzigs Rüder, Und Münchens Gehret nebrnbei, der besten Ordnung Hüter. Ach! würde Michel zu Neujahr zum Rathe avanciren, So könnten wir am Ende gar drei Rüthen gratuliren.— Herrn Gehret nominiren wir zum„Sozialmagister", Auf daß die Firma lang florir': Hoch Stromer, Gehret, Pfister! Leipzig. Das Poem:„Die Bekenntnisse eines Weltkundi- gen" des hiesigen Polizeiarztes Kühn, welches im„Vorwärts" in gebührender Weise an den Pranger gestellt worden, ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegt worden. Das „Tageblatt", welches trotz der Kritik im„Vorwärts"� dreist Saug war, das Kühn'sche Machwerk zu empfehlen, meint be- ömgend, die Beschlagnahme sei wegen Religionsschmähung er- folgt; Thatsache aber ist, daß die Sittlichkeitsparagraphen des Strafgesetzbuchs dem ekelhasten Kinde der Mhn'schen Muße das Lebenslicht ausbliesen. Leipzig. Auch in diesem Jahre beginnt der Geschichts-, Rede- und Styl- Uebungs- Club im Arbeiter- Bildungs- verein seine regelmäßigen Stunden, und zwar Freitag den 4. Ja- nuar die erste, und von da ab jeden Dienstag Abend und zwar von 8 bis 9 Uhr G. schichte, ron 9 bis 10 Uhr Rede- und Stilübung, Diskussion der brennenden Tagesftagen, unter der Leitung der Herren Liebknecht, Geiser und Hasenclever. Da hierdurch einem Jeden Gelegenheit geboten wird, sich aus- zubilden, so wäre es wünschenswerth, daß die Betheiligung eine recht zahlreiche würde. Ter bisherige Erfolg, trotz ungünstigster Umstände, läßt uns das Beste für die Zukunft hoffen. Königstein.„Die heutigen Gesellschafiszustände und die So- zialdemokratie" war das Thema, über welches Genosse Kayser aus Dresden am 9. Dezember in einer zahlreich besuchten Ver- sammlung sprach. Gegner hatten sich nicht wenige eingefunden. Einige„gebildete" Herren hatten die Vorkehrung getroffen, durch Pfeifen und Rufen den Redner zu unterbrechen. Aber alle diese Pläne konnten zum Aerger unserer Herren Gegner nicht ausgeführt werden. Das Referat des Genossen Kayser war ausgezeichnet Er verstand es, durch seinen durchaus faßlichen Vortrag selbst die Sympathien unserer Gegner soweit zu ge- Winnen, daß jeder Skandal unterblieb. Da auf zweimalige Auf- forderung kein Gegner das Wort nahm, wurde die Versammlung geschlossen. Es ließen sich Viele in die Partei aufnehmen, auch wurden alle vorräthigen Schriften verkauft. Im Allgemeinen urtheilt hier die öffentliche Meinung sehr günstig über unsere Prinzipien. Das erste und größte Bollwerk des Liberalismus ist hierorts gefallen, nämlich die llnkenntniß über die Forde- rungen der Sozialdemokratie. Wir werden nicht ruhen noch rasten, bis der Sozialismus hier eine bleibende Stätte ge- funden hat. Königsberg i. sFr., 23. Dezbr. 1877. Im Juni 1874 beriefen hier mehrere Bürger unserer Stadt in rascher Auseinanderfolge drei Volksversammlungen ein, in welchen über das preußische Vereins- und Versammlungsrecht gesprochen werden sollte. Alle drei Versammlungen wurden von den überwachenden Polizei- beamte»(Kriminalpolizei Inspektor Hirsch und Polizeicommffsarius Neide) als„Fortsetzungen" der im Mai desselben Jahres poli- zeilich geschlossenen hiesigen Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei aufgelöst, und nachdem die letztere durch richter- lichen Spruch definitiv geschlossen war, erhob Staatsanwalt Hecht, der kurz vorher aus einer kleinen Provinzialstadt Ost- Preußens hierher versetzt worden war, gegen Max Herbig. Hermann Arnoldt und C. Grigatis Anklage. Gegen Letzteren ließ die Oberstaatsanwaltschast im Schlußtermin der zweiten Instanz die Anklage fallen, hielt dieselbe jedoch gegen Arnoldt und Herbig aufrecht. Diese sollten sich als Mitglieder eines geschlossenen politischen Vereins bei einer„Fortsetzung" desselben betheiligt und so§ 16, Absatz 2 der Verordnung vom 11. Mai 1850 verletzt haben. Die Angeklagten rcplizirten: sie hätten jene Ver- sammlungen nicht als Mitglieder jenes geschlossenen Vereins, sondern als freie Staatsbürger auf Grund des§ 29 der preuyi- schen Verfassung und dem'§ 1 des preußischen Vereinsgcsetzes vom 11. März 1850 gemäß einberufen, und erklärten die An- klage für das Produtt einer hereinbrechenden politischen Reaktion. Das hiesige Stadtgericht sprach die Angeklagten frei,— Staats anmalt Hecht appellirte; das hiesige ostpreußische Tribunal sprach die Angeklagten nach zwei Terminen auch frei;— die Oberstaatsanwaltschaft appellirte. Das Obertribunal in Berlin be- stäligte jedoch die Freisprechung nicht, sondern verwies die Sache zur nochmaligen Prüfung und endgültigen Entscheidung an das königl. Appellationsgericht zu Jnsterburg. Hier wurde nun in zwei Terminen die Sache nochmals genau untersucht und diskutirt; endlich erfolgte am 20. d. M. zu Jnsterburg die voll- ständige Freisprechung der Angeklagten, und zwar schloß sich der Gerichtshof in den Motiven des freisprechenden Urtheils der Behauptung der Angeklagten an, daß die qu. drei Voltsoer- sammlungen nicht„Fortsetzungen" der früher polizeilich„vor- läufig", später definitiv geschlossenen sozialdemokratischen Arbeiter- parte, gewesen seien.— Dieser Prozeß hat 3V2, drei und ein halbes Jahr gedauert und weist eine lauge und weitläufige Unter- suchung und 6 Audienztermine auf, in welchen sich die Ange- klagten stets selbst vertheidigten.— Indem wir diese drei frei- sprechenden Urtbeile ostpreußischer Gerichtshöfe in der Geschichte des modernen Gerichtsverfahrens gerne und mit Anerkennung oerzeichnen, können wir nicht umhin, die Frage aufzuwerfen: Wie war es möglich, in dieser Sache überhaupt eine Anklage zu erheben? und was veranlaßte das Königsberger Stadtgericht, diese Anttage aufrecht zu erhalten, welcher bereits die Vor- Untersuchung jeden Halt genommen hatte?— Die Angeklagten machen von einem ihnen nach Verfassung und Gesetz zustehenden Rechte Gebrauch, werden dafür in eine langwierige Untersuchung verwickelt, von Staatsanwalt Hecht 3'/, Jahre lang in Anklage- zustand versetzt und müssen in 6 öffentlichen Terminen auf der Anklagebank sitzen! Giebt es denn in Preußen keinen Justiz- minister? Der Prozeß wider den hiesigen, seit dem 4. Dezember 1875 noch immer„vorläufig" geschlossenen sozialdemottatischen Wahl- verein schwebt in zweiler Instanz, in welcher am 14. Januar 1878 der zweite Audienztermin stattfinden soll. Auch in diesem Prozesse sind die beiden Angeklagten, Hermann Arnoldt als Vorsteher des Vereins und C. Grigatis als Beisitzer in einer Versammlung des Vereins, vom Kriminalscuat des hiesigen Stadtgerichts in erster Instanz freigesprochen. Warten wir ruhig das Ende dieser Sache ab.— Der hiesige Gerichtshof erster Instanz(Königsberger Stadtgericht) hatte übrigens die Anklage des Staatsanwalt Hecht zurückqewiesen; auf Appellation des letzteren hielt das ostpreußische Tribunal die Anklage auftecht. Oessentliche Quittung. Seit dem 20. Novbr. 1877 habe ich für nachbenannte Fonds Aten:._ a) Agitations- und Wahlfonds. Güstrow d. Otto M. 4,30; Frohburg von Arbeitern der Fabrik K.rsten u. Sohn 10,00; Rendsburg d. Loßmann(Schutz- gesetzes) 7.50; Chemnitz d. Kluttig(Wahlstatistik) 1,80; Stutt- gart d. Berlinger(stat. Tafel) 2,00; Frankfurt a. M. d. Knoke (Schutzgesetze) 6.00; Hamburg von Justus' Cig.-Fab. Zollvereinsniederlage 26,70; do. v. W. H. 3,00; Nürtingen d. F. Schnizler 5,00; Bremerhafen d. Henrichs(statist. Tafel) 6,00; Nürnberg d. Phil. Wiemer 42.00; Regensburg do. 1,70; Landshut do. 3,50; Rosenheim do. 5,00; Lechhausen do. 4.00; Kaufbeuren do. 3,40; Göppingen do. 3,00; Stuttgart do. 45.00; Schw.-Gmünd do. 3,00; Heilbronn do. 5,00; Münden i. H. d. H. Oehme 3,00; Eimbeck do. 5,00; Freden do. 3.00; Hildesheim do. 6,00; Peine do. 7,43; Hannover do. 6,00; Minden i. 28. do. 5,00; Vlotho do. 6,00; Rehme do. 3,50; Bielefeld do. 12,13; Rheda do. 5,00; Dortmund 5,00; Bochum do 4,00; Gelsenttrchen do. 15,00. b) Unterstützungsfonds. Hamburg v. Auer 2,40; do. v. Club Frohsinu d. Schröder 3,70; do. W. Blos 2,40; do. vom Stiftungsfest der Tischler d. Döscher 33,67; do. d. Förster 4,00; do. v. A. Kapell 1,40; do. d. Deisinger 5,00; do. v. Ziehr's Bau in St. Pauli 6,79; do. v. Geib 4,80; do. d. H. Schehl 1,10; do. d. Frau Feil vom Weihnachtsfest des Arbeiterfrauen- und-Mädchenvereins 37,54; do. d. Jacobs von einer Hochzeit 3,00; do. v. Geib 2,40; Hohen- felde- Burgfclde vom Ball des Arbeiterfrauen- und-Mädchen- Vereins 5,17; Geesthacht d. G H. Menke 9,00; Steinwärder v. Nagel's Korbmacherw. 14 15; Bochum v. I. S. 1,50; Offenbach a. M. von der Schuhmacherg. d. Dworak 5,00; Hanau d. M. Daßbach 2,20; do. Carl Braß 18,50; Penig von fröhlicher Tisch- gesellschaft d. Göhler 2,00; Duisburg bei einem Glase Bier in Beek d. Helferich 2,70; Barmstedt d. H. Pflughaupt 15,00; Forst v. Gesellschaftsabend des Sängerbundes d. Z. 3,81; Osnabrück v. Tanzttänzchen d. Aug. Altenbernd 15,00; Wiesbaden vom Stiftungsfest des Gesangvereins Eintracht d. W. Lambert 4,50; Braunschweig vom Vereinigungsfest der Metallarbeiter d. Söhler 10,00; Elmshorn vom Arbeiterball d. Hamer 12,20; Naumburg a. d. S. d. C. Rosemann 4,70; Düsseldorf d. Müller von der Schuhmacherg. 5,00; Schmölln d. Jul. Martin 4,68; Branden- bürg v. H. Ich. 3,00; Leipzig d. C. Hadlich von diversen laut „Vorwärts" 67,32; Duisburg d. H. Strumpen 4,32; Großen- Hain v. Stiftungsfest der Manufakturarb. d. Redam 6,60; Neu- Münster v. Rix 1,00; Braunschweia v. Bornemann's Fabrik d. W. Lantzsch 8,20; Nowawes d. F. Stuckenbruck Auktion im Pfeifenclub 5,00; Schedewitz ges. an Robert Blum's Sterbetag im Arbeiter- Fortbild.. Ver. d. N'tzold 6,00; Kiel d. Glitt aus der Sammelbüchse bei Neumann 21,00; Heilbronn d. H. Weiß- mann 2,00; Thonberg d. G. Wittig v. Arb.-Verein 10,34; Er- furt v. W. Sanders 0,75; Mainz auf Listen d. Lippold von Mainz-Gartenfelder Parteigenossen 24,15; do. von der Möbel- fabrik Bembe 7,50; do. von der Möbelfabrik Heininger 10,35; do. von der Möbelfabrik Rauch 5,00; Achim d. C. Engelmann 6,50; Lübeck d. H. Bruhn 15,00; Uetersen d. F. Ziem 9,48; Halle a. d. S. durch Baier von der Klos'schen Schneiderwerkst. 5,00. Zur Beachtung! Die Parteiabrechnung wird im Januar versandt, Rückstände wolle mau daher sofort einsenden. Hamburg, den 30. Dezember 1877. August Geib, Rödingsmartt 12. Parteigenossen aus nachbenannten Städten, welche erbötig wären, Beihilfe zur Agitation für die Schneidergewerkschaft zu leisten, werden gebeten, ihre Adresse Unterzeichneren gefälligst mitzutheilen: Freiburg i. B., Baden- Baden, Rastatt, Karlsruhe, Bruchsal, Germcrsheim, Landau, Neustadt a. d. H., Später, Saarbrücken, Trier, Aachen, Eupcn, Rheydt' M.-tSla bach, Viersen, Dülk-n, Kempen, Krefeld, Geldern, Cleve, Em- merich, Wesel, Obcrhausen, Mühlheim a. d. R., Ruhrort, Duisburg, Bochum, Witten, Iserlohn, Düsseldorf, Neuß, Mühlheim a. Rh., Bonn, Euskirchen, Düren, Neuwied, Coblenz und Kreuznach. B. Klerx. m Gießen, Neustadt D. 201. Alle Parteiblätter dieser Gegend werden um Abdruck gebeten. Briefkasten der Redaktion. R. R. in Großenhain: Der Bericht ist einge- troffen, aber erst 4 Wochen nach stattgehabter Versammlung. So anti- quirle Berichte pflegen wir nur dann zu verwenden, wenn sie von all- gemeinem Interesse sind.— W. S. in Z.: Nummer 147 vom vorigen Jahre wird Ihnen gezeigt haben, daß Sie mit Ihrer Correipondenz zu spät gekommen sind.— Z. in Essen: Hier ansässige preußische Parteigenossen, die gleich Ihnen der Kirche den Rücken gekehrt haben, mußten ebenfalls 2,5(1 Gebühren zahlen.— Laurischker in Lindenau: Die„Egalite" erscheint in Lagny bei Paris; den Preis können Sie bei jeder deutschen Postanstalt erfahren. der Expedition. Ein Abonnent in Karlsruhe: Der„Sozialist" er- scheint in Wien. V. Bezirk, Äehrgasse 2; wenden Sie sich dorthin.— Krrwiarz in Osnabrück: Ihr Annoncendepot ist um SO Pf. über- schr.nen.— Paul Eber- in Löbnitz: Die Abonnenten dort sollen die fehleiwen Nummern bei dortiger Post reklamiren.— I. Zinthahn in Mühlheim a. Rh.: Das Puckel ist aus Versehen unftankirt abgegangen, die 50 Pf. sind dem Unterstützungsfonds überwiesen.— A. Rojenfeld in Nancy: Das Abonnent bei wöchentl. lmaliger Zusendung kostet 2.50 M.— Hß Philadelphia: Bis jetzt hat in Amerika die Zahl der Abonnenten nicht abgenommen. Adolf Richter, Schriftsetzer, aus Haindorf, wird ersucht, seinen Aufenthalt an seinen unterzeichneten Bruder bekannt zu geben. Ferner ersuche Parteigenossen, welche vielleicht mit Obengenanntem zusamiiiengetrvffen sind, Unterzeichnetem davon Nachricht zu geben. Den letzten Br es erhielt ich von ihm Ende Oktober vergan enen Jahres aus Brem-n.(3a) Haindorf bei Reichenberg in Böhmen. Heinrich Richter. Quittung. Hr. Eck Wien Ab. 9.60. I. Wchlr Bludettz Ab. 6,90. Schmdt Römerstadt Ab. 30,25. Wndt Penzlin Ab. 4,60. Wgnr«ll- stedt Ab. 1.60. Rio Altona Ab. 37,40. Hrbg Würzburg Ab. 20.0». G. Rchlr Paris Ab. 9,40. Wnlr Wien Ab. 10,00. Grllnbrgr Nürn- berg Ab. 200,00. Gr Osnabrück Ab. 13,10. Albrtz Eßlingen Ab. 14,30. Jnk Sora» Ab. 9,10. Jnschr Newyork Ab. 82,06. Kchnrtr Hof Ab 8,70. Hfmnn Wien Ab. 4 81. Lchltnr Steyr Ab. 4,70. Schwrz Reichenberg Schr. 25,18. Berein„Dein ki Jetno.a" Wien Ab. 12,48. Sfrt hier Ab 2.50. Metallarb.- G-werksch. hier Ann. 1,40. Knscbmr Meuro Ab. 1,10. Gglr hier Ab. 2,35, Schr. 1,75. Glls Hochfeld Ab. 5,22. Bttchr Gera Schr. 9.50. Arb.-Bild.-Ber. Hüttenberg Ab. 2.35. Nbr W-en Ab. 6,75 Jcgns Ccotidorf Ab 3,80. Kr.. Wertheim Ab. 2,3". Wswr Auw- Ab. 13,45. Hlzngr Wien Ab. 1,69. Schrdr Hannooer Ab. 250,00. Brndt Mittweida Ab. 20,00. I. Bst Mainz Ab. u. Schr. 71,25. Fonds für Gemastregelre. D. Bchmnn Lind'nau Vers. Uebersch. 11,30. Parteigenossen Gohlis d. F. 150 Znkhn Mülheim 0,50. Bon R. in Hof 2,00. Arb.-Ber. Plagwitz 1,76. Äk/yvfcittv» Sozialdemokratischcr Wahlverein. crjUlUlHZ. Sonnabend, den 5. Januar, Abends 8'/, llhr„ im Lokal des He rn B-eckcn Außerordentl Generalversammlung. Tagesordnung: Agitation. Innere Vereinsange egenheiten.(80 Alle Mann am Platz. Der Vorstand. 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