Erscheint in Leipzig titro, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Quartal. Mounts Abonnements werben Sei allen deutschen Bostanstalten suf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen; im nigr. Sachfen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Bfg. Inserate Bebr. Bersammlungen pr. Petitzeile 10 Pf., Betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Bf. Nr. 4. породена Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buch handlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New York: Soz.- demekr. Genossenfchaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: B. Haß, 630 North 3rd Street. 3. Boll, 1129 Charlotte Str. Soboten N.J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave San Franzisco: F. Ent, 418 O'Farrell Str. London W.: C. Henze, 8 New te Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Freitag, 11. Januar. " Zur Heiligkeit der Familie. Doch die Magdeburgische" will ja selbst die Erziehung der Unzählige Mal, ja immer und immer wird die Sozialdemo- facher haben. Nun ja, das ist schlimm genug, das Blatt ist Mädchen aus den gebildeteren und höheren" Ständen eintratie verantwortlich dafür gemacht, daß die Familienbande in auch diesmal halb und halb aus der Rolle gefallen und hat der Gesellschaft sich mehr und mehr lockern, daß die Heiligkeit seine Sache als Sozialistentödterin herzlich schlecht gemacht; noch der Ehe immer mehr ins Wanken gerathe. Immer und immer ein solch dummer Artikel und es verliert einige hundert Abonhat die sozialistische Presse den Beweis geliefert, daß die herr- nenten. schende heutige Gesellschaft selbst die Schuld trage, daß die gegenwärtige Produktionsweise, die Frauen- und Kinderarbeit Ehe men, die es dann vielleicht noch ernster meinen, als die MagdeDaß aber auch andere Blätter manchmal zur Einsicht komund Familie zerstören, daß die Kapitalwirthschaft den Menschen burgische", das beweist folgende Bemerkung eines conservativen zur Waare degradire und aus dieser Unmoralität weitere Un zur Waare degradire und aus dieser Unmoralität weitere Un moralität, verderblich für Ehe und Familie, entstehe; schweigend Blattes, welches sich aus der Rheinprovinz schreiben läßt: nehmen die Herrschenden derartige Wahrheiten entgegen, um bei geputzte Mägde und merken nicht, daß, wie der Herr, so der ,, Elegant gekleidete Hausfrauen räsonniren weidlich über auferfter befter Gelegenheit die alten abgestandenen Phrasen gegen Knecht, daß, soll es wieder zur alten Einfachheit zurückgehen, sie die Sozialdemokratie wieder zu gebrauchen sie stützen sich nämlich auf die noch so vielfach vorhandene Beschränktheit bei ohne Zweifel den Anfang machen müssen. Sie sehen den den Menschen und lügen und fälschen flott darauf los. Splitter in des Andern Auge und nicht den Balken im eigenen. Man muß sich deshalb jedesmal wundern, wenn die Blätter willen hat, mit gutem Beispiel voranzugehen? Unfere Was nüßen Klagen und Beschwerden, wenn man nicht den der Gegenparteien einmal mit größerem Ernst ans Werk gehen und über derlei Dinge schreiben, ohne zu lügen und zu fälschen. vornehme Damenwelt hält lange Vorträge über die Putzsucht So brachte jüngst die„ Magdeburgische Zeitung", die sich selbst und ihre verderblichen Folgen in den niederen Volksschichten und die gefürchtetste Gegnerin der Sozialdemokratie nennt, einen Ar- jede That fehlt, um das Uebel zu beseitigen." tikel:„ Staat und Familie" überschrieben, der, nachdem er zu nächst den Deutschen im Gegensatz zu den andern Nationen ein Loblied gesungen hat, folgende Bemerkungen macht: 13. 1878. annehmen muß aus Müdigkeit) zurückgeblieben. Eine kurze Zeit darauf kam der Unteroffizier J. mit Sch. gegangen und haute Lezterem mit gezogenem Säbel verschiedene Hiebe. Am Abend desselben Tages rief J. den Sch. zu fich in sein Zimmer, bald darnach hörte ich ein fürchterliches Geschrei. Ich ging sogleich in die Stube des J. und sah dort, daß Sch. ganz nadt ausgezogen tanzen und, wenn der Tanz nicht zur Zufriedenheit des J. ausfiel, sich über einen Stuhl legen und Säbelhiebe auf dem....... aushalten mußte. Diese Stubendienst= übung wiederholte sich an jenem Abende mehrere Male. Auf meine Veranlassung machte Sch.( leider aber erst am dritten Tage) dem Feldwebel Anzeige von dem Vorgefallenen, was aber nur zur Folge hatte, daß Sch. von J. nochmals unmenschlich geschlagen wurde. Das war so die Hauptaffaire. Ich kann das, was ich hier gesagt habe, beschwören."" Sodann hat Sch. in der Zeit vom 6. Dezember 1866 bis Januar 1870 nach dem uns vorliegenden Führungsattest folgende Strafen verbüßen müssen: 1) 1 Jahr 6 Monate Festungshaft wegen erster Desertion im Frieden; drücklicher Verweigerung des Gehorsams und wegen achtungs2) 3 Monate Festungsstrafe wegen wiederholter auswidrigen Betragens gegen einen Vorgesezten und wegen uneroben herab gutes Beispiel geben müsse. Doch auch damit würde Hier haben wir also die Meinung vertreten, daß man von man wahrlich nicht weit bei den gesammten ordnungslosen Verhältnissen kommen; man sieht aber doch zum mindeſten, daß mit Bevölkerung der Text gelesen wird. mehr Gerechtigkeit den höheren und gebildeteren" Schichten der laubter Entfernung; Bevölkerung der Text gelesen wird. 3) 6 Monate Festungsstrafe wie vorher mit Ausnahme den Volke allein noch ein gesunder Kern stedt, ja wie die Aus alledem aber geht hervor, daß im Volte, im arbeiten- der unerlaubten Entfernung; 4) Während der Festungsstrafzeit in verschiedenen Fällen Strengen Arrest( zuletzt am 9. Januar 1870, 3 Tage, weil 5) Beim Bataillon in verschiedenen Fällen neun Tage er seinem Regiments Commandeur nicht das zukommende Hon= neur gemacht und auf Befragen erklärt hat, er kenne denselben gar nicht) in Anbetracht seiner schlechten Führung ,, 6) 48 Tage Mittel- Arrest. 11 „ Man sieht daraus( es find vorher statistische Angaben gemacht) daß Deutschland, was Populationsfähigkeit anlangt, an der Spize der großen civilisirten Nationen steht, und das ist wiederum ein Beweis dafür, daß in der großen Masse des Boltes noch ein gesunder Familiensinn herrscht. " Indeß sind doch auch schon Anzeichen dafür vorhanden," Magdeburgische" ausdrücklich betont, daß in der großen Masse 26 Tage Latten- Arrest, 21 Tage Strengen- Arrest und baß wenigstens in gewissen Kreisen die Neigung funde Kern aber erhalten bleiben, soll er nicht von der Fäuldes Bolts ein gesunder Familiensinn sich befindet; foll dieser ge- 10 Stockhiebe; zum Cölibat im Zunehmen begriffen ist. Diese Erscheinung niß von oben immer mehr angefressen werden, dann muß die tritt hauptsächlich in den großen Städten hervor. So ist es Masse des Volkes sich enge zusammenschließen und die allgez. B. in Berlin statistisch nachgewiesen, daß von den Männern vom 25. Lebensjahr an 60 pet. unverheirathet sind. Dies hat meinen Verhältnisse zu gefunden, vernünftigen machen. wohl in erster Linie darin seinen Grund, daß das Leben in der Sozialismus führt das Bolt, das gesammte Volk, aus Unser immerwährendes ceterum censeo aber lautet:" Nur den großen Städten kostspieliger ist wie anderwärts und dem herrschenden Wirrwarr und der Unmoralitat heraus und daß außerdem eine Reihe von Vergnügungen Ersaz bringt es zur Ordnung, zum Wohlsein und zur Menschen für die Annehmlichkeiten des Familienlebens bieten. Die Schattenseiten dieses Junggesellenlebens und die Nachtheile, die sich daraus für das öffentliche Wohl ergeben, sind nicht ge ring anzuschlagen. Eine nothwendige Folge davon ist leider das außerordentliche Anwachsen der Prostitution, die in allen größeren Städten zu einer wahren Gefahr für die Dem in Insterburg erscheinenden Bürger- und Bauernsanitätlichen und sicherheitspolizeilichen Verhältnisse geworden ist." freund" entnehmen wir folgende Illustration unserer Zustände, Ja, in der großen Masse des Volfes, welches sich mehr und die recht drastisch zeigt, wie herrlich weit wir es gebracht": mehr, besonders in Berlin, der Sozialdemokratie zugewandt hat,„ Der am 3. August 1844 in Puschdorf, hiesigen Kreises, geherrscht noch ein gesunder Familiensinn; dieser läßt sich auch borene Aug. Adolph Schwensky wurde im Juli 1866 von dort nicht austreiben durch allerlei unvernünftige Lehren vom Zwei- zum Militär eingezogen und von seinen Angehörigen seit Jahren Kinder System oder vom Sparen, wodurch die Gründung einer für todt gehalten. Familie bei Arbeitern ja völlig zur Unmöglichkeit wird; aber tugend." Ein Culturbild. noch lange nicht voll, vielmehr hat derselbe aus unbekannten, Damit war aber das Strafmaß des unglücklichen Schwensky in den Militärpapieren nicht verzeichneten Gründen, noch eine Festungsstrafe von 7 Jahren und zwar vom 22. Dezember 1870 ab und während dieser Zeit noch folgende Verschärfungsstrafen büßen müssen. " " Bis zum 10. August 1873 für 15 verschiedene Vergehen 57 Tage Strengen- Arrest. Für 3 Vergehen( Schlägereien) 50 Stockhiebe. Ferner wurde ihm 14 Tage hindurch die Dispo= fition über sein Guthaben entzogen, wegen wiederholten, unerlaubten Austretens aus dem Gliede auf dem Gestellungsplatz. Am 19/11. 75 wurde Sch. noch mit 5 Tagen StrengenArrest bestraft, weil er aus Muthwillen(?) beim Bassiren des " Da mit einem Mal erscheint am 17. November v. J. beim Oberthors den mit Schutt beladenen Wagen losgelassen 2c. Am in gewissen Kreisen", in den Kreisen der Gebildeten", da Ortsvorstand Fromm in P. ein Unteroffizier mit einem ganz 9/7. 76 ist Sch. nachweislich zum letzten Mal und zwar mit herrscht besonders in großen Städten kein Familiensinn mehr, irrsinnigen Menschen und giebt die sehr überraschende Erklä 3 Tagen Strengen- Arrest bestraft, weil er muthwillig das königda findet man schon Ersatz bei den Prostituirten, da entsteht rung ab, daß er von seinen Vorgesetzten beauftragt sei, den liche Hemde zerrissen hat. Sch. ist demnach seit dem 10/8. 73 eine wahre.fahr" für bie sanitätlichen und sicherheitspolizei- A. Schwensky( dies war der Unglückliche) unter gleichzeitiger bis zum 17/11. 77, also in 4 Jahren und 2 Monaten nachweislichen Verhältnisse. Das sind Anklagen, die die" Magdebur- Ueberreichung der bezüglichen Militärpapiere hier abzuliefern. lich nur 2 Mal und vom 9/7. 76 ab gar nicht bestraft worden. gische Zeitung" ihrer Gesellschaft nicht wie sonst den So- Der Frrsinnige wurde denn auch von dem Vater des genannten Ob bics eine Folge der Befferung, oder einer augenscheinlich stärker zialdemokraten macht, die gewiß auf Wahrheit beruhen. Um Ortevorstehers als der A. Sch. erkannt und zu dessen in Pusch- auftauchenden Krankheit war, ist von hier aus nicht zu beuraber keinen Zweifel zu lassen, wen sie mit ihren Anklagen dorf noch lebender Mutter gebracht; doch kannte er weder diese, theilen. Soviel steht indeß unwiderstehlich fest, daß Sch. am meint, fährt die Magdeburgische" fort: noch sonst einen Menschen im Dorfe, glaubte vielmehr in jedem 17. November cr., also am Tage seines Eintreffens in P., „ Eine Erklärung findet die Zunahme des Colibats in den Manne einen Oberfilieutenant vor sich zu haben und schien vollständig irrsinnig war und dies bis heute noch gebliehöheren bezw. gebildeteren Ständen zum Theil auch überhaupt gar nicht zu dem Bewußtsein gekommen zu sein, daß ben ist. darin, daß die Anforderungen an das Leben für eine Fa er sich nicht mehr in Graudenz auf der Festung, sondern in P. Wir bemühen uns nicht um Nachrichten aus militärischen milie außerordentlich zugenommen haben, die Bermehrung bei seinen Angehörigen befinde; denn noch während der An- Kreisen, haben vielmehr schon öfter Berichte über Militärexzeffe der Einnahmen dagegen nicht gleichen Schritt gehalten wesenheit des Unteroffiziers lief er in den Wald und suchte sich und andere Unliebsamkeiten zurückgewiesen. Wir haben aber gehat. Man bente nur an die große Menge der Beamten, deren dort zu verstecken. Und als Fromm sen. am 18. November mit glaubt, vorstehende, durch Attefte 2c. bewahrheitete, ganz fachlich Gehalt vielfach kaum ausreicht, um eine einzelne Person zu er- Sch. in Insterburg war, um sich auf dem Landrathsamte Rath gehaltene Schilderung im Interesse des unglücklichen Sch. und nähren, und doch werden grade ihnen wegen ihres Amtes man- zu holen, entwischte derselbe in einem unbewachten Augenblick der Ortschaft Buschdorf, wie überhaupt im Intereffe der Hunichfache Verpflichtungen auferlegt. Auf der andern Seite mag auch von dort und wurde erst in der Nacht vom 19. zum 20. manität und Gerechtigkeit, in unsere Spalten aufnehmen zu aber auch der Umstand nicht außer Acht gelassen werden, daß November in dem am Walde gelegenen Kruge zu Receitschen, müssen. die jungen Mädchen vielfach nicht mehr in der einfachen woselbst er sich als Deserteur der Festung Graudenz ausgab, Daß A. Schwensky von seinen Dorfsgenossen schon vor seiner Weise erzogen werden, wie es früher geschah, und daß da- verhaftet und fest gebunden mittelst einer langen Beine Aushebung für geistesschwach gehalten wurde, steht fest, wie es her mancher junge Mann schon aus diesem Grunde sich sehr be- von zwei Mann nach Insterburg geführt, um vorläufig dem Po- ebenfalls fefifteht, daß sowohl sein verstorbener Bruder Karl, als bent, ehe er heirathet, weil er dann, wenn er ohne Bermögen lizeigefängniß überwiesen zu werden. In Folge einer Requi- auch seine in P. als Gänsehirtin noch lebende Schwester an ift, traurigen Verhältnissen entgegensieht." sition des Landrathsamts wurde Sch. am 22. November wieder Schwachsinnigkeit litten resp. noch leidet, ohne gerade erwerberen to ba haben wir's deutlich! Es sind vorzugsweise die höhe- nach Buschdorf gebracht und dort unausgesetzt bewacht, dennoch unfähig( gewesen) zu sein. Ten und gebildeteren Stände gemeint, welche durch das Colibat gelang es ihm in der Nacht vom 4. 5. Dezember wieder" Wir wissen aber nicht( Das ist doch nach dem VorhergeAber sofort on förbern und das Familienleben, untergraben, zu entfliehen und nach Bokellen( auf welchem Wege if unauf- gangenen kein Räthsel! R. d. B.), wodurch Sch. in die bōuig: Aber sofort ist die„ Magdeburgische" mit einer äußers, mert getfärt geblieben) zu kommen. Von hier wurde Sch., wenn wir Geistes nacht getrieben worden ist, noch viel weniger wird irgend würdigendie nichuldigung, die sie„ Erklärung" nennt, bei der nicht irren, burch einen Gensdarm nach Gerdauen und dort Jemand ergründen können, welche Vorstellungen in dem Gehirn Hand. Die Anforderungen an das Leben haben außerordentlich durch Vermittelung des Landraths in das Johanniterſtift ge- dieses Menschen gekreist haben, bevor er die für ihn so folgenzugenommen, die Bermehrung der Einwohner aber hat nicht bracht, wo er auf Bitten des Fromm sen. vorläufig auch be- schweren Bergehen( Desertion, Brügelei, Berreißen von KleidungsSchritt gehalten. Weshalb empfiehlt denn die Magdebur- halten worden ist. gische" ihren höheren und gebildeteren Ständen nicht das Spastücken, Nichtkennenwollen seiner Vorgesetzten zc.) zur Ausführung ren, damit sie heirathen können. Diese Leute haben doch selbe bis zu seiner Aushebung in P. gelebt und bei seinem schwache Personen von rohen, leichtsinnigen Menschen leider sehr " Ueber die Vergangenheit des Sch. ist zu berichten, daß der- brachte. Dagegen dürfte es allgemein bekannt sein, daß geistesetwas zum Spareu; es iſt nicht Hohn, wenn man ihnen das Bater das Töpferhandwerk getrieben hat, und daß er schon da- gerne und leider oft in der rücksichtslosesten Weise gehäuselt und Schulze' sche Sparſyſtem empfiehlt. Müssen denn die Anforderungen mals zwar für geistes schwach, aber durchaus nicht für erwerbs gequält und dadurch immer menschenscheuer, mißtrauischer und er das Leben so sehr zunehmen bei den höheren und gebilde unfähig und ungeschickt gehalten wurde. Um so verhängniß jähzorniger gemacht werden. Und wenn wir auch nicht behaupen teren Ständen? Haben vielleicht auch daran die Sozialdemo- voller sollte ihm das Soldatenleben, für des er durchaus tönnen, so dürfen wir nach den sehr glaubwürdigen Angaben des teinen Sinn gehabt zu haben scheint, werden. Zunächst be- Wirthes D. wohl annehmen, daß auch Sch. von seiner nächsten demokraten dem Bolte immer mehr Bedürfnisse ein, weshalb Folgendes: Gewiß! hören wir schon rufen. Weshalb redet ihr Sozial- richtet uns ein Wirth Domscheit aus hiesigem Kreise darüber Umgebung mit der allergrößten Rücksichtslosigkeit behandelt und trinken die Berliner Steinträger Champagner aus Weißbierdadurch zu Zänkereien und Schlägereien, welche ihm Stockhiebe gläsern und essen zum Frühstück Austern und Rebhühner, wes" Im Jahre 1866 am 1. Juli wurde ich Soldat und kam und harte Arreststrafen einbrachten, gereizt worden ist. halb gehen die Frauen der Arbeiter in Sammt und Seide? nach Graudenz zum 8. ostpreußischen Infanterie- Regiment„ Doch was einmal gescheher., ist durch keine Macht ungeBöse Beispiele verderben gute Sitten wir aus den höheren Nr. 45, 1. Compagnie Erfazbataillon. Schwensky von Busch- schehen zu machen, und kann es daher mit Bezug auf den vorund gebildeteren Ständen fönnen uns doch nicht von den Ardorf war nicht nur bei derselben Compagnie, sondern wir liegenden Fall hauptsächlich nur noch darauf ankommen, den beitern beschämen lassen. Auf solche Weise sind die Anforde lagen auch in einer Stube zusammen. Etwa 6 Wochen nach höchst unglücklichen Menschen in eine Frrenanstalt, wo er Ruhe rungen an das Leben gestiegen unserm Eintritt hatten wir Felddienst, und als wir dabei eine und Pflege findet, unterzubringen. Geschieht dies durch Ver- von unten auf." Schlucht durchschritten hatten, war Sch. in derselben( wie ich mittelung der Kreisbehörden bald und dient dieser Fall außerfraten Schuld? " d m, sowohl den Ortsvorständen, welche notorisch geistesschwache Personen vor die Militär- Ersatz-Commission zu gestellen haben, wie Aerzten und— anderen Personen als warnendes Beispiel, so ist der Zweck dieser Zeilen erreicht." Wir haben nicht nöthig, dem Bericht etwas hinzuzufügen. Die„Moral der Geschichte" liegt handgreiflich, knüppe'- und faustdick vor uns. Wenn der arme, tollgeprüzelte und-geknuffte Exträger des Königsrocks vom Irrenhaus und Leben erlöst ist, besingt vielleicht ein Dichter deutschen Reichsbürgers Erden- wallen! Sozialpolitische Umrsich?» — lieber die diplomatischen Verhandlungen zwischen England und Rußland liegt nichts Positives vor— wie ja in cht anders zu erwarten. Es scheint, daß ein Kompromiß dahin angestrebt wird, die Friedrnsunterhandlungen zunächst blos auf die beiden kriegführenden Mächte zu beschränken, dann aber, sobald die Vorbesprechungen beendigt, zu den eigentlichen Friedensverhandlungen die Garantiemächte des Pariser Vertrags zuzuziehen. Gegen letztere Forderung hat sich bisher Rußland gesträubt, das einen Separatfrieden will, der ihm freie Hand giebt.— Vonl Kriegsschauplatz ist die Besetzung des militä- risch wie politisch bedeutenden Sofia durch die Russen zu melden. — Die Biographie des Prinzen Albert von England, deren wir schon einige Mal Erwähnung gethan haben und die nicht ohne Absicht gerade jetzt von seiner Wittwe, der Königin Vlicoria, herausgegeben wird, bietet noch manches Interessante, so daß wir wenigstens einige Punkte aus derselben kurz hervor- heben wollen. Während des Krimkrieges war der Prinz durch- auS nicht über die Haltung Oesterreichs erfreut, die nur eine scheinbare Allianz sei, um in kriegerischer Rüstung später einen günstigen Frieden für Rußland zu erwirken. Ueber Preußen aber drückt sich der Prinz noch ganz anders, viel derber aus bei Gelegenheit der Frage, ob Preußen sofort zu den Londoner Conferenzen zugelassen werden sollte. König Friedrich Wilhelm wendete sich dieserhalb an den König der Belgier, der den Vor- schlag dem Prinzen Albert mittheilte. Allein trotzdem die älteste Tochter Albert's, die Priuzessin Viktoria, sich erst kurz vorher mit dem jetzigen Kronprinzen von Preußen verlobt hatte und obgleich alle Journale sich in Verdächtigungen gegen den Prinzen Albert ergingen, daß er Deutschland seinem neuen Baterlande vorziehe, so war es doch hauptsächlich einem Briefe von ihm zuzuschreiben, daß Preußen nicht gleich zu Anfang bei der Eon- ferenz in Paris Sitz und Stimme erhielt.„Die ignoble Politik Preußens," so schrieb nämlich der Prinz an den König der Belgier, verdient nicht,„daß sie von den Alliirten derart belohnt werde; wir wären Thoren und Selbstmörder, wenn wir uns jetzt nach solchen Opfern das Resultat des Krieges„heraus- schwindeln ließen" und wenn wir selbst dazu beitragen würden, um auf der Conferenz die Anzahl der Rußland freund- lachen und uns feindlichen Elemente zu vermehren.— Auch an den Prinzen von Preußen, den jetzigen Kaiser und Schwieger- Vater der Prinzeß Viktoria, schrieb Prinz Albert auf eine dies- bezügliche Anfrage, daß das„Berliner Element" nur Schwierig- keilen auf der Conferenz bereiten würde; sobald erst der Frieden gesichert sei und allgemeinere europäische Interessen verhandelt würden, solle auch Preußen an der Conferenz theilnehmen.— Und so geschah es auch damals.— Dann lobt der Prinz in seiner Biographie zu wiederholten Malen den Patriotismus und die Klugheit Disraeli's und tadelt auf das Schärfste die Rcden Gladstone's, der nur den Russen in die Hände arbeite. Man sieht, daß die Herausgabe des Buches zur gegenwärtigen Zeit einen ernsten Zweck verfolgt, und daß die Königin ihren klugen tobten Gemahl jetzt für ihre Ansicht ins Treffen schickt. Be- kannt ist, daß es gegenwärtig keinen unpopuläreren Mann in ganz Großbritannien giebt als Gladstone. — Die Reichsregierung beschäftigt sich nach den neuesten offiziösen Mittheilungen sehr eifrig mit der„Reform der Ge- Werbeordnung". Näheres besagt folgende halbamtliche Notiz, welche jetzt durch die Presse geht: „Dem Bundesrath werden in Kürze zwei auf die Gewerbe- ordnung bezügliche Gesetzentwürfe vorgelegt werden. Der erste dieser Entwürfe, welcher den Titel Vll. der Gewerbeordnung zu ersetzen bestimmt ist, regelt die Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter �Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge und Fabrikarbeiter) zu de» Arbettgebern; er behandelt insbesondere, mit Rücksicht auf s die in der vorigen Reichstagssesfion laut gewordenen Wünsche, das Lehrlingsverhältniß und die Frage der Arbeitsbücher. > Auch die Vorschriften der Gewerbeordnung über die Kinder- arbeit in den Fabriken werden theilweise abgeändert. Während üch dieser Entwurf vorzugsweise auf dem Gebiete des materiel- � len Rechts bewegt, hat der zweite Gesetzentwurf die Behandlung der aus dem Arbeitsverhältniß entspringenden Streitigkeiten zum Gegenstand; er enthält in Ausführung des§ 103 der Gewerbe- ! ordnung Bestimmungen über die Errichtung von Gewerbegerichten und über das Verfahren vor denselben." Die bloße Thatsache, daß die Arbeitsbücher wieder ein- > geführt werden sollen, genügt zur Kennzeichnung der bezüglichen Gesetzesentwürfe. Die„Reform" ist eben eine Reform nach Rückwärts, soviel steht schon jetzt fest. Völlige Klarheit dar- über, wie weit dem Drängen der Arbeitgeber nach vermehrtem gesetzlichem Schutze ihrer Sonderinteressen gegenüber den Arbeiter- intercssen nachgegeben worden ist, werden wir aber erst dann er- halten, wenn die beiden Gesetzentwürfe dem Wortlaute nach vor- liegen. Die von einigen Blättern veröffentlichten Angaben find nicht präzis genug. —„Was das künftige Jahr bringen wird, wissen wir nicht", mit diesen Worten verabschiedete sich der deutsche Kaiser beim letzten Neujahrsempfang von den in Galauniform erschie- ennen Generalen. Wir gestehen, es wäre uns lieber gewesen, der oberste Kriegsherr hätte sich nicht genöthigt gesehen, sein— im Allgemeinen ja selbstverständliches Nichtwissen dessen,„was das künftige Jahr bringen wird", in dieser Weise zu be- tonen. Hätte er etwas Gutes gewußt, oder auch nur erwartet, so würde er sicherlich nicht verfehlt haben, es mitzutheilen. Man darf sich daher nicht wundern, wenn die Worte des Kaisers eine dem Weltfrieden und der Neutralität Deutschlands ungünstige Auslegung erfahren. — Wie sich die Zeiten ändern. Der Fürst von Rumä- nien, welcher sich gegen seinen Souverän im Zustande der Re- bellion befindet, hat soeben von dem deutschen Kaiser den Orden pour tö wäritö erhalten. Vor 29 Jahren wurden in Baden die „Rebellen", welche obendrein das oberste Landesgesetz(die „Reichsverfassung") für sich hatten, was bei dem Fürsten von Rumänien nicht der Fall ist, standrechtlich erschossen. Und zwar commandirte damals in Baden derselbe Mann, welcher jetzt dem in Rebellion befindlichen Fürsten von Rumänien den Ber- dienstorden verliehen hat. — Ein deutscher Gelehrter, Professor gar, und zwar ordentlicher, sagte jüngst zu seinen studentischen Zuhörern: „Die Herrschaft des vierten Standes kann nichts als eine Zeit der Guillotine und des Mords sein." Dieser Knownothing(„Nichtswisser", so nannte sich früher eine politische Partei in Amerika) weiß nicht, daß der„vierte Stand", richtiger ausgedrückt die Arbeiterklasse,„die Herrschaft" nicht erstrebt, daß umgekehrt die Arbeiterklasse, so weit sie politisch mündig geworden, die Herrschaft überhaupt, durch Gleich- stellung alles dessen was Menschenangesicht trägt, aufzuheben, derHerrschaft in jeglicher Form ein Ziel zu setzen strebt. Und zweitens weiß dieser Knownothing nicht, daß die Arbeiterklasse, so weit sie politisch mündig geworden, darauf hinzielt, den Mord in jeglicher Gestalt: den Justizmord, den ungesetzlichen Privat- mord, den gesetzlichen Massenmord abzuschaffen, unmöglich zu machen. Und das verzapft„Wissenschaft" an einer deutschen Hochschule! — Komödie. Herr Gambetta, der sich jetzt in Italien fetiren läßt, empfand zu Rom in seinem republikanischen Herzen das Bedürfmß, den König Biedermann zu besuchen, bat um eine Audienz und erhielt sie. Vor den König geführt, machte er seinem republikanischen Herzen in folgenden Worten Luft:„Ge- statten Sie einem französischen Republikaner, einen constitutio- nelleu Monarchen zu beglückwünschen, der mit gewissenhafter Treue das Gesetz der parlamentarischen Mehrheit beobachtet." Worauf Viktor Emanuel antwortete:„Beglückwünschen Sie mich deshalb nicht, ich thue nur meine Pflicht, und wenn Sie in Italien so populär wären, wie Sw in Frankreich find und ich die Ehre hätte, Ihr Souverän zu sein, so wären Sie mein erster Minister." Wenn wir nicht wüßten, daß König Biedermann keine Witze macht und das Compliment unzweifelhaft ernst gemeint hat, so würden wir in der Schlußbemerkung eine raffinirte Bosheit er- blicken. Man denke:„der Republikaner Gambetta von V fto'- Emanuel würdig erklärt, sein(des Königs) erster Minister zu ! werden." Viellleicht denkt ein— französischer Viktor Ema- nuel einmal ebenso! — Das Ordnungsbanditenthum in Frankreich ist mit ungeschwächten Kräften an der Arbeit. Jetzt, nach fast sieben Zähren wird von der„Justiz" gegen die Männer der Commune sortgewüthet, wie in den ersten Tagen nach dem„Sieg", als das Blut der Tausende von Ermordeten noch das Pflaster rötbete Wir lesen in Bourgeoisblättern: „Zur D. portation verurtheilt. Der Architekt Franz Treillard hatte unter der Commune seinem Vater, der zum Direktor des öffentlichen Wohlthätigkeitswesens eingesetzt worden war, zur Seite und mit Mitgliedern der Commune: Rögöre, Pilotell(?) u. Ä. auf vertraulichem Fuße gestanden, war dann geflohen und redi- girte, während er in contumaciam verurtheilt wurde, in Genf ein von ihm gegründetes Fachblatt. Am 29. Dezember v. I erschien er unter der Anklage, nicht nur ein öffentliches Amt usur- pirt, sondern bei der Verhaftung eines Bürgers mitgewirkt zu haben„ vor dem 3. Pariser Kriegsgericht. Nach den Angaben verschiedener Zeugen sollt- sein Auftreten immer ein sehr ge- waltthätiges gewesen sein: Die Beamten fürchteten ihn, er war es, welcher die Polizeicommissare begleitete, wenn sie auszogen, um die Kassen der Verwaltung zu leeren, und eine barmherzige Schwester wollte ihn als den wiedererkennen, der ein Krankenhaus plündern ließ und die Nonnen zwang, rothe Gürtel umzulegen. Ebenso sagte der Inventar- Direktor der Hospitäler, Herr Ramelet, aus, daß der junge Treillard den Polizeicomm'.ssär, der ihn im April verhaftete, weil er sich ge- weigert hatte, die ihm anvertrauten Gelder auszuliefern(welche sich nach der Berechnung der Communarden auf 72 Millionen belaufen sollten), begleitet hatte. Der Angeklagte leugnete die ihm vorgehaltenen Gewaltthätigkeiten und bestand darauf, daß er sich zufällig und mit einer friedlichen Mission betraut bei Herrn Ramelet befand, als dieser auf Raoul Rigault's Befehl nach Mazas abgeführt wurde. Andererseits führte ein Zeuge, Advokat am Pariser Gerichtshofe, aus, daß der Vater Treillard's, sein ehemaliger College, ein durchaus rechtschaffener Mann ge- wesen wäre, daß dieser ihm während der Commune selbst im Vertrauen sein Leid über den Gang des Aufstandes geklagt und erklärend mitgetheilt hätte, er habe den in Paris anwesenden Sohn zu seinem Gehülfen ernennen lassen, um zu verhindern, daß er die Waffen gegen die Armee ergreise, in der sein eigener Bruder stehe. Der Vater Treillard's wurde am 26. Mai in Verwechslung mit einem Andern standrechtlich er- schössen. Tags darauf überbrachte seine Wittwe der recht- mäßigen Behörde aus freien Stücken die Summe von mehr als 37,000 Francs, welche ihr Mann aus der Wohlthätigkeits- lasse gerettet und ihr eingehändigt hatte mit der Weisung, sie an der berufeneu Stelle abzugeben, wenn ihm etwas Mensch- liches begegnen sollte. Der Vorsitzende des Kriegsgerichts selbst hob diesen Akt rühmend hervor. Der Gerichtshof er- kannte Franz Treillard der Theilnahme am Commune-Aufftande, sowie an willkürlichen Verhaftungen für schuldig, nahm aber mildernde Umstände an und verurtheilte ihn zur einfachen Deportation." Das heißt zur trockenen Guillotine! Daß Treillard auch juristisch sich keines Vergehens schuldig gemacht hat, daß die Be- hauptung, die Communards hätten die öffentlichen Kassen geleert, eine infame Verleumdung ist, die in dem vorliegenden Fall durch die Gerichtsverhandlung selbst widerlegt worden ist— das haben wir nicht nöthig hervorzuheben, ebensowenig wie, daß von Rechts- ivegen die Mörder des„in Verwechslung mit einem Anderen standrechtlich erschossenen" Baters des Verurtheilten auf die An- klagebank gehört hätten. Doch das Datum! Dieser scheußliche Justizmord unter der „neuen Aera" der vielgepriesenen Bourgeoisrepublik! Das ist für uns„die Moral von der Geschichte." — Die trockene Guillotine. Der in Genf erscheinende „Precurseur" bringt folgenden Auszug aus dem Briefe eines Deportirten von Neucaledonien: „Numbo, im Mai 1877. .... Die Nahrung hier ist nicht nur ungenügend, sondern überdies noch so schlechter Qualität, daß wir schon seil zwei Jahren gezwungen sind, die erhaltenen Kartoffeln wegzuwerfen. Dem Deportirten Chawpy, welcher sich hierüber beschwerte und genießbare Lebensmittel verlangte, wurde mittelst Tagesbefehls Goethe als Sozialdemokrat in den Wander- jähren. Philologisch-sozialistischer Versuch von A. Prowe. (Fortsetzung.) Wieder verstrich ein Lustrum. Da starb ihm mitten bei seinem stillen Arbeiten am Schlußbande, ihm, dem Achtzigjäh- rigen, wieder ein Freund, der älteste, wichtigste seines Lebens: Carl August, den 15. Juni 1828— und ähnlich wie seines Sohnes Tod ihm den Abschluß des Jaust unterbrach, verzögerte jetzt dieser harte Verlust auch seine Beendigung der Wandcrjahre bis zum vorletzten Jahre seines L-bens. Den Faust beschloß er im letzten. Wir haben daher das Doppeltestament des sterbenden Sehers ein und zwei Jahre vor seinem Tode erhalten, beides nach d:m achtzigsten! Natürlich sind nun Faust und Meister in diesen zwei Fort- sc' an gen früherer Jugendgluthergüsse nur noch die Namen jener ur�rünglichen Träger der Dichtung: nicht mehr dieselben Ge- sta ten! Alt wie ihr Schöpfer sind nun auch sie geworden. Der Prophet hat Wichtigeres zu thun, als den formellen Abschluß eines Einzelschicksals, mocht' es noch so generell-symbolisch an- g�l'gt gewesen sein, zu Ende zu führen. Er muh jetzt in uni- v.rsaler Darstellung alles Terrestrische— alles Erdenmenschheit- liche zusammenfassen. Darüber stirbt er. Achten wir nun aber auch auf d,e bezeichnende Wahl der Zeit und Scenerie beider Werke. Es ist der Rheinstrom, auf dessen Flußinjel wir— vom Dichter scheidend— aus seinem poetischen Zauberreich der Wan- derjahre entlassen werden.. Der Rhein verbindet die Schweiz und Holland, die beiden vollkommensten Schöpfungen der ersten staatenbildenden Kraft des Germanenthums. In Hollands meerentrungener, deichum- walltcr Tiefebene schließt das dramatische Lebensbild von Heinrich Faust; in der Schweiz auf den Hochalpen und in der tieferen Sceniederung zwischen dem Züricher und Bodensee spielt unser zweiter Theil des Gesammtromans von Wilhelm Meister, spielen die Wanderjahre. Der erste Theil, die Lehrjahre, hatten zur Bühne den buntbewegten, dörferreichen, städtebesäeten schönen Landstrich von Mittel- und Unterfraaken: das Maingebiet. Der Rhein von Fels zu Meer ist also der Nibelungengold-gesegnete Dichterbahnweg; das Rheingebiet ist der Schauplatz für die beiden (wie Rosenkranz sagt)„incommensurabelen Riesenhauptwerke" des Frankfurters Goethe. Die Zeit endlich ist ebenso deutlich gekennzeichnet. Im Faust: die Reformationsepoche, die Periode der Re- naissance, der Wiederbekanntschaft mit Hellas und die Auflösung des heiligen römischen Reichs, die Entstehung der Alpenrepublik (1499) fowie die der sieben Provinzen aus der Utrechter Union und dem Geusenbund(15. April 1666)., Im Wilhelm Meister: die Zeit zwischen dem siebenjährigen Kriege und der französischen Revolution, die segensvolle Bil- dungsepoche der Union von Philadelphia, der Vereinigten Staaten Nordamerikas. Alle die fünfzig und mehr Figuren des Gesammtwerkes sind nur verschieden facettirte Seiten des Einen großen Urbildes der arbeitenden Menschheit, mit dem Motto: Einer für Alle und Alle für Einen. Im ganzen Roman ist kein Müßiggänger, kein bloßer Genußmensch. Ich habe mir alle Namen zusammenae- stellt. Es ermüdet aber den Leser, mich die fünfzigerlei Berufs- arten aufzählen zu hören: vom Karrenführer St. Christoph und Zimmermann St. Joseph bis zum Bergmann Jarno und dem Fabrikherrn Lenardo; vom Geschirrfasser und Rechnungsführer bis zum Oberpräsidenten und pennsylvanischen Proprictor, d. h. einem fürftengleichen Erben Wilhelm Penn's; desgleichen die weiblichen Personen: von der Nätherin Lydia, der Schneiderin Philine, der Wirthschasterin Therese bis zur Gräfin und Baro- neffe. Sie alle, sie alle sind rastlos thätig, unermüdct dienst- bar im Berufe der obersten und heiligsten Menschenpslicht, im Wirken für das Gemeinwohl. Das ist ein Zug und Drang, der feffellos die Seele fast wider Willen mit fort- und hinreißt in strebender, glühender Innigkeit. Lechzend fast erscheinen mir alle diese Dichtergebilde, wie rocnn_ der hohe Hamanns seine Seele in viele zertheilt und sich selbst abconterfeit hätte!— ja, lechzend all' scheinen sie nach dem Einen, letzten, großen Ziele der Erdenmenschheit, nach Erlösung vom Joch der Erdennatur, der niederen Mutter und Beherrscherin unseres Wesens.„Wann endlich", so ruft init tausend feurigen Zungen uns Goethe's Wilhelm Meister zu:„Wann endlich befreist'du dich, arme geknechtete Menschheit, mühebeladenes Erdengeschlecht, vom Zwang der Scholle, an die du gebunden bist und gefesselt warst seit Ansang der Weltgeschichte? O! auf! ermanne dich, götterum- wehte Menschheit, du Abbild Gottes, ermanne dich und bilde den göttliche Bund der Allliebe." Grafen, Barone, Minister, Schauspielerinnen, Flachsspinne- rinnen und Courtisanen— es ist, als sähen wir die Legende von Buddhas erstem Auftreten dichterisch»achgebildet!— und schwerlich hat doch Goethe die so treu gekannt, wie die von Jesu Gesellschaft der Zöllner und Magdalenen. Freilich aber wieder- holt sich alles gesetzmäßig in Natur wie Geschichte. Der Dichter brauchte sich nur ganz erfüllen zu lassen von seiner Auffassung der Geschichte des„Heils in Jesu Christo", diesem Lehrer der Liebesrcligion, und— wie auch durch Intuition— sah er die heiligen drei Könige des Morgenlandes, die Muttergottes auf ihrem Esel nach Egypten flüchtend und unter Palmen rastend, ihn selber, den Heiland, umgeben von Zöllnern und Sündern, von Magdalenen, Marien und wirthschaftenden Marthen, von Fischern und Zimmerern! Ganz wie es immer wieder sein wird, so oft eine neue Inkarnation des menschlichen Gedankens er- scheint, des Gedankens:„Wir alle sind Kinder Gottes; wir alle sind Geschwister!" So bilden in unserm Roman die Herren und Gesellen all' ausnahmslos und gleichberechtigt wie gleichverpflichtet den großen erdballumschlingenden Arbeiterbund, der, von reichen Kauf-, Grund- und Fabrikherren unterstützt und geleitet, Ost und West — Amerika und Rußland zu colonisiren sich anschickt. Rührend erschien mir da die Selbstüberwindung des Dichters, der mit Umarbeitung des ganzen ursprünglichen Planes auch die Idee noch zur Geltung bringt, daß doch selbst auf Europas blutgetränktem Boden, sogar hier in dem polizeilich verzUnftelten und bezopften Deutschland, diesem europäischen Reich ver Mitte, vielleicht wohl auch noch Land zur Bebauung, Gelegenheit zu industrieller Anlage— Raum zum Leben und Wuhlsein— vor- banden sein möchte, wenn nur die Regierung Gesammteuropas nicht oxenstiernisch- weisheitsarm seit schon zwei Jahrtausenden sich erwiesen hätte, wie das verkleinert der»mtmann karrikirend in seiner banausischen Kleinkrämereipolitik' mit der Möbelfabrik darstellt.(Forts, f.) — Ueber den Nährwerth des Bieres. Stabarzt Dr. v. Kraus in We!el behandelt dies Thema in dem Correspondenzblatte des Rhei- nischen Vereins für öffentliche G-sundheilsvflege. Nachdem er die Zu- sammensetzung und die Bestandlheile des Bieres vom chemisch- Physto- logischen Standpunkte des Näheren beleuchtet hat, kommt er zu dem Schluffe, daß der Nährwerth des aus Malz bereiteten bayerischen Schenk- bieres durch seinen Eiweißgehalt keineswegs unbeträchtlich, der det Mi 23 dei de, El sin rü bei E it De D u C= er g er ie f b, 1, It d, er= ir a en = f, Feſt x8, ch μας ten te, zu or= Das Den end brit aus hei Zuafto dem ent der Ist es nicht ein Schimpf und eine Schande, daß man unserm Correspondenzen. Hamburg, den 6. Januar. 500 Schiffszimmerleute sind in Volk zumnthen kann, mit verbundenen Augen, sein Intellekt Bremerhafen und Lehe von der Arbeit ausgeschlossen worden, opfernd, inmitten der europäischen Krisis stumm dazustehen und der da ihnen von ihrem knappen Lohn taglich 1 Mart abgezogen Vorsehung in Barzin" zu vertrauen, die„ Alles wohl machen werden sollte, sie für einen derart erniedrigten Lohn aber nicht wird"? weiter arbeiten konnten. Unser Parteigenosse Otto Kapell Verdiente diese„ Vorsehung" das Vertrauen, welches wir hierselbst ersucht deshalb in einem Aufruf( S. Seite 4) die nach ihren Leistungen entschieden nicht in sie sehen können, so deutschen Zimmerleute, ihren bedrängten Brüdern zu Hilfe zu müßte eine Interpellation und Diskussion ihr ja sehr ange- eilen und freiwillige Unterstügungen an den Hauptkassirer des nehm sein. Schiffszimmerervereins, Herrn W. Sohn's in Hamburg, Benusgeantwortet: Wenn der Deportirte Champy( Nr. 78) findet, Pflicht, seine Stimme ertönen zu lassen, da wo es sich um daß die ihm gelieferten Kartoffeln, Bohnen nicht von genügender seine wichtigsten Interessen handelt? Qualität seien, so möge er fie ins Feuer werfen, die Administration hat keine besseren."( Erlaß vom 15. April 1876.) So ist es mit Allem. Wir genießen Kaffee, welcher diesen Namen gar nicht verdient, da es nur der bei der Reinigung der Kaffee- Ernte in hiesiger Colonie verbleibende unverwerthbare Rückstand ist. Das Elend ist so gräßlich, daß viele unter uns, ganz entmuthigt, nahe daran sind, sich durch Selbstmord allen Dualen zu entziehen. Man müßte hier sein, um einen Begriff davon zu bekommen. Und was macht den Aufenthalt in diesem verfluchten Lande, an das man uns geschmiedet hat, zur ärgsten Das Wuthgeheul der Bismarck'schen Breßmeute über den burg 23, einzusenden. Aus dem hiesigen Jahresbericht der Pein? Riesige unübersteigliche Steingebirge beschränken den cul- Brief Liebknecht's beweist nichts anderes, als daß die Orient- Handelskammer, der vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, tivirbaren Grund, und überdies ist er dank den Stürmen, der politik des Fürsten Bismard eine Diskussion nicht ver- entnehme ich, daß für eine Reihe von Handelsgeschäften das Trockenheit 2c. sehr wenig produktiv. Die Blumen und der tragen kann. bergangene Jahr schon das fünfte war, seitdem die Krisis einWein, wozu uns der Minister seinerzeit in der Deputirtenkammer Apropos, wie hieß doch der Mann, der einst freimüthig be- getreten; dadurch seien viele Geschäfte unhaltbar geworden, den gratulirte, existirten nur in seiner Einbildung. Ich habe Ihnen tannte:" Die Diplomatie ist ein Handwerk, welches das Tages- anderen aber habe die Vorsicht geboten, sich einzuschränken. Der nur wenige Worte über die Disciplin zu sagen: Das Reglement licht scheut"? industrielle Nothstand wird rückhaltslos zugegeben, und das freiverordnet, daß einem Deportirten nicht mehr als acht Tage Ge- Stupid und unverschämt ist die Behauptung einer Anzahl händlerische Hamburg erzittert schon vor den Fortschritten der fängniß als Disziplinarstrafe zuerkannt werden dürfen. Dies Reptile, die Agitation, von der in Liebknecht's Brief die Rede, Schutzöllner, die für ihre Interessen jetzt die allgemeine Nothist sehr klar; ich finde, daß acht Tage schon viel zu viel sind. richte sich gegen die Politik der Neutralität und bezwecke das lage ausbeuten würden. Die Sozialdemokratie weiß, daß FreiDie Verwaltung findet aber durch Manöver, welche ich nicht Hineinzerren Deutschlands in den Krieg. Das heißt die Wahr- handel und Schutzzoll mit den allgemeinen Krisen gar nichts zu näher qualifiziren will, auf Grund des Reglements das Mittel, heit schamlos auf den Kopf stellen. Die Agitation soll gerade thun haben, sondern schließlich nur die Frage lösen, ob die Strafen von mehreren Monaten Gefängniß zu verhängen. Ich verhindern, daß Deutschland durch die nicht neutrale, sondern Fabrikanten oder die Handelsherren den Löwentheil des durch nehme ein Beispiel: Der Deportirte Planquette( Nr. 276), ist prononcirtest russenfreundliche Politik Bismard's in den Krieg betrunken; dies hätte für ihn acht Tage Disziplinar- Gefängniß- hineingerissen werde. Also im Interesse des Friedens werden ftrafe zur Folge; nun sehen wir aber, wie dieser Fall im Ver- die Versammlungen wirken, die beiläufig bereits an vielen Orten waltungs- Rapport aufgefaßt und behandelt wird: anberaumt sind. Offizieller Rapport vom 25. November 1876. 1. Der Deportirte Planquette erhält acht Tage Gefängniß wegen Nichterscheinens beim Abendrapport; 2. Acht Tage zur Warnung gegen Wiederholung; 3. Acht Tage wegen verübten Spektakels; 4. Acht Tage wegen Aufenthalts außerhalb des ihm bewilligten Bereiches; 5. Acht Tage aus demselben Grund auf der Stelle; 6. Acht Tage wegen nicht augenblicklicher Rückkehr; 7. Acht Tage für nächtliches Herumstreifen; Aus Großbritannien. London, 3. Januar. die Arbeit geschaffenen Nationalreichthums einheimsen. Sie weiß auch, daß durch die heutigen Gesellschaftseinrichtungen, durch die planlose Produktions- und Consumtionsweise, eine fortwährende unheilvolle Abwechslung zwischen sogenannten flauen und flotten Beiten geschaffen wird, und daß nur die sozialistische Gesellschaft solchem Unfug ein Ende bereiten kann. Jm vorigen Jahre sind nicht weniger als 843 Bankrouterklärungen hier erfolgt, das macht auf den Tag mehr als zwei; wenn's so fort geht, dann kommt die Zeit, daß auch die stolze Hammonia barfuß laufen muß. Noch allerdings geht es ihr beffer, als den meisten in unserm Nachbarland Holstein, in Kiel fürzlich vorgekommen. Unser Parteiblatt daselbst hatte einen Bauunternehmer deshalb hart getadelt, weil er einen ihm untergebenen Erdarbeiter gemißhandelt habe. Der Bauunternehmer strengte die Klage an, weil die geschilderten Vorgänge auf unwahrheit beruhen sollten; dabei gab er aber zu, daß er dem Arbeiter einen Hieb versezt habe, daß sein Stoc zerbrochen sei. Trotzdem aber wurde der Redakteur des sozialdemokratischen Blattes zu 20 Mark Geldstrafe verurtheilt. Das Gericht bezog sich auf die beleidigende Form- ich will also deshalb so schließen:„ Der Bauunternehmer, er heißt Köhler, ist ein ganz gesitteter, wohlerzogener liebevoller Arbeitgeber, weil er seinen Arbeiter derart mit einem Spazierstock geschlagen hat, daß der Stock zerbrach." Nun ist doch wohl der Form genügt? Am 2. Januar fand in der Cambridge Hall, Newmanstreet, Oxfordstreet, die wöchentliche Generalversammlung der Londoner strifenden Steinhauer statt, auf welcher die von Süddeutsch- binnenländischen Schwestern. Ein hübscher Preßprozeß ist land zurückgekehrte Deputation Bericht erstattete, welcher sehr günstig aufgenommen wurde. Einen besonders tiefen Eindruck machte die Mittheilung, daß die sozialdemokratische Partei Deutschlands sowie deren Presse einhellig und nachdrücklich die Interessen der stritenden Steinhauer verfochten habe und noch verfechte. In An9. Acht Tage für nächtliches Herumstreifen um vier Uhr morerkennung für diese Haltung der deutschen Sozialdemokratie gens; im Ganzen also 72 Tage! votirte die Versammlung den deutschen Freunden einstimmig ihren Dank. 8. Acht Tage dafür, daß derselbe außerhalb seines bewilligten Bereichs um vier Uhr morgens aufgefunden wurde; Und solche Uebergriffe der Verwaltung enthält der Rapport beinahe täglich. Es ist schauderhaft!".. Den Lügen der„ Kölnischen Zeitung" und anderer deutschen Organe der Bourgeoisie gegenüber sei erwähnt, daß das Strite Comité, gewählt durch eine Massenversammlung aller SteinhauerEin Wunder. Der gegenwärtig auf dem Klapperfeld Lodges( Gesellschaften), den Auftrag hat, die Interessen der ( Gefängniß in Frankfurt a. M.) inhaftirte verantwortliche Re- ganzen Gewerkschaft zu vertreten, und nur die Beschlüsse sämmt batteur der Frankfurter Zeitung", Ed. Sad, Berfasser einiger licher Vereine ausführen kann; es sind also nicht, wie fälsch= trefflicher Schriften über Schulwesen, wurde in der Straffammer- lich verbreitet ist, blos einige Personen, die die Sache fizung vom 3. ds. Mts. von der Anklage der Beleidigung des eigenmächtig dirigiren. Daß hiesige Kapitalistenblätter der Generals v. Werder kostenlos freigesprochen. Kölnerin im Lügen und Verleumden der Arbeiter nicht nach stehen, ist notorisch, aber an Schamlosigkeit stehen sie derselben sicherlich nach. Eine uns zugegangene längere Erklärung von Otto Glagau gegen Laster mußten wir wegen Mangel an Raum für die nächste Nummer zurückstellen. Der Generalrath sämmtlicher Londoner Gewerkschaften beräth jetzt über das Wie und Wann zur Abhaltung einer MonstreDemonstration gegen die Importation deutscher Steinhauer, Der Altmeister der französischen Sozialdemokratie, welcher Demonstration nicht weniger als 200,000 Arbeiter bei Raspail, ist gestorben. wohnen dürften. Wir warnen die deutschen Steinhauer in ihrem eigenen Interesse und im Interesse sämmtlicher Deutschen in London, hierher zu kommen. Die Erbitterung gegen die impor Wenn ein paar flüchtig hingeworfene Worte, die tirten Deutschen wächst von Tag zu Tag und das Strike- Comité absolut nichts Beleidigendes oder sonst Anstößiges enthalten, hat erklärt, daß es nicht länger im Stande sei, die hiesigen Areiner ganzen Partei oder gar mehreren ein wahres Wuthgeheul beiter, die zu Gewaltmaßregeln geneigt seien, in den Schranken des entlocken, dann kann man überzeugt sein, daß irgend eine wunde Gesetzes zu halten. Der Baumeister Kilby hat jezt auch nachgegeben Etelle getroffen worden ist. Und eine sehr wunde Stelle ist und 40 stritende Arbeiter für 10 Pence pr. Stunde eingestellt. durch den Liebknecht'schen Brief getroffen worden, den die ge- Sämmtliche Gewerkschaften Englands unterstüßen die strikenden gering der Erfolg auch aussehen mag, so halte ich ihn doch für sammte Bismard'sche Preßmeute jezt anbelfert. Es sind nur Steinhauer und an eine Niederlage der Arbeiter ist kaum zu wenige Zeilen, ein in englischen Blättern veröffentlichter Auszug denten. Aachen, 1. Januar. Seit langer Zeit sind wir wieder einmal in der Lage, Etwas von hier berichten zu können. Von den Cölnern Metallarbeitern angeregt, tagte hier am 16. Dez. eine Versammlung, in der die Genossen Heiland aus Berlin und Weirauch aus Cöln referirten, die aber nicht den gewünschten Besuch hatte. Am zweiten Weihnachtstage sprach Heiland wiederum vor gut besuchter Versammlung über die Entwicklung der industriellen Verhältnisse und den Nußen der Gewerkschaften." In gediegener Rede sprach Heiland über die antiken und mittelalterlichen Zustände, die Sklaverei, die Leibeigenschaft und die Zünfte, und beleuchtete dann die heutigen, durch die Herrschaft der Bourgeoisie erzeugten Zustände. Er machte es den Anwesenden klar, daß die beste Waffe gegen das ausbeutende Kapital die Verbindung der Arbeiter sei und empfahl die Gründung einer Mitgliedschaft der Metallarbeitergewerkschaft. Eine kleine Anzahl der Anwesenden meldete sich denn auch zum Beitritt und wird sie sich wohl in kürzester Frist constituiren. So wichtig, in einer Stadt, wo Alles, was nicht nach christlichem Sozialismus riecht, bei den Arbeitern auf Mißtrauen stößt. eines in englischer Sprache geschriebenen Privatbriefs an einen Der communistische Arbeiter Bildungsverein hielt hier am Weil Aachen so dicht an der Grenze liegt, so zu sagen aus dem englischen Freund. Und was steht darin? Daß dem deutschen 23. Dezember v. J. eine allgemeine deutsche Boltsversammlung Wege, so tam ein auswärtiger Genoffe höchst selten hierher. Bolt Gelegenheit gegeben wird, sich über die Orientpolitit des ab, auf welcher beschlossen wurde, eine Deputation an den hie Hält jezt aber Genosse Heiland sein Versprechen und kehrt öfters Fürsten Bismarck auszusprechen, und daß im Reichstage der sigen deutschen Gesandten zu senden, um denselben zn bewegen, wieder, so werden wir trotz alledem" Fortschritte erringen. Versuch gemacht werden solle, eine Interpellation, betreffend die dem schamlosen Vorgehen der Agenten Napp, Häschle und Frankfurt a. M., 29. Dezbr. 1877. Bei der DelegirtenOrientpolitik des Fürsten Bismarck, vorzubringen und, falls die Consorten sowie der Importation deutscher Steinhauer nach Conferenz der Sozialisten des Waingaues und der angrenzenden nöthige Zahl der Unterschriften sich nicht finde, auf andere Weise London Schranken zu sehen. Die Versammlung war sehr zahl Kreise in Frankfurt a. M. am 26. Dezember war, wie dies im eine Diskussion zu provoziren. reich besucht aus allen Ständen, und nicht eine Stimme erhob Voraus zu erwarten stand, die Betheiligung eine ganz besonders Was tann vernünftiger, was selbstverständlicher sein? sich zu Gunsten der Meister und deren Menschenschacher. Hat das deutsche Bolt etwa nicht das Recht- nein, die zahlreiche. Vertreten waren 40 Ortschaften aus 8 Wahlkreisen Louis Weber. mit 48 Delegirten. Die Verhandlungen, welche viel des Inder schweren Biere, so des englischen Porters, besonders aber des eng- von England die Endungen town, ing, ham, hurst und by oder auf wahrscheinlich dem des ersten Ansiedlers angehängt sind. So finden lischen Ales, sowie der Bod- und Salvatorbiere, recht erheblich ge- einer Karte von Deutschland burg, berg, furt, ingen, angen, leben sich sich die wohlbekannten Namen Simniga, Loviza, Graviza, Graniza, nannt werden müssen. Es sei somit der mäßige Consum eines reinen, häufen. Fast die Hälfte aller Ortsnamen Bulgariens endigt sich auf Verbiza zusammen mit Gabrova, Tirnova und Sistova. träftigen Bieres zur Unterstützung der Ernährung Jedermann sehr zu foi. Dies ist das türkische Wort für Dorf oder Stadt und entspricht fast werthe empfehlen, der eines reinen, schweren Bieres für Genesende aber ganz dem englischen town. So finden sich mehrere Orte mit den Namen Gegen die Prügel- Pädagogen. Von Eduard Sack. Braunganz besonders werthvoll. Einen recht großen Theil der dem Yenikoi, d. h. Neustadt, was dem englischen Newtown entspricht, wäh- schweig, Druck und Verlag von W. Bracke jun. 1878. Genesenden nothwendigen Eiweißstoffe könne er auf diesem Wege ein- rend Papastoi und Sultankoi mit dem englischen Namen Brestown Der Verfasser dieser 113 Oktavseiten umfassenden Broschüre nehmen, während gleichzeitig durch den Hopfengehalt die Verdauung be( Priesterstadt) und Kingstown( Königstadt) übereinstimmen. Arnauttoi ist unseren Lesern hinlänglich bekannt durch seine früher erschiefördert und durch den Alkoholgehalt der Verbrennungsprozeß der in die heißt Albanerstadt, während Kabikoi Richterstadt und Haiitoi Bilgerstadt nene werthvolle Schrift: Unsere Schulen im Dienste gegen die organische Thätigkeit anderweitig und überhaupt eingebrachten Nahrungs- bedeutet. Gehr oft ist die Silbe toi auch einem Eigennamen suffigirt, Freiheit." Das fünfte und legte Kapitel von„ Unsere Schulen zc." als Brennstoffe zu betrachten verlangsamt und so die Ge- wie z. B. bei Athmedkoi, Mehmedkoi und Osmankoi. Dann treten auch Legenheit zu ihrer beſſeren Ausnutzung gegeben sein dürfte. Wenn die oft die türkischen Präfire yeni, d. h. neu, und eski, d. h. alt, auf. So trägt die Ueberschrift:„ Abschluß, aber kein Ende", und in der Brauereien sich unter die Aufsicht von vereidigten, staatlich ange- liegen Yeni Zagra und Esti Bagra nahe bei einander. Yeni Bazar ist That find die Prügel- Pädagogen" gleichsam als Fortsetzung der stellten, in jeder Beziehung zuverlässigen und so weit wie nöthig ganz gleichbedeutend mit unserem Neumarkt und dem englischen New- ersteren Arbeit des verdienstvollen Pädagogen zu betrachten. chemisch befähigten Controleuren stellten oder gestellt würden, welche Market, Yeni Hassar mit Neuenburg oder Neufchatel, und wie wir schon Die vorliegende Broschüre kommt gerade zur rechten Zeit, um sowohl den Betrieb überwachten, als auch das Ergebniß ihrer Analysen erwähnten, Yenitoi mit Neustadt oder Newtown. Esti Djuma, d. h. den liebenden Eltern und jedem denkenden Menschen die ungedem Reichs- Gesundheitsamte einschickten, und wenn dieses vierteljährlich der alte Graben", ist ein halb türkischer, halb slavonischer Name. Die heure Gefahr vor Augen zu führen, in welcher unsere Kinderdie Namen der Brauereien mit den entsprechenden Zusäßen veröffent- türkischen Wörter tara, b. H. schwarz, und at, d. h. weiß, finden sich welt in sittlich- erziehlicher Hinsicht schwebt, wenn die gegenwärtig lichte, vielleicht durch die gelesensten Provinzialblätter, so würden die in den Namen der zwei Arme des Flusses Lom, von denen nämlich der unter einem großen Theile der deutschen Lehrerschaft graſſirende Birthe von den Biertrinkern geradezu gezwungen werden, ihr Bier östliche At Lom, der westliche Kara Lom genannt wird. Atjerai heißt Conquother zu beziehen, wo es rein und gut gebraut würde, weil die genau baffelbe vie Whitehall, 3. h. weiße Galle, mis taraf Debbie Brügelsucht als erste und befte Erziehungsmethode in Deutschgesunde Beweis geliefert wird, daß das Bier aus einer der reichs- lichenpallilavonischen Ursprungs. Dieſen türkischen Wörtern tata kanntlich hatte auf dem ersten allgemeinen deutschen Lehrerwürden sehr bald den Sinn der chemischen Analyse verstehen lernen. bel oder biela, b. h. weiß. Biela ist daher gleich bedeutend mit dem gerschullehrer Julius Seeger aus Leipzig eine Anzahl Thesen würden thempfohlenen Brauereien herstammt. Die Biertrinter und at entsprechen die slavonischen Bräßige tſcherna, b. h. schwarz, und tage, der in der Pfingstwoche 1876 zu Erfurt tagte, der Bürtrintenden Publikums von einer zur anderen Brauerei, bezw. Bier- weit in die bulgarische Ebene vorgeschobener Kalksporn. Der italienische 232 des Reich 3strafgesetzbuchs, welche die vorsaßliche und fahrwirthschaft, auf die Güte des daselbst verschänkten Bieres haben kann. Name Montenegro ist die wörtliche Uebersezung des türkischen Kara lässige Körperverlegung eines Andern unter Strafe stellen, auf Wenn die Brauereien auf desfallsige Aufforderung sich selbst zur ge- Dagh und des slavonischen Tscherna Gora, Belgrad bedeutet weiße die Lehrer feine Anwendung finden sollten. Gegen diese Fordenannten Controle anmeldeten, würden sie auch gern die Kosten des Ver- Festung" und Akhisar ist die türkische Uebersezung dieses Namens. fahrens tragen; gute Brauereien würden sie zehnfach durch die Ber- Doch dürfen wir das slavonische bel, bd. h. weiß, nicht mit dem tür- rung fämpft Herr Sad, der, nebenbei gesagt, früher selbst Lehrer öffentlichung der Inelyse an, Bier verfälschenden Brauereien würden dann entweder eingehen müſſen, b. h. hoher Kamm, und Balahissar, d. h. hohe Burg, entgegentritt. und, wie gar nicht zweifelhaft, mit durchschlagendem Erfolg. wie es ihnen wohl recht wäre, oder sich zu einem ehrlichen Betriebe Das schon mehrfach vorgekommene Wort Hissar heißt Festung oder gezwungen sehen. Burg und findet sich auch in Hissar Sultania an den Dardanellen und Nimmer wird's gelingen, Zucht mit Ruthen zwingen. Laut amtlichen Ausweises wurden in Britisch- Indien während in Hissarlik wieder, in welchem legtgenannten Orte Dr. Schliemann ſeine Wo noch Ehre wirken mag, des Jahres 1876 von Raubtieren und Giftschlangen 19,278 trojanischen Schäße gehoben hat. Im Magyarischen heißt Festung var; Da gilt Wort soviel als Schlag. Menschen und 54,830 Stück Vich getödtet; dafür wurde freilich auch dies Wort finden wir in Sarivar, der" Festung des Palastes", und Da gilt Wort soviel als Schlag, 23,459 Raubthieren und 212,371 Schlangen der Garaus gemacht. Von Kuprioar, der Festung an der Brücke". Die Namen vieler kleineren Wo noch Ehre wirken mag; den oben genannten 19,273 Menschen fielen nicht weniger als 15,946 türkischen Forts, z. B. viele der Kars oder Schumla umgebenden, entBucht mit Ruthen zwingen, den Schlangen zum Opfer, 917 den Tigern, 887 den öffen. Die halten das Wort tempe, das Hügel bedeutet. Der türkische PluralNimmer wird's gelingen. Elephanten begnügten sich mit 52„ Herren der Schöpfung", und be- suffix lar tommt auch in einigen Kamen vor, so in Yolar und Yaslar; fanden sich dabei auch wohl meist im Zustande der Nothwehr. Walter von der Vogelweide. das letzte Wort heißt die Häuser" und ist vom slavonischen jaza, d. h. „ Prügel für das Volt" ist gegenwärtig die Parole der Reein Haus, abgeleitet. Besonders häufig sind die slavonischen Suffire -Bulgarische Ortsnamen. Sehen wir uns eine Karte des iga und ova, welche eine„ Besizung" oder einen„ Wohnort" bezeichnen aktionäre aller Schattirungen Nieder mit der Prügelcultur russisch- türkischen Kriegsschauplages an, so treten uns in den Namen und dem englischen ing, wie dem in Sachsen und Böhmen zc. häufigen und der gesammten Reaktion!" sei die unserige. der Ortschaften gewisse Silben häufig entgegen, gerade wie auf der Karte is entsprechen, indem alle diese Silben gewöhnlich einem Eigennamen, terefanten und Belehrenden boten, währten von Morgens 11 Uhr nicht zuviel zu sagen, teenn ich behaupte, daß wir binnen furzem " Briefkasten der Expedition. Günther,' London: Ein zwei auch drei Erentpl. zusammengetroffen sind, Unterzeichnetem davon Nachricht zu geben. Den Ferner ersuche ich Parteigenossen, welche vielleicht mit Obengenanntem legten Brief erhielt ich von ihm Ende Oktober vergangenen Jahres aus Bremen. ( 36) Haindorf bei Reichenberg in Böhmen. Heinrich Richter. bis Nachmittags 2 Uhr, begannen wieder um 3 Uhr und währten in hiesigem Kreise 2-300 Abonnenten für die ,, Halberst. Fr. Br." bis Abends halb 9 Uhr. Die Tagesordnung bestand aus fol- gewonnen haben werden. Mit diesem Erfolge fönnen wir uns ohne Beilage fosten gleichviel Kreuzbandporto. A. M., Camen: Die genden vier Punkten: 1) Die legten Reichstagswahlen und ihre freilich nicht zufrieden geben, es gilt vielmehr für die größere Programme erhalten Sie bei J. Auer, Pferdemarkt 37, Hamburg. Lehren. 2) Regelung der Agitation. 3) Die sozialistische Presse Ausbreitung unseres Centralorgans, des„ Vorwärts", zu sorgen, 100 Stück werden 1 Mark kosten und 20 Pfg. Kreuzbandporto. für den Maingau und die angrenzenden Kreise. 4) Vertrieb der allein einen Gesammtüberblick der sozialistischen Bewegung der„ Rundschau" und der sozialistischen Brochüren. Es galt giebt. Unterzeichneter fordert daher zu zahlreichem Abonnement Adolf Richter, Schriftseger, zunächst, die gemachten Erfahrungen in der letzten Wahlcampagne auf den Vorwärts" auf, und theilt derselbe hier gleich mit, aus paindorf, wird ersucht, seinen Aufenthalt an seinen unterzeichneten auszutauschen, was viel Lehrreiches zu Tage förderte. Es wurde daß er Abonnements entgegennimmt und für die Lieferung frei Bruder bekannt zu geben. ale dann beschlossen, in den Wahlkreisen an den Hauptorten in's Haus 18% Sgr. nimmt, auch liegt die Neue Welt" zur Comités und Kaffen zur Agitation zu bilden, welche mit den Einsicht aus. H. Götsch jun. einzelnen Ortschaften in Verbindung zu treten haben, um die Goldap, 31. Dezember. Mit der in Nr. 149 des ,, Vorwärts" Agitation planmäßig schon jetzt betreiben zu können. Bezüglich enthaltenen Briefkastennotiz betreffs der ,, Siege" bei den Kirchender Presse beschloß man, mit allen Mitteln dahin zu wirken, vorstandswahlen erkläre ich mich durchaus einverstanden, das daß eine Vereinigung des in Frankfurt erscheinenden Volks- auszusprechen halte ich für meine Pflicht. Die sozialdemokrafreund" und der„ Neuen Offenbacher Zeitung" zu einem täglich er- tische Partei vertritt in politischer Hinsicht die radikalste An- dieses Frühjahr in Stuttgart, um seine Adresse. Ich ersuche den Schneidergehilfen Horst, gebürtig aus Frankfurt, scheinenden Parteiorgan für den Maingau und die daran gren- schauung, selbstverständlich muß dies auch in religiöser Hinsicht Wilhelm Hedel in Halchter bei Wolfenbüttel. zenden Kreise herbeizuführen sei. Zum 4. Punkt der Tages- geschehen. Wenn radikal, dann auch consequent in allen Dingen. ordnung wurde beschlossen, an den dazu geeigneten Orten tüchtige Möge daher keiner der Parteigenossen den Ruf Dr. Boruttau's und zuverlässige Colporteure anzustellen, ganz besonders aber in seiner vortrefflichen Schrift Religion und Sozialismus" neben Verbreitung der Presse und der sozialistischen Literatur S. 63, aus der Landeskirche auszutreten, unberücksichtigt lassen. Annoncen für die Mittwochs- Nummer müssen bis Mon im Allgemeinen für den Vertrieb der Lassalle'schen Agitations Jm Monat September d. I. feierte ich meinen 19jährigen tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags- Nummer bis Mitt schriften und die Brochüren: Grund- und Bodenfrage" von Geburtstag dadurch, daß ich an dem betrefienden Tage meinen Woch- Bormittags 9 Uhr; für die Sonntags- Nummer bis Frei Liebknecht und„ Der deutsche Bauernkrieg" von Bebel thätig zu Austritt aus der Landeskirche anmeldete, der denn auch nach Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht tag Bormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimmt sein; durch Empfehlungen in Volks- oder Arbeiterversamm 5 Wochen erfolgte. Mögen daher alle Parteigenossen meinem beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei uns hat, Lungen soll der Rundschau" eine bessere Verbreitung verschafft Beispiel folgen und sich im neuen Jahre ganz und gar von der können eine Aufnahme nicht finden. werden. Bei den über diesen Punkt stattgehabten Berathungen Kirche, überhaupt von aller Religion lossagen. Das ist mein " " Anzeigen ze. 200 stelte es sich heraus, daß sehr viele über das eigentliche Wesen Neujahrswunsch, den ich allen Genoſſen darbringe. M. Sz. Flensburg. licher sozialistischer Zeitschriften findet Lokal des deutschen Zimmerer- Gewerks! Die Versammlung der Abonnenten sämmt verhältnisse halber nicht am 13., sondern am 20. Januar ftatt. Heinrich Muhlke. Wahlverein. 12. Januar, Abends 81/2 ( 164) und den Charakter der Rundschau" noch sehr im Unklaren waren. Diese Conferenz hat aber dazu beigetragen, Klarheit zu schaffen. Ueberhaupt können wir mit Zufriedenheit auf die Lei- An die deutschen Zimmerlente, speziell an die Mitglieder 40] stungen der Conferenz zurückblicken. Mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie und das Proletariat trennten sich die Delegirten. Die Folgen dieser Conferenz werden nicht lange auf sich warten lassen; hoffen wir, daß die nächsten Reichstagswahlen davon ein beredtes Zeugniß ablegen. heran, deren Erfüllung Eurerseits beweisen soll, ob das Prinzip der im Vereinslokal, Mittelstraße Nr. 11: Kameraben! Wir treten im neuen Jahr mit einer Bitte an Euch Hannover. Sonnabend, ben fra jer at allvers 8 Uhr, Brüderlichkeit, welches alle verständigen Arbeiter verbinden soll, bereits C. S. in Euren Herzen wohnt. Es handelt sich hier um die schleunigste UnterDeffentliche Versammlung. ftügung armer Kameraden, welche bereits seit dem 1. November von der Arbeit ausgeschlossen sind. Göppingen, 30. Dezember. Bum ersten Male haben die hiesigen Genoffen sich bei den Gemeindewahlen betheiligt, und obwohl wir als Resultat feine Vertreter auf das Rathhaus brachten, so können wir doch soviel sagen, daß wir vor zwei Jahren sicher noch nicht die Stimmenzahl erhalten hätten, die wir heuer erhalten haben und die sich zwischen 150 und 117 bewegt. Ein Sporn und eine Anfeuerung ist uns dieses Resultat, und wenn wir erst tüchtig gesäet, so ist die Ernte uns ficher. Die nationalliberale Partei hat von sechs Candidaten fünf durchgebracht. Um die Agitationsmittel war sie nicht verlegen, dieser Partei ist ja eben jedes Mittel recht, wenn es nur zum Ziele führt. Die Volkspartei", welche mit den FortSchrittlern einen Compromiß eingegangen war, hatte einen ganzen Candidaten durchgebracht, ein neuer Beweis für die Thatsache, daß die Halbheit nie auf Erfolge zu rechnen hat. Schedewih, 1. Januar. Am 23. Dezember hat bei dem hiefigen Parteigenoffen Rupprecht Haussuchung stattgefunden, wo nach, das ist Geheimniß der Polizei geblieben. Eine Postkarte, die Rupprecht aus Freiburg erhalten hatte, soll den Anlaß zu der Haussuchung abgegeben haben, wobei nur zu verwundern ist, wie die Polizei früher als der Adressat Kenntniß von der Post tarte haben konnte. -Diese unsere Arbeitsbrüder sind die Schiffszimmerer in Bremerhafen und Geeftemünde. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Meister über die Grundsäge der Humanität. Der Vorstand.[ 70 Leipzig. Krankenkaffe der Metallarbeiter für Leipzig und Umgegend( E. Gen.). Straße Nr. 12( Thieme'sche Brauerei): Sonnabend, den 12. Januar, Abends punkt 8 Uhr, Tauchae Generalversammlung. verschlechterte Lage der dortigen Schiffezimmerer dazu benußen, den Die Schiffsbaumeister in diesen Orten wollten die durch den Winter Lohn pro Tag um 1 Mark zu vertürzen; dies fonnten sich die Schiffszimmerer nicht gefallen lassen, denn die bis dahin gezahlten Löhne waren bereits äußerst niedrige. Sie wurden deshalb von der Arbeit ausgeschlossen, das heißt, wer für den niedrigen Lohn nicht arR. Ludwig, Borsteher. beiten wollte, brauchte nicht wieder zu kommen. So find 500 Schiffs. zimmerer auf unbestimmte Zeit auf's Straßenpflafter geworfen. Fast Freund zu seinem 28. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche.[ 90 Dem Kämpfer für Freiheit und Menschenrechte, Herrn Theodor Alle find Mitglieder des Allgemeinen deutschen Schiffszimmerer- Vereins,. 80) ihres Bestehens zahlreiche Angriffe der vereinigten Schiffsbaumeister zu beffen Siz in Hamburg ist. Diese Vereinigung hat seit dem Anfang Zwei aus dem 5. Wahlkreis. bestehen gehabt; aus allen diesen Kämpfen ist diese Verbrüderung aber und durch die Unterzeichnete zu beziehen: Soeben ist im Verlage der Genossenschaftsbuchdruckerei erschienen namhafter Unterstügung bedurfte; sie brauchte allein zur Durchführung fiegreich hervorgegangen, ohne daß sie Seitens anderer Gewerkschaften dieser Kämpfe innerhalb der lezten Jahre 80,000 Mart, welche die Mitglieder dieses Vereins aufbrachten. Ob aber auf die Dauer die Kraft des Schiffszimmerervereins allein im Stande sein wird, auch diesen Arbeitsausschluß siegreich zu pariren? Wir wollen diese Frage nicht beantworten, sondern allen Hauszimmerleuten Deutschlands und speziell den Mitgliedern des deutschen Zimmerergewerks zurufen, so schnell wie möglich Sammlungen für die Ausgeschlossenen zu veranstalten und sie an untenstehende Adresse einzusenden. " 25 Ein Bilderbuch für fleine und große Kinder. 12 Tafeln in Farbendrud. König Mammon und die Freiheit Seiten Text. Busammengestellt von E. Roßbach. wwww Entworfen und gezeichnet vo L. Berg. 319 Leipzig. Wie es scheint, will man in dem gemüthlichen" Sachsen den politischen Gefangenen" das Leben von jetzt an recht ungemüthlich machen. Bor Weihnachten am 18. Dez. gut organisirten Gewerkschaft in einem aufgedrungenen Kampfe erschöpft, Wir dürfen nicht theilnahmslos zusehen, wie sich die Kraft einer fam in der ersten Kammer, die ungefähr auf demselben gei wie sie nach und nach erlahmt und verblutet, zum Gaudium der Ausstigen und politischen Niveau steht, wie das preußische Herren- beuter. Wir müssen unseren Arbeitsbrüdern schleunigst helfen, denn es haus, das Gefängnißwesen zur Verhandlung, und ein mucke- ist ganz gleich, ob die Schiffsbaumeister oder die Arbeitgeber irgend rischer Reaktionär, Namens Meinhold, benuzte die Gelegenheit, absichtigen. Haben sie ihren Zweck einmal erreicht, so leiden nicht allein einer anderen Branche hier oder dort den Lohn herunterzudrücken bedagegen zu eifern, daß man ganze Kategorien von Verbrechern die Schiffszimmerer, sondern auch die Arbeiter aller anderen Branchen beffer behandele, als andere. Ihm seien in lezter Beit Wahr darunter, denn ermuthigt durch den Sieg der Ausbeuter in einem Drt, nehmungen mitgetheilt worden, wonach die politischen Gefan- werden die Arbeitgeber anderer Orte bald mit denselben Angriffen genen besser behandelt würden, als andere, eine Maßregel, gegen die Arbeiter vorgehen. Die Kapitalmacht kennt im engeren welche er durch nichts gerechtfertigt finde, ebenso auch die Grün- Sinne des Wortes keine Grenze zwischen den einzelnen Arbeitsbranchen, der und manche Andere. Er fragte daher, ob der Regierung für sie eristiren blos Arbeitshände", welche sie so niedrig wie möglich bekannt sei, daß eine derartige ausnahmsweise Behandlung ge- bezahlt, und so gut wie möglich ausbeutet. Deshalb müssen wir bei wiffer Kategorien von Verbrechern stattfinde, ob es darauf be folchen gemeinschaftlichen Argriffen auch gemeinschaftlich handeln. Es zügliche Instruktionen an die Anstaltsdirektoren gebe und worin ist ein Unglück, daß die verschiedenen Gewerkschaften Deutschlands nicht sie beständen?"( Sehr gut! Bravo! aus den Reihen der Ober- und Ausschlüssen verbündet sind. Wäre dies der Fall, so würden so viel längst zu dem Zwed gemeinsamer Unterstügung bei Arbeitseinstellungen häusler.) Der Herr Justizminister v. Abeken fühlte sich durch Arbeitsausschlüsse nicht vorkommen. Menn würde gegenüber solcher Quart- Format. Preis 1 Mart 20 Pf. pro Stüd. diesen Vorwurf auf's Schwerste gekränkt. Er wusch seine Hände Gentralisation aller Gewerkschaften in den meisten Fällen nichts ausin Unschuld; er habe nie die Absicht gehabt, sich eines solchen richten können. Doch wir sind leider noch nicht so weit. Dahin komVerbrechens schuldig zu machen. Die politischen Gefangenen men werden wir aber, trop aller partikularistischen Bestrebungen in dürfen nicht besser behandelt werden, als die anderen, denn das einzelnen Gewerkschaften. Etrafgesetz tenne teinen Unterschied zwischen politischen und an bereits heute thun; wir müssen die Solidarität aller Arbeiter durch die Unsere Schuldigkeit müssen wir aber auch ohne diese Centralisation deren Vergehen. Bestimmte Thatsachen, welche darauf hinwiesen, daß ein Unterschied in der Behandlung der politischen forderung, die Schiffszimmerer zu unterstüßen; aber nicht allein die That beweisen; darum richten wir hier an unsere Genossen die Aufund der anderen Gefangeneu gemacht werde, seten ihm nicht be- Hauszimmerer, sondern die Arbeiter aller Berufsbranchen möchten wir fonnt geworden. Wohl habe man es vermuthet, aber bestimmte dazu auffordern. Thatsachen seien nicht bekannt, sonst würde er sofort Wandlung Sei unsere erste That im neuen Jahr eine gute. Wohl sind die haben eintreten lassen." Und, wie wir erfahren, soll die Wand- Beinen schlecht und der Verdienst gering, aber wenn wir uns einander lung auch wirklich eintreten und Sachsen von der Schuld rein- gegen die fortwährenden Lohnabzüge nicht beistehen, so werden die gewaschen werden, politische Verbrecher nicht wie Spizbuben und Beiten baid erst recht schlechtere sein und die Kapitalmacht wird uns Lumpen behandelt zu haben. überall nur Hungerlöhne zahlen. Darum auf zur gemeinschaftlichen Im Commissions- Berlage von R. E. Höhme in Leipzig, Elisen Abwehr! Unterstügen wir unsere Arbeitsbrüder, die sich in Noth be- straße 1, erschien soeben und ist durch alle Expeditionen sozialistischer gimmerleute Deutschlands, Mitglieder des deutschen Zimmerergewerks, finden. Ein jedes Schei flein, auch das kleinste, ist willkommen. Blätter zu beziehen: gehet den anderen Arbeitern mit einem guten Beispiele voran! Thut Eure Schuldigkeit! Otto Kapell. " Da die Hauptkasse des Allgemeinen deutschen SchiffszimmererVereins die Unterstüßung der Ausgeschlossenen regelt, so bitten wir alle freiwilligen Sammlungen an den Hauptkassirer dieses Vereins, Herrn . Sohns in Hamburg, Venusberg 23, zu senden. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Weitere Betrachtungen stelle ich hier nicht an; die Sache wird überdies im Reichstag zur Sprache gelangen. Interesfiren wird es aber die Leser des Vorwärts", zu erfahren, daß die Erpektoration des Herrn Meinhold und die Erklärung des Herrn Abeken durch einen stupiden Feuilleton- Artikel veranlaßt, ja provozirt worden ist, welchen der Redakteur eines sächsischen Fortschrittsorgans vorigen Sommer über ein sächsisches Gefängniß, dem er die unverhoffte und unverdiente Ehre hatte auf ein paar Tage anzugehören, veröffentlicht hat, und in welchem er, wahrheitswidrig, bloß um„ pitant" zu sein, das betreffende Gefängniß als eine Art von fidelem Gefängniß"- ich glaube er brauchte sogar das Wort für politische Gefangene hinstellte. Jetzt haben wir die Folgen dieses fortschrittlichen Dummenjungen- burg ist wegen Nichtannahme der bis um 48 Prozent reduzirten AccordIn der Nähmaschinen- Fabrik von H. Dreyer in Barmbed bei Hampreise die Arbeit eingestellt! Vor Zuzug wird gewarnt. Streichs. Achtung! Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck dieser Notiz gebeten. F. W. Schauer, Essenstraße. Etwaige Unterstügungen wolle man an vorstehende Adresse senden. wie solche auf den verschiedenen Bartei- Congressen zum Ausdruck gelom Das Buch verdantt seine Entstehung den mannigfachen Anregungen, werden, da es das Gemüthsleben der Kinder im fittlichen Sinne anregt men sind, und wird namentlich in Familientreisen mit Freude begrüßt und dieselben zum Nacydenken anspornt. Leipzig. Expedition des„ Vorwärts" Färberstraße 12. Das deutsche Reich und seine Gesetzgebung. Materialien für die sozialistische Agitation. Von Bruno Geiser. 7 Bogen 8. Preis 60 Pfg. In Partien 50 Pfg. Inhalt: Kap. 1. Ueber die Gründung und Gefeßgebung des deutschen Reichs. Kap. 2. Die Reichsverfassung. Kap. 3. Die Ge werbeordnung für das deutsche Reich. Kap. 4. Das Gesetz bezüglich der Abänderung des§ 141 der Gewerbeordnung und das Hilfskaffen gefeß. Kap. 7. Das Breßgeles. Stap. 8 Die für das sozial- politische gefeß. Kap. 5. Das Haftpflichtgefeß. Kap. 6. Das Lohnbeschlagnahme Leben wichtigsten Bestimmungen des Reichsstrafgesetzbuchs mit Erläute rungen nach Oppenhof, Schwarze 2c. Rap. 9. Zur Statistit des deutschen Reichs. [ 200 Durch uns ist zu beziehen: Oschersleben, 30. Dezember. Hier macht die Sozialdemo tratie die erfreulichsten Fortschritte. Seit Einführung der„ Halberstadt. Freien Preffe" im September konnte ich Anfangs Dezember schon nahezu 100 Exemplare beziehen, auch in den umliegenden Ortschaften werden schon diverse Exemplare der„ Halberst. Fr. Pr." und des Vorwärts" gelesen. Die hiesigen Genossen haben unter fich ein Agitatione comité gebildet, welches den Ver- Der an 14 Jahre von Lübeck abwesende Seefahrer Heinrich Adolf trieb sozialistischer Schriften und Kalender in die Hand genom- Christian Schwart, geb. am 10. Januar 1844 in Lübeck, wird drin men hat, und ist der Erfolg unter der ackerbautreibenden Be- gend ersucht, seine Adresse an seine Eltern, H. Lembke, Petersilienvölkerung sehr gut, ein Beweis mehr, daß die Meinung der Straße Nr. 695, oder an seinen für ihn als Absenz- Curator fungirenden gehalten ver freireligiösen Arbeitern des Wupperthals in Bruder Theodor Schwarz, St. Gertrud, gr. Vogelsang Nr. 11b, Be- raße Aufforderung! Gegner, der Sozialismus fände unter der ländlichen Bevölke- Lübeck, einzusenden. rung feinen Boden, eine irrige ist. In einem frühern Bericht bemerkte ich, wenn erst die Hornhausen- Hamerslebener Kohlengegend für den Sozialismus gewonnen ist, dann hat auch in in San Francisco, auf, so möchte ich die amerikanischen, sowie eng Da ich vermuthe, mein Bruder halte sich in Amerifa, wahrscheinlich dem Wahlkreis Halberstadt Oschersleben- Wernigerode die gerechte lischen Arbeiterzeitungen um freundliche Aufnahme dieser Notiz bitten. Sache gesiegt. Heute ist nun die beste Hoffnung vorhanden, daß Lübeck, den 5. Januar 1878. das bald der Fall ist( diese Gegend ist allein von 4000 Bergmot nhne die Landarbeiter.) Uebrigens glaube ich Theodor Schwarz. Die bürgerliche Gesellschaft. Lei pzig. Ein Vortrag Elberfeld- Barmen von Joseph Diekgen. Breis 10 Pf. Die Expedition des ,, Vorwärts". Verantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reudniß- Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12. II in Leipzig. Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig.