Erscheint in Leipzig Mitiwoch. Freitag, Sonata». AbounementSpreiS -»«an; Dentichland 1 M.« PI- pr» Quartal. ManalL- lldonncmcntS «erden bei allen deutschen Postanstalten «is den 2. und 3. Monat, und ans den F Monat besonders angenommen: i« '-»»ntgr, Sachsen und Herzogth. Sachsen« qilenburg auch aus den tten Monat de» Quartals st 54 Psg. Inserate »ett.«ersaminlungen pr. Petitzeil- 10 Pst, »etr, Priratangelegenheiten und Feste pro Petitzeil- 30 Pst Vestellungen nehmen an alle Postanstaltcn und SJ-ch. Handlungen des Ja- u. AuSlandco. Fillal» Expeditionen. Z!ew-?1orl: Soz.-demotr Oenvren- schaststbuchdruckerei, 154 Iliilrickx« Sie, Philadelphia: P. Hab,«30 Ikunh O-a Street. I, Boll, 1120 Cbiu-Iotte Str. Hodoten K.J.: F. A. Sorge, 215 JVnnd- Inxton Str. Chicago: A. Lansernrann, 74 Clybourne»v» San FranziSco: F. Unst, 418 0'FarTeIlStr London IV.: C. Henzc,» Kare>. kolstaa Square. Gentrat Hrgan der Soziatdemokratie Deutscßtands. Nr. 8. Sonntag, 20. Januar. 1878. w.4 fj}' J?af aume �ürde für das Reich doch, wie es Staatsanwaltschaften:„die Verhältnisse der allgemeinen Criini- !» d.Q d-. cir»a er,--.. I'? Ichou thut, aber in noch crhöhtercm Maße die Hauptsteuer- nalität im Königreiche Sachsen", beiaeaeben worden 5h■« f, daß die Annäherung Bismarcks an die Ratio- last tragen; dafür allerdings wäre ein gleiches Wahlrecht zu richte selbst haben wir im Anschlüsse hieran Gutachten von d n ~.....-51X1:--— b-*. c-fc- Vorständen der Versorganstalten, und es ist auch bereits in der 1 L* r 1? 5--- Ein Stenerprojelt. naltcheralen hauptsächlich auf das Durchdrücken verschiedener in- einem völlig ohnmächtigen Reichstage doch sehr theuer erkauft. S feuern im Reichstage hlnzielt In allen anderen Das Gneist'sche Steuerprojekt hätte also zunächst eine allge- l r S daß der Reichs- nieine Steuererhöhung zur Folge; dann die Bchstigung der Rei b-n K�.Ä?b!i?.t�e? nb daben kann. reaktionären Wahlsysteme in Gemeinde und Staat; ferner eine b-a N��!« balb pl? hn» 4 ueuen steuern liegt die Berminderung der Gemeindeausgaben zu gemeinnützigen Zwecken; Mckel läkt nck aanz aemütbli-� T*?- Der deutsche! und zu guter Letzt die völlige Herrschaft des Bundesrafhs und Sei er läßt sich auch �ur Ah�r" Srelheitssplelsächelchen w völlige Ohnmacht dcS Reichstags, aber dabei- und hierauf Ketten belasten uno da or emmal mit allerlei kommt es za den Herren Gne.ft und Consorten lediglich an- aber wenn es ihm an den a�ips. �hlt er das kaum, d.e äußerste Zufriedenheit Bismarck's.-- In seiner Rede terielle Genuß ihm vervimn.?� � s?der wenn der ma- ßnd übrigens dem Herrn Gneist einige hübsche Geständnisse lich' recht wild werd m sov, dann kann er Plötz- ent,chlupft. Gneist will nämlich beweisen, daß es gut sei. wenn erden, deshalb besinnen sich auch die Herren- die Gemeindesteuern lediglich aus Reallasten zusammengebracht Rationalliberalen so lange, ob sie �eine Erhöhung der Tabak steuer, der Bier- und Branntweinsteuer, der� Börsensteuer:c.:c. werden,„da in sämmtlichen Gemeindevertretungen der Grund besitz die sichere Majorität hat und daher immer auch in einem zugeben sollen, weil das Volk in solchen Jacken keinen Spaß! unbewußten Zuge der I n te re versteht, und es der Partei, die zu solchen Maßnahmen ihre und so d e Klassen- und E nkmnm-nsteuer überbürdet. Hand böte, bei den nächsten Wahlen doch wohl vergelten würde. Dieser satz beweist zunähst, daß w ch �' vi Steuer , Aus diesen Gründen wollen die Verhandlungen Bi����� j �...d di,Wr aelcklaaen. mit den Nationalliberalen auch nicht so recht vorwärts schrcittn, obwohl angenommen werden kann, daß auch jetzt schon min- destenS-/z dieser Partei den Herrn v. Bismarck mit allen nur gewünschten Steuern beglücken würden. Zu diesen letzteren gehört auch der früher radieale Professor Gneist, der immer mit einem Bein auf der Tribüne mit dem andern auf einer(idealen) Barrikade stand; er hat ein ordent- liches Steuersystem entdeckt, in welchem er das Volk fangen und aussaugen möchte. In einer Rede, die er jungst im preußischen Abgeordneten- hause gehalten, und die er im Separatabdruck unter dem Titel: „Die Steuerreform in Preußen" hat erscheinen lassen, führt der Profcssor zunächst den Unterschied zwischen Gemeinde. Staat und Reich vor und kommt dann zu dem Schlüsse, daß die Gemeinde lediglich Real steuern(Grund- und Äebäudestemrn), der Staat Personalsteuern(Kopfsteuer, Klassensieuer, Einkommensten.r) und das Reich lediglich Verbrauchssteuern(Salz-, Tabak- steuern:c.;c., Zölle) erheben solle. Vom Standpunkte eines Bismarck oder eines Mannes, der mit der heuligen Staats- und Gesellschaftsordnung im Allge- meinen recht zufrieden ist, läßt sich gegen ein solches System nichts besonderes einwenden, ja es kann sogar, da es sich auch an die verschiedenen Wahlmodus und Wahlrechte anlehnt, mit besonderer Genugthuung begrüßt werden, aber vom Standpunkte des Volkes aus betrachtet, bedeutet dasselbe nicht allein eine ganz raffinirte Ausbeutungsmethode, sondern auch ein Mittel, im Scheine des Rechts die Mitarbeit des Volkes an der Gesetzgebung wesentlich zu beschränken. Wenn die Gemeinde eine von den andern Steuern völlig ge- trennte Steuer erhebt, wenn dies der Staat gleichfalls thut und ebenfalls das Reich, wenn alle drei ihre Bedürfnisse reichlich decken wollen, so braucht kein einziger dieser Faktoren danach zu fragen, ob die Bevölkerung auch die Steuerlast deshalb ertragen könne, weil sie schon von einem andern Faktor überlastet sei. Jeder Faktor ist souverän im Steuereinziehen und außer der Geme nde, die sich drücken würde, würde solche Souveränität durch dflH jctarfite Andrehen der Steuerschraube schon uir Gel tung kommen. Aber auch das Volk, das arbeitende, das ärmere Volk würde unter solchem System besonders zu leiden haben. Die Ge- nieindevertretungcn sind ja bekanntlich durchweg aus Besitzenden zusammengesetzt, diese, welche die Steuern allein für die Ge- meinde zu zahlen haben würden, schränkten die Bedürfnisse der Stadt- oder der Ortsverwaltung auf das Aeußerste ein, um geringe Steuern zu zahlen; Stadtverschönerungen, gemeinnützige Anlagen:c. ic. würden aushören. Dann aber auch könnten nur diejenigen Mitglieder der Gemeinde sich an der Gemeinderaths- wähl betheiligen und gewählt werden, welche Grund- und Bo- den oder ein Haus in der Gemeinde besitzen, da ja sie allein Gemeindesteuer entrichteten. So hätten wir denn nach dem Gneist'schen Projekte eine urconservative, aber auch höchst egoistische Gemeinde, die in den Händen der Besitzer geringe Grund- und Häuseritcuer aufbrächte, indem die Gemeindebedürf- msse so tief als möglich herabgedrückt würden. Die Aufsicht des «taates würde an solchen Dingen wenig ändern können. lnir lÜ Personalsteuer, welche dem Staate lediglich zukommen !>rl>ns>� bekanntlich hauptsächlich in Form der Klassensteuer «rLrinßv, Daß bei derselben, da dies direkte Steuersystem nicht längst bekannt �°'�— am �lten besteuert wird, ist lediglich auf den Grund und Boden und die Häuser geschlagen, die nöthigsten Ausgaben verweigern, um weniger Steuern zu zahlen und zwar aus dem„unbewußten Zuge der Interessen", da man nicht annehmen kann, daß diese Bauern und Bäuerlein wissen, daß schließlich die Grundsteuer wie die Gebäudesteuer doch nur eine indirekte ist, die das Brod und Kartoffeln essende Volk und die Miether endgiltig aufzubringen haben; und wenn sie dies wissen, so müssen sie doch schon vorab in die Tasche fassen und klingende Münze direkt zahlen, die sie auf indi- rektei» und nicht so sichtbarem Wege wiedererhalten— und schon das ist vermeintlich gegen ihr Interesse. Dann beweist aber der obige Satz des Herrn Gneist, der doch gewiß für die Volksvertreter kein anderes menschliches Empfinden in Anspruch nimmt, als für die Gemeindevertretcr, daß so gut wie die Gemeindevertretungen auch die Volksvertre- tungen in den Landtagen und in d-m Reichstage„in einem unbewußten Zuge der Interessen immer beschließen" und daß die von uns so oft betonte Klassengesetzgebung somit von einem der heraorrazendsten Vertreter derselben laut und deutlich und zwar im preußischen Landtage anerkannt worden ist. Gegen das Abwälzen der Communalsteuer auf die Klassew und Einkommcnsteuerpflichtigen wendet sich Gneist aber noch in folgendem Satze: „Jede Privatwirthschaft kommt in eine unsichere Lage, wenn jeder Einzelne bei den gegenwärtigen Gemeindebedürfnissen vom 1. bis 31. Dezember auf den Steuerzcttel wartet und nicht weiß, ob er im nächsten Jahre 3 Prozent seines Einkommens an den Steuerempfänger abzugeben hat, oder 6, oder 9, oder 12 Proz. Es fehlt dabei der Maßstab zur Regulirung der Löhne, der Gehalte u. s. w., indem man von 9 bis 12 Prozent Abzügen schwankt, je nach dem wechselnden Bedürfniß des Ortes, dessen Wahl für die Mehrzahl der Menschen keine rein freiwillige ist. Wenn der Finanzminister einen Finanzplan vor legte, bei dem es ganz von dem„wechselnden Jahresbedürfniß" ., f..—. f_ dern M.'.nner mit Charakterbildung, die sie fähig macht, den später (Nach dem amtlichen s. graphischen Bericht.) an sie kommenden Stürmen entgegenzutreten, nicht entstehen können. Meine Herren! Ich beabsichtige, zu Pos. 28 im Allgemeinen! Das Schlimmste hierbei, ist aber das noch, daß namentlich der weib- Meine Herren! H;cy oeuv��-.�v, IUI.................. zu sprechen�; ich werde aber auf die von dem Herrn Abg. Roth liche Theil mit solchen Arbeiten beschäftigt wird. Die Mädchen wenn angeregte �rage der Zuchthausarbelt nicht näher eingehen, aus sie nicht bereits im Schulalter in den Fabriken Beschästianna'finden dem einfachen Grunde, weil mir zu wenig statistisches Material und gefunden haben, werden im großen Ganzen unfehlbar mit m dieser Richtung vorliegt und weil ich nicht gewöhnt bin, über vollendetem 14. Lebensjahr hinaus in die Welt aesckickt um zu Dinge zu prechen, von welchen ,ch kein rechtes Berstäuduiß! arbeiten, um sich ihr Brod zu verdttnen GNedi'enst? � mUebtigen bat bereits der Herr StaatSminister erklärt, guten Familien, das ist wohl ein Mittel zur Erzichnii j de- Reichstage diese Angelegenheit zur Sprache kommen Frauen und zur Erziehung der Mädchen; aber die sind nich: . Mr Wlr, ,u finden, unsere ikabrikbevölkeruna ist auck bereits habe daß baß ,m met�rage oie,e � Seiten de�Äbae- für Me zu"finden, unsere Fabr.kbevölkerung ist auch bereits n-a« Z Sckritte'aetban werden, um'Anträge theilweise so heruntergekommen, daß nicht alle Mädchen zu Ge- ordneten des Reichstags Schritte gethan werden, um Anträge lye.lwel,e nnc n,mr ~ TÄ �rden, sind,'�is V�'h»� dZ lystemoti-chen Opposinon'. sondern> wl. man m, m m»ttS der Fortschrittspartei im Reichstage. Es ist zu Pos. 28 uns ein Auszug aus dem Berichte der �0f£'i*,ba0rn'?Icine Herren? Di? Mädchen kommen in die Fabriken, si- arbeiten von ftüh bis Abend und heirathen"nach mehreren Jahren. Was können solche Mädchen verstehen von Kiukrerziehimg? Diese Mädchen haben gar keine Ahnung, gar keinen Begriff von den Pflichten einer Hausfrau,(Sehr wahr!) von den Pflichten einer Mutter, und so ist es gerade unser Jndustriesystem, welches die Heiligkeit der Ehe ganz wesentlich zerstört, die Heiligkeit der Ehe, welche man so häufig gegen den Sozialismus schützen zu müssen glaubt. Meine Herren! Daran liegt der Mangel an Charakterbildung eines großen Theiles untrer Bevölkerung, und der Staatsregierung würde Jeder, ganz abgesehen von dem Parteistandpunkt, sehr dankbar sein, wenn sie in oieser Richtung kräftiger, als es bisher geschehen, eingreifen würde.(Sehr wahr! links.) Meine Herren! Hiermit in Verbindung steht die Behandlung der jugendlichen Verbrecher, die Behandlung der verwahrlosten Kinder. Auch in dieser Richtung läßt sich hier viel thun. Gegen- wartig scheinen mir die Anstalten für jugendliche Verbrecher die Durchgangsstationen für den größten Theil der Verbrecher in Zwickau und Waldheim, namentlich für die sogenannten rück- fälligen Verbrecher zu sein. Woran das liegt, weiß ich nicht. Es kann bei der Behandlung jugendlicher Verbrecher sehr viel geschadet werden. Es kann geschadet werden durch Uebersütterung mit Religion, es werden sehr leicht Heuchler durch diese Uebersütterung herangezogen. Es kann auch geschadet werden durch Ueberlastung mit zuviel Arbeit. Verstehen Sie mich recht, ich meine bei den jugendlichen Ver- lirechern. Die jugendlichen Verbrecher sollen in den Straf- anstalten Lust zur Arbeit gewinnen, dann ist die Arbeit das beste erziehliche Element in den Strafanstalten. Durch zu viele Arbell wird diese Lust zur Arbeit häufig nicht geweckt. Meine Herren! Ich wiederhole es: ich kann in dieser Rich- tung der Verwaltung von Sachsenburg keine Vorwürfe machen. Ich habe gerade hinsichtlich dieser Anstalt zu wenig Erfahrung; abir ich kann Ihnen soviel versichern, daß ich bisher wenig Ersolg von Sachsenburg gesehen habe, daß ich sehr, sehr viel junge Leute, die ich z. B. vertheidigt habe und die ich später wieder zu treffen Gelegeilheit gehabt habe— gewöhnlich wieder hinter mir auf der Anklagebank— kenne, welche durch Sachsenburg nicht gebessert, sondern eher schlechter geworden waren. Meine Herren! In dieser Richtung ist Etwas, was uns die Reichsgesetzgebung gebracht hat, ebenfalls von� ungemein schädlichem Einfluß gewesen; das ist der Umstand, daß nach der Rachsgesetzgebung Kinder von 12-14 Jahren bestraft werden können in Gemäßheit des Strafgesetzbuchs. Meine Herren! Schulkinder gehören nun und nimmermehr in die Gefängnisse und Strafanstalten, sie sehen und lernen dort nichts Gutes; aber wohl gewöhnlich sehr viel Schlimmes, und dann wird durch das Strafen in den Strafanstalten das Ehrgefühl, das moralische Bewußtsein der Schulkinder nicht geweckt, sondern es w'.rd getödtet. Mir fällt jedesmal das Herz vor die Füße, wenn ich im Gefängniß, in der Untersuchungshaft ein Kind von 12, Ill'/s bis 13 Jahren sehe, wenn ich sehe, daß so ein armes Kind, welches vielleicht durch die Verhältnisse zu Hause zum Verbrechen getrieben worden ist, in unseren Untersuchungshaft- anstalten oft vier und sechs Wochen lang sitzen muß. So ein armes Kind kommt dann wieder in die Schule, möglicher Weise ist dann noch dazu ein unvernünftiger Lehrer da, der vielleicht den Cötus(Kreis der Schulkinder) noch darauf hinweist, daß das Kind aus dem Gefängniß kommt. Glauben Sie dann, daß so ein Kind, welches in dem Gefängniß gewesen ist und welches aus dem Gefängniß entlassen wird, von den anderen Schulkindern als zu ihnen gehörig aufgenommen wird, daß man die Wiedercrhebung des reumüthigen Kindes vielleicht begünstigen wird? Der schulcötus wird sich von dem Kinde abwenden, es abstoßen; das Ehrgefühl des Kindes wird dadurch getödtet, es wird angewiesen auf Gleich- gesinnte, es fühlt sich abgestoßen und hat es gerade Charakter, so wendet es sich sehr leicht gerade dadurch erst recht zum Schlechten; es sucht dann seine Gleichgesinnten auf, �es prahlt gewissermaßen dann schon damit, daß es in der Strafanstalt bereits gesessen hat. Ich glaube, daß auch die Herren Staatsanwälte m Sachsen— ich kenne ja viele derselbe:-— vollständig darin mit mir übereinstimmen, daß uns diese Neuerung blos Schaden gebracht hat. Aber, meine Herren, ein ganz wesentlicher Uebelstand ist in dieser Hinsicht noch vorhanden, und da könnte auch in Sachsen noch viel geschehen, daß für die verwahrlosten Kinder noch mehr gesorgt werde, als es schon gegenwärtig geschieht. Meiner Ansicht nach hat der Staat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die verwahrlosten Kinder von ihm erzogen werden, daß sie entweder in Familien untergebracht werden oder in Anstalten, die sich zur Erziehung von Kindern eignen. In dieser Richtung ist noch sehr viel zu thun. Es ist nothwendig, daß die Kinder nicht erst dann, wenn sie bereits zu Verbrechern geworden find, wenn sie bereits Vergehen begangen haben, unter Aufsicht kommen; da ist es in der Regel bereits zu spät, sondern es ist nothwendig, daß bei Zeiten für Besserung gesorgt wird. Mir kommt der Cha- rakter eines Kindes immer so vor, wie eine runde Kugel von irgend einem weichen Stoff, der sich von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr mehr verhärtet und zuletzt ganz hart wird. Die Ein- drücke, die in den Stoff gemacht werden früh bei Zeiten und die nicht sofort wieder entfernt werden, die bleiben. Ist die Kugel einmal hart geworden, so können Sie die Eindrücke nicht mehr entfernen durch Stoßen, Schlagen und sonst welche Mittel. Und das Seelenleben der Kinder ist zu sehr verbunden mit den schlechten und guten Sitten der übrigen Familienmitglieder. Das Kind ist— um mich eines Ausdruckes unseres Herrn Abg. Dr. Heine zu bedienen— das Produtt seiner Verhältnisse (Heiterkeit.) und wenn der Staat nicht bei Zeiten dafür sorgt, daß verwahrloste Kinder von ihm erzogen werden, so werden Verbrecher groß gezogen; denn die verwahrlosten Kinder werden eben dann später zu Verbrechern. Weiter, meine Herren, ist nothwendig, daß unbedingt mehr geschieht für die sogenannten Rückfälligen. Es ist in Sachsen gegenwärtig in dieser Richtung gar Nichts vorhanden. Es ist nicht schön, wenn man solche Rückfällige eben bezeichnet mit dem Ausdruck:„schlechte Subjekte",„verworfene Menschen" ec.; und man soll nur der Sache etwas näher auf den Grund sehen. Was die sogenannten Gewohnheitsverbrecher, die gewerbsmäßigen Verbrecher angeht, so ist für und gegen dieselben wenig zu thun; wer einmal ein solcher geworden ist, an dem ist allerdings ge- wöhnlich Hopfen und Malz verloren, den können wir in 20 An- stalten hintereinander stecken, eine Besserung ist nahezu eine Un- Möglichkeit; aber nehmen Sie einen Anderen, der zum ersten Male gefehlt hat, oder der auch meinetwegen schon rückfällig, aber noch nicht ein so verhärteter Verbrecher ist. Man ist in unseren Strafanstalten mit vollem Recht bemüht, neben der Buße auch noch eine Besserung zu erreichen. Es ist z. B. namentlich in Zwickau die sogenannte Jndividualisirung sehr gebräuchlich und man giebt sich häufig mit den einzelnen Leuten eine ganz außerordentliche Mühe, um sie zu bessern. Nun, der Direktor der Strafanstalt hat vielleicht die Genugthuung zu glauben: hier hast Du einmal Einen so weit gebracht; wenn er jetzt hinausgeht, wird er wieder ein brauchbares Mitglied der Gesellschaft werden. Ja, er kommt hinaus mit dem besten Willen, dem besten Vor- satz, er geht hin, um Arbeit zu suchen.—„Gut! Wo sind Sie denn seither gewesen?"— wird er gefragt—.„Na, ich komme von Zwickau, von Wsldheim."—„Was, Sie wollen Arbett bei mir haben, jetzt, wo wir für die guten Leute nicht einmal Arbeit haben? Marsch, augenblicklich fort, wie können Sie sich unter- stehen, sich getrauen, hier Arbeit zu suchen?"— Nun, der Mann geht seiner Wege, versucht es am zweiten und dritten Orte und wird gewöhnlich an dem zweiten, dritten Orte ebenso fortgewiesen; es bleibt ihm nichts Anderes übrig, wenn er nicht zum Selbstmord greifen will, als eben eines jener„Subjekte", einer jener„Bur- scheu" zu werden, die nach der Schilderung des Herrn Abg. Ackermann von Gemeinde zu Gemeinde gehen und sich durch- betteln. Da ist eben nöthig, daß für derartige rückfällige Ver- brecher ebenfalls seitens des Staates Etwas geschieht und das Geld, welches Sie hierzu verwenden, wird wahrhaftig seine guten Zinsen und Interessen tragen. Gegenwärtig giebt es blos emige Prioatanstalten, die sich der aus den Anstalten Entlassenen in einiger Weise annehmen. Diese haben selbstverständlicher Weise nicht die nöthigen Mittel, dafür zu sorgen, überhaupt werden die Privatmittel in dieser Richtung nun und nimmermehr hin- reichen. Meiner Ansicht nach ist es Pflicht des Staates, daß derartige Anstalten znnächst auch von ihm unterstützt werden; dann aber ist es auch Pflicht des Staates, daß er Leute, die aus den Strafanstalten entlassen werden und die beste Absicht haben, wieder brauchbare Menschen zu werden, unterstützt, viel- leicht dadurch, daß er ihnen auf eine Zeit lang wenigstens Arbeit nachweist oder giebt, oder daß er ihnen Aufenthalt in hierzu einzurichtenden Anstalten gestattet, die gewissermaßen einen Ueb-r- gang zwischen den Strafanstalten und zwischen dem freien Leben bilden müßten. Wenn wir das haben, so werden dann stcher unsere Strafanstalten künftighin von den vielen, vielen Rück falligen mehr gesäubert werden. Wenn ich nun noch sonst auf einige Gründe der Ueberfüllung der Strafanstalten Bezug nehme, so sind dieselben weniger wichtig, verdienen aber doch der Erwähnung. Da ist zunächst der Umstand, daß unsere Gerichte in neuerer Zeit sich gewöhnt haben, viel zu lange Strafen zu diktiren. Es liegt das gewissermaßen in der Reichsgesetzgebung und in der Nachbar- schafr von Preußen. Unser früheres sächsisches Strafgesetzbuch war sehr mild, in den meisten Beziehungen bedeutend milder als das Reichsstrafgesetzbuch. Das Reichsstrafgesetzbuch aber"' ist wieder bedeutend milder, als das frühere, in den Strafen gar kein Maß haltende preußische Gesetzbuch. Anfangs hatte sich die Praxis ausgebildet, daß die Preußen noch die alten Sttafab- Messungen von dem preußischen Strafgesetzbuch gewöhnt waren, und�daß dort ungemein hohe Strafen dittirt wurden, während in Sachsen im Berhältniß zu Preußen sehr niedrige Strafen ausgesprochen wurden. Das hat sich nun geändert. Die älteren Herren, die noch das sächsische Strafgesetzbuch gewöhnt sind, werden seltener und die jüngeren amalgamiren sich mehr, sie sehen selbstverständlicher Weise— es liegt in der Natur der Sache— mehr nach dem großen Nachbarstaate, und so ist es denn gekommen, daß für gewisse Kategorien der Verbrecher gegen- wärtig gerade die doppelte Strafe erkannt wird als früher. Es ist das ein Schaden; denn darüber sind alle Criminalisten und Gefängnipstatistiker einig, daß allzulange Strafen Nichts nützen, sondern daß sie schaden. Sie gewöhnen den Verbrecher in das Gesängnißleben förmlich ein, sie machen ihn schlaff in geistiger Hinficht und nehmen ihm überhaupt die Fähigkeit, später wieder in der Freiheit ein nützlicher Mensch zu werden. Weiter, meine Herren, wird meiner Ansicht nach in Sachsen viel zu wenig Gebrauch gemacht von der im Gesetz nachgelassenen bedingten Entlassung, von der Beurlaubung. Die Beurlaubung, die bedingte Entlassung war früher eine spezifisch sächsische Ein- richtung. Sie ist eingerichtet worden unter dem um unser Ge- fängnißleben sehr verdienten Justizminister Dr. Schneider und hat ganz außerordentlich gute Früchte getragen. Ich habe wenig- stens sehr schöne Erfahrungen in dieser Hinficht gesehen. Es scheint von dieser Einrichtung gegenwärtig der frühere Gebrauch nicht mehr gemacht zu werden. Ich sage: es scheint mir so. Es fehlen mir da ebenfalls die stattstischen Nachrichten; aber die Erfahrungen, die ich gemacht habe, lehren mich das. Und doch ist diese Einrichtung eine so gute, daß sie auch in das Reichs- strafgesetzbuch aufgenommen worden ist. Ich glaube, daß ein größerer Gebrauch von dieser ungemein wohlthätigen Einrichtung ebenfalls zur Verminderung der Bevölkerung in den Strafan- stalten beitragen würde.(Schluß f.) SoziKipoUtisÄL Ueberficht. — Die Protestversammlungen gegen die Orientpolitil des Fürsten Bismarck mehren sich. Außer den Versammlungen, über die wir schon berichtet, haben in den letzten Tagen Ber- sammlungen, sämmtlich zahlreich, zum Theil massenhaft besucht, in Glauchau, St. Egidien, Äraunschweig, Zschocher, Barmen(S- Bericht in heutiger Nr.), Würzen stattgehabt; in Dresden, Berlin, Offenbach, Darmstadt, Gera Nürn- berg ec. werden Versammlungen in den nächsten Tagen stattfinden. Opposition hat sich nirgends gezeigt. Jedenfalls liefern diese Demonstrationen einen Beweis dafür, daß das deutsche Volk von dem Knutcnthum nichts wissen will und keine Lust hat, seine Haut für die Bestialität und Barbarei des„Ecbfreunds" zu Martte zu tragen. Den Reptilienblättern, die anfangs spotteten, jetzt aber verlegene Gesichter schneiden, sei hier bemerkt, daß die von ihnen so reklamenhaft aufgepufften englischen Russen- Meetings einiger vaterlandstosen Bourgeois nebst Anhängsel jämmerliche Fehlgeburten sind verglichen mit den deutschen Protestmeetings gegen die russische Politik. — Der Reichstag ist auf den ö. Februar einberufen. Fürst Bismarck hat sich abermals krank melden lassen, wird also bei der Eröffnung nicht zugegen sein. —„Die Parteien im deutschen Reiche." Wenn die ..Kölnische Zeitung" nicht selbst in einem längeren Leitartikel daS Büchlein von einem Herrn aus dem Muckerthal, der sich Bredt schreibt und obigen Titel dem Büchlein gegeben hat, ihren Lesern unter großen Lobeserhebungen vorführte, so würden wir wahrlich schweigen, da das Werkchen selbst ungefähr den gleichen Werth des Buchs vom Pastor Schuster hat, welches Graf Eulenburg bei seinen heftigen, aber ungeschickten Angriffen gegen die Sozial- demokraten im Reichstage seinerzeit benutzte. So aber wolle« wir denn doch nicht verfehlen, unseren Lesern mitzutheilen, daß der Verfasser den Herrn Krupp für ein Ideal eines Arbeit- gebers erklart, denselben Herrn Krupp, der langerprobte Arbeiter fortjagte, die ein klerikales oder sozialdemokratisches Blatt hielten. Herr Bredt, der solchen Arbeitertyrannen, der neben der Muskel- kraft auch das Gehirn seines Lohnsklaven in Banden schlagt, in höchstem Maße lobt, er lügt, wenn er behauptet, sein Wunsch sei es, die Sozialdemokratie lediglich mit den Waffen des Geistes zu bekämpfen. Wenn dies sein wirklicher Wunsch wäre, so würde er den Herrn Krupp wegen seiner berüchtigten Ukase in Goethe als Sozialdemokrat in den Wander- jähren. Philologisch-sozialistischer Versuch von A. Prowe. (Schluß.) Aber selbst das, was jeder Leser(gewiß ohne Ausnahme) die Schwärmerei unsers größten Dichters nennen wird: dle Idee nämlich von einer Staatsgemeinfchaft, die nicht blos nach Las- salle's Nachtwächteridee" für weiter gar nichts als für die Sicherheit der Person und des Eigenthums sorgt, sondern welche al.". eine sittliche Gemeinschaft, als eine großartige Bürgerge- memde mtt liebender Umficht und Fürsorge das Wohl jedes Glieds, einzelnen Menschen von seinem E.ntritt ms Leben an b--um mllen müden, satten Hinsinken in den dunklen Mutter- H-i-n 4°°d Ml UM.«»°b-°. wacht und Keinen, Keinen verkommen laßt, ne.n! sondern die Haare auf Jedes Haupte zahlt. ist diese �zdee von emer sol� che:, zukünftigen Menschengeiellschaft nicht immer doch eme schöne? N'chl eine Jdeal-Daseinsform, der wir uns ewig nahern, ohne sie je zu erreichen? Eine sittliche Forderung an leden recht- schasfenen Mitmenschen?! Gleichwie die Tugend selbst, die me erreichte, die volle Selbstlosigkeit nur immer uns em vorleuch- tend göttlich Wunderbild ist und bleibt, zeitlebens von Allen zu erstreben, doch so lange die Welt steht von Keinem realisirbar so ist der Sozialismus ein Postulat der Gerechtigkeit selbst und wer es verhöhnt, charakterifirt sich selbst. Endlich also frage ich, ist diese Schwärmerei unseres größten Dichters nicht doch trotz all' und alledem jedenfalls wenigstens ein Zeugniß von der welt- umfangenden Liebesfülle seines guten, warmen, Menschenfreund- lichen Herzens? Schwärmt also wirklich Goethe, der Geheimrath -- wie ja Niemand leugnen will-- nun wohl! so recht er sich den edelsten Schwärmern der Menschheit an, den Plato, Jesus, Attus Herdonius und ihren zahllosen Nachfolgern, diesen Borläufern allen der heutigen Sorialdemokratie... Ei fürwahr! es muß doch wohl ein köstlich Ding sein um diese Gattung Schwärmerei, wenn man die erlauchte Gesellschaft be- trachtet, zu der sich Goethe mit seinen Wanderjahren eingefun- den und hinzu gesellt hat! Buddha im Orient, Pythagoras und Plato im Occident, die Gracchen und Spartacus in Rom, Gior- dano Bruno, Thomas Morus und Thomas Münzer zu Anfang der wiedererwachenden Wissenschaft und Vernunft; gleich darauf Harrington, der Lehrer des edlen Wilhelm Penn, des Phila- delphiagründers, endlich Immanuel Kant, sein Jünger Fichte und Karl Joh. Fr. Krause der Fortsetzer der Arbeiten Fichte's — sie Alle sind ja Vorläufer oder nur wenig ältere Mitstte- bende des Alten von Weimar, der, unbeirrt und unentwegt durch das Gebelfer und Gekrächz über die sozialistischen Ideen Babeufs, St. Simon- und Owens, als deren Zeitgenoß, das' Ewig-edle in ihren wie in Zinzendorff's Herrnhutergrundge- danken herausfand und poetisch und prophetisch im Prosa-Epos verwerthete, währender im dramatischen Weltbuch seinem jsterben- den Faust nur wenig ahnungsvolle Verse in den Mund legt, die aber dasselbe mit prägnantester Kürze sagen, so daß sie der Feldruf geworden sind, ich denke für uns Alle! Denn wer mit trübem Blick die düsteren Zustände der arg verwilderten Gegen- wart sieht und seufzend bekennt: daß alle Hsil-Besttebungen gleich sind dem Schnabelwetzen des symbolischen Vögleins am Demant- felsen(?) menschheitlichen Jammers und Elends; wer riefe nicht mit unsermJSichter tief aufathmend sehnsuchtsvoll-inbrünstig aus: Solch froh Gewimmel möcht ich sehn Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!! Ueberzeugung vertrauen wir fest der künftigen wahren Kritik die Prüfung unserer Grundgedanken an und hoffen, sie wird deren Kern billigen. Unsere zeitgenössischen L s-r aber bitten wir: nur versuchsweis einmal Goethe's Wanderjahre mit de« Borurtheil zur Hand zu nehmen, daß darinnen die Utopien und ikarischen Träume des Sozialismus vom greisen Altoater d�ut- scher Poesie mit dichterischem Hauch verklärt werden sollten. Das bunte Gewirr der verschlungenen Pfade erhellt sich wie mit einem Zauberlichte übergössen und strahlend verschönt sich des sterbenden Sehers letztes Erbtheil zu einem neuen Testament deutscher Nation. Ja, ein froh Gewimmel!! Die Freude fehlt unserer Zeit der Optimismus ist verloren gegangen, von dem unsere klassische Literatur durchsonnt war. Das Mäkeln und Splitterrichten nimmt kein Ende und selbst an Goethe verunehren sich sog. Kritiker, die doch müßten ge- lesen haben, wie er selbst weissagte: Es werde für Deutschlands Literatur eine Zeit der Unfruchtbarkeit kommen, in Folge der Afterkritik und grämlichen Krittelsucht! Aber wen soll das Wunder nehmen, der aufmerksam be- obachtet hat, wie z. B. ein Herr v. Sybel trotz Barnhagen's warnendem Verdikt eine Zeit lang sich breit machen durfte mit Krittsirung der französischen Revolution!! Genug. Wir haben nach einem vollen Menschenalter den Ahnungen Ausdruck zu geben gesucht, die schon im ersten Jüng- lingsgesühl beim Lesen der Wanderjahre erwachten. Aus eigenster — Stöcker ll in der„Leipziger Bolkszeitung". DaS ge- nannte Blatt bringt eine Noiiz über den LeitaniM in Nr. 2 des„Bor- wärls":„Ein Zeichen der Zeit", die wir unseren Lesern nicht vor enthalten wollen: „Zur Landstreichcrftage schreibt man uns: Der„Vorwärts" bringt in seiner vorletzten Nummer unter„Ein Zeichen der Zeit" einen Leir- arlikel, welcher auf Grund einer Schrift des GeheimraihS Eng l, nach der die Zahl derjenigen Personen, d.e den Tauschoerkehr vermitteln, im stetigen Steigen begriffen ist, während die Zahl derjenigen, welche die Produkte erzeugen, sich immer verringert, i'en Beweis liefern soll, daß die heutige Gesellschaftsorganisation daran die Schuld trage. W nn wir es auch ganz consequent finden, daß der„Vorwärts" so und nicht anders seine Schlüsse zieht, denn nur durch beständiges, wenn auch nur tropfenweises Eingeben von Gift kann der Klaffenhaß nachhaltig erreicht und zu jener Blüthe gebracht werden, deren Frucht die Revolution ist: so sollte doch der„Vorwärts" nicht blos nicht denkende Leser seiner Artikel voraussetzen. Jener Artikel wiederholt nämlich zum soundso- vielsten Male„die produktive Arbeit wird in Hinsicht auf den Kraftverbrauch, den sie erfordert, allzugering entschädigt; jeder Mensch, der sich ihr entziehen kann, thut es und nicht mit Unrecht." Es kann nun nicht unsere Absicht sein, uns mit dem Artikelichreroer über seine Behauptung auseinander zu setzen. Auer soviel sollte sich derselbe wohl selber sagen können, daß durch die.elbe nur unzuftiedene Arbeiter geschaffen werden, und das Ende dieser Un- zufriedenheit zu einem Strolchenthum führt, wie es die heutige Zeit j» bereits in erschreckender Weise ausweist.—(Dem Herrn Einsender kön« vn:*• h/trnt Xof» i» i rf 91 llf t C 1 1 11 TT ft 1111* WrflPltö* neu wir darin beipflichten, daß eine Aufreizung zur Arbeits- scheu in den Worten liegt, der pr-duzirende Arbeiter oerlaffe„nicht mit Unrecht" die Werkstatt. Wer ernährt denn diese Arbeitscheue», anderer Weise behandelt haben.— Die„Kölnische Zeitung" lügt gleichfalls, indem sie behauptet, Lasialle habe gesagt,„daß sich 36 Prozent der Bevölkerung in gedrückter und dürftiger Lage befänden"; Lassalle spricht von 87 bis 96 Prozent und setzt noch das Wörtchen hinzu:„in mehr oder weniger" gedrückter Lage. — Daß die„Kölnische Zeitung" auch das allgemeine gleich: Wahlrecht dem Bolle wieder rauben möchte und zwar Sann, „wenn sich die Gefahren der Ochlokratie einmal in unmittelbarer Nähe zeigen", deutet darauf hin, daß die Gelehrten auch dieses großen Blattes nicht das geringste Verständniß von dem Wesen der Sozialdemokratie haben, in welcher jegliche Herrschaft untergehen wird. � Zur Bolksschullehrer-Misere. Die„Preußische Leh' rerzeitung" brachte kürzlich folgende Notiz:„Der emeritirte Lehrer Gap ins ki zu Hohenhausen(Kreis Bromberg), dessen Pension nach SO'/sjähriger Dienstzeit 360 Mark beträgt, wovon 276 Mark aus der Schulkasse und 84 Mark aus Staatsmitteln gezahlt werden, hatte sich bittend an das Unterrichtsministerium gewendet, ihm wenigstens noch die 180 Mark Alterszulagen zu belassen, da er mit einer Familie von 4 Personen mit 120 Tha- kern Pension nicht leben könne. Diese Bitte habe um so mehr Begründung, als er bis in die letzte Zeit hinein 200 Kinder zu unterrichten, also für zwei Lehrer zu arbeiten gehabt habe. Der Minister hat das Petitum abgeschlagen wegen„Mangel an Fonds",— er würde ihm aber„nach Maßgabe der Verhältnisse und der Mittel" Unterstützung zu Theil werden lassen. Darauf- hin hat sich Gapinski an das Abgeordnetenhaus gewendet. Er führt aus, wie ein Bahnwärter nach 25jähriger Dienstzeit mo- natlich 58 Mark und dazu 12 Mark zur Unterstützung eines alten Vaters, also in Summa 70 Mark, ein gewesener Brief- träger monatlich 63 Mark Pension bezieht. Gapinski bittet das Haus, den Minister Hochgeneigtest veranlassen zu wollen, ihm in Erwägung seiner SOjährigen Dienstzeit eine Pension nach Ver- hältniß der im mittelbaren Staatsdieuste stehenden Subaltern- oeamten bewilligen zu wollen. Die Commis fion kann auf das Petitum nicht eingehen, da das Pensionsrcglement vom 20. April 1825 und ebenso das Pensioinrungsgesetz vom 27. März 1872 auf die Bolksschullehrer keine Anwendung finde, da ferner der Cultusmimster durch Rescript vom 17. Januar 1874 bestimmt hat, daß keinem emeritirten Elementarlehrer eine in Rücksicht auf sein Dienstalter zahlbare, zum Stelleneinkommen jedoch nicht gehörige, und daher bei der Emeritirung außer Betracht bleibende Persönliche Zulage aus Staatsfonds zu gewähren oder zu be- lassen sei,— zumal die Lehrer überhaupt keinen Rechtsan- spruch auf derartige Zulagen haben. Allerdings entnehmen „manche" Mitglieder der Unterrichtscommission, wie es in dem uns vorliegenden Commissionsbericht heißt, die Anficht, daß der im Etat für diesen Zweck mit 300,000 Mark ausgesetzte Fonds unzulänglich sein dürfte. Der Referent, Abg. Kantak, bean- tragt, dem Abgeordnetenhause vorzuschlagen: „mit Bezugnahme auf die sich aus dem Antwortschreiben der königl. Regierung zu Bromberg vom 22. Januar 1877 erge- vende Bereitwilligkeit, dem Petenten entgegenzukommen und in Hoffnung auf demgemäße Bethätigung derselben, über die Petition des Lehrers Gapinski zu Hohenhausen zur Tages- vrdnung überzugehen-- ..Soweit die„Preußische Lehrerzeitung". Und Angestchts solcher Thatsachen haben die Herren Liberalen noch den Math, zu behaupten, daß die preußischen Lehrerverhältnisse im All- gemeluen befriedigend und daß die Regierung und die Volksvertretung bemüht seien, dieselben befriedigend zu gestalten. Es gehört aber ein trauriger Muth dazu, das Gelb haufenweis dem Militär-Moloch in den Hals zu werfen und die Er. zieher der K-nd-r des Bolks hungern und darben zu lassen. Und wenn irgend etwas beweist, daß die„Volksvertretungen" wie sie jetzt zusammengesetzt sind, dem Grundsätze huldigen, daß das Volk nicht aufgeklärt werden dürfe, so ist es das vornehme Hinweggehen über die Bolksschullehrerlage. Wenn aber auch irgend etwas geeignet ist, diese Klassenvertretungen bei der ungeheuren Mehrheit des Volkes gründlich zu diskredi- tiren, so ist es wiederum diese Haltung in der Schullehrerfrage. So traurig also die Sache an sich ist, so sehr ist dieselbe aber dazu angethan, dem Volke die Augen zu öffnen— die hun- geraden Schullehrer bilden eine lebendige Anklage gegen die heutige Gesellschaft! «"r®50�aft®ristisch für die heutige Mißwirthschaft seezestmig"'"Tagwacht" mitgetheilte Notiz der„Boden- „Auf dem hiesigen(Romanshorner) Fruchtplatze befindet sich gegenwärt, g eme solche Menge Frucht, daß sie im Freien auss Bagabonden, Bettler und«erbrecher?- Niemand als die fortarbeiten- den Produzenten, deren Situation durch das Vagantenthum noch er- schwert wird. D. R.)" Als Genosse Most in der bekannten Staatssozialisten-Versammluna den Pfaffen gegenüber ausrief:„Macht Eure Rechnung mit dem Himmel Eure Uhr ist abgelaufen"— da zeterte Herr Hosprediger Slöcker in die Welt hinein:„Hülfe, Hülse, Most will uns sämmtlich ermorden!" Na- türlich allgemeines, urfiveles Gelärter, selbst im eigenen Lager des Herrn Stöcker. Aber Herr Slöcker hat den Most'fchen Ausruf doch wohl nicht absichtlich so dumm und kindisch ausgelegt, die Angst tu dem Glauben, persönlich an'S Meff-r geliefert zu wurden, gab ihm wahr- scheinlich solche fälschliche Auslegung ein. „Slöcker" II aber fälscht in der„Leipziger Volkszeitung" bewußt in unverschämtester Weise— klopfen wir ihm deshalb auf die Sudelfinger und zwar einfach durch Abdruck der betreffenden Stelle aus Nr. 2 des vsi�iuts". Nachdem angeführt worden ist, daß Engel bedauere, daß Tb-i!� 5- w-uduktiv Thätigen sich lichteten und die der distributiv manch/",•'"'Isen' weil dieses Zeichen der Zeit bei richtiger Deutung heißt es"wör/ich. Erscheinung in der Gegenwart erklären könne, nicht'�Dle'vr1m.»?1"�"Z dieses„Zeichens der Zeit" ist gar so schwer den sie erfordert raiti tn H�sicht auf den Kräfteverbrauch, ziehen kann, ihm �iugerrng entschädigt; jeder Mensch, der sich ihr ent- Krämer, als Wri/J n,cht mtt Anrecht, und wenn ihm als als Lohnarbeiter, so verbra»'�""� melt?0�n nächst, wie kraft und wenn er auf m. Ä et aucl I?n9e" � fo D,eI an Arbeits. zu erhalten vermag, so ,era..Geschäft" nicht aufrecht als Lohnarbeiter anzubieten.»""�er fr«, sich d°s''I°rwär!!-". indem a den Gedanken m°"abbricht un'd den Nach�tz�. und zw°r nach e.nem Kom- „Vorwärts" will uns die Strolch, nun: Der Hetzen, er w.ll sie vermehren, Wn Z Vagabunden auf den Hals Allerdings.st das eine recht alberne""genug haben."- bekannten jugendlich-naiven Unbefangenheit me9e„ nicht ve!übew. gespeichert werden muß und geht durch den Wechsel der Witte- rung, sowie durch Ratten, Spatzen und anderes— Ungeziefer täglich soviel zu Grunde, daß davon die ganze Um- gebung genug Brod essen könnte." So will es nun einmal die Privatspekulation! Was scheert es sie. ob ihre aufgespeicherten Waaren verfaulen, wäh- rend ringsum das Volk darbt— wenn nur ein hübscher Profit herausspringt! Sobald die organisirte Gesellschaft, der sozia- listische Staat die Erzeugung und Vertheilung der Waa- ren planmäßig und vernünftig regelt, wird ein Borkommniß, wie das oben erwähnte, einfach unmöglich sein. Aber auch erst dann. Bis dahin wird die tollste Vergeudung ruhig fortbestehn neben dem hilflosesten Elend.— — Noch immer kein Waffenstillstand. Die Richtigkeit unserer Auffassung bestätigt sich: die europäische Krise hat ihren Höhepunkt erreicht und kann im Handumdrehen zum europäischen Krieg führen, an welchem sich zunächst England und Oestreich betheiligen würden. Jedenfalls hat die Spannung zwischen Rußland und England den äußersten Grad erreicht, wo entweder der Bruch, oder das Einlenken eines Theils oder beider Theile erfolgen muß. Das englische Parlament, welches heute— 17. Januar— zusammentritt, bringt vielleicht etwas Klarheit. — Der Congreß der Arbeiterpartei der Vereinigten Staaten von Nordamerika wurde am 26. Dezember v. I. in Newark(New-Jersey) eröffnet. Erschienen waren 42 Dele- girte, die folgende Sektionen vertraten: Brooklyn(deutsch) G. Winter und W. Reinhard; Lawrence, Mass.(deutsch) A. Keading; San Francisco(deutsch) Just. Schwab; Albany (deutsch) Gustav Reinhard; Manchester, N. H.(deutsch) Jos. Holler; Alleghany City(deutsch) W.C. Pollner; New Häven (engl.) P. I. MacGuire; Cleveland, O.(deutsch) P. C. Chri- stiansen; Boston(engl.) Wm. Wagner; Detroit(deutsch) A. Gabriel; Newark(deutsch) C Vogel und Fried. Meisselbach; da.(engl.) Caleb Tilly; do.(böhm.) S.Schulz; Philadelphia (deutsch) H. Eismann und L. Trautwein; do.(Frauen- Sektion) E. Döppel; Utica(engl.) H. G. Rowly; Chicago(deutsch) I. C. Pfeiffer; do.(engl.) E. R. Pearson; Cincinnatl (deutsch) G. Lübkert; Newyork(franz.) Alex. Frey; do.(deutsch) F. Jilly, C. Collenburg, John Schäfer und B. Kaufmann; (engl.) G. W. Madox und Leander Thompson;(böhm.) Frank Coufal; Jersey City Heights(engl.) E. Damnid; do.(deutsch) Nikolaus Schmidt; Paterson(deutsch) S. B. Hoffmann; St. Louis, Mo.(deutsch) Alb. Currlin; Cedar Springs, Iowa (böhm.) I. Jonash und F. Bartoschk; Baltimore, Md.(deutsch) Ä. Gabriel; Buffalo(deutsch) I. Burger. Bis jetzt liegen uns nur die Berichte über die beiden ersten Sitzungstage(26. und 27. Dezember) vor, und beschäftigte sich der Congreß an denselben lediglich mit internen Angelegenheiten. Bon Interesse ist der Bericht des Exeeutivcomitäs. Wir ent- nehmen demselben wörtlich Folgendes: „Indem wir Ihnen den Bericht über das Wirken der Partei vom 6. Juli 1876 bis jetzt vorlegen, müssen wir Ihnen be- merken, daß an dem Tage, am 6. Juli 1876, unser offizielles Leben anfing. Zu dieser Zeit bestanden in den Bereinigten Staaten 9 Sektionen mit circa 650 Mitgliedern. Die Finanzen derselbeu waren geschwächt und ihre Parteiorgane kämpften hart um's Dasein. Nicht lange darauf kamen Hilferufe um Unter- stützung der Parteiorgane in Newyork:„Labor Standard" und „Arbeiter- Stimme". Die geforderte Unterstützung wurde von Seiten des Executivcomitss gewährt und mehrere Gesuche um Unterstützung derselben Organe, welche den ersten folgten, wurden mit Aufopferung des ganzen Baarvermögens des Executivcomitäs bewilligt und bezahlt. Im Juli 1877 wurde der amerikanischen Sektion in New-Haven, Conn., die Erlaubniß gegeben, in der daselbst stattfindenden Wahl politisch vorzugehen und ein eigenes, unabhängiges Arbeiterprogramm aufzustellen. „Bald darauf wurden auf Ersuchen verschiedener Sektionen die Genossen P. I. MacGuire von New-Haven und Carl Savary von Newark als Agitatoren ausgesandt. MacGuire bereiste die New-England-Staaten, gründete Sektionen in Boston, Holyoke, Manchester u. f. w., während Savary die westlichen Staaten bereiste und Sektionen in Utica, Buffalo u. s. w. in's Leben rief. „Zur Zeit bestehen in den verschiedenen Theilen des Landes 21 Arbeiterorgane, welche theilweise täglich erscheiuen. Der große Eisenbahnstrike hat einen großen Einfluß auf die Arbeiter der Vereinigten Staaten gehabt. In allen größeren Städten der Union hielten die Sektionen unserer Partei großartige Ver- sammlungen ab und wirkten in Bezug auf Unterstützung u. f. w. mit Erfolg. Die glänzenden Resultate der letzten Wahlen haben gezeigt, wie groß der Einfluß des Strikes gewesen ist. Der Conflikt zwischen den ökonomischen und politischen Fraktiönen der Partei ist natürlich und nicht unerwartet. Der Congreß muß entscheiden, wie die Agitation in Zukunft betrieben werden soll. Die Lage der verschiedenen Sektionen— 72 an der Zahl und 7000 gut stehende Mitglieder repräsentircnd, ist im Allgemeinen eine erfreuliche." Weiterer Bericht über den Berlaus des Congresses wird folgen, sobald uns die amerikanischen Parteiorgane vorliegen. — Genosse Leininger, das Opfer der Stuttgartee Mucker- Geschwornen, hat seine lOmonatliche Strafe sofort in Heflbronn angetreten.— Haft in Plötzensee finde, welche den Glauben erweckt, als sei ich dort mit besonderer Strenge behandelt worden. Dem gegenüber muß ich erklären, daß man mir Seitens der Gefängnißverwaltung wie der einzelnen Beamten in jeder Weise entgegenkommen ist und mir gewährt hat, was sich innerhalb der Gefängnißordnung gewähren ließ. Die literarische Beschäftigung ist mir ohne weiteres gestattet worden, nur mit der einzigen Einschränkung, keine politischen Tagesfragen zu erörtern, wohingegen ich das Recht hatte, die Arbeiten wie und wo mir beliebte unter meinem Namen zu ver- öffentlichen, ein Recht das uns beispielsweise in Sachsen selbst auf der Festung abgeschlagen wurde. Die Bearbeitung der zweiten Auflage meiner Broschüre„Die parlamentarisch: Thätig- keit" wurde abgelehnt, weil diese über Tagesfragen handelt. Mo st's Besuch wurde nicht gestattet, weil er nach Ansicht der Direktion in seiner Broschüre„Die Bastille am Plötzensee" die Ver» waltung maßlos und ungerecht angegriffen habe, alle an- deren Besuche habe ich empfangen dürfen. Ein Verkehr mit Dolinski wurde mir zweimal gestattet, kurz nach meiner Ankunft und unmittelbar vor meiner Abreise. Der regelmäßige Berkehr in den Freistunden zwischen uns wäre, so hieß es, unthunlich, weil wir beide auf entgegengesetzten Flügeln lagen und bei der Größe der Anstalt(an 1500 Gefangene) das tägliche Zusammenkommen nicht ohne Störung und Umstände abginge.... Der Verkehr der Gefangenen in den Freistunden ist m Plötzensee Regel, sie können sich auf dem Spaziergang mit ein- ander unterhalten und bedarf es hierzu keiner besonderen Er- laubniß. Bedingung für diesen Berkehr ist, daß man auf ein und derselben„Station" liegt, was Dolinski und ich wohl er- langt hätten, wenn ich die Absicht gehabt, meine ganze Haftzeit dort zu verbüßen. Dies zur Richtigstellung. Leipzig, den 16. Januar 1878. A. Bebel. — Wegen Majestäts- und Bismarckbeleidigung wurde Par- teigenosse Scheil in Bochum zu drei Monaten Gefängniß ver- urthellt. —„Tire Voice of Labor"(Arbeiterstimme) ist der Titel eines neuen Parteiorgans in englischer Sprache, welches in St. Louis(Nordamerika) wöchentlich einmal erscheint. Aus Ungarn. Wir erhaltin aus G— vom 7. Januar folgende Zuschrift: Sie werden aus den österreichischen Zeitungen die Haupimo- mente in den Ereignissen, welche sich in Ungarn zugetragen, seit meinem letzten Berichte wohl kennen, ob aber dieselben der Wahrheit gemäß dargestellt worden, daran habe ich die größte Ursache zu zweifeln. Es ist so, wie ich es schon vor einem halben Jahre vorausgesagt habe, daß seitens der ungarischen Re- gierung Alles aufgeboten wird, um die Ungarn in eine Reoo- lution hinein zu treiben. Ich glaube nicht zu irren, daß dies planmäßig geschieht. Wir sind hier bis zu einem«tandvuntt gelangt, welcher demjenigen Frankreichs im Juli 1830 gleicht, als die berüchtigten Ordonnanzen gebracht wurden, ich zweifle je- doch daran, daß sich die Pestyer bis zum Bacrikadenbau ver- steigen würden, wenn man sie noch so sehr knechtete und ihnen alle Rechte nähme, von welchen sie ohnehin so wenig besitzen. Immerhin fängt man in Ungarn an, zurErkenntniß dessen zukommen, daß alle bisher versuchten Systeme nichts taugen und nur die Sozialdemokratie jene Idee ist, deren Verwirklichung dem Volke die individuelle und polittsche Freiheit zu sichern im Stande ,st. Auf die Gefahr hin, Ihnen nichts Neues zu berichten, wage es dennoch Einiges über die Affaire V-rhoray(des Verfassers des Artikels„Wer ist der Elende?") zu berichten.— Verhoray, ein junger Mann von ungewöhnlicher Energie und hervorragen- dem Talente, war der Kandidat der Unabhängigkeitspartei für den Wahlbezirk Debreczin gegen den jetzigen Mmisterpräsid-nten Tisza; er verlor nur durch eine geringe Majorität, welche aber, wie dies in unserem seit dem Ausgleich mit Oesterreich sehr de- moralisirten Lande Sitte(ooer vielmehr Unsitte) ist, durch Be- stechung der Wähler erkaust ward. Tisza verzieh die„An- maßunz" Verhoray's um so weniger, weil dieser ihn auch später wie einen spanischen Raubritter durch seine Zeitungsartikel an den Pranger der Oeffentlichkeit stellte. Nach dem oben erwähnten Artikel(„Wer ist der Elende?") fing der ungarische Minister- Präsident an Feuer zu fangen und nahm sich vor, die ihm von Verhoray angethane„Beschimpfung" rächen zu wollen. Der letz- tere aber war durch diesen Artikel für Tisza unangreifbar ge- worden, demzufolge wurde ihm ein Preßprozeß wegen eines an- geblich dm König beleidigenden Artikels gemacht, Verhoray wurde aber vom Borgehen der Majestätsbeleidigung durch die Geschwornen — mit 8 Stimmen gegen 4— freigesprochen. Tisza ist jedoch ein Mensch, welcher mehrere Sehnen für seine Bogen hat. Nach der zu Gunsten der Türken abgehaltenen letzten Volksoecsamm- lung wurde dem Ministerpräsidenten vom Volke eine Katzenmusik gebracht und die Aufreizung des Volkes Verhoray in die Schuhe geschoben, worauf seine Verhaftung in hinterlistiger Weise, in- dem er zum Stadthauptmann unter falschem Borwand gelockt wurde, stattfand. Die vom Staatsanwalt Follmann berufenen Zeugen, selbst der Portier Tisza's, haben sich bisher in einer für Verhoray günstigen Weise ausgesprochen, trotzdem wird die End- Verhandlung verzögert. Es erwartet den Ministerpräsidenten ein großartiges Fiasco. Sobald sich wieder Aufzeichnungs- werthes ereignet, will ich Ihnen davon berichten. Bls dahin empfangen Sie den brüderlichen Gruß Ihres Parteigeiwssm — Ein zwanzigfacher Preßprozeß kam am Dienstag, den 15. d. M., gegen den Redakteur der„Berliner Freien Presse", Finke, vor dem Berliner Stadtgericht zur Verhand- lung. Mitangeklagt waren als Verfasser von Einsendungen die Dienstmagd Auguste Lorenz, der Tapezierer Taube und der Goldpolirer Hoffmann. Im bunten Durchetnander waren 16 Beleidigungsklagen, mehrere Verstöße gegen den Sozialistenpara- graphen 130, je ein Verstoß gegen s§ 131, 166 und weiß der Henker was noch fürBerstöße den Angeklagten zur Last gelegt, wovon natürlich qualitativ und quantitativ der Löwenantheil auf Finke entfiel. Der Staatsanwalt hatte die Gewogenheit, für den Hauptatten- täter Finke nur 21 Monate Gefängniß zu beantragen, die Lorenz sollte mit einem Monat und Taube und Hoffmann mit je drei Wochen Gefängniß bedacht werden; der Gerichtshof aber er- kannte gegen Finke auf 15 Monate, unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchung, gegen die Lorenz auf 6 Wochen und gegen Taube auf 14 Tage Gesängniß; Hoffmann kam mit 42 Mark Geldsttafe event. 1 Woche Gefängniß davon. — Erklärung. Bon unserm Genossen Bebel, der seit Montag im hiesigen Bezirksgerichtsgefängniß inhaftirt ist, geht uns folgende Erklärung zu: Erst heute kommt mir die Nummer des„Vorwärts" vom 9. Dezember v. I. zu Gesicht, worin ich eine Notiz über meine Correspondenzen. London, 14. Januar. In der am letzten Sonnabend statt' gehabten und sehr zahlreich besuchten BereinSversammlung wurde das Vorgehen der deutschen Sozialdemokratie und der an einen englischen Freund vom Genossen L i eb k n ech gcnchtete Brief tn Bezug auf die Rnssophilenvolitik des �Fürsten Bismarck be- sprachen. Nach einer sehr lebhaften Debatte, an der sich eine große Anzahl Genossen betheiligten, die die beregte Frage nach jeder Seite hin beleuchteten, wurde folgende Resolution ange- nomm-n' Die heutige Versammlung erklärt sich Mit jedem Boraehen der deutschen Sozialdemokratie, das sich gegen die Blut- und Eisenpolttit des Fürsten Bismarck richtet, einver- standen- wie sie auch das gegenwärttge Borgehen der deutschen Genossen aeqen die Orientpolitik der deutschen Relchsregierung lebbait unterstützt. Im Uebrigen haßt und verabscheut die Ver- sammlung alle heutigen Kriege, da dieselben im ausschließlichen Interesse der Dynastien— zur Unterdrückung des Bolks— vom Zaune gebrochen werden." F. I- Ehrhart.. "?8aade5urg. Der Colporteur der„Magdeburger Freien Presse", Louis Horenburg in Klein-Ottersleben, war vom hie- siaen Criminalgericht wegen Verbreitung eines Gedichtes, welches speziell für Ottersleber Verhältnisse als strafbar befunden wor- » dkv. mit 150 Mark Geldbuße eventuell mit 30 Tagen Haft be- straft. Dieses Urtheil wurde durch das Appellationegericht ab geändert, und das Strafmaß auf 50 Mark eventuell 10 Tage Haft ermäßigt. Erfurt. Am 16. Januar stand Parteigenosse Götze wegen Preßvergehens vor dem hiesigen Preisgerichte; das Vergehen sollte begangen sein durch Abdruck des Agitationsartikels„ST wir wollen" in der Prvbenummer der„Erfurter Volkszeitung". Der Artikel war einer Agitations- Nummer des„Volksstaat" entnommen, und obwohl derselbe im übrigen Deutschland unbe- anbandet geblieben war, so fand doch Herr Jesse, das ist der Name des hiesigen Staatsanwalts, Strafbares in demselben. ' err Jesse erklärte, daß gegen Sozialdemokraten überhaupt keine ilde angewandt werden dürfe, da dieselben schließlich doch nur Raub und Todt schlag beabsichtigten, das beweise die Pariser Commune, und außerdem seien in dem Artikel verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Haß und Verachtung gegen einander auf- gereizt worden, was schließlich sogar zu Gewaltthätigkeiten führen könne. Dabei stellte der Herr Staatsanwalt den sonderbaren Rechtsgrundsatz auf, daß der Redakteur einer Zeitung an jedem Orte verfolgt werden könne, wo die Zeitung zur Verbreitung gelangt sei. Ein Redakteur wäre nach dieser Rcchtspraxis also gar nicht sicher, für ein und dasselbe Vergehen an 10. 20 Orten verklagt und verurtheilt zu werden. Herr Jesse beantragte sechs Monate Gcfängniß sowie Unbrauchbarmachung der confiszirten (76) Exemplare der Probenummer. Der Gerichtshof erkannte aber aus einen Monat Gcfängniß sowie Unbrauchbarmachung der confiszirten Exemplare. Der Angeklagte wird die Nichtig- keilsbeschwerde einlegen.— Man sieht aus dem Vorstehenden, daß unser Staatsanwalt alle Anlagen hat, Tessendorf ebenbürtig i« werden. Zu gleicher Zeit schwebt auch noch gegen Genossen "ruck ein Gotteslästerungsprozeß und gegen Genossen Wiesinger einer desgleichen. Stuttgart, 10. Januar. Zur Illustration der„Harmonie zwischen Kapital und Arbeit" hier ein Pröbchen aus dem Leben, wie es dem„Correspondent" für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer durch einen hiesigen Berichterstatter mitgetheilt worden ist. Es handelt sich um einen Buchdrucker, der vor einiger Zeit sein 50jährixes Arbeitsjubiläum feierte. Der Ju- bilar, ein vierundsechzigjähriger Mann, welcher in dem betreffen» den Geschäft früher vier Jahre als Faktor fungirte, war dem Herrn Prinzipal dreimal ein„Helfer in der Roth", d. h. er blieb bei den Arbeitseinstellungen des Personals treu an seinem Platze. Die fünfzigjährige Dienstzeit des Veteranen bot jeden- fasss vortreffliche Gelegenheit zur Revanche; von der traditio- nellen, mit Zwanzigmarkstücken gefüllten Tabatiere wurde dies- mal Abstand genommen und verehrte der Herr Prinzipal statt dessen dem Jubilar einen— von einer Flasche Wein eskortirten Kuchen. Doch die eigentliche Ueberraschung folgte einige Wochen nachher und bestand darin, daß der von dem Herrn Prinzipal noch immer offiziell als Faktor traktirte alte Mann aus dem gewissen Geld iws Berechnen kam, wodurch er kaum mehr als die Hälfte des bisher Bezogenen verdienen kann— als Lohn für seine Treue!— Herr Max Hirsch wird entzückt sein über die Langmuth dieses Arbeiters, der 50 lange Jahre hindurch ge- duldig das Ausbeuterjoch trug, um als Dank dafür im hohen Alter die Brocken aufzufangen, die ihm von des Herrn Arbeit- gebers Tische zugeworfen werden. Denn soviel steht fest, die „Harmonie zwischen Kapital und Arbeit" kann in der heutigen Gesellschaft nur dort bestehen, wo die Arbeiter ihr Interesse dem des Arbeitgebers bedingungslos unterordnen. Oder ist es etwa anders, Herr Hirsch? Rarme», 13. Januar. Eine gestern Abend in der„Schützen- halle" stattgehabte Volksversammlung erfteute sich trotz des un- günstigen Wetters eines recht zahlreichen Besuches. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung:„Ter projektirte Gesetz- entwurf zur Einführung von Arbeitsbüchern und Gewerbege- richten." Das Referat hierüber hatte Herr Hasselmann über- nommen und in einer klaren und sachgemäßen Rede legte der- selbe den Standpunkt dar, den die arbeitende Klasse diesem reok- tionären Gesetzentwurf gegenüber einzunehmen habe. Schließlich beantragte Redner folgende Resolution: „Die heutige Volksversammlung erklärt sich auf das Ent- chiedenste gegen jede Einführung von Arbeitsbüchern, da die lrbeiter durch letztere in Ausübung ihres Coalitionsrechtes chwer beeinträchtigt würden. Desgleichen erklärt die Ver- ammlung, gegenüber der Einführung von Gewerbegerichten entschieden darauf dringen zu müssen, daß die Mitglieder der- selben aus allgemeinen und gleichen Wahlen der Betheiligten Trotzdem der Vorsitzende Gieseler etwa anwesende Gegner wiederholt zur Rede aufforderte, meldete sich doch Niemand und wurde die Resolution einstimmig angenommen. Hierauf ergriff Herr Heiland das Wort zum zweiten Punkte der Tagesord- nung:„Die Orientpolitik der deutschen Reichsregierung." In überzeugender Weise machte Redner den Anwesenden klar, daß der orientalische Krieg wesentlich zur Verschärfung der jetzt herrschenden Krisis beitrage und daß deshalb das deutsche Volk ein eminentes Interesse an der Orientpolitik der deutschen Reichs- regierung haben müsse. Redner wies ftrner die Ungereimtheit der russischen„Humanitätsbestrcbungen" für Verbreitung des Christcnthums nach und beantragte behufs Ausübung eines moralischen Druckes auf' die deutsche Reichsregierung folgende Resolution: „Die heute, am 12. Januar 1878, in der Schützenhalle zu Barmen tagende Volksversammlung erklärt einmüthig, daß sie mit der bisherigen Orientpolitik der deutschen Reichsregie- rung nicht einverstanden ist, sondern dieselbe auf das Ent- schiedenste mißbilligt. Die Volksversammlung erklärt ferner, daß in den gewaltsamen Anmaßungen der despotischen Czaren- regierung eine Gefahr für die Freiheit und den Wohlstand der gesammten civilifirten Völker Europas erblickt werden muß und fordert daher die deutsche Reichsregierung auf, in diesem Interesse der russischen Regierung und deren Absichten euer- gisch entgegen zu wirken und insbesondere eine jede Abtren- nung irgend eines Theiles der Türkei zu Gunsten des rusfi- scheu Reiches oder seines Einflusses zu verhindern." Auch diese Resolution fand ohne Wider, pruch einstimmig An- nähme. Nach einer kleinen, durch eine Anftage des Genossen Seligmann veranlaßten Debatte, und nachdem noch Heiland mit kurzen kräftigen Worten zum Abonnement auf das einzige Arbciterblatt des Wupperthalcs, die„Bergisch- Volksstimme", aufgefordert hatte, wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden geschlossen..., * Lindenau. 12. Jan. In voriger Woche fand hrer rm Saale des„Deutschen Hauses" eine zahlreich besuchte Volks- Versammlung statt, welche zur Tagesordnung hatte: 1) die Thätigkeit des Deutschen Reichstags; 2) das Jmpsges-tz. Herr Liebknecht, als Referent des ersten Punktes, erwarb nch durch seinen zweistündigen Vortrag, in welchem er zum Schluß auch die Stellung der Rcichsrcgierung in der orientalischen Frage einer scharfen Kritik unterzog, stürmischen Beifall der Ver- sammlung. Nicht minder entledigte sich der Referent über den zweiten Punkt der Tagesordnung, Hr. E. Ulbricht, seiner Auf- Lbe zur großen Zufriedenheit der Anwend.n, und wurden eine den Impfzwang scharf verurtheilenden Ausführungen von der Versammlung sehr beifällig aufgenommen. Verloosung. Veranstaltet in London zu Guusteu der politischen Berurtheilten in Neu-Caledonie«. Bürger! Wir haben Euch aufgefordert, Euch unserm Sweben an zuschließen und uns Gaben für utis.re Verloosung zu senden. Ihr seid unserem Appell weil über unsere Erwartungen hinaus nachgekommen. Aus Frankreich, England, Deuts chland, der Schweiz, Belgien daben wir freundliche Gaben und sympathische Zustimmung erhalten. Maler. Bildhauer, Zeichner, Goldschmiede, Uhrmacher rc. rc. haben für une ge arbeitet. Dichter, berühmte Schriftsteller haben uns ihre Werke ge widmet. Wir danken ihnen im Namen Derer, welche für eine Revo lution leiden, deren Berechtigung die gegenwärtigen Ereignisse bestätigen. und welcher die Zukunft rühmend gedenken wird. Aber unsere Bestrebungen sind noch nicht beendet, wir haben Gaben gesammelt und es gilt nun die Loose unterzubringen. Wir glauben. daß Niemand davon abstehen wird, uns seinen Beistand auch ferner angedeihen zu lassen, um unseren Erfolg sichern zu helfen. ArbeitSgenossen! Die Revolution des 18 März gehört Euch. Ihr alle seid für sie verantwortlich, sie verleugnen, wäre Benrath! Ihr seid solidarisch mit Denen, welche für das Verbrechen dulden, besiegt worden zu sein. Ihr müßt gemeinschastl ch an unserem Werke mitarbeiten. Wir rechuen um so mehr auf Euch, Denker, Männer des Fortschritts und Vertheidiger des Rechts, als wir wissen, daß Ihr keine G-sellschos's- Ordnung gelten lassen könnt, welche zu ihrer Erhaltung der periodischen Niedermetzeiungen, Einkerkerungen, der Verbannung und Vertreibung von Millionen ihrer Bürger bedarf. Die Zahl der mehr als 1200 Gewinnste repräsenlirt einen Werth von 25,000 Francs. Unter den Gewinnen figuriren: Kmrflwerke. Gemälde von Eourbet, Bazin, Montbars, Dupuis, Louchardj, Moormans k. Bildhaucr« Arbeiten von Chapu(ein Basrelief), Ottin, Brisson zc. Stahlstiche von Daubigny, Charbonel, Malet, Ion, Fla- meng, Montbars rc. Ceramikum, Bronze, Steingut, Gypsarbeiten, Aquarelle, Lichtbilder. �.. m Photographien: Ein Prachtalbum(Ansichten von Jersey); ein Por trait von Delescluze, drei dergleichen von Garibaldi, 24 Ve lasquez's, 4 Fragonard's-c. Schmuckgegenstände: Armbänder, Ringe, Nadeln ,c. im Werthe von 2000 Frcs. Uhrenwaaren: Goldene und silberne Uhren im Wetthe von 1200 Francs. Schriftsteller- Arbeiten: Widmungsgruß der Autoren; Werke von Victor Hugo. Karl Marx, Odysse Barot, L'vn Cladet, Yves Guyot, Sigismund Locroix, C. H. Bradlaugb, A. Besant, P. Taylor(Mit glied des Parlaments). Eine Collection des Journals„Droits de l'Homme" mit den Autographien sämmtlicher Redakteure, sowie eine große Anzahl Schristen von berühmten Autoren. Verschiedenes. Eine ausgezeichnete Sammlung von Meermoosen, Stickereien, Linnenzeug(Wäsche), Consektions- und Tapisserie- Gegei stände, künstliche Baumen, Fächer, Papeterie- Gegenstände, Nezeflaire, Reisekassetten, Handtaschen ic. Alle LooSinhaber, auf deren Nummern keiner der vorerwähnten Gewinne fällt, haben Anspruch auf eine Zeichnung, welche zum An de-.kcn an diese Verloosung von einem unserer bedeutendsten Künstler extra angefertigt wurde. Die Zahl der Loose ist auf 00,000 Nummern sestgestellt. Preis 1 Francs(80 Pfennig). Die Ziehung findet am 16. April m London statt. Die Commission: H. Andreß, 29, Windmill Street, Tottenham Court Road, iV. A. Combault lSeeretaire correspoudant), 24, Broad Street, Golden Square, Vf. F. Kaufmann, 19, St. John Square, Clerkenwell. E. Klein mann, 21, Upper Charles Street, Norihamplon Square, Clerkenwell. E. Landrin, 31, Howland Street, Fißroy Square, Vf. F. Lassasie, 37, Charlotte Street, Fitzroy Square, Vf. A. Leduc, 2, Mmcing Lane, E. C. E. Poutrel, 45, Drummond Crescent, Euston Square. F. Pride, 31, Wells Street, Oxford Street, Vf. B. Richard (Tröaorier), 07, Charlotte Street, Fitzroy Square, Vf. E. S:vin, 218, Bauxhall Bridge Road, Piwlico. A. Theiß(«eerötaire oorrs- spondant), 36, Charlotte Street. Fitzroy Square, Vf., in London. Loose sind zu beziehen durch alle Mitglieder der Commission. Aufruf! Da die Eröffnung des Reichstags nahe bevorsteht, so ersuchen wir dr naend alle Diejenigen, welche Sammellisten zu der Petttion an den Reichstag betreffs Abschaffung der ZuchchauS- und Gefängnißarbelt von uns empfangen haben, dieselben so schnell wie möglich an Unterzeich. neten einzusenden. Da d>e Agitation, sowie Druck, Porto zc. zc. Kosten verursacht und wir noch ein Defizit habtn, so ersuchen wir, uns auch in diesen Punkt zu unterstützen. Etwaige Unterstützungen sende man gesälligst an unseren Kassirer Bernh. Breul, Koppenstraße 3511. II. Bericht und Abrechnung erfolgt sofort nach Ablauf unseres Mandats. Berlin, im Januar 1873.... DaS Centralcomite. I. A.: Aug. Scharlibbc, Vorsitzender. Kastanien-Allee 54, bei Winnen. ZlL. Alle«rbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. An die Schuhmacher Deutschlands. In der hiesigen Götze'schen Schuhwaarenfabrik, Firma I. C. Mieschke u. Söhne steh, die Aussperrung sämmtlicher Arbeiter bevor, weil dieselben auf Abschaffung der l4tägigen Kündigung nicht eingehen wollen. Es sind Arbeiter, darunter Familienväter, die 5 und 0 Kim der haben, ohne Kündigung entlassen worden, und dem wollen wir ent- gegentreten. Der Zuzug nach hier ist fern zu halten, nicht nur in un- serm Interesse, sondern auch im Interesse derjenigen, die hier zureisen wollen, denn selbst Familienväter verdienen oft nur 2-4 Mark wö chentlich, der höchste Löhn aber beträgt 9-10 Mark. Der Werksührer genannter Fabrik, mit Namen Stephan, war zu'etzt in Breslau lhatig und wie verlautet, will derselbe Arbeiter von dort nach Groitzsch ziehen. Sollte der Versuch dazu gemacht werden, so lasse sich Keiner verleiten. sondern nehme sich Obiges zur Notiz. Herr Götze hat schon vor ca. 4 Jahren, als er die Mafchlnenarbeit einführte, sremde Arbelter hierher gelockt, diese bereuen ihre Uebersiedclung nach Groitzsch jetzt bitter. Groitzsch i. S., den 15. Januar....,,. Alle arbeitet freundlichen Blätter, insbesondere aber die Gewerk- schaftsblätter werden um Abdruck des L Eugen gebeten. Gewerkschaftliches. In Bayreuth ist ein Ausschluß der Schneider erfolgt, weshalb der Zuzug strengstens zurückzuhalten ist. Alle Arbeitet blatter werden dringend um Abdruck gebeten. B. Klerx. Briefkaste« der Redaktron. Ehrhart in London- E— s(und jeder Andertj mag„aus meinem Privatleben" veröffentlichen wa- er Lust hat. Fallt Max Hirsch, auf den �r also richtig heruntergekommen ist. ihm da Quark nicht abkaust, w>ll ich selber gern für einen Verleger sorga W. L ebknecht.— Walther in Crimmitschau: Ich komme, mit du> l 3, l 5 Nachm.-Zug und fahre mit dem 2 Uhr 14 Courierzug wiedr zurück. G-uß W. L.— Hrn. Albert Müller in Buschow: Ihren kös' lichen Brief dürfen wir unfern Leiern nicht vorenthalten, da ist er: „Meine Herren! Ich nehme anj, die Frage sei gestellt: Was? absolute? Nilbts? so lautet die Antwort: Geistige Arbeit. N nehme an, die Frage sei gestellt: Was ist die absolute Bejahu» so lautet die Antwort: Das Weltall. Wie gefällt Ihnen diel ist meine Frage und ich bitte um Antwort. Buschow, den 10. Januar. Albert Müller." j Der Abdruck ist genügende Antwort. Nicht wahr?— Quittung. W. Mllr Mannheim Ab. 25,00. Hssnr Mainz t 19,00. Hdrch hier Ab. 1,80. Prbst München Schr. 3,40. Zrgl Cr« mitichau Ab. 64,10. Wß Goldlauter Ab. 2,80. Ärbeiterbild.-Vere Innsbruck 10,20. I. St Wien Ab. 1,88. Schlz hier Ab. 4,00. 1 Bremen Ab. 150,00. Lgs Hannover Ann. 0,80, Schr. 0,55. Ar! Berein Halle Ann. 0,60. Gglr hier Ab. 4,80. Schr. 0,90. Genosse schaststijchlerei Cöln Ann. 3,00. Knk Franksurt a. M. Ab. 27.? Kchnrlr Hof Ab. 17,00. Mhlhrn Plauen Schr. 7,95. Schlsul Glauchau Ab. 34,00, Schr. 15,90. Grmr Halle Ab. 115,75. Schr« Hannover Ab. 100,00. Mtig Altona Ab. 10,00. Schmdt Sigwi rmgen Schr. 3,50. Mar Cöln Schr. 1,10. Lngr Baden-Baden Sch 3,60. Wgnr Eisenberg Schr. 3,00. Jchm Elbing Schr. 1,85. Fonds für Gemaßregelte. Von W. L. hier, Ueberfchuß einer Agitatiousfahrt: 1,00; Dr. 5 hier 20,00. (TSvofllVzpn D-r Arbeiterbildunasvereiu feiert Sonntag, de 27. Januar, Nachmittags 4 Uhr, sein j X V II. Stiftungsfest bestehend in Festactus, Cammers und Ball in den Räumen de „SchillerschloßchenS", wozu Freunde und Genossen von uah uil fern hiermit herzttch eingeladen sind.[2.» Eintrittskarten für Mitglieder und deren Gäste sind ä 30 Pfg. voi her im Vereins lokale, Pa>mstraße 20 pari., zu entnehmen. /t lT( Sozialdemokratischer Arbeiterverein. «yUUt U. lsS. Dienstag, den W. Januar, Abends 8»/, Utl im Lokale des Hrn. Rüdiger, gr. Wallstroße: Heschkoflene Mitgtiederversammtung. Tagesordnung: Vorstandswahl. Abrechnung. lF. 1«� 60] Otto Jllhardt. CSftnrretlPV Sozialdemokratischer Wahlverein. eyUUUvvl4. Sonnabend, den 19. Januar, Abends 8'/, ll> im Bercinslokal, Mittelstraße Nr. l>:(F. 1� Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Bortrag des Hrn. Bertram über die politis� Stellung der Sozialdemokratie. Der Vorstand. SftrmKntiz Der Arbeiterverein häb Sonntag, den 19. Febusl •Ui-WvUllp. im Saale der„Drei Mohren"(Anger) fem I. Stiftungsfest ab. Dasselbe besteht in Concert, Festtede, gehalten vom Parteigenoi!� 3. Most, und Ball. Näheie Annoncen folgen später in der„Facko 2.10] Der Borstaud. Mittwoch, den 23. Januar, Abends 8ll> Uhf v�UUltUl}. im„Gasthof zum Löwe»": Volksversammlung. Tagesordnung: 1. Die deutsche Orieutpolitik. 2. Das Arbeiters gesetz. Referent Herr W. Liebknecht.[ ";u recht zahlreichem Besuch laden ein Die Einberofer. Cölner Gcuossenschaftstischlerei(eingetr. Genossensch.): Sonnabi� den 16. Februar, Abends 8 Ubr, bei Hrn. Jonas, StreitzeugM Nr. ISA: Ordentl. Generalversammlung. Tagesordnung: N«? irohl des Borstands und AussichlSraths.(F. 67)(2a) sv' Cöln, den 18. Januar 1878. Der AufsichtSrato- Für Männtr-Chöre. Im Verlage von Emil Sauerteig in Gotha ist erschienen: Lieder-Sammlung des Allgemeinen Arbeiter-Sängerbundes. II. Lieferung. Inhalt: Nr. 3. Motto, Wahlspruch und Trinkspruch des AM meinen Arbeiter-Sängerbundes von G. Scholz. 0p. 17. Nr. 4. Viv t der neue Wein von C. Sahm.(Z» Nr. 5. D-e Arbeitsmänner von C. Arends. Preis der Lieferung Partitur mit 4 St. 1,66,. 4 St. 1,29 Äo Prachtvoll und solid gearbeitete Einbanddecken