fen rlig ner bei = U. teis Sitter 1 ein bi Erscheint in Leipzig Whittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis sa Deutschland 1. 60 Pf. pro Entartal. Monats Abonnements werben bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 2. Monat besonders angenommen; im nigr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Bfg. Inserate ber. Berjammlungen pr. Betitzeile 10 Bf. ete. Privatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Bf. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Bu handlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. Kew- York: Soz.- demokr. Genoffest schaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: P. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Soboten N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco:&. Eng, 418 O'Farrell Str. London W. C. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. ung; agen St. often mer ers tamt wird len 5,00 5,45 Bild. ibnik Ab. Rgr 5,00 Ab. 238 Re 3,65 chm Schr B der otale Fahr 2,10 ftigt Nr. 17. Der deutsche Reichstag Sonntag, 10. Februar. 1878. gestiegen ist, daß er den Vertheidiger der Armee und einer Staatskirche spielt. Ehemals forderte er die Unterdrückung der Armee und nannte sich einen Freidenker. Die Thatsachen drücken diesen Mann zu Boden, der berufen war, eine schöne Rolle in der revolutionären Bewegung zu spielen, welche die Welt mit sich fortreißt. ändern in der Art, daß kein Reichstagsabgeordneter ohne ärgsten Feind der Republik betrachte, hat seine politische LaufGenehmigungung des Reichstags während der Session ver- bahn damit begonnen, ein Programm zu unterzeichnen: das von ist am 6. Februar durch eine höchst dürftige Thronrede eröffnet haftet oder in haft gehalten werden kann. Belleville, von dem er sicherlich niemals ein Wort verstanke: worden. Dieselbe fordert vom Volte sehr viel und verspricht Demnach stehen also lebhafte Debatten bevor. Und wenn oder ehrlich gemeint hat. Alle handlungen des Herrn Gam demselben sehr wenig. auch dieser Reichstag in seiner Majorität für das Volk und betta schlagen diesem Programm, welches sicherlich wenigstens Mit Ausnahme des Gesezentwurfs die Verfälschung der dessen Wohl nicht eintritt, so wird die Diskussion doch dazu einiges Gute hatte, geradezu ins Gesicht. Lebensmittel betreffend und der in ihrer Wirkung höchst frag- dienen, manche Schäden aufzudecken und immer weitere Aufklä- Es genügt zu sagen, daß Herr Gambetta heute so tief herablichen Strasbestimmungsverschärfungen bei Einschleppung der rung in das Volk zu tragen, die nothwendig ist, um dasselbe Rinderpest sind alle eingebrachten Gesetzentwürfe entweder abso- zu veranlassen, seine Geschicke selbst in die Hand zu lut voltsfeindlich oder ziemlich überflüssig. Steuererhöhungen, nehmen. ein höchst reaktionäres Anwaltsgefeß, ein Gesezentwurf die Stellvertretung Bismarcks betreffend, der neben der Erhöhung der indiretten Reichssteuern einen starken Schritt zur völligen Boruffificirung Deutschlands bedeutet, eine sehr mangelhafte Gewerbegesegnovelle, die wir schon im Vorwärts" einer eingehenden Besprechung unterzogen haben, Klagen über die noch immer Ich unterbreite Ihnen hiermit einige Bemerkungen über funfortdauernde ungünstige Lage der allgemeinen Verkehrsverhält sere politische Lage in Frankreich. Ich denke, daß Sie dieselben niffe, für die man außer den Abänderungen des Gewerbegesebes mit der nämlichen Freundlichkeit aufnehmen werden, wie die feine Abhilfe zu wissen scheint- Alles das wird uns in der früheren. Thronrede aufgetischt. Wir aber bedanken uns vor solchen wenig schmackhaften Gerichten, deren Genuß bewirkt, die Kraft des Boltes noch mehr zu untergraben. Dann berührt die Thronrede noch die orientalische Frage und leistet folgenden Bassus: Erwartung ist nicht in Erfüllung gegangen: Seine Ma Aus Frankreich. Die Redaktion des ,, Vorwärts" hat folgenden Brief erhalten: ,, Paris, 23. Januar 1878. Er hat nichts verstanden von dieser Bewegung. Herr Gambetta will einen Staat, der sich auf die Armee, auf den Clerus, auf Magistrate und auf die Administration( Bureaukratie) stüßt. Napoleon III. wollte ganz dasselbe und nichts anderes. Gambetta wohnt in der Magdalenenkirche einem Todtengottesdienst zu Er Ehren Victor Emanuel's bei welch ein Freidenker! verlangt, daß man eine Fahnenweihe für die Armee veranstalte welch ein Sozialist! Man denke sich Robespierre oder Danton bei einer Messe für das Seelenheil Ludwigs XVI.! Wie die Zeiten sich geändert haben! Sie kennen die Thatsachen, welche sich seit dem 16. Mai 1877 bei uns zugetragen haben. Die ultramontane Partei hat das, was von Bonapartisten, Legitimisten, Orleanisten, mit einem Wort alles, was von eingestandenen Reaktionären in Frankreich aufzutreiben war, zu Hilfe gerufen; die Kammer der Abgeord" Meine Herren! Bei der Eröffnung des vorjährigen Reichs- neten wurde aufgelöst. Die Neuwahlen fanden am 14. Oktober tags war die Erwartung noch nicht ausgeschlossen, daß die tür- statt. Das Bolt hat viele Leute in die Versailler Versammlung tober einen gründlicheren Triumph gefeiert, als selbst wir es Sie sehen, die Reaktion hat bei den Wahlen vom 14. Of fische Regierung aus eigener Entschließung zur Ausführung der geschickt, welche sich Republikaner nennen. Scheinbar war damit Reformen schreiten werde, über welche die europäischen Mächte bie Reaktion geschlagen. Ich sage scheinbar, denn in Wirk- auf den ersten Blick glaubten. Sie hat von den„ Gemäßigten" sich auf der Conferenz in Constantinopel geeinigt hatten. Diese lichkeit hat sie triumphirt. Ich will mich näher erklären. nichts zu fürchten. Der Clerus wird vom Gambettismus ebenso jestät der Kaiser hofft jedoch, daß nunmehr ein baldiger Friede sozialistischen Gesichtspunkt nur zwei klassen von Individuen: Für den, der den Dingen auf den Grund geht, gibt es vom bezahlt und angebetet werden, wie unterm Kaiserreich. Noch einige Betrachtungen. Nächstens wird in Paris die die Grundsäße jener Conferenz zur Anwendung bringen und diejenigen, welche ernstlich die Prinzipien der Revolution anzu- Weltausstellung eröffnet werden. Zu dieser Ausstellung, die bauernd sicher stellen werde. Die verhältnismäßig gewenden und zu verwirklichen bestrebt sind, und diejenigen, welche man das Fest des Friedens nennt, werden die Könige und ringere Betheiligung der Interessen Deutschlands im die Existenz der alten gouvernementalen, administrativen, Bour- Königinnen der civilifirten Welt kommen. Die Bourgeoisrepu Drient gestattet für die Politit des Reiches eine uneigennützige geois-, Cäsaren- und Despotenwelt forthin sichern wollen. Da blit, die auf uns fastet, wird verschwenderisch glänzende EmMitwirkung an der Verständigung der betheiligten Mächte über gibt es einerseits Revolutionäre, Sozialisten, ehrliche Republi- pfangsfeierlichkeiten für das ganze Personal der Höfe veranfünftige Garantien gegen die Wiederkehr der Wirren im Orient faner- und anderseits Opportunisten( Rechnungsträger), Heuchler ſtalten, für die Hoffchranzen, für die Gesandten, für di Miniſter ( 26) zu Gunsten der chriftlichen Bevölkerung, Inzwischen hat die und Ehrgeizige. von Seiner Majestät dem Kaiser vorgezeichnete Politit ihr Ziel Die Bonapartisten wollen herrschen mit Napoleon, die Dr- Luftbarkeiten, welche das übel erworbene Geld gewährt, sich verbereits insoweit erreichen können, als sie wesentlich dazu mitge- leanisten mit einem Prinzen von Orleans, die Legitimisten mit vielfältigen sehen. Wie ich gestern an meine belgischen Frenade, wirkt hat, daß der Friede zwischen den europäischen Wächten er- dem Grafen von Chambord, die Gambettisten wollen herrschen die Sozialisten von Gent, schrieb, wird man bei diesem sogehalten worden ist und zu ihnen allen Deutschlands Beziehungen mit Gambetta. Bonaparte, Orleans, Chambord, Gambetta... nannten Friedensfeste sehn, wie die Freitreppe der Oper ihr nicht nur friedliche, sondern durchaus freundschaftliche geblieben das sind die Namen der wirklichen Feinde der französischen Re- elektrisches Licht auf getrönte Häupter wirft, unter ihnen Herr sind und mit Gottes Hilfe bleiben werden." publik und folglich auch der Welt- Republik. Leon Gambetta in großer Gala. Man wird ein lustiges Leben führen. Die Courtisanen( Buhlerinnen) werden glänzende Geschäfte machen wie am Ende des Kaiserreichs. Da kommen die Bälle, die Corsos, die Soupers, kurz alle die Vergnügungen einer Zeit des Verfalls. dar sehr atral erita [ 210 cung odet lifen lätte euten den ieſem mügt [ 500 iten 8). egen bon ges Std. Std. ren cht " Die Ausbeuter des Boltes werden Vergnügungen af Art, die Der armen Türkei wird die ganze Schuld an dem schreck- Es ist eine handgreifliche Thatsache, daß der Bonapartismus, lichen Kriege aufgebürdet, während des blutig- milden Väter- der royalistische Legitimismus, der Orleanismus nur verschiedene chens" keinerlei Erwähnung geschieht. Die Erwähnung desselben Formen der Knechtschaft sind. Man braucht das nicht zu be aber wird nicht ausbleiben bei der erften besten Gelegenheit, die weisen man constatirt es einfach. fich im Reichstag zeigt, und wahrscheinlich wird dabei auch ein Ich will in diesem Briefe mich ganz besonders mit der neuen Und während diese Orgien hier vor sich gehn, werden draußen, Sozialiſt zu Worte kommen, der der deutschen Reichsregierung Form des Despotismus: dem Opportunismus, oder wenn Sie weit weit draußen über den Meeren in der Hölle von Caledie Maste lüftet und dem Wolfe ein Rosafengesicht zeigt. wollen, den Gambettismus beschäftigen, so genannt nach dem donien die politischen Verbrecher", die Märtyrer des Volkes Bei der Budgetberathung wird der Erhöhung der Ta- Namen des Mannes, der das nichtswürdige( ignoble) System fortdulden und leiden und, des Hoffens müde, den Tod herbeibaksteuer und der Erhebung von Reichsstempelabgaben des Aufgebens des républikanischen Gewissens verbreitet hat und wünschen. Da drüben werden die Gebeine Maroteau's, dieses in gebührender Weise gedacht und soll bei der Gelegenheit ein fortwährend verbreitet. Dichters und Journalisten bleichen. Da drüben wird der tapfere Antrag eingereicht werden dahin zielend, daß jede neue Steuer Es ist Zeit, hohe Zeit, daß die großen Geister Europas, daß Trinquet in seiner Erinnerung die Höhen von Belleville vorund jede Steuererhöhung der Genehmigung des Volkes durch die Philosophen, welche die Dinge aus einem hohen Gesichts- überziehen sehen, falls nicht auch er schon ins Grab gebettet Urabstimmung bedarf. punkt anschauen, daß die Denker, welche von ihrer Studirstube wurde. " Der Gesezentwurf die Stellvertretung des Reichs- aus den Weg des menschlichen Geistes verfolgen, daß die Sozia Die Geächteten, welche die Geftade der Fremde bevölkern, kanzlers betreffend wird uns die Nationalliberalen in ihrer liſten Deutschlands, der Schweiz, Belgiens,... es ist Beit, daß werden fern vom heimatlichen Boden bleiben. Rochefort, ganzen Glorie mit ihrem oppositionellen" fortschrittlichen alle Intelligenzen der revolutionären Welt es wissen, daß Paris, Ballès, Razoua, Bindy, Arthur Arnould und die andern Schwänzchen zeigen wenn nicht der Bundesrath durch Ab- Lyon, Marseille u. j. w. die Herde der Emancipation, der Frei- alle, sie werden vergeblich immer von neuem den Wunsch hegen, lehnung der Bismarckischen Omnipotenz dem National- Servilis- heit und der Gleichheit sind. Die Erben der Giganten von das Volk der Vorstädte, die Säule des Bastillenplages wieder mus einen Strich durch die Rechnung macht. 1793 werden alle Herrschaften zerbrechen, welcher Art sie auch zu sehen... Und man wird schnell bei der Hand sein und uns sagen, daß Die sozialdemokratischen Abgeordneten werden das in der seien, weil sie sich selbst beherrschen wollen. Diese unumstößvorigen Seſſion in der Commission begrabene Arbeiterschutz- lichen Prinzipien werden, was auch immer geschehen mag, auf der Wind jetzt in der Richtung der Eintracht weht, daß, wir gefez wiederum mit einigen unwesentlichen Abänderungen ein- unseren Boden Vertheidiger finden. Ihr Ausländer, wir bitten das Vergangene vergessen müssen, daß die Republik begründet bringen. Die von der Regierung vorgelegte Gewerbegefeßnovelle Euch, beurtheilt die wirkliche franzöſiſche Demokratie nicht nach ist. Herr Gambetta wird die Bertagung der Kammern durchwird sozialistischerseits ausgiebig amendirt und in seinen real- einem Menschen, der neuerdings erst einem Könige: Bittor Ema feßen, um nicht durch die Politik die Verdauung der Besucher tionären Bestimmungen energisch bekämpft werden. Ein Antrag auf Abänderung des Haftpflichtgesezes Feindin der Kaiser und Könige und sie stößt die Sklaven, welche nuel, seine Huldigungen darbragte. Die Demokratie ist die der Weltausstellung stören zu laffen. Auf also! Weg mit den Betrügern, die uns von Vergessen in so weit, daß nicht nur bei dem Eisenbahnbetrieb, sondern sich vor ihnen frümmen, von sich. reden! Nein, gar nichts wird vergessen! Nein, wir freuen uns auch beim Bergwerk und Fabrikenbetrieb der Schuldnachweis Es muß festgestellt werden, daß seit dem Sturze des Kaiser nicht auf diese Ausstellung, welche von Nichts Zeugniß ablegen Yang Unternehmer beizubringen ist und der die Aufnahme des reichs, seit dem gänzlichen Sturz Napoleons III. bei Sedan, seit wird als von der Ausbeutung des Proletariats! Landwirthaftlichen Maschinenbetriebs und des Baugewerks in den dem 4. sich das republikanische Frankreich unter dem Auf die Weltausstellung von 1869 folgte der Krieg mit Schutz dieſes Geſetzes bezwedt, wird in nächſter Zeit von Seiten Ein September( 1) Duperie( Betrug) befindet, und dieſe Du- Deutschland, und der strieg endete mit dem Sturz der kaiſerder Sozialdemokraten gestellt werden. Ferner wird eine Abänderung des Wahlgesetzes für den froh Berschwinden des Kaiserreichs mit seinen Buhleperie heißt Gambettismus. Viele Bürger( citoyens) waren so lichen Dynastie. besonders für ihre Pflicht. falen; bag bezweckt, bamit bie ſchon bestehenden Einschränkungen froh über das Berich, jebem gefeßgebenden Körper, daß sie bar- noch schrecklichere skatastrophen folgen werden. Denn nicht ungestraft geplanten& halten bie Sozialdemokraten angesichts der vielfach über eines jebe mit lees vergaßen: baß, das Gehirn der Män- wird das Menschenrecht verlegt. Die Gerechtigkeit erzeugt, um Benberg Behränkungen bes allgemeinen gleichen Wahlrechts her bed. Sehr ichtiges ezug auf das soziale Gebiet leer war, bas Gleichgewicht wieber berzustellen, unvorhergesehene und unganz leer. Auch die neuen Herren, Gambetta an der Spize, geheure Erschütterungen. Es ist unmöglich, daß der gegenwärtige Die so ungemein ungerechte Steuerbefreiung der Mili- waren nicht habe, dem Wolfe die Freiheit zu geben, und Stand der Dinge von Dauer jei. Es iſt unmöglich, daß wir tärpersonen von den Communallasten soll beseitigt wer- gerade heute, heute mehr als jemals, treten Gambetta und seine noch viel länger diese Erniedrigung, diesen Verfall der republidie Freunde als die Offiziere auf dem Reitweg„ Unter den Linden" in Berlin den Kaiserreichs auf, weil sie Apologeten der Gewalt sind. Es ist der Revolution, die wir ein nettes, flares und deutliches ProStaub den Steuern daß die Steuergroſchen der mit Staub traftirten Fußgänger liche Raiserthum, aber im Grunde genommen haben sie kein an- Kammerauflösung seiten Mac Mahons. Wir hätten von einem jen. diesen Reitweg im Stand halten, ohne daß die Herren Offiziere deres Programm, als das Cäsars, und dieses Programm läßt neuen Wahlgang den Vortheil gehabt, eine segensreiche Agitation selbst von ihrem Privatvermögen, von ihren Dotationen keine Gewalt haben! bazu etwas hat M. Communalsteuer zu entrichten haben. vorsichtig uachgegeben wir haben von der Majorität der VerNun gut! Ich sage aber, die Betrügerei muß aufhören; ich sailler Versammlung, die fich republikanisch nennt, nichts zu erDer ungeheuerliche Fall Looff ist die Veranlassung gewor- sage, das Bolt muß aus seinem Schlummer aufwachen, die So- warten. den, einen Antrag auf Abänderung der Bestimmungen des zialisten aller Länder müssen uns helfen, die Nachahmer Cäsars Zwischen den Rechnungsträgern und Gambettisten einerseits Unterstützungswohnsizes zu beantragen, damit einzelnen zu stürzen; ich sage: es iſt nothwendig, auf den Sturz der- und den sozialistischen Republikanern andererseits gibt es nichts Wegen politischer Vergehen im Gefängniß waren und nicht ben vertörpert ist, eine Bersönlichkeit, welche anjangs die Rolle des Einverständniß, weder in Bezug auf den Zweck und das zu erWaterſtützungswohnfiz an dem betreffenden Orte hatten, uszu Brutus spielen wollte und die gegenwärtig ver dienſteifrige Höf- reichende Ziel, noch in Bezug auf die anzuwendenden Mittel. zig. endlich einmal dieses Handwerk gelegt wird. Und schließlich wird der Versuch gemacht, die Verfassung zu ling von Prinzen und Fürsten ist. Sie wollen die Personen wechseln, sie wünschen Stellen; Herr Gambetta, den ich aus sehr triftigen Gründen als den wir, wir wollen die Institutionen ändern. Sie wollen die bonapartistische Legende von der Autorität und der Macht fortfegen: wir wollen dieselbe bis auf die Wurzel ausrotten. Während der Dauer der Reichstagssession treten die sozialdemokratischen Abgeordneten jeden Mittwoch Nachmittag nach der Reichstagsfizung( falls eine solche stattfindet) und andernfalls um 4 Uhr zu einer Fraktionssizung zusammen. angst und bang zu werden und sie rufen die europäischen Mächte| um Hilfe gegen ein Bombardement durch die türkische Flotte an. Aus alledem ziehe ich den Schluß, daß die Sozialisten mit Mit anderen Worten, sie muthen den europäischen Mächten die den Gambettisten einen Krieg ohne Waffenstillstand und ohne moralische Betheiligung an dem Raubzug zu, was eine tödtliche Resolution gegen das Pfaffenthum. In der am Gnade auf dem Felde der Prinzipien führen müssen. Es ist Beleidigung wäre, wenn die europäischen Mächte nicht wären Inzwischen dauern im englischen Parlament die nothwendig, fie unaufhörlich und immer von neuem vor dem was sie sind. Bolte zu entlarven, sie vor demselben anzuklagen, überall, in Debatten über den Kriegscredit fort; die Opposition zieht die letzten Dienstag zu Berlin im Handwerkervereinssaale stattdas Ministerium Disraeli ist einer gehabten Versammlung, die von 5000 Personen besucht war, Fühlhörner vorsichtig ein den Städten, auf dem Lande, in Frankreich und im Ausland. Die Demokratie muß begreifen, daß eine große Reinigung imposanten Majorität sicher. Frankreich hat eine Flotte und in der eine Disputation zwischen dem Missionsdirektor nothwendig ist, und daß in unserem Lande, ebenso wie in nach den türkischen Gewäffern beordnet und die russische Re- Dr. Wangemann und Genossen Most stattfand, wurde mit allen allen andern Ländern, die Republik, so lange als eine Stimme gierung neue Aushebungen und Truppennachschübe dekretirt gegen etliche 30 Stimmen nachstehende Resolution gefaßt: ungestraft zur Vertheidigung der Gewalt sich erheben kann, so tritt Europa in die" Friedensconferenz!" wie es Herr Gambetta neulich in Marseille gethan hat, daß die Republik dann, weit entfernt begründet zu sein, noch nicht einmal vorbereitet ist. Für heute schließe ich meine Betrachtungen, wiewohl sie noch meine Betrac unvollständig find. In einem nächsten Brief mehr. Der Jhrige in der gerechten Sache 2121 Hippolyte Buffeuoir." Sozialpolitische Uebersicht. Orientalische Frage. Heute nur die Notiz, daß in der Presse jetzt die Conferenz zur Ordnung der Orientaugelegen beiten als gesichert angesehen wird, zu der Destreich die betheiligten Mächte nach Wien geladen hat. Das Spiel der Diplematen nimmt somit von Neuem seinen Anfang. Mit Bedauern sehen wir nun die unglückselige Stellung Deutschlands klar zu Tage treten, welches zwischen Rußland und den Westmächten eingeteilt natürlicherweise in einer feineswegs festen und flaren Lage ist. Die vielgerühmte Politik des freien Hand" ist, wie die Umstände ja deutlich lehren, also gänzlich in die Brüche gegangen. Unsicherheit und Unklarheit ist die Signatur der auswärtigen Politit des deutschen Reiches. Neugierig darf man sein, ob auf die von den sozialdemokratischen Abgeordneten angeregte Interpellation vom Regierungstisch im Reichstag das deutsche Volk endlich eine nur annähernd genügende Aufklärung über diesen Punkt erhält. -Im preußischen Abgeordnetenhause herrschte in einer der letzten Sizungen wieder einmal eine höchst gereizte Stimmung. Es war ruchbar geworden, daß die Regierung die Absicht habe, die Vertagung herbeizuführen, wodurch dann die ganze bis dahin verflossene Zeit ohne irgend welche Resultate geblieben wäre. Windthorst setzte es glücklich durch, daß we nigstens die Berathung über das Einführungsgesetz der Justizgeseze erst zu Ende geführt werden soll ehe die Vertagung eintritt. " In Erwägung, daß die dogmatische Religion, die einzig und allein auf dem blinden, denklosen und darum auch geistestöotenden Wunderglauben beruht, die Entwickelung der die Civilisation schaffenden Erfahrungswissenschaften und mithin auch die Ent wickelung der Civilisation selbst hemmte und nach ihrer Natur hemmen muß; in Erwägung, daß die dogmatische Religion den Menschen zum willenlosen Knecht eines vom Standpunkte der Wissenschaft nicht anzuerkennenden„ himmlischen Gottes" und der weltlichen und kirchlichen„ gesalbten" Vertreter desselben auf Erden feierlich proklamirt; in Erwägung, daß die dogmatische Religion das natürliche Comödie! Das Ministerium Auersperg ist ohne Per- Streben der Menschen nach irdischem Wohl verwirft, indem sie fonenwechsel wieder eingesetzt worden, um den berühmten öfter- ihnen ein nach dem gefunden Verstand entschieden zu verneinendes reichisch ungarischen Ausgleich, den es einmal in Angriff genom- schöneres Leben nach dem Tode" in einem nicht existirenden " Jenseits" verspricht und damit die leibliche und geistige Tyranei men habe, auch zum Abschluß bringe! im wirklichen Leben fördert, und ferner 39/310 In Bezug auf die französischen Zustände verweisen wir auf den in der heutigen Nummer befindlichen Brief Buffenoir's. Zur Charakteristik der" republikanischen" Regierung, der„ neuen Aera" in Frankreich sei hier erwähnt, daß die Verfolgungen der Presse unter Dufaure genau ebenso systematisch betrieben werden, wie unter seinen unmittelbaren Vorgängern. Alte Liebe On en révient toujours à ses premiers amours. rostet nicht. Herr Dufaure ist einfach der alte geblieben. In der französischen Kammer hat sich wieder ein fleiner Kampf zwischen den Herren Gambetta und Rouher abNachdem Obiges bereits gesetzt, wird uns noch geschrieben: gespielt, wobei es an gegenseitigen Vorwürfen und Schmähungen Die Situation verwickelt sich mehr und mehr. nicht fehlte, die ja zum Theil begründet waren. Die Antwort Die russische Regierung hat zwar die europäische Conferenz an der Republikaner auf Rouher's und seiner Freunde Invectiven genommen, aber, nachdem von österreichischer und englischer ist der Beschluß, die Wahl- Mandatsprüfung fortzusehen, wobei Seite Wien als Conferenzort vorgeschlagen, in brüster Weise allerdings die niedlichsten Kniffe zum Behuf der Wahlbeeinflussung dagegen protestirt und einen anderen Ort gefordert. Wahr- an den Tag kamen und verschiedene Cassationen zur Folge scheinlich will sie, daß Berlin gewählt werde. Da könnte man hatten. tin freilich gleich direkt nach Petersburg gehen. In Wien herrscht unstreitig große Erbitterung gegen Rußland; Herr Andrassy - Der Entwurf der Gewerbeordnungsnovelle, welchen wir mert, daß er von Fall zu Fall" glücklich in die russische Falle gefallen ist und daß auf der bevorstehenden Conferenz nicht bloß in einer besonderen Beilage unsern Lesern zur Kenntniß brachten, über das Schicksal und die Existenz der Türkei sondern auch hat, wie zu erwarten war, den Bundesrath unverändert Desterreichs verhandelt wird. Den Griechen, die ohne passirt, und wird in nächster Zeit dem Reichstag vorgelegt Kriegserklärung in die Türkei einmarschirt sind, fängt es an, werden. Der russische Sozialistenprozeß. Petersburg, im Februar 1878. in Erwägung, daß die sogenannte christlich- soziale Arbeiter partei den dogmatischen Wunderglauben mit allen seinen Con fequenzen zur Grundlage ihrer Bestrebungen macht: erklärt die am 5. Februar 1878 zu Berlin im Saale des Handwerkervereins tagende Volksversammlung die christlich- soziale Barteibewegung als einen entschiedenen Rückschritt in das dog matisch- barbarische Mittelalter und als einen Schandfled des 19. Jahrhunderts und beschließt, mit allen Kräften dahin zu wirken: 1) daß die vernunftmäßigen Lehren der Wissenschaft und des auf derselben bafirenden Sozialismus sich mehr und mehr berbreiten, indem sie die unvernünftigen Wunderdogmen des Aberglaubens vollständig verdrängen; 2) daß alle diejenigen, die sich von dem Wunder- und Aber glauben befreit haben, aus der Kirche ausscheiden, um derselben auf diese Weise die unverdiente moralische un materielle Unterstützung zu nehmen und 3) daß die Schule von ihrem confessionellen Charakter befrei werde, welche Bestrebung durch den Massenaustritt aus der Kirche sehr gefördert wird." Die Muckersozialisten. 11 Die Stöder'schen Hanswurstiaden dauern in Berlin fort. In einer geschlossenen christlich- sozialen Mitgliederversamm war bestrebt, ihre Niederträchtigkeit und die der Gensdarmen Auf die Frage des Vertheidigers Gerhardt, ob das die und des Staatsanwaltes zu vertuschen. endgiltige Entscheidung seitens des Senats jei, erklärte der Prä ,, Wir sahen ein, daß es zwecklos sei, sich an den Verhand- fident, daß dagegen nichts einzuwenden" fei. lungen zu betheiligen. Darin liegt der Grund, warum der Noch einige Bertheidiger wollten gegen die Senatsbestim Bevor ich zum Prozeß übergehe, will ich einen Protest, der größte Theil der Angeklagten seine Vertheidigung fallen ließ. mung protestiren, aber sie wurden durch bewaffnete Kosaken von n Seiten der Angeklagten gegen die Prozeßführung erlassen und dennoch, sagen die Angeklagten, sind wir frohen Muthes, den Angeklagten getrennt und von ihren Sitzen zurückgedrängt ürde, anführen. Bei Eröffnung der so lange ersehnten Ges trot unserer Wehrlosigkeit. Möge nur die Regierung ihre Lügen was die Angeklagten sehr aufbrachte, so daß ein großer Tumult cichtsverhandlungen Anfangs Oktober v. J. erklärte der Ge- über uns in ihrer Presse verbreiten, möge fie uns nur schimpfen entstand und die Sigung geschlossen werden mußte. Vor Schluß dieser Sigung gelang es noch dem Angeklagten richtspräsident, Senator Peters, daß der Senat in Anbetracht und verleumden, troz alledem sind wir auf unsere sozialistische der großen Masse von Angeklagten und Zeugen sich dahin ent- Gesinnung stolz, und wir erlauben uns die Hoffnung auszu- Myschkin, Protest gegen die Behandlung der Vertheidiger und schieden habe, alle Angeklagten behufs leichterer Orientirung im sprechen, daß wiz, abgesehen von unseren privaten, jedem Men- gegen die Berichte des Regierungs- Anzeigers" zu erheben. Gr Geschäftsgange der Verhandlungen in 17 Gruppen einzutheilen. schen eigenthümlichen Fehlern, ver den Augen des ganzen Vater fagte ungefähr:" Die den Vertheidigern angethane Beleidigung Die Angeklagten, die jahrelang ihre Leiden geduldig ertrugen landes rein dastehen. Unser Vaterland wird einsehen, daß wir ist eine Beleidigung aller Angeklagten. Was den Regierungs und nur das Erscheinen vor Gericht sehnlichst wünschten, nicht etwa bestrebt waren und bestrebt sind, ihm Rechnung von unserem Anzeiger" betrifft, so stellen Sie uns so hin, als nähmen w um sich vor des milden Väterchens" Henkern zu vertheidigen, Thun und Lassen abzulegen; es fann sehen, daß nicht wir die von Ihnen Alles gutwillig hin. nein! um der ganzen russischen Gesellschaft, dem ganzen ruffi- Deffentlichkeit scheuen, sondern unser allgemeiner Feind, die russchen Volke ihre reinen und menschenwürdigen Bestrebungen zu fische Regierung. Endlich wird es einsehen, daß wir, als man zeigen. Alle Angeklagten waren über die Senatsentscheidung, uns der öffentlichen Vertheidigung beraubt hatte, lieber im Ge8. h. gegen die Eintheilung in Gruppen, auf's höchste empört. fängnisse bleiben wollten, als unsere Fahne beflecken zu lassen." Das der Jahalt des Protestes. med: Der Protest war ungefähr folgenden Inhalts: In der Verhandlung vom 20. Oktober bestand das„ große" Der Tag unserer Erwartung ist endlich gekommen, und nun welche Enttäuschung! Die vier langen Jahre moralischen und Publikum aus fünf Mann. Der Angeklagte Myschkin erklärt, ysischen Leidens waren umsonst! Anstatt eines öffentlichen, daß er mit denjenigen Angeklagten, die gegen das ganze lden und gerechten Gerichtsverfahrens"*) eine Jahrmarkts- Prozeßverfahren protestirt hatten, vollkommen einverstanden sei. mödie! Die Angeklagten protestiren gegen diesen Beschluß, Außerdem, sagt er, ergeht sich der Anklageaft in Verleumdungen ji: nach Gruppen zu vertheilen, denn alle Angeklagten find doch gegen uns... eines und desselben Vergehens beschuldigt; fie protestiren weiter gegen Ausschluß der Deffentlichkeit, gegen Beschränkung der Deffentlichkeit u. 1. w." Der Präsident entschuldigt sich damit, daß der Anklageaft nicht vom Gerichte zusammengestellt sei. Myschkin: Wir fordern hauptsächlich vollständige DeffentObwohl fährt der Protest fort wir wissen, daß das lichkeit und Zulassung des Publikums. Wahr ist es, Sie er zusammengesezte Richterpersonal aus Gegnern unserer Partei flärten in einer vorigen Sitzung, daß das Publikum freien Zubesteht, erschienen wir dennoch vor Gericht, um nun für unsere tritt haben werde; aber ich bemerke hinter den Richtern einige Ideen durch die Presse und Deffentlichkeit Propaganda zu machen, leere Stühle, die wahrscheinlich für das sogenannte richterliche der russischen Gesellschaft aber einen Bericht über unser Thun Publikum reservirt sind. Ist das die dem russischen Volke geund Lassen zu geben und die Niederträchtigkeit der russischen währte und von unseren Liberalen besungene Freiheit? So Regierung vor aller Welt aufzudecken. Aber unser Bemühen was ,, Deffentlichkeit" zu nennen hieße das Gesez verhöhnen. war umsonst. Sogar den Vertheidigern wurde die Bitte, ihnen einen größeren Blah einzuräumen, rundweg abgeschlagen. Einige Der Angeklagten, die erklären wollten, unter welchen Bedingungen sie im Saale bleiben wollten, wurden aus dem Saale als RuheStörer entfernt. Nach solchem Verfahren seitens des Vorsitzenden fonnten die anderen Angeklagten, mit wenigen Ausnahmen, im Gerichtssaale verbleiben, und unter Protest gegen diese Willkür verließen die Weiteren den Saal. Der Präsident erklärte dann die erste Sigung für geschlossen, vergaß aber den Tag der näch ften Sigung anzuberaumen. ,, Am 20. Oktober wurden die Angeklagten abermals vor Gericht geführt. Sie erschienen nur, um ihre Nichtbetheiligung an den Brozeßverhandlungen anzuzeigen. Das Gericht war mert wirdigerweise zuvorkommender geworden, der Präsident war höll her, auch waren einige Stenographen erschienen. Den An geklagten wurde eine Nummer des Regierungs- Anzeigers"**) überreicht; diese Nummer verkündigt, daß über die Verhandlungen genaue Berichte erscheinen werden. Die Angeklagten taveit ein wenig beruhigt. Präsident: Die Oeffentlichkeit ist nicht im Publikum, sondern in den Stenographen(!) des Regierungs- Anzeigers", der über die Verhandlungen ausführlich berichten wird. Der Präsident erklärt, daßder richtige stenographische Bes richt erst nach Beendigung des Prozesses erscheinen werde. Wyschkin: Wenn wir unschädlich gemacht und in den„ Cen tralgefängnissen" sigen, dann können wir die über uns ergange nen Verleumdungen nicht mehr zurückweisen. Die Verhandlung vom 25. Oktober ist ganz verschieden vo denen der vorhergehenden Tage. Der Gerichtssaal ist leer. A den hinteren Stühlen sizt das Publikum in der Stärke vo zehn Mann. Die erste Gruppe, aus 24 Mann( darunter vi Frauen) bestehend, kommt zum Vorschein. Die Vertheidige wollen abermals gegen die Eintheilung in Gruppen sprechen aber sie werden abermals zurückgewiesen, weil ihre Vorstellungen ,, ungehörig" find. 募 Einem Vertheidiger gelang es doch, einen Protest seiner Col legen vorzulesen. In dieser Eingabe sagen die Vertheidige daß die Eintheilung in Gruppen ungerecht sei, da doch die An geklagten fast vier Jahre für ein und dasselbe Vergehen, für die„ revolutionäre Propaganda", gesessen haben, und daß der Anklageaft nicht von Gruppen, sondern von einer einheitliche Masse von Staatsverbrechern spricht. Weiter fordern die Ver theidiger, daß man jeder Gruppe die Verhandlungen der vor Wir Vertheidiger sind mo hergehenden Sizungen mittheile. ralisch verpflichtet, alle Gesetze und Vortheile für unsere Klienten zu fordern." Der Staatsanwalt, der russische Teffendorf Gelechowsk Myschkin: Die vorliegenden stenographischen Berichte des Regierungs- Anzeigers" find furz und unvollständig oder ent- weist mit großer Entrüstung diese Erklärung zurück und mach halten gar nichts. Für uns ist das Eine klar, daß nur dieje- den Vertheidigern ungerechte Vorwürfe. Die Vertheidiger pro nigen die Deffentlichkeit scheuen, die ihre niederträchtigen und testiren gegen ein solches Verfahren des Staatsanwalts. Lettere im Geheimen vollbrachten Handlungen verbergen wollen; wir fordert den Präsidenten auf, den Vertheidigern einen Verwei aber sind von der Redlichkeit und Reinheit unserer Sache, für zu geben, weil sie ihm gedroht haben sollen. Der Präside die wir schon so viel gelitten und noch zu leiden haben, voll kommt diesem staatsanwaltlichen Verlangen nach und bittet d kommen überzeugt. Das eben wissen unsere Feinde und darum Vertheidiger, sich gegenüber dem Staatsanwalt zu mäßigen. Nach diesem kleinen Wortgefechte werden die Angeklagt die Furcht vor der Oeffentlichkeit. Nomals wiederhole ich vorgeführt. vollständige Deffentlichkeit für uns. " Der Angeklagte Nisovkin spricht ganz verworren, weil seine Gesundheit zerrüttet ist. Er bittet, ihn von den Verhand lungen zu befreien, dennoch giebt er zu, daß er zu den Pro pagandisten gehöre. Noch sagt er, daß er von vielen Arbeiten aufgefordert worden sei, fie zu belehren und aufzuklären. Nach Nisowtin fommt Fräulein Perowstaja. Sie weige sich, dem Gericht irgendwelche Auskunft zu geben, weil, fag fie, ihre Freunde, die Angeklagten, nicht zugelassen werden. Ein dritter Angeklagter, Rabinowitsch, erklärt, daß er z russischen sozialdemokratischen Partei gehört und ihre Dru schriften vertheilt habe. Nach diesen Auseinandersetzungen erklärt der größte Theil der Angeklagten mit den Worten:„ Und auch wir! und auch wir!" das Einverständniß mit ihrem Genossen Myschkin. Nach diesem Auftritt wird zur Beeidigung der Zeugen geschritten. Myschkin ist gegen die Beeidigung, weil, meint er, die Beugen, welche für uns günstige Zeugnisse ablegen, Gefahr laufen, Nach zwei Tagen aber brachte der Regierungs- Anzeiger" auf administrativem Wege verbannt zu werden. Ein anderer nichts als kurze Notizen über die Verhandlungen und zwar in Angeklagter wünscht die Nichtzulassung einiger Zeugen aus ganz folgeader Weise: Um 212 wurden die Verhandlungen eröffnet; anderem Grunde, nämlich weit einige der Zeugen als berüchfolgt Vorlesung des Protokolls, Verhör der Zeugen( folgen die tigte Spione bekannt sind. Die zwei folgenden Sigungen vom 21. und 22. Oftober Namen der Zeugen und Angeklagten) und endlich um 5 Uhr Schluß der Sizung. Dazu noch sind diese kurzen Berichte ten- wurden mit dem Verlesen des Anklageattes ausgefüllt. In der denziöser Natur. Die Vertheidiger werden ihres Vertheidiger- Sizung vom 24. Oktober, nach Beendigung der Verlesung des sie nur mit Gewalt hierher gebracht worden seien, und daß rechts beraubt, die Geseze" weder von den Richtern noch von Anklageattes, erklärte der Präsident, daß der Senat sich doch keine Antwort geben, auch auf die Vertheidigung verzichte dem Staatsanwalte geachtet. Mit einem Worte, die Regierung dahin ausgesprochen habe, die Angeklagten in Gruppen zu vertheilen, denn es sei physisch unmöglich, mit so vielen Angeklagten und Zeugen auf einmal sich zu beschäftigen, und die Angeklagten würden dadurch nicht geschädigt. Diese Erklärung verursachte nicht geringen Lärm unter den Angeklagten und deren Vertheidigern. " *) So wenigstens steht es geschrieben mit goldenen Lettern auf dem Plafond eines jeden Gerichtshofes. **) In politischen Sachen muß die ganze russische Presse dem„ Re gierungs- Anzeiger" folgen. Alle übrigen Angeklagten der ersten Gruppe erklären, würden. Lung ho liche am Vorwä " firten L dieser „ Lossch Verbre 01 Stöcker dem Ar währt w heit ode Forder halb u oder be Lehrer! berg, in seine in die den Ka Besten. Sel die So Hansw halb ni burgisch trägt, hingew besteht, reform verfolg dern di wird. faum E anfangs neuerdi tauscht partei, partei aber m Zweig Stöder der re felbst e als zu Anfang um Gi zialistis der Ki und ne Gesund da ma läßt, solches verzich für die bin hie Beuger dem S Da zum V Aus meisten darmen sich, da Beugen Schloß die vo Beuge was h Lange, De den Ze Beuger Verhör nung In Rabi Aussag ihm di Ljuba Aussac haftun Zelle zu geb erst be und er In 2. Gr. sagt di fertig zu ma Dc Natur. der 8 Lehrer war mit d erkläre als B Bau beiteri gern. spreche aus armen It Beuge Einige schon Name бар Beuge fit bollstä gegebe die v Lesene stand daß d befizer tuir " Wir fordern, daß man uns im Kerker lasse, wo seit 3-4 Jahren fizen." Der Präsident befiehlt, alle Angeklagten fortzuführen. Bemerkenswerth ist die Vertheidigung eines Angeklagte Wolchowsky, der schon mehr als 6 Jahre im Kerter Kleinen Zwischenpausen- schmachtet und in Folge dessen fein Jung hat Herr Stöcker vor Kurzem das Mögliche und Unmög-I liche an Lächerlichkeiten und Denunzialionen geleistet. Auch den „Vorwärts" hat er denunzirt; das Mittel eines großen organi- sirten Weltstrikes, welches wir bekanntlich nicht billigen, nennt dieser christliche Denunziant eine Aufforderung zum direkten „Losschlagen". Die Mitglieder der Pariser Commune find „Verbrecher"; der Mörder Thiers jedenfalls em christlicher Engel. Stöcker ist mit Lassalle einverstanden in der Forderung, daß, dem Arbeiter der größtmöglichste Ertrag der Arbeit ge-! währt werde. So fälscht man Lassalle entweder aus Dumm- heit oder um Bauernfängerei zu treiben. Lassalle hat eine solche Forderung niemals gestellt, Herr Hofprediger! Sie haben des- halb unbewußt in Ihrer Unwissenheit die Unwahrheit gesagt oder bewußt gelogen. Wählen Sie zwischen Beidem, Herr Volks- lehrer! Daß der Vorsitzende des christlichen Vereins, Grüne- berg, der aus der sozialdemokratischen Partei wegen Verhaltens in seinem Privatleben ausgestoßen, dem Herrn Stöcker liebend in die christlichen Bruderarme gesunken ist und nun Hochs auf den Kaiser ausbringt, kennzeichnet die Hofpredigerspartei am Besten. Selbst liberalen Blättern, die doch sonst alle Angriffe auf die Sozialdemokraten mit Freuden begrüßen, ist die stöcker'sche Hanswursterei schnell zuwider geworden. Wir können uns des- bald nicht versagen, einen diesbezüglichen Artikel der„Magde- burgischen Zeitung", der die Ueberschrift:„Die Muckersozialisten" trägt, hier zum Abdruck zu bringen: „Wir haben schon wiederholt auf den inneren Widerspruch hingewiesen, der zwischen der fast schrankenlosen Weitherzigkeit besteht, mit welcher in dem Programm des Vereins für Sozial- reform die religiöse Grundlage deffelben aufgefaßt wird, und der verfolgunzssüchtigen Intoleranz, die von einzelnen Mitbegrün- dern dieses Vereins auf kirchlichem Gebiete an den Tag gelegt wird. Dieser Widerspruch scheint sich denn auch innerhalb des i kaum begründeten Vereins bereits geltend zu machen, denn die anfangs angekündigte Firma des„Vereins für Sozialreform" ist neuerdings gegen die der„christlich-sozialen Arbeiterpartei" vcr tauscht worden und in dem kirchlichen Organe der Hofprediger- partes, der„N. E. K.-Ztg."*), wird die christlich-soziale Arbeiter- partei zwar„ein Sproß des Vereins für Sozialreform genannt, aber mrt dem Hinzufügen, daß sich dieselbe alsein selbstständiger Zweig derselben unter der vorläufigen Leitung des Hofpredigers Stöcker constituirt habe." Die Weitherzigkeit, mit welcher Jeder, „der religiös kein Atheist ist", als Kampfgenosse begrüßt und selbst eine blos philosophische Stellung zu den religiösen Fragen als zulässig erklärt wurde, erwies sich daher, wie wir es von Anfang an vorhergesagt haben, als eine ausgestellte Leimruthe, um Gimpel zu fangen. Das Ganze ist ein Versuch, die so- zialistische Bewegung zu Gunsten der nach Alleinherrschaft in der Kirche strebenden tlerikal-orthodoxen Richtung auszubeuten und nebenbei nach oben hin als sicherste Stütze des Thrones sich ) Reue Evangelische Kirchen-Zeitung. Gesundheit eingebüßt hat und stocktaub wurde. Er sagt nämlich, da man die Bertheidiger durch bewaffnete Kosaken überwachen läßt, so ist es eine Ehrensache aller Angeklagten, gegen em solches Verfahren zu protestiren und auf die Vertheidigung zu verzichten.„Ich bitte meinen Vertheidiger um Entschuldigung für die ihm angethane Schmach seitens des Gerichtshofes. Ich bin hier nur durch Gewalt und verzichte auf das Verhör der Zeugen und meine eigene Vertheidigung, und bitte, mich aus dem Saale zu entfernen." Da die Angeklagten auf die Vertheidigung verzichten, wird zum Verhör der Zeugen geschritten. Aus diesem Verhör erfahren wir, daß die Auslagen der meisten Zeuge» von den Voruntersuchungsrichtern und Gens- darmen zusammengestellt worden sind. Die Zeugen beschweren sich, daß das Meiste in ihren Aussagen g-sälscht ,el. Um die Zeugen einzuschüchtern, wurden sie in der Voruntersuchung hinter Schloß und Riegel gesteckt und so lange dort gehalten, bis sie die von den Gensdarmen gewünschten Aussagen gaben, trin Zeuge sagt: Man gab mir zu verstehen,„wenn Sie mcht sagen, was wir als Thatjachen zu wissen wünschen, so werden sie lange, lange hinter Schloß und Riegel bleiben." Der Staatsanwalt weist darauf hin, daß die Aussagen von den Zeugen unterzeichnet find, und darum wären sie wahr. Die Zeugen betheuern, daß sie dazu gezwungen wurden. Im western Verhör erfahren wir, daß zwei Zeugen sogar in die Verban- nuna geschickt wurden. In der Sitzung vom 21. Oktober erklärt der Angeklagte Rabinowitsch alle seine in der Boruntersuchung gegebenen Aussagen für falsch; solche Aussagen gab er deshalb, weil man ihm die Freilassung versprochen habe. Ein anderer Angeklagter Ljubawsky erklärt auch dre femigen, durch Gewalt ausgepreßten Aussagen für grundfalsch.„Ich war, sagt er, bei meiner Ber- hastung noch ganz jung, man sperrte mich in eine abgeschloffene Zelle und nöthigte mich, den Gensdarmen gewünschte Auskünfte zu geben, was ich bei meiner Unerfahrenheit auch that. Jetzt erst begreife ich die ganze Niederträchtigkeit meiner Handlungen und erkenne, daß ich abscheulich gelogen habe." In dieser Sitzung verzichten auch die Angeklagten der 2. Gr. auf ihre Vertheidigung. Ein Angeklagter Lermontoff sagt dabei, daß die Regierung das verurtheilende Verdikt schon fertig habe, und darum wäre es bester, dieser Komödie ein Ende zu machen. Das Verhör der Zeugen folgt, und war sehr widersprechender Ratur. Wir finden hier einige sehr interestante Aufklärungen betreffend einen Angeklagten Jarzeff, der als toJl tm �uvernement Troer lange Zeit fungirt hotte. Jarzeff mit Gutsbesitzer, der sein Gut verkauft hatte, um erklären bnh t biet Propaganda zu unterstützen. Die Zeugen als Bauer beflImUkct �mem Lehreramte noch ein Stück Land �"�estellte. ja, daß er sogar in Petersburg be. einem ».eitern NrovaanÄ� beschäftigt war, um leichter unter den Ar- nein Nur d�e rli� Die Arbeiter hatten ihn sehr 9w.e„ rjv; nenlnl" dauern waren über ihn schlecht zu sprechen. g 9 chn austretenden Zeugen bestanden meistens am/Äl.n mch-* h'--. d°i di. P ber Sitzung vo m 28. Oktober erscheinen meistens solche A ugen die stch alv.f Pchne der Gensdarmerie entpuppten. Gniige dieser von Regierung gedungenen Zeugen fungirten V" m-hreren politischen Prozesftn, so z. B ein Individuum Namens Kovuschin, der schon m drei politischen Prozessen als vollst« wUl kKilXi Aussagen diestr sind glatt und vollständig und entsprechen ßenau ihren vor 3-4 Jahren ad- Zegebenen Aussagen. Der Zeuae Kor- zu empfehlen. Die jüngste Kundgebung des Vereins, über welche wir weiter hinten berichten, läßt darüber gar keinen Zweifel mehr zu. „Völlig unklar bleibt nun bei dieser bereits anerkannten Unterscheidung zwischen„christlich-soziale Arbeiterpartei" und „Centrälverein für Sozialreform", in wessen Diensten der „Staatssozialist" steht, der, nach seinem Inhalt zu urtheilen, in seinem bei Weitem überwiegenden Theile von den Arbeitern der christlich-sozialen Agitation inspirirt zu sein scheint. Uebrigens bestätigt der in Nr. 5 des„Staatssozialisten" mitgetheilte Pro- grammentwurf uns vollkommen unsere schon wiederholt aus- gesprochene Ansicht, daß evangelische Geistliche, die es unter- nehmen, in der Weise, wie es hier geschieht, in das Gebiet der Wirthschaftslehre hinüberzugreifen, das alte Wort zu vergessen scheinen:„Schuster, bleib' bei Deinem Leisten". Wenn da die Herbeiführung obligatorischer, sachlich geschiedener, aber durch das gesammte Reich hindurchgehender Fachgenoffenschasten gefordert wird, wenn die„Errichtung obligatorischer Schilds- gerichte, Wittwen- und Waisen-, sowie Invaliden- und Alter- versorgungs-Renten'aflen" als eine der Aufgaben bezeichnet wird, wenn in einem anderen Satze von dem„arbeiterfreundlichen Betriebe des vorhandenen Staats- und Communal-Eigenthums" geredel wird, wenn„die progressive Einkommensteuer als aus- gleichendes Gegengewicht gegen bestehende oder zu schaffende in- direkte Besteuerung" aufgestellt wird, so werden damit complizirte wirthschaftliche Probleme berührt, zu deren Lösung national- ökonomische Studien, welche von jenen christlichen Sozialisten augenscheinlich bisher nur in ungenügender Weise gemacht wurden, erforderlich sind. „Wenn eine„thunlichste Erhöhung der Löhne und Abkürzung der Arbeitszeit" als anzustrebendes Ziel bezeichnet wird, so mögen das ja Phrasen sein, die hier und da einem unter den sozialen Nothständen seufzenden Arbeiter Sand in die Augen streuen, aber daß keine Lohnerhöhung möglich ist, ohne aus den Absatz der Arbeitsprodukte und auf die Preise aller Lebens- bedürfuiffe eine Rückwirkung auszuüben, dieser Schwierigkeit wird nicht einmal gedacht. So weit aber der Programmentwurf ge- sunde und berechtigte Forderungen aufstellt, wie z. B.„thunlichste Verhinderung der Sonntagsarbeit, Einschränkung der Arbeit von Kindern, liebevolle und thätige Theilnahme an allen Bestre- bungen, welche auf eine Erhöhung des leiblichen und geistigen Wohles, sowie auf die sittlich-religiöse Hebung des gesummten Volkes gerichtet sind" u. s. w., enthält derselbe nichts, um dessen willen es sich eine Partei zu bilden verlohnte, denn das Alles sind Fragen, die nicht blos von den mannigfachen Bestrebungen der inneren Mission, sondern auch von der staatlichen Gesetz- gebung längst in der ernstesten Weise ins Auge gesaßt worden sind." Die„Magdeburgische Zeitung" hat ganz recht, wenn sie die stöcker'sche christlich-soziale Arbeiterpartei trennt von dem Verein für Sozialreform. Professor Adolf Wagner giebt sich auch alle Mühe im„Staatssozialist", sich diese Mucker vom Hals zu halten, indem er durchaus nicht undeutlich in seinen ökonomischen Artikeln dem Herrn Stöcker schon mehrmals, wenn auch auf in- direkte Weise zugerufen hat:„Schuster bleib' bei Deinem Leisten!" Correspondenzen Leipzig, 3. Februar. Zu den Städten, welche eine Protest- Versammlung gegen die seitherige Politik der deutschen Reichs- regierung in der„orientalischen Frage" aufzuweisen haben, ist nun auch Leipzig getreten. Die betreffende Versammlung, welche von nahezu 3000 Personen besucht war und in welcher Genosse Liebknecht in einer zweistündigen Rede die Politik der Reichs- regierung angriff, fand am 1. Februar in der„Tonhalle" statt. Liebknecht bewies in seiner Rede zunächst, daß die Haltung der herrschenden Parteien gegenüber der auswärtigen Politik des Fürsten Bismarck eine geradezu schmachvolle und des deutschen Volkes unwürdige sei, da sie freiwillig darauf Verzicht geleistet hätten, dieselbe zu kontroliren und zu beeinflussen; man hätte darum auch ihn— Liebknecht— von allen Seiten angefeindet, weil er in einem Briefe an einen Freund in England, aus welchem ein Theil in die englische Presse übergegangen war, geäußert habe: es werde dafür gesorgt werden, daß das deutsche Volk seine Stimme gegen die russenfreundliche Politik des Für- sten Bismarck erheben könne,— und daß im deutschen Reichs- tage der Versuch gemacht werden würde, eine Interpellation em- zubringen. Denn in demselben Augenblicke zu schweigen und dem Volke Schweigen auferlegen zu wollen, wo dessen wichtigste Interessen auf dem Spiele stehen, heißt Selbstmord begehen, heißt das Volk verrathen. Redner wendet sich dann zu Rußland, dessen Politik er nach jeder Richtung hin beleuchtet und als eine solche bezeichnet, die schon seit langer Zeit sowohl dem Wohle des eigenen Volkes verderblich, als dem übrigen Europa ge- fährlich gewesen sei. Als ein consequenter Ausfluß dieser Po- litik sei auch der gegenwärtige Krieg gegen die Türkei zu be- trachten, mit dem alles Andere, nur keine Befreiung der Balkan- Völker von dem sogenannten Türkenjoche beabsichtigt sei. Rußland, das nach der Weltherrschaft strebe und das schon verschiedene Völkermorde auf dem Gewissen habe, wolle auch jetzt nichts weiter, als die— wenn auch nicht völlige Vernichtung der Türkei, woran es namentlich von England gehindert werde—, möglichste Schwächung der Türkei, um dieselbe später bei pas- sender Gelegenheit aus der Völkerliste ganz streichen zu können. Und diese barbarische Polittk, die über kurz oder lang auch Deutschland bedrohen kann, ja sehr wahrscheinlich bedrohen wird, diese Erobererpolitik unterstütze Fürst Bismarck. Das dürfe nicht geduldet werden. Deutschland sei ein Culturstaat, und als solcher müsse es das despotische Rußland bekämpfen, anstatt ihm Dienste zu leisten. Nach Liebknecht, dessen Vortrag sehr beifällig aufgenom- men worden war, meldete sich als Gegner ein Herr Ur. Fränkel zum Wort, der sich alle Mühe gab, auf der Flöte des National- Be» 4 l . uujugeoen und was gesprochen wurde. Uebrigens stand ihm auch noch der Präsident zur Seite; Kor. giebt an, daß die Angeklagten auch Arsenale in mehreren Orten Rußlands befitzen, daß sie erzählt haben sollen, im Auslände gäbe es keine Könige, daß man das Volk zu Revolten zwingen müsse u. s. w. Ein anderer Zeuge gesteht, zum großen Aergcr des Präsidenten, daß er nach jeder Zusammenkunft mit den Arbeitern und Pro- pagandisten sich in die 3. Abtheilung(geheime Polizei) begeben habe, um dort Alles zu Protokoll zu bringen. Auf die Frage eines Bertheidigers, warum er das gethan habe, erklärte der Zeuge, daß das seine Pflicht war, und daß er und noch einige seiner Freunde im Austrage der 3. Abtheilung gehandelt haben. Auch erzählte der Zeuge, daß ein jeder gut geschulte Arbeiter ins Innere des Landes geschickt wurde, um zu Propagandiren. Auf diese Aussage des Zeugen erklärte der Staatsanwalt, daß der Zeuge nur die Pflicht eines jeden ehrlichen Menschen und ordentlichen Bürgers erfüllt habe, da die Studenten sehr schädlich- und abscheuliche Ideen den Arbeitern eingäben. Der Staatsanwalt bittet den Zeugen, auch in Zukunft so fortzufahren. Vor Schluß der Sitzung wurde noch ein Zeuge vorgeführt, der selbst erklärt, daß seine Aussagen unter Androhungen der Gensdarmen gegeben worden, und darum mit Vorsicht aufzu- nehmen seien. ** * Das die ganze Komödie der Verhandlungen. Ich gestehe. daß ich nur die äußere Seite der Sitzungen und auch die äußerst mangelhaft gebracht habe. Sobald ich aber das ganze bez. Material in Händen habe, werde ich ausführlicher darüber be- richten. Nur soviel sei gffagt, daß von 196 Angeklagten mehr als 100 Mann unter einer Bürgschaft von fast 500,000 Rubel entlassen worden sind. Das Urtheil wird in einigen Tagen verössentlicht werden. An vorstehenden Bericht reihen sich zwei Aktenstücke, die wir hier folgen lassen: I. Ein Schreiben der russischen studirenden Jugend an den russischen Justizminister Grast n Palen. In Erwägung: 1) daß die sozialistischen Lehren in Rußland auf's strengste durch das Gesetz und dabei in solchem Maße wie nirgends in Europa verfolgt werden; 2) daß Personen für politische Vergehen und für das Streben, dem Volke in seiner Unglück- lichen Lage zu helfen, nach Sibirien uud zu Bergarbeiten ver- urtheilt werden; 3) daß man vielen von diesen Personen, nach- dem man sie 3—4 Jahre in Untersuchungshaft gehalten hat, schließlich doch zugeben mußte, daß ihre Thätigkeit dem Staat nicht gefährlich sei; 4) daß die Untersuchungsbaft solchermaßen grausam ist, daß Tod, Wahnsinn und Krankhelten aller Art die Folgen davon sind; 5) daß man Diejenigen, die zu 15 Jahren schwerer Bergarbeit, und das nur wegen Theilnahme an einer Demonstration, verurtheilt, so unmenschlich behandelt wurden, wie nirgends in Europa mit Dieben und Spitzbuben umgegangen wird; 6) daß man den Freunden und Verwandten das Begräbniß der in den Kerkern Verstorbenen nicht erlaubt, indem die Re- gierungsschergen die Leichen stehlen und heimlich verscharren, wie dies mit zwei unlängst im Kerker Verstorbenen geschehen ist; In Anbetracht alles Dessen erlauben wir uns, Ew. Excellenz im Namen der gesammten studirenden Jugend unsere Theilnahme an denjenigen Personen auszudrücken, die sich Sozialisten nennen; weiter fragen wir, ob Ew. Excellenz die Menschenrechte für diese Unglücklichen anerk nnen und �ob die russische Regierung die unmenschliche Behandlung der Sozialisten fortzuführen ge- sonnen sei? II. Protest der Moskauer studirenden Jugend. In Anbetracht, daß die russische Regierung schonungslos alle ehrlichen Leute verfolgt; m weiterem Anbetracht, daß das ganze Reich, von der Macht des Despotismus erdrückt, zu schweigen gezwungen ist, sind wir, die russische Jugend, moralisch ver- pflichtet, die Ungerechtigkeit und Niederträchtigkeit unserer Re- gierung vor den Augen der ganzen russischen Gesellschaft auf- zudecken. Wie lange noch wird die Regierung Ideen verfolgen und deren Verfechter in den Kerkern martern und mit ihnen die unerhörtesten Gerichtscomödien treiben? Sind denn der russischen Gesellschaft jene Verfolgungen unbe- kannt, die alle Diejenigen treffen, welche die wahren Interessen des Volkes vertreten? Weiß das Volk nicht, wie viele seiner Kinder infolge der erbärmlichen Gerichtbarkeit zu Grunde gehen? In der Untersuchungshaft des Sozialistenprozesses, die vier Jahre lang dauerte, sind fast hundert Menschen umgekommen. Weiß das Volk nicht, wie und warum seine Kinder umkommen? Sie gingen zu Grunde infolge der schlechten Behandlung, infolge der Tyrannei der Gensdarmen und Staatsanwälte— einer Tyrannei, welche nicht davor zurückschreckt, Diejenigen in Ketten zulegen, die keine Zeugnisse ablegen wollen. Gestorben sind: dreiundvierzig; durch Selbstmord zwölf, durch mißlungenen Selbstmord drei; wahnsinnig wurden achtunddreißig Gefangene. Das die Folgen der Humanität der russischen Regierung, derselben Regierung, die der Türkei wegen ihrer„Inhumanität" den Krieg erklärt hat. Und nun, nachdem so viele junge Leute zu Grunde gerichtet wurden, erklärt der Staatsanwalt in seiner Anklagerede,„daß eigentlich von den 196 Angeklagten nur zwanzig für schuldig zu erklären seien, die übrigen sind schuldlos und nur wegen der besseren Orientirung und Aufklärung der Propaganda zur Ber- vollständigung des Bildes herangezogen worden." Und alle diese Verfolgungen, Verbannungen und Leiden nur deshalb, weil in unserem Vaterlande jeder freie Gedanke, jedes freie Wort, jede freie Regung auf's strengste verpönt ist.— Und darum brechen wir unser Schweigen, brechen es im Namen der Menschheit und protestiren gegen die Bestialität unserer Re- gierung, welchem Protest alle ehrlichen Leute unseres Baterlandes ihre Zustimmung nicht versagen werden. Krtevtes, Skizzen und Novellen von Wilhelm Hasenclever ist der Titel eines Bändchens belletristischer Arbeiten aus der Feder unseres bekannten Parteigenossen, welches im Berlage von Wilh. Röhl in Leipzig erschienen ist und in der Genossen- schaftsbuchdruckerei eine seinem Inhalte entsprechende gefällige Ausstattung empfangen hat. Der erste Theil unter dem Titel„Erinnerungen aus dem Soldatenleben" umfaßt jene längere Reihe militänschcr Skizzen, welche die„Neue Welt" im zweiten Jahrgange ihren Lesern ge- boten und welche nicht allein deshalb, weil den ungenannten Verfasser die Schilderungen selbst verriethen, in weiteren Kreisen Interesse erregt haben. An die Stelle der eigenen Erlebnisse, wie sie den Inhalt der Soldatenskizzen Hasenclever's bildete, treten in der darauf folgenden Novelle„Eine entscheidende Reichs- tagssitzung" Begebenheiten unseres Gesellschaftslebens, dessen Signatur in allen sozialen Schichten, besonders aber in den Kreisen der fälschlich sogenannten besseren Gesellschaft heillose Geist-sverflachung und Sittenverderbniß ist. Hasenclever brauchte blos aus der Fülle seiner Erfahrungen ein paar interessante Borkommnisse herauszugreifen und sie mit einander geistig zu ver- knüpfen, um ein Stück Leben auf das Papier zu werfen, wie es bei geschickter novellistischer Behandlung einen jedem fesseln, , einen jeden' zur sympathischen Theilnahme zwingen muß. Den Schluß des„Erlebten" bildet das Sittenbild„Glückliche Ehen", in welchem der Verfasser einen wohlbekannten, vielbeliebten und vor noch nicht langer Zeit dahingeschiedenen Politiker, der selber fruchtbarer Novellist gewesen, einen pikanten und für die Herr- schende Sittlichkeit äußerst charakteristischen Theil all' des Ver- werflichen und Verworfenen erzählen läßt, was dessen scharfe Augen trotz des täuschenden Vorhangs christlich-germanischer Ehrbarkeit»n den hohen Regionen unserer Geburtsaristokratie erlugt haben.— Die Freunde und Kenner unserer belletristischen Literatur mögen sich überzeugen, wie interessant Hasenclever's Feder„Erlebtes" wiederzugeben vermag. G. liberal? smüs ein Loblied ans Bismarck und den russischen„Erb- freund" anzustimnten. T?e Äersammlung ließ den Mann ruhig gewähren, hörte dann noch einen„Anarchisten" Namens Werner mit an nnd nahm schließlich, nachdem Liebknecht noch den natio- nalliberalen Biemarckanbcter abgefertigt hatte, folgende Resolu- tion mit allen gegen 1l Stimmen an: „Tie heute, den 1. Februar 1878, in der Tonhalle zu Leipzig tagende, von circa 3000 Personen besuchte Volksver- sammlung protestirt energisch gegen die bisherige russenfreund- liche Prlitik der deutschen Rcichsregierung und fordert dieselbe auf, nicht nur dem menschenmordenden Kriege im Orient energisch entgegen zu treten, sondern auch ihren ganzen Ein- fluß aufzuwenden, daß baldigst ein, die Interessen aller Na- tionen garantirendcr Friede geschlossen werdet Dresden, 4. Februar. In der am 2. d. M. stattgefundenen Jahres-Hauptversammlung des Arbeiter- Bildungsvereins wurde der seilherige erste Vorsitzende M. Grundig wiederum gewählt und dabei zugleich im Prinzip beschlossen, denselben auf Vereins- kosten zum Besuche der in diesem Jahre zu Paris stattfindenden Weltausstellung abzuordnen. Der Verein hofft, daß dieses sein Vorgehen recht viele Arbeiter- Corporationen veranlassen möge, ihrerseits ebenfalls Delegirte nach Paris zu senden, damit der Einladung unserer f�anzöfischen Brüder in möglichst hohem Maße entsprochen werden kann. Mainz, 31. Januar.(O welche Lust, Soldat zu sein.) Dieser Tage fand man in Hechtsheim in einem Strohhaufen die Leiche eines seit dem 13. Dezember vermißten Soldaten des 118. Infanterie- Regiments auf, der sich das Leben genommen hatte. Auf die Frage, warum sich der junge Mann das Leben genommen hat? könnten die militärischen Vorgesetzten des Selbst- Mörders die beste Antwort ertheilen, doch diese werden schweigen, oder aus guten Gründen den Sachverhalt unrichtig darstellen; wir aber wissen, daß wir es mit einem der Opfer zu thun haben, die der Militarismus alljährlich mit unerbittlicher Strenge in großer Anzahl fordert. Kanau, 10. Januar.(Situationsbericht.) Es ist weder Lässigkeit noch Rückgang in der hiesigen Bewegung die Ursache, daß von hier so lange kein Bericht in dem„Vorwärts" er- Sienen ist, sondern es ist lediglich der Stoffmangel daran uld. Einfache Versammlungsberichte zu bringen, halten wir für unnöthige Arbeit, und die Spalten unsers Hauptorgans mit dem Waschweiberklatsch der hiesigen Blätter zu füllen, hieß die Leser langweilen. Doch hat sich endlich ein Fall ereignet, wel- cher sich der Mühe lohnt in die Oeffentlichkeit gebracht zu wer- den. Bei der letzten Reichstagswahl gaben die hiesigen Libe- ralen im ersten Wahlgang etwa zehn Flugschriften heraus, selbst- verständlich waren dieselben nur mit Verdächtigungen aus den Broschüren des Pastor Schuster und von Unruh angefüllt. Bei der Stichwahl zwischen Carl Frohme und den Nationallibe- ralen Dr. Weigcl hatten die Culturkämpfer nichts eiligeres zu thun, als ein weiteres Flugblatt mit der Aufschrift:„An un- sere katholischen Wähler" herauszugeben. Das Interessante hier- bei ist nicht etwa, daß in dem Flugblatt die Sozialisten als Gottesleugner bezeichnet werden, sondern das dieses Flugblatt ohne alle und jede Unterschrift verbreitet werden durfte. Tann folgte ein Flugblatt in Briefformat in 380 Exemplaren, welches an die Ortsvorstände versandt wurde, dieses mit dem Namen Zimmermann, Vorsitzenden des liberalen Wahlvereins unter- zeichnete Flugblatt gab damals zu einer öffentlichen Vcrsamm- lung Veranlassung. In derselben wurde nachgewiesen, daß in diesem Vorgehen nicht allein die Absicht, uns zu verdächtigen liege, sondern man wolle noch mehr als die Wahl beeinflussen. und beschloß diese Versammlung mit einer öffentlichen Erklä- rung diesem Treiben entgegen zu treten und zwar sollte die Ent- ?iepung an unser noch im Satze befindliches Flugblatt ange- ügt werden, was� auch geschah. Diese Entgegnung nun zog dem Genossen Daßbach und dem Faktor der Buchdruckern Hormann, eine Anklage wegen Beleidigung zu, deren Resultat war, daß Daßbach zu 120 Mark oder 10 Tagen Haft und Hör- mann zu 30 Mark oder 3 Tagen Haft verurtheilt wurde. Natürlich ist die Berufung gegen das Urtheil angemeldet. Irankfurt a. A., 31. Januar. Sonntag, den 20. d. M., hatten wir hier eine Volksversammlung einberufen mit der Tages- ordnung:„Die Entstehung der Parteien und' deren Nutzen für das Volk." Genosse Zwiebler aus Köthen, welcher zum ersten Male in Frankfurt a. O. war, hatte das Referat übernommen. Nachdem der Redner den Einfluß der Parteien auf die Ge- staltung des Volkes geschildert, kam er zu dem Schlüsse, daß, wenn die Sozialdemokratie zur Herrschaft gelangt sein werde, überhaupt alle Parteien aufgehört haben werden. Dem Genossen Zwiebler wurde von der gut besuchten Versammlung reichlicher Beifall zu Theil. An der Debatte bctheiligten sich viele Ge- Nossen, jedoch nur ein Gegner— unser allbekannter Herr Vogt, welcher aber ziemlich schnell zum Schweigen gebracht wurde.— Montag, den 28. Januar, hatten wir eine sogenannte Miether- Versammlung einberufen, welche sehr zahlreich besucht war; Ver- anlassung zu der Mietherversammlung gab eine Versammlung der Hauswirthe zur Gründung eines Vereins, der seine Spitze insbesondere gegen die schlechten Miethszahler richten sollte; doch wird dieser Verein ebenso bald zu cxistiren aushören, als vor zwei Jahren dir Consumverein.— Am 29. Januar wurde Parteigenosse O. Siegerist vom hiesigen Kreisgericht zu vier Wochen Gefüngniß verurtheilt, angeblich wegen Beleidigung der Oberstaatsanwaltschaft; die Appellation?st erfolgt.— Die Ar- beitsverhältnisse hier in Frankftirt a.D. sind wohl ebenso schlecht als in jeder andern Stadt, denn Arbeitslosigkeit und Lohnabzüge find an der Tagesordnung. Parteigenossen Frankfurts! sorgt für weiteste Verbreitung des „Vorwärts" und der„Berliner Freien Presse", denn die Presse ist unsere beste Waffe. C. L. Wasen, 31. Januar. Gestern fand hier zum ersten Male eine von sozialistischer Seite einberufene Volksversammlung statt, in welcher der Redakteur Maximilian Schlesinger aus Breslau einen Vortrag über„die Ursachen des gegenwärtigen Nothstan- des und die Möglichkeit der Beseitigung desselben" hielt. Nach Mittheilung hiesiger Blätter war von Seite der Gewerkvereinler der Versuch gemacht worden, von auswärts„tüchtige Redner" heranzuziehen, welche den„schlagfertigen und redegewandten" Sozialisten gewachsen wären. Die Versammlung war überfüllt. In dem mäßig großen Saale waren etwa 400 Personen aus allen Ständen zusammengepreßt, und Hunderte, die keinen Zu- tritt mehr fanden, hielten sich vor dem Eingange auf. Schon bei der Bureauwahl kam es zu stürmischen Auftritten zwischen den beiden anwesenden Parteien, Gewerkvereinlern und Sozia- listen; doch einigte man sich schließlich dahin, aus jeder Partei einen Vorsitzenden, die Herren Neubauer(Sozialist) und Mäh- lert(Gewerkvereinler) zu wählen. Nunmehr erhielt Schlesinger das Wort; doch gelang es ihm nur mit Mühe, sich in der sehr unruhigen Versammlung Gehör zu verschaffen. Sein klarer sachlich gehaltener Vortrag fand jedoch großen Anklang und überzeugte auch viele Gegner, daß die Herren Liberalen ledig- lich die Sozialdemokraten verdächtigten. Nach dem Referenten erhielt der Adlatu- des Harmonieapostels, Redakteur Simon aus Stargard das Wort, der den ihm vorausgegangenen Ruf als„tüchtiger Redner" nicht gerade rechtfertigte. Da Herr Si- mon sich keines besonders kräftigen Organs erfreut, so gelang es ihm auch nicht, sich allgemein verständlich zu machen, und die Unruhe, über die schon der Vorredner zu klagen hatte, nahm in dem überfüllten Saale noch zu. Hauptsächlich spekulirte der Redner auf den preußischen P.triotismus der Anwesenden; � allerdings ein unglücklicher Einfall, da die Zuhörer zumeist pol- nische Arbeiter waren. Parteigenosse Grün, der nunmehr das Wort erhielt, verzichtet zu Gunsten Schlesinger's auf dasselbe und der letztere widerlegte mit Leichtigkeit die Simon'schen Ein- wände. Nach ihm sprach unter steigender Unruhe Redakteur Wiener(„Ostdeutsche Zeitung"). Er erklärte den Arbeiterstand für den„edelsten" Stand der Gesellschaft, bezichtigte den Vor- tragenden der Unkenntniß, indem er zu diesem Bchufe dessen Worte verdrehte, und meinte dann:„Was haben denn die Sozialisten zur Beseitigung des Nothstandes gethan? Sie haben Strikes herbeigeführt." Auf diese Worte folgten zahlreiche Zwi- schenrufe:„Die Gewerkvereine auch!" u. dgl. m., und die Un- ruhe wurde so lebhaft, daß der überwachende Beamte die Ver- sammlung auflöste. Die Anwesenden entfernten sich nun lang- sam und die sozialistische Partei konnte, wenn sie auch wünschte, daß der Verlauf weniger stürmisch gewesen wäre und ein friedliches Ende erreicht hätte, doch mit dem Resultat zufrieden sein. Es find zahlreiche Abonnenten auf unsere Parteiorgane ge- Wonnen worden und die Mitglieder der Gewerkvereine sind von den irrigen Ansichten über die Sozialdemokratie vielfach zurück- gekommen. Beim Ausgang aus dem Saal bemerkten wir noch den von seinen Gesinnungsgenossen hierher berufenen Bureau- diener Bujarski aus Berlin, der es schlauer Weise so einrich- tete, daß er angeblich den Zug verpaßte und zur Versammlung zu spät kam. Dafür entschädigte er sich dann, indem er nach- her im Kreise seiner Getreuen tüchtig auf die Sozialdemokratie räsonnirte. Kannover. Bei dem im Laufe des Monats August und September in Linden stattgehabten Ausbruche einer Trichinen- epidemie drängt sich uns unwillkürlich die Frage auf: Wie kommt es, daß immer in Arbeiterquartiercn sich die Trichonose besonders zeigt und in den Arbeiterfamilien die meisten Opfer fordert? Die Beantwortung dieser Frage liegt auf der Hand. Ter Proletarier muß das essen,' was der Bourgeois nicht essen mag, er muß seine Nahrungsmittel ebenso theuer bezahlen wie jeder Andere, aber— es kommt ja nicht darauf an, was er verzehrt, er ist ja nur ein Proletarier. So denkt wenigstens der Lieferant, von dem der Arbeiter seine Waare bezieht, und wie vor mehreren Jahren auch in London circa 600 Proletarier an der schrecklichen Trichinen- krankheit erkrankten und über 60 starben, rein deshalb, weil der betreffende Schlächter nicht gewillt war, 1 Mrk. resp. 75 Pf. an den Fleischbeschaner zu entrichten, so ist auch bei der jetzigen Epidemie durch die Polizei constalirt, daß der Schlächter, von dem die Erkrankten ihr Schweinefleisch bezogen haben, zwei Schweine nicht hat untersuchen lassen, und zwar genau in der Zeit, woher man die Infektion datirt. Warum wagt ein Schlächter in der Stadt nicht, seinen Consumenten nicht untersuchtes Schweine- fleisch zu verkaufen? Er hütet sich, denn seine Kunden könnten ja eher etwas merken, bei ihrer eventuell zarteren Constitution, und sein Ruf wäre für immer dahin In London aber, der Proletarier, der kann dergleichen er- tragen, uud wird er krank, auch einerlei, was schadet's? Nach einigen Monaten ist Alles wieder vergessen und das Geschäft blüht wie früher. Wir erinnern nur an die frühere Epidemie. Derselbe Schlächter, welcher damals gerichtlich bestraft wurde (für einige 60 Todesfälle 1�/« Jahr Gefängniß) hat ein eben so rentables Geschäft wieder wie früher, denn es waren ja nur Proletarier. Darum, Ihr Arbeiter, seid einig und nehmt Eure Waaren nur von solchen Leuten, die Euch wirklich gute Waaren verab- folgen, selbst wenn Ihr einige Schritte weiter gehen müßt. Haltet zusammen und Ihr werdet stark sein, denn Einigkeit macht stark. Schließlich aber wollen wir nicht unterlassen, der Polizei in Linden unsre vollste Anerkennung zu Theil werden zu lassen, denn wie wir aus sicherer Quelle gehört haben, hat dieselbe sich mit dem größten Eifer der Sache angenommen. Steltin, 31. Januar. In der Nachbarstadt Grabow scheinen die drei Maschinenfabriken, welche in dieser Hinficht von Einfluß sind(der„Vulkan", Möller und Holbera, beides Aktien-Gesell- schaften, und die Maschinenfabrik von Aron und Gollnor), den Beginn des neuen Jahres für geeignet gehalten zu haben, ihren Arbeitern ein Neujahrsgeschenk zu wachen. In der Fabrik von Aron und Gollnor sind die Löhne, laut Anschlag, um 10 Proz. reduzirt. Im„Vulkan" weiß man nur noch nicht den richtigen Modus ausfindig zu machen. Hauptsächlich gilt dies betreffs der Ziwmcrleute, von denen das Institut jetzt noch ca. 120 gegen ftüh-r 200 beschäftigt. Möller und Hollberg sind den beiden letzteren Fabriken schon früher mit gutem Beispiel vorangegangen. Der Lohnsatz von Arbeitsleuten beträgt jetzt höchstens 20 Pf. pro Stunde, indessen hatte sich der Lohn für die Schlosser, Schmiede, Tischler-c. den alten Stamm bis jetzt auf dem früheren Niveau erhalten, was nun auch ein Ende hat. Briefkasten der Redaktion. N. B. in H.: Moralisch find Sie enlschieden im Recht; juristisch aber können Sie Entschädigungsansprüche nicht erheben, da Sie eine Borladung hätten abwarien müssen.— F. I. Ehrhart in London: Die von Ihnen ausgesprochene Vermuthung ist so ziemlich richtig, und Ihre Vorficht wohl am Platze.— H. N. in Zwickau: W r können unvcrwendbare Manuscripte nicht allemal zurücksenden, weil wir sonst eine ungeheure Ausgabe für dergleichen Porto machen müßten. Was Ihr Anerbieten neuer Zusendungen betrifft, sollen sie uns will- kommen sein und im„Vorwärts" Aufnahme finden, dafern sie allge- mein interessant und lchri eich sind.— K. lt. i>, Dittersbach b. Waiden- bürg in Schlesien: Wenn Sie bei Ihrer Berheirathung sich bestimmen ließen, wieder in die Kirche einzutreten so müssrn Sie eben auch ge- wältigen, daß ma» Sie„zu den Kirchlichen rechnet", wenn Sie selbst es auch nicht thun. Strajsällig find Sie nicht.- Ein Parteigenosse in Löbiau: Wenden Sie sich doch an die Redaktion des„Hamburg« Altonaer Bocksblatt".— I. E. in Hohen-Schönhausen: Machen Sie die Bestellung bei unserer Expedition. Ihre Correspondenz können wir nicht anfnchmen, da sie uns sicher etliche Klagen einbringen würde.— 8. K. 100; Ihr Austritt aus der Landeskirche ist durch Ihren Wieder- eintrilr in dieselbe allerdings rückgängig gemacht; die Angelegenheit mit dem Standesamt lassen Sie jetzt besser ruhen, wir möchten Ihnen aber raihen, in Zukunft nur de: Wahrheil enispeechende Angaben zumachen; wenn See übrigens glauben, daß Sie als Dissident keine Schulsteuer zu entrichten haben, so befinden Sie sich in starkem Jrrthum. der Expedition. H. Elshn in Rüdersdorf: Sie schulden für An nor ce noch 10 Pfg.— Lustenberger in Bern: Der Jahrgang vom „Bolksstaat kostet 9 Mk.__ Den Parteigenossen Stoffel(Spengler) im vorigen Jahre in Wandsbeck arbeitend, bittet um seine Adresse G. Fuchs, Synagvgenstr. Nr. 1 in Mainz. Quittung. Mllr Verden Ab. 10,30. Schrnr Lübeck Ab. 11,30. Ist Königsberg Ann. 4,60. Erütliverein Lausanne Ab 2,50. E. Hssv Mainz Ab. 11,00. Hrbg Würzburg Ab. 23,60. Krzl hier Schr. 2M Lstnbrgr Bern Ab. 4,00. Bßlr Stuttgart Ab. u. Schr. 51,15. Hwi Flensburg Ann. 3,50. Schttr Dresden Ab. 150,00. Gr Osnabröl! Ab. 31,60. Ottrbch Stuttgart Ab. 4,60. Prbstl München Ab. 30M Brnhrdt Hirschberg Ab. 10,00. Grd Stötteritz Ann. 1,00, Ab. 9,80. Hckrt Connewitz Ab. 4,0.0. Flschr Zschocher Plac. 0,70. Elsholz Ä' dtrsdorf Schr. 0,50. Wnklr Altenburg Schr. 0,60. Schnk Cvnnewif Schr. 1,00. Stllrcht Geistingen Schr. 4,38. Rbzu in London: 4,08 sind in Nr. 3 d.„V." quittirt. Fonds für Gemaßregelte. W. Th. in Oelsnitz i. B. Ueberschuß der Bolksvers. 5,00. Ä« C. F. in Klein-Zschocher Ueberschuß der Volksvers. 11,70. Schnk ö Connewitz Ueberschuß der Bolksvers. 3,00. Flensburg. Herrn Kettelse«(Sanssouci):,[3,$ Maskerade. I Karten für Herren 60 Pfg., sür Damen 40 Pfg. sind an den be» kannten Stellen zu haben. Ansang halb 8 Uhr. Auch NichtMitglieder können theilnehmen. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Das Comitv. l Allgemeiner deutscher Töpferverein. Dienstag, den 12. Februar, Abends 8»/, Uhle bei Herrn Hüdner, gr. Rosenstraße 37: Geschlossene Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1) Normalarbeitstag. 2) Unser Arbeitsbuch. ___ G. Klaws. l?0 Krankenkasse der Metallarbeiter für Leipzig „„j, Umgegend. Sonnabend Abend in der Thieme'schen Brauerei, Tauchaerstr. 1k: Hauptversammlung. Tagesordnung: Statutenberathung. R. Ludwig. sSO Qrtrthrm Communistischer Arbeiter-Bildungsverein. ■vvUWU« Dienstag, den 12. Februar, Abends 8 Uhr, sei«1 derselbe sein XXXVI. 8tiftimA8te8t in der Frankllnball opposite Priticess rooms Castle Street. Alle Mitglieder, Freunde und Gesinnungsgenossen sind hierzu freund lichst eingeladen. Das Comits. Im Auftrag: F. I. Ehrhart. Sonnabend, den 9. Februar, Abends 3 UHY wlüllt-lXp, bei M. Ziermann: Oeffentliche Sozialistenversammlung. Die Agenten. jbO Dem Genossen Otto Matthes zu seinem 21. Geburtstag ei# donnerndes Hoch, daß die große All-Grund wackelt.(F. 260)[W Lager roher Tabake. Altona. Brasil 50—150 Pf. Doraingro 50— 90- Seedleaf 30-180- Carmen 80—110- Palmyra 140—160- Java 90-250- Ferdinand Gätjens. Rathhausmarkt 36. (3a)[SOff Altona« Im Berlage von Wilhelm Röhl in Leipzig ist erschienen: Hrlebtes. Skizzen und Novellen. (6d) von(S107Q> Wilhelm hasenclever. Mitglied de« deutschen Reichstags. 16 Bog. elcg. broch. Preis nur M. 1,20. Zu bezichen durch all» Buchhandlungen, auch dirett von der Bcs legshondluug gegen Einfend. von M. 1,20 direkt pr. Post ftanco.(38« Borstehende Schrift ist durch d e Expedition des„Vorwärts� zu beziehen. Rundschau Xo. 2 ist erschienen und an diejenigen Filial-Expeditionen zur Versendung Q? langt, welche über Nr. 1 abgerechnet haben. Den Parteigenossen dringend zur Verbreitung empfohlen: Rundschau. Organ für sozialistische Propaganda. Erscheint monailich einmal und kostet durch die Filial-ExpeditioneNs bezogen 15 Pf., auf der Post vierieljährlich 60 Pf. excl. Bringerloha. Verlag: Amelnngstr. 5, Hamburg. „Der arme Conrad", s Jllustrirter Kalender für das arbeitende Volk pro 1873. �Dritter Jahrgang.) Gegen die Vorjahre bedeutend vergrößert(132 Seiten stark). WU- ist in noch geringer Anzahl vorräthig. Trotz der g-diegenen und reichhaltigen Ausstattung kostet der Ka- lender gehestet nur 40 Pfg. gebunden und mit gutem Schreib' papier durchschossen 60 Pfg., gegen baar oder Postvorschuß- Den Bestellern von Einzel- Exemplaren ist anzuempfehlen, für jede» Exemplar brochirt 50 Pf., gebunden 70 Pf., einzusenden, wofük wir es franco per Kreuzband zusenden. Die Lieferung des Kalenders erfolgt nur gegen baar oder Postnachnahme. Irei-Kremprare werden nicht abgegeben. Auf Posten von 1 Dutzend aufwärts berechnen wir SSL lo*!• T---------- Erpedition des„Dorwärls", Leipzig, Färberstraße 12/ II. Erpedition der„Ireien presse", Berlin, Kaiser Franz- Gren� " dierplatz Nr. 8a Krpedition des„Kamburg-Kttonaer �olksökatts", Hav> bürg, Amelungstr. 5. Lerawwoltlicher Redakt-ur: Heimann Helßig in R«udn>tz>L«'Pi�' Redaktion und Expedition Färberstraße 12. II in Leipzig. Druck und Verlag der Geuoffensck afttbui! trrckerei rr Le-pzig.