erscheint in Jeipziz M'tti-och, Fr-Itag, Tonntag. ZbonnementSpreiS hu ganz lenttchland 1 M. k« PI. tm Quartal. Monats- Äbonarments »ertxn bei allen deutschen Postanftaltm «üs den S. und S. Monat, und aus den Monat besonders angenomnim: IM «ntgr. Sachsen Ultd Herzogth. Sachsen- Altenburg auch aus den lie« Monat des Quartals k 54 Big. Inserate »etr. Bersanimlungen xr. Petttzelle 10 Ps� Ibra Zrioatanzelegen heilen und Feste or» Betitzeile 30 PI. Veltellungen nehmen an alle Postanstaltcn und Buch- Handlungen des In- u. Auslandes. Filial» Expeditionen. «stew-shork: Soz.-demolr. Genossen- schastSbuchdruckerci, 154 llllckeickjxa sie. Philadelphia: P. Hab,«30 Korlb Sri Street. 3. Voll, 1129 Charlotte Sir. Hoboten N.J.; F. A. Sorge, 215 JVooh- Ingllo,. Slr. Ehicagv: A. Lanserina; n, 74 Ciybourm;»»» Tan Franziieo: F. Sr.n. 47S0 b arreII Str Zondon Vf.: E. Hnut, S New* Rolden Sauare Kentrat Hrgan der Soziatdemokratie Deutsch tands. Nr. 27. Mittwoch, 6. März. 1878. Die Achtung des Menschenlebens ist ein sicherer Gradmesser der Cultur. Dem gebildeten Menschen ist das Menschenleben heilig, während es für den ro�en wenig oder gar keinen Werth hat. Die Wilden betrachten den Tod mit vollkommener Gleichgiltigkeit und opfern beim geringfügigsten Anlaß das eigene und fremdes Leben. Der„Rückgang" der Cultur eines Lölkes zeigt sich untrüglich in der Zunahme von Verbrechen gegen Leib und Leben— einerlei, ob diese Verbrechen als Einzel-Mord und-Todlschlagvon einzelneilJndi>?iduen,oder als Massen-Mord und-Todtschlag von dem„Staate" verübt werden. Wir leben jetzt in einer solchen Zeit des Culturrückgangs. Aus einem Krieg werden wir in den andern gestürzt, systematisch wird „die Bestie im Menschen" entfesselt, und die blutige Saat der Schlachtfelder verbreitet sich, fortwuchernd wie giftiges Unkraut über das ganze Land. „Die Art der Vcrübung der Verbrechen ist(in neuerer Zeit) viel empörender geworden. Um einiger Thaler Gewinn werden jetzt Mordthaten ohne Bedenken verübt, und der Verbrecher geht, sobald er das Blut sich abgewaschen, in die nächste Schänke und trinkt sein Glas Bier so ruhig wie sein ehrlicher Nachbar. Zwistigkeiten, die sonst zu einer Prügelei führten, wobei es höch- stens ein blaues Auge gab, werden jetzt mit den Messern aus- gefochten; man sticht blindlings nach den edelsten Organen." Also jammert Herr v. Kirchmann in der„Nationalzeitung". Sein Raisonnement geht uns nichts an: die Schilderung ist richtig. Nur unvollständig. Herr Kirchmann hätte der „schönen Cavalleriegefechte", der Franctireurs-Erschießungen, der Niedermetzelung des Pariser Proletariats in der„rothen Mai- Woche", der Russcngreucl und ähnlicher„Heldenthaten" erwähnen müssen, die heutzutage in allen Tonarten gefeiert werden und den Veranstaltern und Aktoren Ruhm und Ehre einbringen. Wer kann es dem„rohen Volke" verargen, wenn es mit- unter das Bei viel nachahmt, das ihm von„seinen Besseren", von den obersten Autoritäten gegeben wird, und wenn es auf eigene Faust thut, was, von ihnen gethan und veranstaltet, Ruhm und Ehre einbringt? Daß es dabei nicht so— im Großen arbeitet, spricht höchstens zu seinen Gunsten. Doch wir wollten ja einen bestimmten Fall M'tth-ile!-. der uns zu diesen Betrachtungen geführt hat. In der„Feckel"(zu Leipzig erschei- nend) findet sich nachstehende Notiz:„Menschenleben— um fünfzehn Pfennige. Am vergangenen Freitag, den 22. Febr., wurde in Zwenkau der Arbeiter Oscar Voigt von einem zum Forstschutz dorthin commandirten Soldaten vom 2. Jägerbataillon, Namens Albert, mittelst des Mausergcwehrs erschossen. Voigt war arbeitslos. Er ging infolge dessen an jedem söge- nannten Holztage(Montag und Donnerstag ist das Sammeln von dürrem Holz erlaubt) in den Wald und trug seiner Logis- wirthin eine Tracht Holz heim. Am letzten Donnerstag war ihm das Holz zu schwer geworden, er legte deshalb auf dem Heimwege ein Stück in die Feldslur, um es später zu holen. Als er nun am Freitag Vormittag gegen 10 Uhr eben im Be- griff ist, das betr. Stück Holz— dessen Werth auf 1a Pfennige taxirt worden ist— nach Hause zu tragen, gewahrt er den in der Nähe lauernden Forstschützen. Voigt wirft infolge dessen das Holz weg und läuft schnell nach der Stadt zu. Der Soldat hinterdrein, jedenfalls dem Davoneilenden Halt zurufend, was dieser aber nicht deachtet. Circa zehn Minuten vom Walde entfernt und unmittelbar in der Nähe der Stadt, am Horn'- schen Zimmerplatze, als der Soldat den Flüchtigen bis auf circa ? Meter Entfernung eingeholt hat, legt der Schütze sein Gewehr an, schießt, und der Arbeiter stürzt wie ein getroffenes Wild zusammen. Die Kugel war ihm von hinten durch die rechte Brust gegangen. Der Unglückliche rafft sich auf, schleppt sich noch eine Strecke fort und stürzt dann abermals nieder. Der Soldat, wohl in der Meinung, eine Heldenthat verrichtet und einen Orden verdient zu haben, schreitet an seinem bewußtlos daliegen- den Opfer stech vorüber— unbekümmert darum, was aus dem Getroffenen wird. Zeugen dieser Scene brachten den Bedauerns- werthen nach seiner Wohnung; Nachmittags gegen 6 Uhr war er eine Leiche. Der Soldat ist verhaftet worden.— Wollte der Schütze die Person des vermeintlichen Holzdiebes feststellen, so wäre ihm das unmittelbar in der Nähe der Stadt gar nicht schwer geworden. Aber am hellen lichten Tage einen wehrlosen Menschen auf zehn Schritte Entfernung in den Rücken zu schießen, vas ist keine„tapfere That", wie es leider Manche noch neu- nen- das ist ein Mordanfall!" der Bericht, der, wie wir nach sorgfältigen Erkundi- «rklären können, durchaus auf Wahrheit beruht. r.r.tr4; J �sstfttzlich! werden Tausende ausrufen. Gewiß: absch�uch, entsetzlich' aber sehr, sehr natürlich in dieser Blut- und Eisenarm Vielleicht mag Albert von den prächtigen„Kessel- kerben der �>edan u. s. to. gehört haben, die noch heut als der Stolz unserer Nation hingestellt werden, und wobei lustig auf fliehende Menschen geschossen ward wie auf Hasen. Wer weiß, vielleicht schwebte dem«prößling der Moltke'schen„Schule" gar ein eisernes Kreuz zur Belohnung für seinen Eifer und„militä- tischen Geist" vor, als er den verhängnißvollen Schuß abgab. Doch wozu weiter davon reden? Bios Einer! Btos ein Schuß! Blos ein Mensch! E.ne lächerliche Bagatelle, ver- glichen mit jenen»gsorreichen" Metzeleien, die seit Jahren— in Zeitungen, Bildern, Broschüren, Büchern(für Erwachsene und Kinder) dargestellt und verherrlicht— die ständige Kost, Tag für Tag die geistige und moralische Nahrung unseres Volkes bilden. Was kommt in dieser Zeit des Mordkultus und der Mordkultur, wo gleich den übrigen Industriezweigen auch das Morden eu gros betrieben wird, auf einen lumpigen Mord mehr oder weniger an? Noch einmal Herr Ernst Eckstein. Wenn wir noch einmal auf genannten Herrn zurückkommen,; so geschieht es wahrhaftig nicht deshalb, weil wir demselben eine besondere Bedeutung beimessen. Wir haben die öffentliche Meinung aufgefordert, sich ein Urtheil über die Verwilderung aller Sittlichkeits begriffe zu bilden, die in seinem„Traum" zu Tage trat, das Resultat hat unfern Erwartungen entsprochen und dabei könnten wir es bewenden lassen. Wir hatten Herrn Eckstein lediglich als Repräsentanten einer ganzen zahlreichen Kategorie von„Schriftstellern" herausgegriffen, um ihn zum warnenden Exempel an den Schandpfahl zu binden. Wenn wir ihn trotzdem nochmals zur Exekution heranholen, so ist daran lediglich die Payne'sche Verlagshandlung schuld, die, unter Einsendung des 1. Bandes des bei ihr erschienenen Bilderwerks„Italienische Kunstschätze"(Rom), unsere Vermuthung, als werde der von Herrn Eckstein gelieferte T- xt die Madonnen nnd Venusstatuen zum Erröthen bringen, als unzutreffend bezeichneie und einen Widerruf wünschte— nebenbei gesagt ein Beweis dafür, daß unsere Kritik keineswegs wirkungslos verpufft war. Wir ersuchten unfern Referenten über den„Traum", sich einer Durchsicht des betreffenden Bandes zu unterziehen, und erhalten von demselben � folgende Zuschrift: Entschuldigen Sie freundlichst, wenn ich erst heute den ge- wünschten Sektionsbesund einreiche. Sie wissen, ich habe mehr und Besseres zu thun, als mich mit Leuten von dem Schlage Ernst Eckstein's zu beschästigen, und ich habe es also auch nicht über mich gewonnen, mich in den„Werken" dieses Vielgeschäftigen nach weiteren Eindeutigkeiten umzusehen, wie das früher meine Absicht war. Den ersten Band der„Kunstschätze" habe ich dagegen in Berücksichtigung der Umstände mit gewissenhaftester Gründlichkeit geprüft, und wenn ich auch gern zugebe, daß die„keusche Sinnlich- keit" des„Traums" sich hier nur gelegentlich und verhältnißmäßig verstohlen äußert, so ist dies wohl ledigl ch aus da? Conto der Verlagshandlung zu setzen und es bleibt immerhin genug des Bedenklichen übrig, um die Reklamation des Herrn Payne als wenig berechtigt erscheinen zu lassen. Wenn Sie berücksichtigen, daß das Wer! nach Herrn Ernst Eckstein's Vorrede„für das Haus und die Familie" bestimmt ist, wird es Ihnen miithmaßlich ziemlich„kühn"(es ist Ihnen gestattet, hierbei an den Herrn Polizeiarzt zu denken) erscheinen, wenn die schlafende Ariadne im Vatikan von Herrn Eckstein folgendermaßen geschildert wird: „Die Statue zeigt uns ein üppiges, voll erblühtes Weib in schöner Gewandung, doch so, daß die herrlichen Formen des Körpers durchaus zur Geltung gelangen. Eine holde Ermattung,; ein reicher EKnuß der Ruhe und eine süße Befriedigung spricht ihr aus jedem Zuge. Der Heros ist erst vor Kurzem von ihr r Seite gewichen; Stundender glühendsten Hingebung, des leiden- schastlichsten Begehrens und Nehmens liegen hinter ihr. Dieser ganze Leib ist Liebe gewesen; jeder Nerv dieser prachtvollen Glieder hat in Wonne gebebt; ja man sieht es den geschlossenen Augen noch an, „daß sie brachen fast vor Lust" und mit süßem Grauen fürcbtet man, die holde Schläferin möge plötzlich erwachen und aufschauen." Ich proponire eine Wette und setze meinen unverdorbenen Menschenverstand gegen Herrn Eckstein's Schriftstellertalent, also eine Nase gegen einen Pflaumen- kern, daß von hundert Beschauern der Statue nicht einer mehr in dieser Ariadne sehen wird, als ein sanft schlummerndes Mädchen. Aber wo ein Andrer(zugegeben, die Statue müßte so verstanden werden) leise auf den Zehen vorübergehen würde, � da muß Herr Eckstein natürlich schwerfällig tappcn, trapsen und scharren— und das nennen diese Leute„pikant und unter- haltend" schreiben! Wenn ich Töchter hätte, so würde ich ihnen die„Kunstschätze" vorsorglich vor der Nase zuklappen, falls sie mir damit nicht zuvorkämen. Ich kenne meinen Eckstein aus seinem„Traum" so genau, daß ich nur die aldvbrandimsche Hochzeit zu Gesicht zu bekommen brauchte, um zu wissen, daß der Wackre sich anläßlich dieses Wandgemäldes mit behaglichem Schmunzeln eine Güte thun würde. Eine Hockzeit— wie viele kleine Pikanterien lassen sich bei einer solchen Gelegenheit sagen! Und Herr Eckstein thut sich wirklich eine Güte; er braucht füns große Seiten zur Erläuterung des Bildes. Zunächst kann er nicht umhin, zu finden, daß„für unser modernes Gefühl die Ueberrcdung der Braut durch eine vermählte Frau als stehendes Institut etwas äußerst Befremdliches" habe, und er kann sich nicht entbrechen, in usum Odplmii hinzuzufügen, daß„wohl auch bei uns die Mutter oder eine ältere Schwester dem schüchternen Bräu'.chen Muth und stille Ergebung in das Unvermeidliche vorspreche, aber im Wesentlichen überlasse man die Neuvermählten sich selbst." Nicht eine Nüance des Bildes(wie er es sieht) kann der plötzlich redselig Werdende sich(und uns— leider!) erlassen. Die Gesichtszüge der Salbenspenderin,„die den Inhalt des Fläschchens erst dann in die Schale fließen lassen darf, wenn die Braut rückhaltlos ihre Einwilligung ertheilt hat," verrathen ihm„eine etwas zerstreute Tbeilnahme an der Scene"— es scheint ihm,„als ob ihr das Sträuben der züchiigen Jungfrau zu lange daure." Er kann sich nicht helfen, er muß nochmals auf den Zug von Indolenz zurückkommen,„wie er einem jungen Wädcken bei einem so erregenden Anlaß picht eigen sein konnte;" die Älbenspenderin muß verheirathet sein—„sie hat das Alles schon durchgemacht, sie kann der Schüchternen als lebendige* Beispiel dienen, daß die Katastrophe nicht gar so entsetzlich ist." Herr Eckstein kommt dann zum Bräutigam und rüffelt eine kunsffinnige Touristin, Friederike Brun, die besagten Jüngling „höchst unbedeutend" gefunden hatte, mit der Bemerkung ab, „daß sie sich als deutsche Frau von der Rolle, die ein liebender Bräutigam am Tage der Hochzeit zu spielen hatte, eine etwas allzu idealistische Vorstellung mache." Er belehrt sie,„daß auch bei der Hockzeit bei den Griechen das Diesseits, die Sinnlichkeit überwog, und daß der Künstler nur correkc und naturwahr handelte, wenn er den Bräutigam in dieser„höchst unbedeutenden" Rolle auffaßte." Aber„Haus und Familie"(in denen ja wohl ein Catull aufzutreiben sein dürfte und hoffentlich auch ein des Latein kun- diger Bruder als Uebersetzer) müssen auch noch erfahren, daß „Böttiger jedenfalls Recht bat, wenn er behauptet, der Jüngling befinde sich in jenem Zustande, den Catull in dem Gedichte „AniaW, mea dulcia Ipsithilla" auf schr unzarte Weise zu schildern wagt", und Herr Eckstein ftigt hinzu,„daß der Bräu- tigam dann eine in seiner Art sehr bedeutend- Kunstleistung sein würde, nur freilich nicht eine solche, wie sie von schöngeistigen Damen bewundert zu werden pflegt." Rem, wie„pikanr" Sie zu schreiben verstehen, Herr Eckstein! Aber auch das versteht der„Zweite nach Gottschall"(Pardon! „von Gottschall"), uns Modernen zum Genuß eines antikisirenden Kunstwerks zu verhelfen. Domeuicho's„Diana" veranlaßt ihn zu folgenden Ausrufen: „Diese reizvollen Nymphen entstammen unwidersprechlich den Regionen des Dorfes!.... Da steht in der Mitte der Compo- sition ein Prachtmädel, das mit muskelkräftigen Armen die vor- wärtsstürmenden Hunde zurückweist.... Eine gelehrte Frau ist uns der Regel nach unsympathisch; eine Heroine, eine tollkühne Jägerin, ist für gewisse Individualitäten doppelt reizvoll, denn wir fühlen instinktiv, daß jener kühnen Bethätigung der Kraft eine Stunde der weichsten Hingebung folgen kann, während die nüchterne Entwicklung des Verstandes dem süßen Räthsel der Lieve im Wege steht.... Das allerliebste Gefchöpschen, das neugierig neben der„pfeilfrohen" Artemis hervorlugt, hat bei- nahe einen Zug ländlicher Grisettenhaftigkeit. Kokett, schalkhast und muthwillig, schaut sie ganz darnach aus, als trage sie das Gebot einer prinzipiellen Männcrfeindschaft nur sehr wider- strebend. Ein solches Gesichtchen könnte der modernste Maler in seiner Darstellung eines Mädchenpcnsionats verwerthen. Die Jnstitutsvorsteherin, eine lange, hagere, in moralisches Schwarz gekleidete Verkörperung der Prüderie, wäre ganz das geeignete Pendant zu diesem kecken, subordinationswidrigen Backfisch, der jeden günstigen Augenblick zu erspähen weiß, um nach den Stu- denten oder Lieutenants zu gaffen. Man möchte darauf schwören, daß dieses Ziymphchen in den Falten seiner Gewandung einen Liebesbrief trägt, den sie nächstens mit entgegenkommender Artig- keit beantworten wird.... Auch die blühende Rosenknospe(!), die sich vorn am Rande des Gemäldes behaglich ins Wasser legt, gehört ebensowenig in die Klasse der„himmlischen Gestalten", als ihre übrigen Schwestern. Sie könnte von einem Aktäon des neunzehnten Jahrhunderts am Ufer des ersten besten Parkteiches belauscht werden, ohne daß dem Späher für diese Frevelthat Hörner wüchsen." Wenn nun die Leser„in Haus und Familie" die Diana nicht verstehen, so weiß ich nicht, was ich von ihnen denken soll. Aber Sie haben genug— nicht wahr? Ich auch. (Schluß folgt.) Sozialpolitische Uebersicht. — In der Reichstagssitzung vom 28. Februar kam außer unbedeutenden Gegenständen nur eine Interpellation von elsässi- schen Abgeordneten jur Verhandlung, welche sich über die„Unter- drückung" eines politischen Wochenblattes, der„Elsässer", welche vor Erscheinen desselben erfolgt war, beschwerte. Außer den Nationalliberalcn waren alle Parteien darüber einig, daß diese Unterdrückung ein schwerer politischer Fehler sei, und daß er das Rechtsbewußtsein der elsaß-lothringisch?n Bevölkerung erschüttere. Wir find nun der Meinung, daß das Rechtsbewußtsein des Volkes in ganz Deutschland derartig erschüttert ist, daß es auf etwas Mehr oder Weniger nicht ankommt. Im Uebrigen sind derartige Maßregeln geeignet, die gegenwärtige Reichsrcgicrung in den weitesten Kreisen zu mißcreditiren, worüber wir natürlich nicht traurig sind.— Auf der Tagesordnung stand an demselben Tage noch ein Abändcrungsantrag zum Hastpflichtgesetz, zu wel- chcm Parteigenosse Hasenclever das Wort verlangt hatte. In letzter Stunde wurde dieser Antrag jedoch noch auf Borschlag des nationalliberalcn Abg. Rickert von der Tagesordnung entfernt. — Herr Camphausen soll seine Entlassung(znm wieviel Dutzendsten Male?) eingereicht haben. Vielleicht ist's diesmal wahr, vielleicht auch nicht. Nach gewöhnlichen Begriffen wäre der Z)!ann allerdings unmöglich, aber in gewissen Dingen giebt's bei gewissen Leutenk ein„unmöglich". Wir bettachten diese „Personenfragen" mit Gefühlen vollkommenster„Wurschtig- keit"(Bismarck'sche Sprach-Eleganz),— was verschlägt's, ob der Manu Hans heißt oder Kunz? Durchaus nicht gleichgültig verhalten wir uns aber gegemiber der Thatsache, daß das Herr- schende Negierungs- und staatssystem mit einer Rapidität verfault und zerbröckelt, die unsren Herren Reichstreuen den Angst- schweiß auf die Stirne treibt. Das Gewinsel der nationallibe- ralen Blätter ist wahrhaft mitleiderregend. Nun— wir hatten an den destruktiven und desorganisatorischen Talenten d.s Fürsten Bismarck niemals gezweifelt, sind also durchaus nicht überrascht llnd daß wir die Thätigkeit des Mannes bedauerten, können wir auch nicht sagen. Jetzt heißt's, er habe die Auslösung des Reichstags be- schlössen. Wir glauben's nicht. Man weiß, wir haben von den staatsmännijchen Fähigkeiten des Fürsten Bismarck stets eine seht geringe Meinung gehabt— und sie ist jetzt geringer als je—, aber für schlau mußten wir ihn doch halten, und wenn auch ein intellektueller„Rückgang" unverkennbar, so würde die Auf- lösung des Reichstags im jetzigen Moment doch eine solche Fülle des Gegentheils von Schlauheit bekunden, daß wir aus psycho- logischen Gründen das Gerücht für unbegründet und für eine Schreckgeburt nationalliberaler Phantasie halten. Man denke: Fürst Bismarck soll als Vertreter der Tabakssteuer(oder des Tabaksmonopols), überhaupt der indirekten Steuern, das heißt der Vertheuerung aller Nahrungs- und Genußmitlel vor das deutsche Volk hintreten. Das wäre ja der politische Selbstmord! Nein, so„kaput" ist der„kapute Mann" noch nicht.— Sollten wir uns täuschen, je nun, es thät uns leid— um den Fürsten Bismarck. — Fürst Bismarck scheint sich in die Rolle des Ber- klagten nicht so leicht hineinfinden zu können, wie in die des Klägers. In dem Jnjurienprozeß, welchen Diest-D ab er gegen ihn angestrengt hat, war am vorigen Sonnabend Termin vor dem Berliner Stadtgericht; wer aber nicht erschien, das war Fürst Bismarck. Statt seiner kam Justizrath Drewes, welcher im Namen des Reichskanzlers den Competenzeinwand erhob, und zwar, weil der Verklagte als General der Kavallerie — damit das Gericht diese Eigenschaft nicht bezweifle, wurde die Bestallung eingereicht— nicht vor ein Civilgcricht gehöre. Ob das Gericht sofort über den Competenzeinwand entschieden hat. wissen wir nicht; aus den uns vorliegenden Berichten erhellt blos, daß ein neuer Termin anberaumt worden ist. Die Sache kann interessant werden. Gesetzt den Fall, Fürst Bismarck dringe mit seinem Competenzeinwand durch und der Prozeß würde vor ein Militärgericht verwiesen— wer und was könnte den genialen Herrn Reichskanzler verhindern, auch hier den Competenzeinwand zu erheben, und zwar gestützt auf seine Eigenschaft als Civilist, die jedenfalls einer dokumentari schen Feststellung nicht bedarf. Auf diese Weise könnte unser amphibischer Herr Reichskanzler bis an sein seliges Ende zwischen Civil- und Militärgericht hin- und herkngeln. Und„die Eon- sequenzen, die ConseguenzenM Was dem Emen recht ist, ist dem Andern billig. Und wie viele Personen führen in unserem Kasernenland einne ähnliche doppellebige Existenz? —„Die freien Kassen und die Kassenfreiheit". Unser Breslauer Parteiorgan, die„Wahrh.", erzählt einen Vorgang, der dieses Thema trefflich illustrirt. Die Mitglieder der(„freien") Krankenkasse der Oberschlestschen Eisenbahn(in Breslau) hatten vor Kurzem die alle drei Jahr stattfindende Wahl von Kranken- ärzten vorzunehmen. Von den drei früheren Aerzten erhielten einer 1770, der andere 1768, der dritte aber blos 13 Stimmen, während von zwei neuen Mitbewerbern der eine 51, der andere, Dr. Kayser, 1704 Stimmen erhielt. Damit hatte der Wille der Arbeiter sich in deutlichster Weise bekundet. Was geschah aber? Die Direktion der Oberschlestschen Bahn bestätigte nur die zwei früheren Kassenärzte, versagte dagegen dem mit 1704 Stimmen gewählten Nenbewerber die Bestätigung. Das„Curatorium" (der Kassenvorstand) beantragte nun eine engere Wahl zwischen den beiden Aerzten, die 43 und 51 Stimmen bekommen hatten. Auf dieses sonderbare Ansinnen ging indeß die Direktion nicht ein und ordnete eine zwcite Wahl an. Das Resultat der zweiten Wahl war das nämliche wie das der ersten, die Can- didaten, welche damals 1770, 1768 und 1704 Stimmen erhalten hatten, wurden mit ebenso überwältigender Majorität, ja nahezu einstimmig wiedergewählt. Und das Direktorium? Es kassirtr abermals die Wahl Dr. Kayser's._ Und der Grund?„Dr. Kayser sei zu jung". Dieser Grund ist bloßer Vorwand, denn jüngere Aerzte, als Dr. Kayser, sind früher bei der Ober- schlestschen Bahn angestellt worden. Aber vr. Kayser ist Sozialdemokrat; und, obgleich er ein vorzügliches Examen gemacht hat und ein ausgezeichneter Arzt ist. so reicht das hin, um ihn für die„freie" Krankenkasse der Oberschlesischcn Bahn unmöglich zu machen. Diese„freie" Krankenkasse gehört zwar nominell den Arbeitern, wird auch nominell, zum Schein, von den Arbeitern verwaltet, allein thatsächlich gehört sie den „Arbeitgebern", d. h. der Eisenbahndirektion, die sich durch eine kleine(den Arbeitern am Lohn zehnfach abgezogene) Bei- steuer das Recht gesichert hat, mit der Kasse zu schalten und walten wie sie will. Das nennt man„freie" Kassen. — Einer nach dem Andern! Jetzt steht in Paris der Gefängnißdirektor Sabiani unter der Anklage der Erpressung Die Folgen der czarischen Reformen. Skizzen über die Ausbeutungsfortschritte in Rußland in den letzten Jahren. (Aus der neulich erschienenen russischen sozialistischen Revue„Vorwärts" (Wpervä) Bd. V. London.) (Fortsetzung.) VIII. Und so kommen wir, nach Kenntniß der mannigfaltigsten Erscheinungen im ökonomischen Leben der russischen Landbevöl- kerung, zu folgendem Resultat: In Rußland herrscht die Hungcrsnoth, eine alle Theile Rußlands, die fruchtbarsten wie die unfruchtbarsten, umfassende Hnngersnoth. Diese Hungers- noth die im Winter von 1877— 78 ihren Höhepunkt erreicht hatte' ist für Rußland geradezu zur Kalamität geworden. Diese Hnngersnoth ist nicht plötzlich gekommen— nein, sie kam lang- sam nack und nach im Laufe einiger Jahre, und die Samarische Hungcrsnoth von 18™ machte den Anfang Die Hungersnoth ist dem russischen Volk ein gut bekannter Gast, den es nicht selten in seinen elenden und halbzerstörten Hütten empfangen hatte. Mit dem ersten Austreten der Fürsten in der russischen Geschichte haben wir schon Nachrichten über Hungersnoth. In früheren Zeiten war solche Hungersnoth heftiger als die jetzigen, aber sie beschränkte sich nur auf einen kleinen Theil des Reichs. In des Fürsten Jaroslaw's Zeiten war die Susdaler Provinz von einer Hungersnoth heimgesucht; das Volk erhob sich gegen den Fürsten, obwohl Letzterer auf diese Plage als auf„Gottes Fügung" hinwies. Die Hungersnoth von 1127 m der Nowgoroder Provinz war äußerst grausig, so daß das �jolk „Birkenrinde, Lindenlaub und Pferdefleisch zu esien gezwungen war": während der Hungersnoth von 1230— 31 kam es dazu, daß das hungernde Volk„Menschen schlachtete und aß". Unsere' Geschichtsschreiber wollen die Hungersnoth ausnahms- los den Natur- und Elementarereignissen zuschreiben, aber gewiß ist es, daß sie meistens mit den inneren Zwistigkeiten und blu- tigen Kriegen zwischen den vielen Nachkommen des Fürsten Wla- dimir Monomach zusammentrafen. Mit den Fortschritten des Moskauer Czarenthums wieder- holt sich öfter und öfter die Hungersnoth, damit aber auch und andern Verbrechen vor Gericht— Hr. Sabiani, dem nach Niederwerfung der Commune, die Leitung der militärischen Ge- fängnisse des Seinedepartements übertragen ward, und der in dieser Eigenschaft eine namenlose Brutalität und Fanatismus für die bestehende Gesellschaftsordnung an den Tag legte. Und nun entlarvt als gemeiner Lump und Betrüger! Die„Gesellschafts- ordnung", für die er so begeistert, war die Ausbeutung hilfloser, seiner Obhut überlieferter Gefangenen, die niederträchtigste Spitz- büberei! Ja diese Vertheidiger der„Ordnung"! Sie wissen wohl, warum. Hr. Sabiani findet Gesellschaft im Zuchthaus. Da ist zunächst Hr. Clement Duoernois, Exminister Bonaparte's, Eigenthumsritter eomme il kaut— natürlich für fremdes Eigen- thum schwärmend, si doch von den Richtern„mißverstanden" und ins Zuchthaus geschickt. Ferner der Biedermann Prejur de la Comble, der während des letzten Communekampfes vier Häuser ansteckte, die Brandstiftung auf Rechnung der Communards schrieb«' (von denen, wer weiß wie viele, deshalb summarisch füsilirt wurden), bis die Sache durch spätere— Unvorsichtigkeiten heraus kam, und, verstärkt durch andere ähnliche Leistungen, ihn in's Zuchthaus führte. Und endlich Hr. Garcin, der unerbittliche Ankläger der Communards vor den Kriegsgerichten, diese„Säule der Gesellschaft", denen Bemühungen es hauptsächlich zu danken, daß Ferrä auf Grund eines gefälschten Brandbefehls zum Tod verurtheilt wurde— und der jetzt als Fälscher und Be- trüger im Zuchthaus sitzt. Eine nette Gesellschaft diese Gesell- schafsrettcr! Schade nur, daß es noch so Viele giebt, die nicht entlarvt sind. Nun, die Zeit wird auch kommen, wo die Gesell- schaft von allen„Gesellschastsrettern" gerettet wird— erst dann wird man in Wahrheit sagen können:„Die Gesellschaft -st gerettet"!' —„Eine der Hauptursachen des Anwachsens des Proletariats ist der übermäßige Militäretat"— so steht es geschrieben bei Besprechung einer Schrift in den„Leip- ziger Nachrichten", Amtsblatt des königlichen Bezirksgerichts, des Rathes und des Polizeiamts der Stadt Leipzig. Und hinzu- gefügt wird noch, daß eine Verminderung des Militäretats nicht unmöglich ei. Wir freuen uns über solch offenes Einver- itändniß; Fürst Bismarck aber wird kopfschüttelnd jagen:„Schon wieder einer mehr, der„Allens verrunjeniren" will. Arme „Leipziger Nachrichten"! — Prompte Justiz. Die„Jnsterburger Zeitung"(liberal) schreibt aus Königsberg i. Pr.:„Vor etwa zwei Jahren klagte unser Tessendorf, der Staatsanwalt Hecht, den Redakteur der damals hier erscheinenden„Friedens- und Freiheits-Post" wegen Majestäts-Beleidigung an. In zwei Instanzen wurde der Angeklagte freigesprochen. Teffendorf's Beispiel ließ unfern Hecht aber nicht ruhen und so legte er die Nichtigkeitsbeschwerde ein. Am 23. November 1877 hat das Berliner Obertribunal dieselbe zurückgewiesen und das freisprechende Erk nntniß zweiter Instanz bestätigt. Unter dem 21. Dezember 1877 wurde dem Angeklagten(Herrn John Reitenbach-Plicken) vom hiesigen Stadt- gericht das Erkenntniß zugesandt."— Etwas spät, aber doch endlich. — Aus Belgien wird unterm 23. v. M. b.'richtet: Nach einer langwierigen Debatte hat endlich die Repräsentantenkammer mit 57 gegen 27 Stimmen den Vleminckx'schen Gesetzentwurf angenommen, wonach Knaben nicht vor dem 12. und Mädchen nickt vor dem 13. Lebensjahre in Kohlengruben verwendet werden können. Ein weiter gehender Vorschlag, der den Frauen im Allgemeinen die Bergwerksarbeit untersagen wollte, fand nur fünf Anhänger.— Also nur fünf waren es, denen das Geldinteresse und die Ausbeutungssucht des Kapitals das Herz nicht ganz versteinert hatte. Ist dies Beispiel nicht ein Beweis für die Unsittlichkeit des Kapitalismus? — Der hundertmal in nächste Zlussicht gestellte Abschluß des russisch-türkischen Präliminarfriedens ist bis heute (2. März) noch nicht erfolgt. Da es den�Russen daran gelegen sein muß, ihre Beute möglichst rasch in Sicherheit zu bringen, kann die Verzögerung nur von den Türken herrühren. Die Türken würden sich ab-r sicherlich nicht auf die Hinterfüße stel- len, wenn sie nicht neuerdings einen Rückenhalt gewonnen zu haben glaubten, der natürlich nur in England mit Oesterreich gesucht werden könnte. In wie weit die Regierungen dieser zwei die Pflicht der Regierung, dem Volke in kritischen Momenten aufzuhelfen. So z. B. befahl der Czar Boris Godunow in den Hungerjahren 1601— 2, aus„seinen Kornspeichern" dem Volke Brod zu Verth eilen, und kaufte noch aus seinen eigenen Mitteln Brod für die Armee. Im Jahre 1630 verbot die Regierung, Getreide nach England zu exportiren, und die Regierung des Czaren Nikolaus sah sich genöthigt, im Jahre 1833 beinahe 30 Millionen, im Jahre 1839—40 mehr als 25 Mill. Rubel zu verausgaben, so daß auf den Kronbauern pro Kopf 4,92 Rubel und auf den Gutsbesitzer 3,6 Rubel entfielen.*) Wie schon oben gesagt, trat die Hungersnoth früher mit größerer Heftigkeit auf, aber sie beschränkte sich immer nur auf einen kleinen Theil des Reichs und hatte gewöhnlich ein Ende nach einer guten Ernte. Das ist jetzt anders geworden: der Hunger ist in Permanenz, und nicht nur ein Bruchtheil, sondern das gesammte arbeitende Volk leidet. Wie erklärt sich diese Erscheinung? So viel ist erwiesen, daß jetzt ganz andere Ursachen als früher die Hungersnoth veranlassen. Gewiß, Mißernten haben wir auch jetzt, aber wahrscheinlich nicht in demselben Maße als früher, denn der starke Export von Getreide und anderen wirth- schaftlichen Produkten weist darauf hin. Also Brod war in Rußland sogar im Ueberfluß vorhanden, aber dieser Ueberfluß kam nicht dahin, wo er am nöthigsten gebraucht wurde,— er kam nicht in die Hände Derer, die ihn durch ihre schwere Arbeit hervorgebracht hatten. Die russischen Preßkosaken mögen immerhin die Ursachen der Mißernten in dem„Frost oder Hagel, in der Dürre oder Ueber- schwcmmung" u. s. w. suchen. Mit solchen Ursachen können sich nur oberflächliche Leute begnügen; für uns find diese nicht hin- reichend. Die Ursachen des Bolkselends liegen tiefer. Wir suchen diese Ursachen in der intensiveren Ausbeutung der ackerbauenden Bevölkerung. Wir wissen daß die Ausbeutung in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat; daß sie neue Mittel zur Versklavung der Armen erfunden hatte, und daß diese Mittel erst seit den„großen Reformen" der jetzigen Regierung ins Leben treten und sich entwickeln konnten. Hier müssen wir die Lage des früheren Bauern mit der des jetzigen vergleichen. *) Wie es scheint, waren die früheren„Herrscher" bei Volksunsällen freigebiger als die jetzigen„Selbstherrscher", die die Hungernden mit 402,, Kopeken pro Kopf abspeisen. Länder die Hoffnungen der Türken genährt haben, und eventuell zu erfüllen gedenken, bleibt abzuwarten. — Nach russischen Blättern ist unter der russischen Armee in Bulgarien der Typhus epidemisch ausgebrochen. Die Zahl der Erkrankungen beträgt 19 vom Hundert. Auf der Heim- fabrt sterben die Kranken massenweise, und was dann mit ihnen geschieht, das erzählt der(russische)„Golos":„Auf der ganzen Strecke von Simnitza bis Fratesti liegen massenhaft unbeerdigte und verwesende Leichen." Wie Hunde be- handelt im Leben, wie Hunde behandelt nach dem Tode— das ist das Loos der armen russischen Soldaten. Das humane „Väterchen", der für Kultur und Freiheit kämpfende Czar! y— — Genosse Scheil wurde, nachdem er zur„Verbüßung" einer 3monatlichen Gefängnißstrafe wegen Majestätsbeleidigung sich dem Gerichtsgefängniß zu Bochum am 15. Februar gestellt hatte, wegen Ueberfüllung dieses Gefängnisses mit noch einem anderen„Sträfling" geschlossen, also mit einem höchst wahr- scheinlich„gemeine Verbrecher"; zusammengeeitet, am 23. Fe- bruar nach Iserlohn transport'rt. Und da faselt man immer noch von der Humanität im Strafvollzug. — Aus Pinneberg erhalten wir die Nachricht, daß dort unsere Partei am 27. Februar bei der Neuwahl zum Schul- collegium einen glänzenden Sieg erfochten hat. Im Dezember vorigen Jahres hatte ein Sozialdemokrat mit einer Stimme Majorität gesiegt; die Wahl aber wurde für ungiltig erklärt. Diesmal erhielten unsere Parteigenossen Ruß und Sammann 255 resp. 252 Stimmen, die anttsozialistischen Gegner, auf die die ganze reaktionäre Masse stimmte, erhielten 187 und 185 Stimmen.— Es ist doch ein schönes Ding mit den Ungiltiz- keitserklärungen von Wahlen, wo Sozialisten gesiegt haben! — Am 1. März wurde der frühere verantwortliche Redak- teur der„Frankfurter Zeitung", Herr Eduard Sack, welcher in erster Instanz freigesprochen war, in zweiter Instanz wegen Be- leidigung des Generals Werder zu vier Wochen Gefängniß ver- urtheilt. Aehnlichen Verlauf nehmen merkwürdiger Weise fast sämmtliche politischen und Preßprozcsse in Frankfurt a. M. — Das neueste Heft(11) der„Zukunft" vom 1. März enthält Folgendes: Zur Wahlreformfrage. Von vr. L. Büchner. — Zur Proporttonal- Vertretung.— Die soziale Lage in Jta- lien. Bon Benoit Malon.(Forts.)— Maximilian Robespierre. Von vr. Karl Brunnemann.(Forts.)— Die Arbeitslöhne in Belgien. Von Louis Bertrand.— Polemik.— Recen- sionen. — Berichtigung. In Nr. 24 des„Vorwärts" von Sonn- tag den 24. Februar befindet sich unter„Politische Uebersicht" eine Notiz, den Londoner Steinhauerstrike betreffend, die noth- gedrungen einer Berichtigung bedarf, zumal es das zweite Mal ist, daß der„Vorwärts" dies mittheilt; Ende Dezember jv. I. schon ließ er den Strike als verloren betrachten. 1) Ist es eine Unwahrheit, daß der Strike bis jetzt ver- loren sei, vielmehr sind die Aussichten namentlich der klimati- schen Verhältnisse halber die günstigsten. Obwohl der Strike bis jetzt die Summe von 60,000 Pfd. St., gleich 1,200000 Mark verzehrte, find doch die Mittel noch für längere Zeit zur DiS- Position gesichert. 2) Ist es unwahr, daß die Plätze hier alle besetzt und die Strikenden entb hrlich sind. Es wird dies schlagend bewiesen durch die fieberhaste Thätigkeit der Meisteragenten namentlich in Schottland, dieses Kuckuksei wurde vielmehr von liberalen Reportern aus der englischen in die deutsche Presse verschleppt, und ist sehr zu bedauern, daß sich die Redaktion deS„Vorwärts" durch diese Ente täuschen ließ. 3) Ist es eine durch nichts Stichhaltiges gerechtfertigte An- ficht des„Vorwärts", daß eine Niederlage des Strikes die Ar- bester mehr aufklären würde. Wir haben triftigen Grund, das Gegentheil anzunehmen. Im Interesse der Sache möchten wir doch den„Vorwärts" ersuchen, mit seinem Urtheil einzuhalten, bis er eine offizielle Mittheilung über das Resultat aus competenter Quelle erhält, die ihm sofort zugehen wird.'Schon bei der Dezembernotiz kamen Steinhauer vom Rheinland, die uns entgegneten, der 1-----"g Bis zur„großen" und„ruhmvollen" Bauernreform vom 19. Februar 1861 bestand das ganze russische Bauernthum aus zwei fast gleichen Kategorien: aus Krön- und gutsherrlichen Bauern. Die Kronbaucrn umfaßten 25 Millionen der produzirenden ländlichen Bevölkerung, deren ökonomische Ausbeutung nicht sehr stark war. Sie waren sehr reich bedacht seitens der Regierung'; pro Kopf besaßen die Kronbaucrn 8 Dessjatinen(34,2 Morgen) gut bebauten Landes in den dichtbevölkerten Gouvernements, und 15 Dessjatinen(64,2 Morgen) in den an Ackerland reichen, aber an Bevölkerung armen Gouvernements. Dafür hatten sie jährlich etwa 40 Millionen Rubel an Steuern an die Regieruug zu entrichten. Und so war es den Kronbauern möglich, ihre reiche Wirthschaft in gutem Zustande zu erhalten, und nur die niedrige Stufe der Bildung, auf der die Kronbauern standen, sowie der Mangel der gemeinschaftlichen Bearbeitung des Grund und Bodens— nur das war der Hemmschuh zur besseren Eni- Wickelung dieser Wirthschajten. Selbstverständlich hätten diese Hindernisse allmählich sehr leicht hinweggeräumt werden können, wenn nicht ein noch weit schlim- meres Hinderniß zu beseitigen gewesen wäre. Air meinen die Mißbräuche der Administration, die autokrattsch-absoluttstisch mit dem Eigenthum der Bauern umging. Die Verwaltung betrach- tete den Bauer als ihren Leibeigenen oder Unterthan und knechtete ihn nicht minder als die grausamsten Gutsbesitzer. Aber diese Ausbeutung wurde trotz ihrer Ungesetzlichkeit nicht systematisch betrieben, sie war nicht organifirt, und darum war sie, mit wenigen Ausnahmen, nicht so verderblich, wie jede systematisch organisirte und nominell gesetzliche Ausbeutung. Die Verwalter nährten sich zwar von den Erträgnissen der produzirenden Be- völterung, aber das Wirthschaftseigenthum des Bauern tasteten sie nicht an; sie hemmten nur die Entwickelung der Wirth- schaft. Die andere Kategorie der ländlichen produzirenden Bevölke- rung bestand aus„Sklaven", genannt Leibeigene.*) Hinsichtlich ihrer Ausbeutung können wir nur dasselbe sagen, was wir oben von den Kronbauern sagten. Die Ausbeutungsformen, obwohl in einzelnen Fällen sehr streng, waren im Allgemeinen milder, als es bei der kapitalistischen Produktion in Form von Lohn- *) Wir sagen„Sk.även", denn die ruf, ischen Leibeigenen waren ihrer ökonomischen und juridischen Lage nach mehr Sklaven als Leib- eigene. „Vorwärts" habe die Beendigung des Strikes berichtet, ebenso auch die„Berliner Freie Presse". Wir warnen hiermit nochmals nachdrücklich vor Zuzug. Im Auftrag: I. F. Ehrhart. London, 27. Februar 1378. (Wir lönnen nur sagen, daß wir unsere Information über den Strike dem Centralorgan der englischen Gewerk- schaften, der„Jndustrial Review", entnommen haben. Red. d.„B.") Die Gewerkschastskonserenz zu Gotha. Die Konferenz wurde Sonntag, den 24. Februar durch A. Kapell eröffnet. Anwesend waren 23 Delegirte und zwar: Verband der Buchbinder: Packe und Pollerich, Leipzig. Verband der Buchdrucker: Härtel, Leipzig. Verein der Bött- cher: Fröhner, Leipzig. Glasarbeiterbund: Horn und Bölkel, Dresden. Maurer- und Steinhauerbund: Hurlemann, Ham- bürg. Metallarbeiter-Gewerksgenossenschaft: Söhler, Braun- schweig, Brenner, Berlin. Manufaktur- und Hand-Arbeiter: Böttcker. Brehm, Crimmitschau, Fahrenkamm, Erfurt. Allgem. Deutscher Schneiderverein: Klerx, Dresden. Für die Mitglieder der Schneider: Dunk er. Schuhmacher- Gewerkschaft: Giesecke und Porschen, Gotha. Stellmacherverein: Schulze, Hamburg. Tischlerbund: Weidemann, Mannheim. Tischler Erfurts: Schüler. Töpferverein: Klaws, Erfurt. Zimmerer- Gewerkschaft: A. Kapell und Pfeiffer, Hamburg. Für die Mitglieder aller Gewerke Heidelbergs: Weber. In das Bureau wurden gewählt: Weidemann und A. Kapell als Vorfitzende, Klerx, Bremer und Horn zu Protokollführern, Weber als Führer der Rednerliste. O Nach Schluß der General-Diskussion werden in der Spezial- Diskussion folgende Punkte angenommen: Punkt 1. Vorschläge zu einem Normal-Statut, betr. Centralisation. Punkt 2. Presse. Bon einem Centralorgan wird Abstand genommen, dem gegen- über empfohlen, daß die verwandten Berufsgenossen sich so viel als möglich auf Grund der staatlichen Gewerbestatistik in Grup- pen vereinigen. Punkt 3. Betreffs der Agitation wird empfoh- ten,� dieselbe möglichst genu infam zu betreiben. Punkt 4. Be- treffs der Unterstützung bei Arbeits-Einstellungen und Ausschlüssen wird empfohlen, eine möglichst gleiche Beisteuer sämmtlicher Ge- werke zu erheben, um in Fällen der Nothwehr eine Sicherung herbeizuführen. Punkt 5. Betreffs der Reiseunterstützung wird empfohlen, dieselbe bei sämmtlichen Gewerkschaften einzuführen, sowie Errichtung gemeinschaftlicher Arbeits-Nachweis- und Ver- kehrs-Lokale. Punkt 6. Centralisation der Krankenkassen sei zu empfehlen und solle man sich bemühen, auf diesem Wege baldigst etwas zu schaffen. Zur Durchführung der Konferenzbeschlüsse soll eine Commission gewählt und auch mit der einheitlichen Leitung betraut werden. Um dieses möglichst bald herbeizuführen, beschloß die Conferenz, zu Pflingsten einen allgemeinen Gewerkschafts-Kongreß abzuhalten, wo, wenn thunlich, die noch in Aussicht stehenden Generalver- sammlungen der einzelnen Gewerkschaften tagen sollen. Als Ort hierzu wurde Magdeburg oder Hamburg in Aussicht genommen. Zum Schluß wurde noch beschlossen, daß Gewerkschaften, welche sich vorstehenden Bestimmungen anschließen, zu jeder Zeit nach vorhergehender Kündigung sich auch wieder separiren können. Die Einberufung des Gewerkschafts-Kongresses, sowie die nöthi- gen Vorarbeiten dazu wurden den Hamburger Genossen über- tragen. Auch sprach die Kouferenz noch den Wunsch aus, daß sich möglichst sämmtliche Gewerkschaften an dem abzuhaltenden Kon- greß betheiligen möchten.— Sodann wird die Konferenz ge- schloffen. Correivondenzen Chemnitz. Der berüchtigte Emil Kästel, der unter dem Namen„Raphael Schütz" sich eine Zeit lang als Sozialdemo- krat aufspielte und in der Partei— freilich ganz fruchtlos— Stänkereien zu machen suchte, dann den Nationalliberalen, nicht ohne Erfolg, seine Dienste anbot, ist dieser Tage in Dresden wegen Unterschlagung und Betrug zu zweijährigem Ge- fängniß verurtheilt worden. So hätte die Nemesis wieder einen„Sozialistentödter" beim Schöpfe gepackt. arbeit der Fall ist. Diese produzirt mit der Absicht, den Welt- markt mit ihren Erzeugnissen zu versehen und Profit zu machen, während jene Wirthschaflsform nur auf Hervorbringung von Naturalien bedacht war, die an Ort und Stelle consumirt wur- den. Die Ausbeutung der Leibeigenen war daher auch auf jenen Güterkomplexen am ärgsten, wo das Hütten- und Bergwesen vorherrschte, während aus den übrigen Gütern dies Verhältniß zwischen Gutsbesitzer und Leibeigenen in den meisten Fällen einen patriarchalischen Charakter hatte. Gewöhnlich bestand die Leistung der Leibeigenen darin, daß sie den Gutsbesitzern Frohngelder zahlten, die aber nur in den gewerbrreibenden Orten hoch waren, oder daß sie wöchentlich eine dreitägige Frohnarbeit auf den gutsherrlichen Aeckern zu leisten hatten, wofür die Leibeigenen ihrerseits vom Gutsbesitzer ein Stück Land zur unentgeltlichen Benutzung erhielten. Außer- dem waren die Gutsbesitzer verpflichtet, Steuern für die Leib- ngenen zu entrichten und mußten sie dieselben bei Mißernten, Awhseuchen, Feuersbrünsten:c. unterstützen. Und hier sehen J~"lnals dieselbe Erscheinung wie bei den Kronbauern: die ?� �Utzer waren, wie die Kronbauern-Administratoren, nur ein ©;.! s!üt b!e EntWickelung der Bauernwirthschaft.�) im Allgemeinen um die ökonomische Lage der v;a"bildjen Bevölkerung in der Vorreformen-Periode. 9i,ff,"<;brer»Reformen". Unterlassen wir hier die umständliche Aufzahlung der Ursachen, die diese Reformen her- vorgerufen haben. Bemerken wollen wir nur, daß wir in dieser Hinsicht mehr Gewicht auf die ökonomischen Ursachen als auf die liberalen, Humanitären und politischen Combinationen legen. Der „national Reichthum erwies sich alz zu gering, man mußte diesen„Reichthum vermehren und die Produktion im Innern des Landes forden, denn durch die Förderung der Produktion, das weiß I�r Kapitalist, wächst der Reichthum, der natürlich nur in die Taschen der Kapitalisten fließen darf. . ♦) Man darf daraus keineswegs folgern, daß wir die„alte gute «t't zu ideal, siren gesonnen sind. Wir wollten nur auf den Unter- Ichied zwischen der auf der Leibeigenschaft bastrenden Wirthschaft und der kapitalistischen hinweisen. (Forssetzung folgt.) Aus Aaden. Unsere liberalen„Volksvertreter" in der zweiten Kammer sind, sammt der sehr„liberalen" Regierung, durch die beabsichtigte Tabakssteuer arg in die Klemme gebracht worden. Sie sehen ein, daß sie das Wasser nicht auf beiden Schultern tragen können, d. h. daß sie außer Stande find, gleichzeitig den Wünschen ihres Herrn und Meisters i« Varzin und ihrer Mandatgeb-r, des badischen Volkes, zu willfahren. Dies zeigte sich so recht deutlich gelegentlich der Anfrage Schneider's in der zweiten Kummer über die Stellung der Großherzoglichen Regie- rung der beabsichtigten Tabakssteuer gegenüber; sowie in der ersten Kammer, wo Freiherr v. Göler beim Posten„Matrikular- beitrüge zum Reich" die Tabakssteuer zur Sprache brachte. Der Abg. Schneider(bürgerlicher Demokrat) hob in seiner Rede hervor,„daß durch die beabsichtigte Steuer der Tabaksbau in Baden fast aufhören würde, es würde dadurch nicht nur der Consument, sondern auch die Landwirthschaft, Handel und In- dustrie schwer getroffen. Der Gesetzentwurf sei nicht anders zu betrachten denn als Vorläufer des Monopols, was in den Mo- tiven deutlich hervorgehoben sei. Das Monopol könne aber zu politischen Zwecken mißbraucht werden und bedeute eine An- Näherung an die sozialdemokratischen Ideen. Die Genehmigung der Vorlage und ihre Folge(Monopol) würde bei uns den Ruin zahlreicher Existenzen nach sich ziehn, die Steuerkrast vermindern, die Auswanderung vermehren." Der Geh. Rath Ellstätter hob in seiner Beantwortung hervor,„daß die Großh. Regierung in Berlin einen prinzipiellen Widerspruch nicht erhoben habe, weil ein dringendes Bedürfniß zur Erhöhung der unmittelbaren Reichseinnahme auch im Interesse der Einzelstaaten liege. Ab- hülfe sei durch direkte Reichssteuer nicht möglich und könne nur gesucht werden auf dem Gebiete der indirekten Steuern. Hier biete sich kein Objekt, das zur Besteuerung geeigneter wäre als der Tabak. Diese Thatsache sei nicht zu bestreiten. Man könne beklagen, daß dies Baden am meisten treffe, aber die Sache sei weder zu ändern, noch vom Lande abzuwenden. Die Regierung habe im Bundesrath beantragt, den Centner inländischen Tabak mit 18 Mark zu besteuern, und nachdem dies abgelehnt wurde, gegen das ganze Gesetz gestimmt." Die Kammer mußte nun wohl oder übel in die Debatte ein- treten, um zu sehen, wie sie sich am besten aus dieser unan- genehmen Situation befreien kann. O Bismarck, warum hast du uns das gethan! hätte der Abg. Paravicini ausrufen können als er sagte:„Es gebe nicht leicht einen Einzelstaat, der dem Reich so viel leiste wie Baden, was man ihnen aber jetzt zu- muthe, gehe zu weit, sie hätten gethan und würden auch ferner thun was sie können." Nun, mehr verlangt Bismarck auch nicht, als schließlich„Ja" zu sagen, und das können die liberalen Volksvertreter doch aus dem ff. Der Abg. Kiefer machte sich die Geschichte schon etwas leichter,„das Gesetz, wie es jetzt vor- liege, sei zwar ungerecht, weil es Baden am meisten treffe, aber prinzipiell könne man die Tabakssteuer-Erhöhung nicht von der Hand weisen, die gegenwärtige Zeit, wo eine Kabinetskrisis in Oestreich, oder eine Jntrigue in Paris, od-r dergleichen den europäischen Frieden bedrohen können und sich zahlreiche, ja sogar deutsche Stimmen für Zertrümmerung des verhaßten beut- schen Reiches aussprechen, sei nicht dazu angethan, das Reich finanziell zu schwächen und damit die Wehrkraft desselben zu beeinträchtigen. Der Abgeordnete Bär, auch Reichstagsabgeordneter, bemüht sich, in echt liberaler Weise dem Volk Sand in die Augen zu streuen, indem er betonte, daß Baden nach dem Entwurf Vs der ganzen Steuer bezahlen müsse, obgleich dasselbe nur Va» des ganzen Reichs ausmache. Deshalb könne er dem Gesetzentwurf nicht zustimmen, es werde aber nichts anderes übrig bleiben, als das Monopol einzuführen. Als ob wir uns dann besser stehen würden! Ja, Bismarck würde sich sogar freuen, wenn alle Reichstagsabgeordneten auf dem Standpunkt des Abg. Bär ständen, er brauchte dann das Uebergangsstadium der Steuer nicht und könnte gleich das Monopol einführen. Die Offenburger Wähler können sich zu ihrem Abgeordneten, der bismärckischer als Bismarck ist, gratuliren. Der Abg. Junghanns(ultramontan) meinte, so lange die Völker ihre Militärausgaben nicht einschränkten, müsse das Volk allerdings bezahlen, und da sei es gleich, ob wir gesotten oder gebraten gegessen werden, d. h. ob Steuererhöhung oder Monopol das Geld einbrächten. Pflicht jedes badischen Abgeordneten und der badischen Regierung sei es, den Gesetzentwurf ohne Phrasen zu Fall zu bringen. Was den Ersatz betreffe, so hätten wir ja Finanzkünstler in Deutschland genug, die Abhülfe anrathen könnten. Der Abg. v. Feder sprach sich ganz entschieden gegen den Gesetzentwurf aus, weil er eine ungerechte Belastung Süddeutsch- lands involvire. Wenn sich nun auch sämmtliche Redner gegen die Steuer- erhöhung ausgesprochen haben, so konnte man es ihnen doch anmerken, wie schwer es ihnen wurde, und außerdem ist noch zu bedenken, wie billig sie es da haben konnten, da die Entscheidung nicht in der badischen Kammer, sondern im Reichstag liegt. Auch in der ersten Kammer sprach man sich, mit Ausnahme des Herrn Hemmel, dem das„deutsche Interesse" unter allen Umständen über das des engeren Vaterlandes geht, gegen das Gesetz aus. In Folge der zweideutigen Haltung des Nationallibcralismus, derj a in Baden beinahe ausschließlich dominirt, sind sich auch diegTabaksbauern vielfach im Unklaren über die Tragweite des Gesetzes. Sie sehen zwar ein» daß die beabsichtigte Steuer- erhöhung schädigend auf den Tabaksbau einwirken muß, glauben aber vielfach, daß es beim Monopol besser wäre, indem dann den vielen Zwischenhändlern das Handwerk gelegt würde, sie sehen aber nicht ein, daß es der Regierung gar nicht darum zu thun ist, sondern nur um möglichst viel Geld dabei heraus- zuschlagen. Die Regierung würde dann den Preis für den Tabak derart niedrig stellen, daß an einen höheren Ertrag des Tabaksfelves gegenüber anderen Feldfrüchten, wie es gegenwärtig der Fall ist, gar nicht mehr zu denken ist. Tabak würde dann nicht mehr eintragen als z. B. Kartoffeln, und mit dem so oft gepriesenen„Wohlstand" der Tabaksbauern wär's vorbei. Das „Wochenblatt des landwirthschaftlichen Vereins im Großherzog- thum Baden" sprach sich denn auch gegen die Steuerhöhung sowie gegen das Monopol aus. Wenn also die füddeutschen Abgeordneten den Wünschen ihrer Wähler Rechnung tragen, so ist Aussicht vorhanden, daß das Gesetz im Reichstag abgelehnt wird. Ob sich aber dieselben, sofern sie der nationallib-ralen Fraktion angehören, zu einer solchen That ermannen wrrden, muß ich sehr bezweifeln.— Durch die Zeitungen geht gegenwärtig folgende Notiz: „Konstanz, 9. Februar. Der Gemeindevoranschlag für 1878 ist noch nicht ganz vollendet, doch wird uns mitgetheilt, daß sich die Einnahmen auf ungefähr 150,900 M., die Ausgaben auf ! 464.000 M. belaufen werden. Darnach find ungefähr 314,000 R. durch Umlagen zu decken, was nach Abzug des Ertrags der � Kapital- und Klassensteuer etwa 1 M. 20 Pf. auf 100 M. des ' Grund-, Häuser- und Erwerbsteuerkapitals ergiebt." In heutiger Schöffengerichtsfitzung wurde der frühere Ober- bürgerm-ister Herr Max Strohmeyer wegen Beleidigung der Mitglieder des Schatzungsrathes zu einer Geldstrafe von 50 M., sowie zur Tragung der Kosten des Versahrens verurtheilt. Zu bemerken ist hierbei, daß Herr Strohmeyer der Abgott der Liberalen war, der aber die Stadt derart in die Schulden hin- eingebracht hat, daß selbst die Regierung einen Commifsionär nach Constanz schicken mußte, um wieder Ordnung in die Ber- waltung zu bringen. Neuerdings ist die Opposition gegen die liberale Wirthschaft wieder stärker hervorgebrochen, darob großer Jammer in der liberalen Presse, die glaubte, die Sache werde so stillschweigend im Sand verlaufen. Man sieht, der Liberalismus wirthschastet sich immer mehr ab.....r. Krankenhausen i. Jh., im Februar. Wenn Sie von hier eine kleine Correspondenz bekommen, so dürfen Sie um keine» Preis denken,„es ist doch nur Einer dort, der mit der Sozial- demokratie sympathisirt", im Gegentheil, die große Masse des Volkes Nordthüringens ist sozialistisch und besonders um hiesigen Ort herum. Wenn auch die Sozialistentödter im verflossenen Jahre jubelten:„Frankenhausen ist aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschieden", so war damit doch sicher nicht gesagt: Frankenhausen ist zur Fortschrittspartei übergegangen. Die Ver- Hältnisse waren damals derart, daß es(in kleinen Orten wie dem hiesigen wird sich dieses oft wiederholen) an den nöthigen agitatori- schen Kräften fehlte. Man wird in solch kleinen Orten in der Regel nur einen Mann finden, der öffentlich auftreten kann, und das war auch hier der Fall. Hier nur ein ganz kurzer Rück- blick. 1868 entwickelte sich hier die Sozialdemokratie, ein ein- zelner Mann leitete Alles. Daß der Mann als Feind von allen Parteien angesehen wurde, ist selbstverständlich. Die Arbeits- entlassung, Chikane, Prozesse, Geldstrafen:c. k.» gerade wie anderswo auch, waren an der Tagesordnung. 1870 auf Hoch- verrath angeklagt, bei der V-rhaftung� und folgenden Haft kör- perlich vollständig ruinirt 1871 in den Schwarzburg-Rudolstädter Landtag gewählt, 1874 wiedergewählt, hielt er es aus bis 1875, da erklärte er gegen Freunde:„es geht nicht mehr!" So viel ich mich entsinne, machte er im Jahre 1876 seine letzte Strafe von drei Wochen ab.— Es würden sich wohl jüngere Kräfte finden, aber der Anstoß fehlt; sollte es möglich sein, daß ein Agitator von außerhalb Gelegenheit hätte, einmal nach hier zu kommen, so würden bald die Sozialistentödter eines andern und bessern belehrt werden. I. K. Ariedöerg(Oberhessen), im Februar.(Agitationsbericht. Im"Monat Januar vergangenen Jahres traten wir zum ersten- mal öffentlich auf, und zwar gezwungen durch einen Angriff der conservativen Partei bei Gelegenheit der Reichstagswahl. Wir schickten den Candidaten dieser Partei gebührend heim, und scheint ihm seitdem die Lust zu weiteren Kämpfen vergangen zu sein. Die„Lorbeeren", welche sich dieser Herr errungen, ließen, wie es schien, die hiesigen Koryphäen der Nationalliberalen nicht schlafen, und als gar der Artikel eines Herrn L. F. seinerzeit im„Vorwärts" erschien, da war es beschlossene Sache im Lager dieser Herren, dem frechen Eindringling, genannt Sozialismus, einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Verschiedene schlecht geführte Hiebe im„Oberhessischen Anzeiger", Kreisblatt für den Kreis Friedberg, wurden natürlich von uns präcis parirt, und als endlich ein in angeblich 10,000 Exemplaren verbreitetes, durch und durch confuses Flugblatt gegen uns erschien, konnten wir nicht umhin, auf eben diese Weise, d. h. mittelst Flugblatt, zu antworten. Genosse Frohme in Frankfurt hat später in einer Nummer des„Bolksfreund" in der richtigen Art dieses Erzeugniß liberalen Verstandes gegeißelt. Während dieser Bor- gänge hatten wir in verschiedenen nahegelegenen Ortschaften Versammlungen abgehalten, und alle hatten günstigen Verlauf und Erfolg. Das Landvolk der Wetterau ist, soweit wir es kennen gelernt haben, wenn auch derb, so doch keineswegs unzu- gänglich. Mittlerweile sagten uns Genosse Pfannkuch aus Kassel und Frohme aus Frankfurt zu, über„die kavitalistische Großproduetion",„die Lage des Kleinhandwerker- und Bauern- standes" und„die sozialistischen Productivassoziationen" referiren zu wollen, während Parteigenosse B. von hier schon früher einen Vortrag über„die historische Entstehung des Sozialismus, dessen Bestrebungen und Ziele" gehalten hatte. Am 10. Juni fand der Vortrag Pfannkuch's und Frohme's statt. Das war ein heißer Tag in doppelter Hinsicht. In dem Lokale, einem schönen großen Gartensaal, herrschte eine tropische Temperatur, und bald entwickelte sich ein hitziger Redekampf, an dem sich sämmtliche hervorragende Persönlichkeiten unserer Gegner, welche wir beson- ders eingeladen hatten, betheiligten. Von 4 bis 7 Uhr Abends wogte der Kampf hin und her, doch können wir mit Bestimmt- heit fagen, von gegnerischer Seite mit wenig Geschick und noch weniger Anstand. Ein Herr Schulinspector nannte uns Ver- führer der Jugend, Umstürzler und Demagogen, unser Herr Landtagsabgeordnete betitelte uns Batcrlandslose, die durch ihre unsinnigen Forderungen die Liberalen in die Arme der Reaction trieben, und ein hiesiger Müller that sogar den classischen Aus- sprach, daß Alles, was wir sagten, nicht wahr sei; nicht die großen Grundbesitzer machten die kleinen Bauern, sondern im Gegentheil, die kleinen Bauern die Großgrundbesitzer kaput. Darauf wüthendes Bravobrüllen der anwesenden landwirthschaft- lichen Größen, was sich um so komischer anhörte, als unser Müllerlein vorher bemerkt hatte, er gehöre zum Kleinbauern- stände, und sei er infolge dessen ein Feind der„Großen". Das thut aber alles nichts, wenn es geg die Sozialisten geht, ist eben alles, auch das tollste Zeug recht. � Frohme und Pfannkuch standen wie zwei Felsen im Meer, umtost von wüthmder Brandung. Ihre Antworten waren schla- gend, überzeugend und ruhig; nur wenn die Gegner in Zu un- artiger Weise sich ergingen, ward ihnen, von Frohme hauptsäch- lich, die verdiente Züchtigung. Schließlich räumten die Herren das Feld, indem sie erklärten, sich nicht länger mit uns herum- balgen zu wollen. Viele der Anwesenden, wir mochten sagen die Mehrzahl, war auf unserer Seite. Einige Wochen später wollten wir eine Versammlung in Münzenberg, emem schönen großen Nachbarorte, abhalten, in welcher Genosse Ullrich von Offenbach referiren sollte, allein em G-nsdarm vereitelte durch sein Auflösen der Versammlung ohne Grund unsere Absicht. Dem Manne wurde später auf unsere Beschwerde beim hiesigen Kreisgericht ein Verweis, und unsere Versammlung fand vier Wochen später unbeanstandet statt. Vor Kurzem nun hielt Frohme einen zweiten Vortrag über das sozialdemokratische Programm". Redner entledigte sich seiner" Aufgabe in ausgezeichneter Weise und hat einen sehr auten Eindruck gemacht. Um noch verschiedener Kleinigkeiten zu gedenken so sei bemerkt, daß wir einen Majestätsbeleidigungs- vrozeß hatten, der aber den Anstiftern zum Aerger wegen Mangels an Beweisen niedergeschlagen werden mußte. Ferner suchten in mehreren Wirthschaften flegelhafte Burschen Scandale mit Mitgliedern der Partei anzustiften, hie und da aber kamen sie an die Unrechten. Noch sei bemerkt, daß bei letzter statt- gehabter Gemeinderaths-Ergänzunaswahl Parteigenosse Lorenz Berg 41 Sttmmen erhielt, obgleich wir als Partei uns mcht an der Wahl betheiligten und die meisten unserer Genossen aus verschiedenen Gründen nicht wählen konnten. Den Herren Libe- ralen möge dies zum Beweise dienen, daß der Sozialismus bei uns Boden findet, nur muß dieser Boden tüchtig geackert und besäet werden. Bei den nächsten Reichstagswahlen gedenken wir mit unseren Gegnern ein ernstes Wort zu sprechen, und wenn wir uns auch nicht mit der Hoffnung tragen, dann schon einen Candidaten durchzubringen, so wollen wir bei der sozialistischen Heerschau doch unser Contingent, und wir hoffen ein nicht geringes, stellen. Mögen die Gegner schimpfen, hetzen und ver- dächtigen; der Sozialismus kommt, langsam, aber unwiderstehlich rückt er heran, und�nichts wird ihn aufhalten in seinem Sieges- marsch. Er kämpft für die höchsten Güter der Menschheit, für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, und darum erzeugt er in allen seinen wirtlichen Anhängern jene innere Beftiedigung, jene fittliche Kraft und jene hohe Begeisterung, die die Kleinen groß, die Schwachen stark macht. Und das fehlt unseren Gegnern, und das werden fie nie haben, und darum kommen wir trotz unseren geringen materiellen Mitteln vorwärts, immer vorwärts. Die Parteigenossen aber mögen sich beim Lesen dieser Zeilen ins Gedächtniß rufen, daß wir nicht rasten noch ruhen dürfen, und daß jedes neue Jahr ein neues Kämpfes-, aber auch ein neues Siegesjahr sein muß. Schließlich noch besten Dank den auswärtigen Rednern, welche uns unterstützt haben, und die Wetterauer Gesinnungsgenossen mögen allerorts auf ihrem Posten sein, damit die Agitation mehr und mehr geregelt vor sich gehen kann. Wenn diesnächsiejReichs- tagswahl kommt, müssen wir völlig gerüstet dastehen. Hffenüach, 28. Februar. Gestern lieferten die Schuhmacher ihre Lederwaarcn, welche sie von den Fabrikanten noch in Besitz hatten, ab. Es herrscht eine Einmüthigkeit unter denselben, die }u den schönsten Hoffnungen berechtigt. Ein Theil der Stri- enden— die ledigen jungen Leute— hat sein Bündel ge- Sjnürt und ist bereits abgereist, ein anderer Theil hat bereits rbcit bei Meistern genommen und nur noch wenige sind zu unterstützen. Hffenvach. Auch hier fand am 13. Februar eine Volksver- sammlung statt, in welcher die beiden Themata:„Welche Stel lung hat das deutsche Volk zur orientalischen Frage einzuneh- men" und„Die Tabakssteuer" auf der Tagesordnung standen. Genosse Frohme aus Frankfurt behandelte den ersten Punkt der Tagesordnung in gediegener Weise, worauf die Versammlung folgende Resolution einstimmig annahm:„Gestützt auf die Ucbeu zeugung, daß einem politisch mündigen, folglich auch als souverän zu erachtenden Volke nicht nur das Recht, sondern im Interesse ver Gerechtigkeit, Humanität und allgemeinen Wohlfahrt noch weit mehr die Pflicht zusteht, innigsten Antheil zu nehmen an allen ihm drohenden politischen Verwicklungen, und gegebenen Falles ein entschiedenes Veto einzulegen gegen solche politische Projekte resp. Maßnahmen seiner Regierung, welche die Wahr- scheinlichkeit oder auch nur die Möglichkeit der Herbeiführung derartiger Verwicklungen als begründet erscheinen lassen— erklären wir hiermit: daß wir der deutschen Rcichsregierung bisherige Orient- Politik mißbilligen und gegen dieselbe Protest er heben."— Hierauf referirte Genosse Ulrich über die projektirte Erhöhung der Tabakssteuer unter allseitiger Zustimmung und schlug am Schlüsse seines Referats folgende Resolution vor, die ebenfalls einstimmig angenommen wurde:„Die heutige Ver sammlung Protestirt mit oller Entschiedenheit gegen die projektirte Erhöhung der Tabakssteuer und erachtet es als die heiligste Pflicht der wahren Volksvertreter, gegen dieselbe zu agitiren und zu stimmen. Sie hält die Steuer an sich für eine völlig ungerechte, weil dieselbe, wie alle indirekte Steuern, die Herr- schende Klasse, welche alle Vortheile des heutigen Systems genießt, von den Lasten des Staates befreit und diese auf die Schultern des arbeitenden Volkes wälzt, wodurch dasselbe, schon als Pro- duzent aller Werthe ausgebeutet, auch als Consument durch den Verbrauch schlechter und vertheuerter Waare geschädigt wird. Aus diesen Gründen erklärt die Versammlung es für einen Verrath am Volke, wenn die Abgeordneten der projektirtcn Erhöhung zustimmen würden."— Daß das Tabakssteuer- Projekt wirklich alle Klassen und Parteien des Volks in Aufregung bringt, be- weist die Thatsache, daß selbst die Liberalen unseres Kreises sowie des Maingaues überhaupt(welche doch an Folgsamkeit den Reichsansprüchen gegenüber seither nichts zu wünschen übrig ließen) eine Petition dagegen an unfern Abgeordneten Dern- bürg beförderten. Was Der nun thun wird? Nun, wenn's gilt, wird er sich schon zu helfen wissen; wir haben's ja schon gesehen. Uebrigens glauben unsere hiesigen Tabak- Industrielle» an einen Ersolg der Petition(die hauptsächlich von ihnen ausging) selber nicht, ja fie wünschen rhn vielleicht nicht einmal, das scheinen ihre riefigen Tabakeinkäufe zu beweisen. rathsabg. Vr. Ferdinand Kronnawetter, Wien. Dr. L. Kugelmann, Rolle gespielt haben.— E. I. L. in Mittweida: Für den„Vorwärts" Hannover, v. d. Leeden, Hauptmann a. D., Hcrzogswalde bei bürste das Gedicht doch wohl�kaum passen.� der Expedition. W. Eckert, Kalk: 2 Mf. erhalten.— Ottensen: tona'nWnrhnrf« fielviia Gutsväckter Luce bunkerten O-Vr®ie Festannonce kam für die Sonntags-Nummer zu spät.— Schatz, Ä" Großenbein: ack. 1) Wir erwarten täglich neue Sendung dann er- Böhmischdorf. M. I. Levy, Rentier, Berlin. Liebknecht, Reichs- halten Sie sofort 12 Stück, all 2) Wir werden uns bemühen, eine Justizrath Martini, Danzig. Carl Mayer, Stuttgart. Dr. Meilitz Berlin. Dr. jur. August Oppenheim, Cöln. Gutsbesitzer Prager, dnartige Schaft,' wie Si7 wünschen, �u erhalten. Littauen. Rechtsanwalt Payer II, Reichstagsabgeordneter, Stutt- gart. Justizrath Dr. Reinganum, Frankfurt a. M. John Reiten- Da ich den Aufenthaltsort meines Bruders, Hermann Strobel, bach Plicken; Maler Rekitzky, Königsberg i. Pr. Riltinghausen, Weber aus Pausa(Sachsen) in Deutschland nicht ermitteln kann, so Rcichstagsabgeordneter, Cöln. Paul Singer, Kaufmann, Berlin. Leopold Sonnemann, Frankfurt a. M. Ludwig Walesrode, Stuttgart. Dr. Guido Weiß, Berlin. Jos. Zervas, Cöln. Oeffentliche Quittung. Im Monat Februar Hube ich für nachbenannte Fonds verein- nahmt: a) Rgitationsfond: Bon eirems. Parteigenossen in der Borderpfalz Mk. 60,00; Uelzen d. R. Schneeweiß 9,00; Königsberg v. Str. u. Fst. 3,00; Minden i. W. d. Domeier(f. Wichler) 0,75. b) Unterstützungsfond: Güstrow d. O. Wollschläger 17,26; Klein-Grasbwsk d.JEB. Reese ersuche ich alle Gesinnungsgenossen in der Schweiz und in Frank- reich, wo sich derselbe mulhmaßlich aushalten wird, kihn aus diese Notiz aufmerksam zu machen. Dringender Familienverhältnisse halber ist es nöthig, daß er uns seinen jetzigen Ausenthalt be- kannt gebe. Pausa, den 23. Februar 1878. K. Strobel, Weber. Genosse Max Kayser aus Dresden bitte um Zustellung seiner Adresse, oder, falls mein Brief an ihn gelangt, um gefällige bal- dige Antwort. H. 9t öd iget, Halle a. S., Gr. Wallst-. 24. Quittung. W. Hffmnn London Ab. 40,80. Wrgs Wien Schr. 5,12. Jnsn Ottensen Ann. 3,00. Mrln Schmölln Ab. 5,65. Schrwchtr •-« v m � nrn o-•, i»armen Ab. 4,60. Fr. Engl Reudnitz Ab. 21,00. Grn hier Ab. 0,30. 14,44; Wolsenbuttel».einem Benoffen d.W. Bracke st00;Le>pz.g d. Slbrhrn Eßlingen Ab. 13,44, Schr. 2,40 Brgr Seesen Ab. 6,50. Hadlich von Diversen US.62; ymnichen d. A. Auerbach l.65; Hos v. 33� Darmstadt Schr. 50.00. A. Sck Edinburab Ab. 19.70. Mrtn Rotz 19,00; Mannheim, Ueberschuß vom Weihnachtsfest durch W. Braittmg 100,00; Halle d. H. Röd>ger 11,00; Kiel d. F. Reumann �25. Eng Ludwigshafen Schr- 6,00. ...... Mch hier Schr. S,00r Btz Darmstadt Schr. 50,00. A. Sch Edinburgh Ab. 19,70. Mrtn Plauen Schr. 0,60 Klhn Chemnitz Ab. 1,50. Sprngr Aachen Ab. Khn Langenbielau Schr. 0,95. von Hoffmann's Hochzeit 6,00; London v. kommunistischen Arbeiter bildungsverein d. Ehrhardt 17,50; Berlin d. E. Putzer gesammelt in Praunitz u. Metze's Fabrik 15,00; Gotha d. C. Giesccke 9,00; Vlotho d. S. ges. auf B. Fabrik 6,05; do. d. Peters 1,95; Leipzig durch H. Bennewitz Ueberschuß der Pfennigsamml. 30,00; Kiel d. F. Neumann v. Fest der Segelmacher 6,20; Kesselstodt von Philipp Haberl 10,00;� �-------- Altona v. W. Borstelmann 10,00; Hannover durch H. Reichenbach bei tag Bormtttags V Uhr; für die FreltagS-Nummer biS Miti Frank«-...., Anzeigen zu Annoncen für die Mittwochs-Nummer müssen bis Mon- Ausruf! Vereinigung des„Arb.-Sängerbunts" und„Eintracht" 1,70; surr a. M. d. W. Knoke ges. am 15. Dezbr. 2,11; Essen d. A. Lange v. 13 Parteig. am Tage, als sich Bujarski; zum Bajazzo machte 5,00; Stcinwärder v. einem Geburtstage 1,33; Harburg v. F. Fächer 4,50; Gnandstein bei Kohren v. d. Cigarren- orbeitern bei W Dahler 3,00; Altona v. Schalle's Cig.-Fabrik 20 00; Ruhla ges. d. Joh. Rudel 3,50; Ludwigsbafen von den Parteigenossen d. F. Grawann 3,50; do. v. I. B. 25,00; Gotha d. Bruck 10,00; Breslau d. A. Hövel vom Fest der Eisenbahnarbeiter 15,00; Ham- bürg von I. Auer 2,40; v. Halberstadt 1,00; v. Frau H. 0,50; v. C. I. H. 2,00; v. W. Lülk-ns 2,40; v. Griese'« Bau d. Rö.her 4,00; v, I. P. Petersen, St. Pauli, Langereche, 20,00. 0) Wahlfond: Haiburg v. D. Sttffens 5,40; Barmen von B. Gräser 10,00; Langenbiilou v. Zs. 0,30; Brandenburg d. Bals gel. in mehreren Cig.-Fabriken 11,35; Meerane d. Rob. Jäcklin 30,00; do. vom Volks- verein 15,00; Goslar von I. Kreische 0,50; Flammersbach von vr. K. M. 6,00; Hamburg v. O- H. 2,00; Lauban v. Ad. Reinhold 2,80; Altona v. Hinz' Cig.-Fabrik 20,00; Berlin v. H. Schräder'« Cig.-Fab. 20,00; Ottenien v Parteigenoffln d. Herold 40,00; Reutlingen von A. Kunzelmann 3,00; Toumund d. C. H. Kalbfleisch erste Rote 53,00; Hastedt d. A. Baumgart v Cig.-Arbeitern in Hemslingen 13,20; Rheda d. H. Meinders 9,10; Harburg von d. central. Gew. d. H. Holzmann 15,00; M-rburg d. M. Müller 23,00; Frankfurt a. M. Liste 10 durch F. Sckwindt 23,60; Jüterbog gesammelt d. Andreas 8,80; do. d. A. Gelenik 1,10; Nowaweß Liste 1 v. Genossen d. C. Wille 16,00; Zeitz v. Küchler u. Hoffmann's Fabrik 6,00; do. v. Freitag's Fabrik 3,80; do. v. Nieser's F. 1,90; do. v. Krüger's F. 1,50; do. v. Schneider's F. 1,40; do. v. Köhler's F. 0,80; do. v. Götze's F. 0,80. Hamburg, 1. März 1878. August Geib, Rödingsmarkt 12. Aufruf an die Schuhmacher Teutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. Collegen! Aus dem„Vorwärts" und dem„Wecker" wird Euch bekannt sein, daß d e Schuhwaaren-Fabrikanien in Offenbach a. M. beabsichtigten eine Lohnreduklion eintreten zu lassen. Die Fabrikanten hielten jetzt die Zeit für günstig, die Absicht aus- zusühren, die Lvhnreduktion wurde emgesührt. Diese beträgt bei der geringsten Sorte Herrenarbeit 40 Pfg. per Paar; bei Damenarbeit steigt dieselbe bis aus 70 Pfg. per Paar. Die Fabrikanten wollen diese Maßregel mit dem schlech'en Geschästs- gange und dem geringen Absätze begründen, entblödeten sich ahr nicht zu verlangen, daß wir länger ar denen, d. h. mehr erzeugen sollen, wenn wir aus den früheren Lohnsatz kommen wollen. Diese Zu- muihung beweist zur Genüge, daß die Fabrikant, n die ohnedies trau- rige Lage der Schuhmacher nur d�zu benützen wollen, um aus der- selben mehr Profit zu ziehen, sich zu bereichern. Sie wollten uns, in- dtm sie aus die schlechten Zeiten und die viele überzählige Arbeilskrast hinwiesen, den Fuß auf den Nacken setzen und waren der Meinung, daß uns ein kleiner Lohn doch noch lieber sein werde als gar kein„Ber- dienst". Da die Löhne, welche die Herren zahlten, ohnedies zum Leben kaum mehr hinreichten, konnten wir eine Redultion derselben unmöglich er- tragen, wollten wir n.cht uns und unsere Familien dem langsamen Hungertode preisgeben. Ans die durch Nichts gerechtfertigte Forderung der Arbeitgeber .......... u_____ woch Vormittags 9 Uhr: für die SowntaffS-Nummer bi« Frei- bei Veuer zu Bornheim tag Bormittags 9 Uhr hier sein, weun solche noch bestimmt ■'" Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei unS hat, können eine Aufnahme nicht finden. ft cnmr.', Donnerstag, den 7. März, Abends«/,s Uhr im ö* Saale des Hrn. Michael, gr. Windmühlenstr. 7; Sozialistenversammlung. Tagesordnung: Fortsetzung der Debatte über die Lokalpresse.(60 Parteikarten sind vorzuzeigen. Ter Agent. Central-Wahl-Comite. Alle Briefe tc. für das Comitö sind vom nun an zu richten an C. Derossl, Holzdamm 42. Gieltisemiungsev sind wie bisher an A. Geib,. Rödingsmarkt 12 zu adressiren. Hamburg, 23. Februar 1878. I. A.: C. Derossi. Wir sind zusammengetreten, um durch Beiträge, einmalige konnten wir nicht anders als mit einer Arbeitseinstellung antworten. ..___ o°..N m.cZ.________«... cenN-a-n! Wir babkN diesen Schritr mcht unbesonnen aetban. wr oder jährliche, von Freuilden und Gesinnungsgenossen einen Preßfond zu stiften, der den Namen Johann Jacoby's füh College»! Wir haben diesen Schritt nicht unbesonnen gethan, wir haben Alles wohl erwogen und wissen, daß wir unter den gegenwär- Prensvno zu Mien. oer°en vcamen xzvgann �a ooy s suy-—■■ eR«.rhälMiffen einen schweren Stand habe,,. ren soll. Der große Volksinann, der lUNgst dahingeschieden, hat � H mt{m"tet, �icht anders handeln! Wir waren vor die Alternative für das Recht der freien Meinungsäußerung, als die Grundlage enitoedtr uns zu fügen und mit unseren Familien emem un- aller Freiheit, sein Lebe» lang tapfer gekämpft und gelitten, säglichen Elende entgegen zu gehen, vder, auf die Solidarität der Ar- Durch das Werk, das wir beginnen, wird sein Andenken am bester vertrauend, die schamlosen Forderungen der Arbeitgeber zurück- besten geehrt. Der Preßfond soll dazu bestimmt sein, verfolgte zuweisen. Schriftsteller zu unterstützen, ihnen den Rechtsbeistand zu sichern, im Falle ihrer Haft die Angehörigen vor Roth zu schätzen, der Binnen 14 Tagen 5000 Expl. vergriffen. Im Commissions-B-rlage von R. E. Höhme in Leipzig, Elisen- straße 1, ist erschienen und durch alle Expeditionen sozialistischer Blätter zu beziehen: Zur orientalischen Arage oder Soll Europa kosakisch werden? Ein Mahnwort an das deutsche Volk von Wilhelm Liebknecht. Zweite, um etwa 1 Bogen vermehrte Auflage, in der die neuesten Phasen der politischen Lage berücksichtigt sind. Preis 30 Pfg., bei Bezug von 12 Expl. ä St. 25 Pfg. und aus 10 ein Freiexemplar. Religion und Sozialismus. Eine nachgelassene Schrift, den deutschen Arbeitern gewidmet von Dr.<5. Aoruttau. Zweite Auflage. Preis 40 Pfg., in Partien 30 Pfg. Die Grientd ebatte im deutschen Reichstag (Sämmtliche Reden vollständig nach dem amtlichen stenvgra- phischen Bericht) beleuchtet von W. Liebknecht. 4—5 Bogen 8». Preis 30 Psg., bei Entnahme von 12 Exemplaren ä Stück 25 Pfg. u. 11/10. Wir wählen das Letztere! Collegen! an Euch ist es jetzt, m geschlossenen Reih n hinter den zu fordern. Geschäftsführung wird�emem Ausschüsse an- j«�''Z�rj�men-"delwints �" es d'e Fabrikanten anderwärts nicht so leicht wagen, mit einer Lohn- vertraut, der durch die Beitragenden gewählt ist, für das erste tebu(tT0n hervorzutreten, fallen wir, so werden die Arbeitgeber anderer Halbjahr werden d,e mituntcrzeichneten Königsbergcr Genossen Orte ihren Offenbacher Vorbildern nachahmen und allerorts eine Lohn- die Constituirungs arbeit übernehmen. �*■'...... Kann die Thätigkeit dieses Fonds in reichlicher, dauernder reduktion eintreten lassen. Vor Allem heißt es, den Zuzugs fern zu halten; in zweiter Linie Den Parteigenossen dringend zur Verbreitung empfohlen: Rundschau. Organ für sozialistische Propaganda. Erscheint monatlich einmal und kostet durch die Filial-Expeditioiten bezogen 15 Pf., auf der Post vierieljährlicki 60 Ps. excl. Bringerlohn. B erlag: Amelung str. 5, Hamburg. Berichtigung. Bei dem Inserate in Nr. 21„Patentlrte neue Erfindung" ist ein Fehler uniergelausen, indem eine Kapital-Einlage nicht von 500 Mk. Weise geübt werden, so wird damit ein gut Stück Arbeit zur heißt es. dafür zu sorgen daß Unterstützungsgelder bestafft werden. von oOlXIMk. gesucht wird. Reflektanten wollen''sich'an Erringung des freien Staates geleistet, und in diesem Streben dam-t d« Strikeuden nicht vom 9 welcher bekanndich der Eckert in Kalk bei Deutz wenden. geleistet, und in diesem Streben fühlen wir Alle uns einig, stchkn wir Schulter an Schulter Beitrittserklärungen und Beiträge sind an Herrn L. Braun, Buchhändler, Königsberg in Pr., Französifchestr. 22 zu richten. Sämmtliche freisinnige Zeitungen und Zeitschristen werden um kostenlose Aufnahme dieses Aufrufs ersucht. Herrmann Arnoldt, Kaufm., Königsberg i. Pr. Reichstags- abgeordneter Bebel, Leipzig. Joh. Phil. Becker Genf. Leopold Braun, Buchhändler, Königsberg i. Pr. Eli Behrcnd, Kauf- mann, Königsberg i. Pr. Borowsky, Gärtner, Königsberg i. Pr. Reichstagsabg. Dcmmler, Schwerin. Dr. Albert Dulk, Unter ist— gezwungen werden, nackzu- b st- Helfershe'fer der Ausbeuter geben.. Also, Genossen, thul Euere Psttcht! Alle Briese sind zu richten cm------ Müßig, Schloßstraße Nr. 28., zu Olkenbach am Main. Gelder sind zu senden an S. Dworzack, Hasenbachstraße Nr. 14. Alle arbeilerfreundbchen Blätter werden um Abdruck gebeten. Wilh. Eckert in Kalk bei Deutz türkheim b. Stuttgart. tzer Ebhardt, Komorowen Ostpr. Eichelsdörfer, Redact. d. N. Bad. Ldsztg., Mannheim. Rechts anwalt Freytag, Leipzig. Buchhändler Geib, Hamburg. Guts- besitzer Max Herbig, Maraunenhof b. Kgsbg. i. Pr. Carl Holt- Hof, Reichstagsabgeordneter, Frankfurt a. M. Ad. Harig-Beinbe, Mainz. Xaver von Hasenkawp, Red. d. Beobachter, Stuttgart. Wilhelm Hafenclever, Reichstagsabgeordneter, Leipzig. Carl Hirsch, Paris. Conditor Källmann, Königsberg i. Pr. G. Fr. Kolb, München. Ad. Kroeber, Holzhändler, München. Reichs- .©cm,,,-..®| � Zur Agitation wie zur Gewinnung von Alle' Brüse°sind�"zu�"richten' an den ersten Vorsitzenden Peier Abonnenten sind gegen Einsendung des Portobetrages ...--™ pr ein Kreuzband zu 10 Stck. 10 Pf., zu 30 Stck. 20 Pf., zu 60� Stck. 30 Pf., über 00 bis 300 Stck. . per Packet 50 Pf.) überzählige Nummern ans früheren «. i. Jh.- Corres, o.dcnj*.-«>«».» fefehn. baldmögl chst Verwendung finden.- B. B. in D.: Das beste ist, Sie Größere Posten liefern wir per Egenbahn-Fracht- fragen bei dem betreffenden Geistlichen an ob er Ihre Streichung qut und berechnen solchen Falls ä. �2 Ctr. mit 5 M SMf-SWS!---........'-' Anschein bat, zwar Ihrer Ueberzeugung zuwider, aber Ihrer Frau zu Lieb, katholisch bleiben wollen. Ist unsere letziere Annahme irrig, dann schlagen Sie de» enlgegengesepten Weg ein und melden Sie bei dem Geistlichen neuerdings Ihren Austrilt aus der katholischen Kirche an. Ist die Sache so in Ordnung gebracht, dann ergiebt sich Ihr Ver- halten gegenüber dem bewußten Amt von selbst. Zum Schluß noch das Geständniß, daß Sie in der ganzen Affaire eine sehr fragwürdige � Ctr. mit 10 M. bei frankirter Zusendung. Leipzig, im Januar 1878. ____ Expedition des„Vorwärts". Beraniwortlicher Redakteur: Hermann Helßig w Reudnitz-Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12 II in Leipzig. Druck und Verlag der Genofselischastsbuchdru eiern in Le-pzig.