Erscheint w Leipzig Mittwoch, Freitag, So»»tag. AbonnementsPreiS iüt ganz Deutichland t W. S« W. pa> Quartal. MonatS-Abonnement» werden bei allen deutichen Postanstalten m>I de» S, und Z. Monat, und aus den ».Monat beionber« angenommei� im «tnigr. Sachjen und Herzogth. Sachsen« Altenburg auch auf den lten Monat »<» Quartal« st S4 Psg. �nferate Mr. Persammwngen»r. Petitzeile to Pf, fctr Privatangelegendeiten und Feste pro Petitzeile Z« Pf. Vorwärts Vesteliungen nedmen an alle Postanstalten und Buch- Handlungen de« In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Aew-Norl: Soz.-demorr Benosten- schastsbuchdruckerei, Ida kllUr iU�e ktr. Philadelphia: P. Haß, SM livrid 3-a gtroel. I. Boll, 112» Charlotte Str. Anboten K.J.: F. A. Sorge, 21» Vi.oh- iogston Ktr. Ahicago: A. Lansermann, 74 Cirbonrne San Franziseo: g. Entz,«3 O'FarreH str London W.: C. Henzc, 8-.Kr Golöen Sqvuuree Kentrat Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 38. Sonntag, 31. März. 1878. Äbonnements-Einladung. Mit dem 1. April 1878 beginnt ein neues Quartal, und fordern wir deshalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchent- lich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 1 Mark(50 pro Quartal für ganz Deutschland. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei wöchentlich dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland, Helgoland und Luxemburg Z Mark per Quartal: für die Schweiz, Serbien, Belgien, Seandinavien, Italien, die Niederlande, Großbritannien, Rumänien, Portugal, Frankreich, Spanien, Türkei und Bereinigten Staaten von Amerika 4 Mark; Eouvertsendungen innerhalb des deutschen Postgebietes inel. Oesterreich- Ungarn, Luxemburg und Helgoland wöchentl. 3mal 10 Mark pr. Quartal, wöchentl. Imal 4,80 Mark pr. Quartal. Der Abonnements-Betrag ist bei Bestellung einzusenden. In dem ZeitungSkatalog steht der„Vorwärts" im Nachtrag XI, unter Nr. 4132, Seite 2. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementspreis mit Bringerloh») auf 1 Mark 80 Pf. pro Quartal und 60 Pf. pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition d. Bl. Färberftraße 12/11, unserem Eolporteur Moritz Ulrich, Süd- straße 12, in pxn Filialen: Eiaarrenladen des Hrn. Peter Krebs, Ulrichsg. 60, und Sattlerwerkstatt am Königsplatz 7; für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen:?»tk- «arsdarf, Tleudnih, NeuschSnefetd:c. jc. bei Frau Engel, «eudnitz, Täubchenweg 2g, 2 Tr.; für ßonnewih«. Hackert, Kurze Str. 10 pari.; für Kleinzschacher und Ztmgegend bei F. Xr o stHauptstr. 10 1; für Thonberg bei B ö s ch. Hospitalstr. 6/1V dahter; für Zleureudnitz bei Zschau, 1b 1; für Köhlis k. bet Schäfer, Eisenbahustraße 8; für Stötteritz bei ffi. Oeube, An der Papiermühle; für �tagMitz-Atwdena« bei Frau Grebenstein, Aurelienstraße 3. Für Nertim wird auf den„Vorwärts� monatlich für 75 Pf. (frei in's Haus) abonnirt, bei der Expedition der �Berliner Freien Presse", Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8» und Rubenow, Brunnenstr. 36 a, im Laden. Die Leipziger Abounente« werde««och deso«der» darauf «fmerksam gemacht, daß bei alle« Stadtpost-Filiale« Quartals- abouuements augenomwe«»erde«. Die Expeditio« des„Vorwärts". Der Untergang der alten Parteien. Wie die ganze politische Entwicklung sammt allen politischen Gestaltungen auf ökonomische Ursachen zurückzuführen ist, so auch die politischen Parteien. Von Haus aus ist jede Partei «ur eine Vereinigung von Staatsbürgern zur Vertretung und Geltendmachung gewisser ökonomischer Interessen. Nun liegt es aber iu der Natur der Dinge, daß die verschiedenen Parteien ihre Ziele dem Publikum in möglichst anziehender, verlockender Form hinzustellen, und ihre Sonderzwecke als allgemeine Ge- sellschaftszwecke zu präsentiren bestrebt sind. Zum Theil ge- schieht dies nicht einmal aus.politischer Heuchelei", sondern es mischt sich auch ein gut Theil Illusion bei. Die französische Bourgeoisie 1789 und die deutsche Bourgeoisie 1848 bildete sich — mit sehr wenigen Ausnahmen— steif und fest ein, sie .kämpfe" für die Befreiung der Menschheit anstatt für die eigene„Befreiung", d. h. für die Klassenherrschaft der Bourgeoisie, und sie handelte zu Anfang der Bewegung un- zweifelhaft im besten Glauben. Im weiteren Verlauf der Bewegung entdeckte die Bourgeoisie allerdings dort wie hier, daß sie sich einer Selbsttäuschung hingegeben, und nun begann die Aera der politischen Heuchelei. Bon der Selbsttäuschung kurirt, verlegte man sich planmäßig auf die Täuschung des Volks— griffen dkr hübschen Freiheitsphrasen be- ist eS jeder anderen Partei ergangen: die sämmt- nW K« hr«.�atteien haben deshalb entweder kein Programm, salstber XUnll rs überlebt. Sie segeln mehr oder weniger unter Ltd die oolttHÄp s? AHalt deckt sich nicht mehr mit der Form, Äntlicken bethätigt sich darin', daß man die SSÄl?Änftt Partei, die Interessen, deren Ver- im ableugnet, und die„Jnteressenver- Politik erklärt � eine Sünde am heiligen Geist der P°rtei hat stets diese Auffassung be- kämpft und die ökonomtsche Grundlage der politischen Parteien betont. Jetzt fangt man auch in weiteren Kreisen an, dies zu begretfen«nlaßltch einer vor Kurzem in Berlin abgehaltenen Volksversammlung,» welcher da» fortschrittliche Phrasenthum m der Person des Eharlatans Max Hirsch von Professor Wagner unbarmherzig z-rfttt wurde. schreibt die Berliner »Bvlkszeitung"(Nr. vom 27. Marz) redaktionell: »Jedenfalls war die Versammlung eine der interessantesteo uud belehrendsten, die Berlin m den letzten Jahren gesehen, so- Wohl durch die ruhige Diskussion verschiedenster Partelstand- siuukte wie durch das Herabsteigen eines unserer hervorragendsten wissenschaftlichen Lehrer der Nationalökonomie in die Arena des Parteikampfes.-- „Aber auch in weiteren Kreisen der liberalen Parteien wird die Rede Wagner'S Stoff zu ernsthaftestem Nachdenken geben, sowohl in dem, was in ihr zu bekämpfen, als in dem, was aus ihr für eine praktisch politische Partei zu entnehmen. Eine Revision der Parteiprogramme und Neu- resp. Umbildung der Par- teien scheint uns eine zwingende Nothwendigkeit. Mehr und mehr treten die formalpolitischen Fragen in den Hintergrund des Bolksinteresses, während die wirthschaftlich-sozialen sich hervordrängen; es wird daher unvermeidlich sein, künftig die Scheidung?- linien der Parteien mehr unter Berücksichtigung der letzteren, als lediglich nach der bisherigen politischen Parteischablone zu ziehen!" So das fortschrittliche Organ, von dessen Eingeständniß wir hiermit Akt nehmen. Wohl treten die„formalpolitischen Fragen" mehr und mehr in den Hintergrund, und wohl drängen„die wirthschastlich so- Jialen Fragen" sich mehr und mehr hervor. Und zwar mit olcher Macht, daß von den„formal� politischen Fragen" sehr bald gar nicht mehr die Rede sein wird. Die Rapidität, mit der sich seit einiger Zeit die Auflösung der politischen Parteien vollzieht, ist nichts zufälliges. Sie er- klärt sich auS der allgemeinen wirthschastlichen Zersetzung. Binnen wenigen Jahren sahen wir in Deutschland zwei Parteien zerbröckeln, von denen die eine vor 25, die andere vor 15 Jahren in Deutschland allmächtig war: die conservative Partei und die Fortschrittspartei; in diesem Moment vollzieht sich unter unfern Augen mit reißender Geschwindigkeit die Zerbröckelung der nationalliberalen Partei; und wenn, waS nächstens bevorsteht, der„Tulturfriede" zum Abschluß kommt, wird auch die Ten- trumspartei mit Wünschenswerther Schnelle den Weg alles Fleisches gehen. Kurz, es bereitet sich eine ganz neue Parteibildung vor; das alte Parteiwesen, der„politische Formalismus" hat sich überlebt: die ökonomischen Fragen werden bald allein bestimmend und ausschlaggebend sein, und die verschiedenen Interessen zur Fahne werden, um welche sich, als„Interessenvertretung", die ver- schiedenen Parteien gruppiren. Diese verschiedenen Parteigruppi- rungen werden aber, insofern sie Sonderinteressen verfolgen, die nur auf dem Boden des heutigen Staates und der heutigen Gesellschaft zu befriedigen sind, trotz des unvermeidlichen kleinen Krieges unter sich, dennoch im Grund nur eine große Par- tei bilden, die„eine reaktiosnäre Masse", welche den Sieg der Sozialdemokratie: der Partei des GemeininteresseS, mit allen Mitteln und um jeden Preis suchen muß zu verhindern. Die Physiognomie der heutigen Gesellschaft. Ein wenig erfreuliches Bild bietet sich dem Beobachter dar, der mit kühnem Griffe den Schleier hinwegzieht von dem Antlitz der jetzigen Gesellschaft; es ist das Haupt der Medusa, das uns grauenerregend anstarrt. Zum Glück wird der PerseuS nicht weit fein, der diesem versteinernden Ungeheuer den Garaus macht. Blicken wir zuerst auf die wirthschastlich en Verhältnisse— die Basis der Gesellschaft— so sehen wir nichts, das die Hoffnung des BesserwerdenS erregen könnte; der wirthschastlich? Typus der Gesellschaft ist— die Unterbilanz. Mit ibr sehen wir den Staat, welcher für den scharfen Bcobachter nur oen comprimirten Gesellschaftszufiand darstellt, kämpfen, mit ihr streiten die Tau- sende von Unternehmer- Existenzen, welche sich durch ein Verderb- liches Kreditsystem über dem Wasser halten und nicht leben und sterben können, und die Roth des Handwerker? und der Hunger- lohn des Arbeiters bedeuten nichts Anderes als die wirthschast- liche Unterbilanz, mit der Alle ringen. Man wende nicht ein: daß doch gar Viele ihr Auskommen haben, Manche sich sogar ganz gut stehen— wir haben nur die Gesammtverhältnisse im Auge, und die Leute, welche gewöhnlich„die Gesellschaft" reprä- sentiren, vertreten nicht zugleich die Summe des Einzelwohls aller Gesellschafter. Man könnte auch sagen, wir leben in einer Zeit der wirth- schaftlichen Rath- und Thatlosigkeit, welche wieder an der Spitze ihren Sitz hat. Ganz abgesehen davon, daß wir uns faktisch in einer Art Interregnum, einer Regierungslosigkeit sondergleichen, d. h. unter einem höchst nervösen, zerfahrenen Regime befinden, daß die Geschicke Deutschlands abhängig find von einem Zu- stände, den wir„Ministermigräne" nennen möchten, leiden wir auch noch in wirthschaftlicher Beziehung darunter, daß unsere „doiameiiuD d'ötat" mit den ökonomischen Elementarbegriffen in gespanntester Feindschaft leben. Man denke nur an die jüngsten Tabaksdebatten im Reichstage, an den nervösen Reichskanzler und den in Thränen schwimmenden Camphausen; man denke unter Anderem daran, daß die Reichsregierung nach Abweisung ihre Tabaksvorlage erst daran denkt, eine Enqußte zu veranstalten über die Tabaksindustrie in Deutschland und die Einrichtung der Tabaksbesteuerung iu anderen Ländern. Die Politik von„Fall zu Fall", der opportune Liberalismus hat es so weit gebracht, daß man nicht im Stande ist, die ein- fachsten formellen Fragen in reformatorischer Weise zu lösen; an den Matrikularbeiträgen werden fich unsere„Staatsmänner" noch die Zähne ausknabbern. WaS geschehen soll, um daS drohende Defizit— den Geist Banco'S, der an begangene Sün- den mahnt— zu verscheuchen, weiß kein Mensch, trotzdem die Hüffe für unsere Finanzkunstler nahe genug liegt, wenn sie an eine Besteuerung des Börsenwuchers, des LuxuS, der mit Be- dienten, Equipagen, Klavieren-c. getrieben wird, wenn sie an eine Verminderung des stehenden Heeres denken möchten. Aber sie wollen nicht darandenken, und aus leicht erklärlichen Gründen. Gehört doch der Wahn, daß durch die entstehende vedarfseinschränkung in Luxussachen die Industrie leide, mit zur Physiognomie unserer Gesellschaft, deren industrielle und com- merzielle Vertreter in direkter Linie von den reichen Merkanti- listen abstammen, die da glaubten, Gold und Silber repräsen- tirten allein den Wohlstand der Natton; gehört doch der straffe Militarismus gleichfalls mit zur Physiognomie der Gesellschaft. Und gar erst unser politisches und öffentliches Leben. Die biederen Bürgersleute haben sich so täppisch in den Sumpf des „TulturkampfcS" locken lassen, daß sie bis über die Ohren darin versunken find und nichts hören noch sehen; Kläffer, die den Sozialismus anbellen— aber nicht beißen—, find freilich genug übrig geblieben. Ein Blick auf unser öffentliches Leben von einem erhabenen Standpunkte aus würde nichts Anderes zeigen, als den Anblick eines dicken Nebels, in dem fich eine Menge Gestalten planlos bewegen, fich anstoßen und dann vereinigen—„von Fall zu Fall"— und nur seitwärts sehen wir eine Schaar kräftiger Ge- stalten, die mit verschränkten Armen und höhnischem Lächeln auf den Hexensabbath hinschauen, den die herrschenden Klassen auf- führen. Wenden wir unser Auge weg von den Gedankenlosigkeiten der„besseren Klassen" und hin zu dem arbeitenden Volke,- so zeigt unS die Lage des Handwerkerstandes nicht minder dessen Rath- und Thatlosigkeit. Ist auch Vieles in Bezug auf die Selbsterkenntniß des Handwerkerthums besser geworden, so muß doch das Meiste noch geschehen. Die Handwerker müssen endlich einsehen, daß sie ihr Geschick den Weg zum Proletariat und nicht zum Kapitalismus führt; der Handwerker kann bei größtem Fleiße, bei dem Kleinbetriebe ohne GlückSumstände nicht in die Bourgeoisie hinaufdringen, wohl aber kann ihn eine Krise wie die jetzige für immer zum Proletariat hinabstoßen. Die Krisen einerseits, die Entwicklung der Großindustrie andererseits schreiben ihm mit strenger Nothwendigkeit sein Schicksal vor. Erkenne dich selbst, muß die Parole des Handwerkerthums sein, wenn es fich aus dem Marasmus der Bourgeoisie befreien will. Die freundlichsten Züge der Gesellschaftsphyfiognomie zeigen die Lohnarbeiter; fie haben offenbar ihre Lage zum großen Theil erkannt, und diese VolkSerkennwiß ist schon die erste Etappe zu ihrer Befteiung. Sie haben sich und die— Anderen erkannt und das ist schon genug. Sollen wir von den Leistungen der Kunst reden, so sehen wir in der Mufik nichts als flaches Epigonenthum— wozu wir auch die Wagnerei rechnen—, nur in der Malerei und den bildenden Künsten leistet unsere Gesellschaft Bedeutende» in Schlachtgemälden und Bismarckbüsten. Die Franzosen, Eng- länder, Amerikaner verstehen eben nichts von der Kunst, sonst hätten fie diese Leistungen in Philadelphia nicht mitleidig be- lächeln können. Es ist charakteristisch genug, daß die Bourgeoisie im Verlauf ihrer Herrschaft nicht ein monumentales Kälnstwerk(Krieger- denkmale ausgenommen) geschaffen hat, welches einen dauernden Werth enthielte; in der Kunst repräsentirt fie die Stillosigkeit, in der Politik die Gesinnungslosigkeit, in der Moral die Unsitt- lichkeit; mit diesen Attributen lassen sich nicht Ideale schaffen. Die Physiognomie unserer Gesellschaft zeigt uns den fanatischen Trieb nach Ruhe, die von sinnlichen Genüssen erzeugte Geschmack- losigkeit und in der Moral den sittlichen Bankerott des bis- herigen Systems, mit einem Wort sittliche, intellektuelle und wirthschaftliche Verkommenheit. — c— Sozialpolitische Uebersicht. — KriegSnoth und Nothstand in Europa, Minister- noth und Nothetat in Preußen-Deutfchland. Mit obigen wenigen Worten kennzeichnet fich die gegenwärtige Situation. Der Congreß kommt wahrscheinlich nicht zu Stande; in PetexS- bürg tauchte sogar das Gerücht auf, daß England den Krieg erklärt habe. Die Roth unter der russischen Landbevölkerung hat eine große Höhe erreicht, so daß sie derjenigen gleicht, welche in Deutschland in den Webergegenden herrscht. Noch immer laufen in Berlin die Minister schneller zu ihren Hotels hinaus, als man neue einfangen kann. Bismarck be- hauptete zwar mit der unschuldigsten Miene am Mittwoch den 27. März im preußischen Avgcoronetenhau», daß er seine Tol- legen ausgezeichnet behandele, doch scheint ihm Niemand dies so recht zu glauben.— Die Sitzung am 27. war eine äußerst in- teressante. Bismarck hatte in der vorhergehenden Sitzung erklärt, daß er und seine Collegen gar keine Ahnung davon gehabt hätten, daß der Landtag während der Reichstagssession Sitzungen halten wolle— darob große Unruhe im Hanse. Am 27. erklärte nun Minister Friedenthal, daß die Minister wohl davon Kenntniß gehabt, aber dem leitenden Minister keine Mittheilung davon gemacht hätten. Darauf springt Lasker auf und weist darauf hin, daß Bismarck geäußert habe, daß im Ministerrath über die Sache gesprochen, ihm aber keine Kenntniß gegeben sei; unmöglich könne hiernach die Erklärung des Minister Friedenthal's stimmen. Bismarck lobt hierauf den braven Lasker und Lasker giebt sich in einer persönlichen Bemerkung zufrieden. Dann wird in zweiter Lesung des Nachtragsetat das Gehalt für einen Bicepräfidenten des Staatsministeriums bewilligt, die Errichtung deS Eisenbahn- Ministeriums hingegen vorläufig abgelehnt. Hierbei sei zu erwähnen, daß vorläufig an Achenbach's Stelle Herr Mai dach, der zukünftige Eisenbahnminister, zum Handels- minister dcfignirt worden ist. Zur Illustration der liebevollen collegialischen Behandlung, die Achenbach seitens Bismarck's erfahren hat, setzen wir einen bezeichnenden Satz der bismarck- freundlichen„Msgdeburaiscken fleituna" bier bin: Wit Keulen- | schlagen ging der Vürst�gtten �«chen W vor," und die Detäil- � ausführungen Bismarck's riefen bei jedem aufmerksamen Zuhörer die Vorstellung wach, als wäre namentlich die Eisenbahnpolitik des Handelsministers theils eine gedankenlose, theils eine direkt reichsfeindliche gewesen." Daß durch die Confusion, welche im Reiche und in Preußen herrscht, der Etat bis zum gesetzmäßigen Termine, bis zum ersten April, nicht fertig gestellt werden könne, das konnte man längst wissen. Deshalb hat der Reichstag am 28. März auch über einen Nothetat berathen.— Noch sei zu erwähnen, daß der- schieden- Blätter melden, das Amt eines Vicekanzlers, welches der Graf Stollberg erhalte, sei nur ein Uebergangsstadium zum Reichskanzler, da Bismarck sich in nicht ferner Zeit in den wohlverdienten Ruhestand begeben werde.— So ist Alles in's Schwanken gerathen im„Reiche der Ordnung und guten Sitte". Und wer ist der„Verrunjenirer"? — In der Sitzung des Reichstags vom 26. März kam ein Theil des Postetats zur Berathung, bei welcher Gelegen- heit der Abg. Rittinghausen an den Generalpostmeister das Gesuch richtet, für Briefe und Kreuzbandsendungen getrennte Einwürfe einzurichten, da es häufig vorkomme, daß Briefe sich in Kreuzbandsendungen einschieben und in Folge dessen nie oder erst nach Monaten ihre Adresse erreichen.— Genosse Temmler bemerkt bei dem Punkte, der sich um Herstellung einiger Post- und Telegraphendiensthäuser handelt, daß in der Commission kein technischer und künstlerischer Sachverständiger sei; deshalb habe er sich für verpflichtet gehalten, die Pläne und Kosten- anschlüge der Bauten einer Prüfung zu unterziehen. Dabei habe er gefunden, daß namentlich die Kosten für den Entwurf und die Leitung ganz exorbitant seien. Diese Arbeiten müßten von den etatsmäßig angestellten Postbaubeamten besorgt werden. Man sollte das unnütze Geld, welches man hier an Baumeister zahle, die mit der Post gar nichts zu thun haben, lieber den unteren Postbeamten geben. Die gefertigten Entwürfe seien auch nichts weniger als mustergültig. Auf höhere Anweisung habe man den gothischen Stil gewählt. Derselbe eigne sich jedoch grade für derartige Gebäude, die nur Bureauräume enthielten, noch weniger als für andere Profanbauten. Um einen ästhetischen Effekt zu erzielen, habe man dann z. B. Thürme an die Flügel eines Gebäudes gestellt und 14 Fuß hohe Erker angebracht, die einen praktischen Zweck absolut nicht hätten, so daß das Geld weg- geworfen sei.— Der Antrag der Commission auf Genehmigung der betreffenden Gelder zur Aufführung stephanischer Bauten wird natürlich genehmigt. — Die sozialistischen Abgeordneten haben folgende Gesetzentwürfe eingebracht: 1. Gesetz über die Abänderung des Freizügigkeitsgesetzes vom 1. November 1867. Einziger Artikel. Das Alinea 1 des§ 3 des Gesetzes, betreffend die Frei- zügigkeit, enthält folgenden Wortlaut: Insoweit wegen gemeiner entehrender Vergehen oder Verbrechen bestrafte Personen nach den Landesgesetzen Aufent- Haltsbeschränkungen durch die Polizeibehörden unterworfen werden können, behält es dabei sein Bewenden. Berlin, den 26. März 1878. J o h. Most, als Antragsteller. Unterstützt durch: Kapell. Liebknecht. F. W. Fritzsche. Motteler. Hasenclever. I. Auer. G. A. Temmler. Rittinghausen. Bracke. Bios. Heckmann-Stintzy. Grad. Äuerber. Stötzl. (Die gesperrt gedruckten Worte fehlten bisher im Gesetz, wes- halb man m manchen Theilen Deutschlands auch politische „Verbrecher" mit Ausweisungen k. behelligte.) 2. Gesetz, betreffend die Vereins- und Versammlungsfreiheit. Einziaer Artikel. Alle Einwohner des Deutschen Reichs haben das Recht, ohne polizeiliche Anmeldung oder Genehmigung zu jeder Zeit und an ledem Ort— unter freiem Himmel, wie in geschlossenen Räumen — sich zu versammeln und Vereine zu politischen oder nicht- politischen Zwecken zu gründen. Alle Vereins- und Versammlungsgesetze der deutschen Einzel- stallten sind aufgehoben. Das Gesetz tritt am 1. Juli 1878 in Kraft. A. Kapell und I. Most als Antragsteller. Hasenclever. Motteler. W. Liebknecht. Fritzsche. I. Auer. Blos. Bracke. Temmler. Rittinghausen. Heckmann. Stintzy. Grad. Stötzl. Guerber.) (Max Hirsch, welchem der Antrag gleichfalls zur Unter- schrift vorgelegt wurde, verweigerte dieselbe unter den verschie- densten Ausflüchten und charakterifirte sich so als echter„Ar- beitervertreter".) Die Charakterlosigkeit in Deutschland. „Um die Freiheit ist's nach meiner Ueberzeugung heute in Deutschland schlecht bestellt. Ja, sehr schlecht, trotz des liberalen Anstrichs so mancher Verhältnisse." Mit diesen Worten leitet vr. Kollmann, Kreisrichter zu Rosenberg in Westpreußen, eine Schrift unter dem Titel:„Die Charakterlosigkeit in Deutschland" ein. In dieser Allgemeinheit wird die Behauptung des Ver- fassers schwer zu begründen sein. Er hätte sie beschränken sollen auf die Preßfreiheit, mit welcher sich in der That die kleine Schrift fast ausschließlich beschäftigt. Und auch in dieser Be- ziehung sehen wir das Uebel weniger in unserer Preßgesetzgebung, in welcher erreicht ist, was unter den obwaltenden Umständen zu erreichen war, als in der Handhabung der Gesetze, weniger in unseren Gesetzen, als in unseren Sitten. Die freie Meinungs- äußerung ist uns noch nicht in Saft und Blut übergegangen, und so leiden auch unsere Richter noch oft an den veralteten Anschauungen jener Zeit, wo nichts gedruckt werden durfte, als mit hoher obrigkeitlicher Erlaubniß. Die Nationen, bei denen sich eine wirkliche Pretzfrciheit eingebürgert hat, sind daher nicht wenig erstaunt über unsere zahllosen Preßprozesse und über so manche ihnen unverständliche richterliche Entscheidungen. So schreibt eins der angesehensten englischen Blätter, der„Manchester Guardian":„Wenn die Freiheit der Presse, wie wir anzunehmen gewohnt sind, einen wesentlichen Bestandtheil der nationalen Freiheit bildet, kann dann Deutschland, daß sich gerade seiner Cultur und nationalen Größe so sehr berühmt, in Wirklichkett ein fteies Land genannt werden? Kaum ein Tag geht vorüber, an welchem die Zeitungen des Geburtslandes von Goethe und Schiller uns nicht neue Illustrationen der Schwierigkeiten und Gefahren bringen, inmitten welcher sie sich zu behaupten suchen müssen. Nachdrückliche und offene Kritik der Minister, der nationalen Institutionen, der Politik und der Absichten, welche in der Regierung herrschen, kann einzig mit großem Risiko geübt werden. Das Gesetz schlägt mit Geldbuße oder Gefängniß einen Jeden, der nach der Meinung deutscher Richter den Einfluß der Träger der Staatsgewalt zu schwächen oder eine Jnstitution, wie — Das Stärkeverhältniß der Parteien im Reichstage ist nach einer neueren Zusammenstellung genau folgendes: Centrum 97. Deutschconservattve Fraktion 40, Freiconservative (Reichspartei) 38, Nationalliberale Fraktion 123, Gruppe Löwe 7, Fortschrittspartei 36, Elsässer Autonomisten 5, Elsässer Pro- testler 10, Polen 13, Sozialdemokraten 12, Wilde 11. Diese von den einzelnen Parteien errungenen Sitze entsprechen aber nicht überall den Stimmenzahlen, welche die betreffenden Frak- tionen auf sich vereinigten. ES bekamen nämlich Stimmen: die Nationalliberalen 27, das Centrum 26, die Deutsch-Conserva- tiven 10, die Sozialdemokraten 9, die Freiconservativen 3 und die Fortschrittler 7-/,°/g. Hiernach hätten die Nationalliberalen 108, das Centrum 104, die Deutsch-Conservattven 40, die So- zialdemokraten 36, die Freiconservativen 32, die Fortschrittler 30 Abgeordnete beanspruchen können. Bei dem jetzigen Wahl- system ist freilich nie daran zu denken, daß die Parteiverhält- nisse des Landes im Reichstage zum getreuen Ausdruck gelangen, und speziell die Sozialdemokratie wird nie auch nur nnnähernd eine ihrer Stimmenzahl entsprechende Anzahl von Vertretern in den Reichstag bringen, da sie als die radikalste oppositionelle Partei alle anderen Parteien gegen sich hat und besonders bei den Stichwahlen niedergestimmt wird. Die Aenderung unsres Wahl- kreissystems ist daher ein Gebot der Gerechtigkeit und, fügen wir hinzu, auch ein Gebot der Klugheit, wenn anders den Macht- hadern daran gelegen ist, daß sich im Reichstage der Bolkswille ungefälscht kundgiebt. — Die Liberalen sind ganz aus dem Häuschen über die bösen Staatssozialisten; die„Magdeburgische Zeitung" nennt die Herren:„Hofdemagogenpartei", weil sie das Privat- eigenthum nicht für heilig erklären. Hören wir über diesen Punkt den„Staatssozmlist"; er schreibt: „Nicht die Gleichberechtigung, sondern die gewaltthätige Herrschaft, das Zuvorkommen des Einen vor den Anderen und die schlaue Uebervortheilung des Einen durch den Andern bil- deten die Grundlage des römischen Eigenthums- und bezw. Be- fitzergreifungsrechtes und bilden es in schmachvoller Weise in den sogenannten christlichen Staaten noch bis auf den heutigen Tag. Die äußerliche Vermögens- und Rechtsstellung der Befitzenden zu den Besitzlosen ist eine vollständig willkürliche und im Wesent- lichen durch die augenblicklichen äußeren Machtverhältnisse und persönlichen Interessen gegebene. Für den Besitzlosen existirt überhaupt kein gleiches Recht, sondern statt dessen die Gnade der Besitzenden, und wo man versucht hat, wie dies im preußischen Landrecht geschehen, ein solches zu begründen, da wird es einfach nicht befolgt...... Das Traurigste bei den herrscheiden Zuständen ist der Um- stand, daß die große Masse der Halbgebildeten und auch der größte Theil der nach dem jetzt maßgebenden allgemeinen Ur- theile wirklich und„klassisch" Gebildeten... sich in dem fata- listischen Wahne befinden, der gegenwärtige Raubstaat sei in der That ein Rechtsstaat." Nun, wir sind mit diesen Deductionen einverstanden; unS ist überhaupt die Staatssozialistenpartei nicht unangenehm, trotzdem sie unter großem Geschrei vorgiebt, die Sozialdemokratie be- kämpfen zu wollen; sie ist uns deshalb nicht unangenehm, weil sie Rekruten für uns wirbt. —„Gott ist tobt, es lebe der Teufel!" Das„Katho- tische Volksblatt" in Mainz erklärt allen Ernstes, daß diese Devise sich auf dem Banner ver Sozialdemokratie befinde. Und um die Wahrheit dieser Behauptung zu bekräftigen, heißt es wörtlich weiter: „Es ist klar, daß die rothen Sozialisten weniger auf die Verbesserung der Lage der Arbeiter hinarbeiten, als vielmehr darauf, den Arbeitern die Religion, den Glauben an Gott, an die Ewigkeit, ewige Belohnung und Bestrafung aus dem Herzen zu reißen und sie mit ihrer Lage recht unzuftieden zu machen. Lassalle, der Jude, GotteSläugner, der im Zweikampfe ermordet wurde, der Apostel und„Heiland" der Sozialdemo- kraten, dessen höchstes Ideal der Besitz irdischer Güter und der Genuß möglichst vieler sinnlicher Freuden war, sprach zu Frank- furt a. M. folgende Worte:„Ihr Arbeiter, Ihr seid merk- würdige Leute; so lange Ihr nur ein Stück Wurst habt und ein Glas Bier, merkt Ihr gar nicht, daß Euch Etwas fehlt! Das kommt aber von Enrer verdammten Bedürfnihlosigkeit" u. f. w. Während die gesunde Vernunft und das Christenthum uns rathen, möglichst wenige Bedürfnisse zu haben, worin gerade ein Theil der Zufriedenheit und des Glückes in der Familie besteht, lehrt Lassalle das Gegentheil. Er sagt gleichsam: Ihr Thoren, Ihr dummen Arbeiter, Ihr begnügt Euch mit Bier und Wurst; Champagner und Rehbraten gebührt Euch, darnach müßt Ihr streben." Herr Kaplan! Es heißt:„Champagner und Rehbraten ge- etwa die stehende Armee, herabzusetzen sucht. Das Gesetz er- mächtigt die Gerichtshöfe, Redakteure von Zeitungen zur Angabe von Namen ihrer anonymen Mitarbeiter zu zwingen und legt ihnen im Weigerungsfalle eine sechsmonatliche Gefängnißhaft auf." Das Recht, seine Meinung frei zu äußern, ist der Athemzug jeder Männerbrust, und auch in Deutschland ist unS die Preß- freiheit durch die Verfassung verbürgt. Sie besteht aber nicht blos darin, daß wir über Wissenschaft, Kunst, Naturgeschichte und andere harmlose Dinge sagen dürfen, was wir wollen, son- dern wir müssen auch über öffentliche Verhältnisse und Personen unsere Meinung ungehindert aussprechen können. Ja, eine strenge Controle der Staatsverwaltung wurde sogar schon von Friedrich Wilhelm III. als eine Aufgabe der Presse bezeichnet. Wir sind aber in Deutschland noch nicht über den unauflöslichen Wider- spruch hinausgekommen, daß wir bei dieser scharfen Kritik gleich- zeitig verlangen, Niemand, namentlich kein Beamter, dürfe dabei beleidigt werden. Leider hat aber noch kein Jurist den Begriff einer Beleidigung zu bestimmen gewußt, und in der Praxis herrscht darüber die grenzenloseste Verwirrung. Die gewöhnliche Praxis ist die, daß jeder Tadel, namentlich jeder scharfe Tadel, und wenn er noch so gerecht wäre, als eine Beleidigung an- gesehen und gerichtlich bestraft wird. Hat doch noch dieser Tage die„National-Zeitung" eine Geldbuße entrichten müssen, weil sie von dem Abg. v. Ludwig gesagt hatte, seine heftigen Reden erregten nur pathologisches Interesse. Ein Engländer, welcher gewohnt ist, sein Urtheil über Abgeordnete und Minister in den stärksten und derbsten Worten seiner an Kraftausdrücken reichen Sprache abzugeben, versteht ein solches Urtheil gar nicht. Wir haben leider eine lange Praxis hinter uns, auf welche sich die Richter berufen konnten. Wer von den Zuständen in der Theorie und Praxis der Lehre von der Beleidigung sich eine richtige Vorstellung machen will, der muß einen Einblick in die Literatur und in die Paraphrase zum deutschen Strafgesetzbuche thun, die der frühere Ober-Staatsanwalt beim Ober-Tribunal, Oppenhoff, auf Grund von Präjudicien geschrieben.„Die Aeußerung einer allgemeinen ungünstigen Anschauung über den sittlichen Werth bühren Euch."— Ob es aber noch genug„dumme Teufel" geben mag, die solchem einfältigen Kaplangeschwätz Glauben sch-nken? Die„gesunde Vernunft" und das„Christenthum" rathen, möglichst wenige Bedürfnisse zu haben! Das Christen- thum: Ja! Deshalb sind die christlich- katholisch- frommen Lazzaroni's in Neapel auch so empfehlenswerthe Vorbilder für die Menschheit. Die gesunde Vernunft: Nein! Weil durch möglichst wenige Bedürfnisse die Faulheit culttvirt wird, Herr Kaplan— und„Müßiggang ist aller Laster Anfang".— Wenn elf also geschieht, daß das„Katholische Volksblatt" den strengen„Gott der Bedürfnißlosigkeit" leben läßt, so bringen wir demselben fteudig ein„pereat" und lassen den milden Cultur- teufel leben, der die Erde mit ihren Schätzen und Genüssen der gesammten Menschheit preisgeben will. — Auch Du Brutus! Der„Deutschen Allgemeinen Zei- tung" wird„von zuverlässiger Seite" geschrieben:„Wie ich soeben aus London höre, hat die Regierung des Deutschen Reiches einem der ältesten Vorkämpfer und Dulder für die Freiheit Deutschlands, dem seit den vierziger Jahren in England in der Verbannung lebenden deutschen Philosophen£>r. Arnold Rüge, einen namhaften jährlichen Ehrensold bewilligt und so dem viel- geprüften Manne für den Abend seines Lebens die Sorge für sich und die Seinen in liberalster Weise erleichtert."— Da hätte der Bismarckcultus, welchen Herr Arnold Rüge seit Jahren treibt, seinen verdienten Lohn erhalten. Wir gSnnen's dem Mann. Nächstens wird wohl die Reihe an den Erzhumbuger Karl Blind kommen, der's wahrhaftig nicht weniger verdient hat. — Aus dem Lande des permanenten Klassenkampfes, aus England, kommt die Mittheilung, daß die Weber in Black- burn mit einer Lohnreduktion von 10 Prozent bedacht werden sollen. Wie natürlich, sträuben sich die Arbeiter, auf dieses An- sinnen ohne weiteres einzugehen, da Hunger bekanntlich weh thut. In einem zahlreich besuchten Meeting der Weber wurde denn auch darüber berathen, ob die Lohnreduktion unter den gegenwärtigen Verhältnissen zu acceptiren oder zu verwerfen sei. Allgemein war man der richtigen Ansicht, daß die Fabrikanten statt der Lohnreduktion eine Arbeitszeitermäßigung votiren sollten, wenn die Webeproduktton aus Mangel an Absatz oder Uebcr- produktton stockt. Es wurde beschlossen, in derselben Angelegen- heit ein zweites Meeting abzuhatten, inzwischen aber sollen die Arbeiter jeder einzelnen Fabrik eine Deputation an die resp. Fabrikanten senden, um diesen eine Verkürzung der Arbeitszett statt einer Lohnreduktion anzuempfehlen. Den Arbeitern ist es mithin um eine gütliche Beilegung der Differenz zu thun, ob auch den Fabrikanten, das wird die Zeit lehren. — Im Leipziger Tageblatt veröffentlichte vor Kurzem irgend ein als„Parteigenosse" unterzeichnender Bummler eine von A bis Z erlogene oder verlogene Notiz gegen die Beamten der Leipziger Genossenschafts-Buchdruckerei und sonstige Partei- beamte und behauptete u. A. auch, unser verantwortlicher Redak- teur Helßig habe nach Schluß einer der letzten Sozialisten- Versammlungen einen„Parteigenossen" mißhandelt. Die Beamten der Genossenschafts-Buchdruckerei haben das„Tageblatt" bereits verklagt, um den Namen des anonymen Bummlers zu erfahren und den sauberen Patron an den Schandpfahl zu stellen,.v�elßiz hat in einer der letzten Nummern des„Tageblatts" folgende Erklärung veröffentlicht: � In Nr. 74 des„Leipziger Tageblattes" wird in einem „Eingesandt" behauptet, ich hätte nach Schluß einer Sozialisten- Versammlung mich mit einem„Opponenten" in einen Streit eingelassen und denselben auf offener Straße mißhandelt. Diese Behauptung ist vollständig unwahr. Wahr ist, daß ich einen mir unbekannten Menschen, welcher sich schon während der Versammlung auf das Ungebührlichste benahm und nach Schluß derselben, sowohl im Lokale als auch auf der Straße, in nicht wiederzugebender Weise schimpfte und skandalifirte, zur Ruhe verwies. Dies geschah in der maßvollsten Weise. Daß diese Berichtigung erst jetzt erfolgt, hat seinen Grund darin, daß ich mich in Haft befand, als jene Verleumdung in diesem Blatte gegen mich gerichtet wurde. Uebrigens werde ich die Einsender gerichtlich zur Verantwortung ziehen. Hermann Helßig, Redakteur des„Vorwärts". — Ein Fahnenflüchtiger. In der„Süddeutschen Volks- zeitung" lesen wir Folgendes: „Emil Leininger, früherer Redakteur d. Bl., theilt aus seiner Haft in Heilbronn unserem Genossen Pfund mit, daß man ihn„nicht mehr in politischer Thätigkeit als für die Sache wirkend" zu betrachten habe. In demselben Briefe, der unter- deS Andern" ist nach Oppenhoff's Lehre nicht gestattet, namentlich auch nicht„Urtheile über den Charakter eines Mitmenschen weder im Allgemeinen, noch bezüglich einzelner innerer Eigenschaften", sofern die Urtheile für oen Betreffenden kränkend seien. Den Begriff einer Beleidigung hat das Ober-Tribunal am 20. No- vember 1874 dahin bestimmt, es sei„nicht erforderlich, daß der gebrauchte Ausdruck eine Eigenschaft bezeichne, deren Mangel au sich eine Verminderung der Ehre enthält; vielmehr genügt es, wenn die Aeußerung oder anderweitige Kundgebung erkennen läßt, daß dem Betroffenen die äußere Anerkennung oder Achtung seiner Persönlichkeit versagt werde... daß Jemand mit einer Bezeichnung belegt wird, welche einen körperlichen oder geistigen Mangel andeutet, und zwar ist es für den Charakter der Beleidigung gleichgültig, ob die als fehlend bezeichnete Eigenschaft eine erwerbbare oder nicht, ob der Mangel ein verschuldeter oder ein unverschuldeter ist." Haben wir zu viel gesagt, als wir vorhin behaupteten, daß jeder Tadel oder doch jeder scharfe Tadel als Beleidigung an- gesehen werde? Je tadelnswerther vielleicht ein hoher Beamter ist, desto unmöglicher wird es, seine Wirksamkeit mit Freimuth Ju besprechen. Als ein Blatt den damaligen Justizminister örafen zur Lippe als nicht befähigt für sein hohe» Amt be- zeichnet hatte, wurde es wegen Beleidigung des Ministers bestraft und dabei im Urtheil die Regel aufgestellt, daß jeder Beamte beleidigt werde, wenn ihm die mittlere Befähigung zu seinem Amte abgesprochen werde. Ist auf diese Weise es möglich, noch von einer freien Meinungsäußerung zu sprechen? Hat der Verfasser der Schrift so Unrecht, wenn er die Verhältnisse der deutschen Presse folgender- maßen schildert:„Allerdings, loben, schmeicheln, speichellecken— giebt eS noch mehr Grade der Kriecherei?— darf die Presse, aber wehe ihr, wenn sie mit Tadel, mit sittlicher Entrüstung oder gar dem Zorn gegen Persönlichkeiten herausrückte! Dann ziehen die Herren Staatsanwälte auf Treibjagd und schrecken die arme Presse aus ihren Freiheitsträumen auf." Die deutsche Presse soll beständig den Pelz waschen, aber ihn bei Leibe nicht naß machen. Der Verfasser sieht das Grundübel mit Recht in zeichnet ist:„Achtungsvoll E. L., Lehrer a. D.", spricht derselbe von„früheren Genossen" und sagt, er werde sich fürder nur mit „rationeller" Pädagogik befassen." Eine Bemerkung zu diesem Absagebriefe ist überflüssig. — In dem am Dienstag(26. d.) gegen den früheren ver- antwortlichen Redakteur der„Berliner Freien Presse", Genossen Fischer, vor der 7. Deputation des Berliner Kriminalgerichts verhandelten Prozesse, wurden von 12 Anklagen 5 fallen gelassen. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gesammtstrafe von 18 Monaten; der Gerichtshof erkannte auf 7 Monate Gefängniß. — Der Redakteur des Augsburger„Volkswille", Genosse Tauscher, wurde wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Augsburg zu acht Tagen Gefängniß verurtheilt. Wir erhalten von einem Offizier des stehenden Heeres folgende Zuschrift, der wir die Aufnahme nicht versagen wollen. Auch werden wir keinerlei redaktionelle Bemerkungen an dieselbe knüpfen, eine eventuelle Erwiderung unserem Hamburger Corre- fpondenten überlassend. Der Brief lautet „Geehrte Redaktion! In Nr. 35 des„Vorwärts" in der mit der Ueberschrift:„Moltke glossirt von einem Gemeinen" versehenen Hamburger Correspondenz befinden fich mehrere un- richtige Schlüsse, hervorgerufen durch unrichtige Auffassung, und alaube ich, daß ich im Sinne der geehrten Redaktion sowie der Leser des„Vorwärts" handle, wenn ich die unrichtigen Auf- fassungen des Correspondenten berichtige. Unter den Okkupationstruppen versteht man die nach Abzug der Feldarmee aus Frankreich daselbst zurückgelassenen deutschen Truppen, und war deren Aufgabe, einen Theil des französischen Gebiets(nicht Elsaß-Lothringen, das bereits zu Deutschland ge- hörte) als Unterpfand für die Ausführung des Friedensvertrags von Seiten der Franzosen besetzt zu halten. Die Verpflegung dieser Truppen fiel dem Friedensvertrag gemäß ganz den Fran- zosen anHeim und entledigten sich dieselben dieser Verpflichtung durch Bezahlung einer Geldsumme, und die Ersparnisse, die an dieser reichlich bemessenen Geldsumme von Seiten der Okkupa- tionstruppen gemacht wurden, find eben die, deren Verwendung zu militärischen Zwecken Moltke im Reichstage befürwortete. Die Beispiele nun, die der Eorrespondent anführt, stehen offenbar in gar keinem Zusammenhang mit den Ersparnissen, die von der Okkupationsarmee, also nach dem Kriege, gemacht wurden. Letztere war nach allen Berichten sehr gut verpflegt, und haben darüber nur Die ein Urtheil, die selbst dabei waren, und daß während eines Kriegs die Verpflegung nicht so regelmäßig wie im Frieden sein kann, weiß Jeder, der sich darüber klar ist, welche Aufgabe es ist, jeden Tag einem Heere (und das deutsche in Frankreich einrückende Heer bestand im Feldzuz 1870/71 aus circa Vi Millionen Menschen) bei dessen fortwährenden Vor-, Rück- und Seitwärtsbewegungen die nöthigen Lebensmittel zuzuführen. Wenn ich mich aber trotzdem auf die angeführten Beispiele einlasse, so ist es nur, um, wie schon gesagt, die unrichtige Auf- fassung des Correspondenten richtig zu stellen. So schreibt der Eorrespondent:„Ein Armeebefehl..... Schnaps bei sich führen." Was das Aufmachen der oberen Rockknöpfe, sowie das Lüften der Halsbinde betrifft, so wird dasselbe den Soldaten allgemein bei großer Hitze zur Erleichte- rung gestattet, ist jedoch nicht Borschrift, und wird General v. Steinmetz zu dem gegentheiligen Befehl seine Gründe gehabt haben; was dagegen das Verbot des Mitfichführens von Schnaps betrifft, so war dasselbe ein« Maßregel zur Erhaltung der Ge- fundhelt, die nur gelobt werden kann, denn anerkanntermaßen gilt der Genuß von Spirituosen bei großer Hitze als sehr schäd- lich, und wie leicht läßt fich der Soldat verführen, wenn er Schnaps bei fich führt, denselben in Ermangelung eines andern Getränks zur Löschung seines Durstes zu trinken. Die meisten Todesfälle bei großen Märschen und großer Hitze haben hierin ihre Ursache. Uebcrdies heißt die Flasche nicht Schnapsflasche, sondern Trinkflasche, wie der Eorrespondent als ehemaliger Reservist wissen muß, aber absichtlich verschweigt, um daran die Be- merkung knüpfen zu können:„Man hatte uns zwar mit Schnaps- flaschen versehen, sie mußten aber leer bleiben." Ferner war eS eine Folge des Armeebefehls, der Niemand erlaubte, Schnaps mit sich zu führen, worunter doch wohl nur das Verbot des Schnapstrinkens verstanden war, die Rumkrüge des Marketenders zu zerstören, da Letzterer diesem Befehl ge- radezu Hohn sprach. Der Eorrespondent findet es zum mindesten sehr sonderbar, daß sie auf den Märschen bis Saarbrücken kein Wasser trinken durften, während sie nach Saarbrücken fünf- bis sechsmal täglich welches zu trinken bekamen. Die Sache hat einfach darin ihren Grund: Früher waren die Aerzte der Ansicht, daß das Wasser- trinken bei Erhitzung auch auf Märschen sehr schädlich sei, und erst im letzten Feldzug ist man von dieser Ansicht abgekommen und zu der entgegengesetzten übergegangen, daß, da während eines Marsches bei großer Hitze der menschliche Körper viel Wasser verbraucht, auch solches wieder in dem Maße des Ver- lierens bekommen müsse, und zwar je öfter desto besser. Es scheint nun, daß diese Aenderung beim 60. Regiment gerade in Saarbrücken eingeführt wurde. Sicher kennt der Eorrespnndent auch diesen Grund. Was das Essen von Kartoffeln am 10. August betrifft, so wird wohl jeder Einsichtsvolle einsehen, daß das Verbot, dieselben zu essen, wiederum nur eine Gesundheitsmaßregel war, und nur der Soldat, der hinter allen Anordnungen eines Borgesetzten eine Maßregel erblickt, ersonnen, ihm das Leben unangenehm zu machen, ist nicht im Stande, dies einzusehen. Am 11. August galt natürlich das Verbot auch noch, da fie inzwischen wohl noch nicht gereift waren; dagegen haben die ungedroschenen Getreide- garben als Streu dem Pferde des Hauptmanns sicherlich nichts geschadet. Der Eorrespondent wird wohl nicht ernstlich geglaubt haben, daß ihm am Schluß des Feldzugs die nicht empfangene Ver- pflegung baar ausbezahlt werden würde. Was schließlich die beiden letzten Absätze betrifft, so hätte sich dieselben der Eorrespondent füglich ersparen können, da sie wiederum gar nicht zur Sache gehören. Somit bliebe nur der drittletzte Absatz übrig, der vom Correfpondent nach einer Ein- leitung:„Gehen wir nun an die Arbeit" unter die Auffchrift: „Moltke glossirt von einem Gemeinen" gesetzt werden könnte, alles Uebrige gehört gar nicht hierher und zeugt von einer fal- scheu Auffassung. Corresvondenzen. 3faris, 25. März. Die Bourgeois-Republik ist mehr als je bemüht, die freiheitlichen Regungen im Volke zu unterdrücken, und es werden zu diesem Zwecke die brutalsten Gewaltmaßregeln in Anwendung gebracht. So wurde am 22. der Gerant des Volksblattes„Commune" wegen„Verheimlichung verbrecherischer Handlungen und Aufreizung der Bürger zum gegenseitigen Hasse" zu 5000 Frcs. Geldstrafe, welche sofort erlegt werden muß, und zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Daß dieses „Verbrechen" blos in der Schilderung unserer unhaltbaren politi- schen und wirthschastlichen Verhältnisse und in der Aufforderung, dahin zu wirken, daß gesundere und bessere Zustände geschaffen werden, bestand, braucht wohl kaum erwähnt zu werden.— In Folge einer Denunziation wurden hier vier Personen verhaftet, welche beschuldigt werden, eine Sektion der„Internationale" gebildet zu haben. Unter den Verhafteten befindet sich ein Re- dakteur der„Egalitö" und eine russifche Studentin. Die„Jnter- nationale" ist das Schreckgespenst, welches jetzt wieder in den Vordergrund gezogen wird, um die„Linke" geneigter zu machen. Dies ist eigentlich gar nicht nöthig, da die Jntransingenten so ahm geworden sind, daß fie Dufaure aus der Hand fressen. vie Polizei sucht mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig wäre, nach Mitgliedern der„Internationale" und macht dieselben für alle auf wirthschaftlichem Gebiete vorkommenden Differenzen verantwortlich.(Geradeso wie Bismarck in Deutsch- land! R. d. B.) So kann die Polizei z. B. nicht begreifen, daß es die durch die wahrhaft erschreckenden Lohnverhältnisse erzeugte Roth war, welche die Bergarbeiter von Decazeville zwang, die Arbeit einzustellen. Sie sucht nach„theoretischen Leitern" und nach„Anstiftern", welche den Strike„gemacht" haben. Dies können nur die Internationalen sein, und da alles Uebel von„Außen" kommt, sind selbstverstärdlich die„Ausländ- der" an diesem Strike mit betheiligt. Es ist aber nicht die Polizei allein, die solche hirnverbrannte Behauptungen aufstellt, es ist auch die Presse, welche der Polizei Handlangerdienste leistet und in allen Tonarten gegen die„Anstifter" hetzt. Nach diesen Blättern sollen die Strikes besonders von Deutschland und der Schweiz aus organisirt und geleitet werden. Einige „republikanische" Blätter sind so frech zu behaupten, die Berg- arbeiter hätten fich der Lohnreduktion willig gefügt, wenn fie nicht von den„Leitern" bedroht und eingeschüchtert worden wären. Eine solche Behauptung wäre lächerlich, wenn fie nicht niederträchtig wäre. Trotz der Roth, die unter den strikenden Bergleuten herrscht, sind dieselben nicht zur Nachgiebigkeit zu bewegen. Die Behörden, welche, wie überall so auch hier, den Geldsack in Schutz nehmen, sperren die Arbeiter, welche ihre Collegen zur Ausdauer ermuntern, in die Gefängnisse, bemän- teln aber diese rohen Gewaltmaßregeln mit der Ausrede, nur die„Anstifter" beseitigen und so den Strike beendigen zu wollen. Trotz aller behördlichen Chikanen rühren fich die Arbeiter an den verschiedensten Orten. So striken in Besanyon die Bäcker- gehilfen, in Tarare(Rhone) die Apprctirer, welche Ausficht auf Erfolg haben. Auch der Strike der Schriftsetzer in Paris wird ernsthaft, da weder Arbeiter noch Prinzipale zum Nachgeben geneigt find. Als Gegner der Arbeiter find nun auch die Ver- leger aufgetreten, indem sie für diejenigen Prinzipale, die den neuen Tarif nicht annahmen, Partei ergriffen und beschlossen, denjenigen Buchdruckern, welche den Forderungen der Arbeiter fich fügten, für die Dauer des Strikes keine Aufträge zukommen zu lassen. Gegen 70 Prinzipale von Paris und der nächsten Umgebung haben den neuen Tarif angenommen und wirb in deren Offizinen gearbeitet.— Zum Schluß will ich einer„Helden- that" erwähnen, die der Präfekt der Aude gelegentlich des Be- suchs einer Gensdarmeriekaserne verbrach. Dieser Beamte fand daselbst verschiedene bonapartistische Embleme und mehrere Bild- nisse„Napoleon's IV." Sein„republikanisches" Herz schwoll beim Anblick dieser„gesetzwidrigen" Spielereien, und er riß dieselben von den Wänden, stattete auch noch einen hochnotpeinlichen Bericht gegen die„Missethäter„höheren Orts" ab. Gegen Bilder und Embleme können diese„Republikaner" kämpfen, da haben sie Muth; sollte aber Lulu Glück haben und als Napoleon IV., wenn auch nur auf kurze Zeit, den Thron besteigen, dann wären fie die ersten, die sich vor der„neuen Sonne" auf den Bauch werfen und um„Huld und Gnade", um Stellen, Titel und Orden betteln würben. Das ungemein kindische Benehmen des Präfekten wird von den Parteien zu einer Staatsaktion erhoben, und darob liegen sich„Republikaner" und Bonapartisten grimmiger denn je in den Haaren. Kamvurg, 24. März. Gestern beglückte der bekannte Har- moniedoktor Max Hirsch unsere Stadt mit einem Bortrage, den er in einer geschlossenen Versammlung des liberalen Reichs- tagswahlvereins, vor circa 400 Menschen zum Besten gab. Das Thema war:„Kann die Gemeinwirthschaft die Geschäftskrisen verhüten?" Der Vortrag war ein Conglomerat von Phrasen und abgedroschenen sinnlose» Beschuldigungen der Sozialdemo- kratie und wirkte auf die Anwesenden im höchsten Maße ein- schläsernd. Da Herr Hirsch sich unter Seinesgleichen, d. h. unter„Liberalen", befand und recht wohl wußte, daß ein Gegner zum Wort nicht zugelassen wurde, nahm er den Mund voll und spie Gift und Galle auf die Sozialdemokraten. Nachdem er dem Reichstagswahlverein ein Loblied gesungen, von den„Liberalen", nach dem Grundsatze: Wurst wider Wurst, mit einigen„Bravo" belohnt wurde, und auf seine Plagen als„Volksvertreter" hin- gewiesen hatte, ging er auf die Besprechung des Geyenstandes der Tagesordnung ein und suchte nachzuweisen, daß die Sozial- demokratte nicht im Stande sein würde, die Krisen zu verhindern. Wenn eine Ueberproduktion nicht stattfinden sollte, müßte jährlich festgestellt werden, wie viel Wispel Weizen, Roggen, wie viel Röcke, Hosen, Hemden u. f. w. gebraucht würden(die Schlaf- mützen hat der„Doktor" nicht erwähnt), und es würden sich, wenn einmal eine Mißernte vorkäme, Hungersnoth, Krisen und dergleichen erst recht wiederholen; denn wenn Schätze im sozial- demokratischen Staate nicht angesammelt werden dürfen, könnte man auck» im Auslande kein Getreide kaufen. Die Sozial- demokratte, so groß ihre Wirkung auf die Arbeiter ist, ist eine Krankheit der Zeit und wird unter gesunden Zuständen, die wieder eintreten müssen, nie zur Herrschaft gelangen. Wie die„gesunden Zustände" eingeführt werden sollen und wer, außer der Sozialdemokratie, dieselben schaffen soll, unterließ der Doktor den Anwesenden zu sagen. Krisen find nach der Ansicht dieses„ArbeitervertreterS" gar nicht vorhanden, wenigstens würde die Existenz derselben zu sehr übertrieben. Die Nothstände in allen Theilen der Welt, die Hunderttausende der arbeitslose» Menschen, der Hungertyphus und das grenzenlose Elend, das unter dem arbeitenden Volke herrscht, fino nach der Ansicht dieses Harmonieapostels„geordnete Zustände", denn der hauptsächlichste wirthschastliche Regulator ist der„Preis". Je niedriger daher der Preis der Arbeitskrast, desto besser läßt sich der Preis der Maare und der„Profit deS Arbeitgebers"„reyuliren". Nachdem der„Doktor" noch mehr derartige„geistrelche" Aeußerungen gegen die Sozialdemokraten losgelassen hatte, machte er sich über die„Christlich-Sozialen" her, und ließ an denselben kein gutes Haar. Er verstieg sich sogar so weit, die„Staatssozialisten" für schlimmer und gefährlicher als selbst die Sozialdemokraten hin- zustellen, und bewirkte dadurch, daß manchen ehrlichen Spieß- bürger eine Gänsehaut überlief. Die christlich-soziale Partei ist, nach dem Ausspruche des Herrn„DottorS", der schlimmste Gegner der heutigen Gesellschaft.(Au! was wird wohl Herr Stöcker dazu sagen? R. d.„B.") Zum Schluß bekamen auch die Orts- vereinler eine moralische Maulschelle, worauf der Redner ein Loblied auf den Liberalismus losließ und pathetisch aufforderte, an den wirthschastlichen Freiheiten der Gewerbeordnung von 1869 festzuhalten, da dieselben durch unser» Kaiser, durch das geeinigte Deutschland und den Liberalismus geschaffen seien, dem auf die Spitze getriebenen Begriffe der Beleidigung. Er will es dadurch heilen, daß er die Ehre, die äußere Werthschätzung eines Menschen, in juristischer Beziehung untersucht und zu dem Ergebnisse kommt, daß sie eben so wenig wie Liebe Dankbar- kcit u. f. w. ein juristischer Begriff sei, sondern ein sittlicher. Es sei falsch, fie als ein Recht zu betrachten, das Anspruch habe, vor der leisesten Kränkung geschützt zu sein. Er kann fich dabei darauf berufen, daß nach römischem Rechte die freie Meinungs- äußerung, jeder sittliche noch so scharfe Tadel erlaubt war. Wir wollen indessen die rechtliche Erörterung auf sich beruhen lassen, da ein Fortschritt zum Bessern hauptsächlich nur durch Sitte und Gewohnheit gemacht werden kann. In England ist es seit Menschenaltern keinem Minister eingefallen, wegen Beleidigung «"J;" P�hprozeß anzustrengen, und unsere Minister und hohen �».mü�en wohl thun, diesem guten Beispiele zu folgen. „-!L �te üt,r der Welt und Nachwelt gewinnt durch j* m„;r(9l�°ntStn.e Preßprozesse nicht das Geringste, während «LLL» 0n durch diese ewigen kleinlichen Rechtshändel undB-schrankungen empfindlich leidet Auf die Weise kann eine F r* ,?«?£1. �.wännlichem Freimuth erstarken, wie Jemand, drr sich vor ledem frischen Luftzug fürchtet und durch doppelte Fenster und T huren davor absperrt, eine kräftige Gesundheit erlangen kann. Es mag hin und wieder nothwendig sein, eine Klage wegen„Verleumdung" anzustrengen, um unsere Unschuld gerichtlich zu beweisen. Durch Klagen wegen„Beleidigung" er- reicht man nicht die geringste sittliche Genugthuung; denn der Angeklagte wird verurtheilt, wenn er sich einen scharfen Tadel erlaubt hat, mag dieser auch noch so gerecht gewesen sein, und die Richter haben unter solchen Prozessen selbst nicht wenig zu leiden. Denn bei jedem einzelnen Falle pflegt sich bei der Un- Möglichkeit, den Begriff einer-Beleidigung" blos durch Tadel, sofern derselbe frei bleibt von-Beschimpfung", d. h. vom offen- baren animus injuriandi, zu bestimmen, d«z Gericht in Ver- legenheit zu befinden und die Urtheile fallen so sehr verschieden aus. Der Verfasser erzählt, daß bei einer Anklage wegen Be- leidigung er selbst für Freisprechung gewesen, einer seiner Col- »egen für vier Wochen, der andere für vier Monat Gefängniß, und die höhere Instanz habe es bei einer Geldstrafe bewenden lassen. Man könnte vei solcher falschen Ausdehnung des Be- griffe? der sogenannten„objekttven Beleidigung", bei welchem es auf den animus gar nicht mehr ankommen soll, eben so gut darüber würfeln.--- Vorstehender Artikel ist wörtlich der national-liberal-conser- vativen„Kölnischen Zeitung" entnommen!!! — Herr Sparig. Der durch die Sozialdemokratie erst bekannt „gemachte" Herr Sparig, einer der glühendsten BiSmacckoerehrer, hat auch die Maxime seines Borbildes angenommen, bei dm geringst en Beleidigungen seine geheiligte Person durch Strafanträge zu schütz en. So hat er auch mehrere Strafanträge gegen den Genossen Künzel, den Redakteur der„Fackel" gestellt. Mit welcher nationalliberalen Größe wir es aber zu thun haben, das geht aus einem Erkenntniß„in Sachen Sparig's gegen Künzel" hervor, in welchem das Leipziger Gerichtsamt ausdrücklich erklärt,„daß Sparig in nicht seltenen Fälle« grobe Verstöße gegen den öffentlichen Anstand sich habe zu Schulden kommen lassen." Ob Herr Sparig nun auch wohl gegen das Leipziger Gerichtsamt Strafantrag stellen wird? — Kampf mit geistigen Waffen. Wenn wir irgend eine be- sonders hervorstechende Albemheit mittheilm, dürfm unsere Leser ver- sichert sein, daß sie der„Sozialcorrespondenz" des Jgnorantentrios: Böhmert, Richter und Birnbaum entnommen ist. Dieser Moniteur deS höheren Blödsinns und KnownothingiSmus(Nichtswifserthums, hat in einer seiner letzten Nummern wieder eine prächtige Perle für unser Feuilleton geliefert. Vor Kurzem hielt Genosse Bollmar in Dresden einen Vortrag über„die Emancipation deS weiblichen Geschlechts", über welchen die„Sozialcorrespondenz" in ihrer Weise berichtet. Unter anderm heißt es darin nach einigen verunglückten Anläufen zu Spähen: „Die zuhörenden Frauen mochten sich über die Ansichten der freien Liebe eben etwas beruhigt haben, als ihnen eine neue Wahrheit ge- predigt wurde, die noch weniger als die vorgmannte bei ihnen An- klang zu finden schien. Weil der Arbeiter sich in einer unterdrückten Lage befinde— meinte Redner, weil er tagtäglich geknechtet, gedrückt, geärgert würde, müsse er Jemanden haben, an dem auch er seinen Unmuth, Zorn, Berger auslassen könne, und dieser Jemand sei— seine Frau!! Als etwas Natürliches, Selbstverständliches wird also die Roh- heit gepredigt von der segenbringenden Zukunftspartei!" „Natürlich" und„selbstverständlich" hat Vellmar gesagt, das Weib sei noch in höherem Maaß als der Mann da» Opfer der heutige« Zufiände, habe in höherem Maaß unter dem sozialen Elend und dessen nothwendigen Folgen zu leiden. Aus dieser Anklage gegen die daS Familienlebm zerstörendm, die Roheit systematisch pflegenden Bour- geoiSgesellschaft macht der PfiifikuS Böhmert— denn er hat den Ar- tikel geschrieben— eine Befürwortung der Roheit, die von der„Zu- kunstSpartei gepredigt" werde. Mit derselben Logik kann Böhmert uns vorwerfen, wir„predigten" krasse Unwissenheit, weil wir dann und wann Herrn Böhmer: und Genossen beim Ohr nehmen.— — Kuriosum. Der„Gewerkverein", das Organ des Harmonie- apostelS Hirsch, zählt seit einiger Zeit unter der Rubrik:„Vom so- zialen Kriegsschauplatze" die verschiedenen Strikes und«US- schlüsse auf. — In einer Untersuchung gegen eine Gutsbesitzerin in wegen FeilhaltenS von durch Zusatz von Wasser gefälschter Milch hat daS preußische Obertribunal durch Erkenntniß vom 21. Februar ausgesprochen: �, 1) daß das Feilhalten von verfälschten Lebensmitteln als Ueber- tretung auf Grund des§ 367 Rr. 7 des Strafgesetzbuches zu bestrafen ist, auch wenn die Käufer die Thatfache der Beimischung von Waffer zur Milch gekannt haben; �.,... 2) daß die Frage, ob und inwieweit im einzelnen Falle durch die Beimischung von Waffer eine Milchverfäl chung stattgesunden hat, ledig- lich der thatsächlichen Beurtheiluug des Richters unterliegt, ohne daß für ihn die etwaigen Gutachten von Sachverständigen bindend sind. Es ist sonach gleichgültig, ob v,el oder wenig Wasser der Milch beigemischt ist, oder ob Sachverständige bekunden, daß em gewisser Zu- satz von Wasser— in dem vorliegenden Falle waren es b pCt.— ge- bräuchlich sei und die Milch nicht verschlechtere; auch ist es unerheblich. ob der Käufer um diese Beimischung der Milch mit Wasser gewußt habe da schon das Feilhalten gefälschter Nahrungsmittel an sich, auch wenn dieselben gar nicht verkaust werden, strafbar sei. Nur für den Thatbestand des Betruges würde die Kenntniß oder Unkennwiß des Käufers in Betracht kommen. dann würden keine Krisen mehr eintreten. Da der Vor- fitzende, ein Dr. Mai, eine Diskussion des.sehr geistreichen" Bortrages nicht zulassen wollte und den Unzusriedcnen, die eine solche wünschten, entgegendonnerte, sie hätten den Vortrag nicht verstanden, seien daher zu einer Diskussion nicht fähig, löste sich die Versammlung unter allgemeiner Heiterkeit auf. Die liberalen Blätter machen von der Salbaderei selbstverständlich ein großes Aufsehen und versteigen sich sogar zu der Aeußerung, der Bei- fall sei ein frenetischer gewesen. Außer einigen Philistern, welche bei allen Gelegenheiten mit ihrem„Bravo" bei der Hand find, war von einem Beifall keine Spur, vielmehr schienen die Anweseuden, als der Herr„Doktor" mit seinem Vortrage zu Ende war, von einem sie bedrückenden Alp erlöst zu sein. ?... t. HHcmnih, 27. März. Heber die letzten Tage unsres allzu- früh verstorbenen Genossen Looff gehen dem hiesigen Partei- organ, der„Fr. Presse" folgende Mittheilungen zu:„Nach seiner Ankunft im elterlichen Hause verschlechterte sich Loofsis Zustand in bedenklichster Weise. Die Aufregung, welche ihn die ersten Tage munter erhielt, machte einer völligen Ermattung Platz und er mußte das Bett hüten. Nach Verlauf von 6 Tagen gestaltete pch sein Zustand derart, daß er nur sehr wenig genießen konnte; er wurde vom Fieber mit solcher Heftigkeit erfaßt, daß die Schmerzen ihn fast wahnsinnig machten und er den Tod sehn- lichst herbeiwünschte. Der Arzt konstatirte eine Rückenmarksver- zehrung im höchsten Grade, welche durch ungenügende Nahrung eingetreten sei. Looff konnte in der letzten Zeit nichts mehr ge- meßen als Zuckerwasser und seine Medikamente. Loosss Ange- hörige sind über das tragische Schicksal des Verstorbenen sehr trostlos. Sein Vater, Herr Schulrath W. Looff, betrauert den Tod dreier Söhne innerhalb der letzten drei Jahre. Unter sol- che» Umständen mußten die Leiden des zuletzt Verstorbenen einen um so tiefern Eindruck auf den trauernden Bater mache«. Bruno Looff lag 5 Monate in Zwickau, 1 Monat in Chemnitz und 1 Monat in Langensalza krank und litt wie ein Märtyrer der alten Zeit. Sein Begräbniß fand am 18. März früh 8 Uhr Patt, also zu einer Zeit, wo den Arbeitern die Theilnahme sehr erschwert war. Die Gothaer Genossen hatten geglaubt, die Be- erdigung würde am Sonntag, den 17. März erfolgen; sie waren am Sonntag erschienen, überreichten einen Lorbeerkranz mit rother Schleife und Inschrift, konnten aber dem erst andern Tags stattfindenden Begräbniß nicht beiwohnen. Im Leichenzuge schritten der Vater und Bruder des Verschiedenen und ein De- legirter der Chemnitzer Sozialisten. Der Sarg war mit Blumen überladen. Beim Begräbniß konnte es der dortige Pastor nicht unterlassen, gegen den Willen Looff's eine„Grabrede" zu halten, welche höchst taktlos war. Er forderte u. A. die Anwesenden auf,„mtt ihm zu Gott dem Allmächtigen zu beten, daß er dem großen Sünder(!) Gnade und Barmherzigkeit verleihen und ihn in die ewige Seligkeit aufnehmen möge, da er von seinen Irrungen heimgekehrt sei".— Noch ist zu erwähnen, daß auch «nser Chemnitzer Abgesandter einen Lorbeerkranz auf de» Sarg niederlegte, dessen rothe Schleife die Inschrift trug: Die Chemnitzer Sozialisten ihrem treuen Mitkämpfer Bruno Looff. Wir trauern an Deinem Grab Und segnen Deine Ruh', Und rufen den Schwur hinab: „Getreu bis zum Tod, wie Du!" Keitbrottn, 24. März. Dr. Robert von Meyer, der sich in der wissenschaftlichen Welt einen unvergänglichen Namen durch die Entdeckung des Gesetzes von der Erhaltung der lebendigen Kräfte erworben hat, ist gestorben. Meyer war am 25. Nov. 1814 zu Heilbronn geboren, studirte in Tübingen Medicin, ging zu weiterer Ausbildung nach München und Paris, dann als Schiffsarzt nach Batavia und ließ sich 1841 als Arzt in seiner Baterstadt nieder. In seiner Abhandlung:„Bemerkungen über die Kräfte der unbelebten Natur", die in Liebig'S„Annalen" veröffentlicht ist, hat er zuerst den Begriff der Aequivalenz von Wärme und Arbeit mit voller Klarheit ausgesprochen und das mechanische Aequivalent der Wärme berechnet; die weitere Ent- Wicklung dieses Begriffs erfolgte in den„Bemerkungen über das mechanische Aequivalent der Wärme". Seine gesammelten Schriften gab er unter dem Titel:„Die Mechanik der Wärme" heraus. vlieflnste» der Redaktion: C. B. w Cöln: Ihre Torrespondenz befindet fich bereits in Nr. 36. der Expedition. C. Pbst in Saarbrücken: Da in Sachsen an- dere Formalitäten für den Austritt aus der Landeskirche bestehen als in Preußen, können wir Ihnen mit einem für dort paffenden Aus- trittesormular nicht dienen; wende» Sie fich an die Expedition der „Berliner Freien Presse", Kalser-Franz-Brenadierplap 8a, Berlin, von dort werden Sie das Gewünschte und für Preußen Richtige erhalten.— — O. Frttsche in Spremberg: Den Text der französischen Arbeiter- Marseillaise erhalten Sie in der Expedition der„Berliner Freien Presse".— P. Schlbch Liäge: Die ersten 22 Nrn. der„Neuen Welt" können Sie erhalten und koste» dieselben 2 70 Mk. mit Porto. Die Ihnen sonst nicht zugekommenen Nummern erholten Sie. Aus 1. Qu. ist noch Rest 4,96 M. Die überzähligen Exemplare verwende» Sie zur Agitation.__ Antwortlich verschiedener an mich ergangener Fragen die Mitthei- lung, daß die im„Vorwärts" erscheinenden Artikel:„Zur Controverse über die sozialistische Werththeorie"«ich nicht zum B-rsaffer haben. Altona, 26. März 1878. Hermann Lange. Berichtigung. In der Notiz der politischen Ueberficht in Nr. 20: „Die deutsche Wissenschaft geht betteln", ist irrthümlich angegeben, daß die„Wesiltcke Post" in Philadelphia erscheine. Nicht in Philadelphia, sondern in St. LouiS wird das genannte Blatt herausgegeben, wie ein amerikanischer Parteigenosse uns mittheitt. In Nr. 33 unseres Blattes soll e« unter Rubrik„Amerika" hinter den Worten„Dumbar Mountain",„NobleStown" und �Monongahela «ity" statt(Panama)(Pennsylvania) heißen. Herr Schubert(Tischler), früher in Hannover, jetzt wahrscheinlich in Braunschweig, wird hierdurch aufgefordert seinen«erpflichtungen gegen den soziatdemokrattschen Wahlverein bald nachzukommen, widri- genfallS wir nach dem Gesetz gegen ihn verfahren müffen. Hannover, den 29. März 1878. H. Rudolph, «orfitzender deS sozialdem. Wahlvereins. Unterzeichneter ersucht seinen Bruder Karl Böhler, Hufschmied auS Idstein(Naffau), wegen Todesfalls dringend um Angabe seines gegenwärtigen Aufenthaltsorts; auch bitte ich jeden Parteigenoffen, mir zur Erlangung der Adresse meines Bruders behülftich zu fein. Der- selbe wanderte auf dem Dampfer„Frifia" auS und befindet sich jetzt vermuthlich in Newyork. Kaiserslautern. PH. Böhler, Alte Friedhofstraße„zu den drei Kronen". Der Steinmetz Max Wei« aus Neurod« in Preußisch-Schlefien, zuletzt in Birciozova bei Turn-Se verin in Rumänien in Arbeit, möge seinem Bater Wilhelm Wein möglichst bald seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort mittheilen, damit ihm die verlangten nöthigen Papiere zugesandt werden können. Alle Deutschen in Rumänien werden um gesällige Mitwirkung zur Auefindigmachung des Aufenthaltsorts ersucht. Von dem Erfolg möge man an Unterzeichnete Anzeige erstatten. Anton Tilch, Lohnweber, und Wilh. Wein in Neurode, Kirchstr. 119, Preußisch-Schlefien. Quittung. V. Ehrt Salonik Ab. 16,00. Krbch Penzing Ab. 4,80. Sthr B.-Aicha Ab. 4,80. Brthl M.-Schönberg Schr. 18,70. Mchl Tangermünde Ab. 1 60. Brn Heidenheim Schr. 6,00. Bnsl Barmen Ab. 10,00. Strßnr Hof Ab. 11,00. Ncl Düffeldorf Ab. 9,20. Dblr hier Ab. 2,40. Mk Berlin Ann. 0,80. LgS Hannover Ann. 3,30. Sdl Teuchern Schr. 5,45. Dßbch Hanau Schr. 5,00. Sprngr Bachen 18,50. Sbrt Cassel Ab. 19,02. Bst Mainz Ab. und Schr. 87,16. Knk Frankfurt Ab. 37,60. Knp Lahr Schr. 0,43. Schmnn Reinbeck Schr. 0,65. Ungr Schwedt Schr. 1,l0. Schndnbch Schmn. Reinbeck Schr. 0,65. Ungr. Schwedt. Schr. 1,10. Schndnbch. Brunndöbra Schr. 3,50. Grmm Kelkheim Schr. 5,20. Klx Gießen Schr. 1,00. Mrx Frankfurt Schr. 1,60. Sk Cassel Schr. 0,50. Nwk Barchim Schr. 1,20. Hgmr Blaubeuren Schr. 2,10. Hnz Tonstanz Schr. 0,90.__ Fond für Gemafiregelte. «. S. in A. 10,40. Bon S. F. Cosel 5,00. An die Leser des„Vorwärts"! 111-1. Unterzeichneter fordert bei Beginn des neuen Quartals zu zahlreichen Abonnements auf, auch werden die Restanten aufgefor- dert ihren Berpflichwngen baldigst nachzukommen.(30 Expedition der„Volkszeitung". Allgemeiner deutscher Töpferverein. «yUUlDUlQ. Dienstag, den 2. April, Abends 8l/2 Uhr, bei Herrn Hübner, gr. Rosenstraße 37: Geschlossene Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: Beschlußfassung über den Antrag der Arbeitgeber in Betteff des Lohntarifs.__[80 Hannover. Den Parteigenossen und Freunden diene zur Nachricht, daß am ersten Ostrrtage in den Säälen des Hrn. Narte« daS diesjährige(F. 157)(2,10 Geburtstagsfest Ferdinand Laffalle's stattfindet. Karten sind bei Rudolph, Mittelstraße Nr. II und in den Versammlungen zu haben. Das Fest-Comits. H. Rudolph, Herrenkleidermacher, Mittelstraße 11. An die Partei- und Gewerkschaftsblätter. Der Unterzeichnete richtet an die Verwaltungen obiger Blätter die Bitte, dem zu errichtenden„Arbnterbildnngs-Jnstitnt" m Berlin vom 1. April ab je ein Exemplar ihrer Zeilungen gegen Erstattung der Postbestellgebühren überweisen zu wollen.(F. 40) Berlin, den 28. März 1878.(80 __ Fr. Milte. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. April beginnt ein neues Abonnement aus Die Fackel. Bolks-Organ für Leipzig und Umgegend. Dieses seit dem 1. Januar v. I. wöchentlich dreimal er- scheinende Blatt vertritt auf Grund deS sozialistischen Programms die Interessen des arbeitenden Volkes nach jeder Richtung. Es enthält in jeder Nummer außer einem Leitartikel eine politische Ueberficht, die wichtigsten Lokalnachrichten, Theaterrccensionen, Corre'pondenzen aus der Umgegend, Berichte über die GemeinderathSsitzungen, die Standesamts- Nachrichten, den Eisenbahnfahrplan ic.; ebenso ist im Feuilleton sür gute UnterhaltungSlektüre gesorgt.— Inserate, welche bei dem großen Leserkreise de» BlatteS von ausgezeichneter Wirkung sind, werden pro Petitzeile nur mit 10 Pf. berechnet.— Alle Poftanstalten nehmen Abonnement» auf unser Blatt zum Preise von 1 M. 60 Pf. pro Quartal, 60 Pf. pro Monat, entgegen.— Zu zahlreichem Abonnement, sowie zur Einsendung von Inseraten laden ein Redaktion und Expedition der„Fackel", __ Leipzig, Kl. Fleischergasse 15._ Einladung Mm Abonnement auf das in Gotha erscheinende Wenscßentkum Sonntagsblatt für Freidenker Herausgegeben von Dr. August Specht. Durch tüchtige geistige Kräfte unterstützt, hat sich daS„Menschenthum" die Ausgab- gestellt, seine Leser mit den Resultaten der freien Forschung in Natur und Geschichte vertraut- zu machen, die mit der »ernunft und Wissenschaft im Widerspruch stehenden religiösen Dogmen zu bekämpsen und die Weltanschauung des freie« Menschenthum» zu vertreten. Bon der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Menschheit nur durch eine positiv wissenschaftliche Bildung aus den Banden veral- teter religiöser Satzungen befreit werden kann, wird das„Menschen- thum" vornehmlich denjenigen Theil der Wissenschaft cnlttviren, der sich mit der Entstehung der Dinge beschäftigt und daher Originalartikel über die Beschaffenheit und Eutwick-lnng der Weltkörper, deS Thier- und Pflanzenreichs, des Menschen und seiner Cultur-c.:c. bringen. Außerdem bringt jede Nummer des Blattes eine Wochenübersicht der wichtigsten Vorkommnisse auf kirchlichem und freireligiösem Gebiete, Be- sprechungen freisinniger Bücher K., so daß sich die Leser über alle Erscheinungen des geistigen Lebens genügend orientiren können.(413 Man abonnirt auf da» i« Gotha erscheinende.Menschenthum" bei allen Postanstalten und in allen Buchhandlungen zu dem viertel- jährigen Preise von nur 75 Pfennigen. I Gotha. Stollbergsche Aerlagsbuchhaadluag. IrtKeic des Strafgerichts in Anklagesachen wider John Herm. MarbS, C. C. A. Dreyer, H. Wencke und F. Wencke, in Firma: B. Wencke Söhne, Ankläger wider I. H. Brandt, Angeklagten, wegen Injurien. Hamburg, den 26. Juni 1877. Da» Strafgericht erachtet durch die vor demselben stattgehabte Be- Weisaufnahme als thatsächlich festgestellt und erwiesen, was folgt: Der hier ansässige«ngetlagte ist der Verfasser deS in der am 3. De- zember 1»76 ausgegebenen Nr. 28 der zu Leipzig erscheinenden Zeitung „Vorwärts, Centralorgan der Sozialdemokratie Deutschlands", enthal- t«nen Arlitcls unter der Ueberschrist»Zur Plimsollfrage und unterzeichnet „I. H. Brandt, Schiffszimmerer", und ist dieser Artikel mit Wissen und Willen de» Angeklagten veröffentlicht worden. Der Angeklagte will in diesem Artikel die Nothwendigkeit der Em- mirung eine« SchissSbau-PolizeigesetzeS nachweisen und äußert, daß be- »üglich jedes in See gehenden Schisses festgestellt werden müsse, daß eS seetüchtig sei, sowie, daß in jeder Hinsicht eine Controlle durch Beamte empfehlenswerth erscheine. Der Angeklagte fährt dann fort, daß die Rolhwendigkeit eines solchen Gesetzes nicht bestritten werden könne und daß er zu weiterer Begründung seiner Ansicht ewige schlagende Beispiele beibringen wolle. Der Angeklagte erzählt nun, daß ein im Jahre 1876 von dem Mit- ankläger, dem hiesigen Schffsbauer Dreyer, neuerbauter Dreimast- schooner„Durango" sich, während er leer im hiesigen Hafen lag, der» artig begeben habe, daß der Metallbcschlag sich vorn und hinten in Falten geworsen habe und daß dies die Folge zu schwacher Verbindung gewesen sei. Ein erst im Jahre 1873 von dem Mitkläger, dem hiesigen Schiffsbauer Marbs, neucrbautes Bollschiff„Cäsar Godefto" habe an demselben Uebel gelitten und in Folge der außerordentlich starken Bewe- gung im Schiffe eine Menge des erst vor einem Jahre hergestellten Metallbeschlags verloren. Weiter erzählt der Angeklagte, daß die Mit- kläger, die hiesigen Schiffsbauer H. Wencke und F. Wencke, in Firma B. Wencke Söhne, die Bark„Johann Heinrich", welche im vorigen Jahre in deren Trockendock gestanden habe, um nachgesehen zu werden, obschon das Schiff leck war, dasselbe nur sehr oberflächlich hätten kal- fatern lassen. Ein anderes Schiff, die alte Hamburger Bark„Helene", die man am richtigsten„Sargschiff" benennen würde, habe etwa um dieselbe Zeit im Wencke'schen Trockendock gestanden, es seien eine Masse metallene Bolzen leck gewesen, es seien auch ziemlich viel« derselben herausgenommen, die meisten aber immerhin sitzen geblieben. Das Schiff sei ausgehauen, um die Einhölzer zu sehen; eS Hobe sich nun gezeigt, daß das Schiff vorn verrottet war, doch sei dann daS Loch auf Anordnung des Inspektors Möller so schnell wie möglich wieder zugemacht worden. In den vom Angeklagten mit Bezug auf die von den Mitanklägern Dreyer und Marbs erbauten Schiffe aufgestellten Behauptungen, deren Wahrheit durch die Beweisaufnahme nicht erwiesen worden ist, liegt der Borwurf, daß die Ankläger bei von ihnen geleiteten Schiffsbauten zu schwache Constructtonen gewählt, mithin Regeln der Schiffsbaukunst außer Acht gelassen und dadurch die Seetüchtigkeit der erbauten Schiffe gefährdet hätten. Dieser Vorwurf ist geeignet, die Ankläger, welche Schiffsbauer von Beruf sind, in der öffentlichen Meinung herabznwür- digen; der Vorwurf erscheint jedoch weder geeignet, die Ankläger ver- ächtlich zu machen, noch deren Credit zu gefährden. In den von dem Angeklagten mit Bezug auf die Mitankläger H. und F. Wencke behaupteten Thatsachen, deren Wahrhett durch die Be- weisaufnahme nicht erwiesen worden ist, liegt der Borwurf, daß die Ankläger bei zwei Schiffen, deren Reparatur ihnen von den Rhedern der Schiffe übertrogen worden war, die Reparaturen ihrer Pflicht zu- wider nur ungenügend hätten beschaffen lassen und daß sie damit die Seetüchtigkeit der Schiffe gefährdet hätten. Dieser Borwurf ist geeignet, die Ankläger, welche Schiffsbauer von Beruf sind, in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen und sie verächtlich zu machen; der Borwurf erscheint jedoch nicht geeignet, den Credit der Ankläger zu gefährden. Bezüglich aller von dem Angeklagten über die vier Ankläger be- haupteten unwahren Thatsachen gilt nicht al« erwiesen, daß der Ange- klagte dieselben wider besseres Wissen behauptet und verbreitet hat. ES ist endlich noch Hervorzuheben, daß durch die Beweisaufnahme festge- stellt worden, daß der inzwischen verstorbene„Inspektor Möller", dessen der Angeklagte in dem Artikel erwähnt, nicht— wie dies für jeden in die Verhältnisse nicht Eingeweiheten nach der ganzen Fassung des be- treffenden Satzes geschlossen werden muß— eine im Geschäfte der Mit ankläger H. und F. Wencke angestellte Person; sondern daß derselbe im Geschäfte der Rhederei des Schiffes„Helene" angestellt, mithin vom dem Willen und den Anordnungen von B. Wencke Söhne völlig unab- hängig war. Nach dem festgestellten Tbatbestande ist der Angeklagte schuldig, in dem von ihm ver.'aßten, in der Nr. 28 deS vorigjährigen Jahrgang«» der Zeitung„Vorwärts" mit seiner Zustimmung veröffentlichten, der Anklage zu Grunde gelegten Artikel in Beziehung ans die Ankläger Dreyer, Marbs, H. und F. Wencke nicht erweislich wahre Thatsachen behauptet und verbreitet zu haben, welche geeignet sind, dieselben in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen und welche bezüglich der beiden zuletzt genannten Ankläger überdies auch geeignet sind, dieselben verächtlich zu machen. Der Angeklagte ist demnach der nach§ 186 deS Strafgesetzbuches und zwar nach Maßgabe de» Schlußsatzes dieses§ der strafbaren Beleidigung der Ankläger schuldig. Wenn der Angeklagt« behauptet und durch seinen Bertheidiger auS- zuführen versucht hat, daß im Hinblick auf die Bestimmungen des ß 193 deS Strafgesetzbuches von einer Bestrafung überall keine Rede sein könne so ist dem nicht beizutreten. Es bedarf keiner Ausführung, daß der Angeklagte, so löblich viel- leicht immerhin sein Streben sein möchte, für die Schöpfung eines Schiffsbaupolizeigesetzes zu agitiren, doch bei seiner bezüglichen journa- Östlichen Thätigkeit die für die Ankläger beleidigenden Aeußcrungen nicht zur Wahrnehmung seiner berechtigten Interessen gemacht hat. Aber auch daS Argument, daß es sich in dem incriminirten Zeitungsauffatz lediglich um tadelnde Urtheile über gewerbliche Leistungen handle und deshalb Straffreiheit eintreten müsse, ist nicht zutreffend. Zunächst würde dieser Gesichtspunkt schon auf die den Mitankläger» H. und F. Wencke gemachten Vorwürfe keine Anwendung finden, da von diesen behauptet wird, daß sie bei ihnen ausgetragenen Reparaturen von Schiffen Pflicht- widrig gehandelt hätten. Sodann aber geht daS Vorhandensein einer Beleidigung aller 4 Ankläger aus den Umständen hervor, unier welchen dieselbe geschah, namentlich aus dem ganzen Zusammenhange, in welchem der Angeklagte die ehrenkränkenden unwahren Thatsachen vorge- bracht und daraus, daß derselbe ohne irgend einen für die von ihm verfochten« Sache relevanten Grund überall die Namen der Ankläger gemacht hat. Der Veriheidiger deS Angeklagten hat bei Beginn der Hauptver- Handlung auf Grund deS Umstandes, daß der Mitankläger H. Wencke trotz ordnungsmäßiger Borladung nicht erschienen war, den Antrag ge- stellt, diesen Ankläger auf Grund§ 243 der Strafprozeßordnung mit seiner Klage unter Berurlheiluna in die Losten abzuweisen, welcher An- trag dahin zu verstehen ist, daß der Angeklagte bezüglich der Anklage des Mitanklägers H. Wencke seine kostrnlose Freisprechung beantragen wollte. Da aber nach§ 243 der Strafprozeßordnung da» Gericht be- fugt ist, rücksichtlich des nicht erschienenen Ankläger» eine Vertretung zu- zulassen und da der Rechlsbeistand aller 4 Ankläger, der Advokat Dr. Mönckeberg, als Vertreter des nicht erschienenen Anklägers H. Wencke bei der Verhandlung zugegen gewesen ist, auch ein Grund, daS persönliche Erscheinen dieses Mitanklägers anzuordnen, nicht vorlag, so wird — wie hiermit geschieht— der Antrag des Angeklagten als unbegründet zurückgewiesen...... In der Sache erkennt da« Strafgerlcht für Recht: daß der Ang-klagi«, Schiffszimmerer I. H. Brandt hiersewst, wegen Beleidigung der nkläger Schiffsbauer C. C. A. Dreyer, I H. Marbs, H. Wencke und F. Wencke, letztere Beiden in Firma B. Wencke Söhne Hierselbst, aus Grund der Atz 186 und 194 des Strafgesetzbuches und§ 272 der Strafprozeßordnung zu einer Gesängnißstrafe von 3 Wochen und zur Bezahlung der Soften des Strafverfahrens zu verurtheilen mit Feststellung der Gerichtsgebühren auf 9 M. 60 Pf. Den Anklägern wird auf Grund§ 200 deS SlrafaesetzbucheS die Besugniß zugesprochen, die B-rurtheilung des Angeklagten durch einmaligen Abdruck dieses Urtheils in der Zeitschrift„Burwärts* innerhalb der nächsten 4 Wochen nach Rechtskraft dieses Erkenntnisses auf Kosten des Angeklagten öffeMltch bekannt zu machen; auch ist den An- klägern aus Kosten des Angeklagten eine Ausfertigung diese« Ur- theils nach Rechtskrast desselben zu eitheilen. B. R. W. Für richtige Abschrrft: Dr. Th. Schräder, Aktuar. An MarbS, C. E. A. Dreyer, H. Wencke und Wencke, in Firma B. Wencke Söhne pr. Adr.: Herrn Dr. R. Mönckeberg. Ins. den 27. Juni 1877. Giesel«, Gerichtsbote. Durch Erkenntniß de» Hamburgischen Obergerichts vom 31. August 1877 ist die strafgerichtliche Entscheidung vom 26. Juni 1877 im Uebri- gen lediglich bestätigt, die Straf« jedoch auf 14 Tage herabgesetzt worden. (II 03765) Verantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reudnitz. Leipzi». Redaktton und Expedition Färberstraße 12. II in Leipzig. Druck und Verlag der Gevoffenschasttbuchdruckerki in Leipzig.