Erscheint in Leipzig Wittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Bf. pro Quartal. Monats- Abonnements Werben bei allen deutschen Bostanstalten suf den 2. und 3. Monat, und auf den 8. Monat besonders angenommen; im Königr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den Iten Monat bes Duartals à 54 Bfg. Inferate Sete. Bersammlungen pr. Betitzeile 10 Bf., Betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Besitzeile 30 Bf. Vorwärts 011 Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buch handlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- Yort: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: B. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ava San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: C. Henze, 8 New Str. Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 40. bind d 01 din Des sächsischen Bußtags wegen, der auf Freitag, den 5. April fällt, muß die Sonntagsnummer( Nr.41) schon Donnerstag, den 4. April fertiggestellt werden, was etwaige Einsender von Anzeigen beachten mögen. Die Expedition des„ Vorwärts". Die Interpretation der Marr'schen Werththeorie durch die Herren Professor Dr. A. Schäffle und C. A. Schramm. Kritik von Dstar Schuster.*) Nun ist es aber die streng objektive Darstellung der sozialisti schen Bestrebungen in der von Herrn Prof. Schäffle herausgegebenen Duintessenz des Sozialismus", die alle Anhänger der Mary'schen Werththeorie doppelt ermuntert, die von Herrn Schäffle in demselben Werke gebrachten Einwendungen gegen die Mary'sche Werththeorie zu entkräftigen. Freitag, 5. April. Leuten. 1878. Bordersaz der angezogenen Stelle, läßt aber mit genialer Meister Brutalität unter den sogenannten gebildeten haftigkeit den Nachjazz, der eben gerade das Gegentheil besagt, indem hervorgehoben, daß für die Werthbestimmung die indivibuell geleistete gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit nicht Bezüglich der unter obiger Aufschrift in Nr. 19 und 22 unmaßgebend, daß besagte Leinwand als individuelles Produkt feres Blattes enthaltenen Artikel, wird uns Nachfolgendes mitwohl für sich betrachtet gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit getheilt: darstellt, aber nicht allein für sich zu betrachten ist, da" In der erwähnten Angelegenheit, betreffend den Tod des alle Leinwand auf dem Markte nur als ein Handelsartikel, jedes Gemeindedieners Ludwig, war es bisher nicht möglich, eine AenStüd nur als aliquoter Theil gilt( ,, Kapital" 2. Aufl. pag. 86), derung des richterlichen Erkenntnisses zu erzielen. Alle Eineinfach weg! gaben wurden abschläglich beschieden. Wie ich in meinem ersten Briefe( Nr. 19 d. Vorw.) mittheilte, hat die Wittwe Ludwig den ganzen Hergang der Sache dem Großherzog in einer persönlichen Audienz schriftlich übergeben und mündlich mitgetheilt, worauf sie folgenden Bescheid erhielt: " Auf die weitere Eingabe vom 13-16. b. M. in Betreff der von der Staatsanwaltschaft eingestellten Untersuchung wegen Ihrem verstorbenen Ehemann zugefügten Körperverlegungen und beziehungsweise wegen Tödtung desselben aus Fahrlässigfeit wird der verwittweten Frau J. K. Ludwig in Röstig bei Rückgabe der eingesandten Schriftstücke eröffnet, daß es lediglich bei der, derselben unterm 29. v. M. zugegangenen Entschließung sein Bewenden behalten muß, indem das unterzeich nete Staatsministerium sich außer Stande befindet, in dieser Angelegenheit etwas Weiteres zu verfügen. Weimar 2c." " Weshalb das Staatsministerium außer Stande ist, in der Sache etwas zu thun, wird nicht gesagt; leider kann man die Gründe, die vielleicht sehr tiefgehender Natur" sind, mit dem beschränkten Unterthanenverstande" nicht ergründen. Auf eine weitere Eingabe an die Oberstaatsanwaltschaft in Eisenach tam folgender Bescheid: Indem nun Herr Schramm mittelst klarer Ausführungen darlegt, daß bei Berücksichtigung der Worte„ geſellſchaftlich nothwendige Arbeitszeit" in doppelter Beziehung auch die Marr'sche Werththeorie der Anforderung nach Berücksichtigung des wechselnden Gebrauchswerthes gerecht wird, glaubt Herr Schramm" Der verwittweten Johanne Karoline Ludwig in Köstig Bildet für eine in der Cultur vorgeschrittenere Menschheit die gleichzeitig sagen zu müssen, daß diese Werththeorie keinen An- wird auf die an Seine Königliche Hoheit den Großherzog ge= Brüfung ihrer ökonomischen Grundlagen, die Erkenntniß ihrer spruch erhebe als praktischer Anhaltspunkt für Vertheilung der richtete, unterm 24. d. M. zu ressortmäßiger Verfügung anher Lebensbedingungen mit eine der wichtigsten Aufgaben und ist Produkte an die Produzenten zu dienen. Letzteres wäre auch abgegebene Eingabe, die Untersuchung wegen ihrem Ehemanne wieder der Grundpfeiler dieser Spezial- Wissenschaft das Erkennen unmöglich, wenn wir die gegebene erweiterte Auslegung be- dem nunmehr verstorbenen Maurer Karl Ludwig in Röstig und die Feststellung aller der Faktoren, die die Gesellschaftswerthe dingungslos annehmen wollten, und Herr Schramm hat uns zugefügten Körperverlegung und beziehungsweise wegen Tödtung erzeugen, so ist mit Recht zu betonen, daß diese Fundamental- in der Zukunft" mittelst seiner Robinsonade die beste Gelegen- deffelben aus Fahrlässigkeit betreffend, eröffnet, daß die gericht lehre, die sogenannte Werththeorie immer und immer wieder heit gegeben, dies zu demonstriren, indem wir uns an Stelle lichen Erhebungen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen uns beschäftigen muß und jede Meinungsverschiedenheit über des Robinson eine abgeschlossene Gesellschaft auf fraglicher Insel dem Tode ihres Ehemannes und demjenigen, was diesem am solche im Interesse des Ganzen vor das Forum der Kritik zu vorstellen. Nach dem gegebenen Beispiel besigen nämlich hier Abend des 27. April v. J. widerfahren, bezüglich von Antreten hat. die cirkulirenden 120 Arbeitsstunden Bonds bei einer guten dern zugefügt worden ist, nicht herausgestellt haben, und Ernte Kauftraft für 480 Maß Weizen, während nur 240 Maß daß, nachdem die Staatsanwaltschaft aus diesem Grunde von Weizen erbaut und 120 M. Weizen benöthet sind, die allein einer weiteren Verfolgung der Sache Abstand zu nehmen benötheten 120 M. Weizen aber schon für 30 Arbeitsstunden- müssen erklärt hat, es hierbei sein Bewenden haben müsse. Bonds zu erlangen sind und sonach übrige 90 Arbeitsstunden- Weimar, den 29. Januar 1878. Großherzoglich Sächsisches Bonds auf anderen Produkten- Gebieten ihre Kauftraft_bethätigen Staats- Ministerium, Departement der Justiz. Stichling". fönnen. Entgegen dem würden bei schlechter Ernte die„ Auf diesen Bescheid hin machte die Wittwe in einer EinHerr Prof. Schäffle stellt in seiner„ D. d. S." der Mary'- cirkulirenden 120 Arbeitsstunden- Bonds nur Kaufkraft für 30 M. gabe an das Großherzogl. Staatsministerium auf die Unzulängschen Wertththeorie, lautend: Weizen befizen, während doch 60 M. Weizen erbaut und 120. lichkeit und Einseitigkeit der gerichtlichen Erhebungen, auf welche Der Werth einer Waare besteht in der zu ihrer Herstellung Weizen benöthet sind. Da aber die fernerweit erbauten 30 m. sich der Bescheid stüßte, aufmerksam, und berief sich auf die Ausaufgewendeten allgemein menschlichen, gesellschaftlich nothwendigen Weizen auf alle Fälle gebraucht werden, so muß die Kauftraft sagen des Dr. Weißer( Nr. 22 des Vorw.), welcher den Kranken Arbeit, gemessen nach Zeit, entgegen pag. 47: der Werth der für solche durch Arbeits- Bonds erfolgen, die nach dem Wirth- behandelte. Auf diese Eingabe erfolgte vom Staatsministerium Güter richtet sich ersichtlich nicht blos nach dem Kostenwerthe schaftsplane zum Kauf auf anderen Gebieten bestimmt waren. folgender Bescheid: ( wobei er die Worte allgemein menschliche gesellschaftlich noth- In beiden Fällen würden Störungen innerhalb der Consumtion wendige Arbeitszeit" unter dem Begriff gesellschaftlich durch eintreten. Der Einwand, daß die Gemein- Verwaltung die ausschnittlichen Kostenwerth vollständig zu fassen vermeint), sondern gegebenen Arbeitsbonds auf Arbeitsbonds gesellschaftlich auch nach dem Gebrauchswerth, b. h. der Dringlichkeit des nothwendiger Arbeitszeit reduziren könne ist hinfällig in Bedarfs, wobei Herr Schäffle namentlich die nicht beliebig ver- Berücksichtigung, daß diese Bonds einerseits bereits ausgetauscht mehrbaren Güter, als Getreide 2c. im Auge hat. sein dürften, bevor der Ertrag der geleisteten Arbeit zu beAußer diesem Haupteinwand führt Herr Schäffle noch an, stimmen war, andrerseits aber dies die größte ungerechtigkeit und zwar einerseits mehr oder weniger in Consequenz des bereits gegen die betreffenden einzelnen Produzenten dieser besonderen genannten Haupteinwandes und andrerseits in der Voraussetzung, Produkten- Gattung in sich bergen würde. daß die Mary'sche Werththeorie in einem gegebenen Collektivstaat So sehr es uns mit Genugthuung erfüllen muß, wenn wir als Vertheilungsmaßstab dienen soll, daß die genannte Werth- an den von Herrn Schramm demonstrirten Beispielen ersehen, theorie dem örtlich und zeitlich sinkenden Gebrauchswerth jeder daß die Marx'sche Werththeorie auch dem wechselnden GebrauchsArbeitsgattung nicht Rechnung trage, wenn damit nicht gleich- werth allenthalben Rechnung trägt, so dürfen wir doch nicht das zeitig eine beliebige Commandirung von Arbeitskräften vor- von Herrn Schramm hierfür geforderte Opfer, die Aufgebung behalten sei, welcher Vorbehalt aber jeder individuellen Freiheit derselben Werththeorie als praktische Grundlage für einen Verder Arbeits- Bethätigung" widerspreche. theilungsmaßstab, mit gleichem leichtem und frohem Herzen hinDiese von Herrn Schäffle erhobenen Einwendungen hat nun nehmen. Herr C. A. Schramm in Nr. 61, 62 und 128 des„ Vorwärts" Und wenn Herr Schramm noch so betont, daß der Zweck von 1877 zu entkräftigen versucht und hierbei sich vor Allem des„ Kapitals" einfach die Kritik des Vergangenen und Bemit Bekämpfung des wichtigsten Einwandes, daß die gedachte stehenden, so wissen wir doch auch, daß es eben die Aufgabe Werththeorie nicht den wechselnden Gebrauchswerth berücksichtige, dieser Kritit, die complizirten ökonomischen Erscheinungen auf befaßt. Herr Schramm sagte nämlich, und, wie ich constatiren ihre Grundlagen zurückzuführen, nicht aber blos zurückzuführen, fann, nicht nur im Einverständniß mit Lassalle, sondern auch sondern gleichzeitig mit Darlegung der Grundlagen uns das mit dem wohlbekannten Schüler von Mary, Herrn C. Dießgen Fundament für ein neues und befferes Gebäude zu geben. ( vergl. dessen Aufsatz über das„ Das Kapital" im„ Demokrati- Oder sollte es möglich sein, daß ein Karl Marx, der eben aus schen Wochenblatt" Nr. 35 pag. 278 v. J. 1868), Mary ver- derselben Kritik des Vergangenen und Bestehenden pag. 793 steht unter: gesellschaftlich nothwendiger Arbeitszeit, nicht nur: seines Werkes, uns mit aller Schärfe die ganze Zukunft vor Arbeitszeit erheischt, um irgend einen Gebrauchswerth mit den Augen führt in den Worten:" Die tapitalistische Produktionsvorhandenen gesellschaftlich normalen Produktionsbedingungen und Aneignungsweise, daher das kapitalistische Privateigenthum und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrade von Geschick und ist die erste Negation des individuellen, auf eigene Arbeit ge= Intensivität die Arbeit herzustellen, sondern auch: Arbeitszeit, gründeten Privateigenthums. Die Negation der kapitalistischen erforderlich um das für die realen Bedürfnisse der Gesellschaft Broduktion wird durch sie selbst, mit der Nothwendigkeit eines nöthige Quantum Produkte zu liefern, und beruft sich für die Naturprozesses, produzirt. Es ist Negation der Negation! Diese Richtigkeit seiner erweiterten Auslegung der Marrschen Werth- stellt das individuelle Eigenthum wieder her, aber auf Grundlage theorie auf die von Mary in der„ Kritik der politischen Dekonomie" der Errungenschaft der kapitalistischen Aera, der Kooperation pag. 39 hervorgehobene gleiche Anschauung des Defonomen freier Arbeiter und ihrem Gemeineigenthum an der Erde und Sismondi. Doch brauchte Herr Schramm gar nicht soweit den durch die Arbeit selbst produzirten Produktionsmitteln;" zurückzugehen, denn schon im Kapital" 2. Aufl. S. 86 läßt daß derselbe Mann mit Feststellung seiner Werththeorie, des Mary diese erweiterte Auffassung klar durchblicken in den Worten: Fundamentes seines Gebäudes, uns habe nur wollen„ Negatives" Wie aus den Zeugnissen des behandelnden Arztes hervorgeht, Bermag der Marktmagen das Gesammt- Quantum Leinwand geben? war der„ Verletzte" nicht mehr im Stande, einen Strafantrag zum Normalpreis von 2 Sh. pro Elle nicht zu absorbiren, so Nein und abermals nein! Gerade die Stelle des„ Kapitals", zu stellen. Wenn er aber auch dazu noch fähig gewesen wäre beweist bas, daß ein zu großer Theil der gesellschaftlichen Ge- aus welcher Herr Schramm glaubt pofitiv herauslesen zu können, und es, sei es aus Unkenntniß des Gesezes, sei es aus Nachjammiarbeit in der Form ber Leinweberei verausgabt wurde. daß Mary einen Vertheilungsmaßstab nicht gesucht habe, dieselbe läffigkeit unterlassen hätte, so soll doch die Staatsanwaltschaft, da Die Wirkung ist diefelbe, als hätte jeder einzelne Stelle lautend: pag. 56." Die Art der Bertheilung wird wechseln die Verlegungen den Tod nach sich zogen, auch ohne den geLeinweber mehr als die gesellschaftlich nothwendige mit der besondern Art des gesellschaftlichen Produktionsorganismus stellten Strafantrag berechtigt, ja verpflichtet sein, die strafArbeitszeit auf sein individuelles Produkt verwandt." selbst und der entsprechenden geschichtlichen Entwickelungshöhe der bare Handlung von Amtswegen zu verfolgen. In zwei weiteren Benn trotz dieser scharfen Betonung der doppelten Bedeutung Produzenten," läßt auch dem Gedanken Raum, daß eben die Eingaben wurde die Oberstaatsanwaltschaft auf die ungenügenden der Worte gesellschaftlich nothwendigen" die 1877er Bukunft aufgestellte Werththeorie in einer gegebenen gesellschaftlichen Pro- Erhebungen, welche in dieser Angelegenheit angestellt wurden, Nr. 3 immer noch mit aller Bestimmtheit erklärt: die gedachte duktionsperiode von entsprechender geschichtlicher Entwickelungs- aufmerksam gemacht und es wurde unter Hinweis auf die Auserweiterte Auslegung sei, soweit solche im ,, Kapital" entwickelt, höhe der Produzenten, als praktischer Maßstab zu dienen vermag, fage des behandelnden Arztes eine neue Untersuchung verlangt. eine der Mary'schen Werththeorie fremde, so muß solches auf ein aber wohl beachtet nur in einer gegebenen gesellschaftlichen Hierauf kam folgender Bescheid: Uebersehen dieser an sich wenig auffallenden Stelle zurückgeführt Produktionsperiode, keineswegs aber unter allen Umwerden.- Anders aber bei derselben Behauptung des Herrn ständen, was nach Herrn Schramm(„ Vorwärts" Nr. 62) Herr H. L. in seiner ,, Controverse über die sozialistische Werththeorie" Prof. Schäffle behauptet haben soll. III.( Vorwärts" Nr. 35 d. I.). Herr H. L. citirt nämlich den Prüfen wir aber die beiderseitigen Stellungen der Herren Schäffle und Schramm zur Marx'schen Werththeorie eingehender, *) Wir geben nun in der, wie es scheint, für einzelne Parteigenoffen so können wir sagen: brennenden Frage" einem Dritten das Wort und bemerken im Voraus, daß auch ein Parteigenosse in Amerika schon vor einiger Zeit zu diesem Bunkie der Tagesordnung" das Wort erbeten hat und auch erhalten wird. Wir bitten aber von da ab unsere Freunde, sich der möglichsten Kürze zu befleißigen, da die meisten unserer Leser dieser theoret.sche Stampf nur in zweiter Linie intereffirt. Red. d. V. Beide im Rechte, Beide im Irrthum. ( Fortsegung folgt.) " " Auf Ihre Eingabe vom 22-23. vorigen Monats, den Tod des Gemeindedieners Ludwig in Köstig betreffend, eröffne ich Ihnen unter Rückschluß der Anlagen, daß die fragliche Angelegenheit schon längst vor dem Eingang Ihrer Zuschrift von mir in das Auge gefaßt worden ist, daß ich mich aber aus den über die Sache stattgefundenen Erhebungen, welche mir von dem Großherzoglichen Staatsanwalte zu Weida seiner Zeit vorgelegt worden waren, überzeugt habe, daß der Beweis, es sei der Tod des p. Ludwig durch eine strafbare Fahrlässigkeit dritter Personen verursacht worden, sich nach Lage des Falles nicht herstellen ließ und daß überhaupt eine von der Staatsanwaltschaft von Amtswegen ohne Strafantrag des Verlegten, zu verfolgende strafbare Handlung nicht vorlag, daß sonach aber auch Ihrem Antrag: es möge die Großherzogliche Oberstaatsanwaltschaft sich der Witiwe des p. Ludwig annehmen und derselben zu ihrem Rechte verhelfen, von hier aus eine weitere Folge um so weniger gegeben wer den kann, als bekanntlich die Geltendmachung civilrechtlicher Ansprüche außerhalb der Competenz der Staatsanwaltschaft liegt. Eisenach, den 11. Februar 1878. Der Großherzoglich Sächs. Oberstaatsanwalt, Berninger". ,, Auf Ihre wiederholten Eingaben vom 13. und 17. d. M., den Tod des Gemeindedieners Ludwig in Köstig betreffend, wird Ihnen hierdurch eröffnet, daß es bei meiner Verfügung vom 11. d. M. lediglich bewendet. Einestheils ist die in Ihren Eingaben enthaltene Darstellung der Vorgänge am Abend des 27. April vor. Jahres in mehrfacher Beziehung thatsächlich unrichtig, anderntheils steht die Aeuße rung, welche Dr. med. Weißer der Wittwe Ludwig gegenüber über das Ableben ihres Ehemannes gethan haben soll, mit seinen bei den Aften befindlichen Auslassungen in Widerspruch und namentlich hat die in Tegaler Weise vorgenommene Obduktion und Sektion der Ludwig'schen Leiche keinen Anhalt Wie lange freilich, wenn Eiterung eintritt, die Genesung sich dafür ergeben, daß die demselben am Abend des 27. April hinaus ziehen wird, bis zur Arbeitsfähigkeit, läßt sich für jest vor. J. zugefügten Mißhandlungen in einem Causalzusammen- nicht mit irgend welcher Sicherheit bestimmen. hange mit dem Tode des Ludwig stehen. Unter diesen Umständen liegt für mich keine Veranlassung vor, weitere Untersuchungsschritte in der Sache anzuordnen. Eisenach 2c." ( Schluß folgt.) Sozialpolitische Uebersicht. Besiz- und Bewirthschaftungsverhältnisse, sondern auch eine Dr ganisation, die mit einem Schlage durchzuführen so absolut unmöglich ist, daß selbst die Sozialdemokraten ein Uebergangsstadium wenigstens in ihrer Majorität verlangen. Diese Organisation ist gleichfalls nichts Anderes, als eine Träumerei, eine Vorspiegelung, geeignet, die Besitzlosen unzufrieden zu machen und in das Reich der sozialdemokratischen WeltIdeen." Unsere Neutralität wird durch einen Bericht der Da ich den Inhalt der früheren, bei den Aften befindlichen Aussagen des Dr. Weißer nicht kannte, wandte ich mich an den- Ein Opfer der Diätenlosigkeit des Reichstags. anschauung zu treiben; der communistische Besitz des Bodens selben, legte ihm den letzterwähnten Bescheid vor und ersuchte Der Hamburgische Correspondent" schreibt:„ Gegen einen und die Ausnutzung dieses Besizes steht völlig gleich werth, oder um die Abschrift der von ihm ausgestellten ärztlichen Zeugnisse. Reichstagsabgeordneten von Württemberg" schwebt eine vielmehr gleich unwerth neben allen anderen sozialdemokratischen Herr Dr. Weißer verwahrte sich gegen die Zumuthung, daß sich schwere Anklage. Der Oberamtsrichter von Rottweil, Also erst wird die absolute Möglichkeit" einer solchen sozialfeine Aussagen mit einander im Widerspruch befänden und er Wirth, Vertreter des Wahlbezirks Rottweil im Reichstag, ist demokratischen Organisation nicht geleugnet, dann gehört zu dieser klärte, daß er seine Aeußerungen aufrecht erhalte, dieselben auch der Fälschung angeklagt und jezt, nachdem die woruntersuchung Organisation eine Organisation, die absolut unmöglich ist und nöthigenfalls vor Gericht vertreten werde. beendigt ist, hat die Anklagekammer den Beschuldigten vor den Ich laffe hier die ausgestellten ärztlichen Zeugniffe folgen: Gerichtshof von Rottweil zur Aburtheilung verwiesen. Wenn gleich darauf zu einer„ Träumerei", zu einer„ Vorspiegelung" wird. Alles das in zwei aufeinanderfolgenden Sägen! Solte der Abgeordnete Wirth sich von der schweren Anschuldigung nicht An Frau Wwe. Ludwig zu Köſtiz! Auf Ihr wiederholtes wird reinigen können, so muß im Wahlbezirk Rottweil eine Neu- man da nicht faſt an den Dämon, delirium tremens genannt, Verlangen gebe ich Ihnen hiermit die Abschriften der 2 Beug- wahl stattfinden und ist für diesen Fall wahrscheinlich der ehe- glauben, der dem Verfasser die Feber geführt habe? nisse, welche ich über den Verlauf der Krankheit Ihres ver malige Gegencandidat, der nationalliberale Rechtsanwalt storbenen Ehemannes am 6. Mai und 22. Juni vor. Jahres Dr. Römer aus Stuttgart, der künftige Vertreter dieses Be- Nordseezeitung" sonderbar beleuchtet. Aus Geestemünde wird ausgestellt habe. Da ich in meinen Tagebüchern jedes Beug: zirtes." niß, sowie jedes Rezept nur in ausführlicher Abkürzung, nicht wörtlich eintrage, so enthalten diese Abschriften natürlich nur Wirth der conservativen, oder der klerikalen oder demokratischen artillerie- Bataillons Nr. 9 haben gestern die Reise nach Dömitz Aus dieser Notiz scheint hervorzugehen, daß der Abgeordnete dem Blatte geschrieben:" Pulvertransporte nach Rußland. 1 Feldwebel, 1 Sergeant und 10 Mann des hiesigen Fußden wahrheitsgetreuen Sinn, nicht wörtliche Ueberlieferung der Partei angehöre, da der„ Hamburgische Correspondent" von beiden zu den Akten gelegten Zeugnisse, mit denen dieſelben seinem ehemaligen nationalliberalen Gegencandidaten in Mecklenburg angetreten, von wo aus dieselben zur Begleitung jedoch, falls dies nöthig werden sollte, zu jeder Zeit verglichen spricht. Herr Wirth steht aber selbst als nationalliberal im eines Pulvertransportes von ca. 3000 Ctr. nach Warschau komwerden können, falls das Gericht veranlaßt wird, dieselben Barlamentsalmanach verzeichnet aus solchem Grunde ver- men." Einstweilen liefern wir dem„ Erbfreunde" Waffen und zur Durchficht vorzulegen. Pößneck, den 8. März 1878. Dr. schweigt die liberale Presse auch hartnäckig diesen Vorfall. Pulver, später können wir ja auch Soldaten liefern. Aber Der Oberamtsrichter Wirth galt bis dahin immer für einen neutral find wir doch. ( 1. Zeugniß vom 6. Mai 1877 Abends.) Am Sonntag den 29. April Abends rief mich die Ehefrau des Handarbei- neten Verhältnissen" lebe. Das Gehalt eines solchen Richters respektablen Mann, von dem man annahm, daß er in„ geordDer erste April sonst und heuer. Sonst- freneters Karl Ludwig zu Köstig im Vorüberfahren an, forderte ist nicht besonders groß; wenn nun ein berartiger Beamter in tischer Jubel der nationalliberalen Lakaien so weit die deutsche zu besuchen und in ärztliche Behandlung zu nehmen. Ich Familie in der Heimath fast das ganze Gehalt und der Reichs Bismard's Geburtstag ex officio zu einem nationalen mich auf, ihren angeblich am 27. d. M. gemißhandelten Mann Berlin als Reichstagsabgeordneter leben soll, so verzehrt die Bunge klingt"; und heuer kühl und frostig ist der 1. April in's Land gegangen. Wir waren nahe daran, den 1. April entgegnete ihr, daß ich dies ungern thue und lieber ablehne, bote, der nicht in Berlin wohnt oder kein großes Vermögen hat, Festtag" erhoben zu sehen; woran mag es also nur liegen, daß Reichs- Bismarks wenn gerichtliche Weiterungen zu befürchten ständen, um aber oder dessen Partei demselben keine Unterflüßung gewährt, muß die Nationalliberalen plötzlich ihrem Halbgott den Rücken kehren etwa nöthige Hilfeleistung nicht zu versäumen, gab ich ihren entweder hungern oder sein Mandat niederlegen. Wenn nun und thun, als existirte er für sie nicht mehr? Sollten die wiederholten Bitten nach und besuchte den Mann. Der= selbe lag in der Oberstube zu Bett mit bläulich geröthe thun, jo tann er auf Abwege tommen, er sucht sich Geld zu es einer politischen Partei unwürdig sei, Abgötterei zu treiben? Ehrgeiz oder sonstige Verpflichtung ihn verhindern, letzteres zu Nationalliberalen in sich gegangen und inne geworden sein, daß tem Gesicht, Wangen bis zum Naden gedunsen, an verschaffen, geht's nicht auf rechtliche Weise, so geht's auf un- Oder sollten wohl gar die ersehnten Ministersessel, die wie eine beiden Ohrenmuscheln, besonders den linken, waren Blasen, rechtmäßige Art, aber immer in dem Gedanken, das Geld zur fata morgana den geblendeten Augen der regierungssüchtigen Schorfe, vertrocknetes Blut. An den Händen und rechtem Unterschenkel fanden sich alte mit Schorfen bedeckte Verlegun Beit zurückzuerstatten und so die Aufdeckung des Betrugs zu Nationalliberalen wieder entschwanden, mit im Spiele sein? Doch gen. Dagegen an der linken Hüfte bis zum Ober- berhindern. So scheint es auch im vorliegenden Falle gewesen dem mag sein wie ihm wolle. Für heut wollten wir nur die schenkel herab, der steif und schmerzhaft ausgestreckt lag, eine zu sein; wir bedauern deshalb den nationalliberalen Reichstags Thatsache constatirt haben, daß Bismarck's Geburtstag heuer unbeachtet vorübergegangen ist, unbeachtet von derjenigen Partei, die diesen Tag in früheren Jahren mit einer ekelhaften Oftentation die diesen Tag in früheren Jahren mit einer ekelhaften Öftentation Weißer. abgeordneten seines jähen Sturzes wegen. Wie aber würden die liberalen Blätter über einen sozialdemokratischen Abgeordne ten herfallen, der sich eines ähnlichen Vergehens schuldig machte! Sie würden die ganze sozialdemokratische Partei zu verdächtigen suchen! feierte. starke Anschwellung, welche von tiefen Bluterguß in und zwi schen den Hüft- und Gefäßmuskeln herrührte, ohne daß die äußere Haut bunte Flecken oder anderweite Berlegungen wahr. nehmen ließ. Trotz der Steifigkeit und Schmerzhaftigkeit in Hüfte und Kreuz konnte ich einen Bruch der Beckenknochen Unseren ungarischen Genossen wurde es bekanntlich nicht nachweisen und hielt denselben für höchst unwahrscheinlich. Die Landwirthschaft und die Sozialdemokratie. berboten, einen Sozialisten- Congreß in Best einzuberufen. NachDabei bestand zugleich ein chronischer Bronchialfatarrh ( d. h. Luftröhren- Verschleimung) und ein nur mäßiges Fieber. In der Berliner„ Tribüne" verbricht der große" Volkswirth- dem alle Versuche, die Erlaubniß für einen solchen nachträglich ( d. h. Luftröhren- Verschleimung) und ein nur mäßiges Fieber. Schaftler, Präsident des„ Volkswirthschaftlichen Congreſſes", zu erhalten, gescheitert waren, beschlossen sie, einen Congres Ludwig ist mir schon lange als Gewohnheitstrinker bekannt, Braun ,,, Unser Braun", unter vorstehender Ueberschrift einen der Nichtwahlberechtigten zu veranstalten, und erstatteten es ließen sich also Complikationen, d. h. schlimme Neben- Leitartikel, der zu Anfang die Forderungen der Sozialdemokratie am 14. Februar c. dem Ministerium hiervon Anzeige. Da bis erscheinungen, im Verlauf der Krankheit, voraussehen. in Bezug auf den Grund und Boden ziemlich sachlich und ver- heute kein Bescheid auf diese Mittheilung erfolgt ist und ein Am 1. und 3. Mai besuchte ich ihn wieder, fand das Fieber ständlich feststellt. Herr Braun glaubt aber, daß bei einem all- Vereinsgesetz nicht existirt, so nehmen sie an, daß diesem Congres gebessert, aber in der Nacht vom 2. zum 3. waren bereits gemeinen Staatsbetrieb die Bewirthschaftung lediglich extensiv nichts im Wege steht, und berufen denselben auf den 21. und Delirium tremens( sog. Säuferwahnsinn) eingetreten, welches und bei Privat- und Detailbetrieb die Bewirthschaftung inten- 22. April nach Budapest. Unterzeichnet sind Dr. S. Csillag, sich in folgender Nacht zu bedrohlicher Höhe steigerte, durch große fiver und deshalb einträglicher sei. Wir wollen mit Herrn J. Ferenczy und J. Kürschner.pl Gaben von Chloralhydrat mit Morphium jedoch rasch beseitigt Braun darüber nicht streiten; wir haben die Ueberzeugung und wurde, so daß ich ihn am 4. Mai( Freitag) Nachmittag bereits außerdem lehrt es auch die Praxis, daß mit der Extensivität Der Strike der Pariser Schriftfezer ist zu Gunsten bei ziemlich flarem Bewußtsein antraf. Mittlerweile war indeß, der Bewirthschaftung des Grund und Bodens, wenn die Be- der Strikenden so gut wie entschieden, da sich die Zahl derjenitrotz der falten Umschläge an der linken Hüfte ein Rothlauf als triebsmittel nicht fehlen, auch die Intensivität erhöht wird gen Firmen, die unter dem Drucke der öffentlichen Meinung, in Vorbote einer in Eiterung übergehenden Entzündung entstanden, und der Staat besitzt diese Mittel. Daß wir uns nicht weiter Verbindung mit den für die Sezer günstigen Druckkonjunkturen, welches nach dem Bauch und linken Oberschenkel gleichzeitig sich mit Herrn Braun über solche Dinge unterhalten können, das kapitulirt hat, ansehnlich gemehrt hat. Außerdem hat der Strike weiter verbreitete und mit Verstärkung des Fiebers vergesell- beweist folgender Sag, den Herr Brann schreibt, nachdem er sich noch zur Folge gehabt, daß sich mehrere Hundert BuchdruckerSchaftete. in einen gewissen Zorn gegen die Sozialdemokratie hineinversetzt gehilfen der bestehenden Organisation der Seher angeschlossen hat. Er glaubt, daß der Staat dem landwirthschaftlichen Privat- haben, ein Umstand, der nicht minder hoch anzuschlagen ist, als betrieb allerdings indirekt unter die Arme greifen könne; das der siegreiche Ausgang des Strikes. sei besser, Die Brandwunden an den Ohren schickten sich zur Hei Tung an. Heute( am 6. Mai) früh besuchte ich Ludwig wieder, fand das Fieber ermäßigt, den Rothlauf nach dem linken Knie herabgezogen, minder entzündlich, weniger schmerzhaft, dagegen hatte die Steifheit in Kreuz- und Lendengegend erheblich zugenommen, da aber das Bewußtsein wieder flar ist, das Wandern des Roth Laufs vom Rumpf abwärts zieht, so scheint die nächste Gefahr beseitigt. Fabrikantendespotismus. ,, als das Streben nach einem Utopien, in welchem Grund- Daß Rußland ein„ Culturstaat" ist, haben seit Beund Boden dem Zukunftsstaat gehört, rationell vertheilt und ginn des russisch- türkischen Krieges die reptilisirten westeuropäidann im besten Faule auch intensiv bewirthschaftet werden kann. schen Preßtosaten nicht nur zum Ueberdruß versichert, auch die Die absolute Möglichkeit einer solchen sozialdemokratischen Or- politischen Prozesse, welche gegenwärtig in Rußland auf der ganisation soll durchaus nicht geleugnet werden, aber Tagesordnung stehen und besonders in Odessa floriren, sind eines es gehört eben auch hierzu nicht nur der Umsturz aller bestehenden jener Merkmale, die den nordischen Koloß würdig erscheinen " Es lebe der Wohlstand! Nun wohl, wir wollen einmal die Rückseite des obigen Bildes betrachten, um uns zu überzeugen, ob wirklich kein Nothstand existirt, und zu diesem Zwed will ich über meine eigene Lebensfristung Einiges bringen. auch Nachmittags von der Arbeit aus. Nun sollte man doch meinen, dieser Koderer hätte, eingedenk seiner Drohung, alle Daß viele Fabrikanten der Meinung sind, mit der Arbeits- Blaumacher" angezeigt. Dem war aber nicht so, denn nur Daß solche Leute, die in warmen Zimmern ihren Pflichten" kraft des Arbeiters auch seine Gesinnung, sein ganzes Denken die Sozialdemokraten wurden zur Anzeige gebracht, den Anderen genügen, den Leib gegen die Eindrücke der Witterung schüßen, und Trachten gekauft zu haben, daß sie sich das Recht anmaßen, wurde das„ Bergehen" gegen die" Fabrikordnung" gnädigst nach die Füße unter die wohlbesetzte Tafel behaglich strecken, die Arbeiter nach Belieben behandeln zu können, ist nur zu be- gesehen. Auf die erhaltene Strafverfügung wurde von allen den Magen mit den besten Lebensmitteln versorgen können, und tannt. Wir wollen hier aus tausend Beispielen von" Fabrikanten Angeklagten Einsprache erhoben. Mehrere Arbeiter mußten, da endlich sich keine Erholung zu versagen brauchen, daß solche humanität" nur einige wenige herausgreifen, um zu zeigen, wie sie außer Arbeit gesezt wurden, abreisen. Vor der Einspruchs Leute entrüstet in die Welt hinauszuposaunen:„ Es existirt fein weit sich die Unverschämtheit gewisser Geldprogen versteigen kann. verhandlung wurde den noch anwesenden unter Zusicherung der Nothstand" ist wahrlich nicht zu verwundern. Im Jahre 1876 meldete in Kappel bei Chemnitz ein Ar- vollständigsten Verzeihung"(?) angerathen, auszusagen, fie beiter eine Versammlung an. Der Bürgermeister von Kappel, hätten eine Fabrikordnung oder so etwas Aehnliches nicht ge der die Bescheinigung ausstellen sollte, daß der Einberufer dis sehen. Die ganze Sache sei von den Abgereiften eingefädelt pofitionsfähig 2c. fei, verweigerte dies und mußte deshalb die worden u. s. w. Diese wurden nun, da fich die Arbeiter leider Versammlung unterbleiben. Der Einberufer, welcher sich sein bethören ließen, quasi als Rädelsführer hingestellt und ihnen die Vom 4. Oktober v. J. bis 9. November betrug meine Ein" gefeßlich garantirtes" Recht nicht verkümmern lassen wollte, ganze Schuld" in die Schuhe geschoben. Urtheil„ Von Rechts nahme 18 Mart 75 Pf., demnach pro Tag 52½ Pf. Vom 9. flagte, mußte aber fast zwei Jahre lang warten, ehe die wegen": Die Bereuenden Geldstrafen, die Abwesenden Haftstrafe. bis 21, November 8 M. 45 Pf. oder pro Tag netto 65 Bf. Angelegenheit zur Erledigung kommen sollte. Vor Kurzem sollte Der Fabrikant, welcher durch sein provokatorisches Auftreten die Vom 21. November v. J. bis 1. Januar d. J. 43 M. 45 Pf., in der Angelegenheit verhandelt werden. Der Arbeiter, welcher Veranlassung zum" Blaumachen" gab, ging selbstverständlich gab also für den Tag: 1 M. 8% Pf. Vom 1. bis 24. Januar in der Eisengießerei des Eduard Ante in Stappel arbeitete, er ftraffrei aus. Bemerkt muß noch werden, daß er vor der Ver- 7 M. 60 Bf. oder pro Tag 31% Pf. Nun muß ich bemerken, hielt von diesem die Weisung: entweder die Beschwerde handlung die Fabrikordnung" beseitigte, wahrscheinlich um nöthi- daß ich nicht das glückliche Loos verschiedener Beamten theile, gegen den Gemeindevorsteher zurückzunehmen, oder genfalls deren Existenz in Abrede stellen zu können. also nicht umsonst wohne, auch die Heizung mir nicht umsonst Die Arbeit zu verlassen. Da der Kläger auf sein Recht Ein drittes Bild! Die Fabrikanten G... in Reutlingen geliefert wird. Die Wohnung kostet mich täglich 20 Pf., die nicht verzichten, es auch nicht glauben wollte, daß der Fabrikant leisten in Humanität" das Menschenmöglichste. Im vorigen Heizung( ie nachdem die Witterung ist) 15, 20, 25 Pf. Bei ein Recht habe, ihn in dieser Weise zu beeinflussen, wurde er Sommer wurden den Webern, die bei diesem Herrn arbeiteten, der ersten Rechnung bleibt also nach Abzug der Wohnung und entlassen. Für die etlichen Pfennige, die der Arbeiter erhält, bedeutende Lohnabzüge gemacht, trotzdem das Geschäft gut ging niedrigstem Saß der Heizung für Nahrung, Schuhmacher, Wäsche soll er sich zur willenlosen Maschine erniedrigen und jede Nieder- und die Herren ihr Etablissement vergrößerten. Nach Angabe und sonstige nothwendige Artikel die nette Summe von 17% Bf. tracht über sich ergehen laffen! der Arbeiter betragen die Strafen, welche den Arbeitern von übrig. Ein anderes Bild! In Ansbach( Bayern) ist ein Fabri- 145 Webstühlen in 14 Tagen auferlegt wurden, 40-50 Mart. Das ist aber kein ,, Nothstand". Ei bei Leibe nicht! Bei der zweiten Rechnung bleiben 30 Pf. zur Bestreitung fant Namens Koberer, welcher auch ein großer Sozialisten Ber Kurzem stellte ein Arbeiter, der mit Weib und Kind in freffer ist. Dieser Mensch ließ eines Tages an das Thor seiner der genannten Fabrik arbeitet, während der Mittagsstunde, da obiger Bedürfnisse. Die dritte wirft die horrende Summe von Fabrit folgende Fabrikordnung" anheften: Wer heute Morgens er sein farges Mittagsbrod in Ruhe verzehren wollte, einem 68% Pf. ab. Die vierte Tagesquote langt aber kaum für Wohum sieben Uhr nicht da ist, kann erst um ein Uhr Mittags zu Mädchen, welches selbst während der Essenszeit arbeitete, die nung und Heizung! Woher bezog ich das Uebrige, Nahrung arbeiten anfangen, und wer da nicht da ist, wird wegen Blau- Maschine ein, wurde aber für diesen Frevel sofort entlassen. u. f. w.? Antwort: Das schwebte für mich ganz einfach in machen" angezeigt." In der genannten Fabrik war es aber Mit der Arbeitszeit der unter 16 Jahre alten Arbeiter verüblich, daß die Arbeiter an Montagen um 8 oder 8% Uhr zur hält es sich in genannter Fabrit folgendermaßen: fie müssen des Apropos, meine Herren ,, Nur- Wohlstand- Kenner", da wir -wie wäre es denn, wenn die Luft Arbeit tamen; fie fonnten dies um so leichter thun, da sie fast Morgens um halb 6 Uhr anfangen und Abends bis 7 Uhr gerade bei der Luft sind, alle in Afford arbeiteten. Diese neue Fabrikordnung" wurde arbeiten; diese jungen Leute werden vom Webemeister instruirt, indirekt mit Steuer belegt würde? Man flagt doch schrecklich vor ihrer Affichirung den Arbeitern nicht bekannt gegeben, diese welche Antworten sie geben sollen, falls der Fabrikinspektor kom- über Geldmangel". Wir besigen zwar ,, Milliarden", sind aber wurden auch nicht gefragt, ob sie mit derselben einverstanden men und sie über Verschiedenes befragen sollte. trotzdem so arm wie eine Kirchenmaus. Mein Vorschlag würde seien. An dem betreffenden Montage kamen, dem alten Her- Wir könnten die Fabrikantenhumanität" noch durch unzäh- aber einen Goldregen" herbeiführen. Welch' herrliche Sachen tommen gemäß, mehrere Arbeiter um 8 Uhr zur Fabrik und lige Beispiele belegen, wollen es jedoch für heute bei diesen könnte man nicht mittelst dieses Geldinstitutes" zur Stüße und sahen zu ihrem Erstaunen den Utas. Da ihnen trotz ihrer wenigen bewenden lassen. Sicherheit der heutigen Ordnung anschaffen? Bitten der Einlaß verwehrt wurde, entfernten sie sich und blieben Was sagen Sie?„ Es würde zu wenig einbringen?" der Luft! 11 11 lassen, in Reih' und Glied mit den anderen europäischen„Cultur- staaten" gestellt zu werden. Denn ohne Kriege und brutale Unterdrückung der freien Regung der Geister kann die heutige „Cultur, welche übrigens den Höhepunkt ihrer Volkswohlfahrt- feindlichen Entwickelung erreicht haben dürste, nun einmal nicht bestehen. Um auf die vielen politischen Prozesse zu kommen, die gegenwärtig in Rußland theils geführt werden, theils bereits zum Austrag gelangt find, ist besonders einer erwähnenswerth, oer sich zu Ende vergangenen Monats in Odessa abspielte, und tu den zehn Unteroffiziere und Soldaten eines in Odessa statio- nirten Regiment« verwickelt waren. Selbstredend handelte es fich auch m diesem Falle um das„Verbrechen" der revolutio- nären Propaganda, welches gemeinhin in der Verbreitung ver- botener Bücher und Schriften besteht. Und da in Rußland alles verboten, was nicht erlaubt ist, so kann selbst der harmloseste Mensch ganz gegen seine Absicht über Nacht zu einem Revolu- tionär werden. Die Verhandlungen in dem erwähnten Prozeß wurden bei geschlossenen Thüren geführt, und es erschien außer den zehn Soldaten und Unteroffizieren auch ein Student, Na- mens Famitschewsky, auf der Anklagebank. Nur der Student wurde steigesprochen, weil seine Schuld nicht nachgewiesen werden konnte, die Unteroffiziere und Soldaten dagegen sämmtlich zur Zwangsarbeit verurtheilt, und zwar zur Zwangsarbeit in der Dauer von 10 bis zu 20 Jahren. Wegen Verbreitung ver- botener Schriften 10 bis 20 Jahre Zwangsarbeit!— O, über diese„Cultur"! — Spanien. Die sozialistische„Revlsta social"(Soziale Revue, in Barcelona erscheinend) meldet, daß die Geschäfts- stockung in Spanien ein schreckenerregendes Elend nach sich zieht. In sämmtlichen Fabriken Cataloniens wurde die Hälfte der Ar- beiter entlassen; die Anderen wurden auf den halben Lohn re- duzirt, so zwar, daß die besten Arbeiter 12, 10 und 8 Pesetas wöchentlich verdiene«. Bei der dumpfen Verzweiflung der hun- gernden Einwohner entblödeten sich die„liberalen" Cortes nicht, Hunderttausende für König Alfonso's Hochzeit zu votiren. Den Briganten, die um Tafalla im navarrefischen Gebiet unter kar- listischem Panier„requiriren", drückt nur der Hunger die Flinte in die Hand. Auch die Schifsfahrt von Valencia und Cartagena ist halb lahm gelegt.— Ein anderes, nicht sozalistisches spani- sches Blatt,„La Salud d'Alicante", berichtet, daß im Januar 31 und im Februar 50 Todesfälle an Hungertyphus in Ca- stilien vorgekommen sind. Auch auf Malorca ist der Hunger- typhus ausgebrochen. Von Malaga find 233 Hafenarbeiter und Lastträger nach Brasilien ausgewandert, um nicht mit ihren Fa- Milien zu verhungern. — Aus der amerikanischen Musterrepublik. Das Cincinnati„Volksblatt", eins unserer amerikanischen Partei- organe, faßt das Ergebniß einer Untersuchung der Zustände in dem Staatszuchthause von Ohio wie folgt zusammen: „Es ist von den Beamten des Staatszuchthauses nicht in Abrede gestellt worden, daß folgende Martermethoden in der Anstalt gang und gebe sind: 1. Aushungerung: 1) durch Entziehung des Abendcssens, eure sehr harte Strasmethode für Leute, die ohnehin schlecht ge- werden und dabei hart arbeiten müssen. 2) Wird ein Sträfling zur Dunkelzelle verurtheilt, so bekommt er blos zwei- mal täglich ein kleines Stück Maisbrod, dreiviertel Zoll dick und von der Breite eines Soda- Crackers, und sonst nichts als Wasser, auch wenn diese Strafe tagelang fortdauern sollte. Doch verlangt man von ihm nach überstandener Strafe dasselbe Arbeitsmaß. 2. Der Knebel: Eine Art Gebiß, das aus Draht gemacht und mit Tuch überzogen, dem Gefangenen wie einem Pferde zwischen die Kinnlaben in den Mund gethan wird. Dasselbe wird hinten angezogen und festgebunden, so daß die 11»- glücklichen nicht schreien, oder wenigstens nicht laut schreien können. 3. Der Schwitzkasten: Eine Kiste so groß wie ein Sarg, in welche der Gefangene eingeschlossen wird. Er hat keinen Raum, fich zu bewegen, sondern muß, mit den Armen an den Seiten festgebannt, aufrecht stehen. In dem Deckbrett find einige wenige Löcher angebracht, gerade hinreichend, um ihn vor dem Ersticken zu bewahren. In kurzer Zeit ist er in Schweiß gebadet, während alle seine Glieder zittern und seine Zunge heiß und trocken wird. Aus diesem Kasten werden die Gefangenen in ein eiskaltes Bad gebracht. 4. Der Bull-Ring. Ein beinahe mannshoch in der Dunkel- Warum nicht gar. Ein so ausgiebiges Feld— wenig einbringen. Wie?„Gerade wie die Luxuspferde und Equipagen?" O, das sehe ich nicht ein. Diejenigen, welche Luxuspferde und Equipagen steuerfrei halten dürfen, könnten auch die Luft um- sonst einathmen. Sie brauchen sich blos eine— Luftreinigungs- Maschine anzuschaffen, die ist auch steuerfrei. Ueberhaupt soll ja mein Plan blos für das arme Volk Geltung haben. Das kann man schon stark pressen.„Zu viele Hindernisse?" Warum nicht gar? Hindernisse existiren beim„indirekten" Verfahren nicht; nur direkt— Schade, ich wähnte mich schon im Besitz eines Patentes für Erfindung einer„neuen Mutter" für die„Steuerschraube ohne Ende".— Gehen wir also zum Schluß des Bildes über. Die ganze Einnahme beträgt 78 M. 25 Pf. Ausgegeben wurden für Schuhmacher, Wäsche u. s. w. 7 M. 50 Pf., demnach bleiben für Wohnung, Heizung, Nahrung 70 Mark 75 Pf. noch übrig. Die ganze Zeit beträgt 113 Tage, demnach kommen durch- schnittlich auf den Tag 62'/« Pf.(Die Bruchtheile find nicht auf's Haar berechnet.) Nun ziehen wir für Wohnung und Hei- zung nur 40 Pf. ab, dann bleiben zur Beschaffung von Nah- run �Mitteln ganze 22'/« Pf. übrig! ■? Jjf"04 manchen„Nur-Woblstands-Kenner" nicht für 9fs«m«■ t",.3'00 auf Cigarren! Ist vielleicht ein zweiter " v X*1,6]'. unter Ihnen, der mir als praktischer Finanz- nnfihr �agen könnte, wie man bei den Herrichenden SkÄMTh1*°"zufangen hat, damit man für 22-/« Pf. kann?— nothwendige und kräftige Kost bieten . ill*tit Praktikus unter Ihnen? Thut mir leid. Ich war schon erfreut, möglicherweise etwas Werth- volles lernen zu können., Nun kommt die Unterschrift meines Kunstgemäldes:„Wie viel wird für einen Gefangenen pro Tag gerechnet?" Oder: Ist der freie Mensch dazu verurtheilt. an„Entkräftung", auf rem deutsch, den„Hungertod" zu stoben? Jetzt, meine Herren„Nur-Wohlstands-Kenner", haben Sie gewiß daS Resultat gefunden, welches die Borderseite— den Wohlstand— wie auch die Rücheite— den Nothstand— dar- gestellt hat. Haben Sie noch den beneidenswerthen Muth, in die Welt hinauSzulügen: „Es existirt kein Nothstand"?— A. S. zelle angebrachter eiserner Ring, an welchen die Hände der „widerspenstigen" Sträflinge gefesselt werden. In dieser Stel- lung müssen sie dann zwölf bis sechszehn Stunden, gewöhnlich die ganze Nacht, zubringen, ohne auch nur einmal losgelassen zu werden, auch nicht zur Befriedigung der nothwendigsten Lei- besbedürfnisse. Natürlich schwellen die Arme und Hände; und das Zittern der Glieder, das dadurch erzeugt wird, dauert oft noch geraume Zeit nachher fort. 5. Die Dunkelzelle, sechs Fuß lang und zwei oder drei Fuß breit, mit steinernen Mauern und ohne andere Einrichtung, als ein„Bücket" und ein Brett statt eines Lagers. Die eiserne Thür derselben schließt so dicht, daß sie weder Luft noch Licht einläßt. In diesem Grabe werden die Leute oft Tage lang gefangen ge- halten und häufig auch, nachdem sie bereits andere Martern, wie z. B. den„Bull-Ring", haben aushalten müssen. Wenn sie herauskommen, sehen sie aus, als ob sie von den Todten aufer- standen wären. Der„Bull-Ring" ist mitunter auch in der Dunkel- zelle angebracht, um beide Methoden zu vereinigen. 6. Der Taucherkiste werden die meisten der Erkältungen und Lungenkrankheiten zugeschrieben, an denen die Sträflinge leiden, sowie auch viele der Wahnsinnsanfälle, Sie ist sechs Fuß lang und drei Fuß weit, und wird drei Fuß hoch mit eisig- m Wasser gefüllt, in welches die Unglücklichen geworfen werden. Ihre Füße werden gefesselt und die Hände auf den Rücken festgebunden. Zuerst läßt man sie sitzen und ihnen das Wasser in's Gesicht strömen, daß sie davon momentan erblinden und den Athem verlieren. Dann wirft man sie nieder und hält ihnen den Kopf unter das Wasser, bis sie beinahe erstickt find. Diese Operation wird mehrere Male wiederholt, obwohl das Opfer in den Zwi- schenpausen mit halbem Athem jammervoll und keuchend um Gnade winselt. Natürlich erbrechen sie dabei und verunreinigen sich auf sonstige Weise. Dies hindert jedoch nicht, daß man ihnen den Kopf in dasselbe schmutzige Wasser zurücksteckt. Dutzende von Gefangenen werden oft hintereinander in dasselbe Wasser geworfen und kommen mit blutendem Munde und blutenden Nase» wieder daraus hervor." Da könnten unsere europäischen Gefängniß- und Zuchthaus- direktoren möglicherweise noch etwas lernen. — Genosse Rohleder, der erst vor wenigen Wochen aus einer längeren Haft entlassen war, hat neuerdings Staatsquar- tier auf 6 Monate in dem Nürnberger Gefängniß bezogen. Als Redakteur des Münchener„Zeitgeist" hatte sich Rohleder eine „Bismarckbeleidigung",„Gotteslästerung" und das„Vergehen" der Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen zu Schulden kommen lassen und dafür die 6 Monate erhalten. — Preßfreiheitliches. Der Redakteur der„Halberstädter Freien Presse", Genosse Fr. Voigt, bezog am 4. d. M. auf neun Monate das Halberstädter Gefängniß, weil er einen in ganz Deutschland unbeanstandeten Artikel,„Bismarck's Sturz" betitelt, abdruckte. Es geht doch nichts über die Einheit im deutschen„Reiche". — Nach einem Gerücht, das gegenwärtig die Runde durch die deutsche Presse macht, soll Parteigenosse Bebel Leipzig ver- lassen und sich in Paris angefiedelt haben. Säße Bebel gegen- wärtig wegen Beleidigung des„ersten deutschen Staatsmannes" nicht im Bezirksgerichts- Gefängniß zu Leipzig, aus d.m er erst gegen Ende Mai entlassen wird, so wäre die Albernheit des Gerüchts doch schon dadurch konstatirt, daß der Pariser„Figaro" dessen Vater ist. Also kein Wort weiter hierüber. Correspondenze«. Ahrensburg, 22. März. Eine interessante Volksversammlung fand Sonntag den 17. März Hierselbst statt. Die Versammlung war seitens des antisozialistischen Vereins einberufen. Bureau- wähl fand nicht statt, den Vorsitz führte vielmehr der Präsident des antiiozialistischen Verein?, Lehrer Koch. Auf der Tages- ordnung stand ein Vortrag über„Das Kapital". Als Referent über dieses Thema war Lehrer Benckendorff aus Ahrensburg annoncirt. In nicht gerade fließender, durch lange Pausen unter- brochener Rede entledigte sich der Redner in der denkbar schlech- testen Weise seiner Aufgabe. Die Quintessenz des meistentheils vor und abgelesenen Referates bildete der Gedanke: Was jedem zugänglich ist, ist kein Kapital, was nicht jedem zugänglich ist, bildet das Kapital; außerdem ist die Sozialdemokratie die größte Feindin des Kapitals.(??) Selbst der Vorsitzende und Ge- sinnungsgenvsse des Referenten, Lehrer Koch, konnte fich während dieser oratorischen Leistungen des Lachens nicht enthalten.— Endlich war das Auditorium von diesem Redner befreit. Jetzt bat Genosse Hermann Lange, der auf Aufforderung der Ahrens- burger Sozialisten in dieser Versammlung erschienen war, um das Wort und erhielt dasselbe auch. In etwa dreiviertelstündiger Rede widerlegte Lange zuerst gründlich die Faseleien des Rese- renken und gab dann klare und genaue Definitionen über Ge- brauchs- und Tauschwerth, erläuterte die Entwickelung und Be- deutung des Kapitals, beleuchtete seine Stellung in der heutigen Produktionsweise und schloß unter lebhaftem Beifall der An wesenden mit der bündigen Erklärung, was Kapital sei. Der Vorsitzende ergriff nunmehr das Wort, um H/rrn Lange„für seine leidenschaftslosen und klaren Ausführungen" zu danke», der ihm„ein anständiger und gebildeter Sozialdemokrat, wie z. B. Fritzsche in Berlin und Geib in Hamburg zu sein scheine" und meinte zum Schluß, Sozialdemokratie und Fortschrittspartei müßten Hand in Hand gehen.(!!)(Bemerkt sei übrigens, daß Lehrer Koch als ein nicht ungeschickter, wenn auch nicht tiefer Redner sich zeigte.) Nach einigen unklaren Bemerkungen des Referenten Benckendorff ergriff wiederum Genosse Lange das Wort und verwahrte sich entschieden gegen den Bruderkuß von Eugen Richter und Consorten, kritifirte scharf und schneidig die parlamentarische Thätigkeit der Fortschrittler und Liberalen und ermahnte die anwesenden Arbeiter und Handwerker, den Eon- servativen so gut wie den Liberalen den Fehdehandschuh in's Gesicht zu werfen.(Hier entzog der Vorsitzende dem Genossen Lange das Wort,„erlaubte" ihm jedoch gleich darauf, noch fünf Minuten seine„Lästerungen" fortzusetzen�) Nachdem dann Lange seine„Lästerungen" beendet, gab Herr Koch wieder seine pathe- tischen, oratorischen Ergüsse zum Besten. Da aber die Zeit schon weit vorgeschritten war und das Publikum den Saal ver- ließ, erklärte der Vorsitzende Schluß zu machen und so erfolgte denn auch nach einer persönlichen Bemerkung des Herrn Lange und nach dem Schlußworte des„hochgeehrten Herrn Vortragenden" Schluß der Versammlung. Magdeburg, 27. März. Montag den 24. d. M. hatten auch wir Gelegenhett, den„großen Agitator" Bujarsky in einer von circa 3000 Personen besuchten Versammlung zu hören. Selbstredend war der Mann in der Absicht hierher gekommen, um der Sozialdemokratie den Garaus zu machen und an deren Stelle die allein selig machende Harmonielehre zur Geltung zu bringen. Aber weder das Eine noch das Andere gelang dem Sendling Mäxchen's, und wenn Bujarsky anderwärts mit dem- selben Mißerfolge propagandirte, dann kann man ihn getrost als einen unfreiwilligen Agitator für die Sozialdemokratte bezeichnen, und Herr Hirsch hätte besser gethan, die„Groschen der Arbeiter" für andre Zwecke zu verwenden. Bujarsky sprach über das Thema:„Die Gewerkvereine, der anttsozialdemokratische Congreß und die Sozialdemokratie." Was er sprach, verlohnt sich nicht, daß es der Vergessenhest entrissen wird, nur soviel sei erwähnt, und darin werden uns auch die Nichtsozialdemokraten Recht geben müssen, die an jenem Abend Bujarsky gehört haben, daß er nicht zu Jenen gehört, von denen selbst Gegner lernen können. Gewiß nicht! Nur Eines kann nicht stillschweigend übergangen werden. Bujarskv spielte nämlich als Trumpf eine Aeußerung Bracke's aus, die derselbe gelegentlich einer Berliner Disputation mit Max Hirsch gethan haben sollte und die darin gipfelte, daß er sich mit dem im sozialistischen Programm enthaltenen Aus- drucke:„Gegenüber der Arbeiterpartei bilden alle anderen Par- teien Eine reaktionäre Masse" nicht einverstanden erklären könne. Wenn Bujarsky durch die Erwähnung dieser vermeintlichen Aeußerung Bracke's etwa den Beweis liefern wollte, daß er für eine fteiheitliche Partei wirke, so kann man ihm das kindliche Vergnügen schon gönnen, nur wird dadurch nichts an der That- fache geändert, daß die Fortschrittspartei gegenüber den ökono- mischen Forderungen der Sozialdemokratie in der That zu jener antisozialdemokratischen Masse gehört, die diese Forderungen be- kämpft, daß sie also in Wirklichkeit einen Theil der„reaktionären Masse" bildet, von der im sozialistischen Programm die Rede ist. Nein, Herr Bujarsky, die politisch radikale Phrase zieht bei den Arbeitern nicht mehr, sie wollen Thaten sehen. Und eine solche That. nach der alle Interessen der Arbeiter drängen, ist die Etablirung der sozialistisch organisirten Gesellschaft. Das Hoch übrigens, welches die Menge zum Schlüsse der Versamm- lung der Sozialdemokratie ausdrachte, wird Herrn Bujarsky wohl belehrt haben, daß sein Proselytenfang für die Hirsch'sche Harmoniealbernheit ohne jeglichen Erfolg war. Leipzig. Wie in früheren Jahren, so wurde auch für das Jahr 1877 vom Vorstande des hiesigen Arbeiterbildungs- verein« ein Bericht über die Thätigkeit des Vereins heraus- gegeben. Der Verein besitzt Freunde und Anhänger in fast allen Theilen Deutschlands und darüber hinaus, und es dürfte daher wohl von Interesse sein, eine Ucbersicht des von dem Berein Gebotenen zu geben. Es wurden 68 Vorträge gehalten, und zwar alle— einen einzigen ausgenommen— unentgeltlich. Discusfionen, in denen theils sozialpolitische, theils naturwissen- schaftliche Fragen behandelt wurden, fanden 17 statt. Der Vor- stand des Vereins hielt 49 Sitzungen ab.— Neu eingerichtet und eröffnet wurden im verflossenen Jahre Curse in der Lite- raturgeschichte, Rundschrift, Phonographie, dreifache Buchfüh- rung— russisches System— Geschichte und für Fortgeschrittene in der russischen Sprache und Stenographie. Im Ganzen wurde von 14 Lehrern in 26 Cursen, bei 18 verschiedenen Unterrichtsgegenständen, Unterricht ertheilt. Der Unterricht war, wie sich das aus der Statistik der Theilnehmerzahl ergiebt, durchschnittlich gut besucht.— Der deklamatorische Club zähtt 16 Mitglieder incl. 4 Damen, der Gesangverein hat 51, die Turnersektion 66 und die stenographische Sektion 16 ordentliche Mitglieder; letztere außerdem 4 correspondirende Mitglieder.— Die Bibliothek des Vereins zählt 2265 Bände; ausgeliehen wurden an 202 Mitglieder 1679 Bände. Vermehrt hat sich die Bibliothek um 134 Bände, die sämmtlich dem Berein geschenkt wurden; außerdem besitzt die stenographische Sektion eine Bibliothek von 75 stenographischen Werken und Broschüren. Das Archiv des Vereins enthält 432 Schriften verschiedenen In- Halts. Im Lesezimmer lagen 64 Zeitungen aus, die dem Ver- ein zum Theil gratis zugehen. Zeichenvorlagen für Freihand- zeichnen, gewerblich-technisch-architektonisches und Maschinenzeich- neu, find 1060 vorhanden.— Die Mitgliederzahl betrug durch- schnittlich 364 per Monat, im vorigen Jahre nur 309; am meisten Mitglieder hatte der Berein im November— 533—, am wenigsten im Oktober— 293.— Die laufende Nummer war am Schlüsse des Jahres 1247, im vorigen Jahre 946. Es sind im Verein 133 verschiedene Berufszweige vertreten, z. B. 86 Schlosser, 86 Tischler, 83 Schriftsetzer, 72 Schneider, 70 Markthelfer, 69 Schuhmacher, 58 Kaufleute, 58 Schreiber k. Von außerdeutschen Staaten gehören dem Verein an: 19 Oester- reicher, 4 Russen, 3 Schweizer und je 1 Grieche, Däne, Eng- länder und Schwede. Im Kassenbericht finden wir eine Ein- nähme von Mk. 6676.25, Ausgabe Mk. 6542.84, also einen Ueberschuß von Mk. 133.41.— Das jetzige Vereiuslokal befindet sich Querstraße 24. Wie wir schon früher in diesem Blatte berichteten, war der Verein genöthigt. das Lokal, welches er 12 Jahre lang inne- gehabt, zu verlassen. Da es äußerst schwierig war, ein neues, passendes Lokal Jiu finden, so gewann die Ansicht immer mehr Raum, daß der Berein darauf bedacht sein müsse, sich eine eigene Heimath zu gründen. Es wurde dieserhalb mit der Sammlung eines Baufonds begonnen, der am Schlüsse des Jahres 316 Mk. betrug. Die Freunde des Vereins ersehen aus obiger Zusammen- stellung daß derselbe nach wie vor ein reges Leben entfaltet und immer mehr zu leisten bemüht ist, um für seinen Theil that- kräftig mitzuwirken zur Erreichung des großen Zieles der Arbeiter- bewegung: Erlösung der darbenden Menschheit aus den tausendjährigen Banden der geistigen und körperlichen Knechtschaft! — n. Mssekdorf, 27. März. Behufs Gründung eines antisozialisti- schen Bereines wurde hier am 24. März eine von den Ver- tretern der evangelischen Gemeinde einberufene Versammlung abgehalten. Als Redner fungirten zwei Pastoren, welche fich ihre Aufgabe so leicht als möglich machten. Das erste Psafflern beschränkte sich darauf, aus dem Zusammenhange herausgerissene Bruchstücke aus den Gedichten von Most, Hasenclever, Gerb und Anderen zu cittren und durch dieselben den„Bewers" zu er- bringen, daß die Sozialdemokraten nichts Geringeres rm Sinne führen, als den„Herrgott" abzusetzen, und daß es Pflicht eines jeden Christen sei, für diesen in die schranken zu treten und sich unter der Führung seiner Diener, der Pfaffen, gegen die bösen Sozialdemokraten zu vereinigen. Der zweite Redner er- mahnte zum Beitritt zur christlich stöckerischen ReaktionSpartei, in welcher man seine„Gewissensruhe" wieder finden könne. Es wurde das alte Lied, daß man als Entschädigung für irdischen Hunger mit„jenseitigen" himmlischen Freuden entschädigt werde, gesungen. Als Beweis der erlangten„Gewissensruhe" führte der fromme Herr die Renegaten Küster und Grüneberg an, verschwieg aber, daß diese Leute sich durch ganz profane„irdische" Bortheile, nicht aber durch die zu erwartenden„himmlischen" Freuden bestimmen ließen,„gute Christen" zu werden. Küster habe beständig die Bibel neben sich liegen, um die„massenhaften" Anfragen der Arbeiter beantworten zu können. Ein Pracht- exemplar, dieser Küster! Im salbungsvollsten Kanzeltone ver- sicherte der Pastor, seine Partei wolle ja auch die Beschränkung der Frauenarbeit, Regelung der Kinderarbeit und Schaffung eines| Straßenecen angeschlagen zu ſehen. Seitens der Polizeibehörde Leipzig. Krankenkasse der Metallarbeiter für Leipzig " " " ( m) GEORG VOLLMAR LOUISE VOLLMAR geb. NISSÉL Vermählte. Dresden, 4. April 1878. Für Männer- Chöre. Im Berlage von Emil Sauerteig in Gotha ist erschienen: Lieder- Sammlung des Allgemeinen Arbeiter- Sängerbundes. Lieferung III. [ 50 [ 0,40 [ 2,10 ( 26)[ 3,90 Einladung zum Abonnement Menschenthum Sonntagsblatt für Freidenfer Herausgegeben von Dr. Auguft Specht. Normalarbeitstages, nur müssen die Arbeiter zuerst zu ,, Gott" beginnt man endlich, dem Treiben der Herren Sozialisten etwas und Umgegend. wieder zurückkehren. Genosse Busse wies in längerer, aus mehr auf die Finger zu sehen, nachdem sie gelegentlich der AnJeden Sonnabend, Abends halb 9 Uhr: Versammlung und führlicher Rede den Hochwürdlingen das Pharisäerhafte ihres flage eines ihrer Führer vor der Strafkammer des hiesigen Aufnahme neuer Mitglieder im Lokale des Hrn. Träger, Tauchaerstraße 12. Vorgeheus nach und betonte hauptsächlich, daß die Pfaffen durch Kreisgerichts sogar die Frechheit hatten, den Staatsanwalt Jahrhunderte hindurch Gelegenheit gehabt haben, etwas für das Schumann durch Maueranschlag in ihre Versammlung zum Bolt zu thun, daß sie es aber nicht nur nicht thaten, sondern Rebekampf mit Frohme einzuladen. Da der Staatsanwalt im Minden i. W. Sozialdemokratischer Wahlverein. Die hiesigen Mitglieder versammeln sich stets die willigsten Werkzeuge der Gewalt, und stets bemüht Verlaufe jener Gerichtsverhandlung ausgeführt hatte, wie sich jeden Sonnabend, Abends 8 Uhr, bei Herrn Gastwirth Thiele, waren, das Volk knechten und ausbeuten zu helfen. Jezt, da trotz des Leugnens des Angeklagten allerdings aus verschiedenen Ritterstraße. die Arbeiter selbstständig vorgehen und, sich auf die eigene Kraft Schriften seiner Parteigenossen ergebe, daß die sozialdemokratistüzend, sich von dem Einflusse, den die Pfaffschaft seit Beiten schen Prinzipien auf die Vernichtung der Ehe und Eigenthum auf das Volt ausübte, befreien wollen, geriren sich die Herren im heutigen Sinne hinausliefen, so stand auf den betreffenden als Arbeiterfreunde" und sind bemüht, die Arbeiter in der Plakaten als Thema des Frohme'schen Vortrags: ,, Familie, Ehe, alten Abhängigkeit zu erhalten. Den Ausführungen unseres Eigenthum und Staatsanwalt Schumann." Daß Hr. Schumann Genossen entgegenzutreten, hatten die Herren Prediger nicht Lust. in dieser Versammlung nicht erschien, brauchen wir wohl nicht Ein anwesender Secretär half ihnen aus der Verlegenheit und hinzuzufügen. Seit dieser unverschämten Provokation scheut beantragte die Vertagung der Verhandlungen ,,, weil- Sozial- fich nun doch die Druckerei, neue derartige Machwerke irgend demokraten anwesend seien, welche opponiren würden." Selbst- verfänglicher Art zu acceptiren. Diesem Umstande wird es wohl verständlich wurde der Antrag angenommen. Die Eulen scheuen zu verdanken sein, daß die ,, Revolutionsfeier" des 17. und 18. das Tageslicht! Als Curiosum sei noch angeführt, daß der März hier nicht so zur allgemeinen Kenntniß gekommen ist, wie Borsigende zum Schluß der Versammlung für ihr Erscheinen es sonst wohl vor einigen Monaten der Fall gewesen wäre." den tiefgefühltesten Dant" aussprach: den Besitzenden und Niederträchtiger kann man kaum mehr sein. Die Vernichtung Reichen, den Vertretern der königl. Regierung, den Männern der Siegeseiche" bedauern wir schon aus dem Grunde, weil d der Wissenschaft, den„ eblen" Frauen und Jungfrauen und den den" Spaßen, die doch sehr nützliche Vögel sind, ein schüßend Sozialisten." Ob dieses ,, Dantes" sehr befriedigt gingen Obdach verloren geht. Kennzeichnend ist das sichtliche Behagen, die Leute nach Hause und die Comödie war zu Ende. mit welchem das Polizeiblatt die gegen unsere Partei beliebten Nr. 6.„ Roth." Ged. v. Carl Weiser. Comp. v. G. Scholz. Op. 18. Behingen( bei Reutlingen), im März. In unser Städtchen Maßregeln lobt. Aber nicht blos die Reptilien, sondern auch Nr. 7." Fahnenlied." Ged. v. A. Geib. Comp. v. G. Scholz. Op. 10. ist nun auch der Sozialismus eingedrungen. Mit der Tages- sogenannte freisinnige und unabhängige Blätter, welche fich Preis pro Lieferung Partitur mit 4 Stimmen Mart 1,60, ordnung: Die Bestrebungen der Sozialdemokratie" fand am demokratisch" nennen, tönnen es nicht unterlassen, sich bei Ge 4 Stimmen Mr. 1,20. 16. März eine Versammlung statt. Genosse Lossau, Redakteur legenheit an den Sozialdemokraten zu reiben. So schreibt z. B. unseres Parteiorgans Süddeutsche Volkszeitung", hatte auf Er- die ,, Frankfurter Zeitung": Ueber Excesse, die am Morgen suchen bereitwilligst das Referat zugefagt. Am 12. März mußte nach dem Geburtstage des Kaisers vor der hiesigen Karmeliterer eine ihm schon früher zuerkannte Gefängnißstrafe von sechs faserne seitens mehrerer Soldaten verübt sein sollen, bringt der auf das in Gotha erscheinende Wochen antreten. Deshalb übernahmen das Referat Genoffe Volksfreund" einen Bericht, der haarsträubende Details enthält. Walz aus Reutlingen und Genosse Lutz aus Tübingen. Die Wir versagen uns in der Erwartung, daß eine strenge UnterVersammlung war gut besucht und folgte mit sichtlicher Aufmerk- suchung die Folge dieser Publikation sein wird, die Wiedergabe ſamkeit den klaren und eindringlichen Ausführungen der beiden derselben schon aus Rücksicht auf das öffentliche Schamgefühl." Referenten. Troß mehrfacher Aufforderung meldete sich kein In dieser Notiz wird dem Volksfreund" vorgeworfen, derselbe Gegner zum Wort. Auch der Herr Schultheiß beehrte unsere hätte das öffentliche Schamgefühl verletzt. Ob eine Untersuchung Durch tüchtige geistige Kräfte unterstügt, hat sich das„ MenschenVersammlung mit seiner Gegenwart, dagegen war Schullehrer eingeleitet würde, wenn unser Parteiorgan die schmutzige Ange- thum" die Aufgabe gestellt, seine Leser mit den Resultaten der freien Auch, als Sozialistensresser bekannt und deshalb brieflich ein- legenheit nicht besprochen hätte, ist mehr als fraglich. Die ,, an- Forschung in Natur und Geschichte vertraut zu machen, die mit der geladen, nicht erschienen. Die Versammlung verlief ohne jede ständige" Presse, die demokratische" Frankfurter Zeitung" mit Bernunft und Wissenschaft im Widerspruch stehenden religiösen Dogmen Störung. Ein ziemliche Anzahl Broschüren wurde abgesetzt. eingerechnet, hätte sich über den Brutalitätsatt pflichtschuldigst zu bekämpfen und die Weltanschauung des freien Menschenthums zu Mit Befriedigung blicken wir auf diese Versammlung zurück und ausgeschwiegen. Gerade durch die Mittheilung wurde von uns vertreten. Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Menschheit werden in der Agitation nicht erlahmen. serer Seite für das verletzte öffentliche Schamgefühl Sühne ge- teter religiöser Sagungen befreit werden kann, wird das„ Menschennur durch eine positiv wissenschaftliche Bildung aus den Banden veralGießen. Die Parteigenoffen erinnern sich vielleicht noch einer fordert. Bei der Veröffentlichung der Greuel vom russisch- tür- thum" vornehmlich denjenigen Theil der Wissenschaft cultiviren, der sich Volksversammlung, welche im April vorigen Jahres hier statt- tischen Kriegsschauplaze hat die Frankfurter Beitung" auf das mit der Entstehung der Dinge beschäftigt und daher Originalartikel fand und in welcher mehrere Professoren sich bemühten, dem öffentliche Schamgefühl keine so zarte Rücksicht genommen, da über die Beschaffenheit und Entwickelung der Weltkörper, des ThierSozialismus den Garaus zu machen. Dieses gelang den Herren wurden die größten Scheußlichkeiten mit einer Umständlichkeit und Pflanzenreichs, des Menschen und seiner Cultur 2c. 2c. bringen. nicht, vielmehr trat das Gegentheil ein, die Herren wurden mitgetheilt, die nichts zu wünschen übrig ließ. Freilich waren Außerdem bringt jede Nummer des Blattes eine Wochenübersicht der gründlich heimgeschickt. Bei der später erfolgten Wahl zum es Ruffen und Türken, die sich derartige Greuel zu Schulden wichtigsten Vorkommnisse auf kirchlichem und freireligiösem Gebiete, BeStadtverordnetenkollegium tamen die Herren Gegner diesmal fommen ließen und nicht Angehörige unseres„ herrlichen Kriegs- sprechungen freisinniger Bücher 2c., so daß sich die Leſer über alle noch mit dem Schrecken davon, gegenwärtig aber ist es der heeres". Die Frankfurter Beitung" hat diese hochnasige Be- Erscheinungen des geistigen Lebens genügend orientiren können. Reichskanzler selber, der dieselben in ihrer Ruhe stört, denn wem merkung auch nur deshalb gemacht, weil sie es liebt, den Soziada bekannt ist, daß der weitaus größte Theil der Bevölkerung listen gegenüber eine Schulmeistermiene anzunehmen und sich bei Gießens und der Umgegend in der Tabaksindustrie beschäftigt der guten Gesellschaft" als Verfechterin der Sitte und Ordnung ist, kann sich lebhaft vorstellen, von welcher Bedeutung das neuere zu präsentiren. Die Frankfurter Zeitung" mit der Neuen Tabakssteuerprojekt für die hiesige Bevölkerung ist. Wir erwar- Frankfurter Preffe,( ,, Demokrat" und Polizist) Arm in Arm teten daher täglich eine Aufforderung zu einer öffentlichen Ver- gegen die Sozialdemokraten! Nette Gesellschaft! sammlung, damit den Interessenten Gelegenheit geboten werde, Maßnahmen gegen die Absichten des Reichskanzlers zu treffen. Allein unser Harren war vergebens, und so mußten wir die Initiative ergreifen. Wir beriefen eine Volksversammlung ein, in welcher Genosse Pfannkuch aus Cassel über die indirekten Steuern, mit besonderer Bezugnahme auf die Tabaksteuererhöhung und das Monopol sprach. Diese Versammlung war fast aus schließlich von Arbeitern besucht und sprachen sich dieselben in einer Resolution gegen die Tabakssteuer und das Monopol aus. Eine weitere Versammlung fand am 24. März statt, in der abermals Genoffe Pfannkuch, der schon Tags vorher in Friedberg in einer Volksversammlung gesprochen hatte, über das Thema:" Ist der Sozialismus culturfeindlich?", referirte. Diese Versammlung war gut besucht. Nachdem der Referent in faſt zweistündigem Vortrag dasselbe behandelt hatte, traten ein Gymnasiallehrer, Dr. Weifenbach, und ein Inhaber eines Privatinstituts, Dr. Rübel, anf, um gegen die Sozialdemokratie zu Felde zu ziehen; aber die Waffen der Herren waren zu stumpf, Artikel Italienisches Elend" als unbekannt bezeichnete Münze Grano Wir erhalten folgende Buschrift: Die in Nr. 34 Ihres Blattes im als daß auch nur ein Hieb gesessen hätte. Pfannkuch, sowie war die vor der jezigen Frankenrechnung in Neapel gebräuchliche Münzeinige hiesige Genoffen entgegnete den Herren in ruhiger, sach- währung. 1 Grano= 3,44 Pfennig, also 15 Grana 51,6 Pfennig licher Weise, und wir dürfen mit Recht von dieser Versammlung der Berdienst für achtzehnstündige Arbeit!! sagen, daß sie uns genügt hat. Auf diese Weise arbeiten wir unentwegt weiter. Mag auch der Boden felsig sein, unser Muth wird uns nicht verlassen. [ 413 bei allen Bostanstalten und in allen Buchhandlungen zu dem viertelMan abonnirt auf das in Gotha erscheinende Menschenthum" jährigen Preise von nur 75 Pfennigen. I Gotha. Stollbergsche Verlagsbuchhandlung. Durch uns ist zu beziehen: N. Tchernychewsky: L'Economie politique jugée par la science, 492 pages. Prix 1,50 M. Die Expedition des ,, Borwärts". Aufruf an die Parteigenossen des Großherzogthum Hessen! Genossen! In diesem Jahr findet eine Ergänzungswahl zum hessischen Landtag statt. Da es unser Wille und unsere Pflicht ist, für die critique des principes d'économie politique de John Stuart Mill, Verbreitung unserer Prinzipien Sorge zu tragen, so glauben wir, daß haben die hiesigen Genossen beschlossen, einen Delegirtentag hier abzudie Landtagswahlen hierzu die beste Gelegenheit bieten werden. Darum halten, um über die bevorstehende Wahl zu berathen. Mögen daher die Hessischen Genossen ihre Ansichten in dieser Angelegenheit den Darmstädter Genossen mittheilen und an Unterzeichneten gelangen lassen. Der Tag, an welchem die Delegirten hier zusammentreten sollen, wird im„ Borwärts" befannt gegeben. 2. Bez, Erbacherstr. Nr. 9. Briefe von hier nur dann als im Auftrag der Genossen zu betrachten Ferner machen die hiesigen Parteigenossen darauf aufmerksam, daß sind, wenn dieselben mit dem Parteistempel versehen sind. Briefkasten = D. D. Friedrichsschwers, 23.EMärz. Die Arbeitsverhältnisse geder Redaktion. B. M. in Linden vor Hannover: Auch wir sind stalten sich auch hierorts von Tage zu Tage schlechter, dabei außer Stande, Ihnen in der Erbschaftsangelegenheit einen Rath zu stehen die Arbeitslöhne niedriger als je. So hat, um nur ein Ihnen nur den Rath ertheilen, der Gewerkschaft der Schuhmacher beiertheilen, der Ihnen von Nußen sein könnte. Fried. L.. z: Können Beispiel anzuführen, der Domänenpächter eines benachbarten zutreten. Drtes einem tüchtigen Arbeiter für dreiwöchentliches Schutifahren Durch uns zu beziehen: Das lebensgroße Brustbild Ferdinand Lassalles. Lithographie( 79 Ctm. hoch, 63 Ctm. breit) in gelungener Ausführung. Bost vorschuß. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Preis pro Bild einschließlich Verpackung 3 Mart gegen baar oder Im Verlage der Allgemeinen Deutschen Associations- Buch druckerei in Berlin erschien und ist durch alle Buchhandlungen sowie durch die unterzeichnete Expedition zu beziehen: Die Expedition des ,, Vorwärts". Soeben erschienen und durch uns zu beziehen: Waldverwüstung und Ueberschwemmung. ganze 8 Mart 40 Pf., pro Woche also 2 Mart 80 Bf. gezahlt, Franz Wilhelm Zimmermann aus Reichenberg, früher in und der Mann mudte nicht, da er froh sein mußte, überhaupt Barmen, wird gebeten seine Adresse an E. M. in Barmen gelangen zu erscheint noch etwas verdient zu haben. Auf derselben Domäne laffen. Ein Kapitel der Grund- und Bodenfrage. Von Georg Bollmar. Preis pro Exemplar 15 Pfennig. Die Buchhandlung des ,, Vorwärts". Die Berliner Freie Presse", grad Organ der Berliner Sozialdemokraten, täglich mit Ausname des Montags: Sonntags mit der prachtvoll illustrirten Gratisbeilage: Die Neue Welt. Abonnements Bedingungen: Durch die Post bezogen excl. allen Zeitungs- Spediteuren unter den bekannten Bedingungen: pro bekommen die an Jahren alten Arbeiter, deren Arbeitskraft im Dienste der Herren" also bereits draufgegangen ist, 60 Pf. Quittung. Brgr Seesen Ab. 6,50. Frbr Cosel Ab. 9,00. J. Lohn pro Tag, was obendrein als eine ganz besondere Gnade Crottorf Ab. 3,20. Rw Altona Ab. 47,70. Schlbs Dor.mund Ab. gilt. Und Angesichts solcher Thatsachen wagen es gewiffe Herren 16,00. Drbg Gießen Ab. 4,00. Engl Reudniz Ab. 16,00. Red. b. Bringerlohn, vierteljährlich Mt. 4,00. In Berlin abonnirt man bei Borwärts" London Ab. 9,60.„ Boltsztg." Erfurt A6. 40,00. gnr noch, die Behauptung aufzustellen, die Arbeiter stünden sich ganz allstedt Ab. 1,80. Rrtg Grasleben Ab. 3,00. Arbeiterbild.- Berein Quartal 4 Met., pro Monat 1,35, pro Woche 35 Pf. frei ins Haus. gut. Nach diesen Leoben Ab. 8,11. Andrth Regen Schr. 6,76. Splc Germau Ab. 1,20. Inserate finden die weiteste Verbreitung und fostet die fünfgespal Al. hier Unn. 2,20. Bcy Neujaz Ab. 5,10. Br. Groigsch Ab. 5,40 tene Betitzeile nur 25 Pf., Arbeitsmarkt 10 Bf. und 1,75. Bümr Dresden Ann. 4,20. fie nicht Hungers sterben; tritt dieser Fall ein, dann öffnen sie den gespickten Geldbeutel und verabreichen den Hungernden eine " milde Gabe" aus purer Nächstenliebe". Frankfurt a. M., 30. März. Preßflegeleien. Eines der miserabelsten Reptilienblätter, bie Neue Frankfurter Presse", verübt in ihrer Nr. 89 vom 26. März folgende Gemeinheit: „ Der oder die Frevler, welche das nichtswürdige Bubenstück begingen, die zur Erinnerung an das 50jährige Jubiläum der Leipziger Vö.terschlacht auf dem Hanauer Schlachtfelde gepflanzte Fonds für Gemaßregelte. Von R. M. hier Zinsen 1,50. Baufonds des Arbeiter- Bildungs- Verein. Von Hedwig 1,00 Mt. Eiche anzufägen und abzubrechen, sind noch nicht entdeckt. Der Essen. De tag, den 7. April, Morgens 11 Uhr, bei Wirt Stadtrath hat eine Belohnung von 50 Mark für eine Anzeige [ 50 festgesetzt, die auf die Spur der Thäter führt. Daß den 17. März Versammlung der Abonnenten des ,, Borwärts" und der „ Rundschau". die hiesige Sozialdemokratie die Märtyrer der Commune und Alle am Blaze wegen wichtigen Angelegenheiten.( F. 101) am 18. März die Berliner Märzgefallenen( natürlich in der von ihr dafür beliebten sozialistischen Beleuchtung!) feierte und in Hannover. Sonnabend, den 6. April, Abends 8½ Uhr, Sozialdemokratischer Wahlverein. der Nacht vom 18. auf den 19. März die Eiche abgebrochen im Bereinslokal, Mittelstraße Nr. 11: wurde, dürfte zum Nachdenken auffordern. Sollten die anbauernden Aufhebungen, womit die Agitatoren auch hier gegen die Morde patrioten" anstacheln, d. h. gegen alle Diejenigen, welche treu an den großen vaterländischen Erinnerungen fefthalten, nicht auch einmal auf so zündenden Boden gefallen sein, Geschlossene Versammlung. ( F. 167) Tagesordnung: Abrechnung und Verschiedenes. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein. daß sich einige Berehrer der Commune zu jener ruhmwürdigen Hildesheim. Jeden Montag, Abende halb 9 Uhr: ,, That" des Vernichtens der Siegeseiche ermannten? Es ist uns zwar diesmal erspart geblieben, die ,, Revolutionsfeier", welche Mitgliederversammlung der ,, Volksfreund" ankündigte, auch auf rothen Plakaten an den wozu Jeder freien Zutritt hat. ( m) [ 60 [ 0,50 In der Postzeitungs- Preisliste pro 1878 ist unser Blatt unter Nr. 569 eingetragen. Die Expedition der Berliner Freien Presse". Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadier- Plaz Nr. 8a. Armer Conrad. Preisherabsetzung. 132 t 5335 e 11 ㄜ ˋ 11 f 6 323 e I HYRETRY f S f tl H fi f ま 拉 di r P fi b fc a et HASHEARED SHEE & I Um mit dem Reste desselben zu räumen, ist der Preis auf 20 Pfg. für geheftete, und 40 Pfg. für gebundene Exemplare herabgesetzt. Bei Bezug von 10 Expl. und darüber Rabatt. Bestellungen sind zu machen bei der AssociationsBuchdruckerei in Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadierplatz 8a., sowie der Genossenschafts- Buchdruckerei in Leipzig, Färberstraße 12. Berantwortlicher Redakteur: Hermann Helßig in Reudnik- Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12. II in Leipzig. Drud und Berlag der Genossenschafte buddruckerei in Leipzig. di 01 90 $ to if fd id ge ft re da ( S